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Kleinpferde und Kaltblut Spezial 2018 mit Hengstverteilungsplan

Sonderheft des Reiterjournals mit dem Hengstverteilungsplan 2018 und sehr schönen Berichten über die Zucht von Kleinpferden und Kaltblütern.

Kleinpferde- und Kaltblut-Spezial 2018 Die „Rolls-Royce unter den Robusten“ Gabriele Günthör-Adams über ihre Welsh- und Island-Zucht in Hohentengen Lange bevor die Regenbogen-Einhorn-Welle den Markt überflutete, züchteten wir schon Einhörner: Unicorn Welsh Cobs. In meinem seit 1969 mit Pferden und seit 1983 mit Welsh Cobs eng verwobenen Leben lagen Freud und Leid oft eng beieinander. In diesen Jahren wurden über 50 Fohlen geboren, Schauen, Präsentationen, Prüfungen beschickt, Versammlungen besucht, Besuche informiert, Stuten gedeckt und Tonnen von Pferdeäpfeln gesammelt. Ich habe mich bemüht, alles über Pferde, ihre Zucht, ihr Verhalten und ihre Bedürfnisse zu lernen. Dazu studierte ich an der Uni Hohenheim Agrarwissenschaften, machte Praktika, las, was ich finden konnte, und engagierte mich über meine Diplomarbeit hinaus bei Professor Dr. Klaus Zeeb am Tierhygienischen Institut der Uni Freiburg und bei Professor Dr. Ing. Ulrich Schnitzer an der Universität Karlsruhe. Beide waren damals federführend in der Ermittlung von Bedarfswerten für eine artgerechte und arbeitswirtschaftliche Pferdehaltung. In einem „magischen Moment“, so nennt die Zeitschrift Cavallo derzeit eine Serie, sah ich 1983 auf der Equitana die Welsh Cob Stute Berkswell Eirlys. Meine erste Welsh-Cob-Stute Am Abend gehörte sie mir. Sie gewann im gleichen Jahr auf der Internationalen Welsh-Schau in Ermelo/Niederlande das C/D Championat. 1985 wurde Unicorn Medog geboren, leider verstarb diese Hoffnungsträgerin im gleichen Jahr. Um mich über Linien zu informieren und ein besseres Gefühl und Wissen für Anpaarungen zu bekommen, reiste ich viel. Mit Familie Hüggenberg vom Gestüt Bimberg fuhr ich nach Wales, besuchte Gestüte sowie die Lampeter Stallion Show und die Royal Welsh Show. Danach bereicherten die Stuten Bimberg Floss, Creigmont Llowelia, Rhosfarch Prysuriad, Scole Seringo, Cilsane Melody, Elsen Tiffany, Sydenham Thyme, Millstone Troya unsere Zucht. Mit ihnen konnten wir viele regionale, nationale und internationale Preise gewinnen. Unsere Pferde wurden in diesen Jahren hauptsächlich von Udo Wittmann, Barbara Endriss und Horst Stern vorgestellt. Hengst Unicorn Lancelot Millstone Troya brachte 1990 den Hengst Unicorn Lancelot, dessen Vater Zeus of Stowell mir schon in Wales imponierte und den Familie Hüggenberg gekauft hatte. Unser Zuchtziel war: großrahmige, freundliche, rittige Cobs mit gutem Gangwerk und gerne viel Mähne. Lancelot gefiel allen: den Zuchtrichtern, den Züchtern und denen, die ihn geritten und gefahren haben. Er wurde 1992 Körungssieger in Marbach, legte 1994 eine sehr gute Leistungsprüfung ab, wurde Prämienhengst und war 1997 und 2002 Sieger der Bundesschauen der IG Welsh. Für ihn erhielt ich die Goldmedaille der FN. 2006 glänzte Lancelot noch einmal auf der Bundesschau in Remmlingen in der Reit-, Fahr- und Veteranenklasse. Er ist noch immer sehr fit und deckt ein bis zwei Stuten im Jahr, die danach sofort tragend sind. Seit 1993 deckt er bei uns, allerdings mehr Stuten aus anderen Bundesländern und aus der Schweiz, aber auch Stuten anderer Rassen. Deren Fohlen sind hervorragende Gebrauchspferde geworden. Die meisten unserer gezüchteten Pferde gingen in engagierte Freizeitreiterhände und traten wenig in öffentliche Erscheinung. Andere gingen in verschiedene Bundesländer und waren dort erfolgreich ( u. a. Lemon Lloret mit dem Hengstfohlen Unicorn Optimus Prime von Unicorn Lancelot bei der Fohlenschau 2016 in Pfullendorf Foto: Krenz 10

Foto: Rosenthal Hengst Unicorn Lancelot vor dem Wagen (o.) und 2002 als Sieger mit Besitzerin Gabriele Günthör-Adams (u.) Besitz mit Frau Schmid-Urspring. 2016 wurde der Hengst Epona Leonardo vom Gestüt Epona der Familie Tschöpke in Standenbühl Körungssieger. Heute steht die achtjährige Lemon Lloret von Millstone Carleon aus der gleichen Zuchtstätte wie Millstone Troya bei uns. Deren Hengstfohlen Unicorn Optimus Prime wurde 2016 auf der Fohlenschau in Pfullendorf mit Gold prämiert. 2017 legte die Stute eine hervorragende Leistungsprüfung mit 8,13 in Urspring ab. Sie ist wieder tragend von Unicorn Lancelot. Unicorn Serenog, Unicorn Sheila, Sunflower Leonie, Familie Barth). Der Hengst Unicorn Lancelot hat als Vererber von Braunen auch in der Schwarzwälder Zucht eine große Bedeutung erlangt. Unicorn in der Wälderzucht In einem Zuchtversuch hat er mit ausgesuchten Schwarzwälder Stuten mehrere Nachkommen gestellt, die in der Schwarzwälder Zucht die vom Aussterben bedrohte braune Farbe erhalten sollen. Sein von Werner Blattert 2005 in Bonndorf gezogener Sohn Leonhard aus der Amelie von Riegel steht in der Saison 2018 den Züchtern als Marbacher Landbeschäler zur Verfügung. Im Jahr 1991 stand bei uns noch Bimber Acer von der Familie Sebode (Gestüt Bocksbühl) auf Station, der unserem Gestüt im Jahr darauf drei schwarze Stutfohlen bescherte. 1999 habe ich zusammen mit dem Fahrer Horst Stern in Wales den Hengst Gwarchod Cymro Goch gekauft, der 1999 gekört und Prämienhengst wurde. 2000 absolvierte er die Leistungsprüfung in München-Riem, 2001 wurde er Bundesreservehengst seiner Rasse und hinterließ zwei Hengstfohlen. Er ging dann zu seinem Mitbesitzer Horst Stern, der ihn reitet und fährt. 1995 wurden die Lancelot-Söhne Unicorn Viscount a. d. Rhosfarch Prysuriad und Hummelberg Lord Lester a. d. Llanarth Idwen (Elke Katz) geboren, später gekört und an das Gestüt Holdkamp der Familie Kalvelage bzw. das Gestüt Llaun (C. Gerling) verkauft. 1999 fiel Unicorn Brennin a. d. Scole Seringo von Unicorn Viscount; er wurde 2001 in Alsfeld Süddeutsch gekört und an das Gestüt Hazel (P. Doernfeld) verkauft. Dieser Hengst war im gemeinschaftlichen Zeitweise auch Isländer In der Zwischenzeit gab es andere Schwerpunkte auf unserem Hof, bedingt auch durch die Töchter und deren Vorliebe für die Islandpferde, die es schon seit 1980 auf unserem Hof gab. Dazu gehörten Reitstunden und Kurse mit Schwerpunkt Gangpferde und Centered Riding. Zudem wurden Pensionspferde eingestellt. In diese Zeit fällt in Zusammenarbeit mit dem Zuchtverein Bad Saulgau auch das Engagement für die Jungzüchter. Einige der Islandfohlen wurden großgezogen und verkauft. Mit Silvartoppur a. d. Birtha 11