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E_1930_Zeitung_Nr.082

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N°82 —

N°82 — 1930 ÄUTÖMOBIL-REVUE EDEI aoaua Marcel Prevost, der berühmte französische Frauenkenner, hat einmal den Ausspruch getan: «Frauen arbeiten nur der Liebe wegen, Männer dagegen ums tägliche Brot». Das ist ein sehr schöner und beinahe allgemein gültiger Ausspruch über die berufstätige Frau. Ohne dass dadurch der Mann in die Rolle des stumpfsinnigen Verdieners geschoben werden soll — unter « Broterwerb » sind ja auch all die anderen, nicht rein auf Gefühlsmomenten •wfe « Liebe zur Menschheit oder zur Wissenschaft» beruhenden oder künstlerischen Triebfedern männlicher Arbeitslust zu verstehen —, ist hier im tiefsten das erfasst, was die meisten Frauen in den Beruf treibt: die Sehnsucht nach äusserer Unabhängigkeit, um völlig frei zu sein in der Wahl des Lebensgefährten. Viele Männer haben etwas an ihrem Beruf auszusetzen, glauben, in einer anderen Tätig*- keit glücklicher geworden zu sein und mehr und Erfolgreicheres leisten zu können — — viele Umfragen haben das schon bestätigt —, während die meisten Frauen durchaus befriedigt von ihrer Arbeit sind, s BEO xr IE T Warum Frauen arbeiten? Nur aus Liebe... DQ/^EJ wenn sie überhaupt arbeiten wollen und können. Arbeit ist für sie nicht Selbstzweck, sie arbeitet gern, aber nur mit dem Ziel einer Hinführung zur persönlichen Freiheit, also mit bewusster Betonung des Persönlichen, während der Mann viele seiner Hoffnungen und Ziele in der Arbeit als Arbeit verankert hat und darum Freude und Enttäuschung aus der Arbeit solcher empfangen kann. Persönliche Freiheit — gleich wichtig für beide Geschlechter — heisst für die Frau, keine engen Rücksichten nehmen zu müssen auf die andersgerichteten Wünsche und Ansichten derer, von denen man ohne jede Gefühlsgebundenheit abhängig; ist, weil man an ihrem Tisch essen muss, das heisst, sich den Mann aussuchen können, den man liebt, ohne die Furcht, ihm eine Last zu werden, und das heisst, noch in der Ehe die persönliche Freiheit so weit wahren können, dass eine Bindung nur so lange besteht, als sie aus inneren, aus Gefühlsmomenten, nicht aber aus materiellen Rücksichten bestehen muss. Und darum arbeiten Frauen wirklich im letzten Grund immer nur für die Liebe. Landläufige Ideen und Meinungen von Frauen Der folgende Artikel geht uns von einer Leserin zu, die sich zu den Forderungen der heutigen Frauen eher kritisch einstellt. Wir lassen unseren Leserinnen zu freier Aussprache gerne das Wort. Vor nicht gar langer Zeit hörte ich von einer Frau, die im deutschen Parlament gesessen, interessante Ausführungen über die Erfolge des Frauenstimmrechts in Deutschland. Die Beferentin musste gestehen, dass der direkte Einfluss der Frau als nicht besonders bestimmend gelten darf. Die Frau kann und muss grösstenteils mit derjenigen Partei stimmen, zu der sie ihre wirtschaftliche Einstellung geführt hat, und bei den Abstimmungen herrscht grösstenteils Fraktionszwang, also Zwang einer einzelnen Partei, dass alle dieser Partei Angehörenden im gleichen Sinne stimmen. Trotzdem nun die Eeferentin diese Art Einfluss der Frau auf das öffentliche Wohl ablehnen musste, bedauerte sie, dass wir Frauen hier in der Schweiz das Frauenstimmrecht noch nicht besitzen. Es hat ja entsprechend der heutigen Anteilnahme der Frau am wirtschaftlichen Leben seine Berechtigung und, wie die Referentin erwähnte, auch entsprechend dem Bewusstsein der Frau in allen diesen Dingen. Aber wir sind doch keine Frauen mehr, wenn wir nur alles gleich haben wollen wie die Männer und das gleiche Recht beanspruchen. Keineswegs möchte ich dieses Ringen der Frau nach Selbständigkeit entbehren, denn es ist zum gegenseitigen Verstehen von Frau und Mann nötig, dass die Frau einige Erfahrung vom wirtschaftlichen Leben hat. Was noch erfreulicher ist, die Frau ist nicht mehr unbewusste Dienerin des Mannes, wenigstens in vielen Fällen nicht mehr, und wie sie es früher war, entsprechend den Einnahmen ihres Ehegatten. Sie muss also ihre Existenz nicht mehr auf Kosten ihrer Selbständigkeit fristen, sondern sie hat arbeiten gelernt und kann so ihr eigenes Portemonnaie besitzen. Aber mit dem eigenen Portemonnaie ist ja noch lange nicht alles getan, einmal hören die Forderungen auf. Denn jetzt, auf gleicher Stufe mit dem Mann, kommt der Wirtschaftskrieg für alle. Die unglückliche Rücksichtslosigkeit im Existenzkampf müssen wir dann auch mitmachen — gefällt uns etwa das? Möch- Frauen im Auto Die Frau von Kultur vorsucht auch ihrem Automobil besondere individuelle Art zu verleihen. Bei der letzten prrossen Pariser Auto^Schönheitsscharu der Damen machten sich wieder Wagen mit originell getönten Karosserien bemerkbar, mit denen das Kostüm der Besitzerinnen entsprechend übereinstimmte. ten wir nicht lieber wieder zurück zur alten Geborgenheit, auch wenn sie uns nicht immer viel verspricht und wir aus Sorge für die Kinder doch mithelfen müssen, zu verdienen? — Doch, bestimmt, ich möchte es, mich wenigstens lockt nicht das Ziel des Frauenstimmrechts. Wir Frauen sind von Gott nicht für den Kampf bestimmt, dazu sind wir viel zu schwach körperlich, sonst dürften wir ja beim nächsten Krieg auch mittun, wenn es nicht so sein sollte. Aber eines hätten wir auf dieser Stufe der Selbständigkeit längst lernen können, auf den äussern Flirt und das äussere Auftreten eines Menschen weniger Wert zu legen, als wir es in der Regel noch tun. Es sollte uns doch zur Erkenntnis gekommen sein: Der Rücksichtsloseste gewinnt. Geld und was da protzt und eitelt kommt vom Geld! Wir sollten uns freuen an unsern Mitschwestern, die Arbeit tun, um ihr Geld zu verdienen und nicht Dienerinnen und Genossinnen sind unwürdiger Männer. Glücklich diejenigen Frauen, die sich noch stark und glücklich genug fühlen können, um nicht auf Nachkommen verzichten zu wollen, sondern als Frauen uns unserer Verantwortung Gott gegenüber oder der Menschheit gegenüber bewusst werden und um unserer Selbst willen diesen Dienst zu erfüllen. Wir wissen, wie viel Arbeit der Gärtner hat, bis er gute und schöne Früchte ernten kann, und diese Arbeit haben auch wir an viel Wichtigerem, an unseren Kindern und vorerst an uns selbst zu erfüllen. F.K. Sportliche Schulung der Frau im Altertum Im Zusammenhang mit den erfolgreich beendeten Frauen-Weltspielen in Prag wird es von Interesse sein, einmal etwas von der Entwicklung des Frauensports im Altertum zu vernehmen, da der moderne Frauensport ja nur auf eine ganz kurze Zeitspanne der Entwicklung zurückblicken kann. Entsprechend der unfreien Stellung der Frau konnte sich im Altertum Frauensport verständlicherweise nur in denjenigen Staaten entwickeln, die den Frauen eine grössere Selbständigkeit zubilligten. Den sagenhaften Amazonenstämmen diente der Sport in erster Linie als Ausbildung für den Krieg, aus welchem Grunde auch Uebungen im Lauf, Sprung, Speerwerfen, Bogenschiessen, Reiten, Schwimmen und Streitaxtführen vorgezogen wurden. Aegypterinne^ betrieben schon im Mittleren Reich Ball- und Laufspiele, die allerdings in erster Linie mehr spielerischen Inhalt hatten. Auch die Griechen waren noch weit davon entfernt, regelrechten Frauensport zu betreiben. Sparta als Hochburg des Frauensports wurde deshalb nicht selten angegriffen, da hier Knaben wie Mädchen dieselbe körperliche Ausbildung erfuhren. Der Gesetzgeber Lykurg hatte eine entsprechende Erziehung auch der Frauen deshalb verlangt, weil körperlich gekräftigte Frauen seiner Ueberzeugung nach besser die Beschwerden der Geburt ertrügen. Spartas Jungfrauen übten Laufen, Springen, Diskus- und Speerwerfen, wie auch das Schwimmen. Alljährlich gab es öffentliche Wettkämpfe, wo beide Geschlechter nebeneinander kämpften, was ein sehr gesundes Neuheiten für Herbst und "Winter sind eingetroffen. Eigene Modelle u. solche erster Häuser in Paris, Wien, Berlin. Fertige Mäntel u. Jackenkleider. Verlangen Sie den neuen Katalog. H. BRÄNDLI zum Leonhardseck ZÜRICH Ecke Zährlngerstrasse-Seilergraben CAF £ lÜTl WiNTERTHUR Sämtliche Bandagenu.Binden kann man in reicher Auswahl finden bei A. AMMANN-NOTZ (vorm. E. 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fUTOTVTOBIL -REVUE 1930 - N° 82 Verhältnis zwischen beiden Geschlechtern Er forderte ihn für Jungfrauen und Ver- unvermutet zur Auffindung einer Mine- san, St-Paul, Bayorm«, San Sebastian. Bilbao, Sanentwickelte. Auch in Kyrene. einer Toch- heiratete und empfahl besonders drei Lauf- ralquelle. Heute ist Eglisau bekannter tander . „ „ . . _ . „ , terstadt Spartas, trieben die Jungfrauen arten. Badeort und durch sein weit herum ver- da) S^ed £ f^^Ä^^lS^" Sport, wie auch die Bewohner von Auseer -p. D» , ,. F_r,._ r 1 .; or .\, or ,u r ,j a sandtes Tafelwasser berühmt. — Inter- Die Strecke Genf-Toledo werden Sie, wenn Sie in rvomer ais in Lybien ihre Töchter im Steinstossen und , . Jörnen imecnenianos essant ist die alte> gedeckte Holzbrücke Santander nicht einen längeren Aufenthalt machen, Fechten kämpfen Hessen. kopierten die griechischen i estspiele, hat- und das Gegenstück dazu, die 60 m hohe, ungefähr in einer Woche zurücklegen. Zu Ehren der Göttin Hera fanden alle *f aber für Frauensport mcht das gering- steinerile Bisenbahnbrücke über den ^Anf^UeLl^^ZtTZJZ Tier Jahre Wettkämpfe in Olympia statt, die ste Verständnis. Als bei den Capitohen Rhei n . Mit dem Auto ist das Städtchen T 0 , NaVÄok oSKe Amte, einmal als Vorläufer der modernen Frauen-Olym- spartanische Jungfrauen starteten, äusserst günstig zu erreichen, indem von Kloster), Trujillo, Plasencia, Kloster Yuste (sehr piaden anzusehen sind. Hier gab es Kämpfe gab es helle Empörung. Dennoch konnte Zürich, Winterthur, Schaffhausen und sch °?^ B, arco de Avila > ^ila, Madrid, in drei Altersklassen, wobei 16 Priesterin- die Verfemung des römischen Frauensports Baden her gute Zufahrtsstrassen beste- CJ^['\ci^'sS^ JeTe'z, STIlgSs,' nen als Schiedsrichter fungierten. Die Die Sie- Sie- nicht verhindern, dass zahlreiche römische hen. Malaga,'Loja, Granada,' Jaen, Bauen. Valdepenas', gerinnen erhielten wie die Olympioniken Frauen sich hinter verschlossenen Türen einen Zweig vom heiligen Oelbaum. w„n 0 „ 0 t„«i+ A „ \,~ l „ « n +«« Ciudad Real - Toledo. einen Zweig vom heiligen Oelbaum. dem Sport widmeten. Mit dem Aufkommen v,Xn ^l ^ nf % ? • In Athen erhob erst später der Philosoph t• Z MZZS M Madri 4 d f- Qu f inta r na ( r ' ^„ R(>da v AU)acete ;, He " in> T n. T. i . ... , -t->i_.i t_ J m . i i i •• , i • j Ti haben Wir m der ochweiz keinen Mangel Murcia, Ahcante, Gata, Cullera, Valencia, Requena, Plato seine Stimme für den Frauensport. In Athen erhob erst spater der Philosoph des Christentums horte aber jeder Frauen- _ Wallenstadt aber gehört zu den * Moülla, Tarancon, Madrid. Plato seine Stimme für den Frauensport, sport in der Antike endgültig auf. K 0 TTni.7n