KulturFenster Nr. 05|2014 - Oktober 2014

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-70% – NE BOLZANO – 66. Jahrgang

Nr. 5 | OKTOBER | 2014

KulturFenster

Blasmusik, Chorwesen und Heimatplege in Südtirol

Musik in kleinen Gruppen

Kultur - Architektur - Literatur

Singen - Wohltat für Seele und Körper


• Geleitwort •

Das Glück des Musizierens

• Inhalt •

• Blasmusik

Eine Studie der Universitäten Graz und

Heidelberg bestätigte kürzlich, dass junge

Menschen, die ein Instrument lernen, für

ihr ganzes Leben ein Potential erwerben,

das nicht hoch genug eingeschätzt werden

kann. Die beiden Unis führten bei rund 150

Schülerinnen und Schülern Tests durch,

die sich über Jahre erstreckten und signifikante

Unterschiede zu Tage förderten: Aufgrund

von psychoakustischen Messungen,

verbunden mit psychologischen Tests und

Kreativtests sowie Kernspintomografie und

Magnetenzephalografie, zeigte sich, dass

Kinder, die ein Instrument lernen, beim

Zuhören konzentrierter sind, sich besser

unter Kontrolle haben und auch bei Lesen

und Rechtschreiben im Vorteil sind. Überhaupt

stellten die Wissenschaftler fest, dass

diese Kinder eine bessere Hörfähigkeit entwickeln

und mit dem Musikunterricht eine

Entwicklung der für Sprache und Hören

zuständigen Gehirnareale einhergeht. Gerade

in einer Zeit wie der unseren, in der

• Heimatplege

junge Menschen häufig in einer Umgebung

mit großer Reizüberflutung aufwachsen,

komme dem praktischen Instrumentalunterricht

(und auch dem Singen) eine

zunehmend größere Bedeutung zu, gerade

auch um Störungen im Lern- und Sozialverhalten

vorzubeugen, so die Wissenschaftler.

In Südtirol mit seiner blühenden Musiklandschaft

lernen Tausende und Abertausende

von jungen Menschen ein Instrument. Vorreiter

sind mit den Eltern die Musikschulen

und mit ihnen Hand in Hand die Musikkapellen.

Eine besondere Plattform ist das

Spiel in kleinen Gruppen, das sich mittlerweile

als fester Bestandteil in den Fortbildungsprogrammen

des VSM etabliert hat.

Im Zusammenspiel der einzelnen Register

müssen – bei Jung und Alt – die Ensemblemitglieder

in Tempo, Rhythmus, Dynamik,

Klangfarbe und Intonation ein eigenes musikalisches

Konzept erarbeiten. Wenn das

gelingt, ist das nicht nur musikalisch, sondern

auch sozial von enormem Wert.

Alfons Gruber

• Chorwesen

Jugend weitteifert in kleinen Gruppen 4

Literaturempfehlung für Blasmusikwerke 6

Großer Zuwachs bei den JMLA-Prüfungen 7

220 Jungmusikanten bilden sich fort 8

Latsch - im Zeichen der Blasmusik 9

Jugendkapellen des Pustertales

in St. Lorenzen 10

Südtiroler zu Gast bei

Wiener Philharmonikern 11

Toni Profanter 60 15

Alberto Promberger:

Wenn man sich Ziele setzt... 16

Mit Blasmusik durch die EU:

Großbritannien - Italien 18

Landesmusikfest Mai 2015 in Brixen -

Vorschau 20

Südtiroler Blasmusiktage in Bozen 21

Musikpanorama 25

Kleine Beiträge, die Großes bewirken 29

Küchelbergtunnel - großer Eingriff in Meran 30

Naturpark Drei Zinnen - Einwand 31

Wie gehen wir mit Natur respektvoll um 32

Terrassenbau Steinegg

Lokalaugenschein 33

Sichtbare Geschichte in Vilpian 34

Heimatschutzverein Meran:

Markante Schwerpunkte 35

Geplante Bushaltestelle am

Marconipark in Meran 37

Rundschau 38

Arge Lebendige Tracht:

Silberne Edelweiß 39

Mundartdichterinnen in Aldein 40

Hoangart auf Schloss Prösels 41

Die Macht des Singens 43

Singen fördert Gehirn-Entwicklung 44

Chöre-Festival auf Schloss Rodenegg 46

Trautmannsdorf: Tag der Chöre 48

Bezirk Bozen: Kulturfahrt nach Kufstein 50

Chorleiterseminar: Abschlusskonzert 51

Jugendliche im ,,Musical-Fieber" 52

Burgeis: Abschlusskonzert der

Chor- und Stimmbildungswoche 53

Sängerwanderung des

Bezirks Burggrafenamt-Vinschgau 55

Titelbild: Schlagzeug-Duo "Die Zwei" (Julian Gruber und Elias Egger) beim VSM-Landeswettbewerb "Musik in kleinen Gruppen" 2014 in Auer

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KulturFenster


Vorweg

Blasmusik

Musik in kleinen Gruppen

„Talent ist unbezahlbar, die Förderung von Talenten schon“.

VSM-Verbandsjugendleiter Meinhard

Windisch sieht in der „Musik in kleinen

Gruppen“ großes Potential für die

persönliche musikalische Entwicklung.

Das Musizieren in kleinen Gruppen fördert auch das Zusammenspiel im großen

Blasorchester.

Das Musizieren im kleinen Kreis hat die

Menschen schon immer fasziniert. Denken

wir nur an das große Repertoire der

Kammermusik, die ausgehend vom späten

16. Jahrhundert die europäische Musikgeschichte

mitgeprägt hat.

Dies gilt heute natürlich auch für das

Musizieren in kleinen Gruppen. Wenn

seine Entstehung auch nicht direkt aus

der Kammermusik abzuleiten ist, hat es

aber wohl den gleichen Reiz. Das „Spiel

in kleinen Gruppen“ - seit 1990 „Musik in

kleinen Gruppen“ genannt - wurde 1947

erstmals eingeführt, und in regelmäßigen

Abständen wurden hierzu Wettbewerbe

ausgeschrieben. 1976 wurde in Linz der

erste Bundeswettbewerb“ Spiel in kleinen

Gruppen“ veranstaltet. Dies bewirkte natürlich

auch, dass damit einhergehend Literatur

für die verschiedenen Besetzungen

entstand. Dank dieser Entwicklung kön-

nen wir heute auf ein reichhaltiges Repertoire

an Ensemble-Literatur zurückgreifen.

Das Musizieren im Ensemble, vom Duo

bis zum Oktett, begleitet heute Klein und

Groß auf Ihrem musikalischen Weg und

stellt so einen wichtigen Bestandteil zur

Förderung des musikalischen Niveaus in

den Musikschulen und Musikkapellen dar.

Der Wettbewerb „Musik in kleinen Gruppen“

ist ein wichtiger Anreiz dies ebenfalls

zu fördern und weiter zu tragen. An

dieser Stelle möchte ich den ÖBV-Präsidenten

Matthäus Rieger zitieren: „Talent

ist unbezahlbar, die Förderung von Talenten

schon“.

In diesem Sinne wünsche ich allen Ensembles

viel Freude und unvergessliche

Stunden beim diesjährigen Bundeswettbewerb

in Toblach.

Meinhard Windisch

VSM-Verbandsjugendleiter

Nr. 05 | Oktober 2014 3


Das Thema

Jugend wetteifert mit Musik

in kleinen Gruppen

Bundeswettbewerb der Österreichischen Blasmusikjugend heuer in Toblach zu Gast

Bewertung

Mit dem Bundeswettbewerb „Musik in kleinen Gruppen“ wird Toblach am 25. und

26. Oktober einmal mehr zum „Musikknotenpunkt“.

Der Wettbewerb „Musik in kleinen Gruppen“

wird von der österreichischen Blasmusikjugend

im 2-Jahres-Rhythmus ausgeschrieben.

Die Landesverbände des

österreichischen Blasmusikverbandes sowie

die beiden Partnerverbände Südtirol

und Liechtenstein führen eigene Landeswettbewerbe

für „Musik in kleinen Gruppen“

durch. Der Bundeswettbewerb im Oktober

2014 wird von der österreichischen

Blasmusikjugend in enger Zusammenarbeit

mit dem Verband Südtiroler Musikkapellen

organisiert und in Toblach durchgeführt.

Im Jahr 1976 wurde vom österreichischen

Blasmusikwettbewerb der Bundeswettbewerb

„Spiel in kleinen Gruppen“ als

Beitrag zum Österreichischen Nationalfeiertag

am 26. Oktober erstmals ausgeschrieben.

24 Ensembles in unterschiedlichen Besetzungen

stellten sich am 26.10.1976 im

Bruckner-Konservatorium in Linz der Jury.

Seitdem finden nun im 2-Jahres-Rhythmus,

zuerst auf Landesebene und darauffolgend

im Herbst auf Bundesebene, Wettbewerbe

für „Musik in kleinen Gruppen“

statt. Waren es zu Beginn noch 24 Ensembles,

steigerte sich die Anzahl der Teilnehmer

im Laufe der Jahre. Für den anstehenden

Bundeswettbewerb im Oktober 2014

in Toblach wurden von den Landes- und

Partnerverbänden über 50 Ensembles in

vier verschiedenen Kategorien (Holzbläser,

Blechbläser, Schlagwerk und gemischte Ensembles)

gemeldet. Im Laufe der Zeit hat

es eine beeindruckende Entwicklung der

Qualität gegeben. Auch im Wettbewerbsablauf

kam es zu einigen Änderungen:

Besetzungen

Ein Ziel war und ist es, neben den Holzund

Blechbläsern auch die Teilnahme von

Schlagwerkern zu forcieren, weshalb eine

eigene Kategorie für Schlagwerker eingeführt

wurde. Weiters wurde im Lauf der

Zeit eine eigene Sondergruppe installiert,

womit der Wettbewerb für die in den Reihen

der Musikkapellen tätigen „Professionisten“,

d.h. Musikstudierenden bzw.

Absolventen von Musikuniversitäten und

Konservatorien sehr interessant wurde. Ein

weiteres erklärtes Ziel der Wettbewerbe ist

auch die Förderung von weitmensurierten

Blechinstrumenten und „Mangelinstrumenten“

wie Oboe und Fagott. Auch dem

Umstand, dass das fächerübergreifende

Musizieren in den Musikschulen forciert

wird, wurde mit der Einführung einer eigenen

Kategorie für gemischte Besetzungen

Rechnung getragen.

Die Form der Bewertung der Vorträge änderte

sich mehrmals im Laufe der Jahre. In

den Anfängen des Bundeswettbewerbes wurden

Preise bzw. Ränge vergeben, von 1982

bis 1996 wechselte man zu Prämierungen:

Die Ensembles erspielten sich ausgezeichnete,

sehr gute und gute Erfolge. 1998 kam

man zum Entschluss, ausschließlich Punkte

zu vergeben, was zwei Jahre später – im Jahr

2000 – wieder verworfen wurde. Seit 2004

werden nun die Vorträge nur mehr mit Punkten

bewertet. Jedes Ensemble strebt nach

einer möglichst hohen Punkteanzahl. 1992

schaffte es das Oberösterreichische Klarinettenensemble

„Clarinettissimo“ in Südtirol

erstmals, 100(!) von möglichen 100 Punkten

zu erreichen. Dieses sensationelle Ergebnis

wiederholte sich beim Bundeswettbewerb

in Tulln in Niederösterreich im Jahr

2009, als die „Brass Boys“ aus Kärnten von

der Jury die volle Punkteanzahl bekamen.

Finalrunde

Mit der Novellierung des Statutes „Musik

in kleinen Gruppen“ im Jahr 2010 wurde

eine Finalrunde am zweiten Wettbewerbstag

eingeführt. Beim Wettbewerb in Feldkirch/

Vorarlberg im Jahr 2008 wurde dieses Modell

erprobt und ist seit 2010 fixer Bestand-

„Die Ensemblemitglieder müssen sich einander anpassen und einen gemeinsamen

Weg finden“, sagt Helmut Schmid.

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KulturFenster


Blasmusik

Helmut Schmid ist Landesmusikschulinspektor in Tirol und als Referatsleiter beim

Amt der Tiroler Landesregierung für die Abteilung Bildung/Musikschulen zuständig.

Sein Studium hat er am Tiroler Landeskonservatorium absolviert. Er war von

1992 bis 2000 Dirigent der Bürgermusik Wenns und seit dem Jahr 2000 leitet er die

Stadtmusikkapelle Landeck.

Im Tiroler Blasmusikverband bekleidete Helmut Schmid von 2001 bis 2010 das Amt

des Landesjugendreferenten. Im Jahr 2007 wurde er zum Bundesjugendreferent-

Stellvertreter im Österreichischen Blasmusikverband bestimmt; seit 2013 hat er die

Funktion des Bundesjugendreferenten (Österreichische Blasmusikjugend) inne.

Zudem ist er Vorsitzender der Konferenz der österreichischen Musikschulwerke.

Auch im VSM ist Helmut Schmid kein Unbekannter mehr. Er war letzthin Wertungsrichter

beim Landesjugendkapellentreffen 2013 in Nals, beim Konzertwertungsspiel

2013 in Vöran sowie beim Landeswettbewerb "Musik in kleinen Gruppen" im heurigen

Frühjahr in Auer.

teil des Bundeswettbewerbes. Die besten Ensembles

des ersten Wettbewerbstages aus

allen vier Kategorien (Holzbläser, Blechbläser,

Schlagwerk und gemischte Ensembles)

stellen sich am zweiten Tag vor versammeltem

Publikum einer erweiterten Finaljury, in

der der Hauptpreisträger des Wettbewerbs

gekürt wird.

Zielsetzung und pädagogische

Hintergründe des Wettbewerbes

„Musik in kleinen Gruppen“

Musizieren im Ensemble ist ein wichtiger

Punkt, um sich selbst und den Verein musikalisch

weiter zu entwickeln. Das Ensemblespiel

ist ein gutes und wichtiges Training,

um gewisse Kenntnisse, wie aufeinander hören,

Zusammenspiel und Intonation weiter

zu entwickeln.

Der Wettbewerb „Musik in kleinen Gruppen“

ist eine Plattform, um genau diese Eigenschaften

zu üben und zu festigen. Die

Motivation eines Musikers, in einem Ensemble

zu musizieren, kann verschiedene Hintergründe

haben. Sehr oft stehen im Mittelpunkt

die Freude und der Spaß am Musizieren

mit Gleichgesinnten, die sich mehr als nur

in der Blasmusik mit dem eigenen Instrument

beschäftigen wollen. Alle Beteiligten

haben ein zusätzliches Ziel, auf das es sich

lohnt hinzuarbeiten. Oft gibt das Ensemblespiel

aber auch die Möglichkeit, sich mit der

eigenen Auftrittsangst zu beschäftigen. Die

Musikerinnen und Musiker sind direkt damit

konfrontiert und sehen aber gleichzeitig,

dass es anderen genauso ergeht. Im Ensemble

können also alle voneinander lernen:

Es wird klar, dass jedes Ensemblemitglied

Stärken und Schwächen hat. Dadurch gelingt

unter anderem auch Nachwuchsmusikern

der Einstieg in den Verein vielleicht um

einiges leichter. Für Instrumente, welche in

der Blasmusik hauptsächlich Begleitfunktionen

übernehmen wie zum Beispiel Tuba

oder Fagott ist das Musizieren im Ensemble

eine Chance, auch einmal einen eigenständigen

Part zu spielen und somit eine

musikalische Führungsrolle zu übernehmen.

Aus Sicht der Musikkapelle fördert das

gemeinsame Musizieren in kleinen Gruppen

natürlich auch das Zusammenspiel

der einzelnen Register. Ob Tempo, Rhythmus,

Dynamik, Klangfarbe oder Intonation,

die Ensemblemitglieder müssen sich einander

anpassen und einen gemeinsamen Weg

finden - die Gruppe entwickelt dabei auch

ein gemeinsames musikalisches Konzept,

eine eigene musikalische Gestaltung. Dabei

ist die Meinung eines jeden Einzelnen

enorm wichtig – jeder Einzelne beeinflusst

das Gesamtergebnis.

Wesentlich ist auch, dass die Ensemblemitglieder

Literatur kennenlernen, die in der

Blasmusik selten bzw. gar nicht gespielt wird.

Immer öfter wird mit neuer Musik experimentiert

und improvisiert. Weiters kommen

des Öfteren Nebeninstrumente (z.B. Bassklarinette,

Sopran, Tenor und Baritonsaxophon)

zum Einsatz und diese sind somit für

alle Beteiligten eine Bereicherung.

Für eine Musikkapelle selbst bringt die

kammermusikalische Betätigung der einzelnen

Musikantinnen und Musikanten eine

erstaunliche Qualitätssteigerung mit sich.

Die Musikantinnen und Musikanten haben

durch das Ensemblespiel mitunter wieder

mehr Motivation, selbst zu üben und sich

vermehrt mit dem eigenen Instrument zu

beschäftigen.

Der Wettbewerb „Musik in kleinen Gruppen“

soll einen entscheidenden Impuls dafür

geben, gemeinsam mit Freunden im Ensemble

zu musizieren und viele neue und

schöne Erfahrungen zu sammeln.

Helmut Schmid

Das Musizieren in

kleinen Gruppen bietet

zweifelsohne eine

Horizonterweiterung im

musikalischen Sinn.

Der Erfolg ist ein

Meilenstein auf

dem weiteren

Weg – im Bild die

Hauptpreisträger des

Bundeswettbewerbes

2012 „M&M drops“ mit

dem „Yamaha-Preis“.

Nr. 05 | Oktober 2014 5


Praxis

Literaturempfehlung

für Blasmusikwerke

Von VSM-Bezirkskapellmeister Erwin Fischnaller

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen

wir in dieser Rubrik des KulturFensters

Empfehlungen für gut spielbare

Stücke in allen Leistungsstufen.

Dies ist u.a. als eine praktische Hilfe bei

der Zusammenstellung von Konzertprogrammen

gedacht. Erwin Fischnaller,

Bezirkskapellmeister des VSM-Bezirkes

Brixen, hat uns diesmal freundlicherweise

seine persönliche Auswahl geschickt. Es

ist dies, wie er sagt, eine „Literaturempfehlung

von Stücken, die ich größtenteils

selbst aufgeführt habe und die meinen

Musikantinnen und Musikanten, und mir

gut gefallen.“

Herzlichen Dank dafür!

VSM-Bezirkskapellmeister Erwin

Fischnaller

Kirchenmusik Komponist/Arr. Stufe

Deutsche Messe Franz Schubert A

Katholische Messe Michael Haydn A

Herz-Jesu Messe Florian Pedarnig A

Sechs Choräle

Johann Sebastian Bach/ Arr,

Adi Rinner

Festmusik Nr. 1 Karl Pilß A

Drei Meditationen Alfred Bösendorfer A

Der Festtag Sepp Tanzer B

Bruckner Chorale Anton Bruckner A

Gloria Dei/ Lux Dei Franz Watz A

Wachet auf, ruft uns

die Stimme

Johann S. Bach/ Arr. Sparke

A

B/C

Ave Maria Anton Bruckner B/C B/C

Herzlich tut mich verlangen William P. Latham B/C

Yorkshire Ballad James Barnes A

B/C

Choralia Bert Appermont A/B

Lied ohne Worte Rolf Rudin B/C B/C

Canterbury Chorale Jan van der Roost C

O Magnum Mysterium Morten Lauridsen C/D C/D

Konzertstücke Komponist/Arr. Stufe

Signature Jan van der Roost C

Pique Dame Ouverture Franz von Suppé C

Olandese Giovanni Orsomando C

Folk Song Suite R. Vaughan Williams C

The Battle of Varlar Rob Goorhuis B

White Field Armin Kofler C

Roller Coaster Otto M. Schwarz B/C

Prinz Eugen Kampfruf Joseph Messner arr. Hans Eibl B/C

Pertusia, Ouverture M. Bartolucci B/C

Gold und Silber, Walzer Franz Lehár, op. 79 B/C B/C

Crown Imperial,

Konzertmarsch

William Walton, arr. Jay Bocook

La Storia Jacob de Haan B

Lord Of The Seven Seas Kees Vlak C

All Glory Told James Swearingen B

Fanfare and Flourishes James Curnow C

Die Felsenmühle Carl Reissiger C

Fanfare, Romance and Finale

Philip Sparke

Milano Gran Marcia A. Ponchielli C

Fate Of The Gods Steven Reineke C

Ivanhoe Bert Appermont C

Festmusik der Stadt Wien Richard Strauss

Heimatland-Ouverture Jindrich Pravecek C

Zigeunerchor Giuseppe Verdi B/C

Concensus Jan van der Roost C

Festa Paesana Jacob de Haan B/C

Orient Express Philip Sparke D

El Camino Real Alfred Reed D

Saga Candida Bert Appermont D

Banja Luka Jan de Haan D

Irish Tune From Country

Derry

Percy Aldrige Grainger

The Hounds of spring Alfred Reed D

Resurgam Eric Ball D/E

Appalachian Ouverture James Barnes C

Armenian Dances Alfred Reed D

Ouverture on Russian and

Kirgihiz Folk Songs

Dimitri Shostakovich

Russian Christmas Music Alfred Reed

C

C

C

B

D

D

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KulturFenster


Aus Verband und Bezirken

Blasmusik

Großer Zuwachs bei den

JMLA-Prüfungen

Erstmals auch Leistungsabzeichen für „Musiker 30+“

Ein Plus von 50% bei den Goldprüfungen

sowie ein Plus von 25% bei den

Silberprüfungen

Die Jungmusiker-Leistungsabzeichen

stellen seit ihrer Einführung im Jahr 1971

nach wie vor einen der wichtigen Be-

reiche in der Jugendförderung im Verband

Südtiroler Musikkapellen dar. Da

die Inhalte und Anforderungen ständig

im Steigen sind, muss auch die Prüfungsliteratur

von Zeit zu Zeit angepasst

werden. Im September dieses Jahres

wurden gemeinsam mit den einzelnen

Fachgruppen Anpassungen und kleine

Korrekturen vorgenommen. So gibt es

Änderungen bei den Spielanweisungen

die Tonleitern betreffend; diese wurden

zum Teil angepasst oder vereinheitlicht.

Musiker-Leistungsabzeichen erfolgreich eingeführt

Erstmals vergeben wurden heuer auch die Musiker-Leistungsabzeichen. Diese ermöglichen es, Musikantinnen und

Musikanten, die bereits ihr 30-stes Lebensjahr überschritten haben, die Prüfung in Bronze, Silber und Gold abzulegen.

Die hierzu verwendete Prüfungsliteratur und Richtlinien sind dieselben wie jene für die Jungmusiker-Leistungsabzeichen.

Die ersten fünf Musikanten, die sich dieser Prüfung gestellt haben, sind:

Werner Pitterle

(MK Toblach, Posaune)

im Jahr 2013 (Silber)

Elisabeth Nischalke

(MK Toblach, Tenorhorn)

im Jahr 2014 (Bronze)

Gottfried Steinmayr

(SK Pichl, Tuba)

im Jahr 2014 (Bronze)

Josef Unterfrauner

(MK St. Georgen, Posaune)

im Jahr 2014 (Silber)

Bernhard Mairhofer

(MK Proveis, Bariton)

im Jahr 2014 (Silber)

Die JMLA-Literatur, die zugleich als Prüfungsliteratur

dient, hat ihren festen Platz

im Instrumentalunterricht und trägt so wesentlich

zum Bildungskonzept der Musiklehrerinnen

und –lehrer bei. An dieser Stelle

möchte ich mich bei allen bedanken, die

bei der Auswahl der Literatur mitgearbeitet

haben. Diese begleitet die Schüler durch

alle drei Leistungsstufen und führt sie so

von den ersten Schritten bis hin zur solistischen

Reife.

Die Prüfungen wurden, wie in den vergangenen

Jahren, im Laufe des Schuljahres im

März und Juni in Bruneck, Brixen, Eppan,

Lana, Schlanders und Auer abgenommen.

Zudem gab es heuer die Möglichkeit, gleich

bei zwei Jungbläserwochen die Prüfungen

in Bronze abzulegen. Insgesamt wurde 503-

mal das Jungmusiker-Leistungsabzeichen

in Bronze, 211-mal in Silber und 41-mal

in Gold verliehen.

Meinhard Windisch,

Verbandsjugendleiter

Hier vorausgeschickt die Prüfungstermine für 2015:

Termin Stufe Ort/e

Sa, 28. März 2015 Bronze - Silber Musikschule Bruneck

Mo, 02. Juni 2015 Bronze - Silber Musikschulen Schlanders, Lana, Eppan, Toblach, Brixen

Sa, 06. Juni 2015 Gold Musikschule Auer

Juli 2015 Bronze Jungbläserwoche

Nr. 05 | Oktober 2014 7


Aus Verband und Bezirken

220 Jungmusikanten aus ganz

Südtirol bilden sich fort

Keine Zukunft für die Jungbläserwoche C mit Silberniveau

2600 Finger übten im heurigen Sommer

fleißig auf den Instrumenten, denn bei den

vier Jungbläserwochen des VSM wurden insgesamt

220 Jungmusikanten aus ganz Südtirol

von 45 Fachlehrern und den vier Kursleitern

Wolfgang Schrötter, Hannes Zingerle,

Georg Lanz und Sonya Profanter betreut.

Aufgrund der immer größer werdenden

Schwierigkeiten, genügend Teilnehmer für

die Jungbläserwoche C mit Silberniveau

zu finden, wird diese ab dem nächsten

Jahr nicht mehr stattfinden, d.h. es wird

nur mehr eine Jungbläserwoche für fortgeschrittene

Schüler geben (ab Bronze).

Denn für den heurigen Sommer konnte für

die Jungbläserwoche C nur ein 36-köpfiges

Jugendblasorchester gebildet werden,

welches vom 12. Juli bis 19. Juli in

der Landwirtschaftsschule in Dietenheim

probte. Den Jungmusikanten stand ein

kompetentes und engagiertes 8-köpfiges

Lehrerteam für technische Feinheiten am

Instrument, Einzelunterricht und Ensemblespiel

zur Seite. Das Jugendblasorchester,

welches den Schwerpunkt der Woche

bildete, wurde von dem Lehrerteam musikalisch

geleitet, die organisatorischen Zügel

hielt Bezirksjugendleiter Hannes Zingerle

in seinen Händen. Am Vormittag des

Abschlusskonzertes fand bereits ein internes

Kammermusik-Konzert statt, bei dem

die teilnehmenden Jungmusikanten ihr Erlerntes

präsentieren durften.

Mit dem

Abschlusskonzert

am 19. Juli im

Vereinshaus

von Percha

ist nach nur

sechs Jahren

die Ära der

"Jungbläserwoche

(C) mit Silber-

Niveau" zu Ende

gegangen.

Das Abschlusskonzert, zu dem unter anderem

die Teilnehmer der Jungbläserwoche

A zu Gast waren, fand heuer im Vereinshaus

von Percha statt. Zuerst präsentierten

die Jugendlichen vor dem Vereinshaus eine

tolle Marschshow unter der gekonnten Leitung

von Franz Plangger und Harald Weber.

Anschließend erklang im Saal u. a. originale

Blasmusik von Jakob de Haan und Jan Van

der Roost sowie auch das Werk „Alm“ des

Südtiroler Komponisten Armin Kofler. Die

Begeisterung der Zuhörer spiegelte sich

in einem wohl verdienten Applaus wider.

Vom 19. bis 26. Juli fanden die zwei

zeitgleich laufenden Bronzewochen statt:

eine im Vinzentinum in Brixen unter der

Leitung von Verbandsjugendleiterstellvertreterin

Sonya Profanter und die zweite in

der Lichtenburg in Nals unter der Leitung

von Bezirksjugendleiter Wolfgang Schrötter.

Insgesamt 22 Lehrer spornten die 122

Jungmusikanten zu Höchstleistungen an,

und mit großer Freude und Genugtuung

konnten am Ende der Woche fast alle Kinder

das Jungmusikerleistungsabzeichen in

Bronze in ihren Händen halten. Zusätzlich

Termine der Jungbläserwochen 2015

zur bestandenen Prüfung überzeugten die

Jungmusikanten bei den Abschlusskonzerten

mit gelungenen Marschmusikparaden,

die von den Bezirksstabführern Frank

Malfertheiner bzw. Valentin Domanegg einstudiert

wurden, sowie mit flotten Ensemblestücken

und Orchesterwerken.

Georg Lanz leitete die Jungbläserwoche

für Fortgeschrittene mit Bronze, welche

vom 05. Juli bis 12. Juli ebenfalls im Vinzentinum

in Brixen stattfand. Die 56 Teilnehmer

wurden von 11 Lehrkräften unterrichtet.

Hauptaugenmerk legte man auf die

instrumentenspezifische technische und

musikalische Schulung, auf das Ensemblespiel

und auf die verfeinerte Arbeit im Jugendblasorchester.

Außerdem hatten die Jugendlichen

die Möglichkeit, Solostücke mit

Klavier-Korrepetition zu erarbeiten, welche

in einem internen Konzert zur Aufführung

kamen. Für das Abschlusskonzert wurden

die Grundkenntnisse im Marschieren und

der Musik in Bewegung vom Landesstabführer

Toni Profanter aufgefrischt und zusätzlich

dazu eine kleine Marschmusikshow

präsentiert. Anschließend überzeugten die

Jungmusikanten im Innenhof des Vinzentinums

mit vielen Ensemblestücken, bis das

Konzert mit symphonischer Musik (u.a.

„Sedona“-Steven Reineke) und rockigen

Klängen („Rock the Future“ – Mario Bürki)

unter großem Beifall ausklang.

Natürlich kam bei allen Wochen der

Spaß nicht zu kurz, dafür sorgten die kreativen

Betreuer: Es wurden Olympiaden, Lagerfeuer

und viele andere Veranstaltungen

organisiert. Was aber vielleicht ein Leben

lang hält, sind die Freundschaften, die in

dieser Zeit geschlossen werden.

Sonya Profanter

11.-18.Juli: ... für Fortgeschrittene (ab Bronze) in Dietenheim

18.-25.Juli: ... zur Erlangung des Bronzeabzeichens in Brixen (Vinzentinum) und

Nals (Lichtenburg)

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KulturFenster


Blasmusik

Latsch - ein Tag im

Zeichen der Blasmusik

22. Bezirksmusikfest des VSM-Bezirkes Schlanders

Das erste Augustwochenende stand in

Latsch ganz im Zeichen der Blasmusik.

Geschätzte 700 Musikanten trafen sich

am Sonntag, den 3. August, beim traditionellen

Bezirksmusikfest des VSM-Bezirkes

Schlanders zum gemeinsamen Marschieren,

zu Konzerten und zum gemütlichen Beisammensein.

Latsch wurde für diesen Tag gleichsam

das Zentrum der Vinschger Blasmusik.

Nach dem „Lederhosenfest“ am vorhergehenden

Samstag gehörte der Sonntag

ganz den Musikantinnen und Musikanten

der 16 teilnehmenden Kapellen.

Eröffnet wurde der Festtag mit dem Empfang

der Verbandsfahne des VSM durch

die MK Goldrain-Morter. Nach dem anschließenden

Sternmarsch zum Lacusplatz

wurde dort gemeinsam die heilige Messe

gefeiert. Die MK Karthaus/Unser Frau umrahmte

unter der Leitung von Kapellmeister

Dietmar Rainer die Messfeier mit passenden

Klängen.

Im Anschluss an den Gottesdienst

folgten die Grußworte der Verbandsfunktionäre

und der Vertreter aus der

Politik. Mit dem Marsch „Mein Heimatland"

wurde der erste Teil des Festes abgeschlossen.

Für den zweiten Höhepunkt des Tages

nahmen alle Kapellen Aufstellung zum

Festumzug in Richtung des Festplatzes.

Mit der Verleihung der Jungmusikerleitungsabzeichen

in Bronze und Silber

und den beeindruckenden Konzerten

von mehreren Kapellen nahm das Bezirksmusikfest

ein stimmungsvolles Ende.

Den Organisatoren, der Bürgerkapelle

Latsch und dem VSM-Bezirk Schlanders

ist es gelungen, einen unterhaltsamen

und schönen Tag der Begegnung für

die Bevölkerung und die Musikanten zu

gestalten. Dafür gebührt ihnen allen ein

großes Kompliment.

VSM Bezirk Schlanders

Der traditionelle Musikantengruß am

Ende des Festaktes

Die Musikkapelle Kastelbell beim Festumzug.

Beim Bezirksmusikfest wurden auch

die Jungmusiker-Leistungsabzeichen in

Silber verliehen.

Gemeinschaftschor zum Abschluss des Festaktes

Sichtlich zufriedene Gastgeber beim Bezirksmusikfest

in Latsch: (v.l.) VSM-Bezirksobmann

Manfred Horrer, Maria Kuppelwieser,

Obfrau der Bürgerkapelle Latsch,

VSM-Verbandsobmann Pepi Fauster

Nr. 05 | Oktober 2014 9


Aus Verband und Bezirken

Ein Fest der Blasmusikjugend

Die Jugendkapellen des Pustertales trafen sich in St. Lorenzen

Am 14. September hat der Bezirk Bruneck

des Verbandes Südtiroler Musikkapellen

(VSM) zum Jugendkapellentreffen nach

St. Lorenzen eingeladen. Nach Sand in Taufers

im Jahr 2008 und Percha im Jahr 2010

war es das dritte Treffen dieser Art im Pustertal.

Rund 500 junge Musikantinnen und Musikanten

aus 13 Pusterer Jugendkapellen haben

einen ganzen Tag lang die Blasmusik von

ihrer jugendlichen Seite gezeigt.

Das Jugendkapellentreffen ist ein Höhepunkt

in der Jugendarbeit der Musikkapellen

des Pustertals. Die Idee dazu war 2008

geboren, um bereits bestehenden Jugendkapellen

die Möglichkeit zu geben, sich gemeinsam

und öffentlich zu präsentieren und

um weitere Kapellen anzuspornen, eigene Jugendkapellen

zu gründen. Mittlerweile haben

fast alle Kapellen entweder eine eigene Jugendkapelle

oder haben sich mit Nachbarkapellen

dazu zusammengeschlossen. Im

Gsieser Tal, im Ahrntal, im Hochpustertal sowie

im oberen und unteren Gadertal organisieren

die Kapellen talweise die Jugendarbeit

gemeinsam.

Dieser blasmusikalische Sonntag wurde

von den Jugendkapellen von St. Lorenzen

(JukaStL), Pfalzen/Stegen, Gsies, Mühlbach

und Luttach/Weißenbach mit einem

Sternmarsch eröffnet. Nach einer beeindruckenden

Marsch-Show der gastgebenden Jugendkapelle

am Kirchplatz präsentierten sich

die 13 Jugendkapellen den ganzen Tag hindurch

mit Kurzkonzerten am Musikpavillon.

Für das leibliche Wohl der Teilnehmer und

Gäste sorgte die Musikkapelle St. Lorenzen.

VSM-Bezirksobmann Johann Hilber dankte

dem Bezirksjugendleiter Hannes Zingerle und

seiner Stellvertreterin Stefanie Watschinger

sowie Obmann Toni Erlacher von der gastgebenden

Musikkapelle für die Vorbereitung und

gratulierte zur erfolgreichen Veranstaltung.

Stephan Niederegger

Jugendkapelle St. Lorenzen (JukaStl)

Leitung: Viktoria Erlacher

Jugendkapelle Gsies

Leitung: Joachim Schwingshackl

Jugendkapelle Luttach/Weißenbach

Leitung: Patrick Künig

Jugendkapelle Hochpustertal

Leitung: Stefanie Watschinger,

Korbinian Hofmann

Jugendkapelle Sand in Taufers

(young sound)

Leitung: Manfred Eppacher

Jugendkapelle Pfalzen/Stegen

Leitung: Stephanie Hopfgartner,

Samuel Gatterer, Simon Plangger

Jugendkapelle Mühlwald - Leitung:

Klemens Mair und Felix Außerhofer

Jugendkapelle Vintl (y.m.b.)

Leitung: Hannes Zingerle

Jugendkapelle Antholzertal

Leitung: Dietmar Huber

Jugendkapelle Toblach und Niederdorf

Leitung: Thomas Kiniger und Matthias Baur

10

Jugendkapelle Reischach/Percha

(Muskitos) – Leitung: Pepi Fauster,

Vigil Kronbichler

Jugendkapelle St. Georgen

Leitung: Maximilian Messner

Jugendkapelle Unteres Gadertal

(Musiga di Jogn Bassa Val Badia)

Leitung: Georg Plazza

KulturFenster


Blasmusik International

Blasmusik

Südtiroler zu Gast bei den

Wiener Philharmonikern

Salzburger Festspiele 2014 - 9. Sonderkonzert der Wiener Philharmoniker mit

jungen Blasmusiktalenten aus Salzburg und Südtirol

Blasmusiktalente aus Südtirol und Salzburg

zeigten am 24. August in der Felsenreitschule

im Rahmen der Salzburger Festspiele

ihr Können. Es war das Abschlusskonzert

der dreitägigen Akademie mit den Wiener

Philharmonikern.

Vom 18. Juli bis 31. August war Salzburg

eine Art Weltkulturhauptstadt mit

allem, was dazugehört: Weltstars, überraschende

Klangerlebnisse, erlesene Tradition,

Spiritualität und Avantgarde sowie

die Entdeckung jugendlicher Talente. Und

hier hakt ein musikalisches Projekt ein,

das im Mozartjahr 2006 als einmalige

Idee begonnen hatte und mittlerweile zu

einem fixen Programmpunkt geworden

ist: das Sonderkonzert der Wiener Philharmoniker

mit Blasmusiktalenten aus

Salzburg. Jedes Jahr sind zudem junge

Musikantinnen und Musikanten aus jeweils

einem anderen österreichischen

Bundesland und den Partnerverbänden

des Österreichischen Blasmusikverbandes

(ÖBV) dazu eingeladen. Bei der

heurigen neunten Ausgabe waren Mitglieder

des Südtiroler Jugendblasorchesters

(SJBO) zu Gast. In einer dreitägigen Akademie

probte das rund 70-köpfige Orchester

gemeinsam mit neun Mitgliedern der

Wiener Philharmoniker (Wolfgang Breinschmid/Flöte,

Alexander Öhlberger/Oboe,

Hannes Moser/Klarinette, Michael Werba/

Fagott, Lars Michael Stransky/Horn, Walter

Singer/Trompete-Flügelhorn, Markus

Pichler/Posaune, Robert Schweiger/Tuba

und Thomas Lechner/Schlagwerk) unter

der Leitung von Karl Jeitler. Der mittlerweile

pensionierte Posaunist der Wiener

Philharmoniker und selbst leidenschaftlicher

Blasmusiker ist einer der Initiatoren

dieses einmaligen Jugendförderungsprojektes:

„Durch den persönlichen Kontakt

und das gemeinsame Musizieren auf

der Bühne mit Berufsmusikern ist der

erzieherische Wert enorm hoch.“

Das Konzert mit vorwiegend Musik von

Johann Strauß erfährt seit der Premiere ungebrochen

großen Zuspruch bei den Besuchern,

freute sich auch die Festspielpräsidentin

Helga Rabl-Stadler. Alle Zählkarten

waren bereits nach wenigen Tagen ausgegeben.

Die Spielfreude und Motivation der

jungen Musiker waren hörbar und das Publikum

in der vollbesetzten Felsenreitschule

sparte nicht mit Applaus und gab sich erst

nach drei Zugaben zufrieden.

Finanziell unterstützt wurde das Konzert

vom Land Salzburg und vom Land Südtirol,

von der Region Trentino Südtirol, von

den Blasmusikverbänden aus Salzburg

und Südtirol sowie von der Stiftung Südtiroler

Sparkasse.

Stephan Niederegger

9. Sonderkonzert der Wiener Philharmoniker mit jungen

Blasmusiktalenten aus Salzburg und Südtirol in der imposanten

Kulisse der Salzburger Felsenreitschule

VSM-Obmann Pepi Fauster (links) bedankte sich beim

Dirigenten Karl Jeitler für dieses einmalige Erlebnis.

Nr. 05 | Oktober 2014 11


Blasmusik international

Gruppenfoto der Südtiroler Teilnehmer mit Dirigent Kurt Jeitler (vorne Bildmitte), Kulturlandesrat Philipp Achammer (vorne

rechts), Landesschuldirektorin Irene Vieider (dahinter) und VSM-Obmann Pepi Fauster (vorne links)

v.l.: Neben Familienangehörigen und Freunden der Südtiroler

Teilnehmer mischten sich auch VSM-Verbandsjugendleiter

Meinhard Windisch, Kulturlandesrat Philipp Achammer,

Matthäus Rieger (Präsident des Österreichischen

Blasmusikverbandes und Obmann des Salzburger

Blasmusikverbandes), die Salzburger Landtagspräsidentin

Brigitta Pallauf und (rechts) VSM-Obmann Pepi Fauster unters

Publikum im vollbesetzten Konzertsaal – im Bild mit dem

Dirigenten Karl Jeitler (Zweiter von rechts).

„Dieses Projekt soll die seit 1877 bestehende Verankerung

unseres Orchesters mit Salzburg demonstrieren. Es freut mich,

dass diese wichtige Institution Anlass meines letzten offiziellen

Auftritts als Vorstand der Wiener Philharmonikern ist.“

Clemens Hellsberg, der scheidende Vorstand der Wiener

Philharmoniker, im Bild mit VSM-Obmann Pepi Fauster und

VSM-Jugendleiter Meinhard Windisch (v.l.)

12

KulturFenster


Blasmusik

Karl Jeitler –

In Frack & Lederhose

Aus dem Leben eines Wiener Philharmonikers

nikern teilgenommen, das mit dem Festkonzert

in der Salzburger Felsenreitschule abgeschlossen

wurde (siehe eigener Bericht).

Initiator und Leiter dieser 2006 ins Leben

Vom Musikanten einer Blaskapelle bis zu den Wiener Philharmonikern – das Buch

über Karl Jeitler erzählt eine musikalische Lebensgeschichte.

Im Rahmen der Salzburger Festspiele haben

heuer Mitglieder des Südtiroler Jugendblasorchesters

(SJBO) an der dreitägigen

Musikakademie mit den Wiener Philharmogerufenen

Initiative zur Förderung junger

Blasmusiktalente ist der mittlerweile pensionierte

Posaunist der Wiener Philharmoniker

Karl Jeitler. Seine Tochter Maria hat

anlässlich seiner Pensionierung vor zwei

Jahren seine Lebensgeschichte im Buch

mit dem treffenden Titel „In Frack & Lederhose“

aufgezeichnet.

Die Blech- und Bläserkultur zieht sich

wie ein roter Faden durch Karl Jeitlers Leben.

Der 1947 Geborene wurde im Alter

von 15 Jahren Mitglied der Blasmusikkapelle

im heimatlichen Grafenbach (Niederösterreich).

Aus Liebe zur Musik brach

er 1964 seine Lehrerausbildung ab und

studierte in Wien Posaune. Sein Weg als

Profimusiker begann 1969 an der Wiener

Volksoper. Ab 1970 wirkte er bei den Wiener

Symphonikern, 1974 wurde er Mitglied

des Orchesters der Wiener Staatsoper und

in weiterer Folge der Wiener Philharmoniker

und der Wiener Hofmusikkapelle. Anfang

der 1980-er Jahre hatte er einen Lehrauftrag

an der Universität für Musik und

darstellende Kunst.

Während er mit den Wiener Philharmonikern

die Bühnen dieser Welt eroberte,

verlor er nie den Bezug zu seinen (blas)

musikalischen Wurzeln und engagiert sich

auch heute noch im Bereich der Volks- und

Blasmusik. Mit seinem unermüdlichen Engagement

für die Blasmusik begeistert er

auch immer noch viele Menschen.

Das Buch erzählt die außergewöhnliche

Geschichte eines Musikers, der trotz seines

Erfolges bodenständig geblieben ist.

Und genauso haben wir ihn auch bei unserer

Begegnung in Salzburg erlebt. Seine

Freude an der Begegnung mit jungen

Musikern begleitet ihn sein ganzes Leben.

Neben seiner Liebe zur Musik und

seiner Leidenschaft für den Charme der

Wiener Musik kommt er ins Schwärmen,

wenn man mit ihm über Blasmusik philosophiert.

Wann immer es ihm die Zeit erlaubt,

spielt er immer noch in seiner Heimatkapelle

mit.

Das Buch ist im Grazer STYRIA-Verlag

erschienen. Dem Buch liegt eine CD

bei, mit über 70 Minuten „Best of Karl

Jeitler“. Die Aufnahmen verschiedener

Bläserensembles sollen die 16 Kapitel

für Musiker und Musikliebhaber auch

akustisch ergänzen: Blechbläser Ensemble,

Trompetenchor, Junge Bläser-

Philharmonie Wien, Ensemble „11“ und

Hornquartett.

Stephan Niederegger

Nr. 05 | Oktober 2014 13


Blasmusik International

Zum 160. Geburtstag

von John Philip Sousa

John Philip Sousa, nicht nur

musikalisch, sondern auch äußerlich

eine beeindruckende Erscheinung

Als die im weltgeschichtlichen Kontext

auch heute noch sehr jungen Vereinigten

Staaten von Amerika noch keine 80 Jahre alt

waren, wurde John Philip Sousa am 6. November

1854 in Washington geboren. Passend

zum Ausspruch des amerikanischen

Dirigenten und Musikwissenschaftlers David

Mason („In Amerika sind alle zugezogen.

Die Indianer zuerst.“) hatten auch Sousas

Eltern einen Migrationshintergrund: Vater

John Antonio Sousa stammte aus Portugal,

die Mutter Maria Elisabeth Trinkaus war

eine Deutsche aus Fränkisch-Crumbach,

östlich von Darmstadt.

Geboren wurde Sousa in unmittelbarer

Nähe der Marine Barracks, wo sein Vater

in der US Marine Band spielte. Nachdem

der Sohn mit sieben Jahren seinen ersten

Musikunterricht erhalten hatte, führte ihn

der Vater bereits mit 13 Jahren als „Lehrling“

ins Orchester ein. Parallel dazu erhielt

er weiteren Musikunterricht auf verschiedenen

Blasinstrumenten, auf der Geige, in

Harmonielehre und Komposition. Mit 20

Jahren verließ er das Orchester und trat

als Geiger und Dirigent in verschiedenen

Orchestern im Osten der USA auf.

Ein Deutsch-Portugiese aus den USA

1880 kehrte er als musikalischer Leiter

zur US Marine Band zurück, blieb zwölf

Jahre in dieser Position und formte das

Orchester in dieser Zeit zu einer der besten

Militärkapellen der Welt. Erstmals ging

er 1891 mit dem Orchester auf Tournee

durch die USA. Diese von Sousa begründete

Tradition wird bis heute fortgeführt.

In seiner Zeit bei der Marine Band entstand

u.a. der Marsch „The Washington

Post“. Ein britischer Musikjournalist, begeistert

von dieser Komposition, sagte damals:

„Wenn Johann Strauß der Walzerkönig ist,

dann ist Sousa der Marschkönig.“ Sousa

wollte sich allerdings nie darauf festlegen

lassen. Auch wenn seine 136 Märsche

das wichtigste sind, das von ihm bleiben

wird, so hat er als Komponist und Arrangeur

doch viel mehr geschaffen. Allein

seine Konzertsuiten wie „The Last Days of

Pompeji“, Looking upward“, „Dwellers of

the Western World“ oder „At the Moovies“

sind es wert, wiederentdeckt zu werden.

Nach der zweiten Tournee 1892 schlug

sein Manager David Blakely vor, dass Sousa

ein eigenes ziviles Blasorchester gründen

solle. Sousa ging darauf ein und leitete dieses

Orchester bis kurz vor seinem Tod. Er

ging regelmäßig auf Tournee: zweimal im

Jahr durch die USA, fünfmal war er in Europa

zu Gast und einmal auf Welt-Tournee

(1910/11). Schätzungen besagen, dass

das Orchester im Laufe der Jahre 1,2 Millionen

Meilen (fast 2 Millionen Kilometer)

zurückgelegt habe.

Nach anfangs reservierten Reaktionen in

der Presse häuften sich die anerkennenden

Kommentare über die Sousa-Band. Der

„Philadelphia Enquirer“ nannte das Ensemble

einen Kompromiss zwischen Sinfonieorchester

und Marschkapelle. Sousas

Fähigkeiten als Dirigent wurden im

„Worcester Telegram“ gelobt: „Ein simpler

Wimpernschlag oder die Bewegung

seines kleinen Fingers reichten aus, um

die richtigen Melodien aus einem der besten

Klangkörper der Welt herauszuholen.“

Das Repertoire der Sousa Band bestand

zu einem großen Teil aus Kompositionen

des Dirigenten, aus zahlreichen populären

Liedern, aber auch aus klassischen

Bearbeitungen aus Sousas Feder. Sousa

lehnte eine einseitige Gestaltung der Konzertprogramme

(nur „unterhaltend“ bzw.

nur „klassisch“) ab. Es sei närrisch, über

die Köpfe seiner Zuhörer hinweg zu spielen.

Eine Vorreiterrolle spielte Sousa mit

seiner Band allemal, denn er hatte Musik

von Richard Wagner bereits im Programm,

als diese noch nicht in der New Yorker Carnegie

Hall erklungen war.

Neu war durchaus auch sein Selbstverständnis

als Dirigent. Da er – gerade

aufgrund der vielen Tourneen – viel länger

mit seinen Musikern zusammen war

als es heute üblich ist, kümmerte er sich

auch um zwischenmenschliche Belange.

So wurden bei Bewerbern neben den musikalischen

Fähigkeiten immer auch die sozialen

Kompetenzen in Augenschein genommen.

Auch nahm er Rücksicht auf die

religiösen Gefühle seiner Musiker und versuchte

daher, sonntags keine Konzerttermine

anzunehmen. Wenn es einmal gar

nicht anders ging, wurden solche Auftritte

dann als „geistliche Konzerte“ verkauft.

Sousa war mit seinem Engagement das,

was man heute als „Workaholic“ bezeichnen

würde. Entsprechend plötzlich kam

sein Tod im März 1932 in Reading / Pennsylvania.

Am Abend zuvor hatte er sich als

Gastdirigent der Ringgold Band noch auf

ein Konzert vorbereitet, als ihn am frühen

Morgen in seinem Hotelzimmer ein Herzanfall

ereilte.

CD-Tipp:

Wer sich eine Sousa-Anthologie auf CD

zulegen will, dem sei eine Reihe des Labels

NAXOS empfohlen. In der Reihe

„American Classics“ sind unter dem

Namen „John Philip Sousa – Music for

Wind Band“ inzwischen mehr als ein

Dutzend CDs erschienen. Keith Brion,

einer der führenden Sousa-Experten

unserer Zeit, leitet verschiedene europäische

Orchester: die Royal Artillery

Band, die Marinemusikkorps aus Norwegen

und Schweden und die Central

Band of the Royal Air Force.

Joachim Buch

14

KulturFenster


Zur Person

Blasmusik

Toni Profanter 60

… im Schritt! Marsch! ...

Die VSM-Spitze gratuliert zum 60er: Geschäftsführer Florian Müller,

Verbandskapellmeister Sigisbert Mutschlechner, das „Geburtstagskind“

Toni Profanter und Verbandsobmann Pepi Fauster (v.links)

Am vergangenen 24. Juli feierte Verbandsstabführer

und Kapellmeister Toni Profanter

seinen 60. Geburtstag. In verschiedenen

Feiern ließen ihn seine Familie und seine

Angehörigen, seine Freunde und Musikkameraden

verschiedener Musikkapellen, des

Bezirkes Brixen und des Verbandes Südtiroler

Musikkapellen hochleben und erinnerten

sich gerne an wichtige Stationen

im Leben des Jubilars.

Toni wurde am 24. Juli 1954 am Proderhof

in Villnöß geboren und wuchs dort

im Kreise seiner Familie mit Mutter Anna,

Vater Anton und seinen drei Brüdern Meinhard,

Hansjörg und Ludwig auf. Mit 16

Jahren stieg er in seinen Beruf als Mitarbeiter

der Firma Durst in Brixen ein, den

er 40 Jahre lang ausübte. Daneben engagierte

er sich bereits in jungen Jahren als

Leiter der Jungschargruppe Villnöß, gründete

die Pfadfinder und war in der Landesleitung

der Katholischen Werktätigen

Jugend (KWJ) tätig. Im Jahre 1981 heiratete

er seine Frau Elisabeth, die ihm drei

Kinder schenkte. Seit 2011 ist er stolzer

Opa. Im Jahre 2012 wurde er zum Pfarrgemeinderatspräsidenten

gewählt.

In Tonis Leben nahm die Musik von klein

auf eine zentrale Rolle ein. Seine Mutter

Anna war Lehrerin, spielte Gitarre, sang

zu Hause sehr viel mit den vier Buben

und förderte dadurch ganz besonders die

Freude und die Begeisterung für Musik

und Gesang. Toni trat bereits mit 11 Jahren

in den Kirchenchor ein und lernte bei

Altmusikanten Klarinette. Zu Hause und

in verschiedenen Gruppen und Ensembles

wurde viel musiziert.

Mit 22 Jahren begann seine Laufbahn

als Kapellmeister, in der er – abwechselnd

bzw. teilweise gleichzeitig - die Musikkapellen

Waidbruck, Gufidaun, Latzfons

und Vahrn leitete. Seine größten Erfolge

konnte er aber mit seiner Heimatkapelle,

der Musikkapelle Villnöß, feiern, die er 30

Jahre lang dirigierte. Mit viel Fleiß, Einsatz

und musikalischer Fachkenntnis gab er

beachtenswerte Konzerte und führte sie

bei Wertungsspielen bis in der Stufe E zu

überzeugenden Ergebnissen. Der Bezirk

Brixen wählte ihn von 1989 – 2001 zum

Bezirkskapellmeister.

Neben der Konzerttätigkeit trat Toni mit

seiner MK Villnöß oft bei Veranstaltungen

und Wettbewerben mit „Musik und Bewegung“

auf und erzielte dabei in der

Höchststufe hervorragende Leistungen.

Als feuriger Verfechter dieser Art der Musik

wählten ihn die Musikkapellen Südtirols

im Jahre 1999 zum Verbandsstabführer,

dessen Amt er bis heute innehat. Er

erwarb sich dabei viele Verdienste, in dem

er immer wieder neue Ideen zur Marschmusik

einbrachte, die Ausbildung der Stabführer

vorantrieb und Musikkapellen zum

Mitmachen bei Wettbewerben vorbereitete

und motivierte. Im Österreichischen Blasmusikverband

beteiligte er sich maßgeblich

in der Fachgruppe Stabführer bei der

Erstellung von Büchern und Unterlagen

zur Stabführerausbildung. Ohne Übertreibung

kann Toni als langjähriger, fleißiger,

motivierter Verbandsfunktionär bezeichnet

werden, der unübersehbar die

tolle Entwicklung der Blasmusik in Südtirol

und darüber hinaus mitgestaltet und

mitgeprägt hat. Als Zeichen der Anerkennung

und des Dankes erhielt er 2006 die

Verdienstmedaille des Landes Tirol sowie

2012 das Verdienstkreuz in Silber des Österreichischen

Blasmusikverbandes.

Der Vorstand des VSM gratuliert sehr

herzlich zum 60.Geburtstag und bedankt

sich ganz aufrichtig für die vielen verdienstvollen

Tätigkeiten, ganz besonders

für den großen Einsatz als Verbandsstabführer.

Möge daneben noch etwas Zeit

für die Familie und die persönlichen Hobbys

bleiben! Für die nächsten Jahrzehnte

wünscht viel Glück und Segen, Gesundheit

und Freude an der Musik im Namen

aller Musikkameraden.

Pepi Fauster,

Verbandsobmann

Nr. 05 | Oktober 2014 15


Blasmusik International

Alberto Promberger,

Kapellmeister der

Musikkapelle St. Lorenzen

„Wenn man sich Ziele setzt,

dann sollte man sie auch ernst nehmen.“

KulturFenster: Sind Sie durch Ihre Familie

musikalisch „vorbelastet“?

Alberto Promberger: In unserer Familie

wurde immer schon viel musiziert,

vor allem wurde viel und oft gesungen.

Vom Vater habe ich das „freie“ Singen

erlernt, also das Musizieren aus dem

Bauch heraus, ohne Noten. Mütterlicherseits

wurde mehr nach Noten gespielt

– mein Großvater war langjähriger

Organist und Kirchenchorleiter und eine

Zeit lang auch Kapellmeister der Musikkapelle

Welschellen. Die Verbindung dieser

beiden verschiedenen Zugänge zur

Musik hat mich somit geprägt.

KF: Wer ist Ihr Vorbild?

A. Promberger: Vorbilder sind für mich

jene Menschen, die ehrgeizig sind und

genaue Ziele haben, die sie auch unter

schwierigen Umständen zu erreichen versuchen,

z.B. als Blinder auf den Mount

Everest zu klettern. Ich lebe nach dem

Motto: Man kann vieles im Leben erreichen,

wenn man nur fest davon überzeugt

ist.

KF: Welche Charakterzüge schätzen Sie

bei ihren Mitmenschen am meisten?

A. Promberger: Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft

sind für mich die wichtigsten

Charaktereigenschaften.

KF: Was möchten Sie noch erlernen bzw.

wer oder was hätten Sie sein mögen?

A. Promberger: Ich bin der Meinung,

dass man nie ausgelernt hat. Zudem bin

ich der Typ Mensch, der eine gewisse

Portion an Herausforderung braucht.

Deshalb hoffe ich, dass ich auf meinem

Lebensweg noch vieles dazulernen werde,

und das nicht nur in musikalischer Hinsicht.

KF: Ihre Lieblingsgestalt/en in der Geschichte?

A. Promberger: Leonardo da Vinci. Er war

zu seiner Zeit den Menschen in allen Bereichen,

ob Kunst oder Technik, meilenweit

voraus und hatte solch fortschrittliche

Ideen, dass er dafür nur belächelt wurde.

Erst hunderte Jahre später erkannte man

die wahre Genialität dahinter.

KF: Ihre Lieblingsgestalt/en in der Dichtung?

A. Promberger: Julia Engelmann. Sie ist

eine Poetry-Slammerin, auf gut deutsch

eine Erzählerin selbst geschriebener poetischer

Texte. Sie berührt durch die tiefen

Inhalte der Gedichte und trifft mit relativ

einfachen Wortspielen die Herzen

der Zuhörer.

KF: Ihre Lieblingskomponisten?

A. Promberger: Grundsätzlich habe ich

keine Lieblingskomponisten, weil ich der

Meinung bin, dass jeder Komponist gute

und weniger gelungene Werke geschrieben

hat. Um aber doch ein paar Namen zu

nennen: Es beeindrucken mich die Werke

von Orlando di Lasso und Giovanni Gabrieli,

später dann von G.F. Händel. In der heutigen

Zeit sind wohl Eric Whitacre und Samuel

R. Hazo meine Favoriten.

KF: Wie gehen Sie mit dem Thema „Klangarbeit“

um?

A. Promberger: In letzter Zeit lege ich

sehr viel Wert auf das Einspielen und nutze

diese Phase, um möglichst viel Klang aus

jedem einzelnen Instrument herauszuholen.

Einspielen ist für mich nicht nur ein

„Warmblasen“ der Instrumente, sondern

stellt bereits die eigentliche Klangarbeit dar.

KF: Gehen Sie beim Einstimmen nach einer

bestimmten Methode vor?

A. Promberger: Beim Einstimmen verwende

ich das Stimmgerät nur für den

Referenzton, dann verlasse ich mich ausschließlich

auf mein Gehör. Mir ist vor allem

wichtig, dass jedes Register in sich intoniert

ist. Außerdem lege ich bei den Proben

sehr viel Wert darauf, dass jeder Musikant

die Ohren offen halten und selbständig

den Ton regulieren soll.

KF: Wie würden Sie als Dirigent Ihren Führungsstil

bezeichnen?

A. Promberger: Ich würde mich nicht als

strengen Kapellmeister bezeichnen, aber

ich verlange von den Musikanten Disziplin

bei Proben und Auftritten. Wenn man sich

Ziele setzt, dann sollte man sie auch ernst

nehmen und gemeinsam bestmöglich darauf

hinarbeiten. Allerdings wünsche ich

mir von jedem einzelnen auch Selbständigkeit

und Eigenverantwortung

KF: Wie gehen Sie vor, wenn Sie beim

Einstudieren eines neuen Stücks längerfristig

Widerstände von Seiten der Musiker

spüren?

A. Promberger: Grundsätzlich gebe ich

jedem Musikanten die Chance, sich bei

der Programmauswahl zu beteiligen und

nehme Vorschläge auch gerne an. Ist ein

Konzertprogramm einmal definiert, wird es

16

KulturFenster


Zur Person

Blasmusik

prinzipiell bis zum Konzertauftritt so belassen.

Der einzige Grund für das vorzeitige

Weglegen eines Werkes besteht für mich

darin, wenn ich erkenne, dass das Stück

nicht dem Niveau der Kapelle entspricht.

KF: Welches Blasmusikwerk führen Sie

am liebsten auf und warum?

A. Promberger: Da ich ein noch relativ

„frischer“ Kapellmeister bin, habe ich noch

kein Lieblingswerk für mich entdeckt. Allerdings

kann ich mich immer mehr für die

klassischen Werke begeistern.

KF: Welche Rolle spielen neuere Komponisten

aus „Gesamttirol“ in Ihrer dirigentischen

Arbeit?

A. Promberger: Ich wähle meine Konzertprogramme

eigentlich nicht nach Komponisten

aus, sondern primär nach der Musik.

So spielte ich in den letzten Jahren

durchaus auch Tiroler Komponisten wie

Armin Kofler usw.

KF: Wie sieht es andererseits mit der sogenannten

Tiroler Schule (Ploner, Thaler,

Tanzer) im Repertoire Ihrer Kapelle aus?

A. Promberger: Für traditionelle Konzerte

und Auftritte eignen sich die Stücke

der Komponisten der „Tiroler Schule“

sehr gut und finden auch beim Publikum

großen Gefallen.

KF: Was war Ihr bislang einschneidendstes

Blasmusikerlebnis?

A. Promberger: Mein einschneidendstes

Blasmusikerlebnis war mein erstes Wertungsspiel

als Kapellmeister in Vöran im

Jahr 2013, als ich mich zum ersten Mal

einer Fachjury gestellt und sehr positive

Rückmeldungen erhalten habe. Allerdings

wurde mir bewusst, dass ich die Kapelle

zu höheren Leistungen hätte führen können,

wenn ich als Kapellmeister bereits

mehr Erfahrung bei der Stückauswahl besessen

hätte. Für ein nächstes Wertungsspiel

habe ich in dieser Hinsicht sehr viel

dazugelernt.

KF: Ihre Lieblingsbeschäftigung, abgesehen

von der Musik?

A. Promberger: Am liebsten halte ich

mich in den Bergen auf, fernab von allem

Tourismus – im Sommer beim Wandern

und Klettern und im Winter beim Skitouren

gehen. Die Natur holt mich vom Alltag

runter und lädt gleichzeitig immer wieder

meine Batterien auf.

KF: Welche Hoffnungen und Wünsche

haben Sie für die Zukunft der Blasmusikszene?

A. Promberger: Ich wünsche mir, dass

zwischen den Kapellen immer eine gesunde

Konkurrenz bestehe, die die Musikanten

in ihrer musikalischen Entwicklung

antreibt, aber auf keinen Fall

in Feindschaft übergeht. Der Spaßfaktor

am Musizieren soll jedoch immer an

erster Stelle stehen.

Interview Joachim Buch

KF: Gibt es ein Stück, dass Sie aufführen

möchten und dessen Noten Sie bisher

vergeblich gesucht haben?

A. Promberger: Vergbelich habe ich

bisher nach einer Brassband-Fassung

des „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin

Rodrigo gesucht. Das Stück taucht zwar

im Soundtrack von „Brassed off“ auf (mit

Solo für Flügelhorn). Mir wurde gesagt,

dass die Witwe des Komponisten die weitere

Inverlagnahme des Stückes untersagt

habe. Keine Ahnung, ob das so stimmt.

Kapellmeister Alberto Promberger beherrscht das Musizieren „aus dem

Bauch heraus“, er möchte aber noch viel dazulernen.

Zur Person:

Alberto Promberger, Jahrgang 1981,

stammt aus Welschellen im Gadertal.

Bezüglich seiner musikalischen Ausbildung

ist er einerseits Autodidakt, andererseits

aber auch Absolvent des Kapellmeisterkurses

des VSM. Seit 2011

leitet er die Musikkapelle St. Lorenzen

als Kapellmeister.

Alberto Promberger ist zudem Gründer

und Leiter der Pustertaler Brassband

„Brässknedl“. Von 2000 bis

2010 war er Posaunist bei der Musikkapelle

Welschellen und seit dem

Jahr 2008 spielt er dieses Instrument

bei der Musikkapelle Villnöß.

Nr. 05 | Oktober 2014 17


Komponisten im Porträt

Mit Blasmusik durch die EU

Komponisten aus den EU-Ländern – 11. Teil

In dieser Ausgabe begleiten wir Joachim Buch auf der 11. Etappe seiner blasmusikalischen Europareise nach Großbritannien und

Italien. Dabei stellt er uns wieder jeweils einen namhaften Komponisten aus den betreffenden Ländern vor.

(21) Großbritannien – Nigel Clarke

Land

Fläche

Großbritannien (Insel)

219.331 km²

Einwohner ca. 60.463.000

Hauptstadt

London

Nigel Clark entwickelte im Laufe der

Jahre immer mehr Begeisterung für das

Komponieren.

Die St. John’s Secondary School im britischen

Margate ist normalerweise keine

Adresse für Kinder, die einen höheren Bildungsabschluss

anstreben. Der 1960 geborene

Nigel Clarke hatte jedoch Glück, dass

das Programm der Schule sehr an der Musik

orientiert war und man speziell die Blechbläser

förderte. Für Clarke, der zusätzlich

noch an Legasthenie litt, reichte es aus, um

als Militärmusiker eingestellt zu werden und

von dort aus den Sprung zum Kompositionsstudium

zu schaffen. Leicht selbstkritisch

beschreibt er seine damaligen instrumentalen

Fertigkeiten: „Ich war ein ganz ordentlicher

2. oder 3. Kornettspieler, hätte

es aber nie zum Solisten geschafft.“

Clarke blieb neun Jahre bei der Militärmusik

und spielte zuletzt in der Band of

Her Majesty’s Irish Guards. Die letzten vier

Jahre konnte er an der Royal Academy of

Music studieren, was er als ausgesprochenes

Glück empfand. Da seine instrumentalen

Fähigkeiten gut, aber nicht exzellent

waren, strebte er erst gar nicht eine

Laufbahn als Orchestermusiker an, sondern

studierte Komposition bei Paul Patterson.

„Komponieren hat mich schon immer

fasziniert und die Begeisterung dafür

steigerte sich im Laufe der Jahre.“ Patterson

hatte daran großen Anteil, auch weil

er ihn mit vielen ganz Großen der Musikgeschichte

zusammenbrachte: Messiaen,

Berio, Penderecki und Ligeti, um nur einige

zu nennen.

Komponieren sei für ihn das Wichtigste

im Leben – mit Ausnahme der Familie -,

sagte Clarke in einem Interview mit einem

englischen Musikmagazin. Eifersüchteleien

scheint es seitens seiner Frau Stella, die

bei der EU in Brüssel arbeitet, und seiner

Söhne Joshua und Emile nicht zu geben.

Beide Söhne sind musikalisch aktiv, auch

wenn sie sich ansonsten eher für Politik

oder Fußball interessieren. „Sie und Stella

tolerieren mein manchmal exzentrisches

Leben und ermuntern mich immer wieder,

Neues zu wagen.“

Paul Patterson selbst war mit „The Mighty

Voice“ in den Blasmusik-Katalogen vertreten,

jedoch zum regelmäßigen Schreiben

für größere Bläserbesetzungen wurde

Clarke eher von einem anderen Lehrer motiviert:

James Watson. Der langjährige Dirigent

der Black Dyke Band war zwar kein

Komponist, aber er hatte in Clarkes Augen

die Fähigkeit „zunächst als kompliziert erachtete

Dinge einfach erscheinen zu lassen

und auch aus mittelprächtigen Werken

große Musik zu machen.“

Mit „Samurai“ entstand 1995 das erste

Werk Clarkes für Blasorchester, beeinflusst

durch den Besuch des Konzerts einer japanischen

Trommlergruppe. „Als ich diese

sah, suchte ich sofort nach einer Möglich-

keit, deren Energie in eines meiner Werke

einfließen zu lassen.“ Außer japanischer

Musik finden sich auch andere Einflüsse

in Clarkes Werken, sei es aus China, vom

Balkan, aus den USA oder aus Russland.

„Ich liebe es, eine musikalische Elster zu

sein“, gesteht er.

Auch von außermusikalischen Einflüssen

lässt sich Clarke gerne inspirieren, so

z.B. von den Themen Weltraum und Science

Fiction. „Gagarin“, eine Hommage

an den ersten Menschen im Weltall, entstand

2004 für ein Universitätsblasorchester

in Minnesota. Neil Armstrong, der erste

Mann auf dem Mond, sei damals noch

in aller Munde gewesen, aber niemand

mehr in den USA habe Gagarin gekannt.

Nach dem 2010/11 geschriebenen „Earthrise“,

inspiriert durch ein vom Mond aus

geschossenen „Erdaufgangs“-Foto, spielt

er zur Zeit mit dem Gedanken, ein drittes

Werk dieser Art Neil Armstrong zu widmen.

In jüngster Zeit schreibt Clarke wieder

etwas häufiger für Brassband, angeregt

durch seine nach eigenen Worten künstlerische

sehr befriedigenden Zusammenarbeit

mit der belgischen Spitzenformation

Brassband Buizingen und ihrem Dirigenten

Luc Vertommen.

Nach einem Stück für Flügelhorn und

Streichorchester schreibt Clarke derzeit

an einem größeren Werk für Erzähler und

Blasorchester. Das Middle Tennessee State

Wind Orchestra unter seinem Dirigenten Dr.

Reed Thomas soll im kommenden Frühjahr

die Uraufführung spielen.

18

KulturFenster


Blasmusik

(22) Italien – Lorenzo Della Fonte

Land

Fläche

Italien

(Repubblica Italiana)

301.338 km²

Einwohner ca. 60.800.000

Hauptstadt

Rom

Lorenzo della Fonte hat sich

als Komponist ganz dem

Blasorchester verschrieben.

Eigentlich halte er sich nicht in erster

Linie für einen Komponisten, sagt Lorenzo

Della Fonte. Der diplomierte Klarinettist beließ

es aber nicht bei diesem einen Studiengang,

sondern ergänzte diesen noch um

Instrumentation für Blasorchester und verschiedene

Dirigierkurse im In- und Ausland.

Die Liste seiner Lehrer liest sich wie ein

„Who is who“ der Blas- und der klassischen

Musik: Jo Conjaerts, Henk van Lijnschooten,

Robert Reynolds, Eugene Corporon,

Gianluigi Gelmetti, Jan Cober und Andreas

Spörri. Da war es klar, dass er sich auch

im Fach Komposition weiterbilden wollte.

Schon mit seiner ersten Kompositionsübung

während des Studiums war der 1960

in Berbenno geborene Musiker zumindest

so zufrieden, dass er guten Gewissens auch

einige weitere Werke folgen lassen konnte.

Feste Kompositionszeiten hat der vielseitige

Künstler nicht. Wenn jedoch ein Kompositionsauftrag

an ihn ergangen ist, vertieft er

sich ganz in diese Arbeit. „Dann sitze ich

den ganzen Tag über an diesem Stück, bis

es beendet ist.“

Sein längstes Werk (siehe Tabelle) ist

ihm auch am meisten ans Herz gewachsen:

die fünfsätzige „Leo Ripanus Suite“.

„Sie lehnt sich eng an die wunderschöne

Stadt Ripatransone in der Provinz Marche

an. Ich habe meine ganze Liebe für diesen

Ort in die Musik gelegt“, erklärt Della

Fonte, der seit vielen Jahren das Jugendorchester

dieser Stadt leitet.

Schon seit 1987 hat sich Della Fonte

ganz dem Blasorchester verschrieben und

sich nach und nach einen Ruf auch außerhalb

seines Heimatlandes erworben. Seit

1991 leitet er das Orchestra di Fiati della

Valtellina, das er über die Grenzen Italiens

hinaus bekannt gemacht hat. Zahlreiche

CD-Aufnahmen und Auftritte bei internationalen

Festivals (u.a. bei der WASBE-

Konferenz 2001 in Luzern) zeugen von

seiner Arbeit. Von 1994 bis 1998 leitete

er das Civica Orchestra di Fiati di Milano,

das einzige zivile Berufsblasorchester seines

Landes, mit dem er Ende 1996 u.a. als

eines der wenigen ausländischen Ensembles

bei der Midwest Clinic in Chicago gastierte.

Della Fonte gestaltete mit diesem

Orchester italienische Erstaufführungen

von Werken einiger amerikanischer Komponisten,

wie beispielsweise Alfred Reed,

Karel Husa oder Frank Ticheli. Er führte

Originalwerke für Blasorchester

aber auch ebenso Ensemblewerke von

Komponisten wie Strawinsky, Ligeti oder

Franco Donatoni auf; klassische Transkriptionen

fehlten ebenso wenig in den Konzertprogrammen.

Der Dirigent, Lehrer und Komponist

Della Fonte, hat in jüngster Vergangenheit

eine weitere kreative Ader an sich

entdeckt: die Schriftstellerei. Nach einem

Buch über die aktuelle Situation des Blasorchesters

(„La Banda: Orchestra del nuovo

millennio“)dreht sich sein jüngstes Buchprojekt

um einen aus Italien stammenden

Musiker, der im 19. Jahrhundert in den

USA Karriere gemacht hat. Hauptperson

in „L’infinita musica del vento“ ist Francis

Sala, der etwa zwei Jahrzehnte vor John

Philip Sousa die US Marine Band „The

President’s Own“ dirigierte.

A little Legend – Tre parti su tema die Clementi 1987 4’30

Quiete stanze – Suite in tre parti 1989 6’00

How came we ashore? – Soprano e banda, su testo di Shakespeare 1992 5’00

Exortus - Symphonic Movement

(1. Preis „Concorso Europeo“ Luxemburg 1994)

Domine Jesu Christe – Marcia da processione su tema di Mozart 1994

1993 6’30

An Italian Shepherd Song – Variazione su tema popolare italiano 1994 5’30

Il lago era immobile (4. Preis Concorso Internazionale Arge-Alp 1997) 1996 8’00

Think of Horn – Corno solista e banda 1997 7’30

Inno e Danza 1998 5’00

Voci da Brescia (Menzione Concorso I. Capitanio Brescia 1999) 1998 14’00

Verdi Variations 2000 11’00

Adieu Montagnes Valdôtaines 2002

Suoni del Tempo 2002 5’30

Movenze di Festa 2003 8’00

Leo Ripanus Suite (5 movimenti) 2003 18’00

Ikuvium Suite (3 movimenti) 2005 11’00

Suite „Arogno“ (5 movimenti) 2006 16’00

Wind in May – Marcia )

1. Preis Concorso Internazionale Città di Gubbio 2009)

2009 4’00

Status Mentis 2009 7’00

Fanfara CLXXV 2014 5’00

Nr. 05 | Oktober 2014 19


Vorschau

Erster Teil des Landesmusikfestes

am 1. und 2. Mai 2015 in Brixen

Einladung zur Teilnahme an der Konzertwertung

Wie bereits angekündigt, veranstaltet der

Verband Südtiroler Musikkapellen in Zusammenarbeit

mit dem VSM-Bezirk Brixen im

Rahmen des Landesmusikfestes eine Konzertwertung,

zu der alle Musikkapellen des

Verbandes zugelassen sind.

Termin: FREITAG, 1. MAI,

und SAMSTAG, 2. MAI 2015,

IM FORUM BRIXEN

Jede teilnehmende Musikkapelle wählt

eines der in der Ausschreibung vorgegebenen

Pflichtstücke und ein Selbstwahlstück

der gleichen Schwierigkeitsstufe. Folgende

Pflichtstücke zum Thema „Overture

für Blasorchester“ wurden für die Konzertwertung

2015 in Brixen festgelegt:

Der Österreichische Blasmusikverband (ÖBV) hat seine Pflichtliteratur für die

Konzertwertungsspiele 2015/16 auf einer Dreifach-CD veröffentlicht."

Stufe Titel Komponist

A Unterstufe Big Sky Overture Philipp Sparke

B Mittelstufe Commemoration Overture Robert Sheldon

C Oberstufe Overture on an Early American

Claude T. Smith

Folk Hymn

D Kunststufe The Hounds of Spring Alfred Reed

E Höchststufe Rumanian Overture Thomas Doss

Die Pflichtstücke können auf der Homepage des VSM angesehen und angehört werden. Die Mitgliedskapellen erhalten zudem ein

eigenes Rundschreiben mit allen Informationen zu den Konzertwertungsspielen.

Die Anmeldungen und die Besetzungslisten sind bis spätestens 31.01.2015 mittels den dafür

vorgesehenen Formularen per E-Mail an das VSM-Büro in Bozen zu senden.

Sigisbert Mutschlechner

Verbandskapellmeister

20

KulturFenster


Blasmusik

•Programmvorschau

Ablauf der Blasmusiktage

Donnerstag, 6. November 2014:

15.30 - 18.30 Uhr (Konservatorium):

Beginn der Komponistenwerkstatt

mit Oliver Waespi

20.00 - 22.00 Uhr (Konservatorium):

Komponistenwerkstatt

Freitag, 7. November 2014:

09.00 - 12.00 Uhr (Konservatorium):

Komponistenwerkstatt

14.30 - 18.00 Uhr (Konservatorium):

Komponistenwerkstatt

20.00 Uhr (Konzerthaus „Joseph Haydn“):

Ofizielle Eröffnung der Blasmusiktage

Festkonzert mit Verleihung des

Blasmusikpreises des Landes Südtirol

Mitwirkende Musikkapelle:

Mk Villnöß (Leitung: Hans Pircher)

Südtiroler Blasmusiktage 2014

6. bis 8. November 2014 in Bozen

Das Südtiroler Forum

für Komponisten, Dirigenten, Musiker und Musikkapellen

verband

südtiroler

musikkapellen

Samstag, 8. November 2014:

09.00 - 12.00 Uhr (Kolpinghaus):

Kapellmeister-Tagung

09.00 - 12.00 Uhr (Pfarrheim):

Jugendleiter-Tagung

13.30 - 14.30 Uhr (Kolpinghaus):

Kapellmeister-Tagung und Begegnung

mit Komponisten

09.00 - 12.00 Uhr (Pfarrheim):

Jugendleiter-Tagung

15.00 - 16.30 Uhr (Konservatorium):

Werkstattkonzert mit Oliver Waespi

und dem JuBoB

18.00 Uhr (Konzerthaus „Joseph Haydn“):

Jubiläumskonzert „10 Jahre Südtiroler

Jugendblasorchester“ mit

CD-Vorstellung und Uraufführung

der Siegerwerke des

VSM-Kompositionswettbewerbes

Dreimonatskalender

Datum Veranstalter Veranstaltung Ort Haus Beginn

Fr-Sa, 10.-11. Oktober 2014 VSM 4. Seminar für Führungskräfte, 1.Modul Brixen Cusanus Akademie 14:30

OKT.

Fr-So, 24.-26. Oktober 2014 ÖBV / VSM Bundeswettbewerb Musik in kleinen Gruppen Toblach Grand Hotel

Sa, 25. Oktober 2014 VSM Konzert des SJBO Toblach Grand Hotel 20,00

Mi, 5. November 2014 Bezirk Meran Stammtisch Stabführer Wird bekannt gegeben 20.00

Do-So, 06.-08. Nov. 2014 VSM Südtiroler Blasmusiktage 2014 Bozen

Do-Sa, 06.-08. Nov. 2014 VSM Komponistenwerkstatt mit Oliver Waespi Bozen Konservatorium

DEZ. NOVEMBER

Sa, 8. November 2014 VSM Jubiläumskonzert "10 Jahre SJBO" Bozen Konzerthaus "Joseph Haydn" 20.00

Sa, 8. November 2014 VSM Jugendleitertagung Bozen Pfarrheim 09.00

Sa, 8. November 2014 VSM Kapellmeistertagung Bozen Kolpinghaus 09.00

Fr-So, 14.-16. Nov. 2014 Bezirk Bruneck Kapellmeister-Fortbildung mit Maurice Hamers Wird bekannt gegeben

Sa, 15. November 2014 Bezirk Bozen Bezirkskegeln Bozen Sportzone Pfarrhof 17.00

Fr-Sa, 28.-29. Nov. 2014 VSM 4.Seminar für Führungskräfte, 2. Modul Nals Lichtenburg 09.00

So, 14. Dezember 2014 Bezirk Brixen Adventkonzert „Spiel in kleinen Gruppen“ Milland Freinademetz-Kirche 17.00

So, 14. Dezember 2014 Bezirk Schlanders Konzert des Bezirksjugendblasorchesters Schlanders Karl Schönherr Saal 18.00

Nr. 05 | Oktober 2014 21


Neues

RUNDEL feiert

50-sten Geburtstag

Das Werk des Verlagsgründers Siegfried Rundel lebt weiter

Der Musikverlag

RUNDEL feiert

heuer sein

50-jähriges

Jubiläum.

unerlaubte Vervielfältigung, Vermietung,Sendung!All

RUNDEL

COMPACT

EXCERPT VERSION

SAMPLE · NOT FOR SALE

© + ® 2014

rights of the manufacturer and of

© 08/2014 Musikverlag Rundel. Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte vorbehalten. Kein Verleih! Keine

the

the EU.

owner

RUNDEL

Musik für Blasorchester

Music for Concert Band

Musique pour Harmonie

Muziek voor Harmonie

Musica per Banda

the recorded work prohibited. Made in

of the work producedreserved. Unauthorized

GEMA

1. Jubiläumsfanfare · 2. Panta Rhei · 3. Klang der Alpen · 4. Trailermusik · 5. Mountain Wind · 6. Giudita

7. Crossbreed · 8. Patria · 9. Mosaichoralmente · 10. Paidushko · 11. Arethusa · 12. Crith Mhonadh

13. Marche des Janissaires · 14. Annen-Polka · 15. Ode »An die Freude« · 16. Scarborough Fair · 17. Bésame Mucho

18. Funky Afternoon · 19. Got It ? - Flaut It ! · 20. Purple Rain · 21. Hard Rock Stones · 22. Music

23. Modern Girl · 24. The Living Years · 25. Goldene Kameraden · 26. Venezia · 27. Ungarns Kinder

28. Ferienfahrt · 29. Unterm Kirschbaum · 30. Uschi-Polka · 31. Ein Denkmal für die Blasmusik

32. Schöne Ferienzeit · 33. Von Freund zu Freund

Vario: 34. Young Concert Collection · 35. Fun Train · 6. The Old Fortress

37. Cat Walk · 38. Song for the Memory · 39. Tijuana Station

Musik zur Weihnachtszeit: 40. O Sanctissima ! · 41. Mentis

42. Veni Emmanuel · 43. La Nuit des Cloches

44. Bethlehem · 45. Cinderella's Dance

PRCD 2/2014

performance and broadcasting of

copying, hiring, lending, public

Musik für Blasorchester | Music for Concert Band | Musique pour Harmonie | Muziek voor Harmonie | Musica per Banda

www.rundel.de www.rundel.at www.rundel.ch www.rundel.nl www.rundelmusic.com

Titelblatt des RUNDEL-Jubiläumskatalogs

Auch viele Kapellmeisterkollegen meiner

Generation sind mit diesem Verlag im

Allgemeinen und mit der persönliche Beratung

des leider allzu früh verstorbenen Verlagsgründers,

Komponisten und Arrangeurs

Siegfried Rundel „aufgewachsen“.

Zum Jubiläumsjahr hat RUNDEL einen

Katalog vorgestellt, der eine ganz besonders

vielseitige Zusammenstellung an

neuen Blasorchesterwerken für alle Besetzungen,

Schwierigkeitsstufen und Anlässe

anbietet.

Das Titelbild des Katalogs zeigt einen handschriftlichen

Violinschlüssel aus einem

Manuskript von Siegfried Rundel, der den

Musikverlag 1964 gegründet und mit viel

Herzblut und unermüdlichem Einsatz aufgebaut

hat. Gott sei Dank ist es der Familie

Rundel gelungen, sich aller Globalisierung

zum Trotz gegen die übermächtigen

Großverlage zu behaupten.Ein besonderes

„Geburtstagsgeschenk“ stellen die zwei

Jubiläums-CDs „Panta Rhei“ und „Ein

Halbes Jahrhundert“ dar.

22

KulturFenster


Blasmusik

PANTA RHEI

In unserer schnelllebigen Zeit besinnen

sich die Menschen immer mehr auf Traditionen

und heimische Kultur zurück. Geprägt

durch den modernen Zeitgeist öffnet

sich dadurch ein ganz neuer Zugang zum

kulturellen Erbe.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in

der CD „Panta Rhei“ wider, die vom Musikkorps

der Deutschen Bundeswehr unter

der Leitung von Oberstleutnant Christoph

Scheibling eingespielt wurde. In den

zwölf Titeln werden Elemente alter Musikformen

zeitgemäß und kunstvoll in neue

Klänge eingebunden und versprechen

eine klanggewaltige Symbiose von Tradition

und Moderne.

Oberstleutnant Christoph Scheibling

hat mit dem Musikkorps der deutschen

Bundeswehr 18 ausgewählte Titel

aus dem RUNDEL-Verlagsprogramm

eingespielt.

EIN HALBES JAHRHUNDERT

Weil die volkstümliche Blasmusik seit

der Verlagsgründung wichtiger Bestandteil

war und ist, präsentiert die zweite Jubiläums-CD

„Ein Halbes Jahrhundert“ mit

18 ausgewählten Musikstücken eine vielfältige

und historisch angelegte Mischung

aus der RUNDEL-Geschichte.

Stücke von Siegfried Rundel sind dabei

ebenso vertreten wie solche von Komponisten,

die das Verlagsprogramm stark

geprägt haben, sowie von jungen Komponisten,

die mit ihren frischen Ideen

begeistern.

NACHSCHLAGEWERK DER

VOLKSTÜMLICHEN BLASMUSIK

Zum runden Jubiläum hat der Musikverlag

RUNDEL zudem ein Nachschlagewerk der

volkstümlichen Blasmusik erstellt, das als

handliches und übersichtliches Verzeichnis

alle Polkas, Walzer, Märsche, volkstümliche

Solo-Stücke und Potpourris auflistet,

die in der 50-jährigen Verlagsgeschichte

veröffentlicht wurden. Dieses Verzeichnis

ist damit nicht nur trockenes Nachschlagewerk,

sondern historisches Dokument

der RUNDEL-Geschichte.

Stephan Niederegger

Nr. 05 | Oktober 2014 23


„Verkehrte Welt“ im ersten

Musikvideo von „Tante Frieda“

Die Südtiroler Band stellt die Welt auf den Kopf.

Anstatt den Tag einfach hinzunehmen,

dem gewohnten Trott durch seine Vorhersehbarkeit

mit den üblichen Emotionen zu

folgen, verdreht „Tante Frieda" mit ihrem

neuen Song „Verkehrte Welt“ die Perspektiven

des Alltags, und das ohne Rücksicht

auf Verluste. Die Musik stammt von Thomas

Mahlknecht, der Autor des Songtextes ist

Harald Wieser. Zur Musik gibt es nun auch

das Video. Gedreht wurde in Klausen und

Brixen mit der Regisseurin Nancy Camaldo,

die selbst aus Klausen stammt.

„In unserer verkehrten Welt gibt es weder

richtig noch falsch und nichts braucht

der Logik Rechnung zu tragen", so Evi Mair,

Sängerin und Frontfrau der Band. "Es geht

um die Betrachtung der Welt aus einem

anderen Blickwinkel, z.B. von der Musik

gehört zu werden, anstatt sie zu hören

oder mal den Spieß umzudrehen und die

Spatzen auf Kanonen schießen zu lassen.

Kopfkino dieser Art bringt Schwung und

Farbe ins Alltagsgrau."

Und genau so ist auch die Musik von

„Tante Frieda": frisch, gut gelaunt, überraschend!

„Tante Frieda" sind eine Frau

und sieben Männer, musikalisch gesprochen:

eine Stimme, fünf Blasinstrumente

plus Schlagzeug und Gitarre. In dieser ausgefallenen

Besetzung spielt die Band eigene

Kompositionen mit einer unverwechselbaren

Mischung von Pop und Rock bis

hin zu Funk und Techno, versehen mit der

richtigen Portion Blasmusik. Dabei begeisterte

die Band bereits im In- und Ausland,

unter anderem als Vorgruppe von LaBrass-

Banda oder als Act beim „Woodstock der

Blasmusik“.

Ab sofort ist das Video auf

Youtube verfügbar!

(https://www.youtube.com/verkehrtewelt)

Mit Pop, Rock, Funk, Techno und der richtigen Portion Blasmusik begeistert die Gruppe „Tante Frieda“ – im Bild bei einem ihrer

Liveauftritte.

24

KulturFenster


Musikpanorama

Blasmusik

Südtiroler Klänge in Nordbayern

Stadtkapelle Bozen zu Gast in Roth bei Nürnberg

Am 24. und 25. Mai 2014 war die Stadtkapelle

Bozen zu Gast beim Blasmusikfest

in Roth, im Fränkischen Seenland bei

Nürnberg. Auf die Wertungsspiele, welchen

sich zahlreiche Orchester stellten,

folgte als Höhepunkt des Festivals das

Galakonzert am Samstagabend, zu dem

die Stadtkapelle Bozen als internationaler

Vertreter eingeladen war. Um den internationalen

Charakter des Festivals und

insbesondere des Galakonzertes zu unterstreichen,

hatten die Organisatoren neben

der Stadtkapelle Bozen auch die Nordbayerische

Brass Band, ein Auswahlensemble

des Nordbayerischen Musikbundes, für

das Konzert gewinnen können. Das begeisterte

Publikum belohnte beide Blasorchester,

die am Ende des Galakonzertes auch

ein Werk gemeinsam darboten, mit Standing

Ovations.

Am Sonntagvormittag gestaltete die

Stadtkapelle Bozen zudem den ökumenischen

Gottesdienst auf der Rother Seebühne

mit geistlichen Werken.

Marschmusik und Marschformation

standen am Sonntag ebenfalls auf dem

Programm. Mit einem Sternmarsch und

einem Gemeinschaftskonzert aller beteili-

gten Musikkapellen fand das Blasmusikfestival

auf dem Stadtplatz von Roth seinen

festlichen Abschluss.

Stadtkapelle Bozen

Große Begeisterung erntete die Stadtkapelle Bozen bei ihren Auftritten in

Roth – Bayern.

Jungmusikanten musizieren auf der Alm

Jugendkapelle Naturns + Jugendkapelle Schnals = Jugendkapelle „Marzon“

Am Freitag, 4. Juli 2014, brachen rund

30 motivierte Jungmusikanten aus Naturns

und Schnals zum heurigen Sommercamp

auf.

Kaum auf der Marzoner Alm am Kastelbeller

Freiberg angekommen, wurde schon

zu den Instrumenten gegriffen und so startete

in den „Unterrichtsräumen“ der wunderbaren

Natur sofort die intensive Probenphase.

Auch Gruppenspiele standen

auf dem Programm, sodass der Teamgeist

nicht nur beim Musizieren gestärkt wurde.

Die „Regen-Intermezzi“ ließen alle Teilnehmer

unbeeindruckt und so vergingen die

Stunden im Flug. Am Sonntag ging dann für

die begeisterten Jungmusikantinnen und –

musikanten der „Alm-Vorhang“ auf. Unter

der Leitung von Charlotte Rainer und Daniel

Götsch brachte die Jugendkapelle „Marzon“

das abwechslungsreiche und „peppige“

Programm zur Aufführung. Der kräftige

Applaus des Publikums zeigte, dass

sich das Proben ausgezahlt hat. Die erlebnisreichen

Tage werden allen Beteiligten sicherlich

noch lange im Gedächtnis bleiben.

Jugendkapelle Schnals und Naturns

(Rudi Mair)

Die Marzoner Alm gab der sichtlich gut gelaunten Jugendkapelle von Naturns–

Schnals den Namen.

Nr. 05 | Oktober 2014 25


Musikpamorama

Neue Vereinsfahne für Musikkapelle Trens

Segnung und Festakt unter dem Motto „Musik verbindet“

Am 27. Juli dieses Jahres wurde in der

Wallfahrtskirche von Maria Trens im Rahmen

eines Festgottesdienstes und in Anwesenheit

zahlreicher Abordnungen der

Musikkapellen aus den umliegenden Gemeinden

die neue Fahne der Musikkapelle

Trens von Pater Pius gesegnet und

ihrer Bestimmung übergeben. Bereits vor

40 Jahren, zum 25-jährigen Bestandsjubiläum,

hatte die MK Trens eine Fahne

bekommen. Die im Laufe der Zeit aufgetretenen

Abnutzungserscheinungen

ließen jedoch den Wunsch aufkommen,

eine neue Fahne anzuschaffen. Nach

einer intensiven Planungs- und Vorbereitungszeit

sowie einem einstimmig gefassten

Beschluss der Mitglieder der MK

Trens wurde die Fahnenstickerei Gärtner

in Mittersill (Österreich) mit der Herstellung

der neuen Fahne beauftragt. Motive

des Wallfahrtsortes Maria Trens und

ein Bild der Hl. Cäcilia zieren die Fahne

ebenso wie der Leitspruch „Musik verbindet“.

Unter diesem Motto wurde auch

der Festakt begangen, zu dem Obmann

Andreas Saxl die Ortsbevölkerung und

eine Reihe von Ehrengästen begrüßen

konnte. Bürgermeister Armin Holzer, VSM-

Verbandsobmann-Stellvertreter Thomas

Hölzl und VSM-Bezirksobmann Meinhard

Oberhauser brachten in ihren Grußbotschaften

ihre Freude und Anerkennung

über die hochwertige neue Fahne zum

Ausdruck. Mit einem zünftigen Musikfest

wurde die Neuerwerbung gebührend

gefeiert.

„Musik verbindet“, dieser Leitspruch ziert die neue Vereinsfahne der MK Trens – im

Bild mit Fähnrich Michael Wild und den Fahnenpatinnen Helena Wild und Priska

Hochrainer.

Stimmungsvolles Sommernachtskonzert

der MK Naturns

Gesangseinlagen von Solisten aus eigenen Reihen

Als hätte Petrus es gewusst- dieses Konzert

durfte nicht ins Wasser fallen – und es

tat es auch nicht. Bei gutem Wetter waren

zahlreiche Besucher in die stimmungsvolle

Freilichtarena geströmt und begleiteten die

Musikantinnen und Musikanten auf eine

musikalische Reise in die Film- und Musicalwelt.

Kapellmeister Dietmar Rainer

hatte mit seiner Programmauswahl wieder

einmal ein glückliches Händchen bewiesen.

Mit humorvollen Dialogen führte

das Moderatorenpaar Julia Leiter und Daniel

Götsch durch den Abend. Der musikalische

Bogen spannte sich von Soundtracks

berühmter Filmkomponisten bis

hin zu Ohrwürmern aus Musicals wie „Elisabeth“

oder „The Lion King“; mit E- Piano

und E- Bass sowie mit einem fein abgestimmten

Ton –und Lichtdesign wurde

das Konzert zusätzlich akustisch wie optisch

aufgewertet. Beeindruckend und

überzeugend waren sämtliche Gesangseinlagen-

wohlgemerkt alles Solisten aus

den eigenen Reihen: Anna Platzgummer,

Thomas Moriggl, Emma Nischler und Veronika

Schnitzer meisterten ihre Soloparts

mit Bravour. Der tosende Schlussapplaus

brachte es zum Ausdruck: Das Experiment

Sommernachtskonzert der MK Naturns

war gelungen.

Rudi Mair

Ein strahlender Kapellmeister Dietmar Rainer mit den Solisten Veronika Schnitzer,

Anna Platzgummer, Thomas Moriggl und Emma Nischler (v.l.)

26

KulturFenster


Blasmusik

3. Aulage von „music.project.auer“

Acht Vereine beim gemeinsamen Musik- und Theaterprojekt auf der Bühne

Rund 200 Akteure aus acht verschiedenen

Vereinen führten am Abend des 30.

Mai das Stück "Der Traum eines österreichischen

Reservisten" auf. Das 3.music.

project.auer der Musikkapelle Auer entpuppte

sich dabei zu einem Hör- und Seherlebnis

sondergleichen.

Nach zwei Musikstücken, der Begrüßung

durch Obmann Manfred Abram und

einer Einführung durch Sprecherin Barbara

Raich konnte das Spektakel am Eislaufplatz

von Auer beginnen. In einem Zusammenspiel

aus Musik, Theater, Licht und

Bild präsentierten die Musikkapelle Auer,

die Musikkapelle Petersberg, die Heimatbühne

Auer, die Schützenkompanie Auer,

die Tiroler Kaiserjäger 2. Regiment Süd-Tirol,

die Volkstanzgruppe Auer, die Freiwillige

Feuerwehr Auer und die Jägerschaft

aus Auer das 1890 entstandene Stück

„Der Traum eines österreichischen Reservisten“.

Das große Tongemälde von Carl

Michael Ziehrer (1843-1923), das wegen

des großen Aufwandes nur selten auf die

Bühne gebracht wird, kam in beeindruckender

Weise unter der musikalischen

Leitung von Kapellmeister Arnold Leimgruber

und der Regie von Toni Kofler zur

Aufführung. Das zahlreich erschienene

Publikum - es waren an die 800 Gäste -

dankte mit viel Applaus. Für die anschließende

Bewirtung sorgte schließlich Verein

Nummer 9: der Carnevalverein Auer.

MK Auer

Ehrensalve der Schützenkompanie Auer für einen stilechten Kaiser – im Hintergrund

die MK Auer

Grenzüberschreitende musikalische Freundschaft

Jungmusikanten-Hüttenlager in Antholz Niedertal

Musikalischer Freundschaft und Partnerschaft

standen im Vordergrund, als

vom 29. bis zum 31. August die Jugendleiter

der Musikkapellen Antholz, Josef

Leitgeb Antholz-Niedertal und der Bundesmusikkapelle

Oberlangkampfen (A)

ein gemeinsames Hüttenlager für Jungmusikanten

organisierten. In den 3 Tagen

voller Spiel, Spaß und Abenteuer haben

die Jungmusikanten aus Antholz mit

den Jungmusikanten aus Oberlangkampfen

viel Gemeinschaft erlebt und so sind

nun Freundschaften auch unter den Jugendlichen

entstanden. Vor allem stand

aber die Musik im Mittelpunkt dieses Projektes.

Dietmar Huber, Kapellmeister der

Musikkapelle Josef Leitgeb, hat mit den

Jungmusikanten ein sehr abwechslungsreiches

Programm einstudiert, welches

von „Smoke on the water“ über „Summernightrock“

bis zur „Vogelwiese“ reichte.

Ebenso wurden mit den einzelnen Registern

weitere Stücke einstudiert und voller

Stolz und Freude den Eltern, Geschwistern

und Freunden beim Abschlusskonzert auf

der Hofstattalm präsentiert. Die Jugendleiterinnen

Veronika Rieder (MK Antholz),

Barbara Lackner (BMK Oberlangkampfen)

und Marlies Feichter (MK Josef Leitgeb)

wollen das Projekt im kommenden Jahr

fortführen und das Hüttenlager vielleicht

sogar in Oberlangkampfen veranstalten.

MK Josef Leitgeb - Antholz Niedertal

Das Hüttenlager auf der Alm trug zum freundschaftlichen Kontakt der

Jungmusikanten aus Antholz und Oberlangkampfen bei.

Nr. 05 | Oktober 2014 27


Musikpanorama

Schützenkapelle Pichl-Gsies beim 1. Karlsbader

Blasmusikfestival in Tschechien

Besuch in der mondänen Kurstadt Karlsbad

Vom 29. bis 31. August 2014 war

die Schützenkapelle Pichl zu Gast beim

1. Karlsbader Blasmusikfestival. Gemeinsam

mit zwei weiteren Blaskapellen aus

Polen und Udine wurde auf den Straßen

und Plätzen von Karlsbad musiziert.Es

gab aber auch ausreichend Gelegenheit,

die weltweit bekannte Kurstadt mit ihren

unzähligen Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Ein besonderes Erlebnis war es,

gemeinsam mit der „Tschechischen Majorettenunion“

durch die Straßen Karlsbads

zu marschieren. Höhepunkt der

Reise war jedoch der Galaauftritt am Samstagabend

im Konzertsaal des „Grand Hotel

Pupp“, wobei die mitwirkenden Musikkapellen

jeweils mit einem Kurzauftritt

dem Publikum eine Kostprobe Ihres Könnens

boten.

Schützenkapelle Pichl-Gsies

Die Schützenkapelle Pichl-Gsies vor dem historischen Grand Hotel Pupp

Jubiläumsjahr für die Musikkapelle Schabs

30 Jahre Aufschwung

Vor 30 Jahren haben einige musikbegeisterte

Dorfbewohner von Schabs die

Initiative ergriffen und eine eigene Musikkapelle

gegründet. Seitdem befindet sich

der Klangkörper im steten Aufschwung.

Grund genug also, das 30-jährige Jubiläum

in diesem Jahr gebührend zu feiern.

Ein erster Höhepunkt wurde bereits

im März gesetzt, als Obmann Stefan Gasser

und die derzeit 56 aktiven Musikantinnen

und Musikanten unter der Leitung

von Kapellmeister Stephan Obexer zum

Jubiläumskonzert einluden.

Das Fest zum runden Jubiläum folgte

dann im Juli, bei dem gleichzeitig das

30-jährige Bestehen der Partnerschaft der

Gemeinde Natz-Schabs mit der Gemeinde

Fritzens (A) gefeiert werden konnte.

Als krönenden Abschluss des Jubiläumsjahres

wird die Musikkapelle Schabs anlässlich

eines Kirchenkonzertes am 8. November

um 18.00 Uhr in der Stiftskirche

von Neustift gemeinsam mit den Kirchenchören

von Schabs, Natz, Raas und Aicha

die „Missa Katharina“ von Jacob de Haan

aufführen.

Musikkapelle Schabs

Die Musikkapelle Schabs wird unter der Leitung von Kapellmeister Stephan Obexer

die „Missa Katharina“ von Jacob de Haan aufführen.

28

KulturFenster


Vorweg

Heimatplege

Kreise ziehen

Kleine Beiträge, die Großes bewirken

Medium entzünden, solche Funken können

Sie mit Ihrem Beitrag entzünden. Irgendwo

fängt jemand Feuer und ermöglicht

es, dass die Thematik Kreise zieht und

die Gemeinschaft Gleichgesinnter wächst.

Sich angesprochen fühlen

Einem aufmerksamen und respektvollen Beobachter können sich im Kleinen

wunderbare Ausblicke erschließen wie zum Beispiel dieses mit Tauperlen besetzte

Frauenmäntelchen.

Unlängst erreichte mich der Anruf einer

Leserin unseres Kulturheftes. Sie habe

sich in den im August abgedruckten Zeilen

wiedergefunden und sei dankbar, in

den Heimatpflegern Menschen mit gleicher

Haltung und Gesinnung anzutreffen.

Prompt hat sie sich bereit erklärt, zu

dem ihr am Herzen liegenden Thema einen

Beitrag zu verfassen. Unter der Rubrik

„informiert & reflektiert“ erfahren Sie

dank dieser glücklichen Fügung einiges

über Heilkräuter, was Sammeln wirklich

bedeutet und wie man sich der Natur bedienen

kann, ohne ihr Schaden zuzufügen.

Aufforderung

Wenn man sich tagtäglich in einem ähnlichen

Radius bewegt, läuft man Gefahr, der

Routine zum Opfer zu fallen und – wie kann

man es am besten ausdrücken? – „heimatblind“

zu werden. Kleine Impulse reichen

oft aus, um den Blick wieder zu klären und

an Offenheit zu gewinnen.

Seit nunmehr einem Jahr kümmere

ich mich um die publizistischen Aktivitäten

des Heimatpflegeverbandes. Ich

habe zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen

und meinen Informationsfundus

um ein Vielfaches erweitert. Jener Aspekt

aber, der mein Leben am nachhaltigsten

prägt und prägen wird, ist die gewonnene

Sensibilität für die Belange der Heimatpflege,

die Einsicht, dass der Erhalt und

der Schutz unserer Heimat nicht nur eine

Handvoll Traditionalisten etwas angeht,

sondern mich. Ich fühle mich angesprochen,

identifiziere mich und will, ja muss

meinen Beitrag leisten. Und sei es einfach

nur, die Umwelt mit anderen Augen

zu betrachten.

Interessen teilen

Ist es nicht so, dass wir oftmals derart

mit uns selbst beschäftigt sind, mit Arbeit

oder Familie, dass wir kaum Zeit und Energie

haben, uns mit allerlei Themen zu

befassen? Wir dosieren folglich und filtern

aus dem reichen Angebot nur jenes heraus,

welches auf unserer Prioritätenliste angestrichen

ist. Und hier und da ein Funke,

der unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Solche Funken wollen wir mit unserem

Die Seiten im Kulturfenster sind zwar

knapp bemessen, die Rubriken klar definiert,

aber für Anliegen, Vorhaben, Beobachtungen

und Stellungnahmen seitens

unserer Leserschaft wird immer und überaus

gerne Platz eingeräumt. Fühlen Sie

sich also frei, uns Ihre Gedanken – Ihren

Funken – mitzuteilen.

Dieser Austausch erst lässt die Gemeinschaft

der Heimatpfleger zusammenwachsen

und macht sie lebendig.

Ihre

Sylvia Rottensteiner

Ihre Beiträge senden Sie bitte an: rottensteiner.sylvia@gmail.com

Für etwaige Vorschläge und Fragen

erreichen Sie mich unter folgender Nummer: 347 0325027 (Sylvia Rottensteiner)

Nr. 05 | Oktober 2014 29


Das Thema

Küchelbergtunnel

Großer landschaftlicher Eingriff in sensible Zone

Die Kapelle der Zenoburg oberhalb der

Gilfschlucht (Foto: Daniel Vicentin)

Schöne raue Natur: die tosenden Gewässer in der Gilfschlucht

(Foto: Daniel Vicentin)

Über den Küchelbergtunnel und die Lösung

der Meraner Verkehrsprobleme wird

seit Jahren heftig diskutiert. Kürzlich hat

die Architektengruppe PAM (Plattform Architektur

Meran) darauf hingewiesen, dass

das Ausführungsprojekt des zweiten Bauloses

der Nord-West-Umfahrung im Bereich

des Nordportals des Küchelbergtunnels einen

untragbaren landschaftlich-kulturellen

Eingriff erforderlich macht.

Heimatplegeverband fordert

umweltverträgliche Alternative

Die geplante Tunnelausfahrt liegt an einer

steilen Hanglage unterhalb der Zenoburg,

an einer problematischen Stelle in

unmittelbarer Nähe der Passer und gegenüber

der Naherholungszone Lazag.

Bis zu 15 Meter hohe Stützmauern, eine

225 Meter lange Hangbrücke und eine

neue, abgesenkte Passeirer Brücke haben

schwere Eingriffe in eine sensible Landschaft

zur Folge.

Die Zenoburg hoch über der

Gilfschlucht der Passer

Die Zenoburg erhebt sich auf einem Felsvorsprung

des Küchelberges am nordöstlichen

Rand von Meran. Im 8. Jahrhundert

hat man hier eine dem Hl. Zeno geweihte

Kapelle gebaut, in der die Heiligen Valentin

und Korbinian bestattet waren. Der Landesfürst

König Heinrich von Böhmen, Vater

von Margarethe Maultasch, residierte meistens

auf der Zenoburg. Die Burg wurde

1347 im Krieg mit Karl von Böhmen bis

auf die Ringmauer, den Bergfried und die

Kapelle zerstört. Am Kapellenportal kann

man nach wie vor die älteste Reliefdarstellung

des Tiroler Adlers bewundern.

Bessere landschaftliche

Einbindung gefordert

Oberhalb der Gilfschlucht, gegenüber

dem Burghügel, liegt am Ufer der Passer

der Rest eines Auwaldes. Dieses vielfältige

Ökosystem in der Lazag weist einen schützenswerten

Erlenbestand auf und stellt

ein unschätzbares Habitat vieler Vogelarten

in Stadtnähe dar. Auch dieses Naherholungsgebiet

von Meran ist vom Küchelbergtunnel

betroffen.

Die Architektengruppe PAM schlägt

zwei Alternativlösungen vor, die bereits in

der Presse veröffentlicht wurden. Aus der

Sicht des Heimatpflegeverbandes Südtirol

sind größere bauliche Eingriffe sowohl

am geschichtsträchtigen Burghügel der

denkmalgeschützten Zenoburg, als auch

im Bereich des Auwaldes der Lazag entschieden

abzulehnen. Die Heimatpfleger

unterstützen daher das Anliegen der Plattform

Architektur Meran, die eine Überarbeitung

des Tunnelprojektes fordert, um

eine bessere landschaftliche Einbindung

zu erzielen.

Peter Ortner

30

KulturFenster


Heimatplege

Gefährdetes Habitat

Einwand zum Änderungsvorschlag

betreffend Abänderung der Grenze des "Naturparks Drei Zinnen"

Der Heimatpflegeverband Südtirol spricht

sich aus diversen unten angeführten Gründen

gegen die geplante Änderung der Grenze

des „Naturparks Drei Zinnen“aus.

Die Abänderung des Natura-2000-Gebietes

– wenn auch am Rande des Naturparks

– bringt in der geplanten Fassung

große Änderungen mit sich und ist

dem Habitat nicht zuzumuten. Der bestehende

Skiweg ist bereits eine Belastung

für den Naturpark. Durch die geplante

Änderung würde sicherlich die Belastung

in Zahl und Qualität zunehmen, was nicht

im Sinne eines Natura-2000-Gebietes ist.

Die zum „Tausch“ angebotene Fläche, obwohl

unberührt, befindet sich in unmittelbarer

Nähe einer bestehenden Skipiste

und ist dadurch nicht geeignet, als Ausgleichsfläche

dem Habitat-Gebiet gerecht

zu werden, weil diese Fläche als „vorbelastet“

anzusehen ist. Die geplante Mittelspannungsleitung

könnte unterirdisch verlegt

werden, was dem Habitat nur Vorteile

bringen würde. Der Heimatpflegeverband

Südtirol spricht sich aus den oben genannten

Gründen vehement gegen eine Änderung

der Naturparkgrenzen aus und ersucht

die Verantwortlichen der Gemeinde

Sexten und ganz besonders die Entscheidungsträger

der Naturparkverwaltung, sich

für die Beibehaltung der bestehenden Naturparkgrenzen

einzusetzen.

Peter Ortner

Naturpark rund um die Drei Zinnen

KulturFenster

Blasmusik, Chorwesen und Heimatplege in Südtirol

Redaktion KulturFenster

Richtigstellung

In der letzten Ausgabe des Kulturfensters wurde zusammen mit dem Bericht über

den Fachbeirat für Baukultur ein falsches Foto von Architekt Bernhard Lösch veröffentlicht.

Die Redaktion bittet für dieses Versehen um Entschuldigung und möchte

mit dem beigefügten – nun richtigen – Lichtbild den Fauxpas korrigieren.

Nr. 05 | Oktober 2014 31


Informiert & Relektiert

Wie gehen wir mit der Natur

respektvoll um

"Die Erde ist unsere Mutter, sie nährt uns; was wir in sie hineinlegen,

gibt sie uns zurück." Indianisches Sprichwort

Die Pusteblume – der Löwenzahn ist im

Frühjahr leicht zu finden und eignet sich

hervorragend als Salat.

Da es in den letzten Jahren immer stärker

in Mode gekommen ist, Kräuter, Heilkräuter

und Wildgemüse selbst zu sammeln, möchte

ich in diesem Beitrag über unseren Umgang

mit und in der Natur schreiben. Ich weiß,

es werden Kurse über dieses Thema an allen

Ecken und Enden angeboten. Die Literatur

boomt. Wer nicht mindestens eine Kräuterzeitung

im Abo hat, kann nicht mitreden.

Es steht ja auch viel Interessantes drinnen.

Mit Bedacht verwenden

Ich selbst stamme aus einer Familie, in

der altes Wissen über die Heilwirkung von

Pflanzen tief verwurzelt ist. Als ich jung war

und die Krankenpflegeschule besuchte,

war das alles bei mir verpönt. Ich habe

der Pharmaindustrie voll und blind vertraut.

Mit den Jahren habe ich aber das

Ganze immer mehr hinterfragt. Es gibt sicher

Medikamente, die ihre Berechtigung

haben, aber es gibt auch viele andere. Man

schaue sich nur einmal die Werbung an.

Für mich gilt: Je lauter etwas beworben

wird, umso besser sollte man aufpassen.

Wildkräuter und –gemüse

auf dem Speiseplan

Deswegen gehört jetzt meine ganze Zuwendung

den Heilkräutern. Es ist eine wunderschöne

Aufgabe! Damit eröffnen sich

einfach ganz andere Perspektiven. Man

hört immer wieder, dass gerade das Wildgemüse

oft bitter schmeckt und die Familie

nicht mitmacht. Da muss man manchmal

halt z.B. den Löwenzahn oder den Giersch

ganz klein in den Salat oder die Suppe hacken,

sie sozusagen „unterjubeln“. Unsere

Verdauung bedankt sich. Bitterstoffe sind

Streicheleinheiten für Leber und Bauchspeicheldrüse.

Wir haben sie wirklich „bitter

nötig“! Durch die Züchtungen sind nämlich

immer mehr Bitterstoffe aus unserer

Ernährung verschwunden.

Sammeln – aber wie?

Was und wo man sammeln sollte, wissen

ja die meisten, aber beim „Wie“ hapert

es manchmal arg. Das Wichtigste ist,

glaube ich, dass, wer sich in den Gärten

des Schöpfers bewegt, wirklich die Achtsamkeit

walten lässt. Sammeln heißt nicht

ernten! Man sollte nur soviel nehmen wie

man braucht (ihr werdet es nicht glauben,

aber es ist viel weniger als man meint).

Kräuter, die im nächsten Frühjahr noch

übrig sind, kann man sehr gut als schöne

Dekoration noch in Gläser füllen. Aus Holunderblüten

oder Schafgarbe kann man

z.B. noch einen guten Sirup herstellen.

Keine Spuren hinterlassen

Mir haben Bauern erzählt, dass sie im

Frühjahr beizeiten Jauche ausbringen

müssen, um die Schlüsselblumensammler

davon abzuhalten, ihre Wiesen zu zertrampeln.

Das darf nicht sein! Jetzt, wo

die Zeit kommt, Wurzeln auszugraben,

sollte man keinen „Golfplatz“ zurücklassen.

Echte Kräutersammler hinterlassen

keine Spuren!

Natur Natur sein lassen

Ich möchte noch eine kurze Geschichte

frei nacherzählen, die ich einmal gehört

habe: Da ging ein Mann mit einer Rosskastanie

zu einem Chemiker und beauftragte

ihn, sie „nachzubauen“ mit allen Inhaltsstoffen.

Der Chemiker nahm die Herausforderung

an und übergab schließlich die

„künstliche“ Rosskastanie dem Mann. Der

nahm sie und setzte sie neben der echten

in die Erde. Er hegte und pflegte beide

gleich. Nach einer Woche keimte die echte

Rosskastanie, die andere war zerfallen. Da

eben wirkt das Quäntchen Göttlichkeit, das

es braucht, um etwas wachsen zu lassen

und wo der Mensch, Gott sei Dank, nicht

dreinpfuschen kann.

Helene Ambach-Eller

Sammeln heißt nicht zertrampeln

32

KulturFenster


Aus Verband und Bezirken

Heimatplege

Terrassenbau für Steinegg

Lokalaugenschein der Verbandsspitze mit Bauleitung und Gemeindevertretern

Die Luftaufnahme zeigt das langgezogene Dorf Steinegg mit dem für das Wohnprojekt

ausgewiesenen Areal.

Durchsicht der Baupläne: v.l.

Architekt Matthias Vieider, Obmann

des Heimatpflege verbandes Peter

Ortner, Gemeindereferent Rudolf

Lantschner, Bauherr Martin Resch und

Verbandsgeschäftsführer Josef Oberhofer

In einem Gebiet, das wie die Gemeinde

Karneid zu 97 Prozent von Steillagen geprägt

ist, führt die Suche nach geeigneten

Baugründen unweigerlich zu Diskussionen

und letztendlich zu Kompromissen. Neben

der bürokratischen Wegbereitung muss demzufolge

auch um die Zustimmung und Akzeptenz

der Bevölkerung, vornehmlich der Anrainer,

gebuhlt werden. Eine weitere Hürde hin

zur Umsetzung wurde Ende Juni mit einem

positiven Gutachten seitens des Heimatpflegeverbandes

genommen.

Im Zuge der Vertragsurbanistik der Gemeinde

soll ein Areal nahe dem Ortskern

als Erweiterungszone mit einem beachtlichen

Kubaturrahmen deklariert werden.

Dort soll nun ein Wohnkomplex mit etwa

20 Einheiten unterschiedlicher Größe entstehen.

Bis dato ist die Ortschaft vorwiegend

von Ein- und Mehrfamilienhäusern

im ländlichen Stil geprägt, nachvollziehbar

also, wenn sich angesichts des modernen

Konzeptes auch kritische Stimmen zu

Wort melden, vor allem jene einiger Anrainer,

die ihre Wohn- und Lebensqualität bedroht

sehen. Hinzu kommt die Sorge, wen

dieses Angebot letzten Endes nach Steinegg

locken wird.

Für und Wider

Das Wohnhaus soll entlang der Hauptstraße

am südlich abfallenden Hang des sogenannten

„Pstosser Bühls“ errichtet werden,

wenige Gehminuten vom Dorfzentrum

mit sämtlichen Infrastrukturen entfernt. Für

die Interessenten ist dies offenkundig ein

nicht von der Hand zu weisender Vorteil,

auch die Gemeindeverwaltung befürwortet

Lage und daran geknüpftes Vorhaben, seien

doch, laut Aussage des Bürgermeisters, Albin

Kofler, sämtliche Wohnbauzonen im Dorfgebiet

bereits erschöpft. Zudem seien in diesem

Falle keine Erschließung und die Erhebung

zusätzlicher Kosten notwendig. Dem entgegen

handelt es sich bei besagtem Waldstück

um eine gern besuchte Naherholungszone

mit identitätsstiftendem Charakter.

Feingefühl bei der Planung

Diesem Umstand sei mit äußerstem Feingefühl

begegnet worden, so Architekt und

Bauherr, beides ortsansässige Fachleute. Es

gelte, mit einem entsprechenden Konzept die

Attraktivität des Landschaftsbildes zu erhalten

und den öffentlichen Raum zu respektieren.

Entstehen soll folglich ein großflächig

begrünter Terrassenbau, welcher sich stufenförmig

an den Hang reiht. Aufgrund dieser

Bauweise fällt nur ein schmaler Waldstreifen

der Säge zum Opfer; die dahinter

liegende Hügelkuppe bleibt zur Gänze erhalten

und einsehbar. Laut Peter Ortner, Obmann

des Heimatpflegeverbandes Südtirol,

haben sich Architekt und Bauherr sehr darum

bemüht, in Steinegg ein Wohnobjekt

zu erstellen, das sich gut in die Landschaft

und in die unmittelbare Umgebung einfügt.

Durch den Terrassenbau sind keine größeren

Materialbewegungen erforderlich. Die geplante

Wohnbauzone liegt in der Nähe des

Dorfzentrums und ist daher mit allen Infrastrukturen,

einschließlich Zufahrt, ausgestattet.

Das Gebiet am Südabhang des „Pstosser

Bühls“ ist bereits heute ein beliebtes und

von der Bevölkerung viel aufgesuchtes Naherholungsgebiet.

Diese und andere Kriterien

sind ausschlaggebend für ein positives Gutachten

seitens des Heimatpflegeverbandes.

Bürgernähe zeigen

Im Rahmen einer Bürgerversammlung

wurden sämtliche relevanten Informationen

an die Bevölkerung weitergegeben.

Gemeinde, vornehmlich Ausschuss und

Baukommission, befürworten aus oben genannten

Gründen das Großprojekt. Bislang

halten sich die kritischen Einwände in Grenzen,

so der Bürgermeister Albin Kofler und

der Bauherr Martin Resch, die Wirtschaftlichkeit

des Bauwerkes sei unbestreitbar.

Die Konventionierung aller Wohneinheiten

sowie die Möglichkeit, Vorstellungen gemäß

persönlicher Bedürfnisse und dem verfügbaren

Kreditrahmen einzubringen, kommen

auch jungen Bauherren zugute. Allem

und jedem könne man nie gerecht werden,

so Martin Resch, aber man müsse ein offenes

Ohr für Klagen und Einwände haben

und mit entsprechenden Maßnahmen reagieren.

Nur auf diese Weise könne die Realisierung

angepeilt werden.

Sylvia Rottensteiner

Nr. 05 | Oktober 2014 33


Aus Verband und Bezirken

Sichtbare Geschichte

Einweihung des restaurierten Elektrizitätswerkes mit Turbine

der ehemaligen Brauerei in Vilpian

verlor die Bierbrauerei langsam ihre Bedeutung.

1924 fusionierte die Brauerei Vilpian

mit jener von Blumau.

Geschichte zum Bestaunen

und zum Anfassen

Die Segnung der Turbine am 14. September 2014

Auch das geschriebene Wort überdauert

die Zeit und hält Erinnerungen wach.

Doch wie viel intensiver mag das Erleben

von Geschichte über andere Sinneskanäle

ausfallen. In Vilpian steht seit dem 14. September,

dem Tag der Einweihung, das an

die Brauerei angeschlossene Elektrizitätswerk

samt massiver Pelton Turbine dem

Publikum offen. Ein Stück Geschichte eines

Dorfes und vieler Generationen!

Irmgard Mitterer, zusammengestellt

von Sylvia Rottensteiner

Ein einmaliges Denkmal historischer Ingenieurbaukunst

kehrt nach erfolgreicher

Restaurierung durch Heinrich Erschbamer

wieder an seinen ursprünglichen Einsatzort

zurück und kann dort jederzeit besichtigt

werden.

Historischer Hintergrund

Die Entstehung und Entwicklung des

Brauereiwesens im südlichen Tirol des 19.

Jahrhunderts steht in engem Zusammenhang

mit der aus Hohenems in Vorarlberg

stammenden jüdischen Familie Schwarz.

Ernst Schwarz und seine Brüder Wilhelm,

Moritz und Jakob unternahmen in Tirol

weitreichende Aktivitäten. Sie pachteten

das Bräuhaus in Gossensaß und das Carlische

Brauhaus in Gries, die sogenannte

Klösterle-Brauerei. 1849 gründeten sie die

Dampfbierbrauerei in Vilpian. Die Familie

Schwarz erwarb die Wiese am Kaltkelleranwesen

und ließ darauf die Brauerei errichten.

Betrieben wurde sie von Jakob

Schwarz als gelerntem Bierbrauer. Ab 1863

übernahm Wilhelm die Brauerei. Gebraut

wurde nach "Münchnerart" das sogenannte

Porter-Bier, das aus dem englischen Raum

stammte. Zur Eröffnung der Bozen-Meran-

Lokalbahn am 4. Oktober 1881 wurde am

Bahnhof in Vilpian Bier aus der Bierbrauerei

der Gebrüder Schwarz ausgeschenkt.

Die Vilpianer Brauerei gehörte zu den

größten in Südtirol, besaß eine eigene Mühle

und wurde 1897 mit einem Elektrizitätswerk

ausgestattet. Die Familie Schwarz gehörte

zu den Pionieren auf dem Gebiet der

technischen Erneuerung. Besonders technikbegeistert

war Sigismund, einer der beiden

Söhne von Ernst Schwarz. Sigismund

wurde 1849 in Hohenems geboren und

war später in Bozen ansässig, wo er 1919

verstarb. Das Elektrizitätswerk wurde nach

dem neuesten Stand der Technik mit einer

Turbine der Marke Pelton errichtet. Sigismund

Schwarz war auch einer der wichtigsten

Promotoren des Lokalbahnbaues

in Südtirol.

1915 wurde die Bierbrauerei von den

Brüdern Arnold und Sigismund Schwarz

in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung

(GmbH) umgewandelt. Mit dem Beginn

des ersten Weltkrieges und nach dem

Tod von Sigismund Schwarz im Jahr 1919

Die nach dem amerikanischen Ingenieur

Lester Pelton benannte Turbine

entsprach Ende des 19. Jahrhunderts

höchsten technischen Standards.

34

KulturFenster


Ins Bild gerückt

Heimatplege

Kultur – Architektur – Literatur

Heimatschutzverein Meran setzt markante Schwerpunkte

Hätte Franz Innerhofer damals nicht

überzeugen können, wäre das Vinschger

Tor schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts

geschliffen worden und hätte das

Schicksal mit dem Ultner Tor geteilt. Im

Laufe der vergangenen über 100 Jahre

konnten zahlreiche Vorhaben und Entscheidungen

des Heimatschutzvereines

auf Umwelt und Stadtbild Einfluss nehmen.

Beispielsweise wurde 1927 erfolgreich

die Errichtung eines Stauwerkes in

der Gilf verhindert; wie anders hätte die

Zukunft Merans wohl ausgesehen, wäre

dieses Vorhaben nicht geglückt? Auf der

anderen Seite steht die Erhaltung: Das Hotel

Merano, das Hotel Minerva, das Amorthaus,

der Freihof, der Mendelhof und die

Villa Bristol in der Freiheitsstraße zählen

zu den Stationen erfolgreichen Einsatzes

der jüngeren Zeit. Josef Vieider, Obmann

des Heimatschutzvereins Meran seit 1995,

bedauerte im Gespräch, dass dieses Engagement

unweigerlich auch zu Interessenskonflikten

führt. Bislang habe die

sachliche und argumentative Vorgangsweise

wenn nicht zur Zufriedenheit aller,

doch aber zu Kompromissen geführt.

Diskussionsbereitschaft und Beharrlichkeit

zählen zum Beispiel in Bezug auf den

seit über fünf Jahren im Bauleitplan verankerten

Ensembleschutz zu unumgänglichen

Tugenden.

Gegenwärtiges

Luftaufnahme von Meran

Heimat nicht nur erhalten, sondern Heimat

auch aktiv schaffen, Bestehendem und

Neuem offen, aber auch mit kritischem

Auge begegnen, so der Leitspruch der Meraner

Heimatschützer. Mit diesem Grundsatz

und zahlreichen in diesem Sinne gesetzten

Maßnahmen erfüllt der Verein für

die Kurstadt und deren Umwelt eine unverzichtbare

Funktion.

Historisches

Der Heimatschutzverein Meran ist landesweit

der älteste Verein im Verband.

Seine Gründung im Jahre 1908 war vor

allem der im 19. Jahrhundert beginnenden

Bauwut geschuldet, die Meran – einem

Phönix gleich – vom verschlafenen Bezirksstädchen

zum mondänen Kurort erhob.

Die wiederholten schweren Eingriffe in

das Landschafts- und Stadtbild erzeugten

Widerstand, denn nicht alle verdienten ihren

Obolus mit dem Aufschwung, nicht alle

Meraner waren dem blinden Fortschrittsglauben

unterlegen. So bildete sich um

den Arzt Franz Innerhofer eine Gruppe

Gleichgesinnter und gründete den ersten

Heimatschutzverein im damals noch geeinten

Tirol. „Der Verein für Heimatschutz

mit Sitz in Meran hat den Zweck, die Eigenheit

unserer Heimat zu schützen und

zu pflegen“, lautete die immer noch gültige

Satzung.

„Mittlerweile ist die globalisierte Welt

zur übersichtlichen Heimat geworden.

Wir sehen es als unsere Pflicht

an, unser kleines Mosaikteilchen Heimat

mitzugestalten und damit unseren

Beitrag zum Gesamtbild zu leisten.“

Josef Vieider

Erfolgreiches

Der mir vorliegende Tätigkeitsbericht

gibt Punkt für Punkt Aufschluss über die

rührige Teilnahme an der Stadtentwicklung.

Dabei fallen vor allem Interesse an

den Belangen der Stadtverwaltung und

Einblick in diverse Sachverhalte auf. Darauf

wird im Ausschuss vorwiegend mit

souveränem Weitblick reagiert: Eventualitäten

werden ein- und mögliche Reaktionen

werden geplant. Dies zu gewährleisten ist

möglich aufgrund der heterogenen Zusammensetzung

des 15-köpfigen Vereinsvorstandes,

der mit qualifizierten Fachleuten

nahezu alle Bereiche, mit denen sich der

Heimatschutz auseinandersetzt, abdeckt.

Zur Diskussion stehen derzeit beispielsweise

das Museum im Palais Mamming,

die Grünflächen vor der Landesfürstlichen

Burg oder die geplante Umgestaltung des

Theaterplatzes.

Literarisches

Wissenschaftlich und literarisch hinterfragt

wurde der Heimatbegriff anlässlich der

90-Jahr-Feier. Namhafte Größen wie der

Literaturhistoriker Max Siller von der Universität

Innsbruck oder der Autor Joseph

Zoderer näherten sich auf unterschiedliche

Weise der Bedeutung des Wortes. Etymologisch

stelle das Wort, so Siller, keine Probleme

dar, Erklärungsbedarf stelle sich bei

der Frage nach der Bedeutung ein. Mit

einem Streifzug von der Literatur der Antike

bis zu neueren salbungsvollen Versen

erläutert der Historiker jenes Ungesagte,

das bei jeder Nennung des Wortes Heimat

Nr. 05 | Oktober 2014 35


Ins Bild gerückt

Die Landesfürstliche Burg Meran

unwillkürlich mitschwingt: Iphigenie sucht

es mit der Seele, Elend verspürt jeder, der

es verliert und wer es findet, dem wird’s

im Herzen warm. Heimat ist so vieles, für

jeden etwas anderes, dass die Bedeutung

unmöglich auf ein Wort reduziert werden

kann, darum reflektierte Joseph Zoderer

mit Prosa und Lyrik.

„Ich weiß, dass Heimat für viele so etwas

wie Nest bedeutet, also Sicherheit,

Ruhe, Gewohnheit, vor allem aber

dieses: Vertrautheit […]. In diesem

gewachsenen Konsens ist jedoch oft

Abwehr, ja Aggressivität enthalten gegen

alles Neue, Fremde, auch Angst

und Ohnmacht […].“

Joseph Zoderer

Umfassendes

Sommerpromenade in der Gilf:

Symbiose von Kultur und Natur

(Foto: Daniel Vicentin)

Zoderer nimmt es vorweg: Heimat und

der Schutz der Heimat kann, nein darf

nicht in kleinstrukturierten Dingen und Vorstellungen

enden. Der Begriff ist dehnbar

und soll durchaus weiter gefasst werden.

So erschöpft sich Heimatschutz nicht nur

in der Erhaltung gewachsener Baukultur,

sondern setzt sich fort in zeitgemäßer Architektur.

„Schule des Auges“ nennt Obmann

Josef Vieider diese Sensibilisierung

für das Neue, Fremde, oft auch Angst-Machende.

Kulturreisen und Besuche im Meraner

Kunsthaus sind nur einige seiner bildungsorientierten

Maßnahmen. Tod und

Geburt, Abriss und Aufbau drehen den

Zeiger der Erdgeschichte. Dass nicht alles

Bestand haben kann, gehört ebenso

zum Selbstverständnis wie die Verpflichtung,

jenes mit Respekt zu behandeln,

was unsere Zeit überdauern kann. Unter

Der Theaterplatz Meran

diesem Grundsatz stand und steht ein Teil

der publizistischen Initiative des Vereins:

Der „Abriss“-Kalender erzählt von Verschwundenem,

der in Planung begriffene

„Aufbau“-Kalender will den Verlust wieder

wettmachen und listet eine Fülle von wertvollen

Gebäuden auf, die bewahrt, saniert

und in die Zukunft gerettet wurden. Dabei

wird auch vor historisch dunklen Epochen

wie dem Faschismus nicht Halt gemacht,

waren sie doch genauso prägend

für die Entwicklung von Land und Gesellschaft

wie freudvollere Tage.

Zukunftsweisendes

1993 wurde durch die Architektin Anntraud

Torggler eine Initiative ins Leben gerufen

mit dem hoffnungsvollen Wunsch

„Gemeinsam planen wir Meran“, die vom

Heimatschutzverein tatkräftig mitgetragen

wurde. Es folgte eine ganze Reihe von Treffen

und Veranstaltungen, darunter Begehungen

zu Fuß oder mit dem Rad. Im

Jahre 1998 schließlich wurde ein Prioritäten-Forderungskatalog

des umfassenden

Projektes mit Bürgerbeteiligung vorgelegt,

um die Übernahme in den Bauleitplan zu

erwirken. Aufgenommen wurde bis heute

nur ein Teil des erarbeiteten Landschaftsleitplans,

weitere Vorschläge harren noch

ihrer Ausführung. Möge der Wunsch der

Bevölkerung aber weiterhin Anregung

sein, die Grundgedanken nicht zu vergessen.

Papier ist geduldig, heißt es, und der

Heimatschutzverein Meran wacht mit erhobenem

Zeigefinger darüber, dass Flair

und Charme der „mediterranen Alpenstadt“

gewahrt werden.

Sylvia Rottensteiner

36

KulturFenster


Heimatplege

Beispiel aus dem Tagesgeschäft

Stellungnahme des Heimatschutzvereins Meran

zur geplanten Bushaltestelle am Marconipark

An dieser Stelle des Marconiparkes soll die neue Bushaltestelle errichtet werden.

Am 13. November 2013 wurde die obere

Freiheitsstraße in Meran von der Stadtverwaltung

zur Fußgängerzone erklärt und für

den motorisierten Verkehr gesperrt. Dabei

erzeugte bei der betroffenen Bevölkerung

besonders die improvisierte Verlegung der

Bushaltestellen aus dem Stadtzentrum Probleme

und rief verschiedene Protestaktionen

wie zum Beispiel eine Unterschriftensammlung

hervor.

Asphalt statt Grünläche

Die Stadtverwaltung beabsichtigt nun

mittels Bauleitplanänderung an der unteren

Cavourstraße, knapp oberhalb der

denkmalgeschützten Heiliggeistkirche,

eine neue Bushaltestelle einzurichten. Dafür

soll ein 48 Meter langer Grünstreifen

des ensemblegeschützten Marconiparks in

eine Bushaltebucht umgewandelt werden.

Der Heimatschutzverein hält eine Bushaltestelle

an diesem Ort angesichts der

Entfernung von den Fußgängerzentren für

absolut sinnlos und daher unangebracht,

zumal in nächster Nähe bereits 2 Haltestellen

bestehen (Cavourstraße und Romstraße).

Die Stadtverwaltung möge vielmehr

ihr Vekehrskonzept so ausrichten,

dass das Stadtzentrum funktionsgerecht

mit öffentlichen Verkehrsmitteln bedient

werden kann.

Heimatschutzverein Meran

steuert gegen

Die geplante Verkleinerung des ensemblegeschützten

Marconiparks wird vom

Heimatschutzverein entschieden abgelehnt.

Für die Kur- und Gartenstadt Meran

haben der Schutz und die Weiterentwicklung

der Parkanlagen und des Grünbestandes

eine unverzichtbare Bedeutung.

Umso unverständlicher erscheint die geplante

Baumschlägerung und Verkleinerung

eines Parks zu Gunsten eines fragwürdigen

Verkehrskonzeptes.

Josef Vieider für den

Heimatschutzverein Meran

Nr. 05 | Oktober 2014 37


Rundschau

Der nicht mehr gebrauchte Stall

Der unter Denkmalschutz stehende Oberjufalhof

in der Gemeinde Kastelbell-Tschars,

Auch aus einem altehrwürdigen Ensemble

oder einer alten Bausubstanz kann mit

entsprechendes Objekt geschaffen werden;

die Fotos von vorher und nachher unterstreichen

oberhalb von Schloss Juval gelegen, wurde

teilweise saniert. Im Vordergrund steht der

Schafstall, dem das Innenleben samt meterhoher

Mistansammlung entnommen und

eine Wohnung einverleibt wurde. Im Hintergrund

reckt sich der spätmittelalterliche,

zweigeschossige Turm; der breite senkrechte

Riss in der Außenmauer wurde fachmännisch

geschlossen und ein neues Dach mit

Schindeln aufgesetzt. Alles im allem handelt

es sich um eine sehr gelungene Sanierung,

Einfühlungsvermögen ein der heutigen Zeit

dies.

Franz Fliri

auf jeden Fall nachahmenswert. vorher nachher (Fotos: Martin

Ganner)

Neuer Fahnenbrauch

Früher wurden die Fahnen immer auf

dem Söller montiert. Großteils wird das

auch noch heute so praktiziert, doch einige

Kreative haben neue Ideen gefunden:

Man hängt die Tiroler Fahne einfach auf

den Baukran, vielleicht als Sinnbild für die

Verbauung des Landes, oder damit man

von Weitem sieht, dass wir aufrechte Tiroler

mit Herz und Hand sind.

Michl Burger

Erfolgreicher Beneiz-Heimatabend in Lana

Sänger und Musikanten musizieren für einen guten Zweck

Unter dem Motto „Musik, Gesang, Mundart

und Tanz“ ging kürzlich − bereits zum

12. Male − der traditionelle Benefiz-Heimatabend

im Raiffeisenhaus über die Bühne.

Alle Mitwirkenden stellten sich in den Dienst

einer guten Sache.

Der Erlös der Veranstaltung kam der

„Stillen Hilfe im Dorf“ zugute, deren Verein

es sich zur Aufgabe gemacht hat,

notleidenden Menschen schnell und unbürokratisch

zu helfen. Alle Sänger und

Musikanten gaben ihr Bestes: die Jagdhornbläsergruppe

Lana unter der Leitung

von Norbert Breitenberger, der Burggräfler

Viergesang unter der Leitung von Albert

Seppi, die Zollweger Buabm mit Franz,

Bernhard und Klaus Pfeifhofer, die „Dreisoatign“

mit Walter Schönweger sowie Roswitha

und Raimund Eisenstecken aus

Ein buntes Stelldichein von Sänger und Musikanten auf der Bühne im Raiffeisenhaus

von Lana (Foto Arthur Kofler)

Vahrn, der Kapuzinerchor Lana, die Volkstanzgruppe

Lana, Mundartdichterin Maria

Sulzer und Sprecher Alfred Sagmeister. Mit

dabei waren Luis Santer-Stadler, der Ideator

dieser gemeinnützigen Veranstaltung,

Rosa Pfattner vom Verein „Stille Hilfe im

Dorf“ sowie die Gemeindereferenten Olav

Lutz und Helmuth Holzner in Vertretung

der Marktgemeinde Lana. Im Anschluss

an dieses volksmusikalische Stelldichein

kredenzte Sepp Pircher-Hofmann köstlichen

Apfelsaft.

38

KulturFenster


Arge Lebendige Tracht

Heimatplege

Silberne Edelweiß

Anpezo Hayden lässt grüßen!

„Die Tracht geht über die Jöcher“, heißt

ein altes Sprichwort. Dies wird wohl auch

der Grund dafür gewesen sein, dass die

Edelweiß in Filigrantechnik aus dem benachbarten

ladinischen Anpezo Hayden,

wie Cortina d’Ampezzo zu altösterreichischer

Zeit bis 1923 hieß, den Weg ins Gadertal

gefunden haben. Heute noch zieren

sie das Mieder der sogenannten „Manies

blanches“, dieser einfachen, noblen Frauentracht

mit den weißen Ärmeln.

Was ist die Filigrana?

Das Wort stammt aus dem Lateinischen

„filum granum“, was so viel wie „körniger

Faden“ heißt. Diese zarte Kunst der Edelmetallverarbeitung

ist schon seit dem Altertum

bekannt. Die Wiege vermutet man

in Asien, von wo aus sie sich über den

Orient im gesamten Mittelmeerraum verbreitet

hat. Nach Anpezo brachten sie wohl

schon im 18. Jahrhundert venezianische

Goldschmiede. Vor allem in der zweiten

Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte sich

Anpezo mit der Herstellung der Filigrana

weit über die Grenzen hinaus einen Namen

gemacht. Mit dem rasanten Ansteigen

des Fremdenverkehrs um die Mitte

des 19. Jahrhunderts sah man zudem in

der Herstellung von Souvenirs eine willkommene

Einnahmequelle. Vor allem im

Winter entstanden in Heimarbeit wunderschöne

Stücke: Broschen, Haarnadeln,

Schließen, kleine Döschen, Bilderrahmen

und vor allem Blumen.

Blumen als Vorlagen

Die Anpezaner waren schon immer ein

handwerklich begabtes Volk. Sie verfeinerten

die Technik und erweiterten immer mehr

die Produktpalette. Im Jahr 1874 wurde

sogar in der bereits bestehenden Kunstschule

im Ort eine eigene Sektion für Filigrantechnik

eingerichtet. Die folgenden

20 Jahre kann man wohl als die Hochblüte

der Filigrana bezeichnen. Die Anpezaner

überflügelten sogar die Venezianer,

was die Feinheit der Arbeiten betraf. Als

Feinste Filigrana auf Gadertaler Tracht

Vorlage dienten vor allem die Blumen vor

Ort, die man detailgetreu nachzuahmen

versuchte: Lilien, Maiglöckchen, Anemonen,

Christrosen, Orchideen und natürlich

Edelweiß.

Filigrantechnik

Das Herstellen der hauchfeinen Silberfäden

war Aufgabe der Männer. Eine Kunst

für sich! Nur 0,08 mm betrug der Durchmesser

eines Silberfadens – dünner als

ein Haar. Selbst gezogen natürlich. Zwei

davon wurden zusammengedreht, sodass

diese typische perlenartige Struktur entstand.

Mit ruhiger Hand, guten Augen und

größter Geduld setzten dann die Frauen,

aber auch Jugendliche, mit spitzen Pinzetten

die Fäden zu kunstvollen Gebilden

zusammen. Zeit spielte dabei keine Rolle.

In Umrisse aus etwas dickerem Silberdraht

wurden die hauchfeinen Silberfäden eingesetzt,

äußerst vorsichtig verschmolzen

und mittels eigener Holzformen in die gewünschte

Form gebracht. Gelbe Teile wurden

vergoldet.

Verfall des Kunsthandwerks

Familiennamen wie Verocai, Ghedina,

Alverà, Dinai, um nur einige zu nennen,

erinnern an die kurze goldene Zeit der Filigrana.

Die Schließung der Kunstschule

im Jahr 1894, mangelnde künstlerische

Weiterentwicklung, der Erste Weltkrieg,

vor allem aber private Geschäftsinteressen

führten zu einem raschen Verfall des

Kunsthandwerks.

Als letzter seiner Zunft in Anpezo stellt

heute noch Stefano Verocai in 4. Generation

Filigranarbeiten her. Aus Leidenschaft,

allerdings mit dickerem Silberfaden. Sonst

wäre die Arbeit unbezahlbar. Die Gadertalerinnen

tragen wahre Schätze auf ihren

„Manies blanches“.

Agnes Andergassen

Nr. 05 | Oktober 2014 39


Arge MundArt

Mundartdichterinnen in Aldein

Literarisches und musikalisches Treffen

Gut ein Dutzend Mundartdichterinnen aus

Südtirol mit Landesvorsitzendem Martin Achmüller

an der Spitze trafen sich kürzlich im

idyllischen Unterlandler Dorf Aldein zu einer

literarischen Begegnung.

Gemeinsam besuchten die Literaturbeflissenen

die Grabstätte von Professor Alfred

Gruber, ehemals Präsident, Pionier

und großer Förderer der Arbeitsgemeinschaft

MundART im Südtiroler Heimatpflegeverband.

Anschließend begab sich die

„schreibende Zunft“ – Margit von Elzenbaum,

Anna Lanthaler, Klothilde Oberarzbacher,

Elisabeth Oberhofer, Anna Steinacher,

Maria Mutschlechner , Theresia

Nischler, Rita Zuegg, Martha Sulzer, Edith

Ruedl, Zita Mitterrutzner, Heidi Plunger

und Johanna Gamper – in den nahe gelegenen,

historischen Gasthof „Krone“. Unter

malerischem Gewölbe wurden heitere

und besinnliche Gedichte und Geschichten

vorgetragen. Zwischendurch erklangen

Lied und Jodlergesang – begleitet von Maria

Sulzer an der Gitarre. Im Oktober gibt es

für die Mundart-Schreibenden den nächsten

wichtigen Termin: Sie treffen sich zur

„Schreibwerkstatt“ mit dem namhaften

Pusterer Autor Wolfgang Sebastian Baur.

Maria Sulzer

Südtiroler Mundart-Schreibende am

Dorfbrunnen von Aldein. V.l. stehend: Zita

Mitterutzner, Heidi Plunger, Martha Sulzer,

Elisabeth Oberhofer, Anna Steinacher,

Theresia Nischler, Klothilde Oberarzbacher,

Anna Lanthaler, Maria Mutschlechner, Rita

Zuegg und Maria Sulzer; vorne sitzend:

Edith Ruedl, Johanna Gamper, Margit von

Elzenbaum und Martin Achmüller

• Büchertisch •

Reinhold Stecher

Alles hat seine Zeit

Eine Fundgrube an Lebensweisheiten

Neues Lesevergnügen für die unzähligen

Stecher-Fans

Immer wieder kommen im Nachlass des

Innsbrucker Bischofs Reinhold Stecher

kleinere und größere Kostbarkeiten aus

der Feder des vielseitigen Lehrers und

Seelsorgers zum Vorschein: Gedichte,

Karikaturen und Bilder, Betrachtungen

und Ansprachen, die in Summe deutlich

machen: Der Geist des Evangeliums ist

ein Elixier für alle Lebenslagen.

Bischof Stecher hat in seiner Dissertation

das biblische Weisheitsbuch Kohelet

studiert und oft zitiert, in dem es heißt

„Alles hat seine Zeit …“. Und diesen

„Zeiten“ ordnet sein Freund und Nachlassverwalter

Paul Ladurner die neuen

Fundstücke zu: einer Zeit zum Lachen

und einer Zeit zum Klagen, einer Zeit

zum Nachdenken und einer Zeit zum

Schmunzeln, einer Zeit zum Träumen,

einer Zeit zum Wandern und einer Zeit

zum Meditieren.

Es ist bekannt, dass Bischof Stecher immer

wieder offene Worte fand, wenn es

darum ging, Irrwege oder Missstände in

seiner Kirche zu benennen, etwa im Umgang

mit Macht, bei der Rekrutierung von

Führungskräften oder zum Thema Sexualität.

Als kreativer Kopf brachte er – häufig

in Karikaturen – Kritik und Lösungsvorschläge

trefflich auf den Punkt. Diese

teilweise auch scharfen Texte und Zeichnungen

jetzt zu veröffentlichen, versteht

Herausgeber Paul Ladurner als konstruktiven

Beitrag zur Kirchenreform, um die

sich Papst Franziskus bemüht. Mit dem

Buch wird die Behindertenwohngemeinschaft

„Arche Tirol“ unterstützt – ein Herzensanliegen

Reinhold Stechers.

Der Autor:

Reinhold Stecher (1921–2013) war über

dreißig Jahre in der Jugendseelsorge und

als Religionspädagoge in seiner Heimatstadt

Innsbruck tätig. Von 1981 bis 1997

war er Bischof der Diözese Innsbruck und

im Ruhestand erfolgreicher Autor, Zeichner

und Maler. Er ist Träger zahlreicher

Preise, u. a. Ökumenischer Predigtpreis

2010 für sein Lebenswerk (Bonn). Jedes

seiner Bücher – alle bei Tyrolia – ist

zu einem Bestseller geworden.

Texte, Bilder und Zeichnungen zum Lachen

und Klagen, zum Träumen und Nachdenken.

Aus dem Nachlass herausgegeben

von Paul Ladurner. 160 Seiten,

22 farb. und 49 sw. Abb.; Tyroliaverlag,

Innsbruck/Wien, 19,95 Euro. Auch als

E-Book erhältlich: 6,99 Euro.

40

KulturFenster


Arge Volkstanz

Heimatplege

Volksmusik mit Niveau

Hoangart auf Schloss Prösels

Am 15. Juni 2014 war es wieder soweit –

zum 29. Mal fand ein Hoangart auf Schloss

Prösels statt, immer in der ersten Junihälfte

und immer in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler

Volksmusikkreis und dem Kuratorium

Schloss Prösels.

Von den 29 aktiven Jahren war es 17 Jahre

lang Christine Rier, die den Volksmusikkreis

vertrat, 12 Jahre lang war es der nunmehrige

Obmann des SVMK Luis Rieder und von der

Seite des Kuratoriums arbeitete die ganze

Zeit der Kulturverantwortliche Reinhold Janek

an der Organisation des Hoangarts mit

– heuer allerdings zum letzten Mal, weil er

nach 32 Jahren mit dem Jahr 2015 in den

verdienten Ruhestand treten wird. Der Hoangart

war immer ein großer Erfolg, wohl

auch deshalb, weil die Veranstalter immer

sehr darauf bedacht waren, echte und niveauvolle

Volksmusik zu bieten.

Buntes Allerlei

Am 15. Juni wurde ab 15 Uhr gesungen,

gespielt und getanzt und durch den Nachmittag

begleitete wie schon seit vielen Jahren

Nikolaus Köll. An verschiedenen Schauplätzen

im Schloss spielten die Tanzlmusig Brun-

eck, die Geigenmusik „Frisch g’strichn“ aus

dem Pustertal und die Alphornbläser Tiers,

die für die verhinderten „Stubenhocker“ aus

Meran eingesprungen waren. Für den Gesang

sorgten der Mädchendreigesang Haslach

und der Kohlbründl Viergesang mit Peter

Reitmeir an der Harfe. Die Sparte Volkstanz

war durch die Volkstanzgruppe Sarntal glänzend

abgedeckt. Die Stimmung der über 300

Hoangart-Besucher war ausgezeichnet und

man trennte sich mit dem beidseitigen Versprechen,

den Termin im Jahr 2015 nicht

zu versäumen.

Christine Rier

Tanzlmusig Bruneck

Volkstanzgruppe Sarntal

Kohlbründl Viergesang mit Peter Reitmeir an der Harfe

Tierser Alphornbläser

Nr. 05 | Oktober 2014 41


Arge Volkstanz

Bergmesse am Pfitscher Joch

Tänzer und Tänzerinnen begaben sich auf das Pitscher Joch,

um an der Messe teilzunehmen

Am Sonntag, 7. September, war es wieder

soweit: Am Pfitscher Joch fand die bereits

zur Tradition gewordene Bergmesse der Arbeitsgemeinschaft

Volkstanz statt.

Nord- und Südtiroler Tänzer und Tänzerinnen

feierten grenzübergreifend gemeinsam

um 11.00 Uhr einen Wortgottesdienst.

An die hundert Teilnehmer begaben sich

trotz des ungünstigen Wetters auf das Pfitscher

Joch, um an der Messe unter freiem

Himmel teilzunehmen. Diakon Otto Ritsch

aus Afers gestaltete würdevoll den Gottesdienst,

welcher von den „Pflerer Gitschn“

musikalisch mit Ziachorgl und Geigen feierlich

umrahmt wurde.

Monika Rottensteiner, Erste Vorsitzende

der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol,

freute sich sehr über die rege Teilnahme

und Herr Kaspar Schreder, Vorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz

Tirol, betonte, dass es schon in früherer Zeit

Brauch war, nach der Messe zum Tanz aufzuspielen.

Und so wurde im Anschluss an

die Messe auch fleißig getanzt; es wurden

alte Kontakte neu aufgefrischt und dem

ungemütlichen Wetter zum Trotz herrschte

eine warme, freundschaftliche Stimmung.

Bis in die Nachmittagsstunden wurde bei

Musik und Tiroler Tänzen „gehoangortet.“

Der Ursprung dieser Hl. Messe reicht

bis in die 1980er Jahre zurück. Bei gemeinsamen

Sitzungen zwischen Nordund

Südtirol war diese Idee entstanden.

Die Hl. Messe findet alle zwei Jahre am

Pfitscher Joch statt.

ARGE Volkstanz

Die Teilnehmer bei der Hl. Messe

Die Pflerer Gitschn

Hereinspaziert

• Kindertanzseminar – Teil von Modul 1

am Samstag, 8. November 2014, von 9 bis 16 Uhr im Vereinshaus Pfalzen. Weitere Infos im Büro der Arbeitsgemeinschaft

Volkstanz – Tel. 0471-970555 oder info@arge-volkstanz.org

• Landeskathrein-Tanzfest

am Samstag, 15. November 2014, im großen Saal des Meraner Kurhauses. Einlass ab 19 Uhr, Auftanz um

20 Uhr. Zum Tanz spielt die „Laaser Böhmische“ und für die Pausengestaltung sorgen Volkstänzer aus dem

Bezirk Eisacktal. Tracht oder festliche Kleidung erwünscht.

Tischreservierungen und weitere Infos im Büro der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz – Tel. 0471-970555 oder

info@arge-volkstanz.org

• Volkstanz-Winterlehrgang

von Freitag, 26. Dezember 2014, bis Donnerstag, 1. Jänner 2015, im Haus der Familie/Lichtenstern am Ritten.

Tanzen, Musizieren und Singen mit fachkundigen Referenten.

Weitere Infos im Büro der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz – Tel. 0471-970555 oder info@arge-volkstanz.org

42

KulturFenster


Vorweg

Wohltat für Seele,

Körper und Gemeinschaft

Die Macht des Singens

Erich Deltedesco

Die Stimme gilt als ein Spiegelbild unserer

Seele. Mit ihr reden, schreien, flüstern und

krächzen wir. Unendlich viele Töne lassen

sich ihr entlocken. Und manchmal, wenn

wir singen, kann die Stimme andere Wesen

verzaubern.

So wie es Orpheus, der sagenhafte Sänger

der Antike, konnte. In kaum einer anderen

Erzählung wird die Macht des Singens

so eindringlich beschworen wie im Mythos

des Orpheus. Mit seiner Stimme und seiner

Lyra konnte er Steine erweichen und

Tiere zähmen, ja, er überwand sogar die

Grenzen des Todes, als es ihm gelingt, in

das Totenreich des Hades einzudringen.

Aber Singen kann noch mehr als verzaubern.

„Wer singt, lebt gesünder", ist

Wolfram Seidner überzeugt, emeritierter

Professor an der Klinik für Phoniatrie und

Audiologie der Charité Berlin. Gesundheit

wird von der Weltgesundheitsorganisation

als „umfassendes geistiges, physisches und

soziales Wohlbefinden“ definiert. Man weiß,

dass aktives Singen dazu führt, dass Sängerinnen

und Sänger sich deutlich besser

fühlen, dass Singen in Gemeinschaft allgemein

die Fähigkeiten als „soziales Wesen“

steigert. Ganz ohne Worte rufen Musik

und Gesang Gefühle hervor, verborgene

Emotionen werden geweckt, Spannungen

in Körper und Seele gelöst und verschüttete

Kräfte wieder belebt.

Wer singt, lebt gesünder

Singen fördert also unser körperliches

und seelisches Wohlbefinden. Bei vielen

herausragenden Ereignissen an besonderen

Orten unserer Heimat wie in der Eggentaler

Schlucht, in den Gärten von Schloss

Trauttmansdorff, in der Festung Franzensfeste

oder auf Schloss Rodenegg haben

viele hunderte, ja tausende Sängerinnen

und Sänger in den letzten Monaten diese

wichtige Botschaft wiederum wirkungsvoll

verkündet, die Vielfalt und die Schönheit

des Chorgesangs, sowie die Begeisterung

für das Lied einem breiten Publikum nahegebracht.

Dass Musik und Gesang unser

Leben bereichern, wissen wir alle. Dass

aber aktives Singen in einer Gemeinschaft

unsere Lebensqualität in einem ganz besonderen

Maße steigert und uns Geborgenheit

und Heimat schenkt, das müssen

wir uns und den anderen Menschen

immer wieder bewusst machen. Solche

Sängerfeste sind gerade in einer Zeit der

Leistungslogik und der Vereinsamung der

Menschen ein notwendiges Zeichen, eine

gute Gelegenheit zu zeigen, dass Singen

Freude bereitet, dass Chorgesang Gemeinschaft

und Freundschaft bedeuten

kann, dass Singen hilft unsere Persönlichkeit

zu entfalten.

Die Chorfeste, die in unserem Land mit

so großem Erfolg veranstaltet werden, sind

nicht überflüssiger „Luxus“, sondern geradezu

notwendiger Bestandteil einer gelebten

Kultur. Sie erinnern an Werte, die

in einer Welt der Leistungslogik in Gefahr

sind. Mögen die Chöre in unserem Land

weiterhin Botschafter für die Freude des

Singens sein!

Erich Deltedesco

Obmann des Südtiroler Chorverbandes

Orpheus und Eurydice,

Jean-Louis Ducis, 1826.

Nr. 05 | Oktober 2014 43


Das Thema

Singen fördert die

Gehirn-Entwicklung

Studien bestätigen immer wieder die große

Bedeutung des Musikunterrichts

Das Singen sollte auch in der Schule einen immer größeren Stellenwert bekommen, sind doch die Vorteile für die

Persönlichkeitsentwicklung der Kinder durch Studien immer wieder bestätigt worden.

Das Gehirn ist ein komplexes System,

das sich durch Lernen entwickelt. Die Bildung

der Vernetzung im Gehirn bei Kindern

- und auch Erwachsenen - kann also gefördert

oder behindert werden. Längst hat die

Pädagogik erkannt, dass es in der Schule

nicht darauf ankommt, in die Kindergehirne

möglichst viel Wissen zu „stopfen“, sondern

dass es um Grundfertigkeiten geht, die jeder

Mensch im Leben braucht, um sich zurechtzufinden.

Um Grundfertigkeiten im Bereich

des Denkens und Kombinierens, des Kreativen

und des Umgangs mit sich selbst und

mit anderen zu erlernen – und damit auch

die Hirnentwicklung in diese Richtung zu

lenken – brauchen die Kinder nicht Quantität,

sondern Qualität. Das heißt nicht möglichst

viele Informationen, sondern einen

vertiefenden, persönlichen Umgang mit

Informationen, schlussendlich eine Beziehung

zum Gelernten, zu anderen Menschen.

Diese Beziehungspflege erhöht auch die

Beziehung der neuronalen Netzwerke, wie

Prof. Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie

in Göttingen, betont: „Indem Kinder

gleichzeitig mit sich selbst, mit anderen

Menschen und dem was sie umgibt, in

Beziehung treten, stellen sie auch in ihrem

Gehirn Beziehungen zwischen den dabei

gleichzeitig aktivierten neuronalen Netzwerken

her, erhöhen sie das Ausmaß der

Konnektivität. Die Gelegenheiten, bei denen

Kindern das gelingt, sind Sternstunden

für Kindergehirne.“ Diese Sternstunden

würden in einer von Effizienzdenken,

Reizüberflutung, Verunsicherung und Anstrengung

geprägten Lebenswelt leider immer

seltener.

Singen ist Kraftfutter

für das Gehirn

„Im gemeinsamen, unbekümmerten und

nicht auf das Erreichen eines bestimmten

Zieles ausgerichteten Singen erleben

Kinder solche Sternstunden“. Singen sei

Kraftfutter für das Gehirn, betont Hüther.

Beim Singen werden im kindlichen Gehirn

gleichzeitig sehr unterschiedliche

Netzwerke aktiviert und miteinander verknüpft:

Es komme beim Singen zu einer

44

KulturFenster


Aus Verband und Bezirken

Chorwesen

Aktivierung emotionaler Zentren und einer

gleichzeitigen positiven Bewertung der dadurch

ausgelösten Gefühle. So werde das

Singen mit einem befreienden emotionalen

Zustand verkoppelt: „Singen macht das

Herz frei“. Das gemeinsame, freie Singen

führe auch zur Offenheit für die Gefühle

und Äußerungen anderer. Die Erfahrung

von „sozialer Resonanz“ ist nach

Hüther eine der wichtigsten Ressourcen

für die spätere Bereitschaft, gemeinsam

mit anderen Menschen nach Lösungen

für schwierige Probleme zu suchen. So ist

auch das Sprichwort „wo man singt, das

lass´ dich nieder, böse Menschen haben

keine Lieder“ zu erklären. Gemeinsames

Singen mit anderen aktiviere die Fähigkeit

zur „Einstimmung“ auf die anderen und

schaffe so eine emotional positiv besetzte

Grundlage für den Erwerb sozialer Kompetenzen.

Da das Singen am Anfang immer

mit anderen und mit der dabei empfundenen

positiven emotionalen Besetzung

erfolgt, komme es zu einer sehr komplexen

Kopplung, die später im Leben, auch beim

Singen ganz allein für sich wieder wachgerufen

wird. Beim Singen komme es individuell

zu sehr komplexen Rückkopplungen

zwischen erinnerten Mustern, etwa Melodie,

Tempo, Takt, und dem zum Singen erforderlichen

Aufbau sensomotorischer Muster,

der Wahrnehmung und Korrektur der

eigenen Stimme. Singen sei also ein ideales

Training für Selbstreferenz, Selbstkontrolle,

Selbststeuerung und Selbstkorrektur.

Hüther weist auch darauf hin, dass Singen

Integrationsprozesse, z.B.von Migranten

und Behinderten, aber auch Wundheilung

fördere, Generationen verbinde und

den Spracherwerb erleichtere.

Studie bestätigt: Musikschüler

lernen leichter

Dass Musik sich positiv auf die Entwicklung

des kindlichen Gehirns und Sozialverhaltens

auswirkt, bestätigte kürzlich auch eine

Studie der Universitäten Heidelberg und

Graz, bei der rund 150 Schüler mit und

ohne Instrumentalunterricht über mehrere

Jahre hinweg mit psychoakustischen Messungen,

psychologischen Tests und Kreativitätstests

sowie Kernspintomografie und

Magnetenzephalografie untersucht wurden.

Es zeigte sich, dass Kinder, die ein Instrument

lernen, beim Zuhören, Lesen und

Rechtschreiben Vorteile haben und sich

selbst besser unter Kontrolle haben. Chorgesang

bzw. das Lernen eines Instruments

könnte so bei Hyperaktivität oder übersteigerter

Impulsivität eingesetzt werden. Die

Studie bestätigte auch, dass Kinder, die ein

Instrument lernen, eine bessere Hörfähigkeit

entwickeln und dass mit dem Musikunterricht

eine Entwicklung der für Sprache

und Hören zuständigen Gehirnareale

einhergeht. Die Forscher stellten fest, dass

bei musikalisch geübten Kindern die linke

und rechte Gehirnrinde synchron auf akustische

Reize wie Töne und Wörter reagieren.

Bei untrainierten Kindern reagieren die

Gehirnareale leicht zeitverschoben. Bei Kindern

mit ADHS, also einem hyperaktiven

Verhalten, das sich auf Sozial- und Lernverhalten

negativ auswirken kann, reagieren

die Hirnhälften markant zeitverschoben.

Diese Entdeckung könnte erklären,

warum ADHS oft mit einer Lese-Rechtschreibschwäche

einhergeht.

Aus diesen Überlegungen und Studien

kann man also folgern, dass das Singen

bzw. der praktische Instrumentalunterricht

gerade als Korrektiv in einer Umgebung der

Reizüberflutung eine immer größere Bedeutung

bekommt, gerade auch um Störungen

im Lern- und Sozialverhalten vorzubeugen

bzw. um diese zu lindern.

Südtiroler Chorverband und Verband der Kirchenchöre Südtirols

Gemeinsame Ehrenurkunde

Ab sofort können Chöre, die Mitglied beider Chorverbände sind, eine gemeinsame Ehrenurkunde beantragen.

Die Ehrenurkunden werden von beiden Verbandsobleuten und vom zuständigen Pfarrer unterschrieben und werden in Gold (ab

40 Jahre), in Silber (ab 25 Jahre) oder in Bronze (ab 10 Jahre Gesangstätigkeit) vergeben. Die gemeinsamen Ehrenurkunden

können wahlweise beim Verband der Kirchenchöre Südtirols oder beim Südtiroler Chorverband beantragt werden.

Es besteht keine Verpflichtung zur Verleihung der gemeinsamen Ehrenurkunden, sondern es ist ein Angebot der beiden Chorverbände,

denn es können auch weiterhin, wie bisher, die eigenen Urkunden des jeweiligen Chorverbandes beantragt werden.

Männerstimmen gesucht!

Mixmelodium - Ritten

Der Rittner Chorverein Mixmelodium sucht Männerstimmen: „Egal ob Tenor, Bariton oder Bass, ob jung oder junggeblieben - wir

brauchen euch alle! Meldet euch bitte bei Chorleiterin Sandra unter Tel. 349 75 46 331!“ schreibt der Chorverein. Mixmelodium

weist auch darauf hin, dass das Probelokal mit der Rittner Seilbahn von Bozen aus in 15 Minuten erreichbar ist

Nr. 05 | Oktober 2014 45


Aus Verband und Bezirken

„Die alten Mauern zum

Leben erweckt!“

Bezirk Eisacktal-Wipptal: Chöre-Festival auf Schloss Rodenegg

Der Kirchenchor Feldthurns

„Die Mauern haben zu singen begonnen!“

Mit diesen Worten drückte der Bürgermeister

von Rodeneck Klaus Faller seine

Freude über den Erfolg des Chöre-Festivals

am Sonntag, 21. September, auf Burg Rodenegg

aus, zu dem der Bezirk Eisacktal/

Wipptal im Südtiroler Chorverband und im

Verband der Kirchenchöre Südtirols geladen

hatte. Eröffnet wurde das Chöre-Festival

mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche

von Rodeneck, der von P. Urban

Stillhard zelebriert und von den Kirchenchören

Mühlbach, Vals, Spinges und dem

Vokalensemble „Gaudium“ sowie an der

Orgel von Klaus Kohlhaupt und Armin Mitterer

musikalisch mitgestaltet wurde. Ab

11 Uhr bevölkerten dann Hunderte Sänger

und Freunde der Chormusik die Schlossanlage,

wo sie von Bezirksobmann Gottfried

Gläserer und einem Bläserquartett

festlich begrüßt wurden. 17 Chöre aus

dem ganzen Eisack- und Wipptal sangen

an stimmungsvollen Orten der Burg, so im

Schlossgarten, im Hochzeitssaal oder im

Schlosshof. Die Chöre stellten sich kurz

vor und so erfuhren die interessierten Besucher

auch einiges über das Chorleben

im Bezirk, etwa dass viele Chöre auf eine

mehrhundertjährige Geschichte zurückblicken

können, dass sie mehr oder weniger

jung im Durchschnittsalter sind oder wie

oft sie im Jahr auftreten.

Den Reigen begann der Kirchenchor

Vals, der u.a. ein Volkslied aus Niederösterreich

und eines aus Tirol sang, gleich

danach stellte sich der Kirchenchor Teis

auf humorvolle Art vor, indem die Sänger

diskutierten, ob nun englisch oder traditionell

gesungen werden soll. Beim Männerchor

Schalders durfte weder ein Trinklied

noch „etwas Romantisches“ fehlen,

der Kirchenchor Mauls sang im Hochzeitssaal,

der die Zuhörer kaum fassen

konnte, drei Neue geistliche Lieder. 180

Jahre lang gibt es schon den Kirchenchor

Stilfes, der mit seinen 44 Sängern

und Sängerinnen auftrat, und der Kirchenchor

Schalders rührte die Zuhörer

vor allem mit einem leidenschaftlichen

Tirol-Bekenntnis: „Tirol, du meine Hei-

mat!“ Dass es den Kirchenchor Feldthurns

seit 1544 gibt, erfuhren die Zuhörer

beim Auftritt dieses großen Chores

im Schlossgarten, wo auch der Kirchenchor

Villanders und der Männerchor Lajen

auftraten und der Pfarrchor Lüsen

die Auftritte im Garten u.a. mit dem Lied

„Hoamgian“ abschloss. Im Schlosshof

leiteten der Kirchenchor Gufidaun, der

Gesangsverein Gasteig, der Kirchenchor

Ridnaun und der Männergesangsverein

Brixen auf die Abschlussfeier über. Dass

die Zuhörer nicht müde waren, zeigte ihr

Applaus und ihr Wunsch nach Zugaben,

obwohl das schöne Wetter inzwischen Regenschauern

gewichen war, was der guten

Stimmung aber keinen Abbruch tat.

So ertönten einen Tag lang in den alten

Gemäuern klassische Lieder, Volkslieder,

Heimat-, Wein- Liebes- und geistliche

Lieder, sodass den Zuhörern der Reichtum

und die Lebendigkeit der Südtiroler

Chorszene bewusst wurde. Dies ist auch

eines der Ziele eines solchen Chöre-Festivals,

wie Verbandsobmann Erich Del-

46

KulturFenster


Chorwesen

Im Schlosshof lauschen die Zuhörer dem Gesang des Gesangsverein Gasteig.

tedesco betont: „Wir wollen das Chorwesen

wieder einmal in das Rampenlicht

der Öffentlichkeit rücken und auf die Bedeutung

des Singens hinweisen. Chorgesang

ist ein Gemeinschaftserlebnis, das

Freude macht.“ Bezirksobmann Gottfried

Gläserer freute sich über die vielen Teilnehmer:

„Es ist bemerkenswert und sehr

erfreulich, dass 17 Chorgemeinschaften

die Einladung zu diesem einmaligen Ereignis

angenommen haben. Diese hohe

Beteiligung ist ein deutlicher Beweis für

die Lebendigkeit der Chorszene im Bezirk

Eisacktal/Wipptal.“ Singen sei Kommunikation

auf musikalischer Ebene,

das Festival sei eine gute Möglichkeit

Erfahrungen auszutauschen, sich näher

kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen

und Freundschaften zu vertiefen. Gelegenheit

dazu gaben nicht nur die vielen

Kurzkonzerte, die bis 16 Uhr die Zuhörer

in ihren Bann zogen, sondern auch

die Tänze und Schwertkämpfe der Ritter

von Andrian im Schlossgarten oder das

Zusammensitzen bei Knödeln und Tirtlan,

die die Bäuerinnen von Rodeneck

vorbereitet hatten.

Dem Verband der Kirchenchöre Südtirols,

im Besonderen Bezirksobmann Wolfgang

Girtler, den vielen ehrenamtlichen

Helfern, dem Kirchenchor Rodeneck

für die Mithilfe bei der Organisation und

nicht zuletzt allen teilnehmenden Chören

galt der Dank von Bezirksobmann Gottfried

Gläserer bei der Abschlussfeier im

Schlosshof. Er dankte aber auch Bürgermeister

Klaus Faller für die „unkomplizierte

Art“ und die Gastfreundschaft, den

Sponsoren und im Besonderen den Besitzern

von Schloss Rodenegg, den Familien

Wolkenstein und Thurn und Taxis,

die beim Chöre-Festival durch Gräfin

Mathilda Wolkenstein vertreten wurden.

Diese zeigte sich in ihren Grußworten erfreut

und dankbar über die gelungene

Veranstaltung. Dem Dank schlossen

sich Bürgermeister Klaus Faller, Theodor

Rifesser, Vorsitzender des Verbandes

der Kirchenchöre Südtirols, Verbandsobmann

Erich Deltedesco und Landesrat

Philipp Achammer an: „Ich habe gleich

beim Betreten der Burg die Begeisterung

gespürt!“ Voller Begeisterung erklangen

dann auch die Schlusslieder,

die Verbands- und Bezirkschorleiter Armin

Mitterer dirigierte und die von allen

gemeinsam gesungen wurden.

Am Chöre-Festival des Bezirks Eisacktal-Wipptal im Südtiroler Chorverband und im Verband der Kirchenchöre Südtirols nahm

auch der Männerchor Lajen teil.

Nr. 05 | Oktober 2014 47


Aus Verband und Bezirken

Ein Erlebnis für alle Sinne

Tag der Chöre in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Der Kirchenchor St. Leonhard gehörte auch zu den Chören, die die Gärten von Schloss Trauttmansdorff zum Erklingen brachten.

Der Tag der Chöre in den Gärten von

Schloss Trauttmansdorff soll zur Tradition

werden: Dies betonten Heike Platter, Marketingleiterin

der Gärten von Schloss Trauttmansdorff,

und Erich Deltedesco, Obmann

des Südtiroler Chorverbandes, beim Abschlusskonzert

der Chöre, die am 7. September

einen Tag lang die Gärten mit ihren

Liedern zum Klingen gebracht hatten.

„Der Chorgesang schenkt uns ein

ganzheitliches Sinneserlebnis und dies

entspricht der Philosophie der Gärten!“,

betonte Platter. Dieses Sinneserlebnis

wurde allen Besuchern zuteil, die sich im

Laufe des Tages auf den Weg machten

und am Pavillon, auf der Sissi-Terrasse,

beim Seerosenteich, am Geologischen

Mosaik, im Schlosshof oder auch im Restaurant

einen der fünf Chöre erlebten:

die Chorgemeinschaft Burggrafenamt –

dazu gehören der Burggräfler Kinderchor

„Vox Jubilans", der Algunder Frauenchor,

der Kirchenchor Maria Himmelfahrt-Meran

- unter der Leitung von Hans Schmidhammer,

den Seniorenchor „Die Junggebliebenen“

Bozen unter der Leitung von

Anna Gasser, den Männerchor Raetia-

St. Ulrich unter der Leitung von Claudio

Kerschbaumer, den Kirchenchor St. Leonhard/Passeier

unter der Leitung von

Albrecht Lanthaler und den Pfarrchor

Seis am Schlern unter der Leitung von

Anton Schgaguler.

So ertönten Heimatlieder, besinnliche

und fröhliche Lieder aus den Palmenund

Blumenhainen. Der Burggräfler

Kinderchor Vox jubilans etwa sang ein

dalmatinisches Volkslied, der Kirchenchor

St. Leonhard berührte die Herzen

mit einem schönen alpenländischen

Obmann Erich

Deltedesco

dankte den

teilnehmenden

Chören.

48

KulturFenster


Chorwesen

Volkslied, in dem es heißt: „Hoamgian

in mein stilles Tol, a schianers Gfühl gibs

wohl net“ und der Männerchor Raetia

aus St. Ulrich stimmte „La montanara“

an. Der Südtiroler Chorverband hatte

auch bei diesem Chorfest wieder dafür

gesorgt, dass alle Sängerinnen und

Sänger ein gutes Mittagessen erhielten.

Für die „Weitsicht“ des Chorverbandes

und die gute Organisation dankte Heike

Platter dem Chorverband, insbesondere

Josef Mair und Helga Huber von der Geschäftsstelle.

Verbandsobmann Erich Deltedesco

betonte vor dem gemeinsamen Schlusslied

vor den rund 160 Sänger und Sängerinnen

am Seerosenteich, dass es ein

wunderschöner Tag gewesen sei und

dankte den Chören für ihre Teilnahme.

Im nächsten Herbst werden – in Zusammenarbeit

mit der AGACH, der Arbeitsgemeinschaft

Alpenländischer Chorverbände,

deren Präsident Erich Deltedesco

ist - Chöre aus dem ganzen Alpenraum in

die Gärten kommen, um sie „zum Klingen“

zu bringen und damit eine junge

Tradition weiterführen.

Hans Schmidhammer leitete den großen Gemeinschaftschor aller teilnehmenden Sänger und Sängerinnen am Ende des Tages

der Chöre.

Unter den teilnehmenden Chören waren auch Sänger und Sängerinnen des Algunder Frauenchors, des Pfarrchors Maria

Himmelfahrt Meran und des Jugendchors Vox jubilans unter der Leitung von Hans Schmidhammer.

Nr. 05 | Oktober 2014 49


Aus Verband und Bezirken

Alle Erwartungen übertroffen

Bezirk Bozen - Kulturfahrt nach Kufstein

Die Teilnehmer an der Kulturfahrt des Bezirks Bozen werden die Eindrücke von

der Aufführung noch lange in ihrer Erinnerung bewahren. Foto: Helga Dipoli

Auch in diesem Sommer organisierte der

Bezirk Bozen im Südtiroler Chorverband den

Besuch einer besonderen kulturellen Veranstaltung.

Nach dem großen Anklang, den

die Kulturfahrten der letzten Jahre bei den

Sängern und Sängerinnen gefunden haben,

hat Bezirksobmann Georg Patauner mit seinem

rührigen Ausschuss zu einer Busfahrt

nach Kufstein im Tiroler Unterland eingeladen,

wo die 9. Auflage des Operettensommers

Kufstein stattfand. Während in den

vergangenen Jahren Klassiker der Operettenliteratur

auf dem Spielplan standen, gelangte

mit My Fair Lady heuer erstmals ein

Musical zur Aufführung. Etablierter Austragungsort

ist die imposante Festung Kufstein,

erstmals 1205 urkundlich erwähnt, Zeugin

bewegter Jahrhunderte, jetzt Eigentum der

Stadt und aufwendig saniert.

Am späten Nachmittag des 2. August

erreichte die Gruppe von 72 Sängerinnen

und Sängern die Stadt am grünen Inn und

hatte somit genügend Zeit für einen Bummel

durch Straßen und Gassen der schmucken

Altstadt, wo reges Treiben herrschte

und in einer der zahlreichen Gaststuben

zu traditionellen Schmankerln Einkehr gemacht

werden konnte.

Rechtzeitig stiegen die Sänger und Sängerinnen

aus dem Bezirk Bozen zur beeindruckenden

und geschichtsträchtigen

Festungsanlage auf, genossen die herrliche

Rundaussicht und erreichten die Festungsarena

in der südlich vorgelagerten

Josefsburg. Die mobile Überdachung bot

einen einzigartigen Rahmen und gleichzeitig

einen Schutz vor dem leider unbeständigen

Wetter.

Das Musical „My Fair Lady“ wurde vom

weltweit bekannten Komponisten Frederick

Loewe, basierend auf dem Theaterstück

„Pygmalion“ von George Bernard Shaw,

geschrieben. Melodien wie „Es grünt so

grün“, „Ich hätt' getanzt heut' Nacht“ oder

„Wart's nur ab!“ gingen um die Welt und

avancierten nicht zuletzt dank der Verfilmung

mit Audrey Hepburn und Rex Harison

zu absoluten Klassikern.

Das Stück spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Zufällig läuft dem Sprachwissenschaftler

Professor Henry Higgins das mittellose

Blumenmädchen Eliza Doolittle über

den Weg. Ihre vulgäre Aussprache weckt

sein Interesse und veranlasst ihn zu einer

Wette mit seinem Kollegen Oberst Pickering.

Der Professor will beweisen, dass er

Eliza in eine Dame der Gesellschaft umwandeln

kann. Eliza sieht die Möglichkeit,

ihre Lebensumstände zu verbessern, und

nimmt Sprechunterricht beim Professor.

Nach wochenlangem Martyrium scheint

das Wunder vollbracht: Beim Diplomatenball

absolviert Eliza einen glänzenden Auftritt.

Der Professor hat seine Wette gewonnen.

Eliza muss jedoch erkennen, dass sie

für ihn nur als Wettgegenstand von Bedeutung

war und flüchtet. Der eingefleischte

Junggeselle Higgins stellt im Gegenzug

fest, dass er sich sehr an das Mädchen

gewöhnt hat und es vermisst.

Regisseur Diethmar Straßer, bereits

zum dritten Male Spielleiter beim Operettensommer

Kufstein, inszenierte eine

schwungvolle, kurzweilige „My Fair Lady“,

wenngleich der zweite Teil des Musicals

im Vergleich zum ersten deutlich abfällt.

Die junge Sopranistin Anita Götz, das Blumenmädchen,

spielt ihre Rolle hervorra-

gend und mitreißend. Auch Axel Herrig,

bekannter und prämierter Musical- Darsteller,

agiert als Henry Higgins mit Bravour.

Auch Peter Rühring alias Hugh Pickering

sorgt immer wieder für Lacher.

Schauspielerisch erfreuen die Leistungen

der Solisten durchwegs. Das Bühnenbild

wirkt sehr kreativ und gestattet mit wenigen

Handgriffen den Umbau. Bunte Kostüme

und wohl gewählte Accessoires

runden den guten, farbenfrohen Gesamteindruck

der Inszenierung ab.

Die Vorstellung übertrifft alle Erwartungen

und wird mit ihren beschwingten

Melodien jedem noch lange im Ohr bleiben.

Dies bezeugte der lang anhaltende

Beifall, den das Publikum den Darstellern,

dem Orchester, Ballett und Chor spendete.

Mit dem Eindruck dieses besonderen Erlebnisses

traten die Teilnehmer des Südtiroler

Chorverbandes, Bezirk Bozen, ihre

Rückreise an. Herzlichen Dank richteten

sie an den Bezirksausschuss, an der Spitze

Obmann Patauner, für die Ermöglichung

und die vortreffliche Organisation des einmaligen

Ausfluges.

Thomas Terzer

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KulturFenster


Chorwesen

Neue Chorleiter für das Land

Chorleiterseminar des Südtiroler Chorverbandes und des VKS – Abschlusskonzert

Beim Abschlusskonzert des Seminars für Chorleiter und Chorleiterinnen des Südtiroler Chorverbandes bewunderte das Publikum

nicht nur das Können der Dirigenten, sondern auch das hohe Niveau des Chorgesangs.

„Stellen Sie sich als Chorleiter den Chören

zur Verfügung und helfen Sie damit, dass

unsere Chöre singen und damit unsere Gesellschaft

menschlicher machen!“ Mit diesem

Appell von Chorverbandsobmann Erich

Deltedesco an die angehenden Chorleiter

endete das Abschlusskonzert des Seminars

für Chorleiter und Chorleiterinnen des Südtiroler

Chorverbandes und des Verbandes

der Kirchenchöre Südtirols am 9. August.

Ins Ragenhaus in Bruneck waren zahlreiche

Musikinteressierte zum Konzert gekommen,

darunter neben Erich Deltedesco

auch Siegfried Fauster vom Verband der Kirchenchöre

Südtirols. Eine Woche lang hatten

die 42 Teilnehmer des Seminars unter

der Gesamtleitung von Robert Göstl aus

Regensburg Einblick in die Dirigiertechnik,

Probengestaltung und Interpretation

bekommen. In verschiedenen Gruppen

erarbeiteten die Teilnehmer Werke unterschiedlicher

Schwierigkeitsgrade, sangen

im Plenum und bekamen konkrete Tipps

zum Probenalltag.

Das Konzert zeigte, dass es auch ein

Ziel der Woche war, „die Teilnehmer mit

möglichst vielen Epochen und Musikrichtungen

in Berührung zu bringen“, wie Prof.

Robert Göstl betonte. So sangen die „Arbeitschöre“

und der Chor aller Teilnehmer

beim Konzert geistliche und weltliche Lieder,

klassische und moderne. Das Konzert begann

mit einem Lied eines noch lebenden

Komponisten und endete mit einem Werk

von Bach. Dazwischen gab es Werke von

Mendelssohn Bartholdy, Orlando di Lasso,

Heinrich Schütz, Brahms, aber auch ein

Jandl-Gedicht im Sprechchor war zu hören.

Chorleiter und Sänger bewiesen ihr großes

Können gerade auch bei anspruchsvollen

Werken. Kreativität zeigte die Klasse der

Musikerzieher, die in vier Liedern und un-

ter Mithilfe von zwei Stoffpuppen eine Geschichte

erzählten.

Das Seminar für Chorleiter und Chorleiterinnen

gibt es nun schon seit mehr als

30 Jahren und stellt in Südtirol eine wichtige

Möglichkeit dar, sich in diesem Bereich

weiterzubilden. So betonte der Obmann des

Südtiroler Chorverbandes, dass sich in der

heutigen Zeit im Bereich der Chorleitung ein

„Paradigmenwechsel“ vollziehe: „Chorleitung

muss heute wertschätzende, ganzheitliche

Chorpädagogik sein. Die Herausforderungen

an die Sozialkompetenz und an die

Fachkompetenz werden immer höher.“ Der

Obmann dankte den Teilnehmern und Referenten,

der Leitung der Fachschule für Landwirtschaft

in Dietenheim, wo die Dirigenten

untergebracht waren, aber auch dem Landesamt

für Kultur und der Stiftung Südtiroler

Sparkasse, die die Tätigkeiten des Chorverbandes

finanziell unterstützen.

Nr. 05 | Oktober 2014 51


Aus Verband und Bezirken

Jugendliche im „Musical-Fieber“

Abschlusskonzert der Schulung „Musical Fever“

Mitreißende Choreografien und beeindruckende Soloauftritte bot auch heuer wieder das Abschlusskonzert der Schulung „Musical

Fever“ des Südtiroler Chorverbandes.

„Ist man vom Musical-Virus erst einmal

angesteckt, lässt er einen nicht mehr los!“

So brachte Carmen Seidner, Vorstandsmitglied

des Südtiroler Chorverbandes, beim

Abschlusskonzert der Schulung „Musical

Fever“ am 30. August die Begeisterung

der 19 Jugendlichen auf den Punkt, die

eine Woche lang an der Schulung teilgenommen

hatten.

Auf der Bühne des Parzival-Saales im

Vinzentinum in Brixen sangen und tanzten

sie mit solchem Können und solchem Einsatz,

dass auch die zahlreichen Besucher

vom Musical-Fieber angesteckt wurden.

Die 19 Teilnehmer – alle im Alter zwischen

13 und 23 – zeigten im Ensemble, in Soloauftritten

und in fesselnden Choreografien,

was sie unter der Leitung von erfahrenen

Referenten gelernt hatten.

Stimmtechnisch wurden sie vom Musical-Solisten

und Professor an der Folkwang

Universität der Künste Essen Jack

Poppell und Doris Warasin geführt, mit

Karin Mairhofer studierten sie die Choreografien

ein, begleitet wurden sie am Klavier

von Liviu Petcu, an der Gitarre von

Mattia Mariotti und am Schlagzeug von

Marcel Lloyd. Die bewährte Leitung hatte

wie auch in den vergangenen sechs Jahren

Stephen Lloyd inne. Lloyd erinnerte

daran, dass die Teilnehmer schon vor

Kursbeginn zwei Lieder vorbereiten und

dann vorsingen mussten. Auf dieser Basis

wurde dann stimmtechnisch, interpretatorisch

und choreografisch gearbeitet.

„Heuer singen beim Abschlusskonzert

zum ersten Mal alle Teilnehmer als Solisten“,

sagte Lloyd, der darauf hinwies,

dass das Musical eine sehr anspruchsvolle,

wenn auch oft unterschätzte Kunstform

ist: „Das Musical ist genau so tief

gehend wie die Oper“. Es sei für jeden

Sänger, und insbesondere für die Jugendlichen,

eine große Herausforde-

rung, auf der Bühne zugleich zu singen

und zu tanzen.

Die jungen Männer und Frauen meisterten

die Herausforderung gut: Sie sangen

Lieder aus berühmten Musicals wie

„My Fair Lady“, „Mamma mia“, „We will

rock you“, aber auch aus beliebten neueren

Musicals, die zur Zeit in London und

New York mit viel Erfolg aufgeführt werden,

so „Next to Normal“, „Matilda“ oder

„Kinky Boots“. Auch heuer waren wieder

deutsche Musicals vertreten, und nicht nur

bei diesen zeigte sich das große Einfühlungsvermögen

der Teilnehmer und der

professionelle Umgang mit der Stimme.

„Gerade bei Musical, Pop und Rock ist

Stimmbildung sehr wichtig, denn gerade

in diesem Bereich kann man sich leicht

die Stimme kaputt machen. Deshalb ist

es wichtig, dass man gute Lehrer hat“,

betonte Carmen Seidner. Der Südtiroler

Chorverband biete daher regelmäßig Mu-

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KulturFenster


Chorwesen

sical-Schulungen an. „Ich bin überwältigt

vom Fortschritt der Teilnehmer und ich

wüsste nicht, auf welchen Solisten ich

hätte verzichten wollen!“, drückte Carmen

Seidner ihre Begeisterung über die

Aufführung aus.

Die Zugabe widmeten die Jugendlichen

ihren „wunderbaren Dozenten“: „Ohne euch

hätten wir es nicht geschafft!“ Der Dank des

Südtiroler Chorverbandes, dessen Obmann

Erich Deltedesco unter den Zuhörern war,

galt ebenfalls den Referenten, aber auch

dem Priesterseminar, wo die Teilnehmer untergebracht

waren, dem Vinzentinum und

den Sponsoren Stiftung Südtiroler Sparkasse

und Südtiroler Landesregierung, „ohne deren

Unterstützung solche Schulungen nicht

möglich wären“, wie Seidner betonte.

Besonders spannend waren wieder die Soloauftritte der Teilnehmer.

Neue Noten für Männerchöre

Kostenloses Herunterladen möglich

Musik und Musikerziehung zu fördern ist eines der Ziele der deutschen Werner Richard – Dr. Karl Dörken-Stiftung. Deshalb

gibt es auf ihrer Internetseite www.doerken-stiftung.de seit Neuestem die Möglichkeit, kostenlos Noten für Männerchöre in unterschiedlichsten

Schwierigkeiten herunterzuladen. Dabei handelt es sich um Werke, die von der Stiftung in Auftrag gegeben

wurden. Die Komponisten hatten sich mit dieser Möglichkeit, sich kostenlos die Noten herunterzuladen, einverstanden erklärt.

Die Sammlung von Partituren, Chorstimmen und Klavierstimmen soll kontinuierlich erweitert werden und richtet sich so vor

allem an Männerchöre, die an neuerer Literatur interessiert sind bzw. Tradition und Moderne verbinden wollen.

Nr. 05 | Oktober 2014 53


Aus Verband und Bezirken

Singen ist Jasagen zur

Schöpfung

Abschlusskonzert der Chor- und Stimmbildungswoche des Süd tiroler

Chorverbandes in Burgeis

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“

sangen die 77 Teilnehmer der Chorund

Stimmbildungswoche des Südtiroler

Chorverbandes als letztes Lied ihres Abschlusskonzertes

am 2. August im Vereinshaus

von Burgeis. Und sie sangen es mit

solcher Begeisterung und echter Freude,

dass die zahlreich erschienenen Zuhörer am

liebsten mitgesungen und mitgetanzt hätten.

Dieses letzte Pop-Lied war sicher ein

Höhepunkt des Konzertes, das mit Werken

von Schumann, Schubert, Rossini und anderen

Klassikern begann und über das Volkslied

in das 20. Jahrhundert führte.

Unter der Leitung von Jan Schumacher

und unter Mithilfe von sechs Einzelstimmbildnern

hatten die Sänger und Sängerinnen

„im Wechselbad zwischen Förderung

und Forderung“, wie es der Obmann

des Südtiroler Chorverbandes Erich Deltedesco

ausdrückte, ein breites Repertoire

erarbeitet und ein beachtliches Niveau erreicht.

Vier Stunden am Tag sangen sie in

Ensembles, die von den verschiedenen

Stimmbildnern geleitet wurden, und die

übrige Zeit im Plenum, das Jan Schumacher

und Johannes Lang dirigierten.

Der Chorklang und die Interpretation

waren bei den meisten Liedern überzeugend

und so war auch das Publikum begeistert,

darunter der Abt von Marienberg

Markus Spanier, der Bürgermeister

von Mals Ulrich Veith, die Kulturreferentin

von Mals Sibille Tschenett, der Landtagsabgeordnete

Josef Noggler, der Dekan

von Klausen Gottfried Fuchs sowieVer-

treter des Südtiroler Chorverbandes und

des Tiroler Sängerbundes. Der Obmann

des Südtiroler Chorverbandes Erich Deltedesco

bedankte sich bei der Leitung

der Fürstenburg, aber vor allem bei der

„hochmotivierten Sängerschar“. Sie würde

beweisen, dass „Singen Ja-Sagen zur

Schöpfung“ ist. Dass die Chöre im Lande

bedeutende Fortschritte machten, sei zu

einem großen Teil den Schulungen wie

der Chorwoche in Burgeis zu verdanken,

die es nun schon seit mehr als 30 Jahren

gibt. Dass die Sänger und Sängerinnen

sich mit der Fürstenburg und Mals verbunden

fühlen, zeigte nicht zuletzt das

Engagement für die Opfer des Brandes

in Mals: Die freiwilligen Spenden für das

Konzert gingen an die Betroffenen.

Unbändiges Engagement zeigten die Teilnehmer der Chor- und Stimmbildungswoche beim Abschlusskonzert im Vereinshaus von

Burgeis, hier dirigiert von Johannes Lang.

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KulturFenster


Chorwesen

Sänger besichtigen Bunker

31. Sängerwanderung des Bezirks Burggrafenamt/

Vinschgau in Reschen-Nauders

Von Nauders nach Reschen führte die Sängerwanderung des Bezirks Burggrafenamt-Vinschgau.

Auf Einladung des Kirchenchors St. Sebastian

- Reschen fanden sich am 21. September

Sänger und Sängerinnen des Südtiroler

Chorverbandes - Bezirk Burggrafenamt-Vinschgau

und des Tiroler Sängerbundes-Bezirk

Landeck in Reschen zur traditionellen

Sängerwanderung des Bezirks ein.

Der Gottesdienst in der Pfarrkirche, den

Pfarrer Anton Pfeifer zelebrierte, wurde von

der großen Sängerschar unter der Leitung

von Hans Erb musikalisch mitgestaltet. Im

Anschluss begrüßte Bezirksobmann Robert

Wiest die Teilnehmer und der Obmann

des Kirchenchores Reschen, Ludwig Wilhalm

gab seiner Freude Ausdruck, dass

die Sängerwanderung in Reschen statt-

fand. Gemeindereferent Franz Prieth informierte

alle Teilnehmer über das Dorf

Reschen und über den Verein Okulus, der

die Führung der Sängerwanderung übernommen

hatte.

Nach einem Umtrunk wurden die Sänger

zur Bergkastel-Bergbahn in Nauders

gefahren, von wo nach einem guten Mittagessen

die Wanderung zurück nach Reschen

führte, vorbei an naturbelassenen

Landschaften und an der Panzersperre. Die

Wanderführer Florian Eller, Ludwig Schöpf

und Franz Prieth beantworteten die vielen

Fragen der interessierten Wanderer. Höhepunkt

der Wanderung war die Besichtigung

des Bunkers an der Etschquelle. So

verband auch die 31. Sängerwanderung

Gesang, Kultur und Natur und setzte die

Tradition der Gesamttiroler Freundschaft

im Bezirk fort.

Reschen

Nr. 05 | Oktober 2014 55


Impressum

Mitteilungsblatt des Verbandes Südtiroler

Musikkapellen, des Südtiroler Sängerbundes

und des Heimapflegeverbandes Südtirol

Eigentümer und Herausgeber:

Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen

Ermächtigung Landesgericht Bozen

Nr. 27/1948

Schriftleiter und im Sinne des Pressegesetzes

verantwortlich:

Dr. Alfons Gruber

Als Pressereferenten für die Darstellung der

entsprechenden Verbandsarbeit zuständig:

VSM: Stephan Niederegger,

E-Mail: kulturfenster@vsm.bz.it

SCV: Paul Bertagnolli,

E-Mail: bertagnolli.paul@rolmail.net

HPV: Sylvia Rottensteiner,

E-Mail: rottensteiner.sylvia@gmail.com

Unverlangt eingesandte Bilder und Texte

werden nicht zurückerstattet.

Redaktion und Verwaltung:

Verband Südtiroler Musikkapellen,

I-39100 Bozen, Schlernstraße 1, Waltherhaus

Tel. 0471 976387 - Fax 0471 976347

E-Mail: info@vsm.bz.it

Einzahlungen sind zu richten an:

Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen,

Waltherhaus

Raiffeisen-Landesbank, BZ

IBAN: IT 60S03493 11600 0003000 11771

SWIFT-BIC: RZSBIT2B

Jahresbezugspreis: Euro 20

Gefördert von der Kulturabteilung

der Südtiroler Landesregierung.

Druck: Ferrari-Auer, Bozen

Das Blatt erscheint als Zweimonatszeitschrift,

und zwar jeweils am 15. Februar, April, Juni,

August, Oktober und Dezember.

Redaktionsschluss ist der 15. des jeweiligen

Vormonats.

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