Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.030

E_1936_Zeitung_Nr.030

12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 7. ATRIT. 1936 — N° 30 F E U I L L E T O N Der Seewolf. Von Jack London. 21. Fortsetzung« Was er sagte, traf mich. Vielleicht war ich wirklich feige. Ich erwog es lange, lag wach in meiner Koje und Hess die Tatsachen nochmals in endloser Prozession an mir vorbeiziehen. Während der Nachtwachen, wenn Wolf Larsen unten war, sprach ich mit Johnson und Leach. Beide hatten die Hoffnung aufgegeben — Johnson aus Mutlosigkeit, Leach, weil er sich in dem vergeblichen Ringen erschöpft hatte. Aber eines Nachts ergriff er leidenschaftlich meine Hand und sagte:. «Sie sind rechtschaffen, Herr van Weyden. Aber bleiben Sie, wo Sie sind, und halten Sie den Mund. Wir beide, Johnson und ich, sind verloren, ich weiss es — aber vielleicht wird es Ihnen doch eines Tages möglich sein, uns einen Dienst zu erweisen, wenn wir es verdammt nötig haben.» Ich hatte die Hoffnung gehegt, dass seine Opfer eine Gelegenheit zur Flucht finden würden, wenn wir die Wasserfässer füllten, aber Wolf Larsen hatte seine Massregeln getroffen. Harrison und Kelly jedoch machten einen Fluchtversuch. Sie befanden sich in einem der Boote und hatten die Aufgabe, mit je einem Fass zwischen Strand und Schoner hin und her zu rudern. Gerade vor dem Mittagessen, als sie mit einem leeren Fass an Land fuhren, änderten sie plötzlich den Kurs nach links, um hinter das Vorgebirge zu kommen, das sich zwischen ihnen und der Freiheit aus dem Meere erhob. Jenseits der schäumenden Fläche lagen die hübschen Dörfer der japanischen Kolonisten und lächelnde Täler, die sich weit ins Innere erstreckten. Waren sie erst dort, so konnte Wolf Larsen sich den Mund nach ihnen wischen. Ich hatte bemerkt, dass Hinderson und Smoke den ganzen Morgen auf Deck herumlungerten, und jetzt erfuhr ich den Zweck. Sie nahmen ihre Büchsen und eröffneten lässig ein Feuer auf die Flüchtlinge. Es war eine kalte Darbietung ihrer Schiesskunst. Zuerst hüpften ihre Kugeln harmlos über den Wasserspiegel zu beiden Seiten des Bootes, als aber die Leute weiter ruderten, trafen sie immer näher. «Pass auf: Jetzt nehme ich Kellys rechten Riemen», sagte Smoke, indem er sorgfältig zielte. Ich sah durch das Glas, wie das Ruderblatt durch seinen Schuss zersplittert wurde. Henderson wählte sich Harrisons rechten Riemen zum Ziel. Das Boot drehte sich. Einen Augenblick später waren auch die beiden andern Riemen zerschossen. Die Leute versuchten mit den Stümpfen zu rudern, aber sie wurden ihnen aus den Händen geschossen. Kelly brach eine Bodenplanke los und begann damit zu paddeln, Hess sie aber mit einem Schmerzensruf fallen* als die Splitter ihm in die Hand drangen. Jetzt gaben sie es auf und Hessen das Boot treiben, bis ein zweites Boot, das Wolf Larsen vom Strande schickte, sie ins Schlepptau nahm und an Bord brachte. Spät am Nächmittage lichteten wir die Anker und fuhren weiter. Vor uns lagen drei bis vier Monate Jagd in den Robbengründen. Diese Aussicht war in der Tat trübe, und ich ging schweren Herzens an meine Arbeit. Eine Art Grabesstimmung schien sich auf die ,Ghost' herabgesenkt zu haben. Wolf Larsen hatte sich, von seinen merkwürdigen, betäubenden Kopfschmerzen gepackt, in seine Koje zurückgezogen. Harrison stand teilnahmlos am Rad, halb darauf gestützt, als drücke ihn sein eigenes Gewicht zu Boden. Die übrige Mannschaft war mürrisch und schweigsam« Ich überraschte Kelly, der, den Kopf auf den Knien und die Arme um den Kopf, in einer Haltung unaussprechlicher Niedergeschlagenheit neben der Achterluke zusammengebrochen war. Johnson fand ich seiner ganzen Länge nach auf dem äussersten Rande der Back liegend, wo er unverwandt in den aufgewühlten Schaum unter sich starrte. Ich versuchte, die düsteren. Gedanken des Mannes abzulenken, indem ich ihn zu mir rief, aber er lächelte mich nur traurig an und weigerte sich, zu gehorchen. Als ich nach achtern ging, näherte sich Leach mir. • «Ich möchte Sie um etwas bitten, Herr van Weyden», sagte er. «Wollen Sie, wenn Sie je das Glück haben sollten, Frisco wiederzusehen, Matt McCarthy aufsuchen? Er ist mein Vater. Er wohnt auf dem Hügel, gleich hinter der Mayfair- Bäckerei, und betreibt eine Schuhflickerwefkstatt, die jeder kennt, Sie werden ihn ohne Schwierigkeiten finden. Sagen Sie ihm, dass ich lange genug gelebt habe, um all die Sorge zu bereuen, die ich ihm bereitet habe, und— Gott segne ihn.» Ich nickte, sagte aber: «Wir werden alle nach San Francisco zurückkehren, Leach, und du wirst mit dabei sein,-wenn ich Matt McCarthy besuche.» «Ich möchte es gern glauben», antwortete er, indem er mir die Hand schüttelte, «aber ich kann nicht. Wolf Larsen bringt mich um, das weiss ich, und ich hoffe, dass er es schnell tut.» Und als er mich verHess, spürte ich denselben Wunsch in mir selber. Es geschah ja doch, also dann lieber schnell. Die allgemeine Finsternis hatte auch mich eingehüllt. Das Schlimmste schien unvermeidlich. Und wie ich Stunde auf Stunde an Deck auf und ab schritt, war mir als hätten mich die abstossenden Gedanken Wolf Larsens angesteckt. Wozu das alles? Auch ich lehnte mich über die Reling und starrte sehnsüchtig ins Meer hinab, sicher, dass ich früher oder später versinken musste in dieser kühlen, grünen Tiefe der Vergessenheit. Merkwürdigerweise ereignete sich trotz der allgemeinen Ahnungen nichts Besonderes auf der ,Ghost\ Wir Hefen weiter nach Norden und Westen, bis wir die japanische Küste erreichten und die grossen Robbenherden fanden; Sie kamen durch den unendlichen Ozean — niemand wusste woher — auf ihren alljährlichen Wanderungen nach den Paarungsplätzen an der Beringsee. Ond nach Norden fuhren wir, mordend und vernichtend, indem wir die geschundenen Körper den Haien überliessen und die Häute einsalzten, damit sie später die schönen Schultern der Städterinnen schmücken konnten. Es war Massenmord, und alles um des Weibes willen. Niemand ass das Fleisch oder gebrauchte den Tran. Nach einem guten Jagdtage war das ganze Deck mit Fellen und Körpern übersät und schlüpfrig von Fett und Blut, durch die Speisegatten floss ein roter Strom, und Masten, Tauwerk und Reling waren blutbespritzt. Die Männer verrichteten ihr Handwerk wie Schlächter, mit blossen, roten Armen und grossen Messern in den Händen, um die schönen Seetiere, die sie getötet hatten, ihrer Felle zu berauben. Ich hatte die Aufgabe, die Felle nachzuzählen, wenn sie von den Booten an Deck geschafft wurden, das Häuten und später die Säuberung des Dfecks zu beaufsichtigen. Es war keine erfreuliche Arbeit. Seele und Magen empörten sich dagegen. Und doch tat mir diese Arbeitsleistung und der Befehl über viele Männer gut Meine Entschlossenheit entwickelte sich, und ich merkte, dass ich ausdauernd und abgehärtet wurde. Eines begann ich zu fühlen, dass ich nie wieder derselbe werden konnte, der ich gewesen war. Als wir die Jagdgründe erreicht hatten, sah ich Wolf Larsen mehr denn je. Denn wenn das Wetter schön war und wir uns inmitten einer Herde befanden, waren alle Mann in den Booten, und nur er und ich sowie Thomas Mugridge, der nicht zählte, blieben an Bord. Aber das war keine Erholung für mich. Die sechs Boote zerstreuten sich fächerförmig vom Schoner, bis das äusserste Luv- und Leeboot zehn bis zwanzig Meilen voneinander entfernt waren, dann kreuzten sie und jagten, bis die Nacht hereinbrach oder schlechtes Wetter sie zur Umkehr zwang. Unsere Aufgabe war es, die ,Ghost' in Lee des letzten Leebootes zu steuern, so dass alle Boote günstigen Wind hatten, wenn sie uns bei drohendem Unwetter erreichen wollten. Es ist keine Kleinigkeit für zwei Mann, namentlich bei steifem Wind, ein Fahrzeug wie die ,Ghost' zu führen, zu steuern, Ausschau nach den Booten zu halten und Segel zu setzen und zu streichen. Daher galt es für mich, zu lernen, und schnell zu lernen. Das Steuern erfasste ich leicht, aber in die Takelung zu klettern und nur durch die Kraft meiner Arme mein ganzes Gewicht hinaufzuschwingen, wenn ich die Wanten verliess, um noch höher zu gehen, war schon viel schwerer. Aber auch das lernte ich rasch, denn ich spürte in mir den heissen Wunsch, vor Wolf Larsen zu bestehen, mein Recht am Leben auf andern Wegen als denen des Geistes zu beweisen. Ja, es kam die Zeit, da es mir geradezu eine Freude machte, die Bewegungen der Mastspitze zu fühlen und mich mit den Beinen festzuklammern, während ich durch das Glas das Meer nach den Booten absuchte. Ich erinnere mich, eines Tages, als die Boote früh ausfuhren, wie das Knallen der Büchsen immer ferner und schwächer klang und schließlich ganz erstarb, je weiter sie sich über das Meer zerstreuten. Es wehte ganz schwach aus Westen, aber der Wind schlief völlig ein, gerade als wir in Lee der Boote angelangt waren. Eines nach dem an-' dem — ich sah es von der Mastspitze aus — verschwanden die sechs Boote hinter der Rundung der Erde, indem sie die Robben westwärts verfolgten. Wir lagen, nur ganz schwach in der stillen See rollend und ausserstande, die Boote einzuholen. Wolf Larsen war ernst. Das Barometer fiel, und der Himmel im Osten gefiel ihm nicht Er studierte ihn mit ununterbrochener Wachsamkeit. Fortsetzung folgt STELLEN-MARKT Erfahrener Chauffeur-Mechaniker 18jBhr. unfallfreie Praxis beim selben Prinzipal, sucht infolge Ablebens desselben neue Stellung. Erstklass. Referenzen, Fahrpraxis in allen Nachbarländern, reisegewandt, zu jed. Arbeit willig. — Offerten an Jacques Saxer, Hammerstr. 33, Zürich 8. 70898 Wir suchen einen Personen-Wagen-Verkäufer Handgeschriebene Bewerbungsschreiben mit Photo, kurzem Lebenslauf, mit lückenlosem Nachweis der bisherigen Tätigkeit und Referenzen erbeten. Mercedes-Benz-Automobil A.-G., 11853 Weisseribühlweg 40, Bern. Gesucht per 15. April absolut tüchtiger Auto-Reparateur Nur erstklassige Kraft kommt in Frage. Offerten mit Zeugnisabschriften und Bild unter Chiffre 71563 an die Automobil-Revue, Bern. KAUFMANN feisegewandt, Inh. d. besond. Führerausw. Kat. B, sucht Interessengemeinschaft in Auto-Reise-Unternehmen ev. Beteiligung. 71520 Zuschr. an Postfach 207, Fraumiinster, Zürich. Automobil-Fachmann mit langjähriger Organisations- und Verkaufspraxis sucht Vertretungen oder entsprechenden Wirkungskreis mit event. Beteiligung. 12391 Bahnpostfach 10230, Zürich Suche für meinen demnächst austretenden Autömechanikerlehrllng mit gut absolviert. Prüfung Stelle als 11738 Chauffeur- Mechaniker Bewerbender" ist flotte, gut präsentierende Erscheinung, guter Fahrer und. Wagenpfleger, beherrscht die drei Landessprachen und kann in jeder Hinsicht gut empfohlen werden. Geht eventuell auch ins Ausland. J. Good, Garage, Trübbach. Kraft., 20jähr., Deutsch und Französ. sprechender Bursche 71349 sucht Stelle als Mitfahrer auf Lieferungs- oder Lastwagen. Suchender würde auch andere Arbeit verrichten und ist gut mit Pferden vertraut. Zeugnisse zu Diensten. — Offerten an Ad. Mettler, Bollsteg, Affeltrangen. Jüngerer, selbständiger, mit allen Reparaturen u. Rev. vertrauter Auto- Mechaniker sucht Arbelt. Auch erfahren im elektr. Gebiet u. in der allgem. Mechanik. — Erste Ref. u. Zeugnisse. Dauerstelle erwünscht. Gefl. Offert, unt. Chiffre 71559 an die Automobil-Revue. Bern. Tüchtiger Chauffeur bester Wagenführer, aus Gräub., mit 8jähr. Fahrpraxis auf Lastwagen vu. Car-Alpin sowie sehr guten Kennth. in sämtlichen Reparaturen, sucht Stelle Offerten unter Chiffre 71557 an die Automobil-Revue, Bern. Junger, tüchtiger, routinierter CHAUFFEUR (Militärfahrer), sucht Stelle in grösserem Autobetrieb mit eig. Reparaturwerkstätte, wo ihm viel Gelegenheit geboten wird, in der Garage zu arbeiten. Suchender fährt 4 Jahre auf Schwerlastwagen (Diesel) u. 2 Jahre auf Lieferungswagen, möchte sich aber in Reparaturen besser ausbilden lassen. Bevorzugt wird französische Schweiz. — Offerten an Jos. Schönbächler jun., Einsiedeln. 71558 Gesucht selbständiger, routinierter, lediger Chauffeur- Mechaniker auf 10-t-Züge und Gesellschaftswagen, Spezialist auf Saurer und Berna erhält den Vorzug. Kost u. Logis beim Meister. (Bei ZufriedenheitJahresstelle.) Offert, mit Lohnansprüchen sind erbeten unter Chiffre 71566 an die Automobil-Revue. Bern. Junger, zuverlässiger Chauffeur mit prima Zeugnissen, 2jähr. unfallfreier Praxis, mit den Reparaturen vertraut, sucht Stelle auf Lieferungs- oder Lastwagen. Offerten unter Chiffre 71518 an die sucht Stelle auf Lastwagen. 7 Jahre auf Berna und F. B. W. gefahren. Alter 29 Jahre. Zeugnisse und Referenzen stehen z. Verfügung. Es kann auch eine Kaution von einigen tausend Franken gemacht werden. — Offerten unter L 3021 Y. an Publicitas, Bern. 71544 Einen vertrauenswürdigen finden Sie durch eine „Kleine Anzeige" in der Automobil-Revue Zukaufen gesucht Occasionswage bis .10, höchstens 12 PS. Offerten mit Preis unter Chiffre Z 3723 an die Automobil-Revue, Bureau Zürich. 71506 Automobll-Rtvu«, Bern. Langjähriger, erfahrener Chauffeur Chauffeur Zukaufen gesucht gebrauchter, älterer 4—5-Tonnen- Lastwagen wenn auch kein Kipper. Auch solcher m. Hohlkammer-Reifen, aber er muss abnahmefähig sein. Ev. würde auch ein schwerer Traktor gekauft. 71473 Gefl. sofortige Offerten mit alleräusserster Preisangabe san Otto Senn, Schausteller, Seestr. 570, Zürich. Zukaufen gesucht laufend Abbruch- Lastwagen geeignet zur Herstellung von Anhängern, hinten m. Doppel-Luftbereif., Tragkraft. 2—5 Tonnen. 1211s Offerten unter Chiffre Z 3717 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Zukaufen gesucht 6-Pl.-Lünousine Occasion Offerten unter Chiffre OF.3168D. anOrellFüssli- Annoncen, Davos. 71550 Zukaufen gesucht ein Zweirad-Anhanger mit Doppelbereifung 40X8,' Tragkraft 3500 kg. 71532 Schriftl. Offerten unter Chiffre G. 32211 Lz. an Publicitas, Luzern. Zukaufen gestickt Kleinauto 4plätzig, gut erhalten. Offerten mit Preisangabe und Kilometerzahl unter Chiffre 71525 an die Automobil-Revue. Bern. Zu kaufen gesucht per Gelegenheit ein AUTO. Cabriolet oder Innensteuerung, 10 PS. — Off. unter Chiffre W. 20713 U. an Publicitas Biel. 71533 Zu kaufen gesucht Occasipns-Wagen nicht über 15 PS, Modell nicht älter als 1934, in tadellosem Zustand, gegen bar. Offerten erbeten unter Chiffre 71553 an die Automobil-Revue, Bern. Zu kaufen gesucht x gebrauchter 5-Tonnen-LASTWAGEN noch gut erhalten, ohne Kippvorrichtung. Es kommeii auch ältere Modelle in Frage. — Offerten mit äusserster Preisangabe erbet, unter Chiffre 71540 an die Automobil-Revue, Bern.

N° 30 — DIENSTAG, 7. APRIL 1936 AUTOMOBIL-REVUE Die Biographie der A.-R. William Morris, der letzige Lord Nuffield und Hauptaktionär der englischen Morris-Werke hat einen Aufstieg erlebt, wie er in den letzten Jahrzehnten kaum seinesgleichen haben dürfte. In knapp 15 Jahren gelang es diesem unbeirrt seinem Ziele nachstrebenden Manne, seine Automobilfabrikation zu einer solchen Höhe emporzuführen, dass sie mit einer Jahresproduktion von über 150,000 Wagen seiner Marken, Morris- Wolseley M. G. und Morris-Lastwagen, in Europa wahrscheinlich an der Spitze steht. Die Entwicklung dieses noch in rapider Ausdehnung begriffenen Werkes stützt sich, wie bei der Grosse des heutigen Unternehmens nicht anders denkbar ist, auf einen grossen Stab hervorragender Fachleute, aber aus wenigen Unternehmen dieses Ausmasses ragt die Persönlichkeit des Gründers und Inhabers so hervor, wie in diesem Falle. William Morris ist in Worcester geboren. Sein Vater brachte ihn frühzeitig nach Oxford, dieser berühmten englischen Universitätsstadt, deren wohlhabende Bevölkerung ihm für seine spätere Entwicklung und kühnen Pläne die entscheidende Chance bot. Als W. Morris mit sechzehn Jahren die Schule verliess, trat er in die Dienste einer kleinen Fabrik ein, die in primitiver Weise und bescheidenem Ausmass die Herstellung von Fahrrädern betrieb. Nach dreivierteljähriger Tätigkeit glaubt der junge Morris in der Selbständigkeit bessere Rechnung zu finden und eröffnet mit einem Kapital von etwa 100 Franken eine kleine Reparaturwerkstatt. Die gediegene Arbeit des junge.n Mechanikers spricht sich in Studentenkreisen schnell herum, und so wächst das junge Unternehmen in wenigen Jahren zu einer Stätte beachtlicher, wenn auch rein lokaler Bedeutung. Seiner Zeit weit voraus, entwarf er ein einzylindriges Motorrad mit Kardanantrieb und einer Reihe sonstiger interessanter Details. Grosse Popularität fand es zwar nie, aber der junge Morris kam dennoch auf seine Kosten. Um diese Zeit, es war um 1910, erlangte das Automobil eine gewisse Bedeutung. Morris erfasste mit intuitivem Blick die grosse Zukunft dieses neuen Verkehrsmittels und wusste sich und seinen damals noch recht kleinen Stab von Mitarbeitern in die Geheimnisse des Motorfahrzeugbques einzuführen. So wurde der Grundstein zu den späteren Morris-Garagen gelegt, die sich stets wachsenden Zuspruches erfreuten. Im Jahre 1913 brachte Morris seinen ersten, in eigenen Werkstätten hergestellten Wagen auf den Markt, für die damalige Zeit insofern eine revolutionäre Schöpfung als er in seinen Abmessungen, Unterhaltskosten und im Anschaffungspreis einen bis dahin unbekannten Tiefstana vertrat. Kein Wunder, "wenn eine recht erhebliche Nachfrage einsetzte, der die Willi Der Aufstieg eines kleinen Mechanikers Morris kleine Werkstatt nur mit Mühe nachkommen konnte. Die Morris-Wagen hatten zu damaliger Zeit den eigenartig vorgebauten, runden Kühler, der den älteren Automobilisten noch erinnerlich sein wird. Uebrigens werden diese Fahrzeuge noch heute auf den entlegeneren englischen Strossen mitunter angetroffen. Der Weltkrieg setzte dem aufblühenden Unternehmen ein unerwartetes Hemmnis entgegen. Das Werk wurde vom Kriegsministerium mit der Fertigstellung von Munition und anderem Kriegsmaterial betraut. Morris selbst erhielt die Aufsicht über sein kleines Unternehmen. Bei Kriegsausgang hatte er nichts als eine Anzahl restlos verbrauchter Maschinen. Aller finanziellen Mittel entblösst, aber be-. reichert an Erfahrung sann Morris unaufhör-" lieh nach gangbaren Wegen, um die Autofpbrikation wieder in Fluss zu bringen. 1919 endlich, nach einer Zeit bitteren Ringens und persönlicher Entbehrungen, war der erforderliche Maschinenpark wieder beisammen und damit die Grundlage für eine Produktion auf schmälster Basis geschaffen. Zu dieser Zeit war der englische Autobau konstruktiv und qualitativ in jeder Beziehung rückständig. Amerikanische und französische Wagen überschwemmten das Land. Morris erkannte sehr früh die Fehler und Hindernisse einer handwerksmässigen Fabrikation, denen der einheimische Autobau erlag, während die standardisierte amerikanische Fabrikationsmethode ihre Ueberlegenheit durch schnell vordringende Marktergreifung unterstrich. So stellte Morris seinen kleinen Betrieb auf einen Typ standardisierter Qualität und Form um, nachdem er die Wünsche des Publikums mit Sorgfalt und psychologischem Scharfsinn herausgelesen hatte. Der versuch gelang. Unaufhörlich drängte sich die Notwendigkeit einer Erweiterung des Rahmens der Fabrikation auf; die immer noch spärlichen Mittel gestatteten jedoch nur eine schrittweise Entwicklung. Aber als 1920 der grosse Wirtschaftliche Rückschlag eintrat, befand sich William Morris in der einzigartigen Lage, von dieser so einschneidenden Krise kqum berührt zu werden. Während die übrige Auto-Industrie sich darüber die Köpfe zerbrach, wie die Preise zu erhöhen seien, sann Morris ebenso beharrlich nach Mitteln und Wegen, um eine einschneidende Preisreduktion in die Wege zu leiten. Mit diesem Entschluss, aber auch mit der Genialität wie er ihn durchführte, legte Morris das Fundament zu seinem weltumspannenden Erfolg. Produktionssteigerungen und Preisreduktionen lösten nunmehr einander in dichter Folge ab. 1928 mussten die Wolseley- Werke sanieren. William Morris unterbreitete ein Angebot, das angenommen wurde und dieses zu den ältesten der Branche zählende Werk vor dem Stillstand zu bewahren. Seit jener Zeit wurden die Wolseley-Werke gründlich umorganisiert und als modernste Automobilfabrik Europas ausgestattet. IhrProgramm wurde demjenigen der Morriswerke angepasst, wodurch Wolseley zum Nutzniesser der grossen Morris-Produktion wurde. Das weitgehend angewandte Verfahren des Austausches von Teilen kqm besonders den Morriswagen zustatten, deren Preis eine spürbare Entlastung erfuhr. Im Jahre 1930,'wqr der von den alten Morris-Garagen aus Normalteilen der Morris-Produktion hergestellte Sportwagen zu einer so beachtlichen Leistung herangewachsen, dass William Morris die Zeit für gekommen erachtete, diesen bisher etwas vernachlässigten 'Zweig in grösserem Rahmen zu betreiben. Die M.G.-Werke wurden gegründet und die Herstellung des Sportwagens einer in Abingdon errichteten Fabrik übertragen. Die zahllosen Erfolge des M.G.-Wagens im In- und Ausland ;sind zu bekqnnt, als dass sie an dieser Stelle nähere Erörterung finden müssten. Die Persönlichkeit William Morris erhielt am ;1. Januar 1934 durch Erhebung in den Adelsstand und durch Verleihung des Titels eines Lord Nuffield die offizielle Anerkennung. Trotz dieser Ehrung, die bei manchen mit dem Verlust wertvoller menschlicher Eigenschaften einhergeht, ist Lord Nuffield der einfache Mann geblieben, der er stets war. Efr. \uto und Ifl^d 13 zira verlassen Sie sich nicht unbedingt auf Ihre Augen. In einer Sitzung der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft sprach Dr. Ing. H. Lossagk, der einzige optisch-psychologische Gerichtesachverständige für Unfälle aller Art, über «Optische Gefahrwahrnehmung». In den von ihm angestellten Untersuchungen hat sich die optische Gefahrwahrnehmung, also der Einfluss der Beleuchtungsverhältnisse, als grundsätzlich entscheidend in vielen Fällen erwiesen. Erfahrung und Statistik lehren, dass über die Hälfte aller Verkehrsunfälle durch Behinderung rechtzeitiger Wahrnehmung von Gefahren oder durch Ablenkung der Aufmerksamkeit verursacht wird. Auf die Sinnestüchtigkeit aller Strassenbenützer ist daher neben guter Anlernung und Erziehung ebenfalls grosser Wert zu legen. Ausserdem aber müss die Erkenntnis gefördert werden, wann und unter welchen Umständen auch das normale Auge den Anforderungen, die ihm durch ungünstige Beleuchtung und Sichtverhältnisse gestellt werden, nicht mehr gerecht werden kann.. Schon bei einer heute noch allgemein als ausreichend bezeichneten Strassenbeleuchtung zum Beispiel steht, wie an Hand zahlreicher gerichtlich geklärter Unfälle nachgewiesen werden konnte, dem Automobilisten nur ein Bruchteil der Augenempfindlichkeit zur Verfügung, die er bei Tageslicht besitzt. Kommen hierzu noch weitere Beeinträchtigungen wie Siclftstörungen und dergleichen, so ist die Erkennbarkeit von Gefahrlagen derartig vermindert, dass Unfälle kaum zu vermeiden sind und die Beantwortung der Schuldfrage auf gröfl8t9 Schwierigkeiten stösst. Vielen Fahrern wird es unbekannt sein, dass sie vielleicht schon mancher optischen Täuschung unterlagen, als sie eine Fahrbahn mit breitem Fußsteig für breiter hielten, als sie in Wirklichkeit ist. Einem Motorradfahrer wurde dieser Irrtum des Auges zum Verhängnis: er wurde von einem Lastauto eingeklemmt und getötet. Ein anderer Fall: ein Automobilist durchfuhr eine Bahnunterführung; in der Mitte des Tunnels bemerkte er, dass er einen an der Weiche der Strassenbahnechienen hockenden Arbeiter überfahren hatte. Zur wissenschaftlichen Klärung des Falles legte man an die Stelle, an der das Unglück geschah, einige Sandsäcke. Es ergab sich nun die merkwürdige Feststellung, dase mehrere aufeinanderfolgende Wagen, die in gleicher Geschwindigkeit wie der Unglückswagen die Unterführung durchfuhren, ausnahmslos die Sandsäcke als Hindernis nicht erkannten und über sie hinwegfuhren. Der Grund liegt darin, daes das menschliche Auge nicht die Fähigkeit besitzt, sich mit der in diesem Falle erforderlich gewesenen Schnelligkeit der unter dem Tunnel veränderten Lichtsitutation anzupassen und nach dem Wechsel der Helligkeit mit dem Halbdunkel Gegenstände von gleicher Färbune, wie es der dunkel gekleidete Arbeiter war, zu etkenneD und zu umgehen. CITROEN 1935, sehr elegantes Stromlinienmodell, erst vorsichtig eingefahren, wie neu, mit Spezialausrüstung, statt Fr. 6500.— Fr. 2900.— netto. 71548 3V* Seltene Gelegenheit I "*&C Direktion der Korkparkettwerke A.-G,, Dürrenäsch. AUTO NÄ Ankauf von alten und verunfallten Personen- und Lastautos. VerwerlUDö von Bestandteilen Grosse Ersatzteil lager von über 200 verschied Marken. Kompl. Motoren, Cardane. Getriebe, etc. Grosses Lager in guten Occasions- Personen- und Lastautos OPEL 7 PS, 1936, neu, umständehalber Offerten unter Chiffre 71565 an die Automobil-Revue, Bern. AUTO- FAHRTEN Lieferung nur ab Fabrikation in die ganze Schweiz: franko bei Voreinzahlung auf Postcheck III/Ö982 oder 3p lätziges unter Portozuschlag bei Nachnahmen. Die neue SUPER-MT-Mischung ist eine nipht mehr zu übertreffende Konzentration feinster Spindelöle, kolloidalem Graphit und Rohölderivaten. — Prüfen Sie* jetzt — Sie haben Gelegenheit. Sichern Sie sich Sportboot sofort die Gratisprobe. Lieferung nur durch doppelwandig, mit fabrikneuem Aussenbordmotor M. LORY. Fabrikation und Verkaufsdienst, BERN, Kramgasse 5 Postcheck HI/9982 « Johnson >, 22 PS, Mod. 19ä6, 40 km/Std. 10395 Diverses Allied Machinery Comp., Zürich, LöwenStrasse 14. Tel. 51.157. Ford Komplette Mod. 30, 4/5 PL, Limousine, tadellos in Stand, wie neu, für Fr. 700.— zu verkaufen. Ev. Teilzahlg. Offerten unter Chiffre Z 3727 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Lancia 4 Zyl., 13 PS, 6pl., prima t GlESSEN WS1TBL6Z299 Zustd., wird zu Fr. 1500.-, event. auf Teilzahlung abgegeben. 71561 Müller, Kollerweg 8, Bern. OCCASION zu verkaufen MIT ALLWAG- ^JCARTEN OCCASION ! SV" Zu verkaufen FIAT 509 A Coupe, 2/4 PL, 5 PS, revidiert, fahrber., Karosserie tadellos erhalt., f. 650 Fr, netto od. pass. Tauschgeschäft. Ausführt. Off. erhalten Sie v. A. B., Postfach 3592, Goldach (Kt. St. Gallen). 71556 len Verkauf von Occasions - Autos, -Traktoren und -Motorrädern besorgt innert kürzester Frist H. Brun, Effingerstr. Nr. 55, Bern. 71564 Gratis -Proben Occasions Einachser- Anhänger der vielbesprochenen MT-Tabletten mit der neuen SUPER-MT-Mlschung Da es soeben gelungen ist, die gegenwärtig vielbesprochenen MT-Tabletten ganz bedeutend zu verbessern: möehten wir allen Interessenten Gelegenheit geben, einen kostenlosen Versuch mit der neuen SUPEE-MT- Mischung zu machen. Gegen Vergütung von 30 Rp. Pqrt