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Kleinpferde und Kaltblut Spezial 2018 mit Hengstverteilungsplan

Sonderheft des Reiterjournals mit dem Hengstverteilungsplan 2018 und sehr schönen Berichten über die Zucht von Kleinpferden und Kaltblütern.

Kleinpferde- und Kaltblut-Spezial 2018 Mitbegründer der A- und F-Hengstlinie Die Schwarzwälderzucht von Fritz Buderer auf dem Kernschillingerhof bei Gutach im Breisgau Wer von Freiamt-Keppenbach Richtung Gutach im Breisgau unterwegs ist, kommt am Kernschillingerhof vorbei. Der Hof der Familie Buderer ist ein bedeutender Ort für die Schwarzwälder Kaltblutzucht und untrennbar mit dem Namen des erfolgreichen Züchters Friedrich Buderer verbunden, den alle nur Fritz nennen. Schon sein Vater Johann Georg Buderer war Schwarzwälder Züchter. Mit der westfälischen Kaltblutstute Fanny wurde die Degen-Stute Friederike 1966 auf dem Kernschillingerhof gezogen. Fanny ist Großmutter von Liesel, einer Riegel-Stute, die bei Hermann Klingele in Stegen unter anderem den Elitehengst Modus und den in Niedersachsen gekörten Wylasko von Wido brachte. Weil danach nur Hengstfohlen geboren wurden und die nur an den Metzger verkauft werden konnten, wur de die Zucht auf dem Kernschillingerhof eingestellt. Schwarzwälder Pferde gab es aber auf dem Hof weiterhin. Fritz Buderer heiratete 1970 Hilde Bühler aus Freiamt-Ottoschwanden. Im gleichen Jahr pachtete er den Hof von seinem Vater und übernahm ihn ab 1972 im Nebenerwerb. Im Haupterwerb war der vierfache Vater Misch- futter-Fahrer. Das Milchvieh wurde von zehn auf 25 Kühe aufgestockt, die Milcherzeugung aber mit Beginn der Milchkontingentierung durch die EU 1984 beendet. Umgestellt wurde auf Mutterkuhhaltung mit Einkreuzung von Limousin. Aufgrund gesundheitlicher Probleme von Fritz Buderer verließen die letzten Rinder 2011 den Hof. Der Kernschillingerhof mit einer arrondierten Gesamtfläche von 17,5 Hektar besitzt auch eine Brennerei, ein Standbein, das von Fritz Buderer mit großer Leidenschaft gepflegt wird. Die Reaktivierung der Schwarzwälder Zucht begann 1983 mit dem Erwerb des Stutfohlens Petra von Merkur aus der Zucht von Chrispinus Schillinger vom Höllhof in Obersexau. Ein Jahr später folgte bei der Fohlenauktion im Donaueschinger Reitstadion der Kauf des Stutfohlen Romi von Remig von Albert Walter vom Schmidtbauernhof in Breitnau. Romi ist die Vollschwester des späteren Elitehengsts Retter. Beide Stuten absolvierten dreijährig ihre Zugleistungsprüfung erfolgreich und wurden Staatsprämienstuten. Mit ihnen war Fritz Buderer bei vielen Veranstaltungen als Schwarzwälder Rassevertreter präsent. etwa auf der Eurocheval in Offenburg, der BEA in Die Schwarzwälder Züchter Hilde und Fritz Buderer vom Kernschillingerhof bei Gutach im Breisgau Bern, dem BALA in Freiburg und dem Landwirtschaftlichen Hauptfest in Bad Cannstatt. St.Pr.St. Petra brachte auf dem Kernschillingerhof neun Fohlen, darunter die spätere St.Pr.St. Dorle von Direkt. Sie wechselte in den Zuchtstall von Willi Rudolph nach Melsungen und wurde dort Mutter des Hengstes Modem von Modus. 1989 und 1993 nahm StPrSt. Petra an der Bundeskaltblutschau auf der Grünen Woche in Berlin teil, 1994 brachte sie den Elitehengst Feldsee von Felix. Der ist Begründer der F-Linie und war 2001 Reservesieger auf der Grünen Woche. 1998 folgte St.Pr. St. Delia von Dachsberg, die 2003 nach Kanada verkauft wurde. St.Pr.St. Romi war Mutter von insgesamt 17 Fohlen. Ihre Tochter Dina von Direkt (* 1995) brachte mit Feldsee 2001 die spätere StPrSt. I-Dunja. Züchterisch war I-Dunja für Fritz Buderer eine Besonderheit, da er sowohl Züchter der Mutter als auch Züchter des Vaters war. Dina wurde gemeinsam mit St.Pr.St. Delia nach Kanada verkauft. St.Pr.St. I-Dunja war 2005 ebenfalls erfolgreich bei der Bundeskaltblutschau in Berlin und 2007 Reservesiegerin beim Roßfest in St. Märgen. 2002 brachte St.Pr.St. Romi die St.Pr.St. I- Lona von Vogtsberg. Die ist Mutter des in Krumke mitteldeutsch gekörten Moreno von Mönchberg. Zuchtaktiv sind aktuell auf dem Kernschillingerhof St.Pr.St. Imme von Mönchberg (*2006), St.Pr.St. Inka von Vogt (* 2007) – beide stammen aus der StPrSt. I-Dunja – und St.Pr.St. Ivanna von Vogt aus der St.Pr.St. Imme (*2010). Seit 1996 betreibt Fritz Buderer auf seinem Hof auch eine Schwarzwälder Deckstation. Zuvor waren Marbacher Landbeschäler bei Herbert Kern in Freiamt-Allmendsberg aufgestellt, der die Hengsthaltung 1995 aus gesundheitlichen Gründen abgeben

Kleinpferde- und Kaltblut-Spezial 2018 Fotos: Goldparmäne Fritz Buderer mit Enkel Florian Schwenk auf dem Kutschbock und seinen Stuten als Schwarzwälder Rassevertreter bei der Eurocheval in Offenburg Hannes und Selina Buderer und Katharina Schwenk mit Aron Buderer (auf dem Schoß – und die Staatspräminstuten Ivanna (li.) und Imme (re.) musste. Für Fritz Buderer war es eine Selbstverständlichkeit, den Landbeschäler auf seinen Hof zu übernehmen. Aufgrund gesundheitlicher Probleme verzichtete schließlich auch Fritz Buderer auf die Schwarzwälder Zucht. Er war Gründungsmitglied der Pferdezuchtgenossenschaft, Vorsitzender des Zuchtvereins Mittlerer Schwarzwald, Zweiter Vorsitzender der Genossenschaft und die Regiehengsthaltung. Die ging Rassebeiratsmitglied. Zudem 2007 an Franz Rieder im benachbarten Kohlenbachtal über. Der 2005 auf der Marbacher Körung erworbene Vogtsberg-Sohn Vogt steht aber auch heuer interessierten Züchtern auf dem Kernschillingerhof zur Verfügung. Auch im Ehrenamt übernahm Fritz Buderer Verantwortung für war er Motor der Zuchtversuche mit Freiberger und Schleswiger Blut, da er sich sicher war, dass durch die Reinzucht auf Dauer keine Möglichkeit bestand, einen Schwarzwälder mit dem Stockmaß von mindestens 1,48 m zu züchten. Der Erfolg der F- und V-Linie ist bis heute eng mit dem Namen Fritz Buderer und der Deckstation auf seinem Kernschillingerhof verbunden. Auch bei Fritz und Hilde Buderer bestätigt sich der alte Spruch, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine großartige Frau steht. Hilde hielt ihrem Fritz immer für seine Schwarzwälder Leidenschaft den Rücken frei. Im Jahr 1999 zogen die ersten Deutsche Partbred-Shetlandponys im Minityp, darunter der später in Alsfeld süddeutsch gekörte Vivaldi von Vulcano van Landzicht, als „Mini-Schwarzwälder“ für die Enkel auf den Kernschillingerhof. Die Ponyzucht wird auch heute noch in Freiamt gepflegt. 2016 übergab Fritz Budererer den Hof an seinen jüngsten Sohn Hannes, der gemeinsam mit seiner Frau Selina die Schwarzwälder Zucht und Deckstation mit Herzblut weiterführt. Auch die Enkelkinder Katharina und Florian Schwenk sind vom Schwarzwälder Virus infiziert. Enkelin Katharina absolvierte in den Jahren 2013 bis 2015 eine Ausbildung zur Pferdewirtin/Fachrichtung Zucht im Haupt- und Landgestüt Marbach und schloss sie mit der Graf- Lehndorff-Plakette ab. Fritz Buderer ist es gelungen, sowohl deutliche Spuren in der Schwarzwälder Zucht zu hinterlassen als auch eine Fortführung seiner bewährten Zucht zu sichern. Er wird von den Züchtern für seine aufgeschlossene, ehrliche und geradlinige Art als Mitstreiter für die Belange der Schwarzwälder bis heute sehr geschätzt. Wenn er gefragt wird, gibt er gerne Ratschläge, doch die Entscheidungen müssen nach seiner Ansicht mittlerweile andere übernehmen. Soweit es seine Gesundheit zulässt, wird er weiterhin mit seiner Frau Hilde die Schwarzwälder Zucht vor Ort begleiten, auch wenn beide nicht nur in der Großfamilie Buderer vielfältig eingebunden sind. 23