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Leo September | Okotber 2022

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MÜNCHEN

SEPTEMBER / OKTOBER 2022 І HEFT 181

RÜCKBLICK

Das war der

CSD MÜNCHEN

BÜHNE

QUEERER

KULTURHERBST

Filmfest, Schauspiel,

Oper, Musical

MUSIK

Im Gespräch mit

ROBBIE

WILLIAMS

O´ZAPFT IS!

DIE WIESN

bleibt rosa

INTERVIEWS: SARAJANE, AURA DIONE, ELECTRIC CALLBOY, LUKE MACFARLANE

INTERVIEWS: HOLGA, LIZZO, LAUV, EMMA THOMPSON


Samstag

15.10. 22

18-1 Uhr

15 € zzgl. Gebühren • VVK München Ticket • Inklusive MVG-Shuttlebusse

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Intro 3

Inhalt

SZENE

KULTUR

IMPRESSUM

REGIONAL

4 Szene

14 Politik

16 Wiesn

20 Style

22 Eyecandy

24 Stadtplan

26 Kultur

LEBEN

Musik

Film

Buch

Design

Reise

Kunst

Gesundheit

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und digital!

endlich geht es wieder los. Nach zwei Jahren Pause startet am

17. September das 187. Oktoberfest. Ihr könnt also jetzt schon

eure Dirndl und Lederhosen raussuchen und schauen ob noch

alles passt. Aber nicht nur das Oktoberfest steht vor der Tür,

auch der Run for Life und die Lange Nacht der Museen. Es ist

also viel los im September und Oktober in und um München.

Viel Spaß mit der März/ April-Ausgabe des LEO Magazins!

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4 SZENE

400.000

FEIERN

CSD MÜNCHEN

BRICHT ALLE REKORDE

Endlich mal klotzen: Mit rund

400.000 Gästen war der Münchner

CSD heuer nicht nur der (mit Abstand)

größte seiner 41-jährigen Geschichte,

am finalen Wochenende des 16. und 17.

Juli feierten in der Bayernmetropole auch

mehr Besucher*innen als in Hamburg und

etwa gleich viel wie ihn Berlin.

Ganz überraschend kam das nicht, denn

schon im Vorfeld standen die Zeichen

nach zwei Jahren Coronapause auf

Rekord: So war das RathausClubbing

online binnen weniger Minuten

ausverkauft und über 140 Gruppen und

Vereine hatten sich zur Parade angemeldet.

„Ich glaube, das war die längste und

größte CSD-Parade, die ich je gesehen

habe“, so Stadtrat Thomas Niederbühl,

politischer Sprecher des CSD München.

Und das war sie auch: Rund 27.000

Menschen nahmen an dem bunten Zug

teil, insgesamt zählte die Polizei 400.000

Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Beim

letzten CSD vor Corona waren es noch

155.000 gewesen. „Ein Wahnsinn, aber ein

toller Wahnsinn!“, so beschrieb es ein Gast,

der extra aus Wien angereist war.

MIT MACHT AUS DER CORONAPAUSE

ZURÜCK

Vom Mariahilfplatz in der Au bis zum

Marienplatz in der Altstadt zog der Tross

knapp drei Stunden lang über die vier

Kilometer lange Strecke. Solidarität mit

der Ukraine war das Thema der politischen

Zwischenkundgebung, die während der

Parade auf allen Wagen zu hören war.

Neben der Streckenführung ein weiteres

Novum dieses Jahres. Das diesjährige

CSD-Motto LESS ME, MORE WE galt aber

auch – und vor allem – der Solidarität mit

und innerhalb der LGBTIQ*-Community


In/ Outcall

kein

Ruhetag

open daily

in Deutschland. Hier ging es um gleiche

Rechte und Akzeptanz, die in vielen

Bereichen bis heute nicht erreicht

sind: So fehlen unter anderem ein

umfassender Diskriminierungsschutz,

ein zeitgemäßes Abstammungsrecht

und ein Selbstbestimmungsgesetz.

Ausgrenzung und Gewalt, die LGBTIQ*

bis heute erleben, machen Aktionspläne

für Gleichstellung nötig, die es bereits in

allen Bundesländern gibt, nicht aber in

Bayern. All das waren Themen des diesjährigen

CSD, die sich im Programm der

Haupt- und Kulturbühne in der Altstadt

und dem Straßenfest überall wiederfanden,

wo sich die Münchner Community

an den etwa siebzig Infoständen dem

Publikum präsentierte. Schon im Vorfeld

lieferten die PrideWeeks, erstmals auf

zwei Wochen verlängert, mit einer

Rekordzahl an Veranstaltungen ein

beeindruckendes Vorspiel. Für die

veranstaltenden Vereine der CSD GmbH

(Rosa Liste, LesCommunity, Münchner

Aids-Hilfe, Sub und diversity) aber auch

eine Herausforderung, die im Endeffekt

bravourös gemeistert wurde. Und so

kann man mit Stolz auf einen Event der

Superlative zurückblicken, der übrigens

mit dem TINQ-March und dem Extra-

Pride zwei neue Events präsentierte,

die die trans*, inter und non-binäre

Community in den Mittelpunkt rückten

und dazu ermahnten, dass sich (auch

die queere!) Mehrheitsgesellschaft offener

und akzeptierender als bisher zeigen

sollte. CSD-Geschäftsführer Alexander

Kluge: „Nach zwei Jahren Corona-Pause

konnten wir endlich wieder auf der

Straße demonstrieren und feiern. Die

Sehnsucht danach war groß.“ *bm

Galerien/Videos:

www.csdmuenchen.de

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6 SZENE

EINWEIHUNG MIT OB REITER

MÜNCHENS ERSTE

REGENBOGENBANK

Es hat eine Weile gedauert, doch

dann stand Münchens erste

Regenbogenbank. Am 15. Juli wurde sie

von Oberbürgermeister Dieter Reiter

und Charlotte Knobloch, Präsidentin der

Israelitischen Kultusgemeinde München

und Oberbayern, eingeweiht. Nicht nur

das bunte Möbel, auch der Platz ist

hochsymbolisch: Sie steht direkt vor der

Jüdischen Hauptsynagoge Ohel Jakob

am St.-Jakobs-Platz. Gesponsort wurde

die Bank vom Gay Outdoor Club, der

queeren Sektion des Deutschen Alpenvereins,

dessen Vorsitzender Thomas

Michel sich für diesen Ort stark machte

– als Zeichen, dass Vielfalt, Gleichstellung

und Antidiskriminierung wichtige

Anliegen der Stadt München und der

queeren Community sind.

FOTO: BERND MÜLLER

FÜR VIELFALT, AKZEPTANZ UND

OFFENHEIT

Das überzeugte auch Charlotte Knobloch.

Die 89-Jährige ließ es sich nicht nehmen,

zu diesem Termin zu erscheinen und ein

paar Worte zu sprechen. Wer sich dabei

eine flammende Rede für die Anerkennung

von LGBTIQ* erhofft hatte, wurde

freilich enttäuscht – aber immerhin hatte

sie einige Sätze zu Toleranz, Respekt und

Miteinander parat. Sei’s drum, die Geste

zählt. Und die ist mehr als bemerkenswert,

denn große Teile der (konservativen)

jüdischen Gläubigen tun sich mit

queerem Leben bekanntlich schwer. Ein

starkes Signal also auch an die jüdische

Gemeinde. „Diese Bank ist ein weiteres

sichtbares Symbol dafür, dass München

Akzeptanz und Weltoffenheit lebt – nicht

nur in der PrideWeek, sondern das ganze

Jahr über“, so Dieter Reiter. Auf der Bank

ist die Widmung „Für Vielfalt, Akzeptanz

und Offenheit“ zu lesen, die zugleich

der Leitsatz des GOC ist. Eine zweite

Regenbogenbank steht seit dem 25.

August auf dem Stephansplatz, inmitten

des Glockenbachviertels, eine dritte folgt

demnächst auf der Aussichtsplattform

im Luitpoldpark.

FOTOCHALLENGE

Um das bunte Motiv bekannter zu machen,

ruft der Gay Outdoor Club zu einer Fotochallenge

auf. Wer ein besonders geglücktes,

persönliches Foto mit Regenbogenbank an

regenbogenbank@dav-goc.de mailt, kann eine

GOC-Tour inklusive Reisekosten und Essen, ein

Abendessen oder Eintritt und Getränke für die

DAV Kletter- und Boulderhalle in Thalkirchen

gewinnen – jeweils für zwei Personen. Die Bilder

werden auf der Webseite www.dav-goc.de sowie

in Social Media veröffentlicht, die Sieger von

dwen Mitgliedern des GOC gekürt. Einsendeschluss

ist der 30. September. *bm

NEUE INFO-PLATTFORM

Queeres Netzwerk

Bayern gestartet

Das Queere Netzwerk Bayern (QNB) hat

am 27. Juli 2022 ein neues Online-Portal

veröffentlicht, das als zentrale Plattform

für alle LGBTIQ*-Angebote im Freistaat

Bayern dienen soll. Herzstück der Website

ist eine Landkarte, über die mithilfe

diverser Filterfunktionen nach Beratungsstellen,

Austauschgruppen und weiteren

queeren Initiativen gesucht werden kann.

Insbesondere Menschen in den ländlichen

Regionen sollen von diesem niedrigschwelligen

Informationsangebot profitieren.

Neben einem bayernweiten Veranstaltungskalender

bietet die Plattform eine

Auswahl relevanter Fachinformationen

rund um Fragen der geschlechtlichen

und sexuellen Vielfalt sowie Verweise auf

weitere Quellen. „In Bayern besteht seit

Jahren ein riesiger Bedarf an Beratungsund

Informationsangeboten für LSBTIQ*“,

so LSVD Vorstandsmitglied Alexander

Irmisch. „Zahlreiche queere Initiativen

leisten wertvolle Aufklärungsarbeit, die

wir so sichtbarer machen und langfristig

stärken wollen.“ Das Queere Netzwerk

Bayern ist ein Kooperationsprojekt des

BJR (Bayerischer Jugendring), der dgti

(Deutsche Gesellschaft für Transidentität

und Intersexualität) und des LSVD Bayern

(Lesben- und Schwulenverband in Bayern).

Das Projekt wird durch das Bayerische

Staatsministerium für Familie, Arbeit und

Soziales gefördert. *bm

www.queeresnetzwerk.bayern


EIN BESONDERES SIGNAL

Regenbogenfahne

am Landtag

SZENE 7

Zum Münchner CSD ist der Regenbogen

aus dem Stadtbild schon lange nicht mehr

wegzudenken.

So sind beispielsweise der Olympiaturm,

die Allianz-Arena oder die Staatsoper

farbig beleuchtet, an vielen öffentlichen

Plätzen und privaten Gebäuden ist die

Fahne zu sehen, ebenso weht sie an

Bussen oder Trambahnen. Doch in diesem

Jahr kam ein ganz besonderer Ort dazu:

Erstmals wurde zum CSD München eine

Regenbogenfahne vor dem Bayerischen

Landtag gehisst. Das ist insofern bemerkenswert,

als dass das Maximilianeum ein

Ort ist, an dem queeres Leben bis heute

nur eine Nebenrolle spielt. Dass es doch

dazu kam, ist einer Initiative von Grünen,

FDP und SPD sowie dem Einsehen von

Landtagspräsidentin Ilse Aigner zu verdanken.

Die grün-rot-gelbe Opposition hatte

(einmal mehr) einen Antrag zur Beflaggung

formuliert, der zunächst vom Landtagsamt

mit Hinweis auf das Hausrecht der

Landtagspräsidentin abgelehnt wurde.

Kurzerhand wandte man sich mit einem

FOTO: DIE GRÜNEN

persönlichen Brief an Ilse Aigner. „Die

Rechnung ging auf“, berichtet Arne Brach,

Parlamentarischer Berater für Queerpolitik

bei Bündnis 90/Die Grünen. „Die Hinweise

auf Missstände und Übergriffe auf CSDs,

die zeigen, wie wichtig ihre Solidarität sei,

haben gefruchtet.“ Und so kam es dazu,

dass am CSD-Wochenende die Flagge

vor dem Bayerischen Landtag wehen

konnte. Hoffen wir, dass sie auf viele der

Abgeordneten abfärbt. *bm

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8 SZENE

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FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/ SHAPECHARGE

WIEDER AM START

RUN FOR LIFE

Nach zwei Jahren, in denen coronabedingt

nur eine „Light“-Version des Benefizlaufs

möglich war, wird der Run for Life 2022 am

11. September wieder durchstarten, und

zwar mit allem Drum und Dran – diesmal unter dem

Motto „Pride Run“, um die Verbindung des Events zur

queeren Community besonders zu verdeutlichen.

Treffpunkt für alle Teilnehmer*innen ist der Vorplatz des

Bayerischen Nationalmuseums, Prinzregentenstraße

3 (hinter der Prinz-Luitpold-Reiterstatue). Hier kann

man sich mit Getränken und Snacks versorgen, Leute

treffen, Informationen sowie das diesjährige Runfor-Life-T-Shirt

erhalten und sich bis 13 Uhr spontan

für den Lauf registrieren. Von diesem Ort werden

die Läufer*innen gemeinsam die kurze Strecke zum

Startpunkt im Englischen Garten gehen, bevor der

eigentliche Run beginnt. Die Strecke führt wie gewohnt

über 5,8 bzw. 10 Kilometer durch den Englischen Garten

und garantiert, dass auch bei höheren Temperaturen die

meisten Kilometer angenehm im Schatten absolviert

werden können. Die Startgebühr beträgt 20 Euro, Kurzentschlossene

zahlen 24 Euro vor Ort. Und wie immer

geht es hier nicht nur um Sport und Gemeinschaft: Der

Run for Life ist ein Benefizlauf, der seit 22 Jahren die

Arbeit der Münchner Aids-Hilfe unterstützt. Auch das

ein Grund, warum Dieter Reiter die Schirmherrschaft

übernommen hat. „Noch immer erleben HIV-positive

Menschen Ausgrenzung und Stigmatisierung“, so der

Münchner Oberbürgermeister. „Deshalb ist und bleibt

es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, das Thema

in der Öffentlichkeit wachzuhalten, weiterhin gezielt

aufzuklären und Solidarität mit den Betroffenen zu

üben.“ Anmeldeschluss ist der 7. September, alle Infos

gibt’s auf der Webseite des Laufs. *bm

11.9., 14 Uhr (Treff ab 12 Uhr), Bayerisches

Nationalmuseum, Prinzregentenstr. 3,

www.runforlife.de


News

LGBT in der Arbeitswelt

Die städtische Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche

Lebensweisen lädt zu einem „Workshop

zum Umgang mit der eigenen Identität in einem

überwiegend heterosexuell geprägten Arbeitsumfeld“.

Im Mittelpunkt steht die Lebensrealität von Lesben,

Schwulen und Transgender an ihrem Arbeitsplatz,

unter anderem beim Coming-out oder in Mobbing-

Situationen. Der Workshop findet am 22. Oktober von

10 bis 17 Uhr in der Blumenstraße 29 statt, Anmeldeschluss

ist der 13. Oktober. *bm

www.muenchen.de/lgbti, lgbti@muenchen.de

FOTO: NS-DOKUMENTATIONSZENTRUM MÜNCHEN /

FOTO: CONNOLLY WEBER PHOTOGRAPHY

Queeres Leben in

der NS-Zeit

Die Münchner Regenbogen-Stiftung bietet zusammen

mit dem Forum Queeres Archiv Führungen im NS-

Dokumentationszentrum an. Der Schwerpunkt der

Führungen liegt auf der Verfolgungsgeschichte der

Lesben und Schwulen im Nationalsozialismus. Die

nächste Veranstaltung ist am Sonntag, dem 9. Oktober,

um 14 Uhr, Treffpunkt Max-Mannheimer-Platz.

Anmeldeschluss ist der 28. September. *bm

Lasst uns

stolz auf unsere

Gefühle

sein.

www.muenchner-regenbogen-stiftung.de/

veranstaltungen

Schwul-lesbischer

Stadtspaziergang

Zu einer Führung über die Geschichte der Lesben und

Schwulen in München lädt die Münchner Regenbogenstiftung

am Samstag, dem 8. Oktober, um 14 Uhr

ein. Der Stadtspaziergang wird vom Forum Queeres

Archiv geführt, er bringt die Teilnehmenden an Orte

zwischen Altstadt und Isarvorstadt, an denen schwules

und lesbisches Leben damals und heute greifbar

wird. Treffpunkt ist der Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz,

die Teilnahme ist gratis, Anmeldeschluss ist der 28.

September. *bm

www.muenchner-regenbogen-stiftung.de/

veranstaltungen


10 SZENE

ALEXANDER-MIKLOSY-WEG

BESONDERE

EHRUNG

Eine besondere Ehrung für einen besonderen Mann: Wer

am Alten Südfriedhof die Pestalozzistraße entlang des

Westermühlbaches schlendert, wird jetzt auf den Alexander-

Miklosy-Weg treffen.

FOTO: BERND MÜLLER

Am 14. Juli wurde der von

Oberbürgermeister Dieter

Reiter zu Ehren des beliebten

Lokalpolitikers, der 18 Jahre

lang den Bezirksausschuss

Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt

leitete, eingeweiht. „Diese

Benennung wird seinem

Wirken gerecht“, so Reiter in

seiner Ansprache. „Wenn man

einen Menschen vermisst, ist

das der schönste Weg, sein

Gedenken zu erhalten.“ Auch

der aktuelle BA-Vorsitzende

Benoit Blaser würdigte

Miklosy als Vorbild und Sympathieträger,

der auch mit der

Opposition immer gut umgegangen

sei: „Alexander hat

einen großen Beitrag für das

Stadtviertel geleistet.“ Zur Einweihung

waren Mitglieder des

Stadtrates, des Bezirksausschusses,

zahlreiche Freunde

und Weggefährten sowie sein

Mann Walter Pretz erschienen,

der sichtlich gerührt aber auch

humorvoll anmerkte: „Das

hier hätte Alexander großen

Spaß gemacht. Er schien ja

immer bescheiden, aber ich

glaube, er hat anders gedacht!“

Der Alexander-Miklosy-Weg

beginnt auf der Höhe Pestalozzistraße

58 und endet am

Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz –

im wahrsten Sinne des Wortes

eine schöne Verbindung. *bm


SZENE 11

FOTO: RUBY HOTELS

NEU: HOTEL RUBY ROSI

Märchenhaft logieren

Wer erinnert sich noch an Bally Prell? Aber

sicher erinnern sich die meisten an ihren

größten Hit „Die „Schönheitskönigin von

Schneizlreuth“, mit dem die Münchner

Volkssängerin den Schönheitswahn

ihrer Zeit mit ihrem rustikalen Auftreten

konterkarierte. Außerdem sang sie sehr

erfolgreich das von ihrem Vater komponierte

„Isarmärchen“. Noch heute ist Bally

Prell Quelle der Inspiration, zum Beispiel

im Ruby Rosi, dem neusten Design-Hotel

der Ruby-Gruppe in der Bayerstraße. Die

für Märchen typische Kombination von

hochherrschaftlichen Schlosswelten mit

rustikalem Dorfleben zeigt sich in den

öffentlichen Bereichen im 4. Stock, mit

der 24/7 Bar, in jedem Winkel: Luxuriöse

Materialien und handverlesenes Vintage-

Mobiliar ergänzen sich mit Holzfachwerk

und mittelalterlichem Werkstatt-Flair zu

FOTO: RUBY ROSI

einer einzigartigen bayerischen Märchenwelt.

Das neue Ruby Rosi verfügt über

101 Zimmer sowie ein ganz besonderes

Highlight: eine 260 Quadratmeter große

Dachterrasse. Bar und Dachterrasse

sind übrigens für alle Münchner*innen

zugänglich und werden auch mit

kulturellen Events bespielt. Denn auch

das, nach dem Schwesterhotel Ruby Lilly,

zweite Münchner Hotel folgt der Leon-

Luxury-Philosophie: Eine Lage im Herzen

der Stadt, Topdesign und eine hochwertige

Ausstattung bei dem Wesentlichen – und

das bezahlbar, indem konsequent auf

Überflüssiges und Unwesentliches

verzichtet wird. „Spieglein, Spieglein an der

Wand“– der märchenhaften Bally Prell hätte

es gefallen! *bm

Ruby Rosi, Bayerstr. 21,

www.ruby-hotels.com/rosi

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12 SZENE

30 JAHRE

AUFKLÄRUNGS-

PROJEKT

MÜNCHEN

„Bildungslücken schließen!“

FOTO: BERND MÜLLER

Ende Juli feierte das Aufklärungsprojekt

München ein wahrhaft

stolzes Jubiläum: Seit dreißig Jahren

gehen dessen Mitarbeiter*innen an

Schulen, um für Toleranz und Gleichberechtigung

von LGBTIQ* einzutreten. Sie

organisieren Bildungsveranstaltungen

zu sexueller Orientierung und geschlechtlicher

Identität, außerdem bilden

sie pädagogische Fachkräfte in und

um München fort. Bis zu vierzig Ehrenamtliche

arbeiten für das Aufklärungsprojekt,

geben etwa 140 Workshops

pro Jahr in Schulklassen und vermitteln

ihre Inhalte auch bei außerschulischem

Unterricht oder Fachkräfteschulungen.

„Diese Aufklärungsarbeit ist noch immer

wichtig“, so Andreas Unterforsthuber von

der städtischen Koordinierungsstelle für

LGBTIQ* in seiner Ansprache. Er verwies

unter anderem auf eine entsprechende

Studie seines Hauses und eine Befragung

von Fachkräften aus der Jugendhilfe, die

„erschreckende Lücken bei Wissen und

Haltung zu LGBTIQ*“ ergeben habe. „In

München haben wir viel erreicht, aber

Bildung ist Ländersache, daher ist Bayern

jetzt gefordert!“ Rebecca Knecht vom

Bundesverband Queere Bildung pflichtete

bei: „Bildung ist der wichtigste Baustein

für Akzeptanz, umso wichtiger ist es, diese

Bildungslücken zu schließen!“

Dass queere Themen an Schulen und

Ausbildungsstätten künftig fest verankert

werden müssen, forderte auch Lisa Matalla:

„Die Bedarfe sind riesig und können von

uns allein nicht abgedeckt werden“, so die

Geschäftsführerin des Aufklärungsprojekts.

Neben dem Ausbau des Beratungsangebots

steht für sie die Einrichtung einer bayerischen

Koordinierungsstelle für queere

Bildungsprojekte ganz oben auf der Agenda.

Es ist also viel zu tun in Sachen Bildung.

Doch an diesem Abend wurde zunächst

die beeindruckende Geschichte des

Aufklärungsprojekts und das unermüdliche

Engagement aller Mitarbeitenden gefeiert.

Völlig zu Recht! *bm

www.aufklaerungsprojekt-muenchen.de

» ICH HABE JA

NICHTS gEgEN

SCHWULE,

Nimm Diskriminierung nicht hin!

ABER...«

Melde Vorfälle immer.

Hol’ dir Hilfe bei uns.

Gemeinsam sind wir

PLAKATE GEGEN GEWALT

„Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber …“

Mit einer Plakataktion will „Strong!“, die

LGBTIQ*-Fachstelle gegen Diskriminierung

und Gewalt, auf ihre Arbeit aufmerksam

machen und die Community für das

Thema Gewalt sensibilisieren.

Insgesamt acht Motive hat die Fachstelle

entworfen, die sie Institutionen und

Locations zum Ausdruck zur Verfügung

stellt. Sie alle machen deutlich: Gewalt

hat viele Gesichter. Das müssen nicht

immer körperliche Übergriffe sein, auch

Beleidigungen, Online-Hatespeech, Mobbing,

Lächerlichmachen oder sexualisierte

Gewalt gehören in dieses Spektrum. Die

Botschaft von Strong! ist klar: Niemand

muss sich dieser Gewalt aussetzen, und

wer sie erlebt, soll den Vorfall melden

und bekommt Hilfe – vor Ort, online oder

telefonisch. *bm

www.strong-community.de


20 JAHRE „GAY & GRAY“

RAUS aus der Einsamkeit

Im Oktober feiert „Gay & Gray“, die

Münchner Gruppe für schwule Senioren,

ihr 20-jähriges Bestehen.

SZENE 13

Am 23. Oktober 2002 gründete Theo

Kempf, der 2018 verstarb, die Selbsthilfegruppe

im Sub. Mit Energie und

Hartnäckigkeit, oft gegen Widerstände

sogar aus der eigenen Community,

etablierte er diese Gruppe als festen

Anlaufpunkt für schwule Männer jenseits

der 40. „Viele Senioren haben Angst vor

Diskriminierung, fürchten das Etikett

‚alt und schwul‘ und flüchten in die

Einsamkeit“, so Gruppenmitglied Robert

Hölzl. Dem wollen die Männer etwas

Positives entgegensetzen. Bis heute ist

die offene Gruppe ein fester Bestandteil

der Community und organisiert neben

wöchentlichen Treffen Vorträge, Ausflüge

oder Städtereisen zu anderen CSDs oder

Gay-Senioren-Gruppen. Wir gratulieren!

*bm

Treff donnerstags, 19:15 Uhr, Sub,

Müllerstr. 14, www.gayandgray.org,

info@gayandgray.org

FOTO: GAY & GRAY

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14 Politik

FOTO: RITAE / PIXABAY / CO0

KOLUMNE VON

FELIX MÜLLER

DIE ZWEI TÜRME

In seiner kommunalpolitischen

Kolumne schreibt AZ-Lokalchef Felix

Müller dieses Mal über die neue Entwicklung

im Hochhaus-Streit, das Stammstrecken-Debakel

und einen Oberbürgermeister,

der den Ministerpräsidenten nicht

angreifen mag.

München streitet über Hochhäuser,

mal wieder. Doch ob es zu einem

Bürgerentscheid wie 2004 kommen

wird, darüber ist – anders als von vielen

Insidern eigentlich erwartet - vor der

Sommerpause nicht mehr entschieden

worden. Das hat zwei Gründe: Die großen

Rathausfraktionen haben sich bislang

nicht auf eine Fragestellung einigen

können, so wie es CSU-Fraktionschef

Manuel Pretzl eigentlich schon für den

Juni erwartet hatte. Und: Offensichtlich

haben intern Juristen Zweifel angemeldet,

ob ein grundsätzlicher Bürgerentscheid

wie 2004, als eine knappe Mehrheit eine

99-Meter-Hächstgrenze für die Stadt

zog, heute rechtlich überhaupt noch

möglich ist. Es könnte also sein, dass

es am Ende doch nur zu einer kleinen

Lösung kommt – und die Münchner nur

darüber entscheiden, ob an der Paketposthalle

zwei neue Türme gebaut werden

dürfen oder nicht. Für einen solchen

Bürgerentscheid sammelt ja auch eine

Initiative von Hochhaus-Gegnern bereits

Unterschriften.

Wie sinnvoll ein solcher Entscheid wäre?

Umstritten. Ich hielte zum Beispiel ziemlich

wenig davon. Ein Einzelprojekt würde

mit Sicherheit die Gegner weit überrepräsentiert

zur Abstimmung bringen. Ganz

besonders würde es besorgte Nachbarn in

die Wahllokale treiben. In der Konsequenz

aber würde nach einer Mehrheit gegen

die Türme die Politik ängstlich die Finger

auch von anderen Hochhäusern lassen.

Münchens Stadtentwicklung wäre weiter

eingebremst. Ernsthaft befriedet wäre der

Konflikt aber trotzdem nicht.

Erstmal aber könnte es in der Sache einen

hitzigen Herbst geben. Aber nicht nur

bei den Hochhäusern. Die soziale Frage

könnte sich gerade in München

schon in wenigen Wochen viel

dramatischer stellen als

noch zuletzt. Bisher gibt

es vor allem eher symbolische

Aktionen,

Hallenbäder werden

runtergekühlt,

Saunen wurden im

Sommer geschlossen.

Aber sehr viele

Menschen brauchen in

dieser teuren Stadt jeden

Euro für die monatlichen

Kosten. Genau die aber drohen in

der Energiekrise zu explodieren. Die Stadt

wird vesuchen, irgendwie gegenzusteuern.

Aber zu welchen Kosten? Und wo wird

stattdessen gespart? Naheliegend, dass

der öffentliche Verteilungskampf ruppiger

wird.

Und sich gerade auch Diskussionen um

langfristige, erstmal weniger greifbare

Investitionen verschärfen dürften. Die

Rufe nach einem Baustopp für die Zweite

S-Bahn-Stammstrecke zum Beispiel sind

zuletzt viel lauter geworden. Selbst von

den Grünen, die immerhin mit OB Dieter

Reiter (SPD) regieren, gab es zuletzt

solche Stimmen. Klar ist aktuell eigentlich

nur, dass das Großprojekt sich um viele

Jahre verzögern wird – und viel teurer wird.

Für alles andere verwies die Bahn zuletzt

auf den Herbst. Dann könnte Riesen-

Krach drohen um die Frage, wie sich

gestiegene Kosten auf Bund, Freistaat

und Stadt verteilen.

OB Reiter sucht die Schuldigen am

Debakel Schulter an Schulter mit Ministerpräsident

Markus Söder (CSU) in Berlin.

Ein etwas seltsames Vorgehen, wie

auch im Rathaus viele finden.

Kritik an der CSU wäre für

einen SPD-Mann bei

dem Thema mehr als

naheliegend, auch,

weil die Berliner

Verkehrsminister über

viele Jahre Christsoziale

waren. Warum sich

Reiter so zurückhält?

Unklar. Dass er auf

eine Gesetzesänderung

im Freistaat hofft, damit ihn

keine Altersgrenze mehr von einer

weiteren Kandidatur abhält, halten manche

für eine Erklärung. Er bräuchte eine

Landtagsmehrheit dafür, um 2026 wieder

antreten zu dürfen – und dann OB zu

bleiben, bis er 73 ist. Für eine Landtagsmehrheit

wiederum bräuchte er Stand

jetzt wohl die Unterstützung von Markus

Söder. Dass er die für dieses Vorhaben

bekommt, hält man im Söder-Umfeld

allerdings für eine abwegige Vorstellung.

So bleibt Reiters fehldende CSU-Kritik

so nebulös wie die unerwartete Ankündigung,

noch zehn Jahre Oberbürgermeister

bleiben zu wollen, obwohl das überhaupt

nicht realistisch zu sein scheint.

FOTO: PRIVAT


15

Oberbürgermeister

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16 WIESN

DIE WIESN

BLEIBT ROSA

Corona hin, „Layla“ her: Das Oktoberfest

feiert nach drei Jahren Pause

sein Comeback. Das machte Wirtschaftsreferent

und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner

Anfang August unmissverständlich

klar. „Mir fehlt völlig die Fantasie, welcher

Zustand eintreten sollte, bei dem die Wiesn

nicht stattfinden könnte.“ Nun ja, allzu

fantasiebegabt muss man in diesen Zeiten

dafür nicht sein, aber immerhin: Eine gute

Nachricht für alle Wiesn-Fans – auch die

aus der queeren Community, denn auch für

sie ist vom 17. September bis 3. Oktober

einiges geboten. Wir wünschen viel Spaß

bei Oktoberfest 2022!

QUEER SUNDAY IN DER BRÄUROSL

Eigentlich ist ja alles neu im wichtigsten

Festzelt der queeren Community: Der

FOTO: WILDSFEUER ARCHITEKTURBÜRO

OKTOBERFEST

Pächterwechsel von der Wirtefamilie

Heide, die 83 Jahre das Zelt betrieb,

zum neuen Festwirt Peter Reichert geht

unter anderem mit einem modernen Zelt

daher. Mit einem First von 15 Metern

ist die neue Bräurosl das höchste aller

Zelte (siehe Bild) auf der Wiesn und fasst

insgesamt 8.250 Personen, davon 560 in

der überdachten Außenloggia und 1.200

Gäste im Biergarten. Im komplett neu

konzipierten Innenbereich herrschen die

Farben weiß und grün vor, wirkt moderner

und frischer und erinnert zugleich an das

historische Vorbild um 1901. Auch die

Band ist neu: Künftig spielt die Regensburger

Kapelle Josef Menzl, die schon

auf dem Gäubodenfest in Straubing der

Oidn Wiesn reichlich Volksfesterfahrung

gesammelt hat. Nicht zuletzt: Die Person

der „Bräurosl“ selbst ist frisch

vergeben – wer künftig im Dirndl

der Namensgebern steckt,

bleibt allerdings noch geheim.

Alles neu? Nicht ganz: Denn

die Bräurosl bleibt der Ort des

GaySunday des Münchner

Löwen-Clubs und somit wird

auch die langjährige Tradition,

die aus der Bräurosl am ersten

Wiesn-Sonntag eine weitgehend

queere Volksfest-Location

macht, erhalten bleiben.

PROUD WIESN

Ein eher exklusiver Event ist die „Proud

Wiesn“, die heuer am 2. Sonntag im Armbrustschützenzelt

stattfindet. Seit 2016

ist sie ein Treffen für rund 500 Mitglieder

von LGBTIQ+-Business-Netzwerkgruppen,

die dazu auch Professionals, Selbständige

und Freiberufler begrüßen. Die Wirtefamilie

Inselkammer hat die große Gruppe jedenfalls

gern unser her Fittiche genommen und

einen rundum geglücktes Events ermöglicht.

Tickets gibt’s auf www.proudwiesn.de

ROSA MONTAG IN DER FISCHER VRONI

In der Fischer Vroni indes hat sich nicht

verändert. Warum auch, denn dort am

zweiten Wiesn-Montag zu feiern, ist eine

schöne, bunte, queere Tradition. Das Special

dieses Abends ist die Travestieshow

auf der Bühne mit der Kapelle um Sepp

Folger. Travestie-Urgestein Baby Bubble

hat die Orga dieser Show mittlerweile an

Betty Pearl abgegeben. Künftig wird also

die sympathisch-stimmgewaltige Drag aus

dem österreichischen Kufstein die schrille

Truppe unter ihre Fittiche nehmen. Hier

bekommt man mit, notfalls etwas Geduld,

auch ohne Reservierung einen Platz.

AUSKLANG IM SCHOTTENHAMEL

Das inoffiziellste queere Event ist der letzte

Tag im Schottenhamel: Die Wiesn-Touristen

sind weitgehend verschwunden, und so

sammelt sich die Münchner Community an

diesem Tag gern in dieser Festhalle, um die

letzten Massen zu leeren, die letzten Hendl

zu verputzen. Nicht ganz so präsent wie die

an den anderne, oben aufgeführten Tagen,

aber man findet sich (und andere!) garantiert

in entspannter Atmosphäre. *bm

FOTO: MLC MÜNCHEN


WIESN 17

FOTO: MLC

MLC OKTOBERFESTTREFFEN

Fetish-Weekend

Mit dem Münchner Löwen Club

(MLC) hat vieles begonnen, was

heute auf dem Oktoberfest

selbstverständlich ist. Auch

nach Corona belegt der schwule

Fetisch- und Lederclub den

Balkon im neu gestalteten

Bräurosl-Zelt und führt seine

43-jährige Feiertradition auf der

Theresienwiese fort. Doch dieser

Event ist nur der Höhepunkt

eines Wochenendes, zu dem

Fetischfans aus der ganzen Welt

nach München reisen. Auch

wenn die Karten für die Bräurosl

bei Erscheinen des Heftes

ausverkauft sein dürften,

gibt es jede Menge anderer

Gelegenheiten, sich zu treffen.

Das Wochenende startet mit

einem Meet&Greet im Sub,

beinhaltet zwei Fetischpartys

sowie einen Brunch im

Oberangertheater. Infos und

Updates auf der Webseite.

*bm

15.-18.9. www.mlc-munich.de

Wir hören nur

aufs Herz.

#herzensbank


18 WIESN

FOTO: MATTHEW LEJUNE

NY CLUB

VERLÄNGERT

DEN SOMMER

Vergeht euch die Zeit auch

gerade wie im Timetunnel?

Eben noch die große Vorfreude

auf das Ende der Kaugummi-

Lockdown-Jahre, schon sind

CSD und Sommer fast vorbei.

Der Münchner hat ja zum

Glück eine Verlängerung der

frohsinnigen Zeit eingeplant

und das ist diesmal auch

besonders nötig, weil gefühlt

ewig her: Kein Wunder also,

dass das Team vom NY.Club

das Oktoberfest schon mit

einem Warm-up begrüßt und

auch während der Wiesn jede

Mange LUXUSPOP.-Specials

mit DJ*anes wie Rafael Barreto,

Andrei Stan und Thomas

Solvent auffährt. Den fettesten

Luxus gönnt euch der NY.Club

aber am 22. Oktober, wenn

ihr zum 17. Geburtstag des

Feierepizentrums der Szene

mit DJ Micky Friedman, DJ

CHRIS Z, und DJ HPM ab geht

und von WINNIE & MUTTI,

DEAN DEVILLE & TRACY DASH

an drei Bars inklusive Außenterrassen

verwöhnt werdet.

www.nyclub.de


präsentiert

ARMBRUST-

SCHÜTZENZELT

Mit traditionellen Wiesnschmankerln und frischem

Paulaner-Wiesnbier können sich die Teilnehmer auf einen

zünftigen Wiesenabend freuen.

Der Abend richtet sich an die Mitglieder der LGBTQ+ Unternehmensgruppen

und deren Freunde in oder ausserhalb der

Community.

RESERVIERUNG

Um einen Sitzplatz im Armbrustschützenzelt zu reservieren,

muss jeder Teilnehmer vorab ein Reservierungsticket in

Höhe von EUR 62,- inkl. Bearbeitungsgebühr zzgl. Systemgebühr

abnehmen. Ab diesem Jahr können auch ganze

Tische reserviert werden, die auf einem Saalplan ausgesucht

werden können. Folgende Gutscheine und Leistungen sind

enthalten:

■ 2 Wiesnmaß Gutscheine zu je EUR 13,50

■ Brotzeitbrettlvorspeise (Zum Reservierungsbeginn auf

den Tischen für je 10 Personen eingedeckt)

■ 1 x Essensgutschein zu je EUR 17,50

Die Gutscheine werden am Reservierungsabend vor Ort

gegen Vorlage des Reservierungstickets

www.proudwiesn.de

© Arno Rafael Minkkinen, Fosters Pond II, 1989

FOTOS: PROUD WIESN


20 Style

FREIZEIT

NATUR

AKTIV ERLEBEN

Bei einem Ausflug in die Natur – zu Fuß oder mit dem Rad – kann viel

passieren, daher ist eine gute Vorbereitung das A und O. Wenn du von

vornherein mit einer intelligenten und funktionalen Ausstattung versehen

bist, kannst du dich auf das Wesentliche konzentrieren: Wohin

und mit wem?

Eine gute Jacke ist besonders wichtig, soll sie doch sowohl bei Sonne als auch

Regen und Wind Schutz bieten. Die Funktions-Radjacke in Orangerot kann all das,

sie ist atmungsaktiv, feuchtigkeitstransportierend und schnelltrocknend und sieht

auch noch gut aus. Genauso einleuchtend ist die Notwendigkeit eines robusten,

wasserabweisenden Outdoor-Rucksacks mit vielen Schlaufen, Taschen und

Fächern. Doch mindestens ebenso hilfreich sind all die anderen Accessoires und

Gadgets, die es hier noch zu entdecken gibt!

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22 EYECANDY

Tattoo-Fan

SVEN

NACHGEFRAGT

Auf Instagram wurden wir

auf Sven aus Raesfeld aufmerksam,

der dort seine Follower

mit mitunter sehr erotischen

Bildern begeistert. Wir chatteten

mit dem Hobby-Model.

Du schaust recht trainiert

aus, wie viel Sport machst du

so in der Woche. Und was?

Tatsächlich weniger, als es den

Anschein macht, das meiste sind

gute Gene. Ansonsten gehe ich

laufen, trainiere zu Hause etwas

und achte auf eine gesunde

Ernährung.

Was magst du am Sommer

besonders?

Wenn man unbeschwert in der

Sonne am Strand im Urlaub liegt

und es generell wärmer ist! Und

dass man endlich wieder weniger

anziehen kann.

Wie kommst du denn an die

Fotografen oder die an dich?

Eigentlich fast immer durch

Instagram. Meistens schreiben

mich die Fotografen an, weil sie

meine Fotos interessant finden

und mit mir zusammenarbeiten

möchten, oder ich werde auf

Fotografen aufmerksam, weil mir

ihr Stil gefällt (jeder Fotograf hat

seinen eignen Stil, sodass jedes

Foto auf seine eigene Art und

Weise interessant ist). Zudem bin

ich noch bei einer Modelagentur,

über die auch Anfragen kommen.

*Interview: Michael Rädel

www.instagram.com/

sven_steinroetter,

www.facebook.com/

SvenSteinroetterOfficial

FOTO: @EX.PERIMENTPHOTOGRAPHY


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2. Regenbogen Apotheke,

Sonnenstr. 33, (089) 593659,

www.hieristsgesund.de

3. Wittelsbacher Apotheke,

Lindwurmstr. 97, (089) 537844,

www.wittelsbacher-apotheke.de

ÄRZTE

4. Gemeinschaftspraxis am Isartor

(Allgemein-, Männer- und

Innere Medizin, Infektiologie),

Dr. Werner Becker, Dr. Ramona

Pauli, Dr. Marcel Lee,

Isartorplatz 6, (089) 229216,

www.isarpraxis.de

5. Dr. Timo Bachmann (Zahnarzt)

Schweigerstr. 4, (089) 663242,

www.timobachmann.de

• Dr. Ulrich Kastenbauer (Allgemeinmedizin,

Infektiologie),

Ainmillerstr. 26, (089) 333863,

www.infektiologie-schwabing.de

• Wolf Schuck (Facharzt für

Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde),

Nymphenburger

Str. 154, (089) 595131,

www.hno-wolf-schuck.de

PARTY

8. Garry Klein,

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• Klosterklub,

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11. Bruno‘s, GayLifeStyle,

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• Beschattungen München,

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Blumenstrasse 21a

23. Café Regenbogen,

Lindwurmstr. 71

24. Café im Sub,

Müllerstr. 14

Herzog-Wilhelm-Str.

19. Deutsche Eiche,

Reichenbachstr. 13

25. Edelheiss Bar,

Pestalozzistr. 6

Pestalozzistr.

26. Eiscafé Eismeer,

Pestalozzistr. 21

27. Jenny was a friend of mine,

Holzstr. 14

28. Kiosk an der Reichenbachbrücke,

Fraunhoferstr. 46

2

29. Kraftwerk,

Thalkirchnerstr. 4

30. Moro Restaurant,

Müllerstr. 30

31. NiL,

Hans-Sachs-Str. 2

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• Self Bar/Restaurant,

Schäftlarnstr. 62,

www.self-bar.de

Erhardtstr.

KULTUR

32. Bayerische Staatsoper,

Max-Joseph-Platz 2,

www.bayerische-staatsoper.de

33. City Filmtheater, Kino,

Sonnenstr. 12,

www.city-kinos.de

34. Deutsches Theater,

Schwanthalerstr. 13,

www.deutsches-theater.de

• Gasteig (Philharmonie),

Rosenheimer Str. 5,

www.gasteig.de

• GOP Varieté-Theater,

Maximilianstr. 47,

www.variete.de

• Kultur im Schlachthof,

Zenettistr. 9,

www.im-schlachthof.de

35. Kunsthalle München,

heatinerstr. 8

• Lenbachhaus -

Städtische Galerie,

Luisenstr. 33,

www.lenbachhaus.de

• Museum Brandhorst,

Theresienstr. 35a

36. Münchner Kammerspiele,

Maximilianstr. 26-28,

www.muenchnerkammerspiele.de

• Münchner

Philharmoniker,

Rosenheimer Str. 5

• Münchner Volkstheater,

Brienner Str. 50,

www.muenchnervolkstheater.de

37. Staatstheater am

Gärtnerplatz,

Gärtnerplatz 3, (089) 202411,

www.staatstheater-amgaertnerplatz.de

• Tierpark Hellabrun,

Tierparkstr. 20

Gärtnerplatz

38

Reichenbachstr. Reichenbachstr.

28

13

19

RAT & TAT

• Caritas Ambulanter Hospiz

Dienst, Queer-Sprechstunde,

jeden 1. Montag im Monat,

ASZ Isarvorstadt,

Hans-Sachs-Str. 14,

caritas-hospizdienst@

barmherzige-muenchen.de

Frauenstr.

Rumfordstr.

Buttermelcherstr.

17

Baaderstr.

Reichenbachbrücke

ISAR

33

Maximilianstr.

16

Tal

Steindorfstr.

Corneliusbrücke

5

38. Diversity Jugendzentrum,

Blumenstr. 11,

www.diversity-muenchen.de

39. Gay Outdoor Club

München e.V.,

Sportverein,

Müllerstr. 14,

www.gocmuenchen.de

• Isarhechte e.V.,

Sportverein, Meindlstr. 11a,

www.isarhechte.de

40. Koordinierungsstelle zur

Gleichstellung von LGBTI*,

Angertorstr. 7

(Eingang Müllerstraße)

41. LeTRa,

Blumenstr. 29,

www.letra.de

42. Marikas Beratungsstelle für

anschaffende junge Männer,

Dreimühlenstr. 1,

www.marikas.de

43. Münchner Aids-Hilfe,

Lindwurmstr. 71,

www.aidshilfe-muenchen.de

44. Münchner Regenbogen-

Stiftung, Angertorstr. 7

(Eingang Müllerstr.)

45. Rechtsanwälte Schuster

& Riedl, Eisenmannstr. 4

(Fußgängerzone),

(089) 23888930,

www.ra-srk.de

• Regenbogenfamilien,

Fach- und Beratungsstelle,

Saarstr. 5/II, (089) 46224606

www.regenbogenfamilienmuenchen.de

46. Sub e.V.,

Müllerstr. 14,

info@subonline.org

47. Team München, Sportverein,

Rumfordstr. 39

www.teammuenchen.de

• TransMann e.V.,

Parzivalstr. 41,

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26 Kultur

AVANTGARDE

FOTO: ROMAIN BERGER

Kompromisslos schwul:

SEX UTOPIA

Rinaldo Hopf „Axel in Havanna“

Große Namen und angesagte

Avantgardisten der LGBTIQ*-

Community vereint das im Herbst

erscheinenden Buch „Mein schwules

Auge #19 – Sex Utopia“ von Fedya

Ili und Rinaldo Hopf. Unter anderem

Arnoldas Kubilius, Pierre et Gilles, Igor

Zeiger und Romain Berger sind mit

dabei.

Der Titel verrät es, das große Thema

des 400 Seiten starken Buches ist Sex.

„Es geht um die Erforschung erotischer

Utopien, den Sex der Zukunft oder

die Zukunft des Sex, um geheime

Wünsche, Fantasien und Geschichten,

um feuchte Träume und die Bilder, die

die Künstler bisher noch nicht zu zeigen

gewagt haben. Es geht um Freiheit

und Experimente mit Neuem“, so die

beiden Herausgeber schriftlich. „Wie in

den vorangegangenen Ausgaben gibt es

Essays, Gedichte und Kurzgeschichten

von renommierten Autoren und neuen

Talenten – sowie Gemälde, Zeichnungen

und Fotos von internationalen

Künstlern. Der gemeinsame Nenner ist

die Auseinandersetzung mit schwuler

Erotik und Sexualität, sowohl explizit

pornografisch als auch eher ästhetisch,

politisch, satirisch und poetisch.“

Das Cover kommt von Pierre et Gilles:

Seit den 1970er-Jahren inszenieren

Fotograf Pierre und Maler Gilles

makellose Menschen und weltbekannte

Persönlichkeiten wie die „Queen of

Pop“ Madonna, die queere Disco-Diva

Amanda Lear, Australiens Popperin

Kylie Minogue, Pornostern Jeff Stryker,

Punk-Heldin Nina Hagen oder auch

Modelegende Karl Lagerfeld und Eurodancer

Stromae. Ihr Stilmittel ist die

Ikonisierung. Durch viel Pathos, Kitsch

und Referenzen an große Meister

werden die Fotografien zu Gemälden,

nichts bleibt dem Zufall überlassen,

alles ist schön – auch das Leid. Pierre

et Gilles verschließen sich nicht den

ernsten Themen, setzen diese in ihren

Werken aber so um, dass man sie ohne

Gräuel, aber nicht ohne danach darüber

nachzudenken betrachten kann. Zum

Beispiel die Verschmutzung der Ozeane.

Die wunderschönen Ergebnisse zeigen

die beunruhigende Veränderung, die die

Welt durchmacht. Ohne Anklage. Mit

trauender Schönheit. Im Mittelpunkt

ihres künstlerischen Outputs steht

immer der Mensch. Jedoch nicht losgelöst

von seiner Umgebung, sondern

im glamourösen Austausch mit der ihn

umgebenden – auch darbenden – (Märchen-)Welt.

„Mein schwules Auge #19

– Sex Utopia“ von Fedya Ili und Rinaldo

Hopf soll Mitte Oktober zur Frankfurter

Buchmesse erscheinen. *rä

www.mygayeye.com


SPIELZEITERÖFFNUNG: HERZKAMMERN

Philippe Kratz, Sharon Eyal 17.9.22

Bayerisches Staatsballett

www.staatsballett.de


28 Kultur

LANGE NACHT DER MÜNCHNER MUSEEN

Mehr Museum für alle!

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MUSEUMSNACHT 2022 AUSSENANSICHT DEUTSCHES MUSEUM

FOTO: MUSEUMSNACHT 2022 BAYERISCHES NATIONALMUSEUM FOTO: MUSEUMSNACHT 2022 OLDTIMERSHUTTLE ZUM MVG MUSEUM

Unter diesem Motto lädt die Stadt am 15.

Oktober zum 24. Mal zur „Langen Nacht

der Münchner Museen“.

Rund achtzig Museen, Sammlungen,

Galerien, Kirchen und Kunsträume

aller Art sind von 18 bis 1 Uhr geöffnet.

Zusätzlich zu den laufenden Ausstellungen

locken viele Attraktionen zu

diesem besonderen Museumsbesuch,

bei dem Nachtschwärmer*innen Kunst,

Kultur, Naturwissenschaft und Technik in

anderem Licht erleben können. Die Vielfalt

der teilnehmenden Häuser beeindruckt

genauso wie das breite Themenspektrum.

Erstmals dabei ist das Europäische Patentamt

an der Hackerbrücke, das die Türen

dieses sonst nicht öffentlich zugänglichen

Gebäudes öffnet, um Highlights seiner

Kunstsammlung zu präsentieren. Auch das

Sea Life im Olympiapark ist zum ersten

Mal an der Veranstaltung dabei. Verbunden

werden die teilnehmenden Häuser mit den

Shuttlebussen der MVG: Auf sechs Touren

bringen sie die Gäste im 10-Minuten-Takt

durch die Nacht. Das Lange-Nacht-Ticket

kostet 15 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühren

und gilt als Eintrittskarte in die

beteiligten Häuser sowie als Fahrkarte für

die MVG-Shuttlebusse. Das vollständige

Programm gibt’s online und ab Ende

September gedruckt an allen Ausstellungsorten.

*bm

www.muenchner.de/museumsnacht

SPIELZEITERÖFFNUNG GÄRTNERPLATZTHEATER

Tootsie und Tinnef

Zu Beginn der neuen Spielzeit erwarten das Publikum des

Gärtnerplatztheaters gleich zwei Highlights. Am Samstag,

dem 17. September, leert das Theater zunächst seine

Lager für einen ganz besonderen Flohmarkt: Das

Publikum ist eingeladen, auf die Jagd nach ausrangierten

Kostümteilen, Accessoires und Theaterdevotionalien zu

gehen, während es im Pausenfoyer unter dem Motto

„Minute Music“ diverse Gesangsdarbietungen gibt.

Abends wird die Saison auf der großen Bühne mit dem

Musical „Tootsie“ eröffnet. Im Juli feierte die deutsche

Version Europapremiere und dürfte sich spätestens in der

aktuellen Spielzeit zu einem absoluten Publikumsliebling

entwickeln. Ein rundum unterhaltsamer Auftakt der Saison!

*bm

FOTO: MICHAEL HEIDINGER

www.gaertnerplatzhteater.de


30 Kultur

FESTIVAL

queerfilmfestival

im Spätsommer

Schwul, queer, sexy: Es ist einer der Höhepunkte

des Jahres für alle Filmfans, das queerfilmfestival,

das vom 8. bis 14. September queere

Filmkunst zeigen wird.

FOTO: SALZGEBER

FOTO: „DER SCHWIMMER“, INGENUE PRODUCTIONS

„Wir freuen uns schon sehr, mit Euch diesmal eine

ganze Woche wieder die besten neuen nichtheteronormativen

Filme des Jahres zu feiern!“, so

das Team des Filmfestivals online mit berechtigter

Vorfreude. Und auch wir sind begeistert! Eröffnet

wird das queerfilmfestival mit François Ozons

schwuler Verneigung vor Rainer Werner Fassbinder:

„Peter von Kant“, mehr zum Film hinten auf unseren

FILM-Seiten. Weitere Highlights sind Mohammad

Shawky Hassan in „Soll ich dich einem Sommertag

vergleichen?“ und das Coming-of-Age-Drama „Mein

erster Sommer“.

Besonders gefallen hat uns auch Adam Kalderons

„Der Schwimmer“ (Bild), ein (sexy!) Film über einen

Schwimmer, Erez, der sich zwischen der Liebe und

seinem sportlichen Lebenstraum Olympia entscheiden

muss. Ein schwules und hochsommerlich-schwüles

Sportdrama mit jeder Menge Haut, Speedos und

trainierten Sportlern. Der Film läuft in Berlin am 9. September

in Anwesenheit von Regisseur Adam Kalderon

beim queerfilmfestival im Kino Delphi Lux. Und am

21. September erneut im Rahmen der queerfilmnacht,

ebenfalls im Delphi Lux. *rä

8. – 14.9., queerfilmfestival 2022, Berlin, Dresden,

Düsseldorf, Frankfurt am Main, Fürstenwalde, Halle

(Saale), Köln, Leipzig, Magdeburg, München, Nürnberg,

Stuttgart und Wien, www.queerfilmfestival.net

QUEER FILM FESTIVAL MÜNCHEN

DRAMA,

BABY!

Zum siebten Mal findet vom 11. bis

16. Oktober das Queer Film Festival

München (QFFM) statt und präsentiert die

Vielfalt des queeren Filmschaffens abseits

des Mainstream-Kinos.

Auch diesmal zeigen die Macher*innen

einen Mix aus deutschen sowie internationalen

Spielfilmen und Dokumentationen.

Außerdem gibt es drei Kurzfilmprogramme.

Neben deutschsprachigen und internationalen

Werken sind erstmals Kurzfilme

aus der Ukraine zu sehen, kuratiert vom

ukrainischen Festivalteam „Molodist“. Nicht

zuletzt gibt es für Nachtschwärmer*innen

eine Spätschiene, in der queere Thriller,

Dramen oder Horrorfilme auf die Leinwand

kommen. Für die Auszeichnung der besten

Filme sorgt eine Fachjury, aber auch das

Publikum vergibt einen Preis für seinen

Festivalliebling. Das Rahmenprogramm

kann sich ebenfalls sehen lassen: Neben

der Eröffnungsveranstaltung am 11. Oktober

im Zelt des Kristelli-Theaters werden

zahlreiche Paneldiskussionen geführt und

weitere Extras angeboten. Aktuelle Orte

und Zeiten, Filminfos und Tickets gibt’s

online auf der Webseite. *bm

11. – 16.10., www.qffm.de

FOTO: © MISSING FILMS


Kultur 31

FOTOS: BPK, STAHH

AUSSTELLUNG IM NS-DOKUZENTRUM

TO BE SEEN

Am 7. Oktober startet „TO BE SEEN. queer

lives 1900 – 1950“ im NS-Dokumentationszentrum.

Die Ausstellung widmet sich der bewegten

Geschichte von LGBTIQ* in der ersten

Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausgewählte

Exponate zeigen, wie queeres Leben ab

1900 in allen öffentlichen Bereichen wie

Kunst und Kultur, Wissenschaft, Politik

oder Militär immer sichtbarer wurde. Doch

je selbstbewusster für gleiche Rechte

gekämpft wurde, umso größer wurden

auch die Widerstände. So zerstörten die

nationalsozialistischen Machthaber weitgehend

die queere Subkultur und deren

Räume. TO BE SEEN lädt Besucher*innen

ein, diesen häufig vergessenen Geschichten

und Lebensentwürfen nachzuspüren.

Neben historischen Zeugnissen werden

in der Ausstellung Werke von zahlreichen

Künstler*innen der Gegenwart gezeigt:

In vorhandenen, aber auch in eigens für

die Ausstellung entwickelten Arbeiten

hinterfragen sie gängige historische

Narrative und ergänzen sie durch neue,

internationale Perspektiven. *bm

7.10.2022 – 21.5.2023, NS-Dokumentationszentrum,

Max-Mannheimer-Platz 1,

www.nsdoku.de

Theater der Stadt

MK: 22/23

CyCy

Therese

Erkin

Anastasiia

Claude

Nora

Annette

Lucy

Johanna

Hope

ab 29.9.

Die Zukünftigen

muenchner-kammerspiele.de/diezukuenftigen


32 Kultur

DINNER FOR ONE

WAS GESCHAH WIRKLICH?

Wer sehnt sich nicht manchmal

zurück in die guten alten Zeiten.

Das Leben verlief gemäßigter und das

Fernsehprogramm lief noch über die

Schwarz / Weiß Röhre.

Nicht viel davon ist übrig geblieben

außer vielleicht die Tradition zum

31. Dezember das alte Jahr mit dem

DINNER FOR ONE ausklingen zu lassen.

Etwas schriller und neu aufgemacht wird

es nun aber werden am 23. Oktober.

Die Münchner Travestie-Ikone MEGY

B. und der Musical-Darsteller Henry

Nandzik begehen den 90. Geburtstag

von „Miss Sophie“. Nur verläuft die Party

diesmal etwas anders, als es das Publikum

vom Sylvester-Fernsehprogramm

gewöhnt ist! Lassen Sie sich überraschen

von einem turbulent-komödiantischen

und musikalischen Live-Theaterabend.

Ein Kriminal-Tango der besonderen Art!

Ab 23.10., Iberl Bühne im Augustiner

Stammhaus, Herzogspitalstraße 6,

www.iberlbuehne.de

TANZPREIS DER STADT MÜNCHEN

Ausgezeichnetes Gärtnerplatztheater

FOTO: SANDRA SINGH

Der Tanzpreis 2022 der Stadt München

geht an das Ballettensemble des

Staatstheaters am Gärtnerplatz. Die

Jury betonte vor allem die Flexibilität

des Ensembles, das in kürzester Zeit

unterschiedlichste Tanzstile und Formate

hervorragend umzusetzen vermochte.

„Die Auszeichnung des Ensembles gibt

uns die Kraft, auch in Zukunft mutig

außergewöhnliche Formate zu realisieren

und künstlerische Räume gemeinsam mit

dem Münchner Publikum zu erobern“, so

Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner. Der

Tanzpreis der Stadt München wird alle

drei Jahre vergeben und ist mit 10.000

Euro dotiert. *bm

to be seen.

QUEER LIVES

19OO – 195O

07.10.22

21.05.23

Di – So,

10 – 19 Uhr

Eintritt frei

nsdoku.de


MARIANNE ROSENBERG IN MÜNCHEN

IM NAMEN

DER LIEBE

Am 14. September tritt Sängerin

Marianne Rosenberg in der Münchner

Philharmonie auf und feiert

ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum.

Kultur 33

Als junges Mädchen bei einem Nachwuchswettbewerb

entdeckt, begann

der Karriereweg der heutigen Pop- und

Schlagerikone in den frühen 1970er-

Jahren. Eine Ära, in der sie mit Preisen

überschüttet wurde und von der sie nicht

nur musikalisch heute noch zehrt. In diese

Zeit fallen praktisch alle Hits, die man mit

ihrem Namen verbindet wie „Er gehört zu

mir“, „Marleen“, „Ich bin wie du“ oder „Lieder

der Nacht“. Die Community feierte

die Rosenberg schon immer besonders,

was natürlich zuallererst an den queeren

Interpretationsmöglichkeiten ihrer

Texte lag. Auch wenn es Jahre gab, in

den Marianne Rosenberg mit diesem

musikalischen Erbe haderte, dürfte sie

ihren Frieden damit gemacht haben.

Auf dem aktuellen Album „Im Namen

der Liebe“ jedenfalls ist mit „Wann (Mr.

100%)“ wieder ein sehr homofreundlicher

Song vertreten. Zudem präsentiert sie auf

den Bühnen großer TV-Shows bis heute

ihre alten Erfolge in neuer Aufmachung.

Und so wird auch dieses Konzert ein

Fest für Schlagerfans und Nostalgiker

gleichermaßen werden. Wir freuen uns

drauf! *bm

14.9., Marianne Rosenberg, Isarphilharmonie,

Hans-Preißinger-Str. 8,

www.muenchenticket.de

FOTO: SEREGEL PHOTOGRAPHY

WEITERE TERMINE: 2, 16 & 23 OKT

TEIL I: DIE JAHRHUNDERT WENDE NAHT

TEIL II: PERESTROIKA

residenztheater.de/engel-in-amerika

ENGEL IN

AMERIKA

VON TONY KUSHNER

INSZENIERUNG SIMON STONE

23 PREMIERE

MÜNCHNER

SEP

2022


34 Kultur

FOTO: SANDRA THEN

„ENGEL IN AMERIKA“ IM RESIDENZTHEATER

„Du hast Angst. Ich auch.“

Nach „Das Vermächtnis“ zeigt das

Münchner Residenztheater zum

Beginn der neuen Spielzeit wieder ein

vielfach prämiertes Stück, das sich um die

Aids-Krise der 1980er-Jahre dreht.

„Engel in Amerika“ wurde 1991 vom

US-amerikanischen Autor Tony Kushner

unter dem Originaltitel „Angels in America“

veröffentlicht, für das er den Pulitzerpreis

erhielt. 2003 schrieb er das Drehbuch zur

gleichnamigen sechsteiligen Miniserie

(mit Meryl Streep und Al Pacino), die mit

einem Emmy ausgezeichnet wurde. 2004

erschien der Stoff sogar als Oper. Jetzt

kommt die bitter-ironische Abrechnung

mit den USA der Reagan-Ära in einer deutschen

Version (aus dem Amerikanischen

von Frank Heibert) ins Resi.

Zum Inhalt: Der Ausbruch der Krankheit

Aids erschüttert Mitte der 1980er-Jahre

New York. Louis, Sprössling einer jüdischen

Großfamilie, verlässt panisch seinen

erkrankten Freund Prior und kommt

mit dem konservativen mormonischen

Anwalt Joe zusammen. Dessen medikamentenabhängige

Frau Harper flüchtet

sich daraufhin in ihren Träumen ins ewige

Eis, seine strenggläubige Mutter Hannah

reist aufgebracht aus Salt Lake City

an. Der machtbesessene und zynische

Republikaner Roy Cohn, ebenfalls Anwalt,

behauptet bis zu seinem letzten Atemzug,

weder schwul noch an Aids erkrankt zu

sein, und liefert sich am Sterbebett heftige

Wortgefechte mit dem schwarzen Pfleger

Belize. Und dann bricht durch Priors

Schlafzimmerdecke ein Engel … „Engel in

Amerika“ ist auch heute die immer noch

gültige, schonungslose Analyse einer

Gesellschaft, die einen kollektiven Infekt in

sich trägt und damit ringt, dessen Existenz

zu akzeptieren. Dass Kushner darin Roy

Cohn, dem ehemaligen Anwalt von Donald

Trump, ein literarisches Denkmal setzte,

ist dabei mehr als ein Augenzwinkern der

Zeitgeschichte.

Regie führt der australische Regisseur

Simon Stone, der für diese Inszenierung

2016 den Nestroy-Preis erhalten hat. Das

Residenztheater zeigt das Stück in zwei

Teilen zu je 140 Minuten mit 45-minütiger

Pause. *bm

23.9. sowie 2., 16. und 23.10.,

Residenztheater, Max-Josephs-Platz 1,

www.residenzthteater.de

STAATSOPER MÜNCHEN

Saisonstart mit Septemberfest

FOTO: E. MAIWALD

Auch die neue Saison der Bayerischen

Staatsoper wird mit einem Event eröffnet.

Das „UniCredit Septemberfest“

bietet vom 16. bis 25.9. Konzerte, Opern,

Ballette, Filme und andere Projekte.

Gleich zu Beginn gibt es bei freiem Eintritt

„Oper für alle“. Aber Achtung: Da die

Bayerische Staatsoper nicht nur München

beglücken möchte, findet dieses Konzert

im Mangfallpark Rosenheim statt. Zurück

in München bieten sich im Kaiserhof der

Residenz Möglichkeiten für interaktive

Begegnungen: Spiele, Darbietungen,

Einblicke in Requisite und Maske erwarten

die Besucher*innen. Das Bayerische

Staatsballett präsentiert unter dem Titel

„Herzkammern“ ein abwechslungsreiches

Programm. Ein besonderes Highlight

ist die Premiere des Films „Orphea in

Love“. Autor und Regisseur Axel Ranisch

setzt darin eine Geschichte über Kunst

und Liebe, Vertrauen und den Umgang

mit den eigenen Dämonen bild- und

musikgewaltig in Szene, gemeinsam mit

dem Bayerischen Staatsorchester sowie

Sängerinnen und Sängern des Hauses.

Auf der Opernbühne (wieder) zu sehen

sind außerdem „Peter Grimes“ und „Don

Carlo“ sowie die Erfolgsproduktion des

Opernstudios „L’infedelta delusà“ im

Cuvilliés-Theater. Ein starker Start in eine

starke, neue Saison! *bm

16. – 25.9., UniCredit Septemberfest,

www.staatsoper.de


Kunstmuseum

Wolfsburg

Empowerment

10. 9. 2022

— 8. 1. 2023

Mit großzügiger Förderung durch Mit Unterstützung von Medienpartner

Laetitia Ky, pow’hair (Teilansicht), 2022, © Laetitia Ky, Courtesy the artist


MUSIK

NACHGEFRAGT

ROBBIE

WILLIAMS:

„Ich konkurriere mit Gleichaltrigen …“

Mit Nacktheit hat der 48-Jährige offenbar kein Problem. Auch auf dem Cover seines Albums „XXV“, mit dem er

jetzt seine 25-jährige Solokarriere zelebriert, zeigt er sich unbekleidet. Während er für das Foto abgelegt hat,

kommen seine Songs nun in einem anderen Gewand daher. Deutlich aufwendiger produziert. Der Sänger hat

Klassiker wie „Let Me Entertain You“ oder „She's the One“ und selbstverständlich seinen kommerziell erfolgreichsten

Hit „Angels“ mit dem niederländischen Metropole Orkest neu eingespielt. Mit herrlich schwelgerischer

Opulenz. Allerdings waren die Musiker überhaupt nicht gemeinsam im Studio. Während der Pandemie, erzählt

Robbie Williams, sei er in Los Angeles gewesen, das Orchester habe sich dagegen in Holland aufgehalten:

„Es wäre sehr teuer geworden, alle einfliegen zu lassen.“

Zum Glück kann man dank moderner

Technik auch aus der Ferne

ziemlich gut zusammenarbeiten.

Mit dem Ergebnis ist Robbie

Williams nun mehr als zufrieden.

Vor allem mit seinem ganz

persönlichen Lieblingssong „Feel“,

den erwartungsgemäß nach dem

altvertrauten Klavier-Intro Streicher

veredeln. Auch in dieser Version

treffen einen Sätze wie „Scare

myself to death“ oder „I don't

wanna die / but I ain't keen on living

either“ immer noch mitten ins Herz.

Wenn man danach in dem neuen

Stück „Lost“ die erste Zeile „I wake

up, terrifying myself again“ hört,

klingt das beinahe wie eine „Feel“-

Fortsetzung. Mit dieser Feststellung

ist der vierfache Familienvater

durchaus einverstanden. „Lost“, urteilt

er, mute wie eine altmodische Robbie-

Williams-Nummer an: „Die emotionalen

Akkorde beschwören geradezu eine Introspektive

der dunkelsten Momente herauf.“

Sich dann vor sich selber zu erschrecken

und aus dem seelischen Gleichgewicht zu

geraten, diese Situation ist dem Musiker

nur allzu vertraut: „Wenn ich nicht gerade

mit meiner Familie zusammen bin oder

mit jener Handvoll Menschen, in deren

Gegenwart ich mich am wohlsten fühle,

überwältigen mich meine Gedanken oft.

Einfach weil ich einen sehr geschäftigen

Geist habe.“

Um das zu kompensieren, griff Robbie

Williams früher regelmäßig zu Drogen

und Alkohol: „Als ich total verloren war,

habe ich mich selber medikamentiert.“

Inzwischen ist er clean, seit mehr als 20

Jahren. Seine Familie ist das, was ihn erdet:

„Ich bin natürlich für sie verantwortlich.“

Gleichwohl haben sich seine Probleme

keineswegs in Luft aufgelöst. Als Robbie

Williams kürzlich bei einer Awareness-

Veranstaltung in St. Tropez vor 500

geladenen Gästen eine Rede hielt, erzählte

er von seinen Depressionen, von seiner

ADHS-Störung, von seiner Legasthenie,

von seinen Zwangsvorstellungen. Er soll

sich als Alkoholiker geoutet haben, als

Süchtiger. Spricht man ihn auf diesen

Abend an und erkundigt sich, ob er mutig

für psychisch Kranke in die Bresche

gesprungen sei, dann gibt er sich erstaunlich

bescheiden: „Ich habe einfach den

Drang, das auszusprechen, was mir durch

den Kopf geht. Falls ich damit anderen

helfen kann – wunderbar!“

So lässig diese Sätze klingen mögen: Das

gesamte Szenario dürfte Robbie

Williams einiges abverlangt haben.

In seiner Ansprache offenbarte

er nämlich ebenfalls, dass er die

Tendenz habe, sich zu isolieren.

Wie schafft er es dennoch, bei

seinen Konzerten vor Tausenden

oder sogar Zehntausenden

aufzutreten? „Ich habe in diesem

Moment die Verantwortung, viele

Menschen gut zu unterhalten“,

erklärt er. „Diese Verantwortung

nehme ich sehr ernst. Unabhängig

davon, wie es mir gerade geht.“

Schließlich ist Robbie Williams

nach wie vor ehrgeizig. Sein Ziel ist

es, mit seinen Alben weiterhin an

der Spitze der Charts zu stehen. In

möglichst vielen Ländern: „Ich will

unbedingt relevant bleiben.“ Allerdings

steht die nächste Generation bereits

in den Startlöchern, etwa mit Harry Styles.

Mit ihm könne man nicht konkurrieren,

stellt Robbie Williams sofort klar: „Ich

konkurriere mit Gleichaltrigen oder mit

Musikern, die noch älter sind.“ Obgleich

ihn Harry Styles nicht zwingend an

den jungen Robbie erinnert, lobt

er seinen Landsmann in den

höchsten Tönen: „Ich kann bloß

Positives über Harry sagen. Er

ist charismatisch und sieht

wirklich gut aus. Seine Songs

sind großartig, zudem ist er

ein toller Performer.“

Ähnliches denken gewiss

unzählige Leute nach

wie vor über Robbie

Williams. Kein Wunder,

dass er keinen

FOTO: LEO BARON


MUSIK

Gedanken daran verschwendet, etwas kürzer zu

treten, wenn er in zwei Jahren 50 wird: „Ich frage

mich: Was bedeutet dieser Geburtstag eigentlich?“

Eine Antwort hat er nicht parat, jedenfalls noch

nicht. Fest steht lediglich: Robbie Williams will

weiterhin vorwärtsgehen, möglicherweise sogar mit

Take That: „Gegenwärtig zeichnet sich zwar nichts

Konkretes am Horizont ab. Sofern Gott es will und

meine Gesundheit es zulässt, würde ich aber gern

wieder etwas mit Take That machen.“

Zuvor hat sich Robbie Williams hingegen erst einmal

mit einer Künstlichen Intelligenz zusammengetan.

Mit Hilfe der KI, mit der 2021 Beethovens 10.

Sinfonie vollendet wurde, entstand eine neue

„Angels“-Version. Dieses Projekt, erläutert Robbie

Williams, sei an ihn herangetragen worden. Von

der Telekom: „Ich fand die Idee aufregend und

gut.“ Das Ergebnis kann sich durchaus hören

lassen. Im Intro vereinigt sich das Klavier mit

einer Geige, danach erst setzt der Gesang

ein. Zwischendurch bleibt abermals Raum für

eine reine Instrumentalpassage. Insgesamt

rückt das Stück jedoch eher den typischen

Robbie-Williams-Sound in den Vordergrund,

nicht so sehr Beethoven par excellence.

Stimmig ist es trotzdem. Könnte das Robbie

Williams animieren, zukünftig häufiger auf

eine KI zu setzen? „Wenn sie mir meinen Job

erleichtert, ja.“

*Interview: Dagmar Leischow

„Ich habe einfach

den Drang, das

auszusprechen,

was mir durch den

Kopf geht. Falls

ich damit anderen

helfen kann

– wunderbar!“


MUSIK

NACHGEFRAGT

SARAJANE

Nippel, Bauchrollen

und Selbstliebe

FOTO: @LEAHBEE.PHOTOGRAPHY

Wenn man gerade noch auf dem

Berliner-CSD durch die Straßen

tanzte, dann erregen Nippel, egal welchen

Geschlechts und Aussehens, wenig Aufmerksamkeit.

Jeder hat sie und sie sind

überall. Deswegen muss man sich, wenn

man das Cover vom neuen Album von

Sarajane betrachtet, daran erinnern, dass

der Rest der Welt mit Brustwarzen Probleme

haben kann: Denn sie stillt auf diesem

Bild ihr Baby und eine Brust ist zu sehen.

„Meine Nippel waren 35 Jahre lang

arbeitslos und es war eine schöne Zeit.

Doch dann kommt ein Kind daher und

hat Hunger – und dafür sind die Dinger ja

letztlich gemacht!“, lacht Sarajane. Das

Foto war nicht einmal so geplant. „Wir

hatten das Shooting bei uns zu Hause.

Mittendrin wacht das Baby auf und will

Nahrung. Dann sitze ich halt da, mit der

Brust draußen. Und die Fotografin hat

weitergearbeitet …“

Natürlich zirkulieren Varianten des Covers

– in den Vereinigen Staaten zum Beispiel

gibt es keine sichtbare Brustwarze. Auch

Instagram ist gespalten. Einerseits ist „laut

den Guidelines aktives Stillen erlaubt“,

weshalb sie das Cover im Feed posten

konnte. „Doch die Storys mit Links, die auf

das Album verweisen, werden gelöscht.“

Da ist ein Algorithmus wohl überfordert.

Doch abgesehen von solch Stolpersteinen

war das Feedback extrem positiv. „Ich

hatte mit mehr Gegenwind gerechnet.“

Vielleicht ist die Reaktion auch deswegen

so gut, weil „Milk & Money“ eine Freude

zu hören ist. Die Lieder sind extrem bunt

geworden und reichen von Reggaeton

zur hymnischen Ballade, von Pop bis zu

House-Beats. Auch inhaltlich ist es wunderbar

vielfältig. Zum Beispiel „Some More

Coffee“, dass unseren

Lieblingskick feiert

oder das Titelstück,

in dem Sarajane mit

Verve und Druck die

Realität zwischen

Business und Mutterschaft

eher zelebriert

als kritisiert. Und auch

„FUPA“, über das „fat

upper public area“, auf

Deutsch vielleicht am

besten als Bauchrolle

beschrieben, ein Lied

über den positiven Umgang mit dem

Körper und seinen Mängeln. Aber kann

ein Song wirklich helfen, wenn man mit

seinem Selbstbild hadert? „Spannende

Frage. Wenn ein Song dir sagt, du bist toll,

während du selbst denkst, nein, bin ich

nicht – dann kann das nicht klappen. Ich

habe auch verschiedene Körpergrößen

gehabt, keine Riesenschwankungen, mal

mehr, mal weniger – doch was immer blieb,

ist dieser Wulst unter dem Bauchnabel.“

Selbst auf einem Kindheitsfoto von ihr

war kein Gramm Fett zu sehen und doch

gab es diese kleine Bauchrolle. „Vielleicht

gehört die ja einfach zu mir?“ Letztlich

muss jeder seinen eigenen, perfekten

Körper finden. „Sei wer du bist und das

ist okay. Egal, ob diese FUPA bleibt oder

nur zu Gast ist. Du musst dich nicht

verstecken!“ Oder deswegen bestimmte

Klamotten tragen,

was auch Sarajane

gemacht hat, weil sie

meinte, sonst sieht mal

ja ihren Unterbauch.

„Aber dann sieht man

ihn halt!“, bekräftigt sie

jetzt selbstbewusst.

„Ich finde es so cool

und kenne es nur von

schwulen Männern,

dass alle Körpertypen

akzeptiert werden: Es

gibt Bears und es gibt

viele Haare oder keine, größer oder kleiner,

dicker, dünner – alle sind okay, wie sie sind.

Jemand macht eine Schublade auf und

entdeckt darin genau den Typ, den er geil

findet. Das bekommen Heten irgendwie

nicht so hin. Da sind wir ein bisschen

armselig.“ Dabei gibt es auch bei Heteros

alles in allen Formen, auch „kleine Dicke die

von großen Schlanken abgöttisch geliebt

werden und umgekehrt. Und doch haben

es schwule Männer besser raus – es klingt

bei ihnen immer liebevoller.“ *fis


MUSIK

AURA DIONE:

„Toleranz und Empathie“

NACHGEFRAGT

2017 erschien Aura Diones dritter

Langspieler „Can't Steel the Music“.

Ihre vierte Platte, ein Best-of-Album

namens „Life of a Rainbow“, ließ also fünf

Jahre auf sich warten. Geschuldet sei das

zum einen der Pandemie, räumt die Dänin

im Video-Interview ein. Zum anderen ihrem

Hang zum Perfektionismus: „Ich habe den

Anspruch, alles bestmöglich zu machen.“

Darum zog sich Aura Dione, die eigentlich

in Kopenhagen wohnt, während der

Corona-Krise auf die Färöer-Inseln zurück.

In der Heimat ihrer Mutter arbeitete sie in

aller Ruhe an „Life of a Rainbow“. Sorgsam

wählte die Musikerin Stücke wie „Song for

Sophie“ aus, die sie noch einmal einspielen

wollte. Inspiriert von der Natur führte sie ihre

Musik zu ihren Ursprüngen zurück – zu ihren

Folk-Wurzeln. Dazu gesellten sich einige

Streicherpassagen: „Ich liebe das Cello.“

Davon zeugt zum Beispiel die neue Version

von „Glass Bone Crash“. Im Video trägt die

37-Jährige nicht umsonst ein blaues Kleid:

„Ich habe zu jedem Lied einen Clip gedreht,

dem eine bestimmte Farbe zugeordnet ist.

Einfach weil das Leben total bunt ist.“

Mit diesem Konzept macht die Sängerin

einerseits darauf aufmerksam, dass

die Stimmungen einer

einzelnen Person immer wieder so facettenreich

wie die Farben des Regenbogens

sein können – mal taucht man in eine rosa

Periode ein, mal in eine dunkle Phase. Auf

der anderen Seite zollt Aura Dione der

LGBTIQ*-Community

Tribut. Ihr fühlt sie

sich eng verbunden,

schon ewig: „Gerade

queere Menschen

haben ziemlich schnell

meine Tiefgründigkeit

erkannt. Hinter

meinen schillernden

Kostümen verbirgt

sich nämlich meine

Sensibilität.“

Dafür möchte die

Tochter zweier Hippies

ihren Unterstützern unbedingt etwas

zurückgeben. „Als Popkünstlerin“, sagt

sie, „habe ich die Verpflichtung, mich für

diejenigen einzusetzen, die keine Stimme

haben.“ Besonders in Russland, erzählt sie,

habe sie zahlreiche Fans: „Es ist furchtbar,

wie sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung

diskriminiert werden.“ Homophobie nimmt

Aura Dione auf keinen Fall hin: „Die Erde

gehört uns allen. Darum sind Toleranz und

Empathie ganz wichtige Werte.“

Die Musikerin sucht stets nach Gemeinsamkeiten,

statt sich auf Unterschiede zu

konzentrieren. Diesen moralischen

Kompass übernahm sie

von ihren

Eltern, die sich aus tiefster Überzeugung

der 68er-Bewegung verschrieben. Ihre

Mutter verbrannte ihre BHs, sie protestierte

gegen die Miss-Dänemark-Wettbewerbe.

Nun ist sie im „Marry Me“-Video zu sehen.

Ausgelassen tanzt sie zu

den lässigen Vibes, mit

denen Aura Dione diese

komplett neue Nummer

unterlegt hat. Dabei ist

der Text eigentlich nicht

besonders fröhlich. Die

Sängerin beklagt, dass

ihr Partner ihr partout

keinen Heiratsantrag

mache. Letztlich, sinniert

sie, bleibe ihr immer nur

ihre Gitarre. Dennoch

war es nie eine Option

für sie, aufzugeben: „Man sollte weiterhin

versuchen, jemanden zu finden, mit dem

man sein Leben teilen kann. Wer die

Hoffnung verliert, sieht vielleicht gar nicht,

was direkt vor ihm liegt.“ Diese positive Einstellung

hat sich zumindest für Aura Dione

ausgezahlt. Sie ist inzwischen verlobt, ihr

Verlobter spielte sogar im „Marry Me“-Clip,

in dem sie ein Hochzeitskleid trägt, mit. Das

sorgte für Wirbel. In den sozialen Medien

machten Szenen von den Dreharbeiten

die Runde, daraufhin gratulierten viele der

Künstlerin zur Hochzeit. Obwohl sie noch

gar nicht unter der Haube ist ...

*Interview: Dagmar Leischow

FOTO: MERMAID RECORDS


MUSIK

DJ

CALVIN HARRIS,

der Junge aus Schottland

FOTO: SONY MUSIC

Als seine Karriere begann, war er

nur ein schüchterner Junge, der

einfach Glück gehabt hat. Calvin Harris

sah damals aus, als könnte er nicht begreifen,

was um ihn herum geschah: Eben

war noch ein unbekannter Musiker auf

MySpace – einen Moment später hatte

er einen Vertrag und stand im Studio mit

Kylie Minogue.

Dabei war er doch nur ein Junge aus

Schottland, aufgewachsen in einer Kleinstadt

namens Dumfries. „Viele Pubs, viele

Kühe!“, fasste er es damals zusammen. Am

Wochenende verließen die Leute das Haus

nur, um sich besinnungslos zu trinken,

Calvin hingegen spielte lieber mit seinem

Atari Sequenzer rum. Irgendwann verließ

er das Nest, um mit seinen über ein Jahr

gesparten 4000 Pfund in London zu leben

und dort an seinem Durchbruch als Produzent

für elektronische Musik zu arbeiten.

Zwölf Monate später war er pleite und

zurück in Dumfries. „Es war ein Desaster“,

gestand er damals. „Alles lief schief.“

Wieder zu Hause entwickelte er endlich

den housigen, poppigen Sound, für den

sein erstes Album „I Created Disco“ stand.

„Und dann ging ich zu MySpace, weil ich

gelangweilt war. Ich lud vier Songs hoch

und addete viele Freunde, möglichst

Leute von Plattenlabeln, um zu sehen,

was sie davon hielten.“ Kurze Zeit später

hatte Calvin Harris besagten Vertrag in der

Tasche und konnte seinen Job bei Marks

& Spencers aufgeben. Und das Erste, was

er danach zu tun bekam, war mit Róisín

Murphy zusammen zu arbeiten. Es war

etwas ins Rollen gekommen, das niemand

mehr aufhalten konnte …

So war Calvin schon 2009, als „Ready

for the Weekend“ erschien, kaum noch

wiederzuerkennen. Er hatte plötzlich Termine

und Aufträge in einem Umfang, dass

einem schwindlig wurde, noch dazu wurde

er in einem Tempo reich, dass jeden aus

der Bahn werfen muss. Kurze Zeit später

gehörte er schon zu den bestbezahltesten

DJs und Produzenten der Welt, arbeitete

mit den erfolgreichsten Musiker*innen und

lebte zwischen den größten Stars – wenn

er sie nicht gleich auch noch datete, wie

bei seiner kurze Beziehung mit Taylor

Swift. Der Junge aus Schottland war jetzt

selbst eine Berühmtheit.

Mittlerweile gibt es kaum noch einen

bekannten Namen, mit dem er über die

Jahre nicht zusammengearbeitet hat, ob

für deren Tracks oder seine eigenen Alben.

So fanden sich schon 2017 auf „Funk Wav

Bounces Vol. 1“ Frank Ocean, Pharrell,

Ariana Grande oder Nicki Minaj zusammen.

Doch vor allem zeigte „Vol. 1“ einen Calvin

Harris, der Frieden mit seinem Leben

gefunden hat – er wirkte angekommen.

Der Sound war relaxed und perfekt für

einen Sommer zwischen Entspannung

und Partys, die keinen Exzess mehr nötig

haben.

Jetzt, auf „Funk Wav Bounces Vol. 2“, setzt

er genau da wieder an. Mittlerweile, als ein

Elder Statesman des Popgeschäfts, wirkt

es als würde er einfach mit Freunden am

Pool abhängen. Nur dass seine Freunde

Dua Lipa, Charlie Puth, Justin Timberlake

oder Halsey heißen. Calvin lebt hier ganz

entspannt seine poppige Seite genauso

aus wie seine funkige, und hinter allem

feiert er seine Liebe zu modernem Soul

und Hip-Hop. Was er sich damals noch

nicht getraut hatte, denn er fand, dass

es lächerlich für einen neunzehnjährigen

weißen Jungen aus Schottland wäre,

R&B oder Rap zu machen. Doch für den

Megaproduzenten Calvin Harris, der Snoop

Dogg zu seinen Buddys zählt …? So passt

„Vol. 2“ perfekt zum entspannten Ende

eines Sommers: Noch einmal die Beine

hochlegen oder sanft grooven, am besten

mit Meerblick und einem Cocktail in der

Hand. Auf dich, Calvin! *fis


TIPP

Luke Sital-Singh:

„Dressing Like a Stranger“

MUSIK

Das Album ist der Nachfolger des

2019 erschienenen Albums „A Golden

State“ („... strotzt nur so vor Akkorden

und Klangstrukturen des klassischen

Westküsten-Songwritings mit Anlehnung

an Springsteen“, The Sunday

Times), das seinem Umzug nach Los

Angeles vorausging. „Dressing Like

a Stranger“ wurde im Golden State

geschrieben und aufgenommen. Anfangs arbeitete Luke allein

zu Hause in Los Feliz, als Covid-19 über die Welt hereinbrach.

Später mietete er ein Studio und nahm ein paar Songs selbst

auf, bevor er seinen britischen Kollegen und Singer-Songwriter

Dan Croll als Co-Produzenten und Tchad Blake (Fiona Apple,

The Black Keys, Elvis Costello) für den Mix hinzuzog.

INDIE

Charlie Winston

„as I am“

Der sympathische Singer-Songwriter

(„Like a Hobo“) meldet sich

Ende September mit einem Album

zurück. Auf seiner Homepage

verrät er darüber: „,as I am‘ ist eine Sammlung von Songs,

die ich 2020 geschrieben habe. Der Lockdown der Welt war

eine Gelegenheit, tief in den kreativen Prozess einzutauchen

und gleichzeitig zu verstehen, was mich zu dem macht, was

ich bin. Ich hatte das große Bedürfnis, meine Perspektive

zu ändern. Wie die Schriftstellerin Anaïs Nin einmal schrieb:

Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind, sondern wie wir

sind. Um zu verstehen, wie ich die Realität sehe, musste ich

die Linse untersuchen, durch die ich die Welt sehe. Wenn

ich irgendwelche Wünsche habe, dass sich Dinge in meinem

Leben ändern, muss ich zuerst verstehen, wie ich es sehe. Der

Titel und die Songs erinnern mich also daran, zu versuchen,

mich selbst so zu sehen, wie ich bin.“ Gut geworden! *rä

MUSICAL

„20.000 Meilen

unter dem Meer“

Das legendäre Techno-Duo U96 („Heaven“,

„Das Boot“, „Love Religion“ …) und

der gefeierte Schauspieler Claude-Oliver

Rudolph werden ab Oktober bundesweit als

The Jules Verne Experience mit dem Fantasy-Musical „20.000

Meilen unter dem Meer“ begeistern. Geplante Stationen des

schon jetzt Wellen schlagenden Werks sind unter anderem

Frankfurt, Dortmund, Stuttgart, Köln, Rostock, Kiel, Bremen,

Hamburg, Berlin und Erfurt. Versprochen wird ein „multimediales

XXL-Bühnenbild“, Spannung und Musik, die hypnotisiert. Erzählt

wird, angelehnt an Jules Vernes unheimlichen Abenteuerroman,

von Kapitän Nemo und seinen Abenteuern 20.000 Meilen unter

dem Meeresspiegel. *rä

www.reservix.de, www.eventim.de, www.Adticket.de,

www.myticket.de, www.the-jules-verne-experience.de

FOTO: A. BEHRENS


MUSIK

NACHGEFRAGT

FOTO: SONY MUSIC

ELECTRIC CALLBOY:

„Wir bleiben unberechenbar“

Beflügelt von einer Umbesetzung

und einer Namensänderung zieht

die Dance-Metal-Band aus Castrop-Rauxel

auf ihrem neuen Album „Tekkno“ sogar

noch mehr Register als ohnehin üblich.

Das wäre ein Fest geworden: „Aus einer

Schnapslaune heraus“, wie Frontmann und

Co-Sänger Kevin Ratajczak fröhlich erklärt,

während er im Backstagebereich eines

großen Festivals in der Schweiz mit uns

telefoniert, hatte sich Electric Callboy beim

deutschen Vorentscheid des diesjährigen

Eurovision Song Contest beworben. In

die Vorauswahl waren die sechs Jungs

aus Castrop-Rauxel und Umgebung noch

gekommen, doch dann verließ den für den

ESC zuständigen Norddeutschen Rundfunk

womöglich der Mut und die Band wurde

aussortiert. „Es gab einen Riesenaufruhr,

inklusive einer Petition mit über 100.000

Zuschriften, uns doch zu nominieren, aber

der NDR, der kurz aus seiner Nussschale

herauszukriechen schien, hatte sich wieder

verkrochen und ging lieber auf die vermeintliche

Nummer Sicher.“ Im Nachhinein sei

man aber gar nicht so traurig darüber, nicht

in Turin dabei gewesen zu sein, und noch

einmal wolle man es auch nicht probieren,

denn, so Kevin, „der ESC ist nicht wirklich

unsere Welt.“

Dabei hätte der Song, mit dem Electric Callboy

angetreten war, gar nicht besser zu der

Over-The-Top-Veranstaltung passen können.

Auf „Pump It“, einer der vorab veröffentlichten

Singles von „Tekkno“, dem sechsten

Album, vermischt die Band 80ies-Sounds,

ein wenig Trash-Pop und unterhaltsames

Heavy-Metal-Geschrei zu einem extrem

vergnüglichen, stimmigen Ganzen. Im Video

sieht man die verkleidungsfreudige und

sich musikalisch noch sonst wie keinesfalls

zu ernst nehmende Band beim Aerobic.

„Unsere Kreativität und unser Ideenreichtum

sind absolut unbeschnitten“, sagt Kevin, der

sich den Sängerjob mit dem 2020 zur Band

gestoßenen Nico Sallach teilt. „Wir machen

uns einen großen Spaß

daraus, uns immer

wieder zu verwandeln

und unberechenbar zu

bleiben.“ Anfangs hatte

es die 2010 gegründete

Truppe, die ihren

Namen im Frühjahr

von Eskimo Callboy in

Electric Callboy änderte

(„Das Wort ‚Eskimo‘

ist einfach heute

problematisch“) noch

schwer. „Wir haben

uns damit geplagt, keine klare Identität zu

haben. Es hieß häufig ‚Ihr seid nicht richtig

Metal, ihr seid nicht richtig Pop, was macht

ihr denn eigentlich?‘ Aber diesen wilden

Mix, den lieben wir einfach immer schon am

Allermeisten.“ Und nach und nach erspielte

sich Electric Cowboy dann ein sehr diverses

Publikum von Gleichgesinnten – seien es

Rock- und Hardcore-Fans oder Leute, die

sonst zu Deichkind oder Scooter gehen. Vor

letzteren verneigten sich Electric Callboy

vergangenes Jahr mit ihrem Scooter-auf-

Speed-Metal-Song „Hypa Hypa“, dem bis

dato größten Hit. Scooters HP Baxxter

habe trotz Anfrage nicht auf der Nummer

mitsingen wollen, selber schuld. „Wir gehen

davon aus, dass er mittlerweile weiß, wer wir

sind.“

Und natürlich setzen die überzeugten

Ruhrgebietsbewohner auch auf „Tekkno“ ihr

Stilmix-Spektakel fort. Ekstase, der Drang

zum Durchdrehen und ausgeprägtes Gespür

für Ironie durchziehen die Platte. Harte

Synthies, harte Gitarren

und harter Gesang sind

die Hauptbausteine

von Liedern wie „We

Got The Moves“ oder

„Spaceman“, aber

das bedeutet nicht,

dass Electric-Callboy-

Freunde gefeit wären

vor Überraschungen.

„Fuckboi“ ist eine

Huldigung an den

Pop-Punk der frühen

Nullerjahre und erinnert

an eine Mischung aus Blink-182 und Avril

Lavigne (den weiblichen Gesang steuern

Conquer Divide bei), und „Hurrikan“ ist

ein abgedrehter Ausflug in die seltsame

Welt des Ballermann-Schlagers. Das Video

drehten die Jungs sogar im berühmtberüchtigten

„Bierkönig“ auf Mallorca. „Diese

Welt ist wirklich krass beeindruckend, und

für einen Abend fanden wir es wirklich geil,

ein Teil davon zu sein.“ Aber dann war es

auch genug.

*Interview: Steffen Rüth


POP

Rick Astley: „Whenever You

Need Somebody“

MUSIK

FOTO: C. CIMINO

Das Debütalbum „Whenever

You Need Somebody“ des

Popsterns Rick Astley, der seit

1987 mit Hits wie „Cry for

Help“, „Take Me to Your Heart“

und „Never Gonna Give You

Up“ die Welt beschallt, erschien

2022 neu. Natürlich mit vielen

Bonustracks und Remixen.

In düsteren und stressigen

Zeiten denkt man gerne – oft

idealisierend – zurück an die

Vergangenheit, als alles scheinbar

besser war. Oder auch einfach

lustig(er). Popmusik aus dem

Hause Stock Aitken Waterman

(kurz: SAW) zum Beispiel klang

zwar immer irgendwie ähnlich,

aber auch immer sehr gut. Egal

ob für Donna Summer, Dead or

Alive, Kylie Minogue, Bananarama

oder eben Rick Astely, die drei

Producer aus UK wussten die

1980er hindurch ganz genau, was

die Tanzflächen füllt, wie das Lied

zu klingen hat. Und sie waren in

den Remixen dann auch durchaus

oft wirklich innovativ! Bei Rick

Astley setzten sie erfolgreich auf

Disco-Pop und Herzschmerz und

schufen mit dem 1987er-Album

„Whenever You Need Somebody“

ein Pop-Standardwerk des 20.

Jahrhunderts.

Unsere Anspieltipps auf der

2022er-Ausgabe des Albums

sind die Charthits „Together

Forever“ und „Whenever You

Need Somebody“, aber auch

„My Arms Keep Missing You (The

„Where’s The Harry” Remix)“ und

„You Move Me“. *rä

NEWCOMER

„Hoffnung treibt uns alle an“

– Jason William

Sehr jung, einst bei „The Voice Kids“, jetzt Abiturient mit großer

Karriere vor sich: Jason William. Unlängst hatte sein brandneuer

Videoclip zu „Hope“ Premiere. Über die soulige Popnummer

verrät der Hingucker aus dem Saarland: „Hoffnung treibt

uns alle an, sie ist lebenswichtig. Vor allem in der aktuellen

Lage bedarf es besonders viel davon. Ursprünglich habe ich

den Song aus dem Pandemie-Frust meiner Generation heraus

geschrieben, habe aber schnell gemerkt, dass das Thema viele

Menschen unabhängig vom Alter bewegt. Denn Hoffnung

kann einen auch verzweifeln lassen, und um all das geht es in

‚HOPE‘.“ Konkrete Pläne hat der Newcomer auch, nicht nur

Hoffnungen: „Auch auf die Gefahr hin, dass ich wie ein Fanboy

klinge: Ich würde eines Tages wahnsinnig gerne mal ein Duett

mit Harry Styles singen. Ich glaube, unsere Stimmen könnten

tatsächlich matchen.“ Ja, da hat er recht. *rä

www.instagram.com/jasonwilliammusic

OUT

NOW


FILM

INTERVIEW

LUKE MACFARLANE:

„Ich kann froh sein …“

Luke Macfarlane, geboren 1980 im

kanadischen London, studierte an

der renommierten Juilliard School in New

York und hatte seinen ersten Leinwandauftritt

im Film „Kinsey“ von Bill Condon.

Der Durchbruch gelang ihm mit der Serie

„Brothers & Sisters“, in der er gemeinsam

mit Matthew Rhys ein schwules Paar

verkörperte – und in diesem Kontext auch

seine eigene Homosexualität öffentlich

machte. Es folgten viele, nicht ausschließlich

queere Serienrollen in „The Night Shift“

oder „Killjoys“, der Netflix-Film „Single

All the Way“ und diverse Theaterengagements.

Nun ist er in der romantischen

Komödie „Bros“ (ab 20.10.) in seiner bislang

größten Kinorolle zu sehen.

Mr. Macfarlane, „Bros“ ist ein Film,

wie es ihn so noch nicht gab: eine

von einem großen Hollywood-Studio

produzierte, klassische romantische

Komödie, in deren Zentrum zwei

schwule Männer stehen. Hätten Sie je

gedacht, das mal erleben zu dürfen?

Naiv und optimistisch, wie ich bin, hatte

ich nie Zweifel daran, dass die Filmbranche

irgendwann so weit sein würde. Die Frage

war eher, ob ich dann auch noch jung genug

bin, um darin irgendwie mitzuspielen.

Wie kam es denn letztlich dazu? Kannten

Sie Billy Eichner, der als Ko-Autor

und Hauptdarsteller die treibende

Kraft hinter „Bros“ ist, persönlich?

Nein, das lief über ein normales Casting.

Ich habe lange in New York gelebt und dort

auch studiert, war aber Billy nie persönlich

begegnet. Auch wenn ich natürlich viel

von ihm gehört habe und wir auch etliche

gemeinsame Bekannte haben. Als das

Drehbuch auf meinem Tisch landete, war

ich begeistert davon, wie gut es war und

wie gut die Rolle zu mir passen würde.

Deswegen habe ich mich selbst ganz schön

unter Druck gesetzt, mehr als sonst. Und

als ich dann beim Vorsprechen nicht nur

Billy, sondern auch Comedy-Größen wie

Regisseur Nick Stolle und Produzent Judd

Apatow gegenüberstand, war ich verdammt

nervös. Doch dann lief es zum Glück richtig

gut.

www.CENTURYMEDIA.com


Sie spielen nun Aaron, einen Anwalt,

der zumindest beruflich nicht so

richtig glücklich ist. Das könnte von

Ihnen, der ziemlich direkt nach dem

Schulabschluss fürs Schauspielstudium

nach New York ging, vermutlich

nicht weiter weg sein, oder?

Es gibt schon auch einige Gemeinsamkeiten

zwischen ihm und mir. Auch ich war als

Jugendlicher in den 1990er-Jahren in einer

Kleinstadt damit beschäftigt, mich mit meinem

Schwulsein zu arrangieren. Und damals

gab es dort ein ziemlich eingeschränktes Bild

davon, was Männlichkeit bedeutet. In den Zeiten

von Mark Wahlberg als Calvin Klein-Model

und Abercrombie & Fitch-Werbung konnte

man als schwuler Mann gar nicht anders, als

von Brustmuskeln besessen zu sein. Aber

damit einher ging eben diese Vorstellung,

dass Männer unbedingt kerlig, sportlich, tough

und hart im Nehmen sein müssen. Echte

Bros eben. Das hat damals bei vielen meiner

Generation echt Spuren hinterlassen. Ich

kann froh sein, dass es immer Menschen in

meinem Leben gab, die mir vermittelt haben,

dass man dann am erfolgreichsten ist, wenn

man authentisch man selbst ist. In dieser

Hinsicht verletzlich zu sein habe ich zum

Glück viel früher gelernt als Aaron.

Und wie steht’s mit seinem Musikgeschmack?

Dass Aaron – eher gayuntypisch

– auf die Country-Songs

von Garth Brooks steht, ist in „Bros“

ja ein Running Gag …

Ich verrate Ihnen mal ein kleines Geheimnis:

Das mit Garth Brooks habe ich beim Dreh

improvisiert.

Ist es Ihnen ein Anliegen zu zeigen,

dass nicht alle in der Community

immer über einen Kamm zu scheren

sind?

Ich finde das in der Tat enorm wichtig,

und man muss supervorsichtig sein mit

einem Label wie „typisch schwul“. Dass

es „den Schwulen“ natürlich nicht gibt, ist

eigentlich kein Geheimnis mehr, und dank

des Internets ist die Vielseitigkeit unserer

Community ja auch allgemein einsehbar.

Aber mitunter muss man eben doch daran

erinnern, dass ein queerer Mensch in Los

Angeles vielleicht andere Erfahrungen hat

und anders tickt als ein queerer Mensch auf

dem Land. Deswegen mag ich den Podcast

„Rural Gays“ so gerne. Denn da finde ich

mich als Country liebender, Truck fahrender

Hobby-Tischler manchmal eher wieder als

anderswo.

Das gesamte Ensemble von „Bros“

ist queer, selbst in den nicht-queeren

Rollen. Wie hat sich Regisseur Nick

Stoller als Hetero denn in dieser

Konstellation gemacht?

Wie er sich damit gefühlt hat, müssen Sie

ihn fragen. Aber ich fand ihn großartig,

denn er versteht nicht nur viel von Comedy,

sondern ist auch einfach ein enorm offener,

wissbegieriger Mensch. Und er vermittelt

nie das Gefühl, alles zu wissen, sondern gab

ganz offen zu, in vielen Dingen nicht der

Experte zu sein. Bei einer Sexszene fragte

ich, ob Aaron und Bobby nicht eigentlich

FILM

ein Gespräch über Verhütung und Safe Sex

führen sollten, weil ich das meiner Erfahrung

nach für ein realistisches Szenario

hielt. Da war er der erste, der meinte, dass

er sich da nach uns richtet.

„Bros“ macht sich ein wenig lustig

über die kitschigen Weihnachtsromanzen,

die jedes Jahr von US-

Sendern wie dem Hallmark Channel

produziert werden. Ausgerechnet

in solchen Produktionen spielen Sie

selbst oft mit. Waren diese Gags Ihre

Idee?

Das nicht, aber vielleicht hat Billy noch ein

paar mehr ergänzt, als klar war, dass ich

die Rolle spiele. Und ein paar Gags musste

er auch deswegen anpassen, weil gerade

Hallmark in den letzten paar Jahren bei

seinen Filmen sehr viel inklusiver und weniger

weiß und heteronormativ wurde. Aber

ich würde nie ein schlechtes Wort über

diese Liebesfilme verlieren. Man hat mir

dort Arbeit gegeben, als ich anderswo keine

fand, und dass ich als geouteter schwuler

Mann dort den Feuerwehrmann, Holzfäller,

Eishockeyspieler oder Weihnachtsbaumzüchter

spielen darf, in den sich die Heldin

verliebt, ist doch durchaus bemerkenswert.

*Interview: Patrick Heidmann

WILL YOU

MARRY ME?

Aura Dione: Life Of A Rainbow

Das neue Album, jetzt erhältlich!

Inkl. der neuen Single Marry Me plus alle

Lieblingssongs von Aura Dione, erstmals

akustisch eingespielt:

Glass Bone Crash, You Got Wings,

In Love With The World, Antony,

Songs For Sophie, Into The Wild,

Recipe & Can’t Steal The Music.

Eine wundervolle Reise durch das Oeuvre einer

aussergewöhnlichen Künstlerin, das in einem

zeitgemässen Glanz erscheint.


FILM

KINO

„REX GILDO – Der letzte Tanz“

FOTOS: MISSINGFILMS

Der neue Kinofilm von Rosa von

Praunheim über Rex Gildo (1936

– 1999) glänzt mit viel Hintergrundinformationen

inklusive Interviews mit

Zeitzeug*innen wie Cindy (Cindy &

Bert), Vera Tschechowa, Costa Cordalis,

Gitte Haenning, Cornelia Froboess,

Gudrun Gloth und LGBTIQ*-Stars wie

Dragqueen Absinthia Absolut und Jazz-

Sänger Erik Leuthäuser **.

Natürlich wird seine nur im Privaten

gewagte schwule Liebe zu seinem

Manager Fred Miekley thematisiert, der im

Film vom großartigen Ben Becker gespielt

wird. Fred Miekley, der einst Rex’ Ehe mit

seiner Cousine Marion mitarrangierte,

wurde von Rex Gildo zeitlebens in der

Öffentlichkeit und in den Medien als sein

Onkel vorgestellt.

Rosa von Praunheim versteht es

meisterlich, die Tragik im Leben von Rex

Gildo auszuarbeiten. Ohne Häme,

ohne Gossip, mit Distanz, aber

mitfühlend auch als Kommentator.

Schmunzeln kann man

ebenso, etwa, wenn Bernhard Brink von

Situationen erzählt, als Gildos Perücke – er

litt schon früh unter Haarausfall – mal auf

halb acht saß ... Ende Juni, Anfang Juli

lief der Film schon erfolgreich auf dem

Filmfest München, der Kinostart ist der

29. September. *rä

** nackt im Berliner Klub SchwuZ

KINO

„Peter von Kant“ von François Ozon

Der Film ist eine freie Interpretation von

Rainer Werner Fassbinders Meisterwerk

„Die bitteren Tränen der Petra von Kant“

und eine Huldigung an #Fassbinder. Das

Plakat wiederum ist eine Hommage an

Andy Warhols Plakat für „Querelle“ – von

Fassbinder.

Erzählt wird von dem narzisstischen und

extrovertierten Filmregisseur Peter von

Kant (Denis Ménochet), der in Köln mit

seinem persönlichen Assistenten Karl

(Stefan Crepon) zusammenlebt, der ihm

verfallen ist. Dann kommt Amir (Khalil

Ben Gharbia) in das Leben der beiden ...

Der neue Film von Regisseur François

Ozon spielt, typisch für Ozon, einmal

mehr in der Vergangenheit, in den

1970ern, und hatte seine Premiere bei

der diesjährigen Berlinale. Als Freundin

Sidonie, die Amir im Schlepptau hat,

glänzt die legendäre Isabelle Adjani.

Der Kinostart von „Peter von Kant“

soll in Frankreich schon im Juli sein, in

Deutschland wird der Film voraussichtlich

ab Ende September laufen. *rä


www.männer.media

immer aktuell

informiert


BUCH

Gerbrand

Bakker

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/KLUBOVY

ROMAN

Fragile Identitäten

„Vor dem Sprung“ von

Brandon Taylor,

erschienen beim

Piper Verlag, wird

weltweit von den

Kritikern gefeiert.

Zu Recht.

FOTO: BILL ADAMS / PIPER VERLAG

PSYCHE

Gefangen in der

Einsamkeit

Depressionen lähmen, sie lassen

Betroffene nicht mehr das Gute

sehen, man fühlt sich alleine, obwohl

man eine*n liebende*n Partner*in

hat, die/der sich um einen kümmert,

eine Familie, Bekannte und Freunde.

Trotzdem fühlt man sich verlassen,

ungeliebt und nicht sichtbar.

Das kann wütend machen, aber diese

Wutanfälle, die oftmals an den Menschen

ausgelassen werden, die es gut

mit einem meinen, machen alles noch

schlimmer. Niedergeschlagenheit und

Hilflosigkeit werden stärker, oftmals

kann der/die Depressive sofort weinen

… Der Schriftsteller Gerbrand Bakker

leidet an Depressionen und an Libido-

Verlust, da die ihm verschriebenen

Antidepressiva die Lust auf Sex und

das Vermögen, es zu tun, rauben.

Gerade erschien sein Buch „Knecht,

Knecht,

allein

allein“ beim Suhrkamp Verlag.

Entstanden ist es, nachdem ihm seine

Sexologin rät, eine Love Map zu erstellen.

Ihren Rat befolgend verzeichnet

der Autor in dem Buch seine persönliche

Liebeskarte, alle im weitesten

Sinne zur Geschichte seines Liebens

gehörenden Erinnerungen. In diesen

Erinnerungen sucht er nach einem

möglichen Auslöser seiner Depression.

Von Gerbrand Bakker ungeschönt,

klar, packend und berührend geschrieben,

gibt das Buch den Lesenden

die Möglichkeit, in die Psyche eines

Depressiven einzutauchen. Das

Buch macht nicht traurig, man lernt,

wie es dabei helfen kann, der Leere,

der Trauer mit Lakonie, Humor und

Freimut zu begegnen. Einfach immer

weitermachen. *rä

www.suhrkamp.de

Suhrkamp

Der 1989 geborene

Autor nimmt uns bei

seiner komplexen, mit

einer subtilen Spannung unterlegten Story-

Sammlung auf über 280 Seiten mit in die Leben

verschiedenster Menschen. Queers in toxischen

Beziehungen, vom Schicksal gebeutelte Familien

und Freunde, die an einer unentschuldbaren

Vergewaltigung zerbrechen. „Vor dem Sprung“

erzählt von „fragilen Identitäten zwischen

Zärtlichkeit und Gewalt“, aber eigentlich sind

die Akteur*innen so fragil wie wir alle. Niemand

ist eine Burg, die uneinnehmbar ist. Das Buch

macht begreifbar, wie zerbrechlich das Leben

ist, wie schnell das Unglück zuschlagen kann.

Und auch, wie die

Liebe – etwa bei der

anfangs erwähnten

toxischen

Beziehung – durch

Eifersucht und

Minderwertigkeitskomplexe

zu etwas

Giftigem werden

kann. *rä

www.piper.de

HUMOR

Yoga und der Highway to Well

Die Luxusprobleme der Corona-Pandemie

sind Stress im Homeoffice, Ärger in der

Beziehung und dominante Mitmenschen, die

zu viel reden (wollen). Yoga kann da helfen

klarzukommen. Und Lachen! Sabine Bode

beschäftigt sich in ihrem aktuellen Buch mit

Yoga. Und bringt zum Lachen.

In dem über 220 Seiten dicken Buch geht es

ums achtsame Stöhnen, um die erzwungene

Entschleunigung, um Wohlfühlwahnsinn

und auch um heiße Kirschkerne. „Lassen

sie mich durch, ich muss zum Yoga“ sei ein

Buch für „Postjugendliche mit aufgehendem

Mittelfinger im Morgenrot“ – und es erhellt

dir den Tag. Als Autorin war sie schon für

Anke Engelke und Hape Kerkeling erfolgreich,

noch erfolgreicher ist Sabine Bode als

Autorin von Büchern, die regelmäßig in den

SPIEGEL-Bestseller-Listen landen. Und

auch dieser kurzweilige Lesespaß wird seine

Fans finden, selten konnte man so kichern,

wenn sich eine Autorin am „Wunderland der

Entspannungsangebote“ abgearbeitet hat.

Wellness-Lifestyle-Angebote treffen auf eine

großartige Comedy-Autorin, da wird Grinsen,

Lachen zum neuen Yoga. *rä

www.goldmann-verlag.de

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/

MUSTAFAGULL


BUCH

PARTNERSCHAFT

Liebe, Lust und

Diskussionen

Menschen streben nach Beziehungen.

Man – ausgenommen überzeugte

Einsiedler*innen – braucht den Austausch

mit anderen. Und die meisten

suchen (viele finden) ihr Glück in einer

Beziehung.

Da gibt es die unterschiedlichsten

Modelle: klassisch monogam, umstritten

polygam oder, oder ... Wichtig ist aber

immer Ehrlichkeit. Zu sagen, man führe

eine monogame Beziehung, dann aber

den D*del in die Webcam zu halten,

ist unfair gegenüber deinem/deiner

Partner*in und wird auch bei dir für

Gewissensbisse sorgen. „Was machst du

da?“ „Ach, nix …“ oder auch „Wer schreibt

dir denn so fleißig auf WhatsApp?“

„Ööööhm, Mama.“ – Viele Notlügen, die

noch für viel Stress sorgen werden, wenn

die Wahrheit ans Licht oder der Po aufs

Handydisplay kommt.

Es gibt aber auch freilich ganz andere

Paarprobleme: Der eine misst der

Ernährung einen sehr hohen Stellenwert

bei und rennt einmal am Tag in den

Bioladen, die andere isst gerne Brot, und

das auch mal vom Backshop. Oder die

liebe Familie. Meist achtet sie nur auf

das Wohl ihrer Angehörigen, der Partner

muss helfen, helfen, helfen, dass alles

klappt. Am besten gleich seinen Beruf

kündigen und nur noch Hausfrau/-mann

sein für den/die Partner/in. So geht das

nicht!

Helfen, dass du dich besser abgrenzen

kannst gegenüber deinem/deiner

Partner*in und seiner/ihrer Familie, kann

dieses Buch der Paartherapeutin Ankha

Haucke: „Soforthilfe für die Paarbeziehung.

Die häufigsten Probleme und wie

man mit ihnen umgeht“, das vor wenigen

Wochen beim Verlag Vandenhoeck

& Ruprecht erschienen ist. „Der Moment,

in dem jemand auf seine Partnerschaft

blickt und herausfinden will, was dort

schiefläuft, ist der Augenblick für dieses

Buch. In ihm finden sich die häufigsten

Paarprobleme und Ideen dazu, wie man

mit ihnen umgeht.“ Ein Buch, das helfen

kann, das Glück zu bewahren oder

wiederherzustellen. *rä

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/DEMKAT

RATGEBER

Setze dein Leben

neu zusammen

Manchmal kommt es knüppeldick: Beziehung

am Ende, Todesfälle, Burn-out, Stress

und was es sonst noch gibt. Dann fragt

man sich, was man wie ändern kann, damit

es wieder besser läuft. Das Buch „Setze

dein Leben neu zusammen. Lebenskrisen

mit dem Tangram-Prinzip meistern“ von

Stefan Balázs ist da ein guter Ratgeber.

Der Düsseldorfer Autor (@netzwege)

studierte Publizistik, Politik und Soziologie

und war in der Unternehmenskommunikation

tätig. Jetzt hat sich Stefan Balázs

dem Schreiben zugewandt, persönliche

Erfahrungen machten ihn zum Fachmann

für Ratgeberliteratur – und sein Wissen

teilt er nun. Flott geschrieben und leicht

verständlich wird anhand des Tangram-

Prinzips (ein chinesisches Legespiel: Plättchen

entstehen durch das „Zerschneiden“

eines Quadrates in zwei große Dreiecke, ein

mittelgroßes Dreieck, zwei kleine Dreiecke,

ein Quadrat und ein Parallelogramm.

Hieraus können zahllose Formen gelegt

werden) geschaut, wie man sein Leben neu

ordnen, Dinge neu gewichten kann. Klingt

komisch? Macht aber Sinn, wenn man das

Buch durchhat. *rä

FOTOS: M. RÄDEL

COMIC

„Hilfe, mein Lover ist ein Hipster“

Autor Sebas Martin nimmt sich in seinem

Comic gleich drei Themenfelder ungemein

unterhaltsam an: des Hipstertums, schwuler

Beziehungen und der Social-Media-Sucht

der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Und eigentlich noch eines vierten Themas:

der Midlife-Crisis, denn die zentrale Figur des

Comics, Peluche, ist 45 Jahre alt und merkt,

dass Mann andere Prioritäten im Leben

setzen sollte, als es sein etwas jüngerer

Partner tut.

Der zeigt sich gerne unentwegt im Internet,

ist fast süchtig nach Aufmerksamkeit und

Likes. Anstrengend! Eine „Bitch mit Bart“

(Zitat aus dem Buch), die sich mit Ihresgleichen

in einem permanenten Wettrennen

befindet, wer den neusten Trend als Erstes

umsetzt, wer das beste Food-Foto postet,

das beste Holzfällerhemd trägt (und dies

auch postet) und die meisten Reaktionen

im Internet erhält. Eigentlich kann einem

Peluche nur leidtun, doch natürlich hat sein

Lover auch seine sehr guten und sexy Seiten


Wenn er doch nur nicht so anstrengend

wäre! Ein ungemein lustiger und mitunter

böser Comic, der Spaß beim Lesen verbreitet

und einem den Alltags-Gram schön

und mit einem Lächeln austreibt. „Hilfe,

mein Lover ist ein Hipster“ wurde bei www.

insektenhaus-verlag.de veröffentlicht, das

spanischsprachige Original erschien erstmals

2015. *rä


BUCH

BILDBAND

EINGEPIKSTER

KÖRPERSCHMUCK

Andrew Burford, Florian Rudolph,

Benjamin Wolbergs und Brody

Polinsky haben zusammen an einem

ungewöhnlichen und sehr interessanten

Buch zum Thema Tätowierungen gearbeitet.

„Queer Tattoo“ ist beim Verlag Kettler

erschienen, wir stellen es dir vor.

Schon fast seit Anbeginn der Menschheit

veränderten, schmückten sich Menschen,

indem sie Farbe in die Haut einbrachten.

Sei es, um Familien- oder Gruppenzugehörigkeiten

zu unterstreichen, um Kraft zu

erlangen, um schöner zu sein oder auch,

um Erlebtes, Überstandenes zu verarbeiten.

Denkt man an Tätowierungen, so denkt

man unter Umständen an Tribals der letzten

Jahrtausendwende, an Schriftzüge wie LOVE

oder auch BROT an Hipstern und natürlich

an Matrosen, die sich mit barbusigen Damen

mit oder ohne Fischschwanz schmücken. Es

geht aber auch anders.

„Nicht zuletzt begünstigt durch die sozialen

Medien, hat sich in den letzten Jahren eine

junge und engagierte Szene etabliert, die

sich dem sogenannten queeren Tattoo

verschrieben hat. Diese spezielle, aber

wachsende Community ist aus dem

Wunsch heraus entstanden, mit den hierarchischen

und patriarchalischen Strukturen

des traditionellen Tätowierens zu brechen

und sichere, tolerante und inklusive Räume

zu schaffen, in denen queere, nicht binäre

und Trans-Menschen mit individuellen Stilen

und Techniken abseits des Mainstreams

experimentieren können“, so Benjamin

Wolbergs via E-Mail an uns.

Tätowierungen als Ausdruck des unangepassten

Geists des Tragenden. „Zahlreiche

Tattoo-Künstler*innen befreien sich in

FOTO: JULIM ROSA

ihren Arbeiten von den destruktiven,

heteronormativen und kapitalistischen

Schönheitsnormen und lösen sich mit

ihrer Bildsprache von der langen Tradition

kultureller Aneignung in der traditionellen

Tattoo-Szene. Ihre Entwürfe offenbaren

einen einzigartigen und kreativen Sinn

für queere Ikonografie.“ Das Buch „Queer

Tattoo“ zeigt dir unterschiedlichste und

vor allem auch mitunter sehr provokante

Motive und nicht weniger ungewöhnliche

Menschen. Mehr Features dieser Art

findest du auf www.instagram.com/

blu_germany. *rä

www.benjaminwolbergs.de,

www.verlag-kettler.de/de/buecher/

queer-tattoo

BILDBAND

Blondinen bevorzugt?

Im August jährte sich ihr Todestag zum 60.

Mal. Der TASCHEN Verlag aus Köln ehrt die

Schauspieler Marilyn Monroe mit einem

Buch: „Norman Mailer. Bert Stern. Marilyn

Monroe“.

Bis heute inspiriert die so tragisch verstorbene

(ermordete?) Schauspielerin und Sängerin

Marilyn Monroe (1. Juni 1926 – 5. August

1962) weltweit die Menschen und auch die

Künstler der Community. Und das, obwohl sie

als platinblondes Busenwunder für das steht,

was Frau und Queer heute ablehnen: Frauen

als aufgebrezelte „Puppen“, die eher hauchen,

denn sprechen, die sich benutzen lassen.

Ein Sinnbild gesellschaftlicher Sexismen.

Das hochwertige Buch ist eine Biografie von

Norman Mailer, die zusammen mit den legendären

Bildern von Bert Stern sicherlich ein

Sammlerstück werden wird. Und eine schöne

Würdigung einer Unterschätzten. Zeitlebens

haderte Marilyn Monroe mit ihrer Rolle als

„Dummchen“ – spielte aber auch damit.

Kennen könntest du Filme wie „Niagara“,

„Das verflixte 7. Jahr“ und „Misfits – Nicht

gesellschaftsfähig“ sowie Hits wie „Diamonds

Are a Girl’s Best Friend“, „Teach Me Tiger“ und

„I Wanna Be Loved by You“. *rä

www.taschen.com


DATES . FREUNDE . LIEBE

Deine Reise beginnt hier. Teile deine Liebe auf dem spannendsten Netzwerk

für Schwule, Bi-Männer und Transgender. Downloade die ROMEO-App in

deinem App-Store, oder melde dich auf unserer Webseite an.

app.romeo.com


Design

SNOOZE*

AUF DIESEN BETTEN SCHLÄFST DU

JETZT NOCH BESSER

227.000 Stunden, 9.500 Tage oder 26 Jahre: Egal, mit welcher

Einheit man es beziffern mag, wir verbringen jede Menge Zeit im

Schlaf – fast ein Drittel unseres Lebens! Auch spannend: Etwa

sieben Jahre benötigen wir allein, um einzuschlafen. Damit dies in

Zukunft noch schneller vonstattengeht, haben wir an dieser Stelle

die weichsten, kuscheligsten und stylishsten Betten für dich zusammengestellt,

die die Möbelhersteller so hergeben. *fj

TRAMA INTRECCIO

PIANCA ist ein italienischer Möbelhersteller

mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit. Es

werden ausschließlich Hölzer aus nachhaltiger

Waldwirtschaft genutzt, eingesetzte Lederwaren

stammen aus kurzkettigen Produktionen mit

besonders wenig Verschnitt, und die für die

Möbel verwendeten Farben sind absolut umweltfreundlich.

Dass Designs aus ökologischen

Herstellungsverfahren auch stylish aussehen

können, beweist PIANCA zum Beispiel mit dem

Bett Trama Intreccio, das mit seinem Kopfteil aus

handgeflochtenem Leder nicht nur ein echter

Hingucker ist, sondern seinen Besitzer auch

guten Gewissens schlafen lässt.

www.pianca.com

ION

Das Label Mazanli wurde 2016 von

Süleyman Mazanli in Berlin gegründet.

Angefangen hat alles mit dem

Wunsch des Designers, ein Metallbett

zu besitzen, das seinem Gespür für

industriellen Charme und puristischen

Stil gerecht wird. Nachdem er eine

solche Schlafgelegenheit auch nach

längerer Recherche nicht aufzutreiben

vermochte, schweißte er sich sein

Traumbett ganz einfach selbst zusammen.

Durch zahlreiche Anfragen aus

dem Freundeskreis später, ein solches

Bett ebenso erstehen zu wollen, wurde

das junge Unternehmen aus der Taufe

gehoben und Süleymans Bett bekam

mit „Ion“ auch einen Namen. Mittlerweile

produziert Mazanli außerdem

Tische, Beistelltische und Regale.

www.mazan.li


Design

CANBERRA

Wer glaubt, die Marke Birkenstock kann nur Sandalen, der irrt gewaltig. Neben den weithin

(und weltweit) bekannten Jesus-Latschen vertreibt das deutsche Traditionsunternehmen

auch Sneaker, Accessoires, Kosmetik und sogar Betten. Das Modell Canberra beispielsweise

besticht durch sein markantes Kopfteil, das mit handgenähtem Birkenstock

Sattelleder bezogen ist. Jede Berührung hinterlässt Spuren und verleiht dem Bett über

die Jahre einen einzigartigen Charakter. Der Bettkasten ist mit feinstem Wollfilz bespannt

und stellt einen wunderbar weichen Gegensatz zum Kopfteil dar.

www.birkenstock.com

FRIDAY NIGHT

Seit über dreißig Jahren produziert das deutsche Unternehmen ZEITRAUM Möbel

aus Massivholz. 1990 gegründet, war ZEITRAUM einer der ersten deutschen Möbelhersteller,

die auf die Verbindung von Ökologie und Design setzten. Mit Friday Night

ist den Designern ein Möbel gelungen,

das sowohl als ganz gewöhnliches Bett

dient, aufgrund seiner modernen Formen

und des leicht geschwungenen Kopfteils

aber auch als Sofa, Kinosessel und

Frühstückslounge dient.

www.zeitraum-moebel.de

LGBT FRIENDLY

LAWS


Design

MÖBEL

GALORE

WITH A SNAP OF YOUR FINGER

Mit ihren innovativen „high

colour“-LEDs sind die Lampen

des deutschen Leuchtenherstellers

Occhio in der Lage, Farben

so nuanciert und tief wie in der

Natur wiederzugeben. Dank des

„touchless control“-Systems

können die Designs außerdem

völlig berührungsfrei bedient werden.

Ein einfacher Handstreich in

Nähe der Lampe genügt, um die

Occhio ein- und auszuschalten.

Erhältlich als Hängeleuchte, Stehund

Deckenlampe. *fj

www.occhio.de

Die schönsten Interior-Ideen für dein Zuhause

PLITSCH-PLATSCH

Badesofa ist ein junges Kölner Unternehmen,

das Kissen für die Badewanne herstellt. Die

Polster sorgen vor allem bei sehr kleinen

Badewannen für Entspannung und kommen in

vier unterschiedlichen Größen und sechs unaufdringlichen

Farbtönen daher. Nach dem Baden

können sie einfach in der Wanne trocknen. *fj

www.badesofa.de

TEICHFREUDEN

Wie ein Teich voller

Koi-Karpfen ergießt sich

der „Yumi“-Teppich von

Roche Bobois auf entweder

200 x 300 oder 250 x 350

Zentimetern in dem Raum,

in dem er ausgelegt wird.

Handgetuftet aus 100 Prozent

pflanzlicher Seide. *fj

www.roche-bobois.com

ITALIENISCHE HEIMATGEFÜHLE

Was wäre unser Zuhause ohne Accessoires?

Ein Showroom im besten Falle, aber sicher kein

Ort, an dem wir uns wohl- und geborgen fühlen.

Die Vase „Silo“ von Natuzzi Italia stammt aus

den Händen von Keramikkünstlern aus dem

italienischen Salento und ist

inspiriert von der fruchtbaren

Erde der Region. Noch

mehr warmes Heimatgefühl

geht nicht. *fj

www.natuzzi.com


Design

CUT

Seit über einem Jahrhundert und

in mittlerweile fünfter Generation

entstehen im Hause Potocco in Italien

wunderschöne Möbel für drinnen und

draußen. Der Loungechair „Cut“ eignet

sich sowohl für den Indoor- als auch

für den Outdoor-Bereich und besteht

aus einem Stahlrahmen mit einer

handgeflochtenen Liegefläche. *fj

www.potocco.it.

OUTDOOR JA, PLASTIK NEIN

Seit 1996 fertigt Kettal hochwertige Outdoor-

Möbel aus ökologisch nachhaltiger Produktion

fernab weißer Plastikstühle und -tische. So

stammt das Holz, das für den Club Chair „Band“

verwendet wird, aus zertifizierter Forstwirtschaft.

Wer mehr auf Metall als auf Holz steht,

kann das Produkt auch mit Aluminium-Beinen

erstehen. Designt wurde „Band“ von der spanischen

Architektin Patricia Urquiola. *fj

www.kettal.com

FÜNF

JAHRE

SONNTAG | 11.09.

13 - 20 Uhr

DJs

DRINKS

ANGEBOTE

BRUNOS STORE

Maaßenstr. 14/

Winterfeldtplatz

Mo - Sa 10 - 22 Uhr


Design

FULL HOUSE

Nie wurden die eigenen vier Wände so vielfältig

genutzt wie zu Zeiten der Pandemie. Die Wohnung

oder das Haus wurden in den vergangenen

zwei Jahren zum Treffpunkt für Freunde und

Familie, zum Kinosaal, Mikro-Klub und Kochstudio.

Umso wichtiger also, dass wir ausreichend

Platz schaffen, um gemeinsam zu lachen, zu

schlemmen und zu lümmeln. *fj

MINIMALIST

„Less is more“ war wohl die Devise

des Designers Michael H. Nielsen

als er den Esstisch „Graceful“

entworfen hat. Die Details sind,

abgesehen von den leicht geneigten

Beinen, auf ein absolutes Minimum

reduziert. Von 1,60 bis 2,20 Meter

in der Länge ist Graceful in vier

unterschiedlichen Größen erhältlich

und passt damit gut in kleinere und

größere Apartments.

www.bolia.com

MULTITASKER

Die „London“-Bank des

dänischen Möbelherstellers

BoConcept ist Parkplatz für

Schuhe, ein bequemer Platz

zum An- und Ausziehen oder

kann immer dann zu einer

zusätzlichen Sitzmöglichkeit

umgewandelt werden, wenn

doch mal mehr Gäste zu

Besuch kommen. Die Bank

ist 1,60 Meter breit und kann

in verschiedenen Farben

bestellt werden.

www.boconcept.com


Design

VERWANDLUNGSKÜNSTLER

1927 wurde Pierre Paulin in Paris geboren

und begann 1948 eine Lehre in einer

Keramikwerkstatt in Vallauris. Seinen

Traum, Bildhauer zu werden, musste er

aufgrund einer Verletzung am Arm aufgeben

und widmete sich deshalb ab 1950 dem

Studium französischer Einrichtungsstile.

Gelangweilt von der Opulenz eines Louis XIV.

oder Napoleons, wandte er sich schon bald

den reduzierteren Designs Skandinaviens zu.

Seine Affinität zu

den kühlen Trends des Nordens

sieht man seinen Möbeln durchaus an.

Für ligne roset entwarf er das „DAYBED“-

Sofa, das mittels diverser Stoffe und Farbkombination

an den eigenen Geschmack

und bestehende Einrichtungsgegenstände

angepasst werden kann. Und wenn

ein Freund mal über Nacht bleiben will,

verwandelt es sich mit wenigen Handgriffen

in ein Bett.

www.ligne-roset.com

# HIVersity

Weil wir mehr sind als nur HIV-positiv: LiVLife.de

NP-DE-HVU-ADVT-200009-11/2020


REISE

MITTELMEER

GAY CRUISE 2023

FOTO: ISTOCKPHOTOCOM/TOXAWWW

Die Spartacus Cruise 2023 sticht

nächsten Mai das dritte Mal in See

auf einer spannenden Route entlang der

französischen und italienischen Küste.

Neben kulturhistorischen Highlights in

Florenz und Rom liegen mit Elba und

Korsika auch zwei traumhafte Inseln

auf der siebentägigen Route. Die Preise

starten bei 989 EUR pro Person in der

Doppelbelegung. Alleinreisende haben die

Möglichkeit, entweder an unserem Single

Match teilzunehmen und einen passenden

Kabinenpartner zu finden oder für

einen Aufschlag von nur 15 % die Kabine

ganz für sich allein zu haben.

Zum abwechslungsreichen Bordprogramm

gehören unsere beliebten Pool Games,

bei denen die Kandidaten zu fast

jugendfreien Spielen gegeneinander

antreten. Am Abend warten zahlreiche

durch akrobatische Einlagen unseres

Artistenteams angereicherte Themenpartys

am Heckpool mit atemberaubenden

Sonnenuntergängen und internationalen

DJs auf die Gäste aller Altersgruppen. Zu

den Themen zählen:








13.5 - Sail Away in White

14.5 - Seetag mit Drag-Party

15.5 - Uniform inkl. Matrosen-Outfits

16.5 - Show your Neon at Disco Nights

17.5 - Sneakers, Turnhosen, Muscleshirts

für die Sports-Nacht

18.5 - Be My Slut at Kinky

19.5 - Bye Bye in Rainbow Colors

Ein besonderes Augenmerk legen wir

dieses Mal auf thematisch angepasste

Ausflüge. So steht in Florenz die „Renaissance

im Spiegel homo-erotischer Kunst“

auf dem Programm.

FLORENZ – AUF DEN SPUREN

SCHWULER KUNST DER RENAISSANCE

Diese Tagestour ist der italienische

Renaissance und ihrer besonderen

Beziehung zur Homosexualität gewidmet.

Nach der Abholung am Hafen fährt

der Bus in die Innenstadt von Florenz,

wo ein Besuch der Accademia-Galerie

mit dem David von Michelangelo auf

dem Programm steht. Anschließend

sieht man im Bargello-Museum eine

gleichnamige Schöpfung von Donatello.

Er war einer der ersten modernen

Künstler, die in Florenz als homosexuell

bekannt waren. Donatellos Atelier

war ein homosoziales Umfeld, in dem

er seine Lehrlinge eher nach seinem

Schönheits- als nach ihrem Können

auswählte. Donatellos David war die

erste bekannte freistehende männliche

Aktskulptur in Lebensgröße seit den

antiken römischen Monumenten. Diese

Figur vergötterte die Männlichkeit und

Androgynität in ihrer Form und ihren

weichen Kurven.

Während der Renaissance erreichte

Florenz seinen Glanz mit der Medici-

Familie, die der Homosexualität gegenüber

recht „tolerant“ war. Ein Besuch der

Medici-Kapellen rundet den Ausflug ab.


Medienpartner:

MÄNNER.

UND MEER.

DEINE GAY CRUISE

13. – 20. Mai 2023

Marseille – Elba – Rom – Livorno –

Nizza – Korsika – Marseille

In Rom können wir sogar aus drei verschiedenen

Themen auswählen: „Vatikanische Museen und ihre

schwulen Künstler“, „Engelsburg – schwule Geschichte

der päpstlichen Residenz“ und „Homosexualität im

antiken Rom“.

FRÜHBUCHER-

RABATT

bis 31. Oktober 2022

Über die Jahrhunderte gab es in der Kirche einige große

Homosexuellenskandale: zum Beispiel Papst Julius III. und

sein junger Liebhaber Innocenzo del Monte, der im Alter

von 17 Jahren Kardinal wurde. Die Tour beginnt mit der

Besichtigung der Vatikanischen Museen. Die Decke der

Sixtinischen Kapelle wurde von Michelangelo zwischen

1508 und 1512 gemalt. Der Auftrag lautete ursprünglich,

die zwölf Apostel zu malen, doch Michelangelo verlangte

freie Hand bei der Gestaltung des Bildinhalts, z.B. beim

Gemälde des Heiligen Sebastian, eines römischen

Soldaten und christlichen Heiligen. Gerne wird er als

schöner nackter Junge gemalt, der an einen Baumstamm

gefesselt ist.

Kaiser Hadrian war berühmt für seine Liebe zu Antinoos,

einem griechischen Jüngling.

Die Engelsburg bot vielen Päpsten in Kriegszeiten Schutz.

Im XII. Jahrhundert verband ein unterirdischer Tunnel

die Burg mit dem Vatikan, so dass der Papst und seine

Soldaten bei Angriffen auf den Vatikan fliehen konnten.

Es war auch eines der größten Gefängnisse in Rom. Der

berühmte italienische Bildhauer Benvenuto Cellini aus

dem XVI. Jahrhundert war hier wegen Raubes inhaftiert.

Benvenuto Cellini war auch ein homosexueller Künstler,

der sich gerne mit jungen Männern in seiner „bottega“

traf und sich von der Perfektion des männlichen

Körpers angezogen fühlte. Heute ist die Engelsburg ein

großartiges Museum mit päpstlichen Kostbarkeiten und

Kunstwerken.

Nur noch bis zum 31. August sind fast alle Kategorien

noch mit einem Frühbucherrabatt von 10 % zu erwerben.

Günstige Anreisemöglichkeiten nach Marseille gibt es mit

Flugzeug, Bahn oder Bus.

www.spartacus.cruises

www.spartacus.cruises


Kunst

Shilpa Gupta, I live under your sky too, 2004 fortlaufend, animierte Lichtinstallation, 975 x 487 cm, Courtesy of the artist, © Shilpa Gupta, Foto/©: ZTS Kira Barlach

GLEICHE RECHTE UND

AUSSTELLUNG

CHANCEN

Die Ausstellung „Empowerment“ im Kunstmuseum

Wolfsburg versammelt diverse feministische

Ansätze und versteht sie als progressive Methoden,

die Gesellschaften der Welt mit den Mitteln der

Kunst zu analysieren und mögliche Wege aus den globalen

Krisen aufzuzeigen.

Strukturelle Macht- und Ungleichheitsverhältnisse verhindern

vielerorts gleiche Bezahlung oder die Honorierung

häuslicher Arbeit und sorgen für Unterdrückung und

Ausbeutung bis hin zu körperlicher Gewalt oder sogar Mord.

Auf diese unhaltbaren Zustände reagieren weltweit zahllose

Künstler*innen mit ihren Werken, um für sich und andere

marginalisierte Menschen gleichberechtigte und zukunftsweisende

Lebensmöglichkeiten zu erwirken.

Das Kunstmuseum Wolfsburg bietet im Rahmen der

Ausstellung „Empowerment“ mit rund einhundert künstlerischen

Positionen erstmals einen derart umfangreichen

globalen Überblick über Kunst und Feminismen des

21. Jahrhunderts – und das aus rund fünfzig Ländern von

allen Kontinenten. Verhandelt werden außerdem Fragen

bezüglich sozialer Ungleichheit, Sexismus, Rassismus,

Migration, Antisemitismus, das Verhältnis von Körpern,

Technologie sowie ökologische Anliegen. Das alles sind

Themen, die jede*n betreffen.

Laetitia Ky, pow'hair, 2022, © Courtesy the artist and LIS10gallery

10.9.2022 – 8.1.2023, Empowerment, Kunstmuseum

Wolfsburg, kunstmuseum.de


Kunst

FOTOS: M. RÄDEL

AUSSTELLUNG

„MYTHOS NATUR“

Warhol und Picasso in Lindau

Von Impressionismus bis hin zu Pop-

Art, von Monet bis Andy Warhol: Die

Inselstadt im Bodensee erfreut das – queere

– Herz mit Kunst, Natur und Historie.

Lindau liegt zwar in Bayern, erinnert aber

mit seiner Pracht, Kunst und Queerness an

große Metropolen.

In der noch bis in den Oktober hinein

laufenden Ausstellung „Mythos Natur“ kann

der Besucher Werke so populärer Künstler

wie Monet, Manet, Renoir, Liebermann,

Macke, Nolde, Münter und auch Pablo

Picasso erleben. Der am 25. Oktober 1881

geborene spanische Künstler gilt als Genie,

aber auch als Macho und Frauen gegenüber

als unsensibel (um es milde auszudrücken).

Seine Kunst – etwa 50.000 Gemälde, Zeichnungen,

Grafiken, Collagen, Plastiken und

Keramiken – beeinflusste die Entwicklung

der Moderne nachhaltig. Am 8. April 1973

starb der zur Ikone gewordene Künstler, bis

heute inspiriert er Maler und Kreative. Auch

seine Kunst ist von der Natur beeinflusst.

Möglichkeiten und Techniken zu

erproben“, so das Museum auf seiner

Homepage über die aktuelle thematisch

geprägte Sonderausstellung. „Schließlich

bediente sich auch der Popartist Andy

Warhol des Motivs der Blume und schuf

mit seiner Serie ,Flowers‘ Ikonen der

modernen Kunst. Doch setzte er der

Freilichtmalerei vergangener Zeiten

die serielle Kunst durch maschinelle

Farbvariationen aus seinem Fabrikatelier

entgegen.“

Über Andy Warhol: Er war der jüngste Sohn

einer Bauernfamilie aus dem Norden der

Slowakei. Erst studierte der spätere Weltstar

Gebrauchsgrafik am Carnegie Institute of

Technology und lebte in den 1950ern von

Gelegenheitsjobs als Grafiker. 1956 hatte

Andy Warhol (6. August 1928 – 22. Februar

1987) seine erste wichtige Einzelausstellung

im New Yorker Museum of Modern Art. Ab

den 1960ern widmete er sich auch immer

mehr dem Film und wurde durch seine

Siebdrucke weltberühmt. Der einstige

Studio-54-Fan ist einer der wichtigsten

Vertreter der US-Pop-Art und eine DER

ganz großen Legenden der Kunstwelt. *rä

„Mythos Natur“, noch bis 3. Oktober,

Kunst Museum Lindau, Lindau,

www.kultur-lindau.de

FOTO: CHRISTIAN FLEMMING

„Für Maler aller Epochen bedeutet das

Studium der Natur eine der wichtigsten

Grundlagen ihres Schaffens. Landschaften

und Blumenstillleben sind seit

jeher reizvolle Bildthemen, und private

sowie öffentliche Gärten wurden zu

unerschöpflichen Inspirationsquellen für

Maler und Poeten. So rückte der Garten

besonders seit der Mitte des 19. Jahrhunderts

in den Fokus der Künstler, um

in der Freilichtmalerei neue bildnerische


KOMPROMISSLOS

L(I)EBEN.

Das geht auch mit HIV.

NP-DE-HVU-ADVT-220002 07.2022

In der digitalen HIV-Broschüre fi ndest du alle

wichtigen Infos – für ein gutes Leben mit HIV.

Jetzt scannen und mehr erfahren!


Gesundheit

SCHLAU ZU HIV

ANSPRUCH AN DIE ART:

Für mich nur das Beste!

Seit mehr als 50 Jahren wirbt

ein französischer Kosmetikhersteller

mit dem Slogan „Weil ich

es mir wert bin!“ Es geht also

um den selbstverständlichen Anspruch,

sich etwas Besonderes zu gönnen,

wenn nicht sogar darum, das Beste zu

verlangen. Bei der Entscheidung für ein

antiretrovirales Therapieregime (ART)

geht es weniger ums Gönnen oder gar

um das Gefühl von Luxus: Es muss auf

Basis der in Studien nachgewiesenen

Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit

das Regime gefunden werden, das auf

lange Sicht gut zu laufen verspricht.

Bei einer mit heutigem Stand jahrzehntelang

einzunehmenden Therapie ist

aber in jedem Fall jeder Mensch mit HIV

immer wert, das aktuell beste Regime zu

verlangen und zu bekommen.

Aber gibt es bei der Vielzahl möglicher

Regime überhaupt „das eine beste

Regime“? Was sind die Parameter, die bei

der Bewertung und Auswahl zählen? Wie

individuell muss die Therapie heute sein?

Darüber haben wir mit Prof. Dr. Georg

Behrens von der Medizinischen Hochschule

Hannover gesprochen mit XYZ.

Auf den ersten Blick scheint die

Anzahl der zur Verfügung stehenden

Wirkstoffe in der HIV-Therapie

unüberschaubar. Brauchen wir die

alle noch? Gibt es nicht einfach

inzwischen das eine, das beste

Medikament gegen HIV?

Es ist ein bisschen ein Mittelweg: Es gibt

wahnsinnig viele Medikamente mit einzelnen

Wirkstoffen und auch mit mehreren

davon zusammen in einer Tablette.

Wir brauchen auch nicht mehr alle diese

Medikamente. Eine Reihe von Regimen

der letzten Jahre sind besser und haben

ältere, die wir früher eingesetzt haben,

abgelöst. Wir können aber nicht sagen,

dass wir nur noch ein oder zwei oder

sogar das fertige Regime haben, das die

Lösung für alle ist. Menschen sind unterschiedlich,

Situationen verändern sich

und wir müssen hier und da Therapien

anpassen. Mit anderen Worten: Von den

30, 40 Substanzen, die es gibt, brauchen

wir 10, 15 unbedingt und ganz selten

auch noch mal ein paar andere.

Was können die modernen HIV-

Therapien besser? Und gibt es auch

neue Wirkstoffe oder Medikamente,

die dann doch nicht besser sind?

Es hat in den letzten fünf bis sieben Jahren

einige Verbesserungen gegeben. Bei

den Substanzen und Medikamenten der

zweiten Generation. Bei den Integrase-

Inhibitoren, die etwas später kamen

als Substanzklasse, waren die ersten

Medikamente nicht ganz perfekt. Die

nächste Generation ist wirklich noch mal

ein Level höher. Die Proteaseinhibitoren,

die wir vor 20 Jahren als erstes in der

Therapie eingesetzt haben, die waren

sowas wie Panzerknacker. Das war zwar

damals super, hat aber auch, um im Bild

zu bleiben, viel geknallt. Da hat es auch

deutliche Verbesserungen gegeben. Und

dann gibt es noch die Substanzklasse

der NRTI, die einen ganz anderen Bereich

des HI-Virus angreifen. Die sind jetzt

viel stärker wirksam und auch besser

verträglich.

FOTO: OLIVER-RAGFELT / UNSPLASH.COM / CO0


In der HIV-Therapie galt lange Jahre

„Never change a running system“.

Das haben viele HIV-Positive auch

sehr stark verinnerlicht. Ist das

noch zeitgemäß?

Wenn ich auf einer – ich sage mal so ein

bisschen älteren Kombinationen bin und

darauf wie mit meinem alten Golf super

fahre, dann gibt es nicht unbedingt einen

Grund, etwas zu ändern. Aber man sollte

immer überlegen, ob nicht trotzdem noch

etwas angepasst werden kann, um mehr

raus zu holen.

Welche Parameter bei der Bewertung

eines Regimes machen einen

wirklichen Unterschied? Welche

Daten brauchen Sie als Behandler,

um einem Regime Vertrauen

entgegenzubringen?

Die Behandlerinnen und Behandler hatten

immer eins vor Augen: Was wir fürchten

wie der Teufel das Weihwasser ist das virologische

Versagen. Also dass die Viruslast

wieder ansteigt oder es zu Resistenzentwicklungen

kommt. Das steht bei allem

immer im Vordergrund. Und dann gibt es

einen Übergang: Natürlich wollen wir auch

Therapien, die einfach sind. Die kompatibel

sind zu Begleittherapien und so weiter.

Da kommt dann mehr und mehr in den

Vordergrund, wie der Patient eine Therapie

erlebt. Das kann mit verschiedenen

Aspekten zusammenhängen: Modalitäten,

wann die Medikamente eingenommen

werden, oder auch Ängste. ‚Wenn ich da

mal eine vergesse. Muss ich abends

eine Tablette einnehmen, wenn

ich sie morgens nicht

genommen habe? Bin

ich dann trotzdem

sicher?’ Auch subtile

Nebenwirkungen

gehören mit zu

diesen Parametern.

Die kann der

Behandler auch

indirekt einschätzen.

Ein typisches

Beispiel, das ich einfach

immer wieder bei

Patienten erlebe, die lange

zum Beispiel auf so einem

Proteaseinhibitor sind, ist: Die sagen‚

ab und zu habe ich Bauchgrummeln oder

plötzlich Durchfall irgendwie. Nicht oft,

aber es ist total unangenehm.’ Manchmal

sind sie auch überrascht, wenn ich das

direkt abfrage, weil ich ja bei den Kombinationen

weiß, dass so was auftreten kann.

Die Patienten sind dann erleichtert, wenn

ich sage, dass wir einfach etwas anderes

Gesundheit

probieren können. Es ist heute nicht mehr

wie vor zehn Jahren. Wir riskieren damit

nichts. Wir können heute ohne die Angst

vor einem Therapieversagen verschiedene

Kombinationen ausprobieren und auch

wieder zu einer zurückgehen, wenn es

sein muss. Es ist egal, ob ich

mit dem Mercedes oder

dem Daimler fahre, es

sind beides gute

Fahrzeuge. Wer am

Ende was haben

will oder sich

womit am wohlsten

fühlt, muss

man im Dialog mit

den Patienten herausbekommen.

Für

ihn geht es immerhin

um eine lebenslange

Therapie.

FOTO: SANDER SAMMY / UNSPLASH.COM / CO0

Das heißt?

Dass wir eine Therapie brauchen, die er

ein Leben lang ohne Nebenwirkungen und

Einschränkungen einnehmen kann. Die

HIV-Therapie muss nicht mehr nur in den

Körper, sondern flexibel in das Leben des

Patienten passen.

*Interview: Christian Knuth

Kann man Kondome

besser machen ?

Die neuen FAIR SQUARED-Kondome sind

in Kooperation mit der Deutschen Aidshilfe

entstanden. Ein Teil der Erlöse unterstützt

die Arbeit der Deutschen Aidshilfe.

FAIR SQUARED-Kondome sind aus fair

produziertem Naturkautschuk hergestellt.

Für jedes Kilogramm Naturlatex, das wir

verarbeiten, zahlen wir eine Fair-Trade-

Prämie. Die Gummiproduzent:innen,

Kooperativen oder Arbeiter:innen auf den

Plantagen entscheiden selbst, wie sie die

Fair-Trade-Prämie zur Verbesserung ihrer

Lebens- und Arbeitsbedingungen verwenden

wollen.

FAIR SQUARED-Kondome sind 100% vegan.

Es werden keine tierischen Inhaltsstoffe,

z. B. Casein bei der Herstellung der Kondome

benutzt und keine Tiere bei der Ernte des

Naturkautschuks eingesetzt.

FAIR SQUARED-Kondome sind flexibel und

passen sich dem Penis rundum sicher an.

Sie sind nahezu geruchsneutral, lassen sich

schnell aus der Papierfolie entnehmen und

leicht abrollen.

FAIR SQUARED Smooth

extra feucht

Wandstärke: ca. 0,075 mm

nominale Weite: ca. 54 mm

Eine Kooperation mit der

Deutschen Aidshilfe


Gesundheit

„Ich persönlich muss mich mit

meiner HIV-Infektion nicht

verstecken. Aber ich verstehe,

dass nicht jeder HIV-positive

Mensch damit offen umgehen

kann oder möchte.“

– Christoph, lebt seit

2005 mit HIV

NP-DE-HVU-ADVR-220005

Offen mit der eigenen HIV-Infektion umgehen?

Was man gegen die Angst vor einem ungewollten HIV-Outing tun kann

Nicht jeder Mensch mit HIV kann

oder möchte offen mit der eigenen

Infektion umgehen - und das ist absolut

okay. Sobald allerdings Sorgen und Ängste

vor einem ungewollten HIV-Outing ins

Spiel kommen, gilt es wachsam zu sein.

Diese können bei HIV-positiven Menschen

nicht nur den Alltag beeinträchtigen,

sondern sich auch negativ auf die mentale

Gesundheit auswirken, was wiederum auch

einen großen Einfluss auf die Lebensqualität

haben kann.

MENTALE GESUNDHEIT –

WAS IST DAS EIGENTLICH?

Der Begriff der mentalen Gesundheit wird

oft im Zusammenhang mit dem psychischen

Befinden verwendet. Man versteht

darunter einen Zustand des psychischen,

sozialen und emotionalen Wohlbefindens.

Mental gesund sein bedeutet nicht nur „es

geht mir nicht schlecht“, sondern darüber

hinaus auch „es geht mir gut“.

Wenn man als HIV-positiver Menschen

einen für sich gesunden Umgang mit der

eigenen Infektion gefunden hat, bei dem

man keine Angst vor einem ungewollten

Outing haben muss, trägt das zum Erhalt

der mentalen Gesundheit und somit der

Lebensqualität bei.

WAS DIE MENTALE GESUNDHEIT

BEEINFLUSSEN KANN

Häufig wird HIV-positiven Menschen von

ihrem engen Umfeld geraten, niemandem

von ihrem Status zu erzählen. Dahinter

steht meist die Überzeugung, dass die HIV-

Infektion ein selbst verschuldeter Makel sei,

den es um jeden Preis zu verstecken gilt.

Diese Form der Stigmatisierung von Menschen

mit HIV ist leider noch immer weit

verbreitet. Viele Menschen verinnerlichen

diese negative Bewertung von außen sogar

und verknüpfen ihre HIV-Infektion dann

mit belastenden Gefühlen wie Schuld und

Scham – das nennt man auch Selbststigmatisierung.

Sie machen sich zum

Beispiel Vorwürfe, verurteilen sich selbst

und schämen sich für ihren HIV-Status. All

das hat einen negativen Einfluss auf die

mentale Gesundheit.

DIE ANGST GEOUTET ZU WERDEN

Die Angst vor dem ungewollten Outing zeigt

sich oft in der Befürchtung, dass jemand die

HIV-Medikamente entdecken oder einen bei

deren Einnahme beobachten könnte. Diese

Sorge kann dann zu bestimmten Handlungen

führen, die dazu dienen, den eigenen

positiven HIV-Status zu verheimlichen.

Wenn diese Handlungen zur Gewohnheit

werden, dann kann das zu einer andauernden

unbewussten Belastung führen.

Eine beispielhafte Handlung ist das

Verstecken der HIV-Medikamente

häufig – vor allem dann, wenn man mit

anderen Menschen zusammenwohnt, die

nichts von der HIV-Infektion wissen sollen.

Manchmal geht es sogar so weit, dass man

Angst vor Besuch entwickelt, denn dieser

könnte womöglich offen herumliegende

Medikamente entdecken und somit von

der HIV-Infektion erfahren. Spätestens hier

sollte einem bewusst werden, dass dieser

Umgang langfristig nicht förderlich für die

eigene mentale Gesundheit ist.

WAS KANN MAN TUN, WENN EINEM DER

OFFENE UMGANG SCHWERFÄLLT?

Vorteilhaft ist es, wenn man sicher und

selbstbewusst mit der eigenen HIV-Infektion

umgehen kann – denn dann gibt es keinen

Grund mehr für ein unter Umständen

belastendes Versteckspiel.

Falls man aber nicht offen mit dem

HIV-Status umgehen möchte, gibt es auch

andere Möglichkeiten, einen gesunden

Umgang damit zu finden. Im Alltag können

beispielsweise schon Kleinigkeiten- wie

die folgenden Tipps - zu einer merklichen

Veränderung führen:

■ Die Medikamente in eine neutrale

Pillenbox packen. Das erleichtert

auch die Mitnahme, wenn man mal

länger aus dem Haus ist und die

Tabletten bei sich haben muss.

■ Zuhause einen festen und diskreten

Ort für die Aufbewahrung der

Medikamente finden.

■ Wenn man sich einen Wecker

zur täglichen Erinnerung an die

Einnahme stellt, dann kann man bei

der Benennung auf eine neutrale

Bezeichnung achten.

UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTE NUTZEN

Auch wenn man als HIV-positiver Mensch

selbst mit solch kleinen Stellschrauben

einiges bewirken kann, lässt sich die

grundsätzliche Angst dadurch leider nicht

beseitigen. Daher ist es wichtig, auch mit

dem/r Ärzt*in über die eigenen Sorgen zu

sprechen, denn nur wenn diese/r Bescheid

weiß, kann sie/er bestmöglich unterstützen.

Die auf HIV spezialisierten Ärzt*innen sind

meist sehr gut vernetzt und können einem

somit gezielte Unterstützungsangebote

ans Herz legen, die im Umgang mit Ängsten

helfen können.

Außerdem kann man sich zusammen die

vielfältigen Therapiemöglichkeiten ansehen

und gemeinsam eine Therapie finden, die

sich besser in den Alltag integrieren lässt,

damit man keine Angst mehr vor einem

ungewollten HIV-Outing haben muss.

Weitere Infos sowie persönliche

Geschichten zum Leben mit HIV

findest du unter www.livlife.de.

Unterstützt von ViiV Healthcare


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E-Mail: IZAR@mri.tum.de, Telefon: 089 / 4140 - 2451

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