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FineTobacco[+] 03|21

FREUDE AM LEBEN. SPASS AM GENUSS.

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finetobacco

FREUDE AM LEBEN. SPASS AM GENUSS.

[+]

03 | September | Oktober | November 2021 | 5,- €

HAND-CRAFTED |

VON HAND GEMACHT

ZIGARRE

Mit allen Sinnen

genießen

PFEIFENTABAK

Die neue

Natürlichkeit

SPIRITUOSEN

Obst- und

Edelbrände


EDITORIAL

HECHO A MANO!

Liebe Leserinnen und Leser,

selbstverständlich wissen Sie um die

Bedeutung „Hecho a mano“. In der

feinen Gemeinde der Connaisseure

besitzt dieser spanische Ausdruck

großes Gewicht. Beschreibt er doch die

Kunst, beste Zigarren durch qualifizierte

Handarbeit entstehen zu lassen.

„Handgefertigt“ ist also ein wertvolles

Prädikat für alle, die Echtes und Gutes

schätzen und vor den „Handwerkern“

den Hut ziehen.

Handgefertigte Produkte begleiten

uns aber auch in vielen anderen

Produktwelten. Gerade in Zeiten einer

ständigen Dynamisierung, einer fast

gepeitschten Automatisierung und

einem Konsumleben auf der Überholspur

bieten die Feinheiten von

handgearbeiteten Waren ganz andere

Erlebnisse. Ob eine wunderschöne

Uhr, ein künstlerisches Armband, oder

auch die ambitionierten Köstlichkeiten

aus den Brennereien, wo allenthalben

die Handarbeit und die Erfahrung an

höchster Stelle stehen – wir haben

für Sie in dieser Ausgabe von FINE

TOBACCO eine abwechslungsreiche

„Hecho a mano“- Präsentation

zusammengestellt. Lassen Sie sich

in diese wunderbare Welt entführen

und vielleicht gehen Sie bald selbst

auf eine solche Entdeckungsreise.

Natürlich haben wir dieses Thema

auch dem braunen Gold gewidmet. Die

kubanische Zigarrenproduktion lebt

„Hecho a mano“ sprichwörtlich vor.

Teilweise in Ermangelung von teurer

Technik, aber grundsätzlich mit ganz

viel künstlerischem und handwerklichen

Talent, sieht man auch heute

noch die Ursprünglichkeit und Finesse

beim Rollen der Zigarren in den Hallen

der namhaften Firmen in Havanna.

„Hecho a mano“ spielt auch bei

der Herstellung von Edelbränden eine

wichtige Rolle. Wobei in erster Linie die

Nase der Brennmeister gefordert ist,

aber es bleibt Handwerk auf höchstem

Niveau. Finden Sie Ihren Favoriten aus

unserem Special heraus.

Wein gehört ebenfalls zu den „von

Hand gemachten“ Genussmitteln.

Unsere Reise führte zum Kennenlernen

nach Terlan in Südtirol. Eine

Genossenschaft hat sich der Tradition

verpflichtet und das spürt man bei

jedem Tropfen dieser herrlichen Weine.

Inspiration für Genießer!

Unsere Zigarren-Gala konzentriert

sich einmal auf ein ganz bestimmtes

Detail: die oftmals sehr aufwändig gestalteten

Banderolen! Die FINE TOBAC-

CO Fotografie lenkt Ihren Blick genau

auf diese Feinheiten und applaudiert

den Künstlern, die dahinter stehen.

„Hecho a mano“ hat viele Gesichter

und wir möchten Ihnen diese wunderbaren

Menschen und Ihre Passionen

näher bringen. Wir wünschen Ihnen viel

Lesevergnügen und freuen uns, wenn

Sie daran genauso viel Gefallen finden,

wie wir beim Recherchieren, Fotografieren

und Schreiben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen

eine genussvolle Zeit

Ihr

Bodo Meinsen

P.S. In dieser Ausgabe werden Sie möglicherweise die beliebten Smoking Rooms vermissen. Das hat einen Grund: während

der Corona-Pandemie wurden Hotels und die Gastronomie besonders stark belastet. Die Cigar Lounges und Smoking

Rooms waren verwaist und der Normalzustand wird sicher noch etwas auf sich warten lassen. Aber dann werden

wir wieder gerne diese wunderbaren Genuss-Oasen in Szene setzen und uns gemeinsam mit Ihnen auf ein paar rauchige

Stunden in angenehmer Atmosphäre freuen.

FineTobacco[+] 03·2021 3


INHALT

62-63

Kikis Reisenotizen

AUF DEN HUND

GEKOMMEN

06-13

Magazin

DAS KALEIDOSKOP

GUTEN GESCHMACKS

18-22

Titelstory

HECHO A MANO

56-60

Mark Horyna

SPIELT MIT DER ZEIT

72-75

Genussportrait

DIE CANTINA

TERLAN

36-39

Serie Manufakturen

HAVANNA, STADT

DER ZIGARREN NO. 23

30-34

Wildbakers

DIE ZWEI VON DER

BACKSTELLE

4

FineTobacco[+] 03·2021


IMPRESSUM

64-67

Zeit für Veränderung –

Der Trend zum

Natürlichen

INHALT

FineTobacco[+ ] 03|21

40-53

Die Ring-Gala

MIT ALLEN

SINNEN

GENIESSEN

HERAUSGEBER + VERLEGER

Bodo Meinsen

VERLAG

MMM Medien Marketing Meinsen

Inhaber: Bodo Meinsen

Chiemseering 11

D-85551 Kirchheim bei München

Tel.: +49(0)89-90 52 90 72

Fax: +49(0)89-90 52 90 73

Redaktion: Der Genussverlag

Theresienstr. 66 Rgb.

D-80333 München

Tel.: +49(0)89-80 07 61 41

Fax: +49(0)89-81 00 96 84

CHEFREDAKTEUR

Bodo Meinsen (V.i.S.d.P.)

meinsen@genussverlag.com

ART-DIRECTION

Heinz Putschies

putschies@genussverlag.com

MITARBEITER DIESER AUSGABE

Kiki Baron, Peter Gabler, Mark Horyna,

Jens Meyer, Michael Peter, Claudia Puszkar,

Stephan Rack, Elmar Schalk

BILDREDAKTION

Heinz Putschies

putschies@genussverlag.com

FOTOGRAFEN DIESER AUSGABE

Nina Bauer, Studio Jan Roeder,

Adobe Stock

Titelfoto:

5th Avenue

64-67

Raucherportrait

ARNOLD

SCHWARZENEGGER

REDAKTIONSASSISTENZ

Petra Meinsen

ANZEIGENLEITUNG

Bodo Meinsen

VERTRIEB & ABONNEMENT-BESTELLSERVICE

MMM Medien Marketing Meinsen

Fax: +49 - (0)89 - 90 52 90 73

E-Mail: petra@medien-marketing-meinsen.de

DRUCK:

KASTNER AG das medienhaus

Schlosshof 2-6, D-85283 Wolnzach

ABONNEMENT-JAHRESBEZUGSGEBÜHR:

20,00 Euro (4 Ausgaben)

Anzeigenpreisliste auf Anfrage.

24-29

Obst- und

Edelbrände

Alle Rechte vorbehalten. FINE TOBACCO[+] und

alle darin enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich

geschützt.

Eine Verbreitung ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung des Verlages zulässig. Für

unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial

wird keine Haftung übernommen.

FineTobacco[+] 03·2021 5


MAGAZIN

K@L€IdO∫KØP

Exquisite Cigarren, Hochprozentiges und Neuigkeiten...

Für Ihren Genuss gesammelt und ausgewählt.

Dritte Ausgabe der Davidoff Chefs Edition

Wenn Küchenpioniere auf Zigarrenvisionäre

treffen, kann die Welt den

höchsten Zigarrengenuss erwarten.

Das Feingefühl und die Raffinesse

eines international

renommierten Chefkochs sind legendär

– wohl nur die Master Blender

von Davidoff können es damit

aufnehmen. Als vier der weltbesten

Küchenchefs dem Team der Davidoff

Master Blender ihr Können in

Sachen Geschmackssinn zur Verfügung

stellten, überraschte es

deshalb nicht, dass das Ergebnis in

der obersten Liga des Geschmacks

spielte. Nach monatelanger Zusammenarbeit

mit Davidoffs Team von

Master Blendern haben Norbert

Niederkofler*** Co-Owner des Food

Space & Restaurant AlpiNN in Italien,

Juan Amador*** vom Restaurant

Amador in Wien, Masa Takayama***

vom Masa in New York City und Jorge

Vallejo vom Quintonil in Mexiko-Stadt

zu einer überragenden Synthese der

Kulinarikwelt und der Welt der Premiumzigarren

gefunden: die Davidoff

Chefs Edition 2021.

Das für die Zigarre der Chefs Edition

2021 gewählte Churchill-Format

(Ringmass 48 x 7") nimmt den Aficionado

mit auf eine Geschmacksreise,

die mit einer reichhaltigen Cremigkeit

beginnt und von Noten von

Pfeffer und Zedernholz unterstützt

wird. Im zweiten Drittel beginnen

sich sanfte florale Noten zu entwickeln,

während Anklänge von Zimt

und Kaffee in das fortschreitende

sensorische Erlebnis eingewebt

werden. Im letzten Drittel des eleganten

Churchill-Formats wandelt

sich das Geschmacksprofil zu einem

angenehmen Karamellgeschmack,

kombiniert mit Kakao und erneuten

Anklängen der Zedernnoten vom

Beginn. Die ausgewogene Mischung

besteht aus vier behutsam

gereiften Einlagetabaken aus der

Dominikanischen Republik, die von

einem mexikanischen Umblatt umhüllt

und von einem ecuadorianischen

Deckblatt gekrönt werden.

www.oettingerdavidoff.com

6

FineTobacco[+] 03 ·2021


Die erste Premium Longfiller Zigarre

Nicaraguas. Gerollt in der

ersten Zigarrenmanufaktur Nicaraguas.

Kreiert ausschließlich aus

Nicaragua-Tabaken rund um Estelí.

Die Joya de Nicaragua Clásico gilt

als das internationale Aushängeschild

des gleichnamigen Tabakunternehmens

und zählt in Europa zu

den erfolgreichsten Marken aus dem

Sortiment. Mit der Joya de Nicaragua

Clásico Medio Siglo erfährt die Ursprungszigarre

eine Weiterentwicklung,

die dem wertvollen Erbe der

Zigarrenmacher und den modernen

Ansprüchen gleichermaßen Rechnung

trägt.

Medio Siglo bedeutet auf spanisch

halbes Jahrhundert. 1968 ist die Geburtsstunde

der Marke Joya de Nicaragua,

die Clásico Linie die erste,

ausschließlich aus in Nicaragua angebauten

Tabaken gerollte Zigarre,

die weltweit exportiert werden durfte.

Die „National-Zigarre“ schaffte

damals sogar den Einzug ins Weiße

Haus.

Zeiten ändern sich, aber die Wurzeln

der Clásico prägen die Zigarrenwelt

bis heute. „Where it all started“

ist der Stempel, den die Clásico trägt.

Die Clásico Medio Siglo präsentiert

sich mit gleicher Ausgewogenheit

und Eleganz wie das Original, setzt

Stay Clásico!

Joya de Nicaragua Clásico Medio Siglo

jedoch mit einem intensivierten nicaraguanischen

Geschmacksprofil

neue Noten. Gewürz-, Holz- und Lederaromen

entfalten auf dem Gaumen

je nach Format ihr ganz eigenes

Spiel, stets begleitet von einer angenehmen

Würze. Die Clásico Medio

Siglo versteht sich als Geschenk an

tausende von Zigarrenliebhabern,

die den echten Clásico Style lieben,

leben und genießen.

Joya de Nicaragua Clásico Medio

Siglo Longfiller Zigarren sind ausschließlich

im gut sortierten Facheinzelhandel

erhältlich.

www.alles-andre.de

Die Auserwählten

Neues Format bei „La Flor de Cano“

Für das Jahr 2020 präsentierte

Habanos eine neue Vitola der Marke

„La Flor de Cano“: die Elegidos.

Der selbstbewusste Name bedeutet

im Deutschen übrigens “Die Auserwählte”.

Sie hat ein eigens dafür geschaffenes

Format mit dem Namen

„Lirios“. Es ist 127 mm lang und hat

ein Robusto-typisches Ringmaß 50.

Die Mischung der Elegidos ist mittelkräftig

und sie bietet die markentypische

Ausgewogenheit zwischen

Geschmack und Aroma.

Die La Flor de Cano Elegidos kommen

in unlackierten Holzkisten à 10

Stück und in Kartonschachteln à 3

Stück in den Handel. Gefertigt werden

Sie als vollständig von Hand

gefertigter Shortfiller – totalmente

a mano, tripa corta. „La Flor de

Cano“ war lange Zeit eine vor allem

auf dem spanischen und englischen

Markt bedeutende cubanische Cigarrenmarke.

In Deutschland war und

ist sie bis heute nur wenig bekannt.

Die Ursprünge der Marke gehen

bereits auf das Jahr 1884 zurück.

Damals wurde sie von den Brüdern

Tomás und José Cano unter dem

Firmennamen „Cano, Loma & Co.“

registriert. Deren Cigarrenmanufaktur

befand sich auf der Calle Rayo

No.66 im Stadtteil Centro Habana.

Von sich reden machte die Marke

dann vor allem ab den 1930er Jahren.

In dieser Zeit führte Juan Cano

Sainz „La Flor de Cano“ zum Erfolg.

La Flor de Cano Elegidos

Format: Lirios; Maße: 127 mm x RM 50

Verpackung: Kartonschachteln à 3 Stück,

Naturholzkisten à 10 Stück

KVP/St. 4,20 €

www.5thAvenue.de

FineTobacco[+] 03·2021 7


MAGAZIN

Die Besonderheit des Gins liegt in

der Verwendung von hochwertiger

Bourbon Vanille, die von der Insel

Réunion stammt. Auch bei der Auswahl

der weiteren Zutaten wird nur

auf hochwertige und natürliche Zutaten

zurückgegriffen. Wacholderbeeren,

Engelwurz, Ingwer, Kardamom

und Zimt stützten dabei den charakteristischen

Geschmack der Vanille.

Die Aromen der Vanille übertönen

die natürliche Bitterkeit der Wacholderbeere.

Das Ergebnis ist ein unverfälschter

und eleganter Gin mit dem

Duft einer Waffelbäckerei.

Dabei geht die Geschichte des Sir

Edmond Gins weit in die Vergangenheit

zurück. 1819 brachten französische

Geschäftsleute Vanille auf die

Insel Réunion. Die einheimischen

Insekten bestäubten die Pflanzen

jedoch nicht. Erst vier Jahrzehnte

später gelang es dem zwölfjährigen

Sir Edmond Gin

Eine rebellische Spirituose mit einem ungewöhnlichen Charakter

Edmond Albius die erste Methode

zur manuellen Bestäubung zu entwickeln,

die teilweise noch heute angewendet

wird.

Die Fachwelt würdigt diese internationale

Marke: Sir Edmond Gin wurde

in den vergangenen sechs Monaten

bei fünf verschiedenen Blindverkostungen

zu einem der besten Gins der

Welt gekürt. Damit bestätigen nun

insgesamt fünfzehn Auszeichnungen

von sechs der einflussreichsten internationalen

Spirituosenwettbewerbe

die Qualität und den Geschmack

des Sir Edmond Gins.

„2020 war bereits sehr erfolgreich,

was die Anerkennung durch die

Fachwelt angeht", sagt Sir Edmond

Gin-Mitbegründer Makatita. „Aber

dieses Jahr scheint noch verrückter

zu werden." Er bezieht sich auf den

Gewinn von sechs neuen Medaillen

in sechs Monaten: Gold und Silber

bei The Gin Masters, Gold bei den

Gin Guide Awards und Silber bei den

World Gin Awards.

Sir Edmond, Bourbon Vanilla Infused Gin,

40,0 vol.%, 0,7 Ltr., UVP 38,99 €

Geschmackserlebnisse von Sommelier-Weltmeister

Mister M’s London Dry Gin by Markus Del Monego

Als echter und reiner London Dry

Gin spiegelt Mister M’s die persönlichen

Geschmackserlebnisse von

Sommelier-Weltmeister 1998 und

Master of Wine Markus Del Monego

wider. Dabei standen einige der vielen

Destinationen, die Markus Del

Monego auf seinen Reisen

rund um die Welt

besucht hat, Pate für

dieses außergewöhnliche

Projekt und diesen

edlen London Dry Gin.

Auf klassischem Wege

destilliert, finden neben

den traditionellen

Wacholderbeeren noch

elf weitere Botanicals in

diesem Gin zusammen.

Ob japanische Kirschblüten,

vietnamesischer

Pfeffer, Meeresspargel

von der Nordseeküste,

feinste Rieslingblüten

aus dem Rheingau oder

Lavendel aus der Provence, alle diese

Aromen drücken die Leidenschaft

von Markus Del Monego für das Produkt

aus und sind ihm auf seinen vielen

Reisen begegnet. Die Ingredienzen

wurden bei niedriger Temperatur

langsam und schonen verarbeitet.

Beim World Spirits Award 2020

konnte Mister M’s London Dry Gin

by Markus Del Monego gleich einen

zweifachen Erfolg feiern. Mit Doppel-Gold

und zum Spirit of the year

2020 ausgezeichnet, unterstreicht

dieser London Dry Gin eindrucksvoll

seine hohe Qualität.

Mister M’s London

Dry Gin 47,0 vol.%,

0,5 Ltr., UVP 46,00 €

Bezugsquellen:

Brennerei

Hubertus

Vallendar

(www.

vallendar.

de) oder bei

ausgesuchten

Fachhändlern

sowie Gastronomen.

8

FineTobacco[+] 03·2021


Moderne Wildrezepte

Jetzt wird‘s wild! Der Kochbuchautor

und Foodstylist Martin Kintrup

präsentiert in „Richtig Wild“ (LV.

Buch) moderne Rezepte, die auch

Wild-Kochanfängern gelingen.

Mit Wildschweinsteaks in Kaffeekruste

oder Hirschlasagne wird

das Sonn- oder Feiertagsessen zu

einem unvergesslichen Erlebnis.

Neben Klassikern wie Braten oder

Ragout macht sich heimisches

Wildfleisch aber auch super in mediterranen

Gerichten, auf dem Grill

oder in Streetfood. Von Paella mit

Kaninchen bis hin zu Teriyaki-Bowl

mit Pulled Duck ist für jeden etwas

Passendes dabei.

Der Autor entwickelt sogar ganze

Menüvorschläge inklusive Desserts

und Tipps zum stressfreien Ablauf

der Zubereitung. Auch nützliche

Theorieseiten rund um das Thema

Wildtiere und ihre Besonderheiten

in der Verarbeitung schaffen einen

Zugang zu dieser Art der Kochkunst.

Wildfleisch hat die beste Ökobilanz,

was neben dem Geschmack

der Grund dafür ist, dass Kintrup

den bewussten Konsum davon

VIVA LA LIBERTAD

für Freidenker, Idealisten und Genießer

vermitteln möchte. Er pflegt ein

verantwortungsbewusstes und genießerisches

Handeln, wenn es um

Fleisch geht. Dementsprechend hat

er sein Buch konzipiert und inspiriert

damit zu regelrechten Glücksmomenten

auf der Zunge.

Mit diesem reich bebilderten

Band erhalten interessierte Leser*innen

Ideen und Anleitungen,

wie sie leckere Variationen klassischer

Wildrezepte zubereiten.

Diese Cigarren wurden ursprünglich

in Honduras entwickelt. Ihr deutlich

kräftiges Aroma gefiel vielen

Aficionados, die es gerne etwas gehaltvoller

genießen wollten.

Mit ihrem dunklen Deckblatt und

den übrigen, kräftigen Tabaken für

das Umblatt und die Einlage aus Honduras

entwickelte die ursprüngliche

La Libertad ein erdiges, würziges

Aroma. Der ursprüngliche Hersteller

dieser Serie war Nestor Plasencia in

Danlí, Honduras.

Mit der Entscheidung

im Hause Villiger in Nicaragua,

genauer gesagt

im Herzen der

nicaraguanischen

Cigarrenindustrie, in

Estelí, eine eigene Cigarrenmanufaktur

unter dem Namen

VILLIGER DE NICARAGUA bauen

zu lassen, wechselt nun auch die Produktion

der La Libertad von Honduras

nach Nicaragua. Der vormalige Slogan

„VIVA LA LIBERTAD“ bleibt weiterhin

Bestandteil des Markenauftritts.

„Es lebe die Freiheit und Vielfältigkeit“.

Bei Villiger ist man überzeugt, mit

der „neuen La Libertad“ zusätzlich interessierte

Raucher von vollmundigen

dunklen „Schönheiten“ aus Nicaragua

ebenso anzusprechen, wie die vielen

treuen La Libertad Raucher.

www.villigercigars.com

ENJOY

SMOKING

Zigarettenspitzen

mit Filter

Brenner &

Mundstück

in diversen

Varianten

www.denicotea.de

Integrierter

Kieselgelfilter

für

Schadstoffreduktion


MAGAZIN

100 Jahre Dr. Perl

Die Erfolgsstory geht in die Verlängerung

VAUEN feiert dieses Jahr das

100-jährige Jubiläum der Dr. Perl Filter.

Am 01. Juli 1921, beantragte die

Firma VAUEN Vereinigte Pfeifenfabriken

Nürnberg die Eintragung des

Warenzeichens „Dr. Perl“ beim deutschen

Reichspatentamt. Dies war die

Geburtsstunde des heute weltweit

bekannten „Dr. Perl Filters“.

Anlässlich dieses Jubiläums präsentierten

die Nürnberger

einige Neuheiten im Pfeifen-

und Filtersegment.

Die neue 6mm Pfeifenserie

‚SIX‘ steht für filigrane,

extrem leichte Modelle, die

von klassischen Formen aus den

frühen 20-er Jahren inspiriert

wurden. Passend dazu wurde ein

6mm Dr. Perl junior Aktivkohlefilter

mit zwei Keramikkappen entwickelt.

In dem Zuge wurden auch die Verpackungen

der 9mm Aktivkohlefilter

an das moderne und frische Design

der 6mm Filter angepasst.

Um das Jubiläum gebührend zu feiern

gibt es in limitierter Auflage einen

nachhaltigen To-Go-Becher aus nachwachsenden

Rohstoffen (Zuckerrohr),

befüllt mit 100 Dr. Perl junior 9mm

Aktivkohlefiltern. Der Aktionspreis für

den Becher im Jubiläumsdesign liegt

bei 11,65 Euro

www.vauen.de

CAPA 20

Die neue Limitada der VegaFina Fortaleza 2

VegaFina Fortaleza 2 präsentiert

ihre neue Limitada „CAPA

20”, die ihren Namen der

sorgfältigen Lagerung –

der Fachmann nennt

es „Agen“ – des

Mexiko-Deckblattes

verdankt.

Die

lange

Lagerung

des Deckblattes

balanciert

die verschiedenen

Aromen-Nuancen perfekt

aus und steigert die

Wertigkeit des verwendeten

Tabaks. Daraus entsteht eine

einzigartige Cigarre, die mit ihrem

intensiven Charakter und ihren

reichhalten holzigen Röstaromen

hervorsticht.

Das Format, das die Meister-Torcedores

der Tabacalera de

García ausgewählt haben, ist eine

Gran Robusto; eine Cigarre mit

einem 50er Ringmaß und 140 mm

Länge, die nicht im Standardsortiment

von VegaFina enthalten ist.

„VegaFina Fortaleza 2 Capa 20“

wird in einer edlen dunkelgrauen

Holzkiste mit auffälligen rot-silbernen

Designelementen angeboten.

Die Kiste enthält 12 dieser außergewöhnlichen

Cigarren, die einen

zweiten Cigarrenring mit der großen

silbernen „20“ tragen.

Die Cigarren sind weltweit in stark

limitierter Auflage erhältlich.

www.villigercigars.com

10

FineTobacco[+] 03·2021


Claro oder Maduro? Leidenschaft!

Neue Montosa Zigarren in der dominikanischen Markenfamilie

Die eine ist hell und feinwürzig.

Die andere kommt dunkel-seidig

und röstig daher. Die Sprache ist

von den Montosa Longfiller Zigarren

aus der Claro- bzw. Maduro-Li-

nie. Was sie gemeinsam haben, sind

ihre dominikanischen Wurzeln und

einen herausragenden Blend. Und

jeweils ein neues Format, welche

Masterblender Carlos Jiménez mit

viel Feingefühl komponiert hat. In

der Kürze liegt viel Würze. Die Montosa

Claro Short Robusto kommt

gleich zum Punkt. Das feinwürzige

Aromenspiel entfaltet sich aufgrund

der Kürze und des großen Volumens

der Zigarre in all seinen Facetten

schon kurz nach dem Anzünden.

Kaffee- und Kakao-Aromen kombiniert

mit nussigen und fruchtigen

Nuancen liegen cremig-sanft auf

Gaumen und Zunge. Ein vollmundiger

und gleichzeitig leichter Genuss.

Viel Raum für markante, kraftvolle

Komponenten bietet die Montosa

Maduro Churchill. Die Schönheit

des dunklen Deckblattes präsentiert

sich dabei in voller Länge. Würzige

Aromen und die typisch süßlichen

Noten des Maduro-Tabaks sind das

Aushängeschild. Das Churchill-Format

lässt viel Raum für die dunkle

Grundaromatik und die toastigen

Komponenten. Noten von Röstkaffee

und Pfeffer entwickeln sich sehr

zart im kühlen Rauch.

www.alles-andre.de

Das spanische Traditionshaus Williams

& Humbert hüllt seinen preisgekrönten

Brandy Gran Duque D‘Alba

in einen neuen Look. Die neue

Flaschenausstattung verfolgt einen

zeitgemäßen und modernen Ansatz,

der die Traditionen des aus dem spanischen

Jerez stammenden Brandys

mit dem Zeitgeist in Einklang bringt

und die Marke damit behutsam in die

Gegenwart transportiert. Die überarbeitete

Flaschen-Ausstattung besticht

durch hochwertiges Glas, das

die Exklusivität dieses international

berühmten Brandys unterstreicht.

Die ursprüngliche bauchigere

Form der Flasche wurde leicht abgeändert,

um dem Design in Gänze

einen höheren Wiederkennungswert

und eine ansprechende Geradlinigkeit

zu verleihen. Dabei sorgt eine

Im neuen Gewand

Der spanische Brandy GRAN DUQUE DE ALBA

leicht abgeschrägte Form am unteren

Teil der Flasche, angelehnt an

einen geschliffenen Glas-Dekanter,

für eine spezielle Haptik und herausstechende

Optik.

Der Verschluss hat eine verbesserte

Form und trägt das Wappen

des Hauses Alba. Die Farbgebung

in Rot für Gran Duque D’Alba Solera

Gran Reserva und Blau für Gran Duque

D’Alba X.O. wurde beim Korkverschluss

sowie bei der charakteristischen

Halsschleife beibehalten. Auf

der Halsschleife findet sich fortan

der Zusatz „Solera Gran Reserva“

und „X.O“.

Gran Duque D‘Alba Solera Gran Reserva

40,0 vol.%, 0,7l Ltr., 29,99€ UVP

Gran Duque D‘Alba X.O. 40,0 vol.%, 0,7l Ltr.

44,99 € UVP

FineTobacco[+] 03·2021 11


MAGAZIN

Por Larrañaga

Frischer Wind für eine alte Marke

Im 19. Jahrhundert war sie eine

der berühmtesten Habanos-Marken

ihrer Zeit und der Inbegriff von Luxus

– Por Larrañaga. Ihre Cigarren

gehörten damals zu den feinsten

und teuersten überhaupt. Sie waren

auf fünf Kontinenten in den vornehmsten

Geschäften, Restaurants

und Hotels zu finden und erhielten

zahlreiche Auszeichnungen.

Einigermaßen überraschend war

deshalb die Ankündigung eines

neuen Formats der Marke: der Por

Larrañaga Galanes, die nun in den

Handel kommen. „Galanes“ (auf

Spanisch „der Liebhaber“) ist ebenfalls

der Name der dafür neu entwickelten

Vitola de Galera.

Der Aperitif Déjà-Vu verkörpert die Geheimnisse dieser Welt.

Tief im Herzen des Spirits Valley

im französischen Charente-Maritime,

liegt die kleine ‘Distillerie Traditionnelle

de la Seugne’. Seit dem

19. Jahrhundert erzeugt die Meisterbrennerei

Spirituosen von höchster

Güte. So auch das erstklassige Weindestillat

für Déjà-Vu. Für den Aperitif

werden die aromaintensiven Rebsorten

Ugni Blanc und Colombard

in kleinen Kupferbrennblasen über

offener Flamme, wie ein Armagnac

oder Cognac, destilliert.

Das französisches Weindestillat

überzeugt mit einem exotischen Geschmack:

fernöstliche Zitrusnoten,

Déjà-Vu

leichte Ingwerschärfe und orientalische

Gewürze.

Mit seinen 17 Volumenprozent bildet

Déjà-Vu die Basis für einen leichten

Drink – gut als Sundowner auf

der Terrasse oder als Einstieg in ein

großartiges Menü.

Ein Aperitif, der alles hat, was ein

guter Drink braucht: Körper, Textur,

Raffinesse, Leichtigkeit.

Déjà-Vu startet in Deutschland in

der Gastronomie – man kann dieses

spannende Getränk aber auch

schon vereinzelnd in Online-Shops

(schwarze-schlichte.de) finden.

Déjà-Vu 17,0 vol.%, 0,7 Ltr., UVP 11,90€

Por Larrañaga Galanes

Format: Galanes; Maße: 120 mm x RM 52

Einheit: Lackierte Naturholzkiste

mit 10 Stück Inhalt

KVP/St.: Die Appellationen 9,- Euro der Réserve Mouton Cadet-Weine

www.5thAvenue.de

Petra Lindenschmidt verlässt Arnold André

Petra Lindenschmidt, Vice President

Arnold André Dominicana,

verlässt das Haus Arnold André,

um sich neuen beruflichen Herausforderungen

zu stellen. Petra Lindenschmidt

war seit 1993 mit dem

Bünder Unternehmen verbunden

und die letzten viereinhalb Jahre als

Vice President Arnold André Dominicana

tätig.

In dieser Funktion hat sie die

systematische Entwicklung eines

eigenen Premium-Produktportfolios

im Longfiller- sowie im 100%

Shortfiller-Segment vorangetrieben

und dabei maßgeblich den Erfolg

der Premium-Marke CARLOS ANDRÉ

geprägt. So wurde die Marke deutlich

ausgebaut und um Limitadas ergänzt.

Mit dem Ziel, CARLOS ANDRÉ

als eine moderne innovative Marke

zu positionieren, wurden u. a. in Zusammenarbeit

mit prominenten Persönlichkeiten

die Eventserie Carlos

André Cooking for Friends sowie der

Podcast „Auf eine Zigarre …“ etabliert

und beides medienwirksam für den

Zigarrengenuss in Szene gesetzt.

12

FineTobacco[+] 03·2021


R Y J

Neue Edition von Romeo y Julieta

Romeo y Julieta steht als internationale

Premiummarke seit Jahrzehnten

für feinsten Tabakgenuss und

allerhöchste Qualität. Weltweit und

besonders hierzulande wird die Marke

von Aficionadas und Aficionados

sehr geschätzt und zählt zu den verkaufsstärksten

Habanos-Marken –

sowohl bei den Premiumzigarren als

auch bei den Premiumzigarillos.

„Ab sofort gibt es die Romeo y

Julieta Mini und Club als limitierte

Designedition 2020 – natürlich nur

so lange der Vorrat reicht. Am klassischen

Romeo y Julieta Geschmack

ändert sich selbstverständlich nichts.

Ebenso wenig am Preis.“, so Norbert

Schelkle, bei 5THAvenue verantwortlich

für das Marketing der Cuban

Mini Cigars. Die limitierten Editionen

der cubanischen Edelcigarillos werden

traditionell in Metalletuis präsentiert.

Das jeweilige Markendesign

wird dabei stets neu interpretiert.

„Mit den Etuis im auffälligen, ungewöhnlichen

Design werden Neukunden

und Sammler gleichermaßen

angesprochen. In diesem Jahr spielt

bei Romeo y Julieta die legendäre

Balkon-Szene von Verona die visuelle

Hauptrolle im Packungsdesign“,

1756 Series

Mit der »Samana 1756 Series« präsentiert die »Tabacalera Don Esteban« in Santiago

/ Dom. Rep eine neue Linie. Sie wird wie auch die klassischen Samana-Cigarren

im guten Fachhandel angeboten.

Die gleichsam hochwertige Verarbeitung, die Verwendung eines Ecuador-Deckblattes und

eines De Olor-Umblattes sowie der ausgesuchte Longfiller prägen diese Cigarren im Geschmack

noch gehaltvoller als die der Classic-Line. Durch die Überarbeitung des Schmuckrings

sowie das Hinzufügen eines

zweiten Rings, auf welchem die

Linie als »1756 Series« ausgewiesen

wird, unterscheidet sie

sich zudem auch optisch.

Die schmucken 10er-Kisten, lackiert

in einem kräftigen Gelbton,

bieten zudem die Möglichkeit,

als ein ausgezeichnetes

Geschenk gekauft zu werden.

Der attraktive Preis tut sein Übriges

dazu!

Mit einem Kleinverkaufspreis von 11,90 € für

20 Stück der Romeo y Julieta Mini-Zigarillos

und 15,70 € für das größere Club-Format,

kosten diese Sondereditionen nicht mehr als

die entsprechenden Packungen des festen

Sortiments.

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Umblatt: Dom. Rep.

Deckblatt: Ecuador Connecticut Shade

Formate / Preise pro Stück:

Petit Robusto 6,70 € / Corona 7,30 € / Robusto 7,70 € / Toro Grande 8,00 € /

Fabuloso 8,60 € / Gold in Black Jumbo 11,00 € / Mille Fleurs 14,70 € /

Samaná 20th Anniversary Diademas Ltd. Edition 14,70 €

Don Stefano

Zigarren – Zigarillos

100 % TOBACCO in PERFECTION

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FINE PAIRINGS

Zigarren

zum Trinken?

STRAUCH CIGARRIGNAC

Seit 1995 stellt Familie Strauch aus dem Rheinhessischen neben Weinen

und extravaganten Sekten auch Destillate her und gründete die

„Kurfürst von Dalberg STRAUCH DESTILLERIE“. Allein die Namen der

Brände lassen aufhorchen: VINYAC, BARRIGNAC und CIGARRIGNAC.

Dabei darf man die Produkte der Gattung der Weinbrände zuordnen,

da sie aus Weinen unterschiedlicher Rebsorten der familieneigenen

Weinberge destilliert werden.

So wird der Barrignac aus würzigen Weiss- und Rotweinen

gebrannt und in kleinen Barriquefässern gelagert. Der vierjährige

Barrignac ist außerdem die Basis für den Cigarrignac.

Hierfür wird eine Cohiba-Cigarre in ein Barriquefass gedampft

und ein bereits vier Jahre alter Barrignac wird sorgsam darüber

gesprüht. Beides zusammen vereinigt sich langsam und

reift noch eine gewisse Zeit bis die Cigarre, der Barrignac

und das Fass eine Liason eingehen, die sich dann „Cigarrignac“

nennt.

Im Geschmack erkennt man grundsätzlich den Weinbrand,

dieser jedoch ist von besonderer Klasse: Weich

mit einer angenehmen Süße, die um die Rauchigkeit und

die schmeckbare Fasslagerung ergänzt wird

COHIBA SIGLO II

Cohiba ist die Spitzenmarke unter den Habanos.

Sie wurde 1966 ganz persönlich für den Máximo

Líder Fidel Castro erschaffen. Ihr Entstehungsort

war lange Zeit ein großes Geheimnis, denn

niemand sollte wissen, woher sie stammte. Im

Grunde war Cohiba lange Zeit die inoffizielle

Hausmarke der Staatsführung und außerhalb

dieses Zirkels praktisch nicht zu ergattern.

Mit einer großen Ausnahme: als Geschenk,

welches nur hochrangigen Staatsgästen

vorbehalten blieb.

Erst 1982 entschloss man sich, ein limitiertes

Kontingent auch in den freien Handel

zu bringen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde

auch der Ort der Entstehung unter den Aficionados dieser Welt richtig

bekannt: die Manufaktur El Laguito in Havanna.

14

FineTobacco[+] 03·2021


Wir haben für dieses Pairing zwei Brennereien

gefunden, die sich nicht erst beim Verkosten mit

Zigarren beschäftigen, sondern bei denen die

Zigarre schon bei der Produktion ihrer Edelbrände

eine große Rolle spielt. Probieren Sie doch

einfach Mal diese Raritäten. Am besten mit den

von uns empfohlenen Zigarren-Spezialitäten.

PARCERO TORO

Freundschaft ist kostbar und einzigartig. Sie bereichert unser

Leben und schenkt uns besondere Momente. Momente, die

wir in der Gemeinschaft teilen. Und für die es nun die passende

Begleitung gibt, die Parcero Longfiller Zigarre made

by Arnold André Dominicana.

Parcero ist die karibische Bezeichnung für Freund. Und

genau hier stecken die Wurzeln der neuen Longfiller

Zigarre und ihre Geschichte.

Obwohl kräftig, ist die Parcero Toro keinesfalls eine

Zigarre, die man bei den Hörnern packen muss. Die

Noten gerösteten Kaffees bieten sich mit einer

leichten Süße an und bilden mit den nussigen und

erdigen Aromen ein interessantes Wechselspiel,

das bis zum Schluss Freu(n)de macht.

WILHELM MARX – ZIGARRENBRAND VON DER DÖRRPFLAUME

Die Edelbrandmanufaktur Wilhelm Marx startete 2012 mit Feuer und Flamme für

die Brennkunst durch. Wichtig sind dem Brenner und seiner Frau Birgit absolute

Top-Edelbrände aus natürlichen Inhaltsstoffen ohne Aromen, Farb- oder Konservierungsmitteln

zu schaffen.

Der Zigarrenbrand von der Dörrpflaume ist ein wunderbares Beispiel für die Umsetzung

dieser Philosophie. Eingesetzt werden Bio-Dörrpflaumen aus

Casseneuil in Frankreich und das Destillat wurde zwei Jahre in neuen Holzfässern

aus französischer Weißeiche gelagert.

Dörrpflaume pur mit kräftigen 45 % Alkohol!

FineTobacco[+] 03·2021 15


TOP•FACHGESCHÄFTE

TOP-

TABAKFACHGESCHÄFTE

STELLEN SICH VOR:

FINE TOBACCO setzt sich für den Tabakfachhandel

ein und stellt in dieser Rubrik

in jeder Ausgabe einige Top-Geschäfte

vor. Uns erreichen Empfehlungen von

Leserinnen und Lesern, sowie auch von

Premium-Lieferanten der Tabakindustrie.

In Deutschland genießt der Facheinzelhandel

einen besonders guten Ruf. Mit

viel Kompetenz, Passion und Kreativität

agieren die Geschäftsinhaber und deren

Mitarbeiter zum Wohl ihrer Kunden. Gerade

die fachliche Beratung beim Kauf

von erlesenen Spezialitäten, ganz besonders

beim Zigarrenkauf, ist unerlässlich

und wird sehr geschätzt. Wir freuen uns,

Ihnen auch in dieser Ausgabe wieder drei

Top-Tabakgeschäfte präsentieren zu können.

Von Warnemünde im hohen Norden,

über Memmingen bis Ravensburg geht

unsere Reise. Eine echte Genussreise!

Ein Shopping-Erlebnis der besonderen Art.

Das Zigarrenhaus Sturm ist Ihr verlässlicher Experte für

Rauchgenuss, Tabakwaren und Raucherzubehör im Allgäu.

Neben einem sehr großen Sortiment an Zigaretten, Zigarillos,

Tabak, E-Zigaretten, Liquids, Kautabak, Shishas, Wasserpfeifentabak

und Raucherbedarf bietet wir einen Klimaraum mit

über 200 verschiedenen Zigarren-Sorten. Eine exklusive Auswahl

an Gin, Whiskey, Rum, Cognac, Weinbränden und Likören

gehört ebenso zu unserem Angebot wie ein riesiges Sortiment

exklusiver Pfeifen (über 800 Stück ständig verfügbar).

Zigarrenhaus Sturm

Kramerstr. 33

87700 Memmingen

Tel.: 08331/4403

Fax: 08331/494366

www.zigarren-sturm.de

E-Mail: info@zigarren-sturm.de

Öffnungszeiten:

Montag – Freitag: 8:30 – 18:30 Uhr

Samstag: 8:30 – 16:00 Uhr

16

FineTobacco[+] 03·2021


Zigarren Baur – Tradition aus Ravensburg

Genuss seit 1919 – seit 102 Jahren gibt es den Ravensburger

Familienbetrieb Zigarren Baur in drei Generationen. In unserem

Fachgeschäft auf der Bachstraße 60 bieten wir euch ein

hochwertiges Sortiment an Zigarren und Pfeifen internationaler

Herkunft, Tabak, Shishas, E-Zigaretten mit großer Auswahl an

Liquids und vielen weiteren Raucherbedarfsartikeln.

Das Fachgeschäft in der Bachstraße hat sich bis heute zum besten

Zigarrendomicil Oberschwabens entwickelt.Mit uns seid ihr

mit euren Anliegen gut beraten. Wir alle greifen auf langjährige

Erfahrung zurück und unterstützen Sie gern bei allen Wünschen

rund um den Einzel- und Großhandel.

2006 ergänzten wir die Produktpalette mit Kaffee um ein weiteres

Genussmittel. Die hervorragende Qualität dieses italienischen

Kaffees erfreut sich immer größerer Beliebtheit und lässt

den Kundenstamm stetig wachsen.

Zigarren Baur

Bachstraße 60

88214 Ravensburg

www.zigarren-baur.de

2011 eröffneten wir in unserem Heimathafen Warnemünde, in

der Friedrich-Franz-Straße 42, unser Whiskykontor „Whisky &

BALTICA“. Mit Stil, edel & schlicht, werden bei uns hochwertige

Spirituosen in Szene gesetzt. Unser Whiskyladen steht für

Genuss und Individualität. Nicht nur Whiskyliebhaber finden

bei uns über 700 exklusive Whiskysorten, auch über 250

ausgewählte Rumsorten und eine Auswahl von Cigarren haben

wir im Angebot. In unserem Fachgeschäft kann man aus über

50 geöffneten Whisky- und Rumflaschen die persönliche

Geschmacksrichtung erforschen.

Baltic Schiffahrt und Touristik GmbH

Friedrich-Franz-Str. 42

18119 Rostock-Warnemünde

Tel.: +49 (0) 381 - 510 67 90

Fax: +49 (0) 381 - 510 67 91

E-Mail: info@whisky-onlineshop.com

Öffnungszeiten :

Montag bis Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr

FineTobacco[+] 03·2021 17


ZIGARREN•PRODUKTION

18

FineTobacco[+] 03·2021


HECHO A MANO

von Hand gefertigt

Vom Tabaksamen zur Zigarre

in 539 Arbeitsschritten

Text: Claudia Puszkar

Viele Liebhaber von Zigarren wissen,

wie eine Zigarre hergestellt wird.

Manche waren schon einmal in Kuba, auf

einer Plantage und/oder in einer Fabrik und

haben den Menschen, die dort arbeiten, auf

die Hände geschaut. Manche haben vielleicht

irgendwo schon einmal einen Torcedor,

einen Zigarrenroller, bei der Arbeit gesehen.

Jeder liest: HECHO A MANO, von Hand

gefertigt. Doch was heißt das eigentlich

ganz genau?

FineTobacco[+] 03·2021 19


ZIGARREN•PRODUKTION

Da lohnt es zu schauen, welche

Arbeit und welcher Aufwand notwendig

sind, um eine Zigarre herzustellen.

539 Arbeitsschritte braucht es, damit

aus einem Tabaksamen eine Zigarre

werden kann. Das sagt zumindest

Eumelio Espino, ein Tabak- und Zigarrenfachmann,

der Jahrzehnte in

verschiedensten Bereichen der Zigarrenindustrie

in Kuba tätig war und sich

mit jedem dieser einzelnen Schritte

ausführlich beschäftigt hat. 539 Arbeitsschritte

sind eine beachtliche

Zahl und da sind die Tätigkeiten, die

man mehrmals ausführen muss, wie

zum Beispiel das Wässern der Pflanze,

nur einmal gezählt.

Sei es nun ein Fluch oder ein Segen

der bestehenden Verhältnisse auf

Kuba, Tatsache ist jedenfalls, dass fast

jeder dieser Arbeitsschritte auch heute

noch vollständig von Hand erfolgt.

Viele Menschen mit ihren Fähigkeiten

und ihrem Wissen sind an der Herstellung

einer Zigarre beteiligt.

Angefangen bei den kleinen braunen

Samen, aus denen in einer Pflanzschale

Keimlinge gezogen werden,

bringt man jeden dieser Keimlinge

einzeln und von Hand aufs Feld. Jede

Pflanze wird während der Vegetationsperiode

etwa 150 Mal vom Veguero,

dem Tabakbauern, kontrolliert und

bearbeitet. Auch die Ernte der Blätter

erfolgt von Hand, Blatt für Blatt, immer

nur ein paar, mit einigen Tagen Abstand

dazwischen, bis die Pflanze am

Ende wie ein gerupftes Huhn aussieht.

Die frischen Blätter werden von

Hand paarweise aufgefädelt und zum

Trocknen an Stangen aufgehängt.

Es ist faszinierend zu sehen, wie die

Helfer in den Trockenschuppen wie

Zirkusartisten auf den schmalen Balken

balancieren und die Stangen nach

oben wandern lassen.

Ist das Tabakblatt getrocknet und

fermentiert, geht es weiter durch viele

Hände. Die Blätter werden, meist

von Frauen, sortiert. Die Frauen haben

die Blätter auf ihren Schenkeln liegen,

was wahrscheinlich den Mythos von

den auf den Schenkeln hergestellten

Zigarren hat entstehen lassen. Wahrhaft

geschickt sind die Frauen und

Männer, die die Hauptrippe des Blattes

entfernen. Sie haben den perfekten

Schwung, mit dem sie die extrem feste

Rippe mit einem Ruck so herausziehen,

dass das Blatt nicht zerreißt. Es

sieht so ähnlich aus, wie das Kunststück

des Zauberers, der ein Tischtuch

unter dem Porzellangedeck wegzieht.

Und weiter gehen die Tabakblätter

von Hand zu Hand bis zum Torcedor,

der aus den einzelnen unterschiedlichen

Blättern eine Habano rollt. Oder

der Sortierer, der die fertigen Zigarren

nach Farben sortiert und bis zu 60 Farbabstufungen

unterscheiden kann.

Hier fehlt leider der Platz, um jeden

dieser einzelnen Schritte, und noch

dazu vielleicht sogar im Detail, zu beschreiben.

Diesen Menschen, die unglaublich

geschickt in ihrem Tun sind,

bei ihrer Arbeit zuzusehen, macht immer

wieder Freude. Denn man sieht

sofort: Sie wissen, was sie tun. Das ist

Handwerk, aber auch Kunst.

Und das Entscheidende ist: Egal,

welchen Arbeitsschritt man betrachtet,

egal, welche Tätigkeit der- oder diejenige

ausführt: An der Art und Weise,

wie von ihnen ein Tabakblatt gehalten,

leicht auseinandergezogen, zusammengedrückt

oder gerollt wird, kann

man sehen, wie diese Hände das Blatt

fühlen, es lesen, es genau erkennen

und wissen, wie man damit umzugehen

hat. Und das kann nur ein Mensch,

nicht die Maschine. Und deshalb sind

von Hand gefertigte Zigarren, HECHO

Der Veguero, der Tabakbauer,

holt die großen, frisch geernteten

Tabakblätter vom Feld

A MANO, diejenigen, die die Herzen der

Aficonados höher schlagen lassen.

20

FineTobacco[+] 03·2021


Paarweise werden

die Blätter von

Hand aufgefädelt

und an Stangen

zum Trocknen aufgehängt

Das Deckblatt

wird auf den Wickel

aufgebracht

und passt sich

perfekt an

Damit die Zigarren

desselben Formates

vollkommen

gleich sind, werden

sie für kurze

Zeit in eine Pressform

gelegt

Das Ringmaß:

Über die gesamte

Länge muss die

Zigarre gleich

breit sein

FineTobacco[+] 03·2021 21


ZIGARREN•PRODUKTION

Die fertigen

Zigarren am Platz

des Torcedors

Der Kopf der

Zigarre wird mit

der Fahne, einem

Teil des Deckblattes,

umwickelt

Der Zigarrenring

wird akkurat befestigt,

auch dieser

Arbeitsschritt von

Hand ausgeführt

Torcedores bei

der Arbeit: Sie

sind die Besten

ihres Faches

22

FineTobacco[+] 03·2021


villigercigars.com

@villigercigarsofficial

@villigercigarsswitzerland

Rauchen ist tödlich


SPIRITUOSEN

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FineTobacco[+] 03·2021


OBST – und

Edelbrände

Obstbrände? Sind das nicht die rustikalen „Obstler“, die man manchmal in

Gaststätten „aufs Haus“ angeboten bekommt, oder der aus Kroatien bekannte

Sliwowitz?

Text: Stephan Rack und Michael Peter

Stimmt, die gibt es, denn

traditionellerweise wurde

auf dem Land Obst, das

man nicht direkt verkaufen oder einkochen

konnte zu Maische verarbeitet,

vergoren und dann gebrannt. Aber

schon früh fragten sich Destillateure,

was wohl passiert, wenn man qualitativ

hochwertiges Obst verarbeitet.

Heraus kommen dann Edelbrände,

spannende Produkte mit einer ganz

eigenen Geschmacks- und Genusswelt,

die zu Unrecht unterschätzt

werden und in Bars leider noch ein

Schattendasein

fristen.

Im Unterschied zu anderen hochwertigen

Spirituosen liegt bei Obstund

Edelbränden der Fokus darauf,

das Aroma der Frucht unverfälscht

zu transportieren – zusätzliche Lagerungen

erfolgen bestenfalls, um

den Geschmack der Brände zu unterstützen,

sie aber auf keinen Fall in

eine andere Richtung zu lenken. Wenn

man sich hingegen mit hochwertigem

Brandy, Rum und Whisky beschäftigt,

dann diskutiert man nach kurzer Zeit

über die nachgelagerte Veredelung:

wichtig erscheinen die eingesetzten

Fässer, die den Geschmack der vorgelagerten

Spirituose transferieren

und folgerichtig betrachtet man

die Dauer der Einlagerung, die

den Einfluss auf Farbe und Geschmack

nachhaltig bestimmt. Die

Qualität der eingesetzten Rohstoffe

erscheint zweitrangig.

Das ist bei den Edelbränden anders:

die Wahl der Rohstoffe - Obst

und andere Früchte der Natur - bestimmt

zusammen mit der Kunst des

Destillierens entscheidend die Qualität

des Produktes. Die Nachbearbeitung

und Lagerung kann noch Akzente

setzen, der Charakter der Edelbrände

ist aber dann schon festgelegt.

Wenn man sich ein wenig mit ihnen

beschäftigt, dann begeistert auch

die Vielschichtigkeit der Brände und

Geiste, in denen die vielen verschiedenen

Früchte von Mutter Natur für

uns eingefangen wurden.

In Restaurants mit Spitzenküche

werden interessanterweise oft diverse

Edelbrände als Digestives angeboten,

aber sie verdienen durchaus mehr

Aufmerksamkeit als Genussmittel

auch bei anderen Gelegenheiten.

Vier außergewöhnliche Brennereien

haben uns mit ihrer Geschichte,

der Kunst zu Brennen und ihren besonderen

Produkten begeistert – hier

eine kleine Rundreise durch die vielfältigen

Angebote der Obst- und Edelbrände.

FineTobacco[+] 03·2021 25


SPIRITUOSEN

Eine Schweizer Traditionsbrennerei

auf dem Weg

in die Moderne

Destillerie Studer

„Gehen Sie zur Kirche, dann links

über den Bahnübergang und dann

kommt es schon“ beschreibt uns eine

Dame den Weg zur Destillerie Studer

als wir in Escholzmatt aus

dem Zug steigen. In dem

kleinen, idyllisch gelegenen

Ort kennt man Studer. Kein

Wunder, denn die Destillerie

ist hier seit 1883 ansässig

und wird immer noch

von den Nachkommen der

Gründer betrieben, die zudem

auch noch auf

dem Gelände der

Destillerie leben –

wohl einer der selten

gewordenen Fälle, in

denen die Fabrikanten

mit Familie noch

an der Produktionsstätte

wohnen!

Von der Destillerie

blickt man auf die

idyllische Landschaft

der schweizerischen

Voralpen mit ihren

Studer Williamsbirne

Obstbrand,

41 vol%, 0,7 Ltr.

UVP 59,99 €

satten grünen Weiden und Wäldern.

Die Destillateure können bei ihrer Arbeit

an der Brennanlage durch große

Fenster auf die Hänge und Täler eines

Biosphärenreservats schauen.

Edelfruchtbrände und Fruchtgeiste

wurden von Anfang an bei Studer produziert

und so haben die Destillateure

im Lauf der Zeit das nötige Know-How

erworben, um die feinen Aromen der

Früchte einzufangen.

Jede Fruchtsorte benötigt ein anderes

Vorgehen beim Brand, eine andere

Temperatur, ein anderes Timing,

um das beste Herzstück zu erhalten.

Selbst die in den Jahren unterschiedlichen

Ernten müssen beim Brennen

berücksichtigt werden. Doch vor dem

Brennen steht die Maische und dafür

müssen die Früchte von Hand sortiert

und von Blättern gereinigt werden. Nur

unbeschädigte Früchte werden verwendet.

Die Früchte stammen bei Studer

alle von Vertragsanbauern aus der

Schweiz, die Williamsbirnen zum Beispiel

aus dem Rhônetal im sonnigen

Kanton Wallis.

Das Resultat der Mühe sind klare

Edelbrände voller ausgeprägter Aromen

und mit weicher Textur. Die Fruchtaromen

kommen mal etwas dezenter

z.B. beim Pflaumenbrand, mal ausgeprägter,

wie bei der Williams, und mal

dominant wie beim Himbeerbrand zum

Ausdruck.

Besonders gefallen hat uns der klare

Obstbrand von der Williamsbirne.

Für die Nase entfaltet sich das Aroma

einer auf den Punkt gereiften Birne zusammen

mit einem Hauch Vanille. Auf

der Zunge machen sich die charakteristischen

Aromen der Birne bemerkbar,

unaufdringlich und ein wenig herb. Ein

perfekter Digestif nach einem guten Essen

und kombiniert mit einem Espresso

ein grandioses Genusserlebnis. Wie

alle Obstbrände von Studer ist auch der

Birnenbrand in einer neuen Flasche mit

einem modernen, auf das Wesentliche

reduziertem Design erhältlich.

Die Edelbrände sind nicht das einzige

Produkt von Studer. Neben den

im Holzfass ausgebauten Obstbränden

sind vor allem die „Vielles“ (französisch

für „die Alten“) zu erwähnen, denn mit

diesem zwischen Likör und Edelbrand

angesiedeltem Digestif ist Studer in

der Schweiz bekannt geworden. Ganz

besonders die auf Pflaumen-Edelbrand

basierende „Vielle Prune“ bekommt

man vielfach in der traditionell

gehobenen schweizerischen Gastronomie

als Digestif angeboten.

26

FineTobacco[+] 03·2021


Mit dem

Enzian fing es an

Destillerie Lantenhammer

Was dem Norddeutschen der Kümmel

ist dem Bayern der Enzian, und

diese typisch bayerischen Spirituose

begann Josef Lantenhammer 1928 in

Hausham am Schliersee zu destillieren.

Mitte der 1980er baute einer der

Enkel des Gründers die Brennerei zu

einer Destillerie für edle Obstbrände

aus. Die Leidenschaft für hohe Qualität,

für die Kunst die Aromen der Natur in

hochwertige Destillate zu bannen ist

bei Lantenhammer generationsübergreifend.

Noch heute, im Alter von 85,

besucht der Seniorchef Kunden und

sammelt auf seinen Touren Steingutbehälter

aus Scheunen und kleinen

Brennereien, in denen die eigenen

Destillate reifen können. Anders als

Glasbehälter, die üblicherweise für

die Ruhephase der Spirituosen nach

der Destillation benutzt werden, sind

Steingutbehälter luftdurchlässig. Der

Sauerstoff hat eine positive Wirkung

auf den harmonischen Geschmack der

Edelbrände, allerdings muss dafür mit

dem „Angel Share“ (verdunstender Alkohol)

bezahlt werden.

Dass die Qualität der Rohstoffe

entscheidend für das Endprodukt ist,

weiß man bei Lantenhammer genau.

Deshalb werden die besten Früchte

aus vielen Regionen verwendet: Birnen

aus Südtirol, Waldhimbeeren aus den

Karpaten und Haselnüsse von der türkischen

Schwarzmeerküste.

Die Edelbrände werden nach der

Lagerung in den Steingutbehältern unfiltriert

oder filtriert als klare Brände

in Flaschen gefüllt oder sie erhalten

noch ein Finish in Holzfässern. Die unfiltrierten

Brände zeichnen sich durch

ihre Fruchtigkeit aus, die bei ihnen besonders

intensiv hervortritt. Filtrierte

Brände sind demgegenüber weicher

und runder, aber eben auch weniger

charaktervoll in der Fruchtigkeit.

Durch das Finishing im Holzfass

werden weitere Aromen hinzugefügt

und mit den bestehenden Fruchtnoten

vermählt. Eines dieser Produkte hat es

uns besonders angetan, nämlich der

Marillenbrand, der zunächst drei Jahre

in Steingutbehältern und dann über

ein Jahr im Rumfass von Lantenhammers

eigenem Rum („Rumult“) reifen

konnte. Der klare Marillenbrand - in

Norddeutschland würde man Aprikosenbrand

dazu sagen – verfügt über

feine und zarte Aromen. Der Ausbau

im Rumfass fügt diesen filigranen Aromen

der Marille aus dem Südtiroler

Vinschgau einige kraftvolle Noten von

Holz und Tabak hinzu, was für ein komplexes

Spiel der Aromen sorgt. Dieser

fassgereifte Marillenbrand ist ein ausgezeichneter

Begleiter für eine gute

Cigarre an einem genussvollen Abend.

Wer mehr über die Kunst

des Brennens, die Auswahl

der Früchte, die Reifung in

Steingutbehältern und das

Finish im Fass wissen will,

dem sei ein Ausflug in die Erlebnisdestillerie

Lantenhammers

in Hausham, unweit

von Schliersee und Tegernsee

empfohlen. Hier

werden nicht nur theoretische

Kenntnisse zur

Edelbrandherstellung

vermittelt, sondern auch

ganz praktische Verkostungen

ermöglicht, bei

denen sich der ganz persönliche

Lieblingsbrand

garantiert finden lässt.

Den Enzian, mit dem

alles begann, gibt es übrigens

auch noch.

Lantenhammer Marillenbrand

gereift im Rumult

Fass, 41 vol%, 0,5 Ltr.

UVP 41,90 €

FineTobacco[+] 03·2021 27


SPIRITUOSEN

Brennkunst im

Herzen des Westerwaldes

Brennerei Birkenhof

Schon ein spannendes Gefühl, wenn

man von der 8. Generation der Familie

Klöckner in der Brennerei Birkenhof

empfangen wird. Jonas und Lukas

Klöckner sind die Söhne

der aktuellen Geschäftsführung

Steffi und Peter

Klöckner und zeigen

‚ihren Birkenhof ‘ voller

Stolz.

1848 wurde die Brennerei

im Örtchen Nistertal

im Westerwald gegründet

und seit 1876 erfolgte

die Entwicklung von einer

kleinen Brennerei mit

Getreidebränden und

Kräuterspezialitäten zu

einer Erlebnis Destillerie

unter der Ägide der

Familie Klöckner.

Das aktuelle Angebot

hochwertiger Spirituosen

wurde allein im Zeitraum

2010 bis 2020 mit

200 Goldmedaillen und

50 Silbermedaillen ausgezeichnet.

Nun mag

Birkenhof Möhrenbrand

mit Honig, 38 vol%,

0,5 Ltr. UVP 27,50 €

der Westerwald nicht auf den ersten

Blick die Region sein, in der man seinen

nächsten Urlaub plant. Doch es würde

sich mehr als lohnen, dieser Genussmanufaktur

einen Besuch abzustatten,

um 5 Destillateure bei der Arbeit an 6

Destillen sehen zu können.

Darüber hinaus bietet der Birkenhof

Tasting- und Blending Workshops zu den

Themen Whisky, Rum und Gin sowie Genussabende

an, bei denen die Brände in

Kombination mit äußerst leckeren Speisen

als Food Pairings entdeckt werden können.

Ein wichtiger Durchbruch erfolgte

1999 mit der Eröffnung der Obstbrennerei,

die heute zwei Qualitätslinien anbietet.

Einmal die ‚Feinen Spirituosen‘

auf Basis traditioneller Obstsorten in

der klassischen Bügelflasche und dann

die ‚Birkenhof Exclusive‘, die uns mit einer

Vielzahl von Bränden und Geisten

von herausragender Qualität sehr positiv

überrascht hat.

Hier haben uns zwei Brände ganz

besonders angesprochen: Ganz außergewöhnlich

der Möhrenbrand mit Honig.

Dafür werden Bio-Möhren aus dem

Westerwald verwendet und das Destillat

wurde mit Bienenhonig aus der Region

abgesüßt. Es schmeckt nach einer

frisch geschrapten Möhre und durch

den Honig angenehm süß!

Etwas klassischer kommt ein

Brand der Williams-Birne daher, bei

dem auch der Bienenhonig der Region

hinzugefügt wurde. Im Geschmack

wird die Birne durch den süßen Honig

etwas zurückgedrängt, jedoch werden

auch die Reifenoten der Birne fantastisch

untermalt.

Zusammen ergeben die Williams-Birne

und der Honig eine sehr

gelungene Komposition.

Beide Brände zeigen den Innovationsgeist

und die Freude am Experimentieren

auf dem Birkenhof. Gerade mit

einer Cigarre bieten beide vorgestellten

Brände ein besonderes Erlebnis.

Der oftmals trocken scharfe Tabakgeschmack

erfährt durch die Früchte und

die Süße des Honigs einen fantastischen

Ausgleich.

Die Verabschiedung durch Jonas

Klöckner erfolgte mit einem Fingerzeig

auf das nahegelegene Hügelmassiv des

Stöffels, der die Struktur der Region

prägt. Unter dem Namen ‚Fading Hill‘ ist

der markante Hügel der Namensgeber

für den eigenen Whisky. Mit der Begeisterung

der 8. Generation der Klöckners

und den großartigen Möglichkeiten der

Brennerei Birkenhof können wir uns

auch zukünftig auf spannende neue

Produkte freuen.

28

FineTobacco[+] 03·2021


»Ich wollte etwas Betörendes

schaffen» – Hubertus Vallendar

zum Haselnussgeist

Brennerei Hubertus Vallendar

Die Landstraße vom idyllischen

Moseldorf Pommern bis zur Brennerei

auf der Talhöhe hat bis zu 12 % Steigung

– deutlich höhere Prozentwerte

kann man am Ende der Autofahrt in den

Bränden und Geisten von Hubertus Vallendar

genießen.

Dabei hatte sich Hubertus Vallendar

in der Spirituosenbranche zuerst einen

Namen als Anlagenbauer gemacht

und war weltweit unterwegs, um neue

Techniken zur Optimierung der Produktion

von Spirituosen zu verkaufen. Die

Innovationen mussten aus seiner Sicht

nachvollziehbar funktionieren und so

testete Vallendar in seiner eigenen kleinen

Brennerei, ob man die vorgestellten

Verbesserungen auch ‚schmecken‘ kann.

Letztendlich hat Hubertus Vallendar

dann die Doppelbelastung für sich reduziert

und das Brennen von Destillaten

allein in den Mittelpunkt seines Schaffens

gestellt – und das sehr erfolgreich:

Die Jury des World Spirit Awards hat

Brand: Bei einem Obstbrand wird eine Maische

aus vergorenen Früchten hergestellt und

anschließend destilliert. Der gesamte Alkohol

im fertigen Brand entsteht aus dem Zucker, der

im Obst vorhandenen ist.

nicht nur seine Kreationen über Jahre

mit Goldmedaillen ausgezeichnet, sondern

2020 wurde Hubertus Vallendar

bereits im jungen Alter von 57 Jahren

für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Ein Besuch der Destillerie in Kail ist

mehr als lohnend. Die Brennerei kann

nicht nur besichtigt werden, vielmehr

stehen die Türen offen, um an Sensorik

Seminaren teilzunehmen, selbst zu

brennen oder an Gin- und Whisky Seminaren

teilzunehmen. Brände und Geiste

von Hubertus Vallendar zum Anfassen,

Fühlen und Schmecken.

Über die Jahre ist ein bemerkenswert

breites Angebot von Bränden und

Geisten entstanden, bei der sehr viel

Wert auf die Rohstoffe gelegt wird.

Beispielsweise stammt die Williams

Birne aus den französischen Alpen, die

Mirabelle aus Lothringen und die Waldhimbeere

aus den Karpaten. Wenn man

beste Produkte herstellen will, so sagt

Hubertus Vallendar, dann muss man

Geist: Bei einem Geist werden die frischen, unvergorenen

Früchte in Neutralalkohol landwirtschaftlichen

Ursprungs eingelegt (mazeriert). In

diesem Prozess wird den Früchten der Geschmack

und das Aroma entzogen. Im Folgeschritt wird

dieser Frucht-Alkohol-Ansatz destilliert.

die besten Qualitäten nehmen, die man

für Geld kaufen kann.

Bei Vallendar haben

es uns zwei Geiste besonders

angetan: Einmal der

Haselnussgeist, mit dem

Vallendar bereits zum Beginn

seines Schaffens überrascht

hat und wo beim Probieren

überraschte Ausrufe

wie ‚Nussnougat- Creme in

flüssiger Form‘ zu vernehmen

sind.

Ganz besonders gefällt

uns der Orangengeist,

der aus dem

Fleisch der Früchte und

aus der Schale gebrannt

wird. Es ist faszinierend

ein Destillat zu genießen,

dass nach Orange,

Zitrus und Frische

duftet und grandios

schmeckt. Mit etwas

Eis und Tonic gemischt

entsteht ein wunderbar

erfrischender Aperitif.

Vallendar Orangengeist,

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FineTobacco[+] 03·2021 29


HECHO A MANO

30

FineTobacco[+] 03·2021


Wildbakers – Brot @ home

Die Zwei von der

Backstelle

Brotbacken boomt! Ganz Deutschland verknetet freudig Wasser, Mehl und

Backtriebmittel, starrt erwartungsvoll ins Ofenkino und hält stolz den eigenen

Laib hoch als wär’s das Erstgeborene. Was ist geschehen? Nicht erst seit

Corona findet ein Umdenken bei den Nahrungsmitteln statt. .

Text Elmar Schalk Fotos: Nina Bauer

Die selbstgepflanzte Möhre

oder das Ei vom eigenen

Huhn – da weiß man,

was man hat. So auch beim Brot, für

das es nicht viel mehr braucht als

vernünftige Zutaten, einen ebensolchen

Ofen und das nötige Fachwissen.

Hier sind Jörg Schmid und

Johannes Hirth seit Jahren die gefragten

Wegbereiter: Als Wildbakers

bieten sie Backkurse für Backbegeisterte

an und überraschen immer

wieder durch knusprige Innovationen

auf qualitativ hohem Niveau.

„Ein neues Bewusstsein für Kruste

& Krume!“ könnte der Schlachtruf

lauten, den sich viele Bäcker in deutschen

Landen auf die Fahne geschrieben

haben. Jahrzehntelang, so

ihre Kritik, habe das Bäckerhandwerk

im Dornröschenschlaf verbracht

– schön anzuschauen, doch etwas

reglos. In der Zwischenzeit hätten

nicht nur Backshops die Innenstädte

zugewuchert, auch Tankstellen und

»Wes Brot ich

ess, des Lied

ich sing.«

Supermärkte würden Tiefkühlware

zu Preisgünstigem aufbacken. Tatsächlich

hatte sich die Gesellschaft

mit dem Wirtschaftswunder der

1950er von allem abgewandt, was

traditionell oder langsam erschien.

Tütensuppen, Sprühsahne, Sauerbraten

aus der Mikrowelle – das waren

die Helden der Neuzeit! Schnell

und einfach zubereitet, so wie die

selbstaufblasenden Croissants aus

dem Kühlregal. Der Geschmack

konnte bei diesem Tempo nicht mithalten.

Dem Verbraucher war’s egal.

Doch seit kurzem schlägt das Pendel

in die andere Richtung aus. Die Zeit

scheint reif zu sein für ökologische

Themen, zu denen auch die Ernährung

zählt. Selbst Discounter haben

den Trend erkannt und geloben, der

Massentierhaltung abzuschwören.

Böses Brot?

Und endlich ist auch das Brot

wieder ein Thema. Zunächst nur

als Schlagzeile: Experten diagnostizierten

bundesweite Glutenunverträglichkeit

und Weizen wurde zum

FineTobacco[+] 03·2021 31


HECHO A MANO

Saatfeind Nr.1 erklärt. Dann differenzierter:

Gluten (ein wichtiger Bestandteil

des Klebers, der Backwaren

so saftig-elastisch und knusprig

macht) ist in vielen Getreiden enthalten,

wie auch im Weizen. Als landwirtschaftliches

Erfolgsprodukt wird

das Korn mit Zusatzstoffen belastet

und durch Züchtung ständig verändert;

das bekommt auf Dauer nicht

jedem Organismus. Verdauungsstörungen

werden aber meistens durch

zu kurze Gehzeiten in der Backstube

befeuert. Wenn der Teig nämlich

nicht ausreichend fermentieren darf,

findet die Gärung letztlich im Darm

des Kunden statt. Gute Bäcker geben

ihren Produkten also die nötige Reifezeit.

Gutes Brot

So auch Jörg Schmid und Johannes

Hirth, die sich auf der Meisterschule

anfreundeten, um schließlich

als Wildbakers für Furore zu sorgen.

Bereits 2012 holte das Duo den Titel

Deutsche Meister des Bäckerhandwerks,

zuletzt den VR-InnovationsPreis

2021. Dabei kommt der

eine aus Gomaringen, der andere

aus Bad Friedrichshall, dazwischen

liegen die A81 und gut 120 km. So

bergen gemeinsame Auftritte immer

das Risiko, dass einer der beiden zu

spät kommt. Andererseits hat jeder

sein eigenes Gebiet, seinen eigenen

Kundenkreis. Wenn die Wildbakers

dann zusammenkommen hat jeder

etwas beizusteuern – eine chemische

Reaktion, aus der immer etwas

Neues entsteht. Schmid und Hirth

experimentieren gerne, hinterfragen

Althergebrachtes und überschreiten

auch mal Grenzen, wenn sie beispielsweise

ein Surfbread backen,

mit dem der Profi Simon Strangfeld

2015 auf dem Münchner Eisbach

surfte. Das Backhandwerk verstehen

sie als einen lebendigen, sich ständig

weiterentwickelnden Prozess,

ohne dabei die Basis aus den Augen

zu verlieren. Denn wie ein modernes

Gebäude, das die Möglichkeiten der

Statik ausreizt, braucht es immer

ein besonders stabiles Fundament;

dessen sind sich die Wildbakers bewusst.

Und schließlich hat das Brotbacken

eine Jahrtausende alte Tradition.

Altes Brot

Im Nordosten Jordaniens fand

man vor einiger Zeit in einer Ausgrabungsstätte

verkohlte Brotreste. Die

Untersuchung ergab, dass es sich

wohl um ungesäuertes Brot aus wildem

Getreide handelte. Alter: Etwa

14.400 Jahre. Damit hätte das Brot-

32

FineTobacco[+] 03·2021


acken der Entwicklung von Landwirtschaft

und Getreideanbau mindestens

vier Jahrtausende voraus.

Vermutlich noch mehr, denn in Süditalien,

in Russland und Tschechien

fand man 30.000 Jahre alte Mörser

und zermahlene Wildpflanzen. Mit

Wasser vermengt, war dieser Getreidebrei

nahrhaft und schnell zubereitet.

Als Reiseproviant auf heißen

Steinen zu Fladen gebacken, war er

zudem haltbarer. So wurde Brot mit

»Der Mensch

lebt nicht vom

Brot allein«

der Zeit zum weltweiten Erfolgsprodukt.

Bis auf Südostasien (wo nichts

über Reis geht) hat jedes Land sein

eigenes Selbstgebackenes, meist

aus heimischem Getreide. Doch warum

präsentiert sich ausgerechnet

Deutschland mit einer geradezu füllhornartigen

Vielfalt an Brotsorten?

Brotrepublik

Deutschland

Rund 3.200 Spezialitäten hat

das Deutsche Brotregister inzwischen

gezählt. Die Gründe für die

Riesenauswahl liegen in den geographischen

und geschichtlichen

Unterschieden zu anderen Ländern:

Aufgrund der Anbaubedingungen

wurde traditionell nicht nur Weizen

angepflanzt, sondern auch Roggen

(etwa in Norddeutschland) oder Dinkel

(z. B. Schwäbische Alb). Außerdem

war Deutschland bis ins 19.

Jahrhundert ein Flickenteppich unterschiedlichster

Kleinstaaten mit

kunterbunten Backkulturen. Vermengt

man diese beiden Erklärungen

mit der Qualifikation und Kreativität

der deutschen Bäckermeister

(ein Ausbildungsgang, den es in

anderen Ländern nicht gibt), erhält

man eine einzigartige Brotkultur, die

2014 zum UNESCO-Weltkulturerbe

ernannt wurde. Für den Erfolg ei-

ner ganzen Branche ist letztlich die

richtige Mischung aus Vergangenheit

und Zukunft entscheidend.

Bäckermeister ²

So verstehen die Wildbakers –

stellvertretend für alle jungen Wilden

am Ofen – die Backtradition nicht als

Bürde sondern als Kraftquell. Beide

können auf drei Bäcker-Generationen

zurückblicken. Beide waren in

ihrer Lehre Prüfungsbester. Und beide

haben den gleichen Anspruch an

Qualität. Dort, wo es Unterschiede

gibt, ergänzen sich Jörg Schmid und

Johannes Hirth perfekt: Während

Hirth unter anderem die Kreativität

und Kommunikation seines Kollegen

lobt, schätzt Schmid dessen unbestechliches

Gespür, wie was schmecken

müsse. Und was der eine auf

der Zunge habe, könne der andere

– als staatlich geprüfter Brot-Sommelier

– in Worte fassen, meinen die

Wildbakers scherzhaft. Ihre Kreationen

haben dann so klangvolle Namen

wie Buchweizen-Rotkohl-Flute,

Cognac-Rosinen-Brot, Wildbakers Alpenglühen,

Brot-Sushi oder Smoking

Joe. Weil es heutzutage aber nichts

bringt, einfach nur herausragend zu

FineTobacco[+] 03·2021 33


HECHO A MANO

sein, setzt das Duo auch auf knackiges

Marketing und mediale Präsenz. Will

man überregional wahrgenommen

werden, ist dies Pflicht, denn „Was

nicht im Netz ist, existiert nicht“ lautet

ein Motto der digitalen Gegenwart.

»Lässt der März

sich trocken an,

bringt er Brot

für jedermann.«

Vier magische

Buchstaben

Kaum einem Begriff wird so viel

Bedeutung beigemessen, wie dem

Wort „Brot“ (die elementaren Klassiker

wie „Liebe“ oder „Tod“ einmal

ausgeklammert). In den letzten 150

Jahren sind Redewendungen und

Sprichwörter zwar äußerst unmodern

geworden, aber Mitte des 19.

Jahrhunderts ging Karl Friedrich

Wilhelm Wander für sein Deutsches

Sprichwörter-Lexikon ebenso akribisch

vor, wie heute das Deutsche

Brotregister. Knapp fünfhundert Redewendungen

rund ums Brot konnte

der Pädagoge ausgraben. Etwa die

Bauernregel „Lässt der März sich

trocken an, bringt er Brot für jedermann“.

Natürlich weiß man, „Der

Mensch lebt nicht vom Brot allein“,

doch „Kein Brot ist zu hart, aber

kein Brot ist hart“. Deshalb gilt der

Leitsatz jedes Arbeitnehmers: „Wes

Brot ich ess, des Lied ich sing.“ Und

um „sich nicht die Butter vom Brot

nehmen [zu] lassen“, muss man

manchmal „jemandem etwas aufs

Butterbrot schmieren“. Seinen alten

Symbolcharakter hat das Brot heute

verloren. Bis auf die Hilfsorganisation

„Brot für die Welt“ steht es nicht

mehr per se für Nahrung, Arbeit

oder Überleben. Ein karges Dasein

bei „Wasser und Brot“ können sich

hierzulande nur die wenigsten vorstellen.

Vielleicht verschenkt man

„Brot und Salz“ an jemanden, der in

ein Haus gezogen ist. Vielleicht hört

man im Gottesdienst das Bibelzitat

„Jesus antwortete ihnen: Ich bin das

Brot des Lebens; wer zu mir kommt,

wird nie mehr hungern (...)“. Vielleicht

wendet man sich aber lieber dem

Thema „Brot und Spiele“ zu. Doch der

Sinn hinter dem Symbol „Brot“ versickert

langsam im Gestern.

Brot yourself!

Dafür stehen die vier magischen

Buchstaben zunehmend für eine

bewusste und gesunde Ernährung.

Brot ist inzwischen mehr als eine

Selbstverständlichkeit im Regal, und

weit mehr als ein Stichwortgeber für

Wurst und Käse. Die Wildbakers laden

zum Blick über den Tellerrand

ein, sowohl den Endkunden als auch

die eigenen Mitarbeiter. Denn das

Feedback der Kunden zu erfahren, ist

den Kollegen in der Backstube sonst

nicht vergönnt. Bei manchen Veranstaltungen

stehen also auch sie hinter

der Brotbar und können sich mit

den Menschen unterhalten, für die

sie sonst backen. Das motiviert. Auf

der anderen Seite des Tresens haben

die Kunden die Möglichkeit, bei

einem der unterschiedlichen Wildbakers-Backkurse

selbst einmal Hand

an den Laib zu legen. Je nach Kurs

knetet man Kleingebäck, fertigt mediterrane

Spezialitäten oder schwäbische

Brezeln, lernt Brotbacken von

der Pike auf oder erfährt Rezeptideen

mit Urgetreide. Und immer wieder

sind auch andere Brotverrückte zu

Gast, etwa Tom The Baker oder der

Brot-Sommelier Marcel Schlinga.

Wem der Weg nach Gomaringen oder

Bad Friedrichshall zu weit ist, dem

helfen Onlinekurse weiter oder er/

sie holt sich mit dem Buch „Wildbakers

auf Tour“ Anregungen zu Backwaren

quer durch die Republik. Dann

heißt es nur noch: Zutaten bereitstellen,

abwiegen, Backofen vorheizen

und loslegen!

Brot im Netz

Wildbakers: www.wildbakers.de

Deutsches Brotinstitut e.V.:

www.brotinstitut.de

34

FineTobacco[+] 03·2020


KLARE SACHEN.

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SERIE•MANUFAKTUREN

oben:

Corona-Manufaktur von 1889 bis 1904; auch später noch

waren im Gebäude ein Tabaklagerhaus und

Büroräume der Zigarrenindustrie untergebracht.

Mitte:

Corona-Manufaktur von 1904 bis 2003:

Der Eisenpalast, er ist riesig und umfasst die Fläche

eines gesamten Blockes.

unten:

Auf dem Schild im Eingangsbereich der damaligen

Corona-Manufaktur stand zu lesen: „Fabrica LaCorona –

die Revolution und den Sozialismus unterstützen“.

36

FineTobacco[+] 03·2021


»Havanna – Habana – Stadt der Zigarren« Teil 23

Corona – Mehr

als ein Virus

Die Geschichte der

„La Corona“ in Havanna

Der Begriff Corona ist den meisten Menschen in den letzten

Monaten als Name eines Virus in rein negativer Weise präsent

gewesen. Dabei steht der Begriff Corona, spanisch: die Krone,

für viel mehr! Und vielleicht ist es Zeit, positiv in die Zukunft zu

schauen und den Horizont wieder weiter zu machen.

Text und Fotos: Claudia Puszkar

Denn wie in der letzten

Ausgabe der Fine Tobacco

optisch schon überaus

eindrucksvoll gezeigt werden konnte,

ist Corona auch eine Bezeichnung für

ein sehr schönes Zigarrenformat. Flankiert

wird dieses Format von einigen

`Verwandten´, sei es eine Petit Corona,

eine Gran Corona oder eine Corona Gorda.

Das ist purer Zigarrengenuss!

Ein mexikanisches Bier gleichen

Namens gab es mal, leider hat es

schon im ersten Lockdown die Waffen

gestreckt. Aber vielleicht erlebt es ein

Comeback?

„La Corona“ ist auch der Name

einer legendären und sehr alten kubanischen

Zigarrenmarke. Gegründet

bereits 1845 von José Cabargas, hatte

die Firma ihren Sitz in der Altstadt

Havannas auf der Calle Cuba No. 129.

Dies war sicherlich eine sehr kleine

Manufaktur, auch Chinchal genannt,

mit nur wenigen Rollern. Damals

steckte die Zigarrenproduktion noch in

den Kinderschuhen, man produzierte

klein und bescheiden. Die „La Corona“-

Zigarren wurden schnell beliebt. Es lief

also gut.

Es lief so gut, dass man eine größere

Manufaktur auf der Calle Galiano

„La Corona“ ist

auch der Name

einer legendären

kubanischen

Zigarrenmarke.

No. 25 bezog. Die Marke „La Corona“

gehörte zu diesem Zeitpunkt mit zu

den erfolgreichsten kubanischen Marken.

José Cabargas starb hochbetagt

1873. Seine Familie führte das Geschäft

weiter.

Doch die Umstände oder besser

die Situation auf Kuba hatten sich

geändert. Der Unabhängigkeitskrieg

erschütterte die Insel und damit die

gesamte Geschäftswelt. Es kam zu

Auseinandersetzungen und Kämpfen.

Vielen Unternehmern machten diese

Angst. Auf der anderen Seite stieg international

die Nachfrage nach Zigarren

enorm.

Zu diesem Zeitpunkt kamen Segundo

Alvarez und Perfecto Lopez ins Spiel.

Diese beiden Männer gehörten zu jenen

Persönlichkeiten, die in der Lage waren,

den Boom der Zigarrenindustrie zu bedienen.

Die Familie Cabargas verkaufte

die Marke „La Corona“ 1882.

Unter neuer Führung wurde eine

Manufaktur eingerichtet, die ihresgleichen

suchte. Man bezog um 1889

den Palacio Aldama (heute in direkter

Nachbarschaft des Capitols, das damals

allerdings noch nicht existierte).

Es ist ein riesiger, hochherrschaftlicher

Palast, beinahe an eine Festung

erinnernd. Und dort begann die Zigar-

FineTobacco[+] 03·2021 37


SERIE•MANUFAKTUREN

Corona-Manufaktur seit 2005 bis heute:

Das Gebäude befindet sich in der Nähe der Plaza

de la Revolución. Früher war dies eine Fabrik, in der

H.Upmann-Zigaretten gefertigt wurden.

renproduktion in großem Stil. Die Beiden

wussten einfach, wie es geht und

hatten durch ihre guten Verbindungen

Geldgeber in der Hinterhand.

Ende des 19. Jahrhunderts, zum

Ende des Unabhängigkeitskrieges,

kam es zu weiteren Veränderungen.

Viele Unternehmer verließen die Insel,

die Lage insgesamt war ihnen

„La Corona“ und 18 weitere Marken

in ihrer Hand.

1898 verkauften „Alvarez und

Lopez y Cia“ zunächst an die „Havanas

Cigar and Tobacco Factories Ltd.“

Schon zwei Jahre später übernahm

die neu gegründete „American Tobacco

Company“ die Führung, ein Trust,

der in den kommenden Jahren bis zu

90 verschiedene Marken unter seinem

Dach vereinte. 1905 endete der Krieg.

Zu diesem Zeitpunkt gab es, im Vergleich

zu vorher, nur noch wenige „unabhängige“

Zigarrenproduzenten.

Um die Zigarren all dieser verschiedenen

Marken zu fertigen, brauchte

man eine neue Produktionsstätte

mit noch größerer Effektivität. Und so

„Überall in der Fabrik, wie hier auf dem Tisch im

Direktionsbüro, ist der Name der Fabrik,

„La Corona“ zu lesen.

Heute gehört die Corona-Manufaktur zu den

größten und bedeutendsten Manufakturen

Havannas und Kubas

und ihren Familien zu unsicher. Das

verschaffte ausländischen, geldstarken

und risikofreudigen Investoren

die Möglichkeit, kleine und große

Marken aufzukaufen und zu einem

Imperium zu vereinen. Alvarez und

Lopez taten genau dies und hielten

baute die „American Tobacco Company“

eine riesige Fabrik. Noch dazu,

erstmalig auf der Insel, ein Bauwerk

mit einer Stahlkonstruktion. Weshalb

dieses Gebäude, auch heute noch, als

„Eisenpalast“, „Palacio de Hierro“, bekannt

und berühmt ist.

Der Eisenpalast, oder auch Corona-Manufaktur,

wie das Gebäude

von den Einheimischen genannt wurde,

befand sich mitten in der Stadt in

sensationell guter Lage. Denn an der

Grenze zwischen Altstadt und Centro

Habana waren riesige Baugrundstücke

durch den Abriss der imposanten

Stadtmauer frei geworden. Auch das

Capitol ist in den 1920er Jahren auf einem

dieser Grundstücke erbaut.

Nach der Revolution 1959 wurden

Zigarren der Marke „La Corona“ noch

bis in die 1970er Jahre in kleiner Zahl

hergestellt. Irgendwann stoppte man

die Produktion ganz. Trotz dieser Tat-

38

FineTobacco[+] 03·2021


Inserat 5thAvenue SKUs 2021 124x273 mm finetobacco 29.01.21

sache hat man den Namen „Corona“

für die Manufaktur beibehalten. Und

das bis heute.

Bis ins Jahr 2003 fertigte man Zigarren

anderer Marken in dieser großen

„Fabrica Corona“. 900 Arbeiter waren

am Ende dort beschäftigt, davon

420 Torcedores. Grund für den Auszug

war der bauliche Zustand des Gebäudes.

Das Klima, vor allem so weit vorn

am Malecon, ist sehr aggressiv und

der schleichende Tod jedes Daches

und jeder Fassade. Nur die Stahlkonstruktion

hat die Zeiten überdauert. Das

Gebäude ist heute entkernt und wartet

auf Renovierung.

Und so wurde eine neue Corona-Manufaktur

auf der Avenida 20 de

GENUSSVOLLE

VIELFALT FÜR

HABANOS-

LIEBHABER

Mayo No. 520 ganz in der Nähe des

„Plaza de la Revolución“ eingerichtet.

Wenn heute von der Corona-Manufaktur

die Rede ist, ist also genau dieses

Gebäude gemeint. Der Name ist geblieben,

obwohl in Kuba schon lange

keine Zigarren der Marke „La Corona“

mehr hergestellt werden. In diesem

Gebäude wurden übrigens einmal die

Zigaretten der Marke H.Upmann gefertigt,

allerdings schon vor der Revolution.

Offiziell trägt sie auch noch den

Namen „Empresa de Tabaco Miguel

Fernandez Roig“.

Die Produktion läuft in der Fabrik,

natürlich mit gelegentlichen Einschränkungen,

weiter. Das Virus namens Corona

hat Kuba immer noch fest im Griff.

Aufgrund der weltweiten Maßnahmen

hat sich die Lage auf der Insel nochmals

dramatisch verschlechtert, sodass

es sogar schon zu Unruhen kam.

Mal sehen, wie es weitergeht.

www.5thavenue.de


RING•GALA

Mit allen

SINNEN

genießen

Der erste Eindruck entscheidet

oder «Liebe auf den ersten

Blick»... Wir sind alle visuelle Wesen

und lassen uns von optischen Reizen

stark beeinflussen. Das ist bei Menschen

so, denen wir begegnen oder auch beim

neuen Auto. Warum sollte das bei Zigarren

anders sein. Und weil jeder seinen

eigenen Geschmack hat, gefallen uns

auch die unterschiedlichsten Zigarren.

Die mit viel Liebe gestalteten und aufwendig

produzierten kleinen Meisterwerke

der Druckkunst helfen uns auch

unsere Lieblinge wiederzuerkennen und

unverwechselbar zu machen. Wir haben

verschiedene Zigarren-Produzenten und

Importeure aufgefordert uns ein paar

ausgewählte Exemplare zu schicken. Wie

Sie auf den folgenden Seiten sehen werden,

gehen die Vorstellungen was eine

attraktive Banderole ist, weit auseinander.

Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und

überprüfen Sie doch mal bei einem privaten

Tasting

ob die Probanden auch das halten was

sie versprechen. Viel Spaß!

Fotos: Studio Jan Roeder

40

FineTobacco[+] 02·2021


FineTobacco[+] 03·2021 41


RING•GALA

»Unschuldiges Weiß und schlichter

Goldrand. Wenn man es nich anders

wüßte, könnte man hinter den

klassischen Davidoff-Binden eher

dezente Zigarren vermuten.«

DAVIDOFF

SIGNATURE NO. 2

Vitola Panetela

Deckblatt Ecuador

Umblatt Ecuador

Einlage Dom. Rep.

Länge 152 mm

Gauge 15,1 mm

Preis 22,00 €

Vertrieb Davidoff of Geneva

Germany GmbH

42

FineTobacco[+] 03·2021


»Viel Gold in den doppelten Ringen,

kombiniert mit kräftigem Rot.

Hier demonstriert Joya de Nicaragua,

dass ein besonderer Rauchgenuss

auf einen wartet.«

JOYA DE NICARAGUA

ANTAÑO CT

Vitola

Deckblatt

Belicoso

Ecuador

Connecticut Shade

Nicaragua

Nicaragua

152 mm

21,4 mm

Umblatt

Einlage

Länge

Gauge

Preis 8,50 €

Vertrieb Arnold André

FineTobacco[+] 03·2021 43


RING•GALA

»Die Carlos André Ambition. Die Zigarre

hält, was die aufwendige Kiste verspricht. Viel

Weiß, silbernes Logo – Türkis-Metallic Ringe.

Und dazu der Produktname in extrovertiertem

Hand-Lettering. Diese Ausstattung mach die

Family Reserve zum wahren Collector’s Cut.«

CARLOS ANDRÉ

FAMILY RESERVE COL-

LECTOR'S CUT NO. 2

AMBITION

Vitola Robusto

Deckblatt Ecuador

Umblatt Dom. Rep.

Einlage Dom. Rep.

Länge 124 mm

Gauge 19,8 mm

Preis 19,00 €

Vertrieb Arnold André

44

FineTobacco[+] 03·2021


»Goldene Heißfolienprägung vom

Feinstern. Was passt besser zu dieser

schwarzen Schönheit. Das macht

Vorfreude auf diese exzellente

Maduro.«

DEBONAIRE MADURO

Vitola Toro

Deckblatt USA Connecticut

Umblatt Dom. Rep.

Einlage Dom. Rep.,

Nicaragua

Länge 152 mm

Gauge 21,4 mm

Preis 10,50 €

Vertrieb August Schuster

FineTobacco[+] 03·2021 45


RING•GALA

VILLIGER

LA MERIDIANA

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Länge

Gauge

Preis 4,20 €

Vertrieb Villiger

Corona

Nicaragua

Nicaragua

Nicaragua

139 mm

16,7 mm

»Hochglänzendes Gold, kombiniert

mit Rot, verarbeitet in Bändern und im

traditionellen Wappen. Villiger weiß was

Raucher lieben.«

46

FineTobacco[+] 03·2021


»Der Prototyp für perfektes Corporate Design. Goldener

Indianerkopf auf markantem Karomuster. Unterstützt

vom typischen Gelb. Ein Erscheinungsbild, das

nicht nur eingefleischte Aficionados kennen.«

COHIBA SIGLO II

Vitola Marevas (Petit Corona)

Deckblatt Kuba

Umblatt Kuba

Einlage Kuba

Länge 130 mm

Gauge 16,7 mm

Preis 16,00 €

Vertrieb 5th Avenue

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RING•GALA

PERDOMO LOT

23 CONNECTICUT

Vitola Gordito

Deckblatt Nicaragua

Umblatt Nicaragua

Einlage Nicaragua

Länge 114 mm

Gauge 23,8 mm

Preis 7,60 €

Vertrieb Don Stefano

»Eine schöne Idee, die Plantage auf

der Banderole abzubilden. Diese kleine

Illustration macht die LOT 23 von

Perdomo zum geschmackvollen

unverwechselbaren Rauchvergnügen – und

Lust auf Nicaragua.«

48

FineTobacco[+] 03·2021


PDR 1878

CAPA NATURAL

Vitola Toro

Deckblatt Connecticut

Umblatt Dom. Rep.

Einlage Dom. Rep.,

Nicaragua,

Länge 152 mm

Gauge 20,6 mm

Preis 8,90 €

Vertrieb Don Stefano

»Edel, edel... Weiß und Silber mit

schwarzen Akzenten. Ein Erscheinungsbild,

das die PDR Capa Natural

unverwechselbar macht, obwohl nur

typografische Elemente verwendet

wurden.«

FineTobacco[+] 03·2021 49


RING•GALA

BOSSNER 20TH

ANNIVERSARY

MARTIN

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Länge

Gauge

Preis 23,00 €

Vertrieb Bossner

Toro Gordo

Dom. Rep.

Dom. Rep.

Dom. Rep.

165 mm

22,0 mm

» Wie könnte man ein Jubiläum opulenter

zelebrieren? Die Bossner Martin 20 years ist ein

Musterbeispiel für eine Sonder-Edition.

Überboten wir die Banderole nur noch vom Tubus,

der seinesgleichen sucht.«

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FineTobacco[+] 03·2021


DEBONAIRE

INDIAN MOTORCYCLE

Vitola Toro

Deckblatt Ecuador

Connecticut Shade

Umblatt Dom. Rep.

Einlage Dom. Rep.,

Nicaragua

Länge 152 mm

Gauge 20,6 mm

Preis 7,40 €

Vertrieb August Schuster

»Die Indian Motorcycle ist für Fans

der gleichnamigen Motorräder mit

Kultstatus ein absolutes Muss!

Das traditionelle Design verbreitet

echtes Highway-Feeling.«

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RING•GALA

CARLOS ANDRÉ

AIRBORNE

Vitola Robusto

Deckblatt Mexiko, H 2000

Umblatt Nicaragua

Einlage Brasilien, Dom. Rep.,

Nicaragua

Länge 120 mm

Gauge 19,1 mm

Preis 19,00 €

Vertrieb Arnold André

»Ganz in Rot - die Carlos André Airborn.

Für echte Design-Puristen. Ob Schachtel, Kiste oder

Zigarrenbinde. Eine Hommage an den Moment

des Loslassens.«

52

FineTobacco[+] 03·2021


»Parcero bedeutet Freund. So könnte man das

goldene -P- auf der Binde mit einem Siegel- oder

Freundschaftsring vergleichen. Zigarren für

echte Kumpels.«

PARCERO

Vitola Robusto

Deckblatt Mexiko

Umblatt Mexiko,

San Andrés

Einlage Brasilien,

Dom. Rep., USA

Länge 125 mm

Gauge 19,8 mm

Preis 5,00 €

Vertrieb Arnold André

FineTobacco[+] 03·2021 53


TREFF•PUNKT

Enthüllung der neuen Zigarre Sr. Henry.

54

FineTobacco[+] 03·2021


HABANOS DAY 2021

220 Aficionadas und Aficionados beim

Havanna-Genusswochenende

am 3. und 4. September auf Schloss Bückeburg

Genuss hat viele Facetten,

eine beeindruckende

Auswahl davon war beim

mittlerweile siebten deutschen HA-

BANOS DAY zu erleben.

Im höchst eindrucksvollen Schloss

Bückeburg, Sitz des Fürstenhauses

zu Schaumburg-Lippe, stand mit den

Habanos das wohl bekannteste Genussprodukt

aus Kuba im Mittelpunkt.

Erneut konnten sich die Gäste

aus einem vielfältigen Angebot ihr

individuelles Seminarprogramm zusammenstellen:

0 Humidor-Experte Marc André erklärte,

wie sich Lagerungsbedingungen

auf den Genuss auswirken.

0 Spirituosen-„Guru“ Jürgen Deibel

lieferte spannende Einblicke in die

Welt der Fasslagerung beim Whisky.

0 Lars Laube von der Kaffeerösterei

Kaffeeheimat führte die Teilnehmer

in die Geheimnisse der braunen

Bohnen ein.

0 Luis Mustelier Pérez, wies auf die

Besonderheiten der bis heute nur

in Cuba ausschließlich gepflegten

„totalmente a mano“-Zigarrenherstellung

hin.

0 Sommelière Christine Dördelmann

vom Bremer Weinkolleg und Rumbotschafterin

Solveig Gerz-Stamenkovic

präsentierten mit Portweinen

und Rum-Varietäten ideale

Zigarrenbegleiter.

Einen besonderen Höhepunkt bot

die 5THAvenue ihren Gästen mit der

Premiere der Ramon Allones Sr.

Henry der Edición Regional Alemania.

Die Abkürzung „Sr.“ steht für

„Señor“ und „Henry“ bezieht sich

auf den Namen „Heinrich“. „Sr. Henry“

ist also die höchst respektvolle

Anrede für Heinrich Villiger, der im

Jahr 2020 seinen 90. Geburtstag feierte.

Die Zigarre hat eine Länge von

150 mm und ein Ringmaß von 54.

Heinrich Villiger ist als Gründer und

Geschäftsführer von 5THAvenue

und Verwaltungsratspräsident der

Villiger Söhne AG in Kuba wohlbekannt

und hoch verehrt.

Bei einer stimmungsvollen Abendveranstaltung

im Beisein S.E. Ramón

Ripóll Díaz, Botschafter der Republik

Kuba in Deutschland, klang der HABA-

NOS DAY 2021 bei edlem Champagner

von Roederer, feinen Habanos und einem

karibisch angehauchten Buffet

genussvoll aus, begleitet von temperamentvollen

Showeinlagen von Fiesta

Cubana unter Regie von Hugo Marcel.

FINE TOBACCO Redakteur Stephan Rack bei der Verkostung

von Mauritius Rum

Marketingleiter Christoph Puszkar

eröffnet den HABANO DAY

FineTobacco[+] 03·2021 55


HECHO A MANO

Des Chronografen neues Kleid.

Eine zur Taschenuhr verwandelte

IWC Mark XV.

Lederhandwerker Thomas Pilny

bei der Arbeit.

Holzhäusern

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HORYNA spielt

mit der ZEIT

Mit der Zeit ist das so eine Sache. Sie gibt den Takt vor und rinnt

uns durch die Finger. „Kinder, wie die Zeit vergeht!“, der oft mit

verdrehten Augen kommentierte Gemeinplatz

unserer Eltern wird spätestens dann zur Gewissheit,

wenn die eigenen Kinder – gerade

eben noch hüfthoch – uns eines Tages ohne

aufzuschauen ins Gesicht blicken.

Fotos: Teresa Labellarte Fotografie

MARK

HORYNA

Sie fliegt, die Zeit. Wir kommen

niemals hinterher

und selten damit klar. Sie lässt sich

nicht kontrollieren, nicht aufhalten

und schon gar nicht konservieren.

Wir sind ihr gegenüber machtlos.

„Die Menschen werden geboren, die

Menschen sterben und dazwischen

verbringen sie die Zeit mit dem Tragen

von Uhren“, schrieb einst der

großartige Douglas Adams.

Männer ohne Zeit schmücken

sich mit Uhren. Gewichtige Chronographen

exzentrisch klingender

Marken lugen unter Hemdsärmeln

hervor und buhlen von dort, um die

Aufmerksamkeit des Gegenübers.

Der Mann von Welt beglückwünscht

seinesgleichen mit einem schnellen

Blick zum Handgelenk. „Schöne Uhr

haben Sie da, Herr Horyna!“ „Ja, ja.

War ein Schnäppchen,“ die ebenso

prompte wie gelogene Antwort.

Als könnte Mann sich durch das

Erwerben und Tragen teurer Messgeräte

die Zeit zum Untertan machen,

werden Unsummen in diese

mechanischen Anachronismen investiert,

wo doch heute jedes noch

so billige Telefon wesentlich verlässlicher

die Zeit zu nennen weiß. Auch

reicht es nicht, nur eine Uhr zu besitzen.

Wer einmal beginnt, sich gegen

das Verschwinden der Zeit mit

dem Sammeln ihrer Vermesser zu

wehren, wird bald zum oft und vielzahlenden

Opfer seines einfältigen

Aufbegehrens.

Auch ich. Aus einer früheren Zeit

stammen mehrere nicht ganz günstige

Uhren. Begeistert gekauft, eben

weil man das so tat, aber auch aus

der oben beschriebenen Einfalt. Ich

trage sie nicht mehr. Mir stehen sie

nicht. Sie stören mit ihrer klobigen

Schwere beim Schreiben, beim Kochen

eh, beim Yoga und beim Golfen

sowieso. Der Hauptgrund aber: Sie

fühlen sich heute an, wie bleierne

Accessoires der längst abgelegten

Uniform, einer mir fremdgeworde-

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HECHO A MANO

nen Streitkraft. Ich bin das einfach

nicht mehr. Wenn ich sie am Handgelenk

trage, sehe ich aus, als hätte

ich mich verkleidet und fühle mich

gefesselt.

Ich liebe sie trotzdem. Ihre mechanische

Kompliziertheit. Ihr unzeitgemäßes

Gewicht und auch die

eine oder andere Erinnerung, die ich

mit Ihnen verbinde. Was also tun?

Wie nur diese Schmuckstücke in

meine Jetztzeit übertragen?

Gefunden habe ich Thomas Pilny

eher zufällig. Im Internet, wo man

heute eben, während man geschäftig

seine Zeit verschwendet, Menschen

und Sachen entdeckt. Unter „Thomas

von Pille Palle“ kann man Pilnys Arbeiten

bei Instagram sehen. Individuell

gefertigte Stücke aus Leder. Männeraccessoires,

Schlüsselanhänger,

Lanyards, Portmonees und Armbänder.

Aber auch Gürtel, Messerscheiden,

Handyhüllen, Zigarrenhalter

und Uhrenbänder.

Mir war schnell klar, dass ich den

richtigen gefunden hatte. Seine Arbeiten

sprachen mich direkt an. Ich

machte mich also auf den Weg nach

Wiesbaden und drückte ihm eine IWC

Mark 15 in die Hand. Wenn einem die

Transformation meiner Uhr gelingen

kann, dann ihm.

Nur wenige Meter von seiner

heutigen Wohnung entfernt ist er

aufgewachsen. Seine Großeltern kamen

aus dem oberschlesischen Hindenburg

in den Westen, Thomas zog

mit seinen Eltern als Neunjähriger

Anfang der Achtziger nach. Die Familie

schlug Wurzeln im Wiesbadener

Stadtteil Klarenthal und blieb. Er

besuchte die örtliche Gesamtschule,

ging nach seinem Abschluss als Maler

in die Lehre und erlebte, dass sich

die Welt gestalten ließ. Ja, sie schrie

förmlich danach.

Männer

ohne Zeit

schmücken sich

mit Uhren...

Seinem Großvater verdankt er

seine Liebe zum Handwerk. Der hatte,

wie viele Männer seiner Generation,

eine kleine Werkstatt im Keller

stehen. Nichts Großes. Eher eine

Werkzeugbank mit einigen ausgewählten

Maschinen für den handwerkenden

Hausgebrauch. Schleifgeräte,

Schusterleisten, Scheren, Messer.

Der Großvater beherrschte die Kunst

der Reparatur. Damals war Nachhaltigkeit

keine Modeerscheinung. Man

erhielt die Dinge. Weggeworfen wurde

nur, was sich nicht mehr reparieren

ließ. Und selbst dann konnte man

die Einzelteile von etwas Zerbrochenem

meistens weiterverwenden.

Nach seinem Tod sollten Werkbank,

Werkzeuge und Maschinen an Thomas

gehen. Und der verstand sie gut

zu nutzen.

Pilnys Lust, die Welt zu verändern,

nimmt unterschiedlichste Formen

an. Er ist ein Tausendsassa. Aus

einem alten, eher biederen Motorrad

ist ein scharfer Cafe Racer entstanden,

der jeden Instagram-Influencer

vor Neid erblassen lassen würde.

Einen begehbaren Kleiderschrank

in Zimmergröße hat er für sich maß

gefertigt und gerade baut er einen

VW-Transporter zum Wohnmobil um,

um gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin

das europäische Ausland

zu erkunden.

Aber im Mittelpunkt seiner handwerklichen

Leidenschaft steht eben

Leder. Ein Stoff, der ihm fast unbegrenzte

Möglichkeiten bietet.

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Pilny ist ein Bär von einem Mann.

Glatzköpfig, schwer, mit einem herrlich

großen Bart, schönen Tätowierungen

und einem Körper, der verrät,

dass er sich nicht nur am Herd,

sondern auch am Tisch wohlfühlt.

Ein vielseitig begabter Macher, dessen

Hände mit einer unbedingten,

zart manipulativen Liebe zur Dingwelt

gesegnet sind. Man würde ihm

alles anvertrauen. Was Pilny anfasst,

scheint zwischen seinen großen Fingern

förmlich zu schweben. Alles gerät

in Fluss. Nichts muss so bleiben

wie es ist. Das meiste kann verbessert

werden.

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Leder ist einer der ältesten

Werkstoffe, die wir kennen. Seit

Jahrtausenden verarbeiten wir das

Material und zu keinem Zeitpunkt

in unserer Geschichte war es nicht

en vogue. Kaum etwas, was nicht

aus der gegerbten Haut toter Tiere

hergestellt werden kann. Kleidung,

Schuhe, Masken, Rüstungen,

Schmuck, Totschläger und Präservative.

Um nur einige offensichtliche


Hand angelegt wird erst nach reiflicher

Überlegung. Form und Größe

der Uhr werden berücksichtigt, aber

auch Persönlichkeit und Wünsche des

Kunden fließen in den Gestaltungsprozess

ein.

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HECHO A MANO

und nicht ganz so offensichtliche

Gebrauchsgegenstände zu nennen.

Leder kann die komplette Bandbreite

des optischen und haptischen Erscheinens

abdecken. Von grob und

rau bis hochpoliert, glatt und glänzend.

Es lässt sich färben, formen

und flechten. Gute Lederartikel halten

bei entsprechender Pflege eine

Ewigkeit. Sie leben förmlich und

finden oft erst mit der Zeit zu ihrer

eigentlichen Gestalt.

zu sein. Sie ist jetzt Teil einer eigenen

Verwandlung. In seinen Händen wird

sie bleiben, bis er mit ihr fertig ist und

sie den Weg zurückfindet. Das Ganze

hat fast etwas Poetisches.

Pilnys Lanyards, Zigarrenhalter

und Armbänder.

Einzelstücke und Sonderanfertigen

sind eher die

Regel als die Ausnahme.

Während ich also

beobachte, wie meine

IWC durch Pilnys

Finger gleitet, ist sein

Wille zur Gestaltung

schon dabei, erste

Überlegungen anzustellen.

Wir wollen die

Uhr aufmontieren. Sie

von meinem Handgelenk

befreien und

gleichzeitig an die Leine legen. Mit

einem Lederband versehen werde

ich sie in die Tasche stecken können.

Eine interessante Verkehrung. Aus einer

Fessel wird eine Gefesselte. Thomas

zieht Schubladen auf, zeigt Garne

in verschiedensten Farben. Lässt

mich an einem Stück Leder riechen

und reiben. Er zeigt Karabiner, Verschlüsse

und Wicklungen. Er redet

langsam und registriert jede Reaktion.

Er spricht über Kleidungsstile,

Farbvorlieben und Schuhe. Über Gerbeverfahren

und Materialherkunft.

Er öffnet Dosen mit wohlriechenden

Pflegemitteln und diversen Wachsen.

Nach wenigen Minuten scheint die

Uhr schon fast mit ihm verschmolzen

Was genau mit ihr passieren wird,

können weder ich noch Pilny an diesem

Nachmittag im August sagen.

Dass sie als etwas komplett anderes

zurückkehren wird, ist allerdings klar.

Natürlich könnte ich genaue Anweisungen

geben. Könnte Farbvorgaben

machen und exakte Maße besprechen.

Doch Pilnys Kunst ist es, seine

Interpretation der Form zu finden, die

am besten zum Objekt und zum Besitzer

passt. Sich einem wie Pilny anzuvertrauen,

bedeutet natürlich auch,

loszulassen. Nur so kann Handwerk

aufblühen. Ein wenig ist das wie eine

kleine Abenteuerreise. Mit einem ungewissen

aber schönen Ausgang.

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FineTobacco[+] 03·2021


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KIKIS•REISENOTIZEN

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auf den HUND

gekommen

Von Kiki Baron Fotos: Paul Spierenburg

Das Leben kann so fröhlich

sein, vor allen Dingen,

wenn man über sich

selbst lachen kann. Wenn man beispielsweise

einem Hund durch dichtes

Gestrüpp folgt, über Wurzeln stolpert

und plötzlich mit dem Kopf in der dunklen

Erde steckt und am Ohr eine feuchte

Hundeschnauze fühlt. Und Pfoten, die

sich daneben noch tiefer in die Erde

wühlen. Das kann passieren, wenn man

in Istrien auf Trüffelsuche geht. Ich hatte

offensichtlich just an dem Fleck Bodenberührung,

wo der auf Trüffel spezialisierte

Labrador Beute erschnüffelte.

Und so war’s. Unter meinem Gesicht

versteckte sich eine Faust dicke Knolle

des weißen Goldes, je nach Tagespreis

zwischen 2000 und 6000 Euro wert. Das

Haupt im Dreck kann so schön sein.

Istrien, genaugenommen die Wälder

von Montovun mit ihren optimalen

Wachstumsbedingungen, sind unter

Insidern berühmt für Trüffel. Schwarze

und weiße. Es gibt sie fast das ganze

Jahr über. Am besten schmecken sie im

Herbst, sagt Danjiela Puh, in vierter Generation

Trüffelsucherin und Inhaberin

des modernen Shop-cum-Restaurants

„Natura Tartufi“. Sie verriet mir, dass

Trüffel bis in die 30er Jahre nur an Hunde

verfüttert wurden. Dann tauchten

Italiener in den dunklen Wäldern auf.

„Man kam ins Gespräch und von einem

Tag auf den anderen wurde uns der

Wert dieser Knollen klar“. Es wird immer

noch gemunkelt, dass ein Teil der

weißen Alba Trüffel aus Istrien stammt.

Ob im Frühjahr oder Herbst, wer in

Istrien auf kulinarischen Streifzügen

unterwegs ist, wird nicht nur in Sachen

top Küche vielerorts fündig. Bei

der großzügige Raspelei von Trüffeln

auf Tellergerichte kamen sie mir nach

einer Woche fast aus den Ohren wieder

raus. Nicht nur das. Feinste Olivenöle

standen auf dem Tisch, zwei bis drei mit

unterschiedlichen Geschmacksnuancen.

Meist stammen sie aus eigenem

Familienbetrieb oder die Wirte sind entsprechend

verbandelt. Mein Problem:

Das hausgebackene Weißbrot kontinu-

besuchen Sie auch

LOGBUCH – DER PODCAST

Aufzeichnungen einer

Reisejournalistin

@logbuch_podcast

Jeden Sonntag eine neue Folge bei

Spotifiy, Apple Podcast und Deezer.

ierlich ins köstliche Öl gestippt, habe

ich den ganzen Laib verputzt. Und war

schon fast satt und glücklich, bevor die

Vorspeise serviert wurde.

Für den Istrien Pionier nicht weniger

überraschend sind die Weine.

Wie die Olivenöle sind sie bei

uns fast unbekannt, nicht zuletzt,

weil die Produktion der Familienbetriebe

klein ausfällt

und selten exportiert wird.

Deswegen lohnt es sich vor

Ort das eine oder andere

Weingut für eine Degustation

zu besuchen

und vor Ort zu kaufen. In Weinhotel Meneghetti

war ich froh, dass es nach der

Weinprobe nur ein paar Schritte bis zum

Bett waren. Zumal ich mich bei den exzellenten

Tropfen nicht ans Ausspucken

gewöhnen kann. Mein Lieblingsweingut

ist Kozlovic in Momjan. Da passt alles

zusammen. Coole Architektur, moderne

Kellerei, der höchst gastfreundliche

Winzer Gianfranco und exquisite Weine.

Ihr Roter aus der authochthonen Teran-Traube

wurde bereits mit internationalen

Awards gewürdigt. Das reizvollste

indes ist das Hocken auf der Terrasse:

180‘ Grad Blick ins Grün von Weinreben

und Wäldern, als Eye Catcher ein mittelalterlicher

Turm, auf dem Tisch ein paar

leckere Snacks wie Schinken und Käse

aus lokalen Manufakturen. Wer dazu

noch eine feine Zigarre aus der Tasche

ziehen kann und sie mit Muße genießt,

braucht keine Wellness-Kur mehr an

der kroatischen Küste.

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PFEIFEN•TABAK

Zeit für

Veränderung

Unser Autor Jens Meyer leitet seit

2007 das Haus Pfeifen Huber in

München. Gegründet wurde das

Unternehmen 1863 und wird heute in

vierter Generation von Georg Huber

geführt.Jens Meyer bietet dort auch

Einsteigerseminare.

Weitere Informationen:

www.pfeifen-huber.de

BEWERTUNGSSYSTEM:

80-85 Punkte nicht empfehlenswert

86-90 empfehlenswert

91- 95 große Klasse

96-100 Hochgenuss

Der Held raucht und trinkt.

Auf keinen Fall darf der

Mann in den Verdacht

geraten, nur Gelegenheitsraucher

zu sein. Rauchen steht

für Männlichkeit. Pfeife rauchen sowieso.

Welche Frau traut sich schon

mit Pfeife in die Öffentlichkeit? Nur

der Pfeifenraucher ist ein wirklicher

Mann und so manches Mal dient das

Handwerkszeug als Phallussymbol

(je kleiner der Mann, desto größer

die Pfeife). Nur der starke Raucher

übertrifft ihn noch an Männlichkeit.

Menschen, die weder rauchen

noch trinken und auch sonst keine

ausgeprägten Laster haben, sind uns

seit jeher suspekt, zu Recht.

Viel ist über das Rauchen geschrieben

worden in Zeiten, als die

Menschen noch unverfälschten Tabak

konsumierten, das Bierglas und

die Pfeife zum Studenten und Politiker

gehörten und Gesundheitspolitik,

Klimawandel und Nachhaltigkeit uns

wenig interessiert haben.

Bei der Auswahl des richtigen

Pfeifentabaks heute, dreht sich

mehr und mehr die Frage um die

Aromatisierung: Kirsche, Vanille,

Pflaume, Schokolade. Der Tabak

muss süß sein, die Raumnote soll gefallen

(vor allem den Nichtrauchern).

Hierbei bewegen wir uns langsam

aber sicher in eine Sackgasse.

Wir rauchen immer noch Tabak und

nicht etwa Dr. Oetker Backmischungen

oder Haribo Fruchtgummi.

Der Trend zu immer süßeren

Mischungen hat in den letzten

Jahren an Fahrt zugenommen.

Begonnen hat Mac Baren

im Jahr 1954 mit seinem „Scottish

Blend“. Für heutige Verhältnisse

nur wenig aromatisiert, woran wir

erkennen, welche Verselbständigung

dieser Bereich angenommen hat.

Heute, fast 70 Jahre später, ist der

Zenit der Aromatisierung erreicht. Es

geht gefühlt nicht mehr weiter. Wie

immer bei Trends, lässt ein Gegentrend

nicht lang auf sich warten.

Der Anteil Raucher, die den natürlichen,

unverfälschten Geschmack

suchen, nimmt langsam und kontinuierlich

zu. Der Gegentrend ist da

und um den dreht sich die heutige

Ausgabe.

Lassen Sie sich auf das Wagnis

ein, etwas Neues, Anderes zu probieren

und in eine Genusswelt der Natürlichkeit

einzutauchen.

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VAUEN Auenland Broken Flake

In der durchweg erfolgreichen Serie befindet sich diese Herausforderung.

Wer nicht genau auf den Inhalt beim Kauf achtet,

erlebt eine Überraschung: Denn so gar nichts hat diese

Mischung mit den fünf anderen gemein: Rostbrauner Ready

Rubbed Virginia und Burley Flake werden abgerundet mit

rauchigem Kentucky und einer Prise vollmundigem Perique.

Nichts auf nüchternem Magen. Doch im Geschmack entpuppt

sich diese klassische Zusammenstellung zahmer als gedacht. Der Kentucky

ist in der Rauchigkeit kaum wahrnehmbar und doch lebensnotwendig und wichtig.

Der Tabak beginnt verhalten, entwickelt im Verlauf eine aromatische Süße und legt

an Kraft zu. Die Einzelteile ergänzen sich wie ein Puzzle, doch der Tiefgang bleibt aus.

Ein schlanker Tabak mit ganz eigener Süße, die sich erst im Verlauf zu erkennen gibt.

50 Gramm Dose 12,50 €. Aromatisierung: Niedrig. Stärke: Medium.

90

Punkte

VAUEN English Blend No 22

Abwechslungsreiches Tabakbild: Viel Black Cavendish, eine

kleine Prise Latakia, etwas Burley und goldener Virginia im

Cross Cut. Schön gemacht! Dann ist da noch etwas vorhanden,

verborgen, nicht sichtbar, doch spürbar und zu schmecken:

Süße! Mandarine, Orange. Passt das zusammen? Ja,

und zwar richtig gut. Ein Gentleman unter den Engländern,

Latakia geht auf federleichte Weise eine Liasion mit dem

Black Cavendish ein. Die Überraschung in diesem Test. Sie haben Vorurteile gegen

Latakia? Probieren sie diese Mischung, Sie werden eines Besseren belehrt. Köstlich

und elegant bis zum letzten Krümel..

50 Gramm Dose 12,50 €. Aromatisierung: Medium. Stärke: Leicht.

96

Punkte

HU Tobacco Coming Home

Hans Wiedemann steht für geradlinige Mischungen abseits der

Standards und ihm ist es dabei gelungen, sich innerhalb weniger

Jahre mit seiner Marke HU Gehör zu verschaffen. Dieser

Mann hat eine Nase für Tabak, verbunden mit Kreativität,

wie wir es schon lange nicht mehr erlebt haben.

Die neueste Kreation besteht aus Ready Rubbed Burley und

Virginia. Versehen mit einem Honigflavour und Rosenöl. Deutlich wahrzunehmen in

der Nase. Modern und altmodisch zugleich. Erinnert an Erinmore Mischungen aus

den frühen Achtzigern. Perfekter Schnitt, der Tabak gleitet förmlich in den Pfeifenkopf

hinein und entfaltet eine eigenwillige Süße, die getragen wird von der Natürlichkeit

der Grundtabake. Hier verbindet sich das Blattgut harmonisch, im Rauchverlauf

tritt das Rosenöl in den Hintergrund und lässt der Natürlichkeit der Komponenten freien

Lauf. Entspannung ist angesagt.

50 Gramm Dose 10,50 €. Aromatisierung: Medium. Stärke: Leicht.

92

Punkte

Mac Baren Harmony

Mac Baren zeigt eine Vorliebe für Burley und Curly. Den Curly

suchen wir hier vergebens, dafür werden wir mit dem dickfleischigem,

dem Virginia verwandten Burley belohnt. Nur

ein wenig Virginia wird beigemischt und eine Prise Cavendish.

Das alles zusammen wird behutsam gepresst, gereift

und wieder aufgelockert. Typische Mac Baren Nase, verhaltene

Mandelsüße, Ahornsirup. Im Geschmack verblüffend

leicht, für einige sogar zu leicht. Immer wieder wird nach dem leichtesten Tabak

gefragt, hier haben wir ihn. Gleichzeitig vermisse ich etwas mehr Tiefgang. Reine

Geschmacksache natürlich.

Der Tabak lädt ein, ihn einmal ohne Filter zu probieren. Durch die dezente Aromatisierung

bleibt genügend Raum für natürlichen Rauchgenuss, Harmonie eben.

100 Gramm Dose 20,40 €. Aromatisierung: Leicht. Stärke: Sehr leicht.

91

Punkte

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PFEIFEN•TABAK

Solani Aged Burley Flake

In der Solani Reihe gehört dieser Flake zu den meistverkauften.

Die Zutaten: Burley. Nichts weiter. In der Nase Essig,

Schokolade, Gewürze. Dunkel marmoriert zeigen sich die

gleichmäßig geschnittenen Scheiben. Etwas zu feucht, also

gern einmal eine Nacht über offen stehen lassen, damit

sich diese Spezialität richtig entfalten kann. Im Geschmack

dem Virginia ähnlich, doch leichter. Ein kühles, eigenes Aroma zeichnet diesen Flake

aus, ohne in Belanglosigkeit zu münden. Leicht bis medium im Geschmack, perfekte

Balance.

Für die Feuchtigkeit müsste es strenggenommen Punktabzug geben, denn sie verhindert

den optimalen Geschmack. Bei einem Bier sind wir es gewohnt, es kaltzustellen. Tabak

sollte so konditioniert sein, dass man ihn nach Öffnen der Dose ohne Einschränkungen rauchen

kann.

50 Gramm Dose 11,60 €. Aromatisierung: Leicht. Stärke: Leicht.

93

Punkte

Mayflower No.1

Die Grundbestandteile hören sich vertraut an und bilden

die Basis für hocharomatische Blends: Virginia, Burley

und tiefschwarzer Cavendish. Doch die Mayflower ist nicht

modern ausgestattet, hier wird gesegelt statt angetrieben.

Der Tabak ist fein geschnitten, das Bild der Mischung kontrastreich

und einladend. So ganz will der Tabak nicht auf

Aromatisierung verzichten. Ein Hauch Karamell, entfernt Lakritze und Orange fügen

sich unaufdringlich zusammen. Gleiches gilt für den Geschmack. Schüchtern

und doch charmant. Der Mutterkonzern hat diesen Langstreckenläufer unberührt

in seinem Programm stehen. Wohl kaum noch bekannt, jedoch erhältlich. Ein kleines

Geschenk.

100 Gramm Dose 20,80 €. Aromatisierung: Dezent. Stärke: Leicht.

94

Punkte

Larsen's Virginia Flowers

Fein geschnittener Virginia, Punkte von Black Cavendish und

Burley. Ein Top Flavour von Haselnüssen und süßem Milchkaffee

leiten uns ab vom Wege. Nach dem Anzünden treten die

Aromen in den Hintergrund, dezenter natürlicher Geschmack

stellt sich ein. Doch die Mischung überhitzt leicht. Dieser Tabak

will besonders langsam geraucht werden, Hitze quittiert dieser

Loose Cut mit Abneigung. Während Larsen über die Jahre alle Mischungen im Auftritt

modernisiert hat, scheint dieser Blend vergessen worden zu sein. Nach dem Rauchen

wird einem klar, warum.

100 Gramm Dose 21,10 € Aromatisierung: Dezent. Stärke: Leicht.

85

Punkte

Capstan Gold

Glatte, durchmarmorierte Scheiben in Vollendung. Aus der eckigen

Dose (die perfekte Dose überhaupt für einen Flake) entströmt

das Aroma von Pfeffernüssen und Aachener Printen. Perfekte

Konditionierung. Die köstlichen Scheiben sind standesgemäß

umhüllt von festem, goldenen Papier. Im Geschmack

die natürliche Viginia Süße mit nur wenig Würzigkeit,

überraschend leicht und getragen von Unverfälschtheit. Wer gern etwas mehr

Fülle im Antrieb benötigt: Capstan Blau. Die aufgeladene Version. Reine Geschmackssache.

Beide zu empfehlen.

50 Gramm Dose 13,20 € Aromatisierung: Dezent. Stärke: Leicht.

92

Punkte

66

FineTobacco[+] 03·2021


Amsterdamer

Aus der Zeit gefallen. Einfach, langfaserig geschnitten, keine näheren

Angaben über die Grundtabake. Dunkles Tabakbild. Erinnert an

Drehtabak wie Drum und schwarzer Krauser. Die Nase passt

nicht zum Erscheinungsbild: Schokolade! Spürt man aber

im Rauchen kaum, wie nicht vorhanden. Dafür der Dark

Fired Kentucky. Spröde Rauchigkeit. Süße: Fehlanzeige.

Der Geschmack ist getragen von einfacher, aber leichter Würze und Lagerfeuerrauch.

Hafenkneipe. Bier, Korn. Genever. Eckig und eigenständig. Wenn nur

dieses überflüssige Schokoladen Flavour nicht wäre...

40 Gramm Pouch 7,00 €. Aromatisierung: Natur. Stärke: Leicht.

87

Punkte

Stanwell Extra White

Der Tabak durfte sich lange Jahre Extra Fine bezeichnen, musste dann aber

vor wenigen Jahren seinen Geburtsnamen ablegen. Burley und Virginia

werden leicht gepresst, um danach wieder aufgelockert zu werden,

wir haben einmal wieder den Ready Rubbed vor uns. In der Nase ein

Hauch Süße, etwas Heu, Karamell und Kakao. Diese Form des leicht

gepressten Tabaks macht das Stopfen und Rauchen gleich so

viel angenehmer. Im Geschmack ist der Burley tonangebend. Die typische Kakao

Note stellt sich ein. Beim Wein würden wir sagen: Sortentypisch im Charakter. Die

dezente Aromatisierung legt sich leicht darüber und trägt zur unaufdringlichen

Raumnote bei. Unauffällig.

50 Gramm Pouch 9,90 €. Aromatisierung: Dezent. Stärke: Leicht.

FAZIT

So einige Mischungen tun sich schwer, den Drahtseilakt der dezenten

Aromen zu meistern. Wohl ein Grund mehr, weshalb der Raucher

den hocharomatischen Tabak vorzieht. Oder aber, er wendet

sich dem puren Virginia, beziehungsweise den Engländern zu. Was

noch auffällt: Viele Mischungen kommen zu feucht daher und vereiteln

damit den perfekten Genuss. Ein erfahrener Raucher weiß

damit umzugehen, doch das kann nicht der Sinn sein.

89

Punkte

Doch Überraschungen sind vorhanden: VAUEN mit dem Crossover

Engländer gelingt ein kleines Meisterstück, ebenso die angestaubt

wirkende Mayflower segelt mit uns schwebend leicht in den Hafen.

Mit Coming Home zeigt Hans Wiedemann sein Geschick für

Raffinesse plus Süße. Und der Solani aus reinem Burley darf nicht

vergessen werden.

Es bleibt spannend!

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RAUCHER•PORTRAIT

»You can call

me Schnitzel!«

Arnold Schwarzenegger ist der personifizierte amerikanische Traum: „Alles ist

möglich“, sagt der XXL-Mann. Gegen jede Widerstände hat er unbeirrt sein Ding

durchgezogen und damit immer wieder Kontroversen ausgelöst. Der „Terminator“

stammt unverkennbar aus dem vorigen Jahrhundert und ist doch mit

seinem Engagement gegen die Luftverschmutzung ganz im hier und jetzt.

Text: Elmar Schalk

Die erste Begegnung

mit Arnie war in den

1970ern. In irgendeiner

Fernsehsendung mit Rudi Carrell

hob er zwei TV-Schönheiten in

die Luft und ließ anschließend seine

handballgroßen Brustmuskeln wackeln:

rechts-links, rechts-links. Die

Zuschauer – und damit die ganze

Nation – waren sich einig: Wer Bodybuilding

macht und so muskelbepackt

ist, will damit nur seine intellektuellen

Defizite ausgleichen und kann folglich

nichts in der Birne haben. Zu dieser

Zeit war auch das Thema Doping in

den Medien. Präparate wurden genannt,

die das Muskelwachstum förderten.

Und es gab die Karikatur, wo

Mediziner vor einem selbsterschaffenen

Golem stehen und sagen: „Nein,

den Kopf brauchen wir noch, irgendwo

müssen wir ja die Medaille hinhängen.“

Da passte der junge Wandschrank

mit dem Zahnpastalächeln

perfekt ins Klischee. Aufgewachsen

in der Nähe von Graz verfiel er schon

als Jugendlicher dem Körperkult,

der ungeahnten Möglichkeit, das eigene

Aussehen zu modellieren. Für

den sportbegeisterten Arnold war

die primäre Antriebsfeder aber nicht

Eitelkeit. Er wollte in seinem Bereich

einfach nur der Beste sein, um mit

dem Erfolg in der Tasche auch das

strenge Elternhaus hinter sich zu lassen.

Der Teenager trainierte schließlich

so hart, dass er bisweilen verschwieg,

wohin er ging. 1965 konnte

der 18-jährige die ersten Früchte

ernten, als er zum „Junior Mr. Europe“

gekürt wurde. Der einzige Haken

daran: Während Schwarzenegger eingeölt

auf der Bühne posierte, glänzte

er beim österreichischen Bundesheer

durch Abwesenheit. In die Kaserne

zurückgekehrt, marschierte der Fahnenflüchtige

also geradewegs ins

Gefängnis. Auch später sollte er seine

Ziele ebenso fokussiert verfolgen,

ungeachtet aller Bedenkenträger und

Neinsager.

Nächster Halt: USA

Drei Jahre später wurde sein

Kindheitstraum wahr, als er in die

Vereinigten Staaten auswanderte.

Das nötige Kleingeld hatte er sich

zwischenzeitlich in einem Münchner

Fitnessstudio als Coach erarbeitet,

wo er auch weiter trainieren konnte.

Der lang ersehnte Sprung über den

Atlantik brachte ihn nach Los Angeles,

dessen berühmter Muscle Beach

seit je her von durchdefinierten Pigmentierungsfetischisten

bevölkert

wird. Arnold Schwarzenegger aber

sollte diesen Strandabschnitt in den

Adelsstand erheben. Ein Mythos, der

68

FineTobacco[+] 03·2021


is heute durch den Umstand genährt

wird, dass Arnie himself hier

manchmal joggend vorbeischaut. In

den 1970ern entwickelte sich Bodybuilding

zu einem wahren Kult und

Arnold Schwarzenegger zur Galionsfigur.

Denn er räumte alles ab, was

es damals zu gewinnen gab: Egal ob

„Mr. Europe“, „Mr. International“, „Mr.

World“, „Mr. Olympia“ oder „Mr. Universum“

– keine Frage, die Merchandise-Maschine

brummte. Der sympathische

Hüne schrieb mehrere

Bestseller übers Krafttraining, bewarb

Fitnessartikel, Nahrungsergänzungsmittel

und verdiente damit bald

seine erste Million. Dabei hatte der

Mann aus der Steiermark noch ganz

andere Ambitionen. Ab 1973 studierte

er Betriebswirtschaftlehre in

verschiedenen Einrichtungen und an

Universitäten, was aufgrund seines

Visums nicht kontinuierlich möglich

war. Doch 1979 schloss Schwarzenegger

schließlich mit einem „Bachelor

of Arts“ in internationaler Wirtschaftslehre

ab. Jahre zuvor hatte er

aber ein Ziel anvisiert, für das er anfangs

nur Lachen und Kopfschütteln

erntete: Der Muskelprotz mit dem

unaussprechlichen Nachnamen und

dem starken Akzent wollte tatsächlich

Schauspieler werden!

Vom Hercules zum Terminator

Tatsächlich erhielt er bereits 1969

seine erste Hauptrolle in einem Fantasyfilm.

Dass es sich bei „Hercules in

New York“ um ein miserables B-Movie

handelt, in dem sein Hauptdarsteller

(noch unter dem Pseudonym Arnold

Strong) komplett nachsynchronisiert

werden musste, soll an dieser Stelle

verschwiegen werden. Keine Ahnung,

ob Schwarzenegger sich dieses Kapitel

gerne aus seiner Erinnerung

löschen lassen würde, doch er hat

irgendwann die TV-Ausstrahlung des

Films untersagt. Weitaus besser lief

es für ihn 1982 mit „Conan der Barbar“

– ebenfalls ein actiongeladenes

Fantasyspektakel, das aber internationale

Beachtung fand, genauso

dessen Fortsetzung 1984. In diesem

Jahr kam auch der Science Fiction-Knaller

„Terminator“ in die Kinos,

der Arnold Schwarzenegger in den

Hollywood-Olymp katapultierte. Unter

den 17 Sätzen, die er im Film zu

sprechen hatte, wurde einer weltberühmt:

„I’ll be back!“ Ähnlich wortkarg

waren seine folgenden Rollen,

in denen der Schauspieler mit überdimensionalen

Schusswaffen sehr

körperbetont agieren durfte. Längst

hatten die Zuschauer „ihren Arnie“

ins Herz geschlossen, sein Name war

nun ein Synonym für donnernde Unterhaltung,

sein Akzent wurde zum

Markenzeichen. Dass der Österreicher

1983 auch US-amerikanischer

Staatsbürger wurde, war nur noch

das Sahnehäubchen auf dem ohnehin

üppigen Fan-Kuchen. Die Hochzeit

mit der John F. Kennedy-Nichte

Maria Shriver untermauerte zudem

Schwarzeneggers Bindung mit den

Vereinigten Staaten. Seine Schwiegereltern

eröffneten ihm ganz neue Welten:

Durch Eunice Shrivers Einsatz für

Menschen mit mentaler Beeinträchtigung,

engagiert er sich seitdem stark

für die weltweite Sportbewegung

FineTobacco[+] 03·2021 69


RAUCHER•PORTRAIT

„Special Olympics“. Sargent Shriver

konnte den Schwiegersohn wiederum

fürs Zigarrerauchen begeistern, einer

geradezu unbändigen Leidenschaft

des Terminators, die seitdem weite

Teile seines Privat- und Berufslebens

in Anspruch nimmt: Egal ob zuhause,

im Büro oder beim Dreh – häufig

klemmt eine Havanna zwischen seinen

Zähnen. Freunde und Kollegen

kennen schon den suchenden Blick

und die Frage nach der Zigarre „Where’s

my stogie?“. Dann lässt sich CigArnie

seine brennende Handgerollte

spaßeshalber auch mal per Drohne

einfliegen.

Where’s my stogie?

Zu seinen Lieblingslongfillern

zählt beispielsweise die Punch Punch

– mit ihrem 46er Ringmaß und einer

Länge von etwas über 14 cm

hat sie für ihn das ideale Format. In

seinen Humidoren findet man aber

auch Marken wie Hoyo de Monterrey,

Cohiba, Romeo y Julieta und Davidoff.

Pro Tag lösen sich davon ein

bis zwei Exemplare in Rauch auf. Und

wenn ihm die Zigarre schmeckt, wird

sie auch schon mal auf Fingerbreite

kurzgeraucht oder anderntags neu

entflammt. Bei ihm gibt es eben keine

halben Sachen, vor allem wenn er

sich für etwas begeistert. Das kann

ansteckend sein, berichten seine Kollegen.

Beispielsweise Carl Weathers,

der als Apollo Creed gegen „Rocky“

geboxt hat und 1987 in „Predator“ mit

Arnie vor der Kamera stand. Die Dreharbeiten

im mexikanischen Dschungel

seien kein Zuckerschlecken gewesen,

erinnert sich der Schauspieler:

„Vor allem weil Schwarzenegger in

der feuchtheißen Luft ständig gequalmt

hat! Aber so stand es eben im

Drehbuch.“ Doch als der Terminator

dem überzeugten Nichtraucher eine

anbot und dieser zugriff, war es um

Weathers geschehen: „Von da an war

ich der Zigarre verfallen!“ Arnold ließ

ihm prompt ein Kistchen zukommen.

Ähnlich erging es Danny DeVito auf

dem Filmset von „Twins“, den Schwarzenegger

als seinen Lieblingsdreh

bezeichnet. Der Weg dorthin war nicht

einfach, weil die Filmindustrie in ihm

nach wie vor nur die Killermaschine

sah, Arnie aber auch mal Komödien

machen wollte. Wieder setzte er sich

durch und „Twins“ spielte über 100

Mio. US-Dollar ein. Tatsächlich hat

der breitschultrige Mime ein echtes

Talent fürs Komische, beispielsweise

in „Last Action Hero“, „Kindergarten

Cop“ oder „Versprochen ist versprochen“

(mit dem legendären Originalzitat

„Put that cookie down, NOW!“).

Vom Terminator zum

Governator

Eigentlich sind es die Gegensätze,

die Arnold Schwarzenegger mitdefinieren.

Einerseits ist er der gesundheitsbewusste

Kalifornier, der nach

eigenen Angaben „weitgehend vegan“

lebt, jeden Morgen (Punkt 6.00 a.m.)

eine Stunde Rad fährt und danach ins

Krafttraining geht. Andererseits ist er

der Raucher, der auch in der Öffentlichkeit,

wohl wissend um seine Vorbildfunktion,

einen glimmenden Stogie

zwischen den Zähnen hat. Arnie

ist immer für eine Überraschung gut.

Als sich in Hollywood mit dem auslaufenden

Jahrtausend die Ära der One

man Show-Helden dem Ende zuneigte,

wechselte der Schauspieler und

ehemalige Bodybuilder erneut das

Metier und wurde Politiker. Schon immer

ein Anhänger der Republikaner,

und 1990 vom damaligen US-Präsidenten

Bush sen. zum Vorsitzenden

des nationalen Rates für Fitness und

Sport ernannt, kandidierte Schwarzenegger

2003 für das Amt des Gouverneurs

von Kalifornien und gewann.

Auch hier ließ er sich nicht festnageln.

Einerseits der absolute Hardliner, der

Gnadengesuche bei mehreren Todesurteilen

ablehnte, was vor allem im

Ausland für entsetztes Unverständnis

sorgte. Seine Heimatstadt Graz wollte

daraufhin das Arnold-Schwarzenegger-Stadion

umbenennen und den

ihm verliehenen Ehrenring zurückfordern.

Der Governator kam der Steirischen

Metropole zuvor, verbot zukünftig

jegliche Werbung mit seinem

Namen und schickte den Ring zurück.

Auf der anderen Seite gehört er einem

Zusammenschluss gemäßigter Republikaner

an, die weniger konservativ

sind als die übrigen Strömungen der

Partei. So wollte er Demokraten und

Republikaner in Sachen Gesundheitsvorsorge

und Bildung sowie Straßenund

Infrastrukturausbau an einen

Tisch bringen. Dies gelang ihm nur

teilweise. Besser lief es beim Thema

Umweltschutz, wo er bereits 2005 eigene

Wege ging, die einfach an Präsident

Bush vorbeiführten. Seine Gesetzesänderungen

zur Reduzierung der

Autoabgase stießen in der Industrie

natürlich auf wenig Gegenliebe, doch

der zukunftsorientierte Kurs wurde

auch von seinem Amtsnachfolger ab

2011 fortgeführt. „Wir haben in Kalifornien

bewiesen, dass wir sowohl

die Wirtschaft als auch die Umwelt

70

FineTobacco[+] 03·2021


schützen können“, sagt der Ex-Politiker

heute. Schwarzenegger bewies

auch, dass man als Gouverneur nicht

vor einer gewissen Doppelmoral gefeit

ist: Während er 2004 in den Gefängnissen

das Rauchen verbot, ließ

er sich im Innenhof seines Amtssitzes

ein luxuriöses Raucherzelt aufbauen,

um Kaliforniens Rauchverbot in öffentlichen

Gebäuden zu umgehen.

Präsident Schwarzenegger?

Während Arnie in seinen Filmrollen

meist den geradlinigen Helden mit

unumstößlichen Prinzipien spielte,

erinnerte sein Privatleben mehr dem

Flug einer Hummel. Wenige Monate

nach seinem Ausscheiden aus der Politik

gab das Ehepaar Schwarzenegger-Shriver

seine Trennung bekannt:

Er hatte ihr verschwiegen, dass er vor

vielen Jahren mit der langjährigen

Hausangestellten einen Sohn gezeugt

hatte, der pikanterweise im selben

Jahr zur Welt kam wie sein jüngster

Filius mit Ehefrau Maria. Und wie immer

ging der Steirer in die Offensive,

sprach in den Medien frank und frei

über seinen Fehltritt, zeigte sich ehrlich

zerknirscht und veröffentlichte im

Jahr darauf seine Autobiografie „Total

Recall: Die wahre Geschichte meines

Lebens“. Denn das Multitalent ist auch

Geschäftsmann, handelt mit Immobilien,

eröffnete ein eigenes Restaurant

und mit Schauspielerkollegen die

Fast-Food-Kette Planet Hollywood.

Im Laufe seiner Karriere erhielt der

Mann viele Namen, wovon er einen

jedoch kategorisch ablehnt: Selfmademan.

Denn ohne die Hilfe anderer

wäre er nie so weit gekommen, betont

der Wahl-Amerikaner, im Zweifelsfall

solle man ihn also lieber „Schnitzel“

nennen. Nach dem Eheaus stürzte er

sich wieder in seine Arbeit als Schauspieler,

verriet 2013 der New York

Post aber auch, dass er gerne bei den

Präsidentschaftswahlen 2016 kandidieren

würde. Laut Verfassung bleibt

ihm als Einwanderer dieser Olymp

jedoch auf ewig verwehrt. Dabei hätten

die meisten US-Amerikaner den

kernigen Problemlöser mit der großkalibrigen

Wumme sicher gern zu ihrem

nächsten Präsidenten gewählt.

Statt dessen also Donald Trump. Und

Schwarzenegger schrieb auf Instagram,

dass er zum ersten Mal seit

seiner Einbürgerung 1983 nicht für

die Republikaner stimmen würde. Als

2021 das Kapitol in Washington von

Fanatikern gestürmt wurde, wandte

er sich in einer Videobotschaft an

seine Mitbürger, verglich den Angriff

mit der „Kristallnacht“ und forderte

die Öffentlichkeit wie die Politiker

dazu auf, sich für die Wahrheit und die

amerikanischen Werte einzusetzen.

Arnie, der Umweltaktivis

Kein Thema brennt dem mittlerweile

74-jährigen jedoch so auf den Nägeln

wie der Klimawandel und speziell

die Luftverschmutzung. Aus triftigem

Grund: 2020 vernichteten Waldbrände

in Kalifornien fast 17.000 Quadratkilometer,

zerstörten über 10.000 Gebäude

und kosteten mindestens 31 Menschen

das Leben. Riesige Rauchwolken

verdunkelten den Himmel über San

Francisco und Los Angeles, während

die Luftverschmutzung wochenlang so

hoch war, dass sich niemand mehr auf

die Straße traute. In seinen Actionfilmen

hat Arnold Schwarzenegger hunderte

Gegner zur Strecke gebracht und

sogar gegen Aliens und Kampfroboter

aus der Zukunft gekämpft. Doch gegen

die globale Bedrohung wäre jede seiner

Rollen allein machtlos. Deshalb ist der

Terminator seit Jahren weltweit unterwegs,

um mit anderen Mitstreitern die

Welt zu retten. Bereits in der Vergangenheit

hat er seinen Bekanntheitsgrad

genutzt, um sich für die verschiedensten

karitativen Projekte einzusetzen.

Aber diesmal ist alles eine Nummer

größer, während sich Schwarzeneggers

naturgegebenes Ego nicht mehr

ganz so dominant in den Vordergrund

zu schieben scheint. Zuletzt sprach der

engagierte Hollywoodstar beim Austrian

World Summit – der diesjährigen

Klimakonferenz in Wien. Seine Botschaft,

die viel über seine Lebenseinstellung

und über seine Heimat USA

verrät: Aktivisten sollten nicht nur auf

die Warnung vor der Apokalypse setzen,

sondern die Menschen auch mit

positiveren Botschaften zum Schutz

der Erde animieren. "Dieser Film hat

keine Handlung. Das ist ein Daueralarm,

den niemand durchhalten kann", warnt

Schwarzenegger; statt Verzicht sollten

lieber neue Entwicklungen für Perspektiven

sorgen. In einem Interview nennt

er ein Beispiel, wie es so nur von Arnie

kommen kann: „Einen meiner SUVs hab

ich auf Biokraftstoff umrüsten lassen –

ich kann mit meinem Militär-Humvee

jetzt zum nächsten Hamburgerladen

fahren, meinen Tank mit dem alten Frittieröl

füllen und losfahren.“

FineTobacco[+] 03·2020 71


GENUSSPORTRAIT

Der Porphyr-Keller

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Die Cantina Terlan

und ihre Weißweine

Authentische, langlebige Weine sind das Markenzeichen und eine

über die Jahre gewachsene Tradition der weltbekannten Kellerei,

die seit ihrer Gründung im Jahr 1893 auf Qualität und haltbare Weine

setzt. Dafür verantwortlich ist vor allem der hohe Mineralgehalt

und die Kargheit der Terlaner Böden. Beides im Einklang führt seit

jeher zu einer extremen Ertragsreduzierung. Das Ergebnis sind hohe

Qualität und Beliebtheit der Weine.

Der

Sortenschwerpunkt

des modernen Betriebs

liegt schon immer auf

Weißwein. Zum größten Teil wachsen

die Trauben auf 250 bis 900 Meter

über Meereshöhe in Steillagen

mit einer Neigung von bis zu 70 Prozent.

Diese selbst für Südtirol besonderen

Anbaubedingungen spiegeln

sich ebenfalls in den Weinen

wider ebenso wie das außerordentliche

Wein-Know-how des Terlaner

Teams.

Einzigartig in Italien ist das Weinarchiv

der Cantina Terlan mit circa

100.000 Flaschen aller Jahrgänge

von 1955 bis dato, einzelne auch

von noch früher. Die älteste Flasche

stammt aus dem Gründungsjahr.

Da viele Reben in Terlan in Steillagen

zu finden sind, wird von den

Menschen vor Ort besonderer Einsatz

gefordert. So werden die Trauben

von Hand gelesen. Bis zu 700

Arbeitsstunden pro Jahr und Hektar

sind notwendig – im Vergleich dazu

benötigt man in Tallagen dafür nur

etwa 300 bis 400 Arbeitsstunden.

Weinlinie Selection

Die Weine der Linie Selection

stammen aus Terlaner Spitzen-Weinbergen

und bringen die typischen

Besonderheiten jeder Rebsorte zum

Ausdruck. Das selektionierte Lesegut

wird im Barrique und großen Holzfass

zu Weinen mit Frucht und Fülle, aber

auch bemerkenswerter Komplexität

und Langlebigkeit ausgebaut.

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GENUSSPORTRAIT

für diesen außergewöhnlichen Weißburgunder.

Dieser gehaltvolle und

äußerst komplexe Wein beeindruckt

insbesondere durch seine Mineralität

sowie sein beachtliches Entwicklungspotential

und unterstreicht dadurch

das volle Potential dieser oftmals unterschätzten

Weißweinsorte. Reife gelbe

Früchte und eine feine Jasmin-Note

prägen die Aromatik in der Nase. Im

Geschmack ist er sehr würzig und am

Gaumen cremig.

Quarz

Ein kräftiger Sauvignon Blanc,

der durch seinen komplexen Duft,

eine salzige, einzigartige Charakteristik

und eine enorme Länge besticht.

Geprägt ist der Wein vor allem durch

die Struktur der Quarz-Porphyr-Böden,

auf denen er wächst. Im Duft ist

er klar und besticht durch exotische

Früchte. Feine Noten von weißem Tee

und Kräuteraromen, wie Minze, Zitronengras

und Melisse unterstreichen

diesen Eindruck. Am Gaumen ist er

saftig und harmonisch.

Nova Domus – Riserva

Die edle Terlaner Cuvée, welche

aus den Rebsorten Weißburgunder,

Chardonnay und Sauvignon Blanc gekeltert

wurde, ist nach Terlans Wahrzeichen

„Schloss Neuhaus“ benannt.

Dieser „Terlaner“ bringt alle Vorzüge

des Anbaugebietes charakterstark

zum Vorschein und zeigt sich

als kraftvoller, mineralischer Wein,

der sein Potential erst nach vielen

Jahren Flaschenreife voll entfalten

kann. Mit einer Vielzahl an Facetten

präsentiert sich die Aromastruktur

dieser Cuvée. Im Duft ist er von Kräutern,

Anis und Aprikose geprägt und

am Gaumen ist er salzig, cremig und

schmeckt nach exotischen Früchten.

Vorberg – Riserva

An den Südhängen des Tschöggelbergs

im Terlaner DOC-Gebiet wachsen

in sonnenverwöhnten Weinbergen

in einer Höhe von 450 bis 950 Metern

über dem Meeresspiegel die Trauben

Die Kellerei ist kein reiner Zweckbau,

sondern ein architektonisches

Gesamtwerk. Seit dem Jahr 2007

wurden Investitionen getätigt, um mit

klarer Linie und zeitloser Formensprache

den Keller zu erweitern und

die Räumlichkeiten zu modernisieren.

Dabei wurde bewusst auf die in

der Philosophie der Terlaner Kellerei

fest verankerte Langlebigkeit geachtet

und keine schnelllebige Showarchitektur

konstruiert. Stimmungsvolle

Lichtinszenierungen geben den

einzelnen Räumen, dem Zweck angepasst,

einen individuellen Charakter.

Eines der Herzstücke der Kellerei

ist sicherlich der Porphyr-Keller, der

zur Gänze mit Porphyr-Gestein ausgekleidet

ist und in dem der gleichnamige

Wein reift. Ein weiteres Highlight

ist der Raritäten-Keller. Hierfür

wurden zwei übereinanderliegende

Kellerräume mittels Deckenschnitt

miteinander verbunden und ein aus

rautenförmig angeordneten Stahl-

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FineTobacco[+] 03·2021


ausgezeichnet wurden. Sein bisher

aber sicherlich größter Erfolg ist die

Kreation des Terlaner I Grande Cuvée.

Drei Jahre hat er getüftelt, bis er die

Parzellen mit den besten Trauben individualisiert

hatte, aus denen er den

Prestigewein auf dem gewünschten

Niveau keltern konnte.

Klaus Gasser studierte an der

Fachschule für Obst-, Weinbau und

Oenologie in Auer (Südtirol) Weinbau

profilen gefertigtes Regalsystem

mit bauchigen Inox-Tanks eingebaut.

Trotz der Massivität der Stahl-Konstruktion

wirkt die Raritäten-Wand

leicht und elegant.

Mindestens genauso entscheidend,

wie das Terroir, das Klima und

die Reben sind die Menschen, die sich

täglich mit Leidenschaft und Knowhow

dafür einsetzen, dass die Weine

auch zukünftig weltweit zur Spitze

gehören. Dazu gehören Rudi Kofler

(im Bild re.) und Klaus Gasser (li.).

Der Raritäten-Keller

Rudi Kofler gehört seit 1999 zur

Cantina Terlan. Nach seiner Ausbildung

in der Kellerei St. Michael

Eppan begann er als Assistent des

damaligen Kellermeisters Hartmann

Donà bei Terlan. 2002 verließ Donà

die Kellerei und Rudi Kofler wurde

sein Nachfolger. Die großen Fußstapfen

füllte er bereits in seinen jungen

Jahren gut aus und sorgte dafür, dass

Terlaner Weine regelmäßig mit nationalen

wie internationalen Preisen

und Oenologie. Seine ersten praktischen

Erfahrungen sammelte er in

Deutschland bei dem Weingut der

Stadt Erlenbach. 1994 startete er

als stellvertretender Kellermeister

bei der Cantina Terlan. Ursprünglich

mit dem Plan, nur für eine Ernte zu

bleiben, allerdings faszinierten ihn

die Weißweine vom ersten Moment

an und er beschloss, seinen Schwerpunkt

zu ändern und sich mit langlebigen

Weinen zu beschäftigen. Er erkannte

das Potential und es gelang

ihm, in wenigen Jahren die Cantina

Terlan als weltweit anerkannte und

wertvolle Marke zu etablieren, deren

Weine stets mit Langlebigkeit und

Qualität verknüpft sind. Seit über

20 Jahren verantwortet er nun den

weltweiten Vertrieb und Markenauftritt

der Cantina Terlan und ist davon

so überzeugt und begeistert wie am

ersten Tag.

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GENUSS•INTERVIEW

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FineTobacco[+] 03·2021


Hubertus Vallendar–

immer auf der

linken Spur

Hubertus Vallendar war schon immer an Technik interessiert. Sein Wissen

aus der kleinen familieneigenen Brennerei an der Mosel konnte er

bereits in den frühen Jahren seiner Ausbildung anwenden. Er lernte in

einem Kloster den Beruf des Schreiners, wurde aber zusätzlich gebeten

in der klostereigenen Brennerei mit seinem Fachwissen auszuhelfen.

Interview: Stephan Rack

Fotos: Julia Berlin

Dabei war ihm damals das

Brennen allein zu langweilig

und so erarbeitete

sich Hubertus Vallendar nach

dem Fachabitur einen Namen als

Anlagenbauer in der Spirituosenbranche

und war in verschiedenen

Ländern aktiv.

Nach vielen Jahren mit hoher

Arbeitsbelastung und intensiver

Reisetätigkeit für den Verkauf der

Technik fokussierte er sich auf die

eigene Brennerei an der Mosel.

Mit unerschöpflicher Kreativität

und dem Perfektionismus beim Brennen

hat Hubertus Vallendar Edelbrände

auf Weltniveau geschaffen.

Heute beschäftigt die Brennerei Vallendar

10 Personen und verarbeitet

gut 400 Tonnen Früchte pro Jahr.

Bereits mit Mitte 50 wurde Hubertus

Vallendar von der hochkarätigen

Jury des World Spirits Award 2020

für sein Lebenswerk ausgezeichnet:

„Hubertus Vallendar ist in Deutschland

und international gesehen ein

Hubertus

Vallendar: »Wir

wollen die Natur

möglichst authentisch

in die

Flasche bringen«

Macher und eine Gallionsfigur“ wie

die verantwortliche Jury formulierte.

„Auf der linken Spur“ bewegt Hubertus

Vallendar auch sehr gerne

schöne und schnelle Autos, wobei

das wirklich schnelle Fahren ausschließlich

auf den Rennstrecken

erfolgt. Dafür wird er zukünftig

wahrscheinlich mehr Zeit haben,

denn sein Sohn Mario kann mit

seinem Berufsabschluss als bester

Brenner im Jahrgang 2020 mehr

Verantwortung im Familienbetrieb

übernehmen.

FT: Statt etwas „ruhiger zu machen“

hat die Corona-Pandemie

Ihnen neue Herausforderungen

gestellt – Wie ist es Ihrem

Unternehmen im letzten Jahr

ergangen?

Mitte März 2020 waren wir

mit Planungen für eine Handelsmesse

beschäftigt, bei denen ich

spürte, dass die Pandemie bereits

das Umfeld völlig verändert hatte.

Nach einem unruhigen Wochenen-

FineTobacco[+] 03·2021 77


GENUSS•INTERVIEW

de entschieden wir am Montag auf

Alkohol zur Desinfektion umzustellen

und bereits am Mittwoch produzierten

wir Desinfektionsmittel. Das war ein

wunderbares Beispiel für Teamwork

bei Vallendar und letztendlich konnten

wir auch alle Mitarbeiter in der Corona

Zeit durchgehend beschäftigen.

FT: Ich gehe davon aus, dass

Sie im Sommer 2021 wieder

vermehrt auf das Reifen der

Früchte schauen, um gutes Ausgangsmaterial

für die Brennerei

zu haben?

FT: Welchen

Schwerpunkt

setzen Sie aktuell

bei Ihrem

Portfolio ?

Ich habe

mich zu Beginn

meiner Schaffenszeit

intensiv

mit Geisten

beschäftigt und

vor 27 Jahren

als erster

Brenner den

Haselnussgeist

78

Wir konnten bereits im Herbst

2020 wieder auf das Normalgeschäft

in der Brennerei umschalten.

Für uns ist die Auswahl der Früchte

und Beeren von essenzieller Bedeutung,

da sie über die Qualität maßgeblich

zum Erfolg unserer Brände

und Geiste beitragen.

Mein Sohn Mario und ich fahren

manchmal über das Wochenende

in interessante Gebiete der Nachbarländer

und dann kaufen wir

die für uns wichtigen Früchte ein

– man muss halt nur wissen, wo es

wächst.

FineTobacco[+] 03·2021

geschaffen – aktuell

faszinieren

mich die Geiste

im Zitrusbereich

und ich experimentiere

insbesondere

beim

Orangengeist,

ob ich über

Extrakte aus den

Orangenschalen

noch zusätzlich

Farbe in die

Flasche bringen

kann.

Insgesamt

haben wir mit

Geisten und

Bränden ein

ausgeglichenes

Verhältnis im Angebot und darüber

hinaus bei den Bränden das Premiumangebot

‚La Donna‘ geschaffen.

Dort verwenden wir beim Brennen

nur einen Teil des Herzstückes aus

dem Destillationsprozess.

FT: Reizt es Sie sich intensiver

mit dem Produkt ‚Weinbrand‘

auseinanderzusetzen, um in die

Richtung Ihres Partners Cognac

Lhéraud zu gehen ?

Ich liebe Weinbrand und Cognac.

Das hat wahrscheinlich damit zu

tun, dass ich früher bei meinem

Vater mitriechen durfte, und seitdem

haben mich gerade Cognacs fasziniert.

2002 war ich für einige Tage in dem

Städtchen an der Charente und habe

in einem nachgelagerten Projekt

dann selbst Destillate aus der

Riesling- und Elblingtraube in Kail

hergestellt und eingelagert.

Aktuell mache ich eine verrückte

Geschichte: Wir haben im letzten

Jahr einen kompletten Zug Burgunder

gebrannt … lassen sie sich überraschen,

welches Produkt daraus

entstehen wird.

FT: Was verstehen Sie unter

Genuss?

Für mich ist Genuss ‚Zeit zu

haben‘. Mit dem Bewusstsein früher

zu viel unterwegs gewesen zu sein

und zu wenig Zeit gehabt zu haben,

genieße ich es heute sehr, das

Kochen mit dem Einkauf der Zutaten

vorzubereiten und dann in der

Küche zu agieren. Nun bin ich dabei

kein Einsiedler, sondern ich mag mit

guten Freunden zusammen zu sein

und einen schönen Abend erleben.

Gerne mit einem leckeren Wein …

und am Ende gehört auch die gute

Cigarre dazu.

FT: Danke für das spannende

und genussvolle Interview.


NUR WER DAS ABENTEUER WAGT, WIRD

NEUE WELTEN ENTDECKEN …

Der Luxus des Gefühls einer grenzenlosen Freiheit, der Zauber des Erlebens

einer ursprünglichen Natur und die Magie des Abenteuers:

CARLOS ANDRÉ setzt abermals die Segel mit der neuen CAST OFF TORO,

einer Symbiose aus majestätischer Eleganz und aufregendem Abenteuer.

Harmonisch im Gleichklang, doch lebendig in jeder einzelnen Geschmacksnuance

und mit einem finalen, virtuosen Crescendo.

www.carlos-andre.de

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