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O+P Fluidtechnik 3/2020

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5445<br />

03 März <strong>2020</strong><br />

ORGAN DES FORSCHUNGSFONDS<br />

FLUIDTECHNIK IM VDMA<br />

FLUIDTECHNIK<br />

TITELSTORY<br />

ROHRMONTAGE 4.0<br />

Vernetzte Umformtechnik für Hydraulikleitungen<br />

oup-fluidtechnik.de


TECHNIKWISSEN FÜR INGENIEURE<br />

FLUIDTECHNIK<br />

KONSTRUKTIONS-<br />

JAHRBUCH 2019<br />

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Vertrauensgarantie: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung bei der Vereinigten Fachverlage GmbH widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung.<br />

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Datum/Unterschrift<br />

Unser Dienstleister, die Vertriebsunion Meynen, Eltville, erhebt Ihre Daten im Auftrag der Vereinigte Fachverlage (VFV) zum Zweck der Vertragsdurchführung, zur Erfüllung der<br />

vertraglichen und vorvertraglichen Pflichten. Die Datenerhebung und Datenverarbeitung ist für die Durchführung des Vertrags erforderlich und beruht auf Artikel 6 Abs. 1 b) DSGVO.<br />

Zudem verwenden wir Ihre Angaben zur Werbung für eigene und VFV verwandte Produkte. Falls Sie keine Werbung mehr auf dieser Grundlage erhalten wollen, können Sie jederzeit<br />

widersprechen. Weitere Infos zum Datenschutz: ds-vfv.vfmz.de<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH . Vertrieb . Postfach 10 04 65 . 55135 Mainz<br />

Telefon: 06131/992-0 . Telefax: 06131/992-100 . E-Mail: vertrieb@vfmz.de . Internet: vereinigte-fachverlage.de<br />

„<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong>“ ist eine Publikation der Vereinigten Fachverlage GmbH, Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz,<br />

HRB 2270, Amtsgericht Mainz, Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Umsatzsteuer-ID: 149063659, Gerichtsstand: Mainz


EDITORIAL<br />

DIGITALISIERUNG WIRD ALLTAG<br />

Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />

wenn man über globale Megatrends spricht, kann man ohne Frage<br />

den Klimaschutz oder den zunehmenden Fokus auf Individualität<br />

nennen. Nach wie vor steht aber auch die zunehmende Digitalisierung<br />

und Vernetzung im Mittelpunkt, insbesondere in der Industrie.<br />

Dementsprechend werden diese Entwicklungen auch im Zentrum<br />

der kommenden Hannover Messe stehen. Das zeigte sich auf der<br />

Preview-Veranstaltung des Events Mitte Februar. Dr. Jochen<br />

Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG,<br />

Veranstalter der Hannover Messe, betonte dort: „Der stark<br />

wachsende Anteil an Cloudanbietern auf der Hannover Messe<br />

zeigt, dass wir am Anfang von ganz neuen Entwicklungen stehen.<br />

So wie die ersten Apps im Jahr 2007 ihren Siegeszug auf jedes<br />

Smartphone angetreten haben, wird die Auswertung von Daten<br />

über Cloud oder Edge-Computing in jede Fabrik einziehen.“ Es wird<br />

spannend zu beobachten sein, wie die seit einiger Zeit propagierte<br />

Digitalisierung des Maschinenbaus immer stärker in die<br />

Umsetzung kommt. Beispiele dafür sehen wir dann sicherlich vom<br />

20. bis 24. April in Hannover.<br />

Magnetventile<br />

&Spulen<br />

der SUN FLeX Serie<br />

•Schwimmende Bauweise<br />

•10Mio. Ein-/Ausschaltzyklen<br />

•Erfüllt neuen NFPA Teststandard<br />

•Höhere Durchflussmengen<br />

•Extrem niedrige Leckage<br />

•Auch mit Explosionsschutz<br />

Solange müssen Sie, liebe Leserinnen und Leser, aber nicht warten. In<br />

dieser Ausgabe erwartet Sie zum Beispiel in unserer Titelstory ein<br />

Anwendungsfall der zunehmenden Vernetzung. Wie Industrie 4.0<br />

den Weg in die Umformtechnik findet, lesen Sie ab Seite 12. Viel<br />

Spaß beim Informieren wünscht Ihnen<br />

Ihr<br />

Peter Becker<br />

p.becker@vfmz.de<br />

Brüsseler Allee 2|41812 Erkelenz<br />

Tel.: +492431/80 91 0|Fax: +492431/80 91 19<br />

sales@sunhydraulik.de |www.sunhydraulik.de


INHALT<br />

06<br />

32<br />

36<br />

MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

BIG PICTURE<br />

06 Null-Emissions-Traktor-Konzept<br />

<strong>O+P</strong> LOUNGE<br />

10 Bircan Atılgan, Vice Chairman,<br />

Kastas Sealing Technologies<br />

16<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

FILTERTECHNIK<br />

24 Instandhaltungsmodul hält<br />

Hydraulikanlagen sicher<br />

THERMOGEFORMTE<br />

SCHUTZELEMENTE<br />

30 Formstabil und<br />

ressourcenschonend<br />

PNEUMATIKVENTIL<br />

31 Multitalent im Schaltschrank<br />

PNEUMATIKPRESSEN<br />

32 Prüfkörper-Stanzen mit<br />

Pneumatikpressen<br />

INTERVIEW<br />

34 „Motion Control lebt von<br />

kundenorientierter Umsetzung“<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

AGRITECHNICA<br />

36 Neuentwicklungen in der<br />

Hydraulik und Antriebstechnik<br />

ANZEIGE<br />

SPECIAL VERBINDUNGSTECHNIK<br />

TITEL ROHRMONTAGE 4.0<br />

12 Vorteil die Vernetzung bei der<br />

Montage von hydraulischen<br />

Rohrleitungen<br />

STECKSYSTEM<br />

16 Alternative zu klassischen<br />

Schraubarmaturen<br />

MONTAGE<br />

18 Rohre risikofrei verbinden<br />

ANWENDUNGSBEISPIEL<br />

22 Rohre verlegen ohne zu graben<br />

SERVICE<br />

03 Editorial<br />

28 Impressum<br />

TITELBILD<br />

WALTER STAUFFENBERG<br />

GMBH & CO. KG, Werdohl<br />

4 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


MESSE FÜR PROZESS- UND<br />

FABRIKAUTOMATION<br />

Die MEORGA veranstaltet am 27. Mai <strong>2020</strong> in der Ostermann-<br />

Arena, Leverkusen, Bismarckstraße 125, eine Spezialmesse für<br />

Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik, Prozessleitsysteme und<br />

Automatisierungstechnik für die Wirtschaftsregion Rheinland.<br />

150 Fachfirmen, darunter die Marktführer der Branche, zeigen<br />

von 08:00 bis 16:00 Uhr Geräte und Systeme, Engineering- und<br />

Serviceleistungen sowie neue Trends im Bereich der Prozess- und<br />

Fabrikautomation. 36 begleitende Fachvorträge informieren den<br />

Besucher umfassend. Die Messe wendet sich an Fachleute und<br />

Entscheidungsträger, die in ihren Unternehmen für die Optimierung<br />

der Geschäfts- und Produktionsprozesse entlang der<br />

gesamten Wertschöpfungskette verantwortlich sind. Der Eintritt<br />

zur Messe und die Teilnahme an den Fachvorträgen sind für die<br />

Besucher kostenlos und sollen ihnen Informationen und<br />

interessante Gespräche ohne Hektik oder Zeitdruck ermöglichen.<br />

Für das leibliche Wohlergehen der Besucher sorgen kleine Snacks<br />

und Erfrischungsgetränke, die selbstverständlich ebenfalls gratis<br />

bereitgehalten werden.<br />

www.meorga.de<br />

NEUER GESCHÄFTSFÜHRER IN SPANIEN<br />

Voss Fluid Spanien hat einen<br />

neuen Geschäftsführer.<br />

Michele Burla hat die Leitung<br />

von José Outumuro übernommen,<br />

der nach 44 Jahren in<br />

der Position in den Ruhestand<br />

gegangen ist. Der Maschinenbauingenieur<br />

und Sales-Experte<br />

Burla soll das Wachstum<br />

des Unternehmens auf<br />

dem spanischen Markt<br />

vorantreiben. Der <strong>Fluidtechnik</strong>-Anbieter<br />

will besonders<br />

bei den Vertriebs- und<br />

Marketingstrukturen seine Effizienz steigern und näher an die<br />

Kunden rücken. Burla war zuvor in verschiedenen Führungspositionen<br />

internationaler Unternehmen tätig, die Komponenten in<br />

unterschiedlichen Zielmärkten vertreiben. Viele Jahre arbeitete<br />

Burla im Vertrieb eines führenden Herstellers von Steuerungsund<br />

Automatisierungstechnik, wo er 2008 die Position als Sales<br />

Directors übernahm. Ab 2015 war er als Geschäftsführer für<br />

einen internationalen Pneumatikexperten tätig. Voss Fluid hat<br />

sich auf dem spanischen Markt als Hersteller von Hydraulik- und<br />

Pneumatikkomponenten sowie Verbindungslösungen etabliert.<br />

www.voss-fluid.de


MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

6 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


NULL-EMISSIONS-TRAKTOR-KONZEPT<br />

Das STEYR Konzept, eine visionäre Traktorstudie, wurde<br />

auf der Internationalen Grünen Woche <strong>2020</strong> in Berlin<br />

gezeigt. STEYR’s Zukunftsvision, die in Zusammenarbeit<br />

mit FPT Industrial entwickelt wurde, zeigt mögliche<br />

Antworten auf verschiedenste landwirtschaftliche,<br />

industrielle und ökologische Megatrends auf. Herzstück<br />

des STEYR Konzepts ist ein modularer Hybrid-Elektro<br />

Antrieb. Für den Vortrieb sorgen hierbei 4 einzelne<br />

Radnabenmotoren, welche sowohl von einem<br />

elektrischen Generator als auch einer 60 kWh Batterie mit<br />

Energie beliefert werden. Darüber hinaus verfügt dieses<br />

Konzept über einen rein elektrischen Betriebsmodus, in<br />

dem nur die Batterie als Energiequelle genutzt wird. Hier<br />

ist mit dem STEYR Konzept eine Null-Emission-Fahrt<br />

möglich. Die Kabine des STEYR Konzepts bietet ein<br />

virtuelles Betriebsbüro mit vollständig integrierten<br />

Precision Farming und Farm Management Lösungen,<br />

einschließlich einer Drohne, die mithilfe von Sensoren<br />

Boden- und Bestandsdaten aufnimmt. Diese Lösungen<br />

steigern Komfort, Produktivität und Effizienz.<br />

www.steyr-traktoren.com


MEORGA<br />

MSR-Spezialmessen<br />

Prozess- u. Fabrikautomation<br />

Frankfurt<br />

25.03.<strong>2020</strong><br />

8.00 bis 16.00 Uhr<br />

Jahrhunderthalle<br />

Pfaffenwiese 301<br />

65929 Frankfurt a.M.<br />

Fachmesse für<br />

Prozess- und Fabrikautomation<br />

+<br />

Für die Wirtschaftsregion<br />

Rhein-Main<br />

Messtechnik<br />

Steuerungstechnik<br />

Regeltechnik<br />

Automatisierungstechnik<br />

Prozessleitsysteme<br />

Fachvorträge<br />

Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme<br />

an den Fachvorträgen ist für die Besucher<br />

kostenlos.<br />

MEORGA-Messen in <strong>2020</strong>:<br />

Frankfurt - 25.03.<strong>2020</strong><br />

Leverkusen - 27.05.<strong>2020</strong><br />

Ludwigshafen - 16.09.<strong>2020</strong><br />

Bochum - 04.11.<strong>2020</strong><br />

www.meorga.de<br />

MEORGA GmbH - Sportplatzstr. 27 - 66809 Nalbach<br />

Telefon 06838 8960035 - info@meorga.de<br />

STW ERWIRBT BETEILIGUNG AN MTCON<br />

Seit Ende 2019 ist die Sensor-Technik Wiedemann GmbH (STW) Anteilseigner bei<br />

MTCONNECTIVITY power2pcb (MTCON). Auf Basis gebündelter Expertise sollen<br />

Leiterplattenkomponenten und<br />

-baugruppen schneller und kostenattraktiver<br />

entwickelt und gefertigt<br />

werden können. „Wir arbeiten bereits<br />

seit mehreren Jahren erfolgreich mit<br />

MTCON zusammen“, so STW-COO<br />

Wolfgang Dengler. „Wir nutzen<br />

MTCON-Produkte und -Lösungen, um<br />

unsere Kunden bei der Entwicklung<br />

und Herstellung mobiler Maschinen<br />

mit innovativen Lösungen in den<br />

Bereichen Digitalisierung, Automatisierung<br />

und Elektrifizierung zu<br />

unterstützen.“<br />

www.stw-mm.com<br />

NEUER GESCHÄFTSFÜHRER FÜR<br />

OERLIKON BALZERS DEUTSCHLAND<br />

Seit 6. Januar <strong>2020</strong> ist Nils Fleck Geschäftsführer der Deutschland-Gesellschaft des<br />

Liechtensteiner Oberflächenspezialisten Oerlikon Balzers. Zuvor bekleidete der<br />

51-Jährige mehrere Positionen als Geschäftsführer, vornehmlich in der produzierenden<br />

Industrie, und war zuletzt sechs Jahre lang CEO<br />

bei einem international aktiven Hersteller von<br />

Motor- und Getriebekomponenten. Der Diplom-<br />

Ingenieur und Diplom-Wirtschaftsingenieur bringt<br />

umfangreiche Erfahrungen aus der Automobilindustrie<br />

mit und befasste sich intensiv mit den Themen Optimierung<br />

und strategisches Wachstum. Neben seiner<br />

Führungsverantwortung am Hauptsitz von Oerlikon<br />

Balzers Deutschland in Bingen übernahm Nils Fleck<br />

auch die operative Leitung des Geschäftsbereichs Tools<br />

und ist zudem Mitglied des europäischen Management-Teams<br />

von Oerlikon Balzers.<br />

www.oerlikon.com/balzers/de<br />

VOSS FLUID IST TOP-ARBEITGEBER IM MITTELSTAND<br />

Voss Fluid zählt zu Deutschlands<br />

besten mittelständischen Arbeitgebern<br />

– das ergab eine Studie von<br />

Focus-Business und dem Bewertungsportal<br />

kununu. Der <strong>Fluidtechnik</strong>-<br />

Experte überzeugte in allen Kriterien<br />

und erhält damit den Titel „Top<br />

Arbeitgeber Mittelstand <strong>2020</strong>“.<br />

Innovationskraft gehört bei Voss<br />

ebenso zum Paket wie ein im<br />

Branchenvergleich sehr gutes Gehalt,<br />

die Vereinbarkeit von Familie und<br />

Beruf sowie moderne Arbeitszeitmodelle.<br />

Im Zentrum des Mitarbeiterkonzepts<br />

steht die Aus- und Weiterbildung.<br />

„Junge Fachkräfte sind begehrt. In der Regel können sie sich einen von<br />

mehreren Arbeitsplätzen aussuchen. Gleichzeitig beobachten wir, dass immaterielle<br />

Werte wie Wertschätzung, eine gute Ausbildung, eine individuelle Betreuung und<br />

flexible Arbeitszeiten stetig an Bedeutung gewinnen“, sagt Kai-Uwe Otto, Bereichsleiter<br />

Personal und Organisation bei Voss. „Ein tiefgreifendes Mitarbeiterkonzept<br />

ist für uns daher unerlässlich, um unsere Marktposition zu festigen und<br />

dauerhaft zu erhalten.“<br />

www.voss-fluid.net


SZENE<br />

CHRISTIAN ZIEGLER NEUER DIGITAL-MANAGER BEI SMC<br />

Neue Aufgaben für Christian Ziegler (Bild r.): Als Manager Digital Business<br />

Development gestaltet er die digitale Zukunft von SMC Deutschland. Seine<br />

bisherige Position als Manager Marketing + Communication übernimmt Michael<br />

Junkermann (l.). Ziegler (39), Energieelektroniker und Wirtschaftsingenieur,<br />

war vor seinem Einstieg bei SMC 2015 u. a. in leitender Position bei<br />

Bosch Rexroth. „Im B2B-Marketing haben sich die Kanäle zum Kunden in den<br />

vergangenen fünf Jahren vervielfacht“, sagt er. „Zudem hat die Qualität der<br />

transportierten Inhalte einen ganz neuen Stellenwert erhalten. Dem tragen wir<br />

mit dem neuen Webauftritt Rechnung, der in diesem Jahr online geht.“ Junkermann<br />

(55) blickt auf 25 Jahre Erfahrung in Marketing und Kommunikation<br />

zurück. Zusätzlich verantwortete er vor seinem Start bei SMC u. a. Engineering,<br />

Tech Support und Produktmanagement, strategisches Marketing und Operational<br />

Excellence in verschiedenen technischen Unternehmen.<br />

www.smc.de<br />

PETER POST BLEIBT IM<br />

WISSENSCHAFTSRAT<br />

Professor Peter Post, Corporate<br />

Technology Advisor von Festo,<br />

bleibt Mitglied im Wissenschaftsrat<br />

der Bundesregierung<br />

und der Länder. Er wurde für<br />

weitere drei Jahre in das<br />

Gremium berufen, dem acht<br />

Persönlichkeiten des öffentlichen<br />

Lebens angehören. Am<br />

1. Februar hat für Post die zweite<br />

Amtszeit begonnen. Zudem ist<br />

er eines der 32 Mitglieder der<br />

Wissenschaftlichen Kommission.<br />

Der Wissenschaftsrat hat die<br />

Aufgabe, Empfehlungen zur<br />

Entwicklung der Wissenschaft,<br />

der Forschung und des Hochschulbereichs<br />

zu erarbeiten<br />

sowie zur Sicherung der<br />

internationalen Konkurrenzfähigkeit<br />

der deutschen Wissenschaft<br />

beizutragen. Aktuelle<br />

Themen sind etwa der Wandel in<br />

den Wissenschaften durch<br />

datenintensive Forschung und<br />

die Anwendungsorientierung in<br />

der Forschung. Der 60-Jährige ist<br />

seit 1989 in verschiedenen<br />

Funktionen in der Forschung und<br />

Entwicklung bei Festo tätig und<br />

war lange Leiter der Forschung.<br />

Die Hochschule Esslingen berief<br />

ihn im Jahr 2012 zum Honorarprofessor.<br />

www.festo.com<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 9


THE COMPANY IS LIKE<br />

A BIG FAMILY<br />

Bircan Atılgan is Vice Chairman of Kastas<br />

Sealing Technologies, headquartered in<br />

Izmir, Turkey. In our lounge, he told us<br />

why he believes in shared responsibilities,<br />

especially in a family business. In<br />

addition, he explained what the<br />

long-term strategy of Kastas looked like<br />

and how it comes all together, today.<br />

Mr. Atılgan, please introduce yourself.<br />

My Name is Bircan Atılgan and I am Vice Chairman and<br />

Executive Board Member of Kastas Sealing Technologies.<br />

I studied Economics at the Sabanci University in<br />

Istanbul. From my childhood on, I was involved in the<br />

family business. After finishing university in 2008, I<br />

started working with our sales branch in Istanbul, which<br />

is the largest Kastas branch in Turkey. During that time,<br />

I gained a lot of hands-on-experience, especially when<br />

it comes to application cases of our seals.<br />

In 2010, I joined the headquarter in Izmir and since<br />

then, I am mainly focussed on business development,<br />

sales and marketing, digital transformation and general<br />

management tasks.<br />

MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

Kastas is a family owned business. What are the advantages of a family owned business, in your opinion?<br />

What are the disadvantages?<br />

There are definitely more advantages than disadvantages.<br />

The biggest advantage, from my point of view, is the fact<br />

that the company is always run accordingly to the family‘s<br />

vision and targets which, in the case of Kastas, are growth<br />

and continuous development of the company. We are not<br />

concerned about short-term success or optimizing our<br />

share prices on the stock market. We can solely focus on<br />

our goal, which is the healthy growth of our business and<br />

What was your favourite project at Kastas?<br />

One great project was the planning and building of our<br />

new headquarter. However, this project belonged to an<br />

customer satisfaction. One of the challenges that comes<br />

with continuous growth is successfully taking the leap from<br />

a smaller family-centric company structure to a corporate<br />

structure with different management levels and responsibilities.<br />

This is a challenge that every bigger family-run<br />

business faces at one point in time: you can‘t do everything<br />

yourself. You have to delegate the decision-making and<br />

responsibility for the sustainability of the company.<br />

even bigger undertaking, which is the Kastas long term<br />

growth strategy, that we implemented in the last decade.<br />

10 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


Let’s make industry work better<br />

Bircan Atılgan<br />

During this time, we made many investments in R&D, into our production capacities,<br />

into logistics, into IT, into organization and in the end into the new plant. All<br />

of that contributed to our goal of transforming Kastas Sealing Technologies from<br />

a medium-sized company producing seals to a big and efficient company with<br />

innovative R&D, a strong global brand and excellent customer service. We<br />

invested in every corner of the organization to become what we are today: a<br />

successful global player who supplies business-leading OEMs! I really enjoyed<br />

being a part of that process.<br />

What story defines the Kastas spirit the best?<br />

The company is like a big family. We try to do our best for our employees so that<br />

they feel comfortable and appreciated. And vice versa, our employees are happy to<br />

work here and feel that they are a part of this family as this short story proves:<br />

When we moved from the old plant to the new facilities we did not want that this<br />

had an impact on our daily business. We did not send out any warnings to customers.<br />

We wanted to make the last shipments from the old plant on Friday afternoon<br />

and be back in business on Monday morning in the new location. Thanks to our<br />

employees we managed to be successful. On the weekend, everybody came together<br />

and helped moving. The office workers moved their stuff themselves and did not<br />

wait for the hauling company. On Sunday afternoon everything was ready, we had<br />

a huge party at the new plant, and on Monday, production continued as if nothing<br />

had happened. I am very proud and thankful for having such great employees.<br />

www.kastas.com<br />

Pneumatik<br />

Filtration<br />

Hydraulikleitungen<br />

Verbindungstechnik<br />

Ihre ERIKS-Standorte beraten Sie gern.<br />

www.eriks.de/standorte<br />

pm-hydraulik@eriks.de<br />

www.eriks.de | shop.eriks.de


SPECIAL / VERBINDUNGSTECHNIK TITEL<br />

ROHRMONTAGE 4.0 –<br />

MIT VERNETZTEN MASCHINEN<br />

Vernetzung ist ein Schlüsselbegriff der digitalen<br />

Produktion. Welchen Vorteil die Vernetzung bei<br />

der Montage von hydraulischen Rohrleitungen<br />

bietet, zeigt Stauff mit der neuesten Generation<br />

der Umformmaschinen SFO-F. Sie wird zukünftig<br />

standardmäßig mit einer Anbindung an das<br />

„Internet der Dinge“ und eine von Stauff<br />

bereitgestellte Cloud ausgestattet.<br />

Autoren: Dipl.-Ing (FH) Carsten Krenz, Geschäftsführer<br />

der Walter Stauffenberg GmbH & Co. KG in Werdohl<br />

Wenn höchste Anforderungen an die Sicherheit und<br />

Zuverlässigkeit von hydraulischen Leitungsverbindungen<br />

gestellt werden und die Verbindung zugleich<br />

lösbar sein soll, bietet sich der Einsatz von umformenden<br />

Verbindungssystemen an. Für dieses Einsatzprofil hat<br />

Stauff mit Stauff Form ein System entwickelt, das sich durch ein hohes<br />

Sicherheits- und Zuverlässigkeitsniveau in Kombination mit<br />

einfacher Montage auszeichnet.<br />

Die Umformung des Rohrs in der für Stauff Form typischen Kontur<br />

erfolgt mit den Umformmaschinen der Serie SFO-F, die eigens<br />

für das Stauff Form-System entwickelt wurden. Hersteller z. B. von<br />

Offshore-Anlagen, Kranen und Hebezeugen oder Anlagen der Umformtechnik,<br />

die größere Stückzahlen von hydraulischen Rohrverbindungen<br />

konfektionieren, setzen diese Maschinen ebenso ein<br />

wie Hydraulik-Dienstleister, die von der kompakten Bauform der<br />

SFO-F profitieren und die Rohre häufig vor Ort beim Kunden umformen.<br />

Die Maschinen kommen aber auch an den internationalen<br />

Stauff-Standorten zum Einsatz, wo im Rahmen des Stauff-Line-Ser-<br />

12 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


UMFORMTECHNIK<br />

POINTIERT<br />

UMFORMMASCHINE PER CLOUD<br />

AKTUALISIERBAR<br />

DIGITALE PARAMETRIERUNG UND<br />

DOKUMENTATION WIRD MÖGLICH<br />

VORAUSSCHAUENDE WARTUNG DER<br />

UMFORMMASCHINE WIRD REALITÄT<br />

01 Montagemaschinen wie diese Rohrumformmaschine lassen<br />

sich künftig einfach über eine Cloud-Anbindung überwachen<br />

viceangebots nach Kundenvorgaben konfektionierte Hydraulikleitungen<br />

gefertigt werden.<br />

IN ZUKUNFT: VEREINFACHTE<br />

UPDATE-ROUTINEN<br />

Im Praxisbetrieb der Umformmaschinen ergibt sich regelmäßig die<br />

Notwendigkeit, Software-Updates aufzuspielen. Auf diesem Wege<br />

lassen sich beispielsweise Verbesserungen im Programmablauf<br />

oder neue Funktionalitäten umsetzen. Häufig fragen die Anwender<br />

auch nach Parametersätzen für abweichende, bisher nicht vom<br />

Standard der Maschine abgedeckte Rohrwerkstoffe, die im Technologiezentrum<br />

von Stauff in Werdohl ermittelt und im Anschluss an<br />

den betreffenden Kunden übermittelt werden.<br />

Die bisherige Routine bei den Updates war jedoch sowohl aus<br />

Sicht der Anwender als auch aus der Perspektive von Stauff verbesserungswürdig.<br />

Entweder besuchte ein Stauff-Servicemitarbeiter<br />

den Anwender vor Ort und spielte die neue Software-Version vom<br />

Laptop auf die Maschine auf. Alternativ war dies auch online möglich,<br />

allerdings nur mit vergleichsweise hohem Aufwand: Es musste<br />

ein Termin abgesprochen werden, an dem eine Netzwerkverbindung<br />

hergestellt wurde. Dann wurde von Werdohl aus das Update<br />

veranlasst.<br />

UPDATES UND PARAMETERSÄTZE „ON AIR“<br />

Bei der neuesten Maschinengeneration geht das deutlich einfacher,<br />

wie Andreas Toporowsky, Produktmanager Stauff Connect erläutert:<br />

„Updates werden künftig online übermittelt. Unser Service<br />

muss dazu nur mit dem Anwender einen Zeitpunkt abstimmen, an<br />

dem die Maschine eingeschaltet und nicht im Einsatz ist.“ Möglich<br />

wird das – nach dem Grundgedanken des Internet der Dinge –<br />

durch ein in die Maschine integriertes Kommunikationsmodul mit<br />

integrierter SIM-Karte.<br />

Das Kommunikationsmodul wird aber nicht nur für Updates genutzt.<br />

Andreas Toporowsky: „Häufig fragen die Anwender bei uns<br />

nach Parametersätzen für neue Rohrwerkstoffe, die wir nicht schon<br />

mit Auslieferung der Maschine bereitgestellt haben bzw. die unsere<br />

Umform-Experten zunächst individuell ermitteln müssen. Diese<br />

Parametersätze können wir jetzt ebenfalls ebenso einfach, schnell<br />

und sicher übermitteln.“<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 13


UMFORMTECHNIK<br />

SPECIAL / VERBINDUNGSTECHNIK TITEL<br />

DOKUMENTATION UND OPTIMIERUNG<br />

DES UMFORMVORGANGS<br />

Dem Anwender bietet die Kommunikationsfähigkeit der Umformmaschine<br />

zusätzliche Vorteile. So dokumentiert die Maschine detailliert<br />

die durchgeführten Montagevorgänge und macht sie online<br />

abrufbar. Sie lassen sich dann – wenn gewünscht oder vom Endkunden<br />

gefordert – in Papier- oder Dateiform als Nachweis für eine<br />

korrekte Montage benutzen.<br />

Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Möglichkeit, per Onlineservice<br />

die Maschinenhistorie und -parameter einzusehen.<br />

Dipl.-Ing. Oliver Wagner, Elektronik-Entwickler bei Stauff und<br />

verantwortlich für die Entwicklung der Cloud-Anbindung: „Wir<br />

können nun gemeinsam mit dem Anwender Daten analysieren<br />

und z. B. die Einstellungen der Maschine optimieren.“ Auf einem<br />

„Cockpit“ werden die Parameter jedes einzelnen Umformvorgangs<br />

visualisiert, ebenso die Anzahl der Umformungen mit den<br />

Werkzeugen für die einzelnen Rohrdurchmesser (Formstutzen,<br />

Spannbacken und Innendorne).<br />

Ein Beispiel für die Nutzungsmöglichkeiten dieser Daten: Wenn<br />

die Parameter zeigen, dass sich die Montagedrücke bei einem bestimmten<br />

Vorgang immer an der Grenze zu einem definierten und<br />

hinterlegten Schwellenwert befindet, kann man gezielt gegensteuern<br />

und damit die Qualität des Umformprozesses auf einem hohen<br />

Niveau halten. Und wenn die Maschine eine Fehlfunktion aufweisen<br />

sollte, lässt sich die Ursache schnell ermitteln, denn alle relevanten<br />

Daten sowohl für die Maschine als auch für die einzelnen<br />

Werkzeuge sind in der Cloud abrufbar. So kann der Anwender Stillstandzeiten<br />

der Maschine verringern bzw. verhindern.<br />

DATENSICHERHEIT UND NACHRÜSTBARKEIT<br />

GEWÄHRLEISTET<br />

In allen hier dargestellten Anwendungsfällen ist die erforderliche<br />

Datensicherheit gewährleistet, denn der Datenaustausch mit der<br />

Stauff-eigenen Cloud findet in beide Richtungen verschlüsselt statt.<br />

Die Daten sind somit vor Fremdzugriff, Missbrauch und Manipulation<br />

geschützt.<br />

Mit dieser Cloud-Anbindung verwirklicht Stauff in seinen Maschinen<br />

wesentliche Funktionen und Vorteile von Predictive<br />

Maintenance. Realisiert wird diese Lösung mit einem Kommunikationsmodul,<br />

das die Umformmaschine mit dem „Internet der<br />

Dinge“ vernetzt und mit der Cloud einen sicheren Speicherplatz<br />

bietet. Vorhandene Maschinen können ohne großen Aufwand mit<br />

diesem Modul nachgerüstet werden. Eine ähnliche Technologie<br />

hat Stauff auch für die Schneidringmontage-Maschinen (Serie<br />

SPR-PRC) entwickelt.<br />

ERSCHLIESSUNG NEUER GESCHÄFTSMODELLE<br />

Es ist typisch für Industrie 4.0-Lösungen, dass sie nicht nur technischen<br />

Nutzen bieten, sondern auch die Voraussetzung für die<br />

Erschließung neuer Geschäftsmodelle schaffen. Das gilt auch für<br />

die Vernetzungsfähigkeit und die Cloud- Anbindung der Rohrumformmaschinen.<br />

Für Kunden, die die Anschaffung einer Maschine<br />

scheuen, bietet diese Technologie aus Sicht von Stauff völlig neue<br />

Möglichkeiten der Zusammenarbeit – bis hin zum Verkauf der<br />

reinen Umformleistung nach „Pay per use“-Modell.<br />

www.stauff.com<br />

02 Mit Stauff Form hat Stauff ein hoch<br />

zuverlässiges Umformsystem für hydraulische<br />

Rohrleitungen entwickelt<br />

LÖSBARE LEITUNGSVERBINDUNG<br />

FÜR HÖCHSTE ANSPRÜCHE<br />

Mit Stauff Form steht der Hydraulikindustrie ein hoch<br />

zuverlässiges und zugleich montagefreundliches Verbindungssystem<br />

für Stahl- und Edelstahlrohre in den Abmessungen<br />

von 6 x 1,5 mm bis 42 x 4 mm zur Verfügung. An<br />

das Ende eines konventionellen Rohrs wird in einer<br />

kompakten Maschine eine Kontur angeformt. Auf das<br />

Rohrende wird der Stauff-Formring mit fest verbundener<br />

und somit unverlierbarer Elastomerdichtung aufgeschoben.<br />

In Kombination mit einem herkömmlichen Verschraubungskörper<br />

mit 24°-Innenkonus und einer Überwurfmutter<br />

entsprechend ISO 8434-1 – beides aus dem Stauff<br />

Connect-Programm – entsteht eine formschlüssige<br />

Verbindung, die am einzig möglichen Leckagepfad sicher,<br />

dauerhaft und wartungsfrei abdichtet. Die Dichtwirkung<br />

wird vom Systemdruck der Hydraulikanlage unterstützt, so<br />

dass das neue Rohrumformsystem hervorragend für<br />

Hochdruck-Anwendungen geeignet ist.<br />

Zu den konstruktiven Merkmalen von Stauff Form gehört,<br />

dass Über- oder Untermontagen nahezu ausgeschlossen<br />

sind. Der Monteur zieht die Überwurfmutter bis zum Punkt<br />

des deutlich spürbaren Kraftanstiegs an und schließt die<br />

Montage mit einer weiteren Drehung um 15° bis 20° über<br />

diesen Punkt hinaus ab. Ein eindeutig erkennbarer Drehmomentanstieg<br />

signalisiert das Montageende, und der kurze,<br />

definierte Montageweg nach dem Erreichen des Festpunktes<br />

erlaubt eine intuitive Montage bei geringem Platzbedarf.<br />

Die Formringe sind – ebenso wie sämtliche weiteren<br />

Bauteile der Produktreihe STAUFF Connect – standardmäßig<br />

mit einer hochwertigen Zink/Nickel-Oberfläche<br />

ausgeführt. So wird ein Korrosionsschutz erreicht, der weit<br />

über die bisher marktüblichen Standards hinausgeht.<br />

14 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


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VERBINDUNGSELEMENTE<br />

ALTERNATIVE ZU KLASSISCHEN<br />

SCHRAUBARMATUREN<br />

SPECIAL / VERBINDUNGSTECHNIK<br />

Dicht, sicher und einfach zu montieren:<br />

Die wichtigsten Anforderungen an die hydraulische<br />

Verbindungstechnik sind nach wie vor dieselben.<br />

Doch gerade das Zusammenspiel dieser drei<br />

Faktoren stellt Entwickler beim Entwurf neuer<br />

Lösungen immer wieder vor Herausforderungen.<br />

Vor diesem Hintergrund hat Voss Fluid mit Voss<br />

Plug ein Stecksystem entwickelt, das die üblichen<br />

Verschraubungslösungen für Hydraulikleitungen<br />

ersetzen kann.<br />

Die Anwendungsgebiete in der stationären und mobilen<br />

Hydraulik sind mittlerweile so zahlreich, dass immer<br />

wieder neue Situationen entstehen, in denen herkömmliche<br />

Produkte scheitern oder Abstriche in der Konstruktion<br />

gemacht werden müssen – beispielsweise bei einer Montage in<br />

besonders engen Einbauräumen. Der Grundgedanke, dass ein<br />

Stecksystem eine echte Alternative insbesondere für Sonderanforderungen<br />

in der hydraulischen Verbindungstechnik darstellen<br />

könnte, besteht bei Voss Fluid schon seit einiger Zeit. Die Idee: Eine<br />

Lösung zu entwickeln, die einerseits die sichere und schnelle<br />

Installation sicherstellt, zum anderen aber auch in schwierigen<br />

Montagesituationen ihre Vorteile ausspielt.<br />

EFFEKTIVE UND WIRTSCHAFTLICHE<br />

LÖSUNG REALISIERT<br />

Die Voss Ingenieure fokussierten bei der Entwicklung des Stecksystems<br />

Voss Plug vor allem den spannungsfreien Einbau, ohne dass<br />

Richtungsabweichungen bei der Montage entstehen. Nicht zuletzt<br />

sollte die neue Lösung auch wirtschaftlich sein, daher wurde das<br />

System auf die notwendigen Komponenten komprimiert, um die<br />

Entwicklungskosten nicht an den Kunden weiter geben zu müssen.<br />

Die Entwicklung von Voss Plug nahm ihren Lauf und wurde<br />

schließlich mit dem Kauf der italienischen Firma Larga, einem<br />

renommierten Hersteller von Schlaucharmaturen, optimiert. Denn<br />

mit der Erweiterung des Produktportfolios um Schlaucharmaturen<br />

konnte Voss Fluid fortan eine anforderungsgerechte Verbindungstechnik<br />

für das gesamte Leitungssystem anbieten. Der Schritt hin<br />

zum Systemanbieter war erfolgt: Neben moderner Rohrverbindungstechnik<br />

liefert Voss Fluid mittlerweile auch einbaufertige<br />

Hydraulikleitungen sowie sämtliche Komponenten für den<br />

Schlauchanschluss mobiler und stationärer Maschinen und Anlagen.<br />

ABSOLUTE STECKSICHERHEIT<br />

Das Prinzip hinter dem Stecksystem ist denkbar einfach. Voss Plug<br />

soll sich platzsparend von oben montieren und demontieren lassen.<br />

Klassische Schraubarmaturen erfordern dagegen einen großen<br />

radialen Montageraum zum Ansetzen des Maulschlüssels. Um diese<br />

Einfachheit zu gewährleisten, wurde Voss Plug so konstruiert, dass<br />

alle Bauteile unverlierbar auf dem Stecker sitzen. Das System<br />

besteht aus zwei Keilschiebern, einem Halte- und einem Dichtungs-<br />

16 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


VERBINDUNGSELEMENTE<br />

element. Zwischen dem Stutzen (gefertigt aus Automatenstahl mit<br />

Zink-Nickel-Beschichtung) und dem Keilschieber liegen ein<br />

Sondersprengring als Halteelement sowie ein O- und ein Stützring<br />

als „Dichtungspaket“.<br />

Aufgrund der patentierten Keilschieber-Verriegelung erreicht Voss<br />

Plug absolute Stecksicherheit: Durch das aktive und von außen gut<br />

sichtbare Verriegeln nimmt der Sondersprengring automatisch seine<br />

Halteposition ein. In dieser Position ist der Haltering vollständig<br />

(360°) gekammert. „In dieses Verrieglungssystem haben wir viel Entwicklungszeit<br />

investiert, um einen sehr hohen Sicherheitsstandard<br />

zu schaffen. Denn herkömmliche Systeme arbeiten komplett ohne<br />

Verriegelung und bieten dem Sprengring somit eine ‘offene Flanke‘“,<br />

erläutert Gerd Berghaus, Produktentwickler bei Voss Fluid. „Während<br />

klassische Schraubarmaturen bei der Montage zum Mitdrehen<br />

neigen und Spannungen in den Schläuchen sowie Richtungsabweichungen<br />

verursachen können, passt sich Voss Plug stets dem idealen,<br />

spannungsfreien Verlauf der Schlauchleitung an.“<br />

Absolute Sicherheit besteht auch beim Lösen des Systems: Sollte<br />

der Monteur die Steckvorrichtung versehentlich entriegeln, obwohl<br />

die Leitung unter Druck steht, passiert zunächst nichts. Erst wenn<br />

der Monteur den Stecker ca. 3 mm entgegen der Druckrichtung<br />

bewegt, kann der Haltering seine Öffnungsposition einnehmen und<br />

das System gelöst werden. Das Entriegeln kann hierbei zum<br />

Beispiel mittels eines Schraubendrehers erfolgen.<br />

Die hohe Druckbelastbarkeit des Systems von 350 bis 450 bar ist<br />

aufgrund der Flächenanlage des Halteelements gegeben: An den<br />

druckbelasteten Flächen liegt das Halteelement flächig an seinen<br />

Gegenkomponenten an. Die Installation von Voss Plug dauert nur<br />

ca. 5 s – also etwa 30 s weniger als die Montage einer durchschnittlichen<br />

Dichtkegel-Armatur. Das Ölen der Bauteile sowie das Markieren<br />

der Mutter können unter Einsatz des Stecksystems entfallen.<br />

Voss Plug ist in zwei Varianten erhältlich: als integrierte Steckvariante<br />

und als Steckvariante mit Adapterstutzen. Bei der integrierten<br />

Variante werden kundenseitig im Anschlussbereich der Anlage entsprechende<br />

Formbohrungen vorgesehen. Der Adapterstutzen kann<br />

bei dieser Lösung komplett entfallen und es müssen keine weiteren<br />

Bauteile auf der Anlagenseite des Kunden montiert werden.<br />

NUR ALTERNATIVE ODER GAR ERSATZ?<br />

Idee und Entwicklung des Hydraulik-Schlauchstecksystems entstanden<br />

aus einem konkreten Anwendungsproblem heraus: Voss<br />

Plug fungiert als Problemlöser für Montageprozesse in beengten<br />

Räumen. Allerdings wurde den Ingenieuren schnell klar, dass die<br />

Anwendung vielleicht nicht weit genug greift, sondern durchaus<br />

weitergedacht werden kann: Das Schlauchstecksystem als Ersatz<br />

für klassische Verschraubungen? „Das Anwendungsgebiet beziehungsweise<br />

der Zielmarkt für die Lösung sind sehr breit; es gibt nahezu<br />

keine Einschränkung. Zumal die ‚integrierte Variante‘ eine<br />

wirtschaftliche Alternative zu klassischen Verschraubungssystemen<br />

darstellen könnte, unter anderem für den Einsatz in Niederhydraulik-Anwendungen.<br />

Hier werden Stecksysteme längst gefordert“,<br />

erklärt Berghaus.<br />

www.voss-fluid.net<br />

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MONTAGE<br />

ROHRE RISIKOFREI VERBINDEN –<br />

TRAININGS VERMITTELN DAS KNOW HOW<br />

SPECIAL / VERBINDUNGSTECHNIK<br />

„Viel hilft viel“ − ein Spruch, der zum Beispiel<br />

unter Grillfreunden sehr beliebt und durchaus<br />

auch zutreffend ist, kann bei der hydraulischen<br />

Verbindungstechnik zu Ausfällen und sogar<br />

schweren Unfällen führen − vor allem bei<br />

kleineren Rohrleitungsdimensionen wird gerne<br />

übermontiert, bei größeren Abmessungen<br />

dagegen oft zu wenig angezogen. Dabei gibt es<br />

klare Montagerichtlinien, die bei Einhaltung für<br />

eine sichere Montage sorgen.<br />

Erfahrungsgemäß ist es so, dass Aussagen wie „das lockert sich<br />

bei Vibrationen“ der Vorwand für eine Übermontage bei<br />

Rohrabmessungen bis etwa 15 mm sind. Im ersten Moment<br />

klingt das ja schlüssig: solange die Verbindung nicht wieder<br />

getrennt werden muss, ist diese meist sogar dicht und funktionsfähig<br />

– aber wehe, eine Schlauchleitung muss getauscht oder eine<br />

Verschraubung geändert werden. In einem solchen Fall merkt man<br />

es beim Öffnen der Verbindung: die Überwurfmutter kann nach der<br />

ersten ¼ Umdrehung mit dem Schraubenschlüssel nicht weiter von<br />

Hand, wie es sein sollte, sondern nur mit Werkzeugunterstützung<br />

komplett gelöst werden, da der Dichtkonus der Verschraubung bei<br />

der Erst-(Über)Montage aufgeweitet wurde und von innen gegen<br />

das Gewinde drückt. Gleichzeitig kann dieses Verbindungsteil nie<br />

wieder richtig dicht werden. Der 24°-Konus des neuen Bauteils liegt<br />

nur minimal am gedehnten Konus des Gegenstücks an und schon<br />

Autor: Andreas Laubsch, Key Account Manager<br />

Seminarleitung, Rauh Hydraulik GmbH<br />

nach kurzer Betriebsdauer verlassen die ersten Tropfen Öl das System.<br />

Dann erntet der Lieferant in der Regel solch schöne Sätze wie:<br />

„10 Jahre war es dicht und nun nach dem Schlauchwechsel tropft<br />

es“, „Eure neue Schlauchleitung ist schon wieder defekt“ oder:<br />

„Eure Monteure haben nicht richtig angezogen.“<br />

Der Fehler ist aber schon bei der Erstmontage beim Maschinenhersteller<br />

geschehen, wie oben beschrieben. Abhilfe schaffen hierbei<br />

zum einen moderne Schneidring- oder Dichtkegelsysteme mit Montagebegrenzung<br />

(z. B. dem „Blockanschlag“), die dem Monteur signalisieren,<br />

wann die Verbindung ausreichend festgezogen wurde.<br />

Und zum Anderen natürlich Montagetrainings, die dem eingangs erwähnten<br />

„Viel hilft viel“ entgegenwirken und bei dem Monteur die<br />

korrekte Montage ausführlich vermitteln. Als Ergebnis sollte dann<br />

ein „nach fest kommt ab“ verinnerlicht sein. Ebenfalls registriert der<br />

geschulte Monteur das oben beschriebene Problem beim Lösen der<br />

Verbindung und tauscht das defekte Gegenstück gleich mit aus.<br />

Wobei hier dann schon das nächste Thema auf den Tisch kommt:<br />

vereinbart ist ein Hydraulik-Schlauchleitungswechsel zwischen<br />

Hydraulik-Servicebetrieb und Kunden, die dafür nötigen neuen<br />

Schlauchleitungen hat der Servicemonteur dabei, aber wie ist es mit<br />

den zusätzlich benötigten Verschraubungen? Und wie ist es mit dem<br />

nun entstandenen Mehrpreis? Ärger ist vorprogrammiert, deshalb<br />

kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass die neuen Schlauchleitungen<br />

mit entsprechender Gewalt festgezogen werden, damit die<br />

Verbindung irgendwie dicht wird – ob das eine gute Lösung ist?<br />

MONTAGESICHERE ROHRANBINDUNGEN<br />

SCHÜTZEN VOR UNTERMONTAGE<br />

Ein nicht zu unterschätzendes Risiko besteht auch bei der Verbindungsmontage<br />

von Rohren größerer Dimension, wie beispielsweise<br />

38-S (Rohr 38 mm außen, schwere Baureihe). Hier kommt es in vielen<br />

Fällen zu einer Untermontage, d. h., dass z. B. ein Schneidring nicht<br />

ausreichend angezogen wurde und in diesem Fall vom Rohr abrutschen<br />

kann. Dies kann schwere Unfälle zur Folge haben. Nicht selten<br />

ist eine 38-S Mutter durch die Montagehalle geflogen und hat Spuren<br />

an Wänden oder anderen Bauteilen hinterlassen – von Personenschäden<br />

ganz zu schweigen.<br />

18 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


RUBRIZIERUNGSEBENE<br />

01 Links im Bild eine übermontierte und dadurch<br />

zerstörte Rohrverschraubung − rechts eine korrekt<br />

montierte unversehrte Rohrverschraubung<br />

02 Der Stand der Technik sind einstellbare Verschraubungen mit<br />

Dichtkegel (links im Bild) − die veraltete Version mit Rohrstutzen und<br />

Schneidring (rechts) birgt viele Montagefehler und ein Unfallrisiko<br />

01<br />

Bei diesen Dimensionen sollte nicht mit der üblichen Verlängerung<br />

gearbeitet, sondern auf moderne Montagegeräte oder montagesichere<br />

Rohranbindungen zurückgegriffen werden. Eines davon ist<br />

beispielsweise eine DKO-Verbindung (Dichtkegel mit O-Ring),<br />

welche bei einstellbaren Rohrverschraubungen und Schlaucharmaturen<br />

den Rohrstutzen abgelöst hat. Bei diesen gedrehten Rohrstutzen<br />

mit selbstmontiertem Schneidring hat es in der Vergangenheit<br />

schwere Unfälle durch abgezogene Schneidringe aufgrund<br />

einer Fehlmontage gegeben. Bei einer DKO-Verbindung kann dies<br />

nicht passieren, das System wäre bereits bei handfestem Anzug<br />

dicht, muss aber selbstverständlich noch mit einem Schraubenschlüssel<br />

korrekt verspannt werden, um dauerhaft dicht zu bleiben.<br />

Aber ein Abrutschen ist ausgeschlossen.<br />

Ein weiteres Rohranschlussverfahren ist das 10°-Bördelsystem,<br />

bei welchem mit einem relativ einfachen aber mobilen Handpumpen-Montagegerät<br />

ein Bördelkegel als sog. „verlorenes Werkzeug“<br />

mit wenigen Pumphüben in das Rohr eingedrückt wird. Dabei wird<br />

das Rohr nur um 10°, also unterhalb seiner Streckgrenze, aufgeweitet.<br />

Am Rohrende entsteht durch diesen Bördeleinsatz ein Dichtkegel,<br />

der sich sicher bis zum Anschlag montieren lässt. Außerdem<br />

kann dieses System zur Reparatur von undichten Schneidringanschlüssen<br />

verwendet werden, in dem der Schneidring mittels<br />

02<br />

Handsäge mittig geteilt und die verlorene Rohrlänge durch den eingedrückten<br />

Bördelkegel ersetzt wird. Selbstverständlich gibt es<br />

noch weitere Rohranschlussmöglichkeiten, wie beispielsweise ein<br />

Umformsystem, bei dem am Rohrende die Kontur eines<br />

Schneidrings angeformt wird. Dies ist vor Allem bei Serienmontagen<br />

oder umfangreichen Verrohrungsarbeiten wie die Verlegung<br />

von Ringleitungen aufgrund der hohen Montagegeschwindigkeit<br />

und -sicherheit sehr beliebt.<br />

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MONTAGE<br />

MONTAGE PRÄZISE VORBEREITEN<br />

UND DOKUMENTIEREN<br />

SPECIAL / VERBINDUNGSTECHNIK<br />

10. BAMBERGER HYDRAULIK-<br />

FRÜHSTÜCK<br />

Informieren, frühstücken und wertvolle Kontakte knüpfen<br />

– das alles stand auf der Agenda des 10. Bamberger Hydraulik-Frühstück<br />

zu dem das Unternehmen Rauh Hydraulik<br />

Ende Januar geladen hatte. Und die Branchenvertreter<br />

kamen zahlreich zur Jubiläumsveranstaltung ins Welcome<br />

Kongress-Hotel nach Bamberg.<br />

Nach neun erfolgreichen Veranstaltungen und dem tollen<br />

Feedback der Teilnehmer für das Konzept „Hydraulik-Frühstück“<br />

hat der Veranstalter zum 10-jährigen Jubiläum den<br />

Rahmen der Veranstaltung ausgeweitet: mehr Aussteller,<br />

mehr Vorträge, mehr Zeit zum Netzwerken, mehr Informationen.<br />

Dabei wurde das langjährige Veranstaltungskonzept<br />

leicht modifiziert: In diesem Jahr fanden Vorträge und<br />

Hausmesse gleichzeitig statt. „Ein Experiment, auf das wir<br />

uns einlassen wollten, um die Atmosphäre noch zwangloser<br />

zu gestalten“, so Moderator Andreas Laubsch, Key<br />

Account Manager & Seminarleitung Rauh Hydraulik GmbH.<br />

Und das Konzept ist aufgegangen. Die Teilnehmer konnten<br />

sich den für sie passenden Vortrag anhören, um sich kurz<br />

danach der Hausmesse in unmittelbarer räumlicher Nähe<br />

zu widmen. Ein lebendiges Hin und Her zwischen Ausstellung<br />

und Vortrag war angesagt, was dem Geschehen eine<br />

erfrischende Dynamik verlieh. Aber nicht nur das Atmosphärische<br />

hat gepasst, auch das Programm hat überzeugt. Die<br />

Vorträge waren inhaltlich hochkarätig und thematisch breit<br />

aufgestellt: Referate über Fachkräftemangel in der Hydraulik,<br />

3D-Druck oder ein Workshop zur Kommunikation<br />

standen genauso auf der Agenda, wie „knallharte“ Hydraulik-Themen<br />

wie z. B. Schäden an Hydraulikzylindern,<br />

Lösungen für die Instandhaltung, Maschinenrichtlinie. Ein<br />

besonderes „Schmankerl“ wurde im Außenbereich<br />

geboten: Das „Mittelstand 4.0-Mobil“ − Gefördert durch<br />

das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie<br />

präsentierte das Kompetenzzentrum Augsburg hier<br />

Industrie 4.0-Lösungen, die auf mittelständische Unternehmen<br />

zugeschnitten sind. Rege Diskussionen über digitale<br />

Geschäftsmodelle für den Mittelstand blieben hier nicht<br />

aus. Das diesjährige Hydraulik-Frühstück war ein tolles<br />

Gesamtpaket aus Information, Networking und Business<br />

und schürt die Vorfreude auf nächstes Jahr.<br />

03 Vorbereitung zur korrekten Montage: gehärteter Vormontagestutzen,<br />

Rohr rechtwinklig abgelängt und leicht entgratet,<br />

weichdichtender Schneidring mit Montagebegrenzung,<br />

Mutter in Zink-Nickel-Ausführung<br />

In einem Montagetraining wird großer Wert auf die korrekte Markierung<br />

des Montageweges gelegt. Eine Möglichkeit wäre, Überwurfmutter<br />

und Gegenstück nach handfestem Anzug mit einem<br />

Strich zu markieren und die dann z. B. noch nötige 90° (= 1/4) Umdrehung<br />

zur Verspannung des Systems mit dem Auseinanderdrehen<br />

dieses Striches kenntlich zu machen. Außerdem wird so sichtbar,<br />

dass die Endmontage durchgeführt wurde. Denn wie oft hat<br />

man es schon erlebt, dass die üblichen Kreuze, die das dokumentieren<br />

sollen, bereits vorher angebracht wurden?<br />

Ein weiteres Risiko liegt aber auch schon in der Auswahl der passenden<br />

Verschraubungen. Ist allen Monteuren und Konstrukteuren<br />

bekannt, dass es unterschiedliche Sicherheitsfaktoren bei Rohrverschraubungen<br />

gibt ? Vor den Druckangaben im Katalog der Hersteller<br />

steht üblicherweise entweder „PN“ oder „PB“. Erstere deutet auf<br />

einen Sicherheitsfaktor von 4, die Angabe „PB“ auf einen reduzierten<br />

Sicherheitsfaktor von 2,5 (oder gar noch weniger) hin. Ein Beispiel<br />

aus der Praxis: Im Ventilblock wird eine gerade Einschraubverschraubung<br />

mit Weichdichtung verbaut, PN 400 bar, die angeschlossene<br />

Schlauchleitung hat PN 330 bar – und die am Zylinder eingeschraubte<br />

Schwenkverschraubung PB 160 bar. Betriebsdruck der<br />

Anlage 250 bar. Einschrauber und Schlauchleitung wurden richtig<br />

ausgelegt, zwischen Betriebsdruck der Anlage und maximalem Betriebsdruck<br />

der Bauteile sollte aufgrund der üblicherweise auftretenden<br />

Druckspitzen nochmal eine Sicherheit einkalkuliert sein. Denn<br />

Druckspitzen, die mehr als den doppelten Betriebsdruck betragen,<br />

sind keine Seltenheit. Und diese Druckspitzen sind auf einem analogen<br />

Manometer nicht ablesbar, sondern nur mit digitalen Messgeräten<br />

zu ermitteln. Also, gehen wir von kurzfristigen Druckspitzen von<br />

ca. 500 bar aus, Schlauchleitung und Einschraubverschraubung mit<br />

SI=4 verkraften dies – wie ist es mit unserer Schwenkverschraubung<br />

mit Hohlschraube? PB 160 bar bedeutet, dass diese Verschraubung<br />

bei ca. 400 bar nicht mehr funktionsfähig ist, sprich mindestens undicht<br />

wird und Undichtheit bedeutet Ausfall.<br />

Unsere Druckspitzen aus dem Beispiel belaufen sich auf etwa<br />

500 bar, ergo wird uns die Schwenkverschraubung nicht dauerhaft<br />

Freude bereiten. Ein Blick in den Katalog hätte davor geschützt, es gibt<br />

verstärkte Versionen dieser Schwenkverschraubung mit Hohlschraube<br />

mit zumindest PB 400 bar, was bei einem Betriebsdruck von<br />

250 bar funktionsfähig wäre (400 bar × 2,5 = 1 000 bar bis zur Undichtheit).<br />

Die Unterschiede der beiden Druckangaben sind vielen Anwendern<br />

nicht bekannt, in unseren Rauh-Seminaren ernten wir bei Erklärung<br />

dieser Bezeichnungen in der Regel viele erstaunte Blicke.<br />

Die Erfahrung zeigt, dass vor allem die genannten Fehler einen<br />

hohen Prozentsatz des Ausfalls von Bauteilen der hydraulischen<br />

Verbindungstechnik darstellen, zumindest beim Einsatz von Markenprodukten.<br />

Die richtige Beratung durch einen Fachbetrieb und regelmäßige<br />

Schulungen der Monteure können das Risiko minimieren.<br />

www.rauh-hydraulik.de


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ROHRE VERLEGEN OHNE<br />

ZU GRABEN – HYDRAULIK<br />

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SPECIAL / VERBINDUNGSTECHNIK<br />

Ob beim Wasserleitungsbau oder bei der<br />

Erschließung neuer Erdgasverteilnetze –<br />

Anwendungsbereiche für die grabenlose<br />

Rohrverlegung mithilfe von Bohrgeräten gibt es<br />

viele und der Anteil gegenüber einer offenen<br />

Bauweise wächst stetig. Denn die unterirdische<br />

Neuverlegung und Erneuerung von Ver- und<br />

Entsorgungsleitungen bietet technische und<br />

wirtschaftliche Mehrwerte.<br />

Der Wegfall von Aushub- und Wiederherstellungsarbeiten<br />

sowie die kürzeren Bauzeiten sind gerade bei der Herstellung<br />

von Hausanschlüssen sowie bei der Kreuzung stark<br />

frequentierter Verkehrswege ein enormer Vorteil. „Dabei ist<br />

die `Maulwurftechnologie´ auch nachhaltig im Sinne des<br />

Umweltschutzes – die unterirdische Bauweise führt zur Vermeidung<br />

von Staus, von Umleitungen und Flickarbeiten, wodurch Emissionen<br />

von CO 2<br />

und Feinstaub verringert werden“, so Dieter Wurm,<br />

Konstrukteur Prototypenbau & Erprobung bei Tracto-Technik.<br />

Bereits seit 1970 ist das Unternehmen aus Lennestadt auf die<br />

grabenlose Verlegetechnik spezialisiert und dabei ständig an<br />

Optimierungen der entsprechenden Maschinen interessiert.<br />

Doch ohne funktionsfähige Hydraulik keine grabenlose Rohrverlegung<br />

mit steuerbaren Bohrgeräten. „Deshalb ist es wichtig, dass<br />

wir im Hydraulikbereich mit einem zuverlässigen Partner arbeiten<br />

– wir müssen uns hier nicht nur auf die Funktionalität der Produkte<br />

verlassen können, sondern auch auf das Fachwissen der Hydraulik-<br />

Kollegen“, so Wurm. An dieser Stelle kommt das Unternehmen<br />

Dietzel Hydraulik ins Spiel. Der Spezialist für die hydraulische<br />

Leitungstechnik verfügt über jahrelange Erfahrung, das geforderte<br />

Know-how und den Qualitätsanspruch. Die beiden Firmen<br />

befinden sich jüngst in einem hochspannenden Optimierungsprojekt<br />

für die neue Generation des hydraulisch angetriebenen<br />

Grundodrill Horizontalspülbohrgerätes. Bereits seit der Jahrtausendwende<br />

bezieht Tracto-Technik Schlauchleitungen und<br />

22 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


VERBINDUNGSELEMENTE<br />

POINTIERT<br />

VEREINHEITLICHUNG DER<br />

ANSCHLÜSSE MÖGLICH<br />

PUMPENMONTAGE WURDE<br />

VEREINFACHT<br />

FEHLERANFÄLLIGKEIT<br />

GESENKT<br />

LECKAGERISIKO<br />

MINIMIERT<br />

Verschraubungsablösung<br />

für den neuen Pumpenstrang<br />

des Grundodrill<br />

Schutzschläuche von Dietzel und möchte die Zusammenarbeit<br />

mit dem aktuellen Projekt erweitern.<br />

OPTIMIERUNG DER HYDRAULIK<br />

Über einen längeren Zeitraum wurde an verschiedenen<br />

Optimierungsmaßnahmen für die neuen Grundodrill Horizontalspülbohrgeräte<br />

gefeilt. Dabei stand auch das Thema Hydraulik ganz<br />

oben auf der Agenda. Bei den im Pumpenstrang bisher vorliegenden<br />

Verschraubungsketten gibt es nicht nur ein Leckage- und<br />

Fehlerrisiko, auch die Montage und Kommissionierung der<br />

einzelnen Bauteile stellt einen hohen zeitlichen und finanziellen<br />

Aufwand dar. Mit dem entsprechenden Engineering im Hydraulikbereich<br />

konnte der langjährige Tracto-Technik-Partner Dietzel<br />

Hydraulik die bestehenden Verschraubungsketten durch funktionale<br />

Verschraubungsablösungen optimieren.<br />

Zu Projektbeginn wurde der Ist-Zustand vor Ort durch die<br />

Dietzel-Ingenieure und Kundenbetreuer analysiert und im<br />

Nachgang die bestehenden 3D-Modelle ausgetauscht. Durch das<br />

Know-how und die langjährige Erfahrung in der Hydraulikbranche<br />

konnten erste Optimierungsansätze seitens Dietzel schnell gefunden<br />

werden. In wenigen gemeinsamen Anpassungsschritten wurde die<br />

optimale Verschraubungsablösung für den Pumpenstrang der neuen<br />

Generation des Grundodrill gefunden, mit welcher zudem auch eine<br />

Vereinheitlichung der Anschlüsse herbeigeführt werden konnte.<br />

VORTEILE DURCH VERSCHRAUBUNGSABLÖSUNG<br />

Die Vorteile der Optimierungsmaßnahmen liegen auf der Hand<br />

– mit den Anpassungen kann Tracto-Technik effizienter produzieren,<br />

da weniger Bauteile beschafft und kommissioniert werden müssen.<br />

Dies wiederum führt zu einer einfacheren Artikelverwaltung –<br />

Lagerplätze lassen sich optimieren oder sogar einsparen. Für die<br />

Mitarbeiter ist auch die Montage der Pumpe der neuen Generation<br />

des Grundodrill durch die optimierten Bauteile vereinfacht<br />

worden. „Die Fehleranfälligkeit sinkt“, so Wurm. Doch der größte<br />

Vorteil ist das nahezu komplett eliminierte Leckagerisiko beim<br />

Einsatz der Maschinen durch den Endkunden. Mit dieser<br />

Verschraubungsablösung von Dietzel wurde die Pumpenqualität<br />

des neuen Grundodrill auf ein neues Level gehoben und drastisch<br />

verbessert. Möglich ist dies durch das hochflexible Dietzel-<br />

Baukastensystem. Aus einer großen Auswahl an Unterkomponenten<br />

können kundenspezifische Hydrauliklösungen in kürzester<br />

Zeit konfiguriert und gefertigt werden. Vorteil dabei sind die<br />

schnellen Reaktionszeiten bei der Planung und Ausführung.<br />

Dabei setzt Tracto-Technik nicht nur auf die Erfahrungen von Dietzel<br />

Hydraulik, sondern auch auf das Engineering und die notwendige<br />

Fachkompetenz, um nachhaltige Optimierungen zu identifizieren<br />

und lang-fristig Kosten zu senken.<br />

www.dietzel-hydraulik.de<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 23


FILTERTECHNIK<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

INSTANDHALTUNGSMODUL HÄLT<br />

HYDRAULIKANLAGEN SICHER<br />

Ölverschmutzung ist bei Hydraulikanlagen ein großes Problem. Fast 80 % der fluidrelevanten<br />

Betriebsstörungen haben einen Verschmutzungshintergrund. Hier kann ein<br />

Filteraggregat, wie die Mobile Filtration Unit MFU 15 der Hydac Filter Systems GmbH,<br />

helfen. Diese ist aber dank der praxisbezogenen elektronischen Aufrüstung heute viel<br />

mehr als nur ein Nebenstromfilter oder Befüllaggregat.<br />

24 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


FILTERTECHNIK<br />

Im Grunde genommen gibt es vier Hauptquellen für die Hydraulikölverschmutzung.<br />

Chronologisch ist mit der Initialverschmutzung zu<br />

beginnen. Hierunter versteht man alle Verschmutzungen, die beim<br />

Herstellungsprozess (Komponenten-, Montage-, Transportverschmutzung)<br />

einer Hydraulikanlage auftreten können.<br />

Die nächste Gefahrenstelle ist die Befüllung des Hydrauliksystems.<br />

Auch hier sind vor allem die Feststoffe das Problem. Diese<br />

können bei der Erstbefüllung, aber auch beim Nachfüllen, in die<br />

Hydraulik gelangen. Ein Frisch-Öl ist noch lange nicht sauber, nur<br />

weil augenscheinlich kein Schmutz zu erkennen ist.<br />

Die dritte Hauptquelle für die Hydraulikölverschmutzung ist der<br />

Systemschmutz. Dieser entsteht beim Betreiben der Anlage.<br />

Komponentenverschleiß, aber auch Korrosion, Alterung und<br />

Vermischungen mit anderen Flüssigkeiten, sind die Ursachen<br />

hierfür. Fehler bei der Viskositätsbestimmung oder vernachlässigte<br />

Filterpflege sind nur zwei von vielen Möglichkeiten.<br />

Fehlt noch der Umgebungsschmutz. Hierunter versteht man Kontaminationen,<br />

die während des Betriebes von außen in das System<br />

gelangen. Besondere Gefahrenstellen sind die Tankbelüftung,<br />

Schmutzeintrag über die Kolbenstangen, beschädigte Dichtungen,<br />

aber auch Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten.<br />

Alle Systemverschmutzungen haben eines gemeinsam, sie<br />

verkürzen die Lebensdauer der Hydraulikkomponenten,<br />

einschließlich der des Hydrauliköls. Sie sind Kostentreiber und<br />

verantwortlich für viele ungeplante Maschinenstillstände. Und<br />

sie sind mitverantwortlich für einen hohen Ersatzteilverbrauch<br />

(Ressourcenvergeudung), aber auch für einen schlechten<br />

Wirkungsgrad des Hydrauliksystems.<br />

POINTIERT<br />

KOMPAKTES, LEISTUNGSFÄHIGES ZUSTANDS-<br />

ÜBERWACHUNGSSYSTEM<br />

SCHNELLER UND PLATTFORMUNABHÄNGIGER<br />

DATENZUGRIFF ÜBER WEBSERVER UND FTP<br />

HYDRAULIKÖLVERSCHMUTZUNG<br />

ZEITNAH ERKENNEN<br />

IM ALARMFALL EMAIL-<br />

BENACHRICHTIGUNG<br />

INTEGRIERTER ALGORITHMUS ZUR MESS-<br />

WERT-PLAUSIBILITÄTSPRÜFUNG<br />

ASSISTENT FÜR DIE GRENZWERTFESTLEGUNG<br />

FÜR DIE FLUIDVERSCHMUTZUNG<br />

AUTOMATIONS- UND SYSTEMINTEGRATION<br />

ÜBER MODBUS<br />

Von all den im Maschinenalltag anzutreffenden verschiedenen<br />

Verschmutzungsarten ist die Feststoffverschmutzung wohl die<br />

v erbreiteste. Problematisch sind vor allem harte Partikel. Sie verursachen<br />

abrasiven Verschleiß an den Baukomponenten. Maschinen-<br />

01 Die MFU 15 mit ConditionSensor Interface CSI-C-11 beim Abreinigen im Bypass<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 25


FILTERTECHNIK<br />

EINSATZBEREICHE FÜR DIE MFU 15 MIT<br />

CONDITIONSENSOR INTERFACE CSI-C-11<br />

n Bypass Filter für maschinenoptimale Ölreinheit und<br />

Messwertdokumentation.<br />

n Abreinigung der Frischöle vor der Maschinen- und<br />

Anlagenbefüllung und Wertedokumentation.<br />

n Abreinigung der Prüf- und Spülöle und Dokumentation<br />

deren Ölreinheit.<br />

n Nachweis für die Einhaltung der Hersteller-Reinheitsvorgaben<br />

für das Hydrauliköl bei Wartungsmaßnahmen von<br />

Maschinen und Anlagen im Garantie- und<br />

Gewährleistungszeitraum.<br />

n Nach Reparaturmaßnahmen im Hydraulikbereich<br />

Nachweis für die Einhaltung notwendiger Ölreinheiten.<br />

n Kontrolle einer Produktumstellung oder eines<br />

Lieferantenwechsels.<br />

und Anlagenhersteller schreiben heute oft zulässige Verschmutzungsklassen<br />

für bestimmte Bauteile oder für das Gesamtsystem vor.<br />

Und sie setzen voraus, dass die Vorgaben auch eingehalten werden.<br />

Bei verschleißbedingten Hydraulikausfällen während der<br />

Garantie- und Gewährleistungszeit sollte mit Daten und Fakten<br />

nachgewiesen werden, dass die geforderte Ölreinheit auch tatsächlich<br />

eingehalten wurde. Eine verbale Zusicherung hilft hier wenig.<br />

Ohne einen schriftlichen Nachweis (Reporting) hat man im Reklamationsfall<br />

schlechte Karten.<br />

ÖLVERSCHMUTZUNG NACH<br />

REPARATURARBEITEN<br />

Bei jeder Reparatur wird in ein System eingegriffen. Ob die<br />

Sollwerte nach der Instandsetzung noch stimmen, wird oft nicht<br />

nachkontrolliert. Die Instandhaltung sollte alleine schon aus<br />

eigenem Inte-resse nach einer Reparaturmaßnahme die Feststoffverschmutzung<br />

des Hydrauliköles, vor der Produktionsfreigabe der<br />

Maschine, zwingend überprüfen. Es empfiehlt sich die Werte auch zu<br />

dokumentieren, um gegebenenfalls auf sie zurückgreifen zu können.<br />

Verschleißschäden treten nicht schlagartig ein; sie haben oft eine<br />

sehr lange Entwicklungszeit. Steigt der Feststoffanteil im Hydrauliköl<br />

ab einem bestimmten Zeitpunkt stark an, ist Gefahr im Verzug.<br />

Mit einer routinemäßigen Ölanalyse, zum Beispiel alle sechs<br />

Monate, werden solche Veränderungen nicht erkannt. Viele<br />

verschleißbedingten ungeplanten Maschinenstillstände wären zu<br />

verhindern, wenn die Verschmutzungsveränderungen des Hydrauliköls<br />

zeitnah erkannt und als Frühindikator genutzt werden<br />

würden. Erhöhte Verschleißgefahr besteht auch wenn ein unkontrollierter<br />

Öllieferant- oder ein Produktwechsel vorgenommen wird.<br />

Das gilt auch, wenn beide Produkte die gleiche Ölnorm, zum<br />

Beispiel HLP nach DIN 51 524 erfüllen, also sozusagen „identisch“<br />

sind. Man kann der Instandhaltung nur empfehlen, bei jeder Art<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

DIE VERNETZUNG VON FILTERAGGREGAT,<br />

SENSORIK UND DATENLOGGER SOWIE<br />

DIE MÖGLICHKEIT AUTOMATISIERTER<br />

KOMMUNIKATION MIT ÜBERGEORDNETEN<br />

STEUERUNGSKONZEPTEN EBNEN DEN<br />

WEG ZUR PROAKTIVEN INSTAND-<br />

HALTUNG. SO WIRD DURCH DIE<br />

KOMBINATION AUS MESSEN,<br />

ABREINIGEN UND DOKUMEN-<br />

TIEREN EINE NACHHALTIGE<br />

VERLÄNGERUNG DER<br />

ANLAGEN- UND FLUID-<br />

LEBENSDAUER ERZIELT<br />

Thomas Walbaum, Produktmanager bei HYDAC<br />

Filter Systems GmbH<br />

26 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


FILTERTECHNIK<br />

02 Abrasiver Verschleiß in einer Hydraulikpumpe<br />

03 Ölkannen für Wartungsarbeiten<br />

02<br />

eines Fluidwechsels, durch eine zeitnahe und wiederholte Feststoffanalyse,<br />

die Ölverschmutzung zu kontrollieren.<br />

SMARTE HYDRAULIKÖLÜBERWACHUNG<br />

Die Mobile Filtration Unit MFU 15 ist ein portables Servicegerät für<br />

die Instandhaltung und den Maschinen- und Anlagenservice. Über<br />

den Filter werden partikuläre Feststoffverschmutzungen und – je<br />

nach Elementtyp – freies Wasser aus Hydraulik- und Schmierölen<br />

entfernt. Durch die Integration eines ConditionSensor Interface CSI-<br />

C-11 wird aus einer mobilen Filtrationseinheit, ein smartes, Industrie<br />

4.0 fähiges Instandhaltungstool. Neben der Fähigkeit, bei Auffälligkeiten<br />

im Fluid- und Maschinenzustand selbständig zu agieren (z. B.<br />

durch das Versenden von Emails oder die Weitergabe des Systemstatus<br />

an ein übergeordnetes Steuerungs- oder Prozessleitsystem), wurde<br />

das PC-Software und App-gestützte Bedien- und Daten-Auswertekonzept<br />

des CSI-C-11 an die aktuellen Anforderungen des Marktes<br />

angepasst. So besteht nun die Möglichkeit, unabhängig vom Betriebssystem<br />

und des für die Datenauswertung verwendeten Endgerätes<br />

(Handy, Tablet-PC, Notebook etc.), mittels Web-Browser oder<br />

FTP-Verbindung direkt auf das ConditionSensor Interface CSI-C-11<br />

und dessen gespeicherte Daten zugreifen zu können. Für das anwendungsorientierte<br />

Einrichten von Sensorgrenzwerten überwachter<br />

Fluidparameter, wurden die bewährten Werte aus der HYDAC-<br />

Kontaminationsfibel, softwareseitig hinterlegt. Die anwendungsbezogenen<br />

Grenzwertvorschläge lassen sich dadurch einfach per Drop-<br />

Down-Menü auswählen und im Bedarfsfall noch manuell korrigieren.<br />

Wie schnell und wie gut Industrie 4.0 in der Instandhaltung und<br />

beim Service umgesetzt wird, hängt ganz wesentlich von den<br />

angebotenen Werkzeugen ab. Komplizierte und überladene Tools<br />

werden nicht angenommen, haben ein hohes Potenzial zur Fehlinvestition.<br />

Der Einsatz der MFU 15 mit dem ConditionSensor<br />

Interface CSI-C-11 macht nicht nur die Instandhaltung effizienter,<br />

sie ist wichtiges Tool für eine effiziente und zukunftsorientierte<br />

Instandhaltung. Um den Nutzen des smarten Filteraggregats noch<br />

zu steigern kann ein CSI-C-11 auch an wichtige Produktionsmaschinen<br />

direkt angebaut werden. So lassen sich maschinenspezifische<br />

Werte einstellen und einfach kontrollieren.<br />

Fotos: Aufmacher Adobe Stock, Bild 01 und 02 Hydac Filter Systems,<br />

03 Helmut Winkler<br />

www.hydac.de<br />

03<br />

Anwendung<br />

Allgemeine<br />

Anforderung<br />

200 l Fass<br />

Anlieferungszustand<br />

Verschlechterung<br />

der<br />

Anlagenverfügbarkeit<br />

Arbeitshydraulik 19/17/14 23/21/18 Faktor 4<br />

Servo- und<br />

Proportionalsteuerelemente<br />

21/19/16<br />

(Anforderung<br />

DIN 51524)<br />

Faktor 2<br />

15/13/10 23/21/18 Faktor 7<br />

21/19/16<br />

(Anforderung<br />

DIN 51524)<br />

Faktor 5<br />

Tabelle: Einfluss der Ölreinheit auf die Maschinenverfügbarkeit<br />

(Quelle: Verband der Schmierstoff-Industrie)<br />

SF-Filter bietet den 24-Stunden<br />

Solutions for Filtration<br />

Web- und Liefer-Service für jeden<br />

Filter Ihrer Wahl.<br />

sf-filter.com<br />

Phone +49 7720 80 91-0<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 27


ERWEITERTE REPARATURKAPAZITÄTEN<br />

Ekomat.indd 1 07.11.2012 07:49:19<br />

Seit mehr als 25 Jahren ist die V.I.T. Systemtechnik GmbH<br />

auf Reparaturen spezialisiert und hat nun aufgrund der<br />

steigenden Nachfrage ihre Kapazitäten erhöht. Das<br />

Unternehmen repariert, kalibriert und setzt herstellerunabhängig<br />

Ventile, Pumpen sowie Motoren und Hydraulik-Komponenten<br />

aus allen Branchen instand. „Eine unserer Stärken<br />

ist die Reparatur und Instandhaltung von Proportional- und<br />

Servoventilen, die auf computergestützten Prüfständen<br />

kalibriert werden“, sagt Hayo Geyer, Geschäftsführer der<br />

V.I.T. Systemtechnik GmbH. Auf Wunsch erstellt das<br />

Unternehmen digitale Prüfprotokolle, so kann jeder Vorgang detailliert nachvollzogen werden.<br />

www.vit-systemtechnik.de<br />

CHARAKTERSTARKER WINZLING<br />

MIT KONTROLLFUNKTION<br />

Um den Maschinendruck zuverlässig überwachen zu können, hat<br />

WIKA PSD-4-ECO entwickelt. Der Druckschalter lässt sich gemäß<br />

Plug-and-Play per werkseitiger Vorkonfiguration oder IO-Link in<br />

Betrieb nehmen. Über das zweifarbige Display werden Informationen<br />

über den Druckstatus oder den Zustand der Maschine angezeigt. Der<br />

Blickwinkel lässt sich durch Drehung des Gehäusekopfs sowie<br />

elektronisches Kippen des Displays um 180° einstellen. Aufgrund des<br />

geringen Durchmessers von 29 mm und der vertikalen Ausrichtung<br />

des elektrischen Ausgangs kann das Gerät auch bei beengter<br />

Umgebung eingepasst werden. PSD-4-ECO ist für Medientemperaturen<br />

zwischen -40 °C und +125 °C und schockfest bis 50 g ausgelegt.<br />

www.wika.de<br />

TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT<br />

Dr.-Ing. C. Boes, Böblingen<br />

Dr.-Ing. K. Roosen, Kaarst<br />

Dipl.-Ing. M. Dieter, Sulzbach/Saar Dr.-Ing. P. Saffe, Hannover<br />

Dr, Steffen Haack, Lohr a. M.<br />

Dr.-Ing. MBA IMD A. W. Schultz,<br />

Dr.-Ing. M. Fischer, Kraichtal<br />

Memmingen<br />

Dr.-Ing. G. R. Geerling, Elchingen Dipl.-Ing. E. Skirde, Neumünster<br />

Prof. Dr.-Ing. M. Geimer, Karlsruhe Prof. Dr.-Ing. C. Stammen, Krefeld<br />

Prof. Dr.-Ing. habil. W. Haas, Stuttgart Dipl.-Ing. P.-M. Synek, Frankfurt<br />

Dr.-Ing. W. Hahmann, Kempen Prof. Dr.-Ing. J. Weber, Dresden<br />

Prof. Dr.-Ing. S. Helduser, Krefeld Der Vorsitzende und stellvertretende<br />

Univ.-Prof. Dr.-Ing. G. Jacobs, Aachen Vorsitzende des Forschungsfonds<br />

Dipl.-Ing. M. Knobloch, München <strong>Fluidtechnik</strong> im VDMA:<br />

Dr. L. Lindemann, Mannheim<br />

Prof. Dr.-Ing. P. U. Post, Esslingen<br />

Prof. Dr.-Ing. P. U. Post, Esslingen Dr.-Ing. R. Rahmfeld, Neumünster<br />

IMPRESSUM<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

erscheint <strong>2020</strong> im 64. Jahrgang, ISSN 0341-2660<br />

Redaktion<br />

FLUIDTECHNIK<br />

Chefredakteur: Peter Becker B. A.,<br />

Tel.: 06131/992-210, E-Mail: p.becker@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)<br />

Redakteure: Dipl.-Ing. Manfred Weber (MW),<br />

Tel.: 06131/992-202, E-Mail: m.weber@vfmz.de<br />

Ivo Greuloch (Vol.), Tel.: 06131/992-353,<br />

E-Mail: i.greuloch@vfmz.de<br />

Vanessa Weingärtner (Vol.), Tel.: 06131/992-352,<br />

E-Mail: v.weingaertner@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz: Melanie Lerch,<br />

Tel.: 06131/992-261, E-Mail: m.lerch@vfmz.de,<br />

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371, E-Mail: p.weidt@vfmz.de<br />

Doris Buchenau, Angelina Haas, Ulla Winter<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Katharina Schmitz,<br />

Institutsdirektorin,<br />

Tel: 0241/80-47701, Fax: 0241/80-647712,<br />

E-Mail: sc@ifas.rwth-aachen.de<br />

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Hubertus Murrenhoff,<br />

Tel.: 0241/80-47710, Fax: 0241/80-647712,<br />

E-Mail: mh@ifas.rwth-aachen.de<br />

ifas – Institut für fluidtechnische Antriebe und Systeme<br />

RWTH Aachen University, Campus-Boulevard 30,<br />

52074 Aachen, Internet: www.ifas.rwth-aachen.de<br />

Organ: Organ des Forschungsfonds des Fachverbandes<br />

<strong>Fluidtechnik</strong> im VDMA<br />

Gestaltung<br />

Mario Wüst, Sonja Daniel, Anette Fröder,<br />

Anna Schätzlein,<br />

Chef vom Dienst<br />

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Sales<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Annemarie Benthin, Auftragsdisposition<br />

Tel.: 06131/992-250, E-Mail: a.benthin@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 60: gültig ab 1. Oktober 2019<br />

Leserservice<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige<br />

Änderungen Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Preise und Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € 14,50 (zzgl. Versandkosten),<br />

Jahresabonnement: Inland: € 159,- (inkl. Versandkosten),<br />

Ausland: € 179,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

Verlag<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH, Lise-Meitner-Straße 2,<br />

55129 Mainz, Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-0, Fax: 06131/992-100<br />

E-Mail: info@vfmz.de,<br />

www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Head of Sales: Beatrice Thomas-Meyer<br />

Tel.: 06131/992-265, E-Mail: b.thomas-meyer@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

Druck und Verarbeitung<br />

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />

Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

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Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />

zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise<br />

von ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie<br />

über berufsbezogene Produkte und Dienstleistungen zu<br />

informieren. Dieser Speicherung und Nutzung kann<br />

jederzeit schriftlich beim Verlag widersprochen werden<br />

(vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge<br />

und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit<br />

der Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />

Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />

Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche,<br />

räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />

auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere<br />

das Recht zur Veröffentlichung in Printmedien<br />

aller Art sowie entsprechender Vervielfältigung und<br />

Verbreitung, das Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung<br />

und Übersetzung, das Recht zur Nutzung für eigene<br />

Werbezwecke, das Recht zur elektronischen/digitalen<br />

Verwertung, z. B. Einspeicherung und Bearbeitung<br />

in elektronischen Systemen, zur Veröffentlichung<br />

in Datennetzen sowie Datenträger jedweder Art, wie<br />

z. B. die Darstellung im Rahmen von Internet- und Online-Dienstleistungen,<br />

CD-ROM, CD und DVD und der<br />

Datenbanknutzung und das Recht, die vorgenannten<br />

Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen, d. h. Nachdruckrechte<br />

einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit<br />

des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen<br />

werden. Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die<br />

Ansicht der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte<br />

Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden.<br />

Grundsätzlich dürfen nur Werke eingesandt werden,<br />

über deren Nutzungsrechte der Einsender verfügt,<br />

und die nicht gleichzeitig an anderer Stelle zur<br />

Veröffentlichung eingereicht oder bereits veröffentlicht<br />

wurden.<br />

Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de<br />

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

28 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


MARKTPLATZ<br />

PRÄZISE IN RAUEN UMGEBUNGEN<br />

Die Wegsensoren der Serie OMS2 und PMS2 von Megatron verfügen über eine<br />

hohe EMV-Störfestigkeit, eine stufenlose hohe Auflösung und sind unempfindlich<br />

gegenüber Schock- und Vibrationseinflüssen. Daher sind sie für raue und<br />

elektromagnetisch gestörte Umgebungen geeignet, z. B. in der holz-, keramik-,<br />

kunststoff- und metallverarbeitenden Industrie. Ihr magnetostriktives, kontaktloses<br />

Messprinzip sorgt für einen wartungsarmen, verschleißfreien Betrieb. Die<br />

Modelle der Serie OMS2 ermöglichen die Positionserfassung in Applikationen<br />

mit Messwegen von 50 bis 1 500 mm, die der Serie PMS2 von 50 bis zu 4 000 mm.<br />

Die mechanische Erfassung der Linearbewegung erfolgt über einen geführten<br />

oder einen freien Positionsgeber. Es können auch zwei oder mehr Positionsgeber<br />

auf einem Wegsensor verwendet werden. Die Position des magnetischen Gebers<br />

wird als lineares Analogsignal ausgegeben und ist absolut. Auch nach dem Einund<br />

Ausschalten steht die Positionsrückmeldung sofort zur Verfügung.<br />

www.megatron.de<br />

FLEXIBLER DREH-<br />

SPANNVERSCHLUSS<br />

DER PÖPPELMANN EFFEKT:<br />

Schutzelemente aus<br />

100% Rezyklat im<br />

eingesetzten Kunststoff.<br />

Der Normteilspezialist Ganter<br />

stellt mit dem Dreh-Spannverschluss<br />

eine Neuheit zum<br />

Verschließen von Türen,<br />

Klappen und Luken vor.<br />

Bedient wird dieser in zwei<br />

Schritten mittels ergonomischem,<br />

pulverlackiertem<br />

T-Griff. Beim Ein- und<br />

Ausklappen des Griffs wird<br />

ein Hub von fünf Millimetern<br />

am Drehriegel ausgelöst, um<br />

beispielsweise den für eine<br />

Türdichtung nötigen Anpressdruck<br />

zu erzielen. Im ausgeklappten<br />

Zustand kann der<br />

T-Griff nach links oder rechts<br />

zur Seite gedreht werden, so<br />

dass sich der Drehriegel um<br />

90 Grad hinter die Tür<br />

bewegt und diese sich öffnen<br />

lässt. Der Drehriegel ist je<br />

nach Anwendungsfall<br />

flexibel auf Rahmendicken<br />

zwischen 13 und 75 Millimeter<br />

einstellbar. Der zweistufige<br />

Bewegungsablauf sorgt<br />

dabei für eine vibrationssichere<br />

Zuhaltung.<br />

www.ganternorm.com<br />

Die GPN 608 und die GPN 610 sind jetzt auch als ressourcen schonende<br />

Alternative in der Farbe „Recycling Blue“ ab Lager erhältlich. Sie bestehen<br />

aus 100 Prozent Rezyklat im eingesetzten Kunststoff und überzeugen wie<br />

die bestehenden Normreihen durch die gewohnte KAPSTO ® Qualität.<br />

Die beiden Schutzelemente sind Teil unserer unter nehmens weiten Initiative<br />

PÖPPELMANN blue ® , mit der wir den Materialkreislauf schließen.<br />

Wir machen das.<br />

Ressourcenschonender.<br />

Besuchen Sie uns in<br />

Halle 4, Stand F28.<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 29


SCHUTZELEMENTE<br />

FORMSTABIL UND RESSOURCENSCHONEND:<br />

THERMOGEFORMTE SCHUTZELEMENTE<br />

Pöppelmann Kapsto, Spezialist für Schutzkappen<br />

und -stopfen aus Kunststoff, hat sein Portfolio<br />

um thermogeformte Lösungen erweitert. Mit<br />

dem Thermoform-Verfahren lassen sich<br />

großformatige und dabei sehr dünnwandige<br />

Schutzelemente herstellen sowie Trays, die einen<br />

besonderen Schutz für sensible Bauteile bieten.<br />

POINTIERT<br />

PLATZ- UND MATERIALSPARENDES<br />

DESIGN<br />

MATERIALEINSPARUNGEN<br />

BIS 70 PROZENT<br />

WENIGER AUFWAND FÜR LAGERUNG<br />

UND TRANSPORT<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

Die Thermoform-Technologie ermöglicht ein sehr dünnwandiges<br />

Design und eignet sich besonders für Produkte<br />

mit mittleren bis großen Durchmessern ab ca. 50 mm.<br />

Mithilfe der Technologie lassen sich, im Vergleich zu herkömmlichen<br />

Verfahren, Materialeinsparungen von bis zu 70 %<br />

erzielen. Pöppelmann Kapsto hat die neuen Schutzelemente platzsparend<br />

und stapelbar konzipiert, sodass sich der Aufwand für<br />

Lagerung und Transport erheblich reduzieren lässt.<br />

Das neue Schutzelemente-Programm startet mit zwei Designvarianten:<br />

dem ECO-Universalschutz GPN 400 und GPN 401 sowie dem<br />

ECO-Griffstopfen mit seitlicher Grifflasche GPN 480 und GPN 481.<br />

Alle Varianten sind in den Materialien PS (Signalgelb) und PET<br />

(Transparent) erhältlich. Die Schutz-Lösungen sind universell einsetzbar<br />

und decken einen breiten Anwendungsbereich ab: Für jeden<br />

Anwendungsdurchmesser zwischen 57 und 130 mm findet sich ein<br />

passendes Schutzelement. Auch kundenspezifische Lösungen lassen<br />

sich mit dem Thermoform-Verfahren in kurzer Zeit realisieren.<br />

THERMOFORM-TRAYS – ZUVERLÄSSIGER<br />

SCHUTZ FÜR SENSIBLE BAUTEILE<br />

Die individuell nach Kundenwunsch thermogeformten Trays lagern<br />

und schützen empfindliche Produkte durch eine feste Positionierung,<br />

vereinfachen dabei eine Mengenkontrolle und erleichtern das<br />

Handling, z. B. durch eine automatisierte Entnahme im Produktionsprozess.<br />

Als Entwicklungspartner bietet Pöppelmann Kapsto von<br />

der Idee bis zur Serienfertigung alle Schritte aus einer Hand, erstellt<br />

30 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong><br />

innerhalb eines Tages Angebot und Entwicklungskonzept und liefert<br />

mithilfe von Rapid Prototyping in kürzester Zeit Anschauungsoder<br />

Funktionsmuster – in vielen Fällen sogar im Originalmaterial.<br />

Hierzu werden entweder hauseigene 3D-Drucker oder spezielle<br />

Thermoform-Prototypenmaschinen eingesetzt. Mithilfe der<br />

In-House-Folienproduktion lassen sich die Thermoform-Trays in<br />

unterschiedlichsten Farben und Materialien – auf Anfrage auch in<br />

ressourcenschonenden Recyclingkunststoffen oder ESD-geschützt<br />

– realisieren.<br />

www.poeppelmann.com<br />

Empfindliche Produkte werden in den<br />

thermogeformten Trays fest positioniert – das<br />

bietet einen Komplettschutz und erleichtert<br />

die Mengenkontrolle und Entnahme


VENTILE<br />

EIN MULTITALENT<br />

IM SCHALTSCHRANK<br />

Je rauer die Produktionsbedingungen,<br />

umso größer sind die Anforderungen<br />

an die Pneumatik einer Anlage. Deren<br />

Herzstück: die Ventilinsel. Sie muss<br />

zuverlässig vor Verunreinigungen wie<br />

Staub oder Flüssigkeiten sowie vor<br />

Beschädigungen etwa durch<br />

Hochdruckreiniger geschützt sein.<br />

Besonders in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sind<br />

die Ansprüche an die Anlagenhygiene hoch, so Olaf Hagelstein,<br />

Product Manager bei SMC. „Deshalb haben wir unsere<br />

bewährten SY-Ventilinseln kurzerhand in den Schaltschrank<br />

gepackt. Mit der Ventilinsel im Schaltschrank sparen wir Platz an<br />

der Anlage, erhöhen die Sicherheit, indem wir die elektrische<br />

Ansteuerung vom Produktionsprozess trennen, und reduzieren die<br />

Installationszeiten, weil viel weniger Kabel und Schläuche verlegt<br />

werden müssen“, erläutert der Product Manager.<br />

INSTALLATIONSVORAUSSETZUNGEN GESCHAFFEN<br />

Die Experten von SMC konzipierten die Ventilinseln so, dass sie<br />

leicht im Schaltschrank montiert werden können – mit allen<br />

pneumatischen Anschlüssen nach außen. Durch diese Maßnahme<br />

lässt sich der Aufwand für die Verschlauchung reduzieren und die<br />

Inte-grität des Schaltschranks verbessern, weil keine kostspieligen<br />

Durchführungen angelegt werden müssen.<br />

Die Anschlüsse und die Adapterplatte sind auch aus Edelstahl<br />

verfügbar. Hagelstein: „Je nach Schaltschrank können wir damit die<br />

Anforderungen bis Schutzart IP69K erfüllen. Der Schrank lässt sich<br />

so gründlich mit Hochdruckreinigern und Chemikalien reinigen,<br />

ohne dabei die Ventilinsel zu beschädigen – ein wichtiger Faktor bei<br />

der Verarbeitung von Lebensmitteln.“<br />

LEISTUNG GANZ NACH BEDARF –<br />

FLEXIBEL AUSTAUSCHBAR<br />

Je nach Anwendung lassen sich die Ventilinseln der SY-Serie von<br />

SMC mit bis zu 16 unterschiedlich großen Ventilen bestücken. „Mit<br />

unseren drei Baugrößen SY3000, SY5000 und SY7000 bieten wir für<br />

jede Anforderung die passende Leistung, mit Durchflussraten bis<br />

zu 1 500 l/min“, betont der Product Manager. Die Ventile lassen sich<br />

flexibel miteinander kombinieren, egal ob 2x3/2, 5/2 oder<br />

5/3- Wege-Ventile benötigt werden. Dank Stahlschiebern und<br />

mindestens 200 Millionen möglichen Schaltspielen steigern die<br />

SY-Ventilinseln zudem die Prozesssicherheit. Und falls einmal ein<br />

Ventil ausgetauscht werden muss, kann das problemlos und schnell<br />

vor Ort geschehen.<br />

Die gut im Innern des Schaltschranks verborgenen elektrischen<br />

Eingänge dienen zur Ansteuerung – über alle gängigen Feldbussysteme.<br />

Hagelstein: „Profinet, Profibus, EtherCAT, IO-Link, ganz<br />

gleich, was der Kunde für ein Kommunikationsprotokoll benutzt,<br />

wir haben dafür den passenden Anschluss.“ Eine große Optionsvielfalt<br />

bei den Verdrahtungssystemen rundet das Komplett-Paket der<br />

SY-Ventilinseln von SMC ab. Und dank einem umfassenden<br />

Service- und Logistiknetz sind Ersatz- und Ausbauteile überall auf<br />

der Welt schnell verfügbar.<br />

Foto: SMC Deutschland GmbH<br />

www.smc.eu<br />

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<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 31<br />

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PNEUMATIKPRESSEN<br />

01 02<br />

PRÜFKÖRPER-STANZEN MIT KNIE-<br />

HEBEL- UND PNEUMATIK-PRESSEN<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

Der Automatisierungs- und Prüftechnik-<br />

Spezialist Q-tec GmbH nutzt als Basis für sein<br />

Probenstanzen-Programm präzise Kniehebelund<br />

Pneumatik-Pressen TOX-FinePress.<br />

-tec GmbH – allein schon der Firmenname lässt<br />

unschwer erahnen, dass hier Themen wie Qualitätssicherung<br />

sowie Produktions-, Automatisierungs- und<br />

Präzisionsmesstechnik im Vordergrund stehen. Die<br />

Spezialisten der Q-tec GmbH aus dem bayerischen Zeilarn sehen<br />

sich mit ihrem Unternehmen selbstbewusst als „verantwortungsvoller<br />

Dienstleister“ in den genannten Bereichen. Folgerichtig<br />

verfügen sie, neben dem Lieferprogramm an Härtemessgeräten<br />

(Shore A nano, Shore A, dreifach) und den Produkten zur Prüfkörperherstellung<br />

(Stanzmesser, Probenstanzen, Presswerkzeugen),<br />

auch über die Kompetenz und das Knowhow zur Entwicklung und<br />

Herstellung von Systemen und Komplettlösungen für hochpräzise<br />

Qualitätskontrollen in Produktions- und Montage-Prozessen. Mit<br />

klassischem Sondermaschinenbau hat das nicht mehr viel zu tun,<br />

mit kreativer Entwicklung und effizienter Systemintegration<br />

dagegen schon. Um den individuellen Wünschen der Kunden<br />

termingetreu und wirtschaftlich zu entsprechen, setzt man bei Q-<br />

tec wann immer möglich auf am Markt erhältliche, hochwertige<br />

Komponenten und Grundgeräte. Diese werden durch selbst<br />

entwickelte und gefertigte Funktionseinheiten sowie passgenaue<br />

Werkzeugsysteme ergänzt, sodass die Kunden aus einer Hand eine<br />

Komplettlösung erhalten.<br />

MIT DEM STANDARD ZUR<br />

INDIVIDUELLEN LÖSUNG<br />

Bestes Beispiel dafür sind die im Geschäftsbereich „Mechanische<br />

Prüftechnik wie Zugprüfung, Relaxationsmessung und Härtemessung<br />

nach Shore“ zur Prüfkörperherstellung benötigten<br />

Probenstanzen. Doch der Reihe nach: Für die Prüfung von Elastomeren<br />

und Kunststoffen sind zunächst spezielle, durch Normen klar<br />

definierte Prüfkörper erforderlich. Denn die Qualitätsmerkmale der<br />

Endprodukte lassen sich nur auf der Grundlage von hochwertigen<br />

Prüfkörpern verlässlich und reproduzierbar ermitteln. Die Herstellung<br />

dieser Prüfkörper erfolgt häufig durch Stanzen. Dafür werden<br />

handbetätigte Kniehebel-Pressen oder je nach Anforderungen und<br />

Stanzkräften auch elektrisch bzw. pneumatisch betätigte Stanzpressen<br />

verwendet. Bei den Grundgeräten für die Proben stanzen setzt<br />

Q-tec auf Produkte des Lieferprogramms TOX-FinePress aus dem<br />

Hause TOX PRESSOTECHNIK mit Sitz in Weingarten.<br />

Die Probenstanze STAS.01 basiert auf der standardisierten<br />

Kniehebel-Presse TOX-FinePress KFSU, die als universelles<br />

Pressensystem max. 16 kN Presskraft bzw. bei Umstellung auf den<br />

doppelten Arbeitshub 8 kN Presskraft leistet. Der Arbeitshub ist<br />

einstellbar auf die Bereiche bis 15, bis 20 oder bis 45 mm. Die Ausladung<br />

der C-Säule beträgt 95 mm, die Größe des Stanztisches ist<br />

190 × 240 mm. Mittels der Feineinstellung der unteren Endlage<br />

(± 3 mm) lässt sich die Durchstanzposition des Stanzwerkzeugs<br />

exakt einstellen. Q-tec rüstet die Kniehebel-Presse mit dem erforderlichen<br />

Stanzwerkzeug oder Stanzmesser sowie mit einem<br />

Auswerfer aus. Die präzise Stößelführung durch eine Kugelumlaufeinheit<br />

mit Führungsblock und Führungsschiene sowie die stabile<br />

mechanische Ausführung der Presse gewährleisten reproduzierbare<br />

32 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


PNEUMATIKPRESSEN<br />

04<br />

03<br />

Stanzergebnisse in Form von Prüfkörpern aus Gummi, Elastomeren<br />

und Kunststoffen. Das Stanzwerkzeug und die Stanzunterlage sind<br />

schnell auszutauschen, womit eine flexible Anwendung gegeben ist.<br />

MANUELL ODER PNEUMATISCH?<br />

Für größere Prüflinge bzw. bei komplexeren Prüflings-Konturen<br />

oder einer höheren Anzahl an Prüflingen, kommen Pneumatik-<br />

Pressen mit Handhebel-Kniegelenk vom Typ TOX-FinePress PFHL<br />

zum Einsatz. Diese zeichnen sich durch eine Presskraft von bis zu<br />

22,5 kN bei 6 bar Luftdruck aus. Ebenfalls aus einem hochwertigen<br />

Pressengestell aus Stahlguss gefertigt und mit präziser Stößelführung<br />

ausgestattet, bilden sie die Basis für die Komplettausrüstung<br />

als pneumatisch betätigte Probenstanzen. In diesem Fall wurde die<br />

Standardausführung PFHL mit vergrößerter Arbeitshöhe gewählt.<br />

Die Zustellung erfolgt zunächst manuell (Ausfahren des<br />

Pressenstößels durch Betätigen des Handhebels) bis in die Kniegelenkposition<br />

wobei in der Endstellung ein Schalter betätigt wird.<br />

Nach Drücken eines zweiten Schalters am Handhebel wird der 6 mm<br />

lange, pneumatisch erzeugte Krafthub ausgefahren. Der untere<br />

Totpunkt (UT) ist per manueller Hubeinstellung exakt zu bestimmen.<br />

Lässt der Werker den Zusatzschalter am Handhebel los, fährt der<br />

01 Die Probenstanze STAS.01 zum Stanzen von Prüfkörpern aus<br />

Gummi, Elastomer oder Kunststoff<br />

02 Die manuell zu betätigende Kniehebel-Presse TOX-FinePress KFSU<br />

für Presskräfte bis 16 kN<br />

03 Eine im Krafthub und im Rückhub pneumatisch unterstützte<br />

Pneumatik-Presse TOX-FinePress PFHL mit vergrößerter Arbeitshöhe<br />

und einer Presskraft von bis zu 22,5 kN<br />

04 Verschiedene Stanzmesser zur Prüfkörperherstellung<br />

Krafthub um 6 mm in die Ausgangsstellung zurück. Durch Rück stellen<br />

des Handhebels in die Ausgangsstellung nimmt der Stößel wieder die<br />

obere Ruheposition ein. Das Rückstellen wird ebenfalls pneumatisch unterstützt,<br />

die Rückzugskraft kann stufenlos auf die Betriebsbedingungen<br />

(Abstreifkraft, Werkzeuggewicht) angepasst werden. Die Pressensysteme<br />

TOX-FinePress werden als betriebsbereite Komplettgeräte<br />

geliefert und von Q-tec mit den entsprechenden Werkzeugen bzw.<br />

Auflageplatten, Abstreifern und Auswerfern ausgestattet.<br />

www.tox-pressotechnik.com<br />

www.q-tec.de<br />

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SCHNELLIGKEIT –<br />

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SICHERHEIT –<br />

HYDRAULIKSCHLÄUCHE UND ARMATUREN ALS IMPULSGEPRÜFTES SYSTEM


SENSORIK<br />

MOTION CONTROL<br />

LEBT VON KUNDEN-<br />

ORIENTIERTER UMSETZUNG<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

Mit der Übernahme der Stegmann GmbH im Jahr<br />

2002 hat SICK das Geschäftsfeld Motion Control<br />

dynamisch weiterentwickelt und im Markt<br />

innovative Impulse gesetzt: Marktübergreifende<br />

Schnittstellen wurden eingeführt und etabliert,<br />

innovative Gebertechnologien sind mittlerweile<br />

in marktgerechte Baugrößen überführt und<br />

anwendungsgerechte Programmierlösungen<br />

sind umgesetzt. Was diese Entwicklungen für die<br />

Lösung von Motion-Control-Anwendungen<br />

bedeuten und wo die technologische Reise<br />

hingeht, darüber sprachen wir im Interview mit<br />

Heiko Krebs, Vice President Product<br />

Management der SICK Stegmann GmbH.<br />

Rotative Encoder, Linear-Encoder, Seilzug- und Messradsysteme,<br />

Motor-Feedback-Systeme, Programmiertools – betrachtet man<br />

neben der Vielzahl von Schnittstellen Ihrer Encoder auch<br />

Merkmale wie Messtechnologie, Baugröße, Programmierbarkeit<br />

oder Anschlusstechnik, hat man den Eindruck, dass die Anforderungen<br />

im Motion-Control-Markt heterogener sind, als man<br />

zunächst denkt.<br />

Heiko Krebs: Das ist richtig. Die Kundenanforderungen sind sehr<br />

vielfältig – und damit kann es auch nicht den einen Encoder oder<br />

das eine Motor-Feedback-System geben. Motion Control lebt von<br />

kundenorientierter Umsetzung. Darauf lassen wir uns gerne ein.<br />

Nehmen wir beispielsweise die Programmierbarkeit: Gestartet<br />

sind wir mit einem Inkremental-Encoder, der sich per PC programmieren<br />

ließ. Das Feature selbst fanden viele klasse, aber<br />

nicht alle Kundengruppen waren in der Lage sich dies in vollem<br />

Umfang zunutze zu machen. So haben Inbetriebnahme- und<br />

Servicetechniker unserer Kunden den Wunsch nach einem tragbaren<br />

Programmiertool zurückgemeldet, mit dem sie Einstellungen<br />

vor Ort an der Maschine vornehmen können. Also haben wir<br />

ein entsprechendes Handheld-Gerät entwickelt. Mit der wachsenden<br />

Flexibiliät kam der Wunsch auf ohne Tool, sondern am<br />

Encoder direkt programmieren zu können. Das haben wir dann<br />

mit Dip-Switch-Schaltern gelöst. Das Beispiel lässt sich entsprechend<br />

auch auf andere Encodermerkmale übertragen. Es zeigt,<br />

wie dynamisch sich die Kundenanforderungen immer wieder<br />

verändern. Wir waren und sind also gefordert, unser Portfolio in<br />

einer sinnvollen und marktgerechten Varianz anzubieten.<br />

Gleichzeitig bedarf aber nicht jeder Kundenwunsch einer<br />

umfassenden Neuentwicklung.<br />

Oft geht es um die individuelle Anpassung vermeintlich<br />

trivialer Themen wie bestimmte Wellendesigns, Kabellängen,<br />

Steckverbinder, Ader- und Pinbelegungen<br />

oder eine besondere Konfektionierung und Versendung.<br />

Jedes Jahr erreichen uns eine Vielzahl solcher<br />

Anfragen. Um solche kundenspezifischen<br />

Versionen möglich zu machen, haben wir interne<br />

Customization-Prozesse durch transparente<br />

und effiziente Projektabläufe professionalisiert<br />

und beherrschbar gemacht. Durch die anwendungsspezifische<br />

und zugleich bezahlbare<br />

Individualisierung generieren wir so einen<br />

perfekten, schnell verfügbaren Kundennutzen.<br />

Gleichzeitig schafft dies eine Marktnähe,<br />

die es erlaubt, mögliche Trends frühzeitig zu<br />

erkennen und für neue Encoder oder Motor-<br />

Feedback-Systeme zu nutzen.<br />

Ein solcher Trend heißt IO-Link. Die Punkt-zu-<br />

Punkt-Verbindung hält im Zuge der Digitalisierung<br />

jetzt verstärkt auch Einzug in die Welt<br />

rotativer und linearer Encoder.


SENSORIK<br />

IO-Link bietet Encodern den idealen Datenkanal, um verfügbarkeitsrelevante<br />

Prozessinformationen in die Steuerungsebene,<br />

in die Maschinenebene oder in die Cloud zu übertragen<br />

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie sind die Aussichten<br />

für IO-Link-fähige Encoder?<br />

Heiko Krebs: IO-Link ist untrennbar mit der fortschreitenden<br />

Digitalisierung im Maschinen- und Anlagenbau verbunden. Das<br />

Einstiegsargument pro IO-Link war zunächst die umfassendere<br />

und leichtere Parametrisierung der Encoder im eingebauten Zustand.<br />

Schnell ging es den Anwendern jedoch darum, Prozessdaten<br />

im Zuge der Positionsmessung zu erfassen, auszuwerten und<br />

zu übertragen. Es gibt zahlreiche Anwendungen in der Fabrik- und<br />

Logistikautomation, in denen Positionen und Geschwindigkeiten<br />

gemessen werden müssen und hierbei gleichzeitig verfügbarkeitsrelevante<br />

Prozessinformationen anfallen. IO-Link ist hier der ideale<br />

Datenkanal, um sie in die Steuerungsebene, in die Maschinenebene<br />

oder in die Cloud zu übertragen, damit hier entsprechende<br />

Mehrwerte generiert werden können. Die Verfügbarkeit von Diagnosedaten<br />

ist nur Benefit. Hinzu kommen beispielsweise ein integrierter<br />

Temperaturzyklenzähler, die konfigurierbare Überwachung<br />

von Grenzwerten oder die Data-Storage-Funktion für den<br />

Encoderaustausch ohne Parametrierung, die den Anwendern<br />

neue Möglichkeiten bieten. Insofern sind die Zukunftsaussichten<br />

für Encoder mit IO-Link mehr als positiv.<br />

dem Markt erfolgreich, deren besonderes Messprinzip wir jetzt<br />

auch an industrielle Anforderungen adaptieren wollen. Ebenfalls<br />

weiter vorantreiben werden wir das Thema Safety. Mit dem neuen<br />

Absolut-Encoder AFS/AFM60S Pro können wir im Systemverbund<br />

mit der SICK-Sicherheitssteuerung Flexi Soft jetzt die SIL3-<br />

gerechte, sichere Positionsmessung als Encoderlösung anbieten.<br />

Im Bereich Messradsysteme wird es in <strong>2020</strong> ebenfalls eine<br />

Innovation geben, das MWS120. Highlight ist hier, neben der<br />

werkzeuglosen Einstellung der Federspannkraft, vor allem die<br />

unglaubliche Kombinatorik. Encoder, Schnittstellen und Messräder<br />

lassen sich individuell zu fast 100 Varianten konfigurieren.<br />

Da wird es schon schwer, eine Applikation zu finden, die sich<br />

nicht damit realisieren lässt. Und für Anwendungen, in denen das<br />

taktile Abtasten der Objektoberfläche per Messrad nicht möglich<br />

ist, gibt es im zweiten Quartal von SICK eine technologisch neue<br />

und smarte Lösung zur berührungslosen, linearen Positions- und<br />

Geschwindigkeitsmessung. Sie ist in dieser Form völlig neu auf<br />

dem Markt und hat das Potenzial, auch komplett neue Applikationen<br />

zu erschließen. Diese Innovation wird viele unserer Kunden<br />

befähigen, ihr Maschinendesign noch effizienter zu gestalten und<br />

somit auch insgesamt die Leistungsfähigkeit erhöhen.<br />

Vielen Dank für das Gespräch.<br />

www.sick.com<br />

DAS ZIEL:<br />

FORTSCHRITT.<br />

MIT ROHRBEARBEITUNGSMASCHINEN<br />

VON TRANSFLUID ® .<br />

Wie sieht es am Low-End des Motion-Control-Marktes aus? Und<br />

was ist technologisch noch, aber nicht mehr lange, hinter dem<br />

Horizont?<br />

Heiko Krebs: Nicht jeder nutzt IO-Link, nicht jeder braucht Programmierbarkeit<br />

und hohe Auflösung. Positionsmessung als<br />

Funktionalität reicht oftmals aus. Dafür soll es schmal und kompakt<br />

zugehen und der Preis wird mit spitzem Bleistift gerechnet.<br />

Für diesen Best-Value-Markt bieten wir in Kürze einen robusten<br />

und mit weniger als 20 mm Bauhöhe ultrakompakten Inkremental-Encoder<br />

an. Während wir hier noch von Encodern für den<br />

klassischen, stationären Maschinenbau reden, darf man auf der<br />

anderen Seite die mobile Automation nicht vergessen. Messen<br />

wie die Bauma oder die Agritechnica haben gezeigt, dass in Bauund<br />

Landmaschinen sowie Kommunal- und Entsorgungsfahrzeugen<br />

der Bedarf an Sensorik generell und damit auch an Encodern<br />

dynamisch wächst. Hier sind wir unter anderem mit robusten und<br />

EMV-gerechten Linearencodern für hydraulische Systeme auf<br />

www.transfluid.net<br />

TUBE <strong>2020</strong>:<br />

Wir freuen uns auf Sie!<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 35


AGRITECHNICA<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

NEUHEITEN IM BEREICH<br />

HYDRAULIK UND ANTRIEBSTECHNIK<br />

Die AGRITECHNICA konnte auch 2019 ihre „herausragende Stellung als die<br />

Weltleitmesse der Landtechnik“ beweisen. Mit diesen Worten zog Dr. Reinhard Grandke<br />

(DLG Hauptgeschäftsführer) ein positives Fazit nach der Messe.<br />

Unter dem Leitthema „Global Farming Local Responsibility“ präsentierten sich zwischen<br />

dem 10. und 16. November 2 820 Aussteller aus 53 Ländern und lockten knapp 450 000<br />

Besucher (inklusive der Schätzungen für den letzten Tag) auf das Messegelände. Dieser<br />

Artikel gibt einen Überblick zu den präsentierten Produktneuheiten und aktuellen<br />

Trends der Hydraulik und Antriebstechnik im Agrartechniksektor.<br />

36 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


AGRITECHNICA<br />

Der Trend der Elektrifizierung von Antriebssystemen als Alternative<br />

oder Ergänzung zur Hydraulik hält weiter an,<br />

was sich zunehmend in den vorgestellten Maschinenkonzepten<br />

auf der AGRITECHNICA widerspiegelt. Dieser<br />

drückte sich dieses Jahr auch in der einzigen verliehenen Goldmedaille<br />

aus. John Deere präsentierte mit dem eAutoPowr ein<br />

elektrisch-mechanisch leistungsverzweigtes Getriebe, welches das<br />

konventionell hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigte Getriebe<br />

im Traktor ersetzt. Das eingangsgekoppelte Fahrgetriebe<br />

verfügt über je fünf Fahrbereiche vorwärts und rückwärts, wobei im<br />

Autoren: Jihao Guo, Hans Norbert Kossen, Hagen Neurath, Malte Otten,<br />

Michaela Pußack, Kerstin Ritters, Philipp Winkelhahn, wissenschaftliche<br />

Mitarbeiter am Institut für mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge (IMN),<br />

Technische Universität Braunschweig, Prof. Dr. Ludger Frerichs, Institutsleiter<br />

ersten Fahrbereich eine rein elektrische Leistungsübertragung<br />

stattfindet. Der elektrische Leistungspfad besteht aus zwei permanenterregten<br />

Synchronmaschinen mit einer Leistung von je 140 kW<br />

mit zugehöriger Leistungselektronik und Zwischenkreiskondensatoren.<br />

Aus dem DC-Zwischenkreis kann zusätzlich zur Leistungsversorgung<br />

des Fahrantriebs auch elektrische Leistung von bis zu<br />

100 kW zur Verfügung gestellt werden, wodurch sich elektrische<br />

Prozessantriebe auf Anbaugeräten realisieren lassen. Als Schnittstelle<br />

wird der aktuell noch im Normungsprozess befindliche AEF-<br />

Stecker genutzt (ISO 23316). Im präsentierten Anwendungsbeispiel<br />

wurde ein Güllewagen des Herstellers Joskin mit zwei Triebachsen<br />

ausgestattet, die von einer E-Maschine angetrieben werden. Die<br />

angetriebenen Achsen ermöglichen eine Schlupfregelung des<br />

Gespanns (Bild 01). Das Getriebe soll in zwei Jahren in Serie gehen.<br />

Ein vergleichbares Konzept wurde auf der AGRITECHNICA<br />

auch von ZF Friedrichshafen vorgestellt. Das eTERRAMATIC ist<br />

ebenfalls ein elektrisch-mechanisch leistungsverzweigtes Traktorgetriebe,<br />

welches die Bereitstellung elektrischer Leistung für<br />

Anbaugeräte ermöglicht. Als Schnittstelle wird auch hier der AEF-<br />

Stecker genutzt. Die Leistungsverzweigung basiert auch bei<br />

diesem Konzept auf einer Eingangskopplung. Ein wesentlicher<br />

Unterschied zum John Deere-Getriebe besteht in den ins Getriebe<br />

hoch integrierten elektrischen Maschinen. Bei ZF wurden zwei<br />

permanenterregte Synchronmaschinen eingebaut, welche hier jeweils<br />

eine Leistung von etwa 50 % der Getriebeeingangsleistung<br />

aufweisen. Beiden Konzepten gemein ist die Motivation, Komponenten<br />

und damit Kosten einzusparen und den Wirkungsgrad<br />

weiter zu verbessern. Dies wird durch die Integration eines<br />

elektrischen Pfades in das Fahrgetriebe und die gleichzeitige<br />

Bereitstellung elektrischer Leistung für Anbaugeräte erreicht. Im<br />

Vergleich zu hydraulisch-mechanisch leistungsverzweigten<br />

Getrieben bietet sich dem Kunden damit ein unmittelbarer<br />

Mehrwert. Durch die Funktionsintegration kann auf zusätzliche<br />

Generatoren am oder im Traktor, wie sie beispielsweise in der<br />

TERRA+ Baureihe von ZF bereits vor zwei Jahren vorgestellt<br />

wurden, verzichtet werden. Bis zur serienmäßigen Verfügbarkeit<br />

solcher leistungsverzweigter Getriebekonzepte stellen die Generatoreinheiten<br />

jedoch eine praktikable Übergangslösung dar.<br />

Parallel zur Weiterentwicklung einer mobilen elektrischen<br />

Leistungsversorgung wird das Portfolio kompakter elektrischer<br />

Motoren weiter ausgebaut. Insbesondere Antriebe im Bereich von 5<br />

bis 20 kW, die auf Niederspannungsniveau realisiert werden können,<br />

rücken zunehmend in den Fokus einer Elektrifizierung. Neben<br />

elektrischen Direktantrieben wird parallel an dezentralen Hydraulikversorgungen<br />

gearbeitet. Sonceboz stellte beispielsweise eine<br />

kompakte Motor-Pumpeneinheit vor. Die Nennleistung des passiv<br />

gekühlten BLDC Motors, der auf 48 V oder 24 V Niveau betrieben<br />

werden kann, liegt bei 3 kW. Kurzzeitig stellt der Motor bis zu 5,4 kW<br />

bereit, womit die Versorgungseinheit eine hydraulische Peak­<br />

Leistung von 4,7 kW besitzt. Bucher Hydraulics präsentierte einen<br />

Kompakt-Linear-Antrieb unter der Serienbezeichnung CLA für den<br />

Kurzzeitbetrieb S2/S3. Der verbaute 24 V Gleichstrommotor ermöglicht<br />

es dem Aktor, Druckkräfte von bis zu 25 kN und Zugkräfte<br />

bis maximal 13 kN bereitzustellen.<br />

Die zunehmende Elektrifizierung hydraulischer Antriebe lässt sich<br />

auch dieses Jahr wieder anhand der Firmenübernahmen ablesen. Wie<br />

bereits vor zwei Jahren zu sehen war, holen sich etablierte Branchenvertreter<br />

zunehmend Elektrotechnik-Know-how ins Unternehmen. So<br />

baute HAWE seine Elektrotechnikkompetenz mit der Übernahme<br />

von Mattro aus. Hierdurch soll die Entwicklung energieeffizienter<br />

Hydrauliksysteme vorangetrieben werden, was eine ganzheitliche<br />

Betrachtung erfordert. Mit den hohen und ausgeprägten Wirkungs­<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 37


AGRITECHNICA<br />

01 Elektrisch-mechanisch leistungsverzweigtes Getriebe eAutoPowr von John Deere mit elektrifiziertem Anhängerfahrgestell von Joskin<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

grad-Plateaus elektrischer Antriebe steigen jedoch auch die Erwartungen<br />

an hydraulische Komponenten. Bucher kommt dieser Forderung<br />

mit der Markteinführung einer Floating Cup Pumpe nach.<br />

KLASSISCHE HYDRAULIKENTWICKLUNG<br />

Bucher Hydraulics führt das neue Pumpenkonzept unter der Baureihenbezeichnung<br />

AX ein. Der hohe Wirkungsgrad, welcher sich<br />

in einem weiten Arbeitsbereich zwischen 92 % und 94 % bewegt,<br />

resultiert aus mehreren konstruktiven Verbesserungen. Diese<br />

reduzieren insbesondere die Reibung durch einen kürzeren Kolbenhub,<br />

ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis anhand des symmetrischen<br />

Aufbaus sowie durch die hydrostatische Lagerung.<br />

Gleichzeitig sorgen ebendiese Verbesserungen für eine höhere<br />

Leistungsdichte als bei konventionellen Axialkolbenpumpen. Der<br />

hydraulisch-mechanische Wirkungsgrad steigt mit zunehmendem<br />

Druck und gleicht damit den abfallenden volumetrischen<br />

Wirkungsgrad aus. Die hohe Anzahl von 24 Kolben sowie die bauartbedingt<br />

reduzierten inneren Kräfte sorgen für eine geringe Pulsation,<br />

woraus auch geringere Geräuschemissionen folgen. Das<br />

schnelle Ansprechverhalten der Hydrostaten sorgt für eine Eignung<br />

in Flow-on-Demand Anwendungen. Laut Aussage von<br />

Bucher wurde die Funktion der Hydrostaten unter Druckbeanspruchung<br />

von 500 bar und einer Drehzahl von weniger als<br />

1 1/min nachgewiesen. Die Drehbewegung aus dem Stillstand heraus<br />

erlaubt die Generierung sehr geringer Volumenströme trotz<br />

konstantem Verdrängervolumen. Die obere Drehzahlgrenze ist<br />

mit 3 500 1/min angegeben, unter Vorspannung der Saugseite<br />

kann diese auf 4 500 1/min erhöht werden. Dauerhaft ist ein Arbeitsdruck<br />

von 450 bar möglich, absolut liegt die Grenze bei<br />

500 bar. Neben den aktuellen Baugrößen zwischen 18 ccm und<br />

76 ccm arbeitet der Hersteller an Lösungen mit bis zu 122 ccm sowie<br />

an Verstelleinheiten. Als Anwendungsbereich für Pumpen<br />

sieht der Hersteller drehzahlvariable Antriebe, die sich insbesondere<br />

für elektrifizierte Maschinen optimal eignen. Anwendungsbereiche<br />

der Motoren werden durch Bucher beispielsweise in<br />

Windenantrieben von Kranen und Fahrantrieben gesehen.<br />

Ebenfalls mit dem Ziel der Effizienzsteigerung arbeitet Linde<br />

Hydraulics weiter an der Dry-Case-Umsetzung für Axialkolbenmotoren.<br />

Auf der Messe war der Doppelmotor HMV 165D zu<br />

sehen, welcher die im Jahr 2015 vorgestellte Baureihe mit einem<br />

maximalen Schluckvolumen von 330 ccm nach oben erweitert.<br />

Durch die Absaugung werden die Gesamtverluste um ca. 50 %<br />

reduziert. Alle relevanten Triebwerksteile werden im Dry-Case-<br />

Betrieb gezielt durch das vorhandene Lecköl geschmiert. Als<br />

Möglichkeit für eine aktive Absaugung wird der Einsatz einer<br />

Zahnradpumpe genannt. Der vorgestellte Doppelmotor findet<br />

bereits Anwendung in einer mobilen Maschine.<br />

Auch im Bereich der Axialkolbenpumpen gibt es Weiterentwicklungen,<br />

POCLAIN zeigte die neue Mitteldruckpumpe PM20.<br />

Die in drei Baugrößen mit einem Fördervolumen zwischen 21 ccm<br />

und 28 ccm angebotenen Pumpen ergänzen das Produktprogramm<br />

der bekannten PM-Baureihe. Auf der Messe wurde die<br />

Ausführung als Tandempumpe gezeigt (Bild 03). Anwendungspotential<br />

wird in Fahrantrieben mit mehreren Laufwerken gesehen.<br />

Die Möglichkeit der separaten Versorgung einzelner Laufwerke<br />

erlaubt Fahrmanöver wie eine 360°-Drehung als Wendemanöver,<br />

wie sie aus der Anwendung von Kompaktladern bekannt ist. Ohne<br />

eine zusätzliche Drossel- oder Verdrängersteuerung lassen sich<br />

die Fahrwerke in entgegengesetzte Richtungen drehen. Gegen-<br />

38 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


AGRITECHNICA<br />

über zwei separaten Einheiten reduziert sich die Verschaltungstechnik,<br />

was in einem geringeren Leckagerisiko und geringeren<br />

Kosten resultiert. Als weiteren Vorteil gibt der Hersteller den<br />

geringen Bauraumbedarf mit einer Länge der gesamten<br />

Tandemeinheit von 360 mm an. Neben einer hydraulischen<br />

Steuerung sind eine mechanische sowie eine elektroproportionale<br />

Steuerung mit Feedback-Funktion verfügbar. Zusätzlich plant<br />

POCLAIN, das Angebot um eine hydraulisch-automotive Fahrantriebssteuerung<br />

bis zum Ende des Jahres <strong>2020</strong> zu erweitern.<br />

Bereits im Programm sind eine integrierte Spül- und Speise einheit<br />

sowie ein Durchtrieb zur Anbindung einer weiteren Pumpe.<br />

Bosch Rexroth stellt die neue Baureihe 35 der A4VG Axialkolben-Verstellpumpe<br />

vor. Im Vergleich zu den vorhandenen Baureihen<br />

32 und 40 bietet diese eine höhere Druckfestigkeit mit<br />

einem Höchstdruck von 530 bar. Ein direktgesteuerter, elektrischer<br />

Regler, der unter der Bezeichnung ET geführt wird, bildet<br />

den Standard-Regler. Das üblicherweise in Reglern integrierte<br />

4/3-Wege-Ventil wird in diesem Regler durch zwei elektrische<br />

Druckreduzierventile ersetzt. Dadurch können der Stelldruck und<br />

damit einhergehend der Pumpenschwenkwinkel direkt anhand<br />

der vorgegebenen Stromstärke an der Magnetspule eingestellt<br />

werden. Zusammen mit einem neuentwickelten elektronischen<br />

Druckregler für mobile Anwendungen und genauerem Schwenkwinkelsensor<br />

ermöglicht die Pumpe erstmals eine Druckregelung<br />

in einem geschlossenen Fahrhydraulikkreis. Liebherr Components<br />

erweitert ebenfalls die Auswahl an Pumpenreglern.<br />

Für die vorhandene Axialkolbenpumpe LH30VO steht ein<br />

modularer Reglerbaukasten aus 8 Reglern mit mehr als 35<br />

Kombinationsmöglichkeiten zur Verfügung. Der LS0DE-Regler<br />

etwa kombiniert einen Load Sensing Regler und eine elektrische<br />

Druckregelung. Wie auch der Druckregler bietet dieser<br />

zwei Varianten, sowohl mit steigender als auch mit fallender<br />

Kennlinie. Desweiteren wurde an der genannten Pumpenbaureihe<br />

der Einbauraum reduziert. Grund für die Maßnahme ist<br />

der geringe zur Verfügung stehende Einbauraum an den<br />

Verbrennungskraftmaschinen.<br />

Das von HYDAC vorgestellte Rotary Drive Control beschreibt<br />

einen Systemansatz mit der Möglichkeit, Drehzahlen<br />

unterschiedlicher hydraulischer Antriebe stufenlos, präzise und<br />

hochdynamisch zu regeln. Beispielhaft wurde auf der Messe eine<br />

Antriebseinheit aus einem Hydraulikmotor mit integriertem<br />

Drehzahlsensor und angeflanschtem Ventilsteuerblock aus dem<br />

Serienstand gezeigt. Mehrere dezentrale Antriebseinheiten<br />

können zu einem Gesamtsystem kombiniert und unabhängig<br />

voneinander über ein zentrales Steuergerät verbunden werden.<br />

Eingesetzt werden im Exponat ein induktiver Drehzahlsensor mit<br />

einer Auflösung von 36 Inkrementen pro Umdrehung sowie ein<br />

2/2-Wegeventil in Cartridge-Bauweise mit elektroproportionaler<br />

Volumenstromregelung. Kern des Systems bildet die automatische<br />

Kalibrierung. Diese vereinfacht die Inbetriebnahme durch<br />

die Kompensation von Fertigungstoleranzen oder variierende<br />

Ventilkennlinien der Komponenten. Im Betrieb können darüber<br />

hinaus Störgrößen eliminiert werden. Zur Kalibrierung wird eine<br />

Systemkennlinie, basierend auf einem aufgezeichneten Betriebsverhalten,<br />

in der Steuerung hinterlegt. Das gezeigte System findet<br />

Anwendung in einem Dosierwalzenantrieb für Düngerstreuer. Die<br />

maximale Drehzahl von 1 200 1/min wird in diesem Beispiel mit<br />

einer kurzzeitigen, maximalen Abweichung von 10 1/min angegeben.<br />

Eine permanente Abweichung wird durch den geschlossenen<br />

Regelkreis vermieden. Weitere Anwendungsmöglichkeiten<br />

liegen laut HYDAC in Streutellerantrieben für Düngerstreuer,<br />

Spindelantrieben von Sägeräten, Pumpenantrieben für Feldspritzen<br />

und Güllefässer, Fahrantrieben, Bohrwerksantrieben sowie<br />

Band- und Schneckenantrieben. Zur Anbindung an die<br />

Maschinensteuerung wird eine CAN-Bus-Schnittstelle angeboten.<br />

Derzeit arbeitet HYDAC an einem Systembaukasten mit aufeinander<br />

abgestimmten Komponenten. Ziel ist eine flexible Bedienung<br />

von Kundenwünschen durch bereits erprobte Subsysteme.<br />

02 Standardisierte Nieder- und Hochvoltschnittstelle<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 39


AGRITECHNICA<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

03 Tandempumpe PM20 aus dem Hause Poclain<br />

Mit dem Ziel eines verbesserten Kurvenlaufes beim Einsatz eines<br />

hydrostatischen Einzelradantriebes stellt HydraForce den HTD<br />

(Hydraulic Torque Devider) vor. Statt der üblichen Volumenstromsteuerung<br />

unter Verwendung eines Mengenteilers wird die Traktionskontrolle<br />

mittels einer Druckregelung realisiert. Alle Räder<br />

sollen unabhängig von ihrer Drehzahl das gleiche Drehmoment<br />

übertragen. Ein Druckregelventil HTD10-40, welches zwischen<br />

zwei in Reihe geschaltete Motoren eingesetzt wird, sorgt für einen<br />

Druckausgleich. Das schafft wiederum einen Ausgleich des Differentialflusses<br />

zwischen innerem und äußerem Rad bei Kurvenfahrt.<br />

Der Druck an Anschluss 1 bzw. 3 wird auf die Hälfe des Druckes<br />

zwischen Anschluss 2 und 4 angepasst. Wenn die Anschlüsse wie in<br />

der Abbildung 4 dargestellt mit den Motoren verbunden werden,<br />

sind die Druckabfälle bzw. die Drehmomente in beiden in Reihe<br />

geschalteten Motoren identisch. HydraForce gibt bei einem Volumenstrom<br />

von 100 l/min eine Energieeinsparung von bis zu 3,3 kW<br />

gegenüber dem Mengenteiler an, weil das Druckmedium den<br />

Drehmomentverteiler nur bei Kurvenfahrt passiert. Das System<br />

besteht aus zwei Ventilen und erfordert keine zusätzliche Sensorik<br />

und Regelung. Besonders geeignet ist die Lösung daher für kostensensible<br />

Anwendungen.<br />

Außerdem präsentierte HydraForce ein dynamisches LS-Boostventil,<br />

das eine bedarfsgerechtete Anpassung des LS-Drucks<br />

ermöglicht. Zur Vermeidung einer Unterversorgung orientiert<br />

sich die konstante LS-Druckdifferenz eines konventionellen<br />

LS-Systems am Betriebspunkt mit maximalem Druckverlust. Im<br />

Teillastbereich erweist sich dieser Umstand energetisch ungünstig.<br />

Das LS-Boostventil LSB08-30 steuert den LS-Differenzdruck<br />

entsprechend des aktuellen Druckverlusts im System. Der Aufwand<br />

und die Komplexität der konventionellen LS-Steuerung erhöhen<br />

sich nicht, es wird lediglich das Druckregelventil durch das LS-<br />

Boostventil ausgetauscht. Neben der rein hydraulischen Antriebstechnik<br />

ist HydraForce auch im Bereich der Digitalisierung aktiv.<br />

DIGITALE TRANSFORMATION<br />

Für den Bereich der digitalen Transformation in der <strong>Fluidtechnik</strong><br />

präsentierten diverse Hydraulikhersteller Komponenten, Systeme<br />

und Online-Dienste. Diese sollen vor allem den Datenaustausch hinsichtlich<br />

des Fahrzeugflottenmanagements sowie zwischen Maschine<br />

und Service vereinfachen. So zeigte der Systemintegrator FLUI-<br />

TRONICS aus Krefeld einen Steuerblock für die Applikation Abfallsammelfahrzeug.<br />

Dieser beinhaltet Funktionen zur hydraulischen<br />

Steuerung, Sensordatenverarbeitung, Maschinenkommunikation<br />

und Internet-Gateway. Während die drei erstgenannten Funktionen<br />

von FLUITRONICS direkt stammen, wurde die Verbindung zur IoT-<br />

Cloud in Kooperation mit einem externen Servicepartner bedient.<br />

Den gleichen Weg hat auch HydraForce eingeschlagen. In Zusammenarbeit<br />

mit Epec Oy (Tochtergesellschaft des Forstmaschinenherstellers<br />

Ponsse) bietet HydraForce nun Hard- und Softwarelösungen<br />

für den Fernzugriff (ERAU Remote Access Unit, GatE Cloud Server)<br />

zu Servicezwecken sowie ein Cloud-basiertes Fernverwaltungspaket<br />

für Mobilsteuerungen (GlobE Cloud Service) an. Somit können<br />

Software-Updates, Anpassungen von Maschineneinstellungen,<br />

Maschinendiagnosen sowie Edge Computing nun einfacher realisiert<br />

werden. Grundlage für all diese Funktionalitäten sind die in den<br />

Fahrzeugen eingebauten elektronischen Steuergeräte (ECU).<br />

Bei der Aktualisierung der Steuergeräte hat Bosch Rexroth bei der<br />

BODAS RC Reihe das Hauptaugenmerk auf die funktionale<br />

Sicherheit sowie die Informationssicherheit gelegt. So können mit<br />

den aktuellen BODAS RC Steuergeräten die Anforderungen an die<br />

funktionale Sicherheit nach DIN EN ISO 25119 erfüllt werden. Hiermit<br />

können Sicherheitsfunktionen bis zum Level AgPL d realisiert<br />

werden. Darüber hinaus wurden Rahmenbedingungen geschaffen,<br />

die vor unabsichtlichen bzw. missbräuchlichen Änderungen der<br />

Maschineneinstellungen schützen sollen. Dies wird durch verschiedene,<br />

passwortgeschützte funktionale Ebenen innerhalb der<br />

Steuergeräte erreicht. Auf diese Weise können die Mitarbeiter eines<br />

Maschinenherstellers den Berechtigungsstufen beim Zugriff auf die<br />

Steuergeräte zugeordnet werden.<br />

Unterdessen zeigt BONDIOLI & PAVESI, dass die IoT-Funktionalitäten<br />

nicht nur für hydraulische Systeme entwickelt werden. Unter<br />

dem Begriff HUB wurden neben einer IoT-fähigen Axialkolbenpumpe<br />

und eines Ventilblocks die neuen Möglichkeiten auch<br />

anhand einer Gelenkwelle gezeigt. Bei dieser ist es nun möglich,<br />

Betriebsdaten der Gelenkwelle mittels Nahfeldkommunikation<br />

(NFC) zunächst an die Maschinensteuerung und später an das<br />

Clouddatenmanagement zu übertragen.<br />

NEUE FUNKTIONEN<br />

Die Easy mount IoT pumps wurden auf der AGRITECHNICA auch<br />

als Komponentenbeispiel in der neu entwickelten Continuously<br />

Variable Transmission Unit von BONDIOLI & PAVESI präsentiert.<br />

Dieses hydraulisch-mechanische leistungsverzweigte Getriebe<br />

wurde für die Verwendung auf Anbaugeräten entwickelt und ermöglicht<br />

unabhängig vom Traktorantriebsstrang eine Wandlung<br />

der bereitgestellten PTO-Leistung. Durch die vergrößerte Drehmoment-<br />

und Drehzahlspanne können Funktionsumfänge erweitert<br />

werden. So lassen sich beispielsweise durch große Übersetzungen<br />

und Momente Anfahrvorgänge unterstützen, in der anderen Richtung<br />

lassen sich durch Drehzahlüberhöhung Reinigungsfunktionen<br />

implementieren. Entwickelt wurde das Getriebe für den Einsatz auf<br />

Futtermischwagen. In der Spitze kann die Continuously Variable<br />

Transmission Unit 300 kW übertragen. Das Getriebe ist für die<br />

Installation auf der Deichsel optimiert. Hierzu verfügt das Getriebe<br />

über fluchtende Eingangs- und Ausgangswellen. Das hydraulische<br />

System arbeitet unabhängig von der Traktorhydraulik und ist mit<br />

eigenem Tank und Kühlsystem ausgestattet. Die Continuously Variable<br />

Transmission Unit wurde auf der AGRITECHNICA mit der Systems<br />

& Components Trophy ausgezeichnet.<br />

Ein zusätzliches Getriebe für Anbaugeräte wurde auch von<br />

WALTERSCHEID vorgestellt. Gemeinsam mit CNH Industrial<br />

Deutschland entwickelten sie ein Anfahrgetriebe für Ballenpressen,<br />

welches mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Das rein<br />

mechanische Getriebe verfügt über zwei Gänge, welche automa-<br />

40 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


tisch geschaltet werden, sobald eine maximale<br />

Drehzahl im ersten Gang erreicht<br />

ist. Durch die veränderliche Übersetzung<br />

können höhere Schwungraddrehzahlen<br />

erreicht und so die gleiche Energie bei geringerer<br />

Schwungradmasse gespeichert<br />

werden. Eine zusätzlich integrierte Lamellen-Bremse<br />

hält den Presskolben am<br />

Ende des Pressvorgangs an einer geeigneten<br />

Position an, sodass beim folgenden<br />

Startvorgang nicht unter Last angefahren<br />

werden muss. Ein weiterer Schwerpunkt<br />

der Neuheiten bei WALTERSCHEID betrifft<br />

das Heckhubwerk des Traktors. Dabei<br />

steht vor allem die Sicherheit im Vordergrund,<br />

was sich auch bereits vor zwei<br />

Jahren mit dem hydraulischen Oberlenker<br />

mit Schwingungsdämpfung zeigte.<br />

Ergänzend wurden nun auch die Unterlenker<br />

optimiert. Durch eine verbesserte<br />

Form des Unterlenkers, welcher nun<br />

mehrfach gebogen ist, entsteht mehr<br />

Platz im Heckbereich. Darüber hinaus ermöglicht<br />

eine hydraulisch verstellbare<br />

Seitenstrebe (HGST, siehe Bild 05) die<br />

Anpassung der Seiten bewegung des Unterlenkers<br />

in zwei Stufen. Neben den üblichen<br />

125 mm für Anwendungen der Kategorie<br />

2 kann die Seitenbewegung auf<br />

70 mm für Kategorie 3 reduziert werden,<br />

auch eine vollständige Blockierung ist<br />

möglich. So wird eine Kollision des Unterlenkers<br />

mit dem Traktorreifen an der Hinterachse<br />

verhindert. Der Bauraumbedarf<br />

ist dabei gegenüber hydraulischen Seitenstreben<br />

ohne Verstellung nicht wesentlich<br />

erhöht, sodass ein Austausch in<br />

bestehenden Systemen möglich ist.<br />

Mit dem Heckhubwerk befasst sich<br />

auch Bosch Rexroth, auf der Messe wurde<br />

mit dem Land Leveling eine neue<br />

Funktion der Hubwerksregelung EHC-8<br />

präsentiert, welche in Traktoren kleinerer<br />

Leistungsklasse eingesetzt wird. Über<br />

einen Laser aus dem Hause Bosch wird<br />

eine horizontale Ebene über das zu bearbeitende<br />

Feld gelegt, die mittels eines gezogenen<br />

Anbaugeräts mit Nivellierschild<br />

für das Land Leveling genutzt wird. Am<br />

Anbaugerät ist ein Empfänger installiert,<br />

welcher das Lasersignal ausliest. Über den<br />

Vergleich dieses Ist-Wertes mit den vorab<br />

ermittelten Soll-Werten bewegt die<br />

Hubwerksregelung das Nivellierschild und<br />

erzeugt so eine ebene Fläche. Mit dieser<br />

vergleichsweise einfachen Methode zur<br />

Erstellung von Ebenen im Feld kann das<br />

System auch in Ländern mit weniger hoch<br />

entwickelten Maschinen genutzt werden.<br />

Als Beispielanwendung wird der Reisanbau<br />

in Indien genannt, wo eine<br />

möglichst ebene Fläche zur gleichmäßigen<br />

Bewässerung der Pflanzen erforderlich ist.<br />

Eine weitere Lösung am Hubwerk präsentierte<br />

Danfoss Power Solutions mit der<br />

weiterentwickelten Hitch-Control Solution<br />

2.0. Verbessert wurde die Dämpfung<br />

von Nickschwingungen bei der Transport-<br />

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04 Allradantrieb in Seriell-Parallel-Schaltung mit HydraForce<br />

HTD 10-40-Drehmoment-verteiler [Datenblatt]<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 41


AGRITECHNICA<br />

05 Hydraulisch gesteuerte Seitenstrebe von WALTERSCHEID<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

fahrt, die bei Traktoren mit aufgesatteltem Anbaugerät Komfort und<br />

Fahrsicherheit beeinflussen. Unter Ausnutzung der Massenträgheiten<br />

der Anbaugeräte werden hierzu über die Hubwerkszylinder an<br />

Front- und Heckkraftheber Momente erzeugt, die den Nickschwingungen<br />

entgegenwirken. Eine zusätzliche Erweiterung des Systems<br />

stellt die Implementierung einer Hardware-in-the-Loop-Schnittstelle<br />

dar. Die Parametrierung des Systems kann somit digital unterstützt<br />

werden, die Abhängigkeit von Witterungsbedingungen wird<br />

gesenkt.<br />

Vorgestellt wurde auch die Front Loader Solution. Mit dieser Frontladersteuerung<br />

liefert Danfoss Power Solutions eine umfassende<br />

Lösung für Sensorik, Ventile sowie Software. Je nach gewünschtem<br />

Umfang und verbauter Sensorik kann eine weite Bandbreite an<br />

Sicherheits- sowie Assistenzfunktionen implementiert werden.<br />

Einen Mehrwert für OEMs sieht Danfoss neben einer kürzeren Time<br />

to Market in Funktionen, die Lastspitzen auf Hydraulik und Mechanik<br />

vermeiden und somit in höheren Komponentenlebensdauern<br />

sowie in Möglichkeiten zum Downsizing von Strukturelementen.<br />

Ein neu entwickeltes elektro-hydraulisches Lenksystem für<br />

angehängte Fahrzeuge präsentierte HYDAC. Auf klassische Drehwinkelgeber<br />

an der Deichsel wird dabei verzichtet. Stattdessen wird<br />

die Gierbeschleunigung des Anhängers über einen Inertialsensor<br />

ermittelt. Über ein Steuergerät wird hieraus der Sollwinkel für die<br />

gelenkten Achsen berechnet, der für die Regelung benötigte Istwert<br />

wird über Winkelsensoren an den Achsen ermittelt. Die Lenkzylinder<br />

werden elektrohydraulisch aktuiert, die Versorgung erfolgt über<br />

die Hydraulikanschlüsse des Traktors. Vorteilhaft an der<br />

Verwendung des Inertialgebers ist dabei die geometrische<br />

Unabhängigkeit der Sensoranbindung. Der Inertialgeber kann<br />

weitgehend frei auf dem Fahrzeug positioniert werden, es ist keine<br />

Sensorik auf der Deichsel erforderlich. Das Lenksystem ist dadurch<br />

unabhängig von der jeweiligen Anhängevorrichtung einsetzbar.<br />

Zur Unterstützung bei Inbetriebnahme und Fehleranalyse kann das<br />

System über ein Terminal angesprochen werden.<br />

ZUSAMMENFASSUNG<br />

Wie bereits in den letzten Jahren, bleiben elektrische Antriebe<br />

Gegenstand zahlreicher Entwicklungsprojekte. Anhand der vorgestellten<br />

Antriebe wird verdeutlicht, dass elektrische Komponenten<br />

sich zunehmend auch für Maschinen mit hohen Bauraumansprüchen<br />

eignen. Die zunehmende Gleichstellung der elektrischen und<br />

hydraulischen Antriebstechnik zeigt sich auch bei einem Blick auf<br />

aktuelle universitäre Forschungsprojekte. An einer hydraulischen<br />

Leistungsversorgung für angebaute Geräte aus dem hydraulischmechanisch<br />

leistungsverzweigten Fahrgetriebe wird an der TU<br />

Braunschweig gearbeitet. Dies entspricht einem Äquivalent zu den<br />

von John Deere und ZF vorgestellten elektrischen Antrieben. An elektrischen<br />

Lösungen für hydraulische Konzepte wird ebenfalls<br />

geforscht. Von der TU Dresden wurde eine elektrische Drehzahlvariation<br />

der Zapf wellendrehzahl vorgestellt, was dem technologischen<br />

Pendant zum von BONDIOLI & PAVESI vorgestellten Produkt<br />

entspricht.<br />

Der Auftakt zum Megatrend der Digitalisierung ist ebenfalls schon<br />

seit Jahren zu erkennen. Um neue Produktfunktionalitäten durch eine<br />

Digitalisierung zu generieren, wird aktuell verstärkt nach Möglichkeiten<br />

gesucht, IoT-Lösungen praktikabler zu gestalten. Dies<br />

spiegelte sich in der mit einer Systems & Components Trophy<br />

prämierten Easy mount IoT pump von BONDIOLI & PAVESI wider.<br />

Auch auf der Softwareseite wird von mehreren Herstellern an Ansätzen<br />

zum vereinfachten Cloud-Einsatz gearbeitet.<br />

Fotos: Aufmacher DLG, S. Pförtner, 01, 02 Hagen Neurath, 03 Poclain, 04<br />

Hydraforce, 05 Jihao Guo<br />

42 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong>


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 04/<strong>2020</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 08. 04. <strong>2020</strong><br />

ANZEIGENSCHLUSS: 24. 03. <strong>2020</strong><br />

01<br />

02 03<br />

01 Technologischer Wandel und wirtschaftspolitische Herausforderungen<br />

bewegen die Industrie weltweit. Die HANNOVER MESSE <strong>2020</strong> öffnet<br />

vom 20. bis 24. April mit ihrem Leitthema Industrial Transformation den<br />

Blick auf die Chancen und Potenziale, die sich aus innovativen Technologien,<br />

steigenden und immer schneller verfügbaren Datenmengen und<br />

einem steigenden Bewusstsein für den Klimaschutz ergeben.<br />

Foto: Deutsche Messe<br />

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02 Kohlefaser als moderner Werkstoff wird oft als Synonym für teuren<br />

Leichtbau bei enormer Festigkeit angesehen. Tatsächlich sind Bauteile aus<br />

CFK deutlich leichter als solche aus herkömmlichen Materialien und zudem<br />

auch korrosionsfest. Doch das ist nur eine Seite der Medaille, die wahren<br />

Vorteile liegen in Synergieeffekten, die einen deutlich größeren Mehrwert<br />

mit sich bringen als die reine Gewichtseinsparung. Ein Beispiel dafür sind<br />

leichte Hydraulikzylinder aus Kohlefasern, die im passenden Einsatzfeld<br />

wirtschaftlicher sind als ihre herkömmlichen Pendants aus Stahl. Einige<br />

Anwendungsszenarien zeigen das oft unterschätzte Potential.<br />

Foto: Mark Hydraulik<br />

03 Hydraulische Antriebe in Landmaschinen müssen unter widrigsten<br />

Bedingungen höchste Präzision, Zuverlässigkeit und Flexibilität aufweisen.<br />

Ausschlaggebend für diese hohe Leistungsfähigkeit des Systems sind<br />

Ventile, die ohne Kompromisse und somit optimal auf die konkreten<br />

Anforderungen abgestimmt werden können. Mit umfangreichen Ventilfunktionalitäten,<br />

die Bucher Hydraulics für seine Ventilbaureihe LVS bietet,<br />

stehen allen Herstellern von Landmaschinen zukunftssichere Lösungen zur<br />

Verfügung. Die neuen Ausbaustufen zielen auf höhere Energieeffizienz,<br />

reduzierten Installationsaufwand sowie deutlich geringere Druckverluste<br />

bei gezogenen und selbstfahrenden Arbeitsmaschinen ab.<br />

Foto: Bucher Hydraulics<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> 3/<strong>2020</strong> 43


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