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UNSERE ATEMWEGE

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EINE UNABHÄNGIGE KAMPAGNE VON MEDIAPLANET

UNSERE

ATEMWEGE

Leben mit Lungenerkrankungen

Lesen Sie mehr auf www.gesunder-koerper.info

Moderne Asthmatherapie

Dauerhafte Beschwerdefreiheit ist

möglich, sagt Prof. Dr. Lommatzsch

NICHT VERPASSEN:

Chronische Rhinosinusitis

Prof. Dr. Haxel zu Symptomen, Diagnoseund

Therapiemöglichkeiten der Volkskrankheit

Seite 04

Seite 06

Leben mit COPD

Jens Lingemann wünscht sich als Betroffener

mehr Aufklärung über die Erkrankung

Seite 08

ATMEN SIE DURCH ...

MIT ZERTIFIZIERTEN

ATEMTHERAPEUT*INNEN

ATEM – Der Berufsverband e. V. | Möckernstraße 67 | 10965 Berlin | www.bvatem.de


2

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VERANTWORTLICH FÜR DEN

INHALT IN DIESER AUSGABE

Gulaim

Steinrötter

Das Leben beginnt

und endet mit

einem Atemzug.

Dazwischen

beachten wir die

Lunge kaum.

Zeit für mehr

Aufmerksamkeit!

IN DIESER AUSGABE

Industry Development Manager Health: Gulaim

Steinrötter, Geschäftsführung: Richard Båge (CEO),

Philipp Colaço (Managing Director), Alexandra Lassas

(Content and Production Manager), Henriette Schröder

(Sales Director), Designer: Lea Hartmann Mediaplanet-

Kontakt: de.redaktion@mediaplanet.com Coverbild:

Studio LH

Alle Artikel, die mit “in Zusammenarbeit mit“

gekennzeichnet sind, sind keine neutrale Redaktion der

Mediaplanet Verlag Deutschland GmbH.

facebook.com/MediaplanetStories

@Mediaplanet_germany

Please recycle

07

Nasenpolypen und Asthma

Warum diese zwei Krankheitsbilder

oft zusammen auftreten, erklärt

Prof. Dr. Klimek im Interview.

10

Alpha-1 oder COPD?

Ein einfacher Test gibt Klarheit, so Marion

Wilkens von der Gesellschaft für Alpha-1-

Antitrypsinmangel-Erkrankte e.V.

“Neustart für die Lunge“

Der Deutsche Lungentag, der in diesem Jahr zum 25. Mal stattfindet, ist eine wichtige

Institution, um die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Lunge und ihrer Erkrankungen

hinzuweisen und zu sensibilisieren. Dies ist aktuell wichtiger denn je, da die Lunge und

die Lungengesundheit für den modernen Menschen zentrale Relevanz hat.

Dr. Martin Ehlers

ist Facharzt für

Lungen- und

Bronchialheilkunde

sowie für Allergologie

in seiner Praxis

in Hamburg. Neben

seiner eigenen

Praxis leitet er das

Studienzentrum

Clinical Respiratory

Research in Hamburg,

das neue Behandlungsmethoden

für Menschen mit

Lungenerkrankungen

erforscht und

entwickelt.

So gehören das Asthma und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung

(COPD) mit einer Häufigkeit von jeweils

fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung zu den Volkskrankheiten.

Zudem befinden wir uns weiterhin mitten in der

Corona-Pandemie. SARS-CoV-2 wird über die Lunge aufgenommen,

vermehrt sich dort explosionsartig und unsere Lungen sind

der Ort der gefährlichen Komplikationen. Ferner sind unsere

Lungen tagtäglich einer Vielzahl von weiteren Angriffen ausgesetzt

wie Allergenen, aber auch durch die Luftverschmutzung,

also Stickstoffdioxid, bodennahes Ozon und Feinstaubpartikel.

Diesbezüglich veröffentlichte die EU-Umweltagentur im Frühjahr

2022, dass in Europa jährlich über 300.000 vorzeitige Todesfälle

durch Luftverschmutzung verursacht werden. Die Bedrohung

durch Luftverschmutzung für unsere Lungen wird durch den Klimawandel

mit Extremwetterlagen weiter verschärft.

Daten der Weltgesundheitsorganisation zu krankheitsbedingten

Todesfällen unterstreichen ebenso die Bedeutung der Lungengesundheit.

So waren 2019 die COPD die dritthäufigste, die Infektionen

der Lunge die vierthäufigste und Krebserkrankungen

der Atemwege die sechsthäufigste Todesursache weltweit. Angesichts

dieser Faktenlage wird offenkundig, dass sich jeder Mensch

intensiv(er) mit seiner Lungengesundheit beschäftigen sollte.

Ich möchte daher für einen „Neustart für die Lunge“ plädieren.

Wir sollten unsere Lungen in unseren gesundheitlichen Fokus

nehmen, sowohl jeder Einzelne mit individuellen Maßnahmen

als auch in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung und

Bewertung.

Jeder von uns kann durch einfache Maßnahmen seine Lungengesundheit

stärken, vor der schädigenden Umweltverschmutzung

schützen, sogar Lungenkrebs vorbeugen und seine Lungen widerstandsfähiger

gegen jegliche Angriffe machen. Dies gelingt unter

anderem durch eine gezielte (obst- und gemüsebasierte)

Ernährung, spezielle Gymnastik- und Atemübungen für Lunge,

Zwerchfell und Brustkorb sowie bewusste Aufenthalte an Naturorten

wie Wald und Meer oder die altbekannte Nasenatmung.

Hoffnungsvoll stimmt, dass deutliche Fortschritte in der schulmedizinischen

Behandlung von verschiedenen Lungenerkrankungen

erzielt werden, wie etwa die Anwendung der Immuntherapie

bei bestimmten Formen des Lungenkrebses oder die immunmodulatorische

Therapie beim (eosinophilen) Asthma. Es lohnt

sich daher, sich intensiv mit bestimmten Themen wie der Asthmakontrolle,

Betreuung und Behandlung der COPD-Patienten,

der allergischen Patienten mit ihren vielfältigen Problemen und

auch den seltenen Lungenerkrankungen auseinanderzusetzen.

Die folgenden Beiträge zum Lungentag geben hierzu eine aktuelle

Orientierung.

In Europa

werden jährlich

über 300.000

vorzeitige

Todesfälle

durch Luftverschmutzung

verursacht.

BUCHTIPP

Neustart für die Lunge –

Dr. Martin Ehlers (riva Verlag)

Wie Sie das lebenswichtige Organ

reinigen, stärken und verjüngen. Mit den

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beim Ein- als auch beim Ausatmen. Der Arzt bezeichnet dies als katarrhalische Erkrankung der

Atemwege. Die gereizte Bronchialschleimhaut und die entzündete Rachenschleimhaut versuchen durch

den Hustenreflex den oftmals zähen Schleim aus den Atemwegen heraus zu befördern. Je zäher der

Bronchialschleim ist, umso unangenehmer ist der Hustenreiz, da sich der Schleim nur schlecht von der

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Zu Risiken und Nebenwirkungen

lesen Sie die Packungsbeilage und

fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


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Wunderwerk Lunge

Text Paul Howe

Wir können mehrere Wochen ohne Essen, einige Tage ohne Trinken, aber nur wenige

Minuten ohne Sauerstoff überleben. Die Lunge ist unser zentrales Atmungsorgan und

sorgt für den lebenswichtigen Gasaustausch zwischen Körper und Umwelt.

300 Millionen Lungenbläschen

(Alveolen)

sorgen für die

Sauerstoffzufuhr.

Im Zigarettenrauch

finden sich neben

Nikotin rund

4.800 chemische

Substanzen, von

denen mehr als 70

krebserregend

sind oder im Verdacht

stehen, es zu sein.

Um den Sauerstoffbedarf

zu decken,

atmet der Mensch

fünf bis acht Liter pro

Minute durch seine

Bronchien,

bei Belastung sogar

120 Liter.

100 bis 140 Quadratmeter,

so groß wie ein Tennisplatz,

ist die von Lungenbläschen

und Kapillaren gemeinsam

gebildete Fläche.

Pro Minute

atmet ein Erwachsener

0,25 Liter

reines

Kohlendioxid

aus.

0,6 Liter Luft

atmen Erwachsene

pro Atemzug ein, diese

enthält rund 21 Prozent

Sauerstoff.

10.000

Liter Luft

werden pro Tag

eingeatmet.

Fünf bis sechs

Liter Blut

durchfließen pro

Minute die Lunge.


4

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Chronische Rhinosinusitis:

Eine Volkskrankheit?

Herr Prof. Dr. Haxel, was ist

der Unterschied zwischen

einer Sinusitis und einer

Rhinosinusitis?

Eine Sinusitis ist eine Entzündung der

Nasennebenhöhlen. Bei einer Rhinosinusitis

sind dabei nicht nur die Nasennebenhöhlen

betroffen, sondern meist auch die

Nasenschleimhaut. Sie macht sich durch

Schmerzen der Nasennebenhöhlen, Kopfschmerzen

und Druck auf den Augenoder

Kieferhöhlen bemerkbar.

Etwa jede:r Zehnte ist von chronischer Rhinosinusitis betroffen.

Über Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten

sprachen wir mit Prof. Dr. Boris Haxel, Direktor der Klinik

für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie am

Schwarzwald-Baar Klinikum in Villingen-Schwenningen.

Text Miriam Rauh

Halten die Beschwerden drei Monate

und länger an, spricht man von einem

chronischen Verlauf. Man unterscheidet

zwischen chronischer Rhinosinusitis

ohne und mit Nasenpolypen. Etwa drei

bis fünf Prozent der Bevölkerung sind

von der schweren Form mit Polypen betroffen.

Was genau sind Nasenpolypen?

Nasenpolypen sind Schleimhaut-Aussackungen,

die aus Wasser und entzündlichem

Gewebe bestehen. Sie verbreiten

sich meist von den Nasennebenhöhlen

aus bis in den unteren Nasengang, was

die Nasenatmung behindert. Patienten

haben eine verstopfte Nase, auch das

Riechen ist eingeschränkt.

Wie stark beeinträchtigen Polypen die

Lebensqualität?

Das Riechvermögen von Patienten mit Polypen

ist häufig im Vergleich deutlich stärker

eingeschränkt oder sogar aufgehoben.

Das beeinträchtigt sehr, denn auch der

Geschmackssinn leidet.

Einen Schnupfen kuriert man in der

Regel zu Hause aus – wann sollte man

zum Arzt?

Man kann zunächst versuchen, ob Nasenspülungen

eine Verbesserung bringen.

Auch abschwellendes Nasenspray

kann – wenige Tage angewendet – bei

akuten Beschwerden helfen. Halten

die Beschwerden länger als drei oder

vier Wochen an, sollte man zur weiteren

Abklärung zum HNO-Arzt gehen.

Kann man einen allergischen

Schnupfen von einer Rhinosinusitis

unterscheiden?

Bei Allergikern wird die Symptomatik

häufig durch Pollen ausgelöst. Der Pollenflug

findet zu bestimmten Zeiten

statt. Bei einer allergischen Rhinitis sind

Peaks zu beobachten, der Verlauf einer

chronischen Rhinosinusitis ist gleichförmiger.

Auch fehlen hier in der Regel

typische Begleitsymptome eines allergischen

Schnupfens wie tränende oder

juckende Augen. Weiteren Aufschluss

kann eine endoskopische Untersuchung

der Nasenschleimhaut geben.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Ist jede Altersgruppe von chronischer

Rhinosinusitis betroffen?

Im Prinzip ja, wobei wir selten

Kinder mit chronischer Rhinosinusitis

sehen. Patienten sind meist zwischen 30

und 60 Jahre alt, wenn erste Symptome

auftreten.

Welche Therapien sind möglich?

Basistherapie sind pflegende Spülungen

der Nase, auch cortisonhaltige Nasensprays

kommen bei der chronischen

Form zum Einsatz. Etwas seltener sind

Cortison-Tabletten das Mittel der Wahl.

Polypen müssen z. T. operativ entfernt

und die Öffnungen zu den Nasennebenhöhlen

geweitet werden.

Es ist möglich, dass die Polypen wiederkommen

und die OP nach einiger Zeit

wiederholt werden muss. Für Patienten,

die von häufigen Rezidiven betroffen

sind, gibt es neue Therapieansätze mit

einer medikamentösen Antikörpertherapie,

um das Riechvermögen wieder

herzustellen und die Neubildung von

Polypen zu verhindern bzw. Polypengewebe

wieder zurückzudrängen.

Gibt es etwas, das man selbst als

Betroffener tun kann?

Basistherapie

sind

pflegende

Spülungen

der Nase.

Die beste Möglichkeit zu helfen haben

HNO-Ärzte. Wir sind sehr froh,

Patienten, die seit vielen Jahren von chronischer

Rhinosinusitis mit Nasenpolypen

betroffen sind, nicht nur Operationen,

sondern auch neue medikamentöse

Therapieansätze anbieten zu können.

Die neue medikamentöse Therapie

kann für geeignete Patienten eine

Alternative zu Operationen sein.

Prof. Dr. med.

Boris Haxel

Direktor der Klinik für

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde,

Kopf- und

Halschirurgie am

Schwarzwald-Baar

Klinikum in Villingen-

Schwenningen


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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit SANOFI entstanden.

Fühlt sich an wie eine Erkältung,

geht aber weiter

Wenn der Geruchssinn

fehlt: „Es ist, als ob das

Leben nicht vollständig ist.“

Wer kennt ihn nicht, den Geruch nach einem

Sommerregen, den Duft vom frisch gemähten

Rasen oder den der Lieblingsblumen? Gerüche

umgeben uns täglich und beeinflussen unser

Leben – oft mehr, als wir denken. Stimmung,

Gefühle, Genuss, Erinnerungen – das alles ist

eng mit Gerüchen verbunden. „Der Geruch von

Sonnencreme auf der Haut, da bin ich sofort

zurückversetzt ans Meer, an den Badeurlaub

mit der Familie“, erzählt der Profifußballer Georg.

Riechen zu können, ist für ihn aber keine Selbstverständlichkeit.

Zeitweise hatte er den

Geruchssinn verloren, denn Georg leidet unter

chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen.

MAT-DE-2203710-1.0-08/2022

In Europa sind bei etwa elf Prozent der

Bevölkerung die Nasen- und Nasennebenhöhlen

dauerhaft entzündet,

bei rund einem Fünftel von ihnen

bilden sich zusätzlich Nasenpolypen. 1,2

Man spricht dann von einer chronischen

Rhinosinusitis mit Nasenpolypen

(CRSwNP). Eine ständig verstopfte Nase,

anhaltender Schnupfen, Gesichtsschmerzen,

Störungen des Riechvermögens oder sogar

ein vollständiger Verlust des Geruchssinns

sind für viele Patient*innen

Alltag. 3 Dabei wird der Verlust des

Geruchssinns meist als belastendes

Symptom wahrgenommen. „Nicht

riechen zu können, ist für mich,

als ob das Leben nicht vollständig

oder nicht mit allen Sinnen wahrgenommen

werden kann“, berichtet Georg.

Initiative für Betroffene

Über 1 Million Menschen in Deutschland

leiden an einer CRSwNP – trotzdem ist

die Erkrankung kaum jemandem ein Begriff.

Auch einige Betroffene können ihre

Symptome nicht einordnen. Angehörige

fühlen sich hilflos. Die deutschlandweite

Initiative „Neustart für die Nase“ möchte

dies ändern und mehr Aufmerksamkeit

und Verständnis für die Erkrankung

schaffen. Das Herzstück ist die „Duft des

Lebens“-Kampagne. Zusammen mit einer

Duft-Expertin von Frau Tonis Parfum

haben drei Patient*innen ihren persönlichen

Duft des Lebens kreiert. Das

Besondere: Alle litten zumindest zeitweise

am Verlust ihres Geruchssinns. Sie

haben ihren „Duft des Lebens“ aus Erinnerungen

an Düfte, die sie in dieser Zeit

besonders vermisst haben, erstellt. Sie

möchten von ihrem Leben mit CRSwNP

berichten und so auf die Erkrankung und

die Folgen für die Betroffenen aufmerksam

machen. „Ich konnte fast 40 Jahre nichts

riechen und habe dem Riechen weniger

Bedeutung zugemessen. Ich hatte mich

arrangiert damit, nichts riechen zu

können“, erzählt Silvia, CRSwNP-Betroffene

aus Berlin, und ergänzt: „Seitdem

ich wieder etwas riechen kann, ist

es sensationell, es ist ganz fantastisch,

wie ein neues Leben. Ich merke erst, was

mir gefehlt hat. Das war mir gar nicht so

bewusst.“

FOTO: ADOBE STOCK

Die Symptome einer CRSwNP ähneln

denen einer Erkältung. Allerdings werden

sie nicht nach einigen Tagen wieder verschwinden,

CRSwNP ist eine chronische

Erkrankung. Mit ihr geht zudem oftmals

langfristig ein großer Verlust der Lebensqualität

einher. Der über Wochen, Monate

oder sogar Jahre andauernde Schnupfen

strengt die Erkrankten an und erschwert

oftmals den sozialen Austausch – die

Angst vor Außenwahrnehmung führt bei

manchen Betroffenen dazu, dass sie sich

zurückziehen. „Schlafstörungen führen zu

Konzentrationsproblemen, einer verminderten

Leistungsfähigkeit und lassen den

Alltag zu einer Herausforderung werden.

Der Geruchsverlust schmälert wiederum

Freude und Genuss am Essen, oft auch an

Geselligkeit“, erklärt Prof. Dr. Boris Haxel,

Direktor der Klinik für Hals-Nasen-

Ohrenheilkunde des Schwarzwald-Baar

Klinikums in Villingen-Schwenningen.

Die Ursache einer CRSwNP ist noch nicht

vollständig geklärt. Im Gegensatz zu einer

Erkältung spielt aber in den meisten Fällen

eine Fehlregulation des Immunsystems

eine wichtige Rolle. Dies führt zu

der chronischen Entzündung der Nasenschleimhaut

und der Nebenhöhlen.

Diagnose CRSwNP – Was nun?

In den letzten Jahren hat sich bei den

Behandlungsmöglichkeiten einer

CRSwNP viel getan. Lange Zeit kamen bei

schweren unkontrollierten Formen nur

Kortisontabletten und Operationen zum

Einsatz. „Es gibt nun auch die Möglichkeit,

dass Patient*innen mit sogenannten

Biologika – also spezifischen Antikörpern

– behandelt werden können. Das war

ein Riesenschritt für die Behandler, aber

auch für die Patient*innen, die teilweise

auch schon mehrere Operationen durchgemacht

haben“, erzählt Prof. Haxel und

rät, beim Verdacht, an einer CRSwNP

erkrankt zu sein, unbedingt das Gespräch

mit einem HNO-Arzt oder einer HNO-

Ärztin zu suchen. Denn ohne eine Therapie

werden die Beschwerden nicht einfach

wieder verschwinden.

REFERENZEN

1

Hastan D et al. Allergy 2011; 66(9): 1216-1223

2

Stuck BA, et al. HNO 2012; 60(2): 141-162

3

Fokkens WJ, et al. Rhinology 2012; 50: 1-12

Auf aktiv-gegen-nasenpolypen.de gibt

es den Film zur "Duft des Lebens"-

Kampagne zu sehen. Außerdem finden

sich viele weitere Informationen über

die Erkrankung und Angebote wie Tipps

vom Experten, eine Arztsuche oder

ein Selbsttest.

Der neue Instagram-Kanal @Neustart_

Nase informiert über CRSwNP und was es

für die Betroffenen bedeutet, und lädt die

User ein, sich zu vernetzen und auszutauschen

– denn sie sind nicht allein.

@Neustart_Nase

informiert über CRSwNP


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Beschwerdefrei trotz

schwerem Asthma:

Geht das heutzutage?

Text Prof. Dr. Marek Lommatzsch

Eosinophiles Asthma -

Wenn einem plötzlich die Luft wegbleibt.

Arnaud Paciel hat eine schwere Form von Asthma.

Wie er damit lebt und was er Betroffenen rät,

lesen Sie im Interview.

Text Franziska Manske

Es gibt verschiedene Formen von

Asthma. An welcher leiden Sie?

Prof. Dr. Marek Lommatzsch

Sprecher des Deutschen Lungentages und stellvertretender Klinikdirektor,

Abteilung für Pneumologie im Zentrum für Innere Medizin,

Universitätsmedizin Rostock

Ich habe eosinophiles Asthma. Eosinophile

sind eine Untergruppe von weißen Blutzellen

und somit Teil des Immunsystems.

Bei Asthmatikern, die eine erhöhte Anzahl

von eosinophilen Granulozyten im Blut aufweisen,

können sie schwere Entzündungen

im Lungengewebe auslösen.

Asthma ist eine der häufigsten

Atemwegs- und Lungenkrankheiten

weltweit, in

Deutschland leiden über

fünf Millionen Menschen an dieser

Erkrankung. Etwa vier Prozent dieser

Patientinnen und Patienten leiden

an einem schweren Asthma: Hier kommt

es trotz intensiver Behandlung oft zu

starken Beschwerden, wiederholten

Krankenhausaufenthalten und in einigen

Fällen sogar zur Berufsunfähigkeit.

Zu den häufigsten Asthmasymptomen

gehören Luftnot, das Gefühl der Brustenge

und Husten (oft nachts), meist begleitet von

einem charakteristischen Atemgeräusch

(„Giemen“). Typisch für die Erkrankung

ist, dass die Intensität und Häufigkeit der

Beschwerden sehr wechselhaft sind und

von äußeren Faktoren (u.a. Wetterlagen,

Reizstoffe, Stress, Allergene) stark beeinflusst

wird. Die beiden häufigsten Asthmaformen

sind das allergische Asthma,

welches typischerweise in der Kindheit

und Jugend erstmals auftritt und oft mit

Allergien vergesellschaftet ist, und das

nicht allergische („intrinsische“) Asthma,

welches oft erst im Erwachsenenalter

(relativ abrupt) auftritt und häufiger

zu schweren Verläufen neigt: hierzu

gehört auch das sogenannte „eosinophile

Asthma". Beiden Asthmaformen

liegt eine chronische Entzündung der

Atemwege ursächlich zugrunde, welche

zu einer Überempfindlichkeit der Atemwege

und zu immer wiederkehrenden

(und potenziell lebensbedrohlichen)

Verengungen der Atemwege führt.

Bis weit in das 20. Jahrhundert bestand

die Asthmadauertherapie aus Medikamenten,

welche nur kurzfristig

Beschwerden lindern konnten oder

sehr nebenwirkungsreich waren. Bis

heute hält sich daher die Mär, dass

das immer wiederkehrende Auftreten

von Symptomen bei Asthma (insbesondere

bei schwerem Asthma) schicksalhaft

zu akzeptieren sei und dass die einzige

Alternative zur häufigen Nutzung

des „Asthmasprays“ nebenwirkungsreiche

Kortisontabletten seien.

Die Therapiemöglichkeiten von Asthma

haben sich in den letzten 50 Jahren aber

grundlegend gewandelt. Es gibt heute

hochwirksame Medikamente, welche

gezielt und nebenwirkungsarm (teils

sogar nebenwirkungsfrei) in die zugrunde

liegende Entzündung nachhaltig eingreifen,

und somit das Auftreten von Symptomen

verhindern können. Daher sind

Symptomprävention und langfristige Beschwerdefreiheit

heutzutage sogar bei

schwerem Asthma ein realistisches Ziel

geworden. Zu den antientzündlichen,

symptompräventiven Medikamenten

zählen insbesondere drei Gruppen:

(1) Die sogenannten inhalativen Steroide,

welche oft gepaart mit atemwegserweiternden

Substanzen inhaliert werden

und zu einer effektiven Kontrolle der

Asthmaerkrankung führen.

(2) Die Allergenimmuntherapie („Hyposensibilisierung“:

entweder als Spritze

oder Sublingualtablette), welche bei

Patienten mit allergischem Asthma die

zugrunde liegenden Allergien langfristig

reduzieren kann.

(3) Die sogenannten Biologika (meist

als Pen oder Spritze zur Selbstgabe alle

zwei bis acht Wochen zu Hause), welche

gezielt und hocheffektiv in die Entzündung

eingreifen und insbesondere bei

schwerem Asthma zu einer erheblichen

Symptomreduktion (teils bis zur Beschwerdefreiheit)

führen können.

Bis Ende des Jahres 2022 werden in

Deutschland schon sechs verschiedene

Biologika für die Behandlung von schwerem

Asthma zugelassen sein. Diese Biologika

können nicht nur Asthmasymptome verhindern

(häufiger Satz der Betroffenen:

„Ich habe ein neues Leben bekommen!“),

sondern haben oft auch einen positiven

Effekt auf typische Begleiterkrankungen

wie z. B. eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung

mit Nasenpolypen.

Voraussetzung für den Einsatz dieser

modernen Therapien sind jedoch das

Erkennen der genauen Asthmaform des

Patienten und die Auswahl einer für den

Patienten maßgeschneiderten Therapie:

Eine Einheitsmedizin für Asthma gibt es

nicht mehr.

Fazit: Moderne Asthmatherapie kann

mit nebenwirkungsarmen Medikamenten

Symptome dauerhaft verhindern und

ein angstfreies und normales Leben ermöglichen.

Dauerhafte Beschwerdefreiheit

trotz schwerem Asthma: Das ist

heutzutage möglich.

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und

Beatmungsmedizin (DGP) bietet Fortbildungsformate für

Ärztinnen und Ärzte und Gesundheitsfachberufe an. Es ist aber

wesentlich, dass auch Patientinnen und Patienten mit Asthma

die Symptome ihrer Erkrankung erkennen und über die

modernen Behandlungsmöglichkeiten informiert sind.

Der 25. Deutsche Lungentag findet

online am 24. September 2022 (11-13 Uhr) statt

und wird hier auch über die moderne Diagnostik und Therapie

von Asthma bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

informieren. Eine Anmeldung ist kostenlos möglich unter

www.lungentag.de.

Umfangreiches und kostenfreies Infomaterial finden Patient:innen

und Interessierte unter

www.pneumologie.de und www.atemwegsliga.de.

Der Grund, weshalb Menschen Asthma

entwickeln, ist noch nicht vollständig

geklärt, obwohl man weiß, dass

sowohl Gene als auch Umgebungsfaktoren

eine Rolle spielen. Können Sie

sagen, was bei Ihnen der Auslöser war?

Das weiß ich leider nicht. Bei mir ist das

Asthma erst sehr spät ausgebrochen. Ich

war schon 35 Jahre alt. Vorher hatte ich

keinerlei Probleme – weder Allergien noch

Probleme mit der Lunge oder der Atmung.

Ich habe sehr viel Sport gemacht,

bin Halbmarathon gelaufen.

Wann und wie hat sich Ihr Gesundheitszustand

verschlechtert?

Das war 2015. Plötzlich konnte ich nachts nur noch sehr schwer

atmen, ich habe kaum Luft bekommen. Es wurde immer

schlimmer, ich hatte große Angst und bin zum Arzt gegangen.

Der hat mich untersucht und mir Blut abgenommen. Anhand

des Blutbildes, eines Lungenfunktionstests und einer

Bronchoskopie wurde es dann diagnostiziert. Meine Lungenleistung

war damals bei gerade noch 50 Prozent. Zum Glück

war die Diagnose dann aber schnell da und mir konnte geholfen

werden.

Wie beeinflusst die Krankheit Ihren Alltag?

Arnaud Paciel

Patient mit Asthma

Ich trage immer ein

Notfallspray bei mir,

aber ich musste es

noch nie benutzen.

Heute zum Glück kaum noch. Ich kann ein normales Leben

führen. Natürlich trage ich immer mein Notfallspray bei mir,

aber ich musste es noch nie benutzen. Ich kann sogar wieder

Sport machen und eigentlich ein ganz normales Leben führen.

Es gibt eine Vielzahl an therapeutischen Hilfen, um Asthma

zu behandeln. Wie sieht Ihr Therapieplan aus und was hilft

Ihnen am besten, um so gut wie möglich mit der Krankheit

leben zu können?

Da ich eine schwere Form von Asthma habe, spritze ich mir,

zusätzlich zur täglichen inhalativen Therapie, alle zwei Wochen

Medikamente. Das ist eine Antikörpertherapie. Das hilft mir

sehr gut und ich bin sehr dankbar, dass es diese Therapien gibt.

Es heißt, dass jeder dritte Asthmapatient die Therapie

vernachlässigt. Wie ist das bei Ihnen und was raten Sie

anderen Betroffenen?

Es kommt vor, dass ich vergesse zu inhalieren, aber sehr selten

(lacht). Ich rate jedem, glücklich zu sein – auch mit Asthma.

Das Leben darf sich nicht um die Krankheit drehen, denn dafür

ist es viel zu schön!


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Nasenpolypen und Asthma –

in diesem Bereich wird viel geforscht

Nasenpolypen und schweres, eosinophiles

Asthma – diese beiden Krankheitsbilder

treten oft zusammen auf. Prof. Dr.

med. Ludger Klimek, Leiter des Zentrums

für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden,

erläutert Zusammenhänge und

Therapiemöglichkeiten.

Text Miriam Rauh

Prof. Dr. Klimek

Leiter des Zentrums

für Rhinologie und

Allergologie in

Wiesbaden

Bei Biologika, auch als

monoklonale Antikörper

bezeichnet, handelt es sich um

biotechnologisch hergestellte

Eiweißstoffe, die gegen bestimmte

entzündungsfördernde

Botenstoffe des

Körpers oder direkt

gegen Immunzellen

gerichtet sind.

Prof. Dr. Klimek, warum leidet

rund die Hälfte der Asthma-

Patient:innen – die Mehrheit

sogar mit schwerem, eosinophilem

Asthma – auch unter einer chronischen

Rhinosinusitis mit Nasenpolypen?

Zu den häufigsten Gründen, die zu

Asthma führen, gehören Störungen

von Immunreaktionen, die zu einer

sogenannten Typ-2-Entzündung führen.

Auch im Bereich von Nasen- und

Nasennebenhöhlen kommen diese

Arten von dauerhaften Entzündungen

und Störungen des Immunsystems

besonders oft vor.

In den Atemwegsschleimhäuten ist das

Immunsystem besonders stark ausgeprägt,

weil wir in diesem Bereich sehr intensiven

Kontakt zu unserer Umwelt haben.

Hier kann es zu Fehlreaktionen kommen

und das Immunsystem von Lunge, Nase

und Nasennebenhöhlen ist hierfür

besonders anfällig. Grundsätzlich kann

eine Erkrankung wie Asthma oder

chronische Sinusitis einzeln auftreten,

aber da die Störungsmechanismen im

Immunsystem der Atemwegsschleimhäute

ähnlich sind, besteht eine relativ

hohe Wahrscheinlichkeit, dass beide

Bereiche betroffen sind.

Wenn es Überschneidungen in den

Mechanismen der Erkrankung gibt,

gibt es dann auch Überschneidungen

in den Therapiemöglichkeiten? Und wo

liegen hier die Herausforderungen?

Gerade die schwer betroffenen Patienten

benötigen eine Betreuung sowohl vom

HNO-Arzt als auch vom Pneumologen,

teilweise sogar von spezialisierten Zentren.

Wenn die behandelnden Ärzte anhand

von Beschwerden und Ausprägungsgrad

sehen, dass eine ergänzende Behandlung

notwendig ist, werden sie diese einleiten –

der HNO-Arzt wird den Patienten zum

Pneumologen schicken und umgekehrt.

Man muss sich in der Regel als Patient

nicht selbst darum kümmern.

Biologika sind in der HNO-Praxis

noch relatives Neuland. Welche

Möglichkeiten bringt das mit sich

und wie ist der aktuelle Stand

der Forschung?

Der aktuelle Forschungsstand ist

glücklicherweise sehr erfreulich. Insbesondere

in Bezug auf eine Verbesserung

der Immunsituation ist

im letzten Jahr viel passiert, zum

Beispiel mit der Entwicklung der

Biologika, aber auch mit anderen

Medikamenten. Patienten dürfen die

Hoffnung auf weitere Verbesserung

der Behandlungsmöglichkeiten haben.

In diesem Bereich wird sehr viel

und sehr erfolgreich geforscht.

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GSK ist ein weltweit

führendes forschendes

Gesundheitsunternehmen

Unser Anspruch ist es Wissenschaft, Technologie und

Talent zu vereinen, um gemeinsam Krankheiten voraus

zu sein. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, in den nächsten

10 Jahren die Gesundheit von 2,5 Milliarden

Menschen zu verbessern.

Unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten

konzentrieren sich auf das Immunsystem, die Humangenetik

und Zukunftstechnologien. Wir behandeln und

schützen vor Krankheiten mit Impfstoffen und Medikamenten

für die Spezial- und Allgemeinmedizin.

Von der Grundlagenforschung, der klinischen Entwicklung

über die Produktion bis hin zur Vermarktung

unserer Produkte ist GSK eng mit dem Wirtschaftsund

Wissenschaftsstandort Deutschland verbunden:

So verfügt GSK hier über Standorte in München,

Heidelberg, Dresden und Marburg mit über 3.000

Mitarbeiter*innen.

NP-DE-NA-ADVR-220002; 09/2022 | © GSK/iStock


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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit

air-be-c Medizintechnik GmbH entstanden.

Leben mit

COPD

Für den weiteren Verlauf der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind zumeist mehrere Faktoren

entscheidend, die man als Betroffener zum Teil beeinflussen kann.

Text Jens Lingemann, COPD - Deutschland e.V.

1. Unbedingter und ausnahmsloser

Verzicht auf Noxen (Giftstoffe), insbesondere

Nikotin.

2. Wahrnehmung der regelmäßigen

Kontrolluntersuchungen.

3. Die Bereitschaft bei diagnostischen,

therapeutischen und medikamentösen

Maßnahmen mitzuwirken

sowie Therapietreue und konsequente

Einhaltung der Verordnungsvorschriften.

Dies gilt insbesondere auch in

Bezug auf eine durchzuführende

Langzeit-Sauerstofftherapie sowie auf

die nichtinvasive Beatmung.

4. Krankengymnastik, Atemtherapie,

Lungensport in Abhängigkeit vom

persönlichen Leistungsstatus, der

maßgeblich auch durch die Art der

Erkrankung, das Stadium derselben

und durch den IST-Zustand des

Patienten bestimmt wird.

5. Prophylaxe: Grippeschutz, Pneumokokken-Impfung

und Vermeidung

von Infektionsquellen.

6. Unbedingte Akzeptanz der

Erkrankung und das Lernen mit ihr

zu leben. Ab einem gewissen Stadium

der Erkrankung wird die Atemnot ein

permanenter Begleiter sein, wer dies

erkennt und annimmt, wird mit hoher

Wahrscheinlichkeit ein zufriedeneres

Leben führen können. Das wirkt sich

positiv auf die Psyche aus, was wiederum

den Verlauf der Erkrankung günstig

beeinflusst. Es ist nicht erstrebenswert,

durch eine möglichst große Menge von

Medikamenten wieder ohne Luftnot

leben zu können. Nach heutigem Stand

ist das nicht erreichbar.

Die Zeit möglichst

sinnvoll, positiv und

effizient nutzen.

Erstrebenswert ist hingegen mit einer

geringen Menge von Medikamenten eine

möglichst effiziente Wirkung herbeizuführen.

Was man hingegen sicherlich nicht

beeinflussen kann, ist das Schicksal. Wir

bedürfen, wie im Übrigen jeder, also auch

gesunde Menschen, eines Anteils von

Glück, um möglichst gut und lange zu

leben. Es kann also unter konsequenter

Einhaltung der zuvor genannten Punkte

und einer entsprechenden Portion

Glück durchaus gelingen, das weitere

Voranschreiten der Erkrankung deutlich

zu verlangsamen! Im Optimalfall sogar

für einen nicht zu kalkulierbaren

Zeitraum einzufrieren. Langfristig und in

letzter Instanz wird die Erkrankung bei

dem Einen schneller, bei dem Anderen

langsamer weiter voranschreiten.

Fazit: Entscheidend ist meiner persönlichen

Meinung nach bei einer schweren,

irreversiblen Erkrankung, sich nicht

ständig darüber Gedanken zu machen,

wie viel Zeit möglicherweise noch

verbleibt, sondern die verbleibende

Zeit möglichst sinnvoll, positiv und

effizient zu nutzen.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Unterwegs

mit Sauerstoff

Teilnahme am täglichen Leben –

eine Sauerstofflangzeittherapie

ist kein Hindernis.

Text Anja Spaja

Für die Versorgung von Sauerstoffpatienten

gibt es mehrere Möglichkeiten.

Lungenerkrankte mit hohem Bewegungsanspruch

sollten alle unterschiedlichen

Optionen bzw. Hilfsmittel

kennen. Familienbesuche, Arzttermine,

spontane Ausflüge, Schiffs- und Flugreisen,

Teilhabe am Arbeitsleben – alles ist möglich.

Mobile Sauerstoffkonzentratoren bieten

hierbei besondere Flexibilität. Sie nutzen

den Sauerstoff der Umgebungsluft und

geben ihn konzentriert ab. Im Gegensatz zu

Tanks oder Flaschen entfällt das Nachfüllen.

Betrieben werden die Konzentratoren mittels

Akkus oder (Bord-)Steckdose. Sogar

der Einsatz während des Ladevorgangs

ist möglich. Ersatzakkus bieten maximale

Unabhängigkeit. Tragetaschen, Rucksäcke

oder Caddys sorgen für einen komfortablen

Transport. Insgesamt stehen über zehn

unterschiedliche Modelle zur Auswahl –

das leichteste wiegt lediglich 1,3 kg.

Gut zu wissen: Eine Kostenübernahme

durch die Krankenkasse ist möglich.

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Jens Lingemann

COPD - Deutschland e.V.

Diagnose: COPD

mit Lungenemphysem

Interview mit

Jens Lingemann

CORONA & Grippe Care-Paket:

Präventions- und Inhalationsset

Zur präventiven Vermeidung von schweren

Verläufen, bestehend aus:

1 x Fingerpulsoxymeter OXY310

zur Messung der Sauerstoffsättigung

1 x Tiefeninhalation mit dem

Vernebler „AirForce One“

z.B. mit Mucosolvan (Ambroxol)

1 x Kontaktloses Fieberthermometer

NEU

Text Charlie Schröder

W

ann wurde bei

Ihnen COPD diagnostiziert?

Die Diagnose COPD

mit Lungenemphysem

im Stadium III Grenze

IV erhielt ich während meines langen

Krankenhausaufenthaltes im Sommer

2000 mit schwerer Exazerbation (Atemnot,

Beatmung, Koma). Im weiteren

Verlauf wiederholt auftretende Pneumothoraxe.

War es eine klare Diagnose?

Anhand sämtlicher durchgeführten

Untersuchungen konnte Asthma ausgeschlossen

werden. Auf den Röntgenbildern

und einer CT waren zudem

deutlich emphysematische Veränderungen

zu sehen, also ja.

Bis dato habe

ich sicherlich

einige Tausend

Veröffentlichungen

in Form von

Ratgebern,

Berichten und

Fachbüchern im

Internet gelesen.

Hatten Sie schon lange Beschwerden?

Retrospektiv betrachtet verspürte ich vor

meiner Diagnose mindestens fünf Jahre

sehr langsam zunehmende Atemnot.

Zudem erhöhte sich die Anzahl der auftretenden

akuten Exazerbationen bei

einer konstant fortschreitenden Gewichtsabnahme.

Mehr Informationen unter:

www.copd-deutschland.de

Viele erhalten „versehentlich“ die

Diagnose Asthma. Woran liegt das?

Diese Frage allgemeingültig zu beantworten,

ist nach meinem Dafürhalten

nicht möglich. In jedem Fall sind

von Atemnot, Husten und Auswurf

(AHA) Betroffene gut beraten, einen

Pneumologen oder eine Lungenfachklinik

aufzusuchen, um dort die notwendigen

Untersuchungen durchführen

zu lassen. Das sollte die

Wahrscheinlichkeit einer korrekten

Diagnose deutlich erhöhen. Darüber

hinaus gibt es auch Betroffene, die eine

Mischform von Asthma und COPD haben,

welche als ACOS bezeichnet wird.

Wie sind Sie mit der Diagnose

umgegangen?

Anfänglich waren mir die Begriffe

COPD und Lungenemphysem gänzlich

unbekannt. Während meines Krankenhausaufenthaltes

hatte ich begonnen,

patientenverständliche Fachbücher zu

lesen, um mir ein Basiswissen über

meine Erkrankungen zu verschaffen.

Bis dato habe ich sicherlich einige

Tausend Veröffentlichungen in

Form von Ratgebern, Berichten und

Fachbüchern im Internet gelesen.

Und was würden Sie anderen Betroffenen

raten?

Grundsätzlich vermeide ich es,

Betroffenen Ratschläge zu erteilen

oder von etwas abzuraten. Die Verhaltensweise,

die für mich gut

war bzw. ist, könnte eventuell bei

anderen zu negativen Ergebnissen

führen.

Man geht bei der COPD von einer

hohen Dunkelziffer aus. Woher

kommt das Ihrer Meinung nach?

Hierzu kann ich nur Vermutungen

anstellen:

a) Weil viele Betroffene erst dann

den Arzt aufsuchen, wenn die

Erkrankung weit fortgeschritten ist.

b) Weil Betroffene, wenn die Einschränkungen

sie dazu zwingen, zwar ihren

Hausarzt aufsuchen, aber die wichtige

Behandlung des Pneumologen vermeiden.

Was wünschen Sie sich für die

Zukunft?

Mehr Aufklärung über die möglichen

auslösenden Faktoren der

COPD und des Lungenemphysems.

Dass die Pneumologie in der Wahrnehmung

der politischen Entscheidungsträger

und in der Öffentlichkeit

einen ähnlichen Stellenwert einnimmt

wie z. B. Diabetes oder koronare

Erkrankungen. Dass Maßnahmen zum

Schutz Dritter, z. B. Nichtraucher,

schneller beschlossen und konsequent

umgesetzt werden.

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Alpha-1: Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur COPD

Die Krankheit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, kurz Alpha-1, hat in der Medizin diverse Bezeichnungen: „die

genetisch bedingte COPD“, „eine Form der COPD“ oder auch „vergleichbar mit einer COPD“. Aber stimmt

das so? Wird es den an Alpha-1 erkrankten Patienten gerecht und werden sie dann richtig therapiert?

Text Marion Wilkens

Marion Wilkens

Vorsitzende der Gesellschaft

für Alpha-1-

Antitrypsinmangel-

Erkrankte e.V.

Mehr Informationen

www.alpha1-

deutschland.org

W

ir, die Patientenorganisation

Alpha1 Deutschland e.V., setzen

uns seit Jahren dafür ein, dass

Alpha-1 als eigenständige Erkrankung

bekannter wird. So gibt es z. B. in Deutschland

noch immer keine eigene Leitlinie, an der

sich Ärzte orientieren könnten. Wir haben keine

COPD, unsere Lungenprobleme sind ähnlich,

aber sie ähneln auch denen der Asthmatiker.

Was wenige wissen: Einige unserer Symptome

stimmen auch mit denen der Fettleber überein,

wie kann das sein?

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel – Was ist das?

Bei der erblichen Stoffwechselkrankheit

Alpha-1 fehlt Betroffenen ein Eiweiß, das

sogenannte Alpha-1-Antitrypsin (AAT).

Dieses wird in den Leberzellen gebildet,

von dort gelangt es in den Blutkreislauf und

auch, wenn sich das Schutzeiweiß in allen

Körpergeweben finden lässt, spielt es vor

allem in der Lunge eine entscheidende

Rolle. Durch den fehlenden Schutz kann das

Lungengewebe im Laufe der Jahre zersetzt

werden. Die Stoffwechselkrankheit zeigt sich

daher vor allem durch

· Atemnot, zuerst nur bei Belastung – später

auch in Ruhe

· Husten, häufig zunächst in den frühen

Morgenstunden

· Auswurf, in vielen Variationen

Was in der Lunge zu wenig ist, ist in der Leber zu

viel. Bei Betroffenen polymerisiert (verklumpt)

AAT in der Leber und wird nicht mehr oder nur

teilweise ausgeschleust. Besonders auffällig

kann sich dies auch bei Säuglingen und kleinen

Kindern durch hohe Leberwerte und vergrößerte

Organe zeigen. Es besteht die Gefahr

einer Leberzirrhose, sowohl für Kinder als auch

für erwachsene Alphas. Das erklärt, warum

die Symptome (u. a. erhöhte Leberwerte) auch

denen der Fettleber ähneln können. Obgleich

Alpha-1 zu den seltenen Erkrankungen zählt,

schätzen Experten, dass allein in Deutschland

bis zu 20.000 vom schweren Mangel betroffen

sind.

Da die Hauptsymptome des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels

auch auf andere Krankheiten wie

COPD oder Asthma zutreffen, wird bei vielen

Betroffenen die genetisch bedingte Ursache

lange Zeit nicht erkannt. Ja, es gibt also viele

Gemeinsamkeiten zur COPD, wenn bei Alpha-1-

Patienten die Lunge betroffen ist.

An das Testen auf Alpha-1 zu denken, scheint

schwierig zu sein. Das Testen selbst ist heute

sehr einfach und die Erkrankung kann recht

schnell mittels einfacher Testmethoden nachgewiesen

bzw. ausgeschlossen werden.

Als Gendefekt ist die Erkrankung nicht heilbar,

es stehen aber verschiedene Therapiemöglichkeiten

zur Verfügung, um den Verlauf

des Lungenabbaus zu verlangsamen. Neben

bronchienerweiternden Mitteln kann auch

eine Substitutionstherapie helfen, bei der die

Patienten das fehlende Alpha-1-Antitrypsin

per Infusion erhalten. Für die Behandlung der

Leber stehen seit Kurzem erste experimentelle

Medikamente zur Verfügung. 2

„Fünf bis sieben Jahre durchschnittlich

bis zur Diagnose ist einfach zu lang,

wir hoffen, dass sich das ändert. Ein

einfacher Test gibt Klarheit, ob Sie

COPD oder vielleicht doch Alpha-1

haben.“

Unterschiede zur COPD und Gemeinsamkeiten

Die Gemeinsamkeiten mit der COPD haben

Vor- und Nachteile. Da die Medikamente zur Inhalation

dieselben sind wie zur Behandlung der

COPD, können wir Alpha-1-Patienten von neuen

Entwicklungen aus der Forschung profitieren.

Auch Behandlungen wie Lungensport, Atemphysiotherapie

und psychologische Begleitung

nutzen uns Alphas genau wie COPD-Patienten,

hier muss das Rad also nicht neu erfunden

werden. Der große Nachteil ist, dass viele

Alpha-1-Patienten noch immer unerkannt

unter den COPD-Betroffenen und Asthmatikern

stecken, denen dann nicht die optimale

Therapie zur Verfügung steht. Trauriger Fakt

ist, dass es im Schnitt fünf bis sieben Jahre

dauert, bis es zur richtigen Diagnose kommt,

eine lange Zeit für uns Alpha-1-Patienten.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Alpha-1

· Genetisch/ Vererbbar

· Lungen- und Leberbeteiligung

· Im Kindes- und Erwachsenenalter

möglich

COPD

· Überwiegend durch Zigarettenrauch

· Lungenerkrankung

· Im späteren Erwachsenenalter

REFERENZEN: 1 INTERNATIONAL JOURNAL OF COPD 2017:12 561FF, 2 N ENGL J MED 2022; 387:514-524

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Grifols entstanden.

Was haben COPD und

eine seltene Erkrankung

miteinander zu tun?

Ein einfacher Test kann

Gewissheit bringen.

Mehr Informationen und

einen ersten Selbsttest,

ob für Sie ein Risiko

besteht, finden Sie unter

www.pro-Alpha.de

DE-UBD-2200027

Auch in der Medizin ist nicht immer

alles so, wie es auf den ersten Blick

scheint. In Deutschland leiden

ca. 6,8 Millionen Menschen unter

Luftnot bei körperlicher Belastung, Husten

und Auswurf, den Symptomen, die bei einer

chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung

(COPD) auftreten. Jede*r Achte über 40 Jahre ist

davon betroffen. 1,2

Die häufigste Ursache für eine COPD ist

das Zigarettenrauchen. Heutzutage muss aber

auch das Rauchen von Shishas und E-

Zigaretten als Ursache einer COPD in Betracht

gezogen werden. Es gibt viele Schadstoffe,

die die Lunge schädigen und eine

COPD hervorrufen können.

Häufiges kommt häufig vor, und Seltenes

ist selten. Mit dieser Weisheit im Hinter-

kopf sollte auch bei einer häufigen

Erkrankung wie der COPD an seltene Ursachen

gedacht werden. Es gibt eine Veränderung

im Erbgut, einen Gendefekt,

der Ursache für die Entwicklung einer

schweren COPD sein kann, den Alpha-

1-Antitrypsin-Mangel (AATM). Die Symptome

eines AATM ähneln denen einer COPD 3 ,

die Ursache für AATM ist aber angeboren und

betrifft bis zu 3 % aller Menschen mit einer COPD.

Im Verhältnis zur sog. Raucher-COPD ist

das selten, aber wenn man das Vorkommen

der Genveränderung in der Bevölkerung

betrachtet, dann trägt jede*r Fünfzigste

diese Genveränderung mit sich herum. 4

Für rauchende Patienten mit dieser Genveränderung

kann es aber sehr viel

schneller zu den Symptomen einer COPD

FOTO: GRIFOLS

kommen. In Deutschland haben schätzungsweise

20.000 Menschen einen schweren

AAT-Mangel 5 , aber nur ungefähr 12,5 % 5,6

dieser Menschen sind diagnostiziert

und wissen von ihrer Erkrankung. Kommt

ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel also wirklich

so selten vor (bis zu 3 von 100 Menschen mit

COPD) oder wird zu wenig an diese

seltene Erkrankung gedacht und darauf

getestet?

Alle Patienten mit einer COPD oder mit einem

Asthma, das sich kontinuierlich verschlechtert,

sollten einmal im Leben auf

AATM getestet werden. Sprechen Sie mit

Ihrem Arzt. 7 Auch die beste Therapie

kann nur wirken, wenn die Krankheit

so früh wie möglich diagnostiziert wird.

Daran denken

– Testen –

Therapieren

Referenzen: 1 Pritzkuleit R et al., Erkrankungszahlen in der Pneumologie – eine Projektion bis 2060. Pneumologie 2010 | 2 https://www.copd-aktuell.de/wie-haeufig-ist-die-copd-eigentlich. | 3 Sandhaus Ra et al., The diagnosis and management of alpha-1 antitrypsin deficiency in the adult. Journal of Chronic

Obstructive Pulmonary Disease 2016; 3: 668–82. | 4 Blanco et al., Estimated numbers and prevalence of PI*S and PI*Z alleles of a1-antitrypsin deficiency in European countries. European Respiratory Journal 2006 | 5 Blanco et al., Alpha-1 antitrypsin Pi*Z gene frequency and Pi*ZZ genotype numbers worldwide:

an update. International Journal of COPD 2017 | 6 Schroth S et al. Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: Diagnose und Therapie der pulmonalen Erkrankung. Pneumologie 2009; 63: 335–345 | 7 Greulich, T. et al.: Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM) – Ein Expertenstatement. Positionspapier der DGP, 03.06.2020


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Dr. Brit Häcker

Pneumologin und

ärztliche Mitarbeiterin,

DZK Geschäftsstelle

Tuberkulose: Eine Infektionskrankheit

für die Geschichtsbücher?

Weltweit erkranken circa 10 Millionen Menschen jährlich neu an Tuberkulose. Die Erkrankung ist auch

heute noch eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Fünf grundlegende Fragen zu der

Infektionskrankheit werden hier beantwortet.

Text Webseite des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK), FAQ-Bereich; hier vertreten durch Dr. Brit Häcker

1. Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit und wird durch

langsam wachsende Bakterien verursacht, die Mycobacterium

tuberculosis heißen. Die Bakterien können durch Husten, Niesen,

Singen oder Sprechen von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Man schätzt, dass nach einer Infektion nur etwa fünf bis zehn Prozent

der Menschen krank werden. Zwischen Infektion und Erkrankung

können dabei Monate, manchmal sogar Jahre vergehen.

Ein Erkrankter entwickelt in der Regel erst einige Zeit nach der

Infektion Beschwerden.

2. Was sind die typischen Beschwerden?

4. Ist Tuberkulose lebensgefährlich?

Tuberkulose ist fast immer heilbar, wenn sie wirksam behandelt wird und alle

Medikamente nach Vorschrift eingenommen werden. Selten gibt es allerdings Erreger,

die nicht mehr auf alle Medikamente ansprechen oder andere Begleitumstände,

die eine Therapie schwierig machen. In Deutschland sind die Voraussetzungen gut,

Tuberkulose und auch resistente Tuberkulose erfolgreich zu behandeln. In anderen

Teilen der Welt sind die Voraussetzungen dafür oft nicht gegeben: Die Diagnose

Tuberkulose wird nicht oder viel zu spät gestellt, die richtigen Medikamente sind nicht

vorhanden oder die Betroffenen können sich eine effektive Therapie nicht leisten.

Eine Behandlung und Heilung einer Tuberkulose ist dann nicht möglich. Daher ist

Tuberkulose weltweit immer noch eine der häufigsten Todesursachen.

Menschen, die an Lungentuberkulose erkrankt sind, haben oft länger bestehenden

Husten und leichtes Fieber. Diese Beschwerden sind jedoch nicht spezifisch und

treten z. B. auch bei Erkältungen auf. Halten die Symptome jedoch über mehrere

Wochen an oder treten weitere Beschwerden wie starkes nächtliches Schwitzen,

ungewollter Gewichtsverlust oder Müdigkeit auf, sollte auch an Tuberkulose

gedacht werden. Dann ist es erforderlich, eine Röntgenaufnahme der Lunge zu

veranlassen. In selteneren Fällen kann Tuberkulose auch andere Organe befallen,

dann sind weitere Untersuchungen notwendig.

3. Kann Tuberkulose geheilt werden?

5. Gibt es Tuberkulose noch in Deutschland?

Tuberkulose war in der Nachkriegszeit, als es noch keine wirksamen Medikamente

gab, ein großes Problem in Deutschland. Durch verbesserte Lebensbedingungen und

eine wirksame medikamentöse Therapie ist Tuberkulose in Deutschland heute

selten geworden. Im Jahr 2020 sind knapp 4.000 Neuerkrankungen in Deutschland

aufgetreten. Durch Zuwanderung kann diese Zahl etwas schwanken, da Tuberkulose

in anderen Ländern viel häufiger vorkommt. Dennoch bleibt die Tuberkulose in

Deutschland weiterhin eine seltene Erkrankung.

Die Heilungschancen für Menschen mit Tuberkulose sind sehr gut, wenn die Diagnose

rechtzeitig gestellt wird und alle Medikamente konsequent und in ausreichender Dosierung für

die gesamte Behandlungsdauer eingenommen werden. Ist dies nicht der Fall, kann es zu einem

Therapieversagen kommen. Auch wenn man sich nach einigen Wochen gesund fühlt, ist die Therapie

über die gesamte Behandlungszeit notwendig. Nur so können alle Bakterien wirksam beseitigt werden.

Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeitende des

öffentlichen Gesundheitsdienstes

wie auch Erkrankte und Betroffene finden

weitere Informationen zu Tuberkulose unter

www.dzk-tuberkulose.de

weltweit ist mit

Tuberkulose (TB) infiziert.

JEDES JAHR

erkranken neu an TB

10

Etwa jeder vierte

Mensch

Millionen

Menschen

Darunter sind circa

Millionen

1,1 Kinder &

800.000

HIV-Infizierte

Menschen.

2,9

Millionen

Menschen

mit einer TB haben keinen

Zugang zu medizinischer Hilfe.

Jedes Jahr entwickeln fast

465.000

Menschen eine

medikamentenresistente TB.

Aber nur

1 von 3 erhält die

richge Diagnose & Therapie.

TB-Forschung &

TB-Entwicklung

sind weiterhin

STARK

UNTERFINANZIERT

TB

gehört

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INVESTIEREN.

Leben reen!

Tuberkulose

ist eine

Tröpfcheninfekon

Tuberkulose

ist mit einer

Kombinaon

aus

verschiedenen

Anbioka

heilbar

13

TOP

Todesursachen

der

weltweiten

Über 95 %

der TB-Fälle und Todesfälle

treten in Ländern des

Globalen Südens auf.

ARMUT

begünsgt eine

TB-Erkrankung durch

• Mangelernährung

• schlechte Hygienebedingungen

• enge Wohnverhältnisse

• fehlenden Zugang zu

medizinischer Versorgung

Weltweit

gibt es

1,9 Millionen

neue TB-Fälle, die auf

Unterernährung

zurückzuführen sind.

Die

DAHW

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Zugang zu Diagnose

Therapie und Begleitung

Unterstützung von

TB-Naonalprogrammen

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und Tuberkulosehilfe e.V.

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IBAN:

DE35 7905 0000 0000 0096 96

Grafik Dunkelblau: Global Tuberculosis

Programme, WHO, World TB Day 2022

Alle Daten WHO-TB-Report 2020 und 2021


Mehr zur

Lungenklinik unter:

asklepios.com/

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für das Wohlergehen unserer Patient*innen geben: Mediziner*innen, Pflegefachkräfte, Atmungs-,

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Bayerns größte Lungenfachklinik ist ein vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und

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Die Expert*innen für Pneumologie, Thoraxchirurgie, thorakale Onkologie, sowie Intensiv-,

Schlaf- und Beatmungsmedizin diagnostizieren und behandeln sämtliche Erkrankungen der Lunge

und der Atemwege.

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