Souffleuse-Die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller-Herbst/Winter2015.pdf

romanischerkeller

Die Souffleuse ist die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller Heidelberg. Sie informiert über die verschiedenen Veranstaltungen des Theaters im Bereich Schauspiel, Musik, Tanz, Workshop, Lesung etc. Das Theater befindet sich in der Seminarstraße 3 [Ecke Kettengasse] in der Altstadt Heidelbergs. Für den termingerechten Ablauf des angekündigten Programms und für dessen Inhalt trägt der Herausgeber keine Verantwortung. Die Zeitschrift und deren Inhalt sind Eigentum der Autoren und Herausgeber. Theater im Romanischen Keller 2015

Gastspiele aus Innsbruck, Leipzig, Zürich und Köln,

Studentisches Theater, Kindertheater, Offene Bühne Heidelberg,

Konzerte und Lesungen

Die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller

Wintersemester 2015

September, Oktober, November & Dezember


Die Sprechzeiten des Theaters im Romanischen Keller werden

auf der Homepage und im Schaukasten angekündigt.

Tel.: 06221/542769

E-Mail: souffleuse@urz.uni-heidelberg.de

theater.rs.uni-heidelberg.de

www.facebook.com/romanischerkeller

Wir laden ein zum

THEATERSTAMMTISCH

Am Donnerstag, dem 29. Oktober findet

um 20.00 Uhr ein Treffen statt, das allen

Theaterinteressierten offen steht, sich aber

in erster Linie an StudienanfängerInnen

richtet. An diesem Abend sollen Fragen

beantwortet, Möglichkeiten aufgezeigt

und ganz generell einmal in die

"freie Theaterszene" der Stadt eingeführt

werden. Zu Gast: Vertreter studentischer

und nicht-universitärer Theatergruppen.

Beginn: 20 Uhr im Theater im Roman. Keller

Theater im Romanischen Keller

Seminarstraße 3 [Ecke Kettengasse]

69117 Heidelberg

Impressum:

Herausgeber: Viola Stiefel und Kai Sauter

Redaktion & Gestaltung: Kai Sauter

Hinweis: Für den termingerechten Ablauf des angekündigten Programms und dessen

Inhalt trägt der Herausgeber keine Verantwortung. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Das Theater im Romanischen Keller ist Mitglied des Freien Theatervereins

Heidelberg e.V.

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Liebe Theaterfreunde,

willkommen zurück in einer neuen Ausgabe unserer Souffleuse!

Dieses Exemplar stellt Euch das Programm von September bis Dezember 2015 vor.

Vollgepackt mit Informationen zur aktuellen Spielzeit und Besprechungen der letzten.

Wir freuen uns auf Konzerte, Lesungen, Improtheater, Studi-Theater und Freies

Theater in Gastspielen während unseres Festivals – Ja, denn es ist schon wieder

soweit! Die Stadt freut sich auf die Heidelberger Theatertage 2015 und die Vergabe

des 18. Heidelberger Theaterpreises! In dieser Ausgabe präsentieren wir Euch

eine Programmübersicht und stellen die verschiedenen Produktionen, die auf unserer

Bühne um den Preis kämpfen, vor. Ihr dürft auf Ensembles aus Leipzig, Zürich und Köln

gespannt sein. Natürlich gibt es auch wieder ein breites Rahmenprogramm mit

Kindertheater, Offener Bühne, Party uvm. und unsere Theatertage Vorspiele. Im

Rahmen der Vorspiele ist es uns gelungen, das Theater Melone aus Innsbruck erneut

nach Heidelberg zu holen. Nach großartiger Resonanz auf die Produktion „Der Weg

zum Glück“, besonders durch die studentische Jury um Frau Prof. Dr. Tebben, bei den

letzten Theatertagen, kehrt das Stück nun für zwei Abende auf die Bühne im Theater

im Romanischen Keller zurück. Merkt euch am besten gleich den 16. und 17. Oktober

in Eurem Kalender vor! Am 24. Oktober gibt es dann endlich wieder das Ladentheater

am Tag der Rampensau! Mitgliedsgruppen des Freien Theatervereins Heidelberg e.V.

spielen für Euch in den Geschäften der Stadt.

Die Spielzeit beginnen wir diesmal musikalisch. Am 13. September stehen die

Musikgruppe „Schallgarten“ und „Lukas Herbertson & Band“ beim HageButze

Solikonzert auf den Brettern. Mit dem [Ak.T]-heater Heidelberg, die ihre Lesung am

20. September im Rahmen des Literaturherbstes veranstalten und der Literatur

Offensive (LitOff e.V.) am 19. November, kommen auch die Literaturliebhaber auf ihre

Kosten. Weitere musikalische Highlights gibt es am 20. Oktober mit Sylvianne Kloepfer,

die im Rahmen der „Französischen Woche“ Chansons präsentiert, mit der „Noche

Andaluza“ am 27. November, die sich dem Flamenco und Gedichten von F.G. Lorca

widmet und zum Abschluss des Jahres am 18. Dezember mit Irischen und Englischen

Traditionals von „The Good Ship Kangaroo“.

Für das Improvisationstheater halten wir gleich ein ganzes Wochenende frei! Am

Improwochenende am 23. und 24. Oktober warten das Improtheater Haltlos

Heidelberg und das Improtheater Stehgreif & Guck auf Eure Impulse!

Im Dezember steht mit der Schauspielgruppe des Anglistischen Seminars dann

auch wieder eine studentische Gruppe im Rampenlicht.

Wie immer gibt es jeden Monat eine Offene Bühne Heidelberg, entweder bei uns oder

auf der Bühne im TiKK. Hier habt ihr die Chance, Euer Talent vor einem Publikum zu

erproben! Alle Infos hierzu gibt es auf Seite 5.

Wir wünschen euch eine wunderbare Spielzeit und freuen uns, Euch bei den

Theatertagen und bei anderen Veranstaltungen hier im Theater zu treffen!

Viola Stiefel und Kai Sauter

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15. September, 13. Oktober, 10. November, 9. Dezember:

Offene Bühne Heidelberg – S.5

13. September:

HageButze Solikonzert mit Schallgarten und Lukas Herbertson & Band:– S.6

20. September:

[Ak.T]-heater Heidelberg: Literatur für die SINNE

(musikalische Lesungen im Rahmen des Literaturherbstes) – S.7

16. und 17. Oktober:

Theater Melone, Innsbruck (A) (Theatertage Vorspiele): Der Weg zum Glück – S.8

18. Oktober:

KulturTandem e.V.: Märchenkarawane Abschlussveranstaltung – S.9

20. Oktober:

Sylvianne Kloepfer: Chansons neu erleben!

(Konzert im Rahmen der Französischen Woche Mannheim-Heidelberg) – S.10

23. Oktober:

Improtheater Haltlos Heidelberg– S.11

24. Oktober:

Improtheater Stehgreif & Guck, Ladenburg– S.12

24. Oktober:

Ladentheater am Tag der Rampensau (Theatertage Vorspiele) – S.13

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5. bis 15. November:

Heidelberger Theatertage 2015

Programmübersicht – S.14

Veranstaltungen der Theatertage im Theater im Romanischen Keller:

6. November:

erweiterte zugeständnisse, Leipzig/Wien (A): Abgänge nach Markus Werner

(Theatertage Wettbewerb) – S.15

8. November:

Schaubude, Karlsruhe: Die Kleine Hexe nach Otfried Preußler

Theater für Kinder ab 4 Jahren (Theatertage Rahmenprogramm) – S.16

10. November:

Open Stage/Offene Bühne Heidelberg Spezial

(Theatertage Rahmenprogramm) – S.16

12. November:

DAKAR, Zürich (CH): HIN IST HIN nach Ödön von Horváth

(Theatertage Wettbewerb) – S.17

14. November:

ADOLESK, Köln: PaffPrinzip von Steven Reinert und Martin Thiel

(Theatertage Wettbewerb) – S.18

19. November:

LitOff e.V. Heidelberg– S.19

27. November:

Noche Andaluza – S.20

4. bis 5., 7. bis 9. Und 11. Bis 12. Dezember:

Schauspielgruppe des Anglistischen Seminars:

How It Was von Laurence Williams – S.21

18. Dezember:

The Good Ship Kangaroo – S.22

Rückblick in die vergangene Spielzeit:

Kritik zu „Dog Sees God“ von Christine Wetzka – S.23/24

„INTERSYNAPSIS“ Schülertheater der Freien Schule LZR, von Mariam Moussa und

Carl-Theodor Christensen – S.25/26

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15. September, 13. Oktober, 10. November & 9. Dezember

TiKK & Theater im Romanischen Keller

20 Uhr

Offene Bühne Heidelberg

Die einzig wahre offene Bühne! Jeden

zweiten Dienstag im Monat laden das TiKK -

Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof und

das Theater im Romanischen Keller zur

gemeinsamen offenen Bühne ein. Im Wechsel

findet diese Kult-Reihe auf den beiden

schönsten Bühnen Heidelbergs statt. Am 15.

September auf der Bühne im TiKK, am 13.

Oktober im Theater im Romanischen Keller,

und ebenfalls hier, in einer Spezialausgabe im

Rahmen der Heidelberger Theatertage, am 10.

November. 9. Dezember dann wieder im TiKK

Wie immer gibt es ein festes

Rahmenprogramm, für das sich jeder mit

seinem Beitrag vorher anmelden kann. Im

Anschluss daran steht die Bühne für alle

spontanen Auftritte offen.

Alle Dichter, Schauspieler, Kabarettisten, Stand-Up-Comedians, Zauberer, Tänzer,

Sänger, Musiker und was der schönen Künste noch sein mag, können hier ihre

Präsentationskraft und ihr Improvisationstalent vor einem hungrigen Publikum

erproben.

Anmeldungen können bei uns im Romanischen Keller (souffleuse@urz.uniheidelberg),

im TiKK (tikk@karlstorbahnhof.de) und über Facebook

(www.facebook.com/OffeneBuehneHeidelberg) abgegeben werden.

Eintritt frei!

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13. September

Theater im Romanischen Keller

16.30 Uhr

HageButze Solikonzert mit Schallgarten und Lukas Herbertson & Band

Es ist endlich soweit – die Amerikaner sind aus Heidelberg abgezogen und zack! rund

70 Hektar Fläche warten nur darauf ihr Potenzial für die Stadt zu entfalten.

Die Projektgruppe für gemeinschaftliches Wohnen „HageButze“ ist von Anfang an mit

im Boot. Nun ist die Planung bereits in den letzten Zügen - noch in diesem Jahr sollen

1,5 Gebäude auf dem ehemaligen „Mark-Twain“ Gelände in der Weststadt gekauft, und

dort dauerhafter, mietgünstiger und gemeinschaftlich genutzter Wohnraum für rund 60

Bewohnende geschaffen werden. Das HageButze Wohnprojekt lädt ein zum 2.

Konzertabend für gemeinschaftliches Wohnen! Auf die Ohren gibt es vorzügliche Live-

Musik von zwei jungen Heidelberger Bands, dazu genügend Zeit um in Kontakt zu

treten und sich übers Projekt zu informieren. Das HageButze Wohnprojekt finanziert

sich zu einem Großteil aus Direktkrediten und freut sich über jede Unterstützung. Doch

nicht nur der Hauskauf, auch laufenden Kosten wie z.B. Infoveranstaltungen / Werbung

etc... wollen finanziert werden, daher geht der komplette Gewinn des Abends an die

HageButze.

Schallgarten: Höre, wer offenen Ohres ist!

Abseits aller züchtigen Vorgarten-

Monokulturen, aller Drei-Millimeter-

Rasenflächen und genmanipulierten

Treibhaustomaten gedeiht frisch duftend der

Schallgarten: Swingstauden ranken neben

Salsasträuchern, zwischen Mohnblumenblues

und Schnittlauchpop zwitschert das Rockehlchen und sogar seltene Walzerorchideen

wachsen gerne hier. Zärtlich und stilvoll ziehen neun junge Gärtner ihre Eigengewächse

hoch, arrangieren sie nach Form und Farbe und sorgen dafür, dass alles prächtig grünt

und blüht.

Lukas Herbertson & Band: Du hast noch nicht von ihm gehört? Dann hast Du definitiv

was verpasst! Die junge deutsche Singer-Songwriter-Szene hat sich in den letzten

Jahren gehörig gemausert und Lukas Herbertson geht mit seiner Band mit bestem

Beispiel voran. Texte so ganz aus dem Leben, eine bodenständ und erfrischend

unüberhebliche Art und natürlich seine großartige Band machen Lukas Herbertson zu

einem Künstler, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte!

Eintritt: 5€; http://hagebutze.de/ ; http://schallgarten.de

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20. September

Theater im Romanischen Keller

19 Uhr

[Ak.T]-heater Heidelberg präsentiert im Rahmen des Literturherbstes

Literatur für die Sinne

eine musikalische Lesung

mit Jutta Glaser (Gesang) und Hubert Habig (Sprache)

Wir leben in einer Gesellschaft, die

sich der Überflutung der Sinne

verschrieben hat. Die Reize werden

penetranter während unsere

Wahrnehmung im gleichen Tempo

abstumpft und für die leisen und feinen

Signale nicht mehr empfänglich ist. Um

die Sinne wieder zu aktivieren, muss

Literatur unsere Wahrnehmung neu

ausrichten.

Die Heidelberger Dichter Brentano,

Günderrode, Mereau und von Arnim

liefern einen imposanten Schatz an

Gedichten, Liedern und Briefen, der ihr Leben und Schicksal uns nahe bringt.

„Heidelberg Romantik“ meint insofern nicht Rezitation von Texten, sondern Erfahren

eines Lebensgefühls.

Auf der Basis einer Grundstruktur aus Text, Sprache, Gesang und Musik entsteht so

ein Werk, das unsere Sinne auf unterschiedliche Weise anregt.

Eintritt: 5€

Information: www.akt-heidelberg.de

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16. und 17. Oktober

Theater im Romanischen Keller

20 Uhr

Theater Melone, Innsbruck (A)

Der Weg zum Glück

von Ingrid Lausund

Mit der Panik um die Wette laufen...

Zwei Beine mit einem Mann drauf laufen verwirrt und

doch verheißungsvoll durch einen Abend, der den Weg

zum Glück verspricht. Dieser Mann möchte uns etwas

erzählen, etwas wirklich Wichtiges, etwas wirklich

Fantastisches, etwas, das endlich Sinn macht. Verfolgt

von Schattenfratzen, manischen Happy Birthday-

Gesängen und ständig gehetzt und getrieben auf der

Suche nach sich selbst, entfliehen seine Beine stets

seinem eigenen Körper. Ankommen wird er nie,

stolpern wird er ständig. Panik, Irrwege, Witz und

Wahnsinn machen sich in ihm breit und dennoch: „Aha!

... Bis jetzt läuft´s doch ganz gut!“

Nach der Teilnahme an den letztjährigen Theatertagen

und der besonderen Würdigung der Produktion durch

die Jury der Heidelberger Studierenden, freuen wir uns

das Theater Melone in diesem Jahr nochmals auf der

Bühne im Theater im Romanischen Keller zu zeigen.

„Florian Hackspiel spielt ihn mit vollem Körpereinsatz,

er läuft und stolpert, schreit und singt Ingrid Lausunds

zum Höllenritt ineinander montierte Textflächen im dafür vorgesehenen Höllentempo.

Und Regisseurin Bernadette Sonnenbichler sorgt dafür, dass genug Platz für diese

ebenso schweißtreibende wie eigenwillige Text-Turnstunde da ist. Letztlich geht es um

einen Körper und – wenn man so will – ein Individuum im Ausnahmezustand. Wie

gesagt: eine faszinierende Zumutung.“

(Tiroler Tageszeitung)

Regie: Bernadette Sonnenbichler; Bühne: Thomas Kurt Mörschbacher

Kostüme: Tanja Kramberger; Spiel: Florian Hackspiel

Eintritt: AK 14/9 Euro / VVK 11 Euro + VVK-Gebühr

Vorverkauf unter: www.karlstorbahnhof.de und an allen bekannten VVK-Stellen

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18. Oktober

Theater im Romanischen Keller

17 Uhr

KulturTandem e.V.

Märchenkarawane Abschlussveranstaltung

Erzählungen von der Märchenkarawane

Heidelberg/Sibiu. Es ist ein ungewöhnliches und einmaliges Projekt: Der Heidelberger

Verein KulturTandem veranstaltete in diesem Sommer eine Märchenkarawane durch

die Karpaten für deutsche und rumänische Kinder und Jugendliche. Sie steht unter dem

Motto „Die geheimnisvolle Reise des großen Vogels“. Dabei trafen deutsche Kinder und

Jugendliche auf rumänische. Gemeinsam machten sie Schattentheater für andere

Kinder in rumänischen Dörfern.

Über ihre Erfahrungen und Erlebnisse werden die Teilnehmer am Sonntag, 18.

Oktober, in Heidelberg erzählen. Außerdem wird dann auch Schattentheater zu sehen

sein. Die Abschlussveranstaltung beginnt um 17 Uhr. Weine aus Rumänien sowie

Musik umrahmen die Veranstaltung, die in Kooperation mit dem Stiftungslektorat für

Rumänisch stattfindet.

Die Märchenkarawane startete am 28. August im Astra Museum in Sibiu/Rumänien.

An der Märchenkarawane nahmen 15 Kinder und Jugendliche von verschiedenen

Schulen aus Mannheim, Heidelberg und Umgebung teil. Auch aus dem

Schifferkinderheim Mannheim reisten drei Jugendliche mit.

Bei dieser Abenteuerreise fuhren die Kinder und ihre pädagogisch geschulten Begleiter

zehn Tage lang, in zwei Planwägen und auf Kutschen, durch die Dörfer Transilvaniens,

im Kreis Sibiu (Hermannstadt). Unterwegs haben sie gemeinsam mit den Kindern vor

Ort ein auf einem Märchen basierendes Schattentheaterstück eingeübt und dann auch

vorgeführt. Die Figuren für das Schattentheater wurden in Heidelberg bei einem

Workshop unter Anleitung des Künstlers Christoph M. Beysser (Objektgestaltung

Heidelberg) hergestellt. Die jungen Teilnehmer bauten aus Eisen fantasievolle Objekte

und Figuren, die dann bei den Aufführungen vor Ort zum Einsatz kamen.

Ziel der Märchenkarawane ist die Förderung sozialer Kompetenzen im interkulturellen

Kontext, sowie das Kennenlernen einer fremden Kultur und Tradition. Neben dem

Einüben des Theaterstücks sind für die Kinder auch gemeinsame Erlebnisse geplant,

bei der sie Einblicke in die rumänische Tradition und Kultur bekommen, z.B. beim

Besuch einer alten Mühle, auf einer Bio-Farm oder beim Kennenlernen verschiedener

Handwerke. Eintritt: 5€

Mehr dazu unter www.facebook.com/kulturtandem & www.kulturtandem.de

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20. Oktober

Theater im Romanischen Keller

20 Uhr

Sylvianne Kloepfer

Chanson neu erleben!

Freude und Lebenslust, Melancholie und Sehnsucht,

Leichtigkeit und Charme

Entdecken Sie bekannte und weniger

bekannte französische Chansons neu und

tauchen Sie ein in die Palette der Gefühle.

Erleben Sie die Leichtigkeit des Seins,

melancholische Momente und sprühende

Freude. An diesem Abend können Sie lachen,

vielleicht weinen, Liebe spüren und träumen...

Jedes Chanson wird durch eine deutsche

Übersetzung eingeführt.

Sylvianne tanzt, seit sie laufen und singt, seit

sie sprechen kann. Als waschechte Deutsch-

Französin, ist sie mit beiden Kulturen groß

geworden. Ihre größte Freude ist es, einem

deutschsprachigen Publikum, die herrlichen

Inhalte französischer Chansons nahe zu

bringen.

Sylvianne Kloepfer wird am Klavier begleitet von Claudia Kàdas.

Eintritt 10 / 7 €, VVK 8 €

Reservierung: sylviannek@gmx.de

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Französischen Woche Heidelberg-Mannheim

statt. http://französische-woche.de

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23. Oktober

Theater im Romanischen Keller

20 Uhr

Improtheater HaltLos

Spontan. Frisch. Unverwechselbar.

Die Improvisationstheatergruppe „HaltLos“ aus Heidelberg bringt die verrücktesten

Geschichten und Szenen auf die Bühne – und das spontan, ohne Drehbuch. Die jungen

Theaterbegeisterten reagieren auf Zuruf des Publikums, bauen diese Impulse in ihre

Geschichten ein und so entstehen immer wieder neue Situationen, Begegnungen und

Figuren, ohne Rücksicht auf Tabus.

Kommen! Lachen! Freude haben!

Eintritt: 6€/4€ Reservierung: koerber.jan@gmx.de

Facebook (Improtheater Haltlos Heidelberg)

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24. Oktober

Theater im Romanischen Keller

20 Uhr

Stehgreif & Guck Ladenburg

Nichts ist im Leben vorhersehbar...warum sollte es im Theater dann anders sein? Das

zumindest will die Ladenburger Improvisationsgruppe Stehgreif&Guck zeigen: Ein

Abend, bei dem vorher nichts bekannt ist. Die vielen kleinen kurzen Szenen, davon

einige auch gesungen, sind Premiere und Derniere zugleich. Was gespielt wird? Das

was der Zuschauer sehen will! Denn nur durch die Zurufe von Stichworten, ganz gleich

welcher Art, wird eine Szene gespielt werden. Da kann es sein, dass ein Metzger auf

dem Dach steht, oder eine Kuh durch das Ballett tanzt. Gespielt wird, was dem

Zuschauer gefällt und so entstehen viele zauberhafte, mysteriöse, unglaubliche und

immer wieder abwechslungsreiche Geschichten, welche man sich nicht entgehen

lassen sollte!

Eintritt: 10€, Ermäßigt: 7€

Ticketreservierung mit Name und Anzahl an kontakt@stehgreifundguck.de

www.stehgreifundguck.de

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24. Oktober

Hauptstraße und angrenzende Straßen

12 bis 19 Uhr

Ladentheater am Tag der Rampensau

Heidelberg füttert die Rampensau

Wie in den vergangenen Jahren sorgen der

Freie Theaterverein Heidelberg e.V. und der

Citymarketingverein Pro Heidelberg e.V., in

Zusammenarbeit mit Heidelberger

Geschäftsleuten, am „Tag der Rampensau“ für

die richtige Theateratmosphäre in der Stadt: in

Geschäften, Gaststätten und Cafés der

Heidelberger Altstadt wird Theatralisches,

Musikalisches, Lyrisches, Lustiges,

Tänzerisches und Magisches – inszeniert von

Mitgliedsgruppen des Freien Theatervereins –

präsentiert.

Und auch unsere Blaue Rampensau – das

immer hungrige Sparschwein der Theatertage –

wird gefüttert! In allen beteiligten Geschäften

finden Sie dieses arme Tier. Seien Sie nett zu

ihm, alle Spenden fließen direkt in den Etat der

THEATERTAGE!

So wird das Einkaufen in Heidelberg zugleich zum kulturellen Erlebnis und zur guten

Tat und macht Appetit auf das Festival, das wenige Tage später beginnt.

Eintritt frei!

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6. November

Theater im Romanischen Keller

21 Uhr

erweiterte zugeständnisse, Leipzig/Wien (A)

Abgänge

Eine installative Lesung nach den Romanen

„Zündels Abgang“ und „Die kalte Schulter“ von

Markus Werner

Die Figuren in Markus Werners Werk scheitern

beständig an den Anforderungen des Lebens,

misstrauen konsequent der Idee von Sicherheit,

fühlen sich unzugehörig. Sie treten ab,

rebellieren, verstummen. Als Gegenpol zu dieser

„haltlosen“ Welt tritt in Werners Texten die Begegnung zwischen Mann und Frau, die

scheinbar Sicherheit bietet und Geborgenheit verspricht, bis die Angst vor dem

Scheitern zu einer Verweigerung der Liebe führt oder der Tod auftritt und die

Entscheidung abnimmt.

In „Die kalte Schulter“ findet der Kunstmaler MORITZ WANK in der Dentalhygienikerin

JUDITH Orientierung und Lebenssinn, die ihm durch den banalen Stich einer Biene,

der Judith das Leben kostet, wieder entzogen werden.

In „Zündels Abgang“ bricht der Lehrer KONRAD ZÜNDEL nach der gescheitert

geglaubten Ehe mit MAGDA zu einer Reise nach Italien auf, von der er nicht

zurückkehrt. In „ABGÄNGE“ werden beide Geschichten im Wechsel erzählt.

Die Bühne orientiert sich zeichenhaftminimalistisch an Orten und Motiven der Texte.

Ein Haufen Erde wird zu Insel und Friedhof. Infusionsständer dienen den

Schauspielern, die ständig zwischen Figur, Leser und Sprecher changieren, als

Halt(erung) für den Text. Das Nachlesen und Sich-Vergewissern-Müssen der Sprecher

wird für die Figuren zur szenischen Aktion.

Die Musik variiert das Thema des Kinderliedes „Summ, summ, summ, Bienchen summ

herum“, und bedient damit sowohl das tragische Kindheitsthema Zündels, sowie Judiths

Todesursache.

„Aufhören ist feig. Weitermachen ist feig.

Aufhören ist tapfer. Weitermachen ist tapfer.

Das Leben ist eine Frage der Wortwahl. -

Ach, Scheißdreck!“

Eintritt: AK 14 / 9 Euro / VVK 11 Euro + VVK-Gebühr / www.karlstorbahnhof.de

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8. November

Theater im Romanischen Keller

15 Uhr

SCHAUBUDE, Karlsruhe

Die Kleine Hexe

Ein Theaterstück nach Otfried Preußler für Kinder ab 4

Jahren

Die kleine Hexe ist erst 127 Jahre alt und will trotzdem

schon mit den großen Hexen mittanzen. Als sie

erwischt wird, verdonnert sie die Oberhexe zu einer

Hexenprüfung. Innerhalb eines Jahres soll sie eine

gute Hexe werden. Doch was ist überhaupt eine gute

Hexe? Ihr Rabe Abraxas weiß Rat. Gut ist nur, wer

Gutes tut. So hilft sie den Klaubholzweibern einen

Wintervorrat an Holz anzulegen, erteilt dem strengen

Oberförster eine Lektion und kuriert den Schnupfen des

Maroni-Mannes.

Doch am Tag der Hexenprüfung kommt alles ganz

anders …

Eintritt: AK 7 / 5 Euro / VVK 5 Euro + VVK-Gebühr /

www.karlstorbahnhof.de

10. November

Theater im Romanischen Keller

20 Uhr

Open Stage/Offene Bühne Heidelberg Spezial

Nach vier Tagen Hochkultur wird es Zeit, auch der leichteren Muse Auge, Ohr und

Zwerchfell zu öffnen und damit die Bühne des Romanischen Kellers für alle Stars und

Sternchen aus jedwedem Subgenre der darstellenden Künste. An dieser offenen Bühne

im Rahmen der Theatertage wird mit unseren Gästen und allen Machern und Freunden

des Freien Theaters gemeinsam gefeiert, gespielt, geplauscht und gestaunt.

Eintritt: AK 5€

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12. November

Theater im Romanischen Keller

21 Uhr

DAKAR Produktion, Zürich (CH)

HIN IST HIN

Eine theatrale Collage für Puppen und

Menschen, frei nach Ödön von Horváths

Roman „Der ewige Spiesser“

Willkommen im Kabarett „Zum Ewigen

Spiesser“ - im Panoptikum der Untiefen und

Sehnsüchte. Hier wird gelebt, geliebt,

gelacht, gelogen und betrogen. Das

Karussell dreht und die Welt dreht mit im

ewigen Spiel um Schein und Sein, um Liebe,

Traum und Ewigkeit.

München 1929, Schellingstrasse, aber nicht

dort, wo sie bei der Ludwigskirche so

vornehm beginnt, sondern dort, wo sie

aufhört. Hier fällt Horváths Blick auf die

menschliche Komödie im Kleinen und im

Allgemeinen.

Eintritt: AK 14 / 9 Euro / VVK 11 Euro +

VVK-Gebühr

www.karlstorbahnhof.de

http://dakar-produktion.ch

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14. November

Romanisches Seminar

14, 16, 18 und 20 Uhr

Theaterkollektiv ADOLESK, Köln

PaffPrinzip

Theaterinstallation von Steven Reinert und Martin Thiel

Nach intensiver Forschung ist es dem Team um

Dr. Maxim Paff endlich gelungen, das Tor zum

wahren Selbst zu öffnen und so des Menschen

Kern zu revolutionieren.

Gefangen im Unsinn der Selbstoptimierung gibt

der Einzelne die Verantwortung an eine

wuchernde Beraterindustrie ab und lässt sich von

deren schnellen Lösungen blenden.

ADOLESK entlarvt den Korrekturwahn der

westlichen Gesellschaft und ersetzt diesen mit

einer eigenen bizarren Glücksformel: dem

PaffPrinzip.

ADOLESK fokussiert in ihren innovativen

Theaterformaten den Zuschauer als

maßgebendes Individuum und lädt ihn ein, sich in

einer Parallelwelt zwischen Realismus und

Imagination zu verlieren.

ADOLESK löst altbekannte Seh- und Erlebnisgewohnheiten auf und transformiert

jegliche Gegebenheit zu ihrer eigenen grenzenlosen Vision.

Alles und Nichts ist Bühne.

Eintritt: AK 14 / 9 Euro / VVK 11 Euro + VVK-Gebühr

www.karlstorbahnhof.de

http://adolesk.de/

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19. November

Theater im Romanischen Keller

19.30 Uhr

LitOff e.V.

Plateau 2

Erlesen, abstrus, geheimnisvoll

Elegant erzählte Prosa, hintergründige Lyrik,

akzentuierte Performance: Dieser Abend erfordert

Zuhörer, die tiefergehende Texte

jenseits des Mainstream genießen wollen.

Garantiert frei von Poetry-Slam, Regionalkrimis

und Gebrauchslyrik.

Die Autorengruppe Literatur-

Offensive bittet wieder die Freunde

des Wortes in das Theater im

Romanischen Keller. Diesmal unter

anderem mit einer Hommage an

Olaf Bilius. Der in Rumänien

geborene Autor setzte mit dem

"Heidelberger Transrealismus"

einen Akzent im gesellschaftskritischen

Social Beat. Autorinnen

und Autoren der LitOff präsentieren

seine Stücke in einer performanten

Aufführung. Sein Werk „Die andere

Seite“ zeigt eine zeitspezifische

Lyrik, die eine besondere Sprache

hat, ganz im Sinne des transrealistischen Manifests. Darüber hinaus präsentieren

weitere Autoren ihre außergewöhnlichen Texte auf der Bühne des Romanischen

Kellers. Dieser Abend erfordert Zuhörer, die sich im zweiten Plateau gut auf- und

angehoben fühlen. Denn die leichte Literatur finden Sie überall sonst.

Eintritt: 6€ / 4€

www.litoff.de

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27. November

Theater im Romanischen Keller

20 Uhr

Noche Andaluza

Hommage á F.G. Lorca

eine Andalusische Nachteine

einzigartige musikalische Live Hommage mit

der Poesie F.G. Lorcas,

Flamenco und spanischer Klassik

Keine Musik hat Lorca so inspiriert wie der Flamenco,

dem die Gitarre und der Gesang des Gitarristen

intensiven Ausdruck verleiht. Doch erst durch die

Verbindung mit dem Tanz in seiner stolzen und

zugleich intensiven Form gewinnt das Ganze an

Gestalt und Ausdruck.

In seiner Spartanischen und kargen Form untermalt

die Flamenco Gitarre zugleich die lyrischen Passage

aus Lorcas Gedichten. Der Zuhörer und Betrachter

wird unversehens in die Campos und Dörfer

Andalusiens versetzt.

Eintritt: 12,- / 8,-

Reservierung: www.dancing-thaimassage.de

FB: Afro Culture Dance

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4. bis 5., 7. bis 9. und 11. bis 12. Dezember

Theater im Romanischen Keller

20 Uhr

Schauspielgruppe des Anglistischen Seminars

How It Was

By Laurence Williams

University student and self-fashioned

Casanova, Mike is at the height of his life

and cannot wait for what the future will

bring. Meanwhile, the retired Michael

cannot stop looking back upon the past.

The lives of university students taking

their first steps into adulthood are

contrasted with an old couple at the tail

end of theirs. A jock grows to be less of a

twat. A girl learns to open up. A young

couple test the boundaries of their

friendship. And an aged couple burn at

an old flame. Young adults and old

children discover what it takes to grow up

and when to embrace your inner child.

Tickets: 8 Euro / 6 Euro (Students)

Reservations: www.schauspielgruppe-as.de Be

www.facebook.com/Dramaanglistik

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18. Dezember

Theater im Romanischen Keller

20 Uhr

The Good Ship Kangaroo

Konzert

The Good Ship Kangaroo (Vera Czolk, Holger Zuber, Jürgen Höing) - das sind drei

Musiker aus zwei Generationen, die trotz 30 Jahren Altersunterschied musikalisch auf

einer Wellenlänge surfen. Das Repertoire besteht aus Irischen und Englischen

Traditionals, Klassikern von Crosby, Stills& Nash oder Fleetwood Mac bis hin zu Songs

von leider weniger bekannten, dafür aber umso großartigeren Bands wie Show of

Hands, Megson oder Ezio. Obwohl es bei den Dreien meistens eher ruhig und

emotional zur Sache geht, kommt durch den Einsatz verschiedener Instrumente wie

Gitarre, Bouzuki, Mandoline oder Flöte bei The Good Ship Kangaroo keine Langeweile

auf. Dafür sorgen auch folkig arrangierte Ausflüge in die Moderne. Besonders am

Herzen liegen dem Akustik-Trio die gesanglichen Harmonien, die den besonderen

Sound der Band ausmachen.

Vera Czolk – Gesang

Holger Zuber – Gesang, GitarreJürgen Höing –

Gesang, Gitarre, Mandoline, Bouzouki

Eintritt: 8€ / 6€

Kontakt: thegoodshipkangaroo@googlemail.com

www.facebook.com/thegoodshipkangaroo

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Rückblick

Die Leiden des jungen Charlie

Kritik zu Bert V. Royals "Dog Sees God. Confessions of a Teenage Blockhead" von

der Schauspielgruppe des Anglistischen Seminars

Die Schulzeit kann ganz schön hart sein, wenn

man mit sich selbst und mit den anderen nicht

zurechtkommt und einen existentielle Fragen

bewegen – die Verzweiflung ist tief und die

Verwirrung gigantisch. Der Zeit des

Heranwachsens, in ihrer Tragik und Komik, sind

die studentischen Schauspieler der

"Schauspielgruppe des Anglistischen Seminars

eben erst entronnen.Im Mai 2015 hat die

Gruppe im Romanischen Keller ein High School

Drama auf die Bühne gebracht. Insgesamt acht

Mal war das Stück dort zu sehen. Eine lange

Tradition wurde auf diese Weise fortgesetzt,

denn schon vor über 50 Jahren, im Januar 1964,

hatte die Gruppe ihre ersten Aufführungen.

Damals hatte man sich für einen Klassiker

entschieden – "The Importance of Being

Earnest" von Oscar Wilde.

Klassiker, moderne Klassiker, sind auch die Peanuts – allen voran Snoopy,

zusammen mit seinem Herrchen Charlie Brown, dem Vogel Woodstock und allen ihren

Freunden. Im Jahr 1950 haben sie das Licht der Welt erblickt. Und bis zum Jahr 2000

hat ihr Erfinder Charles M. Schulz jeden Tag einen neuen Strip veröffentlicht. Aber wie

würde es Charlie und seinen Freunden ergehen, wenn sie langsam erwachsen

würden? Wie würden sie die Prüfungen bestehen? Zu wem würden sie werden? Als er

sein preisgekröntes Stück schrieb, war der Amerikaner Bert V. Royal erst Mitte zwanzig.

In seiner nicht autorisierten Fortsetzung der berühmten Comics lässt er keine

Schwierigkeiten aus, an denen sich die armen Protagonisten abarbeiten können. Es

kommt immer noch schlimmer. Deswegen bleibt im zweiten Teil des Stücks dann auch

der Humor auf der Strecke. Das Ende ist tragisch, wenn auch tragisch auf gut

griechische Weise – der Zuschauer darf sich immerhin geläutert fühlen.

'Hund sieht Gott. Bekenntnisse eines jugendlichen Knallkopfs' – so etwa

könnte man den Titel des besagten Theaterstücks ins Deutsche übersetzen. Der Hund

sieht Gott, weil er schon gestorben ist (vor Beginn des Stücks). Der jugendliche

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Knallkopf ist selbstverständlich sein Herrchen, Charlie Brown (bzw. "CB", und im

Romanischen Keller dargestellt von dem Engländer Laurence Williams). Die Story ist

ein wenig zu überladen, als dass man sie hier nacherzählen könnte. Nur so viel: Der

Autor schrickt auch vor Folter und Selbstmord nicht zurück, die Moral kommt mit dem

Holzhammer – und es geht in so pädagogischer Weise um Homosexualität, als würde

man sich im Sexualkundeunterricht befinden. In gewisser Weise werden die Peanuts

gemartert, im wortwörtlichen wie im übertragenen Sinne, denn Subtilität und

Feinsinnigkeit des Originals sind Royals Stil nicht. Der Autor scheint seine Lebensangst

mit Brachialität und hysterischer Lautstärke übertönen zu wollen, anstelle seinen

Figuren mit Liebe und Zartgefühl zu begegnen. Orientierungslos und ohne festen

Boden unter den Füßen wirkt er überfordert mit seinen transzendentalen Fragen. Witzig

und unterhaltsam ist er dennoch, zumindest in der ersten und realistischeren Hälfte des

Stücks.

Aber die anglistische Theatergruppe ist exzellent. Außer der Wahl des Stückes

ist ihr nichts vorzuwerfen – und die wird verständlich dadurch, dass es dem Autor

gelungen ist, acht sehr dankbare Rollen zu erschaffen zum Vergnügen der

amerikanischen, britischen und deutschen Schauspieler. Alle Rollen sind hervorragend

besetzt – und auch bei den deutschen Muttersprachlern sprachlich überzeugend. Der

amerikanische Regisseur Jeff Silence hat einen brillanten Cast zusammengestellt. Und

der Cast ist es, der einem vor Augen führt: Das Heranwachsen (in jedem Alter) ist nicht

nur hart, sondern auch sehr aufregend.

Von Christine Wetzka

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Rückblick

Schülertheater der Freien Schule LernZeitRäume: INTERSYNAPSIS

Berührt, aufgerüttelt und überrascht….

Mit diesen Eindrücken verließ das Publikum an

jedem einzelnen der sechs Vorstellungs-abenden

das Theater im Romanischen Keller. Die

Theatergruppe der Freien Schule LernZeitRäume

führte zum ersten Mal eine Inszenierung aus

eigener Feder auf. Mit INTERSYNAPSIS schaffte

es das 35 köpfige Ensemble im Alter zwischen 9-

16 Jahren einige Mütter sogar zu Tränen zu

rühren. Leicht verwirrt „beschwerte“ man sich bei

der Regisseurin, dass man darauf nicht

vorbereitet war.

Auf dieser Reise durch die Gehirnwindungen

eines jungen Teenagers wurde schnell klar, dass

alles in Extremen existiert. Es gibt nur alles oder

nichts, gut oder schlecht, schwarz oder weiß – bis

zu dem Punkt an dem die Protagonistin feststellt,

dass sie in ihrer Vielfalt wertvoll ist, dass es mehr als nur dafür oder dagegen gibt. Am

Ende spricht sie sich ihren Eltern gegenüber aus und gibt zu verstehen, dass sie ohne

ihren Ursprung niemals werden kann.

Inspiration für das Stück war der Roman von Paul Maar „Der Aufzug“. Jedoch hatte das

Buch niemand gelesen und die Geschichte war nur in groben Zügen bekannt. Die

Gruppe erörterte im ersten Schulhalbjahr eine Thematik und schrieb Texte, entwickelte

Dramaturgie und erspielte durch Improvisation einzelne Szenen. Dadurch ergab sich

das Ausgangsbild der überforderten, überförderten und überbehüteten Zoe, die vor

ihren Helikoptereltern und deren erdrückenden Liebe flüchtet.

Seinen Ursprung hat die Inszenierung im Impro-theater. Zu Beginn des Schuljahres

haben die Kinder gelernt, frei auf der Bühne zu spielen, verschiedene Emotionen

darzustellen und trotzdem den roten Faden zu behalten. Durch die vielen guten Ideen

der Schauspieler und das Ausprobieren einzelner Szenen entwickelte sich „der Aufzug“

immer mehr zu INTERSYNAPSIS. Die einzelnen Welten, der Text und die Handlung an

sich basiert hauptsächlich auf den Ideen der Schauspieler. Kaum war das Textbuch

fertig, wurden die Rollen festgelegt und innerhalb von vier Monaten wurde das Stück

einstudiert. Etwa einmal im Monat traf sich die komplette Theater AG mit allen 35

Mitgliedern um Abläufe und Massenszenen einzustudieren. Wie im Flug verging die

Zeit und kaum war alles einstudiert war es auch schon so weit: der Tag der Premiere.

Alle waren aufgeregt, bis sie endlich auf der Bühne standen. Doch schnell kippte die

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Aufregung in wahre Spielfreude und die Kinder entwickelten sich von Abend zu Abend

und beeindruckten das Publikum mit ihrer Authentizität, Freude und Lockerheit.

Die Gruppe bedankt sich beim Theater im Romanischen Keller und seinem Team, es

war eine tolle Möglichkeit, auf dieser Bühne zu spielen. Wir freuen uns auf eine weitere

Zusammenarbeit im kommenden Schuljahr.

Von Mariam Moussa und Carl-Theodor Christensen (Schüler der LZR)

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im Romanischen Keller zu machen, oder die anstehenden 18. Heidelberger Theatertage zu

begleiten und hier über diese zu berichten: Hier kannst du dich für Kulturveranstaltungen

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Linksammlung

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www.karlstorbahnhof.de ; www.facebook.com/TiKK-Theater-im-Kulturhaus-

Karlstorbahnhof www.facebook.com/OffeneBuehneHeidelberg

Souffleuse 2/15, Theater im Romanischen Keller 2015

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