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E_1935_Zeitung_Nr.069

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1935 — 69 Mit der Kamera auf der Rundstrecke im Bremgartenwald Links: Der Start zum Grossen Preis der Schweiz. Eben senkt sich die Startflagge und gibt die Strasse .frei. Noch im Augenhlick, da die Flagge den Boden zu berühren beginnt, stehen die Wagen noch genau auf der Startlinie, «in Rennbeginn, wie ihn einwandfreier kaum einer der bisherigen Grossen Preise des Jahres zu verzeichnen hat. Von links nach rechts in der ersten Reihe: A. Varzi, R. Caracciola und H. Stuck. Dahinter Fagioli und Rosemeyer. Rechts: Der Start zum Preis von Bern. Neben Rannleiter W. E. Huber, der mit dem Chronometer in der Hand den genauen Start kontrolliert, Herr Zentralpräsident Dr. Mende, welcher eben die Flagge senkt. In der vordersten Reihe stehen: Mays, Bira und Ghersi. Dahinter Seaman (No. 68), der Sieger, und Earl Howe. LV'*^ unten: Positionskämpfe. Hier geht Fagioli, der sich als Zweiter klassierte, an Nuvolari vorbei, der sich tapfer, aber vergeblich gegen die Ueberholung wehrte. mmmmmMmmmmmmm Bild links: Rennbeginn zum Preis vom Bremgarien. Zuvorderst M. Christen, der spätere Sieger der grossen Rennwagen und gleichzeitig auch der schnellste Mann des ganzen Feldes. Dichtauf folgt Rampinelli und etwas zurück liegt Walther, der nach einem vielversprechenden Anfang aufgeben musste. Signaldienst. Rosemeyer, der draufgängerische Benjamin der Auto-Union, liegt hier in zweiter Position, was ihm vom Signalstand aus durch allerlei Zeichen mitgeteilt wird. Er' ist in diesem Zeitpunkt, gemäss den oberen Zahlen, Zweiter im Gesamtfeld und liegt eine Minute hinter Caracciola. Die Reihenfolge, der Fahrer in der Spitzengruppe ist ebenfalls angegeben: Caracciola, Rosemeyer, Fagioli und Nuvolari. Rein in die Kurve! 1 Momentaufnahmen i vom Preis von I Bern Links H. Ruesch, in der I Mitte der Senior aller Fahrer. Earl Howe. und rechts unser zweitei Landsmann H. * ' * *< * 3& TB * Die Klassensieger vom nationalen Rennen. Von links nach rechts: Fischer (Alfa Romeo), Sportwagen über 1500 ccm, Christen (Maserati), Rennwagen über 1500 ccm, Dr. Avondet (Bugatti), Rennwagen bis 1500 ccm, und Becker (M. G.), Sportwagen bis 1500 ccm. Die Aufnahmen wurden unmittelbar nach der siegreichen Ankunft der Fahrer gemacht, als ihnen der Rennleiter die Blumenarrangements, ein erstes Zeichen der Anerkennung für die erfreulichen Leistungen, übergeben hatte.

N« 1 69 II. 33att BERN, 27. August 1935 N» 69 II. Blatt BERN, 27. August 1935 Das Nationale Rennen um den Preis von Bremgarten Der erste Versuch erfüllte die Erwartungen und brachte einen schönen sportlichen Erfolg. Bei vollbesetzten Tribünen nimmt das Rennen, ungeachtet des regnerischen Wetters, einen flotten und unfallfreien Verlauf. Becker (M.G.), Fischer (Alfa Romeo), Dr. Avondet (Bugatti) und Christen (Maserati) Klassensieger. Ein erfreulicher Auftakt. Zehn Minuten vor 4 Uhr wird das Training der Kleinwagen abgewunken. Das Wetter macht wieder Miene zu bessern, das feine Regengeriesel hat aufgehört. Das Grau der Wolken wird um einige Nuancen heller, und im Osten taucht schon wieder der Bantiger aus dem Dunst. Die Tribüne ist zu drei Vierteln besetzt. Beträchtlich dünner ist allerdings das Publikum längs der Piste gesät. Während sich schüchtern einige bleiche Sonnenstrahlen durch die Wolken stehlen, nehmen die Sport- und Rennwagen — von jeder Kategorie sind es zwei Klassen — ihre Startplätze ein. Rampinelli Christen Walther Kautz Hug Godeffroy Becker Fischer Uboldi Dreier Avondet Hahn Aichele Pilloud Frick Hirschv Massgebend für die Aufstellung waren die am Training gefahrenen Zeiten. Von den im Programm Genannten haben sich 16 für das Rennen klassifiziert. Der Ausschluss der übrigen Fahrer erfolgte, wenn sie nicht zum voraus Forfait erklärt hatten, weil sie die reglementarisch vorgesehenen zehn Trainingsrunden nicht absolvierten oder nicht, wie im Reglement vorgesehen, an beiden Tagen zum Training erschienen waren. Immerhin lässt auch noch die bereinigte Startaufstellung eine Lücke offen. Es fehlt Nummer 28, Kautz, der wegen Maschinendefekt nicht starten kann. 4 Uhr 10: Rennleiter Huber besammelt die Fahrer zu einer letzten Orientierung. Fast auf die Minute genau fällt gleich darauf die Startflagge, und die Meute stiebt davon. Noch ist zu erkennen, wie sich Nr. 54, Christen auf Maserati, bravourös auf den ersten Platz vorschiebt, hart bedrängt von Hug auf Bugatti, während Aichele die Nachhut spielt. Dann heften sich aller Augen auf den Sekundenzeiger der Rundentafel, der mit den Fahrern das Rennen begonnen hat. 3 Min. 26,2 Sek. war die heste Rundenzeit am Training. Welche Fahrzeit wird die nasse Piste erlauben? Die erste Runde. Nach 3K Minuten hört man es im Osten heranbrausen, und nach weiteren 10 Sekunden ist der Erste vorübergeprescht, immer noch Nr. 54, Christen auf Maserati, diesmal aber mit Walther auf Bugatti dicht auf den Fersen. Erst auf 300 Meter Abstand folgt Hug, folgen auf diesen wieder Rampinelli auf Alfa Romeo, Godeffroy auf Bugatti, Avondet auf Bugatti, Fischer auf Alfa Romeo und Uboldi auf Ma- serati. Becker auf M. G., Dreier auf Alfa Romeo, Hahn auf Bugatti liegen schon beträchtlich zurück. In 3 Min. 40 Sek. hat Christen seine erste Runde gedreht, eine Zeit, die unter den obwaltenden Verhältnissen erstaunlich gut ist. Die Piste dürfte bestimmt fast durchwegs noch durchnässt sein, nur auf dem gepflasterten Streckenteil vom Forsthaus zu den Tribünen wird sie nach und nach trocken. Von Hirschy, der schon in der ersten Runde vermisst wird, meldet der Lautsprecher eine Motorpanne zwischen den Posten 6 und 7. Auch in der zweiten Runde sind Christen und Walther dicht hintereinander her. Ihr Vorsprung vor Hug ist grösser geworden, und auch der Abstand zwischen Hug und Rampinelli hat zugenommen. Godeffroy, der als Vierter erscheint, hat Fischer im Nacken, während sich weiter hinten Avondet und Uboldi um den sechsten Platz streiten. Bekker, Hahn und Dreier imponieren vorläufig mehr nur durch die relative Geräuschlosigkeit ihrer Motoren. Was noch weiter hinten nachfolgt macht dem Publikum keinen Ein- Der Ausblick von der Tribüne auf die Anfahrt Wr Ziel, und Startgeraden. d»-.. Glänzender Erfolg! druck mehr. Die dritte Runde bringt die erste Sensation. Statt Christen taucht Martin auf Bugatti als Erster auf, 10 Sekunden liegen zwischen den beiden. Hug hat jetzt 20 Sekunden Rückstand. Er ist aber der deutliche Führer des Gros, gebildet durch Rampinelli, Godeffroy, Fischer, Avondet und Uboldi. Die beiden letztgenannten Fahrer scheinen sich ineinander verbissen zu haben. In der vierten Runde ist Martin schon knapp hinter dem Letzten her. Sein Vorsprung ist um weitere zwei Sekunden angewachsen. Godeffroy wird von Fischer bedrängt; Hahn scheint den Anschluss endgültig zu verlieren. Was zu erwarten war, wird in der fünften Runde Wirklichkeit: Die Spitzenreiter beginnen sich in die Nachzügler der vorhergehenden Runde hineinzuschieben und nun setzt es Ueberholung auf Ueberholung ab. Gleichzeitig revidiert man seine Hefte und bedenkt, dass die blosse Reihenfolge der Vorbeifahrt kein richtiges Bild ergibt, liegen doch vier verschiedene Wagenklassen im Kampf. Wenn auch das Hauptinteresse auf gleichartige Konkurrenten, wie sie die Spitzenreiter Wälther, Christen und Hug sind, konzentriert bleibt, so beginnt man doch auch im Publikum nach und nach immer mehr nach den Rangersten der vier Klassen auszuscheiden. Die nachfolgende Rangreihenfolge nach der fünften Runde ist deshalb nur mit dieser Einschränkung «richtig». GROSSERPREIS der SCHWEIZ Stand des Rennens nach der 5. Runde: Walther (Bugatti) 17:35,7 Christen (Maserati) 17:50,5 Hug (Bugatti) 18:20,2 Rampinelli (Alfa Romeo) 18:53,1 Fischer (Alfa Romeo) 19:11,4 Der weitere Verlauf des Rennens sei nun mit Unterscheidung der einzelnen Klassen wiedergegeben. In der Sportwagenklasse bis 1500 ccm bleibt Becker auf seinem grünen M. G. unentwegt an der Spitze, er gewinnt sogar zusehends an Terrain. Selbst als er in der elften Runde mit luftleerem linken Vorderpneu daherkommt und beim Auswechseln des Rades an der Boxe zwei Minuten Zeit verliert, vermag ihn sein Markenkollege Aichele noch nicht einzuholen. Eine Verschiebung entsteht in dieser Klasse nur mehr dadurch, dass sich Aichele in der siebenten Runde vor Pilloud schiebt. Da aber Frick seinerseits in der elften Runde aufgibt, lanfür Automobile Preis von Bremgarten 1. Christen Max auf Maserati 2. Hug A. F. auf Bugatti Preis von Bern 1. Seaman Richard auf E. R. A 2. «B. Bira» auf E. R. A. 3. Lord Howe auf Delage Alle auf Reifen DIE 4 ERSTEN im GROSSEN PREIS der SCHWEIZ 1935 1* CARACCIOLA auf Mercedes-Benz 2. Fagioli auf Mercedes-Benz 3. Rosemeyer auf Auto-Union 4. Varzi auf Auto-Union hatten alle BOSCH-KERZEN Die 12 Klassierten hatten BOSCH-ZÜNDUNG RENNEN DER KLEINEN KATEGORIE 1. SEAMAN auf E. R. A. hatte BOSCH-KERZEN