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E_1949_Zeitung_Nr.005

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16 AUTOMOBIL REVUE

16 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 2. FEBRUAR 1949 - Nr. 5 DEUTSCHLAND Was tut sich in der Autoindustrie ? Eine Rundreise durch die Motorfahrzeug-, deren Aggregate, und durch die Reifenwerke der deutschen Westzonen beweist, wie gross die Schäden waren; aber was heute wieder fabriziert wird, darf sich, wenn man die Ausgangslage in Rechnung stellt, sehen lassen. Man hat nur jene Ersatzstoffe beibehalten, die sich als nützlicher oder als hochwertiger erwiesen haben, als das frühere Originalmaterial*, man hat die Serienfabrikation wieder in Gang gebracht, und wenn das ja erst 1942 vollendete Volkswagenwerk in Wolfsburg bei Hannover das Produktionsjahr 1948 mit 19 220 Volkswagen beschliessen konnte, so ist das der Beweis für die geleistete Arbeit. Freilich, es fehlt noch an sehr vielem. Wie stellen sich nun die Perspektiven für die deutsche Autoindustrie im L Quartal 1949 dar? Daimler-Benz ist wieder gut angelaufen. Als Personenwagen wird zur Zeit lediglich der Typ 170 V gebaut, der ein besserer Bergsteiger und auch im Anzug flotter geworden ist. Als Lastwagen baut das Daimler-Benz-Werk Mannheim den 3-Tonner, Typ 701, und das Werk Gaggenau den 4J4-t-Diesel-Lastwagen und -Omnibus mit dem 120-PS-Dieselmotor. Das Daimler-Benz-Karosseriewerk in Sindelfingen hat einen neuen Aufbau für Omnibusse entwickelt, dessen Lieferung bereits begonnen hat. Das Volkswagen werk könnte mehr schaffen, aber dann kommen die Sorgen um Rohmaterial, um Reifen, um die elektrische Ausstattung usw. Der Export ist, an der Gesamtproduktion gemessen, schon heute erheblich, denn die Besetzungsmächte beanspruchen bei weitem nicht mehr so viele Volkswagen wie kurz nach der Besetzung. Neu und überraschend trat um die Jahreswende — wie gemeldet — die Auto-Union wieder auf den Plan, deren früheres Direktorium sich, mit Sitz Ingoldstadt in Bayern, neuerdings zusammengetan hat. Als erster Programmpunkt wird — noch im Laufe dieses Jahres — die Herstellung von DKW-Wagen und von DKW-Motorrädern durchgeführt werden. Die Ersatzteilbeschaffung für alte DKW-, Horch-, Wandererund Audi-Wagen befindet sich bereits im Gang. Im Kölner Ford-Werk rollte im Dezember 1B48 der erste « Ford-Taunus » vom Band, nachdem die Ford-Lastwagenproduktion ja schon seit Juli 1945 wieder läuft. Opel hat mit dem Typ Olympia einen guten Produktionserfolg zu verzeichnen. Vorläufig nur für die Besetzungsmächte und für den Export fabriziert wird der Opel-Kapitän. Die Lastwagenproduktionsgemeinschaft mit Mercedes- Benz im Daimler-Benz-Werk in Mannheim ist gelöst. Opel baut in Rüsselsheim wieder Personen- und Lastwagen, und zwar seit Ende 1948 unter amerikanischer Leitung. Borgward in Bremen hat die Personenwagenfabrikation wieder begonnen. Ueber den kleinen Borgward wird später zu berichten sein. Bemerkt sei, dass Borgward, Gutbrot und Vidal ENGLAND Bei einer Zusammenkunft der Automobil- Fachpresse gab der Vizepräsident der Nuffield- Organisation, R. F. Hanks, einige interessante Aufschlüsse über die kürzlich innerhalb dieses Konzerns durchgeführte Reorganisation. Die erste Etappe bestand darin, die Ausbreitung der Nuffield-Betriebe über so zahlreiche Städte der Midlands zurückzuschneiden. Wohl hat sich dieser etwas sonderbare Aufbau bewährt und Ge- \vinne_ eingebracht, aber heute lebt die Automobilindustrie unter schwierigeren Bedingungen: neue Männer forcieren den Gang, und das Problem, mit dem sie sich auseinanderzusetzen haben, liegt darin, ob die bisherige weite Verzweigung, des Unternehmens im heutigen scharfen Konkurrenzkampf nicht ein Hindernis bildet. Zunächst galt es, in verwaltungstechnischer Hinsicht die notwendigen Richtlinien zu schaffen und dabei, unter Wahrung der Eigenschaften der verschiedenen Marken, die Produktion zu steigern. Den Anfang machte Nuffield mit einer Umgestaltung der obersten Leitung. An die Stelle der Generaldirektoren einer jeden einzelnen Gesellschaft, woraus sich der Konzern zusammensetzte, traten Regionaldirektoren, die ihrerseits zu gegebener Zeit durch < funktioneile » Direktoren ersetzt werden. Warum man zu dieser Massnahme schritt? Weil es sich zeigte, dass das Bestehen gesonderter Gesellschaften mit eigenen Generaldirektoren einer Kirchturmspolitik Vorschub leisten würde. Während der zweiten Phase, die sich Jetzt im Gang befindet, wurden soweit als möglich eile die einzigen Frivat-Autofabnkanten Mitteleuropas sind, also Keine Aktiengesellschaften. Bei Adler herrscht noch keine Klarheit; zunächst bleibt nur festzustellen, dass der Autobau vorläufig nkht in Frage kommt, der Motorradbau vorläufig ebenfalls noch nicht (also nur Velos und Schreibmaschinen). BMW (Bayerische Motorenwerke in München) hat Just vor Weihnachten die Motorradfabrikation wieder begonnen; der Autobau ist geplant Auf dem Versuchsstand sah ich ein vielversprechendes Fahrzeug, aber noch fehlt die interalliierte Produktionserlaubnis. Im Sowjetsektor arbeiten vorläufig nur die Avto-Velo in Eisenach (ein volkseigener Sowjetbetrieb), der den Vorkriegs-BMW herausbringt, und die SAW (Sächsischen Aufbau- Werke) in Chemnitz als Nachfolgerin der einstigen Auto-Union, welche soeben mit der Produktion des ab 1839 entwickelten DKW-Dreizylinderwagens begonnen haben. S.d. Betriebliche Reorganisation im Nuffield-Konzern (Von unserem Londoner Korrespondenten) Montagearbeiten unter einem einzigen Dach zusammengefasst. Die heutigen fünf Montagewerke sollen auf drei, die sechs Maschinenfabriken auf eine reduziert werden. In Coventry würden nur noch Motoren und Getriebe hergestellt, in Birmingham Lenkungen und vorfabrizierte Teile. Die drei Stahlblechwerke würden in zwei zusammengelegt, eines in Birmingham und eines in Llanelly (Südwales), währenddem die Anlage in Oxford einginge. Auf diese Weise würden weniger als acht Fabriken vollständig stillgelegt, .w.omit sich nicht nur leitendes Personal, sondern auch Transportkosten einsparen Hessen. Die besten Köpfe könnten so über die ganze Organisation verteilt werden. Schon jetzt konzentriert sich die Fabrikation des Wolseley in Oxford, und der Riley soll zu gegebener Zeit in den MG- Werken in Abindon-on Thames herausgebracht werden. Dagegen verbliebe die Fabrikation des Morris-Commercial In Adderley Park, gleich wie die Traktoren nach wie vor in den Wolseley- Werken in Birmingham produziert würden. Die zweite Etappe sähe auch einen weit verstärkten Einsatz des Nuffield-Ingenieurstabes, der sich intensiver der Forschung und der Prüfungstätigkeit widmen würde. Auf den neuen Geist der Standardisierung in der Industrie zu sprechen kommend, fügte Mr. Hanks bei, sie werde nach weiteren Fortschritten in dieser Richtung streben. Die Uebereinkunft mit Austin trage noch immer den Charakter eines Versuchs, gestalte sich jedoch zusehends günstiger. Mehr wolle er nicht sagen. Man habe den Mangel an Standardisierung als Unzulänglichkeit gewertet, und es bestehe tatsächlich kein vernünftiger Grund, weshalb Einzelfirmen, von denen jede die selben Bestandteile fabriziere, diese nicht auswechselbar machen sollten. Auf die Frage, ob Standardisierung gleichbedeutend sei mit Stagnation, erwiderte Mr. Hanks, er hoffe nicht, wiewohl ein gewisses Risiko hiefür vorhanden sein möge. Seiner Ansicht nach könne sie jedoch den Weg zu einer Reduktion der Wagenpreise öffnen. Die « Persönlichkeit » eines Wagens werde durch dessen Aussehen, die äussere Erscheinung, bestimmt. Anders ausgedrückt: das Publikum interessiere sich nicht stark für das, was hinter dem Motor komme. Mehr oder weniger liege die Fabrikation von Kupplung, Antriebswelle und zum grossen Teil auch der Bremsen in der Hand eines einzigen Fabrikanten pro Stück und sei bereits weitgehend standardisiert Und der weitere Trend der Entwicklung weise nach dieser Richtung hin- Indessen verlange die Industrie von den Bestandteillieferanten vollwertige Ware und werde sich keinesfalls damit abfinden, dass sie etwa versuchen, die Qualität zu vermindern, um die Preise herabsetzen zu können. Einem allfälligen Versuch der Automobilfabriken, einen Preisdruck auszuüben, müssten sich die Lieferfirmen mit dem Hinweis auf die hohen Qualitätsanforderungen widersetzen (wobei in diesem Zusammenhang namentlich Stossdämpfer und die elektrische Ausrüstung genannt wurden). Ueber das Problem der Benzineinspritzung befragt, erklärte Mr. Hanks, die Nuffield-Organisation habe in dieser Hinsicht zwar schon grosse Arbeit geleistet, doch seien die Forschungen noch nicht soweit gediehen, um den Vergaser verabschieden zu können. Die Herstellung von Benzin-Einspritzpumpen sei eine kostspielige Angelegenheit, und bis sie kommerziell verwertbar seien, bleibe noch ein weites Stück Weg zurückzulegen. Für die britische Automobilindustrie bedeute, so legte Mr. Hanks abschliessend dar, die Dollarknappheit eine grosse Chance, allein ihr stehe als ebenso schwerwiegendes Handicap der Stahlmangel gegenüber. Höhere Stahlzuteilungen würden dem englischen Wagen neue Absatzgebiete erschließen. Auch die Arbeiterschaft sollte sich der einmalig günstigen Lage bewusst bleiben. Die Verkürzung der Arbeitswoche fördere die Produktion ebensowenig wie einschränkende Massnahmen der Behörden. Englands Wiederaufstieg hä/ige von einem jeden ab, der seinen Rock ausziehe und sich an die Arbeit mache. D. N. Sltzverlegung bei Riley. Als weiterer Schritt innerhalb des Rationali- Eierungsprogramms im Nuffield-Konzern wird die Riley Ltd. ihren Sitz von Coventry nach Abingdon verlegen, wo sich die MG-Werke seit ihrer Gründung befinden. Dieser Schritt wird u. a. auch damit begründet, dass die ungenügende Stahlzuteilung die völlige Ausnützung des Produktionspotentials der einzelnen Firmen verhindert. In den bisherigen Riley-Werken. wird ejn Zweig der Morris-Entines-Branch-Motorenfabrik untergebracht ,. .(mt) Wieder eine Spitxenlei»tung der Rootes ein in jeder Beziehung gross er Wagen Limousine de Lnxe Fr. 8^50.— Convertible Cabriolet ca. Fr. 10 cod.- Formschöne, breite und tiefliegende Ganzstahl-Carosserie. Neuartige Einzelvorderrad-Aufhängung. Verbessertes Steuerungssystem mit variabler Übersetzung zum Manövrieren auf kleinstem Raum. Gewölbte Windschutzscheibe. Doppelwirkende hydr. 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Nr. 5 - MITTWOCH, 2. FEBRUAR 10)0 AUTOMOBIL REVUE 17 "Die italienische Automobilindustrie sieht auf ein Jahr grösster Anstrengungen zurück. Trotz erheblicher Hemmnisse infolge fast permanenter Arbeitsstreitigkeiten konnte sie dennoch einen überraschenden Gesamterfolg erzielen. ITALIEN Italienische Bilanz Ausstoss: 60 000 Fahrzeuge. Die Industrie erreichte im Jahre 1937 ihren bisher höchsten Produktionsstand mit einem Ausstoss von 77 708 Fahrzeugen. Im abgelaufenen Jahr 1948 wurden in Italien 59 765 Automobile, vom leichten Personenwagen bis zum schwersten Camion, gebaut. Diese Ziffer repräsentiert 85 % der Produktion von 1938, das allgemein als Vergleichs] ahr gilt. Grösser erscheint der Erfolg noch, wenn man die Erzeugung von 1948 mit jener der vorangegangenen Nachkriegsjahre vergleicht. Stand die Produktion 1944 praktisch still, so wurden 1945 wieder 10 290 Einheiten und 1946 deren 28 983 hergestellt. Das günstige Wirtschaftsjahr 1947 sah bereits eine Steigerung auf 43 736 Stück, eine Zahl, die nun im vergangenen Jahr um 36,7 % übertroffen worden ist. Produktionshindernisse. Seit der Ueberwindung der Materialengpässe der unmittelbaren Nachkriegszeit hat noch kein Jahr so grosse Produktionsschwierigkeiten gebracht wie das vergangene. Die neue Streikform der «Non-Collaborazione» hat die Tagesausbringung bei Fiat monatelang um über 20 % zurückgeworfen. Darüber hinaus sind auch Schäden in den Produktionsanlagen eingetreten. Diese Periode der « passiven Arbeit» wurde seit Anfang Dezember verschiedentlich durch die turnusmässigen Zehnminutenstreiks abgelöst, welche die Leistung der Fabriken zeitweise um die Hälfte reduzierten. Währenddem Streiks und Arbeitskonflikte die Automobilindustrie von der Produktionsseite her störend beeinflussten, fehlte es auch auf der Absatzseite nicht an Schwierigkeiten. Der in der ersten Hälfte des Jahres 1948 noch in grossein Stil praktizierte Verkauf von Wagen aus den alliierten Ueberschussbeständen wirkte sich ebenso wie die enorme Belastung in Form erhöhter Treibstoffpreise, Produktions- und Verkehrssteuern hemmend auf den Absatz aus. Die Lieferfristen, die zu Beginn des Jahres noch etwa zwei Monate betrugen, gingen nicht allein dank der erhöhten Produktion, sondern zu einem guten Teil auch infolge verringerter Nachfrage der Inlandskundschaft zurück und waren bei Jahreswende praktisch ganz abgebaut Fiat stellt 84 •/». Bei Fiat ist die Nationalisierung der Fabrikation im abgelaufenen Jahr weiter fortgeschritten. Die noch für Februar erwarteten amerikanischen Maschinen, deren Lieferung grösstenteils im Rahmen des Marshall-Planes erfolgt, wird die Herstellung von Fiatwagen weiter modernisieren und vor allem verbilligen. Stellte sich der Anteil der Fiat-Fabrikate an der italienischen Gesamtproduktion der Vorkriegszeit auf etwa 70 %, wobei er zeitweise^ unter diese Grenze sank, so wurde in den Jahren 1946/47 ein durchschnittlicher Anteil von 76 % erreicht. Das abgelaufene Jahr 1948 brachte eine weitere Erhöhung auf 84 %. 14 000 Automobile ausgeführt. Im Jahre 1948 gelangten fast genau 25 % der italienischen Produktion zum Export, nämlich 14 136 Wagen, davon 11 477 Personenwagen und 2659 Lastwagen und Autobusse. Das bedeutet gegenüber 1947 eine Steigerung um 33,3 %. Wenn dabei der Anteil Fiats sich um 90 % herum bewegt, so liegt der Grund hiefür vor allem in der guten Verkaufsorganisation der Turiner Werke im Ausland und des wohlausgebauten Ersatzteildienstes. Ihre Hauptabsatzgebiete besass die italienische Automobilindustrie während des vergangenen Jahres vor allem in Argentinien, Belgien, Aegypten, den deutschen Westzonen, Polen, der Schweiz und schliesslich in Südafrika. Selten noch öffneten sich dem Automobilexport des Landes so günstige Aussichten wie gerade am letzten Jahreswechsel. Die Rationalisierung ermöglicht in absehbarer Zeit einen Preisabbau für den Export. Ausserdem haben zahlreiche Handelsabkommen, die Italien in den letzten beiden Monaten des Jahres 1948 abschliessen konnte, erfreuliche Absatzmöglichkeiten in den Ländern des Sterlingraumes sowie in der Türkei, Portugal, in Jugoslawien und Ungarn erschlossen. Tochterunternehmen im Ausland. Neben der Ausfuhr lässt sich auch eine starke Expansionsbewegung der italienischen Automobilindustrie nach verschiedenen Ländern feststellen. Den vor zwei Jahren in den Gesprächen mit Kaiser-Frazer gestarteten Versuchsballons sind inzwischen konkrete Abmachungen mit Nordamerika, Argentinien, Spanien und Oesterreich gefolgt, über welche die «AR» bereits berichtete. Nunmehr vernimmt man die Kunde des römischen Industrieund Handelsministeriums, wonach ein Abkom-- men zwischen Isotta Fraschini und brasilianischen «Fabrica Nacional dos Motores» über umfangreiche Lieferungen von Lastwagen und deren Lizenzbau in Brasilien unter Mirwirkung italienischer Techniker bevorstehe. Zweifellos pflegen gegenwärtig fast alle italienischen Automobilfirmen noch weitere internationale Gespräche. Das laufende Jahr wird wohl zumindest ebensoviel Neuigkeiten in dieser Richtung bringen wie das vergangene. Jedenfalls beweisen alle diese Abkommen, an denen bisher Fiat massgebend beteiligt ist, wie sehr geschätzt und begehrt die italienischen Fabrikate im Ausland sind. Neuigkeiten aus den Fabriken. Ihre Pläne und Programme umgeben die italienischen Fabriken immer mit einem dichten Prag, Ende Januar 1949. Die « AR » hat es sich angelegen sein lassen, regelmässig über die tschechoslowakische Autoproduktion zu berichten (vgl. Nr. 38/1947, ferner Nr. 7 und 34/1948). Nun liegen die Zahlen für den gesamten Zeitabschnitt, den sogenannten Zweijahrsplan vor, der — wie hier betont wird — kein Ende bedeutet, sondern den Beginn einer weiterreichenden Planung, des Fünfjahrplanes, der mit dem 1. Januar 1949 seinen Anfang genommen hat und am 31. Dezember 1953 endet. Nach den bisher veröffentlichten Zahlen hat die Tschechoslowakei ihren Zweijahrplan, der sich nicht nur auf die Industrie, sondern auf alle Wirtschaftsgebiete erstreckt, nicht in allen Sektoren gleichmässig erfüllt. Worum ging es eigentlich dabei? Im wesentlichen darum, das Lastwagen Traktoren Autobusse Die Motorfahrzeugproduktion im Zweijahrplan Zweijahr- % der plan Erfüllung Oesamt- Jahr Stück absolut in % erzeugung Motorräder 1947 39192 1948 68 373 107 565 94,4 65 Personenwagen 1947 9 372 1948 19 299 28 671 (90,3) 17,5 Anmerkung: In ö&r fünften Kolonne «Erfüllung in Prozenten » sind bei den Personenwagen, Lastwagen und Autobussen die Prozente in Klammern angegeben, da sie für die ganze Gruppe zusammengenommen mit 90,3 bekanntgegeben wurden. Die Zähl stellt einen Durchschnittswert dar. TSCHECHOSLOWAKEI Geheimnis. Ausser Fiat stehen die Firmen jeder eingehenderen Publizität fast vollständig ablehnend gegenüber. Dennoch wird nun bekannt, dass bei Lancia die Tagesproduktion der Modelle c Aprilia » und « Ardea » 20 Einheiten beträgt. Obwohl die Preise der Laneia-Modelle, gemessen an jenen der gleichen Klasse bei Fiat, stark überhöht sind, sollen sie auch künftighin beibehalten werden, ist doch die Leitung dennoch sicher, ihre Produktion voll absetzen zu können. Nach Ansicht der Lancia-Leute besteht nämlich auf Grund der Preislage keinerlei wesentliche Konkurrenz zwischen Lancia und Fiat. Ebensowenig gilt auch die Produktion Alfa Romeos als Konkurrenz, da diese Firma ausschliesslich Wagen der grossen Klasse herausbringt. Heute baut die Mailänder Firma täglich drei 2,5 -Liter-Wagen. Lpk Ergebnisse des Zweijahrplanes 1947 5 232 1948 7 221 12 453 [90,31 7fi 1947 5 257 1948 9 420 14 677 100,2 9 1947 620 1948 818 I 438 (90,3) 0,9 164 804 100% Vorkriegsniyeau (1937 war für die Tschechoslowakei bekanntlich das letzte «normale » Jahr) wieder zu erreichen. Während nun auf gewissen Gebieten dieses Ziel überschritten wurde, blieben andere Branchen weit hinter ihrem € Soll » zurück. Die Motorfahrzeugindustrie hat sich im grossen ganzen sehr gut gehalten und weder weit über das Ziel hinausgeschossen — was im Rahmen einer richtigen Planung weder erwünscht noch möglich wäre — noch ist sie stark darunter geblieben. So hat die Traktorenerzeugung fast aufs Haar genau ihr Programm erfüllt, und die Motorräder kommen bis auf nahezu 5 % an ihr « Soll » heran. Die Erfüllung des Planes für Personen-, Lastwagen und alle Dichtungen ab Jahrgang 192? AUTOMOBILWERKE FRANZ AG. ZÜRICH Badsn»rs(ras*e 313 Yaleton (051) 27 27 SS Zahnräder und andere Getriebeteile und Autobusse wurde nicht spezifiziert, sonder» einfach gesamthaft mit 90,3 % angegeben. Auch bei den absoluten Stückzahlen fehlte eine Ausscheidung nach Gruppen", so dass ihr Korrespondent die Ziffern erst aus früheren Aufzeichnungen und den bekanntgewordenen Gesamt-Endergebnissen errechnen musste. In diesem Zusammenhang sei auch ein Blick auf das Resultat des Zweijahrplanes im Verkehrswesen überhaupt geworfen, um die Leistungen des Motorfahrzeugs nicht für sich allein, sondern in Verbindung mit dem Ganzen zu betrachten. Die Eisenbahnen haben die Planung für den Rollmaterialbau überschritten (Ablieferung neuer Waggons 102 %, Zahl der zurückgelegten Kilometer 123 %) und auch die Personenbeförderung hat mit 760 MilL Personen gegenüber den erwarteten 620 MilL ein Plus erzielt Dagegen blieb die Schiffahrt auf 72 % de* Planes stehen. Der Straßenverkehr wieder ist hochaktiv, denn hier wurden in den Personenfür europ. und omerik. Fahrzeuge fabrizieren alsSpezIalität Gebr. Grell, Rheinfelden Abt. Zahnradfabrik & Autobestandteile Kaisers*. 492 . Tel. (061) 671 00 Alte und verunfallte Personen- und Lastwagen kauft zu Höchstpreisen V.Tognazzo, Am Giessen 49-53, Zürich-Höngg Automobile - Auto-Abbruch Tel. 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