Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.026

E_1934_Zeitung_Nr.026

Frankreich . . . . . . .

Frankreich . . . . . . . . . . . . Grossbritannien Deutschland Italien Spanien Belgien Niederlande Schweden Dänemark 1 schechoslowakei Russland Schweiz Norwegen Irland (Freistaat) Oesterreich Rumänien Finnland Portugal Nordirland Polen Ungarn Griechenland Jugoslavien Luxemburg . . . . . . . . . . Total Europa Land Alaska Antigoa. Argen tine Bahamas Barbados Bermudes. . Bolivie Bresil Guyane anslaise . . . . . . . . Honduras brit Canada Chili Colombie . . . . . . . . . . . Costa Rica i . Cuba Dominicaine Republique Dominique Guyane allemande . . . . . . . Equateur Guinee francaise........ Grenade Guadeloupe Guatemala . . . . . . . . . . Haiti Honduras . . . . . . . . . . . Jamalque . . . . . . . . . . . Martinique . . . . . . . . . . Mexique . . > Montserrat Indes occidentales neerlandaises. Terre-Neuve. Nicaragua. Autres Indes occidentales . . . Panama Paraguay . . . . . . . . . . . Perou Porto Rico Salvador . . . . . . . . . . . Ste Lucie St, Kitts, Nevis St-Pierre et Miquelon . . . . . St-Vincent Trinke et Tobayo . . . . . . . Etats-Unis . . . . . . . . . Uruguay . . . . . . Venezuela lies Virginie Total, 1933 Total, 1933, moins E. U Total, 1932 Total 1932, moins E. ü Vollständig für alle Gebiete. 2,961 301 325,000 934 1,544 45 2,525 153,200 7,700 185 1,041,593 34,000 11,500 1,788 30,987 77 3,300 170 2,300 170 400 1,300 2,945 2,800 1,221 8,209 2,300 95,356 50 2,085 3,080 639 700 9,343 2,088 13,161 14,265 1,832 171 256 125 173 7,100 23,819,537 38,500 13,748 536 fen in winddurchzogenen Hütten und kochen ihr Essen aus Fett und Mehl. Nun aber sind sie gekommen und feiern ihr Fest. Niemand kennt sie, es' sind Auswärtige. Ihre Fröhlichkeit ist schon übertrieben und drohend, sie haben getrunken und riechen schlecht nach Harz und Nässe. Seitlich, in einem dunkeln Raum, in dem Fässer mit Getränken stehen, nisten sie sich ein. Im Saal fängt man' wieder zu tanzen an, aber die alte Zwanglosigkeit ist dahin. Die Ecken füllen sich mit Fragern und Gaffern, immer mehr Leute drängen sich unruhig und neugierig in den Raum und beengen die Tanzenden. Einen Betrunkenen, der laut und unflätig schimpft, bringt man sogleich zum Schweigen. Im Nebenraum ist es inzwischen hell geworden, und plötzlich fangen die vierzehn zu singen an. Sie singen in hohen, langezogenen Tönen und so laut, dass die Musik kaum noch zu hören ist. Die an ihnen im Tanz vorüberkommen geraten aus dem Takt, bleiben unschlüssig stehen, und die Musik bricht ab. Aber ehe etwas geschehen kann, ist der Gesang verstummt. Die Holzknechte haben ein wüstes Gelage begonnen, sie trinken aus Krügen, fluchen und bedrängen die andern. Während man draussen wieder tanzt, fangen sie von neuem zu singen an. Ihr Uebermut und ihre Leidenschaften wachsen wie Naturkräfte hemmungslos ins Ungeheure. Auch draussen sammelt sich der Groll. Man fühlt sich aufgestört. Man ist gewohnt, gleichzeitig zu trinken anzufangen und gleichzeitig betrunken zu sein, und man empfindet jede Störung dieser Regel als ungehörig und 1930 1,500,387 1,558,032 658,686 269,500 189,650 158,000 120,700 151,150 110,324 74,000 30,910 78,070 47,438 47,198 40,400 37,000 36,050 31,040 27,728 38,700 20,019 18,500 12,800 8^313 5,286,448 die. nordamerikanische Quote am Weltautomobilbestand noch rund 79 Prozent betrug, ist sie im Jahre 1933 auf 75 Prozent zurückgegangen. Der detaillierte Bestand der einzelnen Staaten an Motorfahrzeugen ist aus nachstehender Tabelle ersichtlich, . 1,357 18,937 57 2,600 1,450 2,200 758 6,376 1,800 67,277 1,323" 2,560" 482 804 8,662 11,336 1,609 128 208 135 5,000 20,689,445 28,500 9,730 389 1931 1,695.000 1,557,120 688,136 285,042 177,889 150,980 136,000 152,000 120,388 93,100 63,926 84,333 61,106 50,262 28,100 37,500 36,030 31,800 26,100 33,598 19,333 20,000 15,000 97 2,000 98 7,073 204 ' '8 419 410 20 60,828- 1,000 550 1932 1,710,955 1,493,474 659,532 301,533 172,000 150,000 136,100 151,500 126,321 85,500 60,324 90,100 51,183 49,223 28,100 37,500 31,800 30,850 26,650 27,369 16,880 17,226 11,733 Automobile Tourenwagen Autobusse Lastwagen 1,988 270 250,000 742. 21 1,236. 104 21 1,200 125 102.00Q 122 897,424 973 28 75,000 1.71 204 24 1,200 51,200 63 144,169 334 10,050 13 700 85Ö 600 463 1,735 500' 21,006 558 512" 141 1,284 • 4,080 2,519 223 43 48 18 2,100 3,069,264 9,000 3,468 141 1933 1,881,885 1,701,076 682,376 331,967 155,700 150,000 138,450 136,340 119,548 109,300 105,000 98,100 58,332 50,816 37,294 35,000 32,514 32,000 31,450 25,796 16,880 15,000 10,945 5,585,001 5,478,302 6,857,385 Motorräder 8 15 39 111 180 2 9,380 125 368 150 174 548 125 1,267 161 102 7 51 170: 62 26 27 23 94,149 Vergleicht man die Entwicklung in den einzelnen Ländern im Verlaufe der letzten vier Das gleiche gilt auch für Kanada, Argentinien beinahe drei Millionen Einheiten ausmacht. Jahre, so haben die Vereinigten Staaten einen und Venezuela. Gegenüber 1932 vermochten ununterbrochenen Rückgang aufzuweisen, der I sich im abgelaufenen Jahre Mexiko, Kuba, 293 25,662,200 22,118,126 72,989 3,402,682 107,681 •1,842,663 *1,428,681 *12,161 *333,418 *13,532 26,274,562 »22,630,922 *3,559,966 *70,466 — 1,896,380 *1,458,848 »221,987 *11,464 »13,096 feindlich. Aber der Haufe ist zu gemischt und wagt nichts Ganzes. Einige fangen gleichfalls zu singen an, während man aufgeregt im Kreise geht, und alle fallen ein. Die Lieder verbeissen sich ineinander, das Geschrei fällt aufpeitschend in die Ohren, Schimpfworte flackern wie Flämmchen auf und verlöschen wieder. Die vierzehn werden aufmerksam. Einige erscheinen in der Tür, sie lehnen sich schwer an das Gebälk und schauen den Vorübergehenden mit halbgeschlossenen Augen ernst ins Gesicht. Sie rufen einander halblaute Bemerkungen zu, und dann lachen sie boshaft und rauflustig. Allmählich wird der geschlossene Haufe im Saale dichter, die Menge schiebt sich zusammen und wächst gegen die Tür vor. Es wird still. Plötzlich aber ruft einer von den dreien einem vorübergehenden Mädchen ein grobes Wort nach. Im gleichen Augenblick bricht das Unheil herein. Die drei an der Tür sind in dem Rahmen eingekeilt, sie haben einen harten Stand, aber die zähe Masse der Umstehenden beengt auch die Angreifer. Eine Weile erstickt der Kampf fast in Geschrei und Flüchen. Die Holzknechte wehren sich mit schonungsloser Wildheit. Schon krachen die Bretter der Holzverschalung, die Menge starrt von Waffen in hundert erhobenen Fäusten, sie fühlt sich in sich selbst geschützt. Zwei von den Holzknechten lehnen an der Wand und dekken sich mit den Armen gegen unbarmherzige Schläge. Ihre Hemden färben sich. Plötzlich drücken sich die übrigen mit einem unerwarteten Ruck aus der Tür. Sie haben ihre Aexte in den Fäusten, und es AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N 26 80 Porto-Rico und Peru zu erholen, wogegen Brasilien einen weiteren Rückschlag auf sich nehmen musste, Uruguay, Chile und Kolumbien hingegen stationäre Bestände melden Vereinigte Staaten von Amerika Kanada Argentinien . Brasilien . . . . . . . . . Mexiko . . . . . . . . . . Uruguay Chile Cuba Porto Rico Venezuela Peru Kolumbien Total Nord- und Süd-Amerika •f Verkehrsunfälle 1933 In der Stadt Bern. Im Jahre 1933 ereigneten sich in der Stadt Bern insgesamt 897 Strassenverkehrsunfälle. Jahr im ganzen 1926 = 100 1926 1927 520 590 100,0 113,5 1928 758 145,8 1929 651 125,2 1930 675 129,8 1931 575 110.6 1932 591 113,6 1933 897 172,5 Die .lohe Steigerung der Strassenverkehrsunfälle in der Bundesstadt von 1932 auf 1933 lässt sich dadurch begründen, dass mit der Schaffung der sog. Verkehrswache eine vermehrte Aufnahme und Wahrnehmung der Unfälle vorgenommen werden konnte. Möglicherweise spielt auch eine oft zu geringe Bestrafung der am Unfälle beteiligten und schuldig befundenen Personen eine Rolle. Zudem sei darauf hingewiesen, dass es immer noch eine bestimmte Kategorie von Strassenbenützern (speziell Fussgänger imd auch Radfahrer) gibt, die beim Ueberqueren der Strassen und Plätze weder die gewünschte Vorsicht walten lassen, noch die Zeichen der Verkehrspolizisten und die bereits des öftern veröffentlichten Verkehrsvorschriften sowie die baulichen Vorkehren. Etwas mehr als die Hälfte der Unfälle (450) hatte nur Sachschaden zur Folge. Bei den übrigen 447 Unfällen wurden insgesamt 475 Personen verletzt und 12 getötet (6 Fahrzeugführer und 6 Fussgänger). Von den total 897 Strassenunfällen ereigneten sich in der' inneren Stadt 363, in den "Aussenquartieren und auf den Brücken 534. Bezöge auf die Unfallstellen verteilen sie sich wie folgt: Plätze 169, Strassenkreuzu» gen 418, übrige Strassen 289 und Brücken 21. Bezogen auf die Wochentage zeigt sich, dass der Samstag mit 178 der unfällreichste Tag war, während der Sonntag, mit 64 Strassenunfällen die geringste Zahl verbucht. 1. Nordquartier (Lorraine, Breitenrain, Spitalacker). Die zahlreichsten Verkehrsunfälle spielten sich.im Zuge der Breitenrainstrasse (Breitenrainplatz—Lorrainebrücke) ab: 29 gegen 22 im Vorjahr. 2. Länggasse-Brückfeldquartier. Eine kleine Zunahme der Unfälle ist wiederum beim Tierspital zu konstatieren. Einer gänzlichen Beseitigung derselben wird immer die S. Z. B. im Wege stehen. konnten. Im einzelnen zeigen diejenigen Staaten, die Bestände über 10 000 Einheiten aufweisen, nachstehende Entwicklung: 1930 1931 1932 1933 26,746,184 26,132,116 24,373,979 23,819,537 1,215,071 1,188,237 1,103,089 1,041,593 387,864 335,856 329,400 325,000 169,986 163,200 163,200 153,200 80,800 80,800 88,930 95,356 45,597 42,200 38,500 38,500 40,500 42,547 34,000 34,000 46,204 39,000 27,500 30,987 13,744 16,530 14,171 14,265 15,000 15,000 14,000 13,748 14,155 10,850 9,025 13,161 13,750 13,750 11,500 11,500 28,843,563 28,144,913 26,274,562 25,662,000 (Fortsetzung folgt.) 3. Mattenhof-Lindequartier. Auffallend ist die hohe Zahl der Verkehrsunfälle bei der Kreuzung Freiburg - Bühlstrasse mit der Laupen - Murtenstrasse. Nachdem aber daselbst eine Verkehrsinsel errichtet wurde, dürften sich diese auch hier auf ein erträgliches Mass reduzieren. Verhältnismässig viele Unfälle ereigneten sich neuerdings im Zuge der Laupenstrasse, wovon einer tötlich verlief. Die hauptsächlichsten Gefahrenpunkte befinden sich bei der Einmündung der Seiler- und Schlösslistfasse. Ein gefährlicher Punkt war wiederum die Kreuzung der Ziegler- mit der Effingerstrasse, woselbst fünf Zusammenstösse zu verzeichnen sind. Vor dem Widmannbrunnen, d. h. bei der Strassenkreuzung Monbijoustrasse-Hirschengraben-Effingerstrasse, haben die Verkehrs-^ Unfälle sich ebenfalls erhöht, von drei auf zwölf. Mit der letzten Herbst erfolgten Aufstellung einer Verkehrsampel und den vorgesehenen baulichen Massnahmen dürften sich diese auf ein Minimum herabmindern lassen. 4. Kirchenfeldquartier. Auf der Kirchen-. feldbrücke wurden sechs Unfälle erfasst, gegenüber Null im Vorjahr. Dagegen haben diese auf der östlichen Seite des Helvetia- Platzes dank den seither getroffenen, provisorischen baulichen Massnahmen stark abgenommen. Neue Gefahrenpunkte bilden der Thunplatz und die Kreuzung beim Burgernziel. An beiden Stellen kann einer weiteren Vermehrung nur durch Erstellen von Verkehrs- und Schutzinseln begegnet werden. 5. Altstadt. Es ist verständlich, dass sich in der Altstadt am meisten Verkehrsunfälle s ereignen. ' ' '-••'• '- In die Augen springend ist das starke Ansteigen der Zusammenstösse beim Zeitglocken und beim Engpass bei der alten Hauptwache, trotz ständiger Regelung des Verkehrs durch Verkehrspolizisten. Geradezu erschreckend ist die Zahl der erfassten Strassenunfälle bei der Einmündung der Speichergasse in das Aeussere Bollwerk und bei der S. B. B.-Ueberführung über die Neubrückstrasse. ; Erheblich zugenommen haben die Unfälle auf dem Gebiete des Bahnhofplatzes, bei der «Loeb»-Ecke, ferner im Zuge der Spitalgasse und des Bubenbergplatzes, bei der Einmündung der Schanzenstrasse in den Bubenbergplatz, beim Käfigturm und endlich bei der «Volksbank»-Ecke. F. liegt ein schrecklicher Ernst auf ihren Gesichtern. Sogleich wird Platz vor ihnen. Aus der Tiefe des Raumes werden Gläser geworfen, sie zerschellen über den Köpfen der Holzknechte an der Wand, und eines trifft. Da holt der Erste aus... Ein schweres Ding fliegt über den Haufen weg und fährt klirrend in die Lampe. Das Licht erlischt. Und plötzlich hört man, nicht laut, aber doch alles übertönend, ein furchtbares Geräusch: ein Hieb, wie in morsches Holz. Im nächsten Augenblick werden alle getroffen. Es sind furchtbare Schläge von hartem Holz und von Eisen. Die zwölf sind berauscht von der weitausholenden Wucht ihrer Hiebe, sie gehen schrittweise vor und handhaben ihr Werkzeug in der alles verhüllenden Dunkelheit. Der Haufe flutet zurück, aber der Schrekken heftet sich an seinen Saum und presst ihn gegen den Ausgang, der nur wenige fassen kann. Die Bretterwand gibt krachend nach, und nun ergiesst sich der heulende Strom mit einem Male über die Treppe. Sie hält nicht stand und bricht zusammen. Ein Berg von Leibern wogt in der Tiefe, die Letzten springen blutend und ohne Besinnung hinunter. Im Rahmen der Tür steht einer von den Burschen, erstaunt,, nachdenklich, mit weit vorgestrecktem Kopf... Ein Strom von Fluchtenden schiesst durch das Dorf. Einige setzen sich kopflos und verzweifelt gegen Nachkommende zur Wehr. Verwundete laufen schreiend und suchenden Bach ihres Lebens mit den Händen zu halten, andere schleppt man wie Stoffbündel in stummer Eile durch die Dunkelheit. Das Unbegreifliche dieses Unglücks fängt an, er-, nüchternd zu wirken, Polizisten kommen • laufend, sie fragen und rufen, und die ihnen antworten, laufen mit ihnen. Das Erdgeschoss des Hauses ist leer. Bin Haufen von morschem Holz liegt im Hintergrund, grosse schwarze Flecken dampfen ' auf dem Boden. Man hört von oben durch die erleuchtete Tür friedlich die Holzknechte ' singen. Sie haben das halbe Dorf getroffen, aber, das wissen sie nicht. Jetzt sitzen sie, von neuem betrunken, friedfertig um den Tisch, singen und trinken Schnaps aus Krügen. Sie denken an nichts Arges und rufen fröhlich nach der Kellnerin, die unter den ersten Verletzten war. Sie würden auch die Erschlage-! nen brüderlich um den Hals nehmen und mit ihnen weiterzechen. Aber ein Wort wäre hinreichend, um die Flammen neu zu entfachen. Sie wisen auch nicht, dass sie belagert werden. Der Kommandant ist ein ruhiger, , kaltfreundlicher Mensch, er macht den Dorf-' J leuten mit Mühe klar, dass man einfach war- , ten müsse. Und schliesslich sitzt jeder, der sonst nichts zu tun hat, im Erdgeschoss auf den Trümmern und wacht. Der Gesang der Holzknechte wird schwächer, gegen Morgen ist alles still. Man schafft, die Betrunkenen einen nach dem anderenwie Leichname herunter. Der Tag bricht an, kühl und grau, mit liebeln verhangen. Man führt sie fort. Anein-r andergefesselt sitzen sie in zwei Reihen auf, dem Gefährt, stumm und blutig. , Das Volk schaut ihnen fast ehrfürchtig nach.... :

N 8 26 - 193* AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Vor dem Grossen Preis von Monaco. Noch zehn Tage trennen uns von der Eröffnung der diesjährigen internationalen Automobilsaison. Am Ostermontag, den 2. April, werden in Monte Carlo erstmals im Jahre die besten Rennfahrer Europas zum Starte antreten. Der Autosport hat in der letzten Zeit einen ganz unglaublichen Aufschwung genommen und ist heute wieder, wie in seinen besten Zeiten, zu einer eigentlichen Angelegenheit der Nationen geworden. Dem Grossen Preis von Monaco fällt die Ehre zu, erstmals die neuen, der internationalen Rennformel angepassten Rennwagen der Oeffentlichkeit vorführen zu können. Bugatti, Alfa Romeo und Maserati sind die drei grossen Gegner, die alle mit ganz neuen Waffen antreten. Ihnen stehen Leute wie Nuvolari, Varzi, Chiron, Benoist, Dreyfus, Taruffi u. a. zur Verfügung. Bekanntlich verläuft die Rundstrecke von Monte Carlo mitten durch die Stadt. Sie ist von einzigartigem Reiz und stempelt das grosse Rennen jedes Jahr zu einem der bedeutendsten Anlässe im internationalen Sport. Mit ungeheurer Spannung blickt man dem Ausgang dieses Rennens entgegen, das zum ersten Male über die neuen Kräfte entscheiden wird. Nie war es schwieriger, eine Vorhersage zu treffen. Die Vorarbeiten für die Sicherung der Strecke sind bereits in Angriff genommen worden, und in wenigen Tagen werden die ersten Fahrer in der berühmten Rivierastadt eintreffen. Das Training wurde auf Freitag, den 30., Samstag, den 31. März und Sonntag, den 1. April von 6 Uhr 30 bis 7 Uhr 30 angesetzt. Sehr überrascht hat das Ausbleiben der neuen deutschen Rennwagen. Man schweigt sich in Deutschland über die Gründe dieses Verhalhaltens aus. Unter Umständen sind die letz- .•o-ien Vorbereitungen für den Start bei einem ''rennen noch nicht getroffen worden, anderseits kann auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass man die schnellen deutschen Maschinen auf der schwierigen Rundstrecke von Monaco, wo es in erster Linie auf die Bremsen, die Beschleunigungsmöglichkeit und die Strapazierfähigkeit des Getriebes ankommt, nicht gleich überforcieren will. Die Zufahrtsstrassen von der Schweiz nach Monte Carlo. Die letzten Grossen Preise von Monaco haben augh in unserem Lande ihre Anziehungskraft nicht verfehlt. Zahlreiche schweizerische Automobilisten Hessen sich das seltene Schauspiel dieses einzigartigen Stadtrundstreckenrennens nicht entgehen und besuchten aus diesem Grunde den weltberühmten Riviera-Kurort. Es ist anzunehmen, dass Sonrier^w/prk f» Bergrennen von Chanteloup. In der Nähe von Paris fand am letzten Sonntag das vom A.C. de l'Ile de France organisierte Bergrennen von Chantelouo statt. Die Veranstaltung erfreute sich schönen Frühlingswetters und verzeichnete einen Massenbesuch. Zahlreiche bekannte Konkurrenten traten zum Starte an. Besonders scharf war der Kampf in der Rennwagenklasse, wo mehrere erstklassige Piloten zusammentrafen. Die 1200 Meter lange Strecke wurde von Scaron auf Amilcar mit dem Rekorddurchschnitt von 73,9 km/St, gefahren. Der Franzose startete in der Kategorie 1100 ccm und war dennoch schneller als alle grösseren Maschinen. Benoit Falchetto blieb auf Alfa Romeo eine Fünftelsekunde hinter dem Sieger zurück, und der Schweizer Louis Braillard brauchte eine Sekunde mehr Zeit als sein Stallgenosse Falchetto. Sieger der Tourenwagen wurde Perrot auf Delahay und bei den Sportwagen kam Lora auf Bugatti an die Spitze. Die Resultate : TOURENWAGEN 750 ccm : 1. Jacob (Rosengart), 1' 20V5". 1500 ccm 1. Res .(Bugatti), 1' lOVs" 2000 ccm 1. Forestier (Delage), 1' 29V5". 3000 ccm 1. Roger Cesure (Bugatti), 1' lö'/s". 5000 ccm 1. Perrot (Delahaye), neuer Rekord, beste Zeit der Tourenwagen, 1' 6"; 2. Gautier (Studebaker), 1' 21 2 /=" SPORTWAGEN 750 ccm : 1. Lagroliere (Salmson), 1' 17V5". 1100 ccm : 1. Duruy (Rallye), 1' 29 2 /s". 1500 ccm : 1. Res (Salmson), neuer Rekord, 1' 2V5"; 2. Decaroli (Bugatti), 1' 7 3 /s" 2000 ccm : 1. Eric Lora (Bugatti), neuer Rekord, beste Zeit der Sportwagen, 1' 0 4 /s", 2. Bayard (Alfa Romeo), 1' 8 4 /s" 3000 ccm : 1. Cazaux (Bugatti), 1' 7V5". 5000 ccm : 1. Norbert Mähe (Bugatti), neuer Rekord, 1' lO'/s". RENNWAGEN 750 ccm: 1. Jahan (Salmson), neuer Rekord, r 7 3 / 5 " 1100 ccm : 1. Scaron (Amilcar), neuer Rekord, besto Zeit des Tages, Mittel: 73,9 km/St., 58 ä /s"; 2. Girod (Salmson), 1' 8 a /5" 1500 ccm : 1. Girod (Salmson), 1' 4?k" ; 2. Petermann (Salmson), 2' I8V5". 3000 ccm : 1. Falchetto (Alfa Romeo), neuer Rekord, 58 4 /5"; 2. Louis Braillard (Bugatti), 59 4 A>", 5000 ccm: 1. Cattaneo (Steyr), neuer Rekord, 1' l'/t". Die Abenteuer des Herrn Malcolm Campbell... Die ebenso währe wie romantische Expedition des schnellsten Autofahrers der Welt, Sir Malcolm Campbell, nach Südafrika, um dort einen vergrabenen Schatz zu heben, hat bereits die ersten Abenteuer gezeitigt. Bekanntlich wollte Campbell mit einem kleinen Flugzeug von der Küste aus ins Innere ZÜRICH: Stauffacherquai18, Tel.56.250 - BERN: Schwarztorstr.51, Tel.25.920 Pour la Suisse romande: Delarue & Meylan, Corraterie 16, Geneve des Landes dringen. Zusammen mit seinem besonders mitgereisten Piloten Faiford sollte der Flug kürzlich unternommen werden. Doch auf halbem Wege musste die Maschine wegen einer kleinen Panne niedergehen. Campbell würde wohl oder übel dazu gezwungen, drei Tage allein in der Wüste zu warten, bis der mit dem leichter gewordenen Flugzeug nach dem Ausgangspunkt zurückgekehrte Flieger wieder eintraf. Verschiebung des Avusrennens. Das Avusrenneh, das ursprünglich auf den 27. Mai angesetzt war, wird zu diesem Zeitpunkt nicht stattfinden können. Die Ausbauarbeiten sollen bis Ende Mai noch nicht fertiggestellt sein. Die deutschen Organisatoren verlangten deshalb von der A.I.A.C.R. die Verlegung des Rennens auf den 17. Juni. Dieses Datum fällt mit dem 24-Stundenrennen von Le Mans, dem Kesselbergrennen, dem internationalen Pontedecimo-Giovi - Bergrennen und dem Grossen Preis von Barcelona zusammen, so dass dieses Wochenende kaum eine weitere Belastung ertragen dürfte. Die verschiedenen in Frage kommenden Organisatoren müssen innerhalb bestimmter Frist dem Sekretariat der internationalen Sportkommission in Paris ihre Meinung vorlegen, ob sie mit dem neuen Datum des Avusrennens einverstanden sind. Dies dürfte aber wohl kaum zu erwarten sein. Bau eines neuen englischen Rennwagen- Typs. In der Provinz Lincolnshire hat sich unter Leitung des bekannten englischen Rennfahrers Raymond Mays eine Rennwagenbau-A.G. gegründet, die den Zweck verfolgt, neue 1500 ccm-Maschinen zu bauen, um in dieser Klasse die absolute englische Suprematie zu erlangen. Die Maschinen sollen nach ähnlichen Gesichtspunkten, wie der bereits 1933 von Mays gebaute und mit Erfolg erprobte Spezialwagen erstellt werden. Vorläufig werden 5 Monoposti konstruiert und zuerst bei den Rennen auf der Insel Man, um die britische Königstrophäe und! dem Shelsley-Walsh-Rennen eingesetzt. Sofern sie sich bewähren, will man mit ihnen auch kontinentale Rennen und Rekordversuche der Klasse 1500 ccm bestreiten. Robert Benoist, der berühmte französische Rennfahrer, dessen Eintritt in die Bugattiequipe zu den bemerkenswertesten Ereignissen dieser Vorsaison gehört, hat, wie schon gemeldet, in Montlhery ein längeres Training aufgenommen. Sechs Jahre lang widmete sich Benoist ausschliesslich dem Autogeschäft, so dass er nie mehr am Lenkrad eines Rennwagens sass. Sein letztes Rennen bestritt er auf Alfa Romeo im Jahre 1928; es war das 24-Stundenrennen von Belgien. Schon nach kurzer Zeit erreichte Benoist in Montlhery mit seinem Bugatti 2300 ccm die gleichen Ründenzeiten wie seine Kollegen, die keinen Unterbruch der Rennfahrertätigkeit hinter sich haben. Nach den Aussagen des Franzosen fühlt er sich am Volant so sicher wie je. Er erklärte, im Laufe des Trainings hätte er mit nicht geringer Freude feststellen können, dass seine Geistesgegenwart unverändert geblieben, seine Sicht gleich scharf und sein ganzer Zustand ruhig und sicher gewesen sei. Benoist blickt deshalb mit grösster Zuversicht den kommenden Ereignissen entgegen, da es vor allem ihm zufallen wird, im Kampfe gegen die deutsche und italienische Uebermacht die französischen Farben zu verteidigen. Denn dies scheint der ausschlaggebende Grund für die Rückkehr dieses grossen Fahrers zum Rennsport gewesen zu sein. mb. Die erste Rundfahrt durch Italien wird, wie vorauszusehen war, eine glänzende Beteiligung aufweisen. Alfa Romeo wird an dieser grössten Tourenwagenprüfung des Jahres mit dem neuen 2300 ccm 6 Zylindermodell ohne Kompressor vertreten sein; Lancia hat seine Mitwirkung zugesichert und auch Bianchi ist mit von der Partie. Aus Deutschland meldet man das rege Interesse der Auto-Union und von Mercedes-Benz. Auch aus England und Frankreich sollen Fabrikequipen an dieser 6000 km langen Fahrt durch ganz Italien teilnehmen. Bekanntlich stellt die erste « Giro d'Italia» das Gegenstück zur Mille Migla dar. Diese ist für Sportwagen, jene für Tourenwagen reserviert. Beiden stehen die italienischen Strassen für eine reines Geschwindigkeitsrennen offen. Ein Grosser Preis von Villeurebanne? Der an Lyon angrenzende Vorort Villeurebanne plant nächsten Juni ein erstes Stadt-Rundstreckenrennen durchzuführen. Die Behörden haben selber die Initiative dazu ergriffen. Auch Lyon interessiert sich sehr, da ein Teil des Circuit über den Boden der grossen Rhonestadt führen würde. Leider ist das Rennen nicht in den internationalen Sportkalender eingetragen, und es wird sich deshalb fragen, ob wegen der Konkurrenz mit andern grossen Anlässen im Juni die Durchführung überhaupt möglich ist.