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Auszug aus dem PSA-Handbuch 2017/2018

MESSTECHNIK 1.

MESSTECHNIK 1. Allgemeines Die Messtechnik dient dem Erkennen von und Warnen vor explosiblen, toxischen und radioaktiven Gefahren sowie der Messung von Stäuben und Lärm. Eine Vielzahl von Gas-/Luft- und Dampf-/ Luftgemischen sowohl im industriellen und kommunalen als auch im privaten Bereich sind als „gefährlich“ zu bezeichnen. 2. Gesundheitliche Risiken Die Gefährlichkeit dieser Stoffe kann sich auf eine Explosionsgefahr und/oder eine Gesundheitsschädigung des Menschen durch Vergiftung oder Sauerstoffmangel beziehen. Es kann nie mit Sicherheit vermieden werden, dass diese Stoffe nicht doch durch Fehlbedienung, Anlagendefekte, Transportunfälle, falsche Lagerung etc. an die umgebende Luft gelangen und dort eine Gefahr für Mensch und Anlage darstellen. Auch beim Einstieg in Gruben, Schächte und Kanäle ist die Gefahr groß, mit gefährlichen Gasen in Kontakt zu kommen. Objektive Gefahrenbeurteilung Um aber das Ausmaß einer Gefahr durch gefährliche Stoffe nachweisen und erfassen zu können, reicht der angeborene Spürsinn, die Nase, nicht aus. Auch einer „geübten Nase“ ist es nicht möglich, jeden Stoff zu erkennen oder gar die vorhandene Konzentration zu bestimmen. Allein das Hommel-Handbuch der gefährlichen Güter umfasst mittlerweile ca. 3.000 verschiedene Stoffe. In der Grenzwerteverordnung 2011 (GKV 2011) sind über 600 Stoffe enthalten. Bei einer Vielzahl von Stoffen liegt die Geruchsschwelle über dem Grenzwert, Strahlungsquellen sind überhaupt geruchlos. Zur objektiven Gefahrenbeurteilung, wie z. B. Spüren, Messen und Warnen, sind somit technische Hilfsmittel, also „Warngeräte“ notwendig. 3. Normen und Kennzeichnung Als Produkte der Sicherheitstechnik müssen Gasmessgeräte für den industriellen Einsatz neben den gesetzlichen Auflagen (Explosionsschutz, elektromagnetische Verträglichkeit) weitere Anforderungen erfüllen, sodass auch unter harten Einsatzbedingungen die Produktqualität und die Zuverlässigkeit der Gasmessgeräte gewährleistet bleiben. Explosionsschutz Bei industriellen Prozessen sind sehr häufig brennbare Substanzen, möglicherweise auch brennbare Stäube beteiligt. In diesen Bereichen können brennbare Gase und Dämpfe prozessbedingt (z. B. durch Entlastungsventile) oder auch durch unvorhersehbare Vorgänge (Störfälle) freigesetzt werden. Präventiv werden solche Gefährdungsbereiche zu Ex-Bereichen („Zonen“) dekla- 119

iert, in denen ausschließlich Betriebsmittel eingesetzt werden dürfen, die mit einer zuverlässigen Zündschutzart versehen sind. Weltweit ist der Explosionsschutz genormt, wobei die Normungsbasis nach IEC (international), CENELEC (Europa) und NEC 505 (Nordamerika) vergleichbar ist und auf dem 3-Zonen-Konzept aufbaut, das zusehends auch in den USA akzeptiert wird. Zone nach IEC, NEC 505 und CENELEC Zone 0 Zone 1 Zone 2 Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre existiert … ständig, häufig oder langzeitig gelegentlich selten und kurzzeitig Der typische amerikanische Explosionsschutz nach NEC 500 beruht auf einem 2-Divisions- Konzept. Die Anforderungen an elektrische Betriebsmittel, die in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden sollen, sind in der Normenreihe EN 60079 festgehalten. Neben den Anforderungen sind auch die Kennzeichnungen festgelegt. Zusätzlich zur Kennzeichnung nach ATEX wird das Geräteschutzniveau (EPL = Equipment Protection Level) gekennzeichnet. Mit Einführung des EPL ist auch außerhalb des europäischen Bereiches eine Zuordnung möglich, in welchem explosionsgefährlichen Bereich das Gerät eingesetzt werden darf. MESS- TECHNIK 10 Schutzarten nach EN 60529 (IP-Code) Der IP-Code gibt Auskunft über den Schutzumfang des Gehäuses gegenüber Fremdkörpern (erste Kennziffer) und Wasser (zweite Kennziffer). Durch Schutzklasse IP 67 (6 = vollständiger Schutz gegen Berührung. Schutz gegen das Eindringen von Staub, 7 = Schutz gegen Wassereindringen bei zeitweisem Eintauchen) ist ein hohes Maß an Robustheit gewährleistet, was aber auch negative Folgen für die Dampfdurchlässigkeit haben kann. Anwendern, die nicht nur Gase wie Methan oder Propan, sondern auch höhere Kohlenwasserstoffe oder Lösemittel nachweisen wollen, wird empfohlen, sich die Eignung des Gerätes durch den Hersteller bestätigen zu lassen. Diese kann zum Beispiel das Messtechnische Gutachten nach ATEX sein. Qualität der Messfunktionen Die Einhaltung einer vorgegebenen Messqualität auch unter extremen Umgebungsbedingungen (Temperatur, Druck, Wind, Feuchte, Vibration etc.) wird geregelt in EN 45544 – für toxische Gase und Dämpfe, EN 50104 – für Sauerstoff, EN 60079-29-1 – für brennbare Gase und Dämpfe. Elektromagnetische Verträglichkeit nach EN 50270 Elektrische oder elektronische Geräte sollen sich durch elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder nicht gegenseitig beeinflussen bzw. stören. Das heißt zum Beispiel, dass durch die Benutzung eines Handys oder Funkgerätes in der unmittelbaren Nähe eines Messgerätes das Messsignal des Messgerätes nicht gestört werden darf und umgekehrt. Durch EMV- Richt linien und EMV-Normen werden der Nachweis und die Bestätigung von Störunempfindlichkeit und geringer Störaussendung erbracht. 120

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