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E_1934_Zeitung_Nr.026

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N°26 Oekonomischster Betrieb Höchster Kraftgewinn Kein Oelaufstieg Kein Ausschlagen der Nuten Weder Klemmen noch Fressen NORGES ZÜRICH f Ausschleifen von Motorzylindern Einbau von Leichtmetall-Kolben in jeden Motor Ventile aus rostfreien Chromund Silchromstählen Rundschleifen von Kurbelwellen auf Spezialmaschinen Ausgiessen von Pleuel- und Lagerschalen Gepresste Weissmetall-Lagei ten mehr darstellen, so lässt man sich doch immer wieder durch die sinnreiche Konnach von patentiertem unerreichter Walzvertahren Lebensdauer reichen und vorzüglich organisierten technischen und kaufmännischen Apparat. Dass die Aufrechterhaltung eines solchen nur leistungsfähigen Unternehmen möglich ist wird jedem, der sich über die vorerwähnten Bilder auch einige Gedanken macht, ohne weiteres klar. Daraus ergibt sich doch alsbald die Notwendigkeit, sich beim Abkauf von Oel oder Benzin nur an bekannte Firmen zu wenden, die mit ihrer Marke einen bestimmten Qualitätsstandard und einen zum voraus bekannten Service garantieren. Dass dies bei Shell der Fall ist, davon gibt das köstliche, lebensgrosse Bild des zufrieden lächelnden Qaragisten Kunde. Wenn der Meister so schmunzelt, dann ist es ein gutes Zeichen: es beweist, dass nicht nur er, sondern auch seine Kunden zufrieden und gut bedient sind, und damit ist ja bezweckt, was erreicht werden sollte! Yacco. Diese Oelmarke ist zwar nicht von heute, hat aber in der Oeffentlichkeit ganz besonders im letzten Jahre von sich reden gemacht. Wer den internationalen Rennsport etwas verfolgt, weiss von den beinahe sagenhaften Dauerrekorden, welche die kleine Eosalie, der berühmt gewordene Citroen-Serienwagen, letztes Jahr in Montlhery aufgestellt hat. An diesem Erfolg nimmt Yacco einen nicht unbeträchtlichen Anteil, indem für diese Monstrefahrt von 800 000 km ausschliesslich von diesem Oel, und zwar handelsüblicher Qualität, verwendet wurde. Dabei wurde im März bei Schneesturm und Kälte gestartet und im Juli bei fast tropischer Hitze die Fahrt beendet. Eindrücklicher könnte die Eignung des Oeles bei allen vorkommenden Temperaturen nicht demonstriert werden. Es stellt übrigens ein nach besonderem Verfahren hergestelltes sogenanntes stabilisiertes Mineralöl dar. Diese Stabilisation der unbeständigen Kohlenwasserstoffe darf aber nicht verwechselt werden mit dem Verfahren, das durch Beimischung von Fettsäuren die Wirksamkeit der Mineralöle zu erhöhen versucht. Diesem stabilisierten Oel wird der Vorteil nachgerühmt, keinerlei Teerrückstände zu bilden, so dass der Oelwechsel normalerweise erst nach mehreren tausend Kilometern vorgenommen zu werden braucht. Wer sich für das Wesen dieser Stabilisation näher interessiert, wird auf dem Stande lehrreiche Literatur vorfinden. Zudem ist auch der langjährige Vertreter des Oeles in der Lage, jede gewünschte Auskunft zu geben. Tecalemit. Die Tecalemit-Hochdruck-Fettschmiernstallationen an Automobilchassis sind geradezu zu einem Begriff geworden. Die geniale Durchbildung dieses Schmiersystems bedeutete seinerzeit bei ihrer Einführung eine nie dagewesene Vereinfahung des Wagenunterhaltes und hat deslalb eine ganze Anzahl ähnlicher Vorrichungen auf den Plan gerufen. Eine weitere bahnbrechende Neuschöpfung der Marke Tecalemit stellt die auf dem Stand iur Schau gebrachte Maschine zur Profiierung abgelaufener Reifen dar. Diese fanz selbsttätig arbeitende Maschine verieht den abgelaufenen Reifen mit einer grossen Zahl querliegender, 3 bis 5 mm tiefer Sägeschnitte, durch welche dessen Haftvermögen ausserordentlich vermehrt wird, ohne dass die Reifenabnützung eine merkliche Zunahme erfährt. Dieses «Adherisations » - Verfahren wurde speziell auch durch das Inkrafttreten des neuen Bundesgesetzes über den Motorfahrzeugerkehr in den Brennpunkt des Interesses ebracht, schreibt doch das Gesetz vor, dass alle Reifen mit einem wirksamen leitschutz versehen sein müssen. Die Raschheit, mit der sich abgenützte Pneus adherisieren» lassen, verbürgt geringe Kosten, und die Genauigkeit, mit der sich die Maschine einstellen lässt, schliesst Beschädigungen des Gewebeunterbaues, wie sie bei andern Neuprofilierungsverfahren vorkommen können, mit Sicherheit aus. Als weiteres neues, interessantes Zubehör finden wir auf dem Stand einen ausserordentlieh handlichen, wie eine Bürste verwendbaren Staubsauger, mit welchem das Innere einer Karosserie in wenigen Minuten gereinigt werden kann. Bianchi. Die ausgestellten beiden Typen, der Achtzylinder S 8 mit 2900 cem Zylinderinhalt, fünffach gelagerter Kurbelwelle, Torsionsschwingungsdämpfer und einer Bremsleistung von 90 PS, und der Vierylinder S 5 mit 1452 cem Zylinderinhalt, dreifach gelagerter Kurbelwelle, 8 Steuer- S und 42 Brems-PS bei 4000 Touren, stelen die Endprodukte einer jahrelangen Entwicklung dar. Beide Wagen haben ihren gesunden Aufbau seit, langem erwiesen und zeigen auch diesmal im mechanischen Teil nur geringe Abänderungen vom letztjährigen Modell. Erstklassige Qualität hat den Bianchi-Wagen seit jeher Weltruf verschafft. Die Firma hat deshalb allen Grund, an einer altbewährten Tradition festzuhalten. Dass die Chassis natürlich mit den modernsten Neuerungen ausgerüstet sind, versteht sich von selbst. Das Getriebe hat einen geräuschlosen dritten und vierten Gang. Durch geringe Abstufung zwischen den einzelnen Uebersetzungen wird auch in den kleineren Gängen noch eine respektable Geschwindigkeit ermöglicht. Besondere Beachtung verdient der ungewöhnlich robust durchgebildete Chassisrahmen, der zum grossen Teil für die vorzügliche Strassenhaltung der Wagen verantwortlich zu machen sein dürfte. Anderseits tragen zur Verbesserung der Strassenhaltung allerdings auch die speziell durchgebildeten Federgehänge bei. Die Karosserien zeigen echt italienischen Schmiss bei vollendeter Zweckmässigkeit und Werkmannsarbeit. Simpex. In Form einer mustergültigen Service- Station bietet diese Firma auf dem Stand eine grosse Anzahl erstklassiger Produkte, für die sie die Schweizervertretung besitzt. So finden wir Qualitätsschmieröl «Kervoline», dessen hervorragende Eignung für Motoren der verschiedensten Typen schon seit Jahren erwiesen ist und das mit verschiedenen Viskositäten in den Handel kommt, um den verschiedenen Betriebsbedingungen in jedem Fall bestmöglichst zu entsprechen. Das Reifenflickmaterial «Las Stib» stellt ebenfalls einen Artikel dar, den viele Motorradfahrer und Automobilisten nicht mehr vermissen möchten. Ebenso rasch wie sicher lassen sich damit selbst grössere Pneureparaturen vornehmen, wobei gewissermassen eine Kaltvulkanisatioa stattfindet. Einen weiteren interessanten Markoi^\ artikel stellt das zur Imprägnierung vul Leder aller Art geschaffene, von den Herstellern des «Kervoline» herausgebrachte Thesee-Oel dar. Das beste Zeugnis für die Qualität dieses Produktes liefert wohl die Tatsache, dass Thesee-Oel in grossen Quantitäten an die französische Heeresverwaltung geliefert wird. Acii. Der Stand der Firma Acil, Lausanne, ist diesmal dem Obenschmieröl «Firezone> reserviert, einem Produkt von anerkanntem Weltruf, das seine Wirksamkeit schon unter schwersten Bedingungen erwiesen hat. Dank seiner Schutzwirkung ist die Abnützung bei einem Motor nach 60000 Fahrkilometern nicht grösser, als wenn 20 000 km ohne Firezone-Obenschmieröl gefahren werden. Entsprechend vermindern sich für den Automobilisten auch die Unterhaltung^ kosten. Durch die einwandfreien SchmiT*' Verhältnisse, die das Obenschmieröl herbeiführt, ergibt sich auch eine sehr fühlbare Mehrleistung. Beides hatte zur Folge, dass eine immer grössere Anzahl von Automobilisten sich des Produktes bedient. Den schlagendsten Beweis für die hohe Schmierkraft des Firezone-Obenschmieröls bildet die Tatsache, dass mit einem Kleinauto, dessen Kühler beseitigt und dessen Kühlwasser abgelassen worden war, anstandslos eine Reihe schweizerischer Passstrassen befahren werden konnte, indem lediglich dem Benzin etwas Firezone zugefügt wurde. Leclanche. Trotzdem die Leclanche-Werke in Yverdon die Fabrikation von Akkumulatorenbatterien erst seit verhältnismässig kurzer Zeit betreiben, haben sich diese Batterien doch schon einen weitbekannten Namen gemacht. Ihre sorgfältige Durchbildung, hauptsächlich aber die aus dem Fulmen- Prozess resultierenden prinzipiellen Vorteile lassen sie auch für die schweren Beanspruchungen im Motorfahrzeug besonders geeignet erscheinen. Als neuestes Erzeugnis präsentieren die Leclanche-Werke auf ihrem Stand eine Fahrzeugbatterie mit Glasbehälter und neuartigem Verschluss, der auch beim Befahren schlechtester Strassen ein Ausfliessen von Säure mit absoluter Sicherheit verhindert. Durch ein Spezialverfahren weist das Glas die gleiche Festigkeit auf wie Ebonit, bietet daneben aber den Vorteil der Durchsichtigkeit, der zur Kontrolle der Platten nicht unterschätzt werden darf. Reinhold. Als Spezialistin auf dem Gebiet der Garageausrüstung präsentiert die Firma Reinhold auch dieses Jahr wieder einen technisch hochinteressanten Stand. Wenn schon ihre Erzeugnisse durch ihre grosse Verbreitung meist keine grosson Neuhei-

26 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 11 struktion und hochqualitative Ausführung zu längerem Verweilen veranlassen. Das bereits am letztjährigen Salon als kleine Sensation registrierte Hochdruck- Pettschmiersystem für Chassis und Motorteile wird in den neuesten Ausführungsformen gezeigt. Durch sinnreiche Uebersetzungen wird eine Druckhöhe erreicht, die das Fett selbst an vollständig ver stopfte Sehmierstellen zutreten lässt. Ausserordentlich geschickt sind alle bewegliehen Verbindungen und Anschlüsse der Schmierflächen ausgebildet, so dass die hier sonst oft anzutreffenden Störungen und Unzulänglichkeiten mit Sicherheit ausbleiben. Der Reinhold-Radabzieher, mit dem sieh jeder noch so grosse Widerstand spielend überwinden lässt, ist in verschiedenen Ausführungsformen vertreten. Desgleichen finden wir verschiedene Ausführungen des hydraulischen Garage-Wagenhebers. Ausser seinem eigentlichen Zweck versieht dieses vielseitige Werkzeug auch noch die Funktion eines leicht laufenden, in jeder Richtung steuerbaren Rollschemels und einer durch das Wagengewicht selbst betätigten Hochdruck-Fettpresse. Als ganz neue Werkzeuge werden Apparate zum Rillen abgelaufener Pneus gezeigt, da der behandelte Reifen durch die Neuprofilierung eine Anzahl Längsrillen erhält, durch welche er später im Betrieb eine besondere Sicherheit gegen seitliches Gleitschleudern bietet. Champion. Die erhöhten Motortourenzahlen nnd Kompressionsverhältnisse stellen auch an die Zündkerze immer grössere Anforderungen. Unablässig ist deshalb die einschlägige Industrie mit der Verbesserung ihrer Erzeugnisse beschäftigt. Mehr als je geschah in den letzten Jahren die Durchbildung der Zündkerzen auf wissenschaftlicher Basis. Durch feine Messinstrumente verschaffte man sich genauen Aufschluss über die an den einzelnen Stellen auftretenden mechanischen, elektrischen und thermischen Beanspruchungen. Auch das Wesen der elektrischen Zündung an sich hat durch wissenschaftliche Forschung manche- neuen Erkenntnisse erfahren. Heute ist man so weit, dass für jeden Motor die Zündkerze konstruiert werden kann, die einen anstandslosen Betrieb für Tausende von Kilometern mit fast unbedingter Sicherheit gewährleistet. Auf dem Stand von Champion sind die hauptsächlichsten der für die verschiedenen Motorarten in Frage kommenden Zündkerzentypen zur Schau gestellt, angefangen von der Zündkerze mit grösster Widerstandsfähigkeit gegen Verölen, bis zur Zündkerze mit grösster Wärmeableitfähigkeit. Besonderes Interesse beanspruchen die neuen Zündkerzenprüfapparate, die für Garagen und Servicestellen bestimmt sind und welche die Kontrolle der Zündkerze unter erhöhtem Luftdruck gestatten. Einzig die Vornahme der Prüfung unter Druck erlaubt sichere Rückschlüsse auf den Zustand der Kerze. Mit Hilfe der Prüfapparatur lässt sich auch augenscheinlich darlegen, wie die Wirkung einer Kerze im Laufe der Gebrauchsdauer nach und nach abnimmt. Selbst dann, wenn der Zündkerzenisolator äusserlich einwandfrei gereinigt wird, wie es bei der Champion-Kerze dank ihrer Demontierbarkeit mit Leichtigkeit möglich ist, lässt sich eine Verminderung des Isolierwertes nicht vermeiden. Jede Zündkerze sollte deshalb spätestens nach 15 000 km gereinigt werden. SRO-Kugellager. Die Kugellagerwerke S R 0, gegründet im Jahre 1894, haben sich in den 40 Jahren ihres Bestehens aus kleinen Anfängen heraus zu einer achtunggebietenden Grosse entwickelt. In den Kriegsjahren hatten sie einen maximalen Arbeiterbestand von 800 Mann, durch die Weltkrise musste dann aber der Stab von Arbeitern und Angestellten sukzessive auf die Hälfte reduziert werden. Die S R O-Werke behaupten ihren Platz auf dem Weltmarkt hauptsächlich auf Grund einer bis aufs Aeusserste durchgebildeten Eigenfabrikation und stellen so ein Werk von hohem volkswirtschaftlichem Wert dar. Im eigenen Elektroofen wird der zur Herstellung der Wälzlager benötigte Spezialstahl in grosser Vollkommenheit hergestellt; das Rohprodukt wird im eigenen Walzwerk als-, dann auf die benötigten Profile ausgewalzt. In der Schmiede werden die Stäbe zu Laufringen verarbeitet, welche nach modernster Serienfabrikation geglüht, gedreht, gehärtet und geschliffen werden. In einer besonderen Abteilung werden nach erprobten Verfahren Kugeln und Rollen hergestellt. So ist dieses Kugellager ein Schweizer Fabrikat im wahrsten Sinne lies Wortes. Das Arbeitsprogramm der Warke wurde stetig der Entwicklung und den Bedürfnissen der Industrie angepasst und stellt heute ein Präzisionsmaschinenelement ersten Ranges dar. Auf einem originellen Drehtisch sind die wichtigsten Typen der S R O-Wälzlager in der Ansicht und im Querschnitt dargestellt, was einen interessanten Einblick in die Konstruktionsdetails bietet. Neben dem einreihigen und doppelreihigen Lager mit maximaler Kugelzahl fabriziert die Firma solche des Hochschultertyps ohne Einiüllnute, schmale und breite Pendelkugellager, Doppellager für kombinierten Radial- und Achsialdruck, einfache und doppelwirkende Axiallager, solche mit flachen und balligen Scheiben, ferner eine ganze Variation von Zylinderrollenlagertypen für alle Betriebsverhältnisse und die neuerdings viel verwendeten Kegelrollenlager. Interessant sind die verschiedenen Ausführungsarten der Käfige: einreihige und doppelreihige gepresste Blechringe, durch Distanz* " >ten zu stabilen Fachwerken vereinigt, sowie Bronzekäfige für hohe Tourenzahlen und stark wechselnde Belastung. Ein Spezialtyp der Hochschulterlager eignet sich speziell für Tourenzahlen bis zu 30000 Touren pro Minute infolge seines geringen Gewichtes und seiner eigenartigen Ausbildung. Dem Unternehmen steht ein umfangreicher Stab von Vertretern und Stockisten zur Verfügung, die auf alle Länder verteilt sind, so dass die S R O-Fabrikate, seien es Neukonstruktionen oder Ersatzteile, überall erhältlich sind. Mixtrol. Man wird auf diesem Stand keine Schaustellung erwarten, die das Auge besonders erfreut. Wie die Frage der Obenschmierung eine durchaus nüchterne Angelegenheit ist, so wird in Genf das besondere Augenmerk darauf gerichtet, den Konsumenten durch eingehende Literatur fachtechnisch aufzuklären und ihm die typischen Mixtrol-Kannen in Erinnerung zu bringen. Ueber die Zweckmässigkeit der Obenschmierung ist man sich im grossen und ganzen wohl einig. Sie sorgt für einen ständigen Oelfilm an Zylinderwänden, Kolben und Ringen, womit die Schäden einer trockenen Reibung vermieden werden. Mehr diskutiert ist die Vertrauenswürdigkeit einzelner Fabrikate, die sich mit marktschreierischem Gebaren den Automobilisten anempfehlen und dabei ihren Schmiermitteln die wundertätigsten Dinge nachsagen. Nun will und kann die Obenschmierung nicht mehr als ihren bestimmten Zweck erfüllen und diesen auch nur dann, wenn die hierzu verwendete Ware erstklassiger Qualität ist. Dafür verbürgen die Markenöle, nicht aber alle jene Produkte, die unter irgendwelchen Phäntasienamen auftauchen, um nach kurzem Dasein wieder in der Vergessenheit unterzutauchen. Mixtrol ist seit Jahren auf dem Markt und hat sich besonders auch bei Grossbetrieben sehr vorteilhaft eingeführt. Besser und zuverlässiger als jede Referenz ist aber der eigene Versuch. Er überzeugt am einfachsten und sichersten von den dem Oel nachgerühmten Eigenschaften und wird bei konsequenter Anwendung sich in entsprechend bescheideneren Unterhalts- oder gar Reparaturkosten geltend machen. Bugatti. Auch ein Salon-Berichterstatter ist leider nicht unfehlbar. Fällt ihm gar in seinen Grosskampfstunden ein neckischer Zufall in den Rücken, dann kann er sich auf die schwersten Katastrophen gefasst machen. Als solche müssten wir es auffassen, dass in der Montagsnummer im Bugatti-Standbericht infolge des Fehlens einer Zeile zu lesen war, die exquisite Zweiplätzer- Karosserie passe auf das 2,3-Liter-Chassis «wie die Faust auf das Auge», wenn wir nicht überzeugt wären, dass unsere Leser den Unsinn dieser Version selbst eingesehen und richtiggestellt haben. Gerade der fragliche Wagen erweckte durch seine Reinragsigkeit überall grosse Bewunderung, was im übrigen auch aus unserem Bericht hervorging. Bei dem rechts daneben ausgestellten Vierplätzer-Innenlenker handelt es sich um den neuen 3,3-Liter-Typ mit zwei obenliegenden Nockenwellen, 130 Brems-PS und 160 km/St. Mäximalgeschwindigkeit, bei dem speziell noch die nachgiebig gestaltete, alle Vibrationen ausschliessende Vordprarhsp besondere Beachtung verdient. Verkehr Autobusverkehr der Stadt Winterthur. Im Monat Februar machte sich gegenüber der vorjährigen Parallelperiode ein kleiner Rückschlag in der Zahl der beförderten Personen von 37,365 auf 37,272 bemerkbar. Die aus dem Personenverkehr vereinnahmten Gelder stellen sich auf Fr. 6350.— (6330.—), womit sich das Total der Betriebseinnahmen auf Fr 13,082.— (13.1.%.—) und dasjenige der •Betriebsausgaben auf Fr 14.782.— (14,536.—i stellt, woraus ein Uobersohuss der Betriebsausgaben von je Fr. 1100.— resultiert. Wir haben jüngst Gelegenheit gehabt, den 3,5-Liter Bentley praktisch auszuprobieren, der eine der Sensationen am letzten Automobilsalon in der Olympia in London bildete. Unser Wagen war kurz vorher in Paris angekommen und wurde durch Walter Sleator vorgeführt, dem Pariser Mitarbeiter von Hauptmann Hallam. Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Bentley- Werke durch die Firma Rolls-Royce erworben wurden und aller Vorteile teilhaftig werden, welche die hervorragende technische Ausstattung der letzteren zu bieten vermögen. Man darf ruhig annehmen, dass die grossen Erfahrungen, welche Rolls-Royce zu ihrem Weltruf verholfen haben, in Zukunft auch beim Bentley- Wagen Anwendung finden werden. — Die technischen Details sind kurz die folgenden: Der Motor ist ein fr-Zylinder von 82,5 mal 114, was einen Zylinderinhalt von 3669 cem ergibt; die Leistung an der Bremse beträgt zirka 120 PS bei 4500 Touren, was einem Drehmoment von 19 mkg entspricht, oder etwas mehr als 5 mkg pro Liter Zylinderinhalt. Das Getriebe hat 4 Gänge, mit denen folgende Maximalgeschwindigkeiten erzielt werden: 92 km pro Stunde im 2. Gang, 120 km pro Stunde im 3. Gang, 145 km pro Stunde im direkten Gang. Im direkten Gang kann ohne Rupfen und Klopfen verlangsamt werden. Die Beschleunigung ist eine aussergewöhnlich gute: Beim Schalten durch die 4 Gänge kommt man von 0 auf 100 km pro Stunde in 23,4 Sekunden; von 0 auf 120 km pro Stunde in 31 Sekunden. Im direkten Gang beschleunigt man den Wagen von 25 auf 60 km in 7,6 Sekunden; von 25 auf 90 km in 17,4 Sekunden. Die Wirkung der Bremsen ist hervorragend. Auf mittlerer, trockener Strasse (Route von Rambouillet nach Ablis) wurde festgestellt: Bei 95 km Geschwindigkeit, Bremsweg von 38,2 m; bei 150 km Geschwindigkeit, Bremsweg von 87 m. Es sind dies die kürzesten Bremswege, die ich je bei einem Automobil festgestellt habe. Ganz abge#Bhen von der Vorzüglichkeit der Ausführung zeugen diese Daten für eine unvergleichliche Genauigkeit in der Einregulierung sowohl durch volle Ausnützung der Bodenhaftung wie durch eine unübertreffliche Ausbalancier ung; konnte man doch bei einer Geschwindigkeit von 100 km das Lenkrad ruhig loslassen und dann energisch bremsen. Der Wagen wiegt als vierplätziger Torpedo karossiert 1524 kg. Der Radstand beträgt 3,16 m, die Spurweite 1,5 m. Der Lenkeinschlag beträgt links 11,88 m, rechts 12,72 m; sämtliche Kehren der Bergstrassen können also ohne Reversieren genommen werden. Ein weiteres typisches Merkmal dieses Wagens ist sein geringer Benzinverbrauch: Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 85 km auf einer Fahrstrecke wie Paris-Bordeaux konsumiert er nicht mehr als 17 Liter; bei der gewöhnlich gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 km sogar nur 15 Liter. Diese Zahlen schienen mir vorerst nicht glaubwürdig; durch den Beweis musste ich mich jedoch von ihrer Richtigkeit überzeugen lassen. Die Fahreigenschaften eines solchen Wagens können durch Zahlen nicht einmal recht zum Ausdruck gebracht werden; eindringlicher werden sie durch einen Vergleich. Zuerst die Lenkung, deren Genauigkeit und Erschütterungsfreiheit den Fahrer zum Staunen bringen; selbst bei Geschwindigkeiten von mehr als 125 km pro Stunde lässt sich der Bentley sozusagen mit einem einzigen Fingen lenken, sogar bei einem mittelmässigen Zustand der Strasse oder Fläche; die Selbstzentrierung der Lenkung ist hervorragend. Die Strassenhaltung erinnert an die besten Rennwagen, die je gefahren wurden; die Abfederung löst das schwierigste Problem: Weich bei geringen Geschwindigkeiten und schlechtem Torrain, fehlt jedes Schleudern, selbst bei den grössten Geschwindigkeiten. AUTOMOBIL-SALON Unsere Leser werden gerne vernehmen, was anerkannte Autoritäten auf dem Automobilgebiet schreiben: Das Geheimnis der Qualität. Der 3,5-Liter Bentley zeigt seine Vorzüge, am besten bei langen Fahrten mit grossen Reisegeschwindigkeiten; das Mass der Beschleunigung, die Sicherheit in der Führung, die Wirksamkeit der Bremsen verschaffen ein absolutes Zutrauen, so dass das Fahren eines Bentley-Wagens immer wieder von neuem überrascht. Was Rolls-Royce unternimmt, wird immer gut zu Ende geführt. Wenn man den Gründen nachforscht, die zu einer mechanisch so vollkommenen Schöpfung geführt haben, kann man immer wieder die Feststellung machen, dass sie im Menschlichen gesucht werden müssen. Die Fabriken in Derby verfügen über einen hervorragenden und sehr modernen Maschinenpark; andere Werke haben aber solche ebenfalls zu ihrer Verfügung. Wenn die Rolls-Royce-Motoren keine kritische Tourenzahl kennen, so hängt es nicht mit irgendwelchen mysteriösen Ausbalanciermaschinen zusammen, über die einzig die Rolls-Royce-Werke verfügen. Wenn die Rolls-Royce-Getriebe niemals kratzen, so hat das mit irgendwelchen Spezialmaschinen zum Schleifen der Zahnräder nichts zu tun. Fräse-, Ausbalancier- und Schleifmaschinen sind dieselben wie anderswo. Bei Rolls-Royce kommt noch etwas anderes dazu: Geschulte Arbeiter in allen Sparten, mit einem aussergewöhnlichen Verantwortungsgefühl für alles, was sie in ihrem Beruf schaffen. Eine Maschine ist ein empfindliches Ding; der Techniker und Arbeiter, der seinen Beruf liebt, kann selbst das Vollkommenste, was aus den Maschinen kommt, noch weiter verbessern. Natürlich existiert ein «Berufsgewissen » bei den Arbeitern nur dann, wenn die Liebe zur Arbeit auch bis zur obersten Spitze vorhanden ist. Dies ist die Tatsache, die mir in Derby am stärksten aufgefallen ist: Dieser Geist der Zusammenarbeit, der nicht nur Arbeiter und Vorarbeiter beseelte, sondern auch alle Dienstchefs und alle Techniker. Dazu kommt noch etwas anderes Ungewohntes: das Laboratorium in der Werkstatt. Natürlich gibt es auch in Derby wie anderswo allgemeine mechanische, physische und chemische Laboratorien; dazu kommen noch Speziallaboratorien in jeder Konstruktionsabteilung und unterstützen die laufenden Konstruktionen fortwährend. Ich möchte auch nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, dass die «Kopfarbeiter» einen aussergewöhnlich grossen Prozentsatz der gesamten Arbeitskräfte ausmachen. Als ich zu einem Bankett eingeladen wurde, wo die letzthin erzielten Luftrekorde gefeiert wurden, fanden sich 200 Ingenieure ein, die zum grössten Teil jung, tatenfroh und enthusiastisch waren und wo jeder sich der Rolle bewusst war, die er im Rahmen des Ganzen zu spielen hat. Man konnte das Wort von Nelson: «England erwartet, dass jeder seine Pflicht tut», als Leitmotiv wählen, weil in Derby wirklich jeder seine Pflicht tut. Man kann den Leuten nur gratulieren, welche die weitere Anwendung der Grundsätze von Royce durchgesetzt haben, nachdem der letztere im vergangenen Jahr das Zeitliche gesegnet hat. Es sind dies Mr. Sidgreaves, der die allgemeine Leitung inne hat, Mr. Wormald, Fabrikdirektor von Derby, Mr. Hives, Direktor der Studienabteilungen — der mir ermöglichte, die letzten Rolls-Royce-Typen auszuprobieren und mir dabei zeigte, mit welcher Genauigkeit und Vorsicht die geringste Neuerung auf ihre Eignung geprüft wird. — Beglückwünschen möchte ich ebenfalls Mr. Rowledge, der während langer Zeit neben Herrn Henry Royce gearbeitet hat und dessen geistiges Vermächtnis er behütet; Mr. Robstham, die rechte Hand von Mr. Hives; Mr. Coverley, den Chef der Produktionsabteilung. Man musste sie eigentlich alle nennen, bei Rolls-Royce handelt es sich um eine einzige Armee, deren Ziel dasselbe ist: der vollendete Mechanismus. C. Faroux. Wenden Sie sich für alle Auskünfte an das Verkaufsbureau der Automobile Bent- Icy-Rollys-Rouee, Albert S ri h wirft i~>, nie Plantantour, Genf, oder Stand Rolls-Royce. Automobdmlon,