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MQ Sommer 2022 int

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02

JULI | AUG | SEP 2022

Das Artland-Magazin.

Sunshine

www.artland-magazin.tv

Themen:

NEUSTÄDTER

SCHÜTZENBUND

100 Jahre turbulente

Vereinsgeschichte

DER BAHNHOFS-

KIEZ

Die Bahnhofstraße

wird zur Ausgehmeile

QUAKENBRÜCKER

STADTKAPELLE

und Musikschule

Lindhorst

im Artland!

AUF

ABWEGEN

Oldtimer in

passender Kulisse

PRÄVENTIVER

DENKMALSCHUTZ

Der Monumentendienst

hilft mit Rat und Tat


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Freitag , 8. Juli 2022

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800 Liter des kostbaren Nass.

Das ist gut die sechsfache Menge

unseres wichtigsten Lebensmittels.

Der Nordkreis denkt mit!

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Das ist ja interessant...

EDITORIAL

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Rastlos, heiß, voller Hoffnung...der Sommer 2022

Wie gestalten Sie Ihren Sommer in

diesem Jahr?

Planen Sie eine Reise oder warten Sie

in diesen Zeiten lieber ab und bleiben

zuhause?

Wir glauben, dieser Sommer wird

rastlos, auf jeden Fall heiß und vor allem

gefüllt sein mit intensiver Hoffnung auf

Besserung.

Hatten wir nicht alle gedacht, dass der

im Februar begonnene Ukraine-Krieg

schnell vorbei sein würde?

Leider hat sich das Gegenteil herausgestellt.

Die Prognosen für den Herbst

und Winter sind tendenziell düster –

entsprechend unterstützen wir in dieser

Ausgabe die Beiträge von Dipl. Ing.

Andreas Henemann, damit alles für den

Klimaschutz gemacht wird.

Aber auch verstärkt auf den Naturschutz

zu achten, liegt uns am Herzen – Nistkästen

aus Legosteinen oder die Anlage von

Wildblumenwiesen sind da nur kleine

Ansätze unter vielen.

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Wer zuhause bleibt in diesem Sommer,

sollte sich auf Entdeckungsreise in der

eigenen Heimat machen. Daniel de

Oliveira Prudencio nimmt uns mit auf

eine Tour entlang der Quakenbrücker

Bahnhofstraße. Hier hat sich in den

letzten Jahren sehr viel getan – vor

allem im gastronomischen Bereich.

Und wer Pflanzen liebt, darf im Artland

wunderschöne Gärten erkunden und

dabei so manchem tollen Tier begegnen;

eins davon – den Sperber – stellen wir

in dieser Ausgabe vor. Aber natürlich

dürfen Sie sich auch auf weitere spannende

Themen in diesem Heft freuen.

Viele Autoren sind am Start, um Sie zu

informieren, Sie zu unterhalten oder um

bei Ihnen die ein oder andere schöne Erinnerung

hervorzurufen. Freuen Sie sich

auf kurzweilige Geschichten, Anekdoten,

Porträts und interessante Reportagen -

viel Spaß beim Lesen!

Wir wünschen Ihnen einen tollen

Sommer!

Ihre MQ + -Redaktion

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dank

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Titelfoto: Detlef Bülow

Alle 14 Tage neu!

IN DIESEM MAGAZIN

©Fotolia/aletia2011

Die Lokalzeitung für den nördlichen

Landkreis Osnabrück, Südoldenburg und

einen (kleinen) Teil des Emslandes

Redaktion und Anzeigenannahme:

Kreuzstr. 1 · 49610 Quakenbrück · Tel. (05431) 90 48 51

info@lokalzeitung-volltreffer.de

4-11 Die Borgward-Werkstatt

12-16 Der Bahnhofs-Kiez

18-21 Einschulung

22-24 Neustädterr Schützenbund

25 Aktion Blühwiese

26-29 Fachwerk im Artland - Teil 3

30-33 Stadtkapelle Lindhorst

34-35 Der Maikäfer

36-37 Kinder schaffen Wohnraum

38-39 Pflegedienst Bethanien

40-41 Restaurant Skaffi

42 Igelmuseum Bohmte

43 Artland-Smart-App

44-47 „Hermanns Rache“ – Teil 2

48/49 Der Sperber

50/51 Gebäudebegrünungen

52 Wasserampel

54/55 Veranstaltungen

56/57 Kinotipps

58/59 Buchtipps/Serie: Welthits

60 Veranstaltungen

61 Rätselseite

62 Impressum/Gartenparadies


Das Artland-Magazin.

Auf Abwegen

Was gibt es Schöneres für einen Freund

historischer Fahrzeuge als einen gut

restaurierten Oldtimer vor passender Kulisse?

Ich war unterwegs nach Bruchhausen-

Vilsen, das zwischen Bremen und

Nienburg liegt. Der Luftkurort mit

historischem Ortskern wirbt mit der

ältesten Museums-Eisenbahn Deutschlands,

die mein eigentliches Ziel war.

Hier fährt noch eine Kleinbahn, wie

wir sie auch in Quakenbrück hatten.

Bei uns erschloss die schmalspurige

Bahnstrecke zwischen dem 31. Mai 1904

und ihrer Stilllegung am 31. Mai 1952

Lingen-Berge-Quakenbrück und trug

zur wirtschaftlichen Entwicklung unserer

Region bei. Die Beförderungsleistungen

an Fracht und Personenverkehr

entwickelten sich zwar besser, als am

Anfang geplant, doch war besonders

der Güterverkehr recht bescheiden. Ein

Zwischenhoch ergab sich in den 30er-

Jahren, als beim Bau des Quakenbrücker

Flugplatzes der dafür nötige Kies

mit der Kleinbahn transportiert wurde.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war

durch den stärker werdenden Kraftver-

kehr endgültig die Existenzgrundlage

der Kleinbahn gefährdet, so dass nötige

Erneuerungen an Material und Wagenpark

nicht mehr vorgenommen werden

konnten. Daraufhin wurde am 1. Januar

1951 ein Antrag auf Entbindung von der

Beförderungspflicht gestellt, am 31. Mai

1952 der Betrieb eingestellt und bald

darauf die Betriebsanlagen demontiert.

In Bruchhausen-Vilsen findet man eine

einzigartige Sammlung von Kleinbahn-

Fahrzeugen, die von weither zusammengetragen

wurden. Die Dampflokomotiven

sowie Trieb- und Güterwagen

sind größtenteils noch betriebsfähig

und die, die es noch nicht sind, werden

in einem Lokschuppen von ehrenamtlichen

Mitarbeitern liebevoll restauriert.

In den Sommermonaten können sich

Besucher am Wochenende in historischen

Wagen auf einer Schmalspurstrecke

auf nostalgische Reise begeben

und sich sogar trauen lassen. Ich war

hier auf der Suche nach einem alten

4 | mq Ausgabe Sommer 2022


OLDENBURGER MÜNSTERLAND & UMZU

Salonwagon für ein Fotoshooting.

Als ich durch einen Kreisverkehr auf

den alten Bahnhof zufuhr, fiel mein

Blick auf eine alte Tankstelle mit einer

angrenzenden Werkstatt, vor der etliche

Oldtimer standen. In diesem Augenblick

wurde mein eigentliches Ziel aus

meinem Gedächtnis gelöscht. Ich fuhr

auf den Hof und traute meinen Augen

nicht. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich,

als ich durch den Kreisverkehr fuhr, eine

Zeitreise gemacht. An den Wänden des

Gebäudes hingen historische Schilder. Ich

warf einen Blick durch das Schaufenster,

neben dem Verkaufstresen entdeckte

ich eine Jukebox, an der das Konterfei

von Elvis Presley hing. Dann die vielen

Oldtimer, die hier wie aus dem Ei gepellt

standen, wo ich auch hinsah, 50er-Jahre-

Feeling pur. Nebenan erblickte ich noch

einen Schauraum, da sah es aus wie in

einem Wohnzimmer mit polierten Oldies

und glänzenden Originalen aus den

50ern und 60ern.

Da die Werkstatt geöffnet war, trat ich

ein. Auch hier wurden meine Erwartungen

übertroffen. Vor mir standen zwei

Herren und fachsimpelten über Oldtimer.

Ausgabe Sommer 2022 mq | 5


Das Artland-Magazin.

Da ich die Unterhaltung nicht stören

wollte, wartete ich etwas abseits, bis

sich einer von ihnen zu mir wandte

und sagte: „Volker ist hinten, geh ruhig

durch!“ Um die Ecke sah ich Volker

Wischnewski, wie er mit seinem Praktikanten

an einem Borgward Isabella

Combi schraubte. Da Volker ein sym-

pathischer und offener Kerl ist, kamen

wir schnell ins Gespräch und ich erfuhr,

dass es die Tankstelle und Werkstatt

seit 1938 gibt, der 2015 verstorbene

Vater von Volker hatte sie 1970 gekauft.

1999 stieg Volker mit ins Geschäft ein

und leitet das Unternehmen seit dem

Tod seines Vaters alleine. Er hat das

„Schraubergen“ quasi mit in die Wiege gelegt

bekommen und kennt die Wagen aus

Bremen der Baujahre 1949 bis 1961 in- und

auswendig. Schon sein Vater hatte sich

auf Reparaturen, Restauration und Pflege

von Fahrzeugen des Borgward-Konzerns

spezialisiert.

6 | mq Ausgabe Sommer 2022


OLDENBURGER MÜNSTERLAND & UMZU

Ausgabe Sommer 2022 mq | 7


Das Artland-Magazin.

Wenn ein seltenes Ersatzteil fehlt, weiß

der Autoexperte fast immer Rat: Er hat

sogar Armaturenbretter und Original-

Tachos da und wenn es mal eng wird,

dann fertigt er sogar Teile selbst an.

Wer einen der noch rund 3.000 fahrtüchtigen

„Isabella“-, „Goliath“- oder

„Lloyd Alexander“- Modelle besitzt, ist

also bei Wischnewski in den besten

Händen. Aber nicht nur Klassiker, wie

das Isabella Coupé werden hier liebevoll

repariert.

Ganz ohne Diagnose-Gerät kümmert

sich Volker Wischnewski in seiner Werkstatt

um die Automobile der Marken

Borgward, Lloyd und Goliath. Er erkennt

oft sofort, wenn den Fahrzeugen etwas

fehlt. Für ihn ist schon jede Schraube ein

Schätzchen.

Ich habe aber auch erfahren, dass die

letzten 2 Jahre der Corona-Krise nicht

unbeschadet an Volker vorübergegangen

sind. Wie bei vielen anderen

Unternehmern hat auch er zu kämpfen

8 | mq Ausgabe Sommer 2022


OLDENBURGER MÜNSTERLAND & UMZU

gehabt. „Nun aber gäbe es einiges aufzuholen“, sagt

er. „Aber diejenigen, die sich ein solches Auto zugelegt

haben, werden weniger und viele ihrer Nachkommen

können sich ein solches Hobby nicht mehr leisten.“ So

kommt es schon mal vor, dass er auch „fremdginge“

und seine Hände in einen Mercedes oder Opel stecke.

Aber wenn er es sich aussuchen dürfte, dann würde er

immer einen Borgward vorziehen.

Mir hat es vor allem die Isabella angetan. Für mich

gehört die temperamentvolle Lady aus Bremen bis

heute zu den schönsten PKWs, die in Deutschland

gebaut wurden. Schon als Kind viel mir dieses Auto

Ausgabe Sommer 2022 mq | 9


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durch seine oft zweifarbige Lackierung

auf und ich bin bis heute ein großer Fan

der Linienführung der Karosserie.

Die Isabella war auch Borgwards

erfolgreichster PKW. Der noch heute

legendäre Wagen wirbelte bei seiner

Geburt 1954 die deutsche Oberklasse

auf. Das Fahrzeug wurde ursprünglich

unter dem Namen Hansa 1500 angeboten.

Der Tarnname Isabella stammt von

Carl F. W. Borgward, der gefragt wurde,

welchen Namen man auf die Prototypen

schreiben solle, die die Probefahrten im

öffentlichen Verkehr absolvieren sollten.

Der Borgward-Inhaber antwortete auf

die Frage mit „Das ist mir egal, schreibt

meinetwegen Isabella drauf“ – der

Name Isabella war geboren. Ab 1957

zierte der ursprüngliche Tarnname den

Kühlergrill des Fahrzeugs.

Das edle und zeitgemäße Design traf

einen Nerv; der Borgward Isabella war

vom ersten Tag an ein voller Erfolg. In

ihrer Jugend war die Isabella nur schön,

der Wagen wurde in der Rekordzeit von

nur zehn Monaten entwickelt und hatte

dementsprechend viele Kinderkrankheiten,

die aber nach und nach ausgebessert

und überholt wurden und ihre Qualitäten

wuchsen mit den Jahren rasch

nach. Äußerlich hat sich die „Schönheit

auf vier Rädern“ in sechs Jahren kaum

verändert, denn ihre Gestalt war seit

jeher und ist bis heute tadellos: Sie

brauchte keine alljährlichen Retuschen.

Der Aufstieg des Bremer Autoherstellers

Borgward war eine der strahlendsten

Erfolgsgeschichten des deutschen Wirtschaftswunders.

Doch der aufgehende

Stern der Deutschen Autoindustrie verglühte

schnell. Im Februar 1961 musste

der Bremer Automobilpionier Carl F.W.

Borgward seinen aus den Marken Lloyd,

Goliath und Borgward bestehenden

Konzern an das Land Bremen übereignen.

Das Konkursverfahren folgte. Eine

Katastrophe in der Hansestadt, 20. 000

Menschen verloren ihren Job.

Der jähe Borgward- Zusammenbruch

1961 beendete dann leider auch Isabellas

Karriere.

10 | mq Ausgabe Sommer 2022


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Der Name Isabella hat heute schon fast

so viel „Eigengewicht“ wie ihr Familienname

Borgward. Spricht man von

Borgward, dann fällt auch automatisch

der Name Isabella und erwähnt man

den Namen Isabella, dann denkt man an

Borgward. Das beweist doch, dass dieses

Modell heute noch Ansehen genießt und

weithin bekannt ist.

Betrachte ich die wunderbar geschwungene

Karosserie der Isabella, die edlen

Weißwandreifen und das filigrane Lenkrad,

verliebe ich mich immer wieder aufs

Neue in dieses aus der Zeit gefallene

Gefährt. Es ist ein ehrliches und solides

Auto.

Weswegen bin ich noch

nach Bruchhausen-Vilsen

gekommen?

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Das Artland-Magazin.

Kunst & Kultur

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auf dem Bahnhofskiez in Quakenbrück

Cappuccino & CO. beim Portugiesen

mit Blick zum Bahnhofshotel und

Bahnhofgeb ude

12 | mq Ausgabe Sommer 2022


Vorderseite des Bahnhofshotels

BAHNHOFS-KIEZ

Wie sich die Bahnhofstraße in den vergangenen Jahren

zu einer attraktiven Einkaufs- und Ausgehmeile entwickelte

Es lässt sich nicht mehr leugnen. Innerhalb

der letzten zehn Jahre hat sich

die Bahnhofstraße in Quakenbrück zu

einer reizvollen Straße zum Einkaufen

und Ausgehen entwickelt. Den

Grundstein dazu legte sicherlich die

Komplettsanierung des prestigeträchtigen

Bahnhofsgebäudes im Jahr 2014.

Nachdem sich die Deutsche Bahn Ende

der 1990er Jahre sowie Anfang der

2000er Jahre sukzessive aus Quakenbrück

zurückzog, fiel das im architektonischen

Jugendstil erbaute Gebäude

in einen Dornröschenschlaf. Im Jahr

1910 als Prachtobjekt fertiggestellt, galt

dieses Gebäude im ersten Jahrzehnt

der 2000er Jahre mit seinen zerstörten

Fensterscheiben und durch Holzspanplatten

verschlossenen Eingängen als

ein Schandfleck unserer schönen Stadt.

Das Zusammenspiel aus der Stadt Quakenbrück,

dem Land Niedersachsen und

schließlich dem aus Ankum stammenden

Investor brachte, etwas mehr als

110 Jahre später, an dieser Stelle erneut

Pracht und Glanz wie zu Zeiten des

Kaiserreichs.

So ist es kein Wunder, dass dieses

wunderschöne Gebäude, vor dem sich

mittlerweile auch einige Grünanlagen

mit Sitzmöglichkeiten und ein

besonders bei heißen Sommertagen

beliebter Springbrunnen befinden, als

Namensgeber für die von der Mitte des

Bahnhofs aus Richtung Osten verlaufende

Straße fungiert. Vom Hermann-

Kemper-Platz aus, wie der Platz vor dem

Bahnhofgebäude im Jahr 2017 in einer

feierlichen Zeremonie getauft wurde,

bis zur Abzweigung in den St. Antoniort,

an der man auch nach links in die Lange

Straße gelangt, sind es zwar in etwa

nur 500m, jedoch finden sich auf dieser

Gesamtlänge mittlerweile nicht nur

viele schöne historische Villen aus dem

19. und 20. Jahrhundert, sondern eben

auch viele Geschäfte, Restaurants und

Dienstleister.

So ist das Bahnhofshotel mit der

Hausnummer 35, das sich, wie schon der

Name unweigerlich verrät, in direkter

Nachbarschaft des Bahnhofs befindet,

eng mit der Geschichte des Bahnhofgebäudes

verwurzelt. Tatsächlich öffnete

das Bahnhofshotel im Jahr 1909 sogar

ein Jahr vor der Fertigstellung des

Bahnhofs. Es sollte jedoch noch etwa

45 Jahre dauern, bis die erste kulturelle

Einrichtung in Form eines Kinos 1955 im

Saalanbau des Hotelgebäudes errichtet

wird. In diesem Jahr öffnete das damalige

„Bali Kino“ seine Pforten. Darauf

folgte im Jahr 1967 die Eröffnung der

Diskothek „Sir George“ (zuvor Sanders

Tanzdiele) in den selbigen Räumlichkeiten,

woran viele auch wohl heute noch

schöne Erinnerungen haben.

Sitzpl tze in der Sonne

vorm Bahnhofshotel

Ausgabe Sommer 2022 mq | 13


Das Artland-Magazin.

wie eine Terrasse zur Straßenseite, auf

denen bei gutem Wetter eine der vielen

Nudeln-, Reis- oder eben seit Eröffnung

an der Bahnhofstraße auch Sushi-

Gerichte bestellt werden kann. Gerade

am Wochenende und an den Feiertagen

ist nicht nur die Suche nach einem

Pkw-Parkplatz schwierig, auch sind an

besagten Tagen nahezu alle Plätze im

Freien vor allem bei gutem Wetter stets

belegt. Ein Blick auf die Kennzeichen an

den Fahrzeugen der unzähligen Gästen

zeigt, dass nicht nur aus den direkt an

Quakenbrück angrenzenden Nachbarlandkreisen

wie Cloppenburg und

Vechta Kunden angeströmt kommen,

sondern selbst aus den etwas weiter

entfernteren Landkreisen Diepholz und

aus dem Emsland Kunden extra anreisen,

um eines der vielen asiatischen

Gerichte entweder direkt vor Ort zu

verzehren oder diese mitzunehmen.

Im September desselben Jahres 2018

ergab sich eine weitere Neueröffnung

direkt nebenan an der Hausnummer 40,

an der sich bereits, wie zuvor erwähnt,

das griechische Restaurant „Bistro Quakenbrück“

befindet. So öffnete damals

auf einer kleinen niedlichen Fläche

von nur ca. 15qm das „Portugiesisch-

Artländer Olivenöl- & Weinkontor“, das

sich seitdem zwischen „Thang Long“

und „Bistro“ sowie direkt gegenüber der

„Theaterwerkstatt“ befindet. Zunächst

nur als kleines Feinkostgeschäft, in dem

neben Wein, Kaffee, Olivenöl und weitere

Feinkost – auch als Präsentkörbe und

Geschenktüten – verpackt, angeboten

wurden, mauserte sich das kleine

Geschäft peu à peu außerdem zu einem

beliebten Treffpunkt für Wein- und

Kaffeeliebhaber. Drinnen wie draußen

Mit dem Einzug der „Theaterwerkstatt“

im Jahr 1991 manifestierte sich nun

endgültig ein kulturelles Etablissement

an der Bahnhofstraße. Seit nun

knapp 30 Jahren leistet die „Theaterwerkstatt“

in Quakenbrück mit ihren

Eigenproduktionen, Kabaretts und

Gastspielen einen großen Beitrag für

die Kulturlandschaft in der gesamten

Region.

Ein weiteres Urgestein an der Bahnhofstraße

in Quakenbrück ist das griechische

Restaurant „Bistro Quakenbrück“.

Im Volksmund einfach nur „bei Theo“

genannt, bietet eben dieser mit seiner

Frau Katerina bereits seit 1983 an der

Hausnummer 40, schräg gegenüber

des Bahnhofshotels und der „Theaterwerkstatt“,

klassische griechische

Speisen und Getränke an. Urig und

gemütlich, so lässt sich die Einrichtung

und die Atmosphäre „bei Theo“

beschreiben, der auch nach nun fast

40 Jahren immer noch täglich seine

Gäste mit einem Lächeln im Gesicht

empfängt.

Vor allem in seiner direkten Nachbarschaft

hat sich in den vergangenen vier

Jahren einiges getan. Das asiatische

Restaurant „Thang Long“, welches

2007 auf der Wilhelmstraße direkt an

der Ampel zum Tunnel eröffnete, zog

im Jahr 2018 in einen eigenen Neubau

an die Bahnhofstraße 42. An gleicher

Stelle stand bis Ende der 1990er Jahre

noch ein Mehrfamilienhaus, welches

abgerissen wurde. Das daraus entstandene

neue Baugrundstück lag bis zum

Neubau des asiatischen Restaurants

brach. An diesem finden sich jedoch

heute neben dem Restaurant mit 70

Sitzplätzen gleich zwei Terrassen, eine

im hinteren Bereich des Gebäudes soliebevoll

bis ins letzte Detail eingerichtet,

lassen sich dort seit 2019, nach Anschaffung

einer noch in Handarbeit gebauten

Kaffeesiebträgermaschine aus

Portugal, jegliche Kaffeespezialitäten

wie Cappuccino, Espresso, Galão oder

eine einfache Tasse Kaffee und dazu das

berühmte Vanilletörtchen „Pastel de

Nata“ in schöner und teils urlaubsähnlicher

Atmosphäre genießen. Eine Besonderheit

und in Quakenbrück einmalige

Eigenschaft der Nachbarschaft aus den

drei Lokalen an den Hausnummern 40

bis 42 ist, dass Gäste bspw. auf der Terrasse

bei „Thang Long“ oder im „Bistro“

sitzen und problemlos nach dem Essen

direkt nebenan in Sichtweite einen

Cappuccino oder eine andere Kaffeespezialität

im „Portugiesisch-Artländer

Olivenöl- & Weinkontor“ bestellen und

an ihrem Platz bei „Thang Long“ genießen

können. Ebenso ist es möglich,

einen leckeren Wein am „Portugiesisch-

Artländer Olivenöl- & Weinkontor“ zu

trinken und sollte einen dann doch der

Hunger packen, allerdings weder im

„Bistro“ noch bei „Thang Long“ (vor

allem an den Wochenenden und bei gutem

Wetter) ein Platz frei ist oder man

keine Lust hat, die Lokalität zu wechseln,

kann man sich völlig problemlos

das Essen aus beiden Restaurants an

seinen Platz auf Tellern bringen lassen

und passend zum Wein genießen. Doch

soll es hierbei nicht bei der einzigen

Besonderheit bleiben. Seit März dieses

Jahres stehen tatsächlich auch zwei

Tische des „Portugiesisch-Artländer

Olivenöl- & Weinkontor“ auf der gegenüberliegenden

Straßenseite neben dem

Eingangsbereich des Bahnhofshotels.

Dort, wo einst seit den 1950er Jahren zu

Zeiten der eigenen Gastwirtschaft des

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14 | mq Ausgabe Sommer 2022


BAHNHOFS-KIEZ

Hotels bereits einige Tische und Stühle

draußen vor dem Gebäude ihren Standplatz

hatten, stehen nun heute knapp

70 Jahre später erneut Plätze auch auf

dieser Seite der Bahnhofstraße, die

Gästen vor allem im Frühling und im

Herbst die ersten bzw. letzten warmen

Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen

lassen, während auf der Südseite der

Straße diese noch nicht bzw. bereits

nicht mehr aufgrund des Einstrahlwinkels

der Sonne zu ergattern sind. „Das

ist ja wie im Urlaub!“ ist immer wieder

zu hören, wenn jedes Mal vorsichtig

die Straße mit einem Tablett überquert

wird, um den Gästen auf der anderen

Straßenseite die bestellten Kaffeespezialitäten,

Weine und mehr an den Tisch

zu bringen. So füllt sich auch dieser Bereich

am Bahnhofshotel und im Allgemeinen

an der Bahnhofstraße draußen

wieder mit Leben. Es herrscht einfach

eine unfassbar tolle, nahezu magische

Harmonie auf diesem Teilstück der

Straße zwischen dem Bahnhofshotel,

„Thang Long“, dem „Portugiesisch-

Artländer Olivenöl- & Weinkontor“, der

„Theaterwerkstatt“ und dem „Bistro

Quakenbrück“. Wer die Möglichkeit hat,

der sollte sich an einem Freitag- oder

Samstagabend, vor allem wenn an einem

dieser Tage eine Aufführung in der

„Theaterwerkstatt“ stattfindet, einfach

mal an diesem Teilstück der Bahnhof-

straße vorbeischlendern und

mit eigenen Augen erleben,

was und wie viel dort mittlerweile

los ist. Freunde und

Gäste, die nach Quakenbrück

reisen, berichten immer

wieder, dass man hier hin

und wieder das Gefühl und

die Atmosphäre einer Großstadt

erlebt.

Nur knapp 150m weiter

stadteinwärts befindet

sich der nächste Hotspot

der Bahnhofstraße. In

dem Gebäude mit der

Hausnummer 23, in dem

sich einst das BMW Autohaus

Dähnke befand,

ist seit 2004 ein Restaurant anzufinden.

In dem Jahr wechselte nämlich

das griechische Restaurant „Mykonos“,

welches zuvor seit 1985 in der Kleinen

Mühlenstraße zu finden war, in die eigens

für eine Gastronomie umgebauten

Räumlichkeiten. Altersbedingt schloss

das „Mykonos“ im Jahr 2016 und machte

dadurch Platz für das seit 2017 ansässige

und ebenfalls griechische Restaurant

„Eliá“, dessen Blickfang der große

Olivenbaum in der Mitte des Lokals ist,

der auch nachts schön angeleuchtet und

somit von außen zu sehen ist. Neben

klassischen griechischen Fleischgerichten

sind auch die Fischgerichte bei den

Gästen sehr beliebt.

Ein weiteres Urgestein der Bahnhofstraße

befindet sich schräg gegenüber in der

Hausnummer 26. Seit einer gefühlten

Ewigkeit ist dort nämlich die erste Filiale

der italienischen Eisdiele „Bellante“ zu

finden. Gerade an heißen Sommertagen

kann man sich hier in der Bahnhofstraße

mit einem leckeren Eis abkühlen.

Doch

damit nicht genug.

Denn die letzte große Neuerung in der

Bahnhofstraße war tatsächlich erst im

November des vergangenen Jahres die

Eröffnung der „Bottega da Seba“. Direkt

neben der Eisdiele an der selben Hausnummer

26 öffneten zur Freude vieler

Quakenbrücker Andrea und Sebastiano

zum zweiten Mal ihr italienisches Lokal,

nachdem sie das „Da Seba“ am Marktplatz

Ende 2019 geschlossen hatten.

Nach einem kurzen, um im italienischen

zu bleiben, Intermezzo im Restaurant

„Tante Tom“ in Quakenbrück, entschlossen

sich die beiden jedoch wieder dazu,

ein eigenes Lokal zu eröffnen. Aufgrund

der anfangs erwähnten gestiegenen

Attraktivität der Bahnhofstraße und

der zufällig frei gewordenen Räumlichkeiten

an der Hausnummer 26, wo

sich zuvor ein Friseursalon befand, fiel

die Wahl auf diesen Standort. Neben

einem Mittagstischangebot mit stets

variierenden Gerichten, bietet die „Bot-

Vorderseite der Geb ude 40 & 42

Vorderseite des Restaurants „Eliß“

Ausgabe Sommer 2022 mq | 15


Das Artland-Magazin.

tega da Seba“ natürlich auch klassische

italienische Speisen, wie Pizza, Pasta

und Panini an.

Selbst in Coronazeiten wurde alles

daran gesetzt, den Gästen der Bahnhofstraße

den bestmöglichsten Service mit

einem eigenen Testzentrum zu bieten,

damit die Wege zwischen Teststelle

und Lokalitäten möglichst kurz und

ohne großen Aufwand zu meistern

waren.

Bewegen wir uns erneut einige Meter

weiter Richtung Innenstadt, so finden

wir an der Hausnummer 18 den Kiosk

und Bäcker „Zeitungswelt“. Im Jahr

2003 öffnete Familie Henke das kleine

niedliche Geschäft, in dem neben

lokalen und überregionalen Zeitungen

sowie Magazinen aus allen Themenbereichen

auch Snacks und Lebensmittel

des täglichen Bedarfs angeboten werden.

Im Jahr 2019 vom Quakenbrücker

Bäcker Thomas Krogmann übernommen,

bietet der Kiosk seitdem auch die

leckeren Brötchen an, was vor allem am

Sonntagmorgen stets für eine kleine

Schlange vor dem Eingang sorgt. Selbiges

gilt auch zur Weihnachtszeit, wenn

Thomas live vor Ort seine Mutzenmandeln

herstellt.

Lag der Fokus auf den vergangenen

Seiten auf den Bereich der Gastronomie

und dem Lebensmittel-/Feinkostverkauf,

ist außerdem zu erwähnen,

dass die Bahnhofstraße ebenso einiges

an Dienstleistungsgewerben zu bieten

hat. Beginnend beim Kinderarzt, der

sich an der Hausnummer 37 neben

dem Bahnhofshotel und gegenüber

des Bahnhofgebäudes befindet, über

das Reklame- und Grafikbüro „delicart“

neben dem Restaurant „Eliá“ ebenfalls

an der Hausnummer 23, bis hin zum

Zahnarzt an der Hausnummer 16, dem

Rechtsanwalts- und Notarbüro direkt

daneben an der Hausnummer 14, wiederum

direkt daneben der Deutschen

Post & Postbank an der Hausnummer 6

und zuletzt dem Versicherungsbüro an

der Hausnummer 4.

Zusammen mit der Tankstelle, die sich

strategisch günstig in der Mitte der

Bahnhofstraße an der Hausnummer 27

befindet und den beiden Supermärkten,

die sich zwar nicht mehr in der Bahnhofstraße

befinden, jedoch mit der

Wilhelmstraße (Netto Discounter) und

St. Antoniort (K+K Markt) an ebenfalls

strategisch günstigen Standorten zu

finden sind, bietet der Bahnhofs-Kiez

eben mit all seiner Gastronomie, seinen

Geschäften und Dienstleistern in der

Bahnhofstraße und Supermärkten in

daran angrenzender Nachbarschaft,

alles, um die täglichen persönlichen

Bedürfnisse zu befriedigen. Sei es, den

täglichen Cappuccino zu genießen, die

Brötchen fürs Frühstück zu besorgen,

die eigene Post wegzubringen, den Einkauf

zu erledigen, ein wenig Kultur zu

erleben, zu Mittag oder Abend zu essen

oder eben einfach nur zu flanieren. So

mehren sich die Stimmen, dass man an

der Bahnhofstraße in Quakenbrück den

besten Cappuccino, das beste Gyros, die

beste Pizza & Pasta und das beste Sushi

der Stadt genießen kann.

Vorteil bietet hier vor allem die große

Anzahl an Parkplätzen und Möglichkeiten,

Fahrzeuge und Fahrräder auf den

Parkstreifen und vor den Gebäuden

abzustellen, die es Kunden und Gästen

erlauben, Einkäufe und Besorgungen

schnell zu tätigen. Zwar soll zumindest

der Fahrstreifen der Bahnhofstraße

umgestaltet werden, damit die gültige

Höchstgeschwindigkeit von 30km/h

auch tatsächlich eingehalten wird,

hierbei muss seitens der Politik aber

unbedingt darauf geachtet werden,

dass bereits vorhandene Parkplätze

nicht entfernt werden. Die Anzahl der

Parkplätze und Stellflächen für Fahrräder

muss konstant bleiben und müsste

bestenfalls noch weiter erhöht werden.

Denn ein Ende an Eröffnungen weiterer

Geschäfte und gastronomischer

Einrichtungen scheint nicht in Sicht. So

liegen mir vertrauliche Informationen

über zwei Ideen vor, die mittel- bis langfristig

in der Bahnhofstraße umgesetzt

werden sollen.

Über das „Juwel der Bahnhofstraße“ an

der Hausnummer 33, dem ehemaligen

Fotostudio Bodemann und wieso eine

Familie aus Berlin diese wunderschöne

Villa erworben hat und dafür extra nach

Quakenbrück in die Bahnhofstraße gezogen

ist, wird in einer der kommenden

Ausgaben ausführlich berichtet.

Der Charme

der Bahnhofstraße

zieht jeden in seinen Bann.

Ein Artikel von

Daniel de

Oliveira

Prudêncio

Kiosk „Zeitungswelt“ rechts und innerst dtischer Hasearm links

Eisdiele und „Bottega da Seba“

16 | mq Ausgabe Sommer 2022


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Ausgabe Sommer 2022 mq | 17


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Tel.: 0 54 31 • 90 75 90

Fax: 0 54 31 • 90 72 76

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18 | mq Ausgabe Sommer 2022


EINSCHULUNG

i-MännchenVON DETLEF BÜLOW

Der erste Schultag war ein ganz besonderer

Tag in meinem Leben, denn er war

für mich ein neuer Lebensabschnitt.

Ob Eltern oder die lieben Verwandten

der Familie, wir alle wünschen unseren

Kindern zum Schulstart nur das Beste.

Bei meinen Kindern war es jedenfalls

so und ich glaube, dass sich daran bis

heute nicht viel geändert hat.

An meine Einschulung erinnere ich

mich, als wäre es gestern gewesen.

Schon am Abend vor dem Tag der

Einschulung machte sich die Nervosität

bei meinen Eltern breit und weil bei mir

schon die Sache mit dem Kindergarten

nicht so lief, wie es sich meine Eltern

gewünscht haten, plagte sie immer

wieder die Frage: „Wie wird das mit

unserem Detlef wohl in der Schule?“

Zu der Schultüte und dem Schulranzen

gehörten damals Glückwünsche, die

auf eine schöne Karte geschrieben und

zusammen mit vielen Geschenken in

einer großen Schultüte zur Einschulung

überreicht wurden.

Meine Schultüte war grün. Ich hatte sie

von meiner Schwester geerbt. Auf der

Tüte war ein Bild von Tinker-Bell – eine

kleine Fee mit feuerroten Haaren aus der

Geschichte „Peter Pan“. Die Tüte hatte

zwar nicht gerade meine Lieblingsfarbe

und Tinker-Bell hatte auch eher etwas

Mädchenhaftes, aber die Schultüte war

groß und es passte eine Menge rein.

Mein Vater wollte mir eigentlich eine

neue Tüte kaufen, aber ich bestand auf

der, die meine große Schwester schon

sieben Jahre zuvor zur Einschulung getragen

hatte. Denn die Tüte war beinahe

genauso groß wie ich.

Ausgabe Sommer 2022 mq | 19


Das Artland-Magazin.

Mein Schulranzen war braun, aus Leder,

er roch ein wenig nach Lebertran und

mein Vater, der alles Militärische hasste,

nannte ihn spöttisch „Tornister“.

Meine Erinnerung an die Einschulung

ist das Gefühl von Stolz, endlich ein

Schulkind zu sein. Auch wenn manches

vielleicht nicht so lief wie geplant, so

war es doch eine ganz neue Erfahrung.

Meine Einschulung war 1965. Es war

noch die Zeit des „Wirtschaftswunders“

in Deutschland. Die Zeit des unerwartet

schnellen und nachhaltigen Wachstums

in der Bundesrepublik nach dem Zweiten

Weltkrieg. Doch meine Schule hatte das

anscheinend noch nicht mitbekommen.

Die Merschlandschule war eine kleine

evangelische Volksschule, in der die ersten

drei Jahrgänge unterrichtet wurden.

In jedem Klassenraum stand noch ein

großer Ofen und in den Wintermonaten

wurden wir Schüler von den Lehrern

aufgefordert, von zu Hause ein Stück

Brikett, welches in Zeitungspapier einzuwickeln

war, mitzubringen.

Das Schulgebäude befand sich am

hinteren Teil der Artlandstraße und war

bis 1945 die Pilotenschule des Quakenbrücker

Flugplatzes. Anscheinend hatte

man nach dem Zweiten Weltkrieg nur

das Mobiliar ausgetauscht und obwohl

man auf dem Schulhof ein buntes

Klettergerüst aufstellte, hatte sie noch

immer etwas Militärisches. Auch die

Pädagogen vermittelten den Eindruck,

dass sie noch ihr altes Parteiabzeichen

unter dem Kragen ihres Jacketts tragen

würden.

Gehorsam und Disziplin wurden von

den Lehrkräften mit dem Rohrstock

durchgesetzt und wenn ihre Schützlinge

unaufgefordert sprachen oder nicht auf

ihrem Platz sitzen blieben, wurden sie

mit dem Stock daran erinnert, dass das

nicht akzeptiert wird.

Ich war in unserer Klasse einer der Ersten,

der die unangenehme Erfahrung mit

dem Stock machen durfte und da ich das

mit der Disziplin nicht so recht begreifen

wollte, schmerzte mein Hosenboden

bis zur großen Pause so sehr, dass ich

beschloss, dass Schule für mich nicht das

Richtige ist.

Ich ging also in der Pause nach Hause.

Mein Vater war auch kein Freund dieser

Erziehungsmethoden, aber er konnte

mich davon überzeugen, die Schule am

nächsten Tag wieder zu besuchen.

In unserem Gespräch zwischen Vater

und Sohn erwähnte er auch, dass

Weglaufen keine Lösung sei. Aber so

sehr ich mich anstrengte, gelang es mir

nicht, dem Stock zu entkommen. So saß

ich einen Tag später ganz oben auf dem

Klettergerüst, welches auf dem Schulhof

stand und wollte nicht mehr runter-

kommen. Mein Lehrer stand unten und

schimpfte wie ein Rohrspatz (was für ein

schönes Wortspiel). Doch ich blieb oben

sitzen und rief ihm zu: „Eigentlich wollte

ich ja wieder nach Hause laufen, aber

mein Papa hat mir gesagt, dass Weglaufen

keine Lösung ist. Also bleibe ich hier

oben.“

Mein Freund Dietmar Christmann, der

im Unterricht neben mir auf der Schulbank

saß, sollte mich von dem Klettergerüst

holen, doch weil auch sein Hintern

schon des öfteren Bekanntschaft mit

dem Rohrstock gemacht hatte, beschloss

er auch oben zu bleiben.

Ihm folgten unsere Freunde Peter Schäffer

und Andreas Küper.

Bevor die Sache gänzlich außer Kontrolle

zu laufen drohte, wurden alle anderen

Kinder von weiteren Lehrkräften in das

Schulgebäude begleitet und meine Mutter

wurde gerufen.

Es gab eine längere Unterhaltung zwischen

ihr und dem Pädagogen, die auch

lautere Teile beinhaltete.

Derweil hatten wir das Klettergerüst

aber wieder gegen die Schulbank eingetauscht.

Als der Lehrer dann den Klassenraum

betrat, hatte er starke Ähnlichkeit mit

dem HB-Männchen aus der damaligen

Zigarettenwerbung.

Sein erster Satz: „Detlef pack sofort deine

Sachen und tausche deinen Platz. Du

sitzt ab jetzt neben Bärbel Bäcker und

Dietmar neben Doris Kröning.“

Bärbel war zwar ein Mädchen, aber sie

war in Ordnung und wir haben uns ganz

gut verstanden. Doch als sie eines Tages

mit mir während Unterrichts „schwatzte“

und sie deswegen mit dem Stock

einen Schlag auf die Hand bekam aber

sie nicht heulte, wurde sie meine Heldin.

Das konnte ich dem „schlagkräftigen“

Pädagogen natürlich nicht ungestraft

durchgehen lassen und so beschloss ich

Bärbel zu rechen.

Da unser Lehrer stets mit dem Fahrrad

fuhr und sein Drahtesel ein mit Lammfell

bezogener Sattel zierte, beschloss ich

seine Sitzmöglichkeit mit Öl zu tränken.

Dass wir nach dieser Aktion keine

Freunde mehr werden würden, war mir

egal und das Risiko, nicht mehr neben

Bärbel sitzen zu dürfen, weil ich dann

aller Wahrscheinlichkeit nach für den

Rest meines Lebens in der Ecke stehen

müsste, auch.

20 | mq Ausgabe Sommer 2022


EINSCHULUNG

Am darauffolgenden Wochenende stand

das Fahrrad meines Lehrers bei uns im

Keller.

Auf dem Fußboden lagen der ölige

Sattelüberzug und der alte Sattel. Ich

wurde mit Putzen des alten Drahtesels

beauftragt und während mein Vater

einen neuen Sattel montierte, sagte er zu

mir: „Zum Putzen nimmst Du am besten

den alten Sattelbezug. Öl hast Du dann

ja genug!“

Das erste Schuljahr habe ich letztendlich

dann doch überstanden und ich durfte

auch weiterhin neben Bärbel sitzen, aber

unser Lehrer wurde nach diesem Jahrgang

in den Ruhestand geschickt.

Bevor ich in die evangelische Volksschule

an der St.-Sylvester-Kirche wechselte,

habe ich noch ein weiteres Jahr die alte

Merschlandschule besucht. Danach

wurde diese Schule geschlossen und in

das Gebäude zogen Quakenbrücks erste

Gastarbeiter ein.

Die Pädagogen der folgenden Schuljahre

wurden jünger und freundlicher und

die meisten habe ich, im Gegensatz zu

ihnen, in guter Erinnerung behalten.

Die Schulzeit war für mich ein spannender

Lebensabschnitt, in der sich für mich

ganz viele neue Türen öffneten und sich

ebenso viele Freundschaften fanden.

Viele dieser Freundschaften aus der

Grundschulzeit bestehen sogar noch

heute und wenn ich an die Zeit und die

Geschichten zurückdenke, die ich mit

meinen Freunden erlebt habe, dann habe

ich immer eine Freudenträne im Auge.

Für Samstag, den 25. August wünsche

ich allen „i-Männchen“, dass Ihr Eure

Neugierde und Offenheit beibehaltet.

Habt Spaß am gemeinsamen Lernen und

lasst Euch nicht beirren. Setzt Euch füreinander

ein und helft Euch gegenseitig,

wenn‘s mal schwierig wird und es nicht

so läuft wie Ihr es Euch vorstellt! Dazu

wünsche ich Euch ein Umfeld, das Euch

Zeit zum Wachsen und Gedeihen gibt.

Ich wünsche Euch, dass Ihr Eure Einschulung

in guter Erinnerung behaltet und

jeden Tag mit Freude in die Schule gehen

könnt. Und ich wünsche Euch, dass Ihr

viele gute Freunde findet und dass diese

Freundschaften lange anhalten.

Und natürlich eine große, vollgepackte

Schultüte.

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Ausgabe Sommer 2022 mq | 21


Das Artland-Magazin.

Foto mit Symbolkraft: Brücken bauen wollten 1948/1950 die Neu-Gründer des NSB · Foto: privat

Zur 750-Jahr-Feier Quakenbrücks begrüßte Präsident

Hubert Greten 1985 eine Delegation aus dem Rathaus

mit Burgfrauen und Burgmännern · Foto: Mirsch

Vor hundert Jahren gründete

sich der Neustädter

Schützenbund (NSB). Wie

den Vereinsannalen auf der

Internetseite zu entnehmen

ist, waren die Wurzeln im Spar- und

Bauverein Quakenbrück verankert. Echte

nachbarschaftliche Nächstenliebe sorgte

für ein geselliges Miteinander, bei dem

Hilfsbereitschaft immer im Vordergrund

stand. Regelmäßige Treffen fanden bei

Groß und Klein mannigfaltigen Anklang,

sodass die Gemeinschaft sich dazu

entschloss, weitere Festlichkeiten in den

kommenden Jahren zu zelebrieren. Aus

diesem Zusammengehörigkeitsgefühl

bildete sich 1922 der Verein.

Um das Jahr 1937 zogen jedoch dunkle

Wolken in der Geschichte auf. Das

aufflammende Kriegsszenario des 2.

Weltkrieges zwang den Verein zur Auflösung,

und dessen Mitglieder fanden

zunächst beim Schützenverein von 1589

Unterschlupf. Erst ab 1950 konnte man

nach überstandenen Kriegstraumata die

Feierlichkeiten rund um das Schützenfest

in der Neustadt wieder eigenständig

aufnehmen.

Seit diesem Zeitpunkt ist es nie wieder

vorgekommen, dass ein Schützenfest in

der Quakenbrücker Neustadt ausgefallen

ist.

– Bis die Corona-Pandemie kam: Das

Vereinsleben, das vom aktiven Mit-

einander lebt, kam 2020 erneut zum

Stillstand. Hier wieder in die gewohnte

Normalität zurückzufinden ist eine Hürde,

die es zu nehmen gilt.

Mädchen

ebneten den Weg zur

Gleichstellung

Auf den gefeierten Kinderschützenfesten,

für die der NSB bekannt ist, war der

Schuss auf den Rumpf und das damit

verbundene Erlangen der Königswürde

jahrzehntelang ausschließlich den Jungen

vorbehalten.

22 | mq Ausgabe Sommer 2022


Erinnerungen an 1987:

Das Kinderkönigspaar

Jennyver Mirsch und

Michael Kropp regierte

zum „65ten“ des NSB

Foto: Stadtmuseum

Quakenbrück

Jubeljahr des

Neustädter

Schützenbundes

Prall gefüllt war das Zelt nicht nur beim Neustädter Schützenfest 1990, sondern jahrzehntelang

– bis die Corona-Pandemie eine Unterbrechung erzwang · Foto: Mirsch

Turbulente 100 Jahre

Vereinsgeschichte

seit 1922

Von Martina

Hartschwager

Bild links: Wenn der NSB feierte, war der Aufmarsch der

geladenen Vereine und Musikcorps (hier: Abholung Ihrer

Majestäten1993) immer ein Höhepunkt · Foto: Mirsch

Bild Mitte: Beim Katerfrühstück zur Jahrtausendwende

riss das Damen-Ballett die Gäste zu Begeisterungsstürmen

hin (am Mikro: Karl-Heinz Netz) · Foto: Mirsch

Bild rechts: Prächtig geshmückte Kutschen für Königspaar

und Hofstaat (Foto: 1993) gehören zur Tradition des

Vereins · Foto: privat

Bildunterschriften: Bernd Middendorf

Ausgabe Sommer 2022 mq | 23


Das Artland-Magazin.

Das Jahr der Gleichstellung: Angelina-Bianca Mirsch (mit Krone) durfte 2001 als erstes Mädchen den Rumpf des Adlers von der Stange holen. · Foto: privat

Ab dem Jahr 2001 änderte man das Reglement.

Als erste Kinderkönigin konnte

Angelina-Bianca Mirsch die Königswürde

erlangen; sie ebnete somit den Weg

zur Gleichstellung. Mit einem Zwinkern

zeichnete sich auch ab, dass die Männer

im Verein zwar immer noch den Ton

angaben, die Frauen aber vorgaben, welchen.

Es dauerte noch weitere 16 Jahre,

bis das erste inklusive Kinderkönigspaar

den Thron bestieg. 2019 regierten dann

sogar erstmals zwei Mädchen gemeinsam.

Originale wie der „Artländer Bauer“

Friedel Vornholtz stiegen in die Bütt. Fast

wie beim Karneval, nur eben im Sommer

und für manch einen vielleicht sogar

schöner. Eine Strapaze der Lachmuskeln

war jedenfalls garantiert.

Jubelfest auf dem

Friedrichsplatz

Beim Katerfrühstück

werden auch Politiker

aufs Korn genommen

Wer ein Schützenfest auf der Neustadt

schon einmal besucht hat, wird wissen,

dass seit jeher am Montag Zeit für das

beliebte Katerfrühstück ist. „Das wohl

späteste und ungewöhnlichste Frühstück,

das ich jemals besucht habe“,

ließ André Berghegger (Bundestagsabgeordneter)

vor einigen Jahren freudig

verlauten. So war es gang und gäbe, dass

neben atemberaubenden Showeinlagen

von Tanzgruppierungen, Gesangsdarbietungen,

Wahlen zur „Miss Neustadt“

und anspruchsvollen Reden auch Spiele

vorbereitet wurden, bei denen sich die

örtlichen Kommunalpolitiker zum Horst

machen durften und reichlich von Vereinsmitgliedern

aufs Korn genommen

wurden.

Mr. und Mrs. Neustadt 2002: Diese Wahl war bei den Gästen

des Katerfrühstücks über viele Jahre populär · Foto: privat

Aus der Tradition heraus wurde

beschlossen, zum Jubeljahr das Festgeschehen

für 2022 endlich wieder zum

altgewohnten, lieb gewonnenen Ort –

dem Friedrichsplatz – zurückzuverlegen.

Freudig blickt man den Aufmärschen

der geladenen Vereine und Musikcorps

entgegen. Und getreu dem Gründergedanken

freut sich der Neustädter

Schützenbund auch auf rege Teilnahme

aus der Quakenbrücker Nachbarschaft,

denn das Schönste beim Feiern ist das

Miteinander.

In diesem Sinne:

Horrido!

Quakenbrücker Urgestein 2018:

Der Artländer Bauer Friedel Vornholtz

war auch bei den Pielepoggen „ein

gewitzter Büttenredner“, schrieb die

NOZ schon 2007 · Foto: Middendorf

24 | mq Ausgabe Sommer 2022


NATURSCHUTZ IN DER NEUSTADT

Aktion Blühwiese

zog tatkräftige Helfer

in die Neustadt

SPD-Ortsverein Quakenbrück legte

Wildblumenwiese für Insekten an

Von Bernd Middendorf

Eine gelungene Aktion

fand kürzlich in der

Quakenbrücker

Neustadt an der

Friedrichstraße/ Ecke

Artlandstraße statt. Der SPD-

Ortsverein und viele große und

kleine Helfer legten auf 2300 Quadratmetern eine

Wildblumenwiese für Insekten an. Mit Erfolg: Inzwischen

blüht und summt es dort hör- und sichtbar – zur Freude

der Passanten.

Das Saatgut war schnell aufgebraucht, aber wofür gibt

es „Mühle Möller“, die ihr Verkaufsangebot neulich sogar

im NDR-TV präsentieren durfte? OV-Vorsitzender Bob Giddens

gab Gas und besorgte neuen Blumensamen. Er freue

sich, sagte er lachend, wenn die Kinder auf dem Schulweg

sagen könnten: „Guck mal, das ist meine Wiese.“

Die Brachfläche hatte die Stadt zur Verfügung gestellt.

Zur „Aktion Blühwiese“ trugen auch die Jusos bei, die sich

in Quakenbrück organisiert haben. „Wir wollen wieder

durchstarten“, informierte Jonas Landwehr vor Ort. Auch

Pastorin Christina Richter schaute vorbei. Bürgermeisterin

Tülay Tsolak stellte mit Nachdruck klar, dass es bitter notwendig

sei, das Bewusstsein dafür zu schärfen, was Natur

darstellt und wie wichtig sie ist.

Mit Unterstützung der Firmen Dachdeckerei Schulz

GmbH, Holzhandwerk Willenborg und Zimmerei Bäker soll

ein Insektenhotel folgen. Spenden kamen zudem von der

Baumschule Müller, Druckerei Oelkers, Möllers Mühle und

Radio Artland. Unter Anleitung eines Imkers ist demnächst

sogar ein Bienenstand angedacht. Nach getaner Arbeit

hatte sich das gesamte „Gärtnerteam“ kühle Getränke

und einen Snack verdient.

Mission gelungen: Umweltschutz und Artenvielfalt sind Bob Giddens, Detlef Bülow

und Tülay Tsolak (v. l.) wichtig Fotos: M. Hartschwager

„Das war unser Tag für und mit Kindern. Danke an die

vielen kleinen und großen Helfer*innen“, so Detlef Bülow.

Er freue sich schon auf die Dinge, die noch kommen werden.

Weitere Pflanzaktionen wie zum Beispiel am Bürgerpark

und auf dem ehemaligen Spielplatz seien geplant,

kündigte der SPD-Ortsverein an.

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Ausgabe Sommer 2022 mq | 25


Das Artland-Magazin.

Dieses Einhaus wurde am Vogelsberg (Hessen) gebaut. Es zeigt Fachwerkanteile und wurde in diesem Jahr als Haustyp des Jahres von der IG Bauernhaus prämiert.

Foto: Josef Michael Ruhl/ArchitektBearbeitung: Alexandra Lüders

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26 | mq Ausgabe Sommer 2022


KULTURGESCHICHTE

Die Interessengemeinschaft Bauernhaus wurde vor fast 50 Jahren

(1973) gegründet und umfasst heute 6000 Mitglieder, die sich bundesweit

für die ländliche Baukultur einsetzen. Der Verein steht für

eine klimafreundliche und ressourcenschonende Instandsetzung

mit ökologischen Materialien, das Bauen im Bestand sowie die zeitgemäße

Weiternutzung historischer Gebäude.

Wie die Geschäftsführerin Dr. Julia

Ricker darlegt, besitzt der Verein ein

Netzwerk von rund 150 Außen- und

Kontaktstellen, welche als kompetente

Ansprechpartner vor Ort fungieren.

Gemäß des Vereinsmottos „Wir lieben

alte Häuser“ setzten sie sich für den

Erhalt alter Bausubstanz auch dann ein,

wenn sie nicht unter Denkmalschutz

steht. Sie stritten für leerstehende und

dem Verfall preisgegebene Bauernhäuser

und hätten sogar die Novellierung

des Bundesbaugesetzes erzielt (§ 35).

Die IG Bauernhaus achte auf ein Bauen

und Bewahren mit natürlichen Materialien

und auf die Anwendung tradierter

Handwerkstechniken. Um dem zunehmenden

Leerstand regionaler Architektur

entgegenzuwirken, prämiere der

Verein alle zwei Jahre ein Bauernhaus,

das sich durch besondere Leistungen

bei der Restauration auszeichne. Dabei

rücke jedes Mal eine besondere, regionaltypische

Hausform in den Fokus.

In diesem Jahr sei es das Vogelsberger

Einhaus (Foto: Josef Michael Ruhl), das

meist auf einem Natursteinsockel aus

vulkanischem Gestein – manchmal auch

aus Sandstein – gebaut worden sei. Die

Fachwerkkonstruktionen dieser Häuser

(6000) variierten ebenso wie die ortsabhängigen

Sockelzonen. In den Vorjahren

seien das Jurahaus der Altmühlregion

(Alpen) und das Umgebindehaus der

Oberlausitz prämiert worden. Wie

Ricker verriet, soll das Niederdeutsche

Hallenhaus im kommenden Jahr in den

bundesweiten Fokus der Fachwerkfreunde

rücken. Der Festakt ist am Hauptsitz

der Interessengemeinschaft in Syke bei

Bremen geplant. Das Niederdeutsche

Hallenhaus ist übrigens auch typisch

für die Artländer Bauernhäuser. Seit 45

Jahren veröffentlicht die IG Bauernhaus

kompetente Beiträge und Tipps für

Ratsuchende in der Zeitschrift „Der Holznagel“

– eine hilfreiche Lektüre für jeden

Eigentümer historischer Gebäude. Auch

das Buch „Fachwerkhäuser in Deutschland“

von Dr. Heinrich Stieve gibt einen

Überblick über den Fachwerkbau vom 13.

bis 20. Jahrhundert.

Weitere Infos unter

www.igbauernhaus,de

Fach

werk

TEIL III

von Alexandra Lüders

Fachwerkbauten

Dr. Heinrich Stieve hat diese Skizzen vom Fachwerk

in einem niederdeutschen Hallenhaus gefertigt.

Ausgabe Sommer 2022 mq | 27


Das Artland-Magazin.

Fach

werk

Präventive Denkmalpflege

Der Monumentendienst schützt vor bösen Überraschungen!

Der Monumentendienst (MD) ist eine

Initiative der gemeinnützigen Stiftung

„Kulturschatz Bauernhof“ und wird

durch die teilnehmenden Kommunen,

unter anderem den Landkreis Osnabrück,

sowie das Land Niedersachsen

gefördert. Der Sitz der Stiftung Kulturschatz

Bauernhof ist im Museumsdorf

Cloppenburg. Seit 18 Jahren steht der

Monumentendienst rund 2000 Eigentümern

von historischen Gebäuden

im gesamten Weser-Ems-Gebiet mit

Rat und Tat zur Seite. Auch das Artland

hat mit seinen vielfältigen Fachwerkbauten

bisher von den Beratungen

und bautechnischen Inspektionen des

Monumentendienstes profitiert. Denn

seine Dienstleistungen werden zu

kostenvergünstigen Preisen angeboten,

um so dem langsam und vielfach unbemerkten

Verfall der kulturhistorischen

Bauwerke mit präventiven Maßnahmen

entgegenzuwirken. Regelmäßige,

Gewerke übergreifende Inspektionen

und die rechtzeitige Einleitung von

Instandsetzungsarbeiten bewahrten

bislang viele erhaltenswerte Gebäude

vor größeren Schäden. Durch diese

präventive Denkmalpflege können

die Eigentümer Ressourcen und vor

allem Kosten sparen. Nach der Untersuchung

erhält der Eigentümer einen

Inspektionsbericht, in dem die festgestellten

Mängel und Schäden nach

Dringlichkeit klassifiziert werden. Zum

Leistungsspektrum des MD gehören

substanzschonende Bauzustandsanalysen,

Bohrwiderstandsmessungen und

bauphysikalische Untersuchungen zum

Beispiel für die Feuchte- und Salzanalyse

historischer Gebäude. Die Institution

unterstützt auch bei Kaufentscheidungen,

der Beantragung von Fördergeldern

und der Auswahl von Fachunternehmen.

Besitzer von historischen

Fachwerkgebäuden sind gut beraten,

wenn sie das Insekten Monitoring des

MD in Anspruch nehmen. Die Suche

nach holzzerstörenden Insekten spürt

durch diese entstandene Schäden auf

und schützt damit vor „bösen“ Überraschungen.

Auch historische Baustoffe

wie Ziegeln, Steine Türen, Fenster,

Beschläge, Holzbalken bietet der Monu-

mentendienst seinen Mitgliedern zur

Wiederverwendung in seinen Lagern

an. Wer sich als Denkmaleigentümer

über historische Lehmtechnik, Vergoldungstechniken,

Stuck an Fassaden,

Farbgebung und Vieles mehr selbst

„schlau“ machen möchte, ist eingeladen,

an den zahlreichen Workshops und

Vorträgen teilzunehmen. Das Inspektorenteam

mit Sven Rathjen, Michael Flatken

und Horst Ubben ist für das Gebiet

Oldenburg, Cloppenburg, Osnabrück

und die Grafschaft Bentheim zuständig.

Diese Mitarbeiter sowie die Verwaltung

des Monumentendienstes haben ihren

Standort im denkmalgeschützten Bahn-

Stellwerk in Ahlhorn (OL). Horst Ubben

lebt im Artland und hatte sich früher

hier an den Tagen des offenen Denkmals

besonders engagiert.

Weitere Infos und Kontakt unter

Tel.: 0 44 35 970 24 – 24 - per Mail unter

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und auf der Homepage

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28 | mq Ausgabe Sommer 2022


MONUMENTENDIENST

Der Inspektor des Monumentendienstes Horst Ubben (Hut) erklärte

am Modell die Fachwerkbauweise beim Tag des Offenen Denkmals.

Foto: Alexandra Lüders

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Ausgabe Sommer 2022 mq | 29


Das Artland-Magazin.

Von der Stadtkapelle Lindhorst

und einer Musikschule

mit „straffer Zucht“

Von Heiko Bockstiegel

Quakenbrück ist auch

eine musikalische

Stadt. Ein Blick in die

Geschichte zeigt, dass

die Quakenbrücker

Musikszene seit Jahrhunderten aktiv

ist, wobei zwei verschiedene Stilrichtungen

vorherrschend waren: die

Kirchenmusik und die volkstümliche

Musik. Einen regelrechten „Stadtmusicus“,

der Angestellter der Stadt

war, gab es in der Zeit um 1800 in der

Person von Johann Gerhard Diederich

Beyderhase, der „am Markt“ (heute

„Anno 1510“) wohnte und aus einer

alten Quakenbrücker Familie stammte.

Er spielte bei Verlobungen, Hochzeiten,

Banketten und anderen festlichen

Ereignissen oder blies das Zeitsignal

vom Kirchturm.

Bis zu einer echten Stadtkapelle war es

jedoch noch ein weiter Weg. Die erste

rief nämlich um 1840 der „Stadtmusicus“

Carl Spohr ins Leben und begründete

damit eine wirkliche, sich bis heute

fortsetzende Tradition. Bereits die „Spohrsche

Stadtkapelle“ war sehr gefragt,

nicht nur bei Schützenfesten, sondern

auch bei öffentlichen Konzerten. All

dies waren bereits gelungene Unternehmungen,

diverse Veranstaltungen

musikalisch zu untermalen und diesen

damit das „gewisse Etwas“ zu verleihen.

Spohr starb jedoch bereits 1869.

So sind erst in den Bestrebungen des

Nachfolgers Gustav Rüdiger, der als

erster die offizielle Bezeichnung „Stadtkapellmeister“

trug, die Ursprünge einer

eigentlichen „Stadtkapelle“ zu finden.

Schon kurz nach ihrer Gründung fand

1872 das „1. Abonnements-Concert“

in einer kleinen Besetzung von sechs

(!) Musikern auf dem Schützenhof

statt. Die Kapelle, auch „Musikkorps“

genannt, spielte auf bei Bällen,

Konzerten verschiedener Vereine, bei

Ausmärschen und zum Maimarkt, aber

auch bei Beerdigungen „angesehener

Bürger“. Hinzu kamen gemeinschaftliche

Konzerte mit der Schülerkapelle des

Realgymnasiums.

Nach dem Fortzug Rüdigers übernahm

Stadtmusikdirektor Albert Helmuth

1897 die Kapelle, jedoch nur für ein Jahr.

Er war es aber, der die Kapellenmitglieder

einheitlich einkleiden ließ: Die

dunkelblauen Jacken mit zwei Reihen

silberblanker Knöpfe, die hellblauen

30 | mq Ausgabe Sommer 2022


STADTKAPELLE

Stadtkapelle Lindhorst um 1910 Archiv Heiko Bockstiegel

Kragen und Ärmelaufschläge sowie

die silbernen Schulterschnüre und

„Schwalbennester“ auf hellblauem

Grund waren weithin bekannt. Aber

wie sollte es nun mit der Kapelle weitergehen?

Das Problem löste sich schnell, denn

der Quakenbrücker Politiker Dr. Otto

Hugo entdeckte zufällig den 1873 in

Bad Iburg geborenen Heinrich Lindhorst,

der sich hier „gelegentlich eines

Schülerkonzertes im Thöleschen Saal

durch ein Xylophon-Solo bekannt gemacht“

hatte. Noch 1898 war es soweit:

Lindhorst übernahm die Stadtkapelle

und setzte sie neu zusammen. Er war

mit einer enormen Grundmusikalität

ausgestattet, die es ihm erlaubte, fast

jede Instrumentengattung konzertreif

zu spielen. Neben Geige und Klavier

beherrschte er diverse Blas- und

Schlaginstrumente und konnte zudem

auch noch dirigieren. Und Lindhorst

war innovativ, besaß er doch in seinem

Haus Farwicker Straße 1 einen der ersten

Telefonanschlüsse in Quakenbrück.

Die „Stadtkapelle Lindhorst“ wurde

schnell durch Auftritte bei verschiedensten

Anlässen innerhalb kurzer Zeit

auch außerhalb Quakenbrücks bekannt

und beliebt – von Schützenfesten (Lindhorst

war übrigens 1912 selbst einmal

Schützenkönig des Schützenvereins

von 1589), Hochzeiten und Beerdigungen

bis zu eigenen Konzerten, die den

etwas eigentümlichen, bis heute mehr

in Süddeutschland gebräuchlichen Namen

„Standkonzerte“ trugen. Heinrich

Lindhorst war als „Stadtkapellmeister“

und „Stadtmusikdirektor“ in Personalunion

bei der Stadt Quakenbrück

angestellt mit der Dienstvereinbarung,

eine leistungsfähige Stadtkapelle zu

erhalten, Nachwuchs heranzubilden

und bei Veranstaltungen der Stadt

aufzutreten.

Das Repertoire war dabei ebenso

vielseitig wie die Besetzungen, denn

die Kapelle hat einfach alles gespielt,

von der Kirchenmusik über die Klassik

bis zur gängigen Unterhaltungsmusik.

Zu einer schönen Tradition entwickelte

sich auch das Silvesterblasen vom Turm

der St.-Sylvester-Kirche. Auffällig ist

bei den ältesten erhaltenen Kapellenfotos

der hohe Streicheranteil, aber

schließlich war Lindhorst ja auch Geiger.

Während des Ersten Weltkrieges war

Heinrich Lindhorst als Landsturmmann

eingezogen, und die Kapelle musste in

diesen schweren Zeiten immer wieder

neu aufgebaut werden.

Lindhorst muss auch ein bedeutendes

musikpädagogisches Geschick besessen

haben: ein musikalisch-organisatorisches

Multitalent also, das für seine

Aufgaben in Quakenbrück sicherlich

eine Idealbesetzung darstellte. So rief

Lindhorst gleichzeitig mit der Kapelle

eine Musikschule ins Leben, die damit

zweifellos zu den ältesten Deutschlands

zählt. Selbst ein Blick in die Internet-

Enzyklopädie Wikipedia schließt dieses

nicht aus, denn dort wird als einziger

„Nachfolger“ der Lindhorst-Schule die

1924 gegründete Berliner Jugendmusikschule

erwähnt.

Da er Nachwuchs für seine Stadtkapelle

brauchte (und die Musikschule auch für

seine Existenzsicherung sorgen sollte),

warb Lindhorst per Zeitungsinserat um

Schüler, und die blieben auch nicht aus.

Die Schüler unterschieden sich dabei

in zwei Gruppen: diejenigen, welche an

jedem Tag unterwiesen wurden und bei

Heinrich Lindhorst in die Lehre gingen,

zum anderen diejenigen, welche vielleicht

einmal in der Woche Unterricht

erhielten und deren Ausbildung deshalb

nicht so intensiv war.

Im Lindhorstschen Haus herrschte also

immer „Leben“. Die Musikschüler ließen

oft schon früh ihre Weisen erklingen.

Sie wohnten im Hause ihres Direktors,

und der probte mit ihnen „nach Noten“.

Die Schüler erfuhren echten Drill, ja

„straffe Zucht“ und hatten im Unterricht

zweifellos nicht viel zu lachen. In

einem Bericht des „Artländer Anzeigers“

vom 10. Dezember 1910 ist von Lindhorst

als einem „tüchtigen, musikalisch

vielseitig ausgebildeten, temperamentvollen

Lehrer“ die Rede, „dem auch

pädagogisches Geschick nicht fehlt“.

Doch dieser mit qualitativ hochwertiger

und intensiver Ausbildung verbundene

Drill zahlte sich aus, denn aus der Musikschule

Lindhorst sind mehrere später

bekannte Musiker hervorgegangen, so

der Lautenspieler und Komponist des

Liedes „Grün ist die Heide“ Karl Blume,

der Violinist Ludwig Wolters vom

Oldenburgischen Staatstheater und vor

allem der jahrzehntelange erste Trompeter

der Berliner Staatsoper und der

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Ausgabe Sommer 2022 mq | 31


Das Artland-Magazin.

Bayreuther Festspiele, Prof. Hans Bode.

Nach Lindhorsts Tod 1931 übernahm

sein Sohn Willi Lindhorst (1903-1954)

die Stadtkapelle, zu der auch sein

Bruder Heinrich Lindhorst als Paukist

gehörte, und leitete bis in die frühen

Kriegsjahre auch die kapelleneigene

Musikschule. Möglicherweise fand

nach 1945 nochmals Unterricht statt,

doch das ist nicht belegbar. 1955 wurde

das Lindhorstsche Haus abgebrochen.

Willi

Lindhorst

(1903 - 1954)

Foto: Privatarchiv

Lindhorst

Als klassi- scher Pianist mit

einer brillanten Technik und einem

weichen, gefühlvollen Anschlag

meisterte Willi Lindhorst, der nach

ersten Lektionen bei seinem Vater die

bekannte Schule des Grafen Wesdehlen

in Osnabrück besucht hatte, selbst

die schwierigsten Passagen, und das

auswendig. Auch blies er in einem

von ihm gegründeten Bläserquartett

die Baritonstimme. Die Stadtkapelle

Lindhorst spielte auch nach dem Krieg

weiter, sogar in großen Besetzungen

mit mehr als 50 Musikern beispielsweise

bei Konzerten für die Besatzungstruppen.

Sie bestand nach Willi Lindhorst Tod

noch etliche Jahre unter der Leitung

des Lindhorst-Schülers Julius Linnemann

(1891-1978), der als Pianist,

Posaunist, Cellist und Schlagzeuger

musikalisch universell begabt war.

32 | mq Ausgabe Sommer 2022

Bereits 1910 hatte er sogar Gelegenheit

gehabt, unter der Leitung des berühmten

Komponisten und Dirigenten Max

Reger in der Hofkapelle Darmstadt als

Posaunist mitzuwirken. Anschließend

machte er in Hamburg Filmmusik,

spielte als Orchester- und Quartettmusiker

unter anderem in Berlin, Prag

und Liegnitz, gastierte als Cellist und

Dirigent in einigen Badeorten und am

Tivoli-Theater in Emden und war als

Privatmusiklehrer tätig. Geheiratet

hatte er übrigens die Schwägerin seines

Lehrmeisters Heinrich Lindhorst.

Zu Beginn der 1970er Jahre verstummten

dann die Instrumente. Offiziell aufgelöst

wurde die Stadtkapelle Lindhorst

allerdings nie, doch vielfache Bemühungen,

wieder eine Stadtkapelle ins

Leben zu rufen, zuletzt nach Auflösung

des QTSV-Spielmannszuges,

scheiterten immer wieder. Erst mit

der 1980 gegründeten Burgmannskapelle

Quakenbrück e. V. lebte die

jahrzehntelange Tradition einer

Stadtkapelle wieder auf.

Noch heute wird das Musikleben in

Quakenbrück in großem Maße von

der Familie Lindhorst geprägt. So war

der in der Quakenbrücker Musikszene

als feste Größe bekannte Enkel des

Musikschulgründers, Willy Lindhorst

(1926-1975), ein brillanter Pianist, spielte

hervorragend Querflöte und erlernte in

der amerikanischen Gefangenschaft,

darauf aufbauend, Saxofon. In guter

Erinnerung ist auch seine sehr gut

sortierte Musikalienhandlung in der

Hasestraße.

Eine Anekdote am Rande: Willy Lindhorst

wurde 1953 zu der in Osnabrück

gastierenden Eisrevue „Holiday On

Ice“ gerufen, um für den erkrankten

Pianisten auszuhelfen. Da keine Zeit

zum Proben mehr blieb, spielte er die

gesamte Performance „vom Blatt“ und

per Improvisation. Danach bekam er

vom Management ein Angebot, mitzureisen.

Dies lehnte er jedoch im Hinblick

auf seine bevorstehende Vaterschaft

ab (Sohn Norbert wurde im März 1954

geboren).

Norbert Lindhorst ist nun in vierter

Generation ein überregional gesuchter

Musiklehrer, Komponist (Rundfunk,

Fernsehen) und Musikproduzent, und

auch dessen allerdings nicht profes-

sionell musizierende Tochter Marit

hat den weichen Klavieranschlag ihrer

Vorfahren geerbt. Marit setzt also die

musikalische Tradition der Familie fort

und bestand die Aufnahmeprüfung für

Musikwissenschaft an der Uni Bremen,

entschied sich dann aber gegen dieses

Studium. Heute arbeitet sie als ausgebildete

Veranstaltungskauffrau in einer

bekannten Hamburger Konzertagentur,

zuständig für Produktion, Booking und

Tourmanagement.

Blicken wir nochmals zurück: Hat es

in Quakenbrück auch nicht die erste

Musikschule in Deutschland gegeben,

gebührt doch der Musikschule

Heinrich Lindhorst das Verdienst, ein

Vorläufer der großen Musikschulbewegung

in Deutschland zu sein, sehr

früh die Vorteile einer konzentrierten

Ausbildung für Laien in einem Haus

an vielen Instrumenten durch mehrere

Lehrer erkannt und für die Region einen

musikalischen Nährboden gelegt zu

haben. Davon profitieren heute noch

die Quakenbrücker Musiktage, die

Burgmannskapelle Quakenbrück, die

Kreismusikschule oder die Musikschule

Höhler-Schuhmann mit ihren breit gefächerten

Angeboten und unterschiedlichsten

Ansprüchen. Die Burgmannskapelle

unter der Leitung von Viktor

Göbel zeigt die enorme Entwicklung,

Vielfältigkeit und Flexibilität der modernen

Blaskapellen vom „Petersburger

Marsch“ über geistliche und klassische

Musik, Musical- und Filmmelodien bis

zu Boney M. und Helene Fischer. Das

hätte Stadtkapellmeister Heinrich Lindhorst

gefallen.

Willy Lindhorst

(1926 - 1975)

Foto: Privatarchiv

Lindhorst


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Ausgabe Sommer 2022 mq | 33


kurze Flitterwochen

M

aikäfer

dürfen nur

kurze Flitterwochen

genießen

Gastspiel eines Prachtexemplars

ließ Kinderaugen leuchten

Von Bernd Middendorf

Schwarzer Kopf, weiße Haare: „Müller“ oder „Bäcker“ nennt der Volksmund diese Maikäfer-Art; bekannt sind auch „Schornsteinfeger“ und „Kaiser“ Foto: Martina Hartschwager

Jeder kennt ihn, nur wenige haben

ihn jedoch im Laufe der letzten Jahre

gesehen: den Maikäfer. Er hat beinahe

Kultstatus, aber er macht sich rar. Umso

größer war die Freude einer Familie

auf der Neustadt, als ein besonders

schönes Exemplar sich jüngst zu einem

Besuch auf ihrer Terrasse entschlossen

hatte. Ein Intermezzo von einer halben

Stunde – dann schwirrte der Gast

mit tiefen Brummgeräuschen wieder

davon.

Gut möglich, dass er auf Freiersfüßen

war. Maikäfer haben nämlich ein kurzes

Leben und müssen sich sputen. „Die

haben’s schwer, kommen nur alle vier

Jahre ein paar Wochen an die Oberfläche,

dürfen sich dann noch um die

wenigen Bräute schlagen und sind

zum Sterben verdammt, sobald sie ihr

Vergnügen hatten“, kommentierte

jemand halb scherzhaft, halb mitleidig

das Schicksal des Krabbeltieres.

So genaue Kenntnisse hatte der Zeitgenosse

sich vermutlich über Schulwissen

angeeignet. Detail-Informationen über

den früher oft als Schädling bekämpften

Käfer (wissenschaftlicher Name: Melolontha),

der manchmal in Riesen-Schwärmen

auftrat, haben tatsächlich heutzutage nur

wenige im Kopf. Die Insekten paaren sich

und legen ihre Eier in der Erde ab. Kurze

Zeit später stirbt zunächst das Männchen,

bald nach der Eiablage auch das Weibchen.

Unterirdisch schlüpfen neue Larven.

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34 | mq Ausgabe Sommer 2022


NATUR & UMWELT

Nach ca. vier Jahren verpuppen sich diese Engerlinge

und entwickeln sich zu Käfern, die nur noch eine Winterstarre

ausharren müssen. Danach erscheinen sie als

ausgewachsene Exemplare an der Erdoberfläche – und

der Zyklus beginnt neu.

Popularität hat der kleine Brummer, der nicht immer

passend im Mai, sondern auch als Junikäfer zur Welt

kommt, in der Literatur und im Film erworben. Wilhelm

Busch widmete ihm einen der Streiche von Max und

Moritz, die ihrem gutmütigen Onkel Fritz mit einer Tüte

voller Krabbeltiere die Bettruhe gründlich verdarben. In

„Peterchens Mondfahrt“ ist der Maikäfer als Märchenfigur

namens „Herr Sumsemann“, der mit den Kindern

Peter und Anneliese zum Mond fliegt, um von dort sein

verlorengegangenes sechstes Beinchen zu holen, geradezu

legendär geworden.

Kinderaugen leuchten jedenfalls bei solch einem Fund.

Auch bei dem kleinen Erkundungsteam auf der Quakenbrücker

Neustadt, obwohl der Anblick aus der Nähe dem

einen oder anderen zart besaiteten Sprössling ein bisschen

unheimlich sein kann und die Beinchen sehr kratzen,

wenn man ihn auf die Hand setzt. „Der ist mir zu

gruselig“, sagte der Jüngste. Einig war er sich jedoch mit

dem Rest der Familie, dass man hier ein richtig schönes

Exemplar zu Gast hatte – „mit tollen Augenbrauen“, wie

seine ältere Schwester nachdrücklich feststellte.

Logisch, dass die Kamera gezückt wurde. Auf einem

Mörser als Untergrund ergaben sich besonders attraktive

Motive, bevor der Hauptdarsteller, den die Kids

kurzerhand „Maik“ tauften, wieder abhob und über die

Gartenhecke im blauen Himmel verschwand...

„Er wird schon wiederkommen, unser Maikäfer“,

schrieb DIE ZEIT in einem ihrer Artikel am 9. Mai 1997.

Eine tröstliche Aussage – vor allem natürlich für den

Nachwuchs.

Lebenszyklus des Maikäfers Quelle: www.cannstatter-zeitung.de

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„Es gibt keine Maikäfer mehr“ sang Reinhard Mey schon 1974, aber

auch 2022 krabbelt mit etwas Glück noch ein Prachtexemplare vor

die Linse.

Foto: Martina Hartschwager

Ausgabe Sommer 2022 mq | 35


Das Artland-Magazin.

Kinder schaffen

Wohnraum

Von Detlef Bülow

36 | mq Ausgabe Sommer 2022


KINDER SCHAFFEN WOHNRAUM

In den letzten drei Jahren habe ich

in unserer Stadt bereits mehrere

Bruthilfen für unsere heimischen

Vögel aufgehängt. Einige davon

hatte noch mein verstorbener

Schwiegervater gebaut. Alle

wurden angenommen und werden in

regelmäßigen Abständen von mir und

unserem Sohn Sebastian gereinigt.

Unter dem Motto: „Kinder schaffen

Wohnraum“ habe ich im letzten

Jahr Kinder zum Bau für Nistkästen

animiert. Mithilfe von selbstgebauten

Nisthilfen wollte ich mehrere Ziele

erreichen: Zum Einen sollten die Kinder

einheimische Vögel kennenlernen und

beobachten können. Zum Anderen

wollten wir mit diesem Projekt einen

Beitrag für den Naturschutz leisten.

Und die Kinder sollten dabei selbst

handwerklich tätig sein, weil, so

dachte ich, sie diese Arbeiten sehr gern

ausführen.

Nun ist es nichts Besonderes, wenn

Kinder Nisthilfen herstellen, aber

unsere neuen Häuschen sollten aus

Legosteinen gebaut werden. Dabei

bekamen die kleinen Architekten keine

genaue Bastelanleitung, sondern

konnten ihrer Phantasie freien Lauf

lassen.

den brutwilligen Vögeln ebenso gefallen

wie den beiden Baukünstlern, fanden drei

Neubauten in Absprache mit der Stadtverwaltung

ihren Platz an den Bäumen des

Spielplatzes im Stadtpark.

Mit Freude konnten wir im April dieses

Jahres vernehmen, dass bereits ein

Blaumeisen-Pärchen in einem dieser Häuser

eingezogen ist, eine Familie gründete

und sich anscheinend sehr wohl in ihrem

neuen Heim fühlt. Liara und Bennet haben

sich so sehr darüber gefreut, dass sie

gleich neue Nisthilfen entworfen haben.

Neben den handwerklichen Abläufen

beim Zusammenbau und der Gestaltung

der Nistkästen erfuhren die Kinder noch

weitere wichtige Details rund um das

Thema Nisthilfen:

Nisthilfen ganz in

unserer Nähe stellen

immer eine Bereicherung

dar und bieten

gute Möglichkeiten,

vor allem Kinder an

die Natur heranzuführen.

Wir freuen uns, dass

nun alle Besucher des

Parks auf Beobachtungsreise

gehen

können.

Vielen Dank an Liara

und Bennet für ihre

tatkräftige Unterstützung

bei diesem

Projekt.

Sebastian Bülow beim Anbringen

eines Nistkastens Foto: Detlef Bülow

Die Geschwister Liara und Bennet von

Heine wurden von ihrer Mutter auf

das Projekt aufmerksam gemacht und

entschieden sich, umgehend mitzumachen.

Sie spendeten sogar dafür einen

großen Teil ihrer geliebten Legosteine,

aus denen sie eifrig farbenfrohe Nistkästen

bauten, die später noch einmal

von mir dauerhaft verklebt wurden.

Insgesamt fünf Nistkästen wurden so

von dem Geschwisterpaar gebaut. In

der Hoffnung, dass diese Häuschen

◆ Nisthilfen sind sinnvoll, wo Naturhöhlen fehlen (z.B. alte, morsche Bäume).

◆ Viele Vögel sind Höhlenbrüter und bauen ihr Nest nicht frei in den Ästen von

Bäumen und Sträuchern; sie bevorzugen Höhlen in Bäumen – können diese aber

nicht selbst bauen.

◆ „Unsere“ Nistkästen eignen sich insbesondere für Kohl- und Blaumeisen.

◆ Zum Schutz vor größeren Tieren werden Nistkästen ca. in mindestens 2,5 m Höhe

und in Nord-Ost- Richtung (keine pralle Sonne) angebracht.

◆ Nistkästen bringen Groß und Klein Spaß beim Beobachten und Erleben von

werdendem Leben.

◆ Nistkästen können Tagesunterschlupf, Schlafplatz, Kinderstube und Überwinterungsplatz

sein.

◆ Nistkästen müssen betreut und gepflegt werden, deshalb ist es wichtig, sie jeden

Herbst gründlich zu reinigen, damit im kommenden Frühjahr die Vögel diese

erneut als mögliche Brutstätten nutzen können.

Ausgabe Sommer 2022 mq | 37


Das Artland-Magazin.

Maria Fresenborg ist nicht

nur die Leiterin des Ambulanten

Pflegedienstes

Bethanien, sie ist eine

Krankenschwester mit Herz

und Zeit. Damit entspricht

sie dem Motto des diakonischen

Hauses, dessen Dienst für pflegebedürftige

Menschen sich am christlichen

Menschenbild orientiert. Seit 30 Jahren

betreut Maria Fresenborg mit ganzheitlicher

Pflege Körper und Seele ihrer

Patienten.

Schon zu Beginn ihrer Ausbildung im

St.-Josefs-Hospital in Cloppenburg empfand

Schwester Maria (51) ihre Arbeit als

Berufung. Unter der Regie der Benediktinerschwestern

lernte sie die ganzheitliche

Pflege kennen. „Der Dienst

am Kranken war für uns praktische Fürsorge.

Das wurde uns von den Ordensschwestern

vermittelt und vorgelebt.

Unser Beruf war damals eine Berufung

und kein Job“, erzählt Fresenborg rückblickend.

Direkt nach dem Examen sei

sie 19-jährig in den Altenpflegebereich

30JAHRE

im dienst für pflegebedürftige

Menschen

38 | mq Ausgabe Sommer 2022


von Alexandra Lüders

Auf dem Weg zu Patienten

nutzt Maria Fresenborg die firmeneigenen Autos.

Foto: Alexandra Lüders

in Lastrup eingestiegen. Es folgten drei

Jahre im Hospiz St. Anna-Stiftung Dinklage,

wo Schwester Maria in leitender

Funktion Sterbende und ihre Angehörigen

betreute. Diese Zeit war wieder

sehr prägend, bevor Fresenborg leitend

in zwei ambulanten Pflegediensten in

Quakenbrück tätig wurde. 2015 trat sie

beim Ambulanten Pflegedienst Bethanien

ihre nächste Stelle an und ist heute 30

Jahre als Krankenschwester, davon 20

Jahre in der Ambulanten Pflege tätig. In

dieser Zeit hat die Jubilarin keinen Tag

davon bereut. Wer sie beispielsweise als

Corona-Kranker in der praktischen Pflege

erlebt, erfährt ihre einfühlsame Zuwendung

und ganzheitliche Pflege hautnah.

Das Gespräch ist für sie ebenso wichtig

wie die körperliche Versorgung. Ich

selbst habe in der Karwoche und an den

Ostertagen ihre Fürsorge erhalten, denn

kaum jemand durfte sich wegen der Ansteckungsgefahr

um eine Corona-Kranke

kümmern. Überhaupt pflegen Schwester

Maria und ihre 35 Mitarbeiter immer wieder

auch Corona-Kranke unter ihren 150

häuslichen Patienten. Doch nach wie vor

bleibt die Betreuung von Schwerstkranken

und Sterbenden ihre liebste Aufgabe. Im

Anschluss an die morgendliche Versorgung

der Kranken, kümmert Maria Fresenborg

sich um die Angehörigen. Sie stellt

hilfreiche Fragen und spricht ihnen Mut

zu. „Wir möchten, dass es den pflegenden

Angehörigen gut geht und bringen neben

der pflegerischen auch unsere soziale

Kompetenz ein. Wir sind hilfsbereit, liebevoll

und nehmen uns Zeit“, verweist die

Jubilarin auf ihre engagierten Mitarbeiter.

Sie selbst steht nicht gern im Mittelpunkt,

sondern setzt sich lieber im Hintergrund

für das große Ganze ein. Aber in den

Morgenstunden ist Schwester Maria bei

zwei bis drei Patienten auch selbst in der

Pflege unterwegs. Danach warten noch

viele andere Aufgaben auf sie: Dienstpläne,

Dokumentationen, Qualitätsmanagement,

Pflegeberatungsgespräche,

Aufnahmen und Konferenzen. 2017 zog

der Pflegedienst von der Lötzener Straße

ins neue Domizil an der Artlandstraße 29.

In Fresenborgs modernem Büro hängt

über dem Schreibtisch ein kleines Kreuz –

das ist ihr ganz wichtig.

Schwester Maria

im häuslichen Corona-Einsatz.

Foto: Alexandra Lüders

Kontakt und Telefon

unter 05431/ 90 88 57

Ausgabe Sommer 2022 mq | 39


Das Artland-Magazin.

Wer oder was ist

Skaffi?VON DETLEF

BÜLOW

In den sozialen Medien tauchte diese

oder ähnliche Fragen in den letzten

Wochen immer mal wieder auf und das

machte auch mich neugierig.

Gelüftet ist das Geheimnis spätestens

seit Anfang Mai, als der Schriftzug auf

den Fenstern des Hotel Niedersachsen

durch Anbringen des neuen Namens

vollzogen wurde.

Da sich in Quakenbrück Neuigkeiten

schnell herumsprechen, wurde meine

Neugier genauso schnell befriedigt und

ich erfuhr, dass hinter dem „Skaffi“ ein

libanesisches Restaurant steckt, das unter

der kulinarischen Leitung von Henri

Skaf eröffnet wurde. In Zusammenarbeit

mit seinem Bruder Roger Skaf, der im

„richtigen Leben“ im Quakenbrücker

Krankenhaus Chefarzt der Gefäßchirurgie

ist, entwickelten die beiden ein Restaurantkonzept,

das auf ein lebendiges,

ungezwungenes kulinarisches Erlebnis

setzt. Die beiden Brüder stammen aus

dem Libanon und Roger, der von seinen

Freunden immer nur Skaffi gerufen wird,

gab dem Restaurant seinen Namen. Sein

Bruder Henri steht mit Leib und Seele in

der Küche und setzt auf authentische

libanesische Spezialitäten, er verfeinert

die Gerichte mit viel Handarbeit, setzt

dabei auf Qualität und frische Zutaten.

Und nicht nur das Kochen ist echte

Handarbeit, auch gegessen wird in der

libanesischen Küche traditionell mit der

Hand. Das soll aber nicht heißen, dass

40 | mq Ausgabe Sommer 2022


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kein Besteck zum Essen gereicht wird.

Nun also in Quakenbrück libanesisches

Essen? Ich sage: „Ja gerne.“ Denn hier

gibt es die arabische Antwort auf Pizza,

Currywurst, Hamburger, Pasta oder der

klassischen deutschen Küche.

Henri lockt mit Sandwich-Menüs, wie

Falafel Special mit Hummus, Schawarma

mit Knoblauchcreme (Fleisch vom Drehspieß

in einer Teigtasche), Makali mit Salat,

ein Falafel (Kichererbsen-) Burger und

Lamm- sowie Hähnchenspieß, Linsensuppe

nach libanesischer Art, Hähnchen-

Suppe sowie viele Salate. Sehr ausgewogen

ist auch der Rest der Speisekarte mit

Hähnchen- und Lammgerichten sowie

Groß-Garnelen, zubereitet wird alles mit

libanesischen Spezialgewürzen.

Auf den Tisch kommt auf jeden Fall viel

Gemüse, wie Auberginen, Paprika und

Tomaten, Hülsenfrüchte, beispielsweise

auch Linsen und Kichererbsen, sowie

Bulgur, eines der Hauptbestandteile der

libanesischen Küche. Und auch wenn

häufig arabische Desserts wahnsinnig

süß sind, kann man dem Duft von gerösteten

Nüssen, Pistazien und Honig – der

einem beim Vorbeitragen der Teller in die

Nase steigt, die zum Nachbartisch gehen,

meistens nicht widerstehen.

Henri hat sein Herz am rechten Fleck

und möchte die Menschen, die sein Lokal

besuchen, mit auf eine kulinarische Reise

in seine Heimat nehmen. Am liebsten

möchte er, dass seine Gäste von allem

kosten. Für ihn gehört es einfach dazu,

seine Mitmenschen mit offenen

Armen zu begrüßen und um ihm das

zu ermöglichen, sollte man auf jeden

Fall rechtzeitig einen Platz in seinem

Restaurant reservieren. Gastfreundschaft

ist Bestandteil seiner kulturellen

Wurzeln. Das arabische Wort für

Mahlzeit, „wajba“, bezieht sich zum

Beispiel nicht einfach nur auf das

Essen selbst, sondern auch auf die

Idee der Pflichterfüllung gegenüber

einem Gast.

Henri möchte zufriedene Besucher

seines Restaurants, die nach dem Essen

sagen: „shaba3na“. Das bedeutet

„Wir haben uns satt gegessen“.

Ausgabe Sommer 2022 mq | 41


Das Artland-Magazin.

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Das Igelmuseum in Bohmte ist ein

Spezialmuseum der besonderen Sorte:

Auf zwei Etagen können etwa 10.000

Exponate zum Thema Igel betrachtet

werden. Igel scheinen omnipräsent – in

der Kunst, im Kunsthandwerk, in Karikaturen,

auf Briefmarken, Münzen und

Geldscheinen oder als Kitsch-Objekte.

Darüber hinaus informiert das Museum

über den biologischen Aspekt des Igels,

seine Abstammungsgeschichte und seine

Zukunft, mit einem Statement für den

Tierschutz. Der Star des Museums ist

selbstverständlich Deutschlands bekanntester

Igel „Mecki“ – das Markenzeichen

der Fernsehzeitschrift „Hörzu“, der im

Igelmuseum in allen Facetten vertreten

ist.

IGELMUSEUM

Bremer Straße 95, 49163 Bohmte

0173/4359779 (Bernhard Wetzig)

igelmuseum@osnanet.de

www.igelmuseum.de

Öffnungszeiten nach Absprache

Barrierefrei: nein

Parkplätze: ja

Fotos: Inga Vianden, Scriptorium

42 | mq Ausgabe Sommer 2022


MUSEEN IM OSNABRÜCKER LAND

Im Herbst startklar

– die neue App fürs Artland!

Artland Smart heißt die neue Web App fürs Artland, die neben der

digitalen Plattform auch Förderprogramme zur E-Bike Nutzung

sowie der Schaffung kleinräumigen Wohnraums bietet.

Diese Plattform macht APPetit auf hier.

Mit Artland Smart geht im Herbst eine

für die mobile Nutzung optimierte Website

an den Start, die sich wie eine App

bedienen lässt. Einfach aufs Smartphone

legen und fertig. Mit nur wenigen Klicks

werden Angebote in den Bereichen

Gastronomie, Mobilität und Wohnen

im Artland sichtbar, abrufbar und zum

Teil auch bestellbar. In der Basisversion

startet die Web App mit drei Modulen –

für die Zukunft ist geplant, die Plattform

durch weitere attraktive Angebote zu

ergänzen.

Kompakter „Link zur Region“

für Einheimische und Neubürger

Aktuell befindet sich die Web App in der

Entwicklung und wird im Herbst online

gehen. Aber warum wurde sie entwickelt?

Immer mehr Kommunen beklagen

einen Fachkräftemangel bzw. Schwierigkeiten,

Fachkräfte an den Standort

zu ziehen und zu halten – insbesondere

im ländlichen Raum. Samtgemeindebürgermeister

Michael Bürgel bringt es

RAL 5005

auf den Punkt: „Die digitale Entwicklung

des ländlichen Raumes muss gefördert

werden, damit wir für Studierende,

MACal 9839-11 Vivid Blue

MACal 9849-13 Apple Green

Arbeitnehmer*innen, Einheimische und

Unternehmen ein attraktiver Standort

sind und bleiben.“ In diesem Zusammenhang

verweist er auf den internationalen

Master-Studiengang, der im Herbst am

Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik

e. V. starten und Studierende aus aller

Welt ins Artland ziehen wird. Entsprechend

hat der Countdown begonnen. Die

Plattform ist so gut wie fertig. Aktuell

werden Angebote für die Bereiche Gastronomie

und Wohnen akquiriert und

eingepflegt. Im August findet eine Testphase

statt und dann kann es im Herbst

losgehen. Finanziert wird das Projekt u.a.

durch das Förderprogramm „Zukunftsräume

Niedersachsen“ des Niedersächsischen

Ministeriums für Bundes- und

Europaangelegenheiten und Regionale

Entwicklung.

Jetzt beantragen!

Nutzung von E-Bikes und

Schaffung kleinräumigen

Wohnraums

Das innovative Konzept „Artland Smart“

beinhaltet nicht nur die Erstellung der

digitalen Plattform, sondern unterstützt

Nachhaltigkeit und Vernetzung durch

Förderung von E-Mobilität sowie von

Schaffung kleinräumigen Wohnraums.

Studierende, Auszubildende

Praktikant*innen, deren Strecke

vom Wohnort in der Samtgemeinde

Artland zum Ausbildungs-/Studienort

mindestens sechs Kilometer beträgt,

können ab sofort die kostenlose

Nutzung eines E-Bikes beantragen.

Private Hausbesitzer, die in ihrer

Bestandsimmobilie über leeren

Wohnraum verfügen, können diesen

durch Umbau zur Vermietung bereitstellen.

Dieser Umbau wird ab dem

01.08.2022 bis zu einer maximalen

Summe von 5.000 EUR pro Wohneinheit

gefördert.

Bei Interesse melden Sie sich gerne

im Projektbüro Artland Smart:

Ansprechpartnerin Ruth Keck, Lange

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Ausgabe Sommer 2022 mq | 43


Das Artland-Magazin.

Hermanns Rache

Nach einer wahren Begebenheit,

ein wenig mit schriftstellerischer Freiheit wiedergegeben.

– Fortsetzung –

Erster Teil in der MQ-Frühlingsausgabe (01/2022)

Eines Tages hatte Hermann dem

schwarzen Hofkater Lui eine

noch lebende Ratte entwunden.

Aus feinem Kükendraht

knickte er grob einen kleinen

Käfig zusammen, polsterte diesen mit

Spreu aus, hatte so ein Krankenlager für

das geschundene Tier geschaffen und versteckte

das Ganze in seiner Kammer. Mit

Milch und Brotkrumen war der Patient

nach wenigen Tagen wieder aufgepäppelt

und sollte nun als unfreiwilliger Helfer bei

der Durchführung seines Plans behilflich

sein.

Eines samstags, zur üblichen Badezeit,

stand Hermann auf der Diele und stocherte

mit einer Forke in einem großen

Heuhaufen herum. Die Zinkwanne, die

gewöhnlich an einem Haken an der Wand

hing, stand bereit auf dem Fußboden der

Badestube, daneben dampfte der Waschkessel,

in dem das Badewasser siedete.

Pünktlich erschien Anna, die Haare hochgesteckt,

ein Bündel frische Wäsche unter

dem Arm und verschwand in der Badestube.

Der Riegel wurde vorgelegt und

schon bald kündete lustiges Plätschern

von intensiver Körperreinigung. Nun

hatte es Hermann sehr eilig. So rasch es

ging, holte er den Käfig mit der Ratte aus

seiner Kammer und entließ diese durch

das Astloch neben dem Spülstein in das

Bad. Kaum dass er Zeit fand, zu seinem

Heuhaufen zurückzukehren und seinem

Gesicht die übliche gleichgültige Miene

zu verordnen, ertönte aus der Badestube

ein schriller Schrei in höchstem Diskant.

Die Tür flog auf, dass es sie fast aus den

Angeln riss und auf ihrer Schwelle tauchte

Anna auf, nackt wie der Herrgott sie

geschaffen hatte, mit beiden Händen das

bedeckend, was ihr notwendig erschien.

Mit überschnappender Stimme berichtete

sie Hermann von einem schrecklichen

Scheusal im Bad und bat dringend um

Abhilfe und dessen Liquidation.

Mit einem Gesichtsausdruck, mit dem

einstmals die Kreuzritter in das heilige

Land gezogen

waren, fasste Hermann beidhändig die

Forke und betrat kühn den Ort der Gefahr.

Sofort ertönte ein Getümmel, als gelte es

einen Sarazenen zu vierteilen. Das widerliche

Kreischen der Forkenzinken, die über

den Sandstein der Badestube kratzten und

Flüche der unflätigsten Art ertönten. Dann

ein Jubelschrei! Aus dem Dunst tauchte

Hermann wieder auf, die Forke stolz vor

sich hertragend, auf der die laut quiekende

Ratte steckte, der er umgehend mit heftigen

Hieben seines Holzschuhs und dem

Hinweis, dass sie nun ihren letzten Köttel

geschissen habe, den Garaus machte.

Der Lärm hatte mittlerweile auch

Lübben Grete auf den Plan gerufen. Mit

wenigen Blicken erfasste sie die Situation,

trat an eine der Boxen, nahm eine der Pferdedecken

vom Haken und trat zu Anna, die

sich bis an die Nasenwurzel im Heuhaufen

vergraben hatte. Mit bebender Stimme

berichtete diese von einem ekligen Viehzeug,

das sie furchtbar erschreckt hätte

und er dort, Hermann, der Held, gedankt

sei ihm auf Knien und Weihrauch glühe

zu seinen Füßen, hätte es getötet. Dann

tippelte sie auf Zehenspitzen , immer

noch am ganzen Leibe zitternd und eine

Spur trockener Grasspelzen hinter sich

herziehend, in die Badestube zurück.

Lübben Grete warf Hermann, der sich

verlegen hinter dem Ohr kratzte, einen

halb fragenden, halb skeptischen Blick zu,

dann verließ sie kopfschüttelnd den Ort

des Geschehens. Auch Hermann machte

sich auf, entsorgte die Rattenleiche auf

dem Misthaufen und wandte sich wieder

seiner Arbeit zu.

Der Vorfall blieb nicht ohne Folgen. In

der darauffolgenden Zeit schenkte Anna

ihrem Retter dankbare Aufmerksamkeit.

Bei Tisch füllte sie seinen Teller zuerst, die

Mettenden für ihn fielen länger aus als bei

den anderen Essern, und vom Braten, den

es allerdings nur sonntags gab, bekam er

die besten Stücke. Auch sonst änderte sich

ihr Verhalten ihm gegenüber. Scheinbar

interessiert lauschte sie, wenn er ihr etwas

erzählte, lachte, wenn er lachte und blickte

ernst drein, wenn er dies tat. Hermann

wertete dies als untrügliches Zeichen ihrer

Zuneigung. Fand er sie bisher nur lieb und

nett, so hatte doch ihr unbekleideter Anblick

ihn derart kräftig durchgerüttelt, dass

er in heftiger Liebe zu ihr erglühte.

Wie verändert sich doch die Welt,

wird sie durch die trügerische Brille der

Liebe betrachtet. Auch Hermann erging

es nicht anders. Alltägliche Dinge, sonst

nie beachtet, bekamen mit einem mal

eine vollkommen andere Bedeutung. Da

war zum Beispiel die Tür zum Hühnerstall.

Aus rohen Brettern zusammengenagelt

hing sie in zwei Scharnieren, die einem

Kirchenportal zur Ehre gereicht hätten. In

ihrem langen Leben hatte sie noch nie die

Bekanntschaft mit Schmierfett gemacht

und so ertönte, wenn man sie öffnete, von

dem einen Scharnier ein hoher Quietschton,

während das andere ein Knattern im

tiefsten Bass von sich gab. Für Hermanns

Ohren erklang so eine kleine Melodie,

lies sie doch allmorgendlich seinen Kopf

herumfahren, denn auf der Türschwelle erschien

Anna, die er dort zum ersten Mal an

dem soeben angebrochen Tag zu Gesicht

bekam. Überhaupt der Hühnerstall! Hier

regierte der Rohdeländerhahn, ein stolzer,

ja arroganter Fatzke über gut ein Dutzend

Hennen. Als ob er Hermann ärgern wollte,

bestieg er immer, wenn dieser sich dem

Hühnerhof näherte seine Lieblingshenne,

44 | mq Ausgabe Sommer 2022


BERGFELDS GESCHICHTEN

In der darauffolgenden Nacht tat

Hermann kein Auge zu. All seine Träume

waren mit einem Male zerplatzt. Wie

konnte er nur so naiv sein zu glauben,

Anna könnte seine Zuneigung erwidern?

Er hätte sich ohrfeigen können. Was hatte

ihn nur so weit gebracht, was war schuld

an seinen Höhenflügen? Selbstverständdie

mit den ausgefransten Flaumfedern

an der Kehrseite. Als wolle er demonstrieren,

worüber er verfüge und Hermann

nicht. War es ein Gefühl des Neides, dass

diesen dann immer beschlich?

In seinen Tagträumen sah er sich bereits

in einigen Jahren abends müde vom

Feld kommen. Die Kinder waren schon

zu Bett. Er sah sich am Tisch sitzen, sein

Abendbrot mümmeln und Anna strich

ihm liebevoll durch das verschwitzte Haar.

So nahte der Tag, an dem Hermann all

seinen Mut zusammen nahm und sich

anschickte, Anna einen Heiratsantrag zu

machen.

An einem Samstag, Hermann hatte

auch einmal gebadet, kramte er aus der

hintersten Ecke der untersten Schublade

seiner Kommode eine schwarze Hose und

einen ebenso schwarzen Gehrock hervor,

welche sicherlich schon zu Hermanns

Großvaters Zeiten unmodern gewesen

waren. Bei der Kontrolle dieses edlen

Zwirns stellte er fest, dass man den Kleidermotten

alles, jedoch keine Untätigkeit

vorwerfen konnte. Also wurde ein alter

Arbeitskittel zur Herausgabe einiger

Flicken verurteilt, die mit groben Stichen

angenäht und mit schwarzer Tusche eingefärbt

wurden. Die Schuhe, vorne spitz,

mit hohem Absatz, dem Stil nach Empire,

verlieh er mit Rindertalg vermischt mit

Ruß einen tiefschwarzen Glanz. Auch sein

Zylinder bereitete ihm einige Probleme.

Beim Ausklappen dieser Kopfbedeckung

stellte sich heraus, dass einer der

Spanndrähte gebrochen war. Also wurde

der ganze Innenraum mit Zeitungspapier

ausgestopft, was dem Ganzen eine feste,

wenn auch nicht perfekte Form verlieh.

Hermanns Frisur bedurfte einer ganz

besonderen Behandlung. Mit einer gehörigen

Portion Melkfett wurde auch das

letzte Haar in die ihm vorgeschriebene

Position gebracht und der Scheitel lag wie

aus Marmor gemeißelt. Zuletzt parfümierte

er sich noch mit einem kräftigen

Schuss Patschulli, was jedoch vergeblich

gegen seinen Stallgeruch ankämpfte.

So hergerichtet, begab er sich zu Annas

Kammer, vor der er mit klopfendem

Herzen noch einige Minuten verharrte,

sich sammelte und dann zaghaft an die

Tür klopfte.

Aus dem Inneren vernahm man

zunächst Geschirrgeklapper, dann Schritte,

dann tat sich die Tür auf und Anna

erschien, ob Hermanns feierlichem Anblick

den Mund weit aufreißend, sodass dessen

Scharniere sicherlich ihren größtmöglichen

Winkel erreicht hatten. Nervös und

mit leiser Stimme, verlegen an einem Jackenknopf

drehend, stammelte Hermann

zusammenhanglos von sicherer Zukunft,

Kindern, dem Haus an der Lünskuhle,

seiner Zuneigung zu ihr und ob sie ihn

wohl heiraten wolle. Es dauerte eine Weile,

bis Anna Hermanns Redeschwall begriffen

hatte. Dann klappte sie ihren Mund zu,

um ihn dann erstaunlicher Weise noch

weiter zu öffnen als zuvor. Ihn, ihn solle sie

heiraten? Nie und nimmer! Was bilde er

sich ein? So habe sie sich ihr Leben nicht

vorgestellt! Ehefrau eines Knechtes! Seit

frühester Kindheit schufte sie für andere

Leute! Er solle sich nur einmal ihre Hände

ansehen! Wären dies die Hände einer

jungen Frau? Die alte Bratsche da vorne,

damit meinte sie Lübben Grete, hätte

nicht so viele Schwielen an ihren Pfoten!

Nein, nein! Das habe sie sich doch anders

vorgestellt! Bäuerin wolle sie werden! Und

Kessen Arnd hätte beim letzten Schützenfest

reges Interesse an ihr gezeigt! Ja,

Herrin wolle sie werden und nicht Mutter

von einem halben Dutzend rotznasiger

Plagen am Schürzenzipfel und Ehefrau

eines Untertans mit einer Nase im Gesicht,

die aussähe wie die Türklinke zur Gerümpelkammer.

Damit schlug sie ihm die Tür

vor dem so schmählich beschimpften

Riechorgan zu, um sie noch einmal zu

öffnen, um ihm zum Abschied an den Kopf

zu werfen, dass er außerdem einen Geruch

verbreite, wie eine furzende Kuh, der man

Kölnisch Wasser zu saufen gegeben hätte!

Dann fiel die Tür endgültig ins Schloss.

Wie versteinert stand Hermann da.

Was war das? Was war da gerade geschehen?

Es dauerte eine Weile, bis er sich

aus seiner Erstarrung lösen konnte. Dann

schlurfte er langsam in seine Kammer

zurück. Kaum nahm er wahr, dass er den

Jackenknopf mittlerweile abgedreht hatte.

Achtlos ließ er ihn zu Boden fallen, zog

seine Festtagskleidung aus und warf sie

zusammengeknüllt in eine Ecke.

lich das vermaledeite Heuerhaus an der

Lünskuhle, diese alte Kaschemme, die

irgend ein Idiot vor zweihundert Jahren in

die Landschaft geschissen hatte. Sollte es

doch der Teufel holen.

Traurig schlichen die nächsten Tage

dahin und wenn Hermann glaubte, die

Zeit würde seine Stimmung verbessern, so

hatte er sich getäuscht. Wie eine Wunde,

die umso mehr schmerzt, je länger sie

eitert, wurden seine Seelenqualen immer

heftiger und der Umstand, dass Anna ihm

tagtäglich über den Weg lief, war auch

nicht gerade hilfreich, seine Stimmung

zu verbessern. Abends in seiner Kammer

versuchte er sich mit Schnaps Linderung

zu verschaffen, doch schon bald rebellierte

sein geschundener Magen. Immer öfter

musste er sich aus seinem Kammerfenster

beugen, um sich zu erleichtern. Nur dem

glücklichen Umstand, dass sich unter

Hermanns Zimmer der Hühnerhof befand,

war es zu verdanken, dass niemandem seine

alkoholischen Exzesse auffielen, denn

eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang

hatten dessen Bewohner mit Hermanns

Hinterlassenschaft aufgeräumt.

Wie zumeist, wenn ein Mensch Unangenehmes

erfährt, sucht er die Schuld

nicht bei sich. Irgendjemand, irgendetwas

musste doch verantwortlich sein und so

versuchte Hermann alles zu beseitigen,

was ihn an sein Unglück erinnern konnte.

Die Hühnerstalltür, noch vor wenigen

Tagen das Instrument für eine kleine

Melodie, ließ ihn nun zusammenfahren,

wenn das Quietschen ertönte. Ist es da

verwunderlich, dass ein paar Tropfen Öl

dieses Lied für immer verstummen ließen?

Und ist es nicht verständlich, dass der

Hahn, von Hermann bei Lübben Grete als

impotent denunziert, an einem Sonntag

als Ehrengast am Mittagsmahl teilnahm?

Dennoch trat keine Linderung in seinem

Inneren ein, und so kam er zu dem Schluss,

dass einzig und allein Anna die Schuld

an seinem jammervollen Zustand hatte.

Hätte sie seine Werbung nicht in anderem

Ton zurückweisen können? Sie schätze ihn

sehr, ja, sie mochte ihn regelrecht und sie

wünsche sich sehr, dass sie für immer gute

Freunde blieben, aber heiraten? Er solle

doch den Altersunterschied bedenken und

bitte ihn, nicht böse und nicht allzu sehr

enttäuscht zu sein. Sicher, auch diese Worte

hätte er erst einmal verdauen müssen,

aber er hätte sich damit abgefunden. Aber

die unglaubliche Abfuhr die ihm Anna

Ausgabe Sommer 2022 mq | 45


Das Artland-Magazin.

erteilt hatte, einzig darauf abgezielt, ihn

zu verletzen, ihm aufzuzeigen, wie tief

er unter ihr stand, ja, wie er sich überhaupt

erfrechen konnte, ihr einen Antrag

zu machen, hatte ihn bis ins Mark getroffen.

Ja! Sie war es, die einen Denkzettel

erhalten musste, und so brütete Hermann

ein Racheei aus, das an Hinterhältigkeit

seinesgleichen suchte.

Um Hermanns Plan zu verstehen,

ist es notwendig eine kleine bauliche

Einrichtung des Hofes zu kennen, die

ihr unscheinbares Dasein hinter dem

Hühnerstall fristete und von welcher der

Volksmund behauptet, dass selbst der

Kaiser zu Fuß dorthin geht. Aus rohen

Brettern zusammem genagelt, hatte das

Häuschen im Laufe der Jahrzehnte Form

und Farbe verloren. Die Größe reichte

gerade aus, um sich darin umzudrehen.

In die Tür war ein kleines Herzchen eingesägt.

Da eine Innenverriegelung fehlte,

griff der jeweilige Benutzer in das Herz

und hielt die Tür zu. So war gleich nach

außen signalisiert, dass das Häuschen

besetzt war. An der rückwärtigen Seite

befand sich als Sitz ein Brett mit anatomisch

recht unglücklich ausgesägtem

Loch. An dessen Rand lauerte so mancher

heimtückische Splitter, der früher oder

später sein unschuldiges Opfer fand. Seine

Entfernung war wegen der schlechten Zugänglichkeit

der betroffenen Stelle nicht

ganz einfach. Der Anblick dieser Prozedur

unter Zuhilfenahme eines Spiegels hätte

auch dem ernsthaftesten Menschen ein

Grinsen der Schadenfreude ins Gesicht

gezaubert. Unter dem Sitz befand sich ein

Behältnis, um das aufzunehmen, was der

Benutzer hier zurück lassen wollte. Gleich

daneben lag ein Stapel alter Zeitungen, die

jedoch nicht das Gelesenwerden sondern

ein weniger kulturträchtiges Schicksal

erwartete.

Der größte Mangel des Häuschens

war das Fehlen jeglicher Heizmöglichkeit.

Die Innentemperatur entsprach der

Außentemperatur, was insbesondere im

Winter sehr unangenehm, ja direkt gefährlich

werden konnte. Bei Frost gefror der

Inhalt des Behältnisses steinhart und so

wuchs nach und nach ein kleiner Berg mit

scharfer Spitze aus der Sitzöffnung heraus.

Wehe dem Unglücklichen, der sich hastig

und in Eile auf diesen Gipfel niederließ.

Doch überall, wo eine Gefahr droht, sinnt

der Mensch auf Abhilfe. Und so war es immer

wieder Hermann, der mit einem wohl

gezielten Hieb seines Holzschuhs dem

Berg die gefährliche Spitze abschlug.

Über ein Häuschen wie beschrieben

verfügte damals jeder Hof und jedes Heuerhaus.

Sie unterschieden sich nur durch

das Behältnis unter dem Sitz. Bei den meisten

war es ein gemauerter Trog, der, wenn

randvoll, ausgeschöpft und der Inhalt in

der Jauchenkuhle oder im Frühjahr unter

dem Spinat entsorgt werden musste. Dass

mit dieser hochwichtigen Aufgabe derjenige

betraut wurde, der in der Hofhierarchie

ganz unten stand, versteht sich wohl von

selbst.

Eine Möglichkeit, die von hoher Erfindungsgabe

zeugte, war das Errichten des

Häuschens direkt über der Jauchengrube.

So entfiel das lästige Ausschöpfen des

Troges. Ein platschen signalisierte dem

Benutzer, dass unten angekommen war,

was oben abgeworfen wurde. Eingeweihte

konnten aus der Dauer des freien Falls auf

den Pegelstand in der Grube schließen

und deren Entleerung einplanen.

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BERGFELDS GESCHICHTEN

War es im Winter die beißende

Kälte, die die Dauer des Aufenthaltes im

Häuschen auf das unbedingt notwendige

Maß reduzierte, war es im Sommer ein

Riesenschwarm lästiger Schmeißfliegen.

Die unmittelbare Nähe der Ställe und

des gewaltigen Misthaufens begünstigte

diesen Umstand. Eine diesbezügliche Beschwerde

des Herrn Pastor, der anlässlich

einer seiner regelmäßigen Visiten auf

dem Hof Lübbe das Häuschen aufgesucht

hatte, beantwortete Hermann mit dem

Hinweis, dass es nicht unbedingt nötig sei,

unter den Fliegen zu leiden. Man müsse

das Häuschen nur zur rechten Zeit aufsuchen.

Er jedenfalls, Hermann, ginge nur

um die Mittagszeit dorthin, denn dann

befänden sich alle Fliegen in der Küche

auf dem Rand der Suppenschüssel. Es war

kein sehr christlicher Blick den Hermann

für diesen Rat erntete und argwöhnisch

musterte der Herr Pastor den kleinen

Imbiss, der ihm von Lübben Grete gereicht

worden war.

Das Häuschen auf dem Hof Lübbe

wies eine Besonderheit auf. Auf

Hermanns Geheiß hin hatte man den

Trog unter dem Sitz entfernt und einen

geräumigen Eimer darunter gestellt. Um

diesen bequem entnehmen zu können,

erhielt die rückwärtige Wand unten unter

dem Sitz eine Klappe, die von außen leicht

zu öffnen war, der Eimer ließ sich so leicht

entnehmen und entleeren. Diese geniale

Erfindung war es, die Hermanns Vergeltung

ermöglichen sollte.

Eines Tages nach dem Frühstück verließ

Anna die Küche und entfernte sich in

Richtung Hühnerstall. Eine Minute später

schlich Hermann hinterher und spähte

um dessen Ecke. Im Herzchen der Tür des

Häuschens lag eine Hand. So schnell er

konnte, humpelte er hinter den Hof an das

Ufer der Bäke und pflückte hier mit seinen

schwieligen Händen einen Strauß der dort

üppig sprießenden Brennnesseln. Dass

sich auch eine stachelige Distel mit hinein

verirrt hatte, betrachtete er als gerechte

Fügung des Schicksals und eilte rasch zurück.

Am Häuschen angekommen, öffnete

er die rückwärtige Klappe, fuhr mit dem

Strauß unter den Sitz und wedelte hier

einige Male kräftig hin und her. Auf der

Stelle ertönte aus dem Inneren ein spitzer

Schrei und ein heftiges Rumoren hub an.

Nun trat Hermann hinter dem Häuschen

hervor, denn Anna sollte ruhig wissen, wer

hier Gerechtigkeit verübte. Die Tür öffnete

sich und es erschien mit versteinertem

Gesicht,……Lübben Grete.

Ist es überhaupt möglich, den Schreck

nachzuempfinden, den Hermann durchfuhr?

Man müsste schon in den tiefsten

Abgründen seiner Erinnerung suchen

und das Schlimmste, das Unangenehmste

und vor allen Dingen das Peinlichste

hervorwühlen, was man je erlebt hat. Wie

versteinert stand Hermann da. Die Tat

leugnen war ausgeschlossen, entlarvte ihn

doch das Bukett in seiner Hand eindeutig

als den Übeltäter. Tausend Gedanken

schossen ihm durch den Kopf, ohne jedoch

eine klare Form anzunehmen. Er begriff

nur, dass in Zukunft nichts mehr so sein

würde wie vorher. Dann löste sich seine

Starre und machte einem Fluchtreflex

Platz. Nur weg von diesem Ort. Also hinkte

er davon, sprang über die Bäke, warf den

Nesselstrauß von sich und verschwand im

nahen Bauernwald.

Den Rest des Tages blieb Hermann

verschwunden. In der Feldmark trieb er

sich herum, versuchte einen klaren Gedanken

zu fassen, aber sein sonst so reger

Geist versagte ihm den Dienst. Gegen

Abend kam er zu dem Schluss, dass es das

Beste sei, sich Rat und Hilfe zu holen und

so steuerte er den Nachbarhof Kesse an.

Die Schilderung seines Missgeschicks

rief bei Kessen zunächst einmal die größte

Heiterkeit hervor. Der alte Kesse saß auf

seinem Stuhl, dunkelrot in seinem fetten

Gesicht, dicke Tränen liefen ihm über die

Wangen und mit beiden Händen hielt er

seinen gewaltigen Bauch, der im Rhythmus

seiner Lachanfälle auf und nieder

wippte. Er schwor bei allen Heiligen, noch

nie in seinem Leben so gelacht zu haben.

Es wäre nur schade, dass er nicht das dumme

Gesicht und den Allerwertesten der

alten Gaffelzange zu sehen bekäme. Oder

nein, besser wohl nicht. Er hätte sich sonst

wahrscheinlich auf den Friedhof gelacht.

Doch angesichts der tiefen Zerknirschung,

mit der Hermann wie ein

Häufchen Elend am Tisch saß, machte sich

alsbald ehrliche Hilfsbereitschaft breit.

Nach kurzer Beratung kam man zu dem

Schluss, dass Hermann um eine förmliche

Entschuldigung nicht herumkam. Also

pflückte man im Garten einen gehörigen

Blumenstrauß, wobei sich der alte Kesse

die Bemerkung nicht verkneifen konnte,

man solle ja darauf achten, dass dieser

nicht versehentlich eine Brennnessel

enthielt. So ausgerüstet und in Begleitung

der Bäuerin als Begleitschutz machte man

sich auf den Weg zum Hof Lübbe.

Hier angekommen, tat Hermann

stotternd und mit dem größten Bedauern

vor Lübben Grete Abbitte. Wie furchtbar

hätte doch ein grausames Schicksal seine

Hand geführt und diese Verwechslung

täte ihm unendlich leid. Er sähe ein, dass

er eine Strafe verdient habe und bitte um

eine kräftige solche. Lübben Grete hörte

sich Hermanns Entschuldigung an, dann

lies sie ihn wissen, dass sie diese annähme

und ihr Urteil später verkünden werde.

Dann entließ sie ihn mit einer flüchtigen,

hinausweisenden Handbewegung. Allein

in ihrem Zimmer zurückgeblieben, lief sie

noch ein paar Schritte auf und ab, kratzte

sich ihre geschundene Kehrseite, setzte

sich an den Tisch, legte den Kopf in beide

Hände und ….

lachte,…..lachte,…..lachte.

Ihr Urteil war ebenso weise wie

gerecht. Das Häuschen wurde von Grund

auf saniert, bekam einen neuen Anstrich

und vor allen Dingen einen Riegel an

der rückwärtigen Klappe, der sich nur

von innen betätigen ließ, um Anschläge

wie den geschehenen ein für alle Mal zu

verhindern. Dass diese Arbeiten von Hermann

in seiner ohnehin knappen Freizeit

ausgeführt werden mussten, versteht sich

natürlich von

selbst.

Mit der Zeit glätteten sich die Wogen

des Zorns und auch die Schadenfreude

der anderen Hofbewohner ebbte langsam

ab. Einige Jahre später heiratete Hermann

Schnücks Grete, die halbblinde Magd eines

Nachbarhofes und erhielt sein Heuerhaus

und sein Land.

Dies alles ist längst Vergangenheit

und alle Beteiligten deckt schon lange

der grüne Rasen. Aber noch heute, nach

so vielen Jahren, wenn diese Geschichte

erzählt wird, wirft so mancher Zuhörer

laut lachend den Kopf in den Nacken und

klatscht sich mit beiden Händen auf die

Knie.

Ausgabe Sommer 2022 mq | 47


Das Artland-Magazin.

Sperber

– der kleine Adler.

Von Alexandra Lüders

Laut einer deutsch-britischen Forschungsstudie wurden zehn

Greifvogel-Arten in Europa durch bleihaltige Jagdmunition

um 55 000 dezimiert. Sie hatten das giftige Schwermetall

beim Fressen von erlegten oder angeschossenen Säugetieren

aufgenommen. Insgesamt sind 135 Millionen Vögel in der EU von

Bleivergiftung betroffen, sie leiden unter Nervenschäden und haben

weniger Nachkommen. Der Sperber steht zwar noch nicht auf der

roten Liste der vom Aussterben bedrohten Greifvögel, muss aber angesichts dieser

alarmierenden Zahlen auch geschützt werden. Denn laut NABU (Naturschutzbund)

sterben Sperber während der Brutzeit durch forstwirtschaftliche Maßnahmen, Scheibenanflüge

oder illegale Greifvogelverfolgungen.

Manche Leute verwechseln den Sperber mit einem Turmfalken oder einem Habicht,

weil die Sperber-Weibchen den Falken knapp überragen und die Größe eines kleinen

Habicht-Männchens erzielen. Mit einer Körperlänge von 35 bis 41 Zentimetern und

einer Flügelspannweite von 67 bis 80 Zentimetern sind sie fast doppelt so groß wie

ihre Sperber-Männchen weshalb letztere sich ihnen nur in vorsichtiger Distanz nähern.

Anbetracht der sich daraus ergebenden Jagdeigenschaften der

Geschlechter, erscheinen die Größenunterschiede durchaus

sinnvoll. Das Männchen zeichnet sich durch eine hohe Wendigkeit

auf engem Raum aus. Es verfolgt kleine Vögel oft bis ins

Gebüsch oder sogar in geschlossene Räume. Auch sind winterliche

Futterhäuser ein jagdlicher Anziehungspunkt für die

Sperber. Das Weibchen hat mehr Kraft, um sogar Vögel

in der Größe von Tauben zu schlagen. Damit kann sie

mehr Energie speichern und besser überwintern.

Außerdem deckt sie mit ihrem großen Körper ihre

vier bis sechs Eier und die Nestlinge optimal

ab und verteidigt sie vor Feinden. Das flinke

Männchen hat sich auf kleine Singvögel spezialisiert,

mit denen er sowohl das Weibchen

als auch ihre Brut komplett allein versorgt.

Mäuse, Reptilien und Wirbellose bilden eine

kulinarische Abwechslung im Speiseplan

48 | mq Ausgabe Sommer 2022


NATUR & UMWELT

Dieser Jungvogel des Sperbers kam in der Neustädter Straße

in einem Hausgarten zur Welt – eine seltene Aufnahme, die

mir durch ein Fenster geglückt ist (Greifvögel haben sehr gute

Augen).

Foto: Alexandra Lüders

von Familie Sperber. Der Nestbau (60 cm) erfolgt ab Mitte

März bzw. Anfang April mit trockenen, laubfreien Zweigen,

die mit Rindenstückchen und Daunenfedern ausgepolstert

werden. Nach maximal 40 Tagen Brutzeit schlüpfen

die Jungvögel, welche nach 24 - 30 Tagen Nestlingszeit

flügge werden. Wobei der weibliche Nachwuchs schon

zwei bis drei Tage früher das Nest verlässt. Die Bettelrufe

„kiäh-kiäh“ der Jungen sind in der Nestumgebung deutlich

vernehmbar, wo sie die Eltern zwei bis drei Wochen zum

Füttern animieren. Experten sprechen von einem Rupf- und

Übergabeplatz der Beute 50 Meter rund um das Nest, was

auch gut sichtbar ist. Sperber leben in allen Landschaften,

wo es strukturierte Lebensräume mit Wäldern, Feldgehölzen

und offenen Bereichen gibt. Ihre Horste (Nester) finden

sich meistens in Nadelholzbeständen in Wäldern, Parks,

und Friedhöfen (ect) sowie in größeren Hausgärten. In

Nordrhein-Westfalen vermutet man bis zu 4500 Sperber-

Brutpaare. Nach Bayern und Niedersachsen leben hier

die meisten Brutpaare Deutschlands. In Düsseldorf

wurden 15 bis 17 Brutpaare pro 100 Quadratmeter

gezählt. Im Jahr 2019 kamen in Quakenbrück

in der Neustädter Straße vier

junge Sperber zur Welt, die durch ihre

Bettelrufe und ihre kleinen Rundflüge

zwischen den Dächern und Zäunen

die Anwohner überraschten. Die

flüggen Jungvögel hatten zwar

schon eine imposante Größe

erreicht, aber ihr quergebändertes

Gefieder bedeckte

noch ihre Oberseite

statt eines graubraunen

(Männchen) oder schiefergrauen Rückengefieders (Weibchen) der

Eltern. Bei den erwachsenen Männchen hat die Bänderung eine rötliche

Färbung. Die Iris ihrer Augen kann gelb, gelborange (w) oder rotorange (m)

sein. Oft verbleiben deutsche Sperber den Winter zwar im Land, aber ein

Teil von ihnen zieht im Herbst nach Südeuropa oder Nordafrika. Dafür

überwintern Sperber aus Skandinavien oder Russland gern bei uns,

um im März/April in ihre Brutgebiete zurückzufliegen.

Das kräftige Sperberweibchen hat eine Taube geschlagen.

Foto: Friedel Zöpfgen

Ausgabe Sommer 2022 mq | 49


Das Artland-Magazin.

Mehr

Klimaschutz

durch Gebäudebegrünungen

Dachbegrünungen und Fassadenbegrünungen

als ökologischer Ausgleich bebauter Flächen

Durch den an Geschwindigkeit zunehmenden

Klimawandel werden

dessen Folgen und Auswirkungen

auch in Deutschland immer spürbarer.

Obwohl die Wissenschaftler

weltweit mit Nachdruck eine drastische

Reduzierung der Schadstoffausstöße fordern,

mangelt es leider an der Umsetzung

der selbstgesteckten Klimaschutzziele.

Der zunehmende Temperaturanstieg in

den Sommermonaten führt u.a. zu einem

unerträglichen Aufheizen der Städte und

Gebäude. Um dies zu verhindern bzw.

abzuschwächen sollten wesentlich mehr

Dächer bzw. Fassaden, sofern sie nicht der

aktiven und passiven Sonnenenergienutzung

dienen, begrünt werden.

Dachbegrünungen, die entweder extensiv

oder intensiv ausgeführt werden können,

bieten gleichzeitig ökologische, klimatische

und bauphysikalische Vorteile gegenüber

konventionellen Dächern. Ökologisch

sind sie von großer Bedeutung für die

vom Aussterben bedrohte Insektenwelt;

klimatisch erzeugen sie Sauerstoff, binden

50 | mq Ausgabe Sommer 2022


ERNEUERBARE ENERGIEN

Staubpartikel und speichern Regenwasser;

bauphysikalisch verringern sie das Aufheizen

und verbessern die Wärmedämmung.

Dachbegrünungen sind nicht nur für Flachdächer

oder flach geneigte Dächer geeignet,

sondern lassen sich auch bei steileren

Dächern mit Dachneigung bis zu 45 ° - wie

auf dem Foto dargestellt – mit etwas mehr

Aufwand realisieren.

Fassadenbegrünungen haben ähnliche

Vorteile wie Dachbegrünungen. Je nach

Gebäude und Umfang der Fassadenbegrünung

können sehr unterschiedliche Systeme

realisiert werden. Von selbstklimmenden

Kletterpflanzen, über an Rankgerüsten

wachsenden Pflanzen bis hin zu aufwändigen

Konstruktionen vertikaler Gärten an

und in Gebäuden gibt es viele Möglichkeiten.

Dementsprechend sehr unterschiedlich

sind natürlich auch die Kosten für Fassadenbegrünungen.

Dach- und Fassadenbegrünungen tragen

somit zur Verbesserung des Kleinklimas in

den Städten und bebauten Quartieren bei.

Oben links:

Dachbegrünung mit Gräsern

und Wildblumen

Unten links:

Sukkulenten benötigen weniger

Wasser zum Überleben

Oben rechts:

Aufwendige Fassadenbegrünung

an einem Altbau

in London

Bild rechts:

Detailaufnahme der

Fassadenbegrünung

Fotos: Andreas Henemann

Architekt Dipl.-Ing.

Andreas Henemann

Quakenbrück

Ausgabe Sommer 2022 mq | 51


Das Artland-Magazin.

Umwelt- und

Klimaschutz

beginnen am

Wasserhahn

Trinkwasserampel unterstützt

verantwortungsvollen Wassergebrauch

Zu Beginn der Sommermonate hat der

Wasserverband Bersenbrück eine Wasserampel

auf seiner Website installiert.

Sie weist auf die aktuellen Trinkwasserabgaben

im Versorgungsgebiet hin.

„Wir möchten mit einer Darstellung der

Ist-Situation über die Abgabemengen

für den sorgsamen Umgang mit Trinkwasser

sensibilisieren“, sagt Ralph-Erik

Schaffert, Geschäftsführer des Wasserverbandes

Bersenbrück. „Eine Trinkwasserampel

ist ein bewährtes System, das

auch in anderen Kommunen eingesetzt

wird.“ Die Hitze- und Trockenphasen

der letzten Jahre haben gezeigt, wie

schnell in den heißen Sommermonaten

der Wasserverbrauch ansteigen kann.

Mit der Ampel appelliert der Verband an

die Nutzenden, sich an die Regeln der

jeweiligen Phase zu halten und damit

einen Beitrag zum generellen Schutz der

Trinkwasserressource zu leisten. „Wir

als Versorger sind dafür verantwortlich,

frisches Trinkwasser bereitzustellen. Aber

auch in der Bevölkerung muss ein Umdenken

stattfinden, hin zu einem sorgsamen

Umgang mit unserem wichtigsten

Lebensmittel“, so Schaffert. Die Verbraucherinnen

und Verbraucher haben es in

der Hand, denn die Trinkwasserabgabe

steuern alle gemeinsam und damit auch

den Betrieb der Wasserwerke.

Die Trinkwasserampel ist auf der Website

des Wasserverbandes unter www.

wasserverband-bsb.de zu finden und signalisiert

den aktuellen Wasserverbrauch

im Versorgungsgebiet. Leuchtet die Ampel

gelb, ist der Trinkwasserverbrauch zu

reduzieren. Beispielsweise in dem auf das

Befüllen von Pools oder das Rasensprengen

verzichtet wird. Bei einer roten Ampel

erreicht der Trinkwasserverbrauch seit

mehreren Tagen Tagesspitzenwerte.

Es wird dann dringend zur Reduzierung

des Trinkwasserverbrauchs auf das Nötigste

aufgerufen.

Quelle:

Wasserverband Bersenbrück

Infoveranstaltung

KLIMASCHUTZ

IM

UNTERNEHMEN

Anmeldung unter www.ilek-nol.de

13. Juli 2022 | 16:00 Uhr

bema GmbH Maschinenfabrik

Recker Str. 16 | 49599 Voltlage-Weese

52 | mq Ausgabe Sommer 2022


SPORT & FREIZEIT

Es geht wieder los…

ANMELDUNGEN

sind bis zum Vortag der Veranstaltung als

Mail möglich unter veranstaltung@cdvet.de

oder online über das Anmeldformular unter

www.cdvet.de/live-event.

Gute Nachrichten:

Nach Monaten der Corona-Abstinenz

können wir im Fürstenauer cdVet Store

endlich wieder kleine Live-Events für

Tierhalter veranstalten. In der Vergangenheit

haben wir in regelmäßigen

Abständen interessante Themen für

Tierhalter aufbereitet und dazu hier

vor Ort Workshops und Infoabende

angeboten. Auch in Zukunft möchten

wir euch und eure tierischen Begleiter

wieder vor Ort treffen und zum Netzwerken

anregen.

Bastel-Workshop

am 28.07.2022

Bei dem ersten tierischen Live-Event

am 28.07.2022, um 18:00 Uhr, laden wir

zu einem Bastel-Workshop zum Thema

Schnüffelteppich ein. Der Nachhaltigkeitsgedanke

steht selbstverständlich

dabei im Fokus, und so machen wir

mit euch gemeinsam aus etwas Altem

etwas Neues. In dem zweistündigen

Workshop könnt ihr eure kreative Seite

zum Vorschein bringen und unter

Anleitung unserer Bastelexpertin Katrin

einen erstklassigen DIY- Schnüffelteppich

für eure Fellnase anfertigen.

Dabei habt ihr die

Gelegenheit, mit

anderen Tierbesitzern

zu klönen und

euch zum Beispiel

über die neuesten

Erlebnisse mit

euren Vierbeinern

auszutauschen.

Materialien

werden von cdVet

gestellt. Gerne

könnt ihr aber

auch eigne Stoffreste

aus T-Shirts,

Bettlaken oder

ähnlichen Altkleidern

mitbringen.

Krer

„SCHNÜFFELTEPPICH“

28.07. 18.00 UHR CDVET CENTER

KOSTENLOSE

TEILNAHME

INK. MATERIAL!

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SCHNÜFFELTEPPICH

FÜR DEINEN HUND!

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DEINE FELLNASE!

Reisen mit Hund

am 25.08.2022

Das zweite Live-Event findet am 25.08.2022,

um 18:00 Uhr, zum Thema „nach der Reise

ist vor der Reise“ statt. Hier wollen wir mit

euch über Erfahrungen in Sachen „Urlaub

mit Hund“ sprechen. Im Fokus der Veranstaltung

steht die Entdeckung idealer

Reiseziele, Hundehotels und Ferienwohnungen.

Wir geben euch einen Überblick über

Hundepensionen in der Nähe. Auch wollen

wir darüber aufklären, was es auf Reisen

zu beachten gibt oder was du beim Packen

einer Reiseapotheke für deinen Fellfreund

alles bedenken solltest. Anschließend gibt

es Raum und Zeit für einen gemütlichen

Austausch über deine aufregendsten Erlebnisse

und Abenteuer mit Hund sowie die

Möglichkeit, neue „Spiel-Bekanntschaften“

für deine Vierbeiner zu schließen.

Tir

„URLAUB MIT HUND“

25.08. 18.00 UHR CDVET CENTER

FINDE INSPIRATION FÜR DEINEN

NÄCHSTEN URLAUB!

TAUSCHE DICH MIT ANDEREN

ÜBER DEINE BESTEN

URLAUBSAKTIVITÄTEN &

ABENTEUER AUS

Bei jedem Live-Event gibt es selbstverständlich

auf Wunsch auch die

Möglichkeit eine persönliche Beratung

zum Thema Ernährung und Pflege,

sowie einen Überblick über das Gesamtsortiment

zu erhalten. Außerdem

hält unser Store-Team immer eine

kleines Überraschungsgeschenk für

eure Begleiter auf vier Pfoten bereit.

Damit wir auch in Zukunft genau die

richtigen Themen vorbereiten können,

brauchen wir Hilfe. Was bewegt euch,

worüber wollt ihr sprechen, welche

Informationen werden benötigt? Alle

Hinweise sind sehr willkommen.

Schreibt uns einfach eine kurze Mail

mit euren Wunschthemen an

veranstaltung@cdvet.de

Center

✔ Parasitenschutz

✔ Hundefutter

✔ Ernährungsberatung

✔ Pflegeprodukte

✔ Futterergänzungen

✔ BARF-Frostfleisch

✔ Unverpackt

JETZT ANMEDEN UNTER

www.cdvet.de/live-event

ODER PER MAIL

veranstaltung@cdvet.de

Montag - Freitag 8.00 - 18.00 Uhr

Industriestr. 9-11 49584 Fürstenau

Ausgabe Sommer 2022 mq | 53


Reggaejam 2022- By the Rivers of Bersenbrück

Auch im 28. Jahr seiner Erfolgsgeschichte

steht das Reggae Jam für exquisite Musik

und eine einzigartige Atmosphäre.

Das Line up wartet, nach 2 jähriger Abstinenz,

in diesem Jahr mit vielen großen Namen der Szene auf.

Das Reggae Jam Festival findet seit 1994 in Bersenbrück statt. Organisator

Bernd „Sheriff“ Lagemann verbindet seine Leidenschaft für jamaikanische

Musik und die Liebe zu seiner Heimatstadt auf ungewöhnliche

Weise mit diesem Event. Am letzten Juli Wochenende stehen Hunderte

Künstler auf den zwei Hauptbühnen des Festivals im Klostergarten sowie

den zahlreichen Sound-Stations auf dem weitläufigen Gelände mit

Camping-Gelegenheiten. Drei Tage lang feiern bis zu 15.000 Besucher zu

exzellenter Musik.

Einmal im Jahr ist die niedersächsische Provinz der Nabel der Reggaewelt.

Meist werden die Bürgersteige in Bersenbrück gar nicht erst runtergeklappt,

aber am ersten Wochenende im August flirrt die Luft vor karibischer

Lebensfreude. Auf der Kuhweide hinterm Ort ist eine riesige bunte

Zeltstadt entstanden und hat die Einwohnerzahl zu doppelter Größe

hochschnellen lassen.

Im malerischen Klostergarten zwischen altehrwürdigen Fachwerk-Fassaden

und beschaulich dahin plätscherndem Flüsschen, geben sich die Stars

der internationalen Szene, Veterans und Newcomer auf zwei großen und

mehreren kleineren Bühnen und Soundstations die Ehre und begeistern

Besucher aus ganz Europa.

Doch nicht nur die musikalische Qualität und die exotischen Gäste

machen das Reggae Jam so besonders: Auch das kleine Städtchen selbst

hat einen großen Anteil daran, dass die Atmosphäre hier so reggaemagic

ist: Ganz Bersenbrück ist im Reggae Jam-Fieber und begrüßt die illustren

Besucher mit einer absolut umwerfenden Gastfreundschaft, die in der

Festival-Szene ihresgleichen sucht.

Als Initiator Bernd Lagemann aka Sheriff vor über einem Vierteljahrhundert

für das erste Reggae Jam warb, stieß er bei den Stadtvätern noch auf

Skepsis. Inzwischen ist das Festival zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor

geworden und die ganze Stadt macht mit. Kein Festival ist beliebter bei

den Reggaeheads, keines charmanter. Und auch im 28. Jahr heißt es wieder:

„Bersenbrück, are you ready?“ Und Bersenbrück breitet die Arme aus

und heißt den Vibe willkommen.

54 | mq Ausgabe Sommer 2022


Li.F.T.

Kartenvorbestellung:

05462-72080

(Buchhandl. Möllmann Ankum)

05435-2240

(Schreibwaren Runge, Berge)

05901-2743

(Lotto Greskamp, Fürstenau)

Mitglied der

www.kulturverein-lift.de

SAAL DER COMPAGNIA BUFFO · 49626 RESTRUP

UND ALTER BUCHLADEN, HAUPTSTR. 21, BERGE

2-22

PROGRAMM

Am 4. September ist wieder

Artländer

Renntag

Zum 120-jährigen Geburtstag des Artländer Rennvereins von

1902 soll das traditionelle Pferderennen im Hasepark-Stadion

am 4. September wieder ab 12:30 Uhr stattfinden.

Nach zweijähriger Corona-Pause sind wie in früheren Jahren

sieben Galopp- und sechs Trabrennen im Wechsel geplant.

Gespannt sein dürfen die wettlustigen Zuschauer auf zwei

Jagdrennen, darunter das spektakuläre Seejagdrennen. „Es

ist alles wie sonst. Wir hoffen wieder auf viele Besucher und

ein attraktives Starterfeld“, freut sich der Vorsitzende Gerhard

Karrenbrock auf den größten Pferdeevent der Region.

Als malerische Zäsur fungiert der nostalgische Kutschenkorso

unter der Regie von Heino Rüter, der sich um neue

Teilnehmer bemüht. „Das Gastronomieangebot ist bereits

gesichert und der Rennplatz wird wie immer aufs Feinste

gepflegt und für den großen Tag vorbereitet“, versichert

Karrenbrock. Unser Foto zeigt eine Aufnahme beim atemberaubenden

Galopprennen im Jahr 2019.

Foto: Alexandra Lüders

THEATER · MUSIK · FILM · KABARETT · LESUNG

Fr. 2. Serientäter-KINOABEND: 20 00

SEP „DIVA“

BERGE

Sa. 17. MusicLand 21 00

SEP Alternative DJ-Night

Einlass

Fr. 23. Günter Fortmeier 20 00

SEP „Echt sauber“ - Hand- u. Schattentheater

So. 25. Kindertheater 15 00

SEP Zirkus Dralladoni: „Die große Tierschau”

Sa. 1. Willi Lieverscheidt 20 00

OKT

„Lear - Der König von Wanne-Eickel“

Fr. 7. Serientäter-KINOABEND: 20 00

OKT „The Shining”

BERGE

Sa. 8. Goldfarb & Goldfarb 20 00

OKT „Lass uns Freunde bleiben“

So. 9. Kindertheater 15 00

OKT

„Dornröschen“ - Tamalan

Fr. 30. Philipp Weber 20 00

OKT

„FUTTER – streng verdaulich“

Fr. 4. Serientäter-KINOABEND: 20 00

NOV „Toni Erdmann”

BERGE

Sa. 5. Poetry.Slam.Show 20 00

NOV mit Andreas Weber und Gästen

Sa. 19. Richard Vardigans 20 00

NOV

Oper mal anders: „Zauberflöte“

Mi. 30. Compagnia Buffo 20 00

NOV

„Die etwas andere Weihnachtsfeier“

Fr. 2. Serientäter-KINOABEND: 20 00

DEZ „Der Himmel über Berlin”

Anschrift:

Li.F.T. e.V.

Literatur, Film und Theater auf dem Land

Restrup 10 ...49626 Bippen

Telefon: 0 54 35-2410

www.kulturverein-lift.de

Spendenkonto:

IBAN:

DE94 2655 1540 0121 2127 16

BIC: NOLADE21BEB

Kreissparkasse BSB

BIPPEN

KREISEL

BERGE

COMPAGNIA

BUFFO

FÜRSTENAU

BERGE

QUAKEN-

BRÜCK➔

NORTRUP➔

KETTENKAMP➔

RESTRUP

BERSENBRÜCK ➔

ANKUM ➔

· MUSIK · FILM · KABARETT · LESUNG

KALENDERTHEATER

Ausgabe Sommer 2022 mq | 55

Li.F.T. e.V. ...Literatur, Film und Theater auf dem Land ...Restrup 10 ...49626 Bippen ...Telefon: 0 54 35-24 10


Das Artland-Magazin.

KINO-TIPPS GENAUE ZEITEN AUF WWW.KINO-QUAKENBRUECK.DE

AB MITTWOCH, 06. JULI

LIEBESDINGS

NUR MITTWOCH, 13. JULI

DIE VERLEGERIN

AB DONNERSTAG, 21. JULI

BIBI & TINA EINFACH ANDERS

ENDE JULI

THOR 4 - LOVE AND THUNDER

AB DONNERSTAG, 04 AUGUST

BULLET TRAIN

Wir starten mit einer Ladies-Night-Preview

am Mittwochabend...

Marvin Bosch (Elyas M’Barek) lebt das

Leben, von dem viele nur träumen können:

Deutschlands größter Filmstar sonnt

sich im Scheinwerferlicht, ist auf allen

wichtigen roten Teppichen anzutreffen,

kreischende Fans reißen sich um ihn,

Kamerateams warten auf Interviews und

Fotografen jagen ihm nach. Auch heute

steht wieder eine Filmpremiere an und

die Leute erwarten sehnsüchtig Marvins

Ankunft. Doch er kommt nicht. Grund

dafür ist ein Interview mit der spitzzüngigen

Boulevardjournalistin Bettina

Bamberger (Alexandra Maria Lara), das

Marvin in der Zwischenzeit hatte – und

ordentlich aus dem Ruder gelaufen ist.

Nun ist der Filmstar auf der Flucht vor

den Medien und landet ausgerechnet im

feministischen Off-Theater „3000“, unter

der Leitung von Frieda (Lucie Heinze). Die

ist allerdings gar nicht begeistert von seiner

Ankunft, andererseits könnte Marvin

ihr von Nutzen sein, schließlich steht sie

mit ihrem Theater kurz vor dem Ruin.

Abschluß der diesjährigen Ökumenischen

Filmtage:

In den 1970er Jahren übernimmt Katharine

„Kay“ Graham (Meryl Streep) das

Unternehmen ihrer Familie – die Washington

Post – und wird so zur ersten

Zeitungsverlegerin der USA. Schon bald

darauf bekommt sie die volle Last dieser

Aufgabe zu spüren: Post-Chefredakteur

Ben Bradlee (Tom Hanks) und sein Reporter

Ben Bagdikian (Bob Odenkirk)

haben vom Whistleblower Daniel Ellsberg

(Matthew Rhys) geheimes Wissen

über die sogenannten Pentagon Papers,

Dokumente, die brisante Informationen

über Amerikas Rolle im Vietnam-Krieg

enthalten, in Erfahrung gebracht. Die

beiden Vollblutjournalisten wollen die

Informationen um jeden Preis veröffentlichen,

trotz aller etwaigen rechtlichen

Konsequenzen. Kay Graham bangt dagegen

um die Sicherheit und die finanzielle

Zukunft ihrer Angestellten. Ihre Position

als Verlegerin, amerikanische Patriotin

und Geschäftsfrau bringt sie in eine moralische

Zwickmühle…

Familienvorpremiere bereits am Sonntag,

17. Juli...

Bibi (Katharina Hirschberg) und Tinas

(Harriet Herbig-Matten) neuestes Abenteuer

könnte abgedrehter nicht sein: Der

Sommer beginnt mit einer Identitätssuche,

Falschnachrichten, die im Radio

verbreitet werden, vermeintlichen Aliens,

die aus der Zukunft kommen und drei außergewöhnlichen

Feriengästen namens

Disturber (Emilia Nöth), Spooky (Pauletta

Pollman) und Silence (Leander Lesotho).

Und dann versucht auch noch der mysteriöse

V. Arscher (Kurt Krömer), mit einem

ausgeklügelten Rachefeldzug gegen Graf

Falko (Holger Stockhaus) vorzugehen. Es

scheint, als wäre diesen Sommer alles

möglich und vor allem: jeder „einfach

anders“! Doch das trifft nicht auf Bibi und

Tina zu, die sind wie immer sie selbst, was

vor allem bedeutet, dass man sich auf die

besten Freundinnen immer verlassen

kann!

Der fünfte „Bibi & Tina“-Kinofilm

von Detlev Buck.

Vierter Film über Thor (Chris Hemsworth),

in dem der Titelheld wohl den Staffelstab

(bzw. Hammer) an seine Nachfolgerin

und Ex-Freundin Dr. Jane Foster (Natalie

Portman) weiterreichen wird, die

als weibliche Version des berühmten

Donnergottes im MCU auftreten wird.

Die Handlung basiert zum Teil auf der

Comic-Storyline „The Mighty Thor“, in

der eine krebskranke Jane Foster durch

Thors Hammer Mjölnir die Fähigkeit erhält,

zum Donnergott zu werden. Tessa

Thompsons Rückkehr als Valkyrie wurde

ebenfalls bestätigt, zudem ist Christian

Bale als Bösewicht Gorr The God Butcher

an Bord. Zumindest am Anfang werden

außerdem die Guardians Of The Galaxy

beteiligt sein und es sind bereits einige

Superstar-Cameos bestätigt. Taika Waititi,

der auch das Steinwesen Korg spricht,

wird nach „Thor 3: Tag der Entscheidung“

erneut Regie führen.

Bullet Train: So wird der Shinkansen-

Zug auf der Strecke Tokio - Kyōto auch

genannt, da er mit unglaublichen 320

km pro Stunde und ohne Zwischenstopp

zwischen den beiden Städten hin und

her rast. Aussteigen unmöglich. An Bord

des Shinkansen ist auch Ladybug (Brad

Pitt), ein vom Pech verfolgter Auftragskiller,

der im Hochgeschwindigkeitszug

sein nächstes Opfer erledigen soll. Nach

einigen Rückschlägen für Ladybug muss

dieses Mal einfach alles gut gehen. Doch

auch dieser Auftrag wird nicht einfach,

denn mit Tangerine (Aaron Taylor-Johnson),

Prince (Joey King), Hornet (Zazie

Beetz), Lemon (Brian Tyree Henry) und

Kimura (Andrew Koji) sind noch fünf

weitere Auftragskiller an Bord. Erstaunlicherweise

haben es nicht alle auf die

gleiche Zielperson abgesehen – und doch

scheinen ihre Aufträge miteinander verbunden.

Natürlich kommen sich die eiskalten

Auftragsmörder in die Quere und

im Hochgeschwindigkeitszug entbrennt

ein chaotischer Kampf auf Leben und Tod.

Die beste Zeit

für bestes Sehen

Entspannt sehen, erleben und genießen.

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• Kranken- und Behindertenfahrten auch für rollstuhlgebundene

Menschen mit Begleitung bis hinter die Haustüre

• Begleitservice bei Arztbesuchen

• Flughafentransfer und Kurierdienste

Abrechnung

über die

Krankenkassen!

56 | mq Ausgabe Sommer 2022


KINOWELT

Wir stehen in den Startlöchern! Falls eine Öffnung nicht möglich ist,

verschieben sich die Veröffentlichungen bis zur nächsten Lockerung.

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IM LAUFE DES SOMMERS

DER WALDMACHER

Volker Schlöndorff porträtiert in seinem

ersten Dokumentarfilm den australischen

Agrarwissenschaftler und Gewinner des

alternativen Nobelpreises Tony Rinaudo.

Mit seiner Technik revolutionierte er die

afrikanische Land- und Forstwirtschaft.

Seit Jahrzehnten verbreiten und praktizieren

Rinaudo und afrikanische Bauern

eine simple Schnitttechnik. 1981 kam

Tony Rinaudo in den Niger, er wollte die

Ausbreitung der Wüste und das Elend der

Bevölkerung mindern. Zunächst scheiterte

er mit seinen Versuchen, das Land

zu bepflanzen, bis er ein großes Wurzelnetzwerk

unter dem doch nicht so toten

Boden entdeckte...

AB DONNERSTAQG, 25. AUGUST

AFTER FOREEVER

Die „After Passion“-Filmreihe geht für

Hero Fiennes Tiffin und Josephine Langford

zu Ende: Im vierten und letzten Kapitel

werden Hardin und Tessa erwachsen

und sie werden nie mehr dieselben sein.

Aber erwartet sie ein Happy End oder

die Zerstörung ihrer leidenschaftlichen,

toxischen Beziehung? Hardin wird durch

eine Enthüllung bis ins Mark erschüttert,

die seine Vergangenheit betrifft, Tessa

durchleidet ihre eigene Tragödie.

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Ausgabe Sommer 2022 mq | 57


Nimm dir Zeit zum Lesen!

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Fax: 0 54 31 / 35 84

Tel.: 05434 / 522 1203 | E-Mail: tierarztpraxis@nachtigall-vonberg.de

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58 | mq Ausgabe Sommer 2022


Welthits

AUS DER BUCHVORSTELLUNG

KUNST GESCHÄFTSWELT & KULTUR

von damals und ihre Geschichten

„Ground control to Major Tom“:

1969 erschien ein Pioniergeist am Pophimmel.

SERIE

von Detlef

Bülow

Während die Menschen den Mond eroberten,

schwebte ein junger aufstrebender

Künstler auf die Erde herab und verkündete

aus den Radios sein Evangelium. Für

David Bowie war sein erster Hit ein kleiner

Schritt – für die Popwelt war es eine

Offenbarung.

Major Tom ist der wohl bekannteste Popsong,

in dem es um die Raumfahrt geht.

Die Figur, um die es darin geht wurde mit

einem Schlag weltberühmt, denn Bowie

hatte unbeschreibliches Glück: Space Odditiy

wurde während der amerikanischen

Mondlandung 1969 weltweit im Radio

gespielt! Doch was hatte David Bowies

„Space Oddity“ wirklich mit der Mondlandung

zu tun?

Manch vermeintliche Wahrheit ist so

unverrückbar, dass sie nicht einfach aus

der Welt zu schaffen ist. Dazu gehört auch

der Mythos, dass die Popikone seinen

besungenen Weltraumhelden Major Tom

auf die lange Reise ins All geschickt habe,

anlässlich der historisch bedeutsamen Begebenheit,

dass Neil Armstrong als erster

Mensch den Mond betrat.

Tatsächlich untermalte die BBC einige

Übertragungen rund um Neil Armstrongs

Hüpfer auf dem Erdtrabanten am 21. Juli

1969 mit dem unseligen Tom, der nach

dem Start seines Raumschiffs in Schwierigkeiten

gerät. Aber „Space Oddity“ als

Titelsong des späteren gleichnamigen

Albums war bereits am 11. Juli 1969

veröffentlicht worden und was gar nicht

so recht in den Zeitgeist passte: Am Ende

strandet Bowies Kunstfigur Tom unwiederbringlich

in den unendlichen Tiefen

des Alls. Aus diesem Grund waren die

BBC-Leute gut beraten gewesen, den Song

erst nach der sicheren Rückkehr der drei

Raumfahrer in den Äther zu schicken. Wer

konnte schon wollen, dramaturgisch zu

unterstützen, dass die Astronauten eventuell

gar nicht von ihrem Jahrhundertflug

zurückkehren und stattdessen auf ewig

wie Tom im All treiben?

Die Geschichte von „Space Oddity“ ist

ja eine ganz andere. Bowies schrieb den

Song schon ein Jahr zuvor. Er war Anfang

20, stand am Anfang seiner Weltkarriere

und war ein Künstler, der sich schon in

diesen jungen Jahren als Außenseiter

wähnte. Im selben Jahr flimmerte Stanley

Kubricks ikonischer Film „2001: Odyssee

im Weltraum“ erstmals über die Leinwände

der Kinos. Der amerikanische Regisseur

und Autor beschreibt darin die Reise von

fünf Astronauten zum Jupiter mithilfe des

Supercomputers HAL. Kubrick thematisierte,

mehrdeutig in der Bildsprache und

minimalistisch in den Dialogen, Existenzialismus,

Evolution, Künstliche Intelligenz

und außerirdisches Leben. Die Odyssee

wurde für vier Oscars nominiert.

Der junge David schaute den Film wieder

und wieder. Er war fasziniert und verlor,

wie er „Performing Songwriter“ ebenfalls

gestand, fast den Verstand dabei. Für

Bowie war die Odyssee durchs All eine

Offenbarung und die Initialzündung für

„Space Oddity“ – nicht die bevorstehende

Erkundung des Monds. Vergleicht man die

beiden Titel, hätte man von allein darauf

kommen können. „A Space Odyssey“

heißt Kubricks Werk im Original, bei

Bowie wird die Odyssee zur „Oddity“, zur

Kuriosität.

Mit der „Space Oddity“ also startete

Bowie seine Weltkarriere, und das Thema

Raumfahrt und Science-Fiction ließ ihn

nicht mehr los. Major Tom erstand in den

späteren Songs „Ashes to Ashes“ und

„Hallo Spaceboy“ auf, das All thematisierte

er in „Life on Mars?“, „Ziggy Stardust“,

„Dancing out in Space“ oder zletzt noch

kurz vor seinem Tod am 10. Januar 2016 in

„Lazarus“.

Wie wäre David Bowies Karriere wohl

verlaufen, wenn er nicht diesen Smash Hit

gehabt hätte? Darüber kann man natürlich

nur spekulieren. Die von ihm neben

Ziggy Stardust erfundene Figur Major Tom

machte jedenfalls in den Jahren nach der

Mondlandung munter weiter Karriere in

der Pop-Welt.

So hatte u.a. Peter Schilling 1983 mit

„Major Tom (völlig losgelöst)“ einen der

größten Hits der Neuen Deutschen Welle.

Bowie selbst nannte den Major in einem

seiner späteren Songs einen Junkie. Der

Star-Trek-Darsteller William Shatner veröffentlichte

2011 ein Album mit Coverversionen

von Songs, die sich mit Weltraum-

Themen beschäftigen. Titel: Seeking Major

Tom. Die Figur im Song ist ein Astronaut,

der nach dem Start seines Raumschiffs in

Schwierigkeiten gerät und schließlich ins

All wegdriftet.

Ausgabe Sommer 2022 mq | 59


Pferderennen Quakenbrück

Foto: Artländer Rennverein, Alexandra Lüders

VERANSTALTUNGEN IM ARTLAND

Alle Termine

ohne Gewähr!

Quelle: www.artland.de

07 JULI

Stadtpark Open Air

Fr, 08.07.2022, 18:30 Uhr

Veranstaltungsort:

Park der Deutschen Einheit, Quakenbrück

Veranstalter:

Burgmannskapelle Quakenbrück e. V.

www.burgmannskapelle.de

„Grilling me softly“

- Ein bunter Abend

Fr, 08.07.2022, 20:00 - 22:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Theaterwerkstatt Quakenbrück e. V.

Bahnhofstr. 33, 49610 Quakenbrück

Veranstalter:

Theaterwerkstatt Quakenbrück e. V.

Telefon: 05431 2644, www.theaterwerkstatt-quakenbrueck.de

„Festival auf‘m Platz“

Sa, 09.07.2022, 11:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Marktplatz Quakenbrück

Markt 1, 49610 Quakenbrück

Veranstalter:

Niedersächsische Sparkassenstiftung

www.artland.de

„Grilling me softly“

- Ein bunter Abend

Sa, 09.07.2022, 20:00 - 22:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Theaterwerkstatt Quakenbrück e. V.

Bahnhofstr. 33, 49610 Quakenbrück

Veranstalter:

Theaterwerkstatt Quakenbrück e. V.

Telefon: 05431 2644, www.theaterwerkstatt-quakenbrueck.de

21. Ökumenische Filmtage

„Die Verlegerin“

Mi, 13.07.2022, 19:45 Uhr

Veranstaltungsort:

Schauburg Filmtheater

Schiphorst 4, 49610 Quakenbrück

Veranstalter:

Arbeitskreis Christlicher Kirchen

im Artland

60 | mq Ausgabe Sommer 2022

08 AUGUST

Hubert-Greten-Pokalschießen

Fr, 23.09.2022, 19:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Schießstand Schützenhof

Am Schützenhof 1, 49610 Quakenbrück

Veranstalter: Schützenverein Quakenbrück

von eine 1589 e. V. Zeit, in der

In unserer Sommerfest Gesellschaft zum 25jährigen spielt die Freiheit eine große Rolle. Doch wir erleben momentan

wir aufgrund Jubiläum Kindersuppe Pandemie Grönloh e.V. mit enormen Einschränkungen umgehen müssen. Wie passt Danziger das Str. 17, zusammen?

49610 Quakenbrück

Unter

mit

Freiheit

Open End

wird doch oft der Zustand verstanden, in dem

Kulturschatz

ich tun

Artland

und

„live“

lassen kann,

Telefon:

was

05431

ich

943116

will. Nicht

Sa, 20.08.2022, 15:00 Uhr

Sa, 10.09.2022, 11:00 Uhr

www.schuetzenverein-quakenbrueck.de

gebunden sein, niemandem Rechenschaft ablegen müssen... Aber auch andere haben diesen Freiraum,

Veranstaltungsort:

So, 11.09.2022, 11:00 Uhr

und Kindersuppe so findet Grönloh die e. eigene V. Freiheit ihre Grenze da, wo der Veranstaltungsorte: Freiraum des anderen beginnt. Freiheit kann

also Am nicht Zuschlag Beliebigkeit 5a, 49635 Badbergen oder Egoismus bedeuten. Es geht unverzichtbar Quakenbrück, Badbergen, darum, Menslage, verantwortlich zu handeln,

um auch Veranstalter: die Würde und Freiheit des anderen zu achten. Nortrup Die vier Filme in der diesjährigen Reihe beleuchten

Kindersuppe das Grönloh Thema e. V. aus ganz Artländer unterschiedlichen Pferderenntag Blickwinkeln Veranstalter: Erich und Everding wollen zur Diskussion anregen.

Am Zuschlag 5a, 49635 Badbergen So, 04.09.2022

www.everdings-muehle.de

Telefon: 05433 1311

Veranstaltungsort:

Rennplatz Hasepark

MITTWOCH, 20.04., Dinklager 19.45 Straße 20 UHR

49610 Quakenbrück

NOMADLAND USA, Veranstalter: 2020 108 min

Torsten Sträter:

Artländer Rennverein e.V.

„Schnee, der auf Ceran fällt“

Zehntausende 09 SEPTEMBER

Menschen in Amerika 49610 sind Quakenbrück unterwegs: Sie leben in Wohnmobilen, Vans, Anhängern.

Übernachten auf Supermarktparkplätzen, www.artlaender-rennverein.de neben den Highways, in der Wüste. Sie Veranstaltungsort:

Fr, 23.09.2022, 20:00 Uhr

schaufeln Zuckerrüben in North Dakota, reinigen Toiletten in den Nationalparks von Kalifornien,

Mannschaftstriathlon

arbeiten 12-Stunden Schichten Vereinsmeisterschaft

im Amazon-Versandzentrum im winterlichen Texas. Jahnstraße 19

Artland Arena

Eines des haben TuS Badbergen sie oft gemeinsam: Sie des sind SV 1589 alt e. und V. mit arm. GrillenDeshalb ziehen sie - in scheinbarer 49610 Quakenbrück

Freiheit Fr, 02.09.2022, - als Nomaden 18:00 Uhrder Arbeit von Mo, 05.09.2022, einem saisonalen 14:00 Uhr Tageslohnjob zum nächsten.

Veranstaltungsort:

Veranstaltungsort:

Artländer

Vereinsgelände TuS Badbergen

Schießstand Schützenhof

Apfelfest

MITTWOCH, 18.05., 19.45 UHR

Veranstalter: TuS Badbergen

Am Schützenhof 1, 49610 Quakenbrück Everdings Mühle Öffnung Rosarium Sa, 24.09.2022

1. Vorsitzender Jan-Peter Weller, Alte Veranstalter: Schützenverein Quakenbrück

von 1589 e. V.

Sa, 10.09.2022, 11:00 - 18:00 Uhr Artländer

und Mühlencafé „Oma Plüsch“

Veranstaltungsort:

DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER D, 2018 111 min

Heerstr. 2, 49635 Badbergen

Telefon: 05433 2789900 Im Jahr Danziger 1956 sind Str. 17, die 49610 Abiturienten Quakenbrück Theo So, und 11.09.2022, Kurt unterwegs 11:00 - 18:00 Uhr in Westberlin Pflanzenhof und sehen bei einem

Kinobesuch Telefon: in 05431 der 943116 Wochenschau erschütternde Veranstaltungsort/Veranstalter:

Bilder vom niedergeschlagenen Im Zwischenmersch, Volksaufstand

49610 Quakenbrück

in Budapest. www.schuetzenverein-quakenbrueck.de

Zurück der DDR wächst Everdings gemeinsam Mühle mit ihren MitschülerInnen Veranstalter: Artländer die Idee, Pflanzenhof während

des Unterrichts eine Schweigeminute Mimmelager für die Str. 63a, Opfer des Bestrebens Im Zwischenmersch, nach Freiheit 49610 einzulegen.

Der Unternehmenstag

Volksbildungsminister vermutet 49635 einen Badbergen-Groß politischen Mimmelage Akt dahinter Telefon: und 05431 versucht 2458 mit allen

Quakenbrück

Mitteln den Do, 08.09.2022, Anstifter 19:00 ausfindig Uhr zu machen. Telefon: Doch 05436 die 969666 Klasse hält auch www.pflanzenhof-online.de

trotz Verdächtigungen,

Verhören Veranstaltungsort: und Drohungen zusammen… www.everdings-muehle.de

basiert auf wahren Begebenheiten.

Dragons Center (bei der Artland Arena)

Veranstalter: Samtgemeinde Artland

MITTWOCH, Brockhaus Open Air 15.06., Telefon: 19.45 05431 182-116 UHR

Sa, 03.09.2022

GEGEN Veranstaltungsort: DEN STROM Abendsportfest ISL, des FRA, TuS Badbergen UKR, 2018 101 min

Halla Brockhaus ist Chor-Leiterin, eine unabhängige Fr, 09.09.2022, und warmherzige, 18:00 Uhr eher in sich gekehrte Frau. Doch

hinter Alençoner der Fassade Str. 20, 49610 einer Quakenbrück gemächlichen Veranstaltungsort: Routine führt sie ein Doppelleben als leidenschaftliche

Umweltaktivistin. Veranstalter: Bekannt unter dem Vereinsgelände Decknamen TuS Badbergen "Die Bergfrau" bekämpft sie heimlich in einem

Ein-Frau-Krieg Kirchengemeinde St. Sylvester die nationale Aluminiumindustrie. Veranstalter: TuS BadbergenDoch dann bringt die Bewilligung eines

fast schon Alenconer in Str. Vergessenheit 11, 49610 Quakenbrück geratenen 1. Vorsitzender Adoptionsantrags Jan-Peter Weller, Hallas Alte gradlinige Pläne aus dem Takt.

Entschlossen

Telefon: 05431

plant

3337

sie ihre letzte und

Heerstr.

kühnste

2, 49635

Aktion

Badbergen

als Retterin des isländischen Hochlands.

www.kg-sylvester.de

Telefon: 05433 2789900

Kalb- und Poggenschießen

MITTWOCH, Schützenverein Hengelage- 13.07., Burgmannsfest 19.45 in UHR Quakenbrück Konzert Inna Kogan (Violine)

Brokstreek e. V.

Fr, 16.09.2022, 10:00 Uhr

Sa, 24.09.2022, 16:00 Uhr

DIE Sa, VERLEGERIN 10.09.2022, 14:00 Uhr

So, 18.09.2022, USA 22:00 2017 Uh 117 minVeranstaltungsort:

1971 steht

Veranstaltungsort:

mit Katharine „Kay“ Graham

Veranstaltungsort:

(Meryl Streep) eine Frau an

Arche

der

Christliches

Spitze des

Krankenhaus

Verlags,

der die

Schützenhalle

renommierte

Hengelage,

„Washington

Quakenbrück

Post“

Innenstadt

herausbringt.

Quakenbrück

Als erste weibliche

Danziger

Zeitungsverlegerin

Str. 2, 49610 Quakenbrück

der USA

Veranstalter:

hat Kay ohnehin keinen leichten

Veranstalter:

Stand,

Initiative

außerdem

Quakenbrück

steht

e. V.

die

Veranstalter:

Zeitung kurz vor dem

Börsengang

Schützenverein

– brisant

Hengelagewird

es, als Chefredakteur

1. Vorsitzender Jürgen

Ben

Holterhus,

Bradlee (Tom

Christliches

Hanks)

Krankenhaus

über einen

GmbH

gigantischen

Brokstreek Vertuschungsskandal e. V.

im Weißen Lange Str. Haus 65, 49610 berichten Quakenbrück will - Amerikas Danziger Rolle Str. 2, 49610 im Vietnam-Krieg,

info@sv-hengelage.de

den allein vier US-Präsidenten Telefon: 05431 verwickelt 907040 sind. In einem Telefon: nervenzerreißenden

05431 150

Quakenbrück

Kampf www.sv-hengelage.de

für die Pressefreiheit riskieren www.initiative-quakenbrueck.de

Kay und Ben ihre Karrieren und www.ckq-gmbh.de die Zukunft der Zeitung

– ihr mächtigster Gegner ist dabei die US-Regierung…

ORT: SCHAUBURG FILMTHEATER, SCHIPHORST 4, QUAKENBRÜCK. EINTRITT: 7,- EURO


Ausgabe Sommer 2022 mq | 61


Die blühenden Dattelpalmen

im Garten Revermann faszinieren Mensch und Tier.

Gartenparadiese im Artland

Der Artland Regional Tourismus-Verein hat 10.000 Exemplare seines neuen Gartenflyers herausgegeben.

Zehn Gartenparadiese des Artlandes laden darin Interessierte zu einem Besuch ein.

Dazu gehören der Karlsgarten, der Garten Bocklage, das Rosarium von Everdings Mühle,

Eltings-Bußmeyers Bauerngarten, der Garten der Imkerei „Honigsüß“, die Gärten Pethig,

Hilfer und Ansmann sowie der Blumen- und Kräutergarten Groneick. Alle Gärten bezaubern

durch ihre individuelle Form, Größe und Gestaltung. Im Detail spiegeln sie Geschmack und

Vorlieben ihrer Besitzer wieder. Klein aber fein präsentiert sich der Siedlungsgarten von Silke

und Frank Revermann in Badbergen/Groß Mimmelage. In rund 30 Jahren haben sie ihr 1500

Quadratmeter großes Refugium mit Teichanlage, Gartenhaus und Außen-Grillküche immer

wieder umgestaltet. Verschiedene Sitzecken unter Palmen, unter Olivenbäumen und in der

Rhododendron-Laube laden zum Lesen, Abschalten oder geselligen Verweilen ein. Neben den

Eigentümern lebt hier auch ein Minizoo mit weißen Tauben, Schildkröten und vielen Vögeln,

die hier gern nisten und den Garten mit Leben füllen. Besonders faszinierend sind auch die

blühenden Bananenpflanzen, welche gut überwintern können. Frank Revermann hat Bänke,

Tische und Stühle sowie mediterrane Steinbeete selbst gestaltet, weil er über ein fundiertes

handwerkliches Know How und über eine Menge Kreativität verfügt.

„Hier ist nicht alles nicht nur chic, sondern auch zweckmäßig und nützlich“, verweist er auf

die Obstbaumwiese, Kräuterbeete und Tomatenpflanzen sowie die Spalierwand mit den

eigenen Weintrauben. Der Garten wird von zwei Rotbuchen in Säulenform, Omorikafichten,

Bambus, einem Feigenbaum, der großen Magnolie und Buchsbaumhecken umrahmt, während

ein wellenförmiger Rasen die Bepflanzungen rund um den Teich abschließt.

Wer den Garten hautnah erleben möchte, kann sich unter Telefon 05431/ 3415 oder

01723415004 mit Revermanns in Verbindung setzen.

Foto: Alexandra Lüders

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

Oelkers, Druckhaus im Artland GmbH

Hindenburgstr. 48 | 49610 Quakenbrück

GESAMTHERSTELLUNG

Oelkers, Druckhaus im Artland GmbH

REDAKTION

Hans-Wilhelm Oelkers (V.i.S.d.P.),

Ruth Keck, Alexandra Lüders, Detlef

Bülow, Heiko Bockstiegel, Bernd Middendorf,

A. Henemann, Beate Deeken

und Daniel de Oliveira Prudèncio, sowie

Vereine, Firmen, Personen, Gruppen und

Institutionen, die uns freundlicherweise

Texte und Fotos zur Verfügung stellen.

Verantwortlich für den Inhalt der

redaktionellen Texte sind die jeweiligen

Vereine, Firmen, Personen, Gruppen und

Institutionen.

ANZEIGEN- U. REDAKTION

Oelkers, Druckhaus im Artland

Hindenburgstraße 48

49610 Quakenbrück

fon 0 54 31 - 94 10 01

fax 0 54 31 - 94 10 50

hawe.oelkers@gmail.com

info@keck-kommunikation.de

Das MQ+ erscheint in einer Auflage von

10.000 Stück im Artland und punktuell in den

angrenzenden Ortschaften.

Es gelten die Anzeigenpreise gem. Mediadaten

MQ+, Stand Mai 2013.


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