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E_1936_Zeitung_Nr.023

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A AUTOMOBIL-REVUE

A AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 20. MÄRZ 1936 — N° 23 grollen, die sie fiskalisch geärgert haben. Ich kenne ihre Loyalität, ihren Patriotismus, um zu wissen, dass sie sich mit den einmal gegebenen Verhältnissen auch abfinden werden. Das Finanzprogramm hat niemand verschont. Alle die Opfer, die vom einzelnen vorübergehend getragen werden müssen, helfen unserem Land, ein gefährliches Kap Herr Bundesrat! Sie hatten die Freundlichkeit, die Aufgabe zu übernehmen, den Bundesrat bei der Eröffnung der XJII. Internationalen Automobil-, Motorrad- und Fährrad-Ausstellung in Genf zu vertreten. Ich danke Ihnen für die grosse Ehre, die Sie uns erweisen und heisse Sie im Namen des Organisationskomitees auf herzlichste willkommen. Als Sie die hohe Würde annahmen, die Sie heute bekleiden, haben wir mit Bewunderung einen solchen Entschhiss begrüsst, der nicht nur von Mut, sondern auch von Selbstverleugnung zeugt; denn die wirtschaftliche Lage unseres Landes strotzt von Schwierigkeiten. Indem ich mich auf Ihre grosszügige Gesinnung verlasse, werde ich versuchen, Ihnen mit aller Freimut darzulegen, wie die Kreise des Automobils die wirtschaftlichen Lösungen betrachten, welche die Anpassung unseres Landes an die allgemeine Entwicklung erleichtern sollen. Es liegt mir daran, Ihnen gegenüber in erster Linie unserer Freude darüber Ausdruck zu geben, Sie heute in unserem Kreise zu sehen. Wir haben in unserem prächtigen Ausstellungsgebäude, das sich bei diesem Anlas« als zu eng erweist, alles vereinigt, was auf die mechanische Beförderungsart und die damit zusammenhängenden Branchen Bezug hat. Ich bin überzeugt, dass Sie sich nach der Beendigung Ihrer Besichtigung Rechenschaft von dem wahren Gesicht des Automobils gegeben haben werden, das man allzusehr zu entstellen bestrebt ist, und dass Sie nach Bern die tiefe und begründete heil zu umschiffen. Uebrigens erinnere ich daran, dass der Fremdenverkehr in der Schweiz von der Erhöhung des Benzinpreises nicht betroffen wurde. Wie bisher erhalten die Automobilisten aus dem Auslande das Benzin zu verbilligtem Preis. Diese Anordnung, die seit dem 28. Juni 1935 von 25,000 Fremden benutzt worden ist, wurde bereits bis zum 31. Dezember dieses Jahres verlängert. Herr Dechevrens hat in seiner I^ede viel von der Mischung Benzin-Alkohol gesprochen. Ich weiss, dass die Schweizer die Mischungen von Alkohol nicht lieben. Ihre angeborne Abneigung gegenüber solchen Experimenten erklärt vielleicht auch das Misstrauen, das Herr Dechevrens den Absichten der Alkoholverwaltung entgegenbringt. Da, wo Herr Dechevrens vom Defizit der Alkoholverwaltung sprach, hat er einige Zahlen angeführt, die zu Missverständnissen Anlass geben könnten. Er hat uns erklärt, dass für die Beschaffung von Kernobstbranntwein und -Spiritus im Budget für das Rechnungsjahr 1934/35 eine Summe von 5 Millionen Fr. vorgesehen worden sei, währenddem die Ankäufe sich dann tatsächlich auf 23 Millionen Fr. belaufen hätten. Man könnte daraus schliessen, dass für ein einziges Jahr die Differenz zwischen Voranschlag und Abrechnung 18 Mill. Fr. betragen hätte. In Wirklichkeit verhält sich die Sache anders. Der Betrag von 23 Mill. Fr. bezieht sich nicht auf ein einziges Rechnungsjahr, sondern verteilt sich auf die Jahre 1932-35; er umfasst sogar noch einen Teil der Ernte von 1931. Im übrigen enthält der Bericht des Bundesrates, auf den sich Herr Dechevrens bezogen hat, die nötigen Erklärungen. Ich komme zum Schlüsse und danke den Miteidgenossen von Genf für den herrlichen Empfang, den sie mir bereitet haben. Ich versichere Sie, dass ich heute mit grossem Vergnügen Ihr Gast bin. Seit ich dem Bundesrat angehöre, ist es das erstemal, dass ich in Ihrer schönen Stadt zum Wort gekommen bin. Ich hoffe, noch öfters mit der schönen Aufgabe betraut zu werden, die Bundesregierung an einem Ihrer Anlässe vertreten zu dürfen. Ich erhebe das Glas auf das Wohlergehen der Republik und der Stadt Genf, auf die Zusammenarbeit und die Einigkeit aller ihrer Bewohner und ganz besonders auf den Erfolg des 13. Automobilsalons. Caveant Consnles! \ Was Herr Charles Dechevrens zur Eröffnung des Salons zu sagen hatte. Ueberzeugung mitbringen werden, dass alle bshördlichen Massnahmen, die riskieren, den Automobilhandel und die Automobilindustrie zu vernichten oder deren Entwicklung zu lähmen, in gleichem Masse Hemmnisse für die allgemeine Wieder- . aufrichtung unserer nationalen Wirtschaft bedeuten. Wir haben Wert darauf gelegt. Sie zu umgeben mit: den Vertretern der Bundesversammlung, der Armee, der eidgenössischen Gerichts- und Verwaltungsbehörden, den prominenten Persönlichkeiten des Völkerbundes, des Internationalen Arbeitsamtes, des Konsularkorps, dem Präsidenten und den Mitgliedern äes Ständigen Internationalen Bureaus der' Automobilkonstrukteure, das unsere Stadt für seine Frühjahrstagung auserwählt und damit den internationalen Charakter unserer Veranstaltung bekräftigt hat. den Repräsentanten der anderen Kantone und der Schweizer Städte, den Vertretern des Staatsrates, des Grossen Rates und der Gemeindebehörden von Genf, den Delegierten der politischen und Verwaltungsbehörden der benachbarten französischen Gebiete, unseren Freunden von den grossen Automobil-, Sport- und touristischen Organisationen, den Vertretern der wirtschaftlichen Vereinigungen, der korporativen und Arbeitgeber-Gruppen, der Mustermesse von Basel und des Comptoir Suisse von Lausanne, der Handelskammern, des Genfer Verkehrsvereins, und endlich den Delegierten der Verbände, die das Protektorat unserer Ausstellung übernommen haben. Gestatten Sie mir. Ihnen insgesamt und im einzelnen zu danken für Ihre Anwesenheit an unserer Seite und Ihnen zu sagen, dass wir ganz besonders glücklich sind, Sie aufs neue in dieser vibrierenden Stimmung vereinigt zu sehen, weiche die Eröffnung der schönsten wirtschaftlichen Kundgebung unseres Landes auf dem Gebiete des mechanischen Transportwesens vorzubereiten pflegt. Ich muss, ohne eine Minute zu verlieren, einen ganz speziellen Dankestribut der Presse entrichten, die immer auf unserer Seite stand, um den guten Kampf zu führen. Sie möge überzeugt sein, dass wir die Energie zu würdjgen wissen, mit der sie unsere Bemühungen unterstützt. Der XIII. Internationale Automobilsalon in Genf, den wir in einigen Augenblicken eröffnen werden, vereinigt eine Rekordzahl von Teilnehmern: 62 Marken von Tourenwagen aus 8 Ländern 10 Marken von Nutzwagan und Omnibussen aus 4 Läadern 9 schweizerische Karosseriefabrikanten 37 Motorrad- und Fahrrad-Marken aus 5 Ländern 8 Firmen der Gruppe «Nautik» und Wassermotorfahrzeugwesen aus 5 Ländern 106 Firmen oder Stände für verschiedene Produkte, Motoren. Ausrüstung, Zubehör, Bereifung, Brenn- und Sehmierstoffe, Werkzeuge. Roh- Was wir dem Salon wünschen ? Trotz al lern eine aufsteigende Linie des Erfolges ! Stoffe und Halbfabrikate, technische und Verkehrsliteratur. Dank der Unterstützung der eidgenössischen Zentrale für die Beschaffung für Arbeitsgelegenheiten und hauptsächlich dank der verständnisvollen Gesinnung unserer Freunde von der Mustermesse in Basel und dem Comptoir Suisse in Lausanne haben wir dieses Jahr wieder den kleinen Erfindern Aufnahme gewähren können. Diese haben so mit einem Minimum von Kosten die Möglichkeit gefunden, den Besuchern das Ergebnis ihrer ForscBungen zu unterbreiten. Dank allen, die zu diesem Werk von unzweifelhaft sozialer Bedeutung beigetragen haben. Wir haben an der Erhöhung des Mittelraumes der Zentralhalle festgehalten, um den Besuch # der Stände zu erleichtern. Wir haben unser Bestes getan, um die Einrichtung und Ausschmückung zu vervollkommnen, ferner alle unsere Aufmerksamkeit den administrativen Dienstzweigen zugewandt und die denkbar vorteilhafteste Herrichtung des Restaurants und der Cremerie vorgesehen. Besucher und Aussteller werden eine angenehme Atmosphäre vorfinden und sich gewissermassen wie zu Hause fühlen. Die Organisationsprobleme haben sich nicht von selbst gelöst, und es ist mir immer wieder ein Vergnügen, meinen warmen Dank nicht nur unserem Ehrenpräsidenten, Herrn Robert Marchand, auszusprechen, der uns diesen Corpsgeist eingeimpft hat, sondern auch unserem Vizepräsidenten, Herrn Albert Goy, sowie all meinen Kollegen vom Bureau und vom Komitee. Sie haben weder mit ihrer Zeit, noch mit ihrer Mühe und freundschaftlichen Mitarbeit gegeizt, um mir meine Aufgabe angenehm und leicht zu machen. Diese Atmosphäre fruchtbarer Arbeit hat sich auch auf unsere administrativen Dienstzweige erstreckt und die Tätigkeit unseres Generalsekretärs, sowie die unseres Personals, verdient unsere ganz besondere Anerkennung. Die imposante Beteiligung unserer. Aussteller, die bei weitem die Ziffern des letzten Jahres übertrifft, stellt einen glänzenden Erfolg für die Sache des Automobils dar, vor allem auch ein eindringliches Beispiel von Energie seitens derer, deren materielle Interessen in der gegenwärtigen Zeit schwer bedroht sind. Die Aussteller mögen unseren besonderen Dank entgegennehmen für das Vertrauen, das sie uns bezeugen, Und für das ermutigende Beispiel von Optimismus, das sie uns geben. Sie sind mit ständig wachsenden Schwierigkeiten überhäuft, haben aber dennoch nicht gezögert, sich schwere finanzielle und andere Opfer aufzuerlegen, um vor unseren Augen die jüngsten Schöpfungen der Automobil-Weltindustrie auszubreiten. Meine Herren, Ich möchte keinen Schatten auf diesen schönen Festtag werfen, aber ich kann doch nicht umhin, festzustellen, dass das abgelaufene Jahr für uns reich an Verdruss und Enttäuschungen gewesen i*t. Vor den Schwierigkeiten, die sich auftürmen, haben Automobil-Handel und -Industrie versucht, ihre Stimme vernehmen zu lassen. Sie hat aber kein Echo gefunden und alle von ihnen geltend gemachten Argumente vermochten auf die von unserem Parlament in seiner jüngsten Session gut geheissenen behördlichen Entscheidungen keinerlei Einfluss auszuüben. Zeitungsartikel, Denkschriften, Eingaben: all das ist zerbrochen an dem Willen des Staates, das Bundesbudget auszubleichen, nicht durch Massnahmen, die auf Abbau der Ausgaben gerichtet sind, sondern im Gegenteil, durch die Heranziehung neuer Einnahmequellen, ohne der bereits schwierigen Lage unserer Branche Rücksicht zu tragen. Unsere Anstrengungen sind durch einige unserer Freunde in der Bundesversammlung unterstützt worden, die sie alle kennen und die unseren besten Dank verdienen für die objektive Art, mit der sie versuchten, das nicht wieder Gutzumachende zu verhindern. Immerhin sind wir auf dem Gebiete des Automobils und ganz besonders in der Branche der Brennstoffe, die ersten, die eine loyale Zusammenarbeit mit der Bundesregierung versucht haben, indem wir eine Deflatiensbewegung hinsiflitlich Her Handels-Margen unterstützten, um zu einer Herabsetzung der Preise für den Konsumenten zu gelangen. Wir waren dabei die Düpierten, weil unsere BemQhunqen nur dazu oedient haben, dem Staate die Erhöhung der Zollamsätze auf dem Benzin zu erleichtern. Es fehlt mir an der nötigen Zeit,, um die verhängnisvollen Folgen dieser Massnahmen aufzuzählen. Ich muss mich auf die Feststellung beschränken, dass das Automobil in seiner eigentlichen Existenz bedroht ist und dass es in die Reihe derjenigen Wirtschaftszweige eintritt, die gezwungen sind, von der Allgemeinheit Unterstützung in Form von Arbeitslosenhilfe, Subventionen und anderen Stützungsmassnahmen nachzusuchen. Das Geschehene lastet schwer auf uns; leider kann es nicht rückgängig gemacht werden. In einer meisterhaften Studie, die der französische Grossindustrielle Jean Petavy unter dem Titel «Choses a dire a tout candidat d^pute 1 », bat erscheinen lassen, konnte er schreiben — ich zitiere wörtlich- «Das Automobil ist in Frankreich geboren, wo sich ihm am Tage nach seiner Geburt ein Feind gegenüber gestellt hat: Der Staat. Im Gegensatz zu Amerika, hat der französische Staat das Automobil nie begriffen. Das Automobil ist in den Händen der Reichen; die Reichen mögen ihr Vergnügren bezahlen! Das ist der Grundsatz der französischen Regierung». Diese lapidare Umschreibung könntp auch auf unsere Situation angewandt werden. Denn unser Parlament ist noch nicht dazu gelangt, zu begreifen, welch mäohtieer Faktor der alleemeinen Wohlfahrt die Entwicklung der mechanischen Beförderungsmittel darstellt. Es gilt, der Gegenwart ins Gesicht zu sehen. Diase Gegenwart gelangt in der bundesrätlichen Botschaft vom 2t. Fehruar 1936 betreffend die Geschäftsführung der Älkoholregie zum Ausdruck. Die Reaktion, die sich in allen Kreisen gegen die Erhöhung des Renzinnreises eeltend gemneM hat, hätte unspren Bundesbehörden die Augen öffnen sollen. Wir haben uns in Illusionen sewiegt; denn wir vernahmen mit Sclirpnken. dass das Automobil den Verlust von 21 Millionen Franken Iraaen soll, den uns dieser staatliche Verwalt-moszweln beschert. Wir haben gehört, dass die Kommissionen der Bundesversammlung sich zugunsten dieser Massnahme ausgesprochen haben. Wenn diese Kunde richtig ist, wären wir cezwnnirpn. anwirip'imen. dass der alte gesunde Ofhwrizerverstand aus unseren Bergen gewichen ist. i fSchhiss 'ölst.) Sind Sie ein guter Beobachter? während des Genfer Automobil-Salons veranstaltet die « A.-R.» einen Wettbewerb, woran sich jedermann gratis beteiligen kann und der die Beobachtungsgabe der Teilnehmer auf Probe stellt. Beschaffen Sie sich einfach eine der Salon-Nummern der französischen Ausgabe unseres Blattes. Sie finden dort die Photographie eines bestimmten, am Salon ausgestellten Gegenstandes. Und dann nix wie los. Halten Sie Ihre Augen offen — und wenn Sie glauben, die Sache entdeckt zu haben, suchen Sie auf der Galerie den Stand der < Automobil-Revue» auf (Nr. 257) und geben Sie dort Ihre Lösung binnen der vorgeschriebenen Frist ab. Die drei zuerst eingereichten richtigen Lösungen werden mit einem Preis ausgezeichnet, doch gehen auch die nachfolgenden Antworten nicht leer aus, sofern sie nur den Nagel auf den Kopf treffen. XIII. Int. Automobil-Salon Genf Allgemeines Programm Samstag, 21. März 9 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis: Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 10 Uhr: Sitzung des Direktionskomitees des Automobil-Clubs der Schweiz. (In den Räumen der Sektion Genf des A.G.S.) 11 Uhr: Sitzung des «Bureau Permanent International des Constructeurs d'Automobiles» (Hotel des Bergues). — Ordentliche Versammlung der « Societe des Officiers Automobilistes du ler Corps d'Armee » (Sitz des T.C.S.) 14 Uhr: Sitzung des Verwaltungsrates des Touring- Clubs der Schweiz. (Sitz des T.C.S.) Von 14 Uhr an Sitzung der « Commission Specials du Reglement», abgehalten von den Sekretären des A.C.S. 16 Uhr: Versammlung des «Comite National Gycliste Suisse » (Sekretariat der TJ.G.S.} , Von 16 Uhr an Ankunft der Teilnehmer an der Schweizerischen Automobil-Sternfahrt, veranstaltet durch die Sektion Genf des A.C.S. Von 17 Uhr an Ankunft der Teilnehmer an

N°23 — FREITAG. 20. MlRZ 1936 AUTOMOBIL-REVUE 3 Sportnachrichten Vor den Sternfahrten nach Genf Das nationale Rallye. Wenn heute nachmittag der Genfer Automobil- und Motorrad-Salon zum 13. Mal seine Tore öffnet, dann treffen im ganzen Land herum zahlreiche Automobilisten ihre letzten Vorbereitungen für die morgen früh um 8 Uhr beginnende Sternfahrt nach der Völkerbundsstadt. In Anbetracht der Tatsache, dass das in früheren Jahren traditionelle Kilometerrennen von Grand-Saconnex sowohl für Automobile als auch für Motorräder nicht zum Austrag kommt, konzentriert sich das Hauptinteresse der sportlichen Veranstaltungen an der Genfer Ausstellung begreiflicherweise auf diese schweizerische Automobil-Sternfahrt, welche damit ihre 14. Auflage erlebt. Sie weist in ihrer Art gegenüber den Vorläuferinnen nicht unbedeutende Abweichungen auf; hat es doch die Genfer Sektion des A. C. S. als Organisatorin des Anlasses verstanden, die in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen in der neuen Sternfahrtformel nützlich anzuwenden. Das Rallye 1935 hatte auf Grund seines Reglementes, das einzig eine minimale Geschwindigkeit von 40 km/St, vorsah, streckenweise geradezu Renncharakter angenommen. Dadurch sahen sich die Organisatoren veranlasst, diesmal das Stundenmittel auch nach oben zu begrenzen. Während die untere Geschwindigkeitslimite auf der letztjährigen Höhe belassen wurde, hat man darüber hinaus eine obere von 45 km/St, festgesetzt. Da nun für die endgültige Kilometerberechnung einzig die Luftlinien-Distanzen ausschlaggebend sind, liegt die effektiv von den Fahrern einzuhaltende Geschwindigkeit trotzdem wesentlich über diesem Durchschnitt, um so mehr, als die an den Kontrollstellen für die Verifikation benötigte Zeit im reglementarisch bestimmten Stündenmittel inbegriffen ist. Es werden also an die Teilnehmer wiederum ganz gewaltige Anforderungen gestellt. Allem Anschein nach kommt der Wettermacher unsern Sportsleuten in ihrem Unternehmen äusserst verständnisvoll entgegen. Wenn dieses herrliche Frühlingswetter anhält und nicht irgendein verfrühter Aprilscherz einen argen Strich durch die Rechnung und damit alle Hoffnungen zunichte macht — was wir uns indessen nicht im entferntesten träumen lassen —, dann können die Sternfahrer auf ihrer Pilgerreise nach Genf ganz gehörig loslegen. Für die Bewertung gelten folgende drei Koeffizienten: 1. die zurückgelegte Entfernung; 2. die Durchschnittsgeschwindigkeit und 3. die Zusammenstellung der in den Durchfahrtskontrollen erhaltenen Punkte. Was die zurückgelegte Entfernung anbetrifft, so werden die vom Startort bis zum Ziel' gefahrenen, in Luftlinie gemessenen Kilometer' mit je zwei Punkten pro 5 Kilometer oder deren Bruchteil bewertet. Hinsichtlich der Durchschnittsgeschwindigkeit besagt das Reglement, dass, wer das minimale Stundenmittel von 40 km nicht erreicht oder das maximale von 45 km überschreitet, für jeden fehlenden oder übermässigen 0,1 km/St, oder dessen Bruchteil mit 6 Punkten belastet wird, die vom Punktetotal in Abzug kommen. Die einzelnen Kontrollstationen schreiben den sie besuchenden Konkurrenten folgende Anzahl von Punkten gut: Basel 4 Lausanne 2 Bern 4 Luzern 4 Biel 2 Martigny 2 Bulle 6 Neuenburg 2 Chaux-de-Fonds 6 Ölten 2 Delsberg 4 Orbe 4 Estavayer 6 Romont 8 Freiburg 4 Sitten 2 Frick 4 Solothurn 2 Ins 4 Vevey 2 Interlaken 8 Zürich 2 Jeder Teilnehmer kann seine Route nach eigenem Ermessen zusammenstellen und als Ausgangspunkt irgendeinen der zahlreichen über die ganze Schweiz verteilten Startorte wählen. Am Samstagmorgen um 8 Uhr nehmen die Konkurrenten die tolle Jagd nach den Punkten auf. Zwischen 12 und 13 Uhr ist eine Neutralisationsstunde zu Verpflegungszwecken eingeschaltet und von 15 Uhr bis 16.30 Uhr walten die Kontrolleure am Ziel in Genf (A. C. S.-Sekretariat, Place des Alpes) ihres Amtes. Wie wir kurz vor Redaktionsschluss erfahren, werden total 32 Konkurrenten an der nationalen Sternfahrt teilnehmen, deren Namen wir nachstehend wiedergeben : J.-L. Segessemann, Neuenburg, auf Peugeot 402 Henri Sauthier, Martlgny, auf Ford V-8 • Andre Sandoz, Neuenburg, auf Renault H. Zellweger, Burgdorf, auf Ford V-8 A. Henrioud, Genf, auf Lancia Pierre de Toledo, Genf, auf Renault Pierre Bugnon, St^Prex, auf Adler-Trumpf «Junior» Ernst Haldimann, Bern, auf Chryser-Senior Six Werner Kling, Zürich, auf Studebaker - «President» August Scheibler, Laupen, auf Peugeot 402 Hermann Steiner, Bern, auf Studebaker 8 Hans Weber, Suhr (Aargau), auf Hansa 6 Franz Koch, Luzern, auf Terraplane 6 Dr. Carl Napp, Basel, auf Ford 8 Heinrich Siess-Haas, Basel, auf Ford 8 Fred. Iten, Basel, auf Ford 8 Ernst Stirnemann, Aarau, auf Buick 8 Leo Chytil-Straub, Rorschach, auf Chrysler 6 Dr. K. Schäfer und K. Schäfer jun., Bern, auf Talbot 6 Jean de Toledo, Genf, auf Bugatti 8 Madame Hugo Firmenich, Genf, auf Hansa 6. M. A. Sonderegger, Romanshorn, auf Ford 4. A. Compagnon, Genf, auf Renault 6 E. Moebus, Lutry, auf Aero 2 Zyl. « Deneys », Lausanne, auf Panhard E. H. Thommen, Bern, auf Wanderer Haefeli, Chaux-de-Fonds, auf Ford Chappuis Georges, Martigny, auf Ford Schwarz Henry, Chaux-de-Fonds, auf Studebaker, Bloch Rena, Chaux-de-Fonds, auf Buick Sprüngli, Genf, auf Hupmobile Lambelet, Neuenburg, auf Adler. Die internationale Sternfahrt. Von Genf nach Genf. 11 T)vi eCeyaate 9tetc Wie wir weiter oben ausgeführt haben, kommt das Bergrennen von Grand Saconnex dieses Jahr nicht zur Durchführung. An dessen Stelle hat die Sektion Genf des A.C.S. erstmals eine internationale Automobil-Sternfahrt organisiert, welche heute nachmittag um 17.30 ihren Anfang nimmt und bis Montagabend dauert. Während dieser Zeit ist von den Teilnehmern eine Strecke von .insgesamt 1695 km zu durchfahren. Das Durchschnittstempo zwischen den einzelnen Kontrollstellen ist auf durchwegs 45 km/St, festgesetzt worden mit Ausnahme der Etappen Zürich-St. Moritz und St. Moritz- Chur, die mit einem Stundenmittel von 35 km zurückgelegt werden müssen. Diese Bedingungen sind äusserst exakt innezuhalten. Konkurrenten, die für die einzelnen Etappen mehr oder weniger Zeit benötigen, als im Logbuch vorgeschrieben ist, werden pro Minute Differenz auf Etappen bis zu 100 Kilometer Länge mit 3 Strafpunkten bedacht, während auf Etappen von über 100 Kilometer Länge 6 Strafpunkte pro Minute Unterschied berechnet werden. Zur Verfügung Distanz in stehende Zeit Kilometern Std. Min. Sek. 1. Tag, 20. März. Start 17.30 Uhr. Genf (Startort) 0 Genf - Bern 153 3 24 — Bern - Zürich • 135 3 — — Zürich - St. Moritz 204 5 40 - Unsern Erkundigungen zufolge scheint dieser Veranstaltung nicht das Interesse entgegengebracht zu werden, wie man dies hätte annehmen können. Wenigstens haben sich bis zur Drucklegung des Blattes keine Konkurrenten mehr angemeldet, so dass auf der Startliste nach wie vor die folgenden sechs Fahrer figurieren : 1. O. R. LOscher, Zürich, auf Chrysler; 2.—4. Perrot-Duval & Cie., mit drei Adler-Wagen, geführt von Frau Lotte Bahr, Rud. Sauerwein und P. von Guilleaume; 5. Erich Fiala, Zürich, auf Skoda. 6. L. S. P. Bruneau, Montbeliard (Konkurrent), mit Pe>iat Fils, von Fahy (Berner Jura), als Fah- ,.< rer. auf Peugeot; fühlt sich am Steuer seines 'jßKÜß O |~ 2-Fenster-Cabriolets in seinem Milieu LIMOUSINE . . . . Fr. 9.900 CABRIOLET, 2 Fenster Fr. 12.300 CABRIOLET, 4 Fenster Fr. 12.900 Logbuch. 492 2. Tag, 21. März. Start 13.00 Uhr. St. Moritz - Chur 78 2 10 - Chur - Kreuzungen 132 2 56 — Kreuzungen - St. Gallen 60 1 ^ 20 — 270 3. Tag, 22. März. Start 7.00 Uhr. St. Gallen - Glarus 71 1 34 40 Glarus - Schaffhausen 100 2 13 20 Schaff hausen - Zürich 50 - 1 06, — Zürich - Altdorf 74 1 38 40 Altdorf - Luzern 53 1 10 40 Luzern - Basel 96 2 08 - 444 4. Tag, 23. März. Start 7.00 Uhr. Basel - Chaux-de-Fonds 99 2 12 — Chaux-de-Fonds - Fribourg 69 1 32 — Frihourg - Le Pont 85 1 50 — Le Pont - Bulle 77 1 40 40 Bulle - Aigle 59 1 18 40 Aigle - Genf 100 2 13- 20 Total 6 Zylinder, 11 St.-PS. Vollschwingachser 489 1695 km STAND Nr. 4 GEIMFER-SALOIM Ein Produkt der Auto-Union AUTROPA A.G. Jenatschstr. 3/5 ZÜRICH HENRY HURTER BASEL GRAND GARAGE BURGERNZIEL BERN FRITZ WEBER SOLOTHURN Erscheinungsweise der A. R. während der Automobil-Ausstellung in Genf. Der Berichterstattung über den Genler Salon werden weitere vier Nummern dienen, deren Erscheinen wie folgt vorgesehen ist: Samstag, den 21. März, Montag, den 23. März, Dienstag, den 24 März, Freitag, den 27. März. Wir bitten Mitarbeiter und Inserenten von diesen Daten Vormerk nehmen zu wollen. Der Verlag. Sport im Ausland Internationale Brooklands-Trophäe. Das diesjährige internationale Brooklandsrennen findet am 2. Mai statt und wird vom Junior Automobilclub organisiert Die Veranstaltung ist für folgende Wagenklassen offen: 1. 750 ccm mit Kompressor und 1100 ccm ohne Kompressor; 2. 1100 ccm m. K- und 1750 ccm o. K.; 3. 1500 ccm m. K. und 2750 ccm o. K.; 4. 2750 ccm m. K. und über 2750 ccm o. K.; 5. über 2750 ccm m. K. Es müssen total 100 Runden ä 2,6 Meilen = ca., 4 km gefahren werden, wobei im letzten Teil iner jeden Runde eine S-Kurve eingeschaltet ist. Nach Passieren dieser S-Kurve in der ersten Runde verteilen sich die verschiedenen Wagen, entsprechend ihrer Klasse, auf vier separate Pisten. Der Start erfoltg für alle Piloten gleichzeitig; die während des Trainings erreichten Zeiten sind für die Aufstellung am Start massgebend. In Bezug auf die Brennstoffwahl haben die Konkurrenten volle Freiheit. Dem Sieger fallen 250 Pfund Sterling, die Wakefield-Trophäe im Werte von 100 Pfund, sowie die Wandertrophäe der Society of Motor Manufactured and Traders zu. Ausserdem gelangen weitere 11 Trophäen und Preise zur Verteilung. Das Nenngeld beträgt 20 Pfund Sterling. Schluss der Anmeldefrist : 31. März mit einfachem Nenngeld; 31. März bis 15. April mit einem Zuschlag zum Nenngeld von 10 Pfund. Anmeldungen müssen an The Junior Car Club, Empire House, Brompton Road, London SW 7 adressiert werden. III. Drei-Bundesländer-Wertungsfahrt. • Der österreichische Automobil-Club veranstaltet unter Mitwirkung des Niederösterreichischen Automobil-Club und des Steiermärkischen Automobil- Club am 16. und 17. Mai 1936 die III. Drei-Bundesländer-Wertungsfahrt für Automobilisten und Motorradfahrer. Die Fahrt ist national-offen. Von den Konkurrenten ist folgende Strecke zurückzulegen: Wien - Purkersdorf - Altlengbach - Laaben - Hainfeld - Lilienfeld - Türnitz - Annaberg - Josefsberg - Mariazell - Seeberg - Kapfenberg - Brück - Leoben - St. Michael - Knittelfeld - Judenburg - "Weisskirchen - Gaberl - Köflach - Lieboch - Tobelbad - Graz - Wildon - Spielfeld - Gersdorf - Mureck - Weixelbaum - Haibernrain - Radkersburg - Goritz - D.-Haseldorf - Sankt Anna - Köldorf - Mahrensdorf - Fehring - Ober-Hatzendorf - Fürstenfeld . Heiligenkreuz - Güesing - St. Michael - Kohfidisch - Grosspetersdorf - Oberwart - Tatzmannsdorf - Bernstein - Kirchschlag - St. Martin - Mattersburg - Eisenstadt und zurück - Hornstein - Ebreichsdorf - Wien, 681 km. Es sind nachstehende Fahrzeuge zugelassen: Kategorie I, Automobile: Klasse 1 über 1200 ccm 2 Personen Klasse 2 bis 1200 com 2 Personen Kategorie II, Motorräder: Klasse 3 über 250 ccm 1 Person- Klasse 4 bis 250 ccm 1 Person Kategorie IM. Sidecars: Klasse 5 über 600 ccm 2 Personen Klasse 6 bis 600 ccm 2 Personen Der iStart steht Einzelfahrer und Club-Teams, sowie Marken-Teams offen. Er erfolgt nach Wahl des Bewerbers in Wien oder Graz am 16. Mai um 22 Uhr in der Reihenfolge der Weitungsgruppen. Es sind folgende Durchschnittsgeschwindigkeiten vorgeschrieben: Klasse 1: 50 km/St.; Klasse 2: 48 km/Sf.; Klasse 3: 48 km/St.; Klasse 4: 44 km/St.; Klasse 5: 46 km/St.; Klasse 6: 41 km/St. Für die in Wien gestarteten ist in Graz und für die in Graz gestarteten in Wien eine Zwangsrast von 1 Stunde vorgesehen, welche Zeit bis zu 3 Stunden verlängert werden kann. Für nicht eingehaltene Stundenmittel oder beschädigte Fahrzeugteile werden Strafpunkte in Anrechnung gebracht. Nennungen sind unter Einschlug des Nenngeldes von S 10.— für Automobilisten und von S 5.— für Motorradfahrer bis zum 11 Mai, 18 Uhr, an den Oesterreiehischen Automobil-Club, Kärntnerring 10, Wien I, zu senden. Die Deutschen in Monza. Wir haben in der vorletzten Nummer berichtet, dass sowohl Mercedes- Benz wie Auto-Union zu einem zweiten Training in Monza eingetroffen seien. Caracciola und von Brauchitsch von Mercedes-Benz und Rosemeyer von der Auto-Union haben sich im Verlauf dieser Woche verschiedentlich auf die Piste begeben, um die nötigen Vorbereitungen für den Grossen Preis von Monaco zu treffen, der am 13. April stattfindet. Fahren Sie nach Genf zum Autosalon? Dann vergessen Sie nicht, vorher die Katalog-Nummer der «Auto-Illustrierten» durchzugehen. Sie ist an jedem Kiosk für 1 Fr. erhältlich.