Stahlreport 2020.11

markushuneke

75. Jahrgang | November 2020

STAHLREPORT

Nachrichten aus Handel, Produktion und Verarbeitung

11

20

Die Container-Revolution | S.18

Wie eine Technologie aus Deutschland die

Hafenlogistik verändert

RWI-Konjunkturbericht | S.40

Die Lage am Stahlmarkt

Total zentral | S.8

Neues Lotter-Biegezentrum in Frankfurt a.M.


®

HL / Fixlängen · Gehrungschnitte

Strahlen · Konservieren

Wir liefer

n in folgenden Güte en:

S235JR, S355J2 + AR / M

Vollsortiment:

HEA / B / M 100 – 1000

UNP 80 – 400

IPE 80 – 600

Brauchen Sie

Träge

er…

Alles

auf Lager

bis 25,40 m

Heitmann Stahlhandel GmbH & Co.

KG

Hansastraße 22 · 46049 Oberhausen · Telefon:

0208 / 836-0 · Telefax:

0208 / 836199

www.heitmann-stahl.de · shp@heitmann-stahl.de


EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

das „jüngste Gericht“ ist uns allen bekannt, die Wikinger nannten ihn Ragnarök: den

Weltuntergang. Während sich die kriegerischen Nordmänner das letzte Geschehen als

eine Art netflixgeeignete epische Schlacht vorstellten und auch in der christlichen

Vorstellung vier schreckliche Reiter die Apokalypse über die Welt bringen, ist die

wissenschaftliche Betrachtung der ganzen Sache heute nüchterner: Aber sicher, die

Welt endet – in etwa drei Milliarden Jahren, wenn die Sonne langsam an Leuchtkraft

zunimmt, ist es soweit. Falls nicht vorher ein Mega-Meteorit einschlägt, ein schwarzes

Loch sich in unserer Nähe auftut oder Aliens mit böser Absicht und genug Feuerkraft

auftauchen. Solange das also nicht der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass es

erstmal weitergeht.

Sieht man sich derzeit die globalen Entwicklungen an – klimatechnisch, global -

politisch, konjunkturell – kann man, von den Medien befeuert, jedoch fast zu dem

Schluss kommen, dass es nun tatsächlich soweit ist. Die wieder um sich greifende

Pandemie tut ein Übriges.

Es stimmt, die Zeichen stehen nicht gerade auf ein entspanntes Weiterso. Aber das

Ende zu besingen hat noch nie etwas genützt. Es geht eben weiter und es geht besser

weiter, wenn man dabei ein paar Dinge plant, einkalkuliert und versucht, möglichst

gut zu machen (ein schöner Nebeneffekt ist dabei übrigens der Motivationsgewinn,

den das Zukunftplanen zuverlässig abwirft). Und wie lautet nochmal der dritte

Paragraph des Kölschen Grundgesetzes? Et hätt noch immer jot jejange.

Wie Unternehmen des Stahlhandels und verwandter Branchen trotz großer

Herausforderungen weitermachen, planen, und Erfolge verbuchen – dafür finden Sie

wieder einige Beispiele in dieser Stahlreport-Ausgabe. Die SMS group beispielsweise,

einer der Top-Maschinen- und Anlagenbauer für die Stahlproduktion weltweit, hat in

den letzten Jahren unter der Entwicklung der Stahlindustrie gelitten – und daran

gearbeitet, sich mit neuen Geschäftsfeldern selbst eine Perspektive zu geben. Eines

der Ergebnisse, ein Hochregallager für Container, könnte die Hafenlogistik

revolutionieren (S. 18). Zwar keine Revolution, aber einen wichtigen Schritt in

Richtung nachhaltiges Bauen mit Stahl hat Sülzle Stahlpartner möglich gemacht: Als

erster Bewehrungs stahlhändler in Deutschland liefert das Unternehmen „grünen“

Stahl (S. 12). Und auch der BDS plant in die Zukunft: Unter anderem mit dem online

veranstalteten DigiDay im Januar 2021 (S. 39). Save the Date!

Wie immer viel Informationsgewinn und Vergnügen beim Lesen wünscht

Markus Huneke

Chefredakteur Stahlreport

Stahlreport 11|20

3


Inhalt Stahlreport 11 2020

18

Ein Hochregallager für Container

Wie eine Technologie aus Deutschland

die Hafenlogistik revolutioniert

Die Seefrachter werden immer größer – und transportieren immer mehr mehr

Waren und Güter pro Fahrt. Die Hafenlogistik hinkt der Entwicklung jedoch

hinterher. Engpass sind Lagerung und Handling der Container-Boxen. Effiziente

Abhilfe schafft ein System des Anlagenherstellers SMS group (ab S.18).

Die Lage am Stahlmarkt

RWI-Konjunkturbericht

40

Die akute Corona-Krise ist überwunden, strukturelle Probleme

aber bleiben: So bilanziert der RWI-Konjunkturbericht die Lage

am Stahlmarkt. Während China gestärkt aus der Pandemie

hervorgeht, rechnet das Forschungsinstitut hierzulande damit,

dass der Rückgang auch 2021 nicht vollständig aufgeholt wird.

Der ausführliche Bericht ab S. 40.

Total zentral

8

Neues Lotter-Biegezentrum

in Frankfurt a.M.

Kundennähe ist ein entscheidender Faktor

im Handel. Für die Gebr. Lotter KG bot der

ehemalige Standort der Knauf Interfer im

Frankfurter Westhafen daher eine einmalige

Gelegenheit. Mit dem neuen Biegezentrum

können Kunden im Rhein-Main-Gebiet nun

noch schneller bedient werden (ab S.8).

4 Stahlreport 11|20


PERSÖNLICHES

6 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

8 Lotter – Neues Biegezentrum in Frankfurt a. M.

10 SchwarzwaldEisen baut Kundennähe aus

12 Sülzle – Erster klimaneutraler Bewehrungsstahlhändler

16 Jebens – Höchste Qualität für Exzenterantriebe

17 Vanilla Steel – Neue Auktionsplattform für überschüssigen Stahl

STAHLVERARBEITUNG

18 SMS Group – Hochregallager für Container revolutioniert Hafenlogistik

22 Uhl – Gute Auftragslage im Jubiläumsjahr

24 Trumpf eröffnet weitere Smart Factoy

STAHLPRODUKTION

26 Ugitech – Mit Betonstahl Korrosionen verhindern

28

Das Säge-Kraftpaket

Schwere Werkstücke

komfortabel trennen

Die ganz dicken Dinger: Genau

dafür eignet sich das Kraftpaket

KASTObbs, eine Block- und

Plattenbandsäge für die

Schwerindustrie. Je nach

Ausführung können Werkstücke

mit Schnitthöhen bis 2.000 mm

mit maximalen Tischlängen bis

14.000 mm und einem Gewicht

von 64 t bearbeitet werden. Wie

komfortabel das geht lesen Sie

ab S.28.

ANARBEITUNG & LOGISTIK

28 Kasto – Kraftpaket für große und schwere Werkstücke

30 Boschert – Individuelle XL-Tafelschere für Metallverarbeiter

32 transfluid – Rohre spanlos trennen

BDS-RESEARCH

36 Beständiges Auf und Ab

BDS-BERUFSBILDUNG

38 Hybrid-Tagung „Aus Bildung wird Zukunft”

BDS-KOMMUNIKATION

39 Safe the date: DigiDay 2021

MESSEN UND MÄRKTE

40 RWI-Konjunkturbericht – die Lage am Stahlmarkt

44 Termine

45 Messekalender

WISSENSWERTES

46 Buchtipps, Merkblätter und mehr

LIFESTEEL

48 Cooler Kumpel – thyssenkrupp Steel gründet Modelabel

50 Das Stahlwerk – Spannender Duisburg-Krimi

50 Impressum

Stahlreport 11|20

5


Persönliches

Kurznachrichten

Damstahl

Dennis Dyck

ist seit 1. November als Verkaufsleiter bei der

Damstahl GmbH tätig. Das meldete das Fachjournal

Focus Rostfrei. Der zuletzt für thyssenkrupp

Schulte aktive Vertriebsspezialist könne

auf eine lange Erfahrung in der Branche

bauen. Das Unternehmen freue sich, mit ihm

gemeinsam über den Tellerrand zu blicken

und sich und seine Services für die Zukunft zu

rüsten.

BDB Bundesverband Deutscher

baustoff-Fachhandel

Katharina Metzger

ist neue Präsidentin des Bundesverbandes

Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB). Sie

tritt die Nachfolge von Stefan Thurn an, der im

August verstorben war. Metzger war zuvor

bereits drei Jahre lang Vizepräsidentin des

BDB. Dessen Satzung sah nach dem Tod

Thurns eine direkte Nachfolge aus der Reihe

der Vizepräsidenten vor.

Mit Katharina Metzger übernimmt erstmalig in

der über 117-jährigen Verbandsgeschichte

eine Frau das Ruder beim Deutschen Baustoff-Fachhandel.

Die Dortmunderin führt als

geschäftsführende Gesellschafterin die Metzger-Gruppe

in der zweiten Generation. Sie ist

seit drei Jahren Vorsitzende des Vereins „WIR

für Ausbau und Trockenbau“ – eine Organisation,

die sich die Förderung der Trockenbauweise

in Deutschland auf die Fahnen

geschrieben hat. Überregional bekannt ist

Katharina Metzger auch durch ihre langjährige

Funktion als Sprecherin der Eurobaustoff-

Fachgruppe „Trockenbau“. Katharina Metzger

unterstrich in einer ersten Stellungnahme als

neue BDB-Präsidentin,

dass der Verband

in der Corona-Zeit

vor neuen Herausforderungen

stehe.

Auch der Organisationsprozess

im BDB

müsse weitergeführt

werden. In seiner

zwölfjährigen Präsidentschaft

hatte Stefan Thurn bereits mit der

Reorganisation der Landesverbände zum Bundesverband

einen wichtigen Schritt gemacht.

Mit dem Umzug nach Berlin startete Thurn

dann eine grundlegende Neuausrichtung und

setzte vermehrt politische Akzente – insbesondere

mit den Themen Wohnungsbau,

Wohneigentumsförderung und Insolvenzanfechtung.

An diese für die berufsständische

Bild: Katharina Metzger

SCHÄFER WERKE-Gruppe

Management erweitert

Seit 1. Oktober 2020 wird die Unternehmensgruppe

Schäfer Werke neben dem

geschäftsführenden Gesellschafter und

Unternehmensgründer Theo Schäfer

zukünftig von Marcus Düber, Michael

Mockenhaupt und Guido Klinkhammer

geleitet. Mit dem Management-Team gehe

die Gruppe, bestehend aus EMW Stahl-

Service-Center, SCHÄFER Lochbleche,

SCHÄFER IT-Systems, SCHÄFER Container

Systems und VIZUU sowie den zentralen

Verwaltungsbereichen, neue Wege. Man

lege die Geschicke der Unternehmensgruppe

in die Hände von vier erfahrenen

Führungskräften mit unterschiedlichen

Stärken und Aufgabenschwerpunkten. Als

ausgewiesene Experten sei das Management-Team

die ideale Besetzung in Zeiten

eines herausfordernden Marktumfeldes,

so Theo Schäfer, geschäftsführender

Gesellschafter.

Marcus Düber verantwortet seit 1. Oktober

2020 als kaufmännischer Geschäftsführer

die Verwaltungsbereiche der Schäfer

Werke-Gruppe. Der diplomierte

Betriebswirt ist innerhalb der Unternehmensgruppe

schon seit September 2016

als kaufmännischer Leiter bei der tschechischen

Tochtergesellschaft SCHÄFER

Sudex tätig und verantwortet seit Oktober

2018 die Ressorts Finanzen und Controlling.

Bild: Schäfer Werke-Gruppe

Geschäftsführer Schäfer Werke-Gruppe: Marcus Düber, Guido Klinkhammer, Theo Schäfer,

Michael Mockenhaupt (v. l. n. r.)

Michael Mockenhaupt führt bereits seit

November 2013 erfolgreich die Geschäfte

des EMW Stahl-Service-Centers. Als

Geschäftsführer verantwortet der diplomierte

Kaufmann nun zusätzlich den

Geschäftsbereich SCHÄFER Lochbleche.

Guido Klinkhammer wechselte zum 1. Oktober

2020 als Geschäftsführer die Chef-

Etage vom D.S.I. Getränkearmaturen-Hersteller

zu seinem ehemaligen Arbeitgeber

Schäfer Werke. In seinem Verantwortungsbereich

befinden sich nun Schäfer Werke,

SCHÄFER Container Systems, SCHÄFER IT-

Systems, VIZUU, die Auslandsgesellschaften

SCHÄFER Sudex und SCHÄFER Container

Systems North America. Einen

Arbeitsschwerpunkt sieht der studierte

Manager in dem weiteren Ausbau der Digitalisierungsprojekte

der Unternehmensgruppe

sowie dem strategischen Innovations-

und Produktmanagement. „Wir

stehen im Rahmen des digitalen und wirtschaftlichen

Wandels vor spannenden

Chancen, denen wir gemeinsam sehr positiv

entgegensehen“, erklärt Guido Klinkhammer,

Geschäftsführer Schäfer Werke-

Gruppe.

6 Stahlreport 11|20


Interessenvertretung wichtige politische

Arbeit will Katharina Metzger anknüpfen.

voestalpine AG

Hubert Zajicek

Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG

und Leiter der Steel Division, wurde im Rahmen

der diesjährigen Hauptversammlung in

das Executive Committee der World Steel

Association gewählt. Zajicek ist damit einer

der beiden europäischen Repräsentanten im

Vorstand des Weltstahlverbandes („World

Steel Association –worldsteel“), der zu den

weltweit größten Branchenverbänden zählt.

Der Verband wurde 1967 als „International

Iron and Steel Institute (IISI)“ gegründet. Seit

2008 firmiert er als „World Steel Association

– worldsteel“. Die

Non-Profit-Organisation

hat ihren Hauptsitz

in Brüssel und

einen weiteren in

Peking. Verbandsmitglieder

sind rund 170

Stahlproduzenten,

nationale und regionale

Stahlvereinigungen

sowie einschlägige

Forschungsinstitute. worldsteel vertritt

insgesamt etwa 85 % der weltweiten Stahlproduktion.

Sie ist damit einer der größten Branchenverbände

der Welt.

Salzgitter AG

Prof. Dr.-Ing.

Heinz Jörg Fuhrmann

Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG tritt

2021 planmäßig in den Ruhestand. Zum neuen

Vorstandsvorsitzenden ab 1. Juli 2021 berief

der Aufsichtsrat Dipl.-Ing. Gunnar Groebler.

Groebler ist zurzeit Mitglied des Executive

Group Management des schwedischen Energiekonzerns

Vattenfall AB, zuständig für die

Business Area Wind. „In seiner dann 25-jährigen

Dienstzeit im Vorstand unseres Konzerns

hat Prof. Fuhrmann für Solidität, Innovation

sowie soziale und wirtschaftliche Verantwortung

gestanden. Die

dabei verfolgte Strategie

wird fortgeführt

werden. Gerade deswegen

freue ich mich,

mit Herrn Groebler

einen Nachfolger

gewonnen zu haben,

der hohe Kompetenz

und Erfahrungen in

Bild: voestalpine

Bild: Salzgitter AG

wichtigen Aspekten der für die Salzgitter AG

entscheidenden Zukunftsthemen besitzt“,

erklärte der Vorsitzende des Aufsichtsrates

Heinz-Gerhard Wente.

thyssenkrupp AG

Dr. Verena Volpert

ist seit 1. Oktober 2020 Mitglied des Aufsichtsrats

der thyssenkrupp AG. Sie folgt auf

Dr. Ingrid Hengster, die ihr Mandat aus beruflichen

Gründen niedergelegt hat und zum 30.

September 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden

ist. „Mit Verena Volpert haben wir

eine ausgewiesene und anerkannte Finanzexpertin

für den Aufsichtsrat von thyssenkrupp

gewinnen können. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen

im Bereich der Unternehmensfinanzierung

sind eine außerordentlich gut passende

Ergänzung für unser

Gremium. Wir freuen

uns auf die Zusammenarbeit

mit Frau

Volpert. Im Namen

des gesamten Aufsichtsrats

danke ich

Ingrid Hengster für

Bild: thyssenkrupp AG

ihr kluges und umfassendes

Engagement

und die konstruktive

Zusammenarbeit in den letzten gut fünfeinhalb

Jahren. Wir wünschen Frau Hengster

alles erdenklich Gute für anstehende Aufgaben“,

sagte Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Vorsitzender

des Aufsichtsrats der thyssenkrupp

AG.

Stahl Judenburg

Thomas Krenn

verlässt die Stahl Judenburg GmbH zum Jahresende.

Das meldeten österreichische

Medien im Oktober. Der zur Georgsmarienhütte

(GMH)-Gruppe gehörende Hersteller von

Edelstahl-Stabstählen hat die Regelung der

Nachfolge demnach für die kommenden

Wochen angekündigt. Nach fünfzehn Jahren in

der GMH-Gruppe, davon fünf Jahren als

Geschäftsführer von Stahl Judenburg, verlasse

Krenn das Unternehmen auf eigenen Wunsch

und widme sich neuen Aufgaben. Krenn blickt

dabei auf eine positive Bilanz: Unter seiner

Leitung wurde das Automotive-Geschäft ausgeweitet

und die Produktion bzw. Auslieferung

von CNC-bearbeiteten und einbaufähigen

Komponenten verstärkt. Zahlreiche

Großaufträge seien an Land gezogen wurden,

zudem wurde zuletzt stark in die Ausbildung

investiert.

T RÄ

NENBLEC

HE &

iffel-/

lech

S tahl R

Waffelb

Stahl

Tränenblech

Co

rten

Tr rän

änenblech*

WIR LIEFERN!

STÄRKE:

3 bis 10 mm + Trän

e

FORMATE:

1.000 mm x 2.000 mm

1.250 mm x 2.500 mm

1.335 mm x 3.000 mm*

1.500 mm x 3.000 mm

LOGISTIK:

von der einzelnen Tafel

über Pakete bis hin

zur

kompletten Ladung

KONTAKT

Koray Süerdem

ksueerdem@droesser.de

+49 221 6789-241

Stahlreport 11|20

7

P eter Drösser GmbH

Ackerstraße 144 // 51065 Köln

www.droesser.de


Stahlhandel

Bericht

Neues Lotter-Biegezentrum in Frankfurt am Main

Total zentral

Als Vollsortimenter mit einer Biegekapazität von rund 400.000 t Bewehrungsstahl zählt die

Lotter-Gruppe zu den Top-Adressen auf dem Armierungssektor. Durch das neue Biegezentrum

im Frankfurter Westhafen kann das gesamte Rhein-Main-Gebiet jetzt noch schneller mit

hochwertigen Betonstahl-Lösungen und Dienstleistungen versorgt werden.

[ Kontakt]

Hauptsitz

Gebr. Lotter KG

71636 Ludwigsburg

+49 7141 406-0

www.lotter.de

Frankfurt a. M.

60327 Frankfurt a. M.

+49 69 2400459-12

nl.frankfurt@lotter.de

Die zentrale Lage der sechs Hallen in Frankfurt am

Main, mitten in einem der stärksten Wirtschaftsräume

Deutschlands, sowie die unmittelbare Anbindung des

17.000 m 2 großen Areals an das Autobahnnetz war das

ausschlaggebende Kriterium für den Kauf der Immobilie.

„Die Gelegenheit am ehemaligen Standort der Knauf Interfer

einen Biegebetrieb aufzubauen war für die Betonstahlabteilung

der Lotter-Unternehmensgruppe ein Glücksgriff“,

sagt Torsten Haller Prokurist des Unternehmens.

Weniger CO 2 dank bester Anbindung

Ein weiterer Vorteil des neuen Frankfurter Standorts

ist die Trimodalität des Areals: Die direkte Anbindung

nicht nur an das Autobahnnetz, sondern auch an Gütertransport

und Binnenschiff, ermöglicht Haller zufolge

den teilweisen Umstieg von Lkw auf diese Verkehrsträger.

„Dadurch können rund 40 % des bisherigen CO 2 -

Austoßes eingespart werden“, sagt Haller.

Als Garant für die termingerechte Lieferung an die

Kunden sieht der Geschäftsbereichsleiter und Prokurist

den firmeneigenen Fuhrpark mit über 150 Lkw. Auch

dabei ist der neue Standort von Vorteil: Im Verbund

mit den weiteren Lotter-Standorten Gaggenau, Ludwigsburg,

Schweinfurt und Würzburg verbessere sich dessen

Auslastung.

Mit einem Lagervolumen von über 20.000 t Betonstahl,

einem hochmodernen Maschinenpark sowie einer

– derzeit im Aufbau befindlichen – Mannschaft von

30 Mitarbeitern, sieht Haller die Chance, das Lotter-

Betonstahlsegment in die Zukunft weiterzuentwickeln

und zum Erfolg des Ludwigsburger Familienunternehmens

beizutragen.

Lotter-Systemverbund spart Kunden Zeit und Geld

An den neun Betonstahl Standorten der Lotter-Gruppe werden

jährlich über 400.000 t Betonstahl angearbeitet, die

vom Einfamilienhaus bis zur Großbaustelle in einem breiten

Spektrum von Bauprojekten zum Einsatz kommen, wie

etwa im Spezialtiefbau. Der Lotter-Systemverbund, bestehend

aus vorgefertigten Bewehrungselementen, zum Bei-

8 Stahlreport 11|20


spiel BAMTEC-Elementen, und Lotter-

Anschlußkorb (LAK) sowie Bohrpfahlbewehrungen

und Bauteiltemperierung,

spare Verwendern Material,

Personal, Bauzeit und Kosten.

Als BAMTEC-Lizenznehmer der

ersten Stunde bietet Lotter seinen

Kunden alles aus einer Hand – von

der Planung über die Produktion

und Lieferung bis hin zur Verlegung.

Statt der herkömmlichen Matten-

oder Einzelstabverlegung kommen

bei BAMTEC-Elementen

individuell vorgefertigte, ausrollbare

Bewehrungsteppiche zum Einsatz:

Einzelstäbe im Durchmesserbereich

zwischen 8 mm und 28 mm

werden mittels Bandstahlblechen

verschweißt und in Teppichbreiten

zwischen 1,65 m und 15 m auf die

Baustelle geliefert, wo sie mühelos

von zwei Verlegern ausgerollt werden.

„Unser Fokus liegt nicht nur auf

Produkten, sondern vor allem auf

Lösungen – immer mit dem Ziel,

Schnittstellen zu minimieren, Bauabläufe

zu optimieren und so das

Bauprojekt mit höchster Effizienz

abzuwickeln“, erläutert Haller. 2

17.000 m 2 , sechs Hallen und über 20.000 t Betonstahl: das neue Lotter-Biegezentrum im Frankfurter Westhafen.

Mit dem hochmodernen Maschinenpark können Kunden im gesamten Rhein-Main-Gebiet noch schneller mit

hochwertigen Betonstahl-Lösungen versorgt werden.

Bilder: Gebr. Lotter KG

„Mit der BAMTEC-Technologie, dem

Lotter-Anschlußkorb (LAK) und der

Lotter-Bewehrungsmatte stehen den

Kunden drei Bausteine zur Verfügung,

die sich optimal ergänzen und einen

effektiven Bauablauf gewährleisten.“

Torsten Haller (Mitte), Leiter des Geschäftsbereichs Betonstahl

und Prokurist der Gebr. Lotter KG

Stahlreport 11|20

9


Stahlhandel

Bericht

Für beide Unternehmen ein Schritt in die Zukunft: die Übernahme des Stober-Stahlstandorts in Karlsruhe (hier v.l.n.r. die Geschäftsführenden Gesellschafter

von Schwarzwald Eisen Dr. Steffen Auer und Ingo Auer, der Schwarzwald Eisen-Geschäftsführer Alexander Hatt und Timo Stober, Geschäftsführender Gesellschafter

der Willi Stober GmbH & Co. KG).

Bild: SchwarzwaldEisen

Willi Stober-Stahlbereich in Karlsruhe übernommen

SchwarzwaldEisen baut Kundennähe aus

Die Schwarzwald Eisenhandel GmbH & Co. KG mit Sitz in Lahr hat zum 1. Oktober 2020 die Stahl -

handelsaktivitäten der Willi Stober GmbH & Co. KG in Karlsruhe übernommen. Alle dort beschäftigten

28 Mitarbeiter sind übernommen worden. Mit der Übernahme ist SchwarzwaldEisen jetzt in ganz

Baden an den vier Standorten Bad Säckingen, Freiburg, Lahr und Karlsruhe vertreten. Damit können

alle Kunden in Baden, im Elsass und der Nordwestschweiz erreicht werden, so das Unternehmen.

„Mit dieser Übernahme haben

wir die gesamte Unternehmensgruppe

im Bereich Stahl zukunftsfähiger

gemacht und erreichen eine

gute Marktposition in Baden und im

Elsass“, sagte Dr. Steffen Auer,

Geschäftsführender Gesellschafter

von SchwarzwaldEisen.

„Mit diesem Schritt führen

wir die Konzentration unserer

Vertriebstätigkeit auf den

Technischen Handel fort und

wollen uns voll und ganz der

Zukunftsfähigkeit in diesen

Produktbereichen widmen.

Vom Shop bis hin zu individuellen

Versorgungs- und

Logistikkonzepten möchten

wir Lösungen bieten, die unsere Kunden

erfolgreich am Markt agieren

lassen“, sagte Timo Stober,

Geschäftsführender Gesellschafter

der Willi Stober GmbH & Co. KG.

Bereits zum Anfang des Jahres

hatte SchwarzwaldEisen die Betonstahlbiegerei

von Willi Stober in Kippenheim

bei Lahr übernommen –

und damit seine Betonstahlkapazitäten

um 50 % erweitert. Um diesem

nachhaltigen Wachstum Stand zu

halten, wurde zum 1. September

2020 Alexander Hatt als zusätzlicher

Geschäftsführer bei SchwarzwaldEisen

bestellt. Er betreut den Standort

„Es freut uns, dass wir alle am Standort

Karlsruhe beschäftigten erfahrenen

Mitarbeiter übernehmen können.

Damit können wir die Kunden jetzt

auch im Großraum Karlsruhe schnell

und zuverlässig bedienen.“

Ingo Auer, Geschäftsführender Gesellschafter SchwarzwaldEisen

in Karlsruhe und ist in der Gesellschaft

für den Gesamtvertrieb verantwortlich.

SchwarzwaldEisen handelt mit

Stahl aller Art sowie Objekttüren

und -toren. Im Jahr 2020 werde die

Unternehmensgruppe mit mehr als

350 Mitarbeitern einen Umsatz von

voraussichtlich über 100 Mio. €

erzielen. Weitere drei Stahlstandorte

der Gruppe befinden sich außerhalb

Badens im Westerwald und im

Rheinland.

Die Willi Stober GmbH & Co. KG

führt am Karlsruher Stammsitz den

Großhandel mit Werkzeugen/Ma–

schinen, Sanitär/Heizung/

Installation sowie Bauelementen/Sicherheitstechnik/Befestigungstechnik

und Arbeitsschutz weiter.

Dort und in den Niederlassungen

des Unternehmens

in Stuttgart und Mannheim

beschäftigt Stober

insgesamt knapp 200 Mitarbeiter,

die einen Umsatz

von rund 40 Mio. € erzielen. 2

[ Kontakt]

Schwarzwald Eisenhandel

GmbH & Co. KG

77933 Lahr/Schwarzwald

+49 7821 5805-0

www.schwarzwald-eisen.de

10 Stahlreport 11|20


gegründet 1969

Europäischer

Stahldistributeur

Träger / Formstahl in S355J2

Bepro Blech und Profilstahl GmbH & Co. KG

Consolstraße 11, D-45889 Gelsenkirchen

Tel. +49(0)209/98251-10, Fax +49(0)209/98251-31

info@bepro.de, www.bepro.de


Stahlhandel

Bericht

Offizieller Pressetermin im Oktober auf der Blickle-Baustelle zur Übergabe der Urkunde „CO 2 -neutraler Stahl“. Von links nach rechts: Geschäftsführende

Gesellschafter der Sülzle-Gruppe Heinrich Sülzle und Andreas Sülzle, David Blickle und Dr. Sarah Blickle-Fenner, Mitglied der Geschäftsleitung bei Blickle,

sowie Walter Wager und Reinhold Blickle, Geschäftsführer der Blickle Räder+Rollen GmbH u. Co. KG.

Sülzle Stahlpartner liefert „Grünen Stahl“

Erster klimaneutraler

Bewehrungsstahlhändler

Sülzle macht mit der Selbstverpflichtung zum nachhaltigen Wirtschaften ernst und hat seinen

CO 2 -Fußabdruck unter die Lupe genommen. Klimarelevante Emissionen wurden analysiert, reduziert

und kompensiert. Seit 2020 ist die Sülzle Stahlpartner GmbH nun ein klimaneutrales Unternehmen.

Als erster Bewehrungsstahlhändler in Deutschland bietet Sülzle seinen Kunden nun auch die

Möglichkeit, „Grünen Stahl“ zu beziehen – ein Meilenstein in der Bewehrungsstahlbranche, so das

Unternehmen. Denn nachhaltige Baumaterialien seien gefragter denn je.

[ Kontakt]

Sülzle Holding

GmbH & Co. KG

72348 Rosenfeld

+49 7428 9414-0

www.suelzle

Für die modernen Erweiterungsbauten des Räderund

Rollenspezialisten Blickle aus Rosenfeld liefert

Sülzle Stahlpartner erstmalig rund 4.000 t CO 2 -neutralen

Baustahl. Sülzle Stahlpartner ist damit Vorreiter in der

Bewehrungsstahlbranche und ermöglicht es Bauherren,

sich für Stahl mit neutraler Ökobilanz zu entscheiden.

Freiwillige CO 2 -Kompensation

Um bislang unvermeidbare CO 2 -Belastungen bei Stahl

auszugleichen, können Kunden hochwertige Klimaschutzzertifikate

erwerben und sich beim Kauf von

„grünem Stahl“ die Unterstützung von globalen Projekten

und die damit verbundene Klimaneutralität

für den gekauften Stahl per Urkunde bescheinigen

lassen. Grundlage dafür ist der zuvor ermittelte CO 2 -

Produkt-Fußabdruck. Globale Kompensationsprojekte

sind zum Beispiel ein Wasserkraftprojekt in Uganda,

ein Waldaufforstungsprojekt in Uruguay, ein Wasseraufbereitungsprojekt

in Zimbabwe sowie ein Photovoltaikprojekt

in Indien. Sülzle denkt dabei nicht nur

regional, sondern weltweit, um die Zukunft von erneuerbaren

Energien sowie ein nachhaltiges Wachstum

in Schwellen-und Entwicklungsländern zu unterstützen.

12 Stahlreport 11|20


Bild: Sülzle-Gruppe

Bild: Blickle Räder+Rollen GmbH u. Co. KG

Seit Mitte März 2020 sind bei Blickle die Bauarbeiten für die neue Polyurethanfertigung

in vollem Gange.

Nachhaltigkeit über

vier Generationen

„Nachhaltigkeit ist in unserer Familie

schon lange ein wichtiges Thema. Wir

werden deshalb Schritt für Schritt den

CO 2 -Fußabdruck der gesamten Unternehmensgruppe

reduzieren. Was man

nicht reduzieren kann, wird kompensiert.

Unser Bestreben ist es, Verantwortung

zu übernehmen, um die 17

Ziele für nachhaltige Entwicklung zur

Erreichung der Agenda 2030 der UN

zu unterstützen“, unterstreichen die

Sülzle-Gesellschafter, die das Unternehmen

in vierter Generation führen.

Seit März 2020 ist die Sülzle-Gruppe

deshalb aktiver Unterstützer der Allianz

für Entwicklung und Klima.

Die Gesellschafter der Sülzle-

Gruppe und der Blickle Räder+Rollen

GmbH & Co. KG verbindet nicht nur

Familientradition und unternehmerisches

Denken und Handeln über Generationen.

Auch ein schonender

Umgang mit Ressourcen liegt beiden

Unternehmern am Herzen. Die erste

Baustellen-Belieferung mit CO 2 -neutralem

Bewehrungsstahl bei Blickle

erfolgte im Oktober.

„Das Bauprojekt beim Marktführer

für Räder und Rollen in unserer Heimatstadt

zeigt, wie man modernen

Industriebau mit „grünem Stahl“ nachhaltig

umsetzen kann. Ein hohes Ziel

für die Zukunft, das wir nur gemeinsam

mit unseren Kunden, Mitarbeitern,

Lieferanten und Partnern erreichen

können“, so Heinrich Sülzle.

„Wir gratulieren der Firma Blickle zu

den Erweiterungsbauten und freuen

uns auf weitere nachhaltige Bauprojekte“,

ergänzt Andreas Sülzle.

Blickle schafft Kapazitäten

Der Räder- und Rollenspezialist

wächst und errichtet an seinem

Stammsitz eine neue Polyurethanfertigung.

Zusätzlich wird das Verwaltungsgebäude

mit einem modernen

Kundenzentrum und einer Mitarbeiterkantine

erweitert – eine der größten

Investitionen in der Firmengeschichte.

„Nachhaltiges Bauen ist die Zukunft.

CO 2 -neutraler Stahl ist ein wichtiger

Bestandteil – auch weil Stahl generell

immer wieder recycelt werden kann.“

Heinrich und Andreas Sülzle,

Geschäftsführende Gesellschafter der Sülzle-Gruppe

Der erste Spatenstich für das neue

Fertigungsgebäude erfolgte im März

2020 und der zweite für das siebenstöckige

Verwaltungsgebäude im September

dieses Jahres. Bei seinen Neubauten

legt Blickle nicht nur beim

Bewehrungsstahl großen Wert auf

Klimaneutralität. Durch eine hocheffiziente

Technik sowie eine intelligente

Gebäudehülle wird der Heizund

Kühlbedarf sehr gering gehalten.

„Mit den Erweiterungsbauten setzen

wir weiterhin auf den Standort Rosenfeld

und schaffen Kapazitäten für die

Zukunft“, sagt David Blickle, Mitglied

der Geschäftsleitung der Blickle

Räder+Rollen GmbH u. Co. KG. 2

Stahlreport 11|20

13


Stahlhandel

Bericht

Aktion „Wir geben mehr!“

Stahlhandel Gröditz lobt 20.000 € aus

Unter der Corona-Pandemie leiden Unternehmen, aber auch Sportvereine, Kitas oder Schulen.

Der Stahlhandel Gröditz hält mit einer positiven Aktion dagegen.

Die Unternehmensgruppe der

Familie Voß, zu der unter anderem

der Stahlhandel Gröditz gehört, vergibt

in diesem Jahr 20.000 € zusätzlich

für besondere Vorhaben. Die

Aktion „Wir geben mehr!“ richtet

sich an ehrenamtlich Engagierte,

Vereine, Schulen, Kitas oder Organisationen

in der Region, die Unterstützung

für ein Projekt benötigen.

Wichtig sind dabei der regionale

Bezug – und ein gutes Konzept, wie

das Unternehmen mitteilt.

Die Unternehmensgruppe unterstüzt

bereits seit Jahren verschiedene

Projekte, erst 2019 wurde eine

zusätzliche Spendensumme von

10.000 € ausgelobt. Angesichts der

wirtschaftlichen Lage durch die

Corona-Pandemie hat sich die Familie

Voß aber entschlossen, den Betrag

in diesem Jahr zu verdoppeln. Zuletzt

hatten insgesamt mehr als 30 Vereine

und Projekte aus der Region

profitiert.

Schriftliche Bewerbung

Für die aktuelle Aktion bewerben

können sich Interessenten aus der

Region, die Unterstützung für ein

Projekt brauchen. Dafür müssen sie

in einer schriftlichen Bewerbung

das Vorhaben vorstellen und bis

Mitte November einreichen. Danach

entscheidet die Geschäftsleitung,

welche Projekte mit welchem Betrag

unterstützt werden.

Regionales Förderprojekt: Michael und Marcel Voß von der gleichnamigen Unternehmensgruppe

loben 20.000 € für regionale Projekte aus.

Das Unternehmen Stahlhandel Gröditz

wurde 1993 gegründet und hat

sich auf Qualitäts- und Edelstahlzuschnitte

spezialisiert. Im Angebot

ist ein Sortiment von Edelstählen

über Werkzeug- und Wälzlagerstahl

bis zu weiteren Sonderstählen. Zum

Unternehmen gehören auch Tochtergesellschaften

in Spanien und

Polen. Betreut werden mehr als

5.000 Kunden in 82 Ländern. 2

Weitere Informationen unter

www.stahlportal.com/sozialesengagement

Bild: Sebastian Schultz

Erweitertes Portfolio, optimierte Logistik- und Sourcing-Prozesse

Knauf Interfer bündelt Aktivitäten

Im Vertriebsbüro Knauf Interfer Benelux konzentriert das Unternehmen

seit November sämtliche Vertriebsaktivitäten in Belgien, den

Niederlanden und Luxemburg sowie Großbritannien und Irland. Hervorgegangen

ist das Vertriebsbüro aus der Interfer Staal, Eindhoven, die

seit 1992 zur Unternehmensgruppe gehört und sich seither zu einem

zentralen Vertriebsstandort in der Region entwickelt hat. Mit der Neuorganisation

verbunden ist eine erhebliche Ausweitung des Produktportfolios,

das direkt über das Vertriebsbüro bezogen werden kann.

Die Knauf Interfer Benelux hat neben dem bestehenden Produktangebot

damit Zugriff auf das gesamte Stahlportfolio und die logistischen

Ressourcen der Unternehmensgruppe. Dadurch will das

Unternehmen die Stärken eines agilen und auf fachlicher und persönlicher

Ebene exzellent aufgestellten Vertriebsbüros mit den

Kapazitäten und der Leistungsfähigkeit eines der führenden werksunabhängigen

Distributeure, Bearbeiter und Serviceanbieter für

Stahl in Europa zusammenführen werden.

14 Stahlreport 11|20


Tageslicht für angenehmeres

Arbeiten im Stahlcenter I: Kicherer

hat 150 laufende Meter durchsturzsichere

Lichtbänder im Dach

und 2000 m 2 Lichtband in der Fassade

installiert.

Bilder: Kicherer

reinforcement

solutions

Durch eine verbesserte Fassadendämmung

werden im Stahlcenter I

konstantere Temperaturen und eine

angenehme Akustik erreicht. Ein

umlaufendes Geländer erhöht die

Sicherheit bei Dachwartungsarbeiten.

Kicherer erneuert Stahlcenter I

Investition in komfortablere Arbeitsplätze

Nach dem Neubau des Stahlcenters

II im Jahr 2018 in wärmegedämmter

Sandwichausführung, erneuert die Friedrich

Kicherer GmbH & Co. KG nun nach und

nach alle Bestandsgebäude. Der Fokus

liegt dem Unternehmen zufolge dabei auf

attraktiveren Arbeitsplätzen, dem Ausbau

der Arbeitssicherheit sowie der Verbesserung

des Brandschutzes. „Wir schaffen

damit komfortablere Arbeitsbedingungen

für alle gewerblichen Arbeitnehmer sowie

das Fahr- und Ladepersonal in von Tageslicht

durchfluteten Hallen“, so das Unternehmen.

und eine angenehme Akustik durch eine

verbesserte Fassadendämmung. Die Dämmung

mit Mineralwolle optimiert außerdem

den bestehenden Brandschutz. Mehr

Arbeitssicherheit wird mit einem umlaufenden

Schutzgeländer für Dachwartungs- und

Reparaturarbeiten geschaffen. Kicherer

setzt bei der Erneuerung auf bewährte

Produkte aus dem eigenen Sortiment.

„Unsere Investitionen haben auch zum Ziel,

gleichwertige Arbeitsplätze im gesamten

Unternehmen herzustellen und ein optisch

einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten“,

so das Unternehmen weiter.

Mattenschweißmaschine

Drahtricht- und Schneideanlage

Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen

gehören auch konstantere Temperaturen

www.kicherer.de

Stahl Krebs launcht neue Webseite

Ganz nach dem Motto „Fit für die Zukunft“ bietet die Ernst Krebs KG aus Solingen seit über

135 Jahren ein umfassendes Sortiment sowie Services im Bereich des Stahlhandels. Zum

Oktober 2020 hat Stahl Krebs nun seinen Internet-Auftritt überarbeitet. Gemeinsam mit

der Werbeagentur Ipanema2c aus Wuppertal hat das Unternehmen eine einheitliche Bildund

Markensprache entwickelt. Kunden und Lieferanten finden auf der Website Antworten

auf alle Fragen rund um Material, Services und das Stahl Krebs-Team. Der neue Auftritt des

Unternehmens implementiert durchgängig auch das neue CI (Corporate Identity) – neues

Logo und neuer Claim inklusive.

Der neue Webauftritt unter

www.stahlkrebs.de

Stahlreport 11|20

15

Korbschweißmaschine Pfähle

mbk Maschinenbau GmbH

Tel. +49 7563 9131 0 · info@mbk-kisslegg.de

Neuigkeiten auf

www.mbk-kisslegg.de

Besuchen Sie unsere social media channels!


Stahlhandel

Bericht

Bilder: Jebens GmbH

Jebens fertigte den Exzenterantrieb aus Blechen der Güte S235JR

mit bis zu 210 mm Dicke und einem Rohling aus 42CrMo4 QT.

Mit einem Durchmesser von 2.270 mm, einer Höhe von 1.391 mm

und 12 t Gewicht war jedes der vier Bauteile ein richtiger Koloss.

Jebens absolviert erfolgreiche Premiere

Höchste Qualität

für Exzenterantriebe

Die Fertigung von tonnenschweren Exzenterantrieben mit einem

Zahnkranz aus hochlegiertem Stahl ist eine heiße Sache: Neben der

Komplexität der Baugruppen bedeutet die Temperaturführung eine

echte Herausforderung für Mensch und Aggregate. Für einen namhaften

Anlagenbauer fertigte die Jebens GmbH aus Korntal-Münchingen

vier Exzenterantriebe als Ersatzteile für eine Großpresse.

Beim Zusammenbau stellte Jebens sicher, dass die beiden runden

Komponenten auf dem Schweißtisch exakt positioniert waren.

[ Kontakt]

Jebens GmbH

70825 Korntal-

Münchingen

+49 711 8002-0

www.jebens.de

Mit einem Durchmesser von 2.270 mm, einer Höhe

von 1.391 mm und 12 t Gewicht war jedes dieser Bauteile

ein richtiger Koloss. Gefertigt wurde er aus Blechen der

Güte S235JR mit bis zu 210 mmn Dicke. Für den äußeren

Zahnkranz stellte der Kunde einen Rohling aus 42CrMo4

QT bei.

Der Auftrag an den Brennschneidspezialisten umfasste

neben Erstellen und Zukaufen aller benötigten Teile auch

das Schweißen der Baugruppen, Spannungsarmglühen,

Strahlen und Grundieren. Entsprechend anspruchsvoll

war das Zeitmanagement, um zu gewährleisten, dass alle

Komponenten beim Start des Zusammenbaus vollständig

vorhanden waren.

Temperatur-Herausforderung beim Schweißen

Zusätzliche Herausforderungen waren die Abklärung der

Schweißvorgaben und Schweißnähte sowie die beim Schweißen

und Glühen des hochlegierten Stahls erforderliche

Temperaturführung. 42CrMo4 QT erfordert beim Schweißen

eine Vorwärmtemperatur von 250 C°, was für den Schweißer

eine enorme Temperaturbelastung darstellt. Normalerweise

ist die Vorwärmtemperatur nur halb so hoch.

Angesichts der Größe kühlt das Zahnrad zudem schnell

wieder ab, muss also kontinuierlich geheizt werden.

Eine eigens entwickelte Drehvorrichtung unter Einbezug

eines großen Manipulators für das partiell eingehauste

Bauteil ermöglichte, dass der Schweißer – mit entsprechender

Schutzkleidung – den Zahnkranz aus 42CrMo4

QT mit den Nabenscheiben aus S235JR von vorne verschweißen

konnte.

Exakt per Hand zusammengeschweißt

Alle Schweißnähte der Baugruppen wurden vor dem

Zusammenbau zum kompletten Rad von der Qualitätssicherung

des Kunden auf Rissfreiheit geprüft. Beim

Zusammenbau stellte Jebens durch entsprechende Kennzeichnung

der Fluchtungen an den Bauteilen sicher,

dass die beiden runden Komponenten auf dem Schweißtisch

exakt positioniert waren, bevor sie per Hand verschweißt

wurden.

Ausgewiesene Fachkompetenz war auch für die sensible

Temperaturführung beim anschließenden Spannungsarmglühen

gefragt, da der vergütete CrMo-Ring

unter der Anlasstemperatur geglüht werden musste. Die

gestrahlten und grundierten Exzenterantriebe bestanden

die Abnahmeprüfung des Kunden mit Bravour, sodass

Jebens fortan die Zulassung auch für den Bau solcher

anspruchsvollen Komponenten die Zulassung besitzt. 2

16 Stahlreport 11|20


Digitale Auktionsplattform Vanilla Steel

Überschüssigen Stahl

online verkaufen

„Never let a good crisis go to waste“ – das bekannte Bonmot

Winston Churchills haben die Gründer von Vanilla Steel zum

Motto erhoben – und während der Covid-19-Pandemie eine

neue E-Auktionsplattform für europäische Stahlunternehmen

ins Leben gerufen.

Bereits vor der Pandemie

sahen sich viele Stahlunternehmen

in Europa mit weltweiten Überkapazitäten

und unsicheren Märkten

konfrontiert. Covid-19 habe nun den

Bedarf an digitalen Verkaufskanälen

für Stahl, die sowohl Verkaufskosten

als auch Kosten für die Lagerhaltung

senken, enorm vergrößert, so das

neue Berliner Stahl-Startup.

Diese Lücke will nun die Auktionsplattform

Vanilla Steel füllen.

„Wir helfen Stahlunternehmen –

Produzenten, aber auch Lagerhaltern

– überschüssiges Material über

Online-Auktionen, die von diesen

veröffentlicht werden, an ein Netzwerk

vertrauenswürdiger Kunden

zu verkaufen. Darüber hinaus ermöglichen

wir ihnen auch, freie Produktionskapazitäten

über Vanilla Steel

zu vermarkten“, erläutert Mitgründer

Simon Zühlke.

und Überschussmengen ohne Kundenauftrag

sowie deklassiertes Material,

das weiterverarbeitet werden

kann. Lagerhalter verwenden Vanilla

Steel unter anderem auch, um langsam

drehendes Material zu verkaufen.

Während sich viele Plattformen

und Online-Shops für Stahl und andere

Metalle im Besitz von Produzenten

oder Händlern befinden, positioniert

sich Vanilla Steel als unabhängige

digitale Plattform. „Unabhängigkeit

ist ein Schlüsselelement für unseren

erfolgreichen Start. Wir schützen alle

Daten, die wir erhalten, und kein Wettbewerber

kann einen Anspruch darauf

erheben”, bestätigt der Mitgründer.

Das Unternehmen wurde im Juni offiziell

gegründet, hatte nach eigenen

Angaben von der ersten Woche an

Transaktionen und zählt heute zahlreiche

Lieferanten und Käufer in 20

europäischen Ländern zu seinen Kunden.

Über Vanilla Steel

Vanilla Steel ist eine (managed)

E-Auktionsplattform für überschüssiges

Material aus Kohlenstoffstahl

und Edelstahl. Das Unternehmen

hat seinen Hauptsitz in Berlin und

wird von seinen vier Gründern Matthias

Affeldt, Alexis Ducros, Clifford

Ondara und Simon Zühlke geleitet,

die zusammen 50 Jahre digitale

Erfahrung vereinen und sich dafür

einsetzen, bestehende Herausforderungen

in der europäischen Stahlindustrie

durch Digitalisierung zu

lösen. 2

www.vanillasteel.com

Preisfindung per Auktion

Die Kunden von Vanilla Steel sind

meist Stahlproduzenten und -verarbeiter

in Europa, die überschüssiges

Material effizient verkaufen wollen.

Dabei hilft Vanilla Steel den Lieferanten,

durch Online-Auktionen

einen fairen Marktpreis zu finden.

Jede Woche können Verkäufer Auktionen

veröffentlichen und mit Käufern

in Kontakt treten, die Gebote

über dem Mindestpreis abgeben.

Vanilla Steel stellt Lieferanten die

Kontaktdaten der erfolgreichen Bieter

zur Verfügung, und die Transaktion

wird direkt zwischen Lieferant

und Käufer zu den vorher

vereinbarten Bedingungen abgeschlossen.

Auf Vanilla Steel ist ein breites

Spektrum an überschüssigem Material

zu finden: Halbzeug, Überwalz-

Die Vanilla Steel-Gründer (v.l.n.r.) Matthias Affeldt, Clifford Ondara, Alexis Ducros und Simon Zühlke.

Bild: Vanilla Steel

Stahlreport 11|20

17


Stahlverabeitung

Bericht

Wie eine Technologie aus Deutschland die Hafenlogistik verändert

Die Container-Zukunft ist vertikal

Moderne Containerschiffe sind mittlerweile größer als Flugzeugträger und laden mit einer Fracht 24.000 oder mehr

Container ab. Nahezu alle bestehenden Häfen können mit dieser Entwicklung nicht mithalten. Hinzu kommt: Die aktuelle

Containerlogistik ist durch häufige Umlagerungen oft ineffizient. Die Lösung bietet das neue System BOXBAY der SMS

group – ein komplett automatisiertes Hochregallager für Container.

Die Frachtkapazitäten weltweit

steigen – und mit ihr die Zahl der

Container, die ab- oder aufgeladen

werden müssen. Für Hafenbetreiber

bringt das einige Probleme mit sich:

Containerterminals lassen sich meist

nicht einfach erweitern, denn der

erforderliche Platz steht nicht mal

eben so zur Verfügung. Eine weitere

Schwierigkeit ist, dass die Containerkrane

für das Be- und Entladen der

Frachter mittlerweile deutlich schneller

geworden sind, doch das nachfolgende

Lagersystem stellt sich häufig

als Nadelöhr heraus.

Nach gängiger Methode werden

Container in den Häfen zurzeit bis zu

sechs Einheiten hoch übereinandergestapelt.

Stapelt man höher, wird es

ineffizient, weil dann fast immer mehrere

Container umgestapelt werden

müssen, um Zugriff auf den gewünschten

Container zu bekommen. Kurz

gesagt: die Logistik nach den Containerbrückenkranen

am Kai ist zu langsam

und benötigt zu viel Platz.

Bekannte Technologien,

neue Anwendungsgebiete

Die Lösung dafür kommt nun aus

einer unerwarteten Richtung. Der

Maschinen- und Anlagenbauer SMS

group mit Hauptsitz in Düsseldorf,

normalerweise bekannt als einer der

weltweit führenden Hersteller von

Stahlwerksanlagen, Walz- und

Schmiedewerken, ist in sich gegangen

– und bietet mit Boxbay ein Lagersystem

für Container an, das die Logistik

in Häfen revolutionieren könnte.

Das kommt nicht von ungefähr, sondern

ist Teil eines weit ausgreifenden

Strategieprogramms – „New Horizon“

genannt. Denn auch wenn die SMS

group mit ihren rund 14.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern weltweit

zu den ersten Adressen in der Stahlund

Metallproduktion gehört – die

schwierige Entwicklung dieses Industriesektors

in den vergangenen Jahren

sowie die nicht unbedingt rosigen

Aussichten für die Zukunft sind auch

an der SMS group nicht spurlos vorüber

gegangen.

Die Auftragseingänge sanken, in

Folge ebenso die Umsätze, Sparprogramme

wurden aufgelegt. Gleichzeitig

ist man auf die Suche gegangen,

wie man diese Entwicklung entschärfen

kann. Kern der Lösung ist eine

18 Stahlreport 11|20


eigentlich simple wie naheliegende

Frage, die sich die SMS group gestellt

– und beantwortet hat: Auf welche

Bereiche lassen sich unsere Produkte

noch anwenden? Herausgekommen

sind vielversprechende Ansätze, mit

der bestehende Technologien – und

davon gibt es in einem Hochtechnologieunternehmen

wie der SMS group

eine ganze Reihe – auf neue Anwendungsgebiete

übertragen wurden. Ein

Beispiel ist Boxbay, ein anderes das

Recycling von Lithiumionen-Batterien,

für das aktuell eine Pilotanlage

in Hilchenbach errichtet wird.

Containersystem löst

das Raumproblem

Das neue System Boxbay, das die SMS

group in einem Joint Venture-Unter-

Digital gesteuerte Containerlogistik mit hohem

Durchsatz: das Boxbay-System von SMS group und

DP World bietet Hafenbetreibern eine nachhaltige und

wirtschaftliche Lösung bestehender Kapazitätsengpässe.

nehmen gemeinsam mit dem Hafenbetreiber

DP World aus Dubai anbietet,

ist ein komplett digitalisiertes und

automatisiertes 11-stöckiges Hochregallager

für Container. Das Besondere

dabei: Jeder Container steht im direkten

Zugriff, kann einzeln angesteuert

werden, ohne andere Container dafür

umlagern zu müssen.

Was im Stahlhandel nach einer Selbstverständlichkeit

klingt, ist es in der

Hafenlogistik nicht. Container können

mit Fracht bis zu insgesamt 30 t wiegen,

das ist etwas anderes als einzelne

Bleche, Rohre oder Stangen einzulagern.

Entwickelt wurde das Boxbay-

System – eine disruptive Innovation

in der Hafenbranche – von AMOVA,

einem Tochterunternehmen der SMS

group am Standort Netphen. AMOVA

ist seit 65 Jahren spezialisiert auf die

Logistik in Stahl- und Aluminiumwalzwerken.

Das Unternehmen hat

bisher über 80 Hochregallagersysteme

für Stahl- oder Aluminiumcoils konstruiert

und errichtet. Hier werden

bis zu 50 t schwere Coils mit hoher

Taktung von Walzwerken automatisch

transportiert, ins Hochregallager eingelagert

und mittels modernster Trackingsysteme

lückenlos nachverfolgt.

Vom Prinzip her ähnelt Boxbay also

sehr dem Coilhandling in Walzwerken.

Im Vergleich zu konventionellen

Lösungen kann mit Boxbay die Lagerkapazität

in Container-Häfen um mehr

als das Dreifache und die Umschlagsgeschwindigkeit

am Kai um mehr als

20 % gesteigert werden, so die SMS

group. Das sind gewaltige Hebel, die

mit Boxbay möglich werden. Weniger

als ein Drittel der Grundfläche sind

damit nötig, um die gleiche Menge an

Containern zu lagern. Auch der Nachteil

der herkömmlichen Stapelweise

keinen direkten Zugriff auf einen

bestimmten Container zu haben, entfällt

in einem Container-Hochregallager

– und es kann in die Höhe gebaut

werden.

Modular, erweiterbar,

beidseitig zugänglich

Technisch gesehen ist Boxbay ein

sogenanntes High Bay Store System

– kurz HBS – für sämtliche Container-Standardmaße.

Aufgesetzt ist Boxbay

dabei als modulares System, das

individuell angepasst und auf Wunsch

schrittweise erweitert werden kann.

Besonders für bestehende Hafenumgebungen

ist das interessant.

In den Gängen zwischen den

Regalfächern des Lagers transportieren

spezielle Krane, Stacker Cranes

genannt, die Container und lagern sie

ein bzw. entnehmen sie – und zwar

beidseitig, sowohl links als auch

rechts.

Unter dem Lagergerüst befindet

sich ein weiteres, umlaufendes Transportsystem

auf Schienen. Die Stacker

Cranes können die oben entnommenen

Container nach unten durchreichen

und damit die umlaufenden

Palettenwagen beladen – und umgekehrt.

Von dort werden die Container

zur Lkw-Übergabestation geschleust.

q

Weitere Infos

und eine 3D-Tour

finden Sie unter

www.box-bay.com

Stahlreport 11|20

19


Stahlverabeitung

Bericht

„Boxbay macht die Hafenlogistik auf

kleinerem Raum nicht nur schneller,

sondern es bietet auch die Möglichkeit,

jederzeit auf einzelne Container

zuzugreifen.“

Burkhard Dahmen, CEO der SMS group

Die große Stärke aber ist es, ganze

Frachtaufträge für den Weitertransport

zusammenzustellen, die das

System flexibel und selbstständig

erledigt. Es sind keine zeitraubenden

Umlagerungen mehr notwendig, sondern

die Container stehen umgehend

in der festgelegten und optimalen

Reihenfolge an den Übergabepunkten

zur Verfügung, um auf Lkw, Zug

oder Schiff verladen zu werden“,

sagt Dipl.-Ing. Volker Brück, Director

Business Development von Boxbay.

q Bei allen Lagerbewegungen werden

Krane und Paletten digital perfekt

harmonisiert: Ein enormer

Geschwindigkeitsvorteil und ein

Höchstmaß an Flexibilität sind das

Resultat.

Sehr hoher Durchsatz

Mit einem Boxbay-Lager werden

Containerschiffe wie bisher mit speziellen

Portalkränen gelöscht, den

sogenannten Containerbrücken. Von

dort werden die Container von

Frachttransportern übernommen

und zu den Aufnahmepositionen von

Boxbay gebracht – dank des Unterflur-Palettenumlaufsystems

ist das

auf allen vier Seiten des Lagersystems

möglich.

Darüber hinaus verbindet das

Palettenumlaufsystem die einzelnen

Lagergassen miteinander. Als Ergebnis

bietet das Container-Hochregallager

eine sehr hohe Flexibilität und

eine vollständige Entkopplung der

Materialflüsse. Da alle Regalbediengeräte

gleichzeitig ohne gegenseitige

Behinderung arbeiten können, ist

damit eine sehr hohe Durchsatzleistung

möglich. Simulationen einer

Referenzanlage haben eine Leistung

von mehr als 500 wasserseitigen

und 300 landseitigen Containerbewegungen

gleichzeitig gezeigt.

– bis hin zur 3D-Darstellung – auf

Monitoren oder anderen mobilen

Endgeräten wie Tablets oder

Smartphones visualisiert. Manuelle

Eingriffe in die vollautomatischen

Logistikprozesse von Boxbay seien

in der Regel nicht notwendig.

„Es ist mit den digitalisierten

Prozessen von Boxbay ganz einfach,

einzelne Container zu entnehmen.

Benötigte Energie

erzeugt Boxbay selbst

Der „Smart Port“ der Zukunft ist

zugleich auch ein „Green Port“. Boxbay

wird vollständig emissionsfrei

mit elektrischer Energie betrieben.

Durch Fotovoltaik-Anlagen auf dem

Dach kann das System komplett

seine eigene benötigte Energie erzeugen.

Hinzu kommt, dass bei den

Installation eines Boxbay-Hochregalsystems für Frachtcontainer in Dubai.

Trackingsystem aus der

Walzwerk-Logstik

Beim Tracken der Container greift

Boxbay auf eine ursprünglich aus

der Lagerlogistik für Stahlcoils in

Walzwerken stammende Technologie

zurück – dank dessen Boxbay

die Position jedes einzelnen Containers

jederzeit genau kennt. Diese

Informationen werden übersichtlich

Bilder: SMS group

20 Stahlreport 11|20


Absenkbewegungen der RBG des

Hochregallagers die Energie durch

Rekuperation zurückgewonnen wird

– ähnlich wie die Bremsenergie bei

Elektroautos.

Mit Boxbay können die von

Häfen benötigten Kapazitätserweiterungen

weiterhin ohne zusätzliche

Landerschließungen ausgeführt werden,

die empfindlichen Ökosysteme

des Meeres werden nicht beeinträchtigt.

Als vollautomatisches System

benötigt Boxbay zudem rund um die

Uhr kein Licht. Das heißt, die sonst

so typische hellerleuchtete Aura von

Häfen in der Nacht kann signifikant

minimiert werden und die Lebensqualität

in Hafennähe so gesteigert

werden.

Ein System, das sich rechnet

Um ihre Marktchancen und Rentabilität

zu steigern, müssen auch Hafenbetreiber

ihre Betriebskosten senken

und Prozesse rationalisieren bzw.

automatisieren. Ein neues System zu

installieren, ist da ein gewichtiges

Argument. Mit Boxbay würden die

Anforderungen der Hafenbetreiber

jedoch erfüllt. „Ein Hauptkostenfaktor

von Boxbay ist der Stahlbau. Wir

konnten im Gegensatz zu konventionellen

Hochregallagern aus der Industrie

oder Logistikcentern hier einen

sehr großen Effizienzvorteil erreichen,

Für die Praxis gemacht

indem wir die Regalböden weggelassen

haben. Die Container sind selbsttragend.

Wir benötigen quasi nur

einen Rahmen, der die Container aufnimmt.

Entsprechend haben wir das

System mit einer sicheren Stabilität

konstruiert“, so Volker Brück weiter.

Ist Boxbay in Betrieb, rechne sich das

System vom ersten Container durch

Einsparungen gegenüber bisherigen

Lösungen. 2

„Wir haben Boxbay genau auf die Praxisanforderungen hin ausgerichtet. Von Anfang an standen eine

reibungslose Funktionalität und ein geradliniges, für den Betreiber beherrschbares Anlagenkonzept

mit wenig Komplexität im Mittelpunkt. Die Hafenbetreiber gehen mit uns nicht das Risiko einer völlig

neuen Entwicklung mit vielen unbekannten Faktoren und sogenannten Kinderkrankheiten ein. Im

Gegenteil: Unsere jahrzehntelange Erfahrung aus der Walzwerkslogistik mit angeschlossenen

Hochregallagern ist der Garant dafür, dass es funktioniert. Wir haben weltweit hunderte erfolgreiche

Referenzen. Wir sind beim Engineering daher auch nicht über das Ziel hinausgeschossen, sondern

setzen zuverlässige und erprobte Techniken ein. Dabei übernehmen wir auch bewährte

Konstruktionen aus der Hafenlogistik. Ich denke, dieses intelligente und harmonische

Zusammenbringen von ausgereiften Technologien zu einem neuen System ist ein wesentlicher

Erfolgsfaktor von Boxbay.“

Dipl.-Ing. Volker Brück, Director Business Development bei AMOVA

Stahlreport 11|20

21


Stahlverabeitung

Bericht

Bild: Uhl

Drei Generationen der Uhl-Geschäftsleitung: Frank Schneider, Johannes Schneider, Josef Schneider (als Porträt an der Wand),

Thomas Schneider, Heribert Schneider und Marko Graf (v.l.n.r.: ).

Stahl- und Metallbauunternehmen Uhl – 150 Jahre Würzburger Firmengeschichte

Gute Auftragslage im Jubiläumsjahr

Nach eineinhalb Jahrhunderten steht das traditionsreiche Würzburger Familienunternehmen gut da:

etabliert im Markt, modernstes Equipment und vor allem mit qualifizierten, loyalen Mitarbeitern. Bei

Uhl blickt man selbstbewusst in die Zukunft.

[ Kontakt]

Uhl GmbH & Co.

Stahl- und

Metallbau KG

97076 Würzburg

+49 931 27990-0

www.uhlwuerzburg.de

Der Beginn war eine Schlosserei.

Als sich Anton Uhl im Jahr

1870 in der Würzburger Innenstadt

selbstständig machte, hat er wohl

kaum daran gedacht, dass sein kleiner

Betrieb 150 Jahre später ein hochmodernes

mittelständisches Handwerksunternehmen

mit rund 100

Mitarbeitern sein würde. Endgültig

auf Wachstumskurs begab sich das

Unternehmen nach den beiden Weltkriegen,

als Schlossermeister Josef

Schneider, damals langjähriger Mitarbeiter,

1949 den kinderlosen Gründersohn

Karl Uhl beerbt hatte.

Dritte Generation hat Ruder

übernommen

Mittlerweile steht bei der Uhl GmbH

& Co. Stahl- und Metallbau KG die

dritte Generation der Familie Schneider

am Ruder. Erst zu Beginn des

Jubiläumsjahrs haben die langjäh-

rigen Geschäftsführer – und Brüder

– Johannes und Heribert Schneider,

Söhne von Josef Schneider, den Staffelstab

übergeben. Gerne würde die

jetzige Geschäftsleitung, bestehend

Rauhe Zeiten – so war es früher

aus Thomas und Frank Schneider

sowie Marko Graf, das Jubiläum

gebührend feiern, doch die Einschränkungen

durch die Corona-

Pandemie sind dazwischen gekom-

Wie sich die Arbeit innerhalb von fünf Jahrzehnten verändert hat, daran erinnert

sich Johannes Schneider im Gespräch mit dem langjährigen Mitarbeiter Walter

Bauer. „Mitarbeiter seiner Kategorie wären heutzutage Techniker oder Ingenieure“,

betont Schneider, doch hatte seine Familie damals nicht die Mittel, um

ihrem Sohn den Besuch weiterführender Schulen zu ermöglichen.

Im Betrieb herrschten zur damaligen Zeit raue Sitten: „Freitags wurden die Hallen

von den Lehrlingen unter Leitung des Chefs gekehrt. Sofern Josef Schneider

mit den Aufräumarbeiten unzufrieden war und beispielsweise eine Zigarettenkippe

oder eine abgebrannte Elektrode am Boden liegen sah, musste noch einmal

von vorne angefangen werden“, erzählt Walter Bauer. Dadurch verpasste er

öfters den Zug und kam erst mit mehreren Stunden Verspätung zuhause an.

Da der Betrieb in den 1960er-Jahren noch über keine Kräne verfügte, war körperlich

schwere Arbeit an der Tagesordnung. Es wurden hauptsächlich Stahltüren

und Geländer – meistens für Autobahnbrücken – angefertigt und sonstige

Schlosserarbeiten ausgeführt. Auftraggeber waren vor allem die Bauämter. Aus

Platzgründen wurden Stahlteile zumeist auf der Straße grundiert bzw. lackiert,

was auf dem Kopfsteinpflaster häufig fotografierte „Kunstwerke“ hinterließ.

22 Stahlreport 11|20


men. Momentan wird das kommende Jahr für Feierlichkeiten

anvisiert.

Doch nicht immer sah es bei Uhl so gut aus wie

heute. Um 1975 sorgte ein großer Schuldenberg für

Erfolgsdruck im Unternehmen. Dass Uhl diese schwierige

Phase erfolgreich meisterte, verdanke der Stahlund

Metallbauer zum großen Teil seiner stabilen Belegschaft,

die über vier Jahrzehnte hinweg Hand in Hand

vorzüglich zusammenarbeitete, so das Unternehmen.

Ein Meilenstein sei auch die Einführung eines internen

Projektleitersystems Ende der 80er-Jahre sowie eigene

Uhl-Normen und Uhl-Details gewesen. Schließlich

bescherte die Wiedervereinigung dem Unternehmen

einen erfreulichen Auftragsschub.

Gute Auftragslage

stimmt optimistisch

Anders als in der „guten alten Zeit“ verfügt Uhl

heute über eine hochmoderne leistungsfähige Ausstattung,

dazu Qualifizierungen und Zertifikate, die

den hohen Standard bestätigen. Thomas Schneider

betont, dass „die aktuelle Auftragslage und die Auftragseingänge

der letzten Wochen uns schon optimistisch

für das erste Halbjahr 2021 machen. Wie

gesagt, das kann man länger nicht planen. Aber die

nächsten sechs Monate sind schon halbwegs ,in trockenen

Tüchern‘“. 2

Holz- und Stahlbau für neues Nationalparkzentrum fertig

Übergabe am Ruhestein

Züblin Timber hat den konstruktiven

Holz- und Stahlbau für das neue Zentrum

des Nationalparks Schwarzwald fertiggestellt.

Im Beisein von Baden-Württembergs

Ministerpräsident Winfried Kretschmann

sind die Schlüssel für den Neubau im Oktober

feierlich übergeben worden. Das neue

Zentrum beherbergt auf rd. 3.200 m² Nutzfläche

nicht nur die Nationalparkverwaltung,

sondern informiert Besucherinnen und Besucher

auch über Wandermöglichkeiten und

Angebote des Nationalparks. Am Ende des

unüberdachten Skywalks und auf dem Aussichtsturm

eröffnen sich Ausblicke aus der

Vogelperspektive über den etwa 120 Jahre

alten Tannen- und Fichtenwald.

Züblin Timber verantwortete sämtliche

Stahlbau-, Holzbau und Tragwerksarbeiten,

die Fachwerkträger aus Baubuchen-Furnierschichtholz

und Brettschichtholz mit über

60 m Spannweite für den Skywalk, alle

Stahlbau-Verbindungen sowie den Bau des

Aussichtsturms aus Stahlfachwerkträgern

und BSP-Wandplatten. In insgesamt 470

Montage-Tagen verbaute das Unternehmen

Das neue Nationalparkzentrum ist eingebettet in die dicht bewaldete Schwarzwald-Landschaft

am 950 m hohen Ruhestein.

unter anderem 1.150 m³ Brettsperrholz,

206 m³ Brettschichtholz und 312 t Stahl, rd.

4 Mio. Ankernägel wurden dabei vernagelt.

Wegen der Corona-Pandemie wird das neue

Nationalparkzentrum noch nicht für die

breite Öffentlichkeit, sondern zunächst stufenweise

für den Publikumsverkehr geöffnet.

Der Start des uneingeschränkten

Betriebs wird für den Sommer 2021 angepeilt.

Bild: Züblin/Atelier Dirk Altenkirch

Stahlreport 11|20

23


Stahlverabeitung

Bericht

Die Smart Factory von Trumpf in Ditzingen zeigt, wie sich verschiedene Maschinentypen miteinander vernetzen lassen.

Vernetzte Fertigung

Trumpf eröffnet weitere Smart Factory

TRUMPF hat an seinem Stammsitz in Ditzingen eine neue Smart Factory eröffnet. Dort produziert das Unternehmen

ab sofort Blechbauteile für seine Werkzeugmaschinen. Zudem dient die neue vollvernetzte Fabrik auch als

Vorführzentrum, in dem insbesondere auch kleine und mittelständische Unternehmen einen Einblick in die effiziente

Blechfertigung bekommen.

[ Kontakt]

Trumpf

GmbH + Co. KG

71254 Ditzingen

+49 7156 303-0

www.trumpf.com

„In unserer neuen Smart Factory haben wir 30

Maschinen miteinander vernetzt. Dadurch vermeiden

wir Ausschuss, senken die Bearbeitungszeit und sorgen

für mehr Effizienz. Unsere Lösungskompetenz für die

Blechbearbeitung ist in dieser Form weltweit einzigartig“,

sagt Heinz-Jürgen Prokop, Chief Executive Officer Werkzeugmaschinen

bei Trumpf. Die Smart Factory erstreckt

sich über drei Hallen mit insgesamt 5.000 m 2 . Ditzingen

ist neben Chicago in den USA und Taicang in China

nun der dritte Unternehmensstandort mit einer vollvernetzten

Fabrik.

Assistenzsysteme für den Arbeitsalltag

In der neuen Smart Factory sind sowohl Schneid-, Biegeund

Schweißmaschinen als auch Großlager und fahrerlose

Transportsysteme miteinander vernetzt. Die gesamte

Produktion lässt sich vom sogenannten Control Center

aus steuern. In dieser Schaltzentrale laufen alle wichtigen

Kennzahlen aus der Fertigung in Echtzeit zusammen

– vom Auftragseingang bis zum fertigen Bauteil.

„Wer die Effizienz seiner Blechfabrik steigern möchte,

sollte sich vor allem auf die vor- und nachgelagerten

Arbeitsschritte der eigentlichen Bearbeitung seines

Bauteils konzentrieren. Gerade in Zeiten von kleineren

Losgrößen, schnelleren Reaktionszeiten und komplexer

werdenden Bauteilen ist die Vernetzung von Produktionsprozessen

und Maschinen der entscheidende Wettbewerbsvorteil

für Blechfertiger“, sagt Prokop.

In der neuen Smart Factory unterstützen Assistenzsysteme

die Mitarbeiter im Arbeitsalltag. Die komplette

Fertigung lässt sich mit Hilfe der Trumpf-Fertigungssteuerungssoftware

TruTops Fab von überall

aus per Tablet, Smartphone oder Smartwatch überwachen.

Lösungsanbieter für die gesamte Fertigung

Die Smart Factory von Trumpf dient nicht nur der hauseigenen

Fertigung, sondern auch als Vorführzentrum

für Blechbearbeiter aus Deutschland und ganz Europa.

Sie können sich dort Effizienzverbesserungen beim

24 Stahlreport 11|20


Durch die digitale

Vernetzung behalten

Blechfertiger jederzeit

den Überblick

über die Produktion.

Eine Smartwatch

informiert über den

Zustand der automatisierten

Fertigung.

Sollte es zu einer

Störung kommen,

lässt sie sich sofort

beheben.

Bilder: Trumpf

Schneiden, Biegen, Stanzen und

Schweißen in einer realen Produktion

ansehen. Sowohl kleine, mittelständische

als auch große Unternehmen

finden dort neue Vernetzungslösungen

für ihre Produktion. So können

etwa kleine Firmen durch Einstiegslösungen

wie beispielsweise einen

KI-basierten Absortierassistenten zu

wesentlich besseren Ergebnissen

kommen, so das Unternehmen.

Trumpf demonstriert in der

Smart Factory, wie Kunden ihre Fertigung

schrittweise weiter vernetzen

können, beispielsweise in der Logistik.

Vertreter von Unternehmen mit

einem großen Maschinenpark können

innerhalb der Trumpf-Smart

Factory eine teilautonome Fertigung

sehen. Dort greifen Stanz-, Laserund

Biegeprozesse sowie ein Lager

nahtlos ineinander, heißt es von dem

Maschinenhersteller.

Flurförderfahrzeuge

transportieren fahrerlos

Teile durch

die Smart Factory zu

den verschiedenen

Maschinen.

Lösungsanbieter mit Partnern

Trumpf sieht sich künftig noch mehr

als Lösungsanbieter für die gesamte

Fertigung und setzt dazu auch auf

Partnerschaften. Die modernen Flur-

förderfahrzeuge, die an den Werkzeugmaschinen

Material anliefern

und abtransportieren, stammen etwa

vom Partner Jungheinrich. Die Lager-

systeme kommen von STOPA, eine

Richt- und Entgratmaschine von

ARKU und eine Messmaschine von

Inspecvision. 2

Stahlreport 11|20

25


Stahlproduktion

Bericht/Nachrichten

UGIGRIP – Bauwerke dauerhaft schützen

Mit Betonstahl Korrosionen verhindern

Rostfrei und langlebig – in der Bauindustrie sind die Anforderungen an Bewehrungen, Verankerungen

und Befestigungen hoch. Die in Bauwerken verwendeten Stäbe aus konventionellem Betonstahl beginnen

jedoch meist nach einigen Jahren zu korrodieren. Der Spezialstahl UGIGRIP® verhindert diesen

Prozess. Ugitech, ein Unternehmen der Swiss Steel-Group, hat damit eine Stahlgüte mit außergewöhnlich

hoher Korrosionsbeständigkeit entwickelt.

Bild: Swiss Steel-Group

Außergewöhnlich hohe Korrosionsbeständigkeit und besondere mechanische Eigenschaften: der Spezialstahl Ugigrip von Ugitech,

einem Unternehmen der Swiss Steel-Group.

Weitere Informationen

unter bit.ly/ugigrip

Neben der hohen Korrosionsbeständigkeit

verfügt Ugigrip zudem

über besondere mechanische Eigenschaften,

wodurch Gebäudestrukturen

über Jahrzehnte gesichert werden

können, so das französische

Unternehmen Ugitech. Ob für Parkhäuser,

Bauwerke aus Betonfertigteilen

oder Konstruktionen im maritimen

Bereich: UGIGRIP-Betonstahl

eigne sich aufgrund seiner besonderen

Eigenschaften für viele

Anwendungen in unterschiedlichen

Branchen.

Hohe Streckgrenze

Stäbe und Walzdrähte aus dem rostfreien

Ugitech-Stahl haben eine hohe

Streckgrenze von über 500 N/mm²

und erfüllen die Anforderungen des

Eurocode 8, Klasse M für erdbeben-

sicheres Bauen. Sie bieten eine verbesserte

Feuerbeständigkeit im Vergleich

zu konventionellen Stählen

und sind damit auch bei hohen Temperaturen

kriech- und zugfest. Eine

niedrige Wärmeleitfähigkeit von 15

W/(mK) verhindert Wärmebrücken

und minimiert Wärmeverluste. Die

homogene Stahloberfläche und Bildung

der Passivschicht zwischen

Metall und umgebendem Medium

führen zu einer maximalen Korrosionsbeständigkeit.

So können

extreme Chloridbelastungen, beispielsweise

durch Tausalze oder

Kontakt mit Meerwasser, dem rostfreien

Bewehrungsstahl nichts anhaben.

Kunden profitierten gleich

mehrfach von der neuen Stahlgüte,

so der Hersteller: Sie könnte auf

Korrosionsschutzmaßnahmen verzichtet

werden, Instandhaltungskosten

könnten minimiert und die

Lebensdauer von Bauwerken erheblich

verlängert werden. Darüber

hinaus ließen sich durch die Einsparung

von Beton und die Reduzierung

der Betondeckung auch

leichtere Konstruktionen realisieren.

Ugitech bietet Ugigrip in unterschiedlichen

Qualitäten an. Das

Unternehmen der Swiss Steel-Group

empfiehlt die drei Varianten 1.4062,

1.4362 und 1.4462 für den Einsatz

in korrosionsgefährdeten Bauwerken.

Der rostfreie Bewehrungsstahl

ist auch als nichtmagnetische Variante

für Gebäude mit besonderen

Anforderungen, wie Flughäfen oder

Krankenhäuser, verfügbar. 2

26 Stahlreport 11|20


Stahl für grüne Energie

Offshore Windpark baut auf

Dillinger-Grobbleche

Mit einer Leistung von 1,2 GW zählt

der britische Offshore-Windpark Hornsea

One zu den leistungsstärksten der Welt und

gilt als Wegbereiter für die Energiewende.

Dabei baut der Windpark auf Stahl aus Dillingen:

Für die Monopile-Gründungsstrukturen

lieferte Dillinger ca. 99.000 t thermomechanisch

gewalzte Grobbleche.

Die Inbetriebnahme des Windparks vor der

Küste Großbritanniens in der Nordsee ist

zukunftsweisend für die Produktion von

grünem Strom: Hornsea One von Ørsted ist

der erste Windpark der Welt mit einer Leistung

von über 1 GW. Er erzeugt jährlich

eine so große Menge an Windstrom, dass

1 Mio. Haushalte in Großbritannien mit

grünem Strom versorgt werden könnten.

„Stahl ist für die nachhaltige Gewinnung

von erneuerbaren Energien unverzichtbar“,

so Tim Hartmann, Vorstandsvorsitzender

Grobbleche für Windrad-Fundamente: Für den Offshore-Windpark Hornsea One-Turbinen lieferte Dillinger

ca. 99.000 t thermomechanisch gewalzte Grobbleche in Dicken von 30 bis 90 mm.

von Dillinger. „Ohne Stahl gibt es keine

grüne Energie.“

120 km vor der Ostküste Großbritanniens

gelegen, ist Hornsea One weiter

vom Festland entfernt als jeder andere

bisher fertig gestellte Offshore-Windpark.

Der Park erstreckt sich mit insgesamt

174 7-MW-Windturbinen über eine

Fläche von 407 km 2 und ist damit größer

als die Insel Malta. Die Windturbinen

ragen rund 190 m in den Himmel, die

Rotorblätter sind 75 m lang und mit

einem Rotordurchmesser von 154 m sind

die Turbinen im Durchmesser größer als

das Riesenrad London Eye. Die Windräder

stehen in Wassertiefen von bis zu 40

m auf Fundamenten mit Durchmessern

bis zu 8,1 m und einem Gewicht von

jeweils 900 t.

Bild: Ørsted

Im September 2020

wurde mehr Rohstahl weltweit

produziert

Die weltweite Rohstahlproduktion für die 64

Länder, die dem Weltstahlverband (worldsteel)

Bericht erstatten, lag im September

2020 bei 156,3 Mio t, ein Anstieg von 2,9 %

gegenüber September 2019.

Rohstahlproduktion weltweit

China 92,5 Mio. t 10,9 %

Japan 6,5 Mio. t -19,3 %

Südkorea 5,8 Mio. t -2,1 %

Deutschland 3,0 Mio. t -9,7 %

EU 11,1 Mio. t -14,0 %

USA 5,7 Mio. t -18,5 %

GUS 8,2 Mio. t -0,3 %

Ukraine 1,6 Mio. t -5,4 %

Türkei 3,2 Mio. t 18,0 %

Aufgrund der anhaltenden Schwierigkeiten, die die COVID-19-Pandemie mit sich bringt, sind viele dieser

Zahlen des Monats Schätzungen, die mit der Produktionsaktualisierung des nächsten Monats revidiert

werden können.

Rohstahlproduktion in

Deutschland weiter rückläufig

Die Rohstahlerzeugung in Deutschland lag

im September 2020 um fast 10 % unter dem

entsprechenden Vorjahresmonat. Von

Januar bis September wurde im vergleich

zum Vorjahr rund 16 % weniger Rohstahl

hergestellt. Zwar hat die Stahlproduktion

erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie

wieder die Marke von 3 Mio. t überschritten,

liegt jedoch weiterhin auf einem

sehr niedrigen Niveau, berichtete die Wirtschaftsvereinigung

Stahl.

Rohstahlproduktion in Deutschland von Januar bis September 2020

Rohstahl gesamt 25.728 -15,7%

Oxygenstahl 17.260 -19,4%

Elektrostahl 8.468 -7,3%

Roheisen 16.064 -18,3%

Warmgewalzte Stahlerzeugnisse 22.542 -14,8%

Januar bis September in Tonnen Veränderung zum Vorjahreszeitraum in Prozent

Stahlreport 11|20

27


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Die KASTObbs ist

eigens für den Einsatz

in der Schwerindustrie

entwickelt – unter

anderem für Stahlwerke

und Stahlhandelsbetriebe.

Block- und Plattenbandsäge KASTObbs

Kraftpaket für große und schwere Werkstücke

Mit der Block- und Plattenbandsäge KASTObbs hat der Sägetechnik-Spezialist KASTO ein echtes Kraftpaket im

Portfolio. Die Säge ist eigens für den Einsatz in der Schwerindustrie entwickelt – unter anderem für Stahlwerke und

Stahlhandelsbetriebe. Beim Trennen von Werkstücken mit großen Abmessungen und hohem Gewicht sorgt die

KASTObbs für komfortables Handling, kurze Schnittzeiten und optimale Ergebnisse, so der Hersteller. Anwender

haben die Wahl zwischen verschiedenen halb- und vollautomatischen Maschinenausführungen.

[ Kontakt]

KASTO Maschinenbau

GmbH & Co. KG

77855 Achern-Gamshurst

+49 7841 61-0

www.kasto.com

Für Stahlwerke und Stahlhandelsbetriebe,

aber auch im Werkzeug-

und Formenbau bietet die

Anarbeitung von Walzblöcken und

-platten eine ganze Reihe von Vorteilen:

Zum Beispiel lässt sich damit

der Aufwand für weitere Bearbeitungsschritte

wie Fräsen deutlich

reduzieren. Auch bleiben ausgesägte

„Abfallstücke“ für eine weitere Verwendung

erhalten, was wiederum

zu mehr Material- und Kosteneffizienz

beiträgt.

Für diese anspruchsvolle Aufgabe

hat Kasto die Block- und Plattenbandsäge

KASTObbs entwickelt:

Die Maschinen der Baureihe sind je

nach Ausführung für Schnitthöhen

von 360 bis 2.000 mm und je nach

Tischlänge für maximale Schnittlängen

zwischen 2.000 und 14.000 mm

geeignet. Die Tragkraft des Materialauflagetischs

beträgt beim kleinsten

Modell 3,5 t und beim größten

64 t. Damit ist die KASTObbs ein

echtes Kraftpaket, das auch mit gro-

ßen Abmessungen und schweren

Werkstücken spielend leicht zurechtkommt.

Fixiertes Werkstück,

bewegte Säge

Charakteristisch für die Baureihe

ist die Langschnittarbeitsweise.

Dabei verfährt die Sägeeinheit mit

seitlich angeordneten, gehärteten

und geschliffenen Laufrollen auf präzise

bearbeiteten Laufschienen. Das

Werkstück bleibt auf dem Sägetisch

fixiert. Dadurch sind die Sägen im

Vergleich zu anderen Modellen

besonders platzsparend. Ihre verwindungssteife

Schweißkonstruktion

sorgt zugleich für eine hohe

Laufruhe ohne Vibrationen. Dies

ermöglicht kurze Schnitt- und lange

Werkzeugstandzeiten sowie präzise

Ergebnisse.

Der elektronisch gesteuerte Sägevorschub

lässt sich Kasto zufolge

optimal an die Werkstoffqualität und

den Materialquerschnitt anpassen.

Die Geschwindigkeit des Sägebandes

ist ebenfalls stufenlos verstellbar.

Durch den Einsatz von Bi- oder Hartmetallbändern

ist die KASTObbs

auch für Aluminium oder schwer

zerspanbare Werkstoffe wie Titan,

Hastelloy und Inconel bestens geeignet.

Halb- und vollautomatisch Sägen

Sämtliche Anzeige- und Bedienelemente

der KASTObbs befinden sich

auf einem mitfahrenden Steuerpult.

Das sorgt für maximale Übersicht,

einen ungehinderten Blick auf das

Werkstück und eine gefahrlose Kontrolle

des Schnittvorgangs.

Für unterschiedliche Anforderungen

in Sachen Automatisierung bietet

Kasto die Säge sowohl als halbautomatische

Variante KASTObbs U wie

auch als vollautomatische Ausführung

KASTObbs A an. Letztere verfügt

neben elektromotorisch angetriebenen

Vorschubeinheiten und

Werkstückanschlägen auch über

28 Stahlreport 11|20


eine optional verfügbare Funktion der 0/90°-Bandverdrehung.

Damit ist der Anwender in der Lage, Werkstücke

sowohl in Längs- wie auch in Querrichtung zur

Rollenbahn zu sägen. Dies ermöglicht einen mannlosen

Betrieb vom vollständigen Block bis zum fertig zugeschnittenen

Werkstück.

Geeignet fürs mannlose Sägen

Auch bei der Steuerung der Säge haben Betreiber die

Wahl zwischen verschiedenen Varianten mit unterschiedlichem

Funktionsumfang. Die einfache Bedienung

per Touchscreen erleichtert den Umgang mit der

Maschine. Die intuitive Benutzerführung liefert alle

wichtigen Zustands- und Störungsmeldungen im Klartext.

Darüber hinaus bietet der integrierte Auftragsspeicher

ideale Voraussetzungen für einen mannlosen Betrieb,

so das Unternehmen. All das mache die KASTObbs zu

einer leistungsfähigen und wirtschaftlichen Lösung für

eine Vielzahl von Aufgaben – vom Trennen von Blöcken

und Platten über das Besäumen bis hin zu Ausklinkschnitten.

Das Sortiment zur Bearbeitung von Walzblöcken

bzw. –platten, Vierkant- oder Flachmaterialien wird

durch die Baureihen KASTOcross, KASTObloc, KASTOplate

und der KASTOvertical vervollständigt. Besonders

die kleinste Blockbandsäge KASTOvertical weist eine

kompakte Bauweise auf, welche auch mit einem optionalen

NC-Messanschlag (automatischer Vorschub) verfügbar

ist. Dadurch können Rüstzeiten drastisch reduziert

werden, so das Unternehmen. 2

DAS NEUE

VOSS.ONLINE 3.0

LANGPRODUKTE

RUND UM DIE UHR.

Die Highlights:

Bilder: KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

Mit der Block- und Plattenbandsäge KASTObbs hat der

Sägetechnik-Spezialist Kasto ein echtes Kraftpaket im Portfolio.

In der 0°-Stellung sägt die KASTObbs längs zur Rollenbahn.

Nach Bandverdrehung um 90° steht die Sägerichtung quer zur

Rollenbahn.

Stahlreport 11|20

29

+ neue, moderne Benutzerführung

+ optimiert für Desktop, Tablet und Smartphone

+ Barcode-Scanner für alle Voß Etiketten

+ noch flexiblere Konfigurierbarkeiten

+ Online-Zugriff auf alle Dokumente

+ Produkterweiterung durch Partnerartikel

+ eigene Matchcodes

+ und vieles weitere mehr …

Mehr als 12.000 Tonnen Edelstahl, Aluminium &

Messing. In Blitzgeschwindigkeit geliefert.

Und 24/7 verfügbar.

VOSS-EDELSTAHL.COM/ONLINE


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Die G-Electro Cut ist mit einem vollelektrischen Antriebskonzept aus einem AC-Servomotor mit Riementrieben ausgestattet.

Boschert baut maßgeschneiderte G-Electro Cut für HAST-Metallverarbeitung

Tafelschere XL mit allen Schikanen

HAST-Metallverarbeitung setzt bei der Produktion von Blechteilen für die Baubranche auf die

bewährten Bearbeitungsmaschinen von Boschert. Neuester Zugang zum Maschinenpark ist eine

maßgeschneiderte G-Electro Cut 4006, mit der das Unternehmen gerade Schnitte von hoher

Qualität setzt – und das dank cleverer Modifikationen wirtschaftlich, effizient und ergonomisch.

[ Kontakt]

Boschert GmbH & Co. KG

79541 Lörrach-Hauingen

Michael Roser

Verkaufsleiter

m.roser@boschert.de

+49 7621 9593-0

www.boschert.de

HAST-Metallverabeitung

GmbH & Co. KG

72461 Albstadt

+49 7432 94009950

www.hast-mv.de

HAST-Metallverarbeitung im

baden-württembergischen Albstadt

ist ein sehr junges Unternehmen –

doch Gründer und Geschäftsführer

Siegfried Strobel verfügt über jahrelange

Erfahrung in der Blechbearbeitung.

Zusammen mit einem fest

angestellten Mitarbeiter und zwei

variabel einsetzbaren Aushilfskräften

produziert der Lohnfertiger in

seiner gut 600 m 2 großen Halle

Blechteile für den Einsatz auf dem

Bau.

Von Muster- und Einzelteilen bis

zu Losgrößen von 400 Stück kann

das Unternehmen liefern. „Zu 98 %

arbeiten wir mit Aluminium, aber

wir können auch Stahl und Edelstahl“,

sagt Siegfried Strobel. Zu seinen

Kunden gehören Unternehmen

aus der Sonnenschutz- und Metallbaubranche

sowie Fassaden- und

Fensterbauer aus der Region. Seine

Auftraggeber schätzen vor allem

seine Flexibilität, die schnelle Ver-

fügbarkeit der Teile und die hohe

Qualität seiner Produkte. Um diese

Erwartungen erfüllen zu können,

muss die Ausstattung der Werkstatt

passen.

„Ich kenne die Maschinen von

Boschert schon seit vielen Jahren

und bin von ihrer Leistung und

Zuverlässigkeit begeistert“, erklärt

Strobel. Ein Blick in die Halle zeigt

darum auch ziemlich viel Blau, der

Firmenfarbe der Maschinenbauer

aus Lörrach-Hauingen. Die Boschert

G-Electro Cut 4006 vervollständigt

seit Beginn des Jahres den Maschinenpark.

Eine vollelektrische Tafelschere

mit allen Extras

„Die G-Electro Cut ist mit ihrem vollelektrischen

Antriebskonzept aus

einem AC-Servomotor mit Riementrieben

derzeit einmalig auf dem

Markt“, erklärt Michael Roser, Verkaufsleiter

bei Boschert. „Der Motor

arbeitet nur, wenn die Schere einen

Hub auslöst. Sie spart so bis zu 50 %

Energie im Vergleich zu hydraulischen

Scheren – leiser ist sie dabei

auch noch.“

Zudem arbeite die servo-elektrische

Schere doppelt so schnell wie

ihr hydraulisches Pendant und da

sie ohne Hydrauliköl auskommt, entfalle

bei einer Wartung auch der

Ölwechsel und ist somit auch noch

umweltfreundlicher. Davon abgesehen

ist die G-Electro Cut die erste

kulissengeführte Tafelschere der

Schwarzwälder. Diese Methode ist

im Vergleich zum Schwingsschnitt

vor allem beim Schneiden von Aluminium

von Vorteil, da sich auf diese

Weise bei dem weichen Material

nicht so große Grate bilden.

Siegfried Strobel hatte Boschert

darauf aufmerksam gemacht, dass

der Schwungschnitt bei Aluminium

nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen

führt. Schnittversuche mit

30 Stahlreport 11|20


Vor allem beim Schneiden von Aluminium ist der Kulissenschnitt von Vorteil. So bilden sich bei diesem weichen Material nicht so

große Grate. Zudem lassen sich auch kleinere und dünnere Blechstreifen nahezu verdrehungsfrei schneiden.

Bilder: Boschert GmbH & Co. KG

der neuen Technik konnten die

Blechbearbeitungsspezialisten auf

der Stelle überzeugen. „Die Probeschnitte

lieferten sofort perfekte

Ergebnisse“, sagt Roser.

Neben dem Antrieb und der

Schnitttechnik trägt die G-Electro

Cut weitere clevere Features unter

ihrem blauen Blechkleid – etwa eine

automatische Schnittspalteinstellung

oder den automatisch einstellbaren

Schneidwinkel (0,5 bis 2 Grad), der

Material und Blechdicke berücksichtigt

und für saubere und präzise

Schnitte sorgt.

Die Blech-Hochhalte-Vorrichtung

schleust das geschnittene Blechteil

wahlweise wie bei konventionellen

Scheren nach hinten aus, befördert

es nach vorn in eine Wanne oder

zurück auf den Maschinentisch.

Damit gewinnt der Anwender Flexibilität

im Produktionsprozess und

er kann nachgelagerte Arbeitsschritte

besser anbinden. Zudem lassen

sich mit diesem System, in Kombination

mit dem einstellbaren

Schneidwinkel, auch kleinere und

dünnere Blechstreifen nahezu verdrehungsfrei

schneiden.

Gesteuert wird die Schere über

ein übersichtlich gestalteten und intuitiv

bedienbaren 10,4 Zoll Farb-Touchscreen.

Der Bediener wählt zwischen

unterschiedlichen Schnittprogram-

men, startet den (Halb-) Automatikmodus

und programmiert die

gewünschten Schnittlängen. Die Steuereinheit

übernimmt die Schnittspaltverstellung

und berechnet anhand des

Materials und der Blechdicke automatisch

den optimalen Schneidwinkel.

Die maßgeschneiderte Schere

„Wir haben bei der G-Electro Cut

zwar fast alles eingebaut, was man

in eine Schere einbauen kann“, sagt

Roser. „Aber für Siegfried Strobel

haben wir die Anlage modifiziert

und ihm sozusagen seine G-Electro

Cut auf den Leib gezimmert.“ Die

4006 für HAST Metallverarbeitung

ist mit einer Schnittlänge von 4 m

insgesamt größer als die Standardschere

und verfügt über einen auf

1,5 m verlängerten Hinteranschlag.

Das macht die Arbeit effizienter und

ergonomischer. Mit der 4006 kann

Strobel auch Tafeln bis zu 2.000 x

4.000 mm schneiden.

Auf alle Fragen eine Antwort –

Siegfried Strobel ist mehr als zufrieden

mit seiner G-Electro Cut 4006.

„Sie ist genau wie gedacht und er -

hofft“, erzählt er. 2

Siegfried Strobel, Inhaber von HAST-Metallverarbeitung (li.) und Michael Roser, Verkaufsleiter bei BOSCHERT,

begutachten die sauberen Schnitte der G-Electro Cut 4006.

Stahlreport 11|20

31


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

transfluid – Nachhaltigkeit und Innovation vereinen

Rohre spanlos trennen

Der Maschinenhersteller transfluid bietet neben Rohrbiege- und Rohrumformmaschinen seit vielen Jahren auch Rohrtrennmaschinen

an. „Da vor dem Biegevorgang und dem Umformen am Rohr immer der Zuschnitt steht, war es für uns ein

logischer Schritt, unseren Kunden diese Möglichkeit anzubieten“, erklärt Stefanie Flaeper, Geschäftsführung Vertrieb.

[ Kontakt]

transfluid ®

Maschinenbau GmbH

57392 Schmallenberg

+49 271 770016-0

www.transfluid.de

Durch den soliden Maschinenaufbau

sind die Rohrtrennmaschinen

von Transfluid langlebig und zeitlos,

wirbt das Unternehmen. Die Schnittergebnisse

können transfluid zufolge

je nach Anforderung ohne weitere Entgratprozesse

verarbeitet werden. Einfache

Rüstvorgänge erlaubten zudem

schnelle Umstellungen der Rohrdurchmesser.

Je nach Zuschnittslänge und

Rohrdurchmesser liegt die Schnittleistung

bei bis zu 1.800 Trennschnitten

pro Stunde.

Die transfluid-Maschinen t cut verfügen

außerdem über eine effiziente

Peripherie. So können zum Beispiel

kleinere Mengen über ein Schrägmagazin

oder bündelweise über automatische

Zuführungen und Vereinzelungen

bearbeitet werden. Auch die

Rohrbearbeitung direkt vom Coil ist

möglich. Hierbei sorgen präzise Richteinheiten

für exakt gerade Rohre, so

das Unternehmen.

Sortenrein vereinzeln

Die Sortierung zugeschnittener Rohre

kann über diverse Ausschleusungseinheiten

sichergestellt werden: auf vier

oder acht Positionen wird sortenrein

vereinzelt und ausgeschleust. Im

Bedarfsfall kann hier jedes einzelne

Rohr auch beschriftet werden, damit

eine exakte Identifizierung im weiteren

Prozess sichergestellt ist. Bei der Nut-

t cut – Besonderheiten auf einen Blick

z Rohre spanlos und sauber trennen

z Umformungen und Biegen können direkt nach dem Rohrtrennen

durchgeführt werden

z Je nach Rohrtrennmaschine ist ein Ausstoß von bis zu 1.800 Rohren/Stunde

möglich

z Kein Materialverlust zwischen den Schnitten

z Schnittoptimierung und Reduzierung der Reststücke

z Das Messertrennverfahren der speziellen Rohrtrennmaschine ermöglicht

scharfkantige und rechtwinklige Trennschnitte mit langlebigen Rundmessern

zung von Rohrlängen über das Magazin

können diese Maschinen ein automatisches

Nesting durchführen. D.h. wenn

dieser Maschine genug Längen und

Stückzahlen vorgegeben werden, werden

die Rohre mit geringstem Verschnitt

getrennt.

Der Trennvorgang erfolgt mittels

eines Trennmessers im Orbitalverfahren.

Während des gesamten Trennvorgangs

wird das Rohr an der Schnittstelle beidseitig

gesteuert gezogen, um dann zur

gegebenen Zeit gerissen zu werden. D.h.

die Rohrtrennung erfolgt zu einem großen

Teil über Rundmesser, die letzten

hundertstel Millimeter der Wandstärke

werden dann auseinandergezogen, wenn

das Messer noch im Eingriff ist.

Taktzeiten verkürzen

Sowohl das Moment des Ziehens als

auch der Zeitpunkt des Schnitts können

sehr genau in der Steuerung gewählt

werden. Der Zieh-/Reißvorgang erfolgt

wahlweise über elektrische oder

hydraulische Antriebe. Durch diese

Ausstattung, wie sie bei der RTO 628

aus der Transfluid t cut Serie zu finden

ist, kann das Trennergebnis bei unterschiedlichen

Materialien und Durchmessern

entscheidend verbessert werden.

Außerdem ergibt sich so eine

Verkürzung der Taktzeit, wodurch diese

Art der Rohrtrennung einen erheblichen

Vorteil in der gesamten Produktion

darstellt: sauber, effizient, genau

und schnell.

Diese Art der Maschinen sind auch

sehr häufig einer Fertigungszelle vorgeschaltet,

bei der in der Gesamtverarbeitung

die Rohre direkt zugeführt

werden. Hier können die Rohre gesamtheitlich

verarbeitet werden, z.B. umgeformt

und gebogen in einem vollautomatischen

Prozess. Als Einzelmaschine

oder auch als Zelle können Transfluid

Trennmaschinen auf Wunsch als 4.0-

Version ausgestattet werden. 2

Die spanlos orbitale Trennanlage RTO 628 von Transfluid steht für saubere Schnitte und ist zudem ressourcenschonend

und zeitsparend für nachfolgende Prozesse.

Die RTO 628 von Transfluid trennt mit

langlebigen Rundmessern, die für ein

optimales Schnittergebnis sorgen.

Bilder: transfluid

32 Stahlreport 11|20


WIR v ersor

gen Sie

Zug um Zug.

Karin Eich, Kundenberaterin

„Bei P ersonenzügen, die eine

Geschwindigkei

it von über 300 km/h

erreichen, stehtt

Sicherheit an oberster

Stelle. Entsprechend zertifiziert und

hochwertig müssen die maßgeschnei-

derten Bleche und Profile sein, auf die

unsere Kunden bauen.“

www.kloeckne

rdeutschland deutschland.de

WIR machen den Mehrwert

.


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachrichten

MEBA treibt Projekte zur Digitalisierung voran

Säge-Digitalisierung

spart Zeit und Geld

Für Produktionsunternehmen sind ungeplante Störfälle und

Stillstandzeiten teuer, eine Beeinträchtigung der Qualität führt zu

Folgekosten. Daher legt die hochwertige Bearbeitung im ersten Schritt

der Prozesskette, dem Sägen, den Grundstein für erfolgreiche

Endprodukte. Zum wirtschaftlichen Betreiben der Anlagen gehört aber

auch eine transparente Planung sowie ein flexibler Mitarbeitereinsatz.

Der Hersteller für Metall-Bandsägen MEBA entwickelt deshalb sinnvolle

und machbare Lösungen, die dies ermöglichen – etwa mit vernetzten

Bandsägemaschinen.

Bild: Meba

MEBAconnect – so benennt der

Sägemaschinenhersteller verschiedene

Meba-Produkte, die Kunden die Möglichkeit

geben, außerhalb der Säge erstellte

Sägeprogramme über das Netzwerk in

die Maschine zu importieren oder

Betriebsdaten der Maschine für Analysezwecke

und Optimierung zu exportieren.

Verwendet werden können dabei kundeneigene

oder mitgelieferte Programme.

Ferndiagnose und Online Problemlösung

sind dem Unternehmen zufolge ebenfalls

bereits im Einsatz und können die Maschinenverfügbarkeit

signifikant erhöhen.

Sägeprozesse transparent machen

Die Entwicklung zu digitalen Services

treiben weitere aktuelle Projekte bei Meba

voran. Das Unternehmen fokussiert sich

unter anderem auf die Transparenz der

Sägeprozesse und den Zustand der

Maschine. Über ein entsprechendes digitales

Medium soll dies künftig auch angezeigt

werden können. Außerdem werde

es Lösungen geben, die dem Facharbei-

termangel entgegenkommen, so das

Unternehmen. Die neuen Features sollen

Schritt für Schritt mit neuen Maschinen

verfügbar gemacht werden. Darüber

hinaus sollen – wenn möglich – auch

ältere Maschinen für die digitale Welt

nachgerüstet werden können.

Passend zu den technischen Möglichkeiten

hat Meba drei Servicepakete entwickelt,

in die Diagnose- und Online-Wartungssysteme

sowie andere digitale

Services integriert sind. Die drei Pakete

unterscheiden sich im Servicelevel und

im Umfang der inkludierten Serviceleistungen.

Das heißt: unterschiedlich

schnelle Verfügbarkeit, Telefon- und Live-

Video-Support sowie Fernzugriff auf die

Maschinen. Jeder Kunde könne sein benötigtes

Servicelevel individuell buchen.2

[ Kontakt]

MEBA Metall-Bandsägemaschinen GmbH

72589 Westerheim

Tel. +49 7333 9644-0

www.meba-saw.com

MEBAconnect: Sägeprozesse

transparent machen

Servohydraulische Prüfmaschine HA 100

Hohe Testsequenzen

Schwingfestigkeit von

Blechen bestimmen

Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie

müssen hohen Anforderungen

genügen. Da der externe Aufwand für Ermüdungsprüfungen

an Blechen und Bauteilen stetig

steigt, hat ein führendes Unternehmen der

Branche in eine servohydraulische Prüfmaschine

für dynamische Tests von ZwickRoell

investiert, meldet der Prüfspezialist. Sie soll im

Wesentlichen bei der Ermittlung von Wöhlerkurven

zur Bestimmung der Schwingfestigkeit

von Materialproben oder Bauteilen eingesetzt

werden. Darüber hinaus geht es darum, Bauteile

und Komponenten zu prüfen, die mit

neuen Fertigungsmethoden produziert wurden.

Die servohydraulische Prüfmaschine von

ZwickRoell mit einer dynamischen Nennkraft

von 100 kN steigere durch hohe axiale und

laterale Steifigkeit der 2-Säulen Lastrahmen

die Leistungsfähigkeit des Prüfsystems und

ermögliche hohe Frequenzen und Probenverformungen,

so das Unternehmen. Darüber

hinaus können Seitenkräfte, wie sie bei Druckund

Biegeversuchen auftreten können, problemlos

aufgenommen werden.

Integriert in die servohydraulische Prüfmaschine

des Anwenders ist zudem eine Knickstütze

mit Extensometer zur Prüfung von dünnen

Blechproben.

www.zwickroell.com

Bild: ZwickRoell

34 Stahlreport 11|20


Dem CB-Rundvibrator werden die Werkstücke

über ein Förderband von der Seite zugeführt.

Bild: Walther Trowal GmbH & Co. KG

Weiterentwickelte Trowal-Rundvibratoren

Kreisverkehr für Stanzteile

Vorteile vereinigt: Bei der Oberflächenbearbeitung

von Druckguss- und Stanzteilen

vereinen die weiterentwickelten

Rundvibratoren der CB-Serie von Walther

Trowal die Vorzüge der linearen Durchlaufanlagen

mit denen der Rundvibratoren.

grat aufweisen, oder Stanzteile, deren Kanten

entgratet werden sollen. Die Entwicklung

vieler Produktionsprozesse beim Aluminium-,

Zink- oder Magnesium-Druckguss

zeigt, dass heute in vielen Fällen deutlich

kürzere Bearbeitungszeiten ausreichend

sind als noch vor wenigen Jahren. Ebenso

weisen viele Stanzteile nur noch geringe

Grate auf. Auch wenn es lediglich darum

geht, eine Kante zu brechen, genügen heute

oft wenige Minuten für das Trowalisieren.

Neu ist, dass die Teile nicht chargenweise in

den Rundvibrator eingefüllt werden, sondern

ihm kontinuierlich so zugeführt werden, wie

sie im Takt der Produktion gefertigt werden.

Mit den neuen Maschinen können Flittergrate

dem Unternehmen zufolge schon bei

einer Durchlaufzeit von fünf bis sechs Minuten

restlos von seinen Aluminium-Druckgussteilen

entfernt werden.

Für das Trowalisieren von Guss- und Stanzteilen

bietet Walther Trowal zwei Alternativen:

Für Werkstücke, die vergleichsweise

geringe Grate aufweisen, sind die CB-Rundvibratoren

die Anlagen der Wahl. Wenn eine

hohe Intensität der Bearbeitung und/oder

ein hoher Anlagendurchsatz gefordert ist,

sind die linearen AV-Anlagen die optimale

Lösung.

[ Kontakt]

Walther Trowal GmbH & Co. KG

42781 Haan

+49 2129 571-209

www.walther-trowal.de

KION Group mit starkem Auftragseingang in den ersten neun Monaten

Lichtblick E-Commerce

Die Umsatzentwicklung der Kion-Group spiegelt nach neun

Monaten des Geschäftsjahres 2020 die deutlichen Beeinträchtigungen

durch die Corona-Pandemie wider: Der in den ersten drei Quartalen

erzielte Konzernumsatz sank um 8,0 % auf 6,0 Mrd. €. Einen

Lichtblick verschaffte dem Konzern dabei das auf Automatisierungslösungen

spezialisierte Segment Supply Chain Solutions (SCS), das

auch im dritten Quartal einen Auftragsschub erzielte. Die positive

Geschäftsentwicklung des Segments wurde insbesondere durch die

hohe Nachfrage in dem Bereich E-Commerce getrieben, so das

Unternehmen. Im Segment Industrial Trucks & Services (IT&S)

setzte nach dem starken Rückgang in den ersten sechs Monaten im

dritten Quartal eine leichte Erholung ein, dennoch lag der Auftragseingang

im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr deutlich im

Minus. Beim wertmäßigen Auftragseingang hat der Konzern trotz der

schwierigen Marktbedingungen den starken Vorjahreszeitraum in

den ersten neun Monaten dieses Jahres damit sogar übertroffen. Er

stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,8 % auf 6,715 Mrd. €.

Die Maschinen eignen sich besonders für

Werkstücke, für die nur eine leichte Entgratung

erforderlich ist – zum Beispiel für

Druckgussteile, die einen geringen Flitterwerde

auch im weiteren Jahresverlauf beeinträchtigt sein. Lediglich

für die Absatzregion China geht Kion von einer positiven Marktentwicklung

aus, während für den Rest der Welt mit einer rückläufigen

Entwicklung gerechnet wird. Der Markt für Supply-Chain-Lösungen

entwickle sich aufgrund des nachhaltig positiven Trends im E-Commerce

und trotz der Corona-Pandemie voraussichtlich positiv.

Beim Ausblick ist der Konzern jedoch vorsichtig: Trotz der einsetzenden,

aber in vielen Regionen noch zögerlichen Erholung nach dem

Einbruch der Wirtschaftsleistung rechnet die Kion-Group auf

Gesamtjahressicht mit einem deutlichen Rückgang der globalen

Wirtschaftsleistung. Der Markt für Industrial Trucks & Services

Automatisierung in der Supply Chain:

Fahrerloses Transportsystem der Kion-Group

Bild: Kion-Group

Stahlreport 11|20

35


BDS

XXXXX Research A XXXXX

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Beständiges Auf und Ab

Der Start ins Jahr 2020 verlief für die deutsche Stahldistribution recht ordentlich. Die Stimmung in der

Wirtschaft hatte sich etwas aufgehellt und man hatte den Eindruck, dass Nachholeffekte vom Jahresende

2019 das Geschäft zum Jahresstart 2020 beflügelten. Dann kam „Corona“ und die Welt veränderte sich.

Immerhin war der Stahlhandel bislang weitaus weniger negativ betroffen als andere Wirtschaftszweige.

Die Marktlage ist gespalten und variiert je nach Abnehmerbranche.

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

September 2020 vorliegenden

Zahlen.

Fragen zur

Statistik

beantwortet im

Bundesverband

Deutscher Stahl -

handel (BDS) Jörg

Feger, Prokurist

und Bereichsleiter

Research:

Feger-BDS@

stahlhandel.com

Foto: privat

Lagerabsatz

Kurzer Rückblick: 2019 war ein für die

Stahldistriubtion in Deutschland verhaltenes

Jahr. Insgesamt wurden im

Vorjahr rund 10,7 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt – rund 4,3 %

weniger als noch 2018. Besonders der

Absatz von Flachprodukten und Stabstahl

zeigte sich schwächer. Als einziges

Produkt konnte der Betonstahl weiter

zulegen.

Der Jahresauftakt 2020 hingegen

verlief für die Branche recht dynamisch:

Im Januar wurden 975.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Dies entspricht

einem Plus von 2,4 % im Vergleich

zum Januar 2019. Auch der

Februar lag mit knapp 937.000 t bei

3,1 % über dem Vorjahresmonat. Ursache

war hierfür unter anderem die niedrige

Bestandslage in Händler- und Verarbeiterlagern

zum Jahreswechsel.

Noch dynamischer liefen die

Geschäfte im März, und dies trotz der

sich mit Wucht entfaltenden Corona-

Pandemie samt eingeleiteter Maßnahmen

zur Monatsmitte. Es wurden fast

1 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Da schon größere Teile der

stahlverarbeitenden Industriezweige,

allen voran der Fahrzeug- und Maschinenbau,

Einbrüche im Auftragseingang

verzeichnet und Kurzarbeit angemeldet

hatten, ist anzunehmen, dass viele Kunden

aus Gründen der Versorgungssicherheit

über ihren aktuellen Bedarf

bestellt haben.

Im April und Mai traf dann

„Corona“ auch die deutsche Stahldistribution

mit erheblicher Wucht. Die

Absatzrückgänge lagen in diesen beiden

Monaten im Vergleich zu den Vorjahresmonaten

um durchschnittlich

zwischen 20 und 30 %. Dieser Negativtrend

konnte im Juni gestoppt werden.

Im Vergleich zum Juni 2019 musste

lediglich ein Rückgang von knapp 4 %

verzeichnet werden. Insgesamt wurden

816.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Auch der Juli verlief recht

ordentlich. 889.000 t wurden verbucht.

Enttäuschend hingegen zeigte sich der

August mit einem Lagerabsatz von

815.000 t. Allenthalben wurde berichtet,

dass sich die Urlaubszeit mehr als

gewöhnlich bemerkbar machte. Die

Gegenbewegung erfolgte im September.

An 22 Arbeitstagen wurden in Summe

931.000 t verbucht.

Weiterhin ist festzuhalten, dass

sich die Auftragslage je nach Abnehmerbranche

deutlich unterscheidet.

Die Bauwirtschaft ist immer noch das

Zugpferd der Konjunktur. Im Automobil-

und Maschinenbau sind zum Teil

deutliche Produktionsrückgänge zu

verzeichnen. So konnte der Lagerabsatz

bei Betonstahl, in den ersten acht Monaten

des Jahres fast zweistellig zulegen

während bei warm- und kaltgewalzten

Blechen deutliche Rückgänge zu beobachten

waren.

Lagerbestand

Ende Dezember 2019 wurden 2,03

Mio. t Lagerbestand gemeldet – der

niedrigste Jahresendbestand seit 1996.

Im Januar erfolgte dann ein moderater

Aufbau, der bei allen Produktgruppen

zu beobachten war. Ungewöhnlicherweise

reduzierte sich im Februar der

Bestand wieder ein wenig. Die Monate

März, April und Mai zeigten krisenbedingt

nicht den saisonal üblichen Aufbau

der Bestände. Auch zwischen Juni

und September veränderten sich die

Läger kaum. Am 30. September 2020

lag der Bestand mit 2,10 Mio. t knapp

6 % niedriger als im September 2019.

Lagerreichweite

Die durchschnittliche Lagerreichweite

bei Walzstahlfertigerzeugnissen lag im

Jahr 2019 bei 2,7 Monaten bzw. 81

Tagen. Damit bewegte sie sich in etwa

auf dem Niveau des Vorjahres. Im

Januar und Februar 2020 lag die Lagerreichweite

bei guten Absätzen und weiterhin

sehr geringen Beständen bei

niedrigen 2,2 Monaten bzw. 66 Tagen.

Im März war sie aufgrund des hohen

Lagerabsatzes sogar noch etwas niedriger

und belief sich auf 2,1 Monate.

Die starken Rückgänge der Lagerabsätze

im April und Mai ließen die

Lagerreichweiten in die Höhe schnellen.

In den Monaten Juni bis August nahmen

sie wieder die gewohnten Dimensionen

an. Im September lag sie vor

dem Hintergrund ordentlicher Absätze

und niedriger Bestände bei 2,3 Monaten.

Dies entspricht 69 Tagen (vgl. Abbildung

1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen Bereich

zufolge gaben die Preise in den meisten

Monaten des Jahres 2019 bei nahezu

allen Produkten nach. Diese Rückgänge

waren bei Rohren und den meisten

Flachprodukten ausgeprägter als bei

Langprodukten. Gegen Ende des Jahres

konnten vereinzelt auch wieder leichte

Preissteigerungen festgestellt werden.

Diese Tendenz setzte sich am

Anfang des Jahres 2020 fort. Gerade

im Februar und März konnte ein teilweise

spürbarer Preisaufbau festgestellt

werden, der sich, unterschiedlich ausgeprägt,

über alle Produktgruppen

erstreckte.

Der April zeigte sich hingegen

uneinheitlich. Teilweise wurden leichte

Preisrückgänge festgestellt. Dies war

auch im Mai der Fall. Im Juni wurden

bei allen Produktgruppen sinkende

Verkaufspreise beobachtet. Dieser

Trend setzte sich mit einigen Ausnahmen

im Juli und August fort. Im September

legten die Verkaufspreise bei

fast allen Produkten zu (vgl. Abbildungen

2 und 3). 2

36 Stahlreport 11|20


Lagerabsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

140

120

200

180

160

100 97 94 96

90

94 94

98 100

90

89

94

89 93 140

82 82 120

80

74

68

100

54

60

80

40

60

40

20

78 75 81 81 66 72 72 72 114 66 66 63 87 96 78 72 78 69

0

20

0

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Ø

2019

Ø

2020

Sep.

2019

Okt.

2019

Nov.

2019

Dez.

2019

Jan.

2020

Feb.

2020

März

2020

April

2020

Mai

2020

Juni

2020

Juli

2020

Aug.

2020

Sep.

2020

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

Index (Januar 2010 = 100)

Preisentwicklung

bei Langprodukten

150

140

130

120

110

100

90

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

4. Q. 2019

1. Q. 2020

2. Q. 2020

3. Q. 2020

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

4. Q. 2019

1. Q. 2020

2. Q. 2020

3. Q. 2020

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Quelle: BDS

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Stahlreport 11|20

37


BDS

Berufsbildung

Eintägige Hybrid-Veranstaltung rund um die Ausbildung

Aus Bildung wird Zukunft

Unter dem Sinn stiftenden Motto „Aus Bildung wird Zukunft“ veranstaltete der Düsseldorfer

Ausbilderkreis e.V. – bei dem sich auch der BDS engagiert – Anfang Oktober eine hybride

Veranstaltung rund um das Thema Ausbildung. Hierzu waren einige Referenten persönlich für

Vorträge und Interviews vor Ort, andere wurden zugeschaltet. Einige wenige angemeldete Gäste

saßen im Zuschauerraum. Über 300 Interessierte verfolgten die Veranstaltung im Live-Stream.

Zu Wort kamen Experten aus

den unterschiedlichsten Branchen,

Berater sowie Vertreter von Instituten,

Kammern und Verbänden. Eine

Frage einte sie alle: Wie kann ich

auch in schwierigen Zeiten dafür

sorgen, interessierte junge Menschen

für eine Ausbildung zu begeistern

und diesen dann auch ein spannendes

Lernumfeld im Betrieb zu

bereiten und passende Angebote

außerhalb des Unternehmens anzubieten?

Dies ist zu Zeiten von Corona

noch einmal anspruchsvoller geworden.

Als eine Herausforderung

wurde beispielswiese erkannt, dass

Ausbildungsleiter selbst Schulungsbedarf

haben, um neue Medien im

Rahmen der Ausbildung sinnvoll zu

nutzen. Hier werden momentan

beträchtliche Unterschiede von Person

zu Person und Unternehmen zu

Unternehmen beobachtet.

BDS-Bildungsangebote

vorgestellt

Da bei einer solch abwechslungsreich

gestalteten Veranstaltung die

Stahldistribution nicht fehlen sollte,

präsentierte Jörg Feger vom Bundesverband

Deutscher Stahlhandel welche

Angebote die Branche und der

Verband für junge Leute entwickelt

hat. So berichtete Feger über speziell

für Auszubildende zugeschnittene

Seminare, regional tätige Arbeitskreise

sowie das sich im Startblock

befindende eLearning-Angebot des

BDS. Auch das seit 25 Jahren etablierte

verbandliche Fernstudium

wurde als Mischung aus Präsenzund

Onlineweiterbildungsangebot

vorgestellt.

Der Ausbilderkreis e.V.

Trotz aller Möglichkeiten, die digitale

Medien bieten, herrschte Einigkeit

darüber, dass es immer noch auf die

Menschen vor Ort ankommt. Diese

machen nach wie vor den Unterschied,

ob Auszubildende sich angesprochen

fühlen, motiviert lernen

und im Unternehmen mit Eifer und

auch dem notwendigen Spaß an der

Sache zu Werke gehen. 2

Ein Mitschnitt der Veranstaltung

kann auf der Website des Vereins

unter www.ausbilderkreis-duesseldorf.de

angeschaut werden.

Bereits seit 1969 bietet der Düsseldorfer Ausbilderkreis e. V. als

gemeinnütziger Verein einen Rahmen zum Austausch sowie ein sachkundiges

Netzwerk aus Arbeitgebern, Bildungsträgern, Schulen, Selbstständigen und

Freiberuflern, Ausbildungsleitern und Ausbildern, Personalverantwortlichen,

Hochschulen und Einzelpersonen. Mehr als 100 Mitglieder diverser Branchen

profitieren von den Angeboten und Aktivitäten des Vereins. Da die Angebote

nicht nur interessierte Unternehmen in Düsseldorf, sondern in der gesamten

Region ansprechen, hat sich der e.V. auf einer außerordentlichen

Mitgliederversammlung Ende Oktober umbenannt und firmiert fortan an als

„Der Ausbilderkreis“.

Moderierten die Veranstaltungen souverän, unterhaltsam und geistreich –

Lisa Marie Schelig und Christoph Sochart

Stellte die Berufsbildungsangebote im Stahlhandel vor – Jörg Feger

38 Stahlreport 11|20


Messen

XXXXXXXXXX

und Märkte

Bericht

RWI-Konjunkturbericht: akute Corona-Krise überwunden, strukturelle Probleme bleiben

Die Lage am Stahlmarkt

Die Rohstahlerzeugung ist international und in Deutschland im Zuge der Corona-Krise deutlich gesunken. Hierzulande

erwartet das Essener RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung für das laufende Jahr 2020 eine rund 15 % niedrigere

Stahlproduktion als im Vorjahr. Auch im kommenden Jahr 2021 dürfte der Rückgang demnach nicht vollständig aufgeholt

werden. Wesentliche Ursache ist, dass die Stahlnachfrage der Automobilindustrie wohl nur verhalten zunehmen wird.

Zuletzt hat sich die Rohstahl -

erzeugung zwar etwas erholt, so Stahlmarktexperte

Prof. Dr. Roland Döhrn,

vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung,

Essen. In den meisten

Ländern liege sie jedoch noch unter

dem Vorkrisenniveau. Allerdings nicht

in China. Die Produktion des „Reichs

der Mitte”, das als erstes von der

Corona-Pandemie betroffen war,

erreichte einen neuen Höchstwert,

was die Dominanz des Landes auf dem

Stahlmarkt verstärkt habe.

In Deutschland

wird die Rohstahlerzeugung

ungeachtet

der auch hier zu

beobachtenden Besserung

im Jahr 2020

voraussichtlich rund

15 % geringer sein

als im Vorjahr, erwartet Döhrn. Im

Jahr 2021 dürfte der Rückgang nicht

vollständig aufgeholt werden, so der

Stahlmarktexperte weiter. Wesentliche

Ursache dafür sei, dass die Stahlnachfrage

der Automobilindustrie, die

Per Saldo dürfte die globale Rohstahlerzeugung

nach einem Minus von gut 3 % im Jahr 2020

im kommenden Jahr um etwa 6 % zunehmen.

bereits ab Ende 2018 rückläufig war,

wohl nur verhalten zunehmen werde.

Das RWI erwartet für 2021 eine Rohstahlerzeugung

von 37,5 Mio. t (+11 %).

Damit wären die Kapazitäten zu rund

75 % ausgelastet.

In den ersten acht Monaten dieses

Jahres wurden in Deutschland 16,5 %

weniger Rohstahl erzeugt als im entsprechenden

Zeitraum des Vorjahres.

„Damit bewahrheitet sich wieder einmal

die hohe Konjunktursensibilität

der Stahlbranche”, schreibt Stahlmarktexperte

Prof. Dr. Roland Döhrn,

vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung,

Essen. Wichtige

Kunden wie die Automobilindustrie,

der Maschinenbau und die Elektrotechnik

fuhren aufgrund des durch

die Corona-Krise ausgelösten Nachfrageeinbruchs

ihre Produktion deutlich

herunter, und dies in nahezu allen

Ländern, so Döhrn weiter.

China ist auf dem Stahlmarkt

stärker geworden

Während die Rohstahlerzeugung in

China im zweiten Quartal einen kräftigen

Zuwachs von etwa 3 % mehr als

im Vorjahreszeitraum erzielt hat –

und damit gar auf einen Allzeit-Rekordwert

geklettert ist – habe sich in

nahezu allen anderen

Ländern der Produktionseinbruch

in

Q2 verschärft. Kräftige

Rückgänge bei

der Stahlerzeugung

der betroffenen Länder

waren die Folge:

so in der EU um 27 %, in den USA um

34 % und in Japan um 31 %.

In den Monaten Juli und August

verbesserte sich die Situation zwar

allgemein etwas. „Alles in allem führten

die geschilderten regionalen Unter-

40 Stahlreport 11|20


schiede dazu, dass der Einfluss Chinas

auf dem globalen Stahlmarkt und auf

den Beschaffungsmärkten für Rohstoffe

der Stahlerzeugung zugenommen

hat. Kam vor der Corona-Krise

etwas mehr als die Hälfte des weltweit

erzeugten Stahls aus China, so waren

es zuletzt etwa 60 %“, schreibt Döhrn

in seiner Marktanalyse.

Vorkrisenniveau wird im

kommenden Jahr nicht erreicht

Auch für die nächste Zeit erwartet das

RWI eine zweigeteilte Entwicklung

des Stahlmarktes. Zwar erhole sich

die Konjunktur und damit auch der

Stahlmarkt in allen Ländern von dem

durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten

Einbruch. Insbesondere in den

Fortgeschrittenen Volkswirtschaften

werde die gesamtwirtschaftliche Produktion

im kommenden Jahr aber aller

Voraussicht nach noch nicht das Vorkrisenniveau

erreichen.

Belastend wirkten hier zudem

strukturelle Probleme in der Automobilindustrie,

einem der wichtigsten

Stahlverwender, deren Produktion sich

mit dem Übergang zur Elektromobilität

weiterhin auf niedrigerem Niveau als

früher bewegen dürfte.

knapp 15 % – sofern sich die konjunkturelle

Erholung fortsetze. Der Rückgang

der Stahlproduktion sei zwar

wesentlich durch den Einbruch der

gesamtwirtschaftlichen Nachfrage im

Zuge der Corona-Krise verursacht.

Vom ersten auf das zweite Quartal

2020 fiel die Produktion der Stahlverwender

um 23 %. Allerdings setzte der

Rückgang der Stahlverwendung und

damit auch der Stahlproduktion bereits

früher ein, nämlich im Herbst 2018,

stellt Döhrn fest. Darin spiegelten sich

die seitdem deutlich geringeren Fertigungszahlen

in der Automobilindustrie

wider. Auch die Stahlexporte brachen

coronabedingt in der ersten Jahreshälfte

2020 ein. Allerdings habe

sich zugleich die Abwärtstendenz bei

den Walzstahl-Einfuhren fortgesetzt,

teils aufgrund der schwächeren Nachfrage,

aber wohl auch aufgrund der

Safeguard-Maßnahmen der EU, so

Döhrn. Alles in allem erlebte die Produktion

von Walzstahlerzeugnissen

in Deutschland im zweiten Quartal

2020 einen Absturz um 26 % gegenüber

dem Vorquartal.

q

Margen für Stahlhersteller

bleiben unter Druck

Die Weltmarktpreise für die Rohstoffe

der Stahlindustrie entwickeln sich

dem RWI zufolge weiterhin unterschiedlich.

Während der Kohlepreis

im Verlauf dieses Jahres seine

Abwärtstendenz fortsetzte, hat sich

Eisenerz seit April 2020 dem Konjunkturbericht

nach verteuert. Die

Preise für Walzstahlprodukte bewegen

sich demgegenüber weiterhin auf

niedrigem Niveau, so Döhrn. Die

schwache inländische Nachfrage und

der erhöhte Wettbewerb unter den

Stahlanbietern ließen kaum Preiserhöhungen

zu. Angesichts der zuletzt

gestiegenen Preise für Eisenerz bleiben

die Margen der Stahlunternehmen

unter Druck.

Rohstahlerzeugung in

Deutschland rückläufig

Für die Rohstahlerzeugung in Deutschland

erwartet Döhrn auf das gesamte

Jahr hochgerechnet ein Minus von

Quelle: rwi Bild: rwi

RWI-Stahlmarktexperte Prof. Dr. Roland Döhrn

Welt-Rohstahlerzeugung nach Regionen

2017 bis 2020; in Millionen Tonnen

95

90

85

80

75

70

65

60

55

50

2017 2018 2019 2020

China

RWI-Berechnungen nach Angaben von worldsteel.

Andere Länder

Stahlreport 11|20

41


Messen

XXXXXXXXXX

und Märkte

Berichte

Quelle: rwi

q Konjunktureller Aufschwung

auch in der Stahlindustrie

Mit Fortsetzung der konjunkturellen

Erholung nach der Corona-Krise

dürfte sich auch die Lage in der Stahlindustrie

weiter verbessern, schreibt

Döhrn. Dies habe sich bereits in den

Produktionszahlen von Juli und

Preise für Rohstoffe der Stahlindustrie

2013 bis 2020; auf Dollar-Basis, 2015=100

275

250

225

200

175

150

125

100

75

50

2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020

RWI-Berechnungen nach Angaben des HWWI.

Rohstahlerzeugung in Deutschland

2012 bis 2020; in 1000 Tonnen je Monat

Kohle Eisenerz und Schrott NE-Metalle

RWI-Berechnungen nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl. – Waagrechte Linien: Jahresdurchschnitte.

Zahlenangaben: Jahresdurchschnittliche Veränderungen. 2020 geschätzt.

1

Gleitende Drei-Monats-Durchschnitte.

August angedeutet. Allerdings lege

die gesamtwirtschaftliche Prognose

für Deutschland nahe, dass die Produktion

der Stahlverwender und

damit auch die Nachfrage nach Stahl

nur verhalten zulegen wird. Ausrüstungsinvestitionen

und Ausfuhren,

die besonders „stahlhaltig“ sind, werden

nach der aktuellen Konjunkturprognose

des RWI im kommenden

Jahr wohl noch nicht das Vorkrisenniveau

erreichen.

Insbesondere die Automobilproduktion,

auf die etwa ein Viertel des

Stahlbedarfs entfällt, dürfte im Zuge

des Wandels zur E-Mobilität nur

gedämpft expandieren, schreibt

Döhrn. Die Bauinvestitionen, die im

Jahr 2020 die Nachfrage nach Stahl

noch stützen, dürften 2021 langsamer

zunehmen als in diesem Jahr.

Dies alles schlage sich darin nieder,

dass die Produktion der Stahlverwender

das Minus dieses Jahres, das

voraussichtlich 14,5 % beträgt, im

kommenden Jahr nicht ausgleichen

werde. Der Zuwachs dürfte lediglich

7,3 % betragen. Bei trendmäßig weiter

abnehmender Stahlintensität der

Produktion ziehe dies eine Zunahme

der Stahlverwendung um lediglich

6,2 % nach sich, nach einem Minus

von 15,5 % in diesem Jahr.

Lagerbestände füllen sich wieder

Mit wachsender Nachfrage nach Stahl

dürfte sich die Lagerhaltung bei Produzenten,

Handel und Verwendern

wieder erhöhen, nachdem in den Jahren

2019 und 2020 die Lagerbestände

reduziert wurden, was die Stahlproduktion

zusätzlich belastete. Auch

werden sich mit der Belebung der

internationalen Konjunktur die Ausfuhren

voraussichtlich beleben, prognostiziert

der Stahlmarktexperte. Die

Einfuhren dürften aber ebenfalls steigen,

so dass sich der Saldo des Außenhandels

mit gewalzten Stahlprodukten

wohl nur wenig ändern werde.

Alles in allem rechnet Döhrn für

das kommende Jahr mit einer

Zunahme der Erzeugung gewalzter

Stahlprodukte um 8,4 % und von Rohstahl

um 10,9 %, woraus sich eine Rohstahlerzeugung

von 37,5 Mio. t ergebe.

Die Erzeugungskapazitäten dürften

dann zu gut 75 % ausgelastet sein, ein

im längerfristigen Vergleich niedriger

Wert.

Nachfrage- und angebotsseitige

Herausforderungen bleiben

Die deutsche Stahlindustrie sieht sich

gegenwärtig Herausforderungen auf

der Nachfrage- wie auf der Angebotsseite

gegenüber. Nachfrageseitig stellt

42 Stahlreport 11|20


sich Frage, wie sich der Stahlbedarf

in Deutschland entwickeln wird. Bisher

habe die deutsche Wirtschaft sehr

stahlintensiv produziert, insbesondere

weil ihre Exportstruktur durch stahlhaltige

Produkte wie Automobile und

Maschinen geprägt ist.

Der Übergang zur E-Mobilität

bringe hier möglicherweise aber eine

Zäsur, weil er die Kostenstruktur und

die Lieferbeziehungen der Automobilindustrie

ändert. Für die deutsche

Stahlindustrie, die in der Vergangenheit

im internationalen Vergleich gut

ausgelastet war, bedeute dies, dass

ein wichtiger Verwender künftig weniger

nachfragen könnte, und sie deshalb

auf strukturelle Überkapazitäten

zusteuert.

Angebotsseitig sei die Dekarbonisierung

der Stahlerzeugung eine

Herausforderung. Eine weitere Verringerung

der CO 2 -Emissionen setze

neue Produktionstechnologien voraus.

Das größte Potenzial, um „grünen

Stahl“ zu erzeugen, biete die Wasserstofftechnologie.

Die Umstellung benötige

Zeit und erhebliche Investitionen,

die für die Stahlindustrie in Anbetracht

der geringen Margen schwierig zu

finanzieren sein dürften, stellt der

RWI-Experte fest.

Staatliche Hilfen sind

zweischneidig

Staatliche Hilfen an die Stahlindustrie

sind allerdings ein zweischneidiges

Schwert, so Döhrn. Einerseits sei eine

Reduktion des CO 2 -Ausstosses des

größten industriellen Emittenten mit

Blick auf die deutschen Klimaziele

bedeutsam. Außerdem sei das Risiko

eines carbon leakage – also die Verlagerung

von Emissionen durch Einfuhr

von Stahl aus anderen Ländern,

der mit hohen CO 2 -Emissionen produziert

wurde – groß, würde man die

deutschen Stahlhersteller mit den

Anpassungskosten alleine lassen.

Andererseits können staatliche Hilfen

den Strukturwandel in der Industrie

behindern. Denn es dürfte der Öffentlichkeit

nur schwer zu vermitteln sein,

dass eine Industrie staatliche Hilfen

dazu verwendet, Kapazitäten und

damit Beschäftigung zu verringern

oder Produktionsstätten an solche

Standorte zu verlagern, die den Standortanforderungen

des „grünen Stahls“

eher entsprechen. Die Erfahrungen

aus der Vergangenheit sprechen jedenfalls

dafür, dass Kapazitätskürzungen

schwer umzusetzen sind. 2

Der RWI-Konjunkturbericht

ist kostenlos als

PDF erhältlich unter

bit.ly/rwistahlmarkt

Aktuelle Themen

des RWI unter

www.rwi-essen.de

Briten drohen knapp 14 Mrd. € Exportverluste

Harter Brexit, teure Regenschirme

Der Brexit ist längst eine unendliche Geschichte. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens der Briten aus

der Europäischen Union (EU) ohne Handelsabkommen liegt nach Einschätzungen des weltweit führenden

Kreditversicherers Euler Hermes bei inzwischen 45 % – auch wenn die Experten in ihrer aktuellen Studie als

wahrscheinlichstes Szenario weiterhin von einer Einigung in letzter Sekunde ausgehen.

Für die Briten stehen dem

Euler Hermes-Expertinnen und -

Experten nach bis zu 15 % der

Exporte in die EU (Volumen) und

damit 13,7 Mrd. € auf dem Spiel.

Zudem stünde bei einem harten Brexit

2021 ein weiterer Einbruch der

britischen Wirtschaft ins Haus.

Die Euler Hermes Volkswirte

gehen bei einem harten Ausstieg

für 2021 von einer erneuten Rezession

von -5 % beim Bruttoinlandsprodukt

(BIP) aus sowie von einer

Inflation oberhalb von 5 %, vor allem

bedingt durch die mit 15 % stark

steigenden Preisen von Importen

sowie die starke Abwertung des britischen

Pfunds gegenüber dem Euro

(-10 %). Auch die Pleiten dürften in

Großbritannien drastisch steigen.

Auch Deutschland mit

Millardeneinbußen

Steigende Preise für importierte

Waren bei einem Ausstieg ohne

Abkommen träfen allerdings auch

zahlreiche EU-Länder hart, allen

voran Deutschland. „In der EU stehen

insgesamt Exporte in Höhe von

rund 33 Mrd. € auf dem Spiel, davon

drohen mit 8,2 Mrd. € die größten

Einbußen in Deutschland“, sagt Ron

Van het Hof, CEO von Euler Hermes

in Deutschland, Österreich und der

Schweiz. Deutlich mehr Geld müssten

die Briten künftig unter anderem

für Schuhe, Hüte oder die auf der

Ein harter Ausstieg zusätzlich zur Covid-

19-Pandemie und der sowieso schon

schwierigen wirtschaftlichen Lage

würde vor allem Großbritannien selbst

sehr hart treffen.

Ana Boata, Leiterin Makroökonomie, Euler Hermes-Gruppe

Insel praktisch unverzichtbaren

Regenschirme auf den Tisch legen.

Um rund 20 % dürften die Preise für

diese und andere Waren anziehen.

In Deutschland wären bei einem

harten Brexit vor allem Exporte in

den Bereichen Transportmittel und

-ausrüstungen (2,9 Mrd. €), Maschinenbau

(1,4 Mrd. €), Chemie

(752 Mio. €), Kunststoffe und Gum -

mi (603 Mio. EUR) sowie Metalle

(540 Mio. €) gefährdet. 2

Die vollständige

Studie finden Sie

kostenlos unter

bit.ly/eulerhermesstudie

Stahlreport 11|20

43


Messen

und Märkte

Termine

Messe abgesagt

wire & Tube 2020

Die Messen wire und Tube sind von der

Messe Düsseldorf aufgrund der aktuellen

Covid-19-Entwicklung abgesagt worden.

Die Neuauflage der Messen findet turnusgemäß

im Jahr 2022 in Düsseldorf statt.

„Aufgrund der Bund-Länder-Entscheidung

vom 28. Oktober 2020 können Messen

vorerst bis Ende November nicht stattfinden.

Damit werden die letzten Präsenzveranstaltungen

dieses Jahres am Standort

Düsseldorf nicht durchgeführt. Sowohl

unser Hygiene- und Infektionsschutzkonzept,

das von den Ausstellern positiv aufgenommen

wurde, sowie der Fokus auf

eine europäische Ausrichtung der Messen

ließ bis vor kurzem noch die Hoffnung auf

eine erfolgreiche Durchführung unter

größtmöglichen Schutz für alle Beteiligten

realistisch erscheinen. Durch die Zuspitzung

des Pandemie-Geschehens in

Deutschland und unseren europäischen

Nachbarländern musste die Situation

nochmals komplett neu bewertet werden.

Vor diesem Hintergrund und der aktuellen

Vielzahl an Unwägbarkeiten auf Ausstellersowie

Besucherseite haben wir die Entscheidung

getroffen, die Messen abzusagen“,

erklärt Wolfram Diener, Vorsitzender

der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf

GmbH.

Virtuelles Fachmesseformat

D-EXPO Metall

Erfolgreicher Online-

Branchentreff Metall

Vom 8. September bis 2. Oktober 2020 lief

die Fachmesse D-EXPO Metall über die

Bühne – erstmals online im Netz. Über 350

Besucherinnen und Besucher aus dem Inund

Ausland nutzten die Plattform, um sich

zu informieren und auszutauschen. Die D-

EXPO bot Besuchern und Ausstellern viele

multimediale Produktpräsentationen, Live-

Streams und Interaktionsmöglichkeiten,

meldete der Veranstalter. Unter den Ausstellern

der digitalen Fachmesse zur Metallbearbeitung

fanden sich namhafte Unternehmen

wie Bruker Alicona GmbH, die

Chiron Werke GmbH & Co KG, die Hartmetall-Werkzeugfabrik

Paul Horn GmbH, Meusburger

Georg GmbH & Co. KG und die Stratasys

GmbH.

„Es ist uns gelungen, mit dem virtuellen Format

in Zeiten, in denen Präsenzmessen und

Dienstreisen schwierig sind, eine echte

Alternative zu schaffen. Und das Format

überzeugt – zahlreiche Besucher kamen

nicht nur an einem Tag, sondern nutzten

sowohl die drei Live-Tage als auch die Möglichkeit,

sich Videos der Beiträge und Interviews

im Messearchiv anzusehen“, so

Michael Justus, Leiter Business Development

beim Carl Hanser Verlag.

Weitere Informationen zur D-EXPO Metall,

Agenda und Link zum Video-Archiv stehen

online unter www.d-expo-metall.de

Michael Justus und Susanne Schröder vom D-EXPO-Metall-Team des Carl Hanser Verlags

bei der offiziellen Messe-Eröffnung.

Bild: Hanser

44 Stahlreport 11|20


Online-Messe

Virtual Manufacturing Day

Am 24. November 2020 veranstalten die

Unternehmen FOBA Laser Marking und Alltec

GmbH den ersten Virtual Manufacturing

Day 2020. Die Veranstaltung richtet sich an

produzierende Industriebetriebe aus der

Automobil-, Medizin- oder Elektronikindustrie,

die nach Automatisierungslösungen

speziell für die Produktrückverfolgung

suchen. Die Aussteller zeigen Innovationen

in optischer Qualitätskontrolle, robotergestützter

Produktion, Analyse und Diagnostik,

im Werkstoffeinsatz mit Metall oder

Kunststoff sowie in der Lasermarkierung.

Es gibt Vorträge zu den Themen:

z Zukunftsorientierte Automatisierung

z Lernen Sie Titus kennen, den kleinsten

Lasermarkierkopf der Welt!

z UDI-Sicherheit-Compliance in der Medizintechnik

– wie schaffe ich rechtzeitig die

regulatorischen Anforderungen der MDR

technisch umzusetzen?

z Lasermarkierung von Polymeren und die

Verbesserung durch Laserpigmente

z Design und Entwicklung sowie die schnelle

Markteinführung

z Recycling von technischen Kunststoffen …

die Zukunft einer Branche?

Weitere Informationen zur Tagung,

Anmeldung sowie eine Ausstellerund

Vortragsübersicht finden Sie unter

www.tom-meetings.com/event/

virtual-manufacturing-day_de

Messekalender

Datum Messe Ort Info

10.-13.11.2020 GRINDTEC, Internationale Fachmesse für Schleiftechnik Augsburg www.grindtec.de

13.-15.01.2021 BAU Online, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme München www.bau-muenchen.de

28.1.2021 BDS-DigiDay online www.stahlhandel.com

21.-24.02.2021 Internationale Eisenwarenmesse Köln www.eisenwarenmesse.de

25.2.-3.3. Interpack - Processing & Packaging Düsseldorf www.interpack.de

23.-27.02.2021 METPACK, Weltleitmesse für Metallverpackungen Essen www.metpack.de

2.-5.03.2021 INTEC, Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und

Leipzig www.messe-intec.de

Automatisierungstechnik

2.-5.03.2021 Z, Internationale Zuliefermesse für Teile,

Leipzig www.zuliefermesse.de

Komponenten, Module und Technologien

9.-12.03.2021 EuroBLECH, Internationale Technologiemesse für Blechbearbeitung Hannover www.euroblech.com

16.-18.03.2021 EuroCIS, The Leading Trader Fair for Retail Technology Düsseldorf www.eurocis.com

17.-19.03.2021 Made in Steel Mailand/Italien www.madeinsteel.it

23.-26.03.2021 METAV, Internationale Messe für Technologien der Metallbearbeitung Düsseldorf www.metav.de

12.-16.4.2021 CeMAT 2021 Hannover www.hannovermesse.de

12.-16.4.2021 Hannover Messe 2021 Hannover www.hannovermesse.de

14.-16.04.2021 DST Dreh- und Spantage Südwest Villingen- www.DSTsuedwest.de

Schwenningen

26.-29.4.2021 IFH Intherm Nürnberg www.ifh-intherm.de

4.-6.05.2021 SENSOR + TEST, Messtechnik-Messe Nürnberg www.sensor-test.de

4.-7.05.2021 Control, Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung Stuttgart www.control-messe.de

5.-6.05.2021 Stainless 2021 Brünn www.stainless2021.com

18.-20.5.2021 Aluminium Düsseldorf www.aluminium-exhibition.com

18.-20.05.2021 Fastener Fair, Internationale Fachmesse der Verbindungs- und Befestigungsbranche Stuttgart www.fastenerfair.com

26.-29.05.2021 Lamiera Mailand www.lamiera.net

8.-10.06.2021 CastForge, Fachmesse für Guss- und Schmiedeteile mit Bearbeitung Stuttgart www.messe-stuttgart.de/castforge

8.-11.06.2021 Moulding Expo, Internationale Fachmesse Werkzeug-, Modell- und Formenbau Stuttgart www.messe-stuttgart.de/

moulding-expo

22.-24.06.2021 LogiMAT, Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement

Stuttgart www.logimat-messe.de

Verschoben von März auf Juni

7.-12.9.2021 IAA - Internationale Automobilausstellung München www.iaa.de

13.-17.09.2021 SCHWEISSEN & SCHNEIDEN, Weltleitmesse Fügen, Trennen, Beschichten Essen www.schweissen-schneiden.com

4.-9.10.2021 EMO Milano, Die Welt der Metallbearbeitung Mailand www.emo-milano.com

5.-7.10.2021 11. Internationale Zulieferbörse (IZB) Wolfsburg www.izb-online.com

5.-7.10.2021 Parts2clean, Internationale Leitmesse für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung Stuttgart www.parts2clean.de

5.-8.10.2021 Motek, Internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung Stuttgart www.motek-messe.de

12.-14.10.2021 DeburringEXPO, Leitmesse für Entgrattechnologien und Präzisionsoberflächen Karlsruhe www.deburring-expo.de

26.-29.10.2021 Blechexpo, Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung Stuttgart www.blechexpo-messe.de

30.11.-2.12.2021 Stainless Steel World Conference & Expo Maastricht www.stainless-steel-world.net

18.-21.01.2022 SWISSBAU Basel www.swissbau.ch

25.-28.01.2022 NORTEC, Fachmesse für Produktion Hamburg www.nortec-hamburg.de

4.-8.04.2022 MACH, Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnologie Birmingham www.machexhibition.com

Verschoben von Januar 2021 auf April 2022

26.-29.04.2022 PaintExpo, Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik Karlsruhe www.paintexpo.de

Stahlreport 11|20

45


Wissenswertes

Nachrichetn

Ein Erfolg und – in Coronazeiten – eine Ausnahmeveranstaltung:

das 52. Kraftwerkstechnische

Kolloquium der TU Dresden im Oktober mit rund

500 Präsenz- und 300 Online-Teilnehmern

Bild: taktiker Werbeagentur

52. Kraftwerkstechnisches Kolloquium der TU Dresden

Regenerativ und konventionell – wie geht das zusammen?

Mit breiter Teilnahme von über 500

Präsenz- und mehr als 300 Online-Teilnehmern

war das zweitägige Kraftwerkstechnische

Kolloquium (KWT) der Technischen

Universität Dresden ein großer Erfolg. Auf

der begleitenden Unternehmensmesse präsentierten

sich 66 Aussteller. Von den rund

100 Vortragenden waren mehr als 80 vor

Ort, die anderen online zugeschaltet. Das

KWT wurde im Juli von der Sächsischen Landesregierung

mit maximaler Teilnehmerzahl

von 600 vor Ort und unter Auflage eines

ausgefeilten Hygienekonzepts genehmigt.

Coronabedingt war das Kolloquium der einzige

Fachkongress der Branche in diesem

Jahr. Ein Themenschwerpunkt der Veranstaltung

war das Zusammenspiel regenerativer

und konventioneller Energien in der Koexistenzperiode

bis 2040, in der Kohle- und Gaskraftwerke

noch einen maßgeblichen Beitrag

zum Energiemix leisten.

Im Rahmen der Begrüßung stellte Prof. Dr.

Ing. Michael Beckmann, Leiter des KWT,

auch das neue Fachbuch „Europäische und

amerikanische technische Regelwerke im

Vergleich“ von Dr. Axel Willauschus vor, das

zusammen mit den beiden Kongressbänden

der Fachvorträge allen

Teilnehmer als eBook

per Link überreicht

wurde. Die Fachbuchpräsentation

erfreute sich

dabei großer Resonanz,

zahlreiche Teilnehmer

aus Industrie und den

Forschungseinrichtungen

sprachen den Autor

auf die Schwerpunkte

und die Zielrichtung der

Publikation an. Im

Dezember sollen die

Europäische

und amerikanische

technische

Regelwerke für

Rohrleitungskomponenten

im Vergleich

Dr. Axel Willauschus

Kongressbände und das Fachbuch aufgrund

der hohen Nachfrage als Printversion

erscheinen.

Dr. Axel Willauschus: Europäische und amerikanische

technische Regelwerke für Rohrleitungskomponenten

im Vergleich, SAXONIA

Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft

mbH, 2020, 210 S., ISBN 978-3-934409-

85-9

Faser-KunstoffVerbund: Fraunhofer-Alternative zu Metallen

Leichtbau-Batteriepack für Elektromobilität

Kosteneffizienter Leichtbau für die

Elektromobilität: Wissenschaftlerinnen und

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für

Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit

LBF in Darmstadt haben ein Leichtbau-

Batteriepack entwickelt, das ausschließlich

Faser-Kunststoff-Verbunde verwendet. So

habe das Gewicht gegenüber Aluminiumgehäusen

um 40 % gesenkt werden können.

Weil das Batteriepack in einem eigens entwickelten

hocheffizienten Verfahren gefertigt

wird und über einen spezifischen Strukturaufbau

verfügt, lasse es sich sehr günstig

produzieren.

Batteriepacks für Elektrofahrzeuge sind

aktuell sehr schwer, wenn die geforderten

hohen Reichweiten jenseits von 500 km

erreicht werden sollen. Die mechanische

Struktur um die Zellen, wie Zellhalter und

insbesondere das gegenwärtig aus Aluminium

oder Stahl hergestellte Gehäuse,

addieren sich neben den elektrischen Komponenten

zu einem hohen Gesamtgewicht

von mehreren Hundert Kilogramm. So kann

je nach Fahrzeugdesign die mechanische

Struktur des Batteriepacks mehr als 30 %

von dessen Gesamtmasse ausmachen. Vor

diesem Hintergrund hat das Forscherteam

des Fraunhofer LBF ein

Leichtbau-Batteriepackgehäuse

aus Endlosfaser

verstärkten

Thermoplasten im

Sandwichaufbau hergestellt

und nutzte dazu

ein neuartiges Verfahren,

das die Herstellung

fertiger Leichtbau-

Batteriegehäuse

innerhalb von rund

zwei Minuten ohne

Nachbearbeitung

ermöglicht. Gleichzeitig

wird darüber hinaus der Materialeinsatz

reduziert.

Weitere Infos unter

bit.ly/batterieleichtbau

Leichter als Aluminium- oder Stahllösugen: ein Leichtbau-Batteriepack

aus einem Faser-Kunststoff-Verbund des Fraunhofer LBF.

Bild: Fraunhofer LBF

46 Stahlreport 11|20


Neues ISER-Merkblatt 987

Merkblatt zu nichtrostenden und hitzebeständigen Stählen

Die Informationsstelle Edelstahl

Rostfrei (ISER) hat ein neues Merkblatt zu

nichtrostenden und hitzebeständigen Stählen

bei hohen Temperaturen herausgegeben.

Das kostenlose Merkblatt erläutert

alle Aspekte rund um den Werkstoff bei

hohen Temperaturen, wie die Rolle der

Legierungselemente und der Gefügestruktur

oder die Gefügestabilität.

Es geht auch auf die mechanischen Eigenschaften

bei hohen Temperaturen ein, wie

Kriechfestigkeit, Zeitstandfestigkeit, Duktilität,

thermische Ermüdung und vieles

mehr. Das Merkblatt beantwortet systematisch

alle Fragen, die beim Hochtemperatureinsatz

auftauchen. Eine Auflistung

typischer Anwendungen einzelner nicht -

rostender und hitzebeständiger Stähle auch

unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit findet

sich ebenfalls in der Schrift.

Merkblatt 987 „Nichtrostende und hitzebeständige

Stähle bei hohen Temperaturen”,

Der Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME) hat

in Kooperation mit dem Springer Gabler-

Verlag, Wiesbaden, das Fachbuch „Supply

Management Research – Aktuelle Forschungsergebnisse

2020“ veröffentlicht.

Die Publikation ist der dreizehnte Band aus

der vom BME herausgegebenen Buchreihe

„Advanced Studies in Supply Management“

und beinhaltet Beiträge des 13. Wissenschaftlichen

Symposiums des Verbandes

Merkblatt 987

Nichtrostende und hitzebeständige

Stähle bei hohen Temperaturen

Informationsstelle Edelstahl Rostfrei

1. Auflage 2020, 36 S., A4, 10 Tabellen, 22 Bilder.

Das Merkblatt ist als kostenloser Download

erhältlich unter bit.ly/merkblattiser

Fachbuch zum BME-Symposium

„Supply Management Research 2020“ erschienen

(9. bis 10. März 2020, Mannheim) in deutscher

und englischer Sprache. Autoren sind

Wissenschaftler und Praktiker aus Einkauf,

Supply Chain-Management und Logistik.

Auf 277 Seiten stehen u.a. folgende Themen

im Fokus:

z Decision-making in supply risk and supply

disruption management

z Datengetriebene Ansätze zur Optimierung

der Beschaffung und Lagerhaltung von

Rohstoffen in volatilen Märkten

z Behavioral challenges to cross-functional

teams in purchasing and supply management

z The strategic relevance of logistics:

insights from multinational corporations

z Nutzung von elektronischen Marktplätzen

in einer regulierten Beschaffungsumgebung

z Governance-Mechanismen zur Reduzierung

der Time-to-Market

C. Bode, R. Bogaschewsky, M. Eßig, R.

Lasch, W. Stölzle (Hrsg.): „Supply Management

Research – Aktuelle Forschungsergebnisse

2020“, Springer Gabler-Verlag, Oktober

2020, 277 S., ISBN 978-3-658-31897-0, 44,99 €

Neue Ausbildungsmaterialien

Azubis für sichere Arbeit

sensibilisieren

„Bin mir sicher“ – wenn Auszubildende

das sagen können, während sie an

Maschinen arbeiten oder bei bestimmten

Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zu tun

haben, dann haben Ausbilderinnen und

Ausbilder einen guten Job gemacht. Doch

wie gelingt es ihnen eigentlich, Azubis

das benötigte Wissen rund um sicheres

und gesundes Arbeiten zu vermitteln?

Die Berufsgenossenschaft Holz und

Metall (BGHM) hat dazu das Angebot mit

dem Motto „binmirsicher“ für ihre Mitgliedsbetriebe

entwickelt. Es besteht aus

zwei Broschüren und verschiedenen

Video-Tutorials. Anschaulich und zielgruppengerecht

bietet das Heft für Ausbilderinnen

und Ausbilder den Verantwortlichen

Tipps, wie sie ihren jungen

Schützlingen das benötigte Grundlagenwissen

für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

vermitteln – und wie sie sie

dafür gewinnen, dieses Wissen auch

anzuwenden. Die Broschüre ist sowohl

für den Einsatz im Unterricht oder in

Unterweisungen geeignet als auch für

den Einsatz vor Ort im Betrieb.

Das Azubiheft dagegen dient als Arbeitsgrundlage

für die jungen Beschäftigten.

Es vermittelt Wissen für sichere und

gesunde Arbeit und gibt Hinweise auf

weitere Informationen. Es führt zudem zu

den eigens für die „binmirsicher“-Aktion

erstellten Video-Tutorials – multimedial

lernt es sich schließlich besonders gut.

Da die Protagonisten der Hefte echte

Azubis sind, gelingt die Wissensvermittlung

auf Augenhöhe.

Das „binmirsicher“-Angebot thematisiert

den Umgang mit Gefahrstoffen, behandelt

verschiedene Arbeitsverfahren an

und mit Maschinen (vom Bohren bis zum

Schweißen) und bietet Grundlagen-Wissen

zur Sicherheit auf dem Arbeitsweg,

zur Arbeitskleidung oder zur Ersten Hilfe.

Die Hefte können von Betrieben der Holzund

Metallverarbeitung kostenfrei

bestellt werden.

Alle Materialien unter:

www.bghm.de/binmirsicher

Stahlreport 11|20

47


Lifesteel

Bericht

thyssenkrupp Steel und Grubenhelden gründen Modelabel

Coole Kumpel

Stahl ist vielseitig, modern und herausragend beim Recycling. All diese Eigenschaften vereint die neue Marke

„august & alfred“: Nicht etwa eine neue Stahlgüte, sondern eine außergewöhnliche Kollektion aus Damen- und

Herrenoberbekleidung sowie Accessoires, die in Kooperation mit dem Modelabel Grubenhelden entstanden ist.

Das Besondere an der Kleidung:

Sie wird aus ausrangierten

Schmelzermänteln hergestellt, die

spezielle, hitzebeständige Arbeitsschutzkleidung

für die Mitarbeitenden

auf dem Hüttenwerk. Die Kollektion

wird in Zusammenarbeit der Duisburger

Inklusionswerkstätten des

Stahlherstellers mit dem Modelabel

„Grubenhelden“ gefertigt.

Dessen Gründer und Inhaber,

Matthias Bohm, ist als Urenkel eines

Bergmanns im Ruhrgebiet geboren

und aufgewachsen. Vor einigen Jahren

hat er seinen Job in der Marketingabteilung

des FC Schalke 04 an

den Nagel gehängt und sich mit dem

Modelabel „Grubenhelden“ in seiner

Heimatstadt Gladbeck einen Traum

erfüllt.

Sozial und lokal:

Die Zweite Chance

Die Accessoires und Zuschnitte für

die Ruhrgebietsunikate werden zu

100 % in Handarbeit hergestellt –

und zwar von Mitarbeitenden in der

Inklusionswerkstatt bei thyssenkrupp

Steel in Duisburg, die trotz

persönlicher Wendepunkte in ihrem

Leben weitermachen und ihre

Zukunft gestalten. „Unsere Mitarbeitenden

können aufgrund ihres

Erlebten nicht mehr an ihren

ursprünglichen Arbeitsplätzen arbeiten,

manche können nach ihrer

Rückkehr, z.B. nach langer Krankheit,

gar nicht mehr zurück in den

Betrieb“, eläutert Frederik Hoffmann,

Leiter des Bereichs Inklusion und

treibende Kraft in der Kooperation.

Diese Mitarbeitenden finden einen

Arbeitsplatz in den betriebseigenen

Duisburger Werkstätten, wo sie

unter anderem für die Betriebe Sattler-,

Schweiß-, Folier-, Gravier- und

Näharbeiten erledigen.

Für Hoffmanns Mitarbeitende

sei das Kreieren von Mode ein komplett

neues Beschäftigungsfeld und

damit zu Beginn gewöhnungsbedürftig

gewesen. Doch die eindrucksvollen

Ergebnisse und die Chance, die

Produkte auch außerhalb der Werkstore

zu verkaufen, begeisterten die

Mitarbeitenden recht schnell für die

neue Aufgabe. Mitarbeitende, deren

Leistungsfähigkeit sich gewandelt

hat, weiter zu beschäftigen, gehöre

eben zu der unternehmenseigenen

sozialen Verantwortung. Mit einer

48 Stahlreport 11|20


Inklusionsrate von 9,1 % übertrifft

der Duisburger Stahlhersteller die

geltenden Auflagen von 5 % erheblich.

Fair und nachhaltig

Auch die Arbeiten, die nicht in Duisburg

ausgeführt werden, finden

unter fairen Bedingungen statt und

werden an Partner in der EU vergeben,

die sich ebenfalls diesen Standards

verpflichten. Zudem geht ein

Teil des Erlöses aus dem Verkauf

der Produkte von august & alfred an

gemeinnützige Projekte. „Unsere

Mode soll hochwertig und nachhaltig

sein, daher lassen wir unsere Kollektionen

schon immer in Portugal

und Gladbeck fair nähen, und unsere

Kunden wissen das zu schätzen“,

erklärt Matthias Bohm die Ansprüche

seines Labels Grubenhelden.

„Die Idee, aus alten Schmelzermänteln

neue Mode zu machen, ist

kreativ, spannend – und nachhaltig.

Hier treffen Tradition, Zukunft und

urbanes Lebensgefühl perfekt

zusammen“, sagt Markus Grolms,

Personalvorstand bei thyssenkrupp

Steel. „Und dass unsere Mitarbeitenden

die Kollektion zu guten Teilen

in unseren Inklusionswerkstätten

fertigen, macht das Konzept zu etwas

ganz Besonderem. Das Team von

Grubenhelden und thyssenkrupp

Steel hat mit Unternehmergeist,

sozialem Engagement und viel Herzblut

ein tolles Projekt auf die Beine

gestellt.“

Dass Stahl zu nahezu 100 %

recyclingfähig ist, ist eine seiner

herausragenden Eigenschaften.

Diese Idee nimmt die Mode-Kooperation

auf: Ausrangierte Schmelzermäntel

werden so zu wertvollem

Rohstoff. Wer neugierig auf die

brandneue Kollektion ist, kann sie

online oder auch in den Shops der

Grubenhelden kaufen. 2

Erhältlich sind die Kleidungsstücke

online unter

www.grubenhelden.de oder im

lokalen Store.

Lokale Grubenhelden-Stores gibt

es im Oberhausener CentrO, auf

der Zeche Zollverein sowie in

Gladbeck (Adresse online auf

grubenhelden.de).

Bilder: thyssenkrupp

Stahlreport 11|20

49


Lifesteel

XXXXX Nachricht A XXXXX

Krimi von Christian Piskulla

Das Stahlwerk

1942. Der Zweite Weltkrieg tobt in Europa und der Welt. Die Herstellung

von Rüstungsgütern hat Vorrang vor allem. In Deutschlands größtem

Stahlwerk, der Germania Metall Union in Duisburg, läuft die Stahlproduktion

auf Hochtouren. Doch es rumort in dem Werk: Ein Unbekannter

ermordet innerhalb weniger Wochen mehrere Arbeiter und Angestellte.

So lautet der Plot des Debütkrimis von Christian Piskulla – ein

spannendes Lesevergnügen für kalte Herbst- und Wintertage.

Als Krimiautor ist Christian Piskulla

bisher nicht in Erscheinung getreten.

Erfahrung mit dem Schreiben hat

er jedoch zur Genüge. Als erfolgreicher

Fachbuchautor in der Druck- und

Medienbranche hat er bisher über 20

Bücher veröffentlicht. Er geht dabei

einen eigenen Weg: Seine Bücher veröffentlicht

er ausschließlich über seinen

eigenen Verlag. Nun hat sich Christian

Piskulla dem Krimi zugewandt – und

einen Stahlthriller geschrieben.

Piskulla kennt die Welt, von der er

schreibt aus eigener Anschauung. Als

Kind ist er direkt

neben den Stahlwerken

der

Peine-Salzgitter

AG aufgewachsen,

berichtet er

in einem Interview

mit krimicouch.de.

Auch

der Großvater

väterlicherseits

und der Vater

arbeiteten in diesem Stahlwerk. Und er

selbst hat als junger Mann unter anderem

als Kranfahrer in einem großen

Stahlwerk gearbeitet.

Ein ungewöhnlicher Ermittler

Worum geht es nun in dem Krimi? Angesichts

der Morde weigern sich viele

Arbeiter, in entlegenen Bereichen des

Stahlwerks zu arbeiten. Nachtschichten

können nicht besetzt werden, die Produktion

ist in Gefahr. Das Rüstungsministerium

zeigt sich besorgt. Wer ist der

Täter? Ist es ein Psychopath oder handelt

es sich um eine subtile Form der Sabotage?

Werkschutz und Polizei sind mit

der Situation überfordert. Die Werksleitung

entschließt sich daher zu einem

ungewöhnlichen Schritt. Sie beauftragt

„Es war mir wichtig, dem

Leser ein möglichst authentisches

Bild des Arbeitermilieus

und der Lebensumstände

im Jahre 1942 zu

vermitteln. Denn erst durch

dieses Bild trägt sich auch die

Geschichte des Buches.“

Christian Piskulla

den Zwangsarbeiter Jarek Kruppa, vor

dem Krieg Kriminalkommissar in Warschau,

nach dem Mörder zu suchen.

Der Jäger wird zum Gejagten

Kruppa stellt schnell fest, dass das

Stahlwerk der perfekte Ort für einen

Serienmörder ist. Er taucht tief ein in

die dunklen Hallen, kilometerlangen

Tunnel und tiefen Keller des riesigen

Stahlwerks. Schließlich kommt er hinter

das Geheimnis des Mörders – und

wird vom Jäger zum Gejagten.

Die Figur des Ermittlers, ein polnischer

Zwangsarbeiter,

der von der

Führungsetage

aus Verzweiflung

mit der

Aufgabe betraut

wird, die Morde

aufzuklären ist

sogar angelehnt

an den Großvater

mütterlicherseits

von Christian Piskulla. Der

Pole wurde von den Nazis in ein Hüttenwerk

nach Stettin verschleppt und

musste dort als Zwangsarbeiter mehrere

Jahre am Hochofen arbeiten. 2

Weitere Infos zum Buch und zum

Autor unter www.das-stahlwerk.de.

Ein Probekapitel als PDF gibt es unter

bit.ly/stahlwerkkrimi

Eine Rezension von krimi-couch.de gibt

es unterbit.ly/stahlkrimirezension.

Impressum

STAHLREPORT

Nachrichten aus Handel,

Produktion und Verarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Redaktion:

Markus Huneke (Chefredakteur)

Telefon +49 211 86497-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon+49 211 86497-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Telefon +49 211 86497-0

Telefax +49 211 86497-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Erscheinungsweise:

monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis:

Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 37.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung männlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

50 Stahlreport 11|20


BERUFSBILDUNG 20/21


SEMINARTHEMA TERMIN ORT

PRÜFBESCHEINIGUNGEN 19.01.2021





Diese Übersicht gibt den aktuellen Stand der Seminarplanungen wieder. Änderungen sind vorbehalten. Über weitere Details

sowie zu den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte unter www.stahlhandel.com.

»

www.stahlhandel.com/seminare


Gitterträgerschweißanlagen




Flexibel

Vo

ollautomatisch

Ve

erschnittfrei

Die VGA Versa dient der flexiblen Fertigung

von Gitterträgern und produziert just-in-timvollautomatisch.

und

Die Anlage bietet zudem eine automatische

Höhenverstellung der Gitterträger sowie

eine optimale Integration in Ihr

Fertigungskonzept.

www. progress-m.com

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine