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OCEAN7 2011-01

Hier haben wir ein ganz außergewöhnliches Motorboot ausgiebig getestet: die Ipanema aus der Graf-Werft in Bayern. Seglerlegende Wolfgang Hausner berichtet, wie er drei Taifune überlebt hat.

Hier haben wir ein ganz außergewöhnliches Motorboot ausgiebig getestet: die Ipanema aus der Graf-Werft in Bayern. Seglerlegende Wolfgang Hausner berichtet, wie er drei Taifune überlebt hat.

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www.OCEAN7.at

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

01/11

ipanema von graf

Die bayrische

Diva

Marinepool

Die neue

Kollektion 2011

segler-legende wolfgang hausner

Durch drei Taifune

Mit Yacht Club Austria News


2

ACHTUNG:

Öffnungszeiten täglich

10.00 bis 18.00 Uhr

Infos und

ermäßigte Tickets

unter

www.boot-tulln.at

ÖSTERREICHS

BOOTSMESSE NR. 1

3. – 6. MÄRZ 2011

Willkommen in Tulln. Volle Vielfalt voraus: Die AUSTRIAN BOATSHOW – BOOT TULLN präsentiert sich

2011 sensationeller als je zuvor! Das Nr. 1 Event für Boote, Yachten, Wassersport-Touristik und Tauchsport zeigt die wichtigsten

Trends: Motorboote, Luxusyachten, breit gefächertes Zu behör.

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Editorial

3

Liebe

Ocean7-Leser

Foto: Shutterstock

Es ist schon erstaunlich, welche Dichte an Fahrtenseglern Österreich,

das kleine Land in den Alpen, hervorbringt. Zum Weltumseglertreffen

im Auseerland kamen allein 150 weitgereiste

Yachties (OCEAN7 berichtete in der vergangenen Ausgabe).

OCEAN7 steht da nicht hintenan. Für unser Magazin schreiben

viele prominente Weltumsegler und Abenteurer. Alexandra

Schöler ist OCEAN WOMAN, ihr Mann Peter bei wichtigen

Ereignissen wie zuletzt der Panerai Classic Yachts Challenge in

Cannes als OCEAN7-Reporter im Einsatz. Weltumsegler,

Abenteurer und Piratenopfer Claus Gintner schreibt regelmäßig

in OCEAN7 über die schönsten Reviere der Welt und steht

auf unserem Stand bei der Boot Tulln den vielen Besuchern

Rede und Antwort.

Zum zweiten Mal bereits schreibt Wolfgang Hausner exklusiv

für unser Magazin. Der weltbekannte Abenteurer feierte in

diesem Jahr seinen 70. Geburtstag, hat 130.000 Seemeilen im

Kielwasser und er ist der erste Mensch, der mit einem Katamaran

um die Welt gesegelt ist. Hausner ist Autor dreier längst

vergriffener Bestseller, darunter der Klassiker „Eines Mannes

Freiheit“. Mit 21 Jahren ging er aus Österreich weg, arbeitete

in Australien als Krokodiljäger, im Goldbergwerk und am Bau,

bis er seinen ersten Kat fertiggestellt hatte – TABOO I. Inzwischen

lebt er auf TABOO III, den er wie die beiden Vorgänger

selbst entworfen und gebaut hat. Auf einer seiner Weltumsegelungen

kam auf Tahiti seine Tochter Vaitea zur Welt, heute

kreuzt Wolfgang Hausner mit seinem Schiff zwischen den

Inseln der Philippinen. Mit TABOO III überstand er, die lebende

Seglerlegende, einen Taifun, der ihn mit 250 km/h über-

rollte. Wie das möglich war und welche Taktik er bei tropischen

Wirbelstürmen auf See empfiehlt, ist Thema seiner exklusiven

OCEAN7-Geschichte, die Sie in dieser Ausgabe lesen können.

Nicht nur bei den Fahrtenseglern, auch in den Olympischen

Klassen haben Österreicher Geschichte geschrieben. Welche

Hoffnungen wir uns da machen können, beschreibt OCEAN7-

Regatta-Redakteur Dominic Marsano.

Was den Bau edler und hochwertiger Fahrtenyachten angeht,

gehört eine österreichische Werft zur absoluten Weltspitze:

Der Familienbetrieb Schöchl am Mattsee baut die international

angesehenen Sunbeam Yachten. Silke Springer stellt für

OCEAN7 die Sunbeam 36.1 vor. Das Schiff der „New Generation“,

gebaut für weite Reisen, wartet mit erstaunlichen

neuen Linien und viel Traditionellem auf.

Sie finden in dieser Ausgabe alle Daten zur Alpe Adria Sailingweek,

dem österreichischen Klassiker im slowenischen Izola.

Wer dabei sein möchte, der sollte sich schnellstens anmelden,

denn die obere Grenze an möglichen Teilnehmern ist fast schon

erreicht.

Damit bleibt mir nur noch, Ihnen, liebe OCEAN7-Leserinnen

und -Leser, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches

Jahr 2011 zu wünschen – ausgefüllt mit vielen schönen

Erlebnissen auf See.

Ganz herzlich,

thomas.dobernigg@ocean7.at


4

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

14 wolfgang hausner. Durch drei Taifune.

28 Gruss vom Schweinehund. Unsere Olympiasegler.

24 Ein bisschen

geschichte. James Cook.

28 Weltumsegler-festival.

Boot Tulln 20011.

01/11

Ausgabe Nr. 24

Alle Infos und vieles mehr unter

www.ocean7.at

Revier

12 News.

14 Philippinnen. Wolfgang Hausner exklusiv.

Coverfoto von GRAF

20 TROPISCHE WIRBELSTÜRME. Die richtige Taktik.

People

22 News.

24 James Cook. Entdeckung der Südsee.

28 OLYMPIASEGLER. An der Schmerzgrenze.

Service

32 News.

34 Boot tulln. Jubiläumsmesse 2011.

36 Boot Düsseldorf. Treffen mit Jessica Watson.

38 Kikinger. Das Jahr der Artenvielfalt.

Yachten

50 News.

52 Schnell und wendig. Ipanema.

56 STABIL AUF KURS. Haber 800 C4.

60 Rasantes Familienschiff. Bavaria 34.

68 Elegantes Erbstück. Sunbeam 36.1.

72 DACH AUF, SONNE REIN. Jeanneau NC11.

76 EVERGREEN. Hallberg Rassy 310.

38 sCHÜTZEN, WAS WIR LIEBEN.

Lieben, was wir kennen.

36 Boot düsseldorf 2011.


Yachtcentrum

Inhalt

5

60 Bavaria. Schöner wohnen auf dem Wasser.

Regatta

82 News.

84 BIG LARRY IS WATCHING YOU.

34. America‘s Cup.

88 Regatta-klassiker.

Die AASW vor Izola.

68 Zeug zum klassiker.

Die neue Sunbeam.

56 TANZ MIT DEN SCHWERTERN.

Haber 800 C4.

| 3 Editorial.

| 6 Best of.

| 10 KOLUMNE.

| 90 YCA News.

| 94 Leserbriefe.

| 96 Bücherschapp.

| 98 Inserentenverzeichnis – Impressum.

84 America‘s Cup. Kampf um die hässliche Kanne.

22.-30.1.2011

Halle 16

Stand

16B38

BEEINDRUCKEND WIE DAS MEER. CRUISER 45.

Designed by Farr Yacht Design und BMW Group DesignworksUSA.

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Exclusivhändler für Deutschland und Österreich

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Reimund-Obendrauf-Straße. 30

A-8230 Hartberg

Tel. +43 33 32-662 40

info@pitter-yachting.com


6

oCEAN7 BEST OF

Immer an den Wintertagen, wenn die schifferllose Zeit kommt,

träume ich vom Regattasegeln. Eine Langstrecke bei Starkwind,

nur für die ganz harten Männer, Tag und Nacht Kampf

mit den Elementen, nur auf Sieg programmiert, eine Segelyacht,

giftig wie ein Skorpion, eine Crew, die dem Teufel beide

Ohren absegelt, echte Männerkameradschaft. Aber der kleine

Kobold im Ohr kichert und meint: Du bist ein Idiot – denk dran,

wie es dir immer geht bei solchen Experimenten!

Und dann kommt die Erinnerung an die letzte Uniqua-Offshore-Regatta:

Biograd–Dubrovnik–Biograd, das ist Brutalität!

Anbolzen gegen einen strammen Jugo mit entsprechender

Wellenhöhe. Die ganze Nacht gegenan. Es ist Mitternacht,

meine Wache ist zu Ende. Die zwei Neuen in der Crew kotzen

wie die Reiher, auch mir ist speiübel. Mein Metaxa ist schon

fast aufgebraucht.

Mein Co-Skipper hat sich ein Bier und eine Cabanossi aus

dem Kühlschrank geholt und verzehrt beides genüsslich. Ich

kann ihn gar nicht anschauen, sonst wird mir sofort wieder

schlecht. Der Navigator sitzt unten in der Naviecke und telefoniert

mit dem Wetterfrosch zu Hause. Ich frage mich immer,

was das nur für Menschen sind, die das so ohne weiteres

aushalten.

Regattasegeln

Klar zur Wende, Ree. Ich bin nach unten gegangen, hab mir

eine Matratze auf den Boden gelegt. Hier sind die rauen

Schiffsbewegungen am wenigsten zu spüren. Jetzt liege ich

samt Ölzeug eingekeilt zwischen Pantry und Sitzbank. Es rumpelt

und poltert, das Schiff muss harte Schläge einstecken, ich

auch! Ich komm mir vor wie in einer Wäscheschleuder und

sehne mich nach einer heißen Dusche. Ich frage mich, was

ich da eigentlich mache. Mein Magen rebelliert noch immer.

Irgendwann schlafe ich ein oder bin ich schon bewusstlos?

Ich wache auf, weil ich pinkeln muss. Aber wie, aber wo? Auf

allen Vieren entere ich das achtern liegende WC. Alle Seehähne

sind zu, ich beuge mich hinunter, um sie zu öffnen. Sofort

stellt sich wieder das ungute

Gefühl in der Magengegend

ein. Ich werde im WC

hin- und hergeschleudert.

Endlich gelingt es mir,

mich auf die Muschel zu

setzen und meine gewünschte

Tätigkeit auch durchzuführen.

Pumpen geht nicht, weil

das Schiff auf dem falschen Bug segelt und

die Ansaugöffnungen aus dem Wasser sind. Ein entsprechender

Geruch macht sich breit. Seehähne wieder schließen.

Lange halte ich das nicht mehr aus. Schnell hoch ins Cockpit.

Kalte Luft und Gischt schlagen mir ins Gesicht.

Langsam dämmert der Morgen, der Jugo hat etwas nachgelassen.

Mein Blick ist auf den Horizont gerichtet, meinem Magen

geht es bald besser. Mittags schläft der Wind ein, vier

Stunden totale Flaute, nervenaufreibend. Jetzt schmeckt auch

das Bier wieder. Der Wind dreht auf NO, nimmt ständig zu. Bald

sind es 30–40 Knoten. Hart am Wind geht’s durch die dunkle

Nacht, mit 8–9 kn gegenan. Wieder ist an Schlaf nicht zu

denken. Um 2 Uhr morgens erreichen wir Dubrovnik. Die Rückfahrt

gleicht einem Hasardspiel. Kein Wind, dann etwas Wind

und wieder kein Wind. Aber man kann schlafen. Am Morgen

sehen wir die Insel Vis und laufen bei gutem Wind und Sonnenschein

7–8 kn. Das Hauptfeld liegt in einer Flaute festgenagelt.

Wir haben gute Chancen. Am Abend erreichen wir die

Insel Zirje und nehmen Kurs auf Biograd. Das Hauptfeld liegt

15 Sm hinter uns. Gegen Mitternacht stehen wir, im wahrsten

Sinne des Wortes, 500 Meter vor der Ziellinie in einer totalen

Flaute. Sogar der Zigarettenrauch steigt senkrecht nach oben.

Wir sehen die Lichter des Hauptfeldes langsam näherkommen.

Ich ärgere mich und hüpfe wie ein Rumpelstilzchen.

Bald haben sie uns eingeholt. Die leichteren Yachten überholen

uns. Um ca. 2 Uhr früh überqueren wir die Ziellinie.

Ich schwöre mir: Nie wieder! Wir haben die Gruppe A gewonnen.

Also, immer an den Wintertagen, wenn die schifferlose

Zeit kommt, träume ich vom Regattasegeln …

Wenn Sie auch davon träumen, na dann Prost,

Ihr sehr ergebener, nicht nur regattasegelnder

Kapitän Metaxa

Alte

Denker

Die Ratte, die das sinkende

Schiff verlässt, ist klüger als

der Kapitän, der damit

untergeht.

Jonathan Swift

irischer Schriftsteller (1667–1745)


NEWS BEST OF

7


8

oCEAN7 BEST OF

Mobil im

Wasser

Dieses robuste und wasserfeste Outdoor-Mobiltelefon

von Nautishades ist

ideal für alle nautischen Bereiche:

Wasserfest (nach NORM IP57), stoßund

kratzfest, bis 100 Kilogramm

druckresistent, Doppel-SIM und

Doppel-Standby,SOS-Notruf-Direktwahltaste,

integrierte Taschenlampe,

Großtasten zur Verwendung mit

Handschuhen, Bluetooth, Mikrophon

mit Hintergrundgeräuschreduzierung,

Freisprecheinrichtung, Headset, USBund

220V-Ladekabel, MMS und GRPS.

Der kleine Alleskönner ist in orange

oder petrol erhältlich. 198 Euro im

Onlineshop:

www.nautishades.com

Winsch-Sensation

von Seldén

Die schwedische Firma Seldén entwickelte völlig neue Winschen, bei denen

die Schot zum Fieren nicht mehr aus der Selftailing-Klemme herausgenommen

werden muss. Das macht das Segeln einfacher und vor allem sicherer.

Die neuen Seldén Selftailing-Winschen haben zwei Gänge: Beim Drehen

der Kurbel im Uhrzeigersinn ist der schnelle Gang in Funktion, beim Drehen

gegenan arbeitet der langsamere Kraftgang. Neu ist, dass die Schot durch

einfache Kurbeldrehung auch gefiert werden kann. Das Fieren wird

durch Druck auf einen Knopf an der Winschkurbel eingestellt und

durch Drehen der Kurbel im Uhrzeigersinn ausgeführt. Dabei bleibt

die Schot auf der Winschtrommel und in der Selftailing-Klemme.

So können diese Winschen einhand bedient werden, und beim

Fieren besteht nicht mehr die Gefahr, dass Finger eingeklemmt

werden. Bei starkem Wind und Seegang kann man sich mit

einer Hand festhalten und mit der anderen das Segel trimmen.

Die Preise werden zwischen 860 und 2.320 Euro (inklusive

MwSt.) liegen. Lieferbar sind die Winschen ab Frühjahr 2011.

www.seidlsails.at www.cbssails.at

Ganze Karibik-Insel

zu mieten

Nördlich der Insel Virgin Gorda in den Britsh Virgin Islands liegt Eustatia: Gerade

einmal einen halben Kilometer lang ist sie, dafür rundum mit einzigartigen

Traumstränden und innen mit üppig grüner Tropen-Vegetation. Auf einer Anhöhe

luxuriöse Quartiere mit grandiosem Ausblick für zehn Personen. Die Preise für eine

Woche liegen – je nach Saison – zwischen 25.000 und 87.360 US Dollar.

www.eustatiaprivateislandrental.com

www.britishvirginislands.de

Nie wieder frieren

Fire-Softshell von Alpenheat ist in fünf Stufen beheizbar und außerdem

noch winddicht. Der für die Heizfunktion notwendige Hochleistungs-Li-Ionen-Akku

mit 7,4 Volt hat eine Kapazität von 2,2 Amperestunden,

ist kleiner als ein Päckchen Zigaretten und nach vier

Stunden Ladezeit wieder voll einsatzbereit. Fire kann in der Waschmaschine

gereinigt werden. Für Damen und Herren, 209,95 Euro.

www.alpenheat.com


NEWS BEST OF

9

Gute Fernsicht

Segelmode

für Scheichs

Marinepool wird immer

stärker in den

Emiraten. Die Top-Marke

aus Bayern eröffnete

seinen ersten Shop

inmitten der Action

des Formel 1 Grand

Prix von Abu Dhabi, in der exklusiven Yas Island Marina

(oben). Zwei weitere Shops folgten in Dubai.

www.marinepool.com

OCEAN7-KLICKTIPP

Charter

transparent

Bewertungen von Charterschiffen im Internet boomen! Aber

wer garantiert, dass sie nicht manipuliert sind? Das neue

System euminia.com von Axel Düllberg will das jetzt transparent

machen. Die Euminia Applikation läuft auf einem Smartphone.

Der Chartergast erhält das Gerät vom Flottenbetreiber

beim Check-out. So kann nur derjenige bewerten, der die

Yacht tatsächlich auch gechartert hat. Der Segler gibt in dem

Programm seine Wertung ab zu Sauberkeit, Ausrüstung, Service,

Personal und anderen wichtigen Fragen. Das Votum

erfolgt per Fingerdruck auf einer Fünf-Sterne-Skala und ist

selbsterklärend. Die Ergebnisse

werden auf

dem Euminia-Portal veröffentlicht.

www.euminiacom

Nikon hat seine Fernglasserie Sporter EX um zwei neue Modellvarianten

erweitert: das 10 x 42 und das 12 x 50. Die

beiden neuen Ferngläser verfügen über mehrschichtenvergütete

Linsen für ein helles Bild sowie eine Stickstofffüllung

– die verhindert lästiges Beschlagen. Die Sporter EX

sind robuste Begleiter an Bord, wasserdicht

(bis zu 1 m für 10 min.) und leicht. Sie

bieten bequeme Sicht auch für Brillenträger,

besitzen verstellbare Gummiaugenmuscheln,

alle Linsen

und Prismen sind zudem

aus umweltverträglich

produziertem, bleiund

arsenfreiem

Glas. Ab 209 Euro.

www.nikon.de

Stahl aus

der Tube

Hört sich verwegen an, was Yachticon über die Leistung seines

neuen Zwei-Komponenten-Produktes sagt: „Der JB-Marine-Weld

repariert, füllt und klebt jede erdenkliche Oberfläche

– ganz egal ob Stahl, Aluminium, Messing, Bronze, Holz,

Keramik oder Kunststoffe. JB-Marine-Weld ist ausgehärtet

stark wie Stahl, kann gebohrt, lackiert und geschliffen werden.

Er ist bis zu 315 °C temperaturbeständig,

zudem wasserfest und

widersteht Ölen, Säuren und anderen

Chemikalien. Ideal für

viele Reparaturen an und auf

Booten.“ Zwei mit 28 Gramm

Zwei-Komponenten-Kleber gefüllte

Tuben kosten 11,95 Euro.

www.yachticon.de


10

Kombüsen-

Alexandra Schöler ist

Ob Charterboot, Eignerboot, Mega-Yacht, Motorboot,

Hausboot – die Küche ist und bleibt die Kombüse.

geflüster

Und Kombüse mieft immer ein bisschen nach Konserven futter.

Nach Tortellini schön schlatzig aus der Dose, Bohnensuppe

von Inzerberger (oder so ähnlich) und die allseits schon seit den

Camping-70ern beliebten Leberstreichwurstpasteten.

Für mich waren diese kulinarischen Aussichten deprimierend,

als wir unsere mehrjährige Segelreise zu planen begannen. Das

Schmökern in der absoluten Fahrtensegler-Muss-Lektüre „Die

Proviantfibel“ machte mich auch nicht gerade glücklich. Algensalat?

Trockenfisch als Zwischendurchsnack, Dosenbrot, Butter in

Salzwasser vor sich hin dämmernd. Panik!

Auch fand ich in fast jedem Fahrtenseglerbuch

ein Kapitel über die Versorgung am Schiff. Leute, die

Fleisch einkochen in Gläsern, damit sie ihr Rindsgeschnetzeltes

auch in der Südsee genießen können. Andere, die Joghurtkulturen

anlegten zur Milchprodukt-Versorgung und schließlich

der heiße Tipp zur Keimherstellung, um Dinge wie Alfalfa oder

Alfafa oder so über ihr Streichwurstbrot zu streuen.

Das fiel mir erst kürzlich wieder ein, als ich in der italienischen

Lagune herzhaft in mein Mozzarella-Basilikum-Panino, mit

Olivenöl beträufelt, biss. Natürlich wird der Charterurlauber

von heute in den zwei Wochen seines Urlaubs nicht auf die Idee

kommen, Vorräte anzulegen. Wobei, wenn die Preise weiterhin

in der Adria so steigen, könnte sich das noch ändern. Aber

Segeln und Essen ist schon was ganz Besonderes. Eines kann

ich jetzt wirklich sagen, so gesund wie wir am Schiff während

unserer Reise gegessen haben, werden wir wohl nie wieder

essen. Konserve? Ha! Dazu später. Ich schwor mir beim Losfahren:

Lieber esse ich drei Wochen Spaghetti mit Olivenöl

und Knoblauch, bevor ich eine Gulaschdose öffne.


Kolumne

11

Wir aßen Fisch! Frischen Fisch. Und damit meine ich wirklich

frischen Fisch, direkt aus dem Meer in den Magen. Bei

der ersten Goldmakrele wusste ich, besser geht’s nicht und

bin heute gelernte Fischköchin!

Die Märkte der Welt waren stets unser erstes Ziel. Minikartoffel

von den Kanaren, Brotfrucht geröstet in der Karibik,

Kochbananen-Curry, Kokosbrot selbstgebacken und Kokostarte

zum Niederknien, gelernt bei Valo auf den Tuamotus.

Einmal ging uns der Proviant aus – auf den Inseln Venezuelas

– dann lebten wir eben von frischem Fladenbrot, Spaghetti al

olio und öffneten einige Dosen. Das war einmal. Und diese

Konserven waren gut – gekauft in Martinique und die Franzosen

– sicher keine Kostverächter – sorgen auch hier für Delikatessen.

Im Ernst. Wir kauften Dosenspinat! Echt gut! Und

ideal, um in der Einsamkeit einer fernen Insel noch eine Spinat-

Lasagne zu zaubern. Mit Dosentomaten, die einzig absolut

erlaubten Schiffskonserven! Immer viel Zwiebel an Bord, immer

Knoblauch und immer Olivenöl.

Und natürlich Mehl. Denn Brot, Pizza und Kuchen an Bord

zu backen ist meiner Meinung nach Pflicht.

Man kann sich nicht vorstellen, wie gut die wohlweislich vorgebackenen

Brownies in einer Sturmnacht schmecken. Schokoladig,

beruhigend, stärkend, nährend. Frisches Brot gab es

bei uns immer. Ich hortete mein Roggenmehl von Italien bis

zu den Kanaren. Von der Karibik bis nach Panama. In Neuseeland

gab es das beste Vollkornmehl, aber auch auf Bali wurde

ich fündig – bei einem deutschen Bäcker! Mein Rezept war

schnell, gassparend und gut.

Germteig in den Tropen geht wie der Teufel. Dort ist es ja

warm wie in einem Backrohr. Lange hielt das Brot nie. Meine

Männer hatten einfach immer Appetit! Ich lernte sogar,

Tortilla chips zu backen. Man hat viel Zeit in den einsamen

Atollen. Und einmal machte ich sogar Strudelteig, hart wie

Beton, verlegte mich dann aber schnell wieder auf die tropische

Küche. Kombüsenküche.

Nur in Asien blieb die Küche kalt, denn besser und günstiger isst

man nirgends auf dieser Welt! Als Seefrau oder Schiffskoch muss

man einfach ein bisschen improvisieren. Aus nichts oder wenig

etwas zaubern. Und vor allem zum rechten Augenblick servieren.

Oliven (aus dem Glas) und Schafkäse (aus der Salzlake) zum

Sundowner, frisches Fladenbrot (Wasser, Backpulver, Mehl) mit

Thunfischdip (Dose, Tube) zu Mittag. Und abends natürlich

Pasta mit viel … – wie schon oben besprochen.

Ja, und nie vergessen, das Auge isst mit, die Auswahl der zum

Dinner passenden Ankerbucht liegt natürlich beim Skipper.

Übrigens: Rindsgeschnetzeltes koche ich noch immer nicht.

Dann schon lieber schnelle Spaghetti, garniert mit Erinnerungen

an die Südsee!

WOMAN@ocean7.at


12

oCEAN7 REVIER

Karibik-Törns

mit Swan

Die SHAKA ist eine elegante Swan 46, die bis Anfang März in den British Virgin

Islands unterwegs ist. Sie ist komfortabel eingerichtet und bietet maximal drei

bis vier Gästen in zwei geräumigen Doppelkabinen Platz. Bei der erfahrenen

Skipperin Mareike Guhr sind auch Einsteiger in den Segelsport gut aufgehoben.

Zu lernen und zu erzählen gibt es auf dem Törn sicher genug, da sich Mareike

gerade auf einer Weltumsegelung befindet. Mitsegelmöglichkeiten auf der

SHAKA: 12. bis 19. Februar von St. Martin bis Tortola und vier bis fünf Tage in den

BVI. 19. bis 26. Februar in den BVI mit Start und Ziel auf Tortola. 26. Februar bis

5. März mit Verlängerungsmöglichkeit bis 7. März in den BVI. Preis pro Person

und Woche bei 1.250 Euro, exklusive Bordkassabeitrag.

wwww.magsail.de www.smart-yachtcharter.com

Werft-Verkauf

Die älteste Werft Kroatiens liegt in der Einfahrt der

Bucht von Bakar, etwa sechs Seemeilen südöstlich

von Rijeka und wurde 1729 für den Bau österreichischer

Schiffe für die Habsburger als wirtschaftliches

Gegengewicht zu den Werften in Venedig

errichtet. Nun soll der staatliche Betrieb an private

Investoren verkauft werden. Die Interessenten kommen

aus Kroatien, Serbien und den Niederlanden.

wwww.brodkr.hr

Nobel in die Antarktis

Die SHERAKHAN, eine Luxusyacht mit fast 70 Metern Länge, bereist diesen Winter die

entlegensten Regionen Patagoniens und der Antarktis. Das Schiff wurde im Jahr 2005

komplett überholt und bietet 26 Gästen in 13 noblen Doppelkabinen Platz. Die Preise

liegen zwischen 45.000 und 75.000 Euro pro Person in einer Doppelkabine – all inclusive

mit Verpflegung, Reiseleitung sowie der notwendigen Expeditions-Kleidung.

www. bluesun-luxury-yachts.com


NEWS Revier

13

Mit Meerblick

Heißer Tipp für alle, die entweder kurz dem Eis und

Schnee hierzulande entfliehen und Salzluft schnuppern

wollen – oder für jene, die vor oder nach einem Kornatentörn

ein paar zusätzliche Tage in Murter verbringen

wollen. Drazenka

Mudronja vermietet

top-moderne Appartements

zu einem sensationell

günstigen

Preis in großzügigem

und schönem Ambiente

und natürlich mit

Blick auf die Adria.

Anfragen:

drazenka@yahoo.com

oder

+385 98 92 16 890

Fotos: gindlfoto

Fidel ist Trend

Kuba macht gute Laune – und es ist das Traumziel vieler Segler. Master

Yachting hat jetzt sein Angebot dort aufgestockt: Partner vor Ort ist

Dream Yacht Cuba im Hafen von Cienfuegos, im Süden der Insel. Für

Segelcrews ist die Basis ideal für Törns nach Cayo Largo und

der Isla de la Juventud. Die unzähligen Inseln rund um Kuba

sind bis jetzt noch ein Geheimtipp unter erfahrenen Seglern;

der Inselstaat selbst lockt mit Traumständen, einer arten -

reichen Unterwasserwelt und vor allem mit seinem

Charme und seiner vibrierenden Lebensfreude. Wichtig:

Die für Kuba benötigte Touristenkarte kann man wie die

Flüge (ab ca. 650 Euro) bei Master Yachting mitbuchen.

master-yachting.de

Schiffsführer

Schule Ebner

Leiter Kapt. Christian Ebner

Tel. 0664 / 300 04 30

Fax 07722 / 642 00

www.boot1.at

SRC und UBI See

& Binnenfunkzeugnisse

Qualität zu Spitzenpreisen

für Vereine oder Gruppen ab

5 Personen nur 180,- €

z. B. für das

SRC GMDSS Seefunkzeugnis

Ab 3 Personen können Kursort und

Zeit individuell vereinbart werden


Durch3

Taifune

Wolfgang Hausner, die Segellegende aus Österreich, feierte heuer seinen

70. Geburtstag. Er umsegelte als erster Mensch mit einem Katamaran die Welt,

hat 130.000 Seemeilen im Kielwasser, schrieb drei Bestseller und lebt heute auf

seiner TABOO III auf den Philippinen. Dort überstand er drei Taifune.

Darüber berichtet der Abenteurer hier exklusiv für OCEAN7.

Text: Wolfgang Hausner, Fotos: Erich Hollensteiner


16

1

Taifun Muifa, 20. November 2004. Ich hatte Gäste an

Bord genommen und bei Einbruch der Dunkelheit segelten

wir von Boracay die kurze Distanz zur Nachbarinsel Carabao.

Einer der Neuankömmlinge meinte, so ein kleiner Taifun wäre

eine tolle Sache. Der war schon im Kommen – aber noch

wussten wir nichts von unserem Glück. In der zweiten Nacht

begann das Barometer zu fallen, der Wind kam böig aus Nordwest

und um 4:48 hörte ich adrenalinträchtige Wetter -

nachrichten von WWV Hawaii: Taifun Muifa mit Windgeschwindigkeiten

von 90 bis 110 Knoten befand sich auf 13.9°

Nord und 123° Ost. Ein Hammer war allerdings die ungewöhnliche

Zugrichtung: Südsüdwest mit neun Knoten.

Es war derselbe tropische Sturm, der vor ein paar Tagen seinen

Abzug nach dem Nordwesten vorgetäuscht hatte, dann eine

Schleife zog und jetzt wieder zurückgekommen war. Unsere

Position war 12,2° Nord und 121,9° Ost, das Zentrum war also

nur 120 sm weit weg und bewegte sich auf uns zu. In wenigen

Stunden würden uns heftige Winde um die Ohren sausen. Ich

startete die Maschine, und sobald der erste Kopf im Niedergang

auftauchte, brüllte ich: Es kommt ein Taifun auf uns zu,

wir müssen sofort weg.

Da war nichts zu überlegen, in Kürze rauschten wir mit rund

12 Knoten nach Osten, um in den schiffbaren Halbkreis zu

gelangen. Da sich unser Abstand zum Zentrum verringerte,

legte der Sturm noch zu. Jetzt, da wir wirklich mit einem Taifun

konfrontiert waren, war die Situation nicht mehr ganz so toll

für meine Gäste, aber Helmut, Franz und Alfred waren erfahrene

Segler und ich sah da kein Problem. Ein paar Stunden

später wurde der Himmel hinter uns pechschwarz, das Barometer

wollte weder rauf noch runter, unser Abstand zum Auge

war für kurze Zeit konstant. Danach drehte der Wind langsam

von Nordwest auf Südwest und der Luftdruck sprang um 6 mb

in die Höhe. Damit bewegte sich das Zentrum rapide von uns

weg und wir hatten keinen Grund mehr, weiter ostwärts zu

segeln. WWV Hawaii bestätigte das, allerdings erst kurz vor

11.00 Uhr, vorher war außer Statik nichts zu hören: Muifa

schraubte sich jetzt mit 14 Knoten nach dem Südwesten und

war außerdem etwas schwächer geworden. Zu dem Zeitpunkt

segelten wir bereits mit südlichen Winden zurück nach Carabao

und ankerten dort am späten Nachmittag. Am Abend aßen

wir in einem netten Restaurant und taten, als ob nichts vorgefallen

wäre.

Foto: Shutterstock (1)


Revier

17

Taifun Nanmadol, 1. Dezember 2004. TABOO III

ankerte wieder vor Boracay und ich hatte vor, nach Cebu zu

segeln, mit einem geplanten Stopp auf der Insel Sicogon, die

etwa 85 Seemeilen weiter östlich liegt.

Taifun Nanmadol befand sich auf 10.8° Nord und 134.5° Ost.

100 Knoten heulten um das Zentrum, das sich mit flotten

24 Knoten nach Westnordwest bewegte. Manche Taifune sind

kompakt und machen sich in einer Entfernung von einigen

hundert Seemeilen kaum bemerkbar. Nicht so Nanmadol, er

war großflächig, zwar noch beträchtliche 750 sm weit weg, aber

bereits zu spüren. Der Wind frischte auf, drehte auf Nord und

blies den typischen Nieselregen vor sich her.

Die große Bucht Looc Bay auf Tablas, nur etwas weiter nördlich,

ist zwar als hurricane hole angeführt, aber auf Grund der

großen Tiefe und umgebenden Riffen für Yachten denkbar

ungeeignet.

Die richtige Taktik war also naheliegend: nach dem Süden

ausweichen und die Distanz zum Zentrum vergrößern. Aber ich

wollte am nächsten Tag in Sigogon sein, also pflügte ich in die

beginnende Nacht hinein nach Osten. Solange der Taifun seine

Richtung beibehielt, sollte sich das zeitmäßig locker ausgehen.

In so einer Situation spielt sich das Leben im Zeitraffer ab, hat

aber den schwachen Trost, dass innerhalb von 20 Stunden alles

vorbei sein wird. Irgendwann in der Nacht würde der Abstand

zum Auge am geringsten sein, vorausgesetzt, die momentane

Zugbahn ändert sich nicht. Damit würde ich immerhin 200 sm

südlich des Auges sein – mit dem konnte ich leben, trotzdem

musste ich mich überwinden, direkt in den Taifun hineinzusegeln,

dessen Position noch immer etwas südlich von meinem

Kurs war. Umso mehr, als der Wetterdienst von Hawaii Stunden

später Nanmadol mittlerweile zum 130-Knoten-Supertaifun

erhoben hatte. Das stimmte nicht ganz, wie sich am nächsten

Tag herausstellte, aber momentan war es die einzige

Information, die ich hatte. Die Vorwärtsbewegung hatte sich

auf 19 Knoten verringert, aber die Zugrichtung war beruhigenderweise

gleich geblieben.

Nach Mitternacht begann der Sturm etwas nachzulassen und

das Barometer reagierte auf Klopfen mit einem Sprung nach

oben. Etwas später knallten 40 Knoten aus West in die Segel.

Damit war klar, dass sich das Auge von Nanmadol bereits

nördlich von mir befand.

Im Morgengrauen segelte ich an der kleinen Insel Zapato

Mayor vorbei und surfte auf die Nordostecke von Panay zu.

Sobald ich im Lee dieser großen Landmasse war, beruhigte sich

die See. Bald ankerte ich hinter der kleinen Insel Bayas und

schlief einmal. Als ich zwei Stunden später aufwachte, hatte der

Wind auf Südwest gedreht und die Sonne war rausgekommen.

Taifun Roke, 15. März 2005

Drei Monate später hatte ich gerade einen Törn mit Freunden

in Boracay beendet und wollte anschließend wieder einmal

nach Cebu segeln. Mike Allen, ein amerikanischer Freund, der

in Carmen Katamarane baut, wusste von meinen Plänen und

schickte mir am selben Abend eine SMS per Handy: Da bewegt

sich ein tropischer Sturm auf die zentralen Philippinen zu, du

wirst direkt hineinsegeln.

1 lautlos. Der 18-Meter Katamaran gleitet bei ruhigem Wetter auf die nächste

Tropeninsel zu.

2 verheerend. Der Super-Taifun „Nanmadol“ hinterließ 2004 eine Spur der

Verwüstung.

3 glasklar. Ankerplatz-Idylle vor einer der zahlreichen Traum-Inseln der

Philippinen.

2

3

Ich musste mich überwinden, direkt

in den Taifun hineinzusegeln


18

1

2

Der Überraschungseffekt war total, wenn es nämlich einen

taifunfreien Monat auf den Philippinen gibt, dann ist es der

März. Auf der anderen Seite ist ein tropical storm noch lange

kein Taifun, also wollte ich mich am nächsten Tag im Internet

über Zugrichtung und Stärke informieren. Siehe da, zu dem

Zeitpunkt war aus dem tropischen Sturm bereits der 80-Knoten-

Taifun Roke geworden, der sich mit 20 Knoten heranschraubte.

Die Position war 12° Nord und 130° Ost, also genau östlich von

Boracay. Noch immer knappe 500 sm entfernt, aber wettermäßig

noch nicht spürbar. Die Prognose war für einen westlichen Kurs,

also würde der Taifun in etwa 24 Stunden vor Ort sein.

Da war nicht viel zu überlegen, der Taifun kam genau aus

Osten, ich konnte also nur nach Süden ausweichen. Mein erstes

Ziel war zwar wieder Sicogon auf der anderen Seite von

Panay, aber dieses Mal verzichtete ich auf die direkte Route.

Ein zweites Mal wollte ich nicht russisches Roulette spielen,

aller Wahrscheinlichkeit nach würde Roke bald auf einen nordwestlichen

Kurs schwenken, wie das praktisch immer passiert,

aber sicher kann man da auch nicht sein. Behält er aber den

momentanen Kurs bei, würde ich an der Nordküste von Panay

in Teufels Küche landen. So segelte ich jetzt zügig an der Westküste

dieser Insel nach Süden und hatte vor, tags darauf an der

Ostseite der Insel wieder hochzusegeln. Dieser Umweg war

zwar dreimal so lang, aber Roke damit auf einen sicheren Abstand

von 100 sm gehalten, was bei einem so kleinen System

vertretbar war.

Dieser Plan war so vorbildlich, dass er nicht aufgehen konnte,

aber noch klopfte ich mir ob meiner Umsichtigkeit selbst auf

die Schulter. Mike schickte später eine weitere SMS: Roke jetzt

anscheinend auf einem mehr nordwestlichen Kurs. Naja, das

war ja zu erwarten, in Gedanken war der Taifun bereits abgehakt,

mein Interesse galt jetzt dem Abendessen, denn das stundenlange

Steuern per Hand hatte mich irre hungrig gemacht.

Mikes nächste Meldung vor Morgengrauen hatte es aber in

sich: Roke auf einem südwestlichen Kurs, wird vormittags über

Iloilo drübergehen. Sieht aus, als ob du die falsche Richtung

gesegelt bist, hoffe, du bist ok.

Jetzt begann mir Mike echt auf den Nerv zu gehen. Er hatte

mich ursprünglich auf den Taifun aufmerksam gemacht, deswegen

änderte ich meine Route, und jetzt kam er mit sowas

daher. In wenigen Stunden würde ich ca. 20 sm südlich von

Iloilo, der Hauptstadt von Panay, sein. Der frische Wind hatte

auf West gedreht, damit war auch klar, dass Roke sich nördlich

von mir befand. Zum Ausweichen hatte ich jetzt keine Lust

mehr, das hatte ich die ganze Nacht getan, rollte aber ein Reff

in das Groß. Später begann sich über Panay der Himmel dunkelgelb

zu verfärben, der Wind legte auf 30 Knoten zu und eine

Stunde danach war auch das vorbei.


Revier

19

Der gefährliche Halbkreis des Taifuns

Warum hatte ich eigentlich nicht mehr abgekriegt?

Ganz einfach, ich befand mich im schiffbaren Halbkreis,

in dem sich die rotierenden Winde um die Vorwärtsgeschwindigkeit

des Wirbelsturmes reduzieren. Außerdem – aber

das erfuhr ich erst später in Cebu City – pustete Roke zu dem

Zeitpunkt mit nur noch maximal 70 Knoten und zog auch nicht

über Iloilo, sondern rund 10 sm nördlich vorbei. Die 70 Knoten

gelten für das Zentrum, in 30 sm Entfernung davon sind es

vielleicht nur 50 Knoten. Östlich oder westlich davon macht

keinen Unterschied, aber einen großen, wenn man sich im gefährlichen

Halbkreis, also im Norden befindet. Da kommen dann

die 20 Knoten Marschgeschwindigkeit dazu, weil auf der Nordhalbkugel

die Winde im entgegengesetzten Uhrzeigersinn um

das Auge pfeifen. Abgesehen davon haben dort die kreisenden

Winde die Tendenz, Schiffe in die Zugbahn zu blasen, also dem

gefährlichsten Platz überhaupt. Im Süden davon ist es genau

umgekehrt, da verringern sich die rotierenden Winde um die

Vorwärtsbewegung und mehr gab Roke beim besten Willen

nicht her.

Ende gut, alles gut. Wäre ich allerdings in der Nacht langsamer

gesegelt oder Roke rascher geworden, hätte ich mich vielleicht

genau in der Zugbahn befunden.

Jetzt könnte man meinen, dass man auf den Philippinen alle

paar Wochen mit einem Taifun rechnen muss. Das stimmt aber

nicht ganz und hängt sehr davon ab, wo man sich befindet. Ein

Taifun, der im Norden der Philippinen über Luzon zieht und

beträchlichen Schaden anrichtet, macht sich in meinem bevorzugten

Revier, den Visayas, kaum bemerkbar und ich hatte in

den letzten Jahren absolut keine Probleme.

1 entspannend. Maximal vier Gäste und ein Kind nimmt Wolfgang

Hausner auf seinen Törns mit. Das ist Erholung pur.

2 erfahren. Wolfgang Hausner mit 70: 130.000 Seemeilen und ein

Leben als Abenteurer.

maxmarine

Die neue Sun Odyssey 409

MaxMarine GmbH, A-3021 Pressbaum, Hauptstraße 2

Jeanneau Segelyachten-Vertragshändler Österreich

T: +43 (0)2233 53005-0, E: info@maxmarine.at, I: www.maxmarine.at

Maxmarine-Handelspartner West: Yachtservice Gebetsroither

Maxmarine-Handelspartner Neusiedlersee: sail.at Kreindl


20

Tropische

Wirbelstürme

Text und Skizzen: Wolfgang Hausner

Egal, ob sie jetzt Hurrikane, Taifune oder Zyklone genannt

werden: Sie beginnen alle als tropische Wirbelstürme, die sich

über dem Ozean unter zwei Voraussetzungen bilden: dem

Entstehen einer Tiefdruckzelle und dem Vorhandensein von

warmer, feuchter Luft, die über dem Meer aufsteigt und den

Wasserdampf mitzieht. Dieser kondensiert, sobald er auf kühlere

Luftschichten trifft, und es entsteht Energie. Die umgebende

Luft wird dadurch erwärmt und verstärkt die Strömung

nach oben. Die abgekühlte Luft fließt nach außen, mehr feuchte,

warme Luft wird von allen Richtungen angesaugt und

schraubt sich von unten in diesen Schlot, der über 10 km hoch

werden kann. Das System beginnt zu arbeiten und unter günstigen

Bedingungen entwickelt sich diese tropical depression zu

einem tropical storm. Ab 64 Knoten Windgeschwindigkeit wird

dieser dann je nach Region zu einem Hurrikan, Taifun oder

Zyklon.

Hurrikane drehen sich auf der Nordhalbkugel entgegen und

in der südlichen Hemisphäre mit dem Uhrzeigersinn, was mit

der Erdrotation zusammenhängt. Sie bewirkt, dass Luftmassen,

die sich über lange Distanzen bewegen, abgelenkt werden. Der

französische Physiker Gaspard de Coriolis hat diesen Effekt

bereits 1844 beschrieben.

Südhalbkugel

Nordhalbkugel

Von Wirbelstürmen betroffene Regionen

Gebiet Saison Hauptzeit Jahresdurchschnitt

Karibik Mai–Nov. Sept. 5

Nordostpazifik Juni–Okt. Sept. 4

Nordwestpazifik ganzjährig Juli–Sept. 25

Südpazifik Nov.–Juni Jan.–März 5

Golf von Bengalen April–Dez. Mai, Okt., Nov. 5

Arabische See März–Dez. Mai–Juni, Okt., Nov. 4

Südl. Ind. Ozean Okt.–Mai Dez.–März 6


Revier

21

Das Auge (Eye):

5–30 sm im Durchmesser, leichte Winde,

wenig Wolken oder sonnig, konfuse See.

Auge

Wasserdampf kondensiert

zu Wolken und es regnet

geringster Luftdruck

ansteigend

Außenbereich (FRINGE)

bis zu 300 sm vom Zentrum

Starke bis stürmische Winde,

häufiger Regen, ganz außen

manchmal feiner Niesel

Die stärksten Winde treten hier auf

Innenbereich (BAR)

50–100 sm vom Zentrum, je nach

Größe des Systems

Orkanartige Winde, heftiger und

konstanter Niederschlag, geringe oder

keine Sicht, gewaltige See

Windgeschwindigkeiten. Für die hohen Windgeschwindigkeiten

reicht die Einteilung nach Beaufort nicht aus, da sie

bei 63 Knoten aufhört und alles, was danach kommt, Orkan

genannt wird. Aus diesem Grund wird mittlerweile die Saffir-

Simpson-Skala verwendet.

Für ein Schiff auf See ist es immer besser, Abstand zum Zentrum

zu gewinnen, als auf einem fragwürdigen Ankerplatz zu

bleiben. Aber bevor man handelt, muss die Position und

Zugrichtung des Wirbelsturms bekannt sein.

Hier geht es darum, in welchem Halbkreis man sich befindet,

da durch die Vorwärtsbewegung des Orkans unterschiedliche

Windgeschwindigkeiten entstehen, die mit der Zuggeschwindigkeit

zusammenhängen. Angenommen, ein Hurrikan im

Nordatlantik schraubt sich mit 15 Knoten nach Westen. In einem

Radius von 40 Seemeilen vom Zentrum bläst es mit

85 Knoten. Genau westlich oder östlich davon ist dies auch der

Fall. Je nördlicher man sich aber befindet – immer noch

40 Seemeilen vom Zentrum entfernt – desto mehr addieren sich

die 15 Knoten der Vorwärtsbewegung hinzu, weil auf der Nordhalbkugel

die Winde im entgegengesetzten Uhrzeigersinn um

Wirbelsturmstärken nach Saffir-Simpson

Stärke Bezeichnung mittlere Geschwindigkeit

1 schwach 118–153 km/h · 64–83 kn

2 mäßig 154–177 km/h · 84–96 kn

3 stark 178–209 km/h · 97–113 kn

4 sehr stark 210–249 km/h · 114–134 kn

5 verwüstend über 250 km/h · über 135 kn

das Auge rasen. Im südlichen Halbkreis, ebenfalls 40 Seemeilen

vom Auge entfernt, ist es umgekehrt, da verringern sich die

Winde um die Zuggeschwindigkeit. Also haben wir in derselben

Entfernung nördlich vom Auge 100 Knoten Windgeschwindigkeit

und südlich davon nur 70 Knoten, was in dem Fall nur mehr

die Hälfte des dynamischen Winddruckes ausmacht!

Abgesehen davon haben die Winde im nördlichen Bereich

dieses fiktiven Hurrikans die Tendenz, Schiffe in die Bahn zu

blasen. Nicht umsonst wird dieser Teil als dangerous semicircle,

gefährlicher Halbkreis, bezeichnet. Dort entstehen die gewaltigen

Sturmseen, die dem Orkan vorauseilen und noch in großer

Entfernung als charakteristische Dünung zu erkennen sind.

In der südlichen Hälfte liegt als Gegenstück der navigable semicircle,

der schiffbare Halbkreis, in dem die Sturmseen geringer

sind und die Orkanwinde einen vom Zentrum wegblasen. Auch

kein Honiglecken, aber es kann den Unterschied zwischen Tod

und Überleben bedeuten. Die größte Gefahr droht also vom

vorderen Quadranten des gefährlichen Halbkreises.

Ein Schiff auf See muss immer versuchen, dem

Zentrum des Wirbelsturms zu entkommen

Segeln mit wolfgang hausner

Wolfgang Hausner, der auf seinem legendären Katamaran TABOO III lebt und zwischen den

schönsten Inseln der Philippinen kreuzt, nimmt Gäste auf bestimmte Törns mit. Alle Informationen

über den Weltumsegler, seinen 18-Meter Katamaran und Kojencharter auf seiner Homepage:

www.wolfganghausner.com


22

oCEAN7 People

Tod beim

Segeltörn

Schnell mal um

die Welt

Alexandra und Peter Schöler sind mit ihrem Sohn Finn (er

war beim Start viereinhalb Jahre alt) um die Welt gesegelt.

Ihr Schiff: Der Katamaran RISHO MARU. Jetzt, zurück in Wien,

touren die Schauspielerin und Schriftstellerin Alexandra und

der Musiker Peter mit ihrer emotionalen RISHO MARU SHOW

„Wellenzeit“ durch Österreich und holen das begeisterte

Publikum für ein paar Stunden an Bord ihres Schiffes, auf

entlegene Inseln, in tropische Regenwälder, vor allem aber

zu Begegnungen mit einzigartigen Menschen rund um den

Globus.

Eindrucksvolle Bilder und berührende LIVE-Musik der beiden

segelnden Künstler lassen das Publikum träumen und den

Alltag völlig vergessen. Zur Show gibt es „Wellenzeit“ auch

als Buch – eines der zauberhaftesten der letzten Jahre. Und

die CD „Wellenzeit“ mit der bewegenden Musik, komponiert

von Peter zu dieser Reise.

Da die Veranstaltungen meist schon sehr bald ausverkauft

sind, empfiehlt sich eine Vorbestellung über die RISHO

MARU-Homepage, auf der alle Termine stehen und auch

Buch und CD bestellt werden können. Übrigens das perfekte

Weihnachtsgeschenk.

www.rishomaru.com

Peter Kretschmann, der hervorragende und ehrgeizige Regattasegler

vom Wörthersee, der liebenswerte Experte für

alles, was mit Booten zu tun hatte, der Seascape-Händler

von Intersport Yachting in Velden, ist tot. Er starb kurz vor

Allerheiligen während eines Segeltörns in der Türkei. „Ein

Freund hat uns verlassen …“, meldet der Yacht Club Velden

am Wörthersee YCV auf seiner Homepage. Genau das

fühlen die vielen Menschen, die Peter Kretschmann gekannt

haben. Es gibt wohl keinen, der diesen quirligen, kleinen

Mann mit dem großen seglerischen Herzen und dem

freundlichen Wesen nicht gemocht hat.

Peter, wir alle vermissen dich.

Fotos: gindlfoto

FREI nach einem Jahr

Geiselhaft

Für Rachel und Paul Chandler, das britische Seglerpärchen, das am 23. Oktober

2009 von somalischen Piraten entführt wurde, ist ihr über ein Jahr dauerndes

Martyrium zu Ende. Sie wurden vor den Augen einer schwer bewaffneten britischen

Anti-Terror-Einheit als Geiseln genommen, doch der Verteidigungsminister verbot

ein Eingreifen und blockierte auch danach Versuche, die Geiseln frei zu bekommen.


NEWS People

23

Franchise

Frieden

Christian Winkler, Gründer der Mirno More Friedensflotte, will

rund um den Globus zahlreiche weitere Friedensflotten entstehen

lassen. Was in der Wirtschaft alltäglich ist, nämlich

die Verbreitung erfolgreicher Geschäftsmodelle mit dem

Franchise-System, möchte er auch in der „Sozialbranche“

umsetzen. Dafür ist es notwendig, zukünftige Tochterprojekte

zur Einhaltung der Mirno More-Qualitäts- und Sicherheitsmaßnahmen

zu verpflichten. Mittels Lizenz vergaben

werden den Partnerprojekten umfangreiche Qualitätsstandards

vorgeschrieben, im Gegenzug werden

sie mit Knowhow und kompetenter Beratung

versorgt.

christian.winkler@worldpeacefleet.org

Happy

Birthday,

Klaus!

„Mit dem Bootssport habe ich als Jugendlicher (oben links) ganz

unten angefangen, nämlich unter Wasser. Jacques Cousteau und

Hans Hass waren meine großen Idole“, sagt Klaus Czap. Dann ging

es ganz klassisch los – mit einem Holzpiraten. Inzwischen segelt

er seine im ganzen Mittelmeer bekannte INSCHALLAH (rechts) und

widmet sich seit 22 Jahren der Verfeinerung der Seemannschaft:

„160 Ausbildungstörns waren es bisher, 1.300 Aspiranten habe

ich so durch die Prüfung gebracht“, erzählt Klaus Czap, auch bekannt

als „Kapitän Metaxa“, der OCEAN7-Kolumnist. „Bernard

Moitessier, Bobby Schenk und Wolfgang Hausner waren meine

Segel-Götter“, erzählt er. Jetzt, kurz vor Silvester, feiert Klaus runden

Geburtstag. Seinen 70sten. Sein profundes Lehr- und Handbuch

„Die Hafenmanöver der Profis“ ist seit 15. Dezember im Buchhandel,

derzeit arbeitet er an zwei weiteren Büchern und plant schon

wieder etliche Törns.

Geschmackvolles

aus Dalmatien

Als ideales Geschenk für alle Liebhaber der kulinarischen Genüsse

Dalmatiens und des authentischen Flairs eignet sich das einzigartige

Olivenöl, das in traditioneller Weise von Sandra Stibor-Milovcic in

Kobaš, am südlichen Ende der Halbinsel Pelješac hergestellt wird.

www.olivum-kobas.at


24

Zwischen 1768 und 1780 unternahm der britische

Seefahrer James Cook drei Expeditionen in den

Pazifik. Seine Reisen veränderten das Weltbild der

Europäer und die Welt der Südsee. Wie, kann man

jetzt in einer genialen Sonderschau in Bern erleben.

Ein guter Grund für eine Reise in das Nachbarland.

James Cook

und die Entdeckung

der Südsee

Text: Regina Detjen


PEOPLE

25

Bis zum 13. Februar 2011 widmet das Historische Museum

Bern dem berühmten Seefahrer und der Südsee eine große

Sonderausstellung. Diese zeichnet nicht nur die drei Reisen

nach, sondern macht den pazifischen Raum mit Hilfe von über

400 Objekten, Gemälden und Zeichnungen aus Museen und

Privatsammlungen aus aller Welt erlebbar. Zentrale Person

neben Cook ist John Webber, der Maler der dritten Cook-

Reise.

Die Ausstellung vereint erstmals die wichtigsten Objekte der

Berner Webber-Sammlung mit zahlreichen bedeutenden Leihgaben

aus Europa und Übersee. Sie führt rund 400 Objekte

zusammen, die vor mehr als 200 Jahren von Cook und seinen

Besatzungen aus dem Pazifik nach Europa gebracht und anschließend

in Museen und Privatsammlungen der ganzen Welt

zerstreut wurden. Neben den einzigartigen ethnographischen

Gegenständen dokumentieren prachtvolle Werke der Expeditionsmaler

und -zeichner Sydney Parkinson, William Hodges

und John Webber Ereignisse, Menschen, Landschaften, Fauna

„James Cook und die Entdeckung der Südsee“ bietet also

Kulturinteressierten, Familien und Reisebegeisterten Wissen,

Unterhaltung und die Möglichkeit einer Kopfreise“, erklärt Dr.

Jakob Messerli, Direktor des Historischen Museums Bern.

James Cook wurde zum

Inbegriff des Entdeckers

1

2

Bildnachweis: National Maritime Museum, Greenwich, London,

Ministry of Defence Art Collection, London

und Flora und fangen eindrücklich den euphorischen und zugleich

wissbegierigen Blick der Entdecker auf die exotischen

Szenerien der Südsee ein. Auch Schiffsmodelle, originale Seekarten

und Navigationsinstrumente lassen die Cook-Reisen auf

faszinierende Weise lebendig werden.

Ergänzt wird die Ausstellung zudem durch erklärende Animationen,

welche nicht nur den Verlauf der drei Reisen oder die

Schönheit und den Gebrauch einzelner Objekte visualisieren,

sondern zum Beispiel auch erklären, wie die Position auf See

bestimmt wurde. „Für Familien haben wir eine vergnügliche

Expedition mit einem Schiffsjungen durch die Ausstellung

sowie Audioguides für Erwachsene und Kinder entwickelt. Für

Schulen steht eine pädagogische Mappe bereit. Die Ausstellung

Die Entdeckung einer völlig fremden Welt. 1768

stach James Cook von Plymouth aus mit der „Endeavour“ zu

seiner ersten Reise (1768–71) in See. Er sollte auf dem im

Vorjahr entdeckten Tahiti astronomische Beobachtungen

durchführen und anschließend nach dem sagenhaften Südkontinent,

der terra australis incognita, suchen. Auch die zweite

Reise (1772–75) hatte die Entdeckung des Südkontinents zum

Ziel. Auf der dritten Reise (1776–80) suchte Cook

nach einem kürzeren Seeweg zwischen Nordpazifik

und Atlantik, der Nordwestpassage. 1779 kam er

auf Hawaii gewaltsam ums Leben.

Gemessen an seinen Aufträgen scheiterte Cook

auf allen drei Reisen: Die astronomischen Beobachtungen

erwiesen sich im Nachhinein als zu ungenau, und

er fand weder den Südkontinent noch die Nordwestpassage.

Und trotzdem gilt James Cook als einer der größten Seefahrer

aller Zeiten. Er entdeckte die Südsee und löste damit in Europa

eine regelrechte Südseebegeisterung aus. James Cook wurde

zum Inbegriff des Entdeckers, der die Grenzen der bekannten

Welt überwand. Im Pazifik trafen Cook und seine

Mannschaft auf eine ihnen fremde Welt. Der pazifische Kulturraum

war in wenigen tausend Jahren von Südostasien her

besiedelt worden. Die verschiedenen pazifischen Kulturen

1 SextANT. Peter und John Dollond, London, um 1785.

2 William Hodges. Kriegsboote in Otaheite, 1777.


26

1

haben deshalb gemeinsame Wurzeln,

aber unterschiedliche, wenn auch vergleichbare

Gesellschaftsformen, Mythen

und religiöse Vorstellungen. Götter,

Geister und Ahnen begleiten die

Polynesier in ihrem Alltag. Menschen,

Tiere, Pflanzen und spirituelle Realitäten

sind miteinander magisch verbunden.

Dazu kommen ein warmes Klima,

eine fruchtbare Natur und damals aus

Sicht der Europäer freizügige Frauen.

Die Europäer sahen in der Südsee ein

irdisches Paradies und in ihren Bewohnern

„edle Wilde“.

Wissenssprung in Navigation, Astronomie, Naturkunde

und Geographie. Die drei Expeditionen Cooks

waren in erster Linie Forschungsreisen zur Erkundung bisher

unbekannter Meere und Länder. Cook war ein hervorragender

Kartograph, der auf seinen Reisen Tausende von Kilometern

Küstenlinie vermaß und kartierte. Auf den Schiffen fuhren, ganz

im Geiste der Aufklärung, auch Naturwissenschaftler mit, die

eine Vielzahl bisher unbekannter Pflanzen und Tiere entdeckten,

dokumentierten und klassifizierten.

Ebenfalls auf allen drei Reisen waren Maler und Zeichner

dabei. Expeditionsmaler der dritten Reise (1776–80) war John

Biografie John Webber (1751–1793)

6. Okt. 1751 Geburt in London als Sohn eines von

Bern aus gewanderten Bildhauers.

1757 John wird zu seiner Tante, Rosina

Wäber, nach Bern geschickt.

1767–1770 Lehre beim Berner

Landschaftsmaler Johann

Ludwig Aberli.

1770–1774 Studium an der Académie

Royale in Paris, gefördert von der

Burgerlichen Gesellschaft zu

Kaufleuten.

2

1775–1776 Studium an der Royal Academy of Arts

in London.

1776 Teilnahme an einer Ausstellung der Royal Academy.

1776–1780 Expeditionsmaler auf Cooks dritter Reise in den Pazifik.

1784 Publikation des Expeditionsberichts mit vielen

Kupferstichen.

1785 Webber wird zum korrespondierenden Mitglied der Royal

Academy.

1787 Besuch in Bern nach einer Italienreise.

1790 Schenkung seiner «Südseesachen» an die Stadt Bern.

1791 Vollmitglied der Royal Academy of Arts in London.

29. April 1793 Tod in London.

Webber, ein Maler mit Berner Wurzeln. John Webber wurde

1751 in London als Sohn des Berner Bildhauers Abraham

Wäber geboren. Als Sechsjähriger kam er zu seiner Tante Rosina

Wäber nach Bern. Deren Schwager, der Ebenist Matthäus

Funk, erkannte das Talent des Knaben, und Johann Wäber

konnte beim Landschaftsmaler Johann Ludwig Aberli eine

Lehre absolvieren. Mit Unterstützung der Burgerlichen Gesellschaft

zu Kaufleuten setzte Webber anschließend seine

Ausbildung in Paris an der Académie Royale fort, bevor er nach

London zurückkehrte. Im Alter von 24 Jahren wurde John

Webber 1776 als Maler für Cooks dritte Reise ausgewählt. Als

er vier Jahre später nach London zurückkehrte, hatte Webber

rund 320 Skizzen und Zeichnungen im Gepäck, die er später

in Ölbilder und Kupferstiche umsetzte. Diese wurden zu Bestsellern

und prägten zusammen mit den Aquarellen und Ölbildern

das Bild der Südsee in Europa. John Webbers wohl berühmtestes

Gemälde, das Porträt der Südsee-Prinzessin Poedua

aus der National Gallery of Australia, eines der schönsten

Gemälde der Cook-Reisen, wird exklusiv in Bern gezeigt.

„Südseesachen“ – wertvolle Zeugnisse der pazifischen

Kulturen. Meist verliefen die Begegnungen mit

den Polynesiern friedlich. In der Regel betrieben beide Gruppen

Tauschhandel, und Cook und seine Männer erwarben so

insgesamt rund 2.000 Gegenstände. Heute sind diese Objekte

die letzten Zeugnisse der bis dahin vom Westen unberührt

gebliebenen Kulturen des Pazifik.

„In Polynesien sind kaum vergleichbare Objekte erhalten geblieben,

für heutige pazifische Kulturen sind diese Sammlungen

daher ein wesentlicher Baustein für erstarkendes Traditionsbewusstsein

und damit einhergehender Identitätsbildung“, erklärt

Dr. Thomas Psota, Leiter der Abteilung Ethnographie und

Ausstellungskurator.

1 Poedua. Die Tochter des Häuptlings Orio von Raiatea (Ulietea), einer der

Gesellschaftsinseln nahe Tahiti.

2 Johann Daniel Mottet. John Webber, Bern, 1812

3 Tischglobus. William Bardin und Gabriel Wright, London, 1783

Bildnachweis: National Library of Australia and the National Gallery of Australia, Canberra, Historisches Museum Bern, National Maritime Museum, Greenwich, London

3


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28

Sie geben sich täglich die Kante, agieren im

roten Bereich und ordnen ihren Zielen alles unter.

OCEAN7-Redakteur Dominik Marsano war mit den

heimischen Primgeigern in Australien, hat ihnen

bei ihrer Basisarbeit über die Schultern geschaut

und zieht ob deren Kraftakt den Hut.

Text und Fotos: Dominic Marsano

Der

Schweinehund

lässt grüßen

Fremantle, November 2010. Die Hitze hat sich zwischenzeitlich

bei 35 °C eingependelt. Das entspricht der Jahreszeit

und ist in diesen Breiten alltäglich. Die Luftfeuchtigkeit

bleibt unter 20 Prozent, die Straßen sind leergefegt, die Stadt

ist um die Mittagszeit wie ausgestorben. Im Hafen laufen die

Dinge anders, hier herrscht rege Betriebsamkeit. Die sea

breeze macht sich langsam bemerkbar und wird binnen einer

Stunde auf zumindest 20 Knoten beschleunigen. Die Akteure

pappen sich weiße Sunblocker ins Gesicht, was der Leichenblässe

irgendwie verdammt nahekommt und packen alles, was

der Sonne sonst noch ausgesetzt ist, in Lycra und dünnes Neo-

pren. Der Weg aus dem Hafen führt die Jollen an imposanten

Yachten vorbei, die Decks sind auf Hochglanz poliert, die

Wanten werden vom Wind in Stimmung gebracht. In der

Hafeneinfahrt steigen die ersten Wellen ins Cockpit, die Sunblocker-geschützten

Visagen sind im Nu mit Salzwasser getränkt.

Unmittelbar hinter dem felsigen Wellenbrecher übernehmen

die Elemente endgültig das Kommando. Der

Fremantle Doctor – so die örtliche Bezeichnung für das würzige

Gebläse – ist auf Touren gekommen. Der beinharte

Knochen job hinterlässt da wie dort Spuren. Wieder an Land

wird der Tag mittels Videoanalyse zerlegt und verarbeitet, dann


PEOPLE

29

Mündung des Swan River, etwa 20 Kilometer südwestlich von

Perth gelegen, hat Sinn, schließlich wird hier im Dezember

2011 der Olympia Countdown eingeläutet. Im Rahmen der

ISAF Worlds werden in knapp einem Jahr 75 Prozent der

Nationentickets für die England-Spiele vergeben, womit auf

der Hand liegt, warum sich die heimischen Protagonisten

schon jetzt mit dem Doctor anlegen. Der Formaufbau wird

aufgrund dieser Weltmeisterschaft ein wenig auf den Kopf

gestellt, im kommenden Winter sind keine Trainingseinheiten,

sondern Ergebnisse gefragt. Verläuft alles nach Plan, könnte

das OeSV-Aufgebot die internationale Hürde gleich in sechs

Bootsklassen überspringen. Ob das vom nationalen Olympi-

1 vollgas und ab durch die mitte. Der OeSV-Express nimmt von

Australien aus Kurs auf England.

Regatta-Highlights 2010/2011

Australien Weltcup/Melbourne 12.–18. Dezember 2010

USA Weltcup/Miami 23.–28. Jänner 2011

Spanien Weltcup/Palma 03.–09. April 2011

Frankreich Weltcup/Hyeres 22.–29. April 2011

Holland Weltcup/Medemblik 25.–29. Mai 2011

England Weltcup/Weymouth 05.–11. Juni 2011

Deutschland Weltcup/Kiel 18.–22. Juni 2011

Europameisterschaft/Helsinki 01.–08. Juli 2011

Preolympics/Weymouth 01.–14. August 2011

Weltmeisterschaft/Fremantle 01.–18. Dezember

der Hunger befriedigt. Im Anschluss gehen im Österreicherhaus

die Lichter aus, die Energie für gesellschaftlichen Schabernack

ist verbraucht. Es ist gerade einmal 21.00 Uhr durch.

Im Schwitzkasten des Doctors. Wenn das Segeln

punkto Witterung in unseren Breiten wenig Sinn macht, reist

der heimische Olympiakader dem Sommer hinterher. Die

Saisonvorbereitung und Basisarbeit erfolgt zwangsläufig in

Übersee, im Vorjahr wurde das Fundament für neue Taten in

Florida gelegt, diesmal schmeißt man sich vor der australischen

Westküste ins Zeug. Die Entscheidung pro Fremantle, an der

1


30

1

schen Komitee hinsichtlich der Qualifikation für Weymouth

2012 als ausreichend empfunden wird, weiß man in wenigen

Wochen. Im Jänner sitzen die Granden des ÖOC mit jenen des

Segel-Verbandes an einem Tisch. Die Vorzeichen, dass diesmal

die Nationenqualifikation für eine Olympiateilnahme ausreicht,

sind positiv, zumal das Überspringen dieser Hürde einen ordentlichen

Satz voraussetzt. Denn das Gerangel um die wenigen

Plätze – im Starboot sind gerade einmal 15 Tickets (siehe

Kasten) zu haben – ist enorm. Verglichen mit den Winterspielen

ist bei den Sommer-Olympiaden der Bär los. In Vancouver

gaben sich Sportler aus 72 Nationen die Ehre, 2008 in Peking

registrierte man Teilnehmer aus 202 Nationen.

Vision und Wirklichkeit. „Natürlich haben wir konkrete

Vorstellungen“, sagt Georg Fundak und ergänzt, dass der öffentliche

Medaillenwunsch auf der Hand läge und auch verständlich

sei. „Wir wollen und werden uns 2012 in Medaillenform

präsentieren, das ist unser Ziel, darauf arbeiten wir hin.

Gleichzeitig gilt es aber, die Realität nicht aus den Augen zu

verlieren, denn aufgrund der Qualifikation und auch um den

Förderungskriterien zu entsprechen, kann der Focus nicht

einzig und allein auf Weymouth abzielen.“ Womit neben der

Weltmeisterschaft auch die Europameisterschaft sowie die

Weltcup-Regatten in den Mittelpunkt rücken und das Timing

der Saisonplanung seine Tücken bekommt. Denn klar ist, dass

öffentliche Gelder nur bei einem entsprechenden Leistungsnachweis

fließen und der Olympische Traum nur in Erfüllung

gehen kann, wenn man die Qualifikation meistert. Aufgrund

der Komplexität des Segelsportes hat aber jede Hochform ein

Ablaufdatum, das gesamte Jahr mit maximaler Drehzahl zu

laufen sei laut Fundak nicht machbar. Die Herausforderung für

die kommende Saison liegt für den Sportdirektor des Verbandes,

der als Trainer auf sechs Olympiaeinsätze, drei Gold- und

eine Silbermedaille zurückblicken kann, in der Regeneration.

„Wir müssen bei den Zielpunktregatten in Form sein und

dazwischen im Olympiarevier Vollgas geben. Einer effizienten

Nationentickets

Die Quotenplätze werden bei den Weltmeisterschaften 2011 und 2012

ausgeschüttet, England ist als Veranstalterland in jeder Disziplin gesetzt.

Keelboat/Star 16

Skiff/49er 20

One Person Dinghy/Laser 48

One Person Heavyweight/Finn 25

Two Person Dinghy/470er (Männer) 27

Two Person Dinghy/470er (Damen) 20


PEOPLE

31

Immer weiter an die Schmerzgrenze

Regeneration kommt dabei eine enorme Bedeutung zu“, so der

gebürtige Ungar, der das Timing der Bestform noch optimieren

muss. „Heuer hatten wir im Juni und Juli unsere stärksten

Phasen, bis 2012 muss die Formkurve auf August abzielen.“ In

diesem Monat geht es vor Weymouth um alles und die Plätze.

Starkes Paket. Dank Sylvia Vogl, die aufgrund ihrer Problemzonen

im Nacken und Rücken fast 18 Monate pausieren

musste und jetzt wieder mit Carolina Flatscher im 470er sitzt,

sowie dem Olympia-Comeback von Altmeister Hans Spitzauer,

hat das starke OeSV-Paket weiter an Qualität gewonnen.

Nico Delle Karth und Niko Resch blicken als Weltranglisten-

Erste und Gewinner des Gesamt-Weltcup´s auf ein fantastisches

Jahr zurück, Andreas Geritzer segelte sich mit EM-Bronze

aus seinem Zwischentief, dazu noch Florian Raudaschl und

das Duo Matthias Schmid/Florian Reichstädter, die heuer die

Früchte für ihre intensive Testphase während der vergangenen

Regattasaison ernten sollten. Klingt viel versprechend, zumal

der hauseigene Nachwuchs positiven Druck aus der zweiten

Reihe ausübt. Lasersegler Matthias Sailer, die 470er Junioren

David Bargehr und Lukas Mähr sowie die 49er Umsteiger

Thomas Zajac und Thomas Czajka sind längst im Team integriert,

ob sie die Arrivierten in eine Olympiaausscheidung

zwingen, bleibt freilich abzuwarten. Fundak, der Prognosen

20 Monate vor dem Showdown für hochgradig unseriös hält –

„frag mich das bitte zwei Wochen vor den Spielen“ – bescheinigt

derzeit vier Booten Medaillenformat. „Das Fundament

passt, aber wir müssen weiterhin an die Schmerzgrenze gehen,

die kommenden eineinhalb Jahre werden brutal. Es lässt sich

heute nicht sagen, wie jeder einzelne mit dieser Belastung

umgeht, aber wenn wir unser Programm ohne wenn und aber

durchziehen können, werden wir in Weymouth entsprechend

belohnt.“ In Fremantle gehen derweilen die Lichter an. Das

49er Quartett will um 08:30 Uhr auf dem Wasser sein und den

Vormittag ausnützen, die prognostizierte Windstärke verlagert

das Nachmittagsgeschehen zwangsläufig in die Kraftkammer.

Was für die Siff-Fraktion vor allem aufgrund der zu erwartenden

Wellen nicht machbar ist, wird die 470er nicht bremsen.

Die Trainer haben in dieser Woche ihr Coaches-Race ausgeflaggt,

pro Tag stehen vier Wettfahrten auf dem Programm.

Das 30 Boote starke Feld ist erlesen, die Konkurrenz schenkt

sich selbst während dieser Trainingsrunden keinen Millimeter.

Vor der ersten Wettfahrt, die für 09:00 Uhr angesetzt ist, steht

noch eine Laufeinheit auf dem Programm. Am Abend fehlt

dazu die Kraft.

1 am anschlag. Thomas Zajac und Thomas Czajka prügeln ihren 49er über

den Teich.

2 von allen gejagt. Nico Delle Karth und Niko Resch gehen als Weltranglisten-Erste

und Gesamtweltcup-Sieger in die neue Saison.

2


32

oCEAN7 Service

Ganz neu

Die amerikanische Bootsschuh-Company

Sperry Top-Sider präsentiert eine neue Schuhkollektion.

Sie garantieren Seglern, Motorbootfahrern

oder Adventure-Wassersportlern festen

Halt auf nassen Decks und guten Schutz für

die Füße. Verarbeitet werden leichte, wasserabweisende

und dämmende Materialien,

die notwendige Stabilität

und Flexibilität wird durch

eine dünne, rutschfeste

Sohle gewährleistet.

Eine herausnehmbare

Innensohle

verhindert unangenehme

Gerüche und

erhöht den Komfort des funktionellen Segelschuhs.

Eine niedrige Variante ist für Damen

und Herren erhältlich, ein hoher Stiefel

wird ausschließlich für

Herren angeboten. Die

niedrigen Ventus-Modelle

kosten etwa 110, der

Stiefel 220 Euro.

www.sperrytopsider.com

Nie wieder

Schimmel

Solarbetrieben sorgt das CB-AIR Belüftungssystem auf 12V-Basis für

trockene Luft und gegen Modergeruch, Schimmel und Feuchtigkeit in

Yachten – wenn sie im Wasser längere Zeit nicht bewohnt werden und

zu Land im Winterlager. CB-AIR misst mittels einem Referenz- und einem

Innenraum-Sensor permanent das Klima und strebt ständig den optimalen

Wert von 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit im Innenraum an.

Der Luftaustausch wird über kleine Ventilatoren an bestehenden Öffnungen

so geregelt, dass Schimmel keine Chance hat. CB-AIR kann mit

einem Netzteil oder autark

über ein Solarpanel

betrieben werden, ist

zum Eigeneinbau geeignet

und bedarf wenig

Einbauaufwands.

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Strom variabel

Fischer Panda präsentiert in Düsseldorf seinen neuesten Generator Panda 45i. Vertriebschef

Jens Langer: „Er ist für die Eigner von Superyachten und größeren Schiffen entwickelt

worden, die unterschiedlich hohen elektrischen Bedarf an Bord haben. Die variable Drehzahltechnologie

nutzt alle Vorteile der modernen Diesel-Motoren, die auch für eine

niedrige Drehzahl ausgelegt sind und den derzeitigen Emissionsstandards entsprechen.

Die Motordrehzahl wird entsprechend der elektrischen Last reguliert und ermöglicht somit

einen sparsamen Lauf. “

www.fischerpanda.de


NEWS SERVICE

33

Edles am

Gardasee

Wer Edles kauft, will auch edel wohnen und genießen. Das haben

sich das Lefay Resort & SPA am Gardasee und Nautica Casarola,

der Händler der exklusiven Riva-Boote, gedacht und bieten Pakete

an: Ein Wochenende in dem traumhaften Resort in den Hügeln

über Gargnano – und Probefahrten mit den eleganten Riva-

Yachten. Darunter die absolute Motorbootlegende Aquarama, das

Boot der Stars aus den 60ern und 70ern, von BB bis CC (Brigitte

Bardot bis Claudia Cardinale). Eine Aquarama, Baujahr 1973, von

Nautica Casarola originalgetreu restauriert und mit dem typischen,

Gänsehaut erzeugenden Motorensound, kostet rund

500.000 Euro. Legenden haben eben ihren Preis.

www.lefayresorts.com

www.nauticacasarola.com

Weihnachtsaktion

NEW

Unter Wasser

sehen

Geonav stellt mit der Side Imaging und

Down Imaging Sonar-Technologie für Yachten

revolutionäre Einblicke in die Meerestiefe vor. Side Imaging

stellt einen 70-Meter-Bereich zu jeder Seite des Bootes dar. Gemeinsam

mit dem Down Imaging erhält der Betrachter eine fotorealistische

Darstellung dessen, was sich unter dem Boot befindet.

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statt € 549.- um

€ 499.-

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bis 31.12.2010

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Tel.: +43 (0)4274-2939, Fax DW: 9

A-9220 Velden, Seecorso 5

office@yachting-velden.at

www.yachting-velden.at


Boot TULLN 2011 · Boot TULLN 2011 · Boot TULLN 2011 · Bo

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1971 begann die Erfolgsgeschichte der österreichischen

Bootmesse. 2011 wird die Austrian Boat Show eine

Jubiläumsveranstaltung der Superlative

Festival der

Weltumsegler

Zur 40. Ausgabe der Boot Tulln haben sich bekannte Weltumsegler

angesagt. An der Spitze der wohl bekannteste Weltumsegler

im deutschsprachigen Raum, Bobby Schenk. Der Bestsellerautor

wird unter dem Titel „Ein Leben auf den sieben

Meeren“ seine Biografie vorstellen.

Bestens bekannt aus ihren diversen Reportagen für OCEAN7

wird die Familie Schöler – Alexandra, Peter und Sohn Finn –

von Donnerstag bis Samstag täglich ihre emotionale RISHO

MARU SHOW im großen Vortragssaal anbieten. Ein emotionales

Erlebnis der besonderen Art! Die multimediale Show

zeigt die Abenteuer einer Weltumrundung aus einer erfrischend

neuen Perspektive und ist eine Kombination aus Live gespielter

Musik, Gesang, Videos und tollen Bildern. Alexandra, die

OCEAN-WOMAN-Kolumnistin von OCEAN7, ist Autorin

des zauberhaften Buches „Wellenzeit“. Unter dem gleichen

Titel gibt es eine CD mit eigener Musik zu ihrer Weltumsegelung.

www.rishomaru.com

Auch die Seenomaden kommen mit neuem Vortrag und neuem

Buch.

Aber was wäre die Boot Tulln ohne Schiffe. Max Marine zeigt

in einer Österreichpremiere die Sun Odyssey 409. Weiters die

Sun Odyssey 43 DS und die 33i. Leers Yachting bringt die Bénéteau

First 30, Hanse ist bei der Austrian Boat Show durch

Schwaigernautik mit der Österreichpremiere der neuen Hanse

445 und der Hanse 545 vertreten. Phönix Yachten zeigt mit der

Dufour 40E Performance eine Yacht für sportlich ambitionierte

Segler. Trend Travel Yachting präsentiert die Alubat Ovni 365.

Unter den Motoryachten werden unter vielen anderen erwartet:

Bénéteau Monte Carlo 42 HAT, Cranchi 36 und die Atlantis

36.

www.boot-tulln.at

Fotos: gindlfoto (2)


ot TULLN 2011 · Boot TULLN 2011 · Boot TULLN 2011 · Boot

Revier

35

Austrian Boatshow 3. bis 6. März 2011


Boot DÜSSELDORF 2011 · Boot DÜSSELDORF 2011 · Boot D

36

Treffen mit

Jessica

Vom 22. bis 30. Jänner 2011 läuft wieder die Boot Düsseldorf, die weltgrößte Yacht- und Wassersportmesse.

In 17 Hallen präsentieren 1.550 Aussteller aus 50 Ländern die Neuigkeiten auf dem

nautischen Markt. Etwa 1.700 Bootstypen aller Größen und Arten werden ausgestellt,

als größte Yacht wird die Sunseeker 88 präsent sein. Prominente

Besucherin: die jüngste Solo-Weltumseglerin Jessica Watson.

Angebot zur boot

Die Düsseldorf Tourismus Marketing Gesellschaft hat zur boot vom 22.

bis 30. Januar ein günstiges Reisepaket geschnürt: Im Preis ab 79 Euro

pro Person im Doppel- oder 116 Euro im Einzelzimmer sind die Übernachtung

mit Frühstück, der Messeeintritt, ein Abendessen mit Altbier

sowie Stadtführer und Stadtplan enthalten. Ein vergünstigtes Bahnticket

kann man ebenfalls dazu buchen.

duesseldorf-tourismus.de/business/2011/boot


ÜSSELDORF 2011 · Boot DÜSSELDORF 2011 · Boot DÜSSELDO

Revier

37

Die Einfache

Der neueste Cruiser aus dem Hause Hanse: Durch das Easy

Sailing Concept kann die Hanse 495 bei allen Manövern von der

Position des Steuermanns aus bedient werden, die Selbstwendefock,

die zur Standardausrüstung des Schiffs gehört, vereinfacht

das Handling zusätzlich.

www.schwaigernautik.com www.hanse-yachten.com

Halle 17 · Stand C23

Die

Weltpremiere

Mit zwei 370 PS starken

Volvo Penta-Maschinen

ist die Bavaria 43 Hardtop

mehr als ordentlich

motorisiert. Wer noch

mehr will, kann auch

zwei 435 PS starke Antriebe

ordern. Die Neue von Bavaria ist optional auch mit elektrischem

Softtop und beheizbaren Front- und Seitenfenstern erhältlich.

Die 13,83 Meter lange Motoryacht feiert auf der boot

ihre Weltpremiere.

www.bavaria-yachtbau.com

Halle 4 · Stand A35

Das Flaggschiff

Die größte Hallberg-Rassy, die je gebaut wurde, wird heuer erstmals

in der Öffentlichkeit gezeigt. Das Flaggschiff der Qualitätswerft

ist mit Feinheiten wie hydraulischer Badeplattform, Segelbedienung

auf Knopfdruck und 280-PS-Maschine in einem

riesigen Motorraum ausgestattet.

www.hallberg-rassy.com

Halle 17 · Stand A56

Die Handliche

Die handliche Motoryacht von Bénéteau kann mit 260 oder sogar

380 PS motorisiert werden. Das 10,22 lange Schiff eignet sich

für Törns in küstennahen Gewässern und bietet bis zu sechs

Personen Platz zum Schlafen. Höchstgeschwindigkeit 26 Knoten.

www.leers.com www.beneteau.com

Halle 4 · Stand A57

Halle 16 · Stand B42

Der Riese

Mit einer Länge von 27 Metern ist die Sunseeker 88 das größte

Exponat der boot 2011, sie wird neben der Predator 64, Pre dator

60, Predator 52 und Portofino 48 auf dem größten Stand der

Messe ausgestellt. Die gewaltige Sunseeker 88 hat zwei Decks

und eine große Flybridge mit Wetbar und Whirpool.

www.sunseeker.de

Halle 6 · Stand D61

Die Schnelle

Ebenfalls ihre Weltpremiere feiert die neue Dehler 32. Das vielseitige

Schiff in der Zehn-Meter-Klasse kann mit einer kleinen

Crew gesegelt werden, macht aber, wenn man Lust hat, mit ihren

60 m² Segelfläche auch auf der Regattabahn eine gute Figur.

Der Rumpf der neuen Dehler wird im Handauflegeverfahren

hergestellt und hat einen 1,74 Meter tiefen T-Kiel.

www.dehler.com Halle17 · Stand C23


38


SERVICE

39

2010

Jahr Das der

Biodiversität

Text und Fotos: Dr. Reinhard Kikinger


40

1

Das Jahr 2010 wurde von den Vereinten Nationen zum

Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Dadurch soll die

Aufmerksamkeit möglichst vieler Menschen auf die Vielfalt des

Lebens auf unserer Erde gelenkt werden. Wir Menschen sind

Teil dieser Vielfalt und haben in der Zwischenzeit das Potential,

sie empfindlich zu stören oder zu erhalten. Deswegen ist

es von größter Wichtigkeit, den Wert der Biodiversität zu erkennen,

um nicht aus Unwissenheit oder Ignoranz unsere eigenen

Lebensgrundlagen zu gefährden. Biologische Vielfalt ist

nicht selbstverständlich. Erst durch lange evolutive

Prozesse entsteht sie, zerstört ist sie jedoch schnell.

Beispiele dafür sind die Vernichtung artenreicher

Regenwald-Gemeinschaften durch großflächige Abholzung

und Brandrodung. Oder die gnadenlose

Überfischung der Ozeane mit weitreichenden Auswirkungen

auf marine Nahrungsnetze. Aus paläontologischen

Befunden wissen wir, dass nach dem massenhaften Aussterben

von Arten die Regenerierungszeit mariner Biodiversität eine

bis zehn Millionen Jahre dauert. Die kurzfristige Ausbeutung

von Ressourcen auf Kosten der Artenvielfalt kann extrem langfristige

negative Folgen haben.

Wir brauchen intakte Ökosysteme


SERVICE

41

Biodiversität – was ist das? Um den oft gehörten Begriff

Biodiversität nicht zu einer falsch verstandenen Worthülse

verkommen zu lassen, ist eine Begriffsbestimmung wichtig.

Kurz gesagt wird darunter die biologische Vielfalt auf drei

Ebenen verstanden.

Ebene 1: Die genetische Vielfalt innerhalb einer Art. Beispiel:

jedes Individuum einer Vogelart – etwa der Amsel – unterscheidet

sich genetisch von seinen Artgenossen.

Ebene 2: Die Artenvielfalt selbst. Beispiel: innerhalb der Übergruppe

„Vögel“ gibt es verschiedene Arten, etwa Amsel, Habicht,

Albatros, etc.

Ebene 3: Die Vielfalt von Ökosystemen. Beispiel: Laubwald,

Steppe, Tiefsee, etc.

Der Begriff Biodiversität bezieht sich also auf die Variabilität

aller lebender Organismen und ihrer zugehörigen Ökosysteme.

Am häufigsten wird Biodiversität im Zusammenhang mit der

Artenvielfalt gebraucht.

3

1 GroSSe Schwärme. Der Reichtum der Meere ist sprichwörtlich, aber

erschöpfbar. Mit modernen Hochseefischerei-Methoden werden komplette

Fischschwärme mit Riesennetzen eingeholt. Nahe der Küste, wie hier am Außenriff

eines Atolls, sind oft noch individuenreiche Schwärme von Riff-Fischen

anzutreffen (Blaustreifen Schnapper, Lutjanus kasmira).

4

2 Eleganter Gleiter. Rochen zählen wie die Haie zu den Knorpelfischen.

Das heißt, ihr Skelett ist nicht aus Knochen, sondern aus Knorpeln aufgebaut.

Im Gegensatz zu den meisten Knochenfischen besitzen sie auch keine

Schwimmblase. Stattdessen nützen sie ihre fettreiche Leber zur Tarierung im

Wasser (Adlerrochen, Aetobatus narinari).

3 Tagträumer. Die sogenannten Glasfische sind kleine, großäugige Fische.

Tagsüber sind sie inaktiv und ruhen in dichten Schwärmen in Höhlen und unter

Überhängen. Nachts verteilen sie sich im Korallenriff und ernähren sich von

Zooplankton (Glasfisch, Parapriacanthus sp.).

4 Top-Jäger. Haie gehören im Meer zur Spitze der Nahrungspyramide. Als

Endkonsumenten wirken sie regulierend auf den Bestand ihrer Nahrungsquellen.

Werden Haie überfischt, so kann das auf lange Sicht gravierende Auswirkungen

auf das marine Ökosystem haben (Schwarzspitzen Riffhai, Carcharhinus

melanopterus).

5 Nomen est omen. Die wulstigen Lippen haben dieser Fischart zu ihrem

umgangssprachlichen Namen verholfen: die Süßlippen. Die größten Vertreter

können bis knapp einen Meter lang werden und sind an ihren großen Lippen,

einer durchgehenden Rückenflosse und der abgerundeten oder gekerbten

Schwanzflosse gut zu erkennen. Die Jungfische der Süßlippen unterscheiden

sich in Färbung und Fortbewegung deutlich von den adulten Tieren (Orient

Süßlippe, Plectorhinchus orientalis).


42

Wir werden nur

schützen, was wir

lieben. Wir können

nur lieben, was

wir kennen. Und

wir können nur

kennen, was uns

gelehrt wurde.

Dieses schöne Zitat gilt vor allem für die biologische

Artenvielfalt. Ohne die Arten zu kennen, werden wir

ihren Verlust nicht einmal bemerken.

1

Der Ozean und seine Vielfalt. Es ist allgemein bekannt,

dass der Artenreichtum der Meere gewaltig ist. Aber niemand

weiß, wieviele Arten tatsächlich im Meer leben. Heute sind mehr

als 200.000 marine Tierarten wissenschaftlich erfasst. Wesentlich

mehr Arten sind aber wahrscheinlich noch unentdeckt. Das betrifft

vor allem Kleinstlebewesen und die Bewohner der Tiefsee.

Die Gründe für diese Wissenslücken sind vielfältig: wissenschaftliche

Forschung im marinen Bereich ist teuer, technisch und

organisatorisch aufwändig und ein wirtschaftlicher Nutzen ist

nicht immer sofort ersichtlich. Als Beispiele seien die Erforschung

so extremer Lebensräume wie die Tiefsee, schwarze

Raucher am Meeresgrund mit 400 °C heißem Wasser, untermeerische

Salzseen, sauerstofffreie Becken, Felder von gefrorenem

Methan und Tiefseegräben in 11.000 Meter Tiefe genannt.

Überall dort gibt es Leben, Spezialisten, die an diese extremen

Verhältnisse angepasst sind. Extrem sind aber nicht nur diese

Lebensbedingungen, sondern auch der technische und finanzielle

Aufwand, um diese Extrembiotope zu erforschen. Dementsprechend

wenig wissen wir noch von ihren Lebensgemeinschaften.

Ein anderer, weitgehend unbekannter Bereich der Meere ist

die Welt der Mikroorganismen. Ein Zahlenbeispiel: In einem

Kubikmeter Meerwasser oder in einem Gramm Meeresboden

2

3


SERVICE

43

4

finden sich Tausende taxonomische Gruppen von Mikroorganismen,

von denen weniger als 1 % bekannt sind. Diese Organismen

sind zwar winzig klein, durch ihre riesige Anzahl aber wichtig für

die großen bio-geo-chemischen Kreisläufe der Meere.

Warum ist Biodiversität für uns wichtig? Biologische

Vielfalt sichert funktionierende Ökosysteme. Diese sind für uns

Menschen in vielerlei Hinsicht wichtig: Gesundheit, Ernährung,

Energie und viele weitere Dienstleistungen haben eine

intakte Umwelt zur Voraussetzung. Nur intakte marine Ökosysteme

können auch in Zukunft reiche Fischereierträge liefern,

nur gesunde Planktongemeinschaften können durch ihre

Photosyntheseleistung den Anstieg des Kohlendioxids in der

Atmosphäre verlangsamen. Darüberhinaus stellt das Genom

von Meeresorganismen eine wertvolle Bibliothek der Evolution

dar. Wir können daraus über Anpassungsmechanismen an

wandelnde Umweltbedingungen lernen, über Regulierungen

des Immunsystems und über Strategien, in extremen Lebensräumen

zu existieren. Dieser genetische Schatz ist von uns noch

ungehoben und wir sind dabei ihn zu vernichten, bevor wir ihn

erforschen konnten. Entlang der Kontinentalränder gefährdet

die Tiefseefischerei die Riffe der Kaltwasserkorallen, die erst

1 Blumentiere. Sie sehen wie Blumen aus, zählen aber zu den Tieren. Die

abgebildeten Lederkorallen sind Tierkolonien mit langgestielten Korallenpolypen.

Sie wachsen im Korallenriff und auf Sandböden. Da sie kein massives

Kalkskelett abscheiden, tragen sie nur indirekt zum Wachstum des Korallenriffs

bei (Lederkoralle, Sarcophyton sp.).

2 Alarmzeichen. Der weiße Korallenstock sieht zwar schön aus, lässt aber

beim kundigen Betrachter die Alarmglocken schrillen! Diese Koralle wurde

Opfer der berüchtigten Korallenbleiche. Sie hat ihre Symbiosealgen verloren

und ist dadurch abgestorben. Nur noch das weiße Kalkskelett ist übrig. Korallenbleiche

zählt weltweit zu den größten Bedrohungen der Riffe. Sie kann

verschiedene Ursachen haben, ist aber oft mit dem Klimaphänomen El Niño

und der Erwärmung des Meerwassers verbunden (Skelett einer Steinkoralle,

Acropora sp.).

3 Biologische Sonnenkollektoren. Tischkorallen zählen zu den wichtigsten

Baumeistern der Korallenriffe. Diese raschwüchsigen Korallen besitzen

in ihrem Gewebe symbiontische Algen, die für die Ernährung und für die Kalkproduktion

der Koralle wichtig sind. Der horizontale, tischförmige Wuchs dieser

Korallenstöcke ermöglicht maximale Lichtausbeute für die Algen (Tischkoralle,

Acropora sp.).

4 Liebling der Taucher. Jeder Taucher will sie sehen, die Meeresschildkröten.

Diese eindrucksvollen Tiere gehen leider in ihrem Bestand zurück. Sie

verlieren durch Küstenerschliessungen ihre Niststrände, ertrinken in Fischernetzen

und an Fischhaken und leiden an der zunehmenden Verschmutzung der

Ozeane (Echte Karettschildkröte, Eretmochelys imbricata).


44

1

im letzten Jahrzehnt entdeckt wurden. Tropische Korallenriffe

geraten zunehmend durch Tourismus, Fischerei, Küstenbesiedlung

und Umweltverschmutzung unter Druck. Der Klimawandel

tut ein übriges, der drohende Verlust an Arten ist enorm.

Was können wir tun? Das Internationale Jahr der Biodiversität

geht zu Ende und das ist eine gute Gelegenheit, Bilanz

zu ziehen. Es wurden Biodiversitäts-Forschungsprojekte intensiviert,

Sonderausstellungen in Museen eingerichtet, spezielle

Veranstaltungen an Universitäten und in Forschungseinrichtungen

angeboten – und nicht zuletzt auch politische Diskussionsrunden

geführt. Vor allem die internationale Politik sollte

2

Literatur

Baur, B. (2010). Biodiversität. UTB Stuttgart.

ISBN 978-3-8252-3325-9

Marine Biodiversität – Vielfalt des Lebens (2010). Info Broschüre.

Herausgeber: DFG Senatskommision für Ozeanographie; Konsortium

Deutsche Meeresforschung. www.deutsche-meeresforschung.de

Reichholf, J. H. (2008). Ende der Artenvielfalt? Gefährdung und

Vernichtung der Biodiversität. Fischer. ISBN 978-3-10-062943-2

Streit, B. (2007). Was ist Biodiversität? Erforschung, Schutz und

Wert biologischer Vielfalt. C.H. Beck. ISBN 978-3-406-53617-5

3


Service

45

den Wert biologischer Vielfalt erkennen und entsprechende Spielregeln

vorgeben. Das kam auch in der Eröffnungsrede des Deutschen Bundesumweltministers

zum Internationalen Jahr der Biodiversität zum Ausdruck:

„Ein wichtiges Etappenziel haben wir dann erreicht, wenn Ende

2010 politische Entscheidungsträger weltweit begriffen haben, welche

immense Bedeutung der Schutz der biologischen Vielfalt und die Erhaltung

ihrer Dienstleistungen für das menschliche Wohlergehen, die

globale wirtschaftliche Entwicklung und die Armutsbekämpfung haben,

und wenn diese Erkenntnis konsequent in politisches Handeln umgesetzt

wird“. Es ist zu hoffen, dass sich diese Erkenntnis durchsetzt und

dass die politischen Vertreter dieser zukunftsorientierten Richtung auch

die nötige Unterstützung der Wähler bekommen.

1 Versteckte Vielfalt. Nicht immer springt die Vielfalt an Organismen gleich ins Auge.

An dieser Felsküste des Mittelmeeres fallen vor allem die beiden roten Seeanemonen auf

(Nesseltiere). Nicht zu übersehen ist auch die Schnecke (Weichtiere). Bei genauerem

Hinsehen entdeckt man noch Seepocken (Krebstiere). Die kleinen Löcher im Fels stammen

von einem Bohrschwamm (Schwämme). Es finden sich auf diesem Bildausschnitt Vetreter

von vier verschiedenen Tierstämmen, von Algen und Mikroorganismen ganz zu schweigen.

2 Zarte Schönheit. Ein Haarstern sitzt auf einer Schwarzen Koralle. Beide ernähren sich

von Plankton und kleinen Schwebpartikeln. Die Koralle verwendet zum Planktonfang die

Tentakel ihrer zahllosen Polypen, die über ihr bäumchenförmiges Skelett verteilt sind. Der

Haarstern nützt die Koralle als Ansitz, um vorüberdriftende Partikel mit seinen fein gefiederten

Armen zu fangen (Haarstern, Himerometra sp. auf Schwarzer Koralle, Antipathes sp.).

3 Seegurke. Trotz ihres Namens, ihres Aussehens und ihrer Gurkenform ist dieses Geschöpf

ein Tier. Seegurken finden sich auf Meeresböden bis in die größten Tiefen. Sie

kriechen langsam über den Meeresgrund und ernähren sich von organischem Material,

das sie an ihrem Vorderende aufnehmen. Unverdauliche Reste werden als charakteristische

Faecesketten ausgeschieden (Ananas Seegurke, Thelenota ananas).

4 Feine Muster. Dieser flächig wachsende Schwamm zählt zu den sessilen, festsitzenden

Meerestieren. Er ernährt sich von Kleinstplankton, das er durch die zahlreichen kleinen

Öffnungen an seiner Oberfläche einsaugt. Der Körper des Schwammes ist von einem

reich verzweigten Kanalsystem durchzogen. An den Ausströmöffnungen laufen

diese Kanäle sternförmig zusammen (unbestimmter Schwamm).

5 Bunter Stern. Seesterne zählen zu den bekanntesten Tieren der

Meeresfauna. Die meisten Arten haben fünf Arme. Einige haben jedoch

wesentlich mehr Arme, andere haben sie vollständig reduziert

und sehen wie ein Kissen aus. Die auffälligen und bunten Arten

werden leider oft gesammelt, getrocknet, und zum Verkauf

angeboten. So wie die schönsten Schnecken

und Muscheln sind sie dadurch in vielen

Gebieten selten geworden (Roter Maschenstern,

Fromia monilis).

4

5


46

Um Kap Hoorn

mit Seewolf

und Molly

„Also, wenn ich etwas mag, dann, wenn die Dinge ins Laufen kommen.

Zum Beispiel wie zur Zeit unsere Risho Maru-Multivisionsshow und

unser Buch Wellenzeit. Aber auch die Segelmode.“

Schreibt Weltumseglerin Alexandra Schöler. Hier über die neue

Kollektion von Marinepool.

Text: Alexandra Schöler, Fotos: Marinepool


SERVICE

47

1

Schrieb ich doch in der letzten OCEAN-Woman-Kolumne

über die Eigenheiten der Segelmode und erntete dabei gleich

von einer Leserin Tadel. Warum sind die Mädels auf dem Foto

so tief dekolletiert? Mhm. Seltsam, dass dieser Leserin nie

aufgefallen ist, dass die Mädels in den Segelmodemagazinen

prinzipiell blond und aufgetakelt sind. Da könnte man sich als

Seefrau aber auch echauffieren!

Ich bin in rothaarig. Gibt es da immer noch Leute, die glauben,

rothaarige Frauen an Bord bringen Unglück. Frechheit!

Chefredakteur Thomas Dobernigg hatte wie immer meine

Kolumne ganz genau gelesen und es war ihm nicht entgangen,

dass die OCEAN7-Jacken meinem kritischen Urteil entkommen

waren. Sie stammen von Marinepool und flugs schickte er

mir die neue Modelinie von Marinepool.

Nicht schlecht, dachte ich mir, als ich so durchklickte. Natürlich

weiße Hosen, eh klar. Und blau gestreifte Pullis. Aber auch

eine fetzige rote Segeljacke names Carol, sogar ein blauer

Trenchcoat names Baily. Vielleicht nicht fürs Schiff geeignet,

aber für die Stadt?

Auch die Segeljeans schienen mir authentisch ausgebleicht und

bei den Langarm-Blusen verliebte ich mich in eine weiße

hauchdünne bestickte Tunika – ideal beim Segeln, um nicht

völlig verbrannt im Hafen anzukommen.

1 fetzig. Die rote Carol wünsch ich mir!


48

1

2

Mein absolutes Lieblings-Outfit des Kataloges waren fetzige

No-Name-Jeans und eine Segel-Fleece Jacke – Farbe weiß

natürlich, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass irgendwer

einmal eine Khaki-Segelmoden-Linie entwirft.

Khaki ist nämlich die Bordfarbe! Sieht immer sauber aus, auch

wenn dreckig.

Marinepool bot zu diesem Thema die zart navy-weiß gestreiften

Hose Lydia an. Irgendwie erinnert mich dieses – zu allem

passende Teil – an eine Bäckerhose, nur der Schnitt ist wesentlich

schmeichelhafter!

Wie immer sind die Frauen auf den Fotos blond

und die Männer dürfen auch schon grauhaarig

sein. Wenn man das Durchschnittsalter der

Segelinteressierten im Allgemeinen betrachtet,

sollte vielleicht irgendjemand

mal ein paar Models jenseits der 40 engagieren.

Vor allem bei den Frauen! Die Marinepool-Mode

ist nämlich definitiv cool und

doch alterslos! Ja, das passt zusammen

– wie man bei dem grauhaarigen Seewolf

in der Segeljacke „Luke, 3 in einer“,

sieht.

Der Blick meines Kapitäns fiel sofort auf

die navyfarbene Cargohose Lei – alles

klar, die würde er nicht mehr ausziehen.

Egal ob Segeltörn, Burgtheater oder Höhenwanderung. Apropos

Burgtheater – sieht man die Segelmodels in Hemden, fragt

man sich, ob die Herren vorhaben, eine Premiere zu beehren.

Wer bügelt an Bord? Ich kenne niemanden und deswegen

freute ich mich über das nette Kehrseiten-Gruppenfoto. Sieht

man genau hin, sind die Segeloutfits leicht ungebügelt! Das ist

das wahre Bordleben!

Schuhe! Das leidige Thema. Ich liebe ja meine Krokodile nach

wie vor – wegen Wärme und Rutschfestigkeit, sicher nicht

wegen der Eleganz. Aber habe ich doch erst gestern eine Dame

in der U-Bahn mit Segelschuhen in lindgrün gesehen. Die

würde sich auch über das vielfältige Segelschuh-Angebot bei

Marinepool freuen! Wobei, Leder-Stoff-Schnür-Bordschuh

„Lady Club“ sieht aus wie „gerade von der Regatta gekommen

und gewonnen“. Wer mag so was nicht anziehen?

Für Segeltaschen hab ich eine Schwäche – die schauen einfach

lässig aus, besonders bei Marinepool. Und der wasserdichte

Rucksack, der unter fleißigen Leserbriefschreibern verlost wird,

könnte schon ewig in meiner Garderobe hängen.

Ich denke, ich werde mir die rote Carol-Jacke wünschen. Oder

die blaue mit der Bäckerhose.

Die Materialien sind alle absolut seglerisch, softshellig, windabweisend,

regattaprooved, high tech! Aber die figurbetonte

blaue Strickjacke Eleonore oder der süße blaue Seemannspulli

Nico inklusive Mütze Beanie mit Anker und Seemannsstiefel

sind es vielleicht nicht.


AEZ RÄDER

Design and Quality in Perfection

Revier 49

NEW

3

8,0 x 17

8,0 x 18

8,5 x 19

9,5 x 19

So what! Ich finde ganz wunderbar, dass Marinepool

einfach auch Mode macht für lässigausschauen-wollende

Seefrauen. Oder Stadtfrauen

oder Landfrauen! Und natürlich ihre

Männer und Söhne und Surferboys.

Das Christkind bringt mir vielleicht den blauen

Daunenmantel Molly, so werde ich den

Wiener Winter überstehen und könnte damit

eventuell auch um Kap Hoorn segeln. Was ich

nicht ausprobieren werde. Vorerst.

Aber man weiß ja nie und sollten mir dabei

graue Haare wachsen, wäre das bestens! Dann

hätte Marinepool endlich ein ideales Frauenmodel!

4 5

LASCAR

8,5 x 20

9,5 x 20

NEW

6

1 Accessoire. Segeltaschen gehören in

jede Garderobe.

2 praktisch. Seesack in beige/navy.

3 modisch. Trenchcoat Baily – für die Stadt!

4 lässig. Surferboy in Sail-Jacket!

5 Cool. Tunika gegen Sonnenbrand.

6 mein lieblingsoutfit. Ein entspannter Segel-Fleece-

Pulli in weiß – aber ich mache gerne Ausnahmen …

7 angenehm. Himmelblaue schmeichelnde

Bäckerhose Lydia.

7,0 x 16

7,0 x 17

8,0 x 17

8,0 x 18

8,0 x 19

TIDORE dark

NEW

7

aez-wheels.com


50

oCEAN7 YACHTEN

Flexibel

segeln

Multitalent

Premiere in Düsseldorf für die nagelneue Salona 41. In Zusammenarbeit

von J&J mit dem Salona-Entwicklungsteam und dem italienischen

Stardesigner Maurizio Cossutto entstanden, verbindet die jüngste Salona

Komfort mit Sicherheit und einer unglaublichen Performance.

Basis des Schiffes ist wie bei allen Salonas das Edelstahlgerüst, das

der 41 nicht nur die Festigkeit des Rumpfes verleiht, sondern auch Kiel,

Mast und Wanten trägt. Auf der boot in Düsseldorf ist das Schiff in

Halle 16 auf Stand D21 zu besichtigen.

www.salonayachts.com

Bei der neuen Scandinavia 27 handelt es sich

um ein äußerst vielseitiges Schiff, das trotz der

geringen Abmessungen fünf Kojen, Salonplatz

für bis zu acht Personen und einen separaten

Waschraum bietet.

Das von Wojciech Spisak entworfene Schiff ist

mit einem Kielschwert versehen, das den Tiefgang

von 1,55 auf 0,80 Meter reduzieren kann.

Dadurch erschließen sich der Crew völlig neue

Dimensionen in der Törnplanung und in der Auswahl

des Ankerplatzes.

Unter Deck wurde ein interessantes Raumkonzept

in polnischer Qualitätsarbeit aus hellem

Kirschholz umgesetzt.

Die Scandinavia 27 verfügt über ein Großsegel

mit 18,5 m², ein 12,5 m²-Vorsegel und als Option

für sportliche Segler über einen Spinnaker

mit 45 m². In der Grundausstattung kostet die

Yacht 42.300 Euro.

www.interyachtwest.de

Panoramablick mit 30 Knoten

Die Prestige 350 bietet von ihrer Flybridge einen ausgezeichneten

Rundblick auf das Geschehen im Hafen. Aber auch unter Deck kann

durch die großzügigen Rumpffenster ein fast uneingeschränkter

Panoramablick genossen werden. Die 10,80 Meter lange Motor -

yacht wird mit zwei 220 PS starken Volvo-Maschinen angetrieben.

Düsseldorf 2011, Halle 4, Stand B35 – B39

www.maxmarine.at


NEWS YACHTEN

51

Auf ihr wird Gemüse

angebaut

Der Entwurf der EMPEROR OF THE SEVEN SEAS wurde auf der Monaco Boat Show

als bestes Superyachtkonzept ausgezeichnet. Das Schiff soll durch Glas als Baumaterial

eine besonders transparente und helle Atmosphäre bekommen. Außerdem:

Luxussuiten mit ausfahrbaren Balkonen, Gewächsgarten für frisches Gemüse, ein

14 Meter langes Schwimmbecken, ein 100 m² großes Sonnendeck. Chefdesigner

Will Erens will die ungewöhnliche Superyacht in den Niederlanden bauen lassen.

Der Preis soll bei etwa 140 Millionen Euro liegen.

44 Meter mit

Gasturbine

Die 44 Meter-Yacht H2OME aus Italien verfügt über

zwei CAT-Maschinen mit je 1.825 PS, die mittels

Hydrojetantrieb eine Geschwindigkeit von 20 Knoten

erreicht, zusätzlich kann auf der H2OME auch

noch eine 4.500 PS starke Vericor-Gasturbine dazugeschaltet werden, mit der die

H2OME auf eine maximale Geschwindigkeit von über 40 Knoten beschleunigt. Preis:

14 Millionen Euro.

www.h2omeyacht.it

Schnell

segeln

Üppig ist das Raumangebot der

45 Fuß-Yacht SIG45 mit 8,4 Metern

Breite. Der Katamaran ist für

sechs Personen ausgelegt und

stammt aus den Büros der Le Breton

Yachts-Designer Van Peteghem

Lauriot Prevost (VPLP), die nicht

nur den BMW Oracle Tri für den

America’s Cup gezeichnet haben,

sondern auch den 105-Fuß-Trimaran

Groupama3. Das verspricht

auch für diesen Fahrtenkat ein

enormes Speed-Potential.

www.lebreton-yachts.com

Bavaria auf Einkaufstour

Bavaria, Grand Soleil und Dufour verkünden die Unterzeichnung eines strategischen

Abkommens, das die Unternehmensübernahme der Cantiere del Pardo-Gruppe durch

Bavaria fixiert. Wie in dem Abkommen vereinbart, wird Bavaria sofort das benötigte

Kapital zur Unterstützung des Geschäftes von Cantiere del Pardo bereitstellen. Die

drei Marken Grand Soleil, Dufour und Bavaria werden weiterhin ihr bestehendes

Kundenprofil in dem jeweiligen Markensegment betreuen, Produkte in den jeweiligen

Werften produzieren und diese über ihr Händlernetzwerk verkaufen. Bavaria ist eine

der modernsten Werften Europas und hat seit 1978 über 30.000 Yachten gebaut.

60 % davon waren Segelyachten, 40 % Motorboote.

www.bavaria-yachtbau.com


52

Die

bayrische

Diva

Sie heißt Ipanema und ist eine waschechte Bayerin mit allen Voraussetzungen für

eine Legende. Ihre vergleichbaren Urahnen waren meist an der Cote d’Azure zu

finden und gehörten Stars mit so klangvollen Namen wie Brigitte Bardot,

Claudia Cardinale, Marcello Mastroianni oder Gunther Sachs.

Text: Thomas D. Dobernigg, Fotos: Graf


YACHTEN

53

1

2

Da liegt sie vor uns, längsseits an einem Steg in einer Bodensee-

Marina. Sie strahlt, blitzt und glänzt. Mahagoni, Leder und

poliertes Edelstahl. Formen einer klassischen Schönheit. Sie

setzt jede Menge Emotionen frei – ganz besonders, zumal ich

weiß, dass ich in wenigen Augenblicken dieses Schmuckstück

betreten und mit ihr ein paar Runden auf dem See drehen

werde.

„The girl from Ipanema goes walking. And when she passes, each one

she passes goes – Ah’“

IPANEMA. Was für ein klingender Name. Ipanema ist neben

der Copacabana der eleganteste Strand von Rio. Und wer kennt

nicht den Bossa Nova „The Girl From Ipanema“. IPANEMA.

Ein Name, absolut passend für dieses elegante Boot.

1 klassisch. Instrumente – übersichtlich, klar, einfach – so, wie sie früher

einmal üblich waren.

2 nostalgisch. Die modernste Steuer-Elektronik arbeitet unsichtbar im

Hintergrund. Hier trübt nichts die stilvolle Optik.


54

1

The girl from Ipanema

goes walking. And when

she passes, I smile …

Die „Väter“ dieses Vollholz-Motorboots sind Florian und

Günther Graf. Entstanden ist die IPANEMA in deren Familienbetrieb

im bayrischen Breitenbrunn, auf halbem Weg zwischen

Bodensee und München, früher einmal eine feine Möbeltischlerei,

seit 40 Jahren dem Bootsbau verschrieben.

Seniorchef Günther Graf: „Unser Herzblut fließt für die Boote!“

Der Riss der IPANEMA stammt von Winfried H. Wilke, dem

legendären Grandseigneur des Motorbootbaus. Der sagt: „Ich

habe selten erlebt, dass meine konstruktiven Ideen so professionell

und kreativ umgesetzt wurden“, und betont den virtuosen

Umgang der Grafs mit dem Werkstoff Holz.

Jetzt sind wir mit dem Ergebnis dieser Zusammenarbeit auf

dem Bodensee unterwegs. Und wie! Die IPANEMA tanzt

Samba. Immer wieder steuert Graf senior das Boot in enge

Kurven und durch die eigene Heckwelle. Sie ist völlig unbeeindruckt

von dem aufgewühlten Wasser und die Gischt bleibt

dort, wo sie hingehört – an der Wasseroberfläche.

„When she walks, it’s like a Samba that swings so cool and sways so

gently, that when she passes, each one she passes goes – ooh“

Mit knapp mehr als 40 Knoten gleitet sie schließlich über das

Wasser – ein eindrucksvoller Wert bei einem Gewicht von rund

drei Tonnen und einer Schraubenleistung von 300 PS. Dabei

bleibt es im Cockpit auf den bequemen Lederpolstern angenehm,

wie in einem gemütlichen Salon. Dafür sorgt einerseits

die hohe Stabilität des Rumpfes, die so ausgewogen ist, dass die

Konstrukteure der IPANEMA sogar auf die sonst üblichen

Trimmklappen verzichten konnten. Andererseits ist es die

perfekt dimensionierte Panorama-Windschutzscheibe aus Verbundglas,

die das Cockpit vor jeglichem Fahrtwind schützt.

Überhaupt ist es die handwerkliche Detailqualität, die neben

Technische Daten

Länge: .................................................................... 9,05 Meter

Breite: ..................................................................... 2,70 Meter

Tiefgang: ................................................................ 0,46 Meter

Gewicht: ................................................3.200 kg (teilbeladen)

Tankinhalt: ............................................................2 x 215 Liter

Motorisierung: Einzel- oder Doppelanlage, mit Z-Antrieb oder

V

v-Getriebe, Benzin oder Dieselmotoren

mit 300 bis 2 x 400 PS

www.graf-bootsbau.de

2


Yachten

55

den herausragenden Fahreigenschaften den nachhaltigsten

Eindruck hinterlässt. Und die verwendeten Materialien: Feinstes

Rindsleder und Alcantara, hochwertige Wollstoffe, edle

Hölzer, verchromtes Messing und Edelstahl.

Die Schlupfkajüte verfügt über eigens umgebaute Bullaugen,

die auch während der Fahrt geöffnet bleiben können. Sechs

Personen finden um den klapp- und verstaubaren Mahagoni-

Tisch mit eingelassenen Sektgläsern Platz. Unter der Sitzbank

befindet sich ein großer Stauraum mit einer geräumigen Kühlbox.

Zum Heck hin dann die Liegewiese in Vollleder und

schließlich eine rutschsichere Badeplattform aus Teakholz.

Die Beschläge an Deck wurden konsequenterweise eigens für

die IPANEMA entworfen, gegossen und verchromt oder in

V4A-Stahl ausgeführt. Die hochmoderne Steuerungselektronik

wurde so geschickt verborgen, dass im unmittelbaren Umfeld

von Steuermann und Passagieren nichts den traditionellen

Eindruck trübt.

Besonderes handwerkliches Highlight ist die oberste Plankenschicht,

die sich in einem Stück über die gesamte Bootslänge

zieht.

Die Zielgruppe für die IPANEMA sind Menschen, die auf

Binnenseen oder in küstennahen Revieren ein ganz außergewöhnliches

Sportboot betreiben wollen, oder als Eigner einer

Superyacht ein echtes, handgearbeitetes Schmuckstück als

Tender suchen.

Mehr als drei der klassisch anmutenden Sportboote wollen die

Grafs pro Jahr nicht bauen: „Das sind wir unserem Qualitätsanspruch

und der Flexibilität, mit der wir auf Kundenwünsche

eingehen, schuldig.“

So viel Individualität und Qualität hat natürlich ihren Preis.

Die Grundversion kostet etwas über 400.000 Euro.

3

4

1 stabil. Die wohlproportionierte Dame bringt nichts aus der Ruhe – auch

nicht die eigene Heckwelle.

5

2 ausgewogen. Der Riss ist so perfekt gebaut, dass die IPANEMA keine

Trimmklappen benötigt.

3 sauber. Besser kann man Holz nicht verarbeiten. Das ist allerhöchste

Handwerkskunst.

4 komfortabel. Hier sitzt man nicht nur während der Fahrt ausgezeichnet.

Das ist auch der richtige Platz für einen Sundowner.

5 hochwertig. Nur die allerbesten Materialen finden auf diesem eleganten

Schiff Verwendung.

6 liebevoll. Da stimmt einfach jedes Detail. Bis hin zu dem dezent platzierten

Logo.

5


56


YACHTEN

57

Der Tanz

mit den

Schwertern

Vorbereitet war ich auf eine ganz normale Testfahrt, um ein –

na sagen wir – etwas „ungewöhnlich“ aussehendes Schiff kennen

zu lernen. Die Haber 800 C4. Doch es war dann alles ganz anders.

Statt eines Yachttests geriet es ab der Hafenausfahrt von Izola zu einer

Lehrveranstaltung in Sachen Lateralplan und Schiffsbau im Allgemeinen.

Text: Thomas D. Dobernigg · Fotos: Georg Gindl


58

1

Technische Daten

Länge über alles (inkl. Bugspriet).................................. 9,50 m

Länge Rumpf ................................................................7,93 m

Breite über alles ...........................................................2,50 m

Tiefgang ...............................................................0,58/1,80 m

Durchfahrtshöhe mit Steilgaffel ...................................10,80 m

Masthöhe .....................................................................7,00 m

Segelfläche – Gaffelslup ............................................. 32,8 m²

Stehhöhe .....................................................................1,90 m

Konstrukteure ...............................Henryk Brylski/Janusz Konkol

Preis inkl. MwSt. ................................................ ab78.360 Euro

www.haber-boote.at

2

Janusz Kokol, Chef der polnischen Haber-Werft und Mastermind

hinter den so eigenwillig aussehenden Schiffen, setzte

noch innerhalb der Marina von Izola das Gaffel-Groß und dann

gleich darauf die beiden Vorsegel der kuttergetakelten Haber

800 C4 namens CARPE DIEM. Anschließend klappte er die

Pinne hoch und meinte: „Die brauchen wir nicht mehr zum

Steuern“. Dabei mussten wir unmittelbar voraus scharf den

Kurs ändern, um im Fahrwasser zu bleiben und ich war mir

sicher: Das konnte nicht gut gehen.

Janusz schien das alles nicht zu kümmern. Ohne die Hafenausfahrt

auch nur eines Blickes zu würdigen, fierte er an Backbord

eine Leine ganz locker mit einer Hand und mit der anderen

holte er eine weitere Leine an Steuerbord dicht. Ganz lässig,

ganz nebenbei. Schließlich betätigte er am Heck eine der beiden

Kurbeln – und das Schiff drehte ganz von selbst den Bug

exakt in die Hafenausfahrt. Die Pinne blieb unberührt hochgeklappt,

das Ruder in der Geradeaus-Stellung.

Ich saß staunend daneben, während Janusz die Segelstellung

entsprechend dem neuen Kurs korrigierte. Dann ging es aus

3


YACHTEN

59

dem Raumschot-Kurs hart an den Wind, auch das bewerkstelligte

Janusz wieder mit nur ein paar sehr sparsamen Veränderungen

an Leinen und Kurbel. Selbst Böen und die höher

werdende Wellen brachten die CARPE DIEM keinen Zentimeter

aus dem Kurs. Die Haber lief wie auf Schienen, ohne

dass irgendwer steuerte. Ich weiß, es ist ein abgedroschener

Begriff, aber er passt perfekt.

Selbst den so heiklen Vorwindkurs mit Butterfly-Segelstellung

bewältigte die Yacht bravourös und ohne jegliches Steuern,

obwohl mir als Fahrtensegler dabei erst etwas mulmig war,

ganz ohne Bullenstander unterwegs zu sein. Doch Janusz war

total cool: „Sowas brauchen wir nicht. Wenn der Lateralplan

mit den vier Schwertern richtig eingestellt ist, gibt es keine

Patenthalse. Nicht einmal, wenn wir vor dem Passatwind über

den Atlantik segeln würden“.

Und da wären wir bei der Lehrstunde angelangt. Alleine durch

die Veränderung der Unterwasser-Struktur durch vier unabhängig

voneinander bewegliche Schwerter lässt sich das Schiff

steuern und absolut stabil auf Kurs halten – ganz ohne Autopiloten,

der reparaturanfällig ist und ohnedies nur Strom verbraucht.

Einen weiteren, wesentlichen Vorteil der Steuerung einer Yacht

mittels der vier Schwerter nannte Janusz noch. Und der klingt

sehr plausibel: „Das Boot wird nicht mit Gewalt auf einen

bestimmten Kurs gezwungen. Es hat keinen Drang, anzuluven

oder in den Wind zu schießen, was üblicherweise durch Ruder-

Vorhalten vermieden werden muss und das natürlich bremst.

In der jeweiligen Einstellung ist das Unterwasserschiff genau

für den entsprechenden Kurs abgestimmt – als wäre es exakt

und einzig dafür gebaut, in dem einen bestimmten Winkel zur

Windrichtung zu segeln.“

Ich gebe zu, die kurze Zeit an Bord der Haber 800 C4 an diesem

Nachmittag im Spätherbst reichte nicht aus, um das Gefühl

für die Koordinierung der vier Schwerter zu erlangen,

deshalb lasse ich hier lieber Martin Kopac, den Eigner der

CARPE DIEM, sprechen. Er segelt mit der Yacht bereits seit

mehr als vier Jahren.

„Entdeckt habe ich das Schiff auf einer Messe. Mich hat die

Seetauglichkeit beeindruckt. Da ist jedes Detail wohl durchdacht

und auf den praktischen Gebrauch ausgerichtet. Außerdem

bietet sie unglaublich viel Platz. Man kann gar nicht glauben,

dass dies nur ein Acht-Meter-Schiff ist. Die vier Schwerter

habe ich erst gar nicht richtig beachtet. Dieses kleine Wunder

habe ich erst im Laufe der ersten Ausfahrten so richtig entdeckt.“

Ob es nicht ein sehr langwieriger Prozess ist, bis man heraus

hat, wie die Stellung der einzelnen Schwerter bei den unterschiedlichen

Kursen sein muss?

Martin Kopac: „Es gibt eine sehr genau und anschaulich beschriebene

Anleitung, wie das mit dem veränderbaren Lateralplan

zu handhaben ist. Wenn man das genau gelesen und verstanden

hat, ist alles sehr einfach. Ich habe sehr rasch heraus

gehabt, wie alles funktioniert. Wenn die Schwerter richtig

getrimmt sind, segelt meine CARPE DIEM absolut stabil und

sicher – unter allen Bedingungen. Am Eindrucksvollsten ist

Butterfly-Segeln mit ihr. Wenn man weiß, welch diffiziler und

labiler Kurs das für eine Segelyacht ist und man merkt, dass

selbst bei heftigen Wellen das Schiff ohne die Gefahr einer

Patenthalse vor dem Wind bleibt, ohne dass man das Ruder

berühren muss, ist das selbst heute für mich immer noch wie

ein kleines Wunder. Ich segle meist nur zu zweit, deshalb ist

die HABER 800 C4 für mich das ideale Boot. Ist man auf langen

Strecken zu fünft unterwegs, so ist sie etwas zu klein. Aber

was will man bei acht Metern Schiffslänge erwarten? Ich halte

sie für das perfekte Schiff, denn sie ist sicher, sehr praxisorientiert

ausgelegt, einfach in der Bedienung und man kann mit ihr

in ganz flaches Wasser, praktisch bis an den Strand fahren und

braucht daher kein Dinghi. Sie hat exzellente Segeleigenschaften

und bietet eine Menge Segelspaß.“

1 hoch die pinne. Richtig getrimmt, muss niemand die HABER 800 C4

steuern.

2 blick nach vorn. Acht Meter Länge – und Platz wie auf einem richtig

großen Dickschiff. Vor dem Salon noch eine Kabine.

3 blick zur seite. An Backbord, direkt neben dem Niedergang und noch vor

dem Salon, die Pantry. Gegenüber die Navigation.

4 stabil auf kurs. Auch wenn heftige Bewegung und Gewichtsverlagerung

auf dem Schiff ist, läuft die HABER C4 stur geradeaus.

5 geniale details. Zum Beispiel diese Umlenkrollen, um Schoten zu einer

zentralen Winsch zu führen.

4

5


60

Familienschiff

mit

Racer-Qualitäten

Vor uns liegt die nagelneue SPORT 34 von Bavaria am Steg der MedOne-Marina am Tiber vor

den Toren Roms. Bullig, voluminös, kraftstrotzend. Zugleich einladend elegant, Sicherheit und

Geborgenheit ausstrahlend. Wie geht das? Es ist wohl ein Design-Kunststück der besonderen Art,

geschaffen von der BMW Group DesignworksUSA.

Text und Fotos: Thomas D. Dobernigg


YACHTEN

61


62

1

Oben schien die Sonne von einem blauen Himmel. Nordwind,

der ein paar Schönwetterwolken vor sich her trieb, wohlige 20

Grad, an diesem Tag im späten Herbst. Unten floss träge der

Tiber. Ein paar Kilometer flussabwärts das Tyrrhenische Meer.

Ein perfekter Tag, um die Jüngste der neuen Bavaria Motor -

yachten ausgiebig zu testen. Anfang der neuen Serie machte

die SPORT 28, gefolgt von der SPORT 38 (OCEAN7-Testbericht

in der Ausgabe 09-10 2010). Und jetzt die 34.

Der hohe Rumpf und eine hohe, stabile Seereling nach vorne

bieten den Eindruck von großer Sicherheit an Deck. Das Cockpit

mit dem Targabügel und dem sehr übersichtlichen Arbeitsplatz

des Steuermanns bietet Geborgenheit und Geschlossenheit.

Und der Heckbereich Freiheit, Großzügigkeit und

ungetrübten Badespaß vor Anker. Zu letzterem trägt zweifellos

ein knapp 6.000 Euro teures Extra wesentlich bei: die erweiterte

Badeplattform mit Massivholz. Sie schafft nicht nur eine

Viele Werften gehen mit dem Begriff „innovativ“ sehr lässig

um. Werden neue Cockpit-Armaturen, eine leicht abgeänderte

Innenausstattung oder neue Motoren eingebaut, wird das oft

schon als „innovativer Schritt“ kundgetan.

Die neue Linie von Bavaria ist tatsächlich innovativ.

Bei den Segelyachten wie bei den Motorbooten. Dafür

stehen bei der Cruiser Linie der Segelyachten die Top-Entwickler

von Farr Yacht Design und bei den Motorbooten eben

die Köpfe von BMW Group DesignworksUSA. Sie haben es

geschafft, innerhalb der wenigen Monate, seit die SPORT 28

auf dem Markt ist, die neue, sportlich elegante Linie als „typisch

Bavaria“ mit hohem Wiedererkennungswert zu etablieren.

So wie ein BMW eben typisch BMW ist, so ist die neue

SPORT 34 eben bereits typisch Bavaria.

2


S u c h e n V e r t r e t e r i n Ö s t e r r e i c h

YACHTEN

63

Wie ein BMW eben

typisch BMW ist,

so ist eine Bavaria

typisch Bavaria.

s34 s37 s41 s42 s44 ibc

neue

Terrasse direkt am Wasser, von der so mancher Badehausbesitzer

nur träumen kann, sondern sorgt durch Verlängerung der

Wasserlinie auch fahrtechnisch und vor allem optisch für einen

Quantensprung in Richtung Größe und Eleganz.

Über eben diese Plattform geht es herrlich bequem an Bord

und entweder direkt in das heimelige, gemütliche Cockpit, oder

über eine Art Mini-Wendeltreppe mit drei Stufen über breite

Laufdeckflächen auf das Vorschiff und zum Anker. Egal, wie

turbulent der Seegang auch sein mag, hier passt alles perfekt

und man fühlt sich auf keinem Meter unsicher. Überall findet

man perfekten Halt.

1 sicherheit. Jeder Platz im Cockpit ist perfekt geschützt. Die Liege an

Backbord ist umgeklappt, zum Öffnen des Luks.

2 partytime. Elektrogrill, Wetbar und großer Kühlschrank für Sundowner,

Dinner und Feste mit Gästen.

3 Aufgang. Drei Stufen zu den breiten Laufdecks auf das Vorschiff. Überall

findet man hier optimalen Halt.

www.salonayachts.com

Wir laden Sie zur deutschen Premiere

der Salona 41 auf der Boot Duesseldorf ein

Halle 16, Stand D21

3

SALONA YACHTS

Croatia

tel. +385 21 206 856

fax. +385 21 206 539

info@adboats.hr


64

Technische Daten

Motorisierung Benzin:

2 x Volvo-Penta 4,3 GXIE-EVC/DPS (225 PS/168 kW)

2 x Volvo-Penta 5,7 GXIE-EVC/DPS (320 PS/239 kW)

Motorisierung Diesel:

1 x Volvo-Penta D6-370 EVC/DPH (370 PS/272 kW)

2 x Volvo-Penta D3-220 EVC/DPS (220 PS/162 kW)

2 x Volvo-Penta D4-260 EVC/DPH (260 PS/191 kW)

1

Gesamtlänge .......................................................ca. 10,80 m

Rumpflänge ..........................................................ca. 10,28 m

Maximale Breite ......................................................ca. 3,59 m

Höhe über Wasser ..................................................ca. 3,10 m

Tiefgang Antrieb angehoben ...................................ca. 0,70 m

Tiefgang Antrieb abgesenkt .....................................ca. 1,15 m

Leergewicht ......................................................... ca. 6.100 kg

Treibstofftank .............................................................ca. 520 l

Wassertank ...............................................................ca. 150 l

Kabinen................................................................................2

Kojen ...................................................................................4

Höhe im Salon ........................................................ca. 1,90 m

Das Cockpit selbst ist sehr raffiniert in zwei Bereiche geteilt.

Zur Badeplattform hin solide abgesichert und geschützt durch

die Motorraumabdeckung, die Sitzgruppe für sechs Personen

mit komfortabler Bank, elektrischem Grill, Kühlschrank, Wetbar

und allem was eine anspruchsvolle Crew sonst noch so

braucht, um einen perfekten Sundowner und ein üppiges Dinner

unter freiem Himmel zu zelebrieren.

Anschließend der Bereich, in dem gearbeitet – na ja, sagen wir,

dem Vergnügen des aktiven Bootfahrens nachgegangen wird.

Alles, was der Steuermann braucht, hat er bequem in Griffweite;

und dazu den vollkommenen Überblick über alles, was sich

an Deck und auf dem Wasser befindet. Neben ihm – das ist neu

– an Backbord ein Sitz für den Copiloten und dahinter eine

gemütliche Wellness-Liege direkt unter dem Schutz der formschön

geschwungenen Windschutzscheibe. Der

hintere Teil der Liege lässt sich umklappen und darunter befindet

sich ein zu öffnendes Luk in die Achterkammer – auch

das ist neu.

Bavaria-Vertriebschef Meik Lessig startet die beiden Volvo-

Aggregate 5,7 GXIE-EVC mit je 320 PS, lässt sie warm laufen

und steuert die SPORT 34 anschließend die paar Kilometer

den Tiber flussabwärts in Richtung offenes Meer, sehr, sehr

langsam, denn die italienischen Polizisten haben den Ruf,

hinter allen möglichen Ecken auf Lauer zu liegen, um Geld

von Schnellfahrern einzutreiben.

Mir soll das recht sein, denn es bietet ausreichend Gelegenheit,

das Schiff von innen zu erkunden und zu schauen, ob es in

Salon und Kabinen auch hält, was es von außen verspricht.

Nein. Tut es keineswegs.

Es übertrifft meine Erwartungen vielmehr, denn rein subjektiv

kann ich keinerlei Einschränkungen im Vergleich zur Sport 38

feststellen, die mich schon vor ein paar Wo-


YACHTEN

65

Noch mehr Schiff

durch Badeplattform

2

Charter&Yacht 21.04.2009.qxp 21.04.2009 22:12 Seite 1

chen bei Testfahrten im Oslofjord wegen ihrer Größe so erstaunt

hat.

Auch auf der 34 bietet der Salon nicht nur viel Platz für die

gesamte Crew samt eventuellen Gästen, eine komplette Pantry

inklusive Mikrowelle und großem Flatscreen, sondern auch

jede Menge Stauraum. Die Achterkabine mit extra Sitzgelegenheit

und Stehhöhe im Vorraum hat das bewährte System von

zwei Einzelbetten, die sich mit einem einzigen Handgriff zu

einer üppigen Liegewiese verbinden lassen. Als Eigner würde

ich mich nur schwer entscheiden können zwischen dieser Kammer

und der Eignerkabine im Vorschiff.

1 arbeitsplatz. Ein Motorraum, groß und geräumig, mit soliden Stufen zu

den beiden Maschinen.

2 sonnenterrasse. Ein Extra, das den Lebensraum grandios erweitert, ist

die zusätzliche Badeplattform.

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1 2 3

Ein rasantes Familienschiff mit Wohnkomfort

An Steuerbord befindet sich die großzügig und gut dimensionierte

Nasszelle mit Toilette, Waschtisch und Dusche.

Ein echtes Familienschiff für lange Urlaube. Was hat es fahrttechnisch

zu bieten?

Vorbei an kilometerlangen Marinastegen an Steuerbord, Schilf,

Schwemmland und der historische römische Hafen von Ostia

an Backbord, nähern wir uns dem Tyrrhenischen Meer und

passieren endlich Leuchtturm und Ansteuerungsbojen.

Dann geht es richtig los. Bei Vollgas erreicht die SPORT binnen

13 Sekunden ihre Top-Speed von satten 38 Knoten bei einer

Drehzahl von 4.800 U/min. Das bringt riesigen Spaß, zumal das

Boot stabil und ruhig durch und über die Wellen gleitet und

selbst engste Vollkreise von etwa vier Schiffslängen Durchmesser

absolviert, ohne dass irgendwo an Bord das Gefühl von Unsicherheit

aufkommt. Die SPORT 34 schneidet auch bei Höchstgeschwindigkeit

ruhig und sauber durch Wellen. Die Lenkung

reagiert prompt und direkt und bietet dem Steuermann in jeder

Situation die Gewissheit, das Schiff sicher zu beherrschen.

Allerdings hat dieser Vollgas-Spaß auch seinen Preis: Stolze 89

Liter fließen pro Motor und Stunde bei dieser Tempo-Bolzerei

aus dem 500 Liter fassenden Tank. Aber wer fährt schon stundenlang

Vollgas?

Bei Cruising Speed sieht alles schon wieder ganz anders aus.

Nicht einmal die Hälfte an Spritverbrauch bringt ganz genau

so viel Fahrvergnügen bei 23 Knoten und 2.500 U/Min.

Und jetzt der Preis! In der Grundausstattung kostet die

SPORT 34 wohl unschlagbare 111.900 Euro ab Werk und ohne

MwSt. Grundpreis für die mit zwei Mal 320 PS motorisierte

Testyacht beträgt 145.061 Euro. Das Basispaket Comfort macht

zusätzlich knapp 17.000 Euro und die revolutionäre Joystick-

Steuerung (siehe OCEAN7 09-10 2010, „Bavaria weiß, was

Frauen wollen“) schlägt noch einmal mit 13.566 Euro zu Buche.

Wie meinte der Chefredakteur eines spanischen Wassersport-Magazins

nach seiner Testfahrt? „Wer ein Schiff in dieser

Größe sucht, kann eigentlich nicht anders, als sofort das Geld

von der Bank zu holen und die SPORT 34 zu kaufen“.


YACHTEN

67

Preise (in Euro)

4 5

Grundausstattung ............................................................................. 145.061,–

mit 2 x 5,7 GXIE-EVC (2 x 320 PS)

Aquamatic Joystick...............................................................................13.566,–

Basispaket Comfort............................................................................ 16.921,80

Sonnenpolster und Getränkehalter aus Edelstahl im Verdeck, Massivholz auf

Cockpitboden und Laufdeck, Klima-Heizung-Kombigerät, Kühl schrank im Cockpit

12 V, Cockpitgrill 230 V, Mikrowelle, Cockpittisch und Deckel der Wetbar in

Massivholz, Trimmklappen elektrisch verstellbar, TV-Vorbereitung, inkl. Rund antenne

mit Steckdosen, Radio mit CD-/MP3-Player und zwei Lautsprechern im Salon

Funktionspaket Anker..............................................................................2.142,–

Anker verzinkt, Ankerwinde/

elektr. Ankerspill, Ankerkette verzinkt 50 Meter

Badeplattform, adaptiv mit Massivholz.................................................. 5.890,50

OCEAN7 ist

Emotion

OCEAN7 ist

Lifestyle

OCEAN7 ist

Genuss

1 schöner kochen. Eine Küche, die alles bietet: Mikrowelle, Reeling, Flatscreen und Stauraum

für einen ganzen Urlaub.

2 schöner leben. Nicht nur elegant ist der Tisch mit Eckbank, hier haben gut und gerne sechs

Personen gemütlich Platz.

3 schöner baden. Toilette, Waschtisch und ordentlich Platz für eine richtig gute Dusche bietet

der Nassraum.

4 schöner schlafen. Die Eignerkabine im Vorschiff lässt keinerlei Wünsche offen.

5 schöner ruhen. Achtern die Gästekabine bietet zwei Einzelbetten, die mit einem kleinen

Handgriff in eine üppige Liegewiese verwandelt werden können.

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Elegantes

Erbstück

Text: Silke Springer


Yachten

69

Die neue Sunbeam 36.1 ist das Resultat einer

Zusammenarbeit dreier Design-Teams und

hat das Zeug zum Klassiker. Die neue aus

dem Hause Schöchl am Mattsee dürfte auch

künftigen Generationen gefallen.

Sie wirkt rank und zierlich. Jemand an Bord sagt „feminin“.

Das passt gut, finde ich, und ich bin mir sicher:

Jeder, der wie ich hinter dem Ruder der brandneuen

Sunbeam 36.1 steht und nach vorne schaut

wird kaum glauben können, dass er eine moderne

Elf-Meter-Fahrtenyacht durch die Wellen lenkt, mit

einer Maximalbreite von immerhin 3,42 Metern. Platz

genug für einen großzügigen Innenausbau mit zwei

vollwertigen Doppelkabinen, einem geräumigen Salon

plus Pantry und Nasszelle und allem, was man von

einem hochwertig eingerichteten Cruiser sonst noch

erwartet.

Dass der jüngste Entwurf aus Mattsee von außen betrachtet

seine schlanke Silhouette bewahrt, ist hohe

Designkunst. Erstmals in der 50-jährigen Werftgeschichte

von Sunbeam Yachts haben die Schöchls auf

die Teamarbeit mehrerer Designer gesetzt, die aus

ganz unterschiedlichen Sparten kommen. Den nautischen

Bereich deckt, wie gewohnt, Yachtkonstrukteur

Georg Nissen ab. Die Linienführung des Aufbaus, die

Ergonomie im Cockpit und das Design-Konzept fürs

Interieur kommen vom Design-Büro Storz. Diese

innovative Konstruktionsschmiede hat ihren Sitz in

Zell am See und ist unter anderem bekannt geworden

durch spektakuläre Entwürfe für Adidas und den

Traktoren-Hersteller Lindner.

Formenbau, die gesamte Technik und die Innenraumaufteilung

stammen vom Sunbeam-Entwicklungsteam.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit kann


70

1

Eine Sunbeam steht für Wertbeständigkeit

sich nicht nur sehen lassen, es segelt auch noch gut. Gerade

zeigt die Logge sieben Knoten, bei nur zehn Knoten Wind.

Sunbeam-Geschäftsführer Gerhard Schöchl berichtet: Die

Entwicklungsphase war geprägt durch angeregte Diskussionen,

denn jedes der drei Teams hat für seinen Vorschlag hart gekämpft.

Alle Beiträge zu koordinieren und in sinnvolle Bahnen

zu lenken, diese Aufgaben übernahm Manfred Schöchl, Cousin

von Gerhard und Technik-Leiter bei Sunbeam.

Mittlerweile habe ich das Steuer an Florian Raudaschl, der die

Segel für die 4me gefertigt hat, übergeben und bin vom Achtercockpit

in den Crewbereich gewechselt. Füße hoch lehne

ich am Deckshaus und merke – nichts. Nichts drückt, nichts

zwickt. Perfekt.

Warum entschließt sich eine Traditionswerft wie Sunbeam für

den Input fachfremder Design-Ideen? Und warum für Storz?

Die Antwort kommt schnell: Weil diese Firma außergewöhnlich

einfallsreich ist, und weil man frischen Wind in die Produktpalette

hineinbringen möchte. Weg vom nordischen Design

hin zu einem modernen „europäischen“ Look.

Modernisierungen und Verbesserungen innerhalb der eigenen

Produktreihen hat es immer gegeben, bislang wurden sie in

kleinen Schritten und sehr feinfühlig vorgenommen. „Eine

Sunbeam verkauft man nicht, man vererbt sie!“ Gerhard

Schöchl bringt die hohe Wertschätzung, die seinen Schiffen

zuteil wird, auf den Punkt. Sunbeams sind allgemein begehrte

Erbstücke, weil ihre Risse zeitlos sind und ihre Qualität hochwertig.

Dasselbe bieten vergleichbare Yachten auf gleichem

Fertigungsniveau auch, und dennoch werden diese eher verkauft

als vererbt. Was also macht die generationenübergreifende

Beliebtheit einer Sunbeam aus? Möglicherweise das Gesamtkonzept.

Zusätzlich zur Yacht und den obligatorischen

Serviceleistungen wird der Kunde in eine Großfamilie aufgenommen

(sofern er das möchte). Ein Sunbeam-Eigner soll sich

rundherum geborgen fühlen. Natürlich in erster Linie an Bord.

Hier wird Komfort groß geschrieben. Einfaches Handling ist

eine Maxime.

Die Nach-Wirtschaftskrise erfordert Investitionen in die Zukunft.

So denkt man am Mattsee und traut sich was. Augenfälligster

Unterschied zu den beiden anderen Punkt-1er-Modellen

ist die langgezogene, schwungvolle Deckslinie, die vom

Cockpitsüll über das Kajüthaus bis ins Vorschiff verläuft und

Fenster und Verblendung integriert. Im gesamten Wohnbereich

hängen sämtliche Oberschränke auf gleicher Höhe,

schmiegen sich elegant in die Ecken und wirken wie ein durchgehendes

Band, das die Einrichtung auf sehr angenehme Weise

strukturiert. Große Skylights im Kajütdach bringen viel

Licht unter Deck.

Wohnlichkeit und Wohlfühl-Atmosphäre sind die wichtigsten

Aspekte bei der Innenraumgestaltung. Dazu zählen neben er-

Die OCEAN7 Meinung

Die Sunbeam 36.1 ist eine ideale Fahrtenyacht für alle, die Spaß am Segeln haben. Ihre guten

Segeleigenschaften sind bestechend. Für Komfort sorgen gut durchdachte Layouts, sowohl an

als auch unter Deck. Ergonomie wird groß geschrieben.

Das besondere Detail: Der mittlere Part der Steuermannsbank lässt sich herunterfalten. Er liegt

plan auf dem Cockpitboden auf und bildet einen stolperfreien Durchgang zur Badeplattform.


YACHTEN

71

gonomisch geformten Möbeln auch edle Materialien, wie afrikanisches

Bootsbau-Teak oder Leder für die Polsterung. Für

die Sunbeam 36.1 stellt die Werft zwei Ausbau-Varianten zur

Auswahl. „Avantgarde“ ist die peppigere mit dunklem Holz,

weißen Wänden und pistaziengrünen Polstern. Die andere das

traditionelle „Elegance“-Finish mit naturbelassenen Hölzern

und gedeckten Farben.

Alle Teile, bis auf diejenigen, die zertifiziert sind, lassen sich

modifizieren. Viel Spielraum bleibt auch für Erweiterungen

oder nachträgliche Einbauten. Wenn ein Eigner bei Bestellung

noch nicht sicher ist, ob er irgendwann einmal ein Bugstrahlruder

möchte, ist das kein Problem, der Tunnel wird schon

einmal eingebaut. Dann braucht später nur noch die Außenhaut

aufgesägt zu werden.

Inzwischen befinden wir uns auf dem Rückweg und segeln mit

raumem Wind. Während der vergangenen Stunden hat sich die

Sunbeam 36.1 auf allen Kursen als sehr ausgewogen präsentiert.

Die Segel lassen sich unkompliziert einstellen; wenn er möchte,

kann der Steuermann die Genua fahren, denn die Winschen

liegen in greifbarer Nähe. Die Feineinstellung des Großsegels

erfolgt über den Traveller, dessen Schiene über das Kajütdach

läuft und deren Leinen über Umlenkungen ins Cockpit laufen

– wie die Großschot auch. So bleibt im 2,30 Meter langen

Cockpit Platz für lange Beine und für einen klappbaren Tisch.

Für ausreichend Stabilität sorgt der Ballastanteil von 32 Prozent.

Er macht die 36-Fuß-Yacht aber nicht träge, sondern lässt

ihr Luft zum Atmen. Man spürt ihre Segelfreude, ohne dass es

anstrengend wird. Nervös ist sie nämlich nicht. Und auch nicht

kippelig. Das geschlossene Heck verengt sich leicht, was bewirkt,

dass die Schräglage auch bei viel Wind moderat bleibt.

Gute und sichere Segeleigenschaften gehören zum Grundkonzept

einer Sunbeam.

Die Werft selbst kategorisiert ihre Schiffe als Sports Luxury

Cruiser. Sports steht für ihr gutes Segelverhalten, Luxury für

die hochwertige Bau-Qualität und Cruiser für den Einsatzzweck.

Genau so will auch die neue Sunbeam 36.1 verstanden

werden. Als eine sportlich segelnde Fahrtenyacht, auf die man

sich verlassen kann und mit der man jederzeit gern auf Reisen

geht. Selbst in vielen Jahren noch. Trotz – oder sogar gerade

wegen – ihres erfrischend modernen Designs.

1 WECHSEL-HECK. Durchgang zur Badeplattform, geschlossenes Schott oder

Steuermannsbank.

2 Küche. Die durchgehende Maserung beruhigt das Auge und die Sinne.

3 bad mit dusche. Ein Nassraum fast wie zuhause.

4 innenraum. Edel wirkende Hölzer mit durchgehender Maserung.

Technische Daten

2 3

Länge über alles .........................................................11,02 m

Breite ...........................................................................3,42 m

Tiefgang ...........................................................1,94 m/1,52 m

Verdrängung ............................................................ ca. 6,25 t

Ballast ............................................................................2,05 t

Stehhöhe ................................................................ca. 1,90 m

Trinkwassertank ..........................................................ca. 305 l

Treibstofftank ..............................................................ca. 145 l

Motor ..................................................................21 KW/29 PS

Segelfläche .................................................................. 60 qm

Großsegel .....................................................................31 qm

Genua ...........................................................................29 qm

Preis ......................................ab 183.260 Euro inklusive MwSt.

www.sunbeam.at

4


72

Die neue

Leichtigkeit

des Designs

Text: Stefan Detjen

Fotos: Christian Glaser

Wer ein neues Motorboot als NC – New Concept – ankündigt, muss sich ein paar

Zweifel gefallen lassen. Allzu oft wird „neu“ als billiges Reizwort benützt, das seine

Wirkung fast nie verfehlt. OCEAN7 hat sich am Bodensee das neue Konzept der

Jeanneau NC 11 aus der Nähe angesehen und getestet.


YACHTEN

73

Lokaltermin in Romanshorn, um die neue Jeanneau NC 11

probezufahren. Unser Termin musste mehrmals verschoben

werden, da das launische Spätsommerwetter partout nicht

mitspielen wollte. Doch heute ist ein perfekter Tag, um etwas

Neues auszuprobieren. Am Ende des Bootsstegs liegt sie, im

Meer von mehr oder weniger gleichförmigen Plastikbooten.

Doch die Jeanneau NC 11 ist anders. Ohne viel Tamtam hebt

sie sich klar von den Nachbarbooten ab. Der erste Eindruck ist

positiv, hier liegt ein Boot, das in jeder Marina eine gute Figur

macht. Ein Hauch von Understatement umgibt die neue, kompakt

wirkende Jeanneau, die förmlich dazu einlädt, an Bord zu

gehen. Das Betreten erfolgt auf gleicher Ebene zum Steg, ohne

Gangway und ohne unnötige Kletterei. Nach dem ersten, eher

kompakten, Eindruck revidiert man nun seine Meinung und

lässt sich von einer angenehmen Großzügigkeit überraschen,

fast wie auf einem Katamaran mit 360-Grad-Panorama. Was

bei der NC 11 auf den ersten Blick gefällt, ist der gekonnte

Stilmix aus nordischer Designklarheit mit leichtem, lichtdurchflutetem

mediterranen Flair. Wer sich bis jetzt noch nicht für

ein Haus am See oder Meer entscheiden konnte, bekommt hier

eine überlegenswerte Alternative angeboten. Der Wohnwert

des neuen Jeanneaubootes ist sehr hoch und hat das Zeug, um

auch auf den Hochglanzseiten eines noblen Einrichtungsmagazins

zu bestehen. Weißer Plastiklook ade – die NC 11 verkörpert

den neuen Designtrend vom Verschmelzen des ‘Innen’

und ‘Außen’ in perfekter Art und Weise. Das Leben auf und am

Wasser kann so in vollen Zügen genossen werden.

Dank einem Verwischen der Grenze dieser beiden Aufenthaltszonen

kommt die NC 11 luftig daher, die vierteilige Schiebetüre

(die den Namen auch wirklich verdient) läuft leichtfüßig und

lässt sich im Paket entweder links oder rechts zusammenschieben.

Die trennende (oder eher verbindende?) Sitzbank switcht

durch Umlegen der Rückenlehne wahlweise vom Innen- zum

Außenbereich und zurück. Auch die hintere Cockpit-Sitzbank

ist von der mobilen Sorte: mehr zum Heck positioniert, vergrößert

sie das gedeckte Cockpit erheblich. Nach vorne geschoben,

macht sie Platz für eine praktische Badeplattform, auf der sich

auch eine größere Familie locker tummeln kann.

Stauraum ist Staunraum. Wer jeden Tag eine neue

Ferienkulisse erleben möchte, hat hiermit sein passendes Fortbewegungsmittel

gefunden, denn das neue Bootskonzept ist

speziell als Tourentyp ausgelegt worden. Das mitbeteiligte

Konstruktionsbüro Vittorio Garroni beschäftigt sich seit Jahren

mit den Anforderungen von Tourenfahrern und weiß, was geht

- und was eben nicht. Dass man das gut funktionierende Konzept

mit viel italienischem Designverständnis in eine absolut

ansprechende Form gepackt hat, ist eine erfreuliche Nebenwirkung.

New Concept steht da wohl nicht nur für das neue

Symbol der Werft, sondern ist auch ein Signal des generellen

Dach auf, Sonne rein!

Umdenkens und des Über-den-Tischrand-Schauens. Normalerweise

verderben zu viele (Design-)Köche den Brei. Hier hat

das Teamwork aus dem Jeanneau-Design team, Konstruktionsbüro

Garroni und Conceptberater J.F. de Premorel ganze Arbeit

geleistet. Die Schönheit der Linien ist da, die Farbwahl

harmonisch und zeitlos modern, das Raum- und Handlingkonzept

klar strukturiert. Nichts wurde dem L’art-pour-l’art-Denken

geopfert, sondern hier standen handfeste praktische Benutzervorteile

im Fokus. Fast sieht es so aus, als ob im

Jeanneau-Designbüro ab und zu die Kollegen von der Segelfraktion

vorbeikamen und man sich zusammen auf ‘the best of

both worlds’ konzentrierte. Der üppige Stauraum ist schon fast

Schlau-Raum, intelligente und leicht zugängliche Lösungen

sind die Regel und erleichtern das Leben an Bord. Die Doppelreihe

von Kunstoffkörben z. B. ist die ideale Lagerlösung

für die Einkäufe und in unmittelbarer Nähe der Pantry platziert.

Optional sind Staueinsätze für die Bilge erhältlich. Neben

dem Motorenblock und in der achterlichen Sitzbank gibt es

Platz in Hülle und Fülle. Wenn die Tischrunde nach mehr

Sitzgelegenheiten ruft, tauchen zwei bequeme Hocker aus dem

Seitenteil unter dem Tisch auf (die Hocker offenbaren sich

ihrerseits wieder als gut getarnter Stauraum).

Raum für ein entspanntes Bordleben. Die Polstermöbel

im Salon sind in schickem Weiß gehalten. Vielleicht

nicht einfach sauber zu halten, aber ungemein elegant anzuschauen.

Gekocht wird auf der Backbordseite, ein zweiflammiger

Gaskocher kann optional durch einen Mikrowellenherd

ersetzt werden. Der Kühlschrank könnte ruhig größer sein,

denn wer hier an Bord lebt, möchte am liebsten nicht mehr an


74

1

Land. Zum Schlafen steigt man ein paar Stufen tiefer: eine

Doppelkojen-Kabine auf der Steuerbordseite und eine große

Masterkabine, die den ganzen vorderen Bugteil einnimmt. Mit

einem Spiegel über die gesamte Kabinenbreite wirkt der Raum

noch größer – ein alter Trick, aber immer wieder wirkungsvoll.

Auch hier schmeicheln die angenehmen Farbkombinationen

dem kritischen Auge. Der Ausbau mit edlen,

naturnahen Materialien gefällt selbst designverwöhnten

Menschen. Die abgerundeten

Borde, mit Stoff überzogenen Kantenteile,

mit Leder eingefassten Haltestangen sowie

die Leselampen in den Kabinen – alles

macht einen gepflegten und sorgfältig verarbeiteten

Eindruck. Selbst im Bad wird

Holz eingesetzt, um den Weißanteil an

Kunststoff angenehm zu kontrastieren.

Wenn Besuch kommt: zwei weitere Schlafplätze

lassen sich im Salon einrichten (einfach

Tisch absenken und Polster einlegen). Wer im

Salon liegt, kann auf Knopfdruck den versenkbaren Monitor

aus- und einfahren … Vieles für den Bordkomfort ist

bereits standardmäßig inbegriffen, da kann man ruhig noch

etwas ins Festmacher- und Ankerpaket von Jeanneau investieren.

Die Namen der Polstergarnituren im Salon lassen das re-

Technische Daten

Länge ü. a...................................................................10,85 m

Rumpflänge.................................................................10,55 m

Schiffsbreite ü. a............................................................3,73 m

Tiefgang........................................................................0,90 m

Höhe.............................................................................2,70 m

Gewicht ohne Motor................................................... 5.900 kg

Motoren........................................... 2 x Volvo Penta D3 200 PS

Kapazität Kraftstoff............................................................700 l

Frischwasser....................................................................250 l

Separate Kabinen...................................................................2

Schlafplätze........................................................................4/6

Kategorie................................................................... B-8/C-10

Preis ............................................................. ab 220.310 Euro

Designer:

Jeanneau Design, Garroni Design, JF de Prémorel Concept

Generalimporteur für Österreich:

Maxmarine www.maxmarine.at

laxte Lifestyle-Konzept erahnen: „Mediterraneo Light Tan“ und

„Lounge Performer“ tönen cool und sehen auch so aus. Ein paar

nette Effekte konnten sich die eher pragmatisch orientierten

Designer dann doch nicht verkneifen: im Cockpitdach warten

zweifarbige LED-Lampen in weiß und blau (!) auf den Einsatz

als effektvolle Abendbeleuchtung.

Schneller wohnen, schöner fahren … Leinen los zur

Probefahrt. Die beiden Kraftpakete von Volvo Penta sind gut

zugänglich und sympathisch leise im Auftritt. Kaum sind wir

Die NC 11 in Österreich

Die NC 11 ist eine tasächliche Innovation auf dem Sektor der Motoryachten. In Österreich

wird das elegante Schiff von Maxmarin angeboten und kann im Schauraum des Jeanneau-

Händlers in Pressbaum jederzeit besichtigt werden.

www.maxmarine.at


YACHTEN

75

Schöner wohnen

auf dem Wasser

aus der Marina, lassen wir noch mehr Sonne herein: das große

Schiebedach, eine Spezial-Konstruktion von Webasto, wird

geöffnet und der Salon lichtgeflutet. Fast schon Cabriofeeling!

Der Steuerstand unterstützt die sofort aufkommende Fahrfreude.

Hier fährt man gern, die Sitzbank perfekt, alle Instrumente

gut im Blickfeld. Aber wer schaut jetzt noch auf die Instrumente?

Die NC 11 manövrieren – das ist Vergnügen pur, die neue

Jeanneau läuft zügig und geschmeidig durchs Wasser, die Steuerung

ist so sanft wie präzise und das Gleiten auch bei höherem

Bootspeed eine sichere Sache. Der offene Ausstieg vom Kommandostand

aufs Backbord-Laufdeck macht noch mehr Ferienlaune

(und frischen Wind um die Nase) und dürfte seine

Vorteile auch beim Anlegemanöver gut ausspielen. Selbst beim

engen Kurvenslalom bleibt die NC 11 gutmütig und fast schon

souverän. Wer auch immer am Schluss für das Unterwasserschiff

verantwortlich war, er hat gute Arbeit geleistet.

Gashebel nach vorne gedrückt, die Nase hebt sich sanft und

die NC 11 gleitet rauschend davon. Aber wie! Das Fotografenboot

bleibt hinter uns, wird immer kleiner und dafür unser

Fahrspaß immer größer. Wer hier Geld für einen Autopiloten

ausgibt, ist selbst Schuld. Selber fahren macht lustig und bringt

gute Laune. Die elektrischen Trimmklappen sind ebenfalls nur

auf der Optionenliste zu finden, aber man fragt sich, ob die

wirklich noch nötig sind. Dafür sind die Sonnenliegepolster am

Bug mit Überzug sicher die bessere Investition.

Fazit. Da haben sich wirklich viele Leute gute Gedanken gemacht

und wurden durch ein perfektes Resultat belohnt. Die

Jeanneau NC 11 ist rundum gelungen und wird Vorreiter für

eine neue Designwelle werden. Die Motoryacht hat einen

großen Wohlfühlwert und macht am Steg und bei Fahrt stets

eine gute Figur. Optimaler Platz und viel Raum für sorgenfreie

Ferientage sind vorhanden. Der Preis ist für die üppige Ausstattungsliste

mehr als fair, das Fahr- und Wohnvergnügen ist

sowieso unbezahlbar.

2

3 4 5

1 Erfrischt, dass es zischt.

2 Masterkabine mit Spiegeleffekt.

3 Maschinen- und Stauraum.

4 Stauraum, öffne dich!

5 Gelungener Material- und Farbmix.

6 Die mobile Sitzbank kann vor- oder zurückversetzt werden.

7 Viel Holz im Bad.

6 7


76

Sie läuft

läuft ...

und

Die kleinste Hallberg-Rassy ist ein Evergreen.

Jetzt gibt es eine neue Version, die nicht

minder erfolgversprechend ist.

Text: Detlef Jens

Fotos: Werft/Magnus Rassy


YACHTEN

77

Die Hallberg-Rassy 310 wurde von 1992 bis 2008 rund 360-

mal gebaut. Dann wurde das Modell aufgepeppt, die Hallberg-

Rassy 312 wurde noch einmal 690-mal gebaut. Ja, geht’s denn

noch besser? Warum, um Himmels willen, sollte man ein dermaßen

erfolgreiches Modell neu entwickeln, statt es weiter zu

verkaufen, bis alle Häfen dieser Welt damit gefüllt sind?

Die Wahrheit ist banal. Irgendwann ist jede Bauform mal auf.

Und wenn man die schon mal ersetzt, kann man auch gleich

ein paar neue Ideen einfließen lassen. Etwas ändern hier, und

da, und dort, bis man schließlich doch ein ganz anderes Schiff

hat. Und ein besseres.

Ein modernes allemal, mit den kurzen Überhängen, die zurzeit

in Mode sind. Das trifft sich gut, denn eine längere und breitere

Wasserlinie bringt mehr Volumen im Innenraum, selbst

wenn das Schiff im Vergleich zur Vorgängerin über alles sogar

etwas kürzer ist. Kompakt ist die Hallberg-Rassy 310, mit einem

sehr steilen Steven und einem Cockpit, das sozusagen bis

zum Wasser reicht, von der See nur durch ein kleines Steckschott

getrennt. Hier wurde, sichtbar für alle, kein Zentimeter

Platz verschenkt, weder für einen schrägeren Bug noch für ein

Achterdeck oder ähnliches. Dennoch sieht das Schiff gut proportioniert

und klassisch aus, ohne Zweifel ein Verdienst des

erkennbaren Decksprungs und des harmonisch abgerundeten,

wenn auch hohen und langen Aufbaus. Die Windschutzscheibe,


78

1

dieses Detail ist ein Markenzeichen von Hallberg-Rassy. Ohne

sie wäre der 31-Füßer zweifellos keine HR mehr.

Die werden nun schon seit vielen Jahren vom Büro von German

Frers entworfen und segeln daher durchweg gut, auch

wenn sie von Konzept und Gewicht her natürlich reine Fahrtenschiffe

sind. Die 310 macht hier keine Ausnahme. Sie segelt

schon bei wenig Wind, doch erst bei zunehmender Brise ist

dieses stabile und Vertrauen erweckende Schiffchen richtig in

seinem Element. Schnelle, weite Reisen, das ist selbst mit diesem

»Baby« aus Ellös möglich. Andere Boote dieser Größe

wiegen vielleicht die Hälfte und mögen auf raumen Kursen

schneller sein, doch mit denen wird man sich auch nicht so

gerne gen Horizont verabschieden. Schließlich vergleichen die

Kollegen der Autopresse auch keine SUV mit Cabrios.

Der Wohlfühlfaktor an Bord ist schon im Cockpit spürbar.

Völlig zu Recht, ist dies doch die Visitenkarte, die Haustür, die

Veranda des Schiffes. Hier hält man sich am meisten auf, jeder,

der an Bord kommt, muss hier durch. Entsprechend sorgfältig

entworfen ist die Pflicht der 310. Wie überall an Bord können

sich auch hier größere Menschen bewegen, ohne anzuecken

– Ergebnis der optimalen Ausnutzung des vorhandenen Raums.

Die Sülls sind auf halber Höhe angeschrägt – ohne die Schräge

wäre es beim Segeln unbequem, hier zu sitzen, mit ganz bis

zum Sitz durchgezogener Schräge wären die Sitzflächen zu

schmal. Anderes Beispiel: Kein Traveller stört das Cockpit. Ein

einzelner Fußblock reicht, lässt sich im Hafen (mit Schnappschäkel)

sofort entfernen. Wer trotzdem einen Traveller möchte,

kann den im Hafen fast ebenso leicht demontieren. Oder

dies: Auch im Cockpit gibt es eine kleine Schalttafel. So kann

man von hier aus beispielsweise die Positionslampen oder die

Dampferleuchte ein- und ausschalten. Sehr praktisch, vor allem

wenn man zu zweit unterwegs ist und die andere Person gerade

unter Deck schläft …

An Deck setzen sich diese Details fort. Die solide Fußleiste mit

massivem Teak obendrauf ist noch so ein Markenzeichen dieser

schwedischen Werft. Die Speigatten lenzen wie auf einer Maxiyacht

erst unter der Wasserlinie, so dass es keine hässlichen

Streifen auf der makellos weißen Bordwand gibt. Der Fockroller

ist wie auf einer Rennyacht unter Deck versenkt. Und die

Außenwanten sind wirklich außen an der Bordwand, die Innenwanten

dagegen ganz innen. So kommt man leicht nach vorn

durch, ohne sich dabei verrenken zu müssen wie ein vertikaler

Limbotänzer. Zusätzlich wird das Rigg insgesamt stabiler, dadurch

kann das Mastprofil etwas dünner werden. Gewicht wird

dort gespart, wo es für die Segeleigenschaften wichtig ist.

Gehen wir unter Deck. Und lassen uns überraschen. Der Tisch

Knuffig und klassisch – so wirkt das Profil


YACHTEN

79

2 3

4 5

im luftigen, hellen, weiten und gemütlichen Salon wirkt groß,

und Magnus Rassy sagt gerne, warum. Es ist original der gleiche

Tisch, wie er auch auf der doch deutlich größeren und

teureren HR 372 eingebaut wird. Das sagt viel über das erstaunliche

Innenvolumen dieses Bootes. Es ist wie ein Zaubermobil,

innen größer als außen. Der Trick: Der Salon ist

insgesamt etwas nach achtern gerutscht, dorthin, wo das Schiff

am breitesten ist. Das merkt man an der Pantry, die sich neben

den Niedergang quetscht – das aber auf eine Weise, die sehr

gut funktioniert: Der Koch kann sich bei Seegang verkeilen

und seinen Eintopf auch bei Windstärke acht ins Cockpit hinausreichen.

Und man merkt es an dem fehlenden Navigationstisch,

der heiligen Kuh vergangener Generationen von Hochseeyachten.

Konnte man hier keine plakatgroße Seekarte

entfalten, taugte das Schiff nichts. Dank Kartenplotter ist das

nun Geschichte, auf einem 31-Füßer navigiert man, wenn

schon in der Papierkarte, dann sowieso auf dem besonders

großen Salontisch.

Mehr zum Thema „Zaubermobil“: Die Vorschiffskabine ist

ausgewachsen, dazu gibt es einen WC- und Duschraum, in dem

sogar ich (188 cm, 100-plus kg) mich frei bewegen kann. Ebenso

ist auch die Achterkabine unter dem Cockpit groß genug für

zwei Erwachsene, die hier gut schlafen können, ohne durch

Platzangst oder Atemnot traumatisiert zu werden.

Hinzu kommen auch hier die HR-typischen Details, die letztlich

den Unterschied zu anderen Werften ausmachen. Alle

Technische Daten

Länge ü. a. .................................................................. 9,42 m

Länge der Wasserlinie ...................................................8,80 m

Breite............................................................................3,18 m

Tiefgang .......................................................................1,80 m

(Flachkiel auf Anfrage)

Verdrängung...................................................................4,35 t

Segelfläche am Wind ..................................................47,2 qm

Maschine Yanmar ............................................. 16,2 kW/22 PS

Standardpreis inkl. MwSt ......................................137.862 Euro

hallberg-rassy.com

Schapptüren schließen bündig. Alle Schapps und Schränke sind

mit Lüftungsschlitzen versehen. Die Innenbeleuchtung lässt

sich per Dimmer auf den jeweiligen Anlass oder die Stimmung

an Bord einstellen. Die Schalttafel ist klein und übersichtlich,

auch dank des Canbus-Systems: Dünne Kabel, integrierte Sicherungen,

weniger Schalter. Die Türgriffe sind groß, aber

abgerundet, so dass man nicht immer mit dem Ölzeug daran

hängen bleibt. Und mit einem expandierenden Schnapper, dass

1 charakteristisch. Unverkennbar das Profil der HR mit der

klassischen Windschutzscheibe.

2 solide. Umleitung an der Fußleiste.

3 Volumen. Die Nasszelle bietet sehr viel Platz.

4 praktisch. Die kompakte Pantry ist klein, aber fein.

5 gemütlich. Die Achterkabine mit Blick in den Salon.


80

Gebaut für ein

langes Yachtleben

1

die Türen nicht rütteln und klappern beim Motoren. Das gab

es nicht auf dem Markt, nun hat Rassy einen Hersteller gefunden,

der diese Griffe speziell für seine Werft herstellt.

Und es geht weiter. Die Innenverkleidung hat überall dort

Inspektionsluken, wo Beschläge sitzen. Das ist langfristig gedacht,

für die spätere Wartung und ein eventuelles Auswechseln.

Zu diesem Ansatz passt auch die Bauweise. Rumpf und

Deck werden von innen zusammenlaminiert, wenn die Hauptschotten

drin sind. Alles andere kommt durch die „natürlichen

Öffnungen“ hinein: Maschine, Tanks, einfach alles. So lässt sich

alles auch Jahre später austauschen, ohne dass man neue Öffnungen

in das Schiff sägen muss.

Was fehlt noch? Die Maschine. 22 PS sind sehr viel Motor für

das Schiff, das bedeutet aber auch viel Druck schon bei niedriger

Drehzahl, wobei der Gori Overdrive-Propeller zusätzlichen

Schub bringt. Der Dieseltank fasst 100 Liter. Genug, um bei

Flaute mit Marschfahrt die 410 Seemeilen von Ellös bis

nach Schottland zu motoren. Auch das ist irgendwie typisch

für diese Schiffe.

Die Ocean7-Meinung

Die HR 310 ist ein kleines, aber hochwertiges Fahrtenschiff für

die Zweier-Besatzung oder die junge Familie, da man auch zu

viert an Bord wohnen kann. Das Schiff hat jedenfalls alles, was

man dazu braucht. Es ist tadellos gebaut und überzeugt vor

allem durch sehr viele gute Details, die das Leben an Bord

ungemein erleichtern. Außerdem segelt es auch noch gut.

Das besondere Detail: Die Summe vieler kleine Dinge, die für

sich genommen alle eher unscheinbar sind, die insgesamt

jedoch viel ausmachen, wie Türgriffe, bündige Schapptüren

mit Stoppern, Küche mit vielen guten Staufächern, Backs -

kiste mit Bodenbrett.

1 clever. Direkt am Niedergang kann sich der Smutje selbst bei

ruppiger Fahrt perfekt verkeilen.

2 Schön. Ein toller Anblick aus der Vogelperspektive.Die HR 310

lässt sich auch einhand prima segeln.

2


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82

oCEAN7 Regatta

Alles neu

bei Aquila

Die Good Old Mama AQUILA ist Vergangenheit, die neue

Mama heißt – natürlich – AQUILA. Das Aquila Sailingteam

nahm im November im Hafen Porto San Rocco in Muggia

seinen neuen Racer in Empfang. Eine Transpac TP 52, mit der

die österreichischen Hochsee-Segelprofis Großes planen.

Bevor das Aquila Sailingteam die alte „Mutti“ verließ, galt es

noch, verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Darunter der

Saisonhöhepunkt, die österreichische Staatsmeisterschaft in

Biograd. Als Titelverteidiger ins Rennen gegangen, mussten

sich die Aquileros diesmal mit Rang zwei begnügen. Trotz allem

ein Erfolg, denn die neuen Meister sind immerhin Weltcupsieger

im 49er und hatten sich gegenüber dem Vorjahr

massiv mannschaftsmäßig verstärkt. Jedenfalls Motivation für

das Antreten 2011, wieder auf der Gewinnerstufe zu stehen.

Allerletzte Segelrunde mit der alten „Mutti“ schließlich bei der

Barcolana. Mit etwas Wehmut segelte das Team auf den hervorragenden

29. Gesamtrang des über 1.800 Boote starken

Feldes.

Unmittelbar nach der Barcolana übersiedelte ein Teil des

Teams nach Cagliari, um die neue „Mama“ in Empfang zu

nehmen. Ein tolles Gerät, das nur eine Woche später nach der

Überstellung in Porto San Rocco im Wasser schaukelt. Für das

neue und ungewohnte Schiff steht für nächstes Frühjahr eine

ordentliche Portion Training im Programm. Der neue Offshore-

Racer verfügt über eine Vielzahl von Trimmmöglichkeiten,

außerdem sind Manöverabläufe neu zu definieren und im

vergrößerten Team entsprechend abzustimmen. Die Überstellungscrew

zeigte sich jedenfalls von der Qualität und den

Segeleigenschaften des sicherlich spektakulärsten und attraktivsten

Offshore-Racers Österreichs begeistert. Bei einer kleinen

Willkommensparty in Muggia feierte das Team die große

Freude über das neue Sportgerät, das so schnell wie möglich

in die Werft will, wo es den Winter über schlummern soll.

www.aquilasailingteam.com

Glück im Unglück

Sidney Gavignet, Skipper der OMAN AIR MAJAN, hatte am 3. November der diesjährigen

Transatlantikregatta Route du Rhum Glück im Unglück, als ihm bei einer Geschwindigkeit von

20 Knoten der vordere Backbordträger des 32 Meter langen Renntrimarans brach. Infolge des

Unfalls verlor das Schiff den gesamten Backbordrumpf sowie den 35 Meter hohen Mast. In

seinem Überlebensanzug konnte sich der französische Regattasegler in den Hauptrumpf der

OMAN AIR MAJAN retten und über EPIRB einen Notruf absetzen. Glücklicherweise befand sich

das Frachtschiff KAVO ALEXANDER in der Nähe und konnte den Havaristen schon nach wenigen

Stunden bergen. Und unverletzt nach Gibraltar bringen.

www.omansail.com


NEWS REGATTA

83

Jahr der

AWD-Damen

Das Jahr 2010 war für die Mädels unseres AWO Sailingteams alles andere als

langweilig. „Ladys an die Pinne“ hieß es am legendären Ladys day des burgenländischen

Yachtclubs auf dem Neusiedler See, einer Regatta, bei der eine

Frau das Steuer

in der Hand haben

muss. Yasmin

Weiss, Babsi Czajka

und Elisabeth

Neuwirth wurden

beste reine Damencrew.

Beim

13. CSI Cup konnte

das topmotivierte

AWO-Frauenteam bei anspruchsvollen Wetterbedingungen

mit perfektem Teamwork Platz zwei in der Salona-Wertung

und den Dritten in der Gesamtwertung mit Spinnacker, punktegleich

mit dem Zweiten nach Hause segeln. Gleich nach der

Matchrace Staatsmeisterschaft am Neusiedler See brach das

AWO-Sailingteam zum S-Cup in Kroatien auf.

Die Mädels erreichten den Titel der besten Damencrew. Für

nächstes Jahr stehen wieder zahlreiche Regatten auf dem

Terminkalender des AWO-Sailingteams, die jungen Damen

sind auf alle Fälle voll motiviert und bereit, es mit jeder Konkurrenz

aufzunehmen.

www.awo-sailingteam.at

Der Freiheit entgegen

maxmarine

22. - 30. Jän. 2011

MaxMarine GmbH, A-3021 Pressbaum, Hauptstraße 2

Jeanneau Motoryachten-Vertragshändler Österreich

T: +43 (0)2233 53005-0, E: info@maxmarine.at, I: www.maxmarine.at

Maxmarine-Handelspartner West: Yachtservice Gebetsroither

Maxmarine-Handelspartner Süd: Werkhof Diskontmarin


84

34. America’s Cup

Big Larry is

watching

you

Während die Medien- und Werbebranche mit

jeder Menge Süßstoff auf America’s Cup-Kurs

gebracht wird, stößt die futuristische Wende

nicht überall auf Gegenliebe. Ob sich das

Kapern der Facebook-Generation und die

Big Brother Affine-Inszenierung tatsächlich

rechnet, bleibt jedenfalls abzuwarten.

Text: Dominic Marsano

Fotos: Gilles Martin-Raget

Grafik: BMW ORACLE Racing


REGATTA

85

Die Eckdaten der AC72-Class

Länge über alles.........................................................26,20 m

Rumpflänge................................................................22,00 m

Breite ........................................................................14,00 m

Verdrängung....................................................................5,9 t

Crewstärke..........................................................................11

Tiefgang ..............................................................max. 4,40 m

Höhe des Flügelsegels................................................40,00 m

Flügelfläche.................................................... 230 bis 260 m 2

voraussichtliche Höchstgeschwindigkeit:................... 32 Knoten

Es hatte seine Zeit gedauert, ehe die älteste Segelregatta der

Welt ins europäische Kleinhirn vorgedrungen war. 152 Jahre

nach der Premiere segelte Alinghi die unhandliche Kanne in

die Schweiz und entfachte 2003 einen gesamteuropäischen

Segel-Enthusiasmus.

Vier Jahre später und dank der erfolgreichen Titelverteidigung

schwappte die Welle der Begeisterung endgültig über. Vom

damaligen Popularitätsschub ist heute sehr wenig bis fast gar

nichts mehr über, denn was im Anschluss kam, ließ die prestigeträchtige

Regatta zur Farce werden. In einem langjährigen

Gerichtsverfahren erstritt sich BMW Oracle ein letztendlich

einseitiges Exklusivduell, das sich trotz oder gerade aufgrund

der hochgezüchteten Multihulls als Stimmungstöter entpuppte.

Langeweile auf dem Wasser, kostspielige Technik und mit

Larry Ellison und Ernesto Bertarelli zwei selbstverliebte

Kampfhähne ließen kritische Stimmen lauter werden.

Der nun von den Amerikanern und dem italienischen Herausforderer-Vertreter

Mascalzone Latino ausverhandelte Modus

für die 34. Auflage, die 2013 und aller Voraussicht nach vor San

Francisco gesegelt wird, schlägt einen neuerlichen Haken und

stößt den Traditionalisten abermals sauer auf.

Mit 22 Meter langen Katamaranen, jeder Menge Innovationen

und einer Big Brother-affinen Inszenierung will man die Facebook-Generation

kapern. Pro Rumpf ist ein Kameramann

vorgesehen, macht für jedes Team zwei, die ständig Live-Bilder

produzieren. Zusätzlich werden von Land aus sieben weitere

über das gesamte Schiff verteilte Kameras fernbedient. Dem

nicht genug, ist jedes der elf Crewmitglieder verkabelt. Die

totale Überwachung soll die Bordseele nach außen kehren und

die Werbebranche auf den Plan rufen. Ob diese Inszenierung

fruchtet und der radikale Kurswechsel den gewünschten Nebeneffekt

erzielt, steht freilich noch in den Sternen. Dass wie

bei der letzten Cup-Runde elf Herausforderer an den Start

gehen, scheint aber in jedem Fall utopisch. Absagen namhafter

Teams bestätigen diesen Trend und lassen nichts Gutes erahnen.

Negative Wellen. Die Enttäuschung war Sir Keith Mills,

ob seiner Verdienste um den englischen Sport 2006 zum Ritter

geschlagen, ins Gesicht gemeißelt. In den vergangenen drei

Jahren hatte der englische Milliardär wenig bis gar nichts dem

Zufall überlassen und eine AC-Kampagne aus dem Boden


86

Der zweifache Schweizer Cup-Champion nannte die von Titelverteidiger

BMW Oracle diktierten Wettkampf-Bedingungen

als inakzeptabel, für die Deutschen ging die geplante Herausforderung

trotz einem ansehnlichen Startbudget aufgrund

zweier Fakten den Bach hinunter: der Vorsprung der Amerikaner

wurde als uneinholbar definiert, die Kosten seien definitiv

zu hoch. Beide Argumente scheinen nachvollziehbar, zumal der

Cup bereits 2013 über die Bühne geht und die Zweibein-

Entscheidung samt Flügelrigg dem Cup-Holder am meisten

in die Karten spielt. Seit Jahren mit den Themen Mehrrumpf

und Flügel auf du und du, haben Ellison und Coutts die genialsten

Köpfe für sämtliche Problemzonen längst unter Vertrag.

Daraus resultiert ein technologisch uneinholbarer Vorsprung,

der ganz offensichtlich abschreckend wirkt. Zuletzt ließ auch

Team New Zealand durchblicken, dass eine Teilnahme wegen

des knappen zeitlichen Rahmens und der hohen Kosten fraglich

ist. Der Defender Oracle, der das Rennformat im Detail noch

nicht bekannt gegeben hat, steht vermehrt in der Kritik. Zumal

Coutts vorgeworfen wird, er halte das Versprechen, einen kostengünstigen

Cup durchzuführen, nicht wirklich ein. Experten

rechnen bei einer vernünftigen Kampagne mit einem Volumen

von 50 bis 60 Millionen Euro.

1

gestampft, die große Taten vermuten ließ. Mit der Verpflichtung

von Grant Simmer, dem ehemaligen Design-Koordinator

von Alinghi, sowie dem dreifachen Olympiasieger Ben Ainslie

schienen es die Engländer ernsthaft wissen zu wollen. Doch die

geplante Cup-Revolution veranlasste Mills über Nacht zum

Umkehrschwung. In einer Erklärung ließ der Macher von

Teamorigin verlautbaren, dass das Cup-Format wirtschaftlich

nicht tragbar ist und sportlich keine attraktive Veranstaltung

verspricht. Eine schallende Ohrfeige für den Verteidiger BMW

Oracle Racing und dessen CEO Russell Coutts, die in den

vergangen Wochen mit dem Ausstieg von Alinghi, der Absage

des italienischen Luna Rossa Syndikates und dem Rückzieher

von United Internet Team Germany bereits einige Tiefschläge

zu verdauen hatte. Da wie dort klangen die Gründe ähnlich.

Die Macht des Allmächtigen. Summen, die das Oracle

Alphatier Larry Ellison nicht einmal mit der Wimper zucken

lassen. Der heute 67-jährige US-Amerikaner, der als wenig

kompromissbereit gilt und seinen Kopf mit fast allen Mitteln

durchsetzt, hat gegenwärtig 28 Milliarden Dollar auf der hohen

Kante. Man sagt dem launischen Sportfanatiker nach, den Cup

mit den gleichen Mitteln gewonnen zu haben, die er auch im

Geschäftsleben mit Erfolg praktiziert: den Gegner durch juristische

Gefechte zermürben, den Wettkampf auf die persönliche

Ebene verlagern und vor allem viel Geld investieren.

Dazu passt Ellisons – von Dschingis Khan übernommener –

Anspruch, wonach nicht nur er zu gewinnen habe, sondern

auch alle anderen zu verlieren. „Everyone else must fail“ lautet

der Titel einer der Biografien, die über ihn publiziert wurden,

„The Difference Between God and Larry Ellison“ ziert einen

weiteren Schmöker über ihn. Worin der Unterschied besteht,

verrät der Autor bereits auf dem Cover: „God Doesn‘t Think

Das Volltanken seiner mit

48.000 Pferdestärken

betriebenen Yacht

„Rising Sun“ kostet rund

eine Million Dollar


REGATTA

87

He‘s Larry Ellison“, Gott glaubt nicht, er sei Larry Ellison. Die

Missachtung seiner Regeln ist dem Studienabbrecher zuwider,

einzig er selber definiert die Ausnahmen. Um in seinem

50 Millionen Dollar schweren Privatjet rund um die Uhr abheben

zu können, haben die kalifornischen Behörden nach

monatelangen Rechtsstreitigkeiten das Nachtflugverbot aufgehoben.

Ein Kniefall, der mit der Flugerlaubnis für sein italienisches

Marchetti-Kampfflugzeug ein zweites Mal gelang. Nur

die Idee, eine russische MiG-29 zu importieren, scheiterte am

Widerstand der US-Regierung, die es überhaupt nicht lustig

fand, dass Ellison einen Kampfjet fliegen möchte, der schneller

ist als deren eigene. Seit er zu Geld gekommen ist, inszeniert

sich Larry Ellison nach Belieben. Für die Kampagne der Amerikaner

war und ist er zweifelsohne ein Segen. Ob sein Diktat

der generellen Cup-Bewegung aber ebenso dienlich ist, bleibt

freilich abzuwarten.

1 Der mann dahinter. Ellison polarisiert. Die einen vergöttern ihn, andere

zeigen ihm das blanke Hinterteil.

2 der pokal. Objekt der Begierde: 162 Jahre alt, 67,6 Zentimeter hoch und

zum Champagnerschlürfen gänzlich ungeeignet.

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88

Regatta-

Klassiker

der Adria

Sportliche Regatten auf allerhöchstem Niveau, darunter mit dem Austria Cup der traditionsreichste österreichische Wettbewerb

überhaupt, aber auch jede Menge gesellschaftlicher, kulinarischer und kultureller Höhepunkte drum herum:

Das ist die Alpe Adria Sailing Week der YCA vor der Marina Izola. Termin vormerken: vom 29. Mai bis 2. Juni 2011.

Veranstaltet wird diese Länder verbindende Veranstaltung von

der Crew Kärnten des Yacht Club Austria. Seele hinter dem

Event ist Fritz Abl: „Wir haben 2007 mit bescheidenen zehn

Schiffen mit insgesamt 55 Seglern begonnen. 2010 waren es

bereits 34 Schiffe mit über 200 Crewmitgliedern. Und in diesem

Jahr erwarten wir, uns an die für uns kritische Grenze von

rund 40 Schiffen anzunähern“.

Zum 22. Mal wird in diesem Rahmen der traditionsreiche und

seglerisch anspruchsvolle Austria Cup in einer Einheitsklasse

ausgetragen, dieses Mal mit zehn baugleichen Bavaria 42

Match.

Am Sonntag, den 29. Mai, findet mit dem Izola Open Cup, einer

eintägigen Regatta, die für alle Monohull-Kielyachten über

sieben Meter offen ist, der Auftakt der Alpe Adria Sailing Week

2011 statt. Bei der abendlichen Siegerehrung wird die Alpe

Adria Sailing Week 2011 dann offiziell und feierlich eröffnet.

An den vier Regattatagen sollen insgesamt sechs Wettfahrten

stattfinden, am Donnerstag, dem 2. Juni, wird im großen Re-

Die AASW ist zugleich Heimat des 22. Austria Cup


Regatta

89

Gale. Für ein Nenngeld von 200 Euro pro Yacht und 175 Euro

pro Person bekommen die Teilnehmer der Alpe Adria Sailing

Week jede Menge geboten. Neben der gesamten Organisation

vor Ort, vollausgestattetem Regattazelt, den Liegeplatzgebühren

und der Rennleitung werden laufend die Tages-und Gesamtergebnisse

veröffentlicht, außerdem wird es wieder einen

täglichen OCEAN7-Newsletter und eine abendliche Diashow

der besten Bilder des Tages geben. Traditionell ist auch der

kulinarische Teil der Alpe Adria Sailing Week, der legendäre

Kärntnerabend am Sonntag bringt „Schmankalan“ und Most

aus Kärnten, am Italienischen Abend können die Teilnehmer

frisch zubereitete Pizzaspezialitäten und Freibier genießen.

Weitere Höhepunkte werden auch das Galadinner am Donnerstag

und Livemusik bei der Schlussveranstaltung sein.

www.yca.at | www.yca-crew-ktn.at

Die Cups und Klassen im Detail

22. AUSTRIA CUP für alle YCA-Länder-

Crews und ÖSV Vereine

Alpe Adria Cup

Kärntner Cruising Trophy

Alpe Adria Racing Cup

Alpe Adria Cruising Cup

50 % der Crew &

Skipper müssen aus

Kärnten kommen

Mindestteilnehmerzahl

5 Yachten

Einheitsklasse Bavaria 42 Match mit Spinnaker

Offene Klasse über 7 Meter mit Spinnaker,

Einrumpf-Fahrtenyachten mit Rollgenua und

Spinnaker oder Gennaker

Offene Klasse über 7 Meter mit Spinnaker,

Einrumpf-Fahrtenyachten mit Rollgenua und

Spinnaker oder Gennaker

Offene Racing-Klasse über 7 Meter mit

Spinnaker, Einrumpf-Fahrtenyachten mit

Spinnaker oder Gennaker

Offene Klasse ohne Spinnaker-Einrumpf-

Fahrtenyachten mit Rollgenua ohne Beisegel

über 7 Meter

gattazelt die abschließende Siegerehrung und ein grandioses

Galadinner veranstaltet.

Die Marina Izola ist auch dieses Jahr wieder der Ausgangshafen

der Alpe Adria Sailing Week, die Wettfahrten werden in dem

Revier vor Izola, Portoroz, Koper und Grado ausgetragen.

Auf dem Regattaprogramm stehen für sämtliche Klassen eine

lange Wettfahrt, eine Navigationswettfahrt, zwei Dreieck-Kurse

und zwei Up and Down-Wettfahrten. Ab vier Wettfahrten

kann ein Rennresultat einer Dreieck- oder Up and Down-

Wettfahrt gestrichen werden. Für einen korrekten Regattaablauf

wird nach den Wettfahrtregeln Segeln der International

Sailing Federation und des Offshore Racing Congress gesorgt,

für die teilnehmenden Yachten ist auch ein ORC Messbrief 2011

erforderlich. Die Wettfahrtleitung übernimmt zum wiederholten

Mal das ebenso professionelle wie flexible Team um Bojan


90

Eine

Crew

stellt sich vor

Die Crew hat ca. 400 Mitglieder, das Clubleben spielt sich hauptsächlich

in Wien ab. Hier trifft sich eine kleine Gruppe von aktiven

Seglern (30 – 50 Eigner und Charterer) regelmäßig zu Vorträgen

und Fortbildung.

Highlights sind hier selbstverständlich unsere Ehrenmitglieder

„die Seenomaden“, die nun schon die dritte Premiere bei uns in

Wien absolviert haben – was uns immer volle Hallen beschert hat.

Legendär sind auch die Weihnachtsfeiern – heuer auf der MS

Kaiserin Elisabeth.

Für die Mitglieder und Gäste des Yacht Club Austria ist das gesamte

Oberdeck reserviert – eine ideale

Gelegenheit, über die bestandenen Abenteuer,

über Neuigkeiten auf See und in

der Technik zu reden, den neuesten

Tratsch zu hören oder einfach die Saison

ausklingen zu lassen.

Das gleiche gilt auch für unsere Sommerfeste

in Mörbisch am Neusiedlersee.

Wenn sich Hochseesegler zum Jollensegeln

treffen und dabei auch noch regattieren,

ist immer was los.

Apropos Regatta: Wir haben auch eine

aktive Gruppe von Regattaseglern in unserer

Crew: Nicht nur bei der Alpe Adria

Sailing Week sondern auch bei anderen

Regatten wie Round Palagruza Challenge

oder bei der Barcolana vor Triest wird

auf Teufel komm raus gematcht. 2010

wurde der 6. Platz beim 21. Austria Cup

erkämpft. Interessierte Segler, die auch

Der „Yacht Club Austria“ gliedert sich in zehn Crews.

Mit dieser Serie stellen wir die einzelnen Crews vor,

hier beschreiben wir ihre Aktivitäten, die Ideen und

präsentieren die handelnden Personen. In dieser

Ausgabe geht es weiter mit der „Crew Wien,

Niederösterreich und Burgenland “.

sportliche Ambitionen haben,

sind herzlich willkommen

– bitte einfach beim

Crew-Commander Christian

Schifter melden!

Bei den neu entstandenen

Clubfahrten sind Mitglieder

aus unserer Crew auch immer

vertreten bzw. freuen

wir uns schon auf den Törn

2011: Schottland – Segeln und Whisky. Bei der Ausbildung (FB2

u. FB3) kooperieren wir in Wien mit den qualitativ hoch stehenden

Seefahrtsschulen, so dass wir nicht regelmäßig eigene Kurse veranstalten.

Aber wir sind stolz darauf, dass das erste „RYA/MCA-

Yachtmaster of Competence“-Seminar in Wien stattfand. Auch

Funkkurse SRC/GMDSS und Wetterseminare haben wir schon

mit großem Erfolg veranstaltet.

In unserer Crew haben wir viele aktive

Segler, die mit ihren Schiffen nicht nur in

der Adria unterwegs sind, sondern auch im

Atlantik (wir haben einen Clubfreund bei

unserem YCA-Törn in Schottland zufällig

getroffen – das war ein Hallo), in Fernost,

in der Türkei, in Spanien, Karibik usw.

Und das ist für uns ein großer Schatz: Wir können auf viele Informationen

zurückgreifen, wir haben ein dicht geknüpftes Netzwerk.

Daher ist es immer wieder interessant, am Clubabend mit diesen

erfahrenen Kollegen zu plauschen und Erfahrungen auszutauschen

und dieser Mix aller Aktivitäten macht unser interessantes Clubleben

letztendlich aus.

Wir wünschen allen unseren Mitgliedern,

Freundinnen und Freunden im

„Yacht Club Austria“ ein ruhiges,

besinnliches Weihnachtsfest und

ein gutes Neues Jahr, Gesundheit

und für 2011 immer eine Handbreit

Wasser unterm Kiel!

Der Vorstand und das Büro-Team vom Yacht Club Austria

Yacht Club Austria

The International Austrian

Cruising Club

www.yca.at


yca-news

91

Crew Salzburg

CLUBABENDE

Seglertreff jeweils am 2. Mittwoch des Monats

ab 19.30 Uhr

ab Jänner 2011 im neuen Clublokal –

Gasthof Krimpelstätter, Müllner Hauptstr. 31/

1. Stock, Salzburg

Vorschau:

Mittwoch, 12.01.2011

Die Seenomaden - 4 Jahre Südsee

Mittwoch, 09.02.2011 – Thomas Wiltner – Das andere Griechenland

Mittwoch, 09.03.2011 – Heringsschmaus

AUSBILDUNG

InteressentInnen für Theoriekurs FB 2/3, Upgrading FB2 auf FB3, MSVÖ

Technik, GMDSS bitte bei Crew-Commander Christian Zimmer

(0680/2472219 oder Email: zimmer_christian@ymail.com) melden.

Crew Wien, Nö,Burgenland

CLUBABENDE

Jeden 2. Dienstag im Monat ab

19.00 Uhr im Clublokal „Restaurant

Pistauer“, 1110 Wien, Ravelinstraße 3

beim Simmeringer Friedhof,

Tel. +43(0)1/7672510

STAMMTISCHINFO

Stammtisch Mödling: S‘ Beisl in 2344 M.

Enzersdorf, Hauptstraße 84 – bei Interesse

bitte anmelden, da nur begrenzter Raum zur

Verfügung steht.

Crew

Oberösterreich

Clubabende

Unsere Clubabende finden immer am letzten

Dienstag im Monat im Volkshaus Dornach, Niedermayrweg

7, 4040 Linz-Dornach statt. Beginn

jeweils 19.30 Uhr.

Newsletter

Wir informieren unsere Mitglieder regelmäßig

über Aktuelles aus dem Segel- und Motorbootbereich.

Um möglichst viele Interessierte

zu erreichen, ersuchen wir um Bekanntgabe

der E-Mail-Adresse an gottfried.rieser@a1.net

Crew-Commander

Arch. DI Christian Zimmer

Crew-Commander

Christian Schifter

Crew-Commander

Gottfried Rieser

Kontakt

YACHT CLUB AUSTRIA

Generalsekretariat · Lederergasse 88 · A-4020 Linz

+43(0)732/781086 · Fax +43(0)732/771345

office@yca.at · www.yca.at

Crew Salzburg

Crew-Commander Arch. DI Christian Zimmer

Pfadfinderweg 8 – 5020 Salzburg

+43/(0)680/2472219 - zimmer_christian@ymail.com

Crew Wien, Nö, Burgenland

Crew-Commander Christian Schifter · Ludwiggasse 3, Haus 4 ·

1140 Wien · +43/(0)1/7109222, cschifter@pantaenius.com

Crew Oberösterreich

Crew-Commander Gottfried Rieser · Fischillstraße 1 ·

4063 Hörsching · +43/(0)7221/72353 · gottfried.rieser@a1.net

Crew Tirol und Vorarlberg

Crew-Commander Albert Plachel · Laningerweg 1 · 6410 Telfs ·

+43/(0)699/15267890 · albert.plachel@aon.at · www.yca-tirol.at

Crew Kärnten

Crew-Commander und Vize-Commodore

Prov. Univ. Ass. Dr. Jürgen Adlmannseder

Rudolf Kattnigweg 3 · 9201 Krumpendorf

+43/(0)650/3400475 · juergen.adlmannseder@uni-klu.ac.at

office@yca-crew-ktn.at · www.yca-crew-ktn.at

Crew Tauern

Crew-Commander Ing. Fritz Breitenstein · Nikolaus Gassner Straße

327 · 5710 Kaprun · +43/(0)6547/7159 oder 7065

office@crewtauern.at · www.crewtauern.at

Crew Eisenerz/Steiermark

Crew-Commander Mike Hecker

Freiheitsplatz 4 · 8790 Eisenerz · +43/(0)664/3458529

mike@gebirgssegler.at · www.gebirgssegler.at

Crew Bayern

Crew-Commander Dipl.-Päd. Barbara Lange-Hofmayer

Waldinger Straße 28 · D-85084 Reichertshofen

+49/160/7358209 · Tel./Fax: +49/8453/8699

langehofmayer@hotmail.com

Crew Kroatien

Ehren-Commodore und Crew-Commander

Kapitän Miljenko Zanic · Lucka Ispostava ·

HR-51250 Novi Vinodolski · Tel./Fax: +385/51/244345

Crew Schweiz

Schatzmeister Gerhard Kremser · Sulzerhof 2 · CH-8355 Aadorf ·

+41/763854179 · Tel./Fax: +41/523654179

g.kremser.yca@gmail.com

DI Georg Buhl

legte nach mehr als 30-jähriger Tätigkeit im Interesse des Hochseesegelsports seine Funktion in der Salzburger Crew zurück.

Seinen Schwerpunkt legte er auf die Ausbildung und auf aktives Vereinsleben. Erich und Heide Wilts, Norbert Sedlacek,

Bobby Schenk, u.v.m. – sie alle waren Gast in Salzburg.

Legendär waren seine Kochkünste aus Ausdruck seiner genussreichen Lebensfreude! „Wenn du ein Schiff bauen willst,

dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern

lehre die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer“.

Mit diesen Gedanken von Antoine de Saint-Exupery wurde der längstdienende Crew-Commander im YCA verabschiedet.

Lieber Georg, ein aufrichtiges „Dankeschön“ für deine Arbeit im Yacht Club Austria!


92

PROGRAMMVORSCHAU

Dienstag, 25. 01. 2011 – Heide und Erich Wilts - Unterwegs mit der FREYDIS

Dienstag, 22. 02. 2011 – Michael Köhler – Solarwave – Ohne Treibstoff und ohne

Segel um die Welt

Dienstag, 29. 03. 2011 – Thomas Wiltner – Das andere Griechenland

STAMMTISCH-INFO

Unsere Stammtische erfreuen sich großer Beliebtheit, hier werden in

zwangloser Atmosphäre Gedanken und Erfahrungen ausgetauscht, Seemannsgarn

gesponnen und was halt sonst noch auf der Welt wichtig ist,

besprochen.

YCA Stammtisch OÖ Zentralraum (Leiter: Rudolf Hanke): Jeden 2. Mittwoch

im Monat am 19.00 Uhr im Gasthaus „Bratwurstglöckerl“, Angerholzerweg

38, 4020 Linz.

YCA Stammtisch OÖ Süd (Leiter: Erich Jansch, +43(0)664/4300711):

Jeden 1. Samstag im Monat im Seglerstüberl bei Erich Jansch, Gmunder

Straße 9 (Eingang Hafnergasse), 4861 Schörfling.

YCA Stammtisch OÖ Nord (Leiter: Sieghart Liest): Die Benachrichtigungen

über Termin und Ort erfolgen per SMS und sind auf der Homepage unter

www.members.aon.at/crlipe abzufragen.

YCA Stammtisch Bad Schallerbach (Leiter: Ralph Scholz): Jeden 3. Freitag

im Monat in der Pizzeria Valentino, Trattnachzeile 1, 4701 Bad Schallerbach.

AUSBILDUNG

Sprechfunkkurs SRC/GMDSS – Freitag, 21. 01. 2011 bis Sonntag 23. 01.

2011 – Prüfung in Passau am 05.02.2011

Seminarort: Gasthof Mayr Stockinger, Ritzlhofstraße 65, 4052 Ansfelden

Anmeldung per E-Mail an gottfried.rieser@a1.net spätestens bis 10. 01.

2011

Austria Cup 2011

Der Austria Cup im Rahmen der AASW findet vom 28.05.- 02.06.2011 in

Izola statt. Die Crew Tirol nimmt wieder in der Einheitsklasse teil (Bav.

Match 42). InteressentInnen melden sich bei V-CrC. Karl Florian

(0664/6146147 oder per Email: karl.florian@aon.at)

AUSBILDUNG

Sonstiges:

Jänner 2011 – Kochkurs – Schnell und schmackhaft Kochen auf See

Feber 2011 – Foto-Shop – Gut fotografieren mit Experten

April 2011 – Feuer löschen – Was tun bei Feuer (mit praktischen Übungen)?

Ausbildungskurse Befähigungsausweis FB 1 - 3 (ÖSV und MSVÖ)

Jänner 2011 – Theoriekurs für FB 1+2 in Innsbruck

Februar 2011 – Update-Kurs auf FB 3

Seminare:

• GMDSS-Betriebszeugnisse (SRC + LRC)

• Ausstellung Royal Yachting Association London - Grundlagen der englischen

Sprache in Wort und Schrift müssen vorhanden sein - Kurs und

Prüfung an einem Wochenende in Tirol oder Vorarlberg

• SCR – Innsbruck, Freitag, 18.03.2011 (17-22h) und Samstag, 19.03.2011

(09-18h). InteressentInnen bitte beim Yachtmeister Ernst Kocher (Tel.

0650/9063548) anmelden.

HERZLICH WILLKOMMEN AN BORD

Dr. Thomas Schmielau

Crew Tirol und

Vorarlberg

CLUBABENDE

Volkshaus Reichenau / Cafe-Restaurant Pirmin

Stubn, A-6020 Innsbruck, Radetzkystraße 47

Änderung ab 2011: Crewabende in der Regel

jeden 2. Mittwoch im Monat um 19:30 Uhr. Ein

neues Clublokal wird gesucht – Vorschläge

willkommen! Wir laden unsere Mitglieder,

Freunde und Interessierte gerne dazu ein, an

den Crewabenden teilzunehmen. Änderungen

vorbehalten

Crew-Commander

Albert Plachl

Programmvorschau:

Freitag, 07. 01. 2011 – Rodelabend Rangger Köpfl

Mittwoch, 09. 02. 2011 – Jahreshauptversammlung mit Neuwahl

und Fotowettbewerb

Mittwoch, 09. 03. 2011 – „Mecklenburger Seenplatte – Fahrtensegeln im

Binnenrevier“

Crew kärnten

CLUBABENDE

YCA-Stammtisch Klagenfurt – Jeden Dienstag

ab 19.00 Uhr im Gasthof Jerolitsch in Krumpendorf.

AUsbildung

Amtliche Befähigungsausweise BFA:

• Fahrtbereich-1 Kurs (FB1) = für „Watt- und

Tagesfahrt“ - Dieser BFA ist besonders interessant

für Motorboot- und Schlauchbootfahrer

an den Adriaküsten. Kurse und Termine

im ersten Quartal 2011

Crew-Commander

Prov. Univ.-Ass.

Dr. Jürgen Adlmannseder

• Fahrtbereich-2 Kompakt-Kurs (FB2) = für „Küstenfahrt 20 Seemeilen“ für

Segel- und Motorboot mit MSVÖ Zusatzprüfung (bei entsprechender Teilnehmerzahl).

Termin auf Anfrage

• Fahrtbereich-3 Upgrade-Kurs (FB3) = für „Küstennahe Fahrt 200 Seemeilen“.

Am Ende dieses Upgrade-Theoriekurses steht nur eine Theorieprüfung.

Es ist keine Praxisprüfung erforderlich. Kurse und Termine im ersten

Quartal 2011

Mike Hecker alleine nach Alexandria

Mit seiner „Just for Fun“ (Bavaria 39 Cruiser) segelte der Crew Commander der Crew Eisenerz/Steiermark

alleine von Makarskar/Kroatien über Italien und Griechenland nach Alexandria/Ägypten. Ständiger Südostwind

war sein Begleiter, was seinen Segeltörn manchmal sehr unkomfortabel machte. Hin und wieder braucht es

seine Zeit, um zurück zu den Grundbedürfnissen zu kommen. Aber man hat ja die Zeit auf dieser Reise, sich

selbst zu finden. Prioritäten werden anders gereiht. Was hilft eine Lifeline, wenn keiner da ist, der das Schiff

aufstoppt. Als Einhandsegler habe ich so ziemlich gegen jede Regel, die ich ausbilde verstoßen.“, so Mike.

Fazit: „Am Ende der Reise weiß man, dass die Sterne nicht nur am Himmel sind, sondern gleich nach dem

Horizont beginnen.“ Vorträge gibt es ab Februar 2011 – Termine werden noch bekannt gegeben.


yca-news

93

Funkzeugnis

• SRC von RYA (Short Range Certificate) - Kurse werden laufend veranstaltet.

Termine auf Anfrage.

Weitere Informationen über Praxisausbildung, Skipper-Training, Spinnaker-/

Gennaker- Training, Ausbildungs-und Meilentörns für alle Fahrtbereiche sowie

für Urlaubstörns finden Sie auf unserer Website www.yca-crew-ktn.at.

Anfragen und Anmeldungen bitte an: office@yca-crew-ktn.at oder telefonisch

an Fritz Abl 0664/2436871

Crew tauern

CLUBABENDE

Jeweils monatlich – Veranstaltungsort: Veranstaltungssaal

OPTIMUM in Kaprun. Die Einladungen

ergehen wie immer persönlich an

unsere Mitglieder.

STAMMTISCHINFO

Jeden 1. Sonntag/Monat ab 10 Uhr Gasthof

Schett in Piesendorf-Fürth

CREW EISENERZ/

Steiermark

STAMMTISCHINFO

Stammtisch Eisenerz – Leitung: Mike Hecker

0664/ 3458529. Crewabend jeden 1. Donnerstag

im Monat (Abweichungen werden

angekündigt) um 18.00 Uhr im „GH zur alten

Mühle“ 8790 Eisenerz, Hieflauerstraße 100.

Erster Stammtisch nach der Sommerpause –

02. 09.

Crew-Commander

Ing. Fritz Breitenstein

Crew-Commander

Mike Hecker

Stammtisch Leoben –

Leitung: Angelika Gailberger 0664/5344993

Stammtischverlegung – Crewabend jeden 3. Montag im Monat um 18.00 Uhr im

„Gösser Bräu“, 8700 Leoben, Turmgasse 3 (gegenüber der Gösser Brauerei)

Stammtisch Graz – Leitung: Ing. Manfred Mosing 0664/9158910. Stammtisch

jeden Donnerstag, Crewabend jeden 2. Donnerstag im Monat um 19.00

Uhr beim „Lindenwirt“ 8052 Graz, Peter Rosegger Straße 125.

Stammtisch Hall in Tirol – Leitung: Gabi Gunda 0676/88508799

PROGRAMMVORSCHAU

Freitag, 14.01.2011 – Jahresabschluss- und Jahreshauptversammlung

AUSBILDUNG

Im Jänner 2011 findet ein FB2-/FB3-Kurs statt. InteressentInnen bitte bei

Mike Hecker (0664/3458529) melden.

GEBIRGSSEGLER CUP 2011

Informationen zum Gebirgssegler Cup 2011 finden Sie unter www.gebirgssegler.at

HERZLICH WILLKOMMEN AN BORD

Linda Rametsteiner, Leonie Kurzmann

Crew BAYERN

Crew-Commander

Dipl.-Päd. Barbara Lange-Hofmayer

Waldinger Straße 28

D-85084 Reichertshofen

Mobil: +49/160/7358209

Tel./Fax: +49/8453/8699

E-Mail: langehofmayer@hotmail.com

Crew Kroatien

Crew-Comm. Dipl.-Päd.

Barbara Lange-Hofmayer

STAMMTISCHINFO

Jeden Sonntag ab 10.00 Uhr - Stammtisch in CAPTAINS CLUB, 51250 Novi

Vinodolski, Obala Kneza Branimira 3

!

Anmeldebon

Ich möchte Mitglied beim YCA werden!

Ich bin

m Vollmitglied m Familienmitglied m Jugendmitglied

(Jugendmitglied = bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres)

Ich möchte folgender YCA-Sektion angehören:

m Motoryachtsport m Segelyachtsport

Bitte schicken Sie mir Informationsmaterial zu!

Name/Vorname: _______________________________________________

Anschrift: _______________________________________________________

Geb.-Dat.: ______________________ Beruf: ___________________________

Telefon: _________________________ E-Mail: ___________________________

Geworben von (Name): ________________________________________

Mitgl.-Nr.: _______________________________________________________

Unterschrift: _____________________________________________________

www.yca.at

Hannes Angelmayer ist von uns gegangen

Es gibt nicht viele Wassersportler in Westösterreich, die ihn nicht als Ausbildner kennen gelernt haben. Am Vormittag des

26. Oktober 2010 hat sein Seefahrerherz im Alter von 57 Jahren plötzlich aufgehört zu schlagen. Im Zuge seiner eigenen

Ausbildung zum Segelschein ist er im März 1988 zur Crew Tirol des Yacht Club Austria gestoßen und hat kurz danach die

Führung der Crewkassa übernommen. Sein Steckenpferd war aber die Ausbildung und seinem Engagement ist es zu verdanken,

dass gerade über den Weg der Aus- und Weiterbildung viele neue Mitglieder ihren Weg zum YCA gefunden haben.

Nachdem er viele Jahre als Lehrer und Ausbildungsskipper sein Können weitergegeben hat, wurde er 1998 vom ÖSV zum

Prüfer bestellt. Ab 1999 war er auch für den MSVÖ als Prüfer im Einsatz. Wir verlieren mit Hannes einen netten Kameraden,

einen tollen Ausbildner und nicht zuletzt einen sehr guten Freund.

„Fahre wohl auf deiner letzten Reise.“ – In stiller Trauer – der Yacht Club Austria


94

Leserbriefe

Endlich was für Seglerinnen

Es freut mich, dass eine Segelzeitung sich endlich

der Seglerinnen annimmt, hoffe, es bleibt dabei

und zeigt Wirkung. Die Quote der segelnden

Frauen ist leider seit vielen Jahren gleich geblieben,

dafür wüsste ich viele Gründe!

Wir haben im Jahr 2001 einen Frauensegelverein

gegründet, www.bwwc.at (blue water womens

challenge), um Kontakte mit Gleichgesinnten

(Urlaub, Regatta, Training, Klönen) zu knüpfen.

Liebe Grüße und weiterhin viel Elan für dieses

Thema wünscht

Veronika Siegl, Graz

Richtig hässlich

A-Boot in Santorin

In eurer letzten Ausgabe 09-10/10 habt Ihr einen Artikel „Hässlich oder großartig“ über das

A-Boot von Milliardär Andrej Melnitschenko geschrieben. Meine Cousine urlaubte in Santorin,

sie erzählte mir von einem ungewöhnlich hässlichen Boot (auf Probefahrt), auf einem Foto erkannte

ich das Boot.

Andreas Walzer, per E-Mail

E-Paper

Das Abo hat mir meine Frau geschenkt. Die

wichtigsten Artikel scanne ich mühsam ein, um

sie zu speichern. Es wäre eine Erleichterung,

wenn Ihr Verlag Downloads anbieten würde.

Haben Sie vielleicht vor, diese Dienstleistung

anzubieten?

DI Tibor Bernath, Schiefling am Wörthersee

Ja, wir arbeiten an einem weitgehenden Update

unserer Homepage, die das dann bieten wird.

Kompetent, emotional

Ich freue mich jedes Mal auf die neue Ausgabe.

Ab dem Vorschau-Video auf ihrer tollen Homepage

wird das Warten zur Folter! Am Magazin

liebe ich die Mischung aus Berichten aus Österreich,

Mittelmeer und der weiten Welt; die kompetenten,

informativen News und die Emotionen

in Reportagen und Bildstrecken. Bitte nicht

nachlassen!

Lena Wasser, OÖ

Sexistisch

Ursprünglich gekauft und abonniert, weil wirklich

gute, interessante und vor allem INFORMA-

TIVE Artikel zu lesen waren. Anders als in ähnlichen

Segelzeitschriften. Einige haben wir auch

abgelegt, um sie bei Bedarf wieder zu lesen. Revier,

Ausrüstung, die unbekannte große Welt.

Doch dann kam OCEAN Woman. Super, toll,

für Frauen, die das brauchen. Selber als Capitana

tätig, steht man über solchen Dingen. Ich als

Frau bekomme wenigstens positive Rückmeldungen

und Lob, wenn’s butterweich mit dem Einparken

funktioniert – von zuschauenden Frauen

UND Männern. Warum soll ein Joystick-gesteuertes

Boot so etwas Besonderes für Frauen sein

(letzte Ausgabe), SIND WIR DENN ZU BLÖD

FÜR EIN STEUERRAD? Aber wahrscheinlich

wollten Sie das ja gar nicht damit ausdrücken,

sicherlich geht’s nur um die naheliegende sexistische

Anspielung. Mit den besten Grüßen von

einem Segelschiff MIT Steuerrad. Ich schicke

jetzt gleich meinen Mann zum Erdäpfel schälen

und Wäsche waschen.

Barbara Timmermann, per E-Mail

Verantwortungslos

„Ein etwas anderer erster Segeltörn“, Ausgabe

05-06/2010. Ich finde es verantwortungslos, ohne

ausreichende theoretische Ausbildung und trotz

fehlender Praxis einen wie in diesem Artikel beschriebenen

Törn zu machen. Es ist zu hoffen,

dass dieser Artikel niemanden zur Nachahmung

anregt, es muss nicht immer so glimpflich ausgehen.

Einem Artikel über diese Aktion auch noch in

einer ansonsten gut gemachten einschlägigen

Fachzeitschrift Platz zu geben, ist für mich nicht

nachvollziehbar.

Dr. Gerfried Schmid, St. Andrä-Wördern

Falscher Name

Aus Versehen wurde in der Reportage über das

Weltumsegler-Treffen am Grundlsee in der

OCEAN7 Ausgabe 09-10 2010 der Vorname der

Frau des Organisators verwechselt.

Sie heißt Silvia Köberl. Die Redaktion bedauert

den Fehler.

Schreiben lohnt sich!

Wir nehmen Ihre Kritik ernst. Wir freuen uns über Ihre Anregungen – und natürlich über Ihr Lob.

Damit es sich für Sie auch lohnt, verlosen wir unter allen Einsendern diesmal einen tollen

Daypack 3D von Marinepool. Der für Wassersportler optimierte Rucksack mit wasserdichtem

Rollverschluss, separater Fronttasche mit spritzwasserdichtem Reißverschluss, abnehmbarem

Rückenpolster und Tragegurt hat einen Wert von rund 90 Euro.

Ihre Zuschriften an redaktion@ocean7.at oder

per Post: OCEAN7, Lilienthalstraße 30a, 9020 Klagenfurt.

Die Flasche edlen Talisker Whisky in maritimer Geschenkverpackung für die Zuschrift in der

Ausgabe 09-10 2010 erhält Gabi Stummvoll aus Linz.


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Ein marxistisches Segelabenteuer

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auf Kuba

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Österreichs größte Seefahrtsbuchhandlung

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Menschen, Inseln

Ozeane, Schiffe

Neue Bücher, die Sie nicht verpassen sollten. Für Sie gelesen von der OCEAN7-Crew.

Matti Lainema, Julia Nurminen

Die Entdeckung der Arktis

Theiss-Verlag · gebunden · 352 Seiten · 270 Abbildungen ·

51,30 Euro

Der Höhepunkt der Eroberung der Arktis fand mit dem Wettlauf

zum Nordpol zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. Der Wunsch,

den äußersten Norden unserer Erde zu erkunden, war nicht nur

purer Forscherdrang, sondern auch der Reiz der unzugänglichen Region an sich.

Die Verfasser schildern die mitreißende Geschichte von Abenteurern und ihren

entbehrungsreichen Reisen, die sie durchführen mussten, um ihr fernes Ziel zu

erreichen. Klingende Namen wie Erik der Rote, Willem Barents und Vitus Bering,

die im Norden nicht nur ihre namentlichen Spuren hinterlassen haben, kennzeichnen

den Weg in die Arktis. Bisher unveröffentlichte Karten und Grafiken machen

das Abenteuer Arktis anschaulich und gewähren einen Einblick in Kartographie

und Navigation im hohen Norden.

Philip Plisson

Schiffe

National Geographic · Bildband · 256 Seiten · 110 Fotos · 70,10 Euro

Wenn es für Schiffe ein vergleichbares Charakteristikum wie beim Menschen das

Gesicht gibt, ist es wahrscheinlich der Bug, der sein wahres Wesen, sein Profil, am

deutlichsten zeigt. Der grandiose Fotograf Philip Plisson widmet diesem charismatischen

Schiffsteil hier einen kompletten Bildband mit spektakulären

Aufnahmen. Gleichgültig, ob er eine futuristische Luxusyacht, ein

einfaches Fischerboot oder ein riesiges Frachtschiff vor der Linse

hat, jedes Bild erzählt seine eigene Geschichte.

Hans Jürgen Witthöft (Hrsg.)

Köhlers Flottenkalender

2011

Internationales Jahrbuch

der Seefahrt

Koehler · Broschur ·

304 Seiten · 14,90 Euro

Im Nord-Ostsee-Kanal, vor

Skagen oder in der deutschen

Bucht: Handelsschiffen oder

der Marine begegnen wir

Segler ständig. Warum also

nicht mal nachlesen, wie es

den Bereichen Handelsschifffahrt,

Schiffsbau oder Häfen in Deutschland so

geht? Oder welche Schiffe die deutsche Marine

gerade so fährt? Zum nunmehr 100. Mal erscheint

Köhlers Flottenkalender. Die Jubiläumsausgabe

beginnt wieder mit einem Rückblick

auf das vergangene Jahr. Dieses war noch

immer von der Wirtschaftskrise geprägt, was

auch noch einige Zeit anhalten wird. Die Piraterie

bleibt ebenfalls aktuelles Thema, das die

europäischen Marinen durch die gemeinsame

Aktion »Atalanta« in Griff zu bekommen versuchen.

In noch größerem Umfang als sonst

bietet der Kalender aktuelle Meldungen aus

Handelsschifffahrt und Marine ebenso wie

spannende geschichtliche Rückblicke. Bremens

letzter Schutenschipper Anton Hibben wird

vorgestellt, die Kapitänin Antje-Friederike

Herbst der Schwergut-Reederei Beluga Shipping

ebenso. Die Leser werden mitgenommen

zu einer Kreuzfahrt auf dem Nil, ins Ozeaneum

in Stralsund und an Bord der 1797 erbauten

Fregatte USS Constitution, die noch immer

schwimmt. Alle aktuellen Bauprojekte deutscher

Großwerften werden aufgelistet, und das

Kalendarium 2011 weist Daten wichtiger Seefahrts-Ereignisse

auf. Ein hochinteressanter,

aktueller Einblick in die Seefahrt fernab des

Segelsports.


Bücherschapp

97

Joachim Feyerabend

Pazifik

Ozean der Zukunft

Koehler · Hardcover · 208 Seiten · 19,90 Euro

Wer kann qualifiziert über den Pazifik schreiben?

Jemand, der 15 Jahre im pazifischen

Raum, die meiste Zeit auf den Philippinen,

gelebt hat, scheint geeignet. Wenn dieser Jemand

auch noch Journalist und Autor ist,

umso besser. Und Blauwassersegler und Globetrotter

ebenfalls? Gut, von Joachim Feyerabend

ist da einiges zu erwarten. Und diese

hohen Erwartungen werden nicht enttäuscht. Walfang oder Wirbelstürme

sind Themen, die den gesamten Stillen Ozean betrafen

oder betreffen.

Einige Südsee-Musterbeispiele werden genauer vorgestellt: Samoa,

Tahiti, Osterinsel Rapa Nui, Hawaii, Fidschi oder Papua-Neuguinea

etwa. Natürlich kommen hier (wie auch auf einigen der zahlreichen

Bilder) Südseeklischees vor. Aber ebenso selbstverständlich werden

ausufernder Tourismus und Klimawandel angesprochen. Neben

Rückblicken in die erdgeschichtliche Entstehung und die Eroberung

des Pazifiks werden auch aktuelle sowie zukünftige Probleme

des Ozeans angesprochen, der mehr als ein Drittel der gesamten

Erdoberfläche bedeckt. Macaus Glücksspieltourismus etwa.

Dass der in Deutschland häufig als Schimpfwort verwendete Begriff

Kanake einen indigenen Bewohner des wunderschönen Neukaledoniens

bezeichnet, wird manchen Leser überraschen. Geballte,

fachkundige Informationen über den größten Ozean der Erde?

Hier auf rund 200 Seiten zu finden. Mankos?

Die ziemlich kleine Schrift sorgt für ziemliche „Bleiwüsten“, da

die Fotos auf eigenen Bildseiten zusammengefasst wurden.

Alex Webb/Karl Spurzem (Text)

Karibik

mare · 58 Euro

mare steht für Qualität. Das beweist die

»Zeitschrift der Meere« seit nunmehr 83 Ausgaben,

und der Buchverlag hat uns ebenfalls

schon manches Glanzstück (etwa den „Atlas

der abgelegenen Inseln“) beschert. Auch der neue Bildband »Karibik«

überzeugt wieder durch edle Verarbeitung und Aufmachung.

85 großformatige Bilder von Haiti, der Dominikanischen Republik,

Puerto Rico, Kuba, Jamaika, den Antillen, Trinidad und Tobago,

Curaçao sowie Nicaragua werden kommentarlos präsentiert. Sie

stammen von Alex Webb, einem der erfolgreichsten Fotojournalisten

der Welt. Die Aufnahmen des New Yorkers, der seit Jahrzehnten

der Agentur Magnum angehört, begeistern durch ihren Bildaufbau.

Webb zeigt in seinem unverkennbaren Stil („Available

Light“-Fotografie mit teilweise grobem Korn, hohe Kontraste, eher

düstere Grundstimmung) die Bevölkerung der Großen und Kleinen

Antillen. Und zwar ausschließlich die Bevölkerung. Auf die im Text

von Karl Spurzem erwähnte »Makellosigkeit der Strände« wurde

bewusst verzichtet. Dass die karibische Landschaft aber lediglich

auf einer Hand voll Aufnahmen überhaupt auftaucht und dort nur

eine Nebenrolle spielt, ist schade. Die vom Herausgeber Gelpke im

Vorwort erwähnte »überbordende Lebensfreude« findet sich auf

den Bildern nämlich auch nicht. Auf genau einer Aufnahme ist ein

zaghaftes Lachen zu sehen. So entsteht ein äußerst einseitiger Blick

auf die Vielfältigkeit der Karibik. Auf

der dem Buch beiliegenden CD „Pachanga

– Sounds of the Caribbean“

wird aber zumindest noch etwas karibische

Lebensfreude nachgereicht.

Helmut Neuhold

Österreichs Helden zur See

Kapitäne, Forscher, Entdecker

Styria-Verlag · Hardcover · 240 Seiten · 24,95 Euro

Österreich als kleines Binnenland kann auf eine ebenso bewegte wie heldenhafte

nautische Tradition zurückblicken. Trotz des teilweise nur begrenzten

Meereszugangs ist die maritime Geschichte Österreichs reich gepflastert mit

Seehelden, Entdeckern und Weltumseglern. Selbst die Flotte der österreichischen

Kriegsmarine hat niemals eine Seeschlacht verloren. Dieses Werk von

Dr. Helmut Neuhold lässt die große Geschichte der österreichischen Helden auf See wieder auferstehen

und schildert die Zeit, in der das heutige Binnenland auf allen Ozeanen der Welt stolz seine Flagge zeigte.

Das Buch soll all denen gedenken, die historische Erfolge bei der Marine, auf Entdeckungen oder einfach

als großartige Seeleute feierten.


98

Inserentenverzeichnis

Foto: Shutterstock

63 AD Yachts Salona

www.salonayachts.com

81 Adria Yacht Center AYC

www.ayc.at

49 AEZ

www.aez-wheels.com

27 Bank Austria Visa

www.cardcomplete.com

U4

U2

Boot Düsseldorf

www.boot.de

Boot Tulln

www.boot-tulln.at

Impressum

81 Ecker Yacht & Flug GmbH

www.eckeryachting.com

11 Fischer Panda

www.fischerpanda.de

96 Freitag & Berndt

www.freytagberndt.at

81 Inschallah

www.inschallah-sailing-team.at

33 Intersport & Yachting Kretschmann

www.yachting-velden.at

U3

Leers Yachting

www.leers.com

83 Max Marine Motor

www.maxmarine.at

19 Max Marine Segel

www.maxmarine.at

81 Werner Ober Yachtelektronik

www.yachtelektronik.at

97 Phoenix Yachting

www.phoenixyachting.com

13 Schiffsführer Schule Ebner

www.boot1.at

87 Steyr Motors GmbH

www.steyr-motors.com

7 Trend Travel & Yachting

www.trend-travel-yachting.com

5 Yachten Meltl

www.yachten-meltl.de

81 Yachticon

www.yachticon.de

65 Yacht-Pool Versicherungs-Service GmbH

www.yacht-pool.com

Die nächste

Ausgabe von

OCEAN7 2/2011

erscheint am

10. Februar 2011

Medieninhaber/Herausgeber/Verleger:

Satz- und Druck-Team GmbH | Feschnigstraße 232 | A-9020 Klagenfurt | +43(0)463/4619025

www.ocean7.at | redaktion@ocean7.at | office@ocean7.at

Firmenbuchnummer 105347 y | Landesgericht Klagenfurt | UID ATU 25773801

Anwendbare Vorschrift: Österreichische Gewerbeordnung,

Mediengesetz (www.ris.bka.gv.at)

Chefredakteur:

Redaktion:

ART-Direktorin:

Kolumnistin, Autorin:

MITARBEITer dieser ausgabe:

Produktionsleitung:

Produktion:

Magazin-konzeption:

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

LEITUNG ANZEIGEN:

Anzeigen:

Abo-Bestellung:

Thomas D. Dobernigg

Gernot Weiler, Dominic Marsano, Thommy Woels

Catharina Pichler

Alexandra Schöler-Haring (OCEAN WOMAN)

Klaus Czap (Kapitän Metaxa), Regina Detjen, Stefan Detjen,

Georg Gindl (Gindlfoto), Wolfgang Hausner, Detlef Jens,

Dr. Reinhard Kikinger, Peter Schoeler,Silke Springer

Satz- und Druckteam (Catharina Pichler)

Feschnigstraße 232, A-9020 Klagenfurt am Wörthersee

Catharina Pichler, Horst Juan

Thomas D. Dobernigg

Thomas D. Dobernigg

Thommy Woels

Margit Gugitscher, Alexander Diewald

abo@ocean7.at

www.ocean7.at

Verantwortlich für YCA-Mitteilungen

Yacht Club Austria, Generalsekretariat, A-4020 Linz, Lederergasse 88, www.yca.at

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geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts gesetzes bedarf der Zustimmung

des Herausgebers. Die Ver wendung von Zitaten aus Berichten für Anzeigen ist möglich. Durch

Annahme eines Manuskriptes erwirbt der Herausgeber das ausschließliche Recht zur Veröffentlichung.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen.

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keine Ansprüche gegenüber dem Herausgeber.

Offenlegung für OCEAN7

(Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz)

Medieninhaber: Satz- und Druck-Team GmbH,

Feschnigstraße 232, A-9020 Klagenfurt

Geschäftsführer: Wolfgang Forobosko

OCEAN7 steht im Alleineigentum von

Satz- und Druck-Team GmbH, FN 105347 y

Unternehmensgegenstand: Druck bzw. Herstellung

von Druckwerken und Magazinen.

Grundlegende Richtung: OCEAN7 ist ein Magazin,

das sich an yachtsportinteressierte Österreicher richtet.


Photo: Gilles MARTIN-RAGET

Sense 50 & 43: Außergewöhnliche Linien, elegantes Design,

perfektes Innenleben und gute Segeleigenschaften zeichnet diese

Serie von Beneteau aus. Natürlich in gewohnter Bénéteau-Qualität.

Tel +43 (0)3622 53 002 oder +43 (0)664 300 67 92

email: office@leers-yachting.com

www.leers.com

Facebook: Leers Yachting


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Gesell GmbH & Co. KG

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