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rik März / April 2024

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HEFT 430<br />

KÖLN І DÜSSELDORF<br />

INTERVIEW<br />

(VIZE)<br />

MR. BEAR<br />

GERMANY<br />

<strong>2024</strong><br />

über die Bärencommunity<br />

SHOW<br />

FALLING<br />

IN LOVE<br />

im Friedrichstadt-Palast Berlin<br />

STEFAN ZÉPHYR TESKE | MARKUS GASSER | THOMAS HITZLSPERGER


FINDE DEINEN<br />

JUST FIT CLUB:


Intro 3<br />

INHALT<br />

Köln | Düsseldorf<br />

4 Szene<br />

FOTO: EMMANUELE CONTINI / NURPHOTO / NURPHOTO VIA AFP<br />

Bundesweit<br />

• Musik<br />

• Kunst<br />

• Buch<br />

• Film<br />

16 Pride-Saison in NRW • Thomas Hitzlsperger:<br />

„Im Profifußball ist das Thema<br />

20 Style<br />

Homosexualität tabuisiert“<br />

24 Stadtplan<br />

26 Kultur<br />

IMPRESSUM<br />

Herausgeber: Christian Fischer (cf) & Michael Rädel (rä)<br />

Chefredakteur: Michael Rädel (rä) (V.i.S.d.P.)<br />

KONTAKT:<br />

Köln: T: 0221 29497538, termine@<strong>rik</strong>-magazin.de,<br />

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München: T: 089 5529716-10, redaktion@leo-magazin.de<br />

MITARBEITER*INNEN:<br />

Redaktion: Sabine Hannakampf (sah),<br />

Patrick Heidmann, Stefan Kraushaar (skr),<br />

Michael Rädel (rä), Dirk Baumgartl (dax),<br />

Michael Krawcyk (mk), Felix Just (fj)<br />

Lektorat (ausgewählte Texte): Tomas M. Mielke,<br />

www.sprachdesign.de<br />

Sabine Hannakampf, lektorat-hannakampf.business.site<br />

Grafik: Janis Cimbulis, Mark Pfitzinger, Susan Kühner<br />

Cover: Titelgestaltung: Tibor Hegedues,<br />

Digital Artist@tiborhamburg, www.tiborplus.de<br />

ANZEIGEN:<br />

Berlin: Christian Fischer (cf): christian.fischer@blu.fm<br />

Köln: Charles Lohrum (cl): c.lohrum@<strong>rik</strong>-magazin.de<br />

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VERLAG:<br />

blu media network GmbH, Degnerstr. 9b, 13053 Berlin<br />

Verwaltung: Sonja Ohnesorge<br />

Geschäftsführer: Hend<strong>rik</strong> Techel, Christian Fischer (cf)<br />

Vertrieb: Perfect Promotions, Eigenvertireb<br />

Druck: MÖLLER PRO MEDIA GmbH,<br />

Tel. 030-4 190 93 31, Zeppelinstr. 6, 16356 Ahrensfelde<br />

Abonnentenservice: MÖLLER MEDIEN VERSAND<br />

GmbH, Tel. 030-4 190 93 31,<br />

Zeppelinstr. 6, 16356 Ahrensfelde<br />

28 FALLING | IN LOVE<br />

FOTOS: NADY EL-TOUNSY<br />

• „DUNE: Part Two“<br />

Timothée Chalamet kämpft<br />

auf Arrakis<br />

• Reise<br />

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01. Dezember 2023). Namentlich gekennzeichnete<br />

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Redaktion wieder. Die Abbildung oder Erwähnung einer<br />

Person ist kein Hinweis auf deren sexuelle Identität.<br />

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Monats abgebucht.


4 Szene<br />

KARNEVAL IN DER SCHAAFENSTRASSE<br />

Mumu, Iron, ExCorner, Maxbar, Ruhrpott, Hennes Terrasse und<br />

Exile haben wieder bis weit in die Nacht zum Aschermittwoch<br />

gemeinsam mit ihren Gästen von nah und fern den geilsten<br />

Karneval der Welt fast durchfeiern.<br />

KARNEVAL <strong>2024</strong><br />

Wieder einmal ist die närrische Zeit viel zu schnell vorübergegangen.<br />

Die letzten Konfettireste sind aufgekehrt, die Jecken haben sich<br />

IN BILDERN<br />

müde getanzt und ihre Kostüme wieder im Schrank verstaut. Schillernd,<br />

fröhlich und laut war’s. Hier ein paar Eindrücke …<br />

FOTO: KG REGENBOGEN<br />

FOTO: STEFAN KRAUSHAAR<br />

FOTO: STEFAN KRAUSHAAR<br />

TUNTE LAUF<br />

FOTO: KG REGENBOGEN<br />

BÖSE HUPEN BALL<br />

RÖSCHEN SITZUNG<br />

FOTO: VVG-KOELN<br />

Die Röschen Sitzung feiert im nächsten Jahr Doppeljubiläum: 20 Jahre<br />

Röschen Sitzung und 30 Jahre queere Sitzungen! Dafür startet der<br />

Vorverkauf bereits am 1. <strong>März</strong> <strong>2024</strong> um 11:11 Uhr. Vorstellungstermine<br />

2025: 31.01.; 01.02., 02.02., 07.02., 08.02., 09.02., 26.02.; 01.03. 2025<br />

Tickets gibt es für 47 Euro (inkl. VVK-Gebühr) auf<br />

www.roeschensitzung.de.<br />

SITZUNGSPARTY<br />

FOTOS: KG REGENBOGEN


QUEERE JUGEND<br />

anyway eröffnet dritten Standort<br />

Mit dem „anyway | Köln-Ehrenfeld“ hat Köln<br />

nun einen weiteren Standort für LSBTIQ*-<br />

Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren.<br />

Die Angebote TIN*SPIRATION und Manidar<br />

finden jeden Mittwochabend im Wechsel<br />

statt.<br />

Szene 5<br />

„Wir merken, wie die Bedarfe junger LSBTIQ*<br />

einerseits immer weiter steigen und<br />

andererseits sich stärker ausdifferenzieren.<br />

An unserem Hauptstandort am Friesenplatz<br />

sowie der Außenstelle in Köln-Mülheim<br />

gab es keine Raumkapazitäten mehr,<br />

sodass wir den Standort in Köln-Ehrenfeld<br />

gefunden haben“, sagt Rabea Maas,<br />

geschäftsführende Vorständin des anyway<br />

e.V. Im „anyway | Köln-Ehrenfeld“ wird es<br />

zwei Angebote geben, die in den bisherigen<br />

Räumen keinen Platz gefunden haben.<br />

TIN*SPIRATION FÜR TRANS, INTER UND<br />

NICHT-BINÄRE JUGENDLICHE<br />

Alle 14 Tage findet der Treff für trans, inter<br />

und nicht-binäre (kurz: TIN*) Jugendliche<br />

unter dem Titel „TIN*SPIRATION“ statt. Dort<br />

können sich Jugendliche und junge Erwachsene,<br />

die sich im Prozess der geschlechtlichen<br />

Identitätsfindung befinden, vernetzen,<br />

austauschen, Freundschaften schließen<br />

und ad-hoc beraten lassen. „Für viele TIN*-<br />

Jugendliche bietet der Ort die Möglichkeit,<br />

für einige Stunden aus dem oft belastenden<br />

Alltag auszusteigen. Sie können hier sie<br />

selbst sein – ohne negative Blicke und<br />

Bemerkungen anderer Menschen“, sagt<br />

Sam-Lias Schikatis, mitarbeitende Person<br />

der TIN*SPIRATION.<br />

MANIDAR FÜR JUGENDLICHE MIT TÜRKI-<br />

SCHER MIGRATIONSGESCHICHTE<br />

Als zweites Angebot wird es alle zwei<br />

Wochen den Treff „Manidar“ geben. Er richtet<br />

sich an schwule, bisexuelle und queere<br />

Jungs sowie junge Männer mit türkischer<br />

Migrationsgeschichte. Auch türkische<br />

Geflüchtete sind herzlich willkommen. Im<br />

Treff wird Deutsch und Türkisch gesprochen.<br />

„Jugendliche mit türkischen Wurzeln stehen<br />

vor besonderen Herausforderungen im<br />

Coming-out. Schwul, bi oder queer zu sein,<br />

wird oft als ehrenlos empfunden und gilt in<br />

konservativ-islamischen Kreisen als ‚haram‘,<br />

also eine Sünde“, sagt Psychologe Mehmet<br />

Selvi, der das im deutschsprachigen Raum<br />

einmalige Pilotprojekt leiten wird. Mit „Manidar“<br />

will Selvi auch die Hemmschwelle für<br />

Jugendliche senken, Angebote der LSBTIQ*-<br />

Jugendarbeit wahrzunehmen. Damit ein<br />

Besuch von „Manidar“ nicht zu einem<br />

ungewollten Coming-out führt, gibt es am<br />

neuen Standort keine Regenbogenfahnen<br />

und keine Einblicke in die Räumlichkeiten<br />

von außen.<br />

„anyway | Köln-Ehrenfeld“ in der Jugendeinrichtung<br />

„OT St. Anna“, Schadowstraße<br />

28, Köln-Ehrenfeld. www.<br />

anyway-koeln.de/aktuelles, Instagram @<br />

anyway_koeln.<br />

FOTO: MARIUS STEFFEN<br />

BILD: MEDIENPROJEKT WUPPERTAL E.V.<br />

FILMREIHE<br />

„Queer gel(i)ebt 1–3“<br />

Die Filmreihen „Queer gel(i)ebt 1–3“ des Medienprojekts<br />

Wuppertal gibt es jetzt auch<br />

als Streaming/Download und auf DVD.<br />

Nach den erfolgreichen Kinofilmpremieren<br />

sind die dokumentarischen Filmreihen<br />

„Queer gel(i)ebt 1–3“ zum Thema<br />

LGBTQIA+ nun als Streaming bzw. zum<br />

Download, als Multistreaming zur Nutzung<br />

für ganze Gruppen in Kursen und Lehrveranstaltungen<br />

sowie auf DVD zum Ankauf<br />

bzw. zur Ausleihe erhältlich.<br />

Die Filme, die von erfahrenen<br />

Filmemacher*innen als Bildungs- und<br />

Aufklärungsmittel produziert wurden,<br />

zeichnen sich durch eine besonders hohe<br />

und authentische inhaltliche Dichte und<br />

ästhetische Qualität aus. Einige Filme<br />

wurden auf Festivals ausgezeichnet und im<br />

Fernsehen gesendet.<br />

QUEER GEL(I)EBT 3 – FILMREIHE ZUM<br />

THEMA „QUEERES COMING OF AGE“<br />

UND LGBTQIA+<br />

Die Coming-of-Age-Filme der<br />

dritten Filmreihe thematisieren das<br />

Erwachsenwerden von LGBTQIA+-<br />

Jugendlichen. Was beschäftigt diese<br />

jungen Menschen, welche Herausforderungen<br />

begegnen ihnen, welche Wünsche<br />

haben sie? Ziele der Filmreihe sind die<br />

Schaffung von Sichtbarkeit und die<br />

Sensibilisierung für Lebensthemen von<br />

LGBTQIA+-Jugendlichen.<br />

QUEER GEL(I)EBT 1 UND QUEER GEL(I)<br />

EBT 2 – FILMREIHEN ZUM THEMA LSBTIQ<br />

Die dokumentarischen und fiktionalen<br />

Filme (Queer Gel(i)ebt 2) bzw. Filmworkshops<br />

(Queer Gel(i)ebt 1) wurden mit<br />

lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen,<br />

Transgender- und intersexuellen<br />

jungen Menschen produziert. Inhaltlich<br />

geht es in den Filmen um das Lebensgefühl,<br />

die eigene Geschlechtsidentität und die<br />

positive oder ausgrenzende Wahrnehmung<br />

durch andere. Beide Filmreihen sollen<br />

insbesondere junge Zuschauer*innen für<br />

das Thema sensibilisieren.<br />

Weitere Infos auf<br />

www.medienprojekt-wuppertal.de.


6 Szene<br />

Mitglieder von „Queeres Zentrum Düsseldorf e.V.“<br />

bei der Versammlung am 13. Januar <strong>2024</strong>.<br />

DÜSSELDORF<br />

FOTO: QUEERES ZENTRUM DÜSSELDORF E.V.<br />

Neuer Vorstand für das Queere Zentrum Düsseldorf<br />

Der Verein „Queeres Zentrum<br />

Düsseldorf e.V.“ hat einen neuen<br />

Vorstand. Die neu gewählten Vorsitzenden<br />

wollen die Bemühungen des bisherigen<br />

Vorstands fortsetzen, in Düsseldorf endlich<br />

ein Queeres Zentrum als Begegnungs- und<br />

Kulturstätte für die LSBTIAQ*-Community<br />

zu etablieren.<br />

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung<br />

am 13. Januar wurden Leury<br />

Kerpen und Oliver Erdmann als Vorsitzende<br />

für den geschäftsführenden Vorstand<br />

gewählt und Andrea Büchter als neue<br />

Schatzmeister*in. Sunny Schwanbeck<br />

und Peter Hölscher ergänzen das Team als<br />

Beisitzende.<br />

Der bisherige Vorstand mit Anastasiya Zhuravlova<br />

und Peter Hölscher als Vorsitzende<br />

hat in seiner Amtszeit eine Menge erreicht.<br />

Neben der Aufbauarbeit gab es zahlreiche<br />

Aktivitäten für die queere Community. Die<br />

Landeshauptstadt hat das Queere Zentrum<br />

im Jahr 2023 mit Fördermitteln unterstützt,<br />

die allerdings nur in Teilen verwendet<br />

werden konnten. Die Besetzung der Personalstelle<br />

für Koordinationsaufgaben dauerte<br />

mehrere Monate und auch ein Raum konnte<br />

bis zum Jahresende nicht gefunden werden.<br />

Für das Jahr <strong>2024</strong> steht dem Verein erneut<br />

eine städtische Förderung in Höhe von<br />

70.000 Euro zur Verfügung. Der neue<br />

Vorstand hofft, die hauptamtliche Stelle<br />

schnell besetzen zu können und mit<br />

neuem Schwung an die Raumsuche zu<br />

gehen. Dennoch werden die zur Verfügung<br />

stehenden Mittel nicht ausreichen, um ein<br />

Queeres Zentrum als Begegnungs- und<br />

Kulturstätte für die LSBTIAQ*-Community<br />

in Düsseldorf etablieren zu können. Hierfür<br />

braucht es noch viel Lobbyarbeit und<br />

intensive Gespräche mit verschiedenen<br />

gesellschaftlichen Gruppen und der Politik,<br />

um die Finanzierung eines „echten“ Queeren<br />

Zentrums zu ermöglichen. Bis dahin organisiert<br />

der Verein dezentrale Veranstaltungen.<br />

Regelmäßig findet ein offener Treff mit<br />

Brunch statt – für Mitglieder und solche,<br />

die es werden wollen. In diesem Jahr gibt<br />

es eine Workshop-Reihe zum Thema<br />

„Queere Identitäten“ und eine Neuauflage<br />

des erfolgreichen „Lesbian Arm Wrestling“.<br />

Außerdem wird sich das Queere Zentrum<br />

Düsseldorf im Rahmen des CSD und des<br />

Winterpride engagieren. Unterstützer*innen<br />

und Neumitglieder sind jederzeit herzlich<br />

willkommen.<br />

www.queereszentrum.org<br />

AIDSHILFE<br />

Wiedereröffnung Café Bach<br />

Nach monatelanger Schließung hat sich endlich ein neuer Betreiber<br />

für das Café Bach der Kölner Aidshilfe gefunden. Auch der bei den<br />

umliegenden Unternehmen und Nachbarn so beliebte Mittagstisch<br />

hat wieder geöffnet.<br />

FOTO: VEIT SZPAK<br />

Die Café-Leitung hat Bastian Kempkes übernommen, für die Küche ist<br />

Michael „Mike“ Tebert verantwortlich. Gemeinsam mit einem zehnköpfigen<br />

Team werden sie den Café-Betrieb vorantreiben.<br />

Den Mittagstisch im Café Bach gibt es montags bis freitags in der Zeit<br />

von 12 bis 15 Uhr. Anschließend hat das Café bis 18 Uhr für Kaffee<br />

und Kuchen geöffnet. Menschen in prekären Lebenssituationen (u.a.<br />

Inhaber*in Soli-Card) erhalten ein Gericht für 4,90 Euro, für alle anderen<br />

kosten die Gerichte zwischen 6,50 bis 11,50 Euro. Den aktuellen<br />

Speiseplan findet ihr auf der unten angeführten Webseite.<br />

Aidshilfe Köln e.V., Pipinstr. 7, Köln. 0221 / 20 20 3-43,<br />

www.aidshilfe-koeln.de/cafebach


Szene 7<br />

COMMUNITY<br />

Begegnung unterm<br />

Regenbogen<br />

Seit 2023 bietet der Kölner rubicon e.V. einen ehrenamtlichen<br />

Besuchsdienst für LSBT*I*Q Personen über 50 Jahre an, die<br />

gerne mehr Kontakt zu anderen Menschen aus der Szene hätten.<br />

Kennt ihr das? Man wünscht sich (wieder) mehr Kontakt zur<br />

Community, aber man weiß nicht, wie man anfangen soll. Oder<br />

man hätte einfach Lust, mal wieder mit jemandem zu plaudern,<br />

einen Kaffee zu trinken, eine Runde Karten zu spielen, ein Konzert<br />

zu besuchen … aber es gibt niemanden, den ihr fragen könnt.<br />

Genau hier setzt das ehrenamtliche Besuchsangebot des rubicon<br />

e.V. ein. Es richtet sich an queere Menschen ab 50 Jahren, die<br />

gerne mehr Kontakt zu anderen Menschen aus der Szene hätten.<br />

Bei Interesse meldet euch telefonisch oder per E-Mail bei der<br />

Koordination (Mischa Regenbrecht). Nachdem ihr besprochen<br />

habt, welche Art von Besuchsdienst ihr euch wünscht, wird Mischa<br />

unter den Ehrenamtlichen jemanden mit ähnlichen Interessen<br />

suchen, der*die nicht allzu weit weg wohnt. Nach einem Treffen zu<br />

dritt und wenn die Chemie stimmt, tauscht ihr eure Kontaktdaten<br />

aus und macht die weiteren Treffen zu zweit aus. Wenn es nicht<br />

passt, stellt Mischa euch eine andere ehrenamtliche Person vor.<br />

Der ehrenamtliche Besuchsdienst ist eine Kooperation von rubicon<br />

e.V. und dem Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz Köln und das<br />

südliche Rheinland.<br />

rubicon e.V., Mischa Regenbrecht, 0221 / 27 66 999 46,<br />

mischa.regenbrecht@rubicon-koeln.de<br />

FOTO: SABINA KALLARI / PEXELS.COM<br />

Studios & Apartments | Campen | Gruppenunterkunft<br />

Neu Hof Gerwing<br />

im Müsterland...<br />

´Hof Gerwing´ befindet sich unweit der deutschniederländischen<br />

Grenze. Mit unseren 5 gemütlichen Studios<br />

und Ferienwohnungen bieten wir unseren Gästen die Möglichkeit,<br />

die wunderschöne Umgebung zu entdecken und zu genießen.<br />

Brinkerhook 8 | 48683 Alstätte / Ahaus<br />

www.hof-gerwing.de


8 Szene<br />

BERATUNG<br />

Psychosoziale Beratung<br />

für queere Menschen<br />

FOTO: PRIVAT<br />

WIE FUNKTIONIERT<br />

PSYCHOTRAUMATOLOGIE?<br />

Die Psychotraumatologie ist eine wissenschaftliche<br />

Disziplin, die sich mit den<br />

Ursachen, dem natürlichen Heilungsverlauf<br />

und den Behandlungsmöglichkeiten<br />

seelischer Verletzungen, eines psychischen<br />

Traumas, befasst (vgl. Deutsches<br />

Institut für Psychotraumatologie).<br />

Besonders einschneidende und überwältigende<br />

Lebensereignisse können in<br />

manchen Fällen zu Reaktionen führen,<br />

die durch aufwühlende Erinnerungen,<br />

Schlafstörungen oder erhöhte Reizbarkeit<br />

gekennzeichnet sind. Wenn diese<br />

Reaktionen längere Zeit überdauern,<br />

kann eine sog. posttraumatische<br />

Belastungsstörung entstehen.<br />

Zu den Schwerpunkten der traumassoziierten<br />

Fachberatung gehören<br />

traumaspezifische Kriseninterventionsstrategien<br />

und die Vermittlung von<br />

Techniken und Fähigkeiten zur Selbstberuhigung<br />

und zum Selbstmanagement<br />

im Sinne eines stabilisierenden<br />

Vorgehens. Eine Traumakonfrontation<br />

findet dabei nicht statt. Daneben gibt<br />

die traumassoziierte Fachberatung<br />

Hilfestellungen, z.B. bei juristischen<br />

Fragen oder der Planung adäquater<br />

Beratungs- und Vermittlungsstrategien<br />

für die postexpositorische Zeit.<br />

In Köln und Umgebung gibt es<br />

immer noch zu wenig Vielfalt in der<br />

Beratung & Therapie für LGBTIQ*s und<br />

deren Bedürfnisse. Das neue Angebot von<br />

Christopher Bertges richtet sich daher<br />

auch an Menschen aus der queeren Community.<br />

Der staatlich anerkannte Dipl.-<br />

Sozialpädagoge ist seit über 10 Jahren in<br />

der psychosozialen Beratung tätig – jetzt<br />

auch mit eigener Praxis.<br />

Zu Christopher Bertges kann man prinzipiell<br />

mit jeder Fragestellung kommen.<br />

Als Fachberater für Psychotraumatologie<br />

und als psychoanalytisch-systemischer<br />

Berater i.A. bietet er lösungsorientierte<br />

Gespräche an, die stets von einer akzeptierenden<br />

Grundhaltung geprägt sind<br />

und die die individuellen Ressourcen und<br />

Selbstheilungskräfte seiner Klient*innen<br />

berücksichtigen. Es wird diagnosefrei,<br />

beziehungsorientiert und selbsthilfefreundlich<br />

gearbeitet, auch das familiäre<br />

oder berufsbezogene Umfeld kann in<br />

den Beratungsprozess mit einbezogen<br />

werden.<br />

Neben der fachlichen Expertise kann<br />

Christopher Bertges durch seine<br />

eigene queere Lebenssituation manche<br />

Ratsuchende vielleicht besser verstehen<br />

und sich schneller in die Thematik seiner<br />

Klient*innen einfühlen. Denn nicht immer<br />

geht es in der Beratung um das gesagte<br />

Wort. Oft liegen in der therapeutischen<br />

Beziehungsgestaltung (Stichwort<br />

Musterwiederholung) bereits Erkenntnisgewinne<br />

und korrigierende (Beziehungs-)<br />

Erfahrungen.<br />

Das Angebot umfasst Einzel-, Paar- und<br />

Familienberatung, traumazentrierte Fachberatung,<br />

Kriseninterventionstermine,<br />

Beratung bei queeren Lebenszusammenhängen<br />

sowie bei geschlechtlicher<br />

Vielfalt, Fachberatung im Kinderschutz<br />

und kollegiale Fallberatung (für Fachkräfte<br />

in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe).<br />

Alle Beratungen unterliegen der<br />

Schweigepflicht und finden in einem<br />

geschützten Raum in ansprechender<br />

Atmosphäre statt,<br />

auf Wunsch auch online.<br />

Systemische<br />

Beratungspraxis<br />

Christopher Bertges,<br />

Riehler Straße 59, Köln,<br />

www.praxis-bertges.de<br />

Termine unter<br />

kontakt@praxis-bertges.de<br />

WORUM GEHT ES IN DER<br />

PSYCHOANALYTISCH-<br />

SYSTEMISCHEN BERATUNG?<br />

Neben der klassischen Psychoanalyse<br />

und der Verhaltenstherapie ist der<br />

systemische Ansatz der am weitesten<br />

verbreitete und praktizierte Therapieund<br />

Beratungsansatz (vgl. Systemische<br />

Gesellschaft). Kerngedanke dieses<br />

Ansatzes ist die Grundhaltung, Menschen<br />

in ihren jeweiligen Systemzusammenhängen<br />

(Umwelten) in den Blick<br />

zu nehmen und eine kooperative und<br />

gleichberechtigte Beziehung zwischen<br />

allen Beteiligten herzustellen.<br />

Der psychoanalytisch-systemische<br />

Ansatz orientiert sich an den<br />

individuellen Anliegen und Aufträgen<br />

der Klient*innen. Unter der<br />

Prämisse, dass jeder Mensch<br />

Expert*in in eigener Sache ist und<br />

Lösungen bereits (unbewusst) in<br />

die Beratung mitbringt, werden im<br />

gemeinsamen Dialog Bedingungen<br />

herausgearbeitet, unter denen die<br />

Klient*innen ihre Ressourcen bestmöglich<br />

aktivieren können, um<br />

eigenverantwortlich und<br />

selbstorganisiert<br />

zu Lösungen zu<br />

gelangen und<br />

ihre Ziele zu<br />

erreichen.<br />

FOTO: HENRIK BÜHRMANN - STUDIO SCHLOEN


Franzi R.,<br />

Oberleutnant<br />

zur See<br />

DEINEN<br />

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als Offizierin, Offizier oder zivile Führungskraft.<br />

bundeswehrkarriere.de


10 Szene<br />

DÜSSEL-CUP<br />

Und wieder lockt der Düssel-Cup am Wochenende<br />

vor Ostern LGBTIQ*-Sportler*innen aus ganz Europa<br />

zu einem bunten Turnier in die NRW-Landeshauptstadt:<br />

Auf dem Programm des queeren Multisport-Events stehen<br />

Sportarten wie Badminton, Basketball, Fußball, Laufen,<br />

Schwimmen, Sportschießen, Tischtennis und Volleyball.<br />

MULTISPORTEVENT<br />

...alles ok, mit<br />

HEP A+B?<br />

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Termine<br />

unter: schnell-test.de<br />

Das Angebot ist für alle Männer*, die Sex mit<br />

Männern* haben. Nur solange der Vorrat reicht.<br />

Pipinstraße 7, KVB Heumarkt<br />

Montag bis Donnerstag,<br />

18:30 bis 21:30 Uhr.<br />

FOTOS: DÜSSEL-CUP GBR<br />

Die Veranstalter*innen – die drei queeren Sportvereine Düsseldorf<br />

Dolphins e.V., VC Phoenix e.V. und WeiberKram e.V. – hoffen<br />

wie gewohnt auf regen Zuspruch. Rund 700 Sportler*innen<br />

aus Deutschland und ganz Europa werden erwartet. Soweit<br />

einzelne Sportarten und Events nicht ausgebucht sind, ist die<br />

Registrierung bis einschließlich 10. <strong>März</strong> möglich.<br />

Traditionell gibt es beim Düssel-Cup auch wieder ein Outreach-<br />

Programm, das sich an LGBTIQ*-Sportler*innen richtet, die in<br />

ihrem Heimatländern nicht die Freiheiten haben, die wir hier in<br />

Deutschland genießen können. Seit 2011 konnten weit über<br />

100 Teilnehmende aus ost- und südeuropäischen Ländern<br />

wie Russland, Bosnien, Ukraine, Serbien, Kroatien, Bulgarien,<br />

Rumänien und Polen, aber auch Uganda oder Palästina in<br />

Düsseldorf begrüßt werden.<br />

Neu in diesem Jahr ist der SquareDance-Workshop am 23. <strong>März</strong>.<br />

Hier werden die Grundlagen des Square Dance erarbeitet und<br />

diverse Figuren erlernt, sodass ihr am Ende des Workshops in<br />

der Lage sein werdet, in einem Square den Anweisungen des<br />

Callers zu folgen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.<br />

Der Düssel-Cup startet am 22. <strong>März</strong> mit einem Get-Together<br />

ab 17 Uhr im AromA (Bunsenstraße 2, Düsseldorf). Die<br />

Wettkämpfe in den acht Sportarten stehen am Samstag<br />

(23. <strong>März</strong>) auf dem Programm. Die Sportstätten liegen über<br />

das gesamte Düsseldorfer Stadtgebiet verteilt. Am Abend<br />

wird auf der Sportler*innen-Party im Zakk (Fichtenstraße 40,<br />

Düsseldorf) ausgiebig gefeiert. Zum Abschluss des sportlichen<br />

Wochenendes gibt es am 24. <strong>März</strong> ab 10 Uhr den traditionellen<br />

Sonntagsbrunch, dieses Mal im Loft-Café der Aidshilfe<br />

Düsseldorf (Johannes-Weyer-Str. 1, Düsseldorf).<br />

22.–24.03., diverse Sportstätten und Locations, Düsseldorf.<br />

Alle Infos zur Teilnahme findet ihr auf duessel-cup.de.<br />

SAFE SPACE<br />

Schwimmen für trans* &<br />

inter* & friends<br />

Auch <strong>2024</strong> gibt es in Köln ein Schwimmangebot für trans*<br />

und inter* Menschen in geschütztem Rahmen. An jedem<br />

vierten Freitag im Monat ist das Genovevabad in Köln-Mülheim<br />

von 20:45 bis 22 Uhr für trans* und inter*Menschen<br />

reserviert. Einlass ab 20:30 Uhr, eine Anmeldung ist nicht<br />

notwendig. Für Mitglieder des SC Janus ist der Eintritt frei.<br />

Genovevabad, Bergisch Gladbacher Str. 67, Köln-Mülheim.<br />

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FOTO: KÖLNBÄDER GMBH<br />

Genovevabad


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12 Szene<br />

BEAR PRIDE COLOGNE<br />

Der Bear Pride Cologne geht<br />

in diesem Jahr bereits in sein<br />

40. Jahr. Was 1984 ganz klein<br />

begann, hat sich in den letzten<br />

vier Jahrzehnten zu einem der größten<br />

Bären-Events in Deutschland entwickelt.<br />

Die Veranstaltung, die von den Bartmännern<br />

Köln organisiert wird, zieht jährlich<br />

rund 2.500 Besucher aus der ganzen Welt<br />

an und wächst immer weiter.<br />

Der Bear Pride Cologne ist auch die Heimat<br />

der jährlichen „Mr. Bear Germany“-Wahl,<br />

bei der Bewerber aus ganz Deutschland<br />

gegeneinander antreten. Die letzte Wahl<br />

fand im November <strong>2024</strong> im Club Volta statt.<br />

Dabei ging der in Stuttgart und München<br />

beheimatete DJ Andy RX als Sieger hervor<br />

und wurde zum MR. BEAR GERMANY<br />

<strong>2024</strong> gewählt. VIZE MR. BEAR GERMANY<br />

<strong>2024</strong> wurde der Kölner Student Nils. Ein<br />

Jahr lang repräsentieren die beiden die<br />

deutsche Bären-Community auf<br />

NILS<br />

die Gewinner<br />

nationaler und internationaler Ebene, bevor<br />

im November zum 40. Jubiläum ein neuer<br />

Mr. Bear Germany gekürt wird. <strong>rik</strong> hat Andy<br />

und Nils zum Interview gebeten.<br />

Erzählt uns doch mal, was<br />

Bären eigentlich sind. Wie<br />

sieht eure Definition von<br />

einem Bären aus und was<br />

findet ihr an Bären attraktiv?<br />

Andy RX: Als „Bär“ wird oft ein<br />

Mann bezeichnet, dem man das<br />

Schwulsein nicht unbedingt ansieht, meistens<br />

ein breitschultriger Kerl mit Bart so um<br />

die 40, 50 Jahre alt, wenige Allüren, im Leben<br />

stehend und in sich ruhend, der ab und zu<br />

in die Kneipe geht, Bier trinkt, gemütlich ist<br />

… aber was rede ich von mir. Es gibt so viele<br />

Facetten und Lebensentwürfe unter den<br />

Bären, es ist schwierig, alle zu beschreiben,<br />

da fehlt die Zeit. Der typische Bär hat Bart,<br />

Bauch und strahlt Ruhe aus.<br />

Nils: Eine richtige Definition gibt es meiner<br />

Meinung nach gar nicht und führt auch eher<br />

dazu, dass sich Leute ausgeschlossen fühlen<br />

und das ist das Gegenteil von dem, was<br />

die Bärenszene ausmacht.<br />

Das ist auch das, was ich<br />

an der Community so<br />

schätze, egal wie groß,<br />

klein, dick, dünn oder<br />

haarig man ist, in der<br />

Bärencommunity hat<br />

man seinen Platz, solange<br />

man Teil<br />

davon sein<br />

will.<br />

ANDY RX<br />

FOTO: L.REITER<br />

INTERVIEW<br />

Ich persönlich habe eine Schwäche für<br />

bärtige Männer, aber Ausstrahlung macht<br />

immer mehr aus als Optik.<br />

Stehen Bären eher für den<br />

„normalen Mann“, der nicht<br />

glitzernd queer sein will?<br />

Nils: Das mögen vielleicht<br />

einige Leute glauben, aber ich<br />

bin auch ein Beweis dafür, dass<br />

das nicht unbedingt stimmen<br />

muss. Ich bin glitzernd und queer!<br />

Andy RX: Genau, da wächst eine neue<br />

Generation heran wie Nils, die den queeren<br />

Bären perfekt repräsentiert.<br />

Nils: Ich glaube, dass ich Vize Mr. Bear<br />

Germany geworden bin, zeigt, dass es<br />

vielen anderen genauso geht. Wenn<br />

du auffallende Outfits, Make-up oder<br />

gemachte Nägel tragen willst, bist du<br />

genauso ein Bär wie alle anderen und das<br />

ist auch das, was ich nach außen tragen<br />

möchte. Immer mehr Menschen trauen<br />

sich Normen hinter sich zu lassen, um sich<br />

auszuleben. Das sieht man auch in der<br />

Bärenszene und ich freue mich sehr über<br />

diese Entwicklung.<br />

Ist das Bärendasein eher ein<br />

Fetisch, wie z.B. Pupplay, oder eine<br />

Weltanschauung?<br />

Andy RX: Würde ich nicht sagen, ab einem<br />

gewissen Alter ist es egal, ob man das<br />

Idealgewicht hat, die neueste Modemarke<br />

trägt oder Leute beeindrucken will, die man<br />

eh nicht mag. Man wächst da hinein, durch<br />

die Lebenserfahrung, das Erwachsenwerden,<br />

die Prioritäten verschieben sich. Man<br />

will leben, ein Teil der Gesellschaft sein,<br />

aber ohne seine Identität als schwuler<br />

Mann zu verlieren. Das ist das Bärendasein,<br />

als Fetisch würde ich es nicht bezeichnen.<br />

Nils: Ich würde sagen weder noch. Ich<br />

mag den Begriff Fetisch in dem Zusammenhang<br />

nicht so gerne, da viele Mehrgewichtige<br />

es sehr gut kennen fetischisiert<br />

zu werden – und das sehe ich auch als<br />

problematisch an. Aber wir haben auch<br />

keine geteilte Weltanschauung; dafür sind<br />

wir eine viel zu diverse Gruppe, als dass wir<br />

alle auf einen Nenner kommen. Ich mag<br />

den Begriff Szene oder Community lieber,<br />

denn die Bärenszene ist entstanden, weil<br />

sich viele mehrgewichtige, haarige Männer<br />

in den schwulen Communitys nicht<br />

willkommen gefühlt haben. Deswegen<br />

sind Bärenevents und -Bars für viele von<br />

uns ein Safespace, an dem wir wissen,<br />

dass wir nicht aufgrund unseres Körpers<br />

kategorisch ausgeschlossen werden.


FOTO: BARTMÄNNER KÖLN<br />

Wie groß ist denn die Szene?<br />

Andy RX: Weltweit gesehen ist die Szene sehr, sehr groß. In<br />

den USA und in Europa gibt es sehr viele Gruppen und eine<br />

Menge Veranstaltungen … man wäre sicher über das gesamte<br />

Jahr beschäftigt, würde man alle Events besuchen wollen.<br />

Nils: Ich finde, die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten,<br />

insgesamt gibt es sehr viele Bären, sowohl in<br />

Deutschland als auch weltweit. Sonst würde es ja keine<br />

Veranstaltungen wie die Bear Pride in Köln geben. Aber man<br />

kennt sich auch untereinander. Man lernt jedes Mal neue<br />

tolle Leute kennen, gleichzeitig sieht man aber auch Freunde<br />

und Bekannte aus ganz Deutschland wieder, die zu solchen<br />

Events zusammenkommen.<br />

Andy RX: Ja, die größte Bärenszene gibt es in Köln. Die<br />

„Bartmänner Köln“ richten im November die Bear Pride<br />

Cologne aus, die Besucher aus der ganzen Welt nach Köln<br />

lockt. Sie besitzen auch die Rechte an dem in Deutschland<br />

einzigartigen „Mr. Bear Germany“-Titel.<br />

Bären werden häufig „Daddy-Vibes“ nachgesagt.<br />

Was haltet ihr von solchen Zuschreibungen?<br />

Andy RX: Spricht nichts dagegen, meist ist der Vater die<br />

erste männliche Bezugsperson im Leben, je nachdem, wie<br />

man gut mit seinem Vater auskommt. Und sicher strahlt man<br />

was „Väterliches“ aus, das Männer an einem Bären reizt. Man<br />

weiß nie, woher der erste „Crush“ kommt, den man bei einem<br />

Mann attraktiv findet.<br />

Nils: Ich finde es irgendwie ganz witzig, weil ich mich mit<br />

30 Jahren definitiv nicht als „Daddy“ sehen würde. Aber wenn<br />

man sich anschaut, wie der „Dad Bod“ definiert wird, ist die<br />

Assoziation für mich selbst nicht so weit weg. Trotzdem hat<br />

es auch einen komischen Beigeschmack, da ich mir nicht<br />

ganz sicher bin, was damit gemeint ist. Deswegen bin ich kein<br />

allzu großer Fan von solchen Zuschreibungen, für einige mag<br />

es zutreffen, für viele aber auch nicht, und das sollte man<br />

auch akzeptieren.<br />

Und nun zu eurem Titel: Seit November seid ihr<br />

(Vize) Mr. Bear Germany <strong>2024</strong>. Was braucht es, um<br />

zum Mr. Bear Germany gewählt zu werden?<br />

Andy RX: Ein Anmeldeformular, gute Überredungskunst des<br />

Veranstalters, Mut, sich der Öffentlichkeit zu stellen, und<br />

Sympathien der Bärenszene – ohne die Jungs da draußen<br />

geht gar nichts! Die haben Power!<br />

Nils: Und es braucht eine klare Message, die man vertreten<br />

will. Umso konkreter die eigene Vorstellung, was man mit<br />

dem Titel anstellen möchte, also wofür und vor allem wie<br />

man dafür einstehen möchte, umso greifbarer wird es für<br />

die Leute, die abstimmen. Natürlich gibt es Prämissen, die<br />

das ganze begünstigen können, z.B. Social-Media mit vielen<br />

Followern oder generell viel in der Szene aktiv sein. Aber auch<br />

hier haben die letzten Jahre gezeigt, dass dies kein Garant für<br />

einen Sieg ist.


14 Szene<br />

Wie läuft so eine Bärenwahl ab und<br />

welche Erfahrungen habt ihr während<br />

des Wettbewerbs gemacht?<br />

Andy RX: Die Kandidaten werden online<br />

über die sozialen Netzwerke vorgestellt,<br />

dann gab es ein Online-Voting, ein Jury-<br />

Voting und am Ende ist das Publikum das<br />

letzte Zünglein an der Waage. Während des<br />

Wettbewerbs hatte ich meine Konkurrenten<br />

besser kennengelernt, denen habe ich viel<br />

mehr Chancen auf den Titel zugetraut<br />

als mir persönlich. Aus Konkurrenten<br />

wurden Freunde. Das war eine sehr schöne<br />

Erfahrung. Es gab, was mich betrifft, auch<br />

nur positive Reaktionen aus der Bärenszene,<br />

ich hatte da etwas Angst davor.<br />

Nils: Beim Online-Voting muss man dann<br />

auch mal lernen, die Kommentare nicht<br />

zu lesen, denn im Internet sind die Leute<br />

zwischendurch sehr erbarmungslos. Dies<br />

war aber eher die Ausnahme, ich habe<br />

während des ganzen Prozesses eine Menge<br />

toller Gespräche geführt und Leute kennengelernt.<br />

Die eigentliche Bear Pride war ein<br />

wahres Fest! Ich habe mich sehr gut betreut<br />

gefühlt – danke dafür an Luca von den<br />

Bartmännern Köln! Wir hatten zwar volle<br />

Tage mit viel Programm, aber es hat auch<br />

immer Spaß gemacht und ich habe super<br />

interessante und inspirierende Menschen<br />

kennenlernen dürfen.<br />

Welche Aufgaben sind mit dem<br />

Titel verbunden? (Teilt ihr euch die<br />

Aufgaben?)<br />

Andy RX: Die Hauptaufgabe ist, die<br />

Bärenszene würdig zu repräsentieren,<br />

vielleicht sogar zu vermitteln zwischen<br />

den Parteien, Zeichen zu setzen, dass<br />

jeder willkommen und mit offenen Armen<br />

aufgenommen wird. Ich vertrete die Bärenszene<br />

in Deutschland so gut, wie ich kann,<br />

in meiner Heimatstadt Stuttgart und in<br />

München versuche ich, besonders präsent<br />

zu sein. Nils ist in Köln eine zentrale Figur<br />

in der Bärenszene und so teilen wir unser<br />

Bärenrevier brav auf.<br />

Nils: Ja, wir müssen nicht immer beide auf<br />

allen Events sein und Andy als Titelträger<br />

hat auch nochmal mehr Verpflichtungen als<br />

ich als Vize. Ich denke, als Repräsentant für<br />

die deutsche Bärencommunity bekommt<br />

man eine „Bühne“ geboten, die man auch<br />

effektiv nutzen kann, um für die Sachen,<br />

die einem wichtig sind, einzustehen. In<br />

meinem Fall bedeutet das, sich ebenso für<br />

Bären als auch queere Menschen generell<br />

lautstark einzusetzen.<br />

An welchen Veranstaltungen werdet<br />

ihr dieses Jahr teilnehmen?<br />

Andy RX: Im Januar haben wir in Hamburg<br />

bei den Nordbären bei der „Bärenpaadiie<br />

XXL <strong>2024</strong>“ teilgenommen, vom 8 bis 12. Mai<br />

findet das Bärentreffen ist Stuttgart statt,<br />

FOTO: HONEYPOT BERLIN<br />

da sind Nils und ich mit dabei, auf dem CSD<br />

in Köln am 20./21. Juli sowie auf den CSDs<br />

in München, Berlin und Hamburg werden wir<br />

die Bärenszene vertreten und im November<br />

darf ich die Schärpe an meinen Nachfolger<br />

„Mr. Bear 2025“ in Köln überreichen.<br />

Nils: Neben den CSDs in Köln und Hamburg<br />

steht bei mir auch die Unshaved in Berlin<br />

zu Ostern im Programm. Die Bear Pride in<br />

Amsterdam und Belgien möchte ich auch<br />

nicht verpassen, da auch diese Events alle<br />

mit sehr viel Liebe von engagierten Leuten<br />

organisiert werden. Wie Andy schon sagte,<br />

werde ich ihn im Mai mal in seiner Heimat<br />

besuchen, wenn die Stuttgarter Bären ihre<br />

Bearweek veranstalten. Die Honeypot Partys<br />

in Berlin dürfen aber auch nicht vergessen<br />

werden und ich hoffe, dass ich es zur<br />

nächsten schaffe. Zu guter Letzt natürlich<br />

die Bear Pride in Köln Ende November, was<br />

eine ganz besondere Bear Pride ist, da es<br />

das 40. Jubiläum ist.<br />

Wie sieht euer Leben aus, wenn<br />

ihr nicht gerade als (Vize) Mr. Bear<br />

Germany unterwegs seid? Wie lässt<br />

sich der Titel mit eurem täglichen<br />

Leben vereinbaren?<br />

Andy RX: Hauptberuflich arbeite ich am Tag<br />

als Mediengestalter und in der Nacht als DJ,<br />

ich lebe in Stuttgart und München. Durch<br />

meinen DJ-Job bin ich mittlerweile in ganz<br />

Europa unterwegs (Griechenland Bearly<br />

Athens, in Dänemark, Prag usw.), dadurch<br />

hatte ich auch einen kleinen Promibonus<br />

bei der Bärenwahl. Die Schärpe trage ich bei<br />

offiziellen Terminen, wie beim Testabend<br />

in Stuttgart oder München, um darauf<br />

aufmerksam zu machen, sich öfters auf HIV<br />

und STIS testen zu lassen.<br />

Nils: Mein Leben lässt sich mit meinem<br />

Alltag eigentlich ziemlich problemlos<br />

FOTO: L. REITER


kombinieren. Ich studiere meinen Master<br />

in Gender und Queer Studies hier in Köln<br />

und arbeite nebenbei mit unbegleiteten,<br />

minderjährigen Geflüchteten. Die Arbeit<br />

macht mir auch sehr viel Spaß, aber<br />

Berührungspunkte mit dem Titel und der<br />

Bärenszene gibt es da eigentlich gar nicht.<br />

Ansonsten genieße ich gerade die letzten<br />

Züge des Studentenlebens und treffe mich<br />

viel mit Freunden und bin auch gerne in der<br />

lokalen Bärenbar, dem 3Bs, der Bearded<br />

Bear Bar, und freue mich immer, dort mit der<br />

Community aktiv in Kontakt zu treten.<br />

Die Bartmänner Köln feiern dieses<br />

Jahr ihr 40. Jubiläum. Was wurde in<br />

der Bärencommunity in den letzten<br />

vier Jahrzehnten erreicht und welche<br />

Themen müssen eurer Meinung nach<br />

noch angegangen werden?<br />

Andy RX: Den Bartmänner Köln hat die<br />

Bärencommunity zu verdanken, dass die<br />

Bären in der Öffentlichkeit sichtbarer<br />

werden. In den größeren Städten in<br />

Deutschland wie Berlin, Hamburg, Stuttgart,<br />

Leipzig finden Bärentreffen statt, man<br />

unterstützt sich gegenseitig, spricht Termine<br />

ab, bietet vielfältige Programmpunkte<br />

an. Es wird viel auf die Beine gestellt, oft mit<br />

hohem finanziellen Risiko und das muss<br />

man wertschätzen.<br />

Nils: Ich bin sehr beeindruckt davon, was<br />

die Bartmänner in den letzten 40 Jahren<br />

alles erreicht haben. Die Bear Pride in Köln<br />

ist ein riesiges Event, das international in<br />

der Bärencommunity etabliert ist, jedes Jahr<br />

kommen Bären überall aus der Welt her, um<br />

mit uns zu feiern. All das haben wir einem<br />

sehr kleinen Team von wirklich tollen und<br />

engagierten Leuten zu verdanken, die in<br />

FOTO: @PURE.GONZO.PHOTOGRAPHY<br />

Szene 15<br />

ihrer Freizeit Events planen, Kooperationspartner<br />

akquirieren und nicht müde werden,<br />

uns jedes Jahr wieder eine tolle Bear Pride<br />

auf die Beine zu stellen – ein riesiges Danke<br />

geht dafür an die Bartmänner!<br />

Insgesamt gibt es aber in der Community<br />

immer Sachen, die angegangen werden<br />

können. Ich finde, es sollte sich einfach<br />

mehr auf Gemeinsamkeiten als Unterschiede<br />

konzentriert werden, besonders<br />

in Zeiten, in denen rechtspopulistische<br />

Parteien immer mehr Zuwachs bekommen,<br />

sollten wir uns Schulter an Schulter dem<br />

Ganzen entgegenstellen. Denn letztendlich<br />

wollen wir alle lieben dürfen, wen wir wollen:<br />

Und das ist unsere größte Gemeinsamkeit<br />

– eine riesige Ressource, die dafür genutzt<br />

werden sollte, und nicht dafür, sich auf<br />

Unterschiede zu konzentrieren und diese zu<br />

verfestigen.<br />

*Interview: Sabine Hannakampf<br />

Andy RX:<br />

www.instagram.com/djandyrx,<br />

https://soundcloud.com/andy-rx-465870725<br />

Nils:<br />

www.instagram.com/nilso_o<br />

https://bearpride.cologne


16 Szene<br />

CSD<br />

PRIDE-SAISON IN NRW<br />

Die Vorbereitungen für die CSD-Saison<br />

<strong>2024</strong> laufen auf Hochtouren, die meisten<br />

Veranstalter haben ihre Termine bereits<br />

bekannt gegeben, und die wollen wir euch<br />

nicht vorenthalten.<br />

Nordrhein-Westfalen ist nicht nur das<br />

Bundesland mit dem größten CSD in<br />

Deutschland, sondern auch das mit den<br />

meisten. Kein anderes Bundesland veranstaltet<br />

mehr Paraden für LGBTIQ*-Sichtbarkeit.<br />

Traditionell wird in den Sommermonaten<br />

gefeiert, der Kölner CSD ist in diesem Jahr<br />

allerdings von einer wichtigen Änderung<br />

betroffen: Wegen der Fußball-EM findet der<br />

CSD in Köln diesmal nicht am ersten, sondern<br />

am dritten Wochenende im Juli statt. Hier sind<br />

die Termine für das Jahr <strong>2024</strong>:<br />

FOTO: EMMANUELE CONTINI / NURPHOTO / NURPHOTO VIA AFP<br />

TERMINE<br />

MAI<br />

17.5. Euskirchen<br />

25.5. Düsseldorf<br />

JUNI<br />

1.6. Leverkusen<br />

8.6. Bielefeld<br />

8.6. Recklinghausen<br />

8.6. Kreis Heinsberg<br />

8.6. Übach-Palenberg<br />

29.6. Aachen<br />

29.6. Bochum<br />

JULI<br />

7.7. Mönchengladbach<br />

14.7. Datteln<br />

14.7. Olpe<br />

21.7. Köln<br />

27.7. Duisburg<br />

AUGUST<br />

3.8. Essen<br />

3.8. Bonn<br />

17.8. Minden<br />

17.8. Haltern am See<br />

24.8. Münster<br />

24.8. Krefeld<br />

SEPTEMBER<br />

14.9. Wuppertal<br />

14.9. Dortmund<br />

PARTY<br />

„Blossom Beatz“<br />

Nach dem durchschlagenden Erfolg der „Freak Party Cologne“ setzt<br />

Watara-Events seine Erfolgsserie mit der nächsten spektakulären Nacht<br />

fort. Markiert euch den 9. <strong>März</strong> im Kalender, denn die Party „Blossom<br />

Beatz“ im Kölner berühmten Klub Domhof dürfte ein unvergessliches<br />

Erlebnis werden.<br />

„Blossom Beatz“ steht nicht nur im Zeichen des Frühlings<br />

und neuer Anfänge, sondern auch für eine Nacht, in der<br />

Musik, Tanz und visuelle Kunst auf einzigartige Weise<br />

verschmelzen.<br />

Headlinerin des Abends ist „Aphrodite Vox“, die Dragqueen<br />

ist für ihre himmlischen Shows und mitreißenden<br />

Performances bekannt. Zusammen mit den explosiven<br />

Sets von DJ Miss Delicious und DJ Rowdee ist eine<br />

mitreißend-musikalische Partynacht garantiert. Freut<br />

euch außerdem auf „sexy Überraschungen“, die eure<br />

Sinne beleben und den Frühling in euer Herz zaubern<br />

werden.<br />

FOTO: WATARA EVENTS<br />

9.3., ab 22 Uhr, Klub Domhof, Hohenzollernbrücke<br />

11, Köln. Tickets unter<br />

https://watara.events/go/4ftw


Szene 17<br />

SUBSTANZ – DIE ARMPIT-PARTY<br />

Entspannt einen Kaffee oder ein Bier trinken und dabei einfach<br />

mal ne Runde sniffen? Bei Substanz ist das möglich. Die<br />

Armpit-Party serviert euch die leckersten Achselhöhlen von<br />

smelly bis behaart. Einlass ist von 14 bis 15 Uhr. Dresscode<br />

gibt es keinen, aber eure Achseln müssen zugänglich sein. No<br />

Deo, No Perfume … aber das versteht sich wohl von selbst.<br />

10.3., 14–18:30 Uhr, Kinkz, Balduinstraße 20, Köln.<br />

www.facebook.com/kinkzcologne<br />

SCHAMLOS-PARTY<br />

Auf der Spring Edition der Schamlos-Party könnt ihr sein wie<br />

ihr wollt, Hauptsache schamlos! Sechs DJs sorgen auf drei<br />

Tanzflächen für Partyspaß und heiße Stimmung, im Chill-<br />

Out-Bereich im Biergarten lässt es sich herrlich entspannen.<br />

Ganz neu: Die Food-Station im Biergarten versorgt euch jetzt<br />

auch mit kleinen Snacks.<br />

6.4., zakk, Fichtenstraße 40, Düsseldorf.<br />

Tickets auf www.schamlos-party.de<br />

SUBJEKTE #06<br />

Die Subjekte #06 im <strong>April</strong> sorgt für Frühlingsgefühle unter<br />

queeren Freunde, Fuckbuddies und allen, die Spaß an Fetisch<br />

haben. Der Eintritt zur Sexparty, veranstaltet von Sub –<br />

Verein für schwule Subkultur, kostet 15 Euro und beinhaltet<br />

zwei Freigetränke (kein Vorverkauf, keine Kartenzahlung),<br />

Zutritt ab 18 Jahren, st<strong>rik</strong>ter Dresscode.<br />

27.4., Man Moviethek, Vereinstraße 22, Essen.<br />

schwule-subkultur.de/subjekte<br />

KOPF HOCH,<br />

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BRUST RAUS.<br />

Stephan Matheka<br />

staatl. anerk. Physiotherapeut<br />

Hohenzollernring 39 - 41<br />

50672 Köln<br />

Telefon 0221 | 28069925<br />

Hausbesuche auf Anfrage<br />

Öffnungszeiten<br />

info@physioamring-koeln.de<br />

www.physioamring-koeln.de<br />

Mo – Do 08:00 – 20:00 Uhr<br />

Fr 07:30 – 16:30 Uhr<br />

SEXY<br />

Easter Spring Festival<br />

Das World of Sexy „Easter Spring Festival“ vom 30. bis<br />

31. <strong>März</strong> markiert den Start in die Frühjahrsparty-Saison<br />

und lockt mit sensationellen Gastauftritten und einer einzigartigen<br />

Party-Atmosphäre, die ihr nur bei einem SEXY-<br />

Event finden werdet.<br />

30. MÄRZ – OFFICIAL MAIN PARTY EASTER FESTIVAL<br />

Die große Premiere im Schrotty feierte PLAY SEXY im Januar,<br />

zu Ostern gibt’s mit „PLAY SEXY in bed with GUYZ“ die<br />

zweite Ausgabe. Die Party kommt mit sieben abenteuerlichen<br />

In- & Outdoor-Bereichen, sechs erstklassigen DJs auf zwei<br />

Tanzflächen (Wrecking Hall – Melodic Techno, Techno &<br />

Progressive, DiscoBox – Disco meets House), speziellen Visuals<br />

& Lichtshows daher. Der Dresscode folgt dem Motto: „Kinky<br />

Glam –Sexy & Ready to Play“. Die kreativsten Outfits werden<br />

mit einem Hauptpreis belohnt, also legt euch mächtig ins Zeug!<br />

30.1., ab 23 Uhr, Schrotty, Vogelsanger Straße 406, Köln.<br />

31. <strong>März</strong> – Afterhour & Closing Party<br />

Greenkomm ist die schwule Afterparty Nr. 1 in Deutschland<br />

und berühmt für ihre House- und Trance-Musik. Am<br />

Ostersonntag von 6 bis 18 Uhr im Nachtflug.<br />

31.1., ab 6 Uhr, Nachtflug, Hohenzollernring 89–93, Köln.<br />

FOTO: BRIAN KYED / UNSPLASH<br />

Auf A5 Höhe: Je grüner Strich+Abstand = 1mm,<br />

5mm in Druckfläche Größere Formate: A5 Maß<br />

skalieren. Kleinere Formate: Striche löschen.<br />

25. <strong>April</strong>, 19:00<br />

Chemsex und HIV<br />

Immer mehr schwule und andere Männer, die<br />

Sex mit Männern haben, konsumieren psychoaktive<br />

Substanzen beim Sex. Darunter sind auch<br />

viele HIV-positive Männer. Was ist Chemsex?<br />

Welche Motive haben die Konsumierenden? Was<br />

sind die Risiken und Nebenwirkungen? Und wie<br />

bedingen sich HIV und Chemsex? — Referierende:<br />

Paul Hirning (Chemsex-Berater,<br />

Aidshilfe Köln), Karl Gerber (Vorstandsm.<br />

Queere Suchtselbsthilfe SHALK e.V.)<br />

Veranstaltungsort: Uniklinik Köln, Kerpener Str. 62,<br />

CIO / Gebäude 70, Seminarraum 1, Erdgeschoss<br />

KVB Lindenburg (Linie 9)<br />

Weitere Infos auf ahkoeln.de/medinfo<br />

Unterstützt durch die Deutsche Rentenversicherung<br />

und der Uni-Klinik Köln


18 Szene<br />

SEXY<br />

Im Bootshaus tummelten sich auf der Main Party des Carnival Festivals heiße<br />

Kerle aus 40 Nationen und rissen die Bude ein, so geil war die Musik auf den 3<br />

Dancefloors.<br />

NACHTRADAR<br />

Fotos: Stefan Kraushaar<br />

BACKSTAGE DIARIES<br />

Das Artheater war rappelvoll, die Gäste außer Rand und Band und tanzten sich die Seele<br />

aus dem Leib, bis es hell wurde.<br />

O7, 20 (Quadrate), Mannheim<br />

www.galileo-sauna.de<br />

PLAY SEXY<br />

Beim neuen Fetish-Ableger von Kölns größter Gay-Party<br />

waren Fotos tabu, nur die Gogos und DJ Fer Fox sowie das DJ<br />

Duo Banana Laser durften wir knipsen, die im Anschluss den<br />

coolen Club „Schrotty“ zum Beben brachten.


Szene 19<br />

Aktuelle Club- & Dance-Hits aus den Charts.<br />

www.GAYFM.de<br />

GREENKOMM<br />

Jetzt kostenlos<br />

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Im Nachtflug wurde das neue Jahr gebührend in Empfang genommen und die<br />

Kerle ließen wie immer schnell die Hüllen fallen.<br />

Hor<br />

GAYFM<br />

immer &<br />

uberall.<br />

GAYBOYS<br />

LIVE AM<br />

TELEFON<br />

RUF AN!<br />

HOLLYWOOD TRAMP BALL<br />

Im Yuca wurde bereits ein Tag vor Silvester ein Feuerwerk von DJ und Veranstalter<br />

Hollywood Tramp abgebrannt, die Gäste feierten wie verrückt das<br />

Jahresende.<br />

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VERSPIELT<br />

VS.<br />

PRAGMATISCH<br />

Für alle, die sich nicht entscheiden können,<br />

haben wir hier sowohl ausgefallene als auch<br />

ganz simple Inspirationen für deine vier Wände<br />

zusammengetragen. *fj<br />

PANTHEONE<br />

Der „Obsidian“-Lautsprecher von Pantheone will<br />

sich nicht so recht entscheiden, ob er denn nun<br />

verspielt oder pragmatisch ist. Zum einen erinnert<br />

seine Form nicht an die klassische rechteckige<br />

Box, die so ein Lautsprecher normalerweise ist,<br />

sondern weckt eher Assoziationen an geschliffene<br />

Edelsteine, was auch den Namen des Produkts<br />

erklären dürfte*. Zum anderen steckt in dem handgemachten<br />

Klangkörper die neuste Tontechnik,<br />

um dir den allerbesten Sound zu liefern. Obsidian<br />

hält bis zu 15 Stunden durch und ist via Bluetooth,<br />

Airplay 2 und WiFi koppelbar.<br />

www.pantheoneaudio.com<br />

COLLEEN CARLSON<br />

Colleen Carlson stammt ursprünglich aus Kanada, lebt und<br />

arbeitet in Long Island City, New York, und zierte als Model in den<br />

1980er-Jahren deutsche Magazincover, während sie in München<br />

wohnte. Heute verkauft Colleen mal elegante, mal verspielte<br />

Keramikkunstwerke. Dabei lässt sie sich von geometrischen sowie<br />

organischen Formen oder Architektur inspirieren und nutzt für ihre<br />

Kreationen auch ungewöhnliche Materialien wie Harz, Bronze oder<br />

Beton. „Droid“ gehört zu einer Reihe von Skulpturen, die Carlsons<br />

fantasievollste Visionen zum Leben erwecken.<br />

www.colleencarlsondesign.com<br />

*Obsidian ist ein Edelstein, der aus Lava und Wasser<br />

geformt wird und in der Steinzeit als Werkzeug<br />

und Waffe genutzt wurde, heute aber vor allem als<br />

Schmuckstein Verwendung findet.<br />

BOLIA<br />

Genau wie MOEBE (rechte Seite) folgt Bolia dem skandinavischen<br />

Prinzip „weniger ist mehr“ und passt daher ganz<br />

wunderbar in dieses Feature. Der „Elton“-Tisch zeichnet sich<br />

durch seine klaren Linien aus, ist in Teilen austauschbar und<br />

somit besonders langlebig. Elton wird extrem flach, also<br />

umweltfreundlich, verpackt und transportiert.<br />

www.bolia.com


STYLE 21<br />

GINGKODESIGN<br />

Die Designplattform Gingkodesign hat sich auf den Verkauf von ungewöhnlichen<br />

Objekten spezialisiert, die immer mit einem Augenzwinkern<br />

daherkommen. So findet man auf der Website nicht nur Holzuhren in<br />

Kubusform oder Bluetooth-Speaker für die Hosentasche, sondern auch<br />

diese Lampe, die anmutet wie ein Akkordeon und auf unterschiedlichste<br />

Weise in deiner Wohnung arrangiert werden kann.<br />

www.gingkodesign.com<br />

RIVA 1920<br />

Die „PATMOS“-Sofareihe von Riva 1920 folgt simplen Formen und<br />

steht auf einem einfachen Gestell aus Eisen. Auf Wunsch wird es mit<br />

einer Holzablage aus Nussbaum geliefert, auf dem die Fernbedienung<br />

oder die neuste Ausgabe der Mate platziert werden können.<br />

www.riva1920.it<br />

Passion<br />

J. S. Bach: Matthäus-Passion<br />

Gesangssolisten | Chor des Bayerischen Rundfunks | Peter Dijkstra<br />

Karfreitag, 29.03. 18 Uhr<br />

29<br />

Mär<br />

Programm und Tickets:<br />

guerzenich-orchester.de


22 STYLE<br />

kust.: Der Name dieser polnischen<br />

Marke ist ein Akronym, das aus<br />

den ersten beiden Buchstaben des Vorund<br />

Nachnamens des Gründers gebildet<br />

wird. Hinter dem Modelabel steckt Kuba<br />

Stachowiak.<br />

Und auf Niederländisch bedeutet „kust“<br />

Küste, das passte perfekt! Denn Kuba<br />

DESIGN<br />

Nachhaltige Mode aus Polen –<br />

sexy präsentiert<br />

verbrachte seine Kindheit in Sopot, einer<br />

polnischen Küstenstadt an der Ostsee.<br />

Das Meer sei schon immer sein Kraftort<br />

gewesen und inspiriert und beschert ihm<br />

weiterhin endlose Ideen. Er arbeitete bereits<br />

für verschiedene renommierte Marken in<br />

der Luxusbranche, sein Ziel sei es, „qualitativ<br />

hochwertige und umweltfreundliche Produkte<br />

zu machen“, bei denen der „Komfort<br />

des Trägers im Vordergrund steht und die<br />

aus nachhaltig gewonnenen Materialien<br />

hergestellt werden“ – zudem unterstützt<br />

kust. lokale Hersteller*innen. Und verdammt<br />

sexy sind die Modestrecken auch! *rä<br />

kust.com


Moltkestraße<br />

24 STADTPLAN<br />

Christophstraße Gereonstraße<br />

Marzellenstraße<br />

HbF<br />

U<br />

Breslauer Platz/<br />

Hauptbahnhof<br />

Kamekestraße<br />

Roonstraße<br />

Venloer Straße<br />

KÖLN<br />

U<br />

Lütticher Straße<br />

Aachener Straße<br />

SZENE<br />

37<br />

Richard-Wagner-Straße<br />

Bars<br />

1. Barcelon Colonia,<br />

Pipinstraße 3<br />

2. Baustelle 4U,<br />

Vor St. Martin 12<br />

3. Casino Eck,<br />

Kasinostr. 1a<br />

4. Coco Schmitz,<br />

Aachener Str. 28<br />

5. Era Bar,<br />

Friesenwall 26<br />

6. Ex-Corner,<br />

Schaafenstr. 57-59<br />

7. Exile on Mainstreet,<br />

Schaafenstr.<br />

61a<br />

8. Gentle-Bears,<br />

Mühlenbach 53,<br />

gentle-bears.de<br />

9. Hühnerfranz,<br />

Hühnergasse 5-7<br />

10. Iron, Schaafenstr. 45<br />

11. Mariechen,<br />

Am Rinkenpfuhl 51<br />

12. Marsil, Marsilstein 27<br />

13. Die Mumu,<br />

Schaafenstr. 51<br />

14. My Lord,<br />

Mühlenbach 57<br />

15. Schampanja,<br />

Mauritiuswall 43<br />

16. Zum Pitter,<br />

Alter Markt 58-60<br />

Zülpicher Straße<br />

41<br />

Cafés/Bistros<br />

20. Café Rico,<br />

Mittelstr. 31<br />

21. inSide Cafe,<br />

Am Rinkenpfuhl 46,<br />

www.inside-cafe.com<br />

22. Zentral Garderobe,<br />

Schaafenstr. 49<br />

4<br />

43<br />

Lindenstraße<br />

55<br />

30<br />

Brabantner Straße<br />

54<br />

75<br />

Mozartstraße<br />

73<br />

U<br />

Party-Locations<br />

30. Hidden Club<br />

U<br />

Cologne,<br />

Barbarossaplatz<br />

Brabanter Str. 15 am<br />

Rudolphplatz<br />

31. Sartory Säle,<br />

Friesenstr. 44<br />

• Wartesaal im<br />

Zollhafen,<br />

Im Zollhafen 2<br />

Moltkestraße<br />

Friesenplatz<br />

Beethovenstraße<br />

50<br />

52<br />

Hohenstaufenring Habsburgerring Hohenzollernring<br />

61<br />

53<br />

51<br />

• Saint Louis,<br />

Deutzer Freiheit 89<br />

23. Diner‘s,<br />

Neumarkt 16<br />

Mauritiuskirche<br />

Cruising-Bars<br />

35. Pullermans,<br />

Mathiasstr. 22<br />

36. Deck 5,<br />

Mathiasstr. 5<br />

Saunen<br />

37. Phönix Sauna,<br />

Richard-Wagner-<br />

Str. 12<br />

38. Sauna Babylon<br />

Cologne,<br />

Friesenstr. 23-25<br />

39. Sauna Vulcano,<br />

Marienplatz 3-5<br />

U<br />

7<br />

Schaafenstraße<br />

15<br />

Zülpicher<br />

Platz<br />

Friesenstraße<br />

Magnusstraße<br />

Einkaufen<br />

40. Brunos,<br />

Kettengasse 20<br />

41. COLOGNE DOME<br />

House of Fetish,<br />

Händelstraße 27<br />

42. Gay Sex Messe,<br />

Mathiasstr. 13<br />

43. MGW.Cologne,<br />

Händelstr. 53<br />

44. Sex- & Gay Center,<br />

Mathiasstr. 23<br />

U<br />

Friesenwall<br />

Rudolfplatz<br />

Mauritiuswall<br />

6<br />

5<br />

Ehrenstraße Breite Straße<br />

Kettengasse<br />

45<br />

40<br />

22<br />

Pfeilstraße<br />

Mittelstraße<br />

20<br />

13<br />

31<br />

Hahnenstraße<br />

10 17 11<br />

Rubensstraße<br />

Marsilstein<br />

74<br />

21<br />

38<br />

12<br />

U<br />

• Schauspielhaus:<br />

Depot 1, Depot 2,<br />

Grotte,<br />

U<br />

Schanzenstraße Severinstraße<br />

6-20<br />

62. Theater am Dom,<br />

Glockengasse 11,<br />

Opern Passagen<br />

Mauritiussteinweg<br />

BUSINESS<br />

Apotheken<br />

23<br />

dem Berlich<br />

Auf<br />

Neumarkt<br />

Thieboldsgasse<br />

50. Birken-Apotheke,<br />

Hohenstaufenring 59,<br />

Tel. 2402242<br />

• Flora-Apotheke,<br />

Neusser Str. 192,<br />

Tel. 0221 733535<br />

• Paradies Apotheke,<br />

Severinstr. 162a,<br />

Tel. 329215,<br />

www.paradies-apo.de<br />

51. Westgate-<br />

Apotheke,<br />

Habsburgerring 2,<br />

Tel. 2402243<br />

Ärzte<br />

• Dr. Jochen May,<br />

Zahnarzt, Sülzburgstr.<br />

21-23, Tel. 9411222,<br />

www.praxis-may.com<br />

53. Praxis am Ring,<br />

Dr. med. Ochana,<br />

Hohenzollernring 26,<br />

Tel. 255522,<br />

www.praxis-amring.com<br />

• Praxis am<br />

Eberplatz,<br />

Dres. med. Kümmerle,<br />

Theisen, Wyen, Voigt,<br />

Ebertplatz 1,<br />

Tel. 7604648,<br />

www.praxis-ebertplatz.de<br />

54. Dr. Stefa Scholten,<br />

HIV-Schwerpunktpraxis,<br />

Richard-Wagner-<br />

Str. 9-11,<br />

Tel. 35505450<br />

Zeughausstraße<br />

U<br />

Neumarkt<br />

70<br />

Waisenhausgasse<br />

Krebsgasse<br />

Cäcilienstraße<br />

Poststraße<br />

U<br />

Appellhofplatz/<br />

Zeughaus<br />

U<br />

Appellhofplatz/<br />

Breite Straße<br />

Glockengasse<br />

Schildergasse<br />

U<br />

62<br />

Poststraße<br />

• Zahnarzt Tobias<br />

Fuchte,<br />

Kirchstraße 1-3,<br />

Tel. 0221 – 392 580,<br />

www.zahnarztfuchte.de<br />

Beauty<br />

55. Duftkunsthandlung,<br />

Brabanter Str. 27,<br />

0221 - 97 76 59 85,<br />

duftkunsthandlung.de<br />

• MO‘s Wohlfühlzeit,<br />

Hauptstraße 16a,<br />

53604 Bad Honnef<br />

Tel. 0175 2852891,<br />

mos-wohlfuehlzeit.de<br />

Rechtsanwälte<br />

• Ralf Bergmann,<br />

Braugasse 12,<br />

Tel. 02234-405769,<br />

bergmann-anwalt.de<br />

KULTUR<br />

Bühne<br />

• Atelier Theater,<br />

Roonstr. 78,<br />

Tel. 0221 24 24 85,<br />

www.ateliertheater.de<br />

• Horizont Theater,<br />

Thürmchenswall 25.<br />

• Opernhaus,<br />

Rheinparkweg 1,<br />

Tel. 0221 22128400<br />

60. Philharmonie,<br />

Bischofsgartenstr. 1<br />

61. Scala,<br />

Hohenzollernring 48<br />

Tunisstraße<br />

Blaubach<br />

Perlengraben<br />

Neuköllner Straße<br />

63<br />

73. Anyway,<br />

Jugendzentrum,<br />

Kamekestr. 14,<br />

Tel. 5777760,<br />

anyway-koeln.de<br />

74. Rubicon, Beratungszentrum<br />

für Lesben &<br />

Schwule (Sozialwerk<br />

e.V.), Rubensstr. 8-10,<br />

Tel. 27669990,<br />

www.rubicon-koeln.de<br />

75. Queeres Netzwerk<br />

NRW, Lindenstr. 20,<br />

Tel. 2572847,<br />

https://queeresnetzwerk.nrw<br />

Museen<br />

Komödienstraße<br />

Große Budengasse<br />

Hohe Straße<br />

Gürzenichstraße<br />

63. Museum für<br />

Ange-wandte<br />

Kunst Köln, An<br />

der Rechtschule, Tel.<br />

22123860,<br />

www.makk.de<br />

64. Museum Ludwig,<br />

Bischofsgartenstr. 1,<br />

Tel. 22122370<br />

• Rosa Archiv,<br />

Salierring 4,<br />

Tel. 78 98 60 19,<br />

Mo-Fr nach Vereinbarung,<br />

rosa-archiv.de<br />

RAT & TAT<br />

Pipinstraße<br />

Gesundheit<br />

70. Aids- und STD-<br />

Beratung,<br />

Gesundheitsamt,<br />

Neumarkt 15-21,<br />

Tel. 22124602<br />

71. Lebenshaus-<br />

Stiftung,<br />

Beethovenstr. 1,<br />

Tel. 202030,<br />

www.lebenshausstiftung.de<br />

72. Aidshilfe Köln e.V.,<br />

Pipinstraße 7, 50667<br />

Köln, KVB: Heumarkt,<br />

Tel. 0221 202030<br />

Hohe Pforte<br />

3<br />

Am Hof<br />

Obenmarspforten<br />

Stephanstr. Marienplatz<br />

Alter Markt<br />

16<br />

Augustinerstraße<br />

Mathiasstraße<br />

An der Malzmühle<br />

73. Looks e.V.,<br />

Beratung und<br />

Unterstützung<br />

für Jungs, die<br />

anschaffen,<br />

Pipinstr. 7,<br />

Tel. 2405650,<br />

www.looks-ev.de<br />

72. Checkpoint der<br />

Aidshilfe Köln, HIV<br />

Schnelltest sowie<br />

Syphilis, Tripper,<br />

Chlamydien und<br />

Hep-C. Wir sind für<br />

euch da: Montag<br />

bis Donnerstag von<br />

19 Uhr bis 22 Uhr,<br />

Pipinstr. 7,<br />

Tel. 0221 99 57 12-17,<br />

www.schnell-test.de<br />

Info<br />

Heumarkt<br />

Mühlenbach Filzengraben<br />

Severinstraße<br />

U<br />

Dom/<br />

Hauptbahnhof<br />

1 2<br />

39<br />

71<br />

72<br />

8<br />

Kölner Dom<br />

44<br />

42<br />

36<br />

14<br />

64<br />

9<br />

U<br />

Rathaus<br />

U<br />

Heumarkt<br />

35<br />

60<br />

Hohenzollernbrücke<br />

Am Leystapel<br />

Bayenstraße<br />

Deutzer Brücke<br />

Severinsbrücke<br />

Dr. Dirk Stolley | Zahnarzt<br />

Praxis mit BeratungsPLUS<br />

Schnelle Terminvergabe<br />

und kurze Wartezeiten!<br />

Schwerpunkte:<br />

| Prophylaxe<br />

| Ästhetische Zahnmedizin<br />

| Implantate<br />

| Parodontose Behandlung<br />

Berliner Allee 56 | 40212 Düsseldorf<br />

www.dr-stolley.de | T. 0211 -38 54 610


Rheinkniebrücke<br />

SZENE<br />

Bars<br />

1. Comeback,<br />

Charlottenstr. 60<br />

2. K1, Bismarckstr. 93<br />

3. Ludwigs Bier & Brot,<br />

Mertensgasse 11<br />

4. Nähkörbchen,<br />

Hafenstr. 11<br />

5. Queenz,<br />

Charlottenstr. 62<br />

6. Sternschnuppe,<br />

Sternstr. 2<br />

Oberkasseler Brücke<br />

28<br />

16<br />

Reichsstraße<br />

Hafenstr.<br />

7<br />

11<br />

DÜSSELDORF<br />

5<br />

7. Studio 1, Jahnstr. 2a<br />

8. Zum goldenen Einhorn,<br />

Ratinger Str. 18<br />

Cafés / Bistros<br />

• ARTCafé, Im Dahlacker<br />

70 (Ecke Aachener Str.)<br />

Party-Locations<br />

14. Nachtresidenz,<br />

Bahnstr. 13<br />

• Stahlwerk,<br />

Ronsdorfer Str. 134<br />

16. Ufer 8, Rathausufer 8<br />

9<br />

Bahnstr.<br />

14<br />

Graf-Adolf-Straße<br />

Herzogstraße<br />

10<br />

• Zakk, Fichtenstr. 40<br />

Restaurants<br />

18. Hirschchen,<br />

Alt-Pempelfort 2<br />

19. Laurens Restaurant,<br />

Bismarckstr. 62<br />

Saunen<br />

Berliner Allee<br />

24<br />

Corneliusstraße<br />

34<br />

• Phoenix Sauna<br />

Düsseldorf,<br />

Platanenstr. 11a<br />

18<br />

19 3<br />

8<br />

Kölner Straße<br />

4<br />

Karlstraße<br />

BUSINESS<br />

Ärzte<br />

• Dr. med Martin &<br />

Anselm K. Gottstein,<br />

Werdener Straße 8<br />

• Tim Oliver Flettner,<br />

Kaiserswertherstr. 55<br />

24. Zahnarztpraxis<br />

Dr. Stolley, Berliner<br />

Allee 56<br />

Autohäuser<br />

• Auto-Park Rath,<br />

Oberhausener Str. 2<br />

• smart Vertriebs<br />

GmbH, Mercedesstr. 11<br />

Dienstleistungen<br />

• CJ-Sieben, Postfach<br />

24 02 30<br />

28. Düsseldorf Tourismus,<br />

Marktstr./<br />

Ecke Rheinstr. bzw.<br />

Immermannstr. 65b<br />

• Stadtwerke Düsseldorf<br />

AG, Höherweg 100<br />

Finanzen & Recht<br />

• Laureus AG Privat<br />

Finanz, Ludwig-<br />

Erhard-Allee 15<br />

• Parilis, Hansaallee 249<br />

Fitness<br />

• Bodystreet Berliner<br />

Allee, Berliner Allee 56<br />

• Bodystreet Düsseldorf<br />

Münsterplatz,<br />

Ulmenstr. 270<br />

• Fit IN Düsseldorf,<br />

Ringelsweide 14<br />

• Olymp-Fitness-<br />

Center,<br />

Pempelforther Str. 47<br />

Möbel & Einrichtung<br />

• Maßlos, Steinstr. 32<br />

Rechtsanwälte<br />

• Rechtsanwalt<br />

Gelbke,<br />

Königsallee 61<br />

• Semra Sanliünal,<br />

Kaiser-Friedrich-<br />

Ring 45<br />

Sexshops<br />

• book&xxx,<br />

Bismarckstr. 86<br />

Schulen<br />

• Sprachcaffe,<br />

Grafenberger Allee<br />

78-80<br />

STADTPLAN 25<br />

Sport<br />

• My Beauty Fit,<br />

Rethelstr. 98<br />

KULTUR<br />

Bühne<br />

• Capitol Theater,<br />

Erkrather Str. 30<br />

• Jazz Schmiede,<br />

Himmelgeister Str.<br />

107g<br />

• Komödie Steinstr,<br />

Steinstr 23<br />

• Takelgarn, Philipp-<br />

Reis-Str. 10<br />

Galerie<br />

• Fonis Galerie, Lindenstraße<br />

90, 40233<br />

Düsseldorf<br />

RAT & TAT<br />

Gesundheit<br />

• AIDS-Beratung des<br />

Gesundheitsamts,<br />

Kölner Str. 180<br />

• AIDS-Hilfe Düsseldorf<br />

e.V., Johannes-<br />

Weyer-Str. 1<br />

Beratung<br />

• Schwules Überfalltelefon,<br />

Tel.<br />

0211-19228<br />

34. PULS - Treff für junge<br />

Lesben, Schwule<br />

& Bisexuelle,<br />

Corneliusstr. 28<br />

• SchLAu Düsseldorf<br />

c/o Aidshilfe<br />

Düsseldorf<br />

Wirtschaft<br />

• TARGOBANK,<br />

Nordstr. 14<br />

CHECKPOINT<br />

Düsseldorf<br />

Du willst es doch<br />

auch – wissen.<br />

HIV-Tests und STI-Checks für<br />

schwule und bisexuelle Männer*<br />

Anonym und ohne Anmeldung<br />

Dienstags 19-21 Uhr in der Aidshilfe Düsseldorf e.V.<br />

checkpoint-duesseldorf.de


26 KULTUR<br />

OPER KÖLN<br />

KLASSIK<br />

FOTO: BERND UHLIG<br />

Faust<br />

Bildgewaltig, hochdramatisch und<br />

tragikomisch läutet die Oper Köln<br />

im StaatenHaus den Frühling ein. Mit<br />

Faust, Tosca und Ein Maskenball stehen<br />

drei Glanzstücke auf dem Programm.<br />

In Charles Gounods gleichnamiger Oper<br />

beklagt der alte Faust sein verpasstes<br />

Leben. Noch einmal jung sein und das<br />

Leben in vollen Zügen genießen! Das<br />

geht allerdings nur durch einen Pakt<br />

mit dem Teufel, den Faust ohne lange<br />

zu überlegen eingeht. Doch was als<br />

Weg ins Glück gedacht war, hinterlässt<br />

eine Spur der Zerstörung, nicht nur in<br />

Marguerites („Gretchen“) Leben. Die<br />

Urfassung mit gesprochenen Dialogen<br />

erlebte im Juni 2021 ihre deutsche<br />

Erstaufführung an der Oper Köln, nun<br />

wird das Stück vom 3. bis zum 17. <strong>März</strong><br />

fünfmal gezeigt. Die bildgewaltige<br />

Inszenierung von Regisseur Johannes<br />

Erath, der im StaatenHaus so spektakuläre<br />

Produktionen wie „Les Troyens“, „L’amour<br />

de loin“ oder „Manon“ realisierte, ist mit<br />

Generalmusikdirektor François-Xavier Roth<br />

am Pult erneut auf der Bühne zu erleben<br />

(Video-Trailer: https://www.youtube.com/<br />

watch?v=JilutO9yMQQ).<br />

Die romantische und hochdramatische<br />

Oper „Tosca“ von Giacomo Puccini wird<br />

vom 24. <strong>März</strong> bis 13. <strong>April</strong> zum zweiten<br />

Mal im StaatenHaus gezeigt. Scarpia,<br />

Polizeichef von Rom, hat ein Terrorregime<br />

errichtet, das jede republikanische Regung<br />

im Keim erstickt. Auch die Sängerin Floria<br />

Tosca und ihr Geliebter, der Maler Mario<br />

Cavaradossi, geraten in einen tödlichen<br />

Konflikt mit dem brutalen Polizeichef. Ein<br />

Opernkrimi und zugleich musikalisches<br />

Panorama der Ewigen Stadt zwischen<br />

Kirche, Palazzo Farnese und Engelsburg.<br />

Am Pult des Gürzenich-Orchesters steht<br />

Giuseppe Finzi, inszeniert hat das Werk mit<br />

der berühmten Arie „E lucevan le stelle“<br />

Thilo Reinhardt.<br />

FOTO: MATTHIAS BAUS<br />

Giuliano Carella<br />

Ab 14. <strong>April</strong> zeigt die Oper Köln Giuseppe<br />

eine Neuproduktion von Verdis Melodramma<br />

„Ein Maskenball“. Hier offenbart die Musik<br />

ihre ganze emotionale und dramatische<br />

Kraft und schafft dabei tragische und komische<br />

Situationen gleichermaßen, die auch<br />

von einer grausamen Ironie durchzogen<br />

werden. Verdis Figuren unterliegen allesamt<br />

dem Konflikt zwischen der von der Gesellschaft<br />

auferlegten äußeren Fassade und<br />

ihren hochemotionalen Empfindungen. Auf<br />

Verdis Maskenball haben alle Protagonisten<br />

zwei Gesichter. Doch was passiert, wenn die<br />

Masken fallen? Regisseur Jan Philipp Gloger<br />

hinterfragt diese sozialen Rollenspiele. Mit<br />

dem Mailänder Dirigenten Giuliano Carella<br />

steht ein ausgewiesener Verdi-Spezialist am<br />

Pult des Gürzenich-Orchesters.<br />

Zu „Tosca“ und „Ein Maskenball“ bietet<br />

die Vermittlungsabteilung der Oper Köln<br />

wieder „Opernpraktische Workshops“<br />

an. Interessierte sind eingeladen, sich<br />

unter fachkundiger Anleitung selbst<br />

im Theaterspiel auszuprobieren.<br />

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.<br />

Weitere Informationen und Buchung unter<br />

https://www.oper.koeln/de/programm/<br />

opernpraktischer-workshop/6857.<br />

Oper Köln, StaatenHaus Saal 2,<br />

Offenbachplatz, Köln. Tickets und auf<br />

www.oper.koeln


»Zone«<br />

Kimmo<br />

Pohjonen<br />

Akkordeon, Stimme<br />

Foto: Egidio Santos<br />

koelner-philharmonie.de<br />

0221 280 280<br />

Konzertkasse der Kölner Philharmonie<br />

Kurt-Hackenberg-Platz/Ecke Bechergasse<br />

Samstag<br />

27.04.<strong>2024</strong><br />

20:00


28 KULTUR<br />

OPER<br />

Sir Antonio Pappano<br />

FOTO: MUSACCHIO & IANNIELLO<br />

Michel van der Aa<br />

FOTO: SARAH WIJZENBEEK<br />

Kent Nagano<br />

FOTO: SERGIO VERANES<br />

KÖLNER PHILHARMONIE<br />

Die Kölner Philharmonie startet mit<br />

einem vielfältigen Programm in den<br />

Frühling.<br />

Am 21. <strong>März</strong> erlebt das Publikum in<br />

der Kölner Philharmonie die deutsche<br />

Erstaufführung des Kammermusiktheaters<br />

„The Book of Water“, das bei der Biennale<br />

in Venedig 2020 uraufgeführt wurde. Der<br />

niederländische Komponist Michel van<br />

der Aa nimmt als Grundlage für die Auftragskomposition<br />

vieler Partner, darunter<br />

der Biennale di Venezia und der Kölner<br />

Philharmonie, die Erzählung „Der Mensch<br />

erscheint im Holozän“ von Max Frisch: Für<br />

den isoliert lebenden Protagonisten Geiser<br />

wird ein tagelanges Unwetter in einem<br />

abgeschnittenen Schweizer Bergdorf zur<br />

Parabel des eigenen Verfalls. Gegen den<br />

fortschreitenden Gedächtnisverlust kämpft<br />

er durch das Sammeln von lexikalischen<br />

Informationen auf unzähligen Zetteln an,<br />

die er in seinem Haus aufhängt.<br />

Große Oper gibt es am 24. <strong>März</strong> mit „Die<br />

Walküre“ aus Richard Wagners „Ring des<br />

Nibelungen“ im Originalklang-Projekt<br />

von Kent Nagano, Concerto Köln und<br />

dem Dresdner Festspielorchester. Als<br />

emotionalster Abend von Wagners<br />

Tetralogie handelt „Die Walküre“ neben der<br />

titelgebenden Wotan-Tochter Brünnhilde<br />

auch vom Zwillingspaar Siegmund und<br />

Sieglinde. Ihre Liebe ist die innigste und<br />

folgenreichste im gesamten Ring. Im Inzest<br />

zeugen sie Siegfried.<br />

Seit September 2023 ist Antonio Pappano<br />

als Nachfolger Sir Simon Rattles, der<br />

nach München wechselte, designierter<br />

Chefdirigent des London Symphony<br />

Orchestra. Gemeinsam mit der niederländischen<br />

Geigerin Janine Jansen gastieren<br />

Pappano und das LSO am 25. <strong>April</strong> in der<br />

Kölner Philharmonie mit einem Programm,<br />

das die ganze Vielfalt des Klangkörpers<br />

zeigt. Die impressionistischen Naturschilderungen<br />

von der mit nur 24 Jahren verstorbenen<br />

Lili Boulanger treffen darin auf die<br />

schwelgerisch-strömende Spätromantik<br />

von Sergej Rachmaninow. Dazwischen<br />

steht das Violinkonzert von Samuel Barber,<br />

das im atemberaubenden Schlusssatz ein<br />

brillant-virtuoses Feuerwerk abbrennt.<br />

Kölner Philharmonie, Bischofsgartenstr. 1,<br />

Köln. www.koelner-philharmonie.de<br />

THEATER<br />

Rathaussaal Porz<br />

FOTO: ZUMBUSCH<br />

Im Porzer Rathaussaal bekommt ihr zwei Komödien vom Feinsten geboten.<br />

Lachen garantiert!<br />

„NEIN ZUM GELD!“ –<br />

SAMSTAG, 16. MÄRZ, 20 UHR<br />

Komödie mit Pascal Breuer, Dorkas Kiefer,<br />

Marianne Rogée u. a. / Inszenierung René<br />

Heinersdorff<br />

Richard ist ein echter Glückspilz,<br />

162 Millionen gewinnt er im Lotto. Doch<br />

um eine heroische Tat zu begehen<br />

und dem Materiellen zu entsagen,<br />

entschließt er sich, den dazugehörigen<br />

Lottoschein nicht einzulösen, sondern<br />

ihn zu verbrennen. Doch da hat er die<br />

Rechnung ohne die anderen gemacht,<br />

denn Ehefrau Claire, Mutter Rose und<br />

sein bester Freund Etienne finden das<br />

überhaupt nicht witzig und versuchen,<br />

ihn mit allen Mitteln davon abzubringen.<br />

Doch wie weit wird die Gruppe gehen,<br />

wenn Richard stur bleibt?<br />

„VIER LINKE HÄNDE“ –<br />

SAMSTAG, 27. APRIL, 20 UHR<br />

Komödie mit Eva Habermann, Florian<br />

Battermann / von Pierre Chesnot<br />

Die bekannte Komödie des französischen<br />

Autors Pierre Chesnot erzählt die<br />

Geschichte von Sophie und dem äußerst<br />

konservativen und eigenbrötlerischen<br />

Junggesellen Bertrand. An ihrem Geburtstag<br />

will Sophie ihrem – ihrer Meinung<br />

nach – tristen Dasein mithilfe einer Überdosis<br />

Schlaftabletten und einer gefüllten<br />

Badewanne ein Ende setzen. Doch der<br />

Plan misslingt gründlich! Schließlich führt<br />

das übergelaufene Badewasser sogar dazu,<br />

dass die Wohnung des unter ihr lebenden<br />

Bertrands überschwemmt wird… und so<br />

lernen sich die beiden Protagonist*innen<br />

dieser Komödie kennen.<br />

Tickets sind auf www.koelnticket.de und<br />

beim Bürgeramt Porz (0221 / 221-97333)<br />

erhältlich.<br />

Bezirksrathaus Porz, Friedrich-Ebert-<br />

Ufer 64–70 (Eingang über Alfred-Moritz-<br />

Platz/ Eingang „Bildungszentrum“), Köln.<br />

www.rathaussaal-porz.de


FOTO: ASTRID ACKERMANN<br />

KONZERT<br />

Johann Sebastian Bachs<br />

„Matthäus-Passion“<br />

Am Karfreitag, den 29. <strong>März</strong>, präsentiert das<br />

Gürzenich-Orchester Köln in der Philharmonie<br />

ein Gipfelwerk der Musikgeschichte:<br />

die „Matthäus-Passion“ von<br />

Johann Sebastian Bach.<br />

Bachs „Matthäus-Passion“ reflektiert<br />

wie kein anderes Werk der Musikgeschichte<br />

sowohl die dunklen Abgründe<br />

Peter Dijkstra<br />

wie auch die seelischen Höhen unserer<br />

menschlichen Existenz. Eine Musik, die unbegreiflich<br />

kunstvoll den ganzen Kosmos unseres Daseins zu<br />

durchschreiten scheint – gleichermaßen göttlich wie zutiefst<br />

irdisch, menschlich.<br />

Peter Dijkstra und „sein“ Chor des Bayerischen Rundfunks<br />

sowie herausragende Gesangssolist*innen wissen, wie man<br />

Bachs epische Komposition zu einem überwältigenden<br />

Klangerlebnis formt. Ihr solltet es euch nicht entgehen lassen.<br />

50 Minuten vor Konzertbeginn gibt es im Konzertsaal eine<br />

Einführung.<br />

29.3., 18 Uhr, Kölner Philharmonie,<br />

Bischofsgartenstr. 1, Köln.<br />

www.guerzenich-orchester.de/de/programm/passion/1094<br />

KLASSIK<br />

ACHT BRÜCKEN<br />

Der Vorverkauf für ACHT<br />

BRÜCKEN | Musik für Köln<br />

hat gestartet. Unter dem<br />

Motto „Feine Unterschiede“<br />

widmet sich das<br />

Festival vom 4. bis 12. Mai<br />

„Mikrotonalitäten“.<br />

Die 14. Ausgabe des<br />

Festivals ACHT BRÜCKEN<br />

| Musik für Köln findet<br />

zwischen dem 4. und<br />

12. Mai unter dem Motto<br />

„Feine Unterschiede“ statt.<br />

An neun Festivaltagen sind<br />

Poppe, Enno<br />

in der Kölner Philharmonie<br />

und weiteren Spielstätten in der Stadt Köln rund<br />

40 Veranstaltungen mit Musik aus den Bereichen neue<br />

Musik, elektronische Musik, Jazz, Weltmusik zu erleben,<br />

darunter 13 Uraufführungen.<br />

Den Auftakt macht am 4. Mai der ACHT BRÜCKEN<br />

Freihafen mit einem ganzen Tag kostenloser Konzerte. Porträtkomponist<br />

<strong>2024</strong> ist Enno Poppe, dessen Kompositionen<br />

Namen wie „Prozession“, „Speicher“, „Strom“, „Rad“, „Fleisch“,<br />

„Augen“, „Rundfunk“ und „Scherben“ tragen. Länderschwerpunkte<br />

gelten der Türkei und Indien. Neben Lounges gibt<br />

es Late Night Veranstaltungen, Kurzkonzerte und eine<br />

Installation in der Zentralbibliothek der Stadt Köln.<br />

Programm, Tickets und Festivalpass unter<br />

www.achtbruecken.de oder über die Festival-<br />

Hotline unter 0221/280 281.<br />

FOTO: RICORDI/HARALD HOFFMANN<br />

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Geschenktipp: Kabarettabo <strong>2024</strong><br />

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0234<br />

13003<br />

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01. <strong>März</strong> - 09. Juni <strong>2024</strong><br />

01. <strong>März</strong> - 09. Juni <strong>2024</strong><br />

WWW.VARIETE-ET-CETERA.DE<br />

KULTUR 29<br />

Samstag, 20.4. Samstag, 25.5.<br />

FALK<br />

Nikita Miller<br />

Frieda Braun<br />

Mittwoch, 04.09.<br />

Kabarett im<br />

Rathaussaal Porz<br />

<strong>2024</strong><br />

Ingo Appelt<br />

Christian Ehring<br />

Samstag, 28.9. Freitag, 22.11.<br />

Tickets und Abo unter: 0221 221-97333<br />

www.rathaussaal-porz.de<br />

Hotline<br />

0221<br />

2801<br />

SHOWS: Do. u. Fr. 20 Uhr | Sa. 16 & 20 Uhr | So. Brunch & 19 Uhr o. Satt & Lustig<br />

SHOWS: Do. u. Fr. 20 Uhr | Sa. 16 & 20 Uhr | So. Brunch & 19 Uhr o. Satt & Lustig<br />

WWW.VARIETE-ET-CETERA.DE


30 KULTUR<br />

FILM/VR/AR<br />

FOTOS: ARIS VEDERTSIS<br />

Moovy Tanzfilmfestival Köln<br />

Vom 15. bis 24. <strong>März</strong> <strong>2024</strong> präsentiert<br />

das Moovy Tanzfilmfestival<br />

Köln innovative Tanzfilme an der Schnittstelle<br />

von Tanz und Digitalität für die<br />

Leinwand sowie immersive Choreografien<br />

und Performances für Virtual Reality und<br />

Augmented Reality.<br />

Das Moovy Tanzfilmfestival hat sich<br />

zum Ziel gesetzt, die Verbindungen<br />

zwischen Tanz, Film und digitaler Kunst<br />

sichtbar zu machen, aktiv zu fördern<br />

und zu mehr Zusammenarbeit zwischen<br />

Medienkünstler*innen, Choreograf*innen<br />

und Tänzer*innen anzuregen.<br />

Die Medienstadt Köln und ihre lebendige,<br />

vielschichtige Tanzszene kommen bei<br />

Moovy zusammen. Mehr als 40, sehr<br />

unterschiedliche Projekte aus allen Teilen<br />

der Welt werden in Köln zu sehen und zu<br />

erleben sein. Neue, herausragende VR- und<br />

AR-Arbeiten sowie Installationen führen in<br />

der TanzFaktur Köln ganz immersiv in die<br />

mediale Welt der Bewegung. Zusätzlich bieten<br />

kostenlose Vorträge, Diskussionen und<br />

Workshops viel Gelegenheit zum Austausch<br />

(kostenlose Teilnahme nach Anmeldung<br />

unter info@moovy-festival.com).<br />

15.-24.4., diverse Locations, Köln.<br />

Ausführliche Informationen zu Filmen,<br />

Workshops und Symposium unter<br />

www.moovy-festival.com.<br />

TANZDOKU<br />

IF IT WERE LOVE<br />

Die Tanzdokumentation „If It Were Love“<br />

lässt das Publikum in eine ekstatische<br />

(Bühnen-)Welt eintauchen, in der die<br />

Grenzen zwischen Realität und Fiktion,<br />

zwischen Selbstdarstellung und Selbstfindung<br />

verschwimmen. Ab 21. <strong>März</strong><br />

bundesweit in deutschen Kinos.<br />

Fünfzehn junge Tänzer*innen unterschiedlicher<br />

Herkunft sind auf Tournee<br />

mit „Crowd“, Gisèle Viennes epischem<br />

Tanzstück über die Rave-Szene der<br />

1990er Jahre. Der Film über dieses Tanzstück<br />

ist selbst eine Techno-Party – mit<br />

überwältigender elektronischer Musik,<br />

die die Zuschauer*innen sofort in Clubatmosphäre<br />

versetzt, und mit fünfzehn<br />

Tänzer*innen voll geballter Energie, die<br />

auf und neben der Bühne physisch und<br />

emotional aufeinandertreffen. Anziehung<br />

und Ablehnung entladen sich in Tanz,<br />

Bewegung und intimer Nähe.<br />

Abseits der Techno-Beats begleitet<br />

Regisseur Patric Chiha neben Choreografie<br />

und Probenprozess auch persönliche<br />

Zweiergespräche der Darsteller*innen. Wir<br />

erfahren die Hintergründe der getanzten<br />

Charaktere, die zu Akteur*innen des Films<br />

werden: ein trans* Junge, eine junge Frau<br />

mit einer Schwäche für Problemfälle, ein<br />

junger Nazi, der einen schwulen Jungen<br />

begehrt, eine Frau, die ihre Sexualität<br />

FOTO: ∏ELSA OKAZAKI 2019_2<br />

auslebt. Die Kinoleinwand wird zur Rave-<br />

Bühne. Beeinflusst die Kunst hier das<br />

echte Leben – oder ist es umgekehrt?<br />

Der Film gewann 2020 den TEDDY-Award<br />

als bester Dokumentarfilm der Berlinale<br />

und den Hauptpreis (ARTE Dokumentarfilmpreis)<br />

der Filmwoche Duisburg.<br />

Mit der Schulnote 1,35 erhielt „If It Were<br />

Love“ die zweitbeste Audiencebewertung<br />

beim qffm-München 2020 und in Italien<br />

gewann der Film den PerSo-Award des<br />

Persofilmfestivals.<br />

„If It Were Love“ – Frankreich (2020)<br />

– 82 Min. – Französisch, Englisch,<br />

Schwedisch mit deutschen Untertiteln.<br />

Bundesweiter Kinostart ist am 21. <strong>März</strong>.<br />

FOTO: IMMERGUTEFILME / TANZRAUSCHEN


Mit „Dalí: Das endlose Rätsel“,<br />

„Gaudí: Architektur der Fantasie“<br />

und „3 Movements“ locken drei neue,<br />

immersive Ausstellungen in die ehemaligen<br />

Gasgebläsehalle auf dem Gelände<br />

Phoenix-West.<br />

KULTUR 31<br />

AUSSTELLUNG<br />

Dalí, Gaudi und hypnotisierende Bewegungen<br />

Den Kern der neuen Dauerausstellung<br />

im Phoenix des Lumières bilden die<br />

Werke Salvador Dalís. Die Ausstellung<br />

„Dalí: Das endlose Rätsel“ begleitet die<br />

Besucher*innen durch unterschiedliche<br />

Schaffensphasen des Künstlers und<br />

nimmt sowohl berühmte als auch weniger<br />

bekannte Werke auf, die durch rund<br />

100 Videoprojektoren, 28 Lautsprecher<br />

und 10 Subwoofer auf einer Projektionsfläche<br />

von über 5.600 m 2 zum Leben<br />

erweckt werden und eine einzigartige<br />

surreale Szenerie zaubern.<br />

Die dynamische und farbenvolle Kurzausstellung<br />

„Gaudí: Architektur der Fantasie“<br />

komplimentiert die Bilder von Dalí, der<br />

maßgeblich von dem Architekten Antoni<br />

Gaudí inspiriert wurde. Die immersive<br />

Ausstellung würdigt den Baumeister der<br />

ikonischen Sagrada Família in Barcelona<br />

FOTO: CULTURESPACES_ FALKO WÜBBECKE<br />

anhand seiner modernistischen Gebäude,<br />

die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe<br />

gehören.<br />

Abgerundet wird das neue Programm mit<br />

der sechsminütigen immersiven audiovisuellen<br />

Kurzausstellung „3 Movements“,<br />

geschaffen vom Istanbuler Kunst-,<br />

Design- und Technologiestudio Nohlab.<br />

Drei Tänzer*innen erforschen anhand von<br />

drei Bewegungen, die von verschiedenen<br />

Tanzarten inspiriert wurden, die Beziehung<br />

zwischen menschlichen Körperbewegungen<br />

und Raum und Zeit.<br />

Phoenix des Lumières, Phoenixplatz<br />

4, Dortmund. Öffnungszeiten: Mo–Do<br />

10–17 Uhr; Fr–Sa 10–21 Uhr, So 10–18<br />

Uhr. www.phoenix-lumieres.com/de<br />

DIE SHOW ÜBER DAS LEBEN VON<br />

EINE EXPLOSIVE MISCHUNG AUS REVUE,<br />

POP-KONZERT UND FASHION SHOW<br />

www.jpgfashionfreakshow.com<br />

EINE SHOW<br />

DER ANDEREN ART<br />

TRAUMHAFT, KOMISCH,<br />

BURLESK<br />

DIE VERGNÜGLICHSTE<br />

SHOW DIESER SAISON<br />

17.07. – 21.07.<strong>2024</strong> LANXESS ARENA KÖLN


32 KULTUR<br />

FALLING | IN LOVE<br />

Mit „Falling | In Love“ zeigt der<br />

Berliner Friedrichstadt-Palast eine<br />

Grand Show der Superlative, mit Kostümen<br />

des Designers Jean-Paul Gaultier,<br />

100 Millionen Swarovski Kristallen und<br />

ganz viel „Glanz & Gloria“ – ein Farb- und<br />

Emotionsrausch.<br />

FALLING | IN LOVE ist eine farbenfrohe,<br />

energiegeladene Hommage an die Liebe<br />

in all ihren Facetten. Inspiriert durch das<br />

Gedicht ,The Garden of Love‘ des englischen<br />

Poeten William Blake (1757–1827)<br />

haben Regisseur Oliver Hoppmann,<br />

einer der erfolgreichsten Showmacher<br />

in Europa, und Intendant und Produzent<br />

Dr. Berndt Schmidt eine faszinierende<br />

Geschichte geschaffen, die das Publikum<br />

in die magische Welt von Diamond-City<br />

entführt. Dort trifft ein gehörloser und<br />

weiß gekleideter Poet namens You<br />

(Callum Webdale) auf drei charismatische<br />

Sänger*innen, die jeweils eine Farbe<br />

repräsentieren: Blau (Jara Buczynski), Grün<br />

(Floor Krijnen) und Rot (Marc Chardon). Sie<br />

alle wollen den Poeten für sich gewinnen<br />

und ihm ihre Farbe schenken. Mit der Rolle<br />

der Me (Laura Panzeri) gibt es auch eine<br />

dunkle Gegenspielerin. Me kennt die Liebe<br />

nicht und versucht, den Poeten von den<br />

anderen fernzuhalten. Dass am Ende die<br />

Liebe siegt, versteht sich fast schon von<br />

selbst: Me und You erkennen, dass sie<br />

füreinander bestimmt sind.<br />

Die Show ist ein Feuerwerk aus Musik,<br />

Tanz und spektakulären Effekten, die den<br />

Friedrichstadt-Palast zu einem Erlebnis der<br />

Extraklasse machen. Die Kostüme von Jean<br />

Paul Gaultier sind atemberaubend schön<br />

und unterstreichen die Persönlichkeit<br />

der 100 Darsteller*innen, die bei jeder<br />

Vorstellung mitwirken. Für Gaultier ist<br />

es nach „The One – Grand<br />

Show“ (2016) wie ein<br />

Nachhausekommen, denn er<br />

ist leidenschaftlicher Revue-<br />

Fan. „Ich bin höchsterfreut,<br />

erneut mit dem Palast zu<br />

arbeiten und FALLING I IN<br />

LOVE zu kuratieren. Zusammen<br />

mit dem Palast-Team<br />

kann ich meiner Kreativität<br />

diesmal deutlich mehr Freiraum<br />

geben und mit neuen<br />

Talenten wie Fecal Matter<br />

oder Sasha Frolova arbeiten.“<br />

Noch vor dem Verkaufsstart sorgte FAL-<br />

LING | IN LOVE für einen neuen Weltrekord:<br />

Dank einer Kulturkooperation mit dem<br />

österreichischen Unternehmen Swarovski<br />

bringen sagenhafte 100 Millionen Swarovski<br />

Kristalle die Bühne zum Funkeln. Das<br />

gab’s noch nirgends.<br />

„Die Message der neuen Grand Show<br />

von Menschlichkeit und Liebe scheint in<br />

diesen Zeiten bei vielen Menschen einen<br />

Kostümfigurine gezeichnet<br />

von Jean Paul GAULTIER<br />

Nerv zu treffen“, freut<br />

sich Berndt Schmidt. „Die<br />

Kartenverkäufe brechen alle<br />

Rekorde. Natürlich liegen<br />

Unwägbarkeiten in der Luft,<br />

aber die Grundlagen für neue<br />

Rekorde scheinen gelegt.<br />

Toi toi toi. Da das Wohl und<br />

Wehe des Palastes an seiner<br />

aktuellen Grand Show hängt,<br />

bin ich erleichtert, dass auch<br />

meine bisher achte Produktion<br />

von den Gästen so<br />

enorm angenommen wird.“<br />

Die Show dauert ca. 2,5 Stunden (inkl.<br />

30 Min. Pause). Empfohlen ab 8 Jahren.<br />

Auch für Gäste ohne Deutschkenntnisse<br />

geeignet. Die Laufzeit ist bis Sommer<br />

2025 geplant.<br />

Friedrichstadt-Palast, Friedrichstraße<br />

107, Berlin. Tickets ab 19,80 Euro unter<br />

www.palast.berlin oder der Ticket-<br />

Hotline 030/2326 2326.<br />

FOTOS: NADY EL-TOUNSY


SHOW<br />

Jean Paul Gaultier – Fashion Freak Show<br />

Das einzigartige Musikspektakel<br />

über das faszinierende Leben der<br />

Mode-Ikone Jean Paul Gaultier macht<br />

im Sommer Station in Köln. Vom 17. bis<br />

21. Juli in der Lanxess Arena.<br />

KULTUR 33<br />

Exzentrisch, skandalös, provokant, übermütig<br />

und wie immer mit einer großen Portion<br />

Humor. Jean Paul Gaultiers atemberaubende<br />

„Fashion Freak Show“, die die Quintessenz<br />

aus 50 Jahren Mode, Underground- und<br />

Popkultur durch die Augen des ‚Enfant<br />

terrible der Mode‘ repräsentiert, ist zurück!<br />

Als Autor, Regisseur und Kostümbildner<br />

wirft Jean Paul Gaultier mit der „Fashion<br />

Freak Show“ einen ebenso verblüffenden<br />

wie liebevollen Blick auf unsere Zeit und lädt<br />

uns ein, einen exklusiven Blick hinter die<br />

Kulissen seiner Welt voller Exzess, Poesie<br />

und Magie zu werfen. Die Produktion – eine<br />

explosive wie geniale Mischung aus Revue<br />

und Modenschau – feierte im Jahr 2019<br />

im renommierten Pariser Folies Bergère<br />

Premiere und führt die Zuschauer*innen<br />

durch das unglaublich turbulente, aufsehenerregende<br />

Leben von Jean Paul Gaultier<br />

und streifen dabei die bedeutendsten<br />

politischen wie kulturellen Veränderungen<br />

seiner Generation.<br />

Die Show kommt mit einer wahren<br />

Armada von legendären Hits daher – von<br />

Disco bis Funk, von Pop bis Rock, von New<br />

Wave bis Punk. Der explosive, energiegeladene<br />

Soundtrack repräsentiert den Sound<br />

der Künstler*innen, die den Designer sein<br />

Leben lang inspiriert haben. Jean Paul<br />

Gaultier über die Show: „Ich hoffe, dass<br />

das Publikum die Show genauso genießen<br />

wird, wie ich sie entwickelt habe.“<br />

17.–21.7., Lanxess Arena, Willy-Brandt-<br />

Platz 3, Köln. Tickets auf www.eventim.<br />

de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.<br />

www.jpgfashionfreakshow.com<br />

FOTO: MARK SENIOR<br />

GIUSEPPE VERDI<br />

EIN<br />

MASKEN-<br />

BALL<br />

MUSIKALISCHE LEITUNG: GIULIANO CARELLA<br />

INSZENIERUNG: JAN PHILIPP GLOGER<br />

PREMIERE 14. APR. <strong>2024</strong><br />

CLAUDIO MONTEVERDI<br />

DIE KRÖNUNG<br />

DER POPPEA<br />

MUSIKALISCHE LEITUNG: GEORGE PETROU<br />

INSZENIERUNG: TED HUFFMAN<br />

PREMIERE 05. MAI <strong>2024</strong><br />

WWW.OPER.KOELN


34 KULTUR<br />

DVD<br />

Schwule Filmkunst!<br />

FOTOS: PRO-FUN MEDIA<br />

Nitzan Giladys „In Bed“ und Erblin Nushis „I<br />

Love You More“ sind gleich zwei Filme, die im<br />

Januar auf DVD erschienen sind und zudem von<br />

OUTtv supportet werden. Zwei erotische Dramen,<br />

die bestens unterhalten und dich vor dem Bildschirm<br />

fesseln werden.<br />

Bei „I Love You More“ geht es um Sehnsucht,<br />

Liebe und Druck seitens der Familie. Nach einem<br />

Jahr Online-Kuschelkurs und heißen Telefonaten<br />

ist Ben, ein hübscher, aber schüchterner Teenager<br />

aus Albanien, überglücklich, endlich seine erste<br />

(aber heimliche) Liebe, Leo, zu treffen. Voller<br />

Vorfreude und Leidenschaft schmiedet Ben Pläne<br />

für sein lang ersehntes romantisches Rendezvous<br />

mit Leo, der in nur einem Monat aus Deutschland<br />

anreist. Alles muss perfekt sein. Doch als Bens<br />

Mutter ihn und die Familie mit einer lebensverändernden<br />

Chance überrascht, gerät das kommende<br />

Treffen mit Leo ins Wasser zu fallen. Warum? Die<br />

Familie hat endlich die Chance, ein neues Leben in<br />

den USA zu starten. Sie haben die lang ersehnten<br />

Greencards endlich bekommen und der Umzug<br />

soll schnell in Angriff genommen werden. Auch<br />

Ben träumte schon lange von dieser neuen Chance<br />

auf ein besseres Leben in den USA, doch muss der<br />

Umzug wirklich vor Leos Besuch stattfinden?<br />

Ganz anders sind die Themen bei dem Thriller aus<br />

Israel: „In Bed“: Die Sonne scheint, die Musik ist<br />

mitreißend und die Stimmung ist bombastisch.<br />

Der heiße Guy und seine beste Freundin Joy<br />

genießen die Pride Parade in vollen Zügen, mit<br />

guter Laune, Alkohol und sexy Outfits. Doch<br />

plötzlich sind Schüsse zu hören. Eine tödliche<br />

Schießerei setzt dem Glück der Freunde und aller<br />

Teilnehmer der Parade ein jähes Ende. Guy und<br />

Joy suchen Schutz in Guys Wohnung und nehmen<br />

auch einen anderen Teilnehmer der Parade, Dan,<br />

auf, der unter Schock zu stehen scheint. Guy ist<br />

zwar geschockt von den Ereignissen des Tages,<br />

aber gestärkt durch einen Vorrat an Freizeitdrogen<br />

ist er fest entschlossen, weiterzufeiern und<br />

dem mysteriösen und gutaussehenden Dan<br />

näherzukommen. Was folgt, sind halluzinatorische<br />

24 Stunden voller Sex und Paranoia, in denen<br />

die Grenzen zwischen Intimität und Gewalt<br />

erschreckend verschwimmen. Denn die Nacht des<br />

Exzesses und des Rauschs offenbart nicht nur<br />

die Monster in Guys Kopf, sondern auch jene in<br />

seinem Bett ... *rä / pm<br />

www.pro-fun.de, www.out.tv<br />

COMIC<br />

Queeres Leben ab 1950<br />

„United Queerdom“ erzählt die Geschichte<br />

eines bewegten lesbischen Lebens. Und<br />

die Geschichte der queeren Community<br />

ab Mitte des 20. Jahrhunderts.<br />

Jugend und Coming-out, Selbstfindung<br />

in der Kunst und als queere Aktivistin.<br />

„Mit facettenreichen Zeichnungen<br />

voller Referenzen und viel Humor macht<br />

Charlesworth nicht nur ihre eigene<br />

Geschichte, sondern auch die Herausforderungen<br />

und Durchbrüche der queeren<br />

Szene und ihrer Persönlichkeiten sichtbar:<br />

Dusty Springfield, David Bowie und Billie<br />

Jean King sind nur einige der schillernden<br />

Figuren, die Charlesworth‘ Leben und ihre<br />

Graphic Novel prägen“, so der herausgebende<br />

Carlsen Verlag.<br />

Die britische Illustratorin und Cartoonistin<br />

Kate Charlesworth verknüpft in „United<br />

Queerdom“ persönliche Geschichte mit<br />

politischem Weltgeschehen und hat damit<br />

einen Meilenstein der LGBTIQ*-Comicgeschichte<br />

geschaffen. Die Graphic Memoir<br />

ist im September 2023 im Carlsen Verlag<br />

erschienen, 320 Seiten kosten 32 Euro.<br />

www.carlsen.de


Du bist einmalig und verdienst<br />

eine individuelle HIV-Therapie.<br />

PILLe?<br />

spritze?<br />

NP-DE-HVU-JRNA-230002<br />

Was passt<br />

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MUSIK<br />

SOUL / FUNK<br />

Herzbeben<br />

auf dem Dancefloor<br />

Funkiger Soul mit einem Schuss<br />

Disco: Musik, die zwar nicht<br />

die aktuellen Charts dominiert,<br />

aber international für gute<br />

Emotionen sorgt. Wir haben hier zwei<br />

Tipps für dich!<br />

Rachel Yarabou, die Frontfrau DER<br />

Soul-Band aus Europa, Principles of Joy,<br />

berührt mit ihrer warmen Stimme und all<br />

den Gefühlen, die sie transportiert. Gerade<br />

erschien ein neues Album dieser Pariser<br />

Band: „It’s Soul That Counts“. Texte, die<br />

sich lohnen, angehört zu werden, und<br />

Musik mit quirligen Retro-Einflüssen, etwa<br />

Soul der 1960er oder Sister Sledge.<br />

Und auch von Paradise Phantoms aus<br />

Madrid gibt es neue Musik. Diese Band<br />

erinnert aber weniger an Jocelyn Brown<br />

oder Aretha Franklin (wie die zuerst gepriesenen<br />

Principles of Joy), sondern sind stilistisch<br />

in der Disco-Funk-Ecke zu finden.<br />

Ecke? Auf dem Dancefloor! Und da locken<br />

dich auch die Stücke des neuen Albums<br />

„TEN“ hin. Wer Bands wie Chic oder auch<br />

Daft Punk und den legendären Prince mag,<br />

der wird dieses Album lieben. *rä<br />

TIPP<br />

Boris Blank: „Resonance“<br />

Boris Blank, eines der zwei Mitglieder<br />

der Schweizer Kultformation<br />

Yello. Ein Musiker, der die Entwicklung der<br />

elektronischen Musik mitprägte.<br />

Und auch als Solokünstler hat der<br />

Klangvisionär seine DNA in der globalen<br />

Popkultur verankert. Mit „Resonance“<br />

veröffentlichte Boris Blank gerade sein<br />

drittes Studioalbum, auf dem er mit einer<br />

schwerelosen Sound-Fusion die Gesetze<br />

von Raum und Zeit außer Kraft setzt.<br />

Hervorgegangen sind die insgesamt zwölf<br />

Lieder des Albums aus einer Auftragsarbeit<br />

für das vom Schweizer Star-Architekten<br />

Mario Botta entworfene Thermalbad<br />

FORTYSEVEN bei Zürich. Stefan Bock und<br />

Stefan Zaradic von IAN Records haben<br />

hieraus mithilfe des vom Fraunhofer-<br />

Institut entwickelten „SpatialSound<br />

Wave“- Systems eine aufwändig inszenierte<br />

3-D-Soundlandschaft erschaffen.<br />

Eine völlig neue Herausforderung für den<br />

notorischen Geräuscheforscher, der auf<br />

Resonance bisher unentdeckte Ambient-<br />

Welten betritt. Es sei diese „Affinität<br />

zu weiten Räumen wie Fab<strong>rik</strong>hallen,<br />

Tiefgaragen oder auch den Bergen. Und<br />

zur akustischen Resonanz, die diese<br />

Räume erzeugen“, so Boris Blank über die<br />

Inspiration zu seinem neuen Album, das<br />

auch auf Vinyl erscheinen wird.<br />

FOTO: M. WANNER


MUSIK<br />

COMEBACK<br />

Justin Timberlake:<br />

„ Everything I Thought It Was“<br />

Es gab zwar einige Singles und einen<br />

Soundtrack, doch Justin Timberlakes<br />

letztes Album („Man of the Woods“, wir<br />

berichteten) erschien vor etwa sechs<br />

Jahren. Jetzt meldet sich der US-Sänger<br />

mit einem neuen Album zurück.<br />

Die erste Single war der Hit „Selfish“: Eine<br />

smoothe R‘n‘B-Nummer, die dermaßen<br />

aus der Zeit gefallen scheint, dass darin<br />

auch die größten Erfolgschancen liegen. In<br />

einer Zeit, in der sämtliche 1990er-Hits mit<br />

Vocoder-Gesängen gecovert werden, tut<br />

es doch mal wieder gut, eine reale Stimme<br />

zu entspannten Grooves zu hören. Ein<br />

toller Vorbote für ein tolles und musikalisch<br />

entspanntes Album!<br />

Ein Blick zurück: Timberlakes TV-Karriere<br />

begann vor über dreißig Jahren an der Seite<br />

seiner späteren Partnerin Britney Spears.<br />

Zusammen mit Christina Aguilera war Justin<br />

eines der Gesichter des „Mickey Mouse<br />

Club“, einer populären TV-Show in den USA.<br />

Mitte der 1990er ging es dann in Sachen<br />

Musik los: Die Casting-Boyband *NSYNC<br />

wurde zwar zuerst als eine der weniger<br />

erfolgreichen Backstreet-Boys-Nachahmer<br />

belächelt, doch zumindest in den USA<br />

zogen sie schnell dank Hits wie „Tearin’ Up<br />

My Heart“, „Girlfriend“ und „Bye Bye By“<br />

schon bald mit ihren BSB-Kollegen mit.<br />

2002 später ging Justin dann auf Solopfade<br />

und räumte seitdem mit einem Hit („Cry<br />

Me a River“, „SexyBack“, „Can‘t Stop the<br />

Feeling!“, „Mirrors“, „Say Something“ oder<br />

auch „4 Minutes“ mit Madonna ...) nach<br />

dem anderen ab. Und auch als Schauspieler<br />

(etwa bei „The Social Network“) und Moderator<br />

feiert er Erfolge. <strong>2024</strong> gibt es endlich<br />

wieder Musik, das neue Album „Everything<br />

I Thought It Was“ steht in den Startlöchern<br />

und soll im <strong>März</strong> erscheinen. *rä<br />

www.justintimberlake.com<br />

FOTO: C. RUTHERFORD<br />

KLASSIK<br />

HAUSER veröffentlicht „CLASSIC II“<br />

FOTO: NORBERT BAKSA<br />

Der Star-Cellist HAUSER, Gründungsmitglied<br />

von 2CELLOS und Social<br />

Media Phänomen mit 13 Mio. Followern,<br />

veröffentlicht am 19. <strong>April</strong> sein neues<br />

Album „Classic II“.<br />

Wie schon bei seinem Erfolgsalbum<br />

„Classic“ ist der Cellist und talentierte<br />

Arrangeur aus Kroatien wieder mit dem<br />

London Symphony Orchestra und Dirigent<br />

Robert Ziegler ins Studio gegangen,<br />

um einige der größten Klassik-Melodien<br />

aller Zeiten völlig neu erklingen zu<br />

lassen. Die 18 Melodien, die HAUSER für<br />

„Classic II“ ausgewählt hat, stammen<br />

aus den verschiedensten Epochen vom<br />

Barock bis zur Gegenwart und wurden<br />

ursprünglich für die unterschiedlichsten<br />

Instrumente und Besetzungen geschrieben<br />

- für Gesang, Klavier oder die Oboe.<br />

Darunter finden sich Bachs berühmtes<br />

Arioso, Mozarts Klavierkonzert Nr. 23<br />

oder Rachmaninoffs Paganini Variation<br />

Op. 43. Erklärtes Ziel war es, diese<br />

Melodien auf das für HAUSER „gesanglichste“<br />

aller Orchesterinstrumente – das<br />

Cello – zu übertragen und zum „Singen“<br />

zu bringen. Die erste Single war eine<br />

Bearbeitung des Klavierstückes „Kiss the<br />

Rain“ von dem international gefeierten<br />

koreanischen Komponisten und Pianisten<br />

Yiruma.


MUSIK<br />

JUDAS PRIEST:<br />

„INVINCIBLE SHIELD“<br />

METAL<br />

FOTO: JAMES HODGES PHOTOGRAPH<br />

Rob Halford, der Judas-<br />

Priest-Frontmann hatte sein<br />

Coming-out als schwul in den<br />

1990ern. So, jetzt können<br />

sich wieder einige aufregen, dass wir<br />

das erwähnen. Es ist aber in der Rock-<br />

Heavy-Metal-Welt etwas Besonderes.<br />

Und. nun kommen wir zur Musik.<br />

Nur sehr wenige Heavy-Metal-Bands<br />

haben es geschafft in vergleichbare<br />

Höhen vorzudringen, wie Judas Priest<br />

während ihrer mittlerweile über<br />

fünfzig Jahre andauernden Karriere. Ihre<br />

Präsenz und ihr enormer Einfluss sind<br />

nach wie vor auf einem ungebrochenen<br />

Allzeithoch – wie die Formation zuletzt<br />

mit ihrem 2018 veröffentlichten Album<br />

„Firepower“ bewiesen hat, mit dem<br />

Judas Priest der höchste Chart-Entry<br />

ihrer Geschichte gelang und mit dem die<br />

Briten außerdem auf einem phantastischen<br />

2. Platz in die deutsche Longplay-<br />

Hitliste einstiegen. 2023 konzentrierte<br />

sich die Band auf die Arbeiten zu ihrem<br />

kommenden Album. Obwohl man<br />

ursprünglich keine Konzerte geplant<br />

hatte, sagten Priest einen Auftritt auf<br />

dem riesigen Powertrip Music Festival<br />

im Empire Polo Club im kalifornischen<br />

India zu, auf dem Judas Priest am<br />

7. Oktober 2023 neben AC/DC als<br />

Co-Headliner zu sehen war. Für Priest<br />

der perfekte Rahmen, ihr insgesamt 19.<br />

Studioalbum „Invincible Shield“ für <strong>März</strong><br />

anzukündigen.<br />

POP<br />

NEU auf Vinyl: „Fantastic“ und „Make It Big“<br />

George Michael und Andrew Ridgeley waren WHAM!<br />

Ein Pop-Duo, das dank Hits wie „Wake Me Up Before<br />

You Go-Go“, „Young Guns (Go for It!)“, „Last Christmas“ und<br />

„The Edge of Heaven“ bis heute zur kollektiven Erinnerung<br />

der 1980er gehört.<br />

Und anders als bei dem anderen 1980er-Duo, Modern<br />

Talking, gab es weder einen medialen Zickenkrieg noch<br />

erfolgreiche Comebacks. Es gab einfach kein Comeback.<br />

Dafür aber eine Solokarriere von George Michael, die schon<br />

zu WHAM!-Zeiten mit „Careless Whisper“ startete und mit<br />

Erfolgen wie „Faith“, „Jesus to a Child“, „I Want Your Sex“<br />

und „Freedom! ‚90“ erneut Popgeschichte schrieb. Aber<br />

dieser Tage kommen alle WHAM!-Fans wieder auf ihre<br />

Kosten, denn die Alben „Fantastic“ (1983) und „Make It Big“<br />

(1984) gibt es nun erneut auf Vinyl. Für Freund*innen bester<br />

Popmusik ein Muss! *rä


MUSIK<br />

DANCEFLOOR<br />

„Another Friday Night“ – Joel Corrys Debütalbum<br />

„Alles, wovon ich geträumt und wofür ich<br />

so hart gearbeitet habe, kommt in der<br />

Veröffentlichung dieses Albums zusammen.<br />

Es war eine unglaubliche Reise und<br />

ich bin so stolz, diesen Moment in meiner<br />

Karriere erreicht zu haben“, so der Künstler<br />

schriftlich über sein Debütalbum.<br />

Vor wenigen Wochen ist es endlich<br />

erschienen, sein erstes Album! Und<br />

das strotzt nur so vor Charthits. Zum<br />

Beispiel der Nummer-1-Hit mit MNEK<br />

„Head &amp; Heart“ wird drauf zu finden<br />

sein und Kompositionen zusammen<br />

mit Künstler*innen wie Jax Jones, Charli<br />

XCX, David Guetta, Ella Henderson und<br />

Saweetie.<br />

„Ich will, dass die Songs den Leuten ein<br />

gutes Gefühl vermitteln und ihre Tage ein<br />

wenig unbeschwerter machen. Das Album<br />

enthält meine beliebtesten Banger aus<br />

den letzten Jahren und einiges an wirklich<br />

aufregendem neuem Material. Es ist die<br />

ultimative Joel-Corry-Playlist, perfekt für<br />

‚Another Friday Night‘“.<br />

Seine populärsten Produktionen der<br />

letzten fünf Jahre sind mit drauf, aber<br />

natürlich auch brandneue Musik. Ein<br />

wahrlich gelungenes Debüt des mehrfach<br />

BRIT-nominierten DJs und Hit-Producers<br />

Joel Corry. Seine Mischung aus House,<br />

Pop und klassischem Eurodance macht<br />

einfach Spaß und lockt schnell auf die<br />

Dancefloors. Vor allem in der queeren<br />

Klub-Community ist Joel Corry bei DJs und<br />

Veranstalter*innen sehr beliebt. Unsere<br />

Anspieltipps sind „Drinkin‘“ (Joel Corry x<br />

MK x Rita Ora), „Lionheart (Fearless)“ (Joel<br />

Corry x Tom Grennan) und „Bed“. *rä<br />

FOTO: LEWIS VORN<br />

www.abbamania-the-show.de<br />

11.04.<strong>2024</strong> Wien<br />

13.04.<strong>2024</strong> Frankfurt/M<br />

16.04.<strong>2024</strong> Mannheim<br />

17.04.<strong>2024</strong> München<br />

18.04.<strong>2024</strong> Regensburg<br />

19.04.<strong>2024</strong> Trier<br />

20.04.<strong>2024</strong> Oberhausen<br />

21.04.<strong>2024</strong> Köln<br />

23.04.<strong>2024</strong> Wetzlar<br />

24.04.<strong>2024</strong> Hannover<br />

25.04.<strong>2024</strong> Hamburg<br />

26.04.<strong>2024</strong> Berlin<br />

27.04.<strong>2024</strong> Stuttgart


MUSIK<br />

SOUL<br />

LIZZ WRIGHT:<br />

„Shadow“<br />

PSYCHE<br />

Im Schatten<br />

der Bäume<br />

verweilend<br />

Ostern, die ersten Sonnentage, der<br />

1. Mai, der erste Stress nach dem<br />

Urlaub oder auch der letzte Trubel<br />

vor der Reise: Alles auf einmal<br />

erledigen zu wollen, ist keine gute<br />

Idee, denn Stress ist kein guter<br />

Mitarbeiter und kein guter Ratgeber.<br />

Wichtig ist es, in sich reinzuhören,<br />

zu merken, wann eine Pause<br />

notwendig ist, oder zu sehen, was<br />

erst gar nicht auf der To-do-Liste<br />

landen sollte. Mitunter hilft schon<br />

ein kurzer Plausch mit einer Kollegin,<br />

damit der Stress nachlässt, ein<br />

Kaffee im Innenhof oder ein kurzer<br />

Gang dorthin, wo es grün(er) ist.<br />

Wo Bäume Sauerstoff produzieren,<br />

Vögel zwitschern und ein leichter<br />

(von den Bäumen mit erzeugter)<br />

Wind weht, da kommt #mensch zur<br />

Ruhe. Und hat dann wieder den Kopf<br />

frei für neue Projekte oder auch nur<br />

den fordernden Alltag.<br />

Eine ganz wunderbare Kombination,<br />

etwa in der lauten Stadt, kann auch<br />

sein: chillige Musik und der Blick aufs<br />

Grüne.<br />

„Laidback“ von dem Münchner<br />

Musiker Toteles ist solche Musik.<br />

Chill-out mit „Piano, Streichern,<br />

Trompeten, Synthesizern, warmen<br />

analogen Bässen und dezenten<br />

Vocals“, so das veröffentlichende<br />

Musiklabel SINE dazu via E-Mail an<br />

uns. „Die verschiedenen Instrumente<br />

verschmelzen harmonisch miteinander<br />

und schaffen eine traumhafte<br />

Klanglandschaft. Der Track nimmt<br />

dich mit auf eine gedankliche Reise,<br />

den Blick auf einen See gerichtet,<br />

im Schatten der Bäume verweilend.“<br />

Musik, wie geschaffen (aber<br />

nicht nur) für einen entspannten<br />

Herbst. *rä<br />

FUNK/SOUL<br />

FOTO: T. SMITH<br />

Chaka Khan, The Isley Brothers<br />

oder auch Patti LaBelle und Brenda<br />

Russell: Dieses Album – auf CD, Vinyl und<br />

digital erhältlich – versammelt sie mit<br />

ihren weniger bekannten Liedern, Albumstücken,<br />

ihren Raritäten. Es ist ein Fest für<br />

alle Freund*innen alter und ungewöhnlicher<br />

Musik.<br />

Alle Lieder sind Cover, das heißt, sie<br />

wurden von anderen geschrieben oder<br />

erstmals interpretiert, aber bekamen<br />

in dieser Bearbeitung ein völlig neues<br />

Leben. Cover haben für Künstler*innen<br />

oft gleich zwei Vorteile: Zum einen<br />

werden Hörende erreicht, die wohl das<br />

Lied mögen, aber den/die Interpret*in<br />

noch nicht auf den Schirm hatten, zum<br />

anderen kann #mensch sich so mit<br />

Liedern auseinandersetzen, die womöglich<br />

einen starken Einfluss auf die ausgeübte<br />

Kunst hatten. Unsere Anspieltipps sind „I<br />

Hope You‘ll Be Very Unhappy Without Me“<br />

von Esther Phillips, Roy Ayers mit „What<br />

You Won‘t Do For Love“, Chaka Khans<br />

1981er-Klubhit „Fate“ (aus dem Stardust<br />

Eine wunderbare, sanfte und<br />

kraftvolle Stimme, die Hörende<br />

sofort mitnimmt auf eine<br />

Reise, weit, weit weg vom Alltag.<br />

Obwohl die Lieder ganz nah am Leben sind,<br />

klingen sie doch nach der „guten alten<br />

Zeit“.<br />

Vintage-Retro-Soul? Womöglich. Aber<br />

auch Musik aus dem Hier und Jetzt. Unsere<br />

Anspieltipps sind ihre Eigenkompositionen<br />

„Circling“, „Your Love“, „This Way“, „Root of<br />

Mercy“ und „Sparrow“.<br />

Auch mehr als hörenswert sind Lizz<br />

Wrights Cover von Klassikern, etwa von dem<br />

schwulen Musiker Cole Porter (1891 – 1964,<br />

bekannt für u. a. „Love for Sale“, „What Is<br />

This Thing Called Love?“ und „I’ve Got You<br />

Under My Skin“) sowie von Studio-54-Ikone<br />

Candi Station (wird geliebt für Klubhits wie<br />

„You Got the Love“, „Hallelujah Anyway“ und<br />

„Young Hearts Run Free“). „Shadow“ ist ein<br />

großartiges Album, das sofort entspannt<br />

und gute Energien gibt. *rä<br />

www.lizzwright.net<br />

„Yacht Soul 2 – The Cover Versions“<br />

1998 dann „Music Sounds Better with<br />

You“ machten) und „Monkey See Monkey<br />

Do“ von Patti LaBelle („Lady Marmalade“,<br />

ihr Klassiker von 1974, gilt als eines der<br />

ersten Disco-Lieder überhaupt). Eine<br />

sehr schöne, smooth anzuhörende und<br />

abwechslungsreiche Werksammlung<br />

großartiger Künstler*innen. Der Sound ist<br />

extrem frisch und passt auch hervorragend<br />

ins Hier und Jetzt! *rä<br />

tooslowtodisco.com


FÜR QUEERE<br />

PERSPEKTIVEN<br />

Gesellschaft, Kultur, Reise & Gesundheit<br />

News für Dich<br />

www.männer.media


KUNST<br />

INTERVIEW<br />

ILLUSTRATIONEN: STEFAN ZÉPHYR TESKE<br />

Stefan Zéphyr Teske:<br />

„Fellini, Almodóvar, Waters oder Warhol“<br />

Diesen Künstler, Dozenten<br />

und Designer entdeckten wir<br />

auf Instagram. Seine Kunst<br />

besticht aber auch im realen<br />

Leben. Ganz real war auch unser Chat mit<br />

dem Berliner.<br />

Worauf legst du bei einem Bild<br />

wert?<br />

Bisher habe ich immer ausschließlich<br />

schwarz-weiß mit verschiedenen<br />

künstlerischen Medien gezeichnet. Erst<br />

in den Corona-Lockdowns habe ich<br />

begonnen, mich zum ersten Mal mit Farbe<br />

im Allgemeinen und Aquarell im Speziellen<br />

auseinanderzusetzen. Bei einem Bild lege<br />

ich besonders darauf Wert, den Ausdruck<br />

einzufangen und wiederzugeben. Dieser<br />

Ausdruck kann sowohl der des Modells<br />

sein, bezieht mich als Künstler aber auch<br />

mit ein. Das bedeutet, es fließt natürlich<br />

auch viel von mir und der Situation mit<br />

hinein. Ein Bild von mir ist also mehr als<br />

die bloße Wiedergabe eines Motivs. Es ist<br />

eher eine sehr persönliche Begegnung und<br />

ein intimer Moment mit einem Menschen.<br />

Eine Skizze in Schwarz-Weiß ist technisch<br />

toll und kann die Modellierung von Licht<br />

und Schatten sehr gut wiedergeben. Die<br />

Farbe hilft mir dabei, Emotionen stärker<br />

einzufangen. Im Gegensatz zu meinen<br />

früheren Skizzen versuche ich, meine<br />

Motive mittlerweile sehr viel schneller<br />

anzufertigen. Dabei muss ich auch entscheiden,<br />

was für mich wichtig ist und was<br />

ausreicht, nur angedeutet zu werden.<br />

Männerporträts haben es dir besonders<br />

angetan, oder?<br />

Nun, ein Gesicht vereint auf kleiner Fläche<br />

sehr viel Emotionalität. Es ist interessant,<br />

wie man einen Menschen im Gesicht


förmlich wie in einem Buch lesen kann.<br />

Selbst wenn ich innerhalb einer Zeichensession<br />

einen Menschen ohne Gespräch<br />

länger beobachte, bemerkt man kleinste<br />

Veränderungen, die sich fließend von<br />

einem zum anderen verändern können.<br />

Weil der Moment einer Skizze viel länger<br />

dauert als der kurze Augenblick eines<br />

Fotos, sind der Prozess der Entstehung<br />

und die Begegnung viel intimer. Es entstehen<br />

oft interessante Situationen, in denen<br />

durchaus auch mal eine gewisse erotische<br />

Spannung in der Luft liegen kann.<br />

Dass ich momentan Männerporträts<br />

anfertige, hat sich auch eher durch eine<br />

coronabedingte Notwendigkeit ergeben.<br />

Ich wollte unbedingt Menschen zeichnen,<br />

aber es gab keine Möglichkeit dazu, alles<br />

war geschlossen. Es gab keine Aktkurse,<br />

keine Begegnungen, nicht mal in einem<br />

Café konnte ich Menschen skizzieren. Erst<br />

habe ich Freunde und Familie gezeichnet,<br />

aber ich wollte mehr Vielfältigkeit und<br />

ganz verschiedene Typen einfangen.<br />

Also habe ich mit einer Art Projekt<br />

gestartet, daraus ist im Laufe der Zeit eine<br />

umfangreiche Serie aus Männerporträts<br />

entstanden. Ich habe einige der Skizzen in<br />

meinen Profilen veröffentlicht und einen<br />

passenden Profiltext verfasst. Ich wollte<br />

die Plattformen nutzen, um ganz unterschiedliche<br />

diverse Modelle zu zeichnen<br />

und meine Arbeiten einer interessierten<br />

Zielgruppe zu präsentieren.<br />

Ich wurde sehr oft wegen meiner Skizzen<br />

angeschrieben und auch häufig gefragt,<br />

ob ich den Absender auch zeichnen würde<br />

oder ob man diese kaufen kann. Dadurch<br />

haben sich dann während der Lockdowns<br />

private Zeichen-Sessions ergeben. Ich<br />

habe keine Vorgaben gemacht, jedes<br />

Modell sollte völlig freiwillig selbst<br />

entscheiden, wie weit die Komfortzone<br />

reicht. Es lag oft eine ganz tolle Spannung<br />

in der Luft. Für den einen war es eine<br />

Herausforderung, Modell zu sein, für den<br />

anderen war es reiner Spaß, und dann gab<br />

es welche, die auch von sich aus angeboten<br />

haben, komplett Akt zu machen.<br />

Später habe ich mich dann auf die<br />

Männerporträts festgelegt, weil ich dies<br />

als Serie spannend fand und weil ich mit<br />

dem Gedanken spielte, die Illustrationen<br />

in einer Galerie oder einem Magazin zu<br />

veröffentlichen.<br />

Wie hilfreich sind Social Media in<br />

deinem Beruf?<br />

Auf der einen Seite sind sie natürlich ein<br />

nützliches Werkzeug, um seine Arbeiten<br />

einem möglichen Publikum präsentieren<br />

zu können. Auf der anderen Seite sehe<br />

ich die automatischen Algorithmen<br />

und die Vorgaben von Social Media<br />

nach bestimmten länderspezifischen<br />

Moralvorstellungen auch als eine Art<br />

Zensur und Ausgrenzung für bestimmte<br />

Arten von Kunst. Ich verlasse mich<br />

ungern vollständig auf die Social-Media-<br />

Plattformen, einfach weil ich diesen nicht<br />

völlig vertraue. Plötzlich ändern sich über<br />

Nacht irgendwelche Bestimmungen<br />

und dein Post wurde gelöscht, verwarnt<br />

oder im schlimmsten Fall gehackt. Dann<br />

ist die ganze Arbeit dahin. Auch das<br />

Verbot von weiblichen Nippeln oder<br />

Ähnliches finde ich doppelmoralisch.<br />

Die großen Social-Media-Konzerne<br />

haben mittlerweile eine enorme Macht<br />

erreicht, das ist echt Wahnsinn. Ich habe<br />

oft das Gefühl der Fremdbestimmtheit.<br />

Meine Beobachtungen zeigen mir auch,<br />

dass die Übermacht von bestimmten<br />

Social-Media-Plattformen oft eher<br />

für eine langweilige Template-artige<br />

Gleichförmigkeit sorgen. Da ich mich nicht<br />

ganz auf Social Media verlasse, habe ich<br />

mir meine eigene Webseite aufgebaut,<br />

um meine Arbeiten und Inhalte meinem<br />

Publikum frei zugänglich zu machen und<br />

weniger fremdbestimmt zu werden. Und<br />

selbst da muss man immer verstehen<br />

und funktionieren, wie Google und Co es<br />

gerne möchten. Generell finde ich Social<br />

Media eher als ein praktisches Werkzeug<br />

ergänzend zu anderen Möglichkeiten.<br />

Aus diesem Grund freue ich mich umso<br />

FOTO: STEFAN ZÉPHYR TESKE PRIVAT<br />

KUNST<br />

mehr, einen kleinen Ausschnitt meiner<br />

Illustrationen bei euch zeigen zu dürfen.<br />

Und der Standort Berlin?<br />

Ich arbeite in Berlin als Designer mit meinem<br />

Designstudio, wo ich Jacken, Mäntel<br />

und Accessoires aus original schottischem<br />

Harris Tweed, bayerischen Loden oder<br />

französischem Moiré anbiete. Als freier<br />

Künstler setze ich mich experimentell<br />

mit textilen Strukturen und Oberflächen<br />

auseinander. Im visuellen Bereich sind<br />

meine Arbeiten unter anderem die<br />

hier gezeigten Illustrationen. An der<br />

Hochschule für Gestaltung in Offenbach<br />

bin ich als Dozent beschäftigt. Der<br />

Standort Berlin ist sicherlich ein Vorteil.<br />

Hier finden viele nationale und internationale<br />

Veranstaltungen statt, es gibt ein<br />

großes Publikum. Ich habe das Gefühl,<br />

in Berlin sind die Menschen offener für<br />

alle möglichen Lebensentwürfe, Kunstrichtungen<br />

– und experimentierfreudiger.<br />

Auch die Klublandschaft mit den diversen<br />

Veranstaltungen und Partys ist sehr<br />

vielfältig, da lasse ich mich gerne mal<br />

durch die Nacht schweifen. Leider ist<br />

die Pandemie auch in Berlin nicht ganz<br />

spurlos vorbeigegangen und hat einige<br />

Orte und Räume verschwinden lassen.<br />

Gleichzeitig bietet dies auch die Chance<br />

für ganz neue zeitgemäße Konzepte.<br />

Berlin bleibt also in gewissem Maße<br />

weiterhin spannend. Vielleicht führen<br />

die Publikation und das Interview bei<br />

euch über mich und meine Illustrationen<br />

auch zu weiteren Interessenten oder<br />

Publikationen. Das wäre doch gleich eine<br />

klare Verbindung aus Standortvorteil Berlin<br />

und Veröffentlichung durch euch.<br />

Was inspiriert dich?<br />

Mich inspirieren Charaktere. Reine<br />

Beautys sind zwar nice, aber für meinen<br />

Geschmack oft etwas zu glatt oder<br />

gleichförmig. Mich reizt eine gewisse<br />

„Textur“, die es spannend macht,<br />

berührt zu werden. Ich beobachte gerne<br />

Menschen in diversen Situationen oder an<br />

ungewöhnlichen Orten.<br />

Filme sind sehr inspirierend für mich –<br />

ganz besonders Fellini, Almodóvar, Waters<br />

oder Warhol schaue ich mir immer gerne<br />

an. Diese Regisseure schaffen visuelle<br />

Feuerwerke, die mich fesseln, und kreieren<br />

Charaktere fernab vom Mainstream. Ich<br />

denke, ich bin auch von der analogen<br />

Machart der Filme fasziniert, die alles<br />

andere als glatt und gleichförmig sind und<br />

vielfältige „Texturen“ aufweisen.<br />

*Interview: Michael Rädel<br />

www.batardeste.com,<br />

www.instagram.com/batardeste,<br />

www.stefanteske.jimdo.com,<br />

www.instagram.com/st.teske


BUCH<br />

NACHGEFRAGT<br />

FOTO: MG<br />

Markus Gasser:<br />

„Abgeschiedenheit mit meinem<br />

Lebenspartner und unserem Hund“<br />

Der schwule Autor veröffentlichte<br />

unlängst ein neues Buch.<br />

Für uns hatte der Schweizer<br />

noch Zeit für einen Chat.<br />

Deine Bücher haben meist eine ernste<br />

Thematik, etwa Aids. Bist du eher ein<br />

ernster Mensch?<br />

Ich genieße das Leben sehr und liebe meine<br />

Freunde, die Natur, meinen Beruf, Musik,<br />

Sport, Farben ... Ich bin sehr dankbar dafür,<br />

was ich habe und wer ich bin. Daher frage<br />

ich mich auch, wie ich, wie wir und unsere<br />

Gesellschaft dahin gekommen sind, wo wir<br />

heute stehen. Wäre ich nur zehn Jahre früher<br />

geboren, wäre mein Leben ein anderes. Mit<br />

großer Wahrscheinlichkeit hätte ich mich<br />

mit HIV infiziert und wäre vermutlich an Aids<br />

gestorben. Mit 15 wurde uns eingetrichtert:<br />

Entweder schützt du dich beim Sex oder du<br />

stirbst an einer hässlichen Krankheit.<br />

Gibt es Erfahrungen in deinem<br />

Leben, die dich mehr als andere<br />

geprägt haben?<br />

Das klingt vielleicht klischeehaft, aber<br />

der relativ junge Tod meiner Mutter hat<br />

mich tatsächlich nachhaltig verändert.<br />

Der damals für mich wichtigste Mensch<br />

musste sich innerhalb weniger Monate<br />

aus dieser Welt verabschieden. Vor allem<br />

musste ich akzeptieren, dass sich die Welt<br />

weiterdreht. Wir haben nur ein Leben –<br />

heute nur einen Tag. In meinem Buch geht<br />

es sehr stark darum, dass Tausende junger<br />

Männer aus dem Leben gerissen werden,<br />

ohne dass die Gesellschaft außerhalb der<br />

Community innehält und ihnen beisteht.<br />

Wie wichtig ist es dir, schwule,<br />

queere Geschichten in deine<br />

Romane einzuarbeiten?<br />

Beim ersten Buch war es mir eigentlich<br />

nicht wichtig, und doch ist dann der<br />

queere Aspekt reingerutscht – vermutlich<br />

weil es einfach zu meinem Leben gehört.<br />

Für „Wir waren nicht allein“ war mir das<br />

schwule Leben der späten 1970er-Jahre<br />

und der queere Kampf für Rechte sehr<br />

wichtig. Ich bin sehr zufrieden, dass ich<br />

diese Geschichte zu unserer Community<br />

so schreiben konnte.<br />

Worauf freust du dich gerade?<br />

Zuerst auf ein paar Tage Abgeschiedenheit<br />

mit meinem Lebenspartner und unserem<br />

Hund Bobby in den Alpen. Natürlich freue<br />

ich mich dann auch auf das Schreiben des<br />

nächsten Buches über die Esote<strong>rik</strong>bewegung<br />

der späten 1980er-Jahre und die<br />

Frage, wieso Menschen Antworten folgen,<br />

wo es keine Antworten gibt.<br />

*Interview: Michael Rädel<br />

ROMAN<br />

Markus Gasser: „Wir waren nicht allein“<br />

Ist ein Buch, das sich in Sachen HIV<br />

und Aids mit den düsteren 1980ern<br />

beschäftigt, ein Freizeitspaß?<br />

Wir denken Ja, denn Markus Gasser erzählt<br />

in seinem Roman „Wir waren nicht allein“, der<br />

Fortsetzung des Erfolgs „Auf meinem Weg zu<br />

dir“, äußerst fesselnd von dem Unglück, das<br />

Anfang der 1980er über die LGBTIQ*-Community<br />

kam. Und von einer Liebe unter Männern<br />

in diesen schweren Zeiten. Und von der<br />

Liebe, die nicht immer an die Moral anderer<br />

anknüpft. Waren „die Schwulen“ denn selbst<br />

für diese sexuell übertragbare Krankheit<br />

verantwortlich? Heute wissen wir: Nein. Doch<br />

damals zerbrachen an dieser Frage Freundschaften,<br />

eigentlich homophile Stars sagten<br />

aus Unwissenheit und Angst diskriminierende<br />

Sachen, Sex wurde verteufelt. Das kann<br />

#mensch sich heute gar nicht mehr richtig<br />

vorstellen. Und deswegen ist dieses Buch<br />

nicht nur gut, sondern auch wichtig. *rä<br />

www.wirwarennichtallein.com<br />

FOTO: MG


BUCH<br />

FOTOS: ANDREAS PAULSSON<br />

BILDBAND<br />

„Alla är vi nakna“ – nackte Skandinavier*innen<br />

Das Buch ist da!<br />

Vor über einem Jahr haben wir noch<br />

berichtet, dass Geld für das Buch „All<br />

We Are Naked“ von Andreas Paulsson<br />

benötigt wird.<br />

Via Crowdfunding konnten Kunstinteressierte<br />

das Body-Positivity-Projekt unterstützen.<br />

Es hat geklappt. Diesen Sommer,<br />

Ende August, ist nun Andreas Paulssons<br />

„All We Are Naked“ (erst mal) auf Schwedisch<br />

erschienen: „Alla är vi nakna“. Der<br />

Fotograf versammelte hier nicht nur nach<br />

Mainstream-Kriterien schöne Menschen,<br />

sondern auch besondere Menschen. Und<br />

sei es nur, dass sie sich ungewöhnlich<br />

anziehen. Aber wer will schon gewöhnlich<br />

sein? „In diesem Bildband begegnen wir<br />

bekleideten und unbekleideten Menschen<br />

in ihren Rollen. Was kann der Betrachter<br />

über sich selbst lernen, und was können<br />

wir von dem lernen, dem wir begegnen,<br />

wenn nichts zwischen uns steht? Nicht<br />

einmal Kleidung“, so der Künstler über<br />

sein Buch. *rä<br />

www.andreaspaulsson.se<br />

„ ich weiß, wie<br />

ich mit hiv<br />

gelassen<br />

alt werde<br />

NX-DE-HVU-ADVT-230001; <strong>April</strong> 2023<br />

wissen fürs leben<br />

findest du hier!<br />

Mach dich schlau - mit<br />

der digitalen HIV-Broschüre


BUCH<br />

BILDBAND<br />

Glenn<br />

Browns<br />

bissiger Sinn für Farbe<br />

Wahrhaft ungewöhnliche Kunst,<br />

ein wahrhaft ungewöhnliches<br />

Buch. Hochwertig, limitiert und vor allem<br />

großartig. Der TASCHEN Verlag aus Köln<br />

präsentiert mit der nummerierten und signierten<br />

Collector’s Edition „Glenn Brown“<br />

ein Muss für Kunstliebhaber*innen.<br />

Glenn Brown in seinem Studio, London, 2023<br />

FOTO: EDGAR LAGUINIA<br />

In seiner Kunst – Gemälde, Farbskulpturen<br />

und Zeichnungen – trifft<br />

Science-Fiction auf alte Meister, barocke<br />

Pracht auf Aliens und vor allem Liebe<br />

zur Kunst(-geschichte) auf modernste<br />

Umsetzungen. Das prächtige Buch,<br />

selbst ein Designobjekt, erscheint<br />

dreisprachig auf Deutsch, Englisch und<br />

Französisch und lässt Lesende ganz,<br />

ganz tief eintauchen in Strudel aus<br />

Farben und Formen. Ein Kunstbuch wie<br />

ein Rausch!<br />

Über sich selbst verrät der gefeierte<br />

Maler: „Ich bin ein bisschen wie Dr.<br />

Frankenstein, der seine Gemälde aus<br />

Überresten und toten Teilen der Werke<br />

anderer Künstler zusammensetzt.<br />

Ich möchte ein Gefühl der Fremdheit<br />

erzeugen, indem ich Beispiele dafür<br />

zusammenbringe, wie die besten alten<br />

und neuen Künstler ihre persönliche<br />

Weltsicht dargestellt haben. Ich sehe<br />

dann ihre Welten aus unterschiedlichen<br />

oder schizophrenen Blickwinkeln, durch<br />

alle ihre Augen zugleich. Ihre Inspirationsquellen<br />

zeigen mir Dinge, die ich<br />

selbst normalerweise nicht sehen würde.“<br />

Das große Thema, das alle Werke<br />

verbindet, sei die Verwandlung, so der<br />

FOTO: WWW.TASCHEN.COM<br />

herausgebende Verlag. „Ein Bildmotiv<br />

mag aus einem altmeisterlichen Gemälde<br />

stammen, die Farbskala aus einem<br />

modernistischen Bild abgeleitet sein,<br />

die Stimmung durch einen Titel gesetzt<br />

werden, der einen Popsong zitiert“, so<br />

TASCHEN vorab über den Künstler, der in<br />

den frühen 1990ern seinen Durchbruch<br />

hatte. Weil er es wagte, sich an alten<br />

Meistern zu vergreifen, sie zu verarbeiten.<br />

Und das perfekt und provokant. „Beinahe<br />

fotorealistisch malte er die dicken<br />

Pinselstriche expressionistischer Künstler<br />

wie Frank Auerbach oder Karel Appel<br />

nach und modellierte ihre großen Gesten<br />

mit feinem Pinsel, bis seine glatten<br />

Oberflächen das Auge des Betrachters zu<br />

täuschen vermochten. Er übernahm die<br />

Weltraumfantasien der Science-Fiction<br />

und schuf aus kleinen Illustrationen in<br />

Taschenbüchern epische Historiengemälde.“<br />

„Glenn Brown“ erschien Ende<br />

Dezember 2023, ein wunderbares Buch,<br />

das #mensch sich gönnen sollte. *rä<br />

TASCHEN: „Glenn Brown – Collector’s<br />

Edition“, Hardcover in Schlagkassette,<br />

476 Seiten, auch erhältlich in drei Art-<br />

Editionen, www.taschen.com


BUCH<br />

WISSEN<br />

Hokuspokus, Mystik, Esote<strong>rik</strong> und auch Kulturgut<br />

Der TASCHEN Verlag aus Köln erfreut<br />

mit einem ganz besonderen Buch, das<br />

zudem hervorragend in diese (noch) eher<br />

dunkle Zeit passt, in der #mensch nach<br />

Ablenkung sucht und gerne auch der Mystik frönt.<br />

Das hochwertige Buch „Das Tarot – Die Geschichte<br />

des populärsten Tarot der Welt“ von A. E. Waite und<br />

P. Colman Smith ist ein 444 Seiten dicker und 3<br />

Kilogramm schwerer Brocken, den #mensch sich<br />

sicherlich gerne durchliest und später prominent<br />

platziert. Das Buch lässt eintauchen in eine Welt, die<br />

magischer nicht sein könnte. Die hier erklärten Tarotkarten<br />

von Arthur E. Waite und Pamela Colman Smith<br />

sind aus dem Jahr 1910, sie transportieren die Mystik<br />

der „guten alten Zeit“ und wirken auch etwas gruselig.<br />

Erklärt werden die 800 Abbildungen von Tarot-Pionier<br />

Johannes Fiebig. Du musst nicht daran glauben, aber<br />

unterhalten wird dich dieses Buch und die Fülle an<br />

Informationen, die es reich bebildert transportiert.<br />

Ein wunderbares Geschenk, ein außergewöhnliches<br />

Geschenk für Esote<strong>rik</strong>-Freunde und -Feinde. *rä<br />

www.taschen.com<br />

FOTOS: WWW.TASCHEN.COM<br />

RATGEBER<br />

Noch ein PENIS-Buch.<br />

Aber etwas anders …<br />

Nicht voyeuristisch, nicht kunstvoll, nicht lustig,<br />

nein, eher wissenschaftlich und informativ<br />

nimmt sich das „Gut aufgestellt. Alles über den<br />

Penis“-Buch des Phallus an. Des „besten Stücks<br />

des Mannes“.<br />

Ein Körperteil, der zu rund vierzig Millionen<br />

Menschen in Deutschland gehört. Und trotzdem<br />

weiß #mensch gar nicht so viel darüber.<br />

Dieses Buch will das ändern. Geschrieben<br />

wurde „Gut aufgestellt. Alles über den Penis“<br />

von dem queeren Berliner Autor Oliver Stöwing<br />

und dem Kölner Mediziner und Blogger Volker<br />

Wittkamp.<br />

„Dieses Buch will unverkrampft und mit<br />

Humor aufklären: Wie funktioniert ein Penis?<br />

Und wieso funktioniert er manchmal nicht?<br />

Wie bleibt er fortpflanzungsfähig, und was<br />

kann man tun, wenn er es nicht ist?“, verrät<br />

der herausgebende Verlag dazu. Richtig guter<br />

Lesestoff, unterhaltsam, informativ und<br />

abwechslungsreich. So kann #mensch sich<br />

dem Dödel also auch nähern, wunderbar. Ein<br />

sicherlich außergewöhnliches Geschenk für<br />

dich oder deine (Wahl-)Familie! *rä<br />

FOTO: WWW.ISTOCKPHOTO.COM / TENKENDE<br />

Oliver Stöwing, Volker Wittkamp:<br />

„Gut aufgestellt. Alles über den Penis“,<br />

ISBN: 978-3-492-06457-6,<br />

www.piper.de


FILM<br />

NACHGEFRAGT<br />

Thomas Hitzlsperger:<br />

„Im Profifußball ist das Thema Homosexualität tabuisiert“<br />

Hier ist unser Interview zum<br />

im Dokumentarfilm „Das<br />

letzte Tabu“ mit dem queeren<br />

Aktivisten.<br />

Herr Hitzlsperger, seit Ihrem<br />

Coming-out vor zehn Jahren sind<br />

Sie immer der Erste, der zum Thema<br />

Homosexualität im Männerfußball<br />

befragt wird. So jetzt auch im Dokumentarfilm<br />

„Das letzte Tabu“, der<br />

seit Mitte Februar. bei Prime Video<br />

zu sehen ist. Sind Sie hin und wieder<br />

davon auch mal genervt?<br />

Nein, denn erst einmal bin ich sehr<br />

froh, wie bei mir alles gelaufen ist. Mein<br />

Anliegen war immer, nach dem Comingout<br />

öffentlich darüber zu sprechen und<br />

anderen Menschen klarzumachen, dass<br />

eine solche Erfahrung nicht unbedingt so<br />

schlimm ist, wie man sie sich womöglich<br />

ausmalt. Ich hatte damals auch Sorgen<br />

und teilweise Ängste, wie sich mein<br />

Leben durch diesen Schritt verändern<br />

wird. Doch nachdem ich mich schließlich<br />

getraut habe, konnte ich feststellen,<br />

dass das fast komplett unbegründet<br />

war. Deswegen möchte ich seither auch<br />

andere ermutigen.<br />

Gleichzeitig spricht es natürlich<br />

Bände, dass auch heute Sie in der<br />

Regel der erste und meist einzige<br />

Experte sind, der bei dem Thema als<br />

Gesprächspartner auftritt.<br />

Das ist richtig. Mit Blick auf den Fußball<br />

hat sich in dieser Hinsicht in den zurückliegenden<br />

zehn Jahren nicht viel getan.<br />

Enttäuscht Sie das? Haben Sie<br />

damals gedacht, dass wir zehn Jahre<br />

später weiter sind?<br />

Na ja, ich war natürlich gespannt, was<br />

passieren würde. Aber solche Überlegungen<br />

blieben eben immer Spekulationen,<br />

auch wenn andere mir prophezeiten, dass<br />

meine Entscheidung damals große Veränderungen<br />

auslösen könnte. Gleichzeitig<br />

kann man den Fußball auch nicht isoliert<br />

betrachten, sondern muss immer sehen,<br />

in welcher Gesellschaft wir uns gerade<br />

befinden und wie die Welt sich in den letzten<br />

Jahren verändert hat. Ich selbst habe<br />

zwar wirklich viele tolle Erlebnisse gehabt<br />

und viel Gutes zu berichten, aber dennoch<br />

ist die gesellschaftliche Gesamtlage bei<br />

uns nun einmal nicht so, dass sich alles<br />

nur verbessert hat. Im Gegenteil ist die<br />

Entwicklung mit Blick auf die politische<br />

Situation ja aktuell bedenklich.<br />

Haben Sie je bereut, sich nicht<br />

schon als aktiver Spieler geoutet zu<br />

haben?<br />

So, wie ich es damals gemacht habe, war<br />

das für mich ganz persönlich richtig, das<br />

muss ich auch im Rückblick noch sagen.<br />

Ich brauchte die Zeit, um selbstbewusst<br />

genug zu werden und mit der Aufmerksamkeit<br />

umgehen zu können. Es ist nicht<br />

so, dass ich es nicht gerne früher getan<br />

hätte. Ich war schon neugierig, wie es<br />

gewesen wäre, danach das erste Mal wieder<br />

in die Kabine zu gehen oder auf dem<br />

Platz zu stehen. Aber ich war für diesen<br />

großen Schritt einfach noch nicht bereit.<br />

Wer weiß also, ob es nicht sogar einen<br />

Schaden angerichtet hätte, wenn ich<br />

meinem ersten Impuls schon 2012 gefolgt<br />

wäre. Nun kann ich also leider nichts<br />

darüber sagen, wie Mitspieler, Fans und<br />

Medien in Deutschland über einen aktiven<br />

schwulen Spieler urteilen. Dennoch blicke<br />

ich zurück und kann sagen, dass ich alles<br />

richtig gemacht habe. Denn mir geht<br />

es gut – und das ist bei einer solchen<br />

Entscheidung das Allerwichtigste. Nur so<br />

kann ich schließlich auch anderen helfen.<br />

Inzwischen gibt es immerhin im<br />

Profifußball, so heißt es in „Das<br />

letzte Tabu“, weltweit sieben geoutete<br />

Spieler. Viel ist das nicht …<br />

Klar kann man sagen: Das ist ja ganz<br />

schön wenig. Trotzdem ist meine Bilanz<br />

der vergangenen zehn Jahre nicht negativ.<br />

Die Vereine zum Beispiel sind heute sehr<br />

viel klarer darin, sich zu positionieren.<br />

Vielfalt wird öffentlich viel mehr beachtet<br />

und diskutiert. In der Ersten und Zweiten<br />

Bundesliga hat fast jeder Club mindestens<br />

einen schwul-lesbischen Fanclub. Die<br />

Fortschritte sind wirklich nicht von der<br />

Hand zu weisen. Doch ich stelle immer<br />

wieder fest, dass der persönliche Schritt,


sich zu outen, eben nicht ausschließlich<br />

mit dem Fußball-Business zu tun hat,<br />

denn auch von den unzähligen Ex-<br />

Spielern traut sich ja keiner. Es ist also<br />

scheinbar eher so, dass Homosexuelle<br />

ganz generell in unserer Gesellschaft<br />

Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung<br />

haben, nicht nur im Profi-Fußball.<br />

Das stimmt. Geoutete männliche<br />

Tennisspieler gibt es zum Beispiel<br />

gar keine!<br />

Das gilt für die meisten Sportarten,<br />

wenn ich etwa an die gerade zu Ende<br />

gegangene Handball-EM denke oder<br />

an die deutschen Basketballer, die<br />

zuletzt Weltmeister wurden. Keine<br />

Frage, im Profifußball ist das Thema<br />

Homosexualität tabuisiert. Aber er ist<br />

in unserer Gesellschaft längst nicht der<br />

einzige Bereich. Es mag zwar inzwischen<br />

ein paar mehr schwule Politiker und<br />

Popstars geben, aber auch da sind längst<br />

nicht alle geoutet. Von der Kirche ganz<br />

zu schweigen. Das Problem ist also nicht<br />

allein der Fußball, sondern ich bleibe dabei:<br />

In unserer Gesellschaft muss jeder damit<br />

rechnen, ausgegrenzt zu werden, der vom<br />

Mainstream abweicht.<br />

Weil Sie gerade die Vereine angesprochen<br />

haben: Wie zufrieden sind<br />

Sie denn mit den großen Dachverbänden,<br />

also etwa den DFB?<br />

Man muss bei diesen großen Organisationen<br />

genau hinsehen und nicht alles<br />

über einen Kamm scheren. Ich bin zum<br />

Beispiel Teil des DFB, als Botschafter<br />

für Vielfalt, und die Leute, mit denen ich<br />

da zu tun habe, sind engagiert und pro<br />

Vielfalt. Die nehmen das Thema ernst und<br />

wissen, wie wichtig es ist. Dass die Spitze<br />

der Nationalmannschaft der Männer<br />

nach den Ereignissen bei der WM in Katar<br />

beschlossen hat, sich um diese Themen<br />

erst einmal nicht mehr zu kümmern,<br />

sondern nur noch auf den Sport zu<br />

konzentrieren, dominiert natürlich die<br />

Außenwahrnehmung. Aber ich weiß, dass<br />

es innerhalb des Verbandes unglaublich<br />

viele Menschen gibt, die anders denken.<br />

Deswegen bin ich dagegen, den DFB<br />

pauschal zu verurteilen.<br />

Gibt es eigentlich inzwischen<br />

eine Art LGBTQ-Netzwerk in der<br />

Fußballbranche? Oder eine Anlaufstelle<br />

für Spieler, die diesbezüglich<br />

Beratung brauchen?<br />

Der DFB hat tatsächlich eine Anlaufstelle,<br />

an die man sich wenden kann. Und<br />

ich meine auch, dass man heutzutage<br />

genügend Möglichkeiten hat, Verbündete<br />

zu finden. Ich habe nie den Versuch<br />

unternommen, alle schwulen Fußballer<br />

zu kontaktieren oder herauszufinden,<br />

wer die sind. Mein Bestreben war einfach,<br />

öffentlich immer klar zu sagen, was mir<br />

wichtig ist, vor allem, dass mit Klischees<br />

aufgeräumt wird. Ich wollte zum Ausdruck<br />

bringen, dass ich auf meinem Weg gute<br />

Erlebnisse hatte und in der Welt des<br />

Fußballs bis heute noch einen Platz habe.<br />

Mut machen, dass die Realität oft besser<br />

und einfacher ist als die Ängste, die man<br />

vorher hat. Und nach außen sichtbar sein<br />

und schwulen Fußballern ein Gesicht<br />

geben, damit die Leute nicht einfach<br />

denken, es gibt gar keine.<br />

Bei Ihnen gemeldet hat sich<br />

niemand?<br />

Nein, ich kenne persönlich keinen ungeouteten<br />

Spieler, auch wenn ich mir sicher<br />

bin, dass es welche geben muss. Jeder<br />

muss sich sein Umfeld selber auswählen<br />

und Vertrauen aufbauen, weswegen ich<br />

auch nie jemanden zu diesem Schritt<br />

drängen würde. Aber ich habe zuletzt<br />

öfter vernommen, dass sich wohl etwas<br />

tut und demnächst einige Spieler ein<br />

Coming-out planen.<br />

FILM<br />

Ohne zu viel zu spekulieren: Was<br />

denken Sie, wovor ein schwuler<br />

Spieler heutzutage am meisten<br />

Angst hat? Womöglich sogar genau<br />

die Aufmerksamkeit, die Ihnen seit<br />

zehn Jahren entgegengebracht<br />

wird?<br />

Die suche ich ja durchaus freiwillig.<br />

Dass es auch anders geht, zeigt der<br />

tschechische Spieler Jakub Jankto, der<br />

in Italien in der Serie A spielt und um den<br />

es auch in „Das letzte Tabu“ geht. Der hat<br />

sich vergangenes Jahr mit einem Video<br />

geoutet und sich seither kaum mehr zu<br />

dem Thema geäußert. Die Botschaft ist<br />

raus, aber alles, was er möchte, ist Fußball<br />

spielen. So geht das auch, niemand ist<br />

gezwungen, ständig Auskunft zu erteilen.<br />

Was die möglichen Sorgen angeht, kann<br />

ich also nur davon ausgehen, was mich<br />

damals beschäftigte.<br />

Nämlich?<br />

Ich wollte nicht plötzlich mehr Aufmerksamkeit<br />

bekommen als der ganze<br />

Rest der Mannschaft. Und natürlich<br />

habe ich mich gefragt, was in der Kabine<br />

passiert. Wie reagieren die anderen<br />

Spieler – und was mache ich, wenn sich<br />

jemand unwohl fühlt? Auf keinen Fall<br />

wollte ich das ganze Gleichgewicht in der<br />

Mannschaft durcheinanderbringen. Diese<br />

Verantwortung hat mich am meisten<br />

abgeschreckt. Außerdem befand ich mich<br />

damals in einer Phase meiner Karriere, wo<br />

ich nicht mehr absoluter Leistungsträger<br />

war. Ich war nicht mehr in Bestverfassung<br />

und wollte nicht, dass man es mit meiner<br />

Homosexualität in Verbindung bringt,<br />

wenn ich schlecht spiele oder verletzt bin.<br />

*Interview: Patrick Heidmann<br />

FOTOS: BROADVIEW PICTURES


FILM<br />

KINO<br />

FOTOS: WARNER BROS. PICTURES<br />

„DUNE: Part Two“<br />

Timothée Chalamet kämpft auf Arrakis<br />

Gerade noch singt und begeistert<br />

der langhaarige Hingucker<br />

Timothée Chalamet in und<br />

mit „Wonka” (wir berichteten),<br />

schon kommt der nächste Film des „Call<br />

Me by Your Name”-Stars.<br />

Ein neuer aufwendiger Fantasy-Film,<br />

der auf den „Dune“-Klassikern, den<br />

Science-Fiction-Romanen von Frank<br />

Herbert (1920 – 1986) basiert. Das erste<br />

Buch seines „Dune“-Romanzyklus erschien<br />

1965, fast sechzig Jahre später kommen<br />

seine Charaktere erneut ins Kino. Timothée<br />

Chalamet spielt wieder Paul Atreides, und<br />

der ist auf einem Rachefeldzug gegen<br />

die Verschwörer, die einst seine Familie<br />

vernichtet haben.<br />

Und auch um die Zukunft seines Volkes<br />

zu sichern, musste der Kämpfer auf den<br />

gefährlichsten Planeten des Universums<br />

reisen, auf den Wüstenplaneten Arrakis<br />

(„Dune“), auf dem sich das Epos abspielt.<br />

Eine düstere Welt, in der das seltene Spice<br />

abgebaut wird, mit dem in die Zukunft<br />

gesehen werden kann. Schlachten,<br />

Raumschiffe, viel, viel Sand, überraschende<br />

Gefahren und zum Kult gewordene Sandwürmer<br />

– das kann ab dem 29. Februar auf<br />

der großen Kinoleinwand erlebt werden!<br />

Mit bei „Dune: Part Two“ dabei ist auch<br />

die US-ame<strong>rik</strong>anische Schauspielerin,<br />

Sängerin und Tänzerin Zendaya (Disney,<br />

„Spider-Man: No Way Home,“ „Euphoria“,<br />

„Malcolm & Marie“ ...). Weitere zum Teil<br />

Oscar-prämierte Sterne bei „Dune: Part<br />

Two“ sind Stellan Skarsgård („Good Will<br />

Hunting“, „Mamma Mia!“, „Star Wars“,<br />

„Avengers: Age of Ultron“ ...), Austin Butler<br />

(„Hannah Montana“, „Elvis“, „Once Upon<br />

A Time…In Hollywood“ ...) sowie Charlotte<br />

Rampling („Swimming Pool“, „45 Years“,<br />

„Assassin’s Creed“) und Javier Bardem<br />

(„Vicky Cristina Barcelona“, „No Country<br />

for Old Men“, „Being the Ricardos“). Im<br />

Frühling, wahrscheinlich Ende Februar, soll<br />

„Dune: Part Two“ in den Kinos anlaufen. An<br />

Teil 3 wird schon gearbeitet! Ein Funfact<br />

am Ende: Die „Dune“-Fantasy-Bücher<br />

standen Pate für den Namen des Techno-<br />

Projekts Dune („Can’t Stop Raving“,<br />

„Hardcore Vibes“, „Dark Side of<br />

the Moon“ ...). *rä<br />

www.warnerbros.de<br />

DVD / BLU-RAY<br />

Kampf des Begehrens<br />

FOTOS: SBS PRODUCTION<br />

Ende Februar erschien „Passages“<br />

von Ira Sachs fürs Heimkino. Es liebt<br />

ein Mann eine Frau. Aber auch seinen<br />

Mann, der zuvor die Hauptrolle in seinem<br />

Leben hatte. Endet nun die eine, beginnt<br />

die neue Beziehung. Bisexualität oder ein<br />

Coming-in?<br />

Erzählt wird in dem Film von Tomas (Franz<br />

Rogowski) und Martin (Ben Whishaw), seit<br />

Jahren ein glückliches schwules Paar in<br />

Paris, bis Tomas die Grundschullehrerin<br />

Agathe (Adèle Exarchopoulos) bei Dreharbeiten<br />

trifft und sich ohne Rücksicht auf<br />

seinen Partner in eine Affäre mit ihr stürzt.<br />

Ein Film über die komplexen Widersprüche<br />

und Grausamkeiten von Liebe und Begehren,<br />

über Sex, Sexualität und Verlust. Es sei<br />

ein „ehrlicher, frischer und verführerischer<br />

Blick auf das Chaos moderner Beziehungen“,<br />

so der Filmverleih. Und ein „eskalierender<br />

Kampf des Begehrens zwischen<br />

drei Menschen, der von Leidenschaft,<br />

Eifersucht und Narzissmus geprägt ist. Das<br />

Verlangen ist die Konstante, das Glück<br />

scheint unerreichbar. Für die Bedürfnisse<br />

des jeweils anderen gibt es wenig Gespür“.<br />

Ein tragisch-schöner Film. *rä


REISE 1


REISE<br />

CONDOR<br />

Komfort<br />

über den<br />

Wolken<br />

Mit einer neuen Businessclass<br />

und der Option auf Prime Seats<br />

bietet der deutsche Ferienflieger<br />

Condor den wohl derzeit besten<br />

Kabinenkomfort einer deutschen<br />

Airline an.<br />

Die neue Kabine im A330neo bietet<br />

dem Gast ein dezent-elegantes<br />

Design mit einer 1-2-1-Konfiguration,<br />

die jedem Sitz einen direkten<br />

Zugang zum Gang garantiert. Im<br />

Gegensatz zur alten Businessclass<br />

in der B767 lassen sich die Sitze nun<br />

in ein flaches Bett von 1,99 Meter<br />

verwandeln, verfügen über USB-A<br />

und USB-C-Anschlüsse sowie einen<br />

großen Monitor mit 4K-Auflösung<br />

und einem kostenlosen Bordunterhaltungsprogramm<br />

mit über 250 Filmen<br />

und 160 Serien. Die größte Besonderheit<br />

sind jedoch die sogenannten<br />

Prime Seats, die einen Komfort bieten,<br />

mit dem es aktuell keine andere<br />

deutsche Airline aufnehmen kann. Die<br />

Sitze befinden sich in den vordersten<br />

Reihen der Businessclass und bieten<br />

mit einem größeren Bett und einem<br />

breiteren Fußraum deutlich mehr Platz<br />

zum Ausstrecken. Ein Pyjama sorgt<br />

ebenso für einen Extra-Wohlfühlfaktor<br />

wie ein Matratzentopper, die im neuen<br />

Condor-Streifendesign gehaltenen<br />

Slipper, Socken und Schlafmasken<br />

und die im umweltfreundlichen<br />

und recycelbaren Amenity Kit<br />

enthaltenen Produkte der Marke<br />

Ritual. Die Prime Seats können von<br />

Businessclass-Gästen für einen<br />

Aufpreis ab 199,99 Euro gebucht<br />

werden. *dax<br />

www.condor.com<br />

FOTO: CONDOR.COM<br />

MIAMI<br />

Queerer Frühling<br />

Mit dem „Rainbow Spring“ feiern die<br />

Städte Miami und Miami Beach von<br />

<strong>März</strong> bis Juni ihre queere Community.<br />

Während des 2023 neu ins Leben<br />

gerufenen Projektes erstrahlt die<br />

Strandmetropole noch bunter als sonst.<br />

Obwohl der Großraum Miami und Miami<br />

Beach das ganze Jahr über für seine Vielfalt<br />

bekannt ist, rollen die Städte im Frühling<br />

den roten Teppich für LGBTIQ*-Urlauber<br />

besonders gerne aus und locken mit<br />

speziellen Angeboten etwa bei Hotels.<br />

Zu den Veranstaltungen des „Rainbow<br />

TUI-Ranking<br />

Ein von TUI erstelltes Travel-Ranking<br />

kürt Berlin als Nummer eins unter den<br />

LGBTIQ*-Destinationen in Europa.<br />

Insgesamt wurden fünfzig europäische<br />

Reiseziele nach zehn Kriterien bewertet<br />

und daraus die Top 40 abgeleitet.<br />

Zu den Kriterien gehörten neben<br />

Lifestyle-Kategorien wie dem Angebot<br />

im Nachtleben auch rechtliche sowie<br />

Sicherheitsaspekte, etwa, ob es<br />

Spring“ gehört das Winter Party Festival<br />

vom 28. Februar bis 5. <strong>März</strong> ebenso wie der<br />

Miami Beach Pride am 13. und 14. <strong>April</strong>, der<br />

mit Poolpartys, einem Festival und einer<br />

großen Parade entlang des berühmten<br />

Ocean Drive gefeiert wird. Ende <strong>April</strong><br />

kommen Cineasten beim OUTShine Film<br />

Festival auf ihre Kosten, auf dem an die<br />

vierzig LGBTIQ*-Filme zu sehen sein<br />

werden. Im Mai richtet sich das von Frauen<br />

für Frauen organisierte SweetHeat Miami<br />

an alle tanzbegeisterten Lesben. *dax<br />

www.miamiandbeaches.com<br />

Berlin ist LGBTIQ*<br />

Reisehauptstadt Europas<br />

Anti-Diskriminierungsgesetze im Land<br />

gibt oder wie es mit der Legalität von<br />

gleichgeschlechtlichen Beziehungen und<br />

den Rechten für Transgender-Personen<br />

aussieht. Unter den Top 10 befinden sich<br />

weitere deutsche Städte wie Köln (Platz 3)<br />

Frankfurt (5) und Hamburg (7) sowie<br />

europäische Metropolen wie London (2),<br />

Amsterdam (6), Paris (8) und Wien (9). *dax<br />

www.tui.com/lgbtqia-travel-ranking<br />

FOTO: DIRK BAUMGARTL<br />

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM


FRANKFURT<br />

25hours Hotels unter neuer Leitung<br />

REISE<br />

Das 25hours Hotel The Trip und das<br />

25hours Hotel The Goldman in der<br />

Mainmetropole haben eine neue Führung.<br />

Steffen Goubeaud ist seit Oktober<br />

2023 als General Manager für die beiden<br />

Häuser mit insgesamt 249 Zimmern und<br />

45 Mitarbeitern verantwortlich.<br />

Der 41-Jährige startete seine Laufbahn<br />

als Bar Manager bei Radisson Blue und<br />

Roomers in Wiesbaden und Frankfurt.<br />

FOTO: STEPHAN LEMKE / 25HOURS HOTELS<br />

Weitere Stationen führten den Restaurantfachmann<br />

und Hotelbetriebswirt nach<br />

München als Corporate Bar Manager und<br />

schließlich zurück nach Frankfurt, wo er<br />

als General Manager Restaurant & Bar<br />

bei Marriott arbeitete. Darauf folgte die<br />

Position als Complex Director Food &<br />

Beverage bei der Unternehmensgruppe<br />

Prinz von Hessen im Taunus. Anschließend<br />

war Steffen als Cluster Manager bei<br />

Ruby Hotels in München und Frankfurt<br />

beschäftigt.<br />

Eins wird bei diesem Lebenslauf ganz<br />

klar – die Liebe zu Frankfurt. Steffen<br />

Goubeaud sagt: „Ich lebe seit nunmehr<br />

knapp 14 Jahren mit kleinen Unterbrechungen<br />

in Frankfurt und für mich ist<br />

es nach wie vor die attraktivste Stadt<br />

im deutschsprachigen Raum. In einer<br />

Stadt voller Gegensätze entsteht täglich<br />

eine unheimliche Energie, die deutlich<br />

in allen Bereichen des öffentlichen<br />

Lebens spürbar ist. Das kann auch mal<br />

anstrengend werden, ist aber eine wichtige<br />

Voraussetzung für Kreativität, Wandel und<br />

Fortschritt in verschiedensten Bereichen.<br />

Hinzu kommt, dass die Stadt wesentlich<br />

grüner ist, als man denkt und dass die hier<br />

lebenden Menschen immer wieder mit<br />

ihrer Offenherzigkeit und Hilfsbereitschaft<br />

überraschen. Einzig Phänomene wie Grüne<br />

Soße und Handkäs‘ werden sich mir wohl<br />

nie erschließen.“<br />

Während das 25hours Hotel The Trip zentral<br />

in der Gegend rund um den Frankfurter<br />

Hauptbahnhof in der Niddastraße und<br />

damit genau an der Schnittstelle zwischen<br />

dem bunten, lauten Quartier und dem<br />

großbürgerlichen Westend liegt, überzeugt<br />

das The Goldman an der Hanauer Landstraße<br />

durch seine spannende Location<br />

im kreativen Frankfurter Ostend. Hier<br />

trifft moderne Architektur auf sanierte<br />

Industriedenkmäler, Rindswurst auf Gourmetküche<br />

und hier kommen Liebhaber der<br />

Frankfurter Klubszene voll auf ihre Kosten.<br />

www.25hours-hotels.com<br />

FOTO: DAX(2)<br />

WEST HOLLYWOOD<br />

Stars & Glamour<br />

Sie ist der LGBTIQ* Hotspot von Los<br />

Angeles: Die am Rande der Hollywood<br />

Hills gelegene Stadt ist zwar nur knapp<br />

fünf Quadratkilometer groß, aber dennoch<br />

das Epizentrum von Nachtleben,<br />

Mode und Kunst.<br />

Als Teil der legendären Route 66, die am<br />

Santa Monica Pier nur wenige Kilometer<br />

westlich von West Hollywood (WeHo)<br />

endet, ist der Santa Monica Boulevard<br />

die historische Lebensader der Stadt<br />

und zugleich das Zentrum der queeren<br />

Szene. Hier reihen sich Dutzende Bars,<br />

Restaurants und Boutiquen aneinander.<br />

Zu den Highlights gehören dabei Micky’s,<br />

Rocco’s, Hamburger Mary’s und - als<br />

absoluter Klassiker - The Abbey. Ob Dragshow,<br />

Go-go-Tänzer oder Happy Hour -<br />

hier lohnt ein ausgedehntes Bar-Hopping<br />

bis zur Sperrstunde um 2 Uhr morgens.<br />

Anfang Juni findet entlang der Santa<br />

Monica Boulevards der WeHo Pride statt.<br />

Neben einer Parade gibt es zahlreiche<br />

Info- und Verkaufsstände sowie mehrer<br />

Bühnen mit DJs und Live-Auftritten -<br />

2023 gab sich etwa Show-Legende Grace<br />

Jones die Ehre.<br />

Rund um West Hollywood finden sich<br />

jede Menge Möglichkeiten, die Sonne<br />

Kaliforniens im Freien zu erleben.<br />

Das in schwulem Besitz befindliche<br />

Unternehmen Bikes & Hikes bietet mit<br />

seiner Radtour „LA in a Day“ Touristen die<br />

Möglichkeit, WeHo, Beverly Hills, Santa<br />

Monica und den berühmten Venice Beach<br />

zu erkunden. Oder man wandert hinauf<br />

zum ikonischen Hollywood-Schild, das<br />

2023 seinen 100. Geburtstag feierte.<br />

Und auch wer am Strand entspannen<br />

will, kommt auf seine Kosten. Je nach<br />

Verkehrslage erreicht man den schwulen<br />

Will Rogers State Beach mit dem Auto in<br />

dreißig Minuten. *dax<br />

www.visitwesthollywood.com<br />

FOTOS: VISITWESTHOLLYWOOD.COM / SAINT PETER JOHN


REISE<br />

NEU-DELHI<br />

Buntes Chaos<br />

Jeder, der an Indien denkt, hat so seine<br />

ganz eigenen Assoziationen. Während<br />

dem einen bunte Farben, aromatische<br />

Gewürze und eine uralte Kultur in<br />

den Kopf kommt, denken andere<br />

an Smog, Lärm, Verkehrschaos und<br />

hygienische Herausforderungen. Die<br />

Wahrheit ist: Beide Perspektiven sind<br />

richtig und wahrscheinlich gehört der<br />

Subkontinent daher zu jenen Ländern,<br />

die gerade auch für queere Reisende<br />

nicht unbedingt auf der Top-Liste der<br />

Urlaubsdestinationen zählt.<br />

Das von der britischen Kolonialmacht<br />

eingeführte Gesetz, das „sexuelle<br />

Handlungen wider die Natur“ - darunter<br />

schwulen Sex, unter Strafe stellte, wurde<br />

erst 2018 vom Obersten Gerichtshof<br />

Indiens aufgehoben. Eine Petition, die Ehe<br />

für alle einzuführen, scheiterte im Oktober<br />

2023 vor dem Obersten Gerichtshof,<br />

der eine Entscheidung darüber an das<br />

Parlament verwies. Zu den prominenten<br />

Unterstützern der Petition zählte auch der<br />

Executive Direktor der Lalit Suri Hospitality<br />

Group, Keshav Suri, der sich seit Jahren für<br />

die Themen Diversity, Gleichstellung und<br />

Inklusion einsetzt. Die 14, überwiegend<br />

im 5-Sterne-Bereich angesiedelten,<br />

Lalit Hotels wurden von der International<br />

LGBTIQ+ Travel Association (IGLTA) als<br />

eine der ersten in deren IGLTA Accredited-<br />

Programm aufgenommen. Viele Angestellte<br />

in den Hotels sowie der Führungsebene sind<br />

Teil der Community, darunter auffällig viele<br />

Transpersonen. In den Hotelzimmern liegen<br />

neben Büchern zur rechtlichen Situation<br />

von queeren Menschen in Indien auch<br />

Kinderbücher aus. Deren Protagonist ist ein<br />

regenbogenfarbener Elefant namens Elphi,<br />

der zum Beispiel Abenteuer mit einem in<br />

einem Rollstuhl sitzenden Bären erlebt. Das<br />

MITARBEITER IM THE LALIT HOTEL<br />

Lalit Hotel Neu-Delhi ist zudem Heimat des<br />

bekanntesten LGBTIQ*-Klubs der Stadt.<br />

Während donnerstags im Kitty Su eine<br />

„Queer Night“ mit Dragshow stattfindet, ist<br />

der Klub auch am Wochenende ein beliebter<br />

Treffpunkt der Community.<br />

Moschee & Markt<br />

Dank seiner zentralen Lage zwischen<br />

dem modernen Regierungsviertel und der<br />

historischen Altstadt ist das Lalit Hotel<br />

ein guter Ausgangspunkt, um die Stadt<br />

zu erkunden. Die Hauptstadt Indiens ist<br />

Teil der Megastadt Delhi, die mit knapp 32<br />

Millionen Einwohnern Rang Drei der größten<br />

Metropolregionen der Welt einnimmt.<br />

Spätestens ab Mittag ist das Verkehrschaos<br />

vorprogrammiert, wenn sich Autos,<br />

Motorräder und Tuk Tuks dicht an dicht<br />

durch die Straßen schieben. In Old Delhi,<br />

der historischen Altstadt, drängeln sich<br />

zudem noch tausende von Fahrrad<strong>rik</strong>schas<br />

zwischen den motorisierten Verkehr.<br />

Seine Erkundungstour durch die Altstadt<br />

beginnt man am besten am Morgen mit<br />

dem Besuch der Jama Masjid. Indiens<br />

größte Moschee mit Platz für bis zu 25.000<br />

Gläubige wurde Mitte der 17. Jahrhunderts<br />

in der Regierungszeit des Großmoguls<br />

Shah Jahan erbaut, der auch das im 220<br />

Kilometer entfernten Agra liegende Taj<br />

Mahal errichten ließ. In Sichtweite der<br />

Moschee liegt die ebenfalls von Shah Jahan<br />

erbaute Festungs- und Palastanlage, die als<br />

Rotes Fort bekannt ist und seit 2007 zum<br />

UNESCO Weltkulturerbe zählt. Dazwischen<br />

befindet sich der Chandni Chowk Markt mit<br />

seinen engen Gassen, Basaren, historischen<br />

Wohn- und Geschäftshäusern und unzähligen<br />

Läden, in denen es von Gewürzen<br />

über Obst, Gemüse, Schmuck, Kleidung<br />

und Haushaltswaren bis zu Möbeln, Kunsthandwerk<br />

und Fahrrädern alles zu Kaufen<br />

gibt, was man sich denken kann. Derweil<br />

vereinen sich in den Straßen Farben, Lärm<br />

und der Geruch von Garküchen, Abgasen<br />

und Räucherstäbchen zu einem intensiven<br />

Erlebnis für alle Sinne.<br />

Ewige Ruhe<br />

Wer dem Großstadttrubel für ein, zwei<br />

Stunden entkommen will, sollte sich Zeit<br />

für einen Besuch im Humayun-Mausoleum<br />

und dessen weitläufiger Parkanlage<br />

nehmen. Das Mitte des 16. Jahrhunderts<br />

im persischen Stil erbaute Grabmahl<br />

für den 1556 verstorbenen Großmogul<br />

Nasiruddin Muhammad Humayun gehört<br />

neben dem Taj Mahal in Agra zu den<br />

prächtigsten historischen Bauwerken


REISE<br />

Indiens. Im riesigen Garten, der mit kleinen<br />

Wasserkanälen durchzogen ist, finden sich<br />

zudem weitere Grabmale und Reste einer<br />

Moschee. Im modernen Teil Neu-Delhis<br />

gehören vor allem der Sitz der Präsidenten,<br />

die Parlamentsgebäude und das India<br />

Gate - ein 42 Meter hoher Triumphbogen<br />

aus dem Jahr 1921, in dessen Mauern<br />

die Namen von 90.000 indischen und<br />

britischen Soldaten eingraviert sind, die<br />

HUMAYUN-MAUSOLEUM<br />

im Ersten Weltkrieg ihr Leben ließen, zu<br />

den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.<br />

Zudem befindet sich ganz in der Nähe die<br />

wichtigste Gedenkstätte für den Anführer<br />

der indischen Unabhängigkeitsbewegung,<br />

Mahatma Gandhi. Am Raj Ghat, jeder Stelle,<br />

an der der Leichnam Gandhis nach dem<br />

Attentat vom 30. Januar 1948 eingeäschert<br />

wurde, befindet sich heute eine schwarze<br />

Marmorplatte mit ewiger Flamme. Ebenfalls<br />

ein Ort der Ruhe. *dax<br />

FOTOS: DIRK BAUMGARTL FOTO: ISTOCKPHOTO.COM / SUBODH AGNIHOTRI<br />

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04/2023<br />

www.delhitourism.gov.in<br />

www.thelalit.com<br />

www.epaper.maenner.media


REISE<br />

LAUSANNE<br />

Kosmopolitisch & Weinverliebt<br />

Lausanne befindet sich wie die größere<br />

Schwester Genf am Ufer des Genfersees,<br />

allerdings im Kanton Waadt. Seine<br />

Geschichte geht bis auf die Anfänge<br />

des Heiligen Römischen Reiches zurück.<br />

Heute nennen über 140.000 Einwohner<br />

die Stadt am See ihr Zuhause. Trotz einer<br />

vergleichsweise kleinen Bevölkerungszahl<br />

und einer Fläche, die weniger als ein Viertel<br />

Hannovers ausmacht, fühlt sich Lausanne<br />

internationaler und kosmopolitischer an<br />

als andere Großstädte in der Schweiz.<br />

Immerhin leben und arbeiten in Lausanne<br />

Nationalitäten aus aller Welt. Manch einer<br />

fühlt sich vielleicht sogar an das kalifornische<br />

San Francisco erinnert: Eine unmittelbare<br />

und allgegenwärtige Nähe zum Wasser, die<br />

terrassenartige Anordnung der Stadt und<br />

ganz viel Kunst und Kultur könnten hier<br />

schnell zu Verwechslungsgefahr führen, wenn<br />

da nicht die jahrhundertealte Historie wäre, die<br />

in zahlreichen Sehenswürdigkeiten ihre treuen<br />

Zeitzeugen findet.<br />

Schon von Weitem begrüßt die Kathedrale<br />

Notre-Dame Lausanne die Besucher der<br />

Stadt. Diese liegt auf der Spitze eines<br />

von drei Hügeln und thront dort seit dem<br />

späten 13. Jahrhundert. Sie gilt als eines der<br />

wichtigsten gotischen Bauwerke des Landes<br />

und verfügt über einen beeindruckenden<br />

Orgelprospekt. Wer die Treppen des Hauptturms<br />

bewältigt, wird mit einem einmaligen<br />

Blick über die Ortschaft, den See und das<br />

französische Ufer auf der anderen Seite<br />

belohnt. Nur wenige Gehminuten entfernt<br />

treffen Besucher auf das Palais de Beaulieu.<br />

Das Kongressgebäude wird als Kulturzentrum<br />

genutzt und war 1989 Austragungsort des<br />

Eurovision Song Contest, der damals noch<br />

Concours Eurovision de la Chanson hieß.<br />

Céline Dion hatte im Vorjahr den Sieg für die<br />

Schweiz geholt („Ne partez pas sans moi“),<br />

1989 gewann Riva aus Jugoslawien mit „Rock<br />

Me“ den Wettbewerb.<br />

Apropos Wettstreit: Lausanne ist natürlich<br />

und vor allem als Sitz des Internationalen<br />

Olympischen Komitees bekannt. Mit dem<br />

Olympischen Museum befindet sich im<br />

Stadtteil Ouchy nahe dem Genfersee<br />

außerdem ein Ort, der der Geschichte und<br />

der Bedeutung der Spiele Rechnung trägt.<br />

Eingebettet in einer malerischen Parkanlage,<br />

die von verschiedensten Skulpturen gesäumt<br />

wird, trifft man im Gebäude auf eine interaktive<br />

Ausstellung und ein kleines Restaurant,<br />

das TOM Café, in der obersten Etage, das<br />

im Sommer Speisen auch auf der Terrasse<br />

mit Blick auf den See serviert. Übrigens: Das<br />

olympische Feuer vor dem Museum wurde bei<br />

der Einweihungsfeier 1995 von der deutschen<br />

Eiskunstläuferin Katarina Witt entzündet.<br />

Ganz neu und ein absolutes Muss für jeden<br />

Lausanne-Besucher ist das Museumsviertel<br />

Plateforme 10 direkt neben dem Hauptbahnhof.<br />

Hier haben gleich drei Sammlungen – das<br />

Musée de l’Élysée (Fotomuseum), das Musée<br />

cantonal des Beaux-Arts de Lausanne und<br />

das Musée de design et d’arts appliqués<br />

contemporains, kurz MUDAC – ein neues,<br />

aufregendes Zuhause gefunden. In den Arkaden<br />

gegenüber den Museen gibt es diverse<br />

Restaurants, Buch- und Kunsthandlungen<br />

sowie Gift-Shops.<br />

AB IN DIE BERGE<br />

Was wäre ein Schweiz-Trip ohne einen<br />

Abstecher in die Berge? In nur 75 Minuten<br />

ab Lausanne steht man auf dem Gipfel des<br />

Aussichtsbergs Rochers-de-Naye und hat<br />

einen traumhaften Blick über den Genfersee<br />

und die Bergwelt. Freunde guten Weins und<br />

deftiger Fondues allerdings sind mit dem Zug<br />

schon in wenigen Minuten in den Weinbergen<br />

angelangt, die hier üppig und zahlreich<br />

vorhanden sind. Die sogenannten Weingärten<br />

von Lavaux sind sogar so berühmt, dass sie ins<br />

UNESCO-Welterbe aufgenommen wurden.<br />

Wanderrouten führen sowohl hinab bis zum<br />

Wasser und dem Hafen von Cully, von dem<br />

aus Schiffe zurück nach Lausanne verkehren,<br />

als auch hinauf zum nächsten Bahnhof.<br />

Auf jeden Fall sollte für den Besuch dieser<br />

einmaligen Region Zeit eingeplant werden.<br />

Am besten macht man zwischendurch<br />

in einem Restaurant halt, um sich mit<br />

regionalen Speisen zu stärken und den Wein<br />

zu verkosten, durch den man da so wandert.<br />

Im Domaine de la Crausaz in Grandvaux<br />

zum Beispiel gibt es herzhaftes Käsefondue,<br />

gepaart mit lokalen Weinen. Die wunderbare<br />

Aussicht auf den See ist inklusive.<br />

Herumzukommen in und um Lausanne ist<br />

dank des gut ausgebauten öffentlichen<br />

Nahverkehrs problemlos. Eine U-Bahn<br />

verbindet den Süden mit dem Norden<br />

der Stadt und überwindet dabei einige<br />

Höhenmeter, die sonst zu Fuß bestritten<br />

werden müssten, oder man bedient sich des<br />

dichten Netzes aus Bussen und Bustaxis,<br />

die auch spätabends noch zur Verfügung<br />

stehen. Hotelgäste können die öffentlichen<br />

Verkehrsmittel mit der Lausanne Transport<br />

Card kostenlos nutzen. *(fj)<br />

www.MySwitzerland.com/staedte<br />

www.lausanne-tourisme.ch<br />

FOTOS: LUKAS WERLICH


In jeder<br />

Stadt<br />

zu Hause<br />

Übernachten bei queeren<br />

Gastgebern in über 70 Ländern!<br />

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FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/ PEOPLEIMAGES<br />

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REISE<br />

SAN ANTONIO<br />

ES LEBE DIE VIELFALT<br />

Von wegen konservativ, republikanisch<br />

und spießig. Bei einem Besuch der<br />

Demokraten-Hochburg San Antonio<br />

lernt man Texas von seiner liberalen Seite<br />

kennen.<br />

Was für ein Spektakel! Wenn San Antonio<br />

Fiesta feiert, ist an Ruhe nicht zu denken.<br />

Seit 1891 zelebriert die texanische Großstadt<br />

das jährlich im <strong>April</strong> stattfindende<br />

Festival, das einst unter dem Namen<br />

„Schlacht der Blumen“ seinen Ursprung<br />

nahm. Gefeiert werden die siegreichen<br />

Schlachten bei Alamo und San Jacinto,<br />

in denen Texas seine Unabhängigkeit von<br />

Mexiko erlangte. Die Parade der Battle of<br />

Flowers Association, einer Organisation,<br />

der nur Frauen angehören, gehört dabei zu<br />

den Höhepunkten der 10-tägigen Fiesta<br />

San Antonio und ist eine der ältesten und<br />

größten Paraden des Landes. Mit zahlreichen<br />

Paraden, Konzerten, Straßenfesten und<br />

gastronomischen Veranstaltungen lockt<br />

das Event jedes Jahr über drei Millionen<br />

Besucherinnen und Besucher an.<br />

Stadt der Gastronomie<br />

Das Thema Essen wird in San Antonio seit<br />

jeher groß geschrieben. Von der UNESCO<br />

zur „Stadt der Gastronomie“ ernannt, teilt<br />

sich die Südstaatenmetropole den Titel<br />

innerhalb der USA nur mit Tuscon in Arizona.<br />

Über Jahrhunderte haben die kulinarischen<br />

Einflüsse indigener Stämme, von Spaniern,<br />

Mexikanern, Deutschen und anderen<br />

Europäern zu einer einzigartigen Küche<br />

geführt, die in San Antonio allgegenwärtig<br />

ist. Vor allem am River Walk, einer Promenade<br />

entlang der im Zentrum der Stadt liegenden<br />

Kanäle, findet sich ein riesiges Angebot an<br />

Restaurants, die neben Tex-Mex-Gerichten<br />

exzellentes Essen servieren. Ebenfalls in<br />

Downtown befindet sich eben jene zur<br />

Festung ausgebaute Missionsstation The<br />

Alamo, bei deren Verteidigung während<br />

des Texanischen Unabhängigkeitskrieges<br />

1835/36 die mexikanischen Truppen besiegt<br />

wurden. Gemeinsam mit vier weiteren<br />

Missionen gehört The Alamo zu den von der<br />

UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten San<br />

Antonio Missions.<br />

FOTO: VISIT SAN ANTONIO<br />

Nervenkitzel<br />

Für Freizeitpark-Fans sollte ein Besuch der<br />

Parks von Sixflag und Seaworld auf dem<br />

Programm stehen, die beide am Rande<br />

der Stadt liegen. Mit Fahrgeschäften und<br />

Achterbahnen wie Great White oder Batman:<br />

The Ride sorgen die Parks für einigen<br />

Nervenkitzel. Batmans kleinen Freunden<br />

kann man dagegen bei einem Besuch der vor<br />

den Toren San Antonios gelegenen Bracken<br />

Cave begegnen. In der Höhle lebt in den<br />

Sommermonaten eine bis zu 20 Millionen<br />

zählende Kolonie von Mexikanischen<br />

Bulldoggfledermäusen, die bei ihrem<br />

allabendlichen Ausflug den Himmel schwarz<br />

verfärben. Das Spektakel kann von Touristen<br />

jedoch nur auf einer von an wenigen Tagen<br />

im Jahr angebotenen Tour miterlebt werden,<br />

die man auf der Website des Bracken Cave<br />

Reserves buchen kann.<br />

Queere Szene<br />

Für schwule Nachtschwärmer lohnt der<br />

Besuch des Straßenblocks zwischen East<br />

Evergreen Street und North Main Avenue, der<br />

mit Regenbogenzebrastreifen als queeres<br />

Ausgehviertel markiert ist. Neben Läden für<br />

Mode und Fetisch-Accessoirs liegt hier mit<br />

dem Pegasus eine gut besuchte Bar, die im<br />

Sommer ihr Publikum mit Open-Air-Dragshows<br />

bei Laune hält. Höhepunkt des Jahres<br />

ist das „Pride Bigger Than Texas“ Festival &<br />

Parade, das <strong>2024</strong> am 29. Juni stattfindet.<br />

Bereits im Vorfeld feiert die Community den<br />

Pride-Monat mit Veranstaltungen wie einer<br />

Night out at the Zoo, Kulturveranstaltungen<br />

und kleineren Festivals. Höhepunkt ist eine<br />

um 21 Uhr beginnende Nachtparade, die<br />

sich an ein ganztägiges, im Crockett Park<br />

stattfindendes Fest anschließt und die<br />

ganze Vielfalt San Antonios feiert. *dax<br />

www.visitsanantonio.com<br />

FOTOS: DIRK BAUMGARTL


Männer. Und Meer.<br />

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ISRAEL


REISE<br />

PUERTO RICO<br />

INSEL MIT HERZ<br />

Die zum Territorium der USA gehörende<br />

Insel gilt als eines der LGBTIQ*-<br />

freundlichsten Reiseziele der Karibik.<br />

Nicht ohne Grund: Neben zahlreichen<br />

Bars in der Hauptstadt San Juan feiert<br />

Puerto Rico gleich in mehreren Städten<br />

Pride und setzt mit Regenbogen-<br />

Denkmälern ein deutliches Zeichen<br />

gegen Diskriminierung.<br />

Es ist ein Moment der Stille. Am Ende<br />

seiner „Queer Monuments“-Tour, auf<br />

der Antonio eine Gruppe queerer<br />

Touristen zunächst durch die Altstadt<br />

von San Juan, zum „Regenbogen-Tor“ am<br />

PULSE MEMORIAL<br />

PLAYA MAR CHIQUITA<br />

Hafen sowie zum Regenbogen-Pier im<br />

Stadtteil Cataño geführt hat, macht der<br />

schwule Stadtführer Halt im Parque del<br />

Tercer Milenio. Dort, ganz in der Nähe des<br />

beliebten Strandes Escambrón, steht das<br />

Denkmal für die Opfer des Anschlags auf<br />

Orlandos queeren Latino-Klub Pulse im<br />

Jahr 2016. Insgesamt 23 der 49 Opfer<br />

waren Puerto Ricaner. „Das Denkmal<br />

wurde auf Anregung der damaligen<br />

Bürgermeisterin Carmen Yulín Cruz<br />

Soto nur wenige Wochen nach dem<br />

Anschlag errichtet – als Zeichen gegen<br />

Homophobie und für Gerechtigkeit“, so<br />

Antonio. Mit seiner Firma Wanatourpr hat<br />

TOURGUIDE ANTONIO<br />

FOTOS: DIRK BAUMGARTL<br />

sich der 59-Jährige auf queere Touren<br />

durch Puerto Rico spezialisiert. Ausflüge<br />

zu queeren Stränden vor den Toren San<br />

Juans gehören dabei ebenso dazu wie<br />

Wanderungen durch den nahe gelegenen<br />

Regenwald El Yunque.<br />

Der gebürtige Puerto Ricaner liebt seine<br />

Heimat und ist seit 2018 lizenzierter<br />

Reiseführer. „Die Insel hat unglaublich viel<br />

zu bieten – egal ob Geschichte, Natur oder<br />

kulturelles Erbe. Dank der geringen Größe<br />

kann man auf Puerto Rico alles innerhalb<br />

von drei Autostunden erreichen“, so<br />

Antonio. Vor allem die jüngere Generation<br />

sei – im Gegensatz zur Bevölkerung<br />

anderer karibischer Inseln wie etwa<br />

Jamaika – queeren Menschen gegenüber<br />

sehr aufgeschlossen.<br />

Kultur & Strand<br />

Puerto Ricos Hauptstadt San Juan ist<br />

sowohl das kulturelle wie touristische<br />

Zentrum der Insel. Old San Juan – die auf<br />

einer Landzunge gelegene Altstadt, wird<br />

von einem mächtigen Fort dominiert, das<br />

im 16. Jahrhundert zur Verteidigung der<br />

1508 gegründeten Stadt errichtet wurde<br />

und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe<br />

zählt. Die engen Gassen mit ihrem<br />

blauen, einst aus England importierten<br />

Kopfsteinpflaster laden nachgerade dazu<br />

ein, ohne Stadtplan entdeckt zu werden.<br />

Bunte Häuser im Kolonialstil reihen sich<br />

an alte Paläste, Kirchen oder imposante<br />

Bauten wie das Ende des 17. Jahrhunderts<br />

errichtete Karmelitenkloster, das nach<br />

seiner Schließung erst als Bordell und<br />

heute als Luxushotel dient.<br />

FOTO: DISCOVER PUERTO RICO / CHASE WALKER


Im Kontrast zu Old San Juan ist der<br />

ein paar Kilometer östlich gelegene<br />

Stadtteil Condado ein Zentrum für den<br />

Tourismus. Hier findet man zahlreiche<br />

Hotels, Restaurants und Geschäfte. Am<br />

Atlantic Beach, einem breiten Sandstrand,<br />

befinden sich nicht nur Hotels wie<br />

La Concha oder Marriott, sondern auch<br />

das queere Hotel Tryst, dessen Terrasse<br />

am Strand am Wochenende ein beliebter<br />

Treffpunkt der Szene ist. Nicht weit vom<br />

Ocean Park Beach entfernt liegt das<br />

wohl einzige Gay-Resort der Karibik, in<br />

dem auch FKK erlaubt ist: Das Coqui del<br />

Mar ist ein kleines Gästehaus mit zehn<br />

Zimmern, kleinem Pool und Whirlpool,<br />

dessen Besitzer und Angestellte für eine<br />

freundliche Atmosphäre sorgen und<br />

zudem jede Menge Tipps für San Juans<br />

Nachtleben bereithalten. Dazu gehören<br />

etwa der beliebte LGBTIQ*-Nachtklub<br />

Kweens und Bars wie La Esquina de Polo,<br />

El Cojo, Temptation oder SX.<br />

Wilder Westen<br />

Im Gegensatz zu den meisten Karibikstaaten<br />

ist in Puerto Rico die Ehe für alle legal,<br />

auch Adoptionen für gleichgeschlechtliche<br />

Paare sind erlaubt. Als US-Territorium<br />

folgt die Gesetzgebung zum Großteil<br />

den Entscheidungen des Supreme Court.<br />

Zudem verfügt Puerto Rico sowohl über<br />

ein Antidiskriminierungsgesetz und deckt<br />

Transitionen über die Krankenkasse ab.<br />

Zu den Highlights im LGBTIQ*-Kalender<br />

gehört der Anfang Juni stattfindende Pride<br />

in San Juan mit einer Parade vom Parque<br />

del Indio bis zum Parque del Tercer Milenio<br />

und einer anschließenden Party am Strand<br />

von Escambrón. Ebenfalls beliebt ist der<br />

im Südwesten der Insel stattfindende<br />

Orgullo Boquerón. Viele Einheimische<br />

sind der Meinung, dass das Mitte Juni<br />

stattfindende Pride-Wochenende in<br />

dem kleinen Badeort wesentlich wilder<br />

und aufregender ist als in San Juan.<br />

Für queere Urlauber ist Boquerón auf<br />

jeden Fall einen Besuch wert und ein<br />

idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die<br />

Umgebung. Neben einem kilometerlangen<br />

Strand ist die angrenzende Calle Jose<br />

de Diego mit ihren Bars und Restaurants<br />

der ultimative Treffpunkt am Abend. Hier<br />

gibt es kaum ein Lokal, an dem nicht eine<br />

Regenbogenflagge oder ein -aufkleber<br />

signalisiert, dass LGBTIQ*-Gäste willkommen<br />

sind. Neben einer kleinen Brücke, die<br />

zum Strand führt, steht zudem eine kleine<br />

Stele in Regenbogenfarben.<br />

Unterwegs in Cabo Rojo<br />

Von San Juan nach Boquerón sind es<br />

etwa drei Stunden mit dem Auto. Dank<br />

gut ausgebauter Straßen und Mietwagenstandards<br />

wie in den USA ist das Reisen<br />

auf Puerto Rico völlig unkompliziert. Wer<br />

Zeit hat, sollte statt der Autobahn lieber<br />

die kleinen Küstenstraßen nehmen und<br />

Halt an einigen der schönsten Strände<br />

Puerto Ricos machen. Wer von San Juan<br />

die Nordküste Richtung Westen nimmt,<br />

kann beispielsweise einen Stopp am<br />

inoffiziellen FKK-Strand Boquillas oder<br />

dem sichelförmigen und von Felsen von<br />

der Brandung natürlich geschützten Playa<br />

Mar Chiquita einlegen. Weitere Badeorte<br />

auf dem Weg nach Boquerón und in die<br />

Region Cabo Rojo sind das malerische<br />

Isabela, der Strand von Aguadilla und die<br />

bei Surfern beliebte Küste von Rincon.<br />

Nicht weit von Boquerón gehört die von<br />

weißem Sandstrand gesäumte, ins türkisblaue<br />

Wasser flach abfallende Playa Buyé<br />

zu einem der schönsten Strände der Insel,<br />

den man an Wochenenden allerdings eher<br />

meiden sollte. Wer die Abgeschiedenheit<br />

eines Naturstrandes sucht, findet diese<br />

auf der kleinen Halbinsel Cabo Rojo. Ein<br />

ATLANTIC BEACH<br />

Besuch des unter den beiden Namen<br />

La Playuela bzw. Playa Sucia bekannten,<br />

halbkreisförmigen Strandes lässt sich<br />

außerdem mit einer kurzen Wanderung<br />

zu den steil abfallenden Klippen des Kaps<br />

und dem darauf stehenden Leuchtturm<br />

ideal verbinden. Die Aussicht: Atemberaubend.<br />

*dax<br />

www.discoverpuertorico.com<br />

REISE<br />

FOTO: DISCOVER PUERTO RICO / ROSARIO FERNANDEZ<br />

ALTSTADT VON SAN JUAN


REISE<br />

FOTO: AMAZONGLAMPING.COM<br />

BRASILIEN<br />

Dschungelcamp<br />

Er ist eines der faszinierendsten Ökosysteme<br />

der Erde: Im brasilianischen<br />

Regenwald lässt sich Biodiversität<br />

hautnah erleben. Divers und queer geht<br />

es aber auch in den Bars und Klubs der<br />

Millionenmetropole Manaus zu, deren<br />

einstiger Reichtum noch heute zu<br />

spüren ist.<br />

HERPETOLOGE IGOR<br />

Ein dumpfes Quaken hier, ein helles Zirpen<br />

dort, ab und an ein gellender Schrei. Die<br />

Musik der Nacht im Amazonas-Regenwald<br />

kann je nach Betrachtungsweise wunderschön<br />

oder extrem beängstigend sein. Wer<br />

sich nach Sonnenuntergang in das grüne<br />

Dickicht wagt, sollte seine Begleitung<br />

gut auswählen. Mit dem 27-jährigen Igor,<br />

ausgerüstet mit Gummistiefeln, einer<br />

hellen Stirnlampe und einer Machete,<br />

scheint man auf der sicheren Seite. Seit<br />

fünf Jahren lebt und forscht der schwule<br />

Herpetologe im Amazonasgebiet. Sein<br />

Spezialgebiet: Schlangen und Frösche,<br />

von denen es auf dem 300 Hektar großen<br />

Areal des Amazon Emotions Private<br />

Refuge jede Menge gibt. An die vierzig<br />

Amphibien- und zwanzig Schlangenarten<br />

hat er gemeinsam mit seinem Freund –<br />

auch er Biologe mit dem Schwerpunkt<br />

auf Amphibien – bereits nachgewiesen,<br />

darunter mindestens eine neue Art.<br />

Finanziert wird das Projekt, das Igor mit<br />

seinem Freund in Kooperation mit dem<br />

Amazonian Biodiversity Studies Centre<br />

(CENBAM) durchführt, von Vanessa Marino,<br />

Eigentümerin des Grundstücks und der<br />

darauf befindlichen Lodge. „Man kann nur<br />

schützen, was man kennt“, so Marino, die<br />

vor der Eröffnung über zwanzig Jahre lang<br />

Erfahrungen als Reiseveranstalterin für<br />

Natur- und Abenteuerreisen im Amazonasgebiet<br />

sammelte.<br />

Tukan, Jaguar & Co<br />

Die Nachtexkursion ist sicher eines der<br />

Highlights, die man während seines<br />

Aufenthalts im Dschungel erlebt. Neben<br />

Fröschen sind etliche Insekten wie Nachtfalter,<br />

Käfer und Ameisen unterwegs, kleine<br />

Reptilien wie Geckos oder Eidechsen findet<br />

man dagegen schlafend auf Blättern oder<br />

an Baumstämmen. Mit einer UV-Lampe<br />

macht sich Igor auf die Suche nach im<br />

Dunklen leuchtenden Pilzen, die er schließlich<br />

findet. Aber auch Insekten leuchten<br />

unter seiner Lampe in grellen Farben auf.<br />

Und mit etwas Glück bekommt man kleine<br />

Säugetiere wie Baumratten, Capivaras oder<br />

Gürteltiere zu Gesicht, während man Tapire<br />

oder gar den hier umherstreifenden Jaguar<br />

wohl kaum sehen wird.<br />

Ganz anders präsentiert sich der Regenwald<br />

bei Tag. Schon kurz vor Sonnenaufgang<br />

hört man die Rufe des Tukans, kleine<br />

Schwärme von Gelbbrustaras fliegen von<br />

Baumkrone zu Baumkrone, und was wie<br />

das Rauschen einer fernen Autobahn klingt,<br />

sind die territorialen Rufe einer Horde von<br />

Brüllaffen. Bei einem Dschungel-Trekking<br />

mit einem indigenen Guide und auf<br />

Wunsch in Begleitung von einem Biologen<br />

wie Igor lernt man vor allem die Pflanzenwelt<br />

des hier wachsenden Trockenwaldes<br />

kennen. Palmen, Farne, Lianen, Feigen- und<br />

Rosenholzbäume sind nur einige der


REISE<br />

TEATRO AMAZONAS<br />

FOTOS: DIRK BAUMGARTL<br />

insgesamt 16.000 Baumarten, die man im<br />

Amazonasbecken findet. Während in den<br />

Baumwipfeln Klammer- und Brüllaffen<br />

toben, fliegen zwischen den Baumstämmen<br />

schillernde Schmetterlinge, und auch<br />

winzig kleine grüne Pfeilgiftfrösche findet<br />

Igor dank seiner Erfahrung mühelos.<br />

Ganz privat<br />

Neben den Wanderungen durch den<br />

Regenwald stehen bei einem Aufenthalt im<br />

gut zwei Autostunden nördlich von Manaus<br />

gelegenen Amazon Emotions Private<br />

Refuge auch weitere Aktivitäten auf dem<br />

Programm. Vom Einkauf der Zutaten für<br />

das Abendessen auf einem lokalen Markt<br />

über Wanderungen zu den rund um die<br />

Kleinstadt Presidente Figueiredo gelegenen<br />

Wasserfällen und einem Workshop zum<br />

Kennenlernen des indigenen Kunsthandwerks<br />

bis hin zu einem kulinarischen<br />

Erlebnis mit Produkten aus der Region:<br />

Dass sich das Team der komfortablen<br />

Lodge ganz und gar seinen Gästen widmen<br />

kann, liegt daran, dass hier nur jeweils eine<br />

Gästegruppe beherbergt wird: Man ist<br />

entweder allein, als Paar, Familie oder eine<br />

kleine Gruppe von Freunden mit maximal<br />

acht Personen.<br />

beeindruckenden Theaters gehört ebenso<br />

zum Pflichtprogramm wie das Schlendern<br />

durch die von Gustave Eiffel entworfene<br />

stählerne Markthalle am Ufer des Rio<br />

Negro. Beide Gebäude sind Ausdruck<br />

jenes unermesslichen Reichtums, zu<br />

dem die Stadt und ihre Bewohner in der<br />

zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dank<br />

des boomenden Handels mit Kautschuk<br />

kamen und die der Stadt den Titel „Paris<br />

der Tropen“ einbrachten. „Für die Frauen<br />

dieser Zeit war es selbstverständlich, Mode<br />

aus Europa zu tragen. Das Hochzeitskleid<br />

meiner Großmutter, in dem sie 1911<br />

geheiratet hat, wurde damals in Brüssel<br />

gekauft“, erzählt Rui Franco de Sa. Der<br />

66-Jährige ist eine Institution im queeren<br />

Nachtleben von Manaus und Besitzer der<br />

Cabaret Disco sowie der schwulen Sauna<br />

Clube H2O. „Die Szene in Manaus ist groß,<br />

es gibt zahlreiche große und kleinere Bars,<br />

darunter die Discos 443 und Central<br />

Park. Darüber hinaus befindet sich in der<br />

Altstadt von Manaus der älteste queere<br />

SCHWULE BAR IN MANAUS<br />

Klub Brasiliens. Seit 1967 ist der TS Club<br />

bereits fester Bestandteil der Szene“, so<br />

Rui, die Stadt vor allem auch als kulturellen<br />

Schmelztiegel schätzt. „Viele Einwohner<br />

haben portugiesische oder britische<br />

Wurzeln, zudem lebt in der Stadt die<br />

größte japanische Gemeinde außerhalb<br />

von São Paulo, und natürlich spielt die<br />

indigene Bevölkerung der Amazonasregion<br />

eine bedeutende Rolle“, erzählt Rui. Über<br />

das Jahr verteilt sorgen Veranstaltungen<br />

wie der Karneval im Februar, das Amazonas<br />

Food Festival im <strong>März</strong>, das Opernfestival<br />

im <strong>April</strong> und Mai, ein Jazz-Fest im Juli, das<br />

Musikfestival Boi Manaus im Oktober und<br />

nicht zuletzt Silvester für Abwechslung.<br />

Mit Maomoon findet rund um den<br />

Jahreswechsel in und um Manaus ein<br />

mehrtägiges queeres Festival statt –<br />

inklusive Bootsparty und Ausflügen in die<br />

Umgebung. Damit der Dschungel noch<br />

bunter wird. *dax<br />

www.visitbrasil.com<br />

Paris der Tropen<br />

In der Großstadt Manaus steht dagegen<br />

die Kultur im Mittelpunkt. Aushängeschild<br />

der etwa 1,8 Millionen Einwohner zählenden<br />

Metropole ist das Teatro Amazonas,<br />

jenes am Silvestertag 1896 eingeweihte<br />

Opernhaus, das in Deutschland vor allem<br />

durch Werner Herzogs Film „Fitzcarraldo“<br />

(mit Klaus Kinski in der Titelrolle) eine<br />

gewisse Berühmtheit erlangte. Ein Besuch<br />

des mit seiner bunt gekachelten Kuppel<br />

und dem neobarocken Zuschauerraum


REISE<br />

SEYCHELLEN<br />

ABENTEUER & MEER<br />

Die Inselwelt der Seychellen bietet<br />

neben von Palmen bewachsenen Traumstränden<br />

auch jede Menge Natur. Die<br />

Boutique-Kreuzfahrtschiffe von Variety<br />

Cruises sind dank ihrer geringen Größe<br />

dabei ein idealer Ort, die ganze Vielfalt<br />

des Archipels kennenzulernen.<br />

Selten kommt man tropischen Seevögeln<br />

und uralten Riesenschildkröten so nahe wie<br />

auf der kleinen Insel Cousin im Indischen<br />

Ozean. Das zu den Seychellen gehörende<br />

Eiland steht unter besonderem Schutz.<br />

Über 300.000 Seevögel, darunter der<br />

seltene Seychellen-Rohrsänger, Feenseeschwalben,<br />

Tropikvögel und Noddis nutzen<br />

Cousin als Nistplatz und lassen sich auch<br />

von Touristen nicht aus der Ruhe bringen.<br />

Der Besuch auf der<br />

FOTOS: VARIETYCRUISES.COM<br />

Vogelinsel ist nur eines der Highlights, das<br />

man auf den Seychellen erleben kann.<br />

Insgesamt 115 Inseln gehören zu dem<br />

paradiesischen Archipel, der von tropischer<br />

Vegetation, weißen Sandstränden<br />

und Granitfelsen geprägt ist. Der wohl<br />

berühmteste Strand befindet sich auf der<br />

knapp zehn Quadratkilometer großen Insel<br />

La Digue. Regelmäßig schafft es der Anse<br />

Source d’Argent auf die Liste der schönsten<br />

Strände der Erde. Die von Granitfelsen<br />

gerahmten Buchten, die Palmen und<br />

das türkisblaue, warme Wasser sind aber<br />

auch fast zu schön, um wahr zu sein. Die<br />

Begegnung mit Riesenschildkröten gehört<br />

auf den Seychellen dagegen schon beinahe<br />

zum Alltag – bei einem Besuch der Insel<br />

Curieuse kann man sich in einer Aufzuchtstation<br />

über die Lebensweise<br />

der sonderbaren Reptilien informieren.<br />

Und auch für Botaniker haben die Seychellen<br />

ihren Reiz: In dem zum UNESCO-<br />

Weltnaturerbe gehörenden Vallée de Mai<br />

auf der Insel Praslin finden sich Reste eines<br />

prähistorischen Waldes, in dem sich eine<br />

einzigartige Tier- und Pflanzenwelt erhalten<br />

hat – allen voran die Seychellenpalme. Die<br />

Samen der nur auf drei Seychelleninseln<br />

wachsenden „Coco de Mer“ gelten als die<br />

größten im gesamten Pflanzenreich.<br />

Inselhopping mit Stil<br />

Wer die Seychellen in ihrer ganzen<br />

Vielfalt kennenlernen möchte, kann dies<br />

am besten an Bord eines Schiffes. Das<br />

Boutique-Kreuzfahrtschiff Pegasos der<br />

griechischen Reederei Variety Cruises, die<br />

unter anderen auch Routen in der Ägäis,<br />

Westaf<strong>rik</strong>a und rund um Tahiti anbietet,<br />

verfügt über 21 Kabinen und bietet damit<br />

Platz für bis zu 44 Gäste. Seit 1949<br />

ist es das Ziel der in dritter Generation<br />

geführten Reederei, ihren Gästen innerhalb<br />

von sieben Tagen einen tieferen Einblick<br />

in die jeweilige Destination und deren<br />

authentische Kultur, Küche, historische Orte<br />

und Naturwunder zu geben. Und das mit<br />

kleinen Schiffen, die dorthin gelangen, wo<br />

keine großen Kreuzfahrtschiffe hin dürfen.<br />

Zudem setzt Variety Cruises auf Diversität<br />

bei ihren Angestellten und Gästen. Ende<br />

Oktober 2023 fand auf den Seychellen<br />

die erste von Variety Cruises veranstaltete<br />

LGBTIQ*- Kreuzfahrt statt. Im Jahr 2019


REISE<br />

FOTO: DIRK BAUMGARTL<br />

komplett überholt, bieten alle Kabinen auf<br />

der Pegasos große Fenster, ein eigenes Bad<br />

mit Dusche, Klimaanlage, Flachbild-TV und<br />

Safe. Ein großzügiger Loungebereich lädt<br />

zum Entspannen ein, im Restaurant wird<br />

während der Kreuzfahrt überwiegend à la<br />

carte serviert. Auf der Karte stehen dabei<br />

vor allem lokale Spezialitäten wie Fisch<br />

und Meeresfrüchte, aber auch Fleisch und<br />

vegetarische Gerichte. Zusätzlich haben die<br />

Gäste die Möglichkeit, aus unterschiedlichen<br />

Getränkepaketen zu wählen. Neben<br />

den täglichen Landausflügen, die zum<br />

größten Teil bereits im Reisepreis enthalten<br />

sind, setzt die Pegasos immer wieder den<br />

Anker vor Korallenriffen oder Stränden, um<br />

den Gästen die Möglichkeit zu geben, die<br />

bunte Unterwasserwelt der Seychellen<br />

beim Schnorcheln zu erkunden. Dabei sind<br />

Begegnungen mit Meeresschildkröten,<br />

Rochen oder kleinen Riffhaien keine<br />

Seltenheit. Wer lieber im Trockenen bleiben<br />

möchte, entspannt derweil auf dem<br />

Sonnendeck oder gönnt sich einen Cocktail<br />

an der Bar. Für Abwechslung am Abend<br />

sorgen Informationsveranstaltungen über<br />

das Tagesprogramm sowie Livemusik und<br />

Auftritte lokaler Künstler. *dax<br />

www.varietycruises.com<br />

Der Asienspezialist Tischler Reisen hat<br />

neben der 7-tägigen Kreuzfahrt mit<br />

Variety Cruises jede Menge Hotels für ein<br />

entspanntes Vor- und Nachprogramm im<br />

Portfolio und kreiert individuelle Reisepakete<br />

inklusive An- und Abreise.<br />

www.tischler-reisen.de<br />

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ADVERTORIAL<br />

WAS BIETEN INNOVATIONEN IN<br />

DER HIV-THERAPIE?<br />

ERWARTUNGEN<br />

UND WÜNSCHE<br />

VON HIV-POSITIVEN<br />

MENSCHEN<br />

Früher zielte die HIV-Therapie hauptsächlich<br />

darauf ab, das Virus zu unterdrücken.<br />

Mit den Fortschritten in der medizinischen<br />

Versorgung hat sich der Fokus aber längst<br />

vom reinen Überleben hin zum gesunden<br />

Leben und Älterwerden mit HIV verschoben.<br />

Eine besondere Bedeutung hat dabei<br />

inzwischen die Verbesserung der<br />

Lebensqualität jedes Einzelnen. Um ein<br />

langes, zufriedenes und gesundes Leben<br />

zu führen, ist für HIV-positive Menschen<br />

nicht nur das Wissen um die eigenen, ganz<br />

individuellen Bedürfnisse besonders wichtig.<br />

So empfiehlt es sich für sie auch einmal<br />

zu hinterfragen, ob bestimmte Aspekte<br />

im Leben mit HIV als Herausforderung<br />

empfunden werden oder wie zufrieden sie<br />

mit der aktuellen Therapie sind.<br />

WELCHE HERAUSFORDERUNGEN<br />

KÖNNEN MIT DER HIV-THERAPIE<br />

VERBUNDEN SEIN?<br />

Mittlerweile gibt es groß angelegte Studien,<br />

welche die Erfahrungen und Wünsche von<br />

HIV-positiven Menschen beleuchten. In der<br />

„Positive Perspektiven 2“ Studie wurden<br />

beispielsweise weltweit 2.389 HIV-positive<br />

Menschen befragt.<br />

Dabei wurde unter anderem auch gefragt,<br />

mit welchen Herausforderungen Menschen<br />

mit HIV sich in ihrem Alltag konfrontiert<br />

sehen. Unter den 120 Befragten in<br />

Deutschland fühlt sich die Mehrheit<br />

beispielsweise durch die Einnahme der<br />

Medikamente täglich an die eigene HIV-<br />

Infektion erinnert und knapp die Hälfte<br />

verstecken ihre Medikamente 1 sogar, auch<br />

weil sie Angst von einem ungewollten<br />

HIV-Outing haben.<br />

DIE PERSÖNLICHEN BEDÜRFNISSE<br />

KENNEN<br />

Neben der einzigartigen Persönlichkeit<br />

hat jeder Mensch auch ganz individuelle<br />

Bedürfnisse, was die Gestaltung des<br />

eigenen Lebens betrifft. Für Menschen<br />

mit HIV ist es vor allem im Hinblick auf<br />

die HIV-Therapie wichtig, dass sie diese<br />

gut kennen: Denn je mehr man sich seiner<br />

eigenen Bedürfnisse bewusst ist, desto<br />

klarer wird man sich auch, ob die aktuelle<br />

HIV-Therapie diese überhaupt noch erfüllt.<br />

Ebenso wie viele andere Dinge im Leben<br />

können Bedürfnisse sich aber auch mit<br />

der Zeit verändern. Dies geschieht meist<br />

nicht über Nacht, sondern schrittweise<br />

und daher oft unbemerkt – das macht ein<br />

regelmäßiges Überprüfen so wichtig.<br />

WAS BIETEN INNOVATIONEN IN DER<br />

HIV-THERAPIE?<br />

Die Mehrheit der Menschen mit HIV ist der<br />

Überzeugung, dass sie von Innovationen in<br />

der Behandlung profitieren können. 2 Wenn<br />

beispielsweise die Einnahme der Tabletten<br />

täglich an die HIV-Infektion erinnert und<br />

man das als belastend empfindet, dann<br />

muss man das nicht einfach hinnehmen.<br />

Die Ergebnisse der „Positive Perspektiven 2“<br />

Studie zeigen beispielsweise, dass fast<br />

die Hälfte der Befragten offen für eine<br />

HIV-Therapie ist, die nicht täglich eingenommen<br />

werden muss. 2<br />

Knapp zwei Drittel der befragten Menschen<br />

mit HIV gaben sogar an, dass sie bereit<br />

wären, ein HIV-Therapie mit weniger<br />

Wirkstoffen bei gleicher Wirksamkeit<br />

einzunehmen. 2<br />

HIV ZU EINEM KLEINEREN TEIL IM<br />

LEBEN MACHEN<br />

Um eine hohe Lebensqualität zu erhalten,<br />

ist es also wichtig, dass Menschen mit HIV<br />

ihre eigenen Bedürfnisse kennen und diese<br />

vor allem auch ihren Ärzt*innen gegenüber<br />

äußern. Wenn die aktuelle HIV-Therapie<br />

diese Bedürfnisse nicht erfüllt, kann ein<br />

offenes Gespräch sehr weiterhelfen.<br />

Dank des medizinischen Fortschritts<br />

gibt es für die Vielfalt an persönlichen<br />

Wünschen und Erwartungen auch jeweils<br />

eine geeignete Therapie. Wenn man diese<br />

gemeinsam mit seinem/r Ärzt*in für<br />

sich findet, kann HIV dadurch zu einem<br />

kleineren Teil im eigenen Leben werden.<br />

Quellen:<br />

1<br />

Wigger A et al., Deutsch-Österreichischer<br />

Aids-Kongress 2021. Poster 46763.<br />

2<br />

Wigger A et al., 15. Kongress für Infektionskrankheiten<br />

und Tropenmedizin 2021. Poster P-037.<br />

NP-DE-HVU-ADVR-220004<br />

Weitere Infos sowie persönliche Geschichten zum Leben mit HIV findest du unter<br />

www.livlife.de


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