Romanikzeitung_2021

Harzdruckerei

FASZINATION

Straße der ROMANIK

in Sachsen-Anhalt

2021/22

Jahressonderausgabe | 20. Jahrgang | Ausgabe 2021 | Schutzgebühr 1 E | Die historische Reihe aus der HARZDRUCKEREI

kul

Mit Bibel und Spaten.

900 Jahre Prämonstratenser-Orden

SONDERAUSSTELLUNG im

Kulturhistorischen Museum

Magdeburg

SACH

Welterbe entdecken -

Romanik erleben

• Klosterkirche St. Marien • Stiftskirche St. Servatii

• Wipertikirche • Stiftskirche St. Cyriakus

Quedlinburg-Information

Markt 4 • 06484 Quedlinburg

www.quedlinburg-info.de


KONRADS

BURG

KULTUR

STIFTUNG

SACHSEN-

ANHALT

1000 JAHRE

KONRADSBURG

Kultur lädt ein!

Romanische Hallenkrypta, Konradsburg

Foto: © Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Christoph Jann

www.kulturstiftung-st.de


Wir laden ein auf die Straße der Romanik

Zeitreise durch Sachsen-Anhalt

Blick durch große Bögen © D. Günther

Liebe Gäste,

die Straße der Romanik

ist seit einem

Vierteljahrhundert

Besuchern ein Begriff

und darf sich

zu den 10 erfolgreichsten

Tourismusstraßen

in Deutschland zählen. Mit der

vorliegenden Ausgabe der Gästezeitung

wollen wir zum Besuch der 88 Bauwerke in

73 Orten entlang unserer 1000 km langen

Tourismusroute einladen. Lassen Sie sich

inspirieren, ein Besuch verspricht neue Entdeckungen,

auch wenn Sie meinen, schon

viele Stationen erkundet zu haben.

Die Kulturlandschaft des Bundeslandes

Sachsen-Anhalt ist geprägt von über

1000-jähriger Geschichte und Architektur,

der in Domen, Burgen, Schlössern, Kirchen

und Klöstern nachzuspüren ist. Die Klosterlandschaft

entlang der Straße der Romanik

ist durch eine Vielzahl der gründenden Orden

geprägt. So geht das Jahr 2021 einher

mit der 900-jährigen Ordensgeschichte

der Prämonstratenser. Klöster waren und

sind weltweit Orte der Einkehr, Spiritualität

und tätiger Nächstenliebe. Mit viel romanischer

Bausubstanz sind sie gleichzeitig

wichtige architektonische Zeugnisse.

Coronabedingt konnte das 20-jährige

Jubiläum der „Gartenträume – historische

Parks in Sachsen-Anhalt“ 2020 nicht gebührend

gefeiert werden. Das wird 2021

nachgeholt. Unter dem Motto „Genießen

– Erleben – Selber machen“ bieten Lichternächte,

klassische Konzerte vor traumhafter

Kulisse und Seminare im Grünen unvergessliche

Erlebnisse. Auch der Genuss

kommt nicht zu kurz: Romanik und Wein

können Sie entlang der Weinstraße Saale-

Unstrut mit dem Fahrrad, zu Fuß oder per

Boot erleben. Romanisch und romantisch

aufgetafelt wird in der Altmark. Kulinarisches

bietet dem Gast auch die Regionalmarke

„Typisch Harz“, deren Produkte Sie

am Zertifikat erkennen.

Kirche Schönhausen

Noten und Klänge laden ein, hinter dem

Altbekannten das Ungewöhnliche zu sehen.

Im Havelberger Dom verbindet man

das Jubiläum der Domweihe unter dem

Motto „850+1“ mit der sehr bedeutenden

Einweihung der Scholtze-Orgel in der Havelberger

Stadtkirche. Es ist die größte erhaltene

Barockorgel aus der zweiten Hälfte

des 18. Jahrhunderts im weiten Umkreis. In

jeder Note steckt eine VISION. Wunderbare

Melodien an besonderen Orten „Unter

großen Bögen“ bieten: der MDR-Musiksommer,

der Harzer Klostersommer und

montalbâne – das Festival für mittelalterliche

Musik, bringt seit 30 Jahren erfolgreich

diese besondere Musik zum Klingen.

Der Tag der offenen Tür an der Straße der

Romanik am 15. Mai bietet dem Besucher

weitere Gelegenheit interessante Einblicke

zu gewinnen.

Die Straße der Romanik ist ein Fundus,

der jährlich anders entdeckt werden kann.

2021 erwartet den Besucher die Sonderausstellung

„Das Erbe der Prämonstratenser“

in Magdeburg mit einem Korrespondenzorte-Projekt

vom 10. September 2021 bis

9. Januar 2022.

Die Straße der Romanik ist auch digital

zu entdecken. 62 Orte werden mit freiem

WLAN ausgestattet. Über den speziell für

Sie entwickelten QR-Code auf unseren Info-Tafeln

und Postkarten finden Sie weitere

Informationen. Oder scannen

Sie die Informationen gleich

hier in der Gästezeitung. Wir

sehen uns.

Ihr Martin Schulze, Geschäftsführer des

Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt

INHALTSVERZEICHNIS

Historama 5

Romanik in der Altmark 6

Ehrung für Dr. Stephan 7

Pedalenspione unterwegs 8

Romanikpreisverleihung 2020 9

Schwerpunkt

Das Erbe der Prämonstratenser 10–19

Sonderausstellung in Magdeburg 11

Ratzeburger Dom 12

Dom zu Brandenburg 13

Havelberger Dom 14

Kloster Jerichow 15

Kloster Rehna 16

Leitzkau 17

St. Wiperti Quedlinburg 18

Klosterrode 19

Oberburg Giebichenstein 21

TRANSROMANICA 22/23

1000 Jahre Konradsburg 24/25

Klosterwanderweg 25

Kloster Ilsenburg 26

Dom und Domschatz Halberstadt 27

Die Welt der Uta 28

1000 Jahre Dom Merseburg 29

Messbilder im ERZ 30

Schönste Weinsicht 2020 31

Jubilate! montalbâne-Festival 32

Mücheln, Kirche St. Michael 33

13. Harzer Klostersommer 35

41. Quedlinburger Musiksommer 38

Unter großen Bögen 41

3 | Die Straße der Romanik EDITORIAL


Wir geben Ihrem Urlaub Farbe

… und bieten Ihnen u. a.:

Stadtführungen in Wernigerode

täglich 10.30 Uhr. Besuchen Sie

auch die St. Johanniskirche,

die älteste Kirche der Stadt.

Sie wurde 2017 in die Straße

der Romanik aufgenommen.

www.kaiserdom-koenigslutter.de

Ihr kompetenter

Ansprechpartner

vor Ort:

Tourist-Information Wernigerode

Marktplatz 10, 38855 Wernigerode

Telefon (0 39 43) 5 53 78-35

www.wernigerode-tourismus.de

info@wernigerode-tourismus.de

GmbH

38

Das Erbe der Prämonstratenser - Spuren in Backstein

Ausstellungen zum Prämonstratenserjubiläum,

zur Kloster- und Ziegeleigeschichte.

Romanisches Kloster.

Klostergarten mit Hoch- und Flachbeeten.

Klosterbrennerei und Klosterladen.

Klostergartencafé und Wirtshaus Klostermahl.

Ferienwohnungen, Caravan- und E-Bike-Tankstellen.

Hochzeiten, Feiern, Tagungen, Konzerte, Märkte u.m.

Öffnungszeiten:

April – Oktober: täglich 9:30 – 18:00 Uhr

November – März: Di – So und Feiertage 10:00 – 16:00 Uhr

24. Dezember – 6. Januar geschlossen

Das Kloster Jerichow ist ein altehrwürdiges Stift des Ordens der Prämonstratenser,

die das Kloster in der Spätromanik aus vor Ort gefertigten Backsteinen

erbauten. In dieser schlichten Schönheit und der weitgehend unveränderten

Ausprägung liegt auch die Einmaligkeit der Anlage. Geist, Geschichte, Kunst

und Schönheit bilden die Atmosphäre,

die Sie inmitten des Biosphärenreservates erwartet.

Fühlen Sie sich herzlich eingeladen.

Kontakt: Info 03 93 43 / 285, www.kloster-jerichow.de

43

Ballenstedt Harz

Die Wiege Anhalts

Hier zeigen sich Kultur, Natur und Geschichte

in ihrer schönsten Vielfalt.

Tourist-Information Ballenstedt

Anhaltiner Platz 7 06493 Ballenstedt

Tel 039483 / 263

Mail kontakt@ballenstedt-information.de

Web www.ballenstedt.de

20

TIPPS AUS DER REGION Die Straße der Romanik | 4


Die Straße

der

Romanik

Eröffnung im Mai 1993 in Magdeburg

Gesamtlänge über 1 000 km

Romanische Bauwerke 88 ausgewählte

Dome, Kirchen, Klöster und

Burgen

Zahl der Orte 73

Was gibt es zu erleben?

Zeitreisen durch die Romanik

(etwa 950 bis 1250) in Sachsen-

Anhalt

erlebbare Geschichte anhand

steinerner Zeitzeugen an

Hauptschauplätzen deutscher

Geschichte im Mittelalter

Exkursionen auf den Spuren

der Ottonen und Askanier

stilkundliche Einmaligkeiten von

europäischem Rang

Historama

Die Zeit der Romanik

Wir werfen einen Blick zurück in eine

Epoche, die nur noch unscharf im

Gedächtnis vieler Zeitgenossen ruht, und

dennoch besonders reizvoll und interessant

ist. Zumal diese Zeit an drama tischen

Ereignissen für die Bildung des heutigen

Europas kaum zu übertreffen ist.

Über 600 Jahre vor dem Bauernkrieg

und vor Luther, als von Deutschland im

heutigen Verständnis noch nicht die Rede

war, machten sich die Erben der Karolinger

auf, das neue Europa zu schaffen. Im ostfränkischen

Reich begann die Epoche des

glanzvollen deutschen Kaisertums mit den

Liudolfingern, auch als Ottonen bekannt.

Die riesigen Wälder, Sümpfe und Äcker

waren ein begehrtes Territorium für das

Machtgebaren der Stammesfürsten, die

sich in zahllosen Kleinkriegen befehdeten,

bevor sie unter dem ersten Kaiser (Otto der

Große) geeint wurden.

Kreuzzüge und Weltreisende öffneten

damals die Tür zur außereuropäischen

Welt. Die Kreuzzüge als bewaffnete Pilgerfahrt

und der Widerstreit der großen

Weltreligionen setzten ein. Damit gelangten

auch kulturelle Neuerungen aus der

ara bischen Welt nach Mitteleuropa. Das

Byzantinische Reich wirkte über die Heirat

mit der Prinzessin Theophano (972 mit

Fotos: LTV (1), W. S. (2), D. G. (4),

Otto II.) nach Mittel europa hinein. Östlich

der Elbe siedelten die Slawen, die mit brutaler

Gewalt christianisiert werden sollten.

Im Norden drängten die Wikinger und Dänen

gegen die Grenzen, im Süden fielen

Anfang des 10. Jahrhunderts immer wieder

die leichten und wendigen unga rischen

Reiter verheerend ins Land, die erst Otto I.

nachhaltig stoppte.

Der Harz mit seinen Erz- und Silbervorkommen

war ein bedeutendes wirtschaftliches

Pfand, weshalb in seinem Umfeld

wichtige Pfalzen, Burgen und Klöster entstanden.

Noch heute zeigt Quedlinburg

mit der Stiftskirche und deren Schatz, wie

maßgeblich dieser Ort für die Ottonen war.

Den nachfolgenden Herrschaftshäusern

der Salier und Staufer gelang es nur

anteilig, dem Anspruch des abendländischen

Kaisertums auf den Rang einer

Uni ver s al mo nar chie zu en t spre chen . D er

In ves ti tur streit zwischen Papst und deutschen

Kai sern wurde erst mit Friedrich I.

(Barbarossa) 1177/79 zum Nach teil der weltlichen

Herrschaft beigelegt.

Diese Zeitung kann und will natürlich nur

erste Anregungen geben, sich auf die Spuren

der Romanik und der Ottonen zu einer ganz

besonderen histo rischen Entdeckungsreise

durch Sachsen-Anhalt zu begeben. W. S.

Angebote

Individual- und

Gruppenreiseangebote

Erlebnisgastronomische Angebote

in romantischer Kulisse,

z. B. „Ritteressen“

Spezialreiseangebote für Schulund

Jugendgruppen

Ereignisangebote wie Kreuzgangkonzerte,

mittelalter liche

Märkte, Minnesänger festivals,

Ritterspiele und Ausstellungen

Informationen

Tourismusverband

Sachsen-Anhalt e. V.

Danzstraße 1

39104 Magdeburg

Telefon 0391 7384315

www.strassederromanik.de

#strassederromanik

Herausgeber, Verlag und Gesamtherstellung:

Harzdruckerei GmbH Wernigerode

Max-Planck-Str. 12/14, 38855 Wernigerode

Telefon 03943 54240, Fax 03943 542425,

info@harzdruckerei.de, www.harzdruckerei.de

Anzeigen: Ralf Harms, Wolfgang Schilling

Layout: Dorit Günther

Redaktion: Wolfgang Schilling, Andrea Meyer

Fotos: Veranstalter, Dorit Günther (D. G.),

Wolfgang Schilling (W. S.), Danny Kurz

(www.danny-kurz.com), Titelbild: Stiftung Kloster

Jerichow

Erscheinungsweise: jährlich

Auflage: 20 000

Vertrieb: LTV und Harzdruckerei

Das Projekt wurde unterstützt durch den

Tourismusverband Sachsen-Anhalt e.V. (LTV)

Alle Rechte vorbehalten. Druck und jegliche Art der

Reproduktion, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher

Genehmigung des Herausgebers. Der

Herausgeber und der Verlag haften nicht für die

Richtigkeit der Angaben der Leistungsanbieter und

für etwaige redaktionelle und technische Fehler.

IMPRESSUM

5 | Die Straße der Romanik GLANZLICHTER


Erholung, Sport und Geschichte, das alles kann man

in Havelberg vereinen. © Danny Kurz

13 Stationen auf der Nordroute in Sachsen-Anhalts schönem Norden

Straße der Romanik in der Altmark

Mitten in Deutschland, im Kernland

deutscher Geschichte, haben sich

in den Burgen, Domen, Klöstern, Feld- und

Backsteinkirchen zahlreiche Zeugen mittelalterlichen

Lebens erhalten. Die Altmark ist

in dieser Hinsicht eine einzigartige Kulturlandschaft,

eingebettet in größtenteils unberührte

Natur.

Wer sich aufmacht, die Kunst der „Architekten

Gottes“ in den Kirchen zu entdecken,

taucht schon nach kurzer Zeit

ein in die symbolhafte Welt ihrer Erbauer.

Bis heute bestimmt der Kirchenbau des

Mittelalters unter dem Einfluss der askanischen

Herrscher das Erscheinungsbild

vieler Dörfer und Städte. Er ist in Stein gesetzter

Ausdruck einer langen und wechselvollen

Geschichte.

Von den über 400 Kirchen der Altmark

stammt die Hälfte aus der Zeit der Romanik.

In einer solchen Dichte haben sich romanische

Kirchen sonst nur im Rheinland

erhalten, wo ausgehend vom Kloster Cluny

Spannend für Groß und Klein – die Klosteranlage

am Arendsee © Danny Kurz

über Burgund hinaus ein dichtes Netz von

Abtei-, Dorf- und Pilgerkirchen zur christlichen

Missionierung errichtet wurde.

Entlang der Straße der Romanik erwartet

Sie in den Routenorten der Altmark

eine Vielzahl von Führungsangeboten,

Besichtigungsmöglichkeiten, Konzerten,

historischen Festen und kulinarischen Erlebnissen.

Theater zum Havelberger Domfest mit

Robin Hood © Danny Kurz

Abstecher von der Straße der Romanik in der Altmark

Werben – St. Johanneskirche

Seit dem 10. Jahrhundert steht an der Stelle der St. Johanneskirche bereits

ein sakraler Bau im einst slawisch/deutschen Grenzort. Mit den Holländern

kam unter Markgraf Albrecht um 1160 die Kunst des Backsteinbaus

in die (Nordmark) Altmark. St. Johannes gilt als die älteste Kirche des

Johanniterordens in Norddeutschland, der in der Hansestadt Werben eine

eigene Komturei unterhielt. Die wunderbare Akustik macht St. Johannes

alljährlich zur Konzertkirche.

Bismark – Stadtpfarrkirche

Die wehrhaft anmutende Feldsteinkirche entstand in der ersten Hälfte

des 12. Jahrhunderts und war ursprünglich eine dreischiffige romanische

Basilika. Im Innenraum des gut restaurierten Gotteshauses zieht neben den

Resten romanischer Wandmalereien ein barocker Altaraufsatz die Blicke

der Gäste auf sich. In der Stadt gibt es noch den romanischen Feldsteinturm

„Goldene Laus“ als heutigem Wahrzeichen der Stadt. Er kündet von

einer Wallfahrtskirche im Mittelalter an dieser Stelle. Die Stadt Bismark gilt

als Namensgeber des adligen Geschlechtes

von Bismarck, das aus der Altmark (siehe

auch Schönhausen) stammt und worauf

in einer kleinen Exposition im Stadthaus

hingewiesen wird.

KONTAKT

Mehr Informationen zu den Kirchen,

Klöstern und Orgeln in der Altmark

finden Sie unter www.altmark.de.

NORDROUTE Die Straße der Romanik | 6


Hohe Ehrung für Romanikfreund aus Beuster

Dr. Stephan erhält das Verdienstkreuz am Bande

Der Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier hat auf Vorschlag von Ministerpräsident

Dr. Reiner Haseloff an Dr.

Volker Stephan das Verdienstkreuz am Bande

des Verdienstordens der Bundesrepublik

Deutschland verliehen. Mit dieser Ehrung

wurde die Arbeit als Vorsitzender des Fördervereins

St.-Nikolaus-Kirche Beuster e.V.

und auch der Einsatz für den Denkmalschutz

gewürdigt. In seiner Laudatio hob

der Ministerpräsident den unermüdlichen

Einsatz von Dr. Stephan für die Erhaltung

des kulturhistorischen Erbes in der Hansestadt

Seehausen (Altmark) hervor. Die

Stiftskirche St. Nikolaus ist im Verlauf der

20 Jahre des Bestehens des Fördervereins

sowohl in kultureller als auch in touristischer

Hinsicht weit über die Landesgrenzen

hinaus bekannt geworden und hat

damit in bedeutenden Maße die Kulturlandschaft

des Landkreises Stendal und

der Straße der Romanik geprägt.

Romanik in Backstein an der Nordspitze der

Straße der Romanik © Peter Müller

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff übernimmt die Ehrung von Dr. Volker Stephan © Staatskanzlei

Der Förderverein von Beuster wurde im

Jahr 2001 gegründet und begeht 2021 sein

20-jähriges Jubiläum. Durch die kontinuierliche

Arbeit konnte das Baudenkmal an

der Straße der Romanik Schritt für Schritt

saniert werden, so dass der Besucher der

Stiftskirche heute angerührt von dem erhabenen

Raumeindruck das Gotteshaus

betritt. Über die bauliche Außen- und Innensanierung

hinaus wurde auf Initiative

des Fördervereins auch noch die Orgel

generalüberholt. Ein Fachrestaurator säuberte

den romanischen Taufstein und gab

ihm die ursprüngliche Gestalt zurück. Im

Turm wurden neue Glocken aufgehängt.

1917 waren zwei Glocken eingeschmolzen

worden. Heute rufen wieder drei Glocken

zum Gottesdienst. Alles dies ist nur

durch gemeinsame Anstrengung aller

Vorstandsmitglieder und in enger Zusammenarbeit

mit der Kirchengemeinde möglich

geworden. Dr. Stephan hob in seiner

Dankesrede aber auch die Bedeutung des

Denkmalschutzes in unserer Zeit hervor

und bedankte sich beim Landesamt für

Denkmalpflege in Halle und der Unteren

Denkmalbehörde Stendal für die konstruktive

Zusammenarbeit. Als Ortskurator

der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

erinnerte er an die mahnenden Worte

des langjährigen Vorsitzenden der Stiftung,

Herrn Prof. Gottfried Kiesow: „Wer

seine Denkmale verliert, verliert sein Gedächtnis“.

In Beuster können die Besucher

erleben, dass aktiver Denkmalschutz und

gottesdienstlicher Gebrauch im Einklang

mit kultureller und touristischer Nutzung

stehen. 13

Taufstein in Beuster © Ronald Rethfeldt

Blick zur Orgel in der St.-Nikolaus-Kirche Beuster © Horst Otto Müller

KONTAKT

Förderverein

St.-Nikolaus-Kirche Beuster e.V.

Telefon 039397 97458

www.foerderverein-beuster.de

7 | Die Straße der Romanik NORDROUTE


Havelberg – Tangermünde – Jerichow – Rathenow

Pedalenspione im Elb-Havel-Winkel unterwegs

Der Elb-Havel-Winkel ist ein wunderschönes

Fleckchen Erde im Nordosten

Sachsen-Anhalts und gehört zum

Landkreis Stendal. Wie der Name es treffend

beschreibt, sind seine Grenzen durch

die Flüsse Elbe und Havel definiert. Der

historisch geprägte Landstrich zieht sich

von Havelberg über Tangermünde und Jerichow

bis nach Rathenow.

Bereits zum dritten Mal sind die Spione

im Elb-Havel-Winkel unterwegs. Dabei

handelt es sich um die Fortführung der mit

dem sachsen-anhaltischen Tourismuspreis

ausgezeichneten Marketingkampagne. Die

Hansestadt Havelberg, die Verbandsgemeinde

Elbe-Havel-Land und die Lokale Arbeitsgruppe

Elb-Havel-Winkel haben die Spione

2018 mit den Küchenspionen ins Leben

gerufen. 2019 erkundeten die Freizeitspione

die Region und in diesem Jahr wurden historische

Stätten und touristische Magnete am

Havel- und Elberadweg durch die Pedalenspione

unter die Lupe genommen.

Die Spione 2020 in Person waren: Bloggerin

Sandra Hintriger von „Tripp-Tipp“,

Blogger Björn Menzel von „ferienamwasser.reisen“,

Marina Heinrich, Tourismusbeauftragte

der Hansestadt Havelberg,

LEADER-Manager Björn Gäde, sowie Jeanett

Czinzoll, Tourimusmanagerin der Verbandsgemeinde

Elbe-Havel-Land. Begleitet

wurde die kleine Radfahrgruppe von

Ingo Freihorst, Journalist der Lokalzeitung

Volksstimme und am ersten Tag von einem

Filmteam des MDR.

In den zwei Wochen im September, die

die Spione mit dem Rad unterwegs waren,

gab es eine Menge zu erkunden. Die historische

Baugeschichte mit seinen eigenen,

zahlreichen Geschichten wurde mit viel

Pedalenspione im Einsatz © Ingo Freihorst

Liebe und Leidenschaft von den ehrenamtlichen

Helfern vor Ort erzählt.

Drei der Etappenziele auf der Spionagetour

liegen an der Nordschleife der Straße

der Romanik.

In Schönhausen steht die Kirche St. Marien

und Willebrord. Dieser bedeutende romanische

Backsteinbau war 1815 Taufkirche

des ersten deutschen Reichskanzlers

Otto v. Bismarck. Bis heute erinnert die

historische Kulisse von Gutsanlage und

barocken Gartenträume-Park an die Ära

der Bismarcks im Ort.

Die zweite romanische Etappe befindet

sich in Sandau. In den letzten Tagen

des II. Weltkrieges wurden große Teile der

Kirche St. Laurentius/St. Nikolaus zerstört.

Durch viel Engagement der Bürger wurde

der Kirchturm wieder aufwändig rekonstruiert.

Nun finden dort, unter anderem

wechselnde Ausstellungen und kulturelle

Veranstaltungen statt. Den atemberaubenden

Blick über die Elbelandschaft vom

Glockenturm dieser Radwegekirche aus,

sollte sich niemand entgehen lassen.

Der Dom St. Marien der Hansestadt Havelberg

thront über der Stadt und ist schon

von weitem auszumachen. Für ihre nördlichste

Etappe auf der Straße der Romantik

im Elb-Havel-Winkel hatten die Pedalenspione

viel Zeit eingeplant. Die umfangreiche

Domführung und das Prignitzmuseum haben

spannende Geschichten zu bieten.

Viele Eindrücke und unzählige Fotos

sind in den Tagen während der Aktion

„Spione im Elb-Havel-Winkel“ entstanden.

Wunderschöne Berichte wurden auf den

Webseiten der Teilnehmer und Veranstalter

veröffentlicht.

Einen kleinen Einblick von der facettenreichen

Region zeigt der neue Wandkalender

für 2021. 15

Führung am Dom © Ingo Freihorst

Fast schon maritimes Ambiente: Havel und Dom in Havelberg © Björn Gäde

KONTAKT

www.leader-elbe-havel.de

www.elbhavelwinkel.com

www.havelberg.de

NORDROUTE Die Straße der Romanik | 8


Verleihung Romanikpreis 2019 und Sonderpreis 2020

Goldmedaille für Klosterbauhütte Merseburg e.V.

Bereits zum 25. Mal wurde der Romanikpreis

für herausragende Leistungen

zur Erhöhung der Bekanntheit der Straße

der Romanik in Sachsen-Anhalt verliehen.

Die Straße der Romanik lebt vom ehrenamtlichen

Engagement und es gibt zahlreiche

Aktivitäten, die den Veranstaltungskalender

bunt und reichhaltig gemacht

haben.

Das Wirtschaftsministerium lobt den

Sonderpreis, der kommunales Engagement

zur touristischen Aufwertung der Straße

der Romanik honoriert, in Verbindung mit

der Romanikpreisverleihung aus.

Die Straße der Romanik zählt mit 1,5

Mio. Besuchern jährlich zu den erfolgreichsten

Tourismusstraßen Deutschlands.

Romanische Bauwerke und Gartenträume

Parks finden sich an vielen Orten im Land.

So auch in Quedlinburg, wo der diesjährige

Preisträger, die Quedlinburg-Tourismus-

Marketing GmbH, durch eine gelungene

Symbiose aus privatem, ehrenamtlichem

und kommunalem Engagement eine hervorragende

Arbeit mit dem Verein „Klosterkirche

auf dem Münzenberg e.V.“ leistet.

2015 erfolgte, nach zwanzigjähriger

Sanierung und Erschließung der Anlage,

die offizielle Eröffnung des Museums und

2017 die Aufnahme in die Tourismusroute

Straße der Romanik.

Der Romanikpreis 2019 in Gold geht an

den Förderverein Klosterbauhütte Merseburg

e.V. für sein ehrenamtliches Engagement

rund um das Petrikloster in Merseburg

mit seiner über 1200-jährigen Geschichte.

Es handelt sich bei St. Petri um eines

der ältesten und größten romanischen

Gebäude der Stadt an der Saale. Seit der

Gründung des Förderkreises Klosterbauhütte

Merseburg e.V., der das Kloster heute

als Veranstaltungsort nutzt, änderte sich

viel beim Erhalt des Bauwerkes.

Drei Silbermedaillen wurden vergeben-

Reinhard Schmitt erhält die Silbermedaille

für sein ehrenamtliches Forschungsrepertoire

und die umfangreichen Veröffentlichungen

zu bau- und kunstgeschichtlichen

Themen im mitteldeutschen Raum. Seit 40

Jahren stellt er seine Arbeit in den Dienst

einer vertiefenden Kenntnis der Bewahrung,

Dokumentation und Vermittlung

mittelalterlicher Kulturschätze des Landes

Sachsen-Anhalt. Über 450 Veröffentlichungen

zu bau- und kunstgeschichtlichen Themen

liegen von ihm vor.

Dem Fotoclub Magdeburg 07 e.V.

wird die 2. Silbermedaille verliehen. Der

Fotoclub Magdeburg 07 hat vor allem in

den letzten fünf Jahren erheblich dazu

beigetragen, die Straße der Romanik zu

beleben, in dem er durch herausragende,

ehrenamtlich angefertigte und trotzdem

professionell gestaltete Fotos Impulse

gesetzt hat, die Straße der Romanik in der

Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.

Die Mitglieder des Fotoclubs haben seit

2014 alle Bauwerke der Tourismusroute

zum Teil mehrfach aufgesucht und fotografiert.

Ensemble montalbâne © Dorit Günther

Über die 3. Silbermedaille freut sich der

gemeinnützige Verein gelebtes Mittelalter

Ballenstedt e.V. Er wurde 2009 gegründet

und begeistert seit vielen Jahren die Besucher

u.a. am Romanikort Burg Falkenstein.

Vereinsziel ist historisches Brauchtum zu

erhalten, zu vermitteln und Wissen zu erwerben.

Seine ca. 50 ehrenamtlichen Mitarbeiter,

darunter viele Kinder und Jugendliche,

setzen sich intensiv mit der Zeit des

Mittelalters auseinander.

Der LTV hat die Preisträger und Aktivitäten

des Jahres 2019 mit einem Festakt in

der Marienkirche des Naumburger Doms

am 5. September 2020 ausgezeichnet. Der

Preis ist vom Landesverband der FDP 1995

gestiftet worden.

Traditionelles Foto aller Preisträger © LTV

9 | Die Straße der Romanik GLANZLICHTER


Korrespondenzorte zur Sonderausstellung „Mit Bibel und Spaten“

Das Erbe der Prämonstratenser

Ratzeburg

Rehna


Ratzeburg © Dr. Müller


Rehna

Havelberg

Magdeburg

Quedlinburg

Jerichow

CMYK: 0/30/100/20

RGB: 212/159/0

CMYK: 100/95/5/0

RGB: 45/46/131

Leitzkau

Brandenburg

Brandenburg

Magdeburg © W. Schilling

Havelberg

CMYK: 0/0/0/100

RGB: 29/29/27

Klosterrode

Jerichow

Quedlinburg © W. Schilling Klosterrode

Leitzkau © Bollmann

Im Jahr 2021 lädt das Zentrum für Mittelalterausstellungen

begleitend zur Sonderausstellung

„Mit Bibel und Spaten. 900

Jahre Prämonstratenser-Orden“, die vom

10. September 2021 bis 9. Januar 2022 im

Kulturhistorischen Museum Magdeburg

gezeigt wird, zu einer kulturhistorischen

Reise in neun verschiedene Korrespondenzorte

ein.

Unter dem Titel „Das Erbe der Prämonstratenser“

beteiligen sich Brandenburg an

der Havel, Havelberg, Jerichow, Klosterrode,

Leitzkau, Magdeburg, Quedlinburg,

Ratzeburg und Rehna an diesem Projekt. In

all diesen Orten lassen sich bis heute angefangen

von repräsentativen Bauwerken

über sakrale Kunst bis hin zu historischen

Schriftzeugnissen authentische Spuren

der Geschichte des Ordens der Prämonstratenser

auffinden. Sie stellen ein wichtiges

historisches Erbe dar und beleuchten

ein bisher wenig bekanntes Kapitel der

Kulturgeschichte in Sachsen-Anhalt und

darüber hinaus in drei weiteren Bundesländern.

Ausstellungen, Führungen, Vorträge,

Musik- und Theateraufführungen

sowie museumspädagogische Angebote

werden sich auf vielfältige Weise mit den

Prämonstratensern und ihrem bis heute

spürbaren Wirken befassen. Als Chorherren

bemühten sich die Prämonstratenser

vor allem um die Seelsorge und christliche

Nächstenliebe. Weit darüber hinaus prägten

sie in Klosteranlagen und Stiften lebend

mit Ackerbau, Viehwirtschaft, Mühlen,

Teichen und Schleusen die umgebende

Landschaft. Auf diese Weise besaßen sie

einen bedeutenden Einfluss innerhalb des

dynamischen Prozesses, der heute unter

dem Begriff mittelalterlicher Landesausbau

bekannt ist. Zwischen Ostseeraum

und Harz wird es 2021 zahlreiche Gelegenheiten

geben, der Geschichte der Prämonstratenser

nachzuspüren.

Auf den Internetseiten des Zentrums

für Mittelalterausstellungen steht ein Veranstaltungskalender

zur Verfügung, der

die Veranstaltungen und Aktivtäten aller

beteiligten Partner aufzeigt. In kleinen Portraits

stellen sich die Korrespondenzorte

nachfolgend vor.

KONTAKT

Zentrum für Mittelalterausstellungen

Otto-von-Guericke-Str. 68–73

39104 Magdeburg

Telefon 0391 5403580

info@mittelalterausstellungen.de

www.mittelalterausstellungen.de

www.erbe-praemonstratenser.de

PRÄMONSTRATENSER Die Straße der Romanik | 10


Mit Bibel und Spaten. 900 Jahre Prämonstratenser-Orden

Sonderausstellung in Magdeburg

Im Jahr 2021 kann der Orden der Prämonstratenser

auf sein bereits über

900 Jahre währendes Bestehen zurückblicken.

Der aus einer adligen Familie stammende

Hl. Norbert von Xanten (* um 1082,

† 6. Juni 1134, heilig 1621) unterbrach seine

beachtliche geistliche Karriere, um ein bescheidenes

Leben als Prediger zu führen.

1120 gründete er mit einigen Gleichgesinnten

ein Kloster in Prémontré in Frankreich,

aus dem zu Weihnachten 1121 der heute

weltweit blühende Prämonstratenser-Orden

hervorging. Wie die Zisterzienser gehören

die Prämonstratenser zu den überaus

erfolgreichen Reformorden des hohen

Mittelalters, welche die Geschichte und

die Landschaft vieler Regionen und Orte

nachhaltig prägten.

Werden und Wirken

Auch zahlreiche Adlige stiegen aus ihrem

bisherigen privilegierten Leben aus und

suchten eine neue Bestimmung als Seelsorger

und Prediger. So gründeten bereits

1122 die Grafenbrüder von Cappenberg das

gleichnamige Kloster als erste Prämonstratenser-Niederlassung

auf dem Boden des

heutigen Deutschland und traten darin

ein.

Wenige Jahre später wandelte sich

das Leben des Hl. Norbert von Xanten erneut,

als er von 1126 bis zu seinem Tod 1134

das Amt des Erzbischofs von Magdeburg

übernahm. Dieser Wechsel vom Wanderprediger

zum geistlichen Fürsten war bei

seinen Anhängern durchaus umstritten.

Trotzdem entwickelte sich

Magdeburg in der Folge

zu einem Zentralort des

Ordens und zugleich

Mittelpunkt des sächsischen

Verwaltungsgebiets

der Prämonstratenser.

Der neue

Orden hatte darüber

hinaus immensen Erfolg,

denn bis zum Ende des

Mittelalters konnten

Hunderte Niederlassungen

von Irland

bis Ungarn,

von Norwegen bis

Sizilien gegründet

werden.

Die Cappenberger Büste zeigt Kaiser Friedrich I.

(Barbarossa), ein Reliquiar aus dem 12. Jahrhundert

© Kath. Kirchengemeinde St. Johannes

Selm-Cappenberg

Norbert von Xanten, der Begründer des Prämonstratenserordens, besiegt den Ketzer Tanchelm

(Peter Paul Rubens 1622/23) © The Phoebus Foundation

Die Ausstellung in Magdeburg

In der ersten Alleinausstellung über die

Prämonstratenser illustrieren herausragende

Kunstwerke vom Mittelalter bis in

die Neuzeit das kulturelle, geistige und

wirtschaftliche Wirken des Ordens von

den Ursprüngen bis heute. Schwerpunkte

dabei sind die Zeit der frühen Gründer

im 12. Jahrhundert, die Darstellung des Ordenslebens

in der Gemeinschaft und in der

Außenwirkung, Schatzkunst in Liturgie und

Verehrung, Heilige und Selige des Ordens

und dessen Beharrungsvermögen entgegen

den neuzeitlichen Umbrüchen.

Die Ausstellung bildet die Klammer

zwischen weiteren Attraktionen in Magdeburg.

So wurde im früheren Prämonstratenser-Kloster

Unser Lieben Frauen

die Erstgrablege des Hl. Norbert würdig

gestaltet. In der nördlichen Altstadt entsteht

ein neues kirchliches Zentrum mit

dem Neubau eines Prämonstratenser-Konvents

in den so genannten Ökumenischen

Höfen. 1

KONTAKT

Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Otto-von-Guericke Straße 68–73

39104 Magdeburg

Telefon 0391 5403530

museen@magdeburg.de

www.khm-magdeburg.de

11 | Die Straße der Romanik PRÄMONSTRATENSER


Das Erbe der Prämonstratenser

Der Ratzeburger Dom

Im Jahr 1154 erfolgte eine Neugründung

des Bistums Ratzeburg durch Herzog

Heinrich den Löwen (reg. 1142– 1180). Erster

Bischof war der später heiliggesprochene

Evermod (amt. 1154–1178), zuvor Propst des

Prämonstratenser-Klosters Jerichow. Das

den Bischof wählende Domkapitel bestand

seitdem aus Prämonstratensern.

Der Ratzeburger Dom ist eine der ältesten

Backsteinkirchen Norddeutschlands

(um 1160–1220). Die dicken Mauern im

Westen sollten ursprünglich zwei Türme

tragen. Tatsächlich wurde nur ein mächtiger

Turm als „Wächter gegen die Finsternis“

gebaut. Die durch Bögen verbundenen

Pfeiler betonen den Weg-Charakter der romanischen

Kirche: Der Weg führt aus dem

Dunkel ins Licht. Unter dem Triumphkreuz

mit Christus stehen Maria und Johannes

(um 1260). Der Bau der Kirche wurde mit

dem Chor im Osten begonnen, den man

schon als Kirche in der Kirche nutzte, während

das Hauptschiff im Westen noch vollendet

wurde. Der andersfarbige Backstein

stammt aus einer später erschlossenen

Tongrube. Zur bronzenen Taufe von 1440

gehörte auch eine hölzerne Taufschranke

(heute im nördlichen Querschiff), die wie

die Kanzel aus der Lübecker Werkstatt von

Hinrich Matthes stammt. Vor dem gotischen

Altar stehen zwei Dreisitze. Der

rechte, der ältere der beiden Priesterstühle,

trägt auf einer Seitenwange die Darstellung

der Wurzel Jesse, des Stammbaums

Jesu (1340). Der Altar selbst hat eine wechselvolle

Geschichte. Seine vergoldeten

Apostel und Heiligenfiguren rechts und

Der Dom von Ratzeburg liegt auf einer Halbinsel im Ratzeburger See © (2) Dom Ratzeburg

links sind erhalten geblieben (1481). Heute

enthält der Mittelteil eine nachträglich eingefügte,

aus einem Stein gehauene Passionstafel

(um 1430), und die in Silber getriebene

Figur des auferstandenen Christus als

Salvator Mundi (Erlöser der Welt, 1634). Vor

der Fensterrose an der westlichen Turmwand

wurde 1978 die Hauptorgel (Rieger/

Österr.) aufgestellt, deren 60 Stimmen sich

auf vier Klaviaturen und Pedal verteilen. Im

benachbarten Paradies und in der Vierung

stehen weitere Orgeln.

Das Paradies, die Vorhalle, bildet den

Abschluss des gesamten Bauwerks und

wurde um 1220 vollendet. Eine Steintafel

in der Wand weist auf die Domgründung

durch Heinrich den Löwen hin. Auf der Südseite

des Doms ist 1380 eine Kapelle angefügt

worden, die im Rahmen der Einsetzung

der Lauenburger Herzöge eine große

Rolle spielte. Der Bau des Klosters mit

dem Kreuzgang erfolgte überwiegend im

13. Jahrhundert. Vom nördlichen Querhaus

der Domkirche führt ein Portal in den ältesten

Teil des Kreuzgangs. Im nördlichen

Teil des Kreuzgangs befinden sich in sechs

mittelalterlichen Blendbögen bildliche

Darstellungen des apostolischen Glaubensbekenntnisses.

1504 legten die 14 Domherren die Kleidung

der Prämonstratenser ab. Damit endete

die Periode als Prämonstratenser-Stift.

1554 nahm der letzte Bischof Christoph von

der Schulenburg das lutherische Bekenntnis

an. Dann verkaufte er das Territorium

des Bistums Ratzeburg an die Herzöge von

Mecklenburg. Die Domschule hatte bis in

die Mitte des 19. Jahrhunderts Bestand

und ging unmittelbar über in die Lauenburgische

Gelehrtenschule, bis heute das

Ratzeburger Gymnasium daraus wurde. Die

Räumlichkeiten des Domes, des Klosters

und der Nebengebäude werden neben der

Kirchengemeinde durch Bildungsstätten

der Nordkirche (Predigerseminar und Pastoralkolleg)

und eine Paramentenwerkstatt

genutzt und von der Vorwerker Diakonie

bewirtschaftet (Gästehaus, Café).

Die Ansverustafel ist dem 1066 gesteinigten Mönch und Märtyrer Ansverus gewidmet

KONTAKT

Dom Ratzeburg

Domhof 35

23909 Ratzeburg

Telefon 04541 3406

buero@ratzeburgerdom.de

www.ratzeburgerdom.de

www.ratzeburgerdom.de/

3000_dommusiken

PRÄMONSTRATENSER Die Straße der Romanik | 12


Filiation des Stiftes Leitzkau

Der Dom zu Brandenburg

Um 1148 hatte das Prämonstratenser-

Stift Leitzkau eine kleine Filiation an

der damals bereits bestehenden Kirche St.

Gotthardt in der heutigen Altstadt Brandenburg

gegründet. Diese Gemeinschaft

wurde 1161 von Bischof Wilmar von Brandenburg

(amt. um 1161–1173) als Domkapitel

Brandenburg bestimmt. Fünf Jahre

später bekundete er, dass er das Domkapitel

auf die heutige Dominsel verlegt hat.

Brandenburg an der Havel, Blick auf die Dominsel

© Lutz Hannemann, Potsdam

Bewusst knüpfte Wilmar damit an die Tradition

des von Otto I. gegründeten Bistums

an. Knapp 350 Jahre lang bestand das Kapitel,

aus Prämonstratensern gebildet, bis

Kurfürst Joachim I. von Brandenburg (reg.

1499–1535) aus kirchenpolitischem Kalkül

die Aufhebung der Ordensregel durchsetzte.

Die Transmutation im Jahre 1506 bedeutete

den bis dahin tiefsten Einschnitt in die

Stiftsgeschichte.

Das Erbe der Prämonstratenser ist in

Brandenburg an der Havel eindrücklich zu

erleben. Der romanische Westbau von St.

Gotthardt und Dom zu Brandenburg gehören

zu den frühesten christlichen Bauten

östlich der Elbe. Heute wird er von seiner

spätgotischen Ausbauphase geprägt. Die

gotischen Malereien in der ehemaligen

Stiftsbibliothek zeigen das prämonstratensische

Bildungsideal des 15. Jahrhunderts.

Herausragend ist der mittelalterliche Paramentenschatz,

der noch immer vor Ort

verwahrt wird und der zu den bedeutendsten

dieser Art in Europa gehört.

Der Dom St. Peter und Paul steht in der Tradition von Otto I. © MK

KONTAKT

Domstift Brandenburg

Dommuseum

Burghof 10

14779 Brandenburg

Telefon 03381 2112221

museum@dom-brandenburg.de

www.dom-brandenburg.de

13 | Die Straße der Romanik PRÄMONSTRATENSER


Havelberger Dom überragt die Stadt

Monumentalbau mit mehr als 850 Jahren

Der Havelberger Dom als eine der größten

und ältesten Kirchen im Norden

Deutschlands feierte 2020 sein 850. Weihejubiläum.

Prämonstratenser-Chorherren

haben ihn erbaut, nachdem Albrecht der

Bär im Slawenkreuzzug von 1147 die östlich

der Elbe lebenden Stämme unterworfen

hatte.

Den Prämonstratenser Anselm

hatte der Magdeburger

Erzbischof Norbert bereits

1129 zum Bischof von

Havelberg geweiht.

Als er nach dem

Kreuzzug seinen

Bischofssitz einrichtete,

besetzte

er zunächst sein

Domstift mit Chorherren

seines Ordens

und plante mit ihnen

Siegelstempel (Typar) des

Havelberger Domkapitels den Bau einer dreischiffigen

Basilika mit monu-

(13. Jahrhundert)

mentalem Westquerriegel.

Als Baumaterial diente ein sehr harter

gelbgrauer Quarzit, der aus Steinbrüchen

bei Gommern, rund 100 km südlich von

Havelberg kam. Zum Materialtransport

dienten Lastkähne, die über Elbe und Havel

die Baustelle erreichten.

Skulptur des Klosterkochs (um 1300)

© (4): Antje Reichel, Prignitz-Museum.

Blick auf den Havelberger Dom und das Prignitz-Museum

Wie sich die Situation am Bischofssitz

1150 darstellte, schrieb Anselm in einem

Brief an seinen Freund Wibald von Corvey:

„[…] einige von uns bauen einen Festungsturm

im Angesicht des Feindes, andere

stehen Wache gegen Angriffe der

Heiden, andere, die sich ganz dem Gottesdienst

hingeben, erwarten täglich das

Martyrium, andere reinigen durch Fasten

und Gebet ihre Seele […] andere beschäftigen

sich in ihrer Freizeit mit der Liturgie

und strengen sich an bei heiliger Meditation

und eifern dem Beispiel und der Lebensweise

der Heiligen nach, und so folgen

wir alle, nackt und arm, dem nackten und

armen Christus, so gut wir können.“

Um Kolonisten anzuwerben, bemühten

sich Markgraf Albrecht und Bischof Anselm

in Holland, Flandern und Regionen am

Rhein um Siedler, die in den neu zu gründenden

Dörfern und Städten leben sollten.

Die Kulturlandschaft des ostelbischen Raumes

erlebte in jener Zeit einen einmaligen

und nie wieder erreichten Aufschwung.

Bereits nach 20 Jahren Bauzeit konnte

der Dom zu Ehren der Heiligen Maria,

Laurentius und Constantius von Perugia

geweiht werden. Die feierliche Zeremonie

fand am 16. August 1170, dem Tag nach Maria

Himmelfahrt statt. Zugegen waren neben

Erzbischof Wichmann von Magdeburg

die Bischöfe von Ratzeburg, Brandenburg

und Meißen. Als hohe weltliche Herren

nahmen Markgraf Albrecht der Bär, sein

Sohn Markgraf Otto I. sowie die beiden

Pommernfürsten Bogeslav und Kasimir an

der Feier teil. Für den siebzigjährigen Markgrafen

Albrecht der Bär wurde die Havelberger

Domweihe zur letzten Amtshandlung,

denn drei Monate darauf verstarb

Ein besonderer Schatz der Domstiftsbibliothek:

Fragment einer Choralnotation (um 1320)

er. Sein Sohn Markgraf Otto I. hatte nicht

nur die Domweihe finanziert, er vermachte

dem Domkapitel auch erhebliche Einkünfte

aus zwei altmärkischen Dörfern unter

anderem zur Einrichtung eines Hospitals,

für Kerzen im Dom und zur Instandsetzung

des Daches. Das Wirken der Prämonstratenser

im Bistum zeigte sich in den folgenden

Jahrhunderten vor allem in der Ausbildung

von Priestern und der Seelsorge in

den Gemeinden.

900 Jahre Prämonstratenserorden –

diesem Jubiläum widmen die Domgemeinde

und das Prignitz-Museum am Dom 2021

zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen.

Thematisch passende Konzerte

gehören ebenso zum Jahresprogramm.

Spezielle Klosterführungen sind über das

Prignitz-Museum buchbar. 15

KONTAKT

Prignitz-Museum am Dom Havelberg

Domplatz 3 in 39539 Havelberg

Telefon 039387 21422

prignitz-museum@gmx.de

www.prignitz-museum.de

PRÄMONSTRATENSER Die Straße der Romanik | 14


Bezaubernde Gärten locken

„Spuren in Backstein“ im Kloster Jerichow

Die Stiftskirche St. Marien & St. Nicolai

von Jerichow ist einer der ältesten

Backsteinbauten Norddeutschlands.

Die in großen Partien stilrein erhaltene

romanische Klosteranlage gehört zu den

meistbesuchten Stationen an der Straße

der Romanik.

Auf das Jahr 1144 datiert die Stiftungsurkunde

der Prämonstratenser-Niederlassung

in Jerichow, dem ersten Missionsstützpunkt

östlich der Elbe. Anlässlich des

900-jährigen Ordens-Jubiläums wird ab

Sommer 2021 die neue Dauerausstellung

im Dormitorium der Klosteranlage eröffnet.

Groß und Klein sind herzlich dazu eingeladen

die Ausstellung aktiv zu erkunden.

Neben der Bau- und Kunstgeschichte

wird sowohl der Alltag als auch die Wirtschaft

im Jerichower Stift durch spannende

Funde beleuchtet. Hauptaugenmerk der

neuen Ausstellung wird die Schreibstube

des Klosters.

Blick vom Hochbeetgarten auf die Kirche

Bildrechte (3): Stiftung Kloster Jerichow

Die kleinen Besucher werden durch unseren

Kloster-Klaus mit der Geschichte des

Klosters vertraut gemacht und mit auf eine

Reise in die Vergangenheit genommen.

Fragen wie: „Wer waren die Prämonstratenser?“

Und: „Warum ließen sie sich in Jerichow

nieder?“ wird anschaulich auf den

Grund gegangen. Wie konnte man sich den

Tagesablauf der Chorherren überhaupt

vorstellen? –„Wann wurden die Chorherren

geweckt?“, „Wie schliefen die Chorherren

überhaupt im 12. Jahrhundert?“ Wer möchte,

kann es vor Ort nachvollziehen und

selbst ausprobieren.

Der Bereich des mittelalterlich nachempfundenen

Klostergartens lädt den

Besucher ganzjährig zum Verweilen ein.

Neben einem Färbergarten können die Besucher

den Gemüse- und Würzgarten und

einen Feldfruchtgarten erkunden. Naschen

ist ausdrücklich erlaubt!

VERANSTALTUNGSTIPPS 2021

09.–11. Juli

Mittelalterliches

Klostergartenfest

13.–15. August Jazz im Kloster

08.–10. Okt.

16.–17. Okt.

27.–28. Nov.

3. + 17. April

6. + 20. Nov.

11. Dezember

Hochbeetbau mit

Voranmeldung

Prämonstratenser-

Wochenende

Adventsmarkt

im Kreuzgang

Brennerabende

2021

Kloster Jerichow, Stiftskirche

Eine Besonderheit des Klostergartens

sind die Hochbeete, in denen vor allem

Heilpflanzen herangezogen werden. Jährlich

findet ein Workshop zum Hochbeetbau

statt, durch den die eigenen Hochbeete

ergänzt und erneuert werden, aber

auch interessierten Gärtnern die Möglichkeit

zur aktiven Teilnahme geboten werden

soll. Zudem wird das Thema Kräuter in der

klostereigenen Brennerei wieder aufgegriffen.

Interessierte können an einem der

Jerichower Brennerabende das Geistsortiment

verkosten. 20

KONTAKT

Besucherservice

Stiftung Kloster Jerichow

Am Kloster 1

39319 Jerichow

Telefon 039343 285

www.kloster-jerichow.de

info@kloster-jerichow.de

15 | Die Straße der Romanik PRÄMONSTRATENSER


Eingangsportal der Klosterkirche © Klosterverein

Rehna e. V.

Kleinstadt mit großer Geschichte

Prämonstratenserinnen-Kloster in Rehna

Im Herzen der kleinen Fachwerkstadt

Rehna in Nordwestmecklenburg liegt

die heute noch gut erhaltene, stattliche

Klosteranlage. Die Anfänge gehen bis ins

13. Jahrhundert zurück. Wie das Ratzeburger

Zehntregister von 1230 bis 1234 ausweist,

existierte bereits vor der Gründung

des Klosters eine romanische Pfarrkirche,

errichtet von Siedlern aus dem hessischen

Rhena. Diese kamen nach dem Wendenkreuzzug,

den Heinrich der Löwe (reg.

1142–1180) 1147 im Norden führte, in den

Mecklenburger Raum. Diese romanische

Kirche wurde von 1200 bis 1215 errichtet.

1236 wurde das Nonnenkloster durch einen

Mönch Ernestus aus Ratzeburg zunächst

nach den Regeln des hl. Benedikt gegründet.

Der Ratzeburger Bischof Ludolf (amt.

1236–1250) weihte 1237 die Klosterkirche

zu Ehren der hl. Mutter Maria und der hl.

Elisabeth (von Thüringen). Ab 1319 gehörte

das Kloster dem Prämonstratenser-Orden

und in den letzten Jahren vor der Säkularisierung

lose dem Zisterzienser Orden an.

Das Kloster beherbergte in seiner Blütezeit

im 14. und 15. Jahrhundert bis zu 30

Kunstausstellungen im Kreuzgang © Klosterverein Rehna e.V.

VERANSTALTUNGSTIPPS 2021

8. Mai

Juli bis Sept.

jeweils

sonntags

um 14 Uhr

geführte Radtour

vom Kloster Ratzeburg

zum Kloster Rehna

„Auf den Spuren der

Prämonstratenser“

Themenführungen

„Das Erbe der

Prämonstratenser“

7./8. August Klosterfestival

11. April und

12. September

Themenführung mit

Musikperformance

Kloster Rehna, Blick auf die Anlage und Bauten

© R. Kruse

Ordensschwestern und bis zu 60 Laienschwestern.

Adlige Familien, aber auch

wohlhabende Lübecker Bürger schickten

ihre Töchter ins Rehnaer Kloster und stifteten

umfangreiche Ländereien.

Der Bau der Klostergebäude ging zunächst

schleppend voran, war dann wahrscheinlich

bis 1400 abgeschlossen. Lediglich

das Gästerefektorium wurde erst

um 1425 fertiggestellt und die Kirche bis

1456/57 im gotischen Stil erweitert. Obwohl

das Kloster nach der Reformation 1552

säkularisiert wurde, sind heute bis auf den

Westflügel und die Nonnenräume im Osten

der Anlage alle anderen Gebäudeteile

noch vorhanden. Wertvolle Wandmalereien

in der Klosterkirche, im Gerichtssaal und

vor allem im Gästerefektorium sind erhalten

geblieben oder wurden wieder freigelegt.

In letzterem sind auch das Kreuzrippengewölbe

und die Wandkonsolen mit

der Darstellung der klugen und törichten

Jungfrauen von großer Bedeutung.

Das ehemalige Prämonstratenserinnen-

Kloster in Rehna wird heute durch den

Klosterverein Rehna e.V. präsentiert. 2021

erinnert der Verein mit zahlreichen Themenführungen,

Vorträgen und musikalischen

Annäherungen an den aus Frankreich

stammenden Orden und seinen charismatischen

Gründer Norbert von Xanten.

Heute werden im Kreuzgang Kunstausstellungen

gezeigt und in der Kirche wie

im Nonnengarten Konzerte veranstaltet.

2004 wurde die Anlage durch einen neu

angelegten Klostergarten und 2008 durch

ein Kneippbecken, das von einem artesischen

Brunnen im Propsteihof gespeist

wird, erweitert. Im repräsentativen Gästerefektorium

kann jetzt standesamtlich geheiratet

werden. Im sogenannten Langen

Haus arbeitet heute die Verwaltung des

Amtes Rehna.

KONTAKT

Kloster- und Stadtinformation Rehna /

Klosterverein Rehna e. V.

Kirchplatz 1a

19217 Rehna

Telefon 038872 52765

info@kloster-rehna.de

www.kloster-rehna.de

PRÄMONSTRATENSER Die Straße der Romanik | 16


Prämonstratenser durften Brandenburger Bischof wählen

Leitzkau – Sitz der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Die wichtige strategische und erhöhte

Lage des Ortes Leitzkau östlich der Elbe

sorgte seit dem 10. Jahrhundert immer

wieder dafür, dass hier deutsche Heere in

ihrem Kampf gegen slawische Stämme

und polnische Herrscher zusammenkamen.

In Leitzkau befand sich zudem ein

Hof des brandenburgischen Bischofs Wigo,

auf den er sich nach dem Slawenaufstand

von 983 zurückzog. Sein späterer

Nachfolger Wigger, der ein enger Vertrauter

Norberts von Xanten war, etablierte um

1138/39 eine Gemeinschaft von Prämonstratensern

in Leitzkau. Sie stammten aus

dem Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg

und bildeten in Leitzkau für einige

Jahre ein provisorisches Domkapitel der Diözese

Brandenburg. Während dieser Phase

nutzte die Gemeinschaft die Petrikirche als

vorläufige Domkirche. Ihre heutige Gestalt

trägt im Inneren noch Spuren des romanischen

Vorgängerbaus, wie z.B. im Kirchenschiff

und im rechteckigen Chor entdeckt

werden kann. Zwischen 1142 und 1145 zog

der Konvent auf eine waldige Höhe nördlich

von Leitzkau, wo 1155 die dreischiffige

Basilika „Sancta Maria in Monte“ geweiht

wurde. Trotz zahlreicher baulicher Veränderungen

späterer Jahrhunderte vermittelt

dieses imposante Gotteshaus noch heute

deutliche Spuren seines romanischen Ursprungs.

Der Kirchenbau repräsentierte damit

die hohe Stellung der Leitzkauer Prämonstratenser,

deren wichtigstes Recht

die Wahl des Brandenburger Bischofs war.

Nachdem Bischof Wilmar 1161 in Brandenburg

an der Havel ein neues Domkapitel

Das Schloss Leitzkau mit der ehemaligen Stiftskirche St. Marien © MEH Bergmann

(Creative-Commons-Lizenz 4.0 international)

etabliert hatte, kam es mit Leitzkau zu

langwierigen Streitigkeiten hinsichtlich

dieses Wahlrechts. Immerhin konnte sich

das Leitzkauer Stift bis Ende des 13. Jahrhunderts

eine Mitwirkung bei der Wahl

des Bischofs von Brandenburg sichern.

Diese Tatsache kann aber nicht darüber

hinwegtäuschen, dass sich die Stellung

des Stifts nachhaltig geschwächt hatte,

auch wenn dessen Grundbesitz durchaus

ansehnlich war. Dieser speiste sich vornehmlich

aus der Zeit der Gründung und

umfasste zum Teil ganze Dörfer wie z. B.

Lochau, Niendorf und Kressow. Aber auch

umfängliche Einzelrechte eigneten sich die

Prämonstratenser in Leitzkau an, darunter

Wälder, Hufen und Zinszahlungen. Bis ins

16. Jahrhundert gelang es dem Stift, seine

Besitzung verhältnismäßig geschlossen zusammenzuhalten.

Dies weckte im Rahmen

der um sich greifenden Reformation durchaus

Begehrlichkeiten. Um 1537 verließen die

letzten Ordensangehörigen das Stift, das

mit dessen Aufhebung 1564 in den Besitz

der Familie von Münchhausen gelangte.

Unter Einbezug der baulichen Struktur des

Stifts ließen ihre Vertreter eine Schlossanlage

im Gepräge der Weserrenaissance errichten.

Bis heute erhebt sich dieser Bau

weithin sichtbar aus der Landschaft. 25

Leitzkau, Stiftkirche „Sancta Maria in Monte“,

Fragment eines Kapitells.

Romanische Relikte geprägt von schlichten Säulen mit kurzen Rundbögen © Christoph Jann

KONTAKT

Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Schloss Leitzkau

Am Schloss 4 | Leitzkau

39279 Gommern

Telefon 039241 934-0

leitzkau@kulturstiftung-st.de

www.kulturstiftung-st.de/burgenschloesser-dome/schloss-leitzkau/

17 | Die Straße der Romanik PRÄMONSTRATENSER


Äbtissin Beatrix lässt 1148 Prämonstratenserkloster gründen

Quedlinburg mit vorottonischem Kirchenbau

Zu Beginn des 10. Jahrhunderts erwarben

die Liudolfinger/Ottonen vom

Kloster Hersfeld Besitzungen nördlich des

Harzes, zu denen eine dem sancti Wigberthi

geweihte Kirche gehörte. Hierbei

handelte es sich um den Vorgängerbau

der heutigen Wipertikirche, die Teil der königlichen

Pfalz war. Aus dieser frühen Zeit

hat sich nur die Krypta erhalten. Mit der im

Jahr 1148 auf Betreiben der Äbtissin Beatrix

II. erfolgten Gründung eines Prämonstratenserklosters

in Quedlinburg begann die

Umgestaltung des ottonischen Kirchenbaues

in die heute noch erhaltene romanische

Pfeilerbasilika. Die ersten nun nach

Quedlinburg ziehenden Chorherren kamen

aus dem Kloster Cappenberg.

Der ursprüngliche Grundriss des Langhauses

und des Chorraumes wurde mit

St. Wiperti © (2) W. S.

St. Wiperti, Keller des Klausurgebäudes

den Baumaßnahmen des 12. Jahrhunderts

beibehalten. Auf das Querschiff und die

Vierungsbögen verzichteten die Baumeister

des Ordens allerdings. Nach 1285 erweiterten

die Prämonstratenser die Kirche im

gotischen Stil nach Osten. 1422 kam ein

offen liegender Dachstuhl hinzu, der heute

noch in Teilen erhalten ist. Drei große

gotische Fenster in der Chorwand sind aus

dieser Zeit überliefert. Das südliche Seitenschiffportal

trägt ein bemerkenswertes romanisches

Tympanon aus der ersten Hälfte

des 13. Jahrhunderts, das 1956 von der St.

Marienkirche auf dem Münzenberg hierher

gebracht wurde. Neben der Kirche befindet

sich ein romanisches Klostergebäude

(Klausur), dessen riesiger Gewölbekeller

erhalten ist. Die Außenmauern im Erdgeschoss

datieren etwa auf das Jahr 1180.

Um den Erhalt der historischen Anlage

kümmert sich heute ein Förderverein.

Öffnungszeiten: Mai–Okt. Mo–Sa 10–12

Uhr und 14–17 Uhr, So 14–17 Uhr. Das Klausurgebäude

wird erst nach Beendigung

der laufenden Bauarbeiten geöffnet. Außerhalb

der Öffnungszeiten sind Gruppenführungen

ab 10 Personen nach Voranmeldung

(mind. 1 Woche vorher) möglich. 40

KONTAKT

Förderverein St. Wipertikirche

Quedlinburg e.V.

c/o Katholisches Pfarramt

Neuendorf 4

06484 Quedlinburg

Telefon 03946 915082

wiperti@web.de

www.wiperti.de

PRÄMONSTRATENSER Die Straße der Romanik | 18


Lebendige Gemeinschaft beurkundet

Klosterrode präsentiert neue Ausstellung

Eingangsportal © Gemeinde Blankenheim-

Klosterrode

Das Schloss Klosterrode entstand nach der Verweltlichung des Prämonstratenser-Stifts 1540

© Jwaller (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Gewölbesaal © Gemeinde Blankenheim-Klosterrode

VERANSTALTUNGSTIPPS 2021

jährlich

am 2. Märzwochenende

12. September

Führungen anlässlich

der bundesweiten Tage

der offenen Töpfereien

Führungen zum Tag

des offenen Denkmals

Im Gebiet des Blankenheimer-Hornburger

Sattels stifteten die edlen Herren

von Querfurt um 1150 eine neue Gemeinschaft

der Prämonstratenser. Erst um 1500

wird dieses Stift „Klosterrode“ genannt. Im

Mittelalter hieß es zumeist schlicht Rode

oder Hildburgerode. Innerhalb der Landesgeschichte

werden Besitz und Bedeutung

Klosterrodes kaum als überragend

eingeschätzt. Jedoch lassen mehr als 80

überlieferte Urkunden das Bild einer lebendigen

Gemeinschaft der Prämonstratenser

entstehen, die wirtschaftlich und

seelsorgerisch tätig waren und die umliegende

Landschaft prägten. Klosterrode

besaß zahlreiche Güter, betrieb Ackerbau

und züchtete Kühe sowie Pferde. Die Prämonstratenser

besaßen außerdem Mühlen,

Wiesen und Weiden. Schwierigen Bodenverhältnissen

zum Trotz legte man in

der Nähe des Stifts vier Teiche an, die ebenso

viele Äcker bewässerten. Mit der Reformation

wurde Klosterrode in eine landesherrliche

Grundherrschaft umgewandelt.

Die klösterlichen Bauten wurden entweder

abgetragen oder teils in ein Schloss umgestaltet,

das jedoch zahlreiche Spuren des

alten Stifts bewahrte.

Heute zieht Klosterrode viele Besucher

an, die hier die baulichen Hinterlassenschaften

der Prämonstratenser bestaunen

können. Erhalten sind Teile der ehemaligen

Klausur, z. B. in Form eines zweischiffigen

Raumes mit rundbogigen Kreuzgratgewölben.

Auch kleine Nebenräume, die mit

Tonnengewölben ausgestattet sind, und

Reste des einstigen Kreuzganges findet

man. Über die Gemeinde Blankenheim

können Führungen durch das historische

Schloss gebucht werden. Darüber hinaus

eignet sich Klosterrode hervorragend als

Ausgangs- oder Zielort für Wanderungen

durch den Harz und entlang der Straße der

Romanik.

Anlässlich des Jubiläums des Prämonstratenser-Ordens

wird in Klosterrode 2021

in Kooperation mit dem Zentrum für Mittelalterausstellung

eine

Tafelausstellung

zur Geschichte

und

Bedeutung des

Stifts eröffnet.

Führungen und

Vortragsveranstaltungen

runden

das Jubiläum der Prämonstratenser

ab.

Abguss des Siegels Burkhards von Querfurt

(1260). Er war Schutzherr Klosterrodes.

© Karl-Franzens-Universität Graz

KONTAKT

Gemeinde Blankenheim

Kreisfelder Weg 165 a

06528 Blankenheim

Telefon 34659 60707

www.blankenheim-klosterrode.de/

19 | Die Straße der Romanik PRÄMONSTRATENSER


13.

Juni bis September 2021

Musik, Märkte, Feste & mehr

Kloster in Bewegung!

Kloster à la cARTe

Harzer Klöster

c/o Harzer Tourismusverband e.V.

Telefon 05321 3404-21

www.harzerklostersommer.de

ZISTERZIENSER

Auf einer „Straße der Gotik“ würde das ehemalige

Kloster Walkenried gewiss an prominenter

Stelle liegen. An diesem am Südharz

gelegenen und einst hoch berühmten Ort

wirkten seit der Romanik rund 400 Jahre

lang tiefgläubige Gottesmänner aus dem

Orden der Zisterzienser.

Das hat einige Spuren hinterlassen, nicht nur

herausragend bauliche, wie den berühmten

gotischen Kreuzgang von Walkenried. Auch

in der Kulturlandschaft vor der „Haustür der

Mönche“ hat sich ein bedeutendes Kulturdenkmal

erhalten: die von Möncheshand angelegten

Klosterteiche.

KLOSTER WALKENRIED

MUSEUM

Modernes Museum

in historischen Mauern

Heute ist ihr Kloster ein Museum – das ZisterzienserMuseum

Kloster Walkenried, kulturtouristisches

Highlight von überregionaler

Bedeutung.

Heute im Mittelalter.

Im Mittelpunkt Ihres Rundgangs durch historische

Mauern und modernes Museum

stehen die gotische Architektur der Klosteranlage,

das von Gebet und Arbeit geprägte

Alltagsleben der Mönche sowie die Kulturgeschichte

des „Klosterkonzerns Walkenried“,

einst eines der bedeutendsten mittelalterlichen

Wirtschaftsunternehmen in Norddeutschland.

Tauchen Sie ein in diese längst vergangene

Klosterwelt mit einer spannenden Museumsführung

oder lassen Sie sich mit einem AudioGuide

leiten, den gibt es auch für Kinder.

Erleben Sie im Sommer die atmosphärischen

Abendführungen und in der dunklen Jahreszeit

die Führungen im Kerzenschein.

Weitere Highlights: die Nacht der Offenen

Pforte am Ostersonntag und der Klostermarkt,

der vor der faszinierenden Kulisse der

Klosteranlage immer Ende September tausende

von Besuchern anzieht.

Besucherservice

Tel. 05525 9599064

info@kloster-walkenried.de

Öffnungszeiten

Nieders. Osterferien bis Oktober

und über Weihnachten:

Di–So und feiertags 10–17 Uhr

Heiligabend geschlossen, Silvester: 10–15 Uhr

November bis Beginn Niedrs. Osterferien

außer über Weihnachten:

Mi–So und feiertags 10–17 Uhr

ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried | Kostenlose Parkplätze | KlosterCafé | Museumsshop | www.kloster-walkenried.de

H

TIPPS AUS DER REGION Die Straße der Romanik | 20


Oberburg Giebichenstein im Herbst

Erlebnisfernrohr auf der Oberburg Giebichenstein

© (2) Marcus-Andreas Mohr

Neue Dauerausstellung auf der Oberburg Giebichenstein in Halle

Moderner Blick auf historische Burganlage

Alles neu auf der ältesten Burg an der

Saale? Nicht ganz, aber nach einer

Komplettüberarbeitung der dortigen Dauerausstellung

präsentiert sich Halles Oberburg

Giebichenstein ab sofort als musealer

Erlebnisort für Gäste aller Altersklassen:

Wer an historischen Details interessiert ist,

wird genauso fündig wie der Naturliebhaber,

der einfach einen schönen Rundblick

genießen möchte. Ein Aufstieg lohnt sich

also in jedem Fall! Über Treppenstufen

aus Naturstein gelangt man schnell und

unkompliziert auf das Plateau der imposanten

Burgruine, deren Silhouette eines

von Halles bekanntesten Wahrzeichen

ist. Oben angekommen können Gäste

den Blick ins darunter gelegene Saaletal

schweifen lassen. Über die original erhaltene

mittelalterliche Pflasterung lässt

sich der Hof mit seinen vielen architektonischen

Details erkunden.

Clou der neuen Dauerausstellung ist

eine spektakuläre 3D-Rekonstruktion, die

unter anderem zeigt, wie die Burg ausgesehen

haben könnte, bevor sie im Dreißigjährigen

Krieg zerstört wurde: Per Fingertipp

auf einen Bildschirm können Gäste fünf

Zeitperioden ansteuern, sich virtuell um

das gesamte Modell herumbewegen sowie

einzelne Gebäudeteile anklicken und

zusätzliche Informationen aufrufen.

Die Oberburg ist bis heute einer der Lieblingsorte

der Hallenser; sie inspirierte gleich

mehrere Dichter der Romantik, allen voran

Joseph von Eichendorff – und der Thüringer

Landgraf Ludwig der Springer befreite sich

der Sage nach mit einem kühnen Satz von

ihren Mauern aus der Kerkerhaft. Aktuell

erklimmen Jahr für Jahr rund 20.000 Besucherinnen

und Besucher das landschaftlich

reizvoll gelegene Areal. Kuratiert wurde die

Neugestaltung vom halleschen Maler und

Kinder einer Partnerschule probieren sich in mittelalterlicher Lehmbautechnik.

Grafiker Sebastian Gerstengarbe, einem Absolventen

der Burg Giebichenstein Kunsthochschule

Halle, in Zusammenarbeit mit

dem Grafikdesigner Axel Göhre und dem

auf 3D-Visualisierung spezialisierten Multimedia-Designer

Alexander Börner. Entsprechend

multimedial ist auch die neue Dauerschau

angelegt: Die Ausstellungstafeln

sind mit QR-Codes ausgestattet, über die

man zu weiteren Informationen gelangt.

In Texten, bildlichen Darstellungen, Filmen

und Hördateien lernen Besucherinnen und

Besucher wichtige Personen kennen und

erhalten Einblicke ins mittelalterliche Leben

sowie Informationen etwa zur Burg als

Bischofssitz oder als Gefängnis.

Spielerischen Zugang zum Thema bietet

eine Erlebnisstation zum Minnesang,

an der gewiss auch jüngere Besucher ihre

Freude haben. Dort werden Stimmen und

Geräusche in einen mehrstimmigen Chor

verwandelt. Auf dem Burgplateau steht

ein „Erlebnisfernrohr“, das gleichsam einen

Blick in die Vergangenheit möglich macht.

Geboten wird ein 360-Grad-Rundumflug

über den virtuell rekonstruierten Burghof

und sogar ein virtueller Flug um die Burg,

wie sie im 12. Jahrhundert aussah. Erstmals

einbezogen ist schließlich die nähere Umgebung,

etwa die Klausberge mit der berühmten

Eichendorffbank oder die Giebichensteinbrücke.

Das gesamte Areal wird

so zu einem lebendigen Geschichtsort. 67

KONTAKT

Oberburg Giebichenstein

Seebener Str. 1

06114 Halle (Saale)

https://stadtmuseumhalle.de/unseremuseen/oberburg-giebichenstein/

21 | Die Straße der Romanik SÜDROUTE


Neues aus dem

-Netzwerk

DIE TRANSROMANICA WÄCHST

Zum 1. Januar 2021 begrüßt TRANSROMA-

NICA mit der Deputation von Lugo das

dritte spanische Mitglied im europaweiten

Netzwerk. Die Wege der Romanik in Europa

werden damit um 10 Bauwerke in der

galicischen Ribeira Sacra erweitert.

Befehl der Ritter des Heiligen Johannes

von Jerusalem, ein Krankenhaus für Pilger

zu leiten. Heute gilt diese Kirche als Kunstsymbol

und eines der besten Beispiele der

Romanik in Galicien.

Das KLOSTER VON FERREIRA DE PANTÓN

stellt ein außergewöhnliches historisches

und architektonisches Ensemble dar. Besonders

bemerkenswert ist, dass es das

einzige Kloster in Galicien ist, das seine

klösterliche Funktion fast von seiner Gründung

an bis heute bewahrt hat.

Kirche der Hl. Maria von Nogueira de Miño

© Deputation of Lugo

Die KIRCHE VON RIBAS ALTAS befindet sich

in Monforte de Lemos, dem geografischen

Herzen der Ribeira Sacra. Das heutige Gebäude

kann auf das 12. bis 13. Jahrhundert

datiert werden.

Kirche d. Hl. Nikolaus o. Johannes von Portomarín

© Deputation of Lugo

Die KIRCHE VON TORBEO wurde im spätromanischen

Stil erbaut. Heute gilt sie als eines

der am besten erhaltenen Beispiele des

ländlichen romanischen Stils in Galicien.

Kloster der Hl. Maria von Ferreira de Pantón

© Deputation of Lugo

Die KIRCHE VON A COVA ist nicht nur wegen

ihrer Architektur sondern auch wegen

ihres Standorts ein echtes Juwel der Ribeira

Sacra. Das Bauwerk, das ursprünglich Teil eines

Benediktinerklosters war, kann auf das

12. Jahrhundert datiert werden. Mit dem

Bau des Stausees Os Peares wurde es jedoch

von seinem eigentlichen Standort entfernt

und an seinen heutigen Platz gesetzt.

Kirche des Hl. Johannes von A Cova

© Xose Antonio Quiroga Díaz

Kirche des Hl. Peter von Ribas Altas

© Deputation of Lugo

Die KIRCHE DES HEILIGEN FACUNDO VON

RIBAS DE MIÑO liegt an einem wunderschönen

Ort in der Nähe des Flusses Miño

und ist umgeben von Weinbergen. Sie wurde

1982 zum Nationaldenkmal erklärt. Das

alte Kloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet,

um die Pilger aufzunehmen, die

nach Santiago de Compostela reisten.

Kirche der Hl. Maria von Torbeo

© Deputation of Lugo

Das herausragendste an der KIRCHE DES

HEILIGEN STEPHAN VON RIBAS DE MIÑO

ist ihre Anpassung an ihre Umgebung. Um

die Basis des Tempels zu erhalten, war es

notwendig, den Hang zu verkleinern und

eine Krypta zu bauen. Diese neuartige Lösung,

die in Galicien erstmals bei der Krypta

der Kathedrale von Santiago eingeführt

wurde, ist zweifellos nur eines von vielen

Elementen, die diese Kirche mit dem dort

tätigen Baumeister Mateo in Zusammenhang

bringen.

Die KIRCHE VON NOGUEIRA DE MIÑO befindet

sich an einem der einzigartigsten

Orte der Ribeira Sacra: der Spitze des berühmten

Mäanders Cabo do Mundo („Ende

der Welt“). Von dieser großartigen Lage

aus kann man sich ein perfektes Bild von

der majestätischen Kulturlandschaft der

Ribeira Sacra machen.

Kirche des Hl. Facundo von Ribas de Miño

© Deputation of Lugo

Die KIRCHE VON PORTOMARÍN steht am

Platz „Conde de Fenosa“ direkt am Jakobsweg.

Im 12. Jahrhundert kam hierher der

Kirche des Hl. Stephan von Ribas de Miño

© Deputation of Lugo

INTERNATIONAL Die Straße der Romanik | 22


Die KIRCHE VON PROENDOS ist romanischen

Ursprungs. Sie wurde in der zweiten

Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut und im

18. Jahrhundert umfassend renoviert. Für

einige Historiker befindet sich an dieser

Stelle das mythische Proentia der Römer.

Zahlreiche Überreste einer römischen

Siedlung wurden hier gefunden und an

verschiedenen Stellen wiederverwendet.

Kirche d. Hl. Maria von Proendos

© Deputation of Lugo

Die KIRCHE VON TABOADA DOS FREIRES

liegt etwa acht Kilometer von Taboada

entfernt. Sie wurde im 17. und 18. Jahrhundert

praktisch umgebaut. Ihre Struktur und

die einzigartigen romanischen Elemente

sind jedoch bis heute erhalten geblieben.

Kirche d. Hl. Maria von Taboada dos Freires

© Deputation of Lugo

Informationen zu allen TRANSROMA-

NICA-Highlight-Bauwerken stehen auf

www.transromanica.com bereit.

Hier geht’s zu den

TRANSROMANICA-

Highlight-Standorten

in ganz Europa!

MIT TRANSROMANICA

DURCH DAS JAHR

„Romanische Skulptur“ ist das Thema der

diesjährigen Ausgabe des TRANSROMA-

NICA-Kalenders, der Freunde der romanischen

Kunst und Architektur nun bereits

zum dritten Mal durch das Jahr begleitet.

Die Kalender sind an den TRANSROMA-

NICA-Standorten in ganz Europa zu finden

und können über die Internetseite

www.transromanica.com erworben werden.

TRANSROMANICA-SOUVENIRS

ZUM AUSMALEN

Wer sich selbst künstlerisch betätigen

möchte, findet ab sofort an zahlreichen

TRANSROMANICA-Standorten das jeweils

passende Exemplar aus einer neuen Serie

von Ausmal-Postkarten. Damit geben nicht

nur Kinder ihren Urlaubs- oder Heimatgrüßen

einen kreativen, persönlichen Touch.

Wer seine Sammlung vervollständigen

oder ein Postkarten-Set aus einer etwas

weiter entfernten europäischen Region

erhalten möchte, kann die entsprechende

Auswahl auch über die Internetseite

www.transromanica.com erwerben.

ROLL-UP-AUSSTELLUNG ÜBER

KULTURROUTEN DES EUROPA-

RATS IN DEUTSCHLAND

25 der derzeit 40 vom Europarat zertifizierten

Kulturrouten verlaufen durch Deutschland.

Eine Roll-Up-Ausstellung, die im Auftrag

des Auswärtigen Amtes entwickelt

wurde, stellt diese Routen nun gemeinsam

vor. Nach einer Präsentation beim Europarat

in Strasbourg und im Auswärtigen Amt

in Berlin sollen die Aufsteller auf Tour durch

die Republik gehen und auf das vielfältige

Kulturerbe der Hanse, der VIA REGIA, der

Europäischen Mozartwege und vieler weiterer

Netzwerke aufmerksam machen.

KULTURROUTE DES EUROPARATS

TRANSROMANICA verbindet das gemeinsame

Erbe der Romanik über neun europäische

Länder hinweg. Dabei vereint das

Netzwerk Menschen aus ganz Europa in

ihrem Wunsch, Brücken zu Nachbarn und

Freunden zu bauen, europäisches Kulturerbe

zu feiern und gemeinsame Werte zu

demonstrieren.

Als „Kulturroute des Europarats“ steht

TRANSROMANICA mit 39 weiteren europäischen

Routen für die fundamentalen Prinzipien

des Europarats: Menschenrechte, kulturelle

Vielfalt und Identität, Dialog, gegenseitiger

Austausch und Bereicherung über

Grenzen hinweg. Seit nunmehr 14 Jahren

engagiert sich TRANSROMANICA im Rahmen

des Kulturroutenprogramms dafür,

aufzuzeigen, auf welche Art und Weise das

Erbe verschiedener Länder und Kulturen Europas

das gemeinsame Kulturerbe darstellt.

Dies geschieht auf einer Reise durch Raum

und Zeit auf den Wegen der Kulturrouten.

23 | Die Straße der Romanik INTERNATIONAL


Im Schatten der Burg Falkenstein liegt eine reizvolle 1000 Jahre alte Anlage

Alt, älter, Konradsburg

Am nordöstlichen Rande des Harzes

steht die Konradsburg nun schon

mehr als 1000 Jahre. Sie ist eine der Harzburgen,

die durch die Salier zum Schutze

des Reichsgutes Harz erbaut wurden. Die

wechselvolle Geschichte, oft verbunden

mit schicksalhaften Wendungen, sorgte

für den Verlust von Wissen um diese bedeutende

Stätte. Seinerzeit regierte der

deutsche König Heinrich II. Sein Reich

war für die damalige Zeit unendlich groß.

Ohne festen Hauptsitz, gehört er zu den

„Reiseherrschern“, der die über das Land

verteilten Pfalzen bewohnte. Egino I. (auch

der Ältere genannt) wird erstmals 1021 auf

der Konradsburg urkundlich in Verbindung

mit Tauschgeschäften Heinrich II.

Eingang zur Krypta © (2) D. Günther

genannt. Als Reichsministeriale stehen die

Konradsburger als enge Vertraute an der

Seite des Herrscherhauses und somit des

Königs. Mit der Schlacht am Welfesholz

1115 (20 km von der Konradsburg entfernt)

musste der Kaiser mit seinem Gefolge eine

herbe Niederlage erleiden, von der sich

die deutsche Zentralmonarchie nie wieder

erholen sollte. In dieser Zeit kommt es bei

verschiedenen Herrscherfamilien zu Veränderungen

ihres Stammsitzes. So wird

auch der Stammsitz auf der Konradsburg

aufgegeben und die neue Burg Falkenstein

über dem Selketal errichtet. Der Ort wird

zu einem Kloster. 1133 wird auf der Konradsburg

der erste Abt eines Benediktinerklosters

genannt.

Im 13. Jahrhundert kommt es zur eigentlichen

Blüte des Geschlechts der Falkensteiner.

Hoyer vom Falkenstein wird als

exklusiver Förderer des Sachsenspiegels,

durch Eike von Repgow, ausdrücklich in

der Einleitung des Rechtsbuches genannt.

Ein Rechtsbuch, das europäische Geschichte

schreibt, bestimmend bis in den baltischen

Raum. Zudem werden die Falkensteiner

über eine längere Zeit des 13. Jahrhunderts

mit der Voigtei des Reichsstifts

Quedlinburg betraut. Dieses hohe Amt

bringt nicht nur Ansehen. Mit ihm sind

auch beträchtliche Einnahmen verbunden.

Der dritte Kirchenbau entstand um 1200.

Eine romanische Basilika mit fünfschiffiger

Krypta, ausgestattet mit hervorragenden

und einzigartigen architektonischen Elementen

entsteht. Die bis heute erhaltenen

Teile sorgen für Bekanntheit weit über die

Landesgrenzen hinaus. Der Bauernkrieg

1525 entzog dem Kloster die weitere wirtschaftliche

Grundlage. 1526 verließen die

Mönche das Kloster Konradsburg für immer.

Große Teile der desolaten Anlage,

einschließlich der Klosterkirche mit ihren

Türmen, musste der Nachnutzer abreißen.

1712 mit der Übernahme der Konradsburg

durch Preußen entstand eine Staatsdomäne.

Die Gebäude wurden einer intensiven

landwirtschaftlichen Nutzung unterzogen.

1829 diente die Kirche als Strohmagazin

und die Krypta als Schweinestall. 1832 wird

dem ein Ende gesetzt. Gleichzeitig wurden

Bemühungen zur Rettung des wertvollen

Denkmals eingeleitet. Es erfolgten im 19.

Jahrhundert erste Sicherungsarbeiten. In

den 1960er Jahren gab es archäologische

Grabungen der Akademie der Wissenschaft

Berlin über mehrere Jahre. Doch

der Zustand der Burg verschlechterte sich

zusehends. Mauern brachen weg, Dächer

drohten einzustürzen und der Übergang in

den Status eines Bodendenkmals war, trotz

Aufnahme in die zentrale Denkmalliste der

DDR, für die 1980er Jahre vorprogrammiert.

Eine Handvoll junger Menschen aus der katholischen

Kirchengemeinde Aschersleben

stoppte diesen bedrohlichen Verfall. Ihnen

war es gelungen, 1982 ein Netzwerk zu initiieren.

Sie sicherten Räume, einige von

ihnen zogen auf der Konradsburg ein. Mit

der Wende 1989 hatte der Schutz vor Spekulationen

um die Konradsburg eine hohe

Priorität. So kam es 1990 zur Gründung des

Förderkreis Konradsburg e.V. Neben den

vielen privaten Mitgliedern wurden auch

SÜDROUTE Die Straße der Romanik | 24


die Stadt Ermsleben, die Gemeinde Endorf

und Neuplatendorf sowie der Landkreis

Aschersleben Mitglied und Partner des

Vereins. Mit dem kulturellen Investitionsprogramm

des Bundes konnten bis 1996

entscheidende Sicherungsarbeiten von

großem Umfang realisiert werden. Seit

1996 gehörte die Konradsburg zur Stiftung

Burgen & Schlösser LSA, die zur heutigen

Kulturstiftung des Landes Sachsen-Anhalt

wurde. Die baulichen Fortschritte sind seitdem

unübersehbar. Dächer, Fassaden, Freitreppe

geben dem Ensemble strahlenden

neuen Glanz. Das Juwel ist unumstritten

die Krypta, die aufwendig von der Stiftung

Die Konradsburg steht heute etwas im Schatten der Burg Falkenstein, hat aber eine ganz eigene,

liebliche Aura. © K. Wycisk

Herrscherpaar, romanisches Steinrelief Anfang 12.

Jahrhundert an der Ostseite des Hohen Chores.

restauriert wurde. Dann steht noch die Restaurierung

des Brunnenhauses aus. Es beherbergt

den 47 m tiefen Brunnen aus der

Burgenzeit mit einem Eselstretrad aus dem

18. Jahrhundert – eine technische Attraktion,

die bis 1952 in Betrieb war.

Heute ist die Anlage auch ein Ort für

vielerlei kulturelle Veranstaltungen, u. a.

jährlich zu Walpurgis.

Ein Besuch der Konradsburg lohnt sich

auf alle Fälle, besonders für Wanderer.

Denn die Konradsburg ist auch eine Stempelstelle

der Harzer Wandernadel. Geschichte

und aktive Erholung im Verbund

werden hier erlebbar. 45

KONTAKT

Förderkreis Konradsburg e.V. Ermsleben

Christa Wycisk

Konradsburg 2 | Ermsleben

06463 Falkenstein/Harz

Telefon 034743 92564

kontakt@konradsburg.com

www.konradsburg.de

Auf Entdeckungsreise zwischen Wendhusen und Wöltingerode

Pilgern auf dem Harzer Klosterwanderweg

K

Immenrode

löster und Relikte

davon gibt es am

Harzrand reichlich.

Ein Bundesländer

Grauhof

überschreitendes

Projekt ist der Klosterwanderweg,

der

sich zwischen Niedersachsen

und

Goslar

Sachsen-Anhalt erstreckt.

Die Tour auf diesem Wanderweg startet

zum Beipiel am Kloster Wendhusen in

Thale und führt weiter durch romantische

Mischwälder an der Bergkirche St. Bartholomäus

in Blankenburg vorbei entlang des

Harzrandes zum Kloster Michaelstein.

Die nächste Etappe führt Sie nach Wernigerode,

der „Bunten Stadt“ am Harz

über die sogenannte „Himmelpforte“ im

Ortsteil Hasserode. Hier finden Sie auch

Wöltingerode

Vienenburg

Wiedelah

Abbenrode

eine der „Engelsbänke“,

die zu einem

Päus-chen geradezu

magisch einladen.

Stapelburg

Am Nationalpark Harz

entlang geht es über Drübeck

bis nach Ilsenburg. Die

beiden Klöster Drübeck & Ilsenburg

an der Straße der Romanik

beeindrucken mit ihrer gut

erhaltenen Bausubstanz, die auch

Kulisse für Filme wie „Die Päpstin“ waren.

Genießen Sie die ursprüngliche Landschaft

auf Ihrem weiteren Weg von Abbenrode

nach Lochtum und Kloster Wöltingerode

bei Vienenburg. In der Stiftskirche St. Georg

zu Grauhof finden alljährlich Orgelkonzerte

statt. Auch ein Start von Goslar aus

ist möglich.

Wernigerode

Blankenburg

Thale

Wendhusen

25 | Die Straße der Romanik SÜDROUTE

Ilsenburg

Drübeck

Darlingerode

Kloster Wendhusen © W. S.

Michaelstein


Direkt am Aufgang zum Brocken

Kloster Ilsenburg – ein Ort zum Verweilen

Das ehemalige Benediktinerkloster

in Ilsenburg ist bereits seit dem 18.

Jahrhundert ein Muss für auswärtige Gäste.

Schon sehr frühzeitig empfahlen Reiseschriftsteller

den Curiösen, wie Touristen

damals noch bezeichnet wurden, unbedingt

einen Besuch der imposanten Basilika

mit ihren mächtigen romanischen Säulen

aus dem 11. Jahrhundert. Das Kloster hatte

damals wie heute einen großen Vorteil: Es

liegt am ältesten und schönsten Aufstieg

zum Brocken. Und so zieht es nach wie vor

zahlreiche Besucher in den attraktiven Ort

am Ausgang des Ilsetales: Zum Wandern

auf den höchsten Gipfel des Harzes, zum

Wandeln in den wunderschönen Parkanlagen

oder zum Verweilen in den noch erhaltenen

Resten des romanischen Klosters,

dessen Räume in den vergangenen zwei

Jahrzehnten mit großem Aufwand liebevoll

restauriert wurden und noch immer

restauriert werden. Seit 2013 bemühen

sich die Stiftung Kloster Ilsenburg und der

Förderverein des Klosters sehr engagiert

darum, den historischen Gebäudekomplex

zu einem kulturellen Zentrum auszubauen.

Sie organisieren jährlich über 30 Veranstaltungen

– Konzerte, Lesungen, Vorträge,

Theatervorstellungen, Ausstellungen und

die so beliebten Kunsthandwerker- und Adventsmärkte.

Zudem ist das Kloster Partner

des MDR-Musiksommers und des Goslarer

Musikfestes.

Ein besonderes musikalisches Erlebnis

ist ebenfalls die „Schubertiade in Klostermauern“.

Sie findet in diesem Jahr das

dritte Mal statt. Schubertiaden haben eine

Konzert im Kapitelsaal: In den restaurierten Sälen der Klausur hat Kultur eine Heimstatt gefunden.

© Ch. Trosin

lange Tradition. Die Grundidee stammt aus

dem 19. Jahrhundert und war anfangs eine

Mischung aus freundschaftlichem Treffen

und literarisch-musikalischem Salon. Schubert

selbst lud Freunde und Bekannte ein

und veranstaltete in kleiner geselliger Runde

Konzerte, wobei er seine Kompositionen

meist selbst am Klavier vortrug. Untermalt

wurden seine Beiträge mit Lesungen und

geistvollen Unterhaltungsspielen. Heute

haben einige Orte ebensolche Musikfestivals

ins Leben gerufen und widmen sich

in ungezwungener Atmosphäre seinem

künstlerischen Schaffen. In diesem Geist

haben nun auch Mitglieder des Fördervereins

eine Veranstaltungsreihe konzipiert,

die sich hauptsächlich mit Schuberts Musik

befasst, aber auch andere Komponisten,

die vor und mit ihm gelebt haben, berücksichtigt.

Protagonisten und Organisatoren

der Konzerte sind die Pianistin Catalina Huros

und der Cellist Karl Huros. Zu ihnen gesellen

sich weitere ausgezeichnete Musiker

vom Braunschweiger Staatsorchester und

vom Philharmonischen Kammerorchester

Wernigerode. Das kleine Festival, das nicht

nur die Innenräume des Klosters, sondern

auch den Kreuzhof und den angrenzenden

Park zum Klingen bringt, findet in diesem

Jahr vom 4. bis zum 6. Juni statt. Auf dem

Programm stehen neben Kompositionen

von Franz Schubert diesmal Werke von Joseph

Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart.

Es verspricht wieder einen abwechslungsreichen

und kurzweiligen Ohrenschmaus

in stimmungsvoller Umgebung.

Als Gäste haben die Musiker wieder den

Tenor Matthias Stier von der Oper Leipzig

und den Organisten Gerd-Peter Münden

aus Braunschweig eingeladen. 36

Die noch immer beeindruckenden Reste der romanischen Kirche des Mönchsklosters.© W. S.

KONTAKT

Gesellschaft der Freunde

und Förderer des

Klosters Ilsenburg e.V.

Vorsitzende: Claudia Grahmann

fv.klosterilsenburg@googlemail.com

Kontakt vor Ort für Besucher:

Detlef Selz, Telefon 0176 95 607610

dselz@gmx.de

SÜDROUTE Die Straße der Romanik | 26


Dom und Domschatz Halberstadt

Die Pracht des Mittelalters am Harz

Ein goldglänzender Chormantel und zwei rote Dalmatiken des 12. Jahrhunderts zählen zu den ältesten

geistlichen Gewändern des Domschatzes. © (3) Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Elmar Egner M.A.

Halberstadt ist für Kenner ein Muss

und für viele Reisende eine Überraschung!

Mit einem der schönsten gotischen Dome

Deutschlands und dem bedeutendsten

mittelalterlichen Kirchenschatz bildet die

ehemalige Bischofsstadt im Vorharz ein

kulturelles Zentrum im Herzen Europas.

Das Kunstensemble verbindet harmonische

Architektur mit einer umfangreichen

und vielfältigen originalen Ausstattung,

wie sie sich an keinem Ort vergleichbar erhalten

hat.

Die Kathedrale wurde einheitlich im Stil

der französischen Gotik vom 13. bis zum

15. Jahrhundert erbaut. Leuchtende Glasfenster

tauchen den Raum in buntes Licht.

Der aus einem Marmorblock geformte

Taufstein von 1195 und die original farbige

Triumphkreuzgruppe aus der Zeit um

1220 sind die ältesten und bedeutendsten

Kunstwerke des Domes. Nach einer intensiven

Pflegemaßnahme sind die überlebensgroßen

Skulpturen nun wieder in voller

Schönheit im Kirchenraum zu besichtigen.

Mit über 1200 Objekten ist der Halberstädter

Domschatz der umfangreichste

mittelalterliche Kirchenschatz an seinem

ursprünglichen Ort. Prächtige geistliche

Gewänder, Elfenbein- und Bergkristallschnitzereien,

Skulpturen und Altarbilder

zeugen von der Kunst und Glaubenswelt

des Mittelalters. Zu den Kunstwerken von

Weltrang gehören zwei romanische Wandteppiche

aus dem 12. Jahrhundert, es sind

die ältesten gewirkten Bildteppiche Europas.

Die Farben des Abraham-Engel- und

des Christus-Apostel-Teppichs haben kaum

an Leuchtkraft, die Figuren nichts von ihrer

eindrucksvollen Würde verloren. Die beiden

monumentalen, mehr als zehn Meter

langen Wirkereien lassen den abgedunkelten

Saal in der Halberstädter Domschatzausstellung

zu einem der herausragenden

Orte auf der Straße der Romanik werden.

In den historischen Räumen der Domklausur

vermitteln die Schatzstücke ein

eindrucksvolles Erleben ihres einstigen

Gebrauchs.Den Kern macht der Reliquienschatz

aus, der in kostbare Reliquiare eingelassen

ist. Höhepunkt des Rundgangs ist

deshalb die Schatzkammer, in der Pretiosen

u. a. aus Byzanz, Palermo und dem Nahen

Osten versammelt sind. 34

Christus-Apostel-Teppich, 12. Jahrhundert

KONTAKT

Halberstadt Information

Holzmarkt 1

38820 Halberstadt

Telefon 03941 551815

halberstadt-info@halberstadt.de

www.schatzjahre.de

www.halberstadt-tourismus.de

Reich dekorierte Teile aus der Kleidung der Bischöfe im Mittelalter. Domschatz Halberstadt

Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Domschatz Halberstadt

Domplatz 16a

38820 Halberstadt

Telefon 03941 24237

domschatz-halberstadt@

kulturstiftung-st.de

www.dom-schatz-halberstadt.de

27 | Die Straße der Romanik SÜDROUTE


Stifterfigur Uta im Westchor des Naumburger

Doms

Blick auf den Naumburger Domplatz

Welterbe

Die Welt der Uta erleben

Eine berühmte Figur im Naumburger

Dom mit drei Buchstaben – so lautet

eine häufig gestellte Frage im Kreuzworträtsel.

Die drei Felder bleiben nicht lange

leer, denn nahezu jeder kennt die Lösung:

UTA. Als „schönste Frau des Mittelalters“

und Vorbild für Walt Disneys böse Königin

in dem Märchen „Schneewittchen“, gibt

Stifterfigur Uta dem Naumburger Dom ein

berühmtes Gesicht. Sie ist eine von zwölf

steinernen Stifterfiguren im Westchor, geschaffen

vom sogenannten Naumburger

Meister in der Mitte des 13. Jahrhunderts.

Seit Juli 2018 zählt der Naumburger

Dom nun zum UNESCO-Weltkulturerbe

und ist zweifellos eines der bedeutendsten

Kulturdenkmäler des europäischen Hochmittelalters.

Imponierend sind die beiden

eindrucksvollen original erhaltenen Lettner,

welche die Chöre vom romanischen

Kirchenschiff trennen. Absolut sehenswert

ist auch der frühgotische Westlettner mit

der Darstellung der Passion Christi. Die Details

der steinernen Figuren, ihre lebendige

Mimik und die Ornamente sind atemberaubend.

Der Dom hat aber noch viel mehr zu bieten.

Wem ist schon bekannt, dass hier die

wohl erste, aus Stein geschaffene Figur der

Heiligen Elisabeth steht? Dass die Krypta

einen romanischen Schatz aus der Zeit des

ersten Dombaus – ein Kruzifix von 1170 –

beherbergt oder dass die Naumburger Pietà

im Domschatzgewölbe den Besucher

durch ihr mystisches Lächeln in ihren Bann

zieht?

Es gibt viel zu entdecken

In dem fast ein Hektar großen Domgarten

können Sie dem Trubel der Umgebung für

eine Weile entfliehen. Hier vereinen sich

Der Westchor mit den zwölf lebensgroßen Stifterfiguren © Vereinigte Domstifter (4), Falko Matte

Krypta mit romanischem Kruzifix


zwischen mittelalterlichen Mauern und

Bastionen malerische Teiche, blühende

Natur sowie die Gärten der ehemaligen

Domherrenhäuser.

Erkunden Sie beispielsweise während

der Führung „Der Naumburger Meister

und sein Garten“ die einheimische Pflanzenwelt.

Sie diente dem Bildhauerarchitekten

von Westchor und Westlettner als

Vorlage für die rund 200 botanisch exakt

bestimmbaren filigranen Blattwerke an

Kapitellen, Friesen und Schlusssteinen.

Oder nehmen Sie sich Zeit für einen Perspektivwechsel

und genießen Sie bei einer

Turmführung den fantastischen Blick über

die Saale-Unstrut-Region.

Ob Entdeckung auf eigene Faust mit dem

Audioguide oder Teilnahme an zahlreichen

Kreativangeboten und Sonderführungen –

es erwarten Sie faszinierende Eindrücke,

die Ihnen lange im Gedächtnis bleiben

werden. 59

KONTAKT

Naumburger Dom

Domplatz 16/17

06618 Naumburg

Telefon 03445 2301133

www.naumburger-dom.de

fuehrung@naumburger-dom.de

SÜDROUTE Die Straße der Romanik | 28


Kaiserdom Merseburg – geweiht für die Ewigkeit

Festjahr zu 1000 Jahren Merseburger Domweihe

Vor 1000 Jahren gehörte Merseburg zu

den wichtigsten Aufenthaltsorten von

Heinrich II. und Kunigunde, dem einzigen

heiliggesprochenen Kaiserpaar. Sie ließen

die Grundsteine zu einem Dom legen, in

dem sich die Jahrhunderte immer wieder

kunstvoll verewigen sollten und begründeten

seinen Aufstieg zu einer der bedeutendsten

Kathedralbauten Deutschlands.

Am 1. Oktober 1021 wurde der Merseburger

Dom in Anwesenheit des Kaiserpaares geweiht

– im Jahr 2021 ist diesem besonderen

Jubiläum ein ganzes Festjahr unter dem

Motto „Geweiht für die Ewigkeit“ gewidmet.

Ausstellungen, Konzerte, Sonderführungen

und Festveranstaltungen laden das

ganze Jahr über nach Merseburg.

Der Kaiserdom Merseburg

Bildnis Heinrich II. auf dem Heinrichsaltar

Mit der Ausstellung „Jahr1000Schätze

im Merseburger Dom“ ermöglichen geschichtsträchtige

Stücke aus dem Merseburger

Domschatz und Domstiftsarchiv

eine Zeitreise zurück ins Weihejahr 1021.

Die Zeitreise beginnt am 6. Januar 2021

mit dem „Jahr1000Schatz“ des 20. Jahrhunderts.

Monat für Monat geht es dabei

ein weiteres Jahrhundert zurück, um bis

Oktober das Weihejahr 1021 zu erreichen.

Von Mai bis Oktober kehren außerdem

besondere Stücke des Merseburger Domschatzes,

die bereits im 18. Jahrhundert als

Teil der kurfürstlichen Sammlungen nach

Dresden überführt worden sind, in den

Merseburger Dom zurück. Zum Höhepunkt

des Festjahres, dem Weihefest vom 1. bis 3.

VERANSTALTUNGSTIPPS 2021

08. Mai

24. Juni

01.–03.

Oktober

Feierliche Eröffnung der

Ausstellung „Die Rückkehr

des Domschatzes“

Johannisfest mit Einweihung

des Dombrunnens

Festwochenende zum Domjubiläum

mit Langer Nacht

des Doms, Gottesdiensten

und Festkonzerten

Oktober 2021, würdigt ganz Merseburg seinen

Jubilar mit einem ereignisreichen Festwochenende.

Lichtinstallationen am Dom

und in der ganzen Stadt, ein ökumenischer

Festgottesdienst mit dem katholischen

und evangelischen Landesbischof, hochkarätig

besetzte Konzerte, Sonderführungen

und Handwerksmärkte verbinden sich

zu einem einzigartigen Zauberfest. Als besondere

Überraschung kann in dieser Zeit

auch Merseburgs größter Schatz, das Original

der Merseburger Zaubersprüche, besichtigt

werden.

Feiern Sie zusammen mit uns und reisen

Sie zurück in die bewegte Vergangenheit

des Merseburger Doms. 66

Blick auf die romantische Ladegastorgel © Vereinigte Domstifter (3), Falko Matte

KONTAKT

Merseburger Dom

Domplatz 7

06217 Merseburg

Telefon 03461 210045

www.merseburger-dom.de

fuehrung@merseburger-dom.de

29 | Die Straße der Romanik SÜDROUTE


„[…] aus perspektivischen Bildern orthographische Projectionen […] konstruieren“

Messbilder im Europäischen Romanik Zentrum

Unter dem Titel „[…] aus perspektivischen

Bildern orthographische

Projectionen […] konstruieren“ zeigte

das Europäische Romanik Zentrum (ERZ)

in Merseburg eine Auswahl historischer

Messbilder von romanischen Kirchen, u.a.

von Domen aus Merseburg, Naumburg

und Magdeburg. Zu sehen war die Ausstellung

am Tag des offenen Denkmals

sowie im Oktober 2020. Die Messbilder

stammen aus dem Archiv des Instituts für

Kunstgeschichte und Archäologien Europas

der Martin-Luther-Universität Halle-

Wittenberg. Es ist geplant, die Ausstellung

sobald möglich in Halle an der Saale noch

einmal zu zeigen, sofern es dafür keine Einschränkungen

im Zusammenhang mit der

Corona-Pandemie gibt.

Die Messbilder im Instituts-Archiv wurden

einst für den studentischen Unterricht

erworben. Ursprünglich dienten sie

der systematischen Erfassung von Denkmalen

mittels fotografischer Aufnahmen.

Mit Erfindung der Fotogrammetrie bzw.

der Bildmessung war eine Möglichkeit gefunden,

Lage, Größe und Form eines Bauwerks

auf der Grundlage einer Fotografie

objektiv und exakt bestimmen zu können.

Die Königlich Preußische Messbild-Anstalt

zu Berlin war seit ihrer Gründung 1885 die

erste Institution, die sich dieser Aufgabe

widmete. Bereits 1909 veröffentlichte sie

einen Katalog mit 1064 Aufnahmen von

384 Gebäuden. Diese Fotografien, die den

damaligen Zustand der Gebäude festhielten,

sind auch heute noch eine wichtige

Quelle für die kunsthistorische und denkmalpflegerische

Forschung. Ihre herausragende

Qualität, die trotz fortgeschrittener

technischer Entwicklungen oft auch heute

noch unübertroffen ist, und ihre besondere

Ästhetik machen diese Aufnahmen zu

einem einzigartigen Schatz, den das ERZ

stolz ist, zeigen zu können.

Das ERZ, ausgezeichnet mit dem Romanikpreis

2015 in Silber des Tourismusverbandes

Sachsen-Anhalt e.V., ist ein gemeinnütziger

Verein und beschäftigt sich

als An-Institut der MLU seit 2006 mit dem

Erfassen, Erforschen und Vermitteln des

romanischen Kulturerbes. Es konzentriert

sich dabei auf wissenschaftliche Fragestellungen

von Architektur, Kunst, Archäologie,

Theologie, Geschichte und Rechtsgeschichte

des Mittelalters mit einem Fokus

auf die breite Denkmallage mittelalterlicher

Bauwerke in Sachsen-Anhalt. Für

weitere aktuelle Informationen, auch zur

Ausstellung, s. www.romanik-zentrum.eu.

Ausstellung historischer Messbilder im ERZ © ERZ

KONTAKT

Institut Europäisches

Romanik Zentrum e. V.

Domplatz 7

06217 Merseburg

Telefon ++49 (0)3461 2495980

www.romanik-zentrum.eu

Start im April in Bad Kösen

7. Welterbe-Wandertag 2021

Der Welterbe-Wandertag findet am

Sonntag, 18. April 2021 in Bad Kösen

statt. Start ist 10 Uhr am Gradierwerk. Geführte

Wander- und Radwandertouren zeigen

den Teilnehmern eine durch das Hochmittelalter

geprägte Kulturlandschaft und

seine herausragenden Denkmale. Mittelpunkt

dieser Region ist der Naumburger

Dom, seit 2018 UNESCO-Welterbe. Dort

findet in der Marienkirche am Vorabend

des Wandertages, Sonnabend, 17. April,

18.30 Uhr ein Vortrag zum Thema „Die Zisterzienser

und das Wasser“ von Stiftsdirektor

der Vereinigten Domstifter Dr. Holger

Kunde statt. Die Teilnahme am Welterbe-

Wandertag ist nur mit verbindlicher Anmeldung

möglich. Der Welterbe-Wandertag

wird veranstaltet vom Förderverein

Das Gradierwerk Bad Kösen

Welterbe und dem Geo-Naturpark Saale-

Unstrut-Triasland in enger Zusammenarbeit

mit zahlreichen Partnern der Region.

SÜDROUTE Die Straße der Romanik | 30


Wie in der Toscana

Geiseltalsee – schönste Weinsicht 2020

An der Wahl der „Schönsten Weinsichten

2020“ hatten sich mehr als 10.000

Personen in einer öffentlichen Online-Abstimmung

des Deutschen Weininstituts

in Bodenheim bei Mainz beteiligt. Zur

Auswahl standen 48 Vorschläge, die aus

allen 13 Weinanbaugebieten von den regionalen

Gebietsweinwerbungen für diesen

Wettbewerb eingereicht wurden. Alle vier

Jahre wird diese Auszeichnung vergeben,

2020 bereits zum dritten Mal. 13 Stelen des

Künstlers Ulrich Schreiber wurden zur offiziellen

Einweihung der „Schönsten Weinsichten

2020“ installiert. Die handgefertigten

Kunstwerke markieren die schönsten

Aussichtspunkte aller 13 Weinanbaugebiete

Deutschlands und so auch die am Geiseltalsee.

„Vom Bergbau zum Weinbau“ heißt

es seit Anfang 2000 am Geiseltalsee. Im

ehemaligen Tagebau von Mücheln und

Braunsbedra entstand 1997 durch den

Hobbywinzer Rolf Reifert die Idee, dort

Wein gedeiht auch hervorragend an der Neuenburg

© D. Günther

Weinbau am Geiseltal © Familie Reifert

7. 6. Welterbe-Wandertag

im Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland

Sonntag, 14. April 2019

Sonntag, 06. Juni 2021

Start 10 Uhr am Gradierwerk in Bad Kösen

geführte Wander- und Radwandertouren

Wein anzubauen. Seitdem wachsen hier

auf ca. 3,6 ha Rekultivierungsfläche die

Weinsorten Müller-Thurgau, Weißburgunder,

Spätburgunder, Cabernet Mitos

und Traminer. „Nach Einblick in die Profilierungsstudie

des Rekultivierers konnten

wir als Winzer erkennen, dass dort eine

ideale Weinlage entstehen würde, wenn

der Südhang auf 25 Prozent Steigung abgetragen

würde.“ Das Wasser reflektiert

die Sonne, speichert die Wärme tagsüber

und gibt diese nachts wieder an den Hang

ab. Dieses Vorhaben, welches europaweit

einmalig ist, wurde drei Jahre später mit

viel Mühe und Einsatz in die Tat umgesetzt

und 2008 sogar als innovativster Weinberg

mit einem Zukunftspreis von BASF ausgezeichnet.

Heute ist der Geiseltalsee zu seinem angedachten

Pegel gefüllt und bietet dem bis

jetzt angebauten Wein die gewünschten

Sonnenreflexion, die den Wein im Anbaugebiet

Saale-Unstrut eine unverwechselbare

Qualität schenkt.

Unweit von Mücheln und der romanischen

Kirche Sankt Michael gibt es verschiedene

Wanderrouten am See um

zur „Schönsten Weinsicht“ zu gelangen.

Ebenfalls führen der Goetheradweg und

der Salzstraßenradweg direkt entlang des

Aussichtspunktes. Besucher haben auch

die Möglichkeit mit einer Touristenbahn

den Geiseltalsee zu umrunden. Diese hält

mehrmals täglich am Weinberg. Zusätzlich

liegt der Aussichtspunkt am Jakobspilgerweg.

Selbstverständlich laden auch die

Schönste Weinsicht 2012 „Max Klinger-

Weinberg“ in Großjena und die Schönste

Weinsicht 2016 „Höhnstedter Kreisberg“

zum Wandern und Erkunden ein.

INFO

www.weinregion-saale-unstrut.de

www.welterbeansaaleundunstrut.de

31 | Die Straße der Romanik SÜDROUTE


KLOSTER DRÜBECK

Das Kloster Drübeck ist ein

modernes Tagungszentrum

der Evangelischen Kirche

in Mitteldeutschland,

das in der Anlage eines

ehemaligen Benediktinerinnenklosters

mit

historischen Gärten

beste Voraussetzungen

für Einkehr, Tagung und

Urlaub bietet.

St.-Cyriakus-Stiftskirche

Frose

Einladung zum

TAG DES OFFENEN DENKMALS

am 12. September 2021

Öffnungszeiten der Klosterkirche St. Vitus:

täglich 6.30 bis 19.00 Uhr

Führungen:

April bis Oktober, Di. bis Sa. 14.00 Uhr

sonn- und feiertags 11.00/14.00 Uhr

und nach Vereinbarung (ganzjährig)

Café mit Klosterladen:

Dienstag bis Sonntag

März bis Nov.

11.00–17.30 Uhr

Dez. bis Feb.

12.00–17.30 Uhr

Am Abend als Weinstube

geöffnet:

Montag bis Samstag

19.30–24.00 Uhr

37

reservierung@kloster-druebeck.de

Telefon: 039452.94330

Öffnungszeiten Kirche

1. April bis 31. Oktober

9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

dienstags, donnerstags sowie

samstags 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr

und Führung nach Termin vereinbar.

Vor der See 402 · 06464 Frose · Tel. 034741 91221 · Fax 034741 91222

www.stiftskirchefrose.com

46

DOMMUSEUM

OTTONIANUM

MAGDEBURG

Domplatz 15 in Magdeburg

dienstags bis sonntags 10-17 Uhr

www.dommuseum-ottonianum.de

In Kooperation von:

Förderer:

KULTURSTIFTUNG

SACHSEN-ANHALT

1

TIPPS AUS DER REGION Die Straße der Romanik | 32


Mit Blick auf Querfurter Platte

Mücheln – Kirche St. Michael mit weiter Sicht

Im Müchelner Ortsteil St. Micheln befindet

sich über dem Ort auf einem Muschelkalkplateau

gelegen die große, aus

Bruchsteinen gebaute Kirche St. Michael.

Der Ursprung dieses Kirchenbaus geht auf

das Jahr 1128 zurück, als Bischof Otto von

Bamberg auf Missionsreise gen Norden in

der Gegend um Mücheln weilte und bestimmte,

dass eine dem Heiligen Michael

geweihte Kirche gebaut werden sollte.

Das Stift St. Michael in Bamberg, welches

Ottos Lieblingsstiftung war und bis heute

sein Grab beherbergt, ist auf einem Hügel

über der Stadt gelegen, so auch die Dorfkirche

in St. Micheln, die vermutlich um 1180

fertig gestellt war.

Im Inneren der Kirche fällt zunächst

ein gewaltiger Triumphbogen aus romanischer

Zeit ins Auge. Die Ausstattung

des Kirchenraumes ist sonst eher schlicht

und nahezu alles, was heute zu sehen ist,

gehörte zu Kirchen der Müchelner Umgebung,

die in den 1960er und 1970er Jahren

dem Kohlebergbau zum Opfer fielen. Als

im Jahr 1968 alle Einwohner den Ort Zorbau

verlassen mussten und die Kirche St.

Petri zur Sprengung vorbereitet wurde,

ergriffen einige St. Michelner zusammen

mit dem Sprengmeister die Initiative und

brachten das Kirchengestühl, einen Pelikantaufständer,

eine mittelalterliche Tür,

ein Abendmahlsgemälde und eine Renaissancekanzel

nach St. Micheln. Heute sind

alle diese Gegenstände in der Kirche zu sehen.

Sie werden genutzt und schmücken

Der Aufstieg auf den Turm ist eine kleine sportliche Herausforderung, die aber mit dem Blick durch

große Bögen und bemerkenswerten Insiderinformationen von Frau Müller reich belohnt wird.

den Kirchenraum. 72 Stufen führen hinauf

auf den Glockenturm und bieten dem Besucher

schöne Ausblicke auf die Querfurter

Platte, das Geiseltal und die Stadt Mücheln.

Besichtigungen sind nach Anmeldung

möglich, der Eintritt ist frei. 53

Rätselhaftes Relief: Hund oder Pferd?

© (3) D. Günther

Gedrungen und wehrhaft liegt St. Michael auf einem Hügel, heute am Rande des Friedhofs.

KONTAKT

Besucherservice Jutta Müller

Springberg 1

06249 Mücheln

Telefon 034632 21520

ann197@gmx.de

33 | Die Straße der Romanik SÜDROUTE


montalbâne – ein einmaliger Blick in eine musikalische Enklave

„Jubilate!“ wird 2021 als Festival fortgesetzt

Das Musikfestival „montalbâne“, heute

nahezu weltweit bekannt, wurde

in der Nacht des Mauerfalls geboren. Am

Abend dieses 9. Novembers 1989 gastierte

das Leipziger Ensemble für mittelalterliche

Musik IOCULATORES in der Meißner Albrechtsburg.

Nachdem sich in der Konzertpause

herumgesprochen hatte, dass die

Grenzen zwischen den beiden deutschen

Staaten nun plötzlich offen seien, war der

Gedanke der MusikerInnen nicht etwa,

sofort „im Westen“ Konzerte zu geben,

sondern vielmehr, die Kollegen von „dort“

nach „hier“ einzuladen.

Bald darauf folgten erste Gespräche mit

dem Ensemble SEQUENTIA aus Köln und

daraus resultierend die Idee, doch gleich

mehrere Konzerte an einem Wochenende

zu veranstalten. Im Durcheinander des

Entstehens neuer Strukturen in nahezu allen

Lebensbereichen dauerte es trotz allen

Enthusiasmus fast zwei Jahre, bis alle Vorstellungen

des Ensembles IOCULATORES

realisiert und finanziert werden konnten.

Im Herbst 1991 war es dann endlich soweit:

„montalbâne“ feierte Premiere in der romanischen

Doppelkapelle zu Landsberg

bei Halle/Saale – damals noch unter dem

Namen „Erste Internationale Tage der mittelalterlichen

Musik in Sachsen-Anhalt“.

Seitdem bereichert „montalbâne“ mit

stetig wachsendem Publikum alljährlich

die mitteldeutsche Musiklandschaft. Ab

1993 wurde das Festival verlegt in das malerische

Winzerstädtchen Freyburg mit

seiner romanischen Stadtkirche und der

hoch über der Stadt thronenden Neuenburg.

Der neue Name ist nicht nur griffiger,

sondern trägt auch dem Ort Rechnung:

Miriam Andersén © Catherine Cabrol

Cuncordu e Tenore de Orosei © privat

IOCULATORES während der Aufnahmen zur CD

„media vita in morte sumus“, Klosterkirche Thalbürgel,

1997 © privat

ist doch „montalbâne“ die mittelalterliche

Bezeichnung für den „weißen Berg“, eben

jenen Kalkfelsen, auf dem die Neuenburg

heute noch steht.

Unter dem Motto „JUBILATE!“ wollte

der Träger des Festivals, der montalbâne

e.V., mit Gästen und MusikerInnen aus 30

Jahren 2020 ein großes Musikfest feiern.

Schon im Jahr zuvor gab es Umfragen unter

dem Publikum und den zahlreichen HelferInnen

des Festivals, welches die wohl

beliebtesten Ensembles der vergangenen

Jahre seien und im Juni 2020 auf der Festbühne

stehen sollten.

Dann kam zwar nicht alles, aber doch

vieles ganz anders … der traditionelle Sommertermin

wurde vorsichtshalber auf den

Oktober verschoben.

Der montalbâne e.V. entschied sich dafür,

sich den Gegebenheiten anzupassen,

um dieses Kulturwochenende nicht vollends

opfern zu müssen. „Musik kann den

Dreck von der Seele spülen“, ein Gästebucheintrag,

wurde dabei zum Leitfaden.

Das Festival, dessen Motto kurzfristig

von JUBILATE! in CORONATE! geändert

wurde, hielt qualitativ all das, was es in

allen Jahren zuvor schon versprochen hatte:

selbst in der reduzierten Fassung war

„montalbâne“ für alle Beteiligten ein wahrhaft

jubiläumswürdiges Ereignis.

Einen neuerlichen Querschnitt durch all

das, was wir landläufig „mittelalterliche

Musik“ nennen und damit über einen Zeitraum

von etwa eintausend Jahren reden,

werden die weiteren von Publikum und

Helfern „Auserwählten“ bieten. Zu Gast in

der Freyburger Stadtkirche sind vom 18. bis

20. Juni 2021 das international besetzte Ensemble

LEONES und die CUNCORDU & TE-

NORE de OROSEI mit traditionellen Vokalpolyphonien

aus Sardinien. Der spanische

Organetto-Virtuose Guillermo Pérez und

die schwedische Zaubersängerin Miriam

Andersén werden zu erleben sein. Ein sehr

besonderes und „aufregendes“ Konzert

wird ganz sicher die Hommage an die Festivalgründer,

das Ensemble IOCULATORES,

das 2009 nach 25 Jahren Bühnentätigkeit

Abschied von seinem Publikum nahm.

Bitte informieren Sie sich über den aktuellen

Stand auf der Homepage des Festivals

www.montalbane.de und abonnieren

Sie den dort angebotenen Newsletter. 61

2020 gab es mit der Band „Les Haulz et les Bas“ ein Festivalhighlight mit mittelalterlichem Jazz und

viel Virtuosität © W. S.

KONTAKT

montalbâne e.V.

Burgstraße 53/Schloss

06667 Goseck

info@montalbane.de

www.montalbane.de

GLANZLICHTER Die Straße der Romanik | 34


Stadt Falkenstein/Harz

Ort an der Straße der Romanik und Teil der Kulturlandschaft Harz

Ortsteile

Endorf, die Stadt Ermsleben,

Meisdorf, Neuplatendorf, Pansfelde,

Reinstedt und Wieserode

Stadt Falkenstein/Harz

Ermsleben

Markt 1 | 06463 Falkenstein/Harz

Tel.: 034743-96-0

postfach@stadt-falkenstein-harz.de

www.stadt-falkenstein-harz.de

Touristinformation Gartenhaus

Tel.: 034743-53565

Mo. bis So.: 10 bis 16 Uhr

Touristinformation Degenershausen

Tel.: 034743-53681

Mo. bis Fr.: 10 bis 14.30 Uhr

Sa., So., Feiertage: 13.30 bis 16 Uhr

Touristinformation Meisdorf

Tel.: 034743-8200

Touristinformation im Rathaus

Tel.: 034743-960

KONRADSBURG · KONRADSBURG ·

1000

Jahre

Rathaus in Ermsleben

44

45

www.schloss-neuenburg.de

Schloss 1, 06632 Freyburg (Unstrut) T: +49 34464 35530

© Kulturstiftung Sachsen-Anhalt (Foto: Christoph Jann)

61

35 | Die Straße der Romanik TIPPS AUS DER REGION


Pension & Restaurant

Schillings Hof

• Gutbürgerliche,

deutsche Küche

• Gästezimmer

• Clubräume

40

DOMSCHATZ

QUEDLINBURG

www.domschatzquedlinburg.de

Foto: perner&schmidt

Familie Schilling

Hauptstraße 8

39343 Ingersleben

OT Alleringersleben

Telefon: 039400 2632

6

Ekkehard-Haus

Gäste- und Tagungshaus

Gastfreundschaft im Huy

Wir bieten:

• Moderne Gästezimmer für 60 Personen

• Drei Säle mit bis zu 120 Plätzen

• Klosterspezialitäten

• Festliche Menüs und Buffets

• Abteikeller, Klostercafe und Klosterladen

• Kursprogramm der Mönche

• Führungen und Gespräche

• Einladung zum Gebet

Zusammen mit:

Benediktinerpriorat, Katholischer

Pfarrgemeinde und Wallfahrtsort

Herzlich Willkommen

Ekkehard-Haus · Tel. 039425-961300 · Fax: 039425-96195 · gastanmeldung@huysburg.de · www.huysburg.de 33

12

★★★★

Deutsches Haus

Arendsee

FLAIR-GENUSS-PAKET

2 ÜN m. HP (DZ, WC, TV) + Begrüßung mit dem Original

Arendseeer Spargelwasser + ein Festmenü mit der

Fischspezialität »Maräne« + eine Schaufelrad-Dampferfahrt

auf dem See oder eine Stadt-, Kloster- und Museumsführung.

Von Oktober bis April inkl. Sonntagsbrunch.

Preis pro Person ab 165,– €

Familie Bannier

Friedensstraße 89 + 91

39619 Arendsee/Altmark

Tel. (03 93 84) 25 00

Fax (03 93 84) 2 17 71

info@dh-arendsee.de

www.dh-arendsee.de

Sonderschau Arche Nebra 3.10.2020 – 30.9.2021

Von der Himmelsscheibe

bis zur Rosetta-Mission

Arche Nebra I An der Steinklöbe 16, 06642 Nebra I T: 034461-25520

info@himmelsscheibe-erleben.de I www.himmelsscheibe-erleben.de

TIPPS AUS DER REGION Die Straße der Romanik | 36


13. Harzer Klostersommer

Die Harzer Klöster – Vorfreude bleibt

Liebliches Harzvorland mit Kloster Drübeck

© L. Weber

Information und Inspiration – der Klostergarten in Michaelstein hält für Pflanzenfreunde so manche

Überraschung bereit. © D. Günther

Ob Romantische Nacht im Kloster Drübeck …

© D. Günther

oder Visite tausendjähriger Bauten –

Klöster wollen entdeckt werden. © B. Moritz

Wer hätte gedacht, dass der jahrhundertealte

Leitspruch der Zisterzienser

„Das Tor ist offen, das Herz noch viel

mehr!“ in diesen Zeiten nicht mehr ganz

so leicht über die Lippen geht. Gern würden

wir Ihnen an dieser Stelle die zahlreichen

Klosterveranstaltungen im 13. Harzer

Klostersommer versprechen, noch können

wir es nicht. Doch Zuversicht ist gefragt,

und wann immer Sie also im Jahresverlauf

diese Zeitung in die Hand nehmen, ist die

Situation verändert. Wenn Klostermauern

sprechen könnten, hörte man: Wieder

einmal, und: Es geht vorbei. Wer so lange

Zeiträume überspannen kann, erlebt augenblickliche

Erfahrungen und ihre Bedeutung

anders. Und Klöster haben Erfahrung

damit, denn ihre Zeiträume spiegeln nicht

nur reine Erfolgsgeschichten als abgeschiedene

und vorbildhafte Glaubensräume,

die sie zweifellos auch für viele waren

und sind. Klöster erleben Brüche und Untergänge

– und bieten beeindruckende Geschichten

und innovative Strategien, aus

dem erlebten Schlamassel wieder etwas

zu schaffen, was bleibt. Die Klöster haben

ihre Zuversicht und ihren Glauben an die

Zukunft über viele Jahrhunderte praktisch

unter Beweis gestellt. Das macht sie als

Orte für uns so wertvoll, hier erinnern wir

Gemeinschaft, finden Ruhe und Spiritualität

ebenso wie große Geschichte und einzigartige

Architektur.

Dieses Erbe zu erhalten und auf die faszinierende

Spur unserer Harzer Klöster zu

führen ist der lohnende Ausblick auf unseren

kommenden Harzer Klostersommer

2021 von Juni bis September (www.harzerklostersommer.de).

Optimistisch planen die Klöster wieder

ihre beliebtesten Feste, sei es die Romantische

Nacht im Kloster Drübeck (7.8.), die

Michaelis-Nachtführung Mönche Gregorianik

(25.9.), oder der beliebte Klostermarkt

in Walkenried (25.–26.9.). Für die

Freunde edler Stoffe sei der Textil-Kunst-

Handwerk-Markt „Feine Stiche“ im Kloster

Brunshausen (28.–29.8.) ans Herz gelegt,

auch die schon legendäre Italienische

Opernnacht im Kloster Burchardi in Halberstadt

(27.8.) wird Sie zum Fan der Harzer

Sinfoniker werden lassen. Ein Höhepunkt

ist unser Kloster à la cARTe (14.8.). Karten

für das Konzert mit VOXID und ein Dreigangmenü

im stimmungsvoll beleuchteten

Innenhof des Klosters Wöltingerode

sind unter 05324 7744611 erhältlich. In der

Reihe KLOSTER IN BEWEGUNG (13.–22. August

2021) veranstalten die Klöster bewegungsreiche

Programme voller Energie und

Lebensfreude, die von Kloster zu Kloster

führen und Leib und Seele erquicken für

die gute Zeit draußen.

Bis dahin empfehlen wir Ihnen Klosterkultur

im Geiste, falls Besuche noch nicht

möglich sind. Zu jeder Zeit lohnend ist eine

Auszeit auf den Wegen, die sie miteinander

auf dem Harzer Klosterwanderweg zwischen

Goslar und Quedlinburg verbinden

(www.harzer-klosterwanderweg.de). Der

nächste Sommer kommt bestimmt, aber

aussichtsreich ist auch der Herbst. Wenn

die Tage kürzer werden und einem der

Sinn nach Besinnlichem steht, dann entfaltet

sich die Kraft und Atmosphäre eines

Klosters als leiser und spiritueller Ort. Die

neue Herbstreihe DER SPIRITUELLE HERBST

(22.–31. Oktober 2021) eröffnet zehn Tage

lang solche Momente für ein Innehalten

bei leisen Tönen eines Instruments, in

Licht und Dunkel, mit Rundgängen, Meditationen

und Lesungen in Klosterräumen.

In stillen Stunden kann man den Ort auf

besondere Weise wahrnehmen und seinen

Gedanken nachgehen.

KONTAKT

HARZER KLÖSTER

c/o Harzer Tourismusverband e.V.

Marktstraße 45

38640 Goslar

Telefon 05321 3404-21

www.harzer-kloester.de

harzer-kloester@harzinfo.de

37 | Die Straße der Romanik GLANZLICHTER


Das aktive und pulsierende Festival auf der Straße der Romanik

Der 41. Quedlinburger Musiksommer 2021 strahlt

Musik hat Macht – eine Macht auf

uns. Musik beflügelt, sie inspiriert

uns, sie beglückt und tröstet uns. Musik

hat Macht – eine Macht, die sich in wunderbaren

Klängen transportiert, die Menschen

eint, Herzen versöhnt und Gedanken

öffnet.

Der 41. Quedlinburger Musiksommer

erkundet unter dem Motto „Macht Musik!“

die vielen Neben- und Seitenwege,

wo Kunst und Herrschaft in Dialog treten,

wo Menschen von Musik infiziert werden.

Vom 12. Juni bis zum 11. September 2021

wird die Musik in ihrer großen Vielfalt zu

hören sein: stille Abendmusik, Klänge aus

Barock, der Klassik und Romantik, Jazz und

Blasmusik. Sie wird ihre Macht entfalten

können als Ermunterung, der tief gehenden

Kraft der Musik zu vertrauen oder

selbst zu musizieren. Muss man da nicht

gleich an Luther, Beethoven, Bigband-

Sound oder Filmmusik denken?

Die RÖVER-Orgel in der Marktkirche

© Andreas Werner

BESONDERE HÖHEPUNKTE

Das Quedlinburger Festivalorchester © Wolfgang Fuchs

Zum Verweilen und Besinnen, zu einer

Verschnaufpause nach einem Bummel

durch die Gassen der Welterbestadt mit

ihren mehr als 1200 Fachwerkhäusern lädt

bereits ab Mai auch die Veranstaltungsreihe

OrgelPunkt 12 ein. Dann erklingt auch

die größte erhaltene und jüngst wieder

hergestellte romantische RÖVER-Orgel in

der Marktkirche.

Neben bereits fest im Konzertleben

etablierten Künstlern aus dem In- und

Ausland, die den Quedlinburger Musiksommer

erstrahlen lassen, wird sich auch

der Nachwuchs mit Musik für Jung und

Alt, mit Frohsinn und Tiefklang vorstellen.

12. Juni Eröffnungskonzert mit der Orgelsymphonie von

Camille Saint-Saëns, interpretiert vom Festivalorchester

Quedlinburg unter Leitung von Pascal Kaufmann

19. Juni Konzert mit dem Blechbläserquintett Harmonic Brass

aus München

20. Juni MDR-Gottesdienst mit Landesbischof Friedrich Kramer

sowie Harmonic Brass aus München und Markus Kaufmann

an der RÖVER-Orgel

14. August Einzigartiger Klang mit allen Instrumenten der Blechbläserszene

wird von der Brassband Jena vorgestellt

4. September Die Brüder Markus und Pascal Kaufmann erzählen gemeinsam

mit Michael Trischan im „Karneval der Tiere“

von Camille Saint-Saëns von der wundervollen Kraft

der Musik im Reich der Tiere

11. September Der Quedlinburger Oratorienchor und das Sächsische

Sinfonieorchester gedenken anlässlich des 20. Jahrestages

von 9/11 in einem Requiem der Opfer von Gewalt

und Terror

Marktkirche

St. Benedikti

Marktkirche

St. Benedikti

Marktkirche

St. Benedikti

Marktkirche

St. Benedikti

Marktkirche

St. Benedikti

Marktkirche

St. Benedikti

Immer wieder sind darunter Musiker, die

in Quedlinburg oder Mitteldeutschland

aufgewachsen sind. Sie gewährleisten die

Kontinuität der langen Erfolgsgeschichte

dieses Musikfestes.

Der 41. Quedlinburger Musiksommer

steht unter der Schirmherrschaft von Landesbischof

Friedrich Kramer.

Hier wird aus Klang Macht! Die Macht

der Musik, die uns alle umfängt, wenn wir

uns darauf einlassen. 40

Die Nachwuchs-Cellistin Alma Stolte © Pressefoto

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61

39 | Die Straße der Romanik TIPPS AUS DER REGION


39

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IN DER SCHAU WERKSTATT

STÜNDLICHE

HÜTTENFÜHRUNGEN

GASTRONOMIE& EINKAUFSWELT

ÖFFNUNGSZEITEN:

Januar bis Dezember täglich 09:30 - 17:30 Uhr

Ruhetage:

Neujahr, Karfreitag, Totensonntag, Heilig Abend,

1. Weihnachtsfeiertag

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39104 Magdeburg

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900 Jahre

Prämonstratenser-Orden

Sonderausstellung

vom 8. September 2021

bis 9. Januar 2022

Titelbild: Prag, Prämonstratenserkloster Strahov, Foto: Oto Palán, Prag

gefördert von:

34

Halberstädter Dom: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, © Fotograf: Christoph Jann

Armreliquiar: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Fotograf: Falk Wenzel

Kooperationspartner:

Medienpartner:

1

TIPPS AUS DER REGION Die Straße der Romanik | 40


Veranstaltungshöhepunkte entlang der Straße der Romanik

Unter großen Bögen 2021

Veranstaltungshöhepunkte und Festivals

an der Straße der Romanik erfreuen

sich „Unter großen Bögen“ einer zunehmenden

Beliebtheit. Ziel ist es die einzigartige

Architektur der historischen Gebäude

aus der Romanik mit einem kulturellen Erlebnis

besonderer Art zu verknüpfen. Ganzjährig

gibt es viel Kultur in den 88 Bauwerken

zu entdecken, Konzerte, Erlebnisführungen,

Theaterspaziergänge und vieles mehr.

Hier empfehlen wir Ihnen besondere Höhepunkte.

Romanische Räume bieten einmalige

Kulissen, eine besondere Atmosphäre

und eine außergewöhnliche Akustik.

ROMANIKTAG an den Bauwerken

Straße der Romanik

» 15. Mai 2021

www.strassederromanik.de

TRANSROMANICA TAG

in neun europäischen Ländern

mit Veranstaltungen und digital

» 9. Mai 2021

www.transromanica.com

32. BIEDERITZER MUSIKSOMMER

„Lust und Leidenschaft“

» von März bis Dezember

www.biederitzerkantorei.de

Walbeck © W.S.

» 4.7. 17:00 Schloss Hundisburg

» 21.8. 18:00 Kloster Unser

lieben Frauen

Magdeburg

» 22.8. 16:00 Walbeck, Kirche

» 27.8. 18:30 Melkow, Dorfkirche

» 29.8. 17:00 Beuster, St. Nikolaus

» 12.9. 16:00 Gross Ammensleben,

Benedektinerkloster

» 24.10. 16:00 Osterwieck

St. Stephanie

SOMMERMUSIKAKADEMIE

SCHLOSS HUNDISBURG

» 24. Juli bis 8. August

www.sma-hundisburg.de

HARZER KLOSTERSOMMER

» vom 1. Juni bis 30. September

www.harzinfo.de

Romantische Nacht im Kloster Drübeck © D. G.

41. QUEDLINBURGER

MUSIKSOMMER

www.quedlinburger-musiksommer.de

JAZZ-FESTIVAL

IM KLOSTER JERICHOW

» 13.–15. August

www.kloster-jerichow.de

19. MUSIKALISCH-LITERARISCHE

ENTDECKUNGSREISE

rossini@KuKma.net

» 2.5. 15:00 Hillersleben

St. Laurentius

» 27.6. 16:00 Grabow St. Jacobi

Sommermusikakademie © Philipp Schmidt

Jazz im Kloster Jerichow © Andreas Lander

TON AM DOM HALBERSTADT

» 3.–4. Juli 2021

www.ton-am-dom.de

Das Rossini-Quartett zu erleben in der St.-Stephanie-Kirche Osterwieck © W. S.

Töpfermarkt zu „Ton am Dom“ © C. Rodriguez

41 | Die Straße der Romanik GLANZLICHTER


KlangZeitRaum

KlosterGärten

KlosterRäume

KLOSTER

MICHAELSTEIN

MUSIKAKADEMIE | MUSEUM

KULTUR

STIFTUNG

SACHSEN-

ANHALT

Porta patet, cor magis.

Das Tor steht offen, das Herz um so mehr.

Musealer Dreiklang

Die Geschichte der weißen Mönche von Michaelstein,

deren blühende Speisen und duftende Arzneien oder

das Geheimnis der Musik entdecken. Ein vielseitiges

Museum in Blankenburg (Harz) für die ganze Familie.

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61

TIPPS AUS DER REGION Die Straße der Romanik | 42


Stationen an der Südroute der Straße der Romanik kurz vorgestellt

Kleinode an der Straße der Romanik

Die Straße der Romanik glänzt nicht nur

mit den großen touristischen Attraktionen

wie dem Naumburger Dom, Magdeburg

oder Quedlinburg. Es gibt bei den

88 Stationen auch viele kleine, die nicht so

häufig im Rampenlicht der Aufmerksamkeit

stehen. Einige dieser liebenswürdigen

und durchaus eigenen Charme ausstrahlenden

Objekte möchten wir Ihnen hier

besonders ans Herz legen:

Benediktinerinnen-Klosterkirche

St. Georg und Pancratius Hecklingen

Eine sakrale Kostbarkeit befindet sich in

Hecklingen (bei Staßfurt). Das Gotteshaus

ist eine kreuzförmige Basilika mit einfachem

Stützenwechsel. Es besticht durch

die Klarheit des Baukörpers (quadratischer

Schematismus) und wirkt sehr homogen.

Kapitelle, Ornamente und Reliefs repräsentieren

eine entwickelte Spätromanik. Wer

die im historistischen Gepräge (1882/83)

und (1992–96) wiederhergestellte Hecklinger

Klosterkirche besucht, ist fasziniert:

Die neoromanische Ausmalung wirkt ausgesprochen

festlich. Die 14 fast lebensgroßen

Stuckengel (1225/30) schreiten, ja,

tanzen als Chor an den Arkaden gleichsam

zwischen Himmel und Erde. Sie werden

als „Höhepunkt des sächsischen Byzantinismus“

gewürdigt. Zwei Posaunen-Engel

rahmen auf jeder Seite fünf Spruchband-

Engel ein. Weitere Vergoldungen, Schablonen-

und Vorhangmalereien an Wänden

und Langhaus-Arkaden harmonieren mit

einer warmen Holzausstattung. Die hervorragende

Akustik kommt in Verbindung

mit der Rühlmann-Orgel (1884) neben den

Gottesdiensten zahlreichen Konzerten zugute.

73

Stuckengel in der Hecklinger Klosterkirche

St. Pankratius Hamersleben

Ein Kleinod romanischer Baukunst treffen

wir mit der ehemaligen Stiftskirche der Augustiner-Chorherren

St. Pankratius in Hamersleben

nördlich von Halberstadt. Als

eine der bedeutendsten hochromanischen

Basiliken Deutschlands ist sie auch wegen

ihrer feingliedrig ausgeführten Kapitelle einen

Besuch wert. Diese Bauzier ist in ihrer

Detailverliebtheit beispiellos. Zwanzig symbolische

Bilder sind hier in Stein verewigt.

Die Raumformen und die architektonische

Gliederung wurden seit der Errichtung um

1140 kaum verändert und entsprechen in

ihrer Ursprünglichkeit heute nicht mehr

oft zu sehender purer Romanik. 31

St. Vitus Gröningen

Bestimmend für die heutige Optik von St.

Vitus ist der Vierungsturm. Er ist nur ein

Rudiment einer vormals sehr viel größeren

Klosterkirche. Der 940 geweihte Gründungsbau

fällt in die ottonische Zeit, wie

bei archäologischen Ausgrabungen festgestellt

wurde. Im heute noch sichtbaren Folgebau

aus dem 12. Jahrhundert stechen die

einzigartigen farbig gefassten Stuckreliefs

hervor, die von außerordentlich prächtigen

Kapitellen gekrönt werden. Das Blattwerk

und die Tiergestalten stehen in der Nachfolge

von St. Servatius von Quedlinburg.

Zu den Besonderheiten gehört eine tonnenförmige

Kapelle mit der berühmten

„Gröninger Empore“. In seiner schlichten

Kompaktheit ist die Kirche ein in den Folgejahrhunderten

nur wenig veränderter

Repräsentativbau. 30

St. Crucius Landsberg

Die Kirche St. Crucius ist als Landmarke

schon aus der Ferne zu sehen, steht sie

doch auf einem Bergsporn oberhalb des

Ortes auf einer Porphyrkuppe. Ihre Errichtung

wird auf das Jahr 1156 zurückgeführt.

Die besondere Bauform als Doppelkapelle

ist hier sehr markant ausgeführt. Sie war

in Deutschland seit der Achener Pfalzkapelle

Karls des Großen nur nördlich der

Alpen bekannt. Diese Kapelle ist auch der

einzig überdauerte Rest der früheren umfangreichen

Burgbauten. Das Mauerwerk

besteht überwiegend aus Porphyr-Bruchgestein,

das vor Ort ansteht. Sandstein verwendete

man u.a. für die Säulen, Pfeiler,

Fenster- und Portalgewände. Bemerkenswert

ist zudem die hervorragende Qualität

der Bauornamentik und der Schmuck der

beiden Portale. 68

Burg Saaleck

Zu den beiden berühmten Saale-Burgen

oberhalb von Bad Kösen zählt die Burg

Saaleck. Sie entstand an einer strategisch

wichtigen Saaleschleife und ist bereits im

17. Jahrhundert eine Ruine geworden. Noch

erhalten sind Reste der Oberburg mit zwei

runden Türmen. Im 19. Jahrhundert wurde

die Burg umfassend restauriert. Im Hof

der Burg befindet sich ein 70 Meter tiefer

Brunnen. Ursprüngliche Besitzer waren die

Markgrafen von Meißen. Auch Franz Kugler

entdeckte die romantische Stimmung dieses

herrlichen Fleckens Erde und dichtete

„An der Saale hellem Strande“. Vom romanischen

Westturm, der bestiegen werden

kann, hat der Besucher eine grandiose

Rundsicht. Die Schwesterburg liegt ganz

in der Nähe (Rudelsburg). 57


Entdecken Sie die Straße der Romanik

Nordroute

1 Magdeburg

Dom St. Mauritius und

St. Katharina

Kloster Unser Lieben

Frauen

Kirche St. Petri

Kathedrale St. Sebastian

2 Groß Ammensleben

Benediktinerinnen-

Klosterkirche

Pfarrei St. Peter und Paul

3 Hillersleben

Benediktinernonnen-

Kloster St. Laurentius

4 Hundisburg

Ruine Nordhusen

5 Bebertal

Friedhofskapelle

St. Stephanus

6 Walbeck

Ruine der Stiftskirche

St. Marien und Grabplatte

Lothars II.

7 Wiepke

Dorfkirche

8 Engersen

Dorfkirche

9 Rohrberg

Dorfkirche

10 Diesdorf

Augustinernonnenklosterkirche

St. Maria und Crucis

11 Salzwedel

Pfarrkirche St. Lorenz

12 Arendsee

Benediktinerinnenkloster

St. Marien

13 Beuster

Stiftskirche St. Nikolaus

14 Seehausen

Portal Kirche St. Petri

15 Havelberg

Dom St. Marien

16 Sandau

Pfarrkirche St. Laurentius/

St. Nikolaus

18 Wust

Dorfkirche

19 Melkow

Dorfkirche

20 Kloster Jerichow

Prämonstratenserkloster

und Kirche St. Marien und

Nikolai

21 Redekin

Dorfkirche

22 Genthin / Altenplatow

Ev. Kirche Genthin

Altenplathow mit Grabstein

des Herrn von Plotho

23 Burg

Unterkirche St. Nikolai

Oberkirche

Unser Lieben Frauen

24 Loburg

Ruine der Kirche

Unser Lieben Frauen

25 Leitzkau

Pfarrkirche St. Petri

26 Pretzien

St.-Thomas-Kirche

Südroute

27 Wanzleben

Burg Wanzleben

28 Seehausen / Börde

Kirche St. Peter und Paul

29 Hadmersleben

Benediktinerinnenkloster

St. Peter und Paul

30 Kloster Gröningen

Klosterkirche St. Vitus

31 Hamersleben

Stiftskirche St. Pankratius

32 Dedeleben / Westerburg

Wasserschloss

33 Huysburg

Benediktiner-Priorat

St. Marien

34 Halberstadt

Dom und Domschatz

Liebfrauenkirche

36 Ilsenburg

Benediktinerkloster

St. Peter und Paul

37 Drübeck

Benediktinerinnen-

Kloster St. Vitus

38 Wernigerode

Kirche St. Johannis

39 Blankenburg

Zisterzienserkloster

Michaelstein

40 Quedlinburg

Stiftskirche St. Servatius

mit Domschatz

Basilika St. Wiperti

Marienkloster

Münzenberg

41 Thale

Kloster Wendhusen

42 Gernrode

Stiftskirche St. Cyriakus

43 Ballenstedt

Benediktinerkloster

St. Pankratius und

Abundus

44 Falkenstein OT Pansfelde

Burg Falkenstein

45 Ermsleben

Konradsburg/

Klosterkirche St. Sixtus

46 Frose

Stiftskirche St. Cyriakus

47 Klostermansfeld

Benediktinerkloster

Mariae Himmelfahrt

48 Lutherstadt Eisleben

Kloster St. Marien Helfta

49 Sangerhausen

Evangelische Pfarrkirche

St. Ulrici

50 Tilleda

Königspfalz

51 Allstedt

Burg und Schloss

52 Querfurt

Burg Querfurt

53 Mücheln

Dorfkirche St. Michael

54 Memleben

Museum, Kloster

und Kaiserpfalz

56 Eckertsberga

Eckartsburg

57 Bad Kösen

Romanisches Haus

Burg Saaleck

Rudelsburg

58 Schulpforte

Zisterzienserkloster

Sanctae Mariae ad Portam

59 Naumburg

Dom St. Peter und Paul

60 Flemmingen

Dorfkirche St. Lucia

61 Freyburg

Schloss Neuenburg

Stadtkirche St. Marien

62 Zscheiplitz

Klosterkirche

St. Bonifatius

63 Goseck

Schloss Goseck

64 Schönburg

Burg Schönburg

65 Zeitz

Dom St. Peter und Paul

66 Merseburg

Dom St. Johannes und

St. Laurentius

Neumarktkirche

St. Thomae Cantuariensis

67 Halle (Saale)

Oberburg Giebichenstein

Dorfkirche Böllberg

68 Landsberg

Doppelkapelle St. Crucis

69 Petersberg

Augustinerstiftskirche

St. Petrus

70 Altjeßnitz

Dorfkirche

71 Bernburg

Waldau – Dorfkirche

St. Stephani

Bergfried Schloss

Bernburg

72 Nienburg

Benediktinerkloster

St. Marien und St. Cyprian

73 Hecklingen

Benediktinerinnen-

Klosterkirche St. Georg

und Pancratius

36

35

37

38

10

32

39

9

33

34

6

41

31

11

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30

43

8

7

28

29

44

5

49

4

45

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50 51

12

27

3

2

73

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1

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55

14

13

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72

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15

18

19

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21

66

24

67

22

57 5859 64

60

65

68

70

17 Schönhausen

Dorfkirche St. Marien und

Willebrord

35 Osterwieck

Stadtkirche St. Stephani

55 Bad Bibra

Margaretenkirche

Steinbach


kulturstiftung

SACHSEN-ANHALT

Schloss Leitzkau, Jagdschloss Letzlingen, Burg Falkenstein,

Konradsburg, Schloss Neuenburg, Schloss Goseck, Eckarts burg,

Schloss Plötzkau, Schloss Köthen, Schloss Bernburg,

Dom Magdeburg, Dom Halle, Dom & Schatz Halberstadt,

Dom Havelberg, Kloster Hamersleben, Landes musikakademie

Kloster Michaelstein, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

und Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg

25 JAHRE

KULTURSTIFTUNG

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Kultur lädt ein!

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