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E_1949_Zeitung_Nr.003

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AUTOMOBIL REVUE

AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 19. JANUAR IM» - Nr.3 USA Synthetisches Benzin in den USA. (Von unserem New-Yorker Korrespondenten) Dass es in den Vereinigten Staaten überhaupt ein Oel-c Problem » gibt, ist darauf zurückzuführen, dass der Bestand an Erdölreserven nur durch eine Gleichung mit zwei Unbekannten ausgedrückt werden kann. Erstens können sich die Fachleute und erst recht die Laien nicht darüber einigen, wie gross die noch im Boden stekkenden Oelreserven sind. Noch vor zwei Jahren hiess es allgemein, die Petroleumquellen der USA wären in acht bis zehn Jahren erschöpft; eine offizielle Schätzung, die im Dezember 1948 veröffentlicht wurde, spricht jedoch von € mindestens 200 Jahren». Zweitens weiss kein Mensch, wieviel Oel und Benzin die USA verbrauchen werden. Stellt man auf den jetzigen Verbrauch ab, dann geht die Rechnung nahezu auf: es wird fast soviel gefördert wie konsumiert wird. Wenn aber eine Zuspitzung der internationalen Lage die USA zwingen sollte, Petroleumprodukte für militärische Zwecke zu verwenden, würde die ganze Rechnung über den Haufen geworfen werden. Dann könnte sich tatsächlich ein derartiges Petroleumdefizit ergeben, dass aus dem Oel-« Problem » eine Oel-«Krise » wird. Gerade diese beiden Unbekannten — Reserven und Konsum — sind es, denen das von privater und offizieller Seite geförderte Programm der Schaffung einer synthetischen Oelindustrie seine Entstehung verdankt. Schon im zweiten Weltkriege wurden die Grundlagen einer neuen Industrie geschaffen, aber mit dem Ende des Krieges entwickelte sie sich zunächst nur langsam. Einmal schien es, als ob die Petroleumindustrie daran ginge, sich selbst Konkurrenz zu machen: niemand sah die gewaltige Konsumsteigerung an Erdölprodukten voraus. Dazu waren die synthetischen Produkte zu teuer. Synthetisches Benzin — ein kostspieliger Artikel. Beides hat sich inzwischen geändert. Selbst eine starke Erhöhung der Erzeugung synthetischer Produkte vermöchte den Markt nicht zu sättigen; schlimmstenfalls Hesse sich ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage durch eine Drosselung der Einfuhren erzielen. Die Kosten der synthetischen Produkte liegen zwar noch immer hoch, aber inzwischen haben sich jene des natürlichen Petroleums noch stärker erhöht. Wirtschaftlich sind dadurch die Einwände gegen eine Ausweitung der synthetischen Produktion fortgefallen — bis auf einen: Die gewaltige Kapitalanlage, die zur Erstellung synthetischer Werke notwendig ist, bedeutet für die Fabriken die Festlegung ganz erheblicher Geldmittel — ein Risiko, das selbst die Mammutkonzerne nur ungern auf sich nehmen. Einen Antrieb hat die Produktion synthetischer Petroleumprodukte dadurch erhalten, dass die Verfahren hiezu selbst erheblich verbessert worden sind. Ursprünglich waren die USA auf eine Verwendung der Originalpatente der Deutschen angewiesen. Sie benutzten das Kohleverflüssigungsverfahren von Bergius zur Gewinnung von Benzin aus Kohle und, indirekt, aus Oelschiefern sowie das Fischer-Tropsch-Verfahren zur Benzingewinnung aus Kohle und aus Naturgas. Beide Verfahren hat die amerikanische Industrie weiter vervollkommnet und «abgeschliffen >. Schon im Laufe des Krieges tauchte die Frage auf, ob die Industrie sich mit dem bisher Erreichten begnügen und eine « regelrechte » Fabrik bauen sollte, oder ob es angebracht sei, sich weiterhin mit Versuchsanlagen zu begnügen, um Anfängerfehler in der Grossproduktion zu vermeiden. Die «regelrechte» Fabrik, welche der amerikanische Kongress im Interesse der Kriegserfördernisse vorschlug, ist indessen niemals gebaut worden. Immerhin kam es zur Schaffung eines Regierungsbüros, des sogenannten « Office of Synthe-. tic Liquid Fuels», das den ganzen Fragenkomplex weiter studierte und nach Kriegsende zwei Tatsachen feststellte, die geeignet-schienen, die Zukunft der synthetischen Oelindustrie in den USA entscheidend zu beeinflussen. Einerseits entdeckte das Büro, dass die Deutschen sich fast ausschliesslich auf das Bergius-Verfahren verlassen und jedenfalls nach 1938 keine Fischer-Tropsch-Anlagen mehr gebaut hatten. Anderseits berechnete es, dass die Deutschen selbst' zur Zeit der grössten Produktion im Frühjahr 1944 weniger als 100 000 Fass synthetisches Benzin pro Tag herstellten, dass diese Menge jedoch genügte, um nahezu 40 % der militärischen und industriellen Bedürfnisse zu decken. Demgegenüber beliefen sich allein die militärischen Bedürfnisse der USA nach dem Kriege auf rund 340 000 Fass täglich. Das hiess, dass die USA, wenn sie auch nur teilweise synthetische Treibstoffe verwenden wollten, ein Vielfaches der deutschen Maximalproduktion schaffen müssten. cAvspvfftöpfe» oof dem Dach einer Fabrik zur Gewinnung von Benzin aus Erdgasen in Wosson (Tex«). Photo Shell Oil C*. 9 Milliarden Dollar und 16 Millionen t Stahl sind erforderlich. Obwohl den Amerikanern nach Kriegsende zahlreiche deutsche Patente zugefallen sind, haben sich die Schwierigkeiten der Errichtung einer synthetischen Oelindustrie kaum verringert. Der erforderliche Kapitalaufwand ist bereits erwähnt worden; dazu kommt noch der Bedarf an Rohstoffen, besonders an StahL In seinem Bericht an den Kongress betonte Innenminister Krug, dass gerade diese beiden Umstände dafür sprächen, die Schaffung einer synthetischen Petroleumindustrie jetzt, im Frieden, vorzunehmen, weil es in einem Kriege an Geld, Arbeitskräften und Rohstoffen fehlen würde. « 9 Milliarden Dollar und 16 Millionen t Stahl sind erforderlich », sagte Krug. Viel bescheidener nehmen sich allerdings die tatsächlichen Beiträge aus, welche die Regierung der Industrie zu « Forschungszwecken » zur Verfügung stellt oder stellen soll. Fachleute haben den sofortigen Mindestbedarf der Industrie bis auf eine Milliarde Dollar beziffert. Präsident Truman hat ein Gesetz unterzeichnet, das die Subventionierung industrieller Forschungsarbeit auf weitere drei Jahre ausdehnt und für diesen Zweck 30 Millionen Dollar bewilligt. Ein Vertreter der Petroleumindustrie erklärte jedoch, jeder Cent sei verschwendet; ein « synthetisches Programm » bedeute einen Fehlgriff, basierend auf der irrigen Vorstellung, Amerika sei auf synthetische Brennstoffe angewiesen. Nach dem Bericht dieses Sachverständigen, Dr. Egloff, kostet die Erstellung von Anlagen, die täglich 2 Millionen Fass Oel aus Kohle oder Oelschiefer erzeugen, nicht 9 Milliarden Dollar, wie Innenminister Krug angegeben hatte, sondern 30 Milliarden Dollar. Diese Anlagen würden nach den von ihmi Dr. Egloff, angestellten Berechnungen jährlich 468 000 000 000 t Kohle, d. h. zwei Drittel der gegenwärtigen amerikanischen Gesamtförderung, verbrauchen. Und schliesslich reichten die von Krug erwähnten 16 Millionen t Stahl nicht entfernt aus. Hätte man ihn zur Verfügung, dann Hessen sich damit so viele neue Petroleumquellen erschliessen und so viele neue Anlagen bauen, dass Amerika überhaupt nicht auf synthetische Treibstoffe angewiesen wäre. Jedenfalls solle die Regierung aufhören, sich in die Pläne der Privatindustrie durch Subventionen oder auf andere Weise einzumischen. Hiezu hat sich aber die Regierung nicht entschlossen. Sie plant, nach und nach bis zu 400 Millionen Dollar in die Förderung synthetischer Anlagen zu stecken. Eine Reihe davon sind bereits gebaut; ihre Produktion schwankt im allgemeinen zwischen 50 und 300 Fass pro Tag, ist also kaum nennenswert. Indessen steht fest, dass das erste grosse Werk zur Erzeugung synthetischer Treibstoffe noch im Laufe des Jahres 1949 in Betrieb genommen wird. Ihm sollen andere folgen, die teils von der Regierung subventioniert, teilweise ausschliesslich von privater Seite finanziert werden. FORAX -VENTILSCHLEIFMASCHINEN zeichnen sich aus durch r^ ihre vollkommene Steifigkeit ihre nur in einer Richtung beweglichen Supporte ihr patentiertes Präzisionsspannfutter und durch ihren Ventil-Spannkopf mit zentraler Einstellung. Dank diesen Konstruktionsmerkmalen, ihrer Präzision und ihrem Preis ist die «FORAX» eine der besten, marktgängisten Ventil-Schleifmaschinen Sie ist geeignet für Ventilschäfte von 6-16 mm Durchmesser und kostet nur Fr. 995.- netto, exd.Wusf. Auch Zubehöre und Ersatzteile zu dieser Maschine liefern wir prompt ab Lager. ACAR AG., ZÜRICH, Seehofstrasse 15, Telephon (051) 32 68 28/29 ACAR S.A.. 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