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FineTobacco[+] 03|22

FREUDE AM LEBEN. SPASS AM GENUSS.

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finetobacco

FREUDE AM LEBEN. SPASS AM GENUSS.

[+]

03 | September | Oktober | November 2022 | 5,- €

COME BACK

DES JAHRES

DIE INTERTABAC

IST ZURÜCK

ZIGARRE

Die Maduro – so reif

wie ihr Raucher

PFEIFE&TABAK

Eine besondere

Beziehung

SPIRITUOSEN

Whisk(e)ys von

wo-anders


Rauchen kann tödlich sein

JETZT

NEU


EDITORIAL

Wenn einer

EINE REISE tut, dann

kann er was erzählen.

Liebe Leserinnen und Leser,

die Urlaubszeit ist so gut wie vorbei.

Die meisten von uns sind zurück in

heimischen Gefilden und schwelgen

wahrscheinlich noch in den Erlebnissen

auf den Bergen, in der Sonne

oder am Strand. Sehr wahrscheinlich

aber auch mit etwas Unbehagen, denn

Krieg und Pandemie lassen uns nicht

unbefangen reisen. Und doch geht

das Leben weiter. Wir neigen dazu, zu

verdrängen.

Auch FINE TOBACCO war viel unterwegs.

Gespräche mit interessanten

Menschen haben uns inspiriert, auch

wenn die Unterhaltungen meist mit

Substantiven wie Krieg, Pandemie,

Energiekrise, Inflation und weiteren

Ängsten und Befürchtungen begannen.

Wir befinden uns in unsicheren

Zeiten, das ist klar. Menschlich ist

aber auch, dass wir uns nach angenehmer

Ablenkung sehnen. Privat und

geschäftlich. Eine der ganz schönen

Ablenkungen erfuhr unser Autor

beim Besuch im Brenners Parkhotel

in Baden-Baden. Ein Smoking Room

der Extraklasse erwartete ihn und

im wunderbaren Rauch der Zigarre

eingehüllt konnte er die Genuss-Oase

in vollen Zügen genießen. Nicht

anders erging es uns beim Besuch der

diesjährigen InterTabac in Dortmund.

Nach zwei Jahren Zwangspause traf

sich die Tabakfamilie wieder. Herzliche

Freude kam dort auf. Freude, dass

man sich wiedersieht. Freude, dass

die Branche lebt und viel Neues und

Spannendes mit auf die größte internationale

Tabakmesse gebracht hat.

Gehen Sie mit uns durch die Messehallen

und entdecken Sie den Spirit.

Andere Reiseziele waren nicht

minder interessant und voller Gehalt.

So ist das Whisky Special entstanden.

Gehaltvoll allemal und im Detail

superspannend. Eine geschmackvolle

Reise haben die Teilnehmer bei der

Davidoff BBQ Tour unternommen und

Kiki Baron war auch wieder unterwegs.

Ihre Reisenotizen sind mittler-

weile Kult geworden. Einen „Tabakpflanzen-Kindergarten“

besuchte

Claudia Puszkar und mit besonderem

Augenmerk widmete sich Jan Röder

einer dunklen Schönheit: der Maduro!

Eine wundervolle Zigarren-Gala

nimmt Sie mit auf der Reise in die

Länder dieser besonderen Art.

Jens Meyer macht sich Gedanken

über „Partnerschaften“ von Pfeifen und

Tabak – und unsere Kaffee-Spezialistin

serviert heiße Geschmacksvarianten.

Sie können aber auch gerne George

Sand begegnen und sich von ihrer Persönlichkeit

beeindrucken lassen. Am

besten genießen Sie einfach Seite für

Seite dieser Ausgabe von FINE

TOBACCO. Und wenn Sie später noch

die eine oder andere aktuelle Geschichte

in Ihren Reisekoffer packen wollen,

dann schauen Sie doch bei www.bodosfinelife.de

vorbei. Da finden Sie auch

Inspiration und Genuss pur.

Ich wünsche Ihnen allen viel Vergnügen

beim Blättern und Lesen.

In diesem Sinne grüße ich herzlich

Ihr

Bodo Meinsen

Verleger FINE TOBACCO

FineTobacco[+] 03·2022 3


INHALT

46-47

Kikis Reisenotizen

DAS RAUSCHEN

DER SINNE

70-73

Kaffee-Raritäten

SIND DIE TEUERSTEN

AUCH DIE BESTEN?

16-21

Titelstory

COMEBACK DES JAHRES

10-14

Magazin

DAS KALEIDOSKOP

GUTEN GESCHMACKS

06- 08

CIigar Lounges

THE ART OF SMOKING

66-69

Manufakturen

HANDWERK, KUNST

UND HEISSE ÖFEN

22-25

Serie

HECHO A MANO III

4

FineTobacco[+] 03·2022


IMPRESSUM

80-82

Pfeife&Tabak

HARMONISCHE

PARTNERSCHAFTEN

INHALT

FineTobacco[+ ] 03|22

HERAUSGEBER + VERLEGER

Bodo Meinsen

VERLAG

MMM Medien Marketing Meinsen

Inhaber: Bodo Meinsen

Chiemseering 11

D-85551 Kirchheim bei München

Tel.: +49(0)89-90 52 90 72

Fax: +49(0)89-90 52 90 73

Redaktion: Der Genussverlag

Heinz Putschies

Schurichstraße 19.

D-81247 München

Tel.: +49(0)89-74 26 01 24

Fax: +49(0)89-90 52 90 73

CHEFREDAKTEUR

Bodo Meinsen (V.i.S.d.P.)

meinsen@genussverlag.com

ART-DIRECTION

Heinz Putschies

putschies@genussverlag.com

MITARBEITER DIESER AUSGABE

Kiki Baron, Carola Jaede, Jens Meyer,

Michael Peter, Claudia Puszkar, Stephan Rack,

Elmar Schalk, Wolfgang Specht

48-60

Die Maduro

EINE REIFE ZIGARRE

40-43

Raucherportrait

GEORGE SAND

BILDREDAKTION

Heinz Putschies

putschies@genussverlag.com

FOTOGRAFEN DIESER AUSGABE

Nina Bauer, Martin Graf, Studio Jan Roeder,

Paul Spierenburg

Titelfoto:

Adobe Stock

REDAKTIONSASSISTENZ

Petra Meinsen

ANZEIGENLEITUNG

Bodo Meinsen

VERTRIEB & ABONNEMENT-BESTELLSERVICE

MMM Medien Marketing Meinsen

Fax: +49 - (0)89 - 90 52 90 73

E-Mail: petra@medien-marketing-meinsen.de

DRUCK:

KASTNER AG das medienhaus

Schlosshof 2-6, D-85283 Wolnzach

32-39

Spirituosen

WHISK(E)YS VON

WO-ANDERS

ABONNEMENT-JAHRESBEZUGSGEBÜHR:

20,00 Euro (4 Ausgaben)

Anzeigenpreisliste auf Anfrage.

Alle Rechte vorbehalten. FINE TOBACCO[+] und

alle darin enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich

geschützt.

Eine Verbreitung ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung des Verlages zulässig. Für

unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial

wird keine Haftung übernommen.

FineTobacco[+] 03·2022 5


SMOKING•ROOMS

the art of

SMOKING

Brenners Park-Hotel & Spa

Schillerstrasse 4-6, D-76530 Baden-Baden

Tel: + 49 7221 900890

E-Mail: concierge.brenners@oetkercollection.com

6

FineTobacco[+] 03·2022


EINE HOTEL-IKONE

SEIT 150 JAHREN BRENNERS PARK-HOTEL & SPA IN BADEN BADEN

Zum 150. Geburtstag feiert das

Brenners Park-Hotel & Spa seine

wechselvolle Geschichte. Von familiärer

Wärme und luxuriöser Anmutung,

ewig jung und ewig faszinierend,

geht das Brenners zurück auf

die Übernahme durch Anton Alois

Brenner im Jahr 1872.

Ein Privileg für dieses wunderbare

Grandhotel: Seit seiner Eröffnung im

Jahr 1872 befand sich das Hotel im

Besitz von lediglich zwei Familien, die

mit Leidenschaft die Traditionen europäischer

Gastlichkeit pflegen.

Die 105 Zimmer und Suiten verströmen

Harmonie und Persönlichkeit,

wo man sich gerne zurückziehen

mag. Vorher sollten Connaisseurs

aber zwei ausgesuchte Genussoasen

im Haus besucht haben:

Die prächtige Oleander Bar, die

nach einem legendären Galopper benannt

wurde und im englischen Stil

Gediegenheit und hervorragende Getränke

bietet.

Für Zigarrengenießer bietet das

Brenners eine exquisite Cigar

Lounge, die ganztägig geöffnet ist

und den Genuss einer guten Zigarre

im Grandhotel ermöglicht. Tabakgenuss

wird also als Kulturgut

gesehen und Rauchen hat einen

festen Platz im Haus. Dazu ein gemütliches

Ambiente mit viel Platz

und einer sehr guten Ventilationstechnik.

Das optische Highlight der

Cigar Lounge ist der Humidor, der

das Klima über ein aufwendiges

Steuerungssystem reguliert, wie

es sonst nur im Fachhandel zu finden

ist.

Den Gästen des eleganten Grandhotels

wird Inspiration, Entspannung

und eine Auswahl feinster

Zigarren geboten. Abgerundet wird

das durchdachte Konzept der Cigar

Lounge mit exklusivem Service und

viel Liebe zur Tradition des „braunen

Goldes“. Passend zum Genuss

der Zigarre werden nämlich Cognac-,

Whisky- oder Weinraritäten

des Hauses gereicht – das Team

des Brenners Park-Hotel & Spa ist

über eine Service Klingel in der Cigar

Lounge erreichbar.

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SMOKING•ROOMS

HOTEL NEPTUN & SPA

5 STERNE AN DER OSTSEE – MIT DER HÖCHSTEN SMOKERS LOUNGE IM 19. STOCK

Seit einem halben Jahrhundert

gehört das Hotel Neptun zu Warnemünde.

Mit der Höhe von 64 Metern

direkt am weißen Ostseestrand ist es

das Wahrzeichen für die komplette

Region, wie das Café ‚Teepott‘ an der

Promenade oder der Leuchtturm mit

seinem Licht. Und zum Vorzeige-Hotel

mit überregionaler Strahlkraft:

vom „ersten Haus am Platz“ vor der

politischen Wende zum führenden

Wellnesshotel mit dem ersten Original-Thalasso-Zentrum

Deutschlands.

Dabei verfügt jedes der 338 Zimmer

und Suiten über einen Balkon

und Strandblick und ein anderes

Highlight des Hauses ist das spezielle

Leitungssystem, durch die das

Wasser der Ostsee direkt in den Pool

und in die Behandlungswannen des

Thalasso Zentrums geleitet wird. Einen

besonderen Genuss bietet die

Sky-Bar in 64 Meter Höhe mit einem

fantastischen Blick über die Ostsee

und dem touristischen Bereich von

Warnemünde. Wir Aficionados kön-

nen im Neptun auch dem Rauchgenuss

frönen und den Tabak in der

Smokers Lounge im Erdgeschoß

oder halt in der kleineren Lounge im

19. Stock genießen.

Hotel Neptun & Spa

Seestrasse 19

D-18119 Rostock-Warnemünde

Tel: + 49 381 777-0

www.hotel-neptun.de

8

FineTobacco[+] 03·2022


MAGAZIN

K@L€IdO∫KØP

Neuheiten für echte Genießer:

Ausgewählte Cigarren, Tabak und Spirituosen.

Italienische Vermählung am Gaumen

Toscano Master Aged Zigarren & Grappa Segnana

Bei einem guten Tropfen ins Gespräch

kommen und Gedanken in

Rauch auflösen lassen ist Genuss

pur. Perfekter Begleiter zu einem

edlen Trester ist die echt italienische

Zigarre Toscano. Highlight aus

der toskanischen Manufaktur sind

die MASTER AGED Longfiller Zigarren.

Salute!

Toscano Master Aged Serie 1

Klassisch, mit aromatisch-würzigem

Geschmack präsentiert sich

die MASTER AGED SERIE 1. Die

Einlage ist eine Komposition aus

den besten Kentucky-Tabaken der

Toskana, aus Tennessee und Kentucky.

Das intensiv-braune Deckblatt

stammt aus Italien und rundet

den kräftigen, vollmundigen Geschmack

ab. Die markanten Röstaromen

werden durch die lange

Reifezeit gemildert und fügen sich

harmonisch ein in das weiche und

fein austarierte Geschmacksbild,

das angenehme wie verblüffende

süßliche Aspekte erkennen lässt.

Grappa Segnana Solera di Solera

1860 gegründet, zählt Segnana

zu den legendärsten Marken unter

den Grappe. Dahinter steht die Familie

Lunelli, auch bekannt durch

die großartigen Ferrari-Sekte. Der

Grappa Segnana wird nach dem

traditionellen Wasserbad-Dampfverfahren

produziert, verwendet

werden ausschließlich erlesene

Trentiner Weintrester aus fünf unterschiedlichen

Jahrgängen. Gelagert

wird der Grappa nach dem

Solera-Verfahren in Sherry- und

Whiskyfässern. Die dunkle Farbe

sowie eine komplexe Aromatik mit

Noten von kandierten Früchten und

würzigen Nuancen verführen die

Sinne.

Die Kombination

Es ist ein beeindruckendes Gaumenspiel,

welches Zigarre und

Grappa miteinander eingehen. Die

überraschende Süße des Tabaks

spielt förmlich mit den Fruchtnoten

des Grappas, der wiederum den

kraftvollen Auftritt der Zigarre in

seine Schranken weist. So entwickelt

sich Zug um Zug und Schluck

für Schluck ein sich um Nuancen

veränderndes Geschmackserlebnis,

in dem zu Beginn beide dominieren

möchten. Aber rasch

verschmelzen beide zu einem außergewöhnlichen

Genusserlebnis,

das nachhaltig beeindruckt und

Lust auf mehr macht.

www.alles-andre.de

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FineTobacco[+] 03·2022


VILLIGER betreibt seit Oktober

2021 in Estelí, dem Mekka der

Cigarrenindustrie Nicaraguas, seine

eigene hochmoderne Handmade-Cigarren-Manufaktur.

Bereits im

letzten Jahrhundert

hat

VILLIGER 1888 NICARAGUA

Der neue Stern am Cigarren-Himmel im Hause VILLIGER aus Nicaragua

sich Nicaragua zunehmend bei der

Produktion von Handmade Cigarren

weiterentwickelt. Diese Entwicklung

ging auch zu Beginn der 2000er

Jahre einher mit dem zunehmenden

Ausbau der Tabakplantagen auf

hervorragenden Böden zu idealen

klimatischen Bedingungen. So entwickelte

sich Estelí mehr und mehr

zum Mekka der Cigarrenindustrie

Nicaraguas und als idealer Standort

für die Expansionspläne von

Heinrich Villiger. Die

Nähe zum wichtigsten

Handmade-Cigarren-Markt

der

Welt, den USA, tat ein

Übriges bei der Entscheidungsfindung.

Was also lag näher,

als eine zweite VILLIGER

1888 Linie zu entwickeln,

zumal man bei VILLIGER ja

nun den gesamten Produktionsprozess

selbst steuern und kontrollieren

kann.

Die wichtigsten Elemente bei der

Konzeptionierung einer neuen Marke

oder Linie ist die Zusammensetzung

der Tabake, die letztlich die

Stärke, das Aroma, aber auch den

Rauchverlauf, den Abbrand und so

den Geschmack bestimmen.

Die Auswahl an qualitativ hochwertigen

Tabaken aus Nicaragua

ist groß. Condega Seco, eher mittel

kräftig mit Kaffeearomen, Jalapa

Viso, mittelkräftig mit Brotaromen

und einem weichen Rauch, Estelí

Ligero, ein eher kräftiger Tabak mit

Pfefferaromen.

Nach der Komposition verschiedener

Tabake und umfangreichen

Smokers-Panels in Deutschland mit

bis zu 70 individuellen Testergebnissen

wurde es dann letztlich eine

hoch spannende Tabakkomposition.

www.villigercigars.com

BLING-BLING IM GIN-REGAL – Gin Gold 999,9

die die Blicke auf sich zieht und

einen luxuriösen Auftritt bietet.

Im Glas offenbart sich ein besonders

frischer, aromatisch-exotischer

Geschmack, der durch die Mazeration

ausgesuchter Botanicals und spanischer

Mandarinen entsteht. Der Gin

überzeugte bei der Vorpremiere im

Rahmen der Supermarkt Stars 2022

selbst Nicht-Gin-Fans, da er die Gin &

Tonic-typische Note und den Wacholder

vollmundig abrundet und eine

einzigartige beschwingt-leichte und

fruchtige Süße ins Glas zaubert.

Gin ist in den letzten zehn Jahren

immer mehr zum Trendgetränk

geworden und stellt sich mittlerweile

als eine der dynamischsten und

am schnellsten wachsenden Kategorien

der Spirituosenindustrie dar.

Inmitten der Vielzahl der Angebote

lanciert das spanische Unternehmen

Osborne im 250igsten Jahr seines

Bestehens einen innovativen Gin.

Er hat somit seinen Ursprung in

Spanien und wird in einer ikonischen

goldenen Flasche angeboten,

Gin Gold 999.9 ist ein Gin von

außergewöhnlicher Reinheit, der

nach den traditionellen Methoden

der Destillation und Mazeration

hergestellt wird. Der verwendete

Getreidealkohol französischen Ursprungs

wird fünffach destilliert.

Gin Gold 999,9, 40 vol%, 0,7 Liter. UVP 34,99 €

FineTobacco[+] 03·2022 11


MAGAZIN

»Stil leben« – das Herbstmotto bei VAUEN

WOOG

Das neue Designermodell WOOG

wurde in Monoblockoptik mit der

VAUEN-Partneragentur Brandis Industrial

Design entwickelt. Der Kopf

besteht aus hochwertigem Ceramic-Composite

und wurde in einem

aufwendigen 3D-Druck-Verfahren

hergestellt. Ein roter, eloxierter Aluring

wurde am Kopf eingearbeitet

und verleiht der Pfeife mit der roten

Zierlinie am Holm ihren sportlichen

Charakter. Der Tabakraum und das

Innere des Holms sind mit Bruyèreholz

ausgekleidet. Aufgrund ihrer

Balance eignet sich unsere moderne

WOOG auch als raffiniertes

Standpfeifenmodell.

Die WOOG ist auf 750 Stück limitiert und in

einer schwarz oder grau matten Ausführung

zu einem UVP von je 269,- € erhältlich

Tabak »Grandpa’s Blend«

Die neue Tabakkreation »Grandpa’s

Blend« ist eine milde Tabakmischung

aus Black Cavendish und

verschiedenen Virginia-Sorten mit

dem gewissen Extra. Die dezenten

Vanille-Aromen der Tonkabohne

harmonieren ideal mit der rauchigen

Karamellnote. Eine süß-herbe Verführung,

die zudem eine äußerst

angenehme Raumnote verströmt.

Verschiedene Schnittbreiten garantieren

einen gleichmäßigen Abbrand.

Der UVP für die 50g-Dose liegt bei 13,00 €

www.vauen.de

Drei Tage rund um die berühmte Habanosmarke

Die lang erwartete Feier zum 55.

Jahrestag von Cohiba, der bedeutendsten

und prestigeträchtigsten

Marke von Habanos, fand in der vergangenen

Woche in Havanna, Kuba,

statt. Drei Tage lang bot Habanos,

S.A. seinen Gästen ein umfangreiches

Programm, das mit einem

Begrüßungscocktail begann, gefolgt

von einem Besuch der Zigarrenmanufaktur

El Laguito und mit einem

spektakulären Galadinner endete.

Zwei Jahre nach dem letzten

Habano-Festival fanden sich 650

Havanna feierte die Cohiba

Liebhaber von Premium-Zigarren

zum Willkommenscocktail ein. Die

Teilnehmer erlebten einen magischen

Abend mit einer erlebnisreichen

Reise durch die mehr als fünf

Jahrzehnte erfolgreiche Geschichte

der Marke.

Am folgenden Tag wurde die

Zigarrenmanufaktur El Laguito

besichtigt, in der seit 1966 die

Vitolas der Marke Cohiba hergestellt

werden.

Den Abschluss bildete das exklusive

Galadinner mit 650 Teilnehmern

aus 43 Ländern, das sich auf die

Neuheiten konzentrierte, die Habanos,

S.A. im so genannten „Cohiba-Jahr"

präsentierte.

Die Gala war der Höhepunkt aller

Feierlichkeiten, die auf der ganzen

Welt anlässlich des 55-jährigen

Bestehens von Cohiba stattfanden.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1966 ist

Cohiba ein Synonym für Exklusivität,

Tradition und Qualität. Der Abend

endete mit einem Konzert des international

bekannten Musikers James

Morrison.

Leopoldo Cintra González, Commercial

Vice President von Habanos,

S.A., sagte: „Neben Luxus und

Exklusivität ist Cohiba ein Synonym

für die Arbeit und den Einsatz von

Generationen, die es geschafft

haben, sie zur weltweit bekanntesten

Habanos-Marke zu machen."

Während der Veranstaltung und zum

ersten Mal außerhalb des Rahmens

des Habano-Festivals, fand die

Versteigerung zweier einzigartiger

Humidore statt. Alle darin enthaltenen

Habanos wurden von den

besten Torcedores der Fabrik El

Laguito in „reiner Handarbeit" mit

Longfillern hergestellt. Der Erlös

geht vollständig an das kubanische

Gesundheitswesen.

Der Cohiba 55th Anniversary Humidor

erzielte bei der Auktion einen

sensationellen Preis von 2,8 Mio. €.

Er enthält 550 Habanos aus allen

Linien der renommierten Marke. Nur

die feinsten Materialien, wie Edelhölzer,

Perlmutt und Swarovski-Kristalle

wurden dafür verwendet.

www.5thAvenue.de

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FineTobacco[+] 03·2022


Ron Abuelo Two Oaks

Neu in Deutschland

Mit der Abfüllung „Two Oaks“

erweitert Ron Abuelo aus Panama

sein Rum-Portfolio nun auch

auf dem deutschen Markt. Mit der

Neuheit schlägt Ron Abuelo die

Brücke zwischen der klassischen

Range und Finish Collection und soll

anspruchsvolle Rum-Connaisseurs

begeistern.

Wie der Name schon verrät, lagert

dieser außergewöhnliche Rum für

12 Jahre in zwei unterschiedlichen

Fässern. Zunächst gereift in handverlesenen

Eichenfässern, erfolgt

sein Finish in einem erstbefüllten,

stark ausgebrannten amerikanischen

Fass aus Weißeiche, das aus

dem kalifornischen Napa Valley

stammt. Die Verwendung der beiden

Fasstypen bringt ein bemerkenswert

mildes Geschmacksprofil hervor.

Die besonderen Fässer werden

über einen Zeitraum von 60 Minuten

bei 180°C ausgebrannt, um die

Holzstruktur zunächst aufzubrechen.

Im Anschluss wird die Hitze

auf 220°C erhöht, um eine 8 mm

dicke Kohleschicht zu erzeugen.

Dieser zweistufige Prozess setzt die

im Holz gebundenen,

optimalen Aromen

frei, da die stärker

behandelte Oberfläche

dem Destillat erlaubt,

noch tiefer ins Holz

einzudringen.

Am Gaumen

schmeckt man

Holz-Noten, die

sich mit einer

einzigartig

rauchigen Süße

verbinden. Dazu

Aromen von Gewürzen,

Karamell

und gerösteten

Kaffeebohnen.

Ron Abuelo Two Oaks,

40 vol%, 0,7 Liter

UVP 49,99 €

Ein Cocktailklassiker wird neu gedacht

Negroni als trinkfertiges Genusserlebnis

Negroni ist ein

Ready to Drink-Revival

des klassischen

Cocktails,

der 1919 in Florenz

von Graf Camillo

Negroni und Bartender

Fosco

Scarselli

im aristokratischen

Caffè Casoni

erfunden

wurde. Heute

zählt Negroni

zu den

beliebtesten

Pre Dinner-Drinks

weltweit

und ist das

Sinnbild für

italienische

Mixkunst.

Der Bottega Negroni hat die charakteristische

rubinrote Farbe mit

zinnoberroten Reflexen. Im Bouquet

zeigt er sich elegant und trocken,

mit intensiven Zitrusdüften, speziell

von roten Orangen, und begleitet

von würzigen Kräuternoten. Er hat

einen Alkoholgehalt von 26% Vol.

und schmeckt am besten auf Eis bei

einer Trinktemperatur von 8° C.

Gemixt wird Bottega Negroni

aus drei hauseigenen, sorgfältig

hergestellten Produkten: Bottega

Vermouth Rosso, Bottega Bitter und

Bottega Bacûr Distilled Dry Gin,

Die sorgfältige Mischung dieser

drei hochwertigen Zutaten lässt

einen Negroni entstehen, der sich

durch die perfekte Balance zwischen

dezenter Süße, angenehmen Bitternoten

und der aromatischen Kraft

des Gins auszeichnet.

Bottega Negroni, 26 vol%, 0,7 Liter.

UVP 14,90 €

ENJOY

SMOKING

Zigarettenspitzen

mit Filter

Brenner &

Mundstück

in diversen

Varianten

www.denicotea.de

Integrierter

Kieselgelfilter

für

Schadstoffreduktion


MAGAZIN

Reposado 96 Estate Blend

AKRA darf mit Freude das Trio

der Reposado 96 Estate Blend mit

der „Colorado“ voll machen. Neben

den vom Markt bestens angenommenen

Connecticut und Maduro ist

mit der Colorado nun die dritte Variante

dieser sensationellen handgefertigten

Premium-Zigarren für

jeden Tag hier.

Alle Reposado‘s werden in der

meisterhaften Tabacalera AJ Fernandez

in Esteli Nicaragua gerollt und

überzeugen durch ein unvergleichliches

Preis-Qualitäts-Verhältnis, die

jeden Aficionado aus dem Stand

überzeugen.

Die erste Preziose aus dem vollmundigen

Trio ist die Connecticut

dem bekannten und beliebten Blend

aus nicaraguanischen und honduranischen

Tabaken, umgeben von einem

seidigen und glatten Connecticut

Deckblatt.

Die dunkle Maduro bildet mit ihrem

fermentierten Tabak aus Mexiko

einen wunderschönen optischen

Kontrast. Blend und Umblatt der

Maduro kommen ausschließlich aus

Nicaragua und verleihen ihr einen

sensationellen vollmundigen Geschmack.

Last but not least, der Neuzugang

im Trio, die Reposado Estate Blend

Colorado. Ebenso eine handgerollte

Zigarre, wie der Rest, mit einem nicaraguanischen

Filler, aber mit einem

würzigen Colorado aus Ecuador als

Deckblatt. So komponiert entsteht

eine milde bis mittelkräftige Zigarre,

die langsam und kühl abbrennt und

vollmundigen Geschmack besitzt.

Eine Zigarre die auch

Vertreter aus höheren Preiskategorien

nicht fürchten

muss und eine perfekte Alltags-Zigarre

darstellt.

Bei der Colorado stehen

die zart süßen Noten von

Zedernholz im Vordergrund,

die von Leder und erdigen

Akzenten begleitet werden.

Die dritte im Bunde garantiert,

wie auch der Rest der

Reposado-Familie ein ausgewogenes

Geschmackserlebnis,

sowie eine konstant

hohe Qualität zu einem ausgezeichnetem

Preis-Leistungsverhältnis.

Alle Reposados sind im

10er Bundle und einzeln cellophaniert

erhältlich.

Verfügbare Formate „Colorado“:

Robusto: KVP 2,00 €/Stück

Toro: KVP 2,30 €/Stück

Churchill: KVP 2,90 €/Stück

Handmade: Nicaragua

Einlage: Nicaragua

Umblatt: Nicaragua

Deckblatt: Colorado, Ecuador

www.akra-world.com

The Demon’s Share 12 Years Rum

14

Die Liebe von The Demon‘s Share

Gründer Marco Savio zum Rum

entfachte in den 1990er Jahren, als

er mit seiner kubanischen Verlobten

FineTobacco[+] 03·2022

durch Panama und andere mittelamerikanische

Länder reiste. Er

lernte viele Master Blender kennen

und eignete sich seitdem ein tiefes

Wissen um diese Spirituose an.

Auf die Idee „The Demon‘s Share“

zu kreieren, brachte ihn eine Whiskywerbung,

in der es um den sogenannten

Angel‘s Share ging – dem

Anteil eines Destillats, der bei der

Reifung durch die Poren der Fässer

verdunstet.

Der bernsteinfarbene Rum ist in

der Nase warm und üppig. Am Gaumen

feines Süßholz, Zimt und Vanille.

Kräftig und doch raffiniert, überzeugt

dieser Rum mit seiner Ausgewogenheit

und einem Hauch von Kaffee und

Kardamom im Abgang.

Am besten pur genießen bei 16-

18 Grad. Auch ‚on the rocks‘ oder für

rumbasierte Cocktails gut einsetzbar.

The Demon’s Share 12 Years Rum,

41 vol%, 0,7 Liter. UVP 49,- €


THE SPIRIT OF

NICARAGUA

Auf Vulkanböden gewachsen.

Zur Perfektion gereift.

Meisterlich in unserer

Manufaktur von Hand gerollt.


TITELSTORY

16

FineTobacco[+] 03·2022


COMEBACK

DES JAHRES

In Dortmund traf sich die Tabakwelt

Erstmals nach zwei Jahren öffnete die Dortmunder Messe wieder die Tore

und Hallen für die Tabakbranche. Die InterTabac, die gemeinsam mit der

InterSupply stattfindet, begrüßte über 600 Aussteller aus 69 Ländern und

mehr als 12.000 Fachbesucher freuten sich über Vielfalt, gute Gespräche

und das Wiedersehen mit Freunden. Text und Fotos: Bodo Meinsen

FineTobacco[+] 03·2022 17


TITELSTORY

Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin

der Westfalenhallen Unternehmensgruppe,

war sichtlich

erleichtert: „Das sehr gute Ergebnis

und die durchweg positiven

Stimmen aus der Branche zeigen,

dass das Messe-Duo in Dortmund

auch nach der Zwangspause weiterhin

der wichtigste Treffpunkt

der internationalen Tabakbranche

bleibt.“ Die Erleichterung ist

angebracht, denn niemand wusste,

wie sich die Abstinenz durch

die Corona-Pandemie im Detail

auswirken wird. Einige namhafte

Firmen verzichteten auf eine

Messepräsenz, da man sich in

den vergangenen zwei Jahren

alternativ orientieren musste

und diesen Weg vorerst weiterverfolgt.

Neue Aussteller resultierten

stark aus dem Bereich

Next-Generation-Products und

das sind vor allem Vaping, E-Zigarette

und E-Liquids. Aktuell

gesellen sich auch potenziell

risikoreduzierte Produkte und

Cannabidiol dazu. Shisha-Anbieter

zeigten sich ebenfalls wieder

in großer Anzahl. „Die Rahmenbedingungen

waren schwierig.

Die weltpolitische Lage, stockende

Lieferketten, die Corona-Pandemie

und Probleme bei der

Visumsvergabe stellten die Teilnehmer

und uns als Veranstalter

vor enorme Herausforderungen.

Gerade vor diesem Hintergrund

sind wir überaus zufrieden damit,

dass wir erfolgreich an 2019

anknüpfen konnten“, berichtet

Sabine Loos und verweist auf

die hohe Austellerzufriedenheit.

FINE TOBACCO hat viele Impressionen

von der InterTabac

mitgebracht. Wir haben uns speziell

in den Hallen umgesehen,

in denen Zigarren und Zigarillos

aus Manufakturen präsentiert

wurden, sowie hochwertige Designs

für Pfeifenliebhaber. Auch

wenn einige bedeutende Unternehmen

fehlten, so entdeckten

wir eine bunte Vielfalt und spannende

Neuheiten. Christoph A.

Puszkar, Marketingchef der 5th

Avenue Products Trading GmbH,

Sabine Loos

fasst es so zusammen: „Die InterTabac

ist für uns die ideale

Plattform, um uns zu präsentieren

und mit unseren Kunden den

Kontakt zu pflegen. Nach zwei

Jahren Corona-Pause ist es ein

schönes Erlebnis, bekannte Gesichter

aus der Branche endlich

wieder treffen zu können. Die

Messe ist meiner Meinung nach

nicht nur eine Bereicherung für

uns als Unternehmen, sondern

auch eine spannende Erfahrung

für mich als Fachbesucher.“

Mirko Lorenzi, Managing Director

der Villiger Söhne GmbH,

den wir gemeinsam mit seinen

beiden Kollegen Felix Wallenhorst

und Michael Blumendeller

am Villiger-Stand trafen formulierte

es so: „Wir kommen seit

vielen Jahren zur InterTabac. In

den letzten Jahren konnten wir

uns nur online treffen, hier fühlt

es sich an wie früher. Es trifft

sich die gesamte Branche, um

neue Produkte vorzustellen, alte

Christoph A. Puszkar

von Links nach rechts: Felix Wallenhorst Mirko Lorenzi Michael Blumendeller

Kontakte zu pflegen und die Zigarrenbranche

zu feiern. Das gibt

einen neuen Motivationsschub.

Es ist faszinierend, wie bunt die

Tabakwelt in den vergangenen

Jahren geworden ist.“ Und auf

unsere Frage, ob denn auch in

Zukunft die InterTabac für Villiger

einen hohen Stellenwert

einnimmt, betont Lorenzi „dass

liegt in unserer Hand, dass wir

diese Messe wertschätzen und

sehen uns auch in der Pflicht, die

Branche mit unserer Mitwirkung

zu unterstützen.“ Ein schönes

Statement, wie wir finden, denn

in Zeiten wie diesen ist es nicht

selbstverständlich.

Eine gewisse Spur der Verunsicherung

hinterließ auch

die Pressekonferenz, an der

verschiedene Verbände der Tabakindustrie

auf dem Podium

präsent waren. Westfalenhallen

Pressesprecher Robin Uhlenbruch

eröffnete diese und Sabine

Loos begrüßte eine durchaus

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TITELSTORY

stattliche Anzahl von interessierten

Medienvertretern. Verständlicherweise

dominierte bei

den Ausführungen der Verbändevertreter

die aktuelle weltpolitische

Situation, aber auch die

„hausgemachten politischen Regulierungsthemen

aus Brüssel“

lieferten Zündstoff. Michael von

Foerster, Hauptgeschäftsführer

des Verbandes der Deutschen

Rauchtabakindustrie (VdR) dazu:

„Die weltweite Lage bleibt durch

den Krieg in der Ukraine und die

Corona-Krise weiter angespannt.

Umso wichtiger war es, daran

festzuhalten, die InterTabac 2022

durchzuführen. Auf der diesjährigen

Messe hat sich wieder gezeigt:

Familiengeführte Betriebe

mit über Generationen gereiftem

Wissen rund um Tabak bilden

das Herzstück der deutschen Tabakindustrie.

Diese gilt es nun zu

schützen, damit auch in Zukunft

mittelständische Handwerkskunst

so eindrucksvoll wie in

diesem Jahr auf der InterTabac

vertreten sein wird.“ Er spielte

in seinem Schluss-Statement

auf seine Mahnungen während

der Pressekonferenz an, die er

an die Europäische Kommission

richtete. Er appellierte, dass man

die Regulierungsschraube für

Tabakprodukte nicht weiterdrehen

sollte, denn „die Tabakbranche

ist durchaus systemrelevant,

weil sie absolut fiskal-relevant

ist.“ Mit annähernd 20 Milliarden

Euro brutto trägt die Branche

erheblich an den Gesamt-Steuereinnahmen

in Deutschland

bei. Auch seine Verbandskollegen

stießen ins gleiche Horn:

Jan Mücke vom Bundesverband

der Tabakwirtschaft und neuartiger

Erzeugnisse (BVTE) sprach

von einem geplanten „Regulierungs-Overkill“,

Torsten Löffler

vom Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels

(BTWE)

meinte: „Um Qualität und Quantität

des Tabakwaren-Handels

auch in Zukunft sicherzustellen,

darf ihm die Luft zum Atmen

nicht genommen werden.“ Und

Bodo Mehrlein, Geschäftsführer

des Bundesverbandes der

Zigarrenindustrie (BdZ) machte

deutlich, „dass man eine angemessene

Berücksichtigung

produktspezifischer Besonderheiten

durchführen sollte.“ „Bei

Zigarren und Zigarillos handelt

es sich um reine Genussartikel,

die meist von Männern gehobenen

Alters und auch nur gelegentlich

geraucht werden. Eine

Jugendschutzproblematik besteht

nicht. Zudem werden die

mittelständischen Unternehmen

der Zigarrenbranche von den

aktuellen Entwicklungen wie

Corona, Ukrainekrieg und Energiekrise

in besonderem Maße

belastet. Hinzu kommen hohe

Investitionen zur Umsetzung der

EU-Richtlinie Track & Trace als

verpflichtendes System, welches

der Nachverfolgung von Produktions-und

Lieferwegen dient. Vor

diesen Hintergründen sind weitere

Regulierungsmaßnahmen

in Deutschland und besonders

auf EU-Ebene nicht angebracht.

Die Politik sollte in den nächsten

Jahren auf Maßnahmen, die

die Wirtschaftlichkeit unserer

Unternehmen beeinträchtigen,

dringend verzichten.“

Für uns alle als Liebhaber

feiner Zigarren, Zigarillos, Pfeife

und Tabak klingen die Mahnungen

möglicherweise leicht überspitzt,

aber leider hat uns die

Vergangenheit immer wieder gelehrt,

dass ideologische Zielsetzungen

gegen den Tabakgenuss

unbeirrt fortgesetzt werden. Die

vielgenannte Mündigkeit der

Bürger wird weiterhin in Zweifel

gesetzt und wir alle sollten uns

selbstbewusst entgegenstellen.

Wir wollen uns weiterhin an den

facettenreichen Produkten der

Tabakwelt erfreuen und als erwachsene

Menschen auch verantwortungsvoll

damit umgehen.

Nicht mehr und nicht weniger.

von Links nach rechts: Torsten Löffler, Bodo Mehrlein, Jan Mücke, Sabine Loos, Michael von Foerster

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SERIE•HECHO A MANO

oben: Beinahe majestätisch wirken die Tiere, die

auf dem Feld ihre Arbeit verrichten.

unten: Wie viele winzig kleine Tabakpflänzchen diese

Frau wohl schon in ihren Fingern gehabt haben?

rechte Seite: Jeder Setzling wird von Hand an die

entsprechende Stelle auf dem Feld gepflanzt.

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Von Händen gefertigt – Das Entstehen einer Zigarre | Teil 3

Der Tabakpflanzen-

Kindergarten

Jetzt muss der Samen aber endlich in die Erde! Aus dem kleinen unscheinbaren

Körnchen wird erst in Verbindung mit Erde, Wasser, Luft, Sonne und der Aufmerksamkeit

und Zuwendung fleißiger Hände eine stattliche Pflanze mit

großen, kräftigen Blättern.

Text: Claudia Puszkar

Die Böden müssen für

den Tabakanbau gut

vorbereitet werden. Damit beginnt

man im Juni. Die Bodenvorbereitung

ist harte körperliche Arbeit. Pflügen,

Unkraut jäten, wieder pflügen, hacken.

Das Pflügen wird meist noch

mithilfe von Tieren, zumeist Ochsen,

manchmal auch kleineren Traktoren

gemacht. Größere Maschinen kommen

keine zum Einsatz. Für den Boden ist

dies besser, weil er durch schweres

Gerät meist zu stark verdichtet wird.

Als Zwischenfrucht werden häufig

Leguminosen angebaut, die, untergepflügt,

als natürlicher Dünger fungieren.

Der pH-Wert des Bodens muss

überprüft und entsprechend vorbereitet

werden. Ohne hier noch mehr ins

Detail zu gehen, ist ersichtlich, dass

ein Veguero das ganze Jahr über, oft in

sengender Hitze, sehr viel zu tun hat.

Ohne alle diese Vorarbeiten könnte

der Tabak nicht wachsen und gedeihen.

Aber das entscheidende kommt

jetzt: das Ziehen der Setzlinge. Laut

Eumelio Espino, Tabak- und Zigarrenspezialist

in Kuba, sind allein 67

Arbeitsschritte für die Produktion von

Setzlingen notwendig. Man beginnt damit

im September.

Und auch dies ist echte, ehrliche

Handarbeit, die in speziellen Pflanzschulen

geschieht. Man könnte sie

auch als „Tabakpflanzen-Kindergarten“

bezeichnen.

Die winzig kleinen Tabaksamen mit

einer Länge von nur etwa einem Millimeter

kann man nicht einfach auf das

Feld werfen und schauen, was passiert.

Stattdessen nimmt man Setzkästen

mit würfelartigen Aussparungen mit 2

cm Kantenlänge. Da hinein füllt man

Erde und dann in jedes dieser Kästchen

ein paar Samen. Der Samen keimt und

ein paar kleine grüne Blättchen schieben

sich durch die Erde ans Licht.

Die Pflänzchen müssen zunächst

vor der Sonne geschützt werden. Sie

wachsen deshalb unter Planen heran

oder werden mit Stroh abgedeckt.

Denn gerade am Anfang brauchen sie

sehr viel Feuchtigkeit. Nach 14 Tagen

werden sie dann der Sonnenstrahlung

ausgesetzt. Dann müssen sie lernen,

mit der Sonne zurechtzukommen.

Die Bewässerung ist sehr aufwändig.

Die ersten 13 Tage wässert man

zwei Mal am Tag, die nächsten drei

Tage einmal, bis zum 30. Tag dann

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SERIE•HECHO A MANO

oben links:

In diesen Setzkästen werden die Samen

ausgesät und keimen.

oben rechts:

Jetzt haben die Setzlinge die nötige Größe

erreicht, um auf die Plantage versetzt

zu werden.

nur noch alle drei Tage. Je größer die

Pflanze, desto seltener muss sie gegossen

werden. Insgesamt etwa 40

mal kommt jede Pflanze dran. Teilweise

werden die Setzkästen von unten

bewässert.

Hat die Pflanze eine Größe von 13

bis 15 Zentimetern erreicht, nach etwa

45 Tagen, kann sie dann endlich auf das

Feld versetzt werden, auf dem sie zu

voller Größe heranwachsen wird. Jeder

Setzling wird von Hand gesetzt. Dann

kann die Pflanze wachsen, in der Zeit

von Mitte Oktober bis Ende Dezember.

Nun ist von Juli bis Oktober, manchmal

bis November, auch die Zeit der

unten links:

Für den Menschen anstrengend. Für den

Boden ist diese sanfte Bearbeitung

jedoch perfekt.

unten rechts:

Fingerspitzengefühl und viel Sorgfalt sind

im Umgang mit diesen winzigen Pflanzen

notwendig.

Der Samen keimt und es wachsen

nach ein paar Tagen kleine, zarte

Pflänzchen heran. Schnell werden Unterschiede

im Wachstum sichtbar. Zwei

Mal insgesamt werden die Setzkästen

gejätet, das heißt, kleinere und schwächere

Pflänzchen werden aussortiert.

Es bedarf sehr feiner Finger und feinmotorischen

Könnens. Gearbeitet wird

mit Pinzette und unter den Fingernägeln

zeugt die feuchte, schwere kubanische

Erde vom Tagwerk.

Stürme und gewaltigen Regenfälle.

Meist wird gewartet, bis die Wahrscheinlichkeit

für einen Sturm abnimmt.

Doch es kann passieren, dass

manchmal in einer einzigen Nacht

sämtliche Setzlinge, die die Vegueros

in mühevoller Handarbeit gesetzt haben,

weggeschwemmt werden. Man

kann sich kaum vorstellen, wie sehr

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Inserat 5thAvenue SKUs 2021 124x273 mm finetobacco 29.01.21

die Arbeit der Menschen dieser Naturgewalt

ausgesetzt ist, wobei Hurrikans

mit Windstärke 12, das sind 185

Kilometer pro Stunde, möglich sind.

Doch die Vegueros geben nie auf.

Kommt es zu solch einer Katastrophe,

muss der gesamte Prozess

wiederholt werden: vom Keimen des

Samens über die kleinen Pflänzchen

GENUSSVOLLE

VIELFALT FÜR

HABANOS-

LIEBHABER

bis zu den Setzlingen, die groß genug

sind, einzeln aufs Feld gesetzt zu werden.

So kommt es zwar zu Verzögerungen

bei der Ernte, aber wenn man

Glück hat, ist nicht ein ganzes Jahr

verloren. Man kann nur den Hut ziehen

vor diesen fleißigen Menschen,

die unermüdlich Tag für Tag ihre Arbeit

verrichten.

www.5thavenue.de


FINE PAIRINGS

INDIAN

SUMMER

YUSHAN TAIWANESE SINGLE MALT WHISKY SHERRY CASK

Der Yushan oder Jadeberg ist mit einer Höhe von 3.952 Metern der höchste Berg

Taiwans - ein Gebiet, indem man mehr als hundert Gipfel über 3000 Meter findet. In

dieser außergewöhnlichen Bergwelt hat sich die Nantou Distillery angesiedelt, um

hochwertige Spirituosen wie den Yushan Whisky zu produzieren. Direktor Puli Pan

kombiniert Tradition und Moderne sowie internationale Einflüsse und launchte 2015

seine erste Whisky Linie.

Der im Sherry Fass gereifte Single Malt bietet in der Nase intensive und fruchtige

Aromen, die an frisch gekochte Marmelade und dunkle Schokolade erinnern. Mit

einem Alkoholgehalt von 46,0 vol% ist das Geschmackserlebnis am

Gaumen intensiv, aber auch sinnlich mit Rauchnoten und Karamell.

Im Nachklang langanhaltend mit einem Geschmack von getrockneten

Früchten sowie Aromen von Bitterorange.

Online verfügbar über www.bolou.de

MONTECRISTO CORONA

Der mondäne Ruf der Marke Montecristo eilt ihr in der ganzen

Welt voraus. Keine Marke ist bekannter und keine ist so sehr

Synonym für eine Premium-Habano. Sie ist die Referenz

für alle anderen Habanos. Qualität, Geschmack und Aroma

sind herausragend und sehr intensiv. Seit ihrer Taufe in

den 1930er Jahren ist die Montecristo eine Instanz, an

der keine andere Habano vorbeikommt. Zumindest für

die Liebhaber mittelkräftiger Mischungen. Heutzutage

umfasst die Auswahl, die ursprünglich auf ein von No.

1 bis 5 bezeichnetes Sortiment beschänkt war, alles

was das Herz des Zigarrenrauchers begehrt – von der

majestätischen Montecristo A bis zur kleinen Joyita.

Ihnen allen ist der typische Montecristo-Geschmack

gemeinsam.

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Holen Sie sich den goldenen Herbst

nach Hause, schwelgen Sie in Gelb-, Orange-, Goldund

Brauntönen. Und natürlich in den Genüssen, die

damit verbunden sind. Wir haben Ihnen ein paar exquisite

Pairings zusammengestellt mit ausgewählten

Zigarren und Whiskys.

Und vertrauen Sie uns! Ein guter Whisky

muss nicht aus Schottland stammen.

JOYA DE NICARAGUA ANTAÑO 1970 GRAN PERFECTO

Die Antaño 1970 ist eine vollmundige Zigarre mit würzigem

Rauch und erdigem Abgang.

Joya ist in den Köpfen vieler Aficionados weiterhin für

kräftigere und direktere nicaraguanische Zigarren bekannt.

Jedoch ist beispielsweise die Clasico oder die

Red Serie eher mild und damit sogar gut für Einsteiger

geeignet. Hier verhält es sich jedoch ein wenig anders!

Die im Jahre 2000 eingeführten Antaño 1970 sind

neben der Antaño Dark Corojo die kräftigste Joya de

Nicaragua und somit mit Vorsicht zu genießen!

Antaño bedeutet im Spanischen soviel wie „einst“

oder „früher“ und ist als Erinnerung daran

gedacht, dass diese Zigarren bereits in den

1960er Jahren eine der beliebtesten Zigarren

auf dem US-Amerikanischen Markt war. Es

sind kräftige, ehrliche Zigarren die seit 1964

vollständig aus nicaraguanischen Tabaken

gefertigt werden. Das glänzende Deckblatt

in der Farbe colorado umhüllt ein nicaraguanisches

Umblatt und einen komplett

nicaraguanischen Filler.

FINCH SCHWÄBISCHER HOCHLAND WHISKY – TWO CASKS PRIVATEDITION

Dieser lang gereifte, exquisite Whisky ist eine streng limitierte

Rarität. Zwei exzellente Fässer aus der Schatzkammer

des Master Distillers haben sich hier getroffen –

ein hochklassiges Rotwein-Fass und ein entsprechendes

Ex-Bourbonfass. Geschaffen mit Handwerkskunst und

höchstem Qualitätsverständnis.

Eigens angebauter Weizen sowie Gerstenmalz von der

Hochfläche der Schwäbischen Alb bilden die beste

Grundlage für ein vorzügliches Destillat, welches 10 Jahre

in den ausgesuchten Fässern reifen durfte. Ein überraschend

harmonischer und weicher Whiskygenuss, trotz

53 vol%.

Die Two Casks Privatedition von Finch ist begeisternd und

bietet im Aroma Karamell, Honig und Schokolade.

Im Abgang sehr angenehmer und langanhaltender Genuss:

warm, karamellig und dezente Vanille.

Online verfügbar über finch-whisky.com

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FINE PAIRINGS

BIERSKY 44.4 – DISTILLERY BERTRAND AUS FRANKREICH/ELSASS

Inspiriert von den Spirituosen der Distillery Bertrand und mit dem gleichen Ansatz,

der für die von ihm kreierten Whiskys verwendet wurde, schuf Jean Metzger

ein neues und wirklich innovatives Produkt vor: den BIERsKY. Das Rezept:

eine spannende Verbindung von Bierschnaps und Malzdestillat.

Die Geschichte des Biersky begann weit entfernt vom Elsass, in der Fantasie

von Jean Metzger auf dem Rückweg aus Berlin. Er dachte daran, einen vergessenen

Bierbrand, der 10 Jahre gereift war, mit einem außergewöhnlichen

Malzdestillat zu kombinieren. Diese Spirituose wurde ähnlich wie die spanische

Solera entwickelt, wobei die Flüssigkeiten gemischt werden, sodass das Endprodukt

eine Mischung aus verschiedenen Altersstufen ist.

Diese Originalversion mit 60 % Bierschnaps und 40 % Malzdestillat wurde erstmals

2013 entwickelt

Der Bierbrand wird aus einer Hopfenmaische destilliert und im Fass gereift,

dann wird das Malzdestillat hinzugefügt.

Der Biersky mit 44,4 vol% wirkt milder als Whisky und schmeckt

aus unserer Sicht durch das „bierige“ für uns Deutsche leichter

zugänglich, auf jeden Fall sehr angenehm, fruchtig und exotisch.

Ein wunderschön bier-bitterer Abgang, lang und ausgewogen mit

sowohl holzigen als auch Vanillearomen.

BOCK Y COMPAÑÍA CORONA

Eine willkommene Ergänzung zum VILLIGER-Portfolio, die

ausgewogene original BOCK Y COMPAÑÍA Cigarren, sind

mild und haben ein exzellentes Zugverhalten. Der Erfinder

des Cigarrenrings, Gustavo Bock, stand Pate für diese

Cigarren, welche in den 1930er Jahren noch in Cuba

hergestellt wurden. Nach dem Untergang der Marke

als kubanische Habano wurde sie Ende der 90er Jahre

des letzten Jahrhunderts wieder zum Leben erweckt.

Der Zigarrenimporteur Villiger (damals mit seiner

mittlerweile nicht mehr existierenden Tochterunternehmung

"El Mundo del Tabaco" führte diese

Marke 1998 als dominikanische Zigarre wieder

neu ein. Perfekt abgerundet mit einer Auswahl an

angenehmen Aromen sind diese Cigarren ideal

für Einsteiger und Kenner gleichermassen. Die

Einlage besteht aus dominikanischem Piloto

und nicaraguanischen Tabaken die mit einem

indonesischem Umblatt umrollt werden.

Als Deckblatt hat man sich für einen ecuadorianischen

Connecticut Shade entschieden.

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SINGLE MALT CASK VERT – DISTILLERY BERTRAND AUS FRANKREICH/ELSASS

Die Ursprünge der Distillery Bertrand im schönen elsässischen

Städtchen Uberach gehen auf das Jahr 1874 zurück,

als Joseph Bertrand begann klassische Obstbrände

zu kreieren.

Der heutige Macher und Compositeur heißt Jean Metzger,

der die Tradition des Hauses mit akribischer Arbeit fortführt

und seit fast zwei Jahrzehnten besondere Whiskys

schafft.

Für den Whisky dient als Basis das Beste des elsässischen

Terroirs: Wasser von außergewöhnlicher Qualität,

Bio-Gerste ohne Hopfen und Weinfässer aus den besten

Weinbauregionen Frankreichs für die Lagerung.

Für den hier präsentierten Single Malt Whisky – Cask

Vert (Grün) wurden in der Reifung Fässer aus dem

Burgund verwendet, wobei die Lagerung mindestens

6 Jahre dauert.

Im Geschmack offenbaren die Burgunderfässer unerwartete,

intensive Aromen. Besonders Erdbeeren, Feigen

und Aprikosen sind erkennbar. Jean Metzger sagt

dabei, dass die Burgundereichenfässer für die aromatische

Extravaganz sorgen, die sich zu einem sauberen,

seidigen Finish entwickelt.

DAVIDOFF ESCURIO CORONA GORDA

Die Davidoff Escurio Corona Gorda bietet einen an Perfektion und Finesse

kaum zu übertreffenden Zigarrengenuss. Ihr aufregender Blend

setzt sich aus Tabaken drei verschiedener Anbauländer zusammen

und beschert Ihnen ein würzig-süßes sowie reizvoll komplexes

Rauchvergnügen.

Das kaffeebraune Ecuador Deckblatt der Davidoff Escurio

Corona Gorda weist eine hervorragende Qualität und wartet

mit einem verlockend würzigen, schokoladigen Duft auf. Es

umschließt ein brasilianisches Cubra Umblatt, unter dem

sich eine interessante Einlagemischung aus dominikanischen

San Vincente, Olor und Piloto Tabaken sowie Criollo

und Mata Fina Tabaken aus Brasilien befinden. Diese

rassige Melange sorgt für einen mittelkräftigen und

von intensiven Aromen geprägten Genuss. In dem

überaus cremigen Rauch der Escurio Corona Gorda

schlummern süß-würzig begleitete Frucht-, Erd-,

Leder- und Zartbitterschokoladearomen, welche

sich in fein harmonisch abgestimmter Weise

am Gaumen des Genießers zeigen. Im zweiten

Drittel tritt ein angenehmer Pfefferton auf,

welcher den Gesamtgeschmack der charaktervollen

Premiumzigarre aus der Dominikanischen

Republik trefflich abrundet und

bis zum spannenden Genussfinale eine

stetige Steigerung erfährt.

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FINE PAIRINGS

MOSGAARD SINGLE MALT WHISKY – OLOROSO CASK ORGANIC

Der Handcrafted Whisky aus Dänemark von der Mosgaard Distillery ist ein spannendes

Produkt, da Jes Mosgaard den biologischen Anbau in den Fokus stellt

und somit Organic Whisky bietet. Für uns Konsumenten bedeutet dies, dass man

im Hause Mosgaard ausschliesslich Rohstoffe einsetzt, die frei von Pestiziden

und andere Chemikalien sind.

Der Mosgaard Oloroso Whisky wird in kleinen 50-Liter-Fässern gereift, die aus

225-Liter-Olorosy Sherry-Fässern hergestellt wurden, in denen der Sherry

zuvor zwischen 10 und 30 Jahre lang gereift wurde. Nach der Lagerung des

Sherrys werden die Fässer auseinandergebrochen und für den Umbau in kleinere

Fässer für Mosgaard Oloroso wird jede Daube verkleinert.

Der höhere Anteil von Holz im Verhältnis zum gelagerten Whisky bietet den Vorteil

einer intensiveren und somit schnelleren Reifung, die nach 4-5

Jahren noch viel tiefer und komplexer ist als bei älteren Whiskys.

Bei 46,2 vol% bietet der Oloroso Cask eine detaillierte Süße und

behalten die intensiven Fruchtnoten, die zusammen einen charmanten

und komplexen Geschmack ergeben.

Tasting Notes: intensives Malz mit Noten von Karamell, obstig

mit Fokus auf Birne und Pfirsich - etwas nussig.

Online verfügbar über www.mosgaardwhisky.dk

MONTOSA MADURO TORO

Montosa Maduro ist aromenreich, vollmundig und würzig.

Die dunkle Grundaromatik der würzigen, toastigen

Komponenten und ein Hauch von Röstkaffee bieten eine

wundervolle Basis, auf der sich leichte Pfeffrigkeit und

angenehme Süße abwechslungsreich begegnen. Für

alle, die sich an dunklen Deckblättern kaum sattsehen

können, ist die Toro mit ihren 150 mm eine

Augenweide auf ganzer Länge. Jeder Millimeter ein

Genuss. Würzig, röstig, leicht pfeffrig, süßlich im

nuancenreichen Spiel.

Viel Raum für markante, kraftvolle Komponenten

bietet die Montosa Maduro Churchill.

Die Schönheit des dunklen Deckblattes präsentiert

sich dabei in voller Länge. Würzige

Aromen und die typisch süßlichen Noten des

Maduro-Tabaks sind das Aushängeschild.

Noten von Röstkaffee und Pfeffer entwickeln

sich sehr zart im kühlen Rauch.

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FADING HILL – SINGLE MALT WHISKY DER BIRKENHOF-BRENNEREI

Der erste Whisky wurde 2002, also vor mittlerweile 20 Jahren, in der Westerwälder

BIRKENHOF-BRENNEREI destilliert. Inspiriert von einem nahegelegenen

Hügelmassiv, entstand damals der Name FADING HILL, den heute alle Whiskys

des Hauses tragen. 2015 investierte das Unternehmen in eine moderne, 1.400

Liter fassende Kupferdestille, das heutige Herzstück der Brennerei, in der die

Single Malt und Single Rye Whiskys zweifach aromaschonend gebrannt werden.

Im Warehouse der BIRKENHOF-BRENNEREI, die übrigens auch besucht und besichtigt

werden kann, reifen die Destillate in derzeit 700 ausgewählten Fässern.

Der hier vorgestellte Fading Hill Handcrafted German Whisky reifte über 6 Jahre

im PX-Sherry Fass und überzeugt mit Noten von reifem Beerenobst und Kirschen.

Dazu feine herbale Aromen und Anklänge von Vanille und Schokolade.

Voluminös und rund am Gaumen und eine überzeigende Kräftigkeit bei 53 vol%.

Online verfügbar über birkenhof-brennerei.de

VILLIGER 1888 TORPEDO

Die VILLIGER 1888, deren Namensgebung auf das

Gründungsjahr verweist, war die erste Handmade

Premium Cigarre, die den Namen VILLIGER trägt. Sie

überrascht durch einen komplexen, wohl dosierten

Rauchgenuss für Liebhaber mittelkräftiger

Cigarren aus den besten Tabakanbaugebieten.

Ihre Komposition stammt von Heinrich Villiger

persönlich. So ist diese Zigarre vor allem sein

Werk, ist diese Marke erlebbarer Ausdruck

umfassenden Tabakwissens. Neben den

Deckblättern aus Ecuador und dem Umblatt

aus Mexiko kommen die weiteren Tabake

für die „Villiger 1888“ aus der Dominikanischen

Republik und Nicaragua. Nach

sorgfältiger Fermentierung und Lagerung

haben sie jenes Stadium erreicht,

das notwendig ist, um beim Rauchen

ihre einzigartigen Aromen entfalten

zu können. Das Ergebnis sind mittelkräftige

Zigarren, die durch ihr

reiches Bouquet überzeugen.

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SPIRITUOSEN

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Un-Orthodox

und ungewöhnlich –

WHISK(E)YS von

wo-anders

Die Spirituose Whisky hat uns aus gutem Grund schon öfters beschäftigt. Whisky ist weltweit verbreitet

und bei Genießern beliebt. Dabei hat Whisky ein hochwertiges Image und die Produktion nimmt global

zu: bestehende Kapazitäten werden erweitert und neue Anbieter und Marken drängen auf den Markt.

Immer mehr Menschen zeigen sich an den Marken und den Methoden der Herstellung interessiert, was

man am zunehmenden Angebot an Whiskyfestivals, Messen und Tastings ablesen kann. Dazu steigt der

Konsum in bevölkerungsstarken Märkten wie China, Indien und Brasilien weiter an und trägt zur weltweit

wachsenden Nachfrage bei. Die Iren und die Schotten sollen sich ja streiten, welche Nation den

Whisky erfunden hat. Beide Länder sind für ihrem Pioniergeist und hervorragende Produkte zu würdigen

– ebenso wie die USA, die mit Bourbon und Rye ebenfalls eine traditionelle Whiskey-Nation sind. In

dieser Ausgabe wollen wir uns aber um besondere und überraschende Whisk(e)ys aus anderen Ländern

kümmern, wo ebenfalls kreative Köpfe außergewöhnliche Produkte entwickelt haben.

Für die Herstellung ist es hilfreich,

dass Whisky eigentlich

ein einfaches Produkt ist,

denn es besteht nur die Vorgabe für

die Herstellung Getreide einzusetzen.

Dies ermöglicht die Produktion von

Whisky aus unterschiedlichen lokalen

Getreidesorten in vielen Ländern

unserer Erde: außer Gerste oder Mais

lässt sich auch Weizen, Reis oder Hirse

(und das daraus gewonnene Malz) verwerten.

Weiterhin benötigt man noch

Wasser und Hefe für die Vergärung der

Maische, eine Möglichkeit zur Destillation

und abschließend viel Zeit, um den

Rohbrand reifen zu lassen.

Wir haben wunderbare Menschen

getroffen, die im Rahmen der Möglichkeiten

in ihrer Region neue Produkte

entwickelt haben. Daraus sind spannende

Geschichten entstanden, die wir

hier gerne erzählen.

Text: Michael Peter, Stephan Rack und Wolfgang Specht

Whisky aus dem Land

der 1000 Berge

Das westfälische Sauerland wirbt

für sich mit dem Slogan „Land der 1000

Berge“, der sauberen Luft und den vielen

Talsperren. Als „grüne Lunge des

Ruhrgebiets“ ist die Region zwar als

Feriengebiet bekannt, aber keineswegs

als Quelle guten Whiskys. Das könnte

sich allerdings bald ändern, denn die

„Sauerländer Edelbrennerei“ aus Kallenhardt

hat mit dem „1000 Mountains

McRaven“ einen überzeugenden Single

Malt im Programm, der es mit seinen

schottischen Wettbewerbern locker

aufnehmen kann.

Die Geschichte der Sauerländer

Edelbrennerei ist die eines Hobbys,

das zu Leidenschaft und dann zur erfolgreichen

Geschäftsidee wurde. Die

Gründer ärgerten sich während einer

Reise zu verschiedenen Obstbrennereien

über die teils schlechte Qualität

der Brände. Aus dem Ärger folgten Taten

nach dem Motto „das können wir

besser“. Aus kleinen Anfängen in Garagen

und Wohnzimmern entwickelte

sich ab 2000 die „Sauerländer Edelbrennerei“

mit einem mittlerweile breiten

Portfolio aus Edelbränden, Geisten,

Gins, und eben auch Whisky.

Handwerkliche Arbeit steht für die

Macher aus dem Sauerland im Vordergrund,

Großproduktion ist nicht Teil

ihrer Philosophie, wohl aber Innovation

und Experimentierfreude, wie man

schon an dem HerGINg sehen kann,

den wir in Fine Tobacco 2/22 vorgestellt

haben.

Auch beim Whisky geht man im Sauerland

neue und eigene Wege, aber zunächst

einmal nutzt man die natürlichen

Ressourcen der Region, wozu die Sauerländer

Gerste und das klare Wasser des

hauseigenen Tiefbrunnens gehören.

Für „1000 Mountain“ wird aus-

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SPIRITUOSEN

dem man Sommerwiesen assoziiert,

sozusagen der Antipode zu den schottischen

Insel Whiskys. Ein sehr eigenständiger,

ausgewogener Whisky, mit

dem die Sauerländer eigene Akzente

zu setzen verstehen und deutlich machen,

dass sie nicht beabsichtigen die

Schotten einfach zu kopieren.

In ihrem Shop bieten die Sauerländer

auch ein geschmacklich wie

optisch gleichermaßen interessantes

Probierset – bestehend aus aufeinander

gestapelten Probierflaschen des

„White Raven“, also des Brandes vor

der Fassreifung, dem McRaven Cask

Strength und dem McRaven Single

Malt. Eine gute Gelegenheit nachzuvollziehen,

welchen Einfluss Fassreifung

auf den Brand hat und wie sich

Fass- und Trinkstärke unterscheiden.

Unsere Empfehlung:

McRaven Single Malt 46,2 vol%, 0,7l,

Sauerländer Online Shop: 59,90 €

Ondjaba – der Whiskey

aus Namibia

Namibia ist hierzulande für seine

weitgehend unberührte Natur und

den Reichtum an Wildtieren bekannt

und deshalb ein Ziel für Tierliebhaber:

über 315.000 km² stehen unter Naturschutz,

das entspricht etwa der Fläche

Deutschlands ohne Baden-Württemberg.

Als Herkunftsland guten Whiskeys

war Namibia bislang aber ebenso wenig

bekannt wie das Sauerland. Das dürfte

mit einer der Gründe sein, weshalb das

Team der Sauerländer Edelbrennerei

den namibische Ondjaba Whiskey in

den Verkauf genommen hat.

Aufmerksame Leser werden gemerkt

haben, dass hier nicht mehr von

„Whisky“, sondern wie bei den primär

aus Mais gebrannten Bourbons von

„Whiskey“ die Rede ist. Tatsächlich wird

für Ondjaba kein Gerstenmalz verwendet.

Es handelt sich um ein „Triple

Grain“ Destillat aus drei Getreidesorten:

Mais, Weizen und Mahangu, eine

einheimische namibische Hirseart.

Der für die Gärung der Maische

wichtige Malz wird aus der Hirse gewonnen.

Das Darren des Malzes und

schließlich Malz aus regionaler Gerste

verwendet und einem gezielten Fermentationsprozess

unterworfen, der

ein fruchtiges Aroma ergibt und den

Charakter des späteren Whiskys prägen

soll.

Der Brand wird nicht nur im klassischen

„Pot Still“ Verfahren durchgeführt,

sondern es kommt auch die

„fraktionierende Destillation“ zum Einsatz,

mit der unerwünschte Aromen

und chemische Verbindungen schon

während des Brennvorgangs ausgeschieden

werden. Dies ergibt einen

„reineren“ Rohbrand, bei dem die störenden

Aromen nicht erst durch Abbauprozesse

während der Fassreifung

entzogen werden müssen.

Anschließend erfolgt die Fassreifung

in Rotweinfässern für ein Jahr,

gefolgt von 2 Jahren in frisch getoasteten

Bourbon-Fässern, die die typischen

Vanille-, Schokoladen- und Karamellaromen

abgeben. Da durch das

unorthodoxe Brennverfahren schon

unerwünschte Aromen entzogen wurden,

ist eine Fasslagerung von 3 Jahren

völlig ausreichend, um die Farbgebung

und die fruchtigen Holzaromen

zu transportieren.

Wir waren skeptisch. Kann es sein,

dass ein 3-jähriger Whisky die Milde,

Ausgewogenheit und Aromadichte eines

7- oder 10-jährigen Single Malt

aus Schottland erreicht?

In der Nase spürt man zunächst

überwiegend süßlich-fruchtige Noten

von Aprikosen und Zimt. Geschmacklich

ein milder, fruchtiger Whisky, bei

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FineTobacco[+] 03·2022


des übrigen Getreides erfolgt über

Feuern, die mit Elefantendung gespeist

werden. Ob nun diese spezielle

Befeuerungsart für den Geschmack

verantwortlich ist, oder die Mehrstufendestillation,

oder die Lagerung in

alten Rotwein-Fässern und neuen Fässern

aus amerikanischer Weißeiche

sei dahingestellt. Sicherlich spielt das

alles ebenso eine Rolle wie die starken

tages- und jahreszeitlichen Temperaturschwankungen

im Wüsten- und Savannenklima

Namibias.

Das Resultat ist ein rundum gelungener

Whiskey, der in keiner Kenner-Sammlung

fehlen sollte. Unmittelbar

bemerkt man die Rauchnote,

die sich vom Torfaroma schottischer

Whiskys unterscheidet und eher an ein

Barbecue erinnert. Am Gaumen entfalten

sich süßliche Vanille-Noten, wie

man sie typischerweise von amerikanischen

Bourbons kennt, die aber hier

zusammen mit Holznoten und dem

Raucharoma einen ganz eigenen Charakter

entfalten.

Auch hier haben wir es mit einem

eigenständigen und ungewöhnlichen

Produkt zu tun, das nicht die schottischen,

irischen oder US-amerikanischen

Vorbilder kopieren will.

Unsere Empfehlung:

Ondjaba Classic - Namibian Triple

Grain Whiskey; 46 vol%, 0,7l,

Sauerländer Online Shop: 69,90 €

From Grain to Glass:

Kanadischer Whisky

Kanada gilt als eines der dynamischsten

und vielfältigsten Whisky-Regionen

der Welt. Fast in jeder

Provinz sind Destillerien im Einsatz,

die Whisky für den heimischen und

ausländischen Markt produzieren. Unter

ihnen auch Hiram Walker & Sons

Limited mit ihren Marken Pike Creek,

Lot No. 40 und J.P. Wiser‘s.

Auch wenn es in Kanada weitaus

weniger Destillerien gibt als in den angrenzenden

USA oder in Schottland, so

blicken die Kanadier auf eine ebenso

reiche Whisky-Tradition zurück. Schon

früh haben sich die Einwanderer mit

der Whisky-Produktion beschäftigt,

denn in Ontario fanden sie vor allem

Getreide und reichlich frisches Wasser

vor – neben der Hefe die drei Ausgangsrohstoffe

für die Whisky-Produktion.

Kreativität, Innovation und nicht

zuletzt Pioniergeist machten kanadischen

Whisky in den darauffolgenden

Jahren weltberühmt.

Es gibt eine Vielzahl von Gründervätern,

die den Erfolg von kanadischem

Whisky ebneten und dabei Außerordentliches

leisteten. Sie bildeten

durch ihre Passion für Whisky und

ihren Geschäftssinn ein essenzielles

sowie finanzielles Standbein des heutigen

Staates Kanada. A nation built

on Whisky. So wurden große Teile des

öffentlichen Lebens und staatliche Einrichtungen

durch die Whisky-Einnahmen

finanziert.

So errichtete beispielsweise Hiram

Walker im Jahr 1858 die größte Destillerie

Nordamerikas, die noch heute in

Betrieb ist. Hier werden Mais, Gerste,

Roggen und Weizen, die von lokalen

Bauern rund um die Großen Seen angebaut

werden, gemahlen, fermentiert

und destilliert. Dies geschieht einzeln

und die Getreidesorten werden nicht

vermischt, wie es bei der „Mash Bill“

der amerikanischem Bourbon- oder

Roggenwhiskeys der Fall ist. So bleiben

die Charakteristiken der Getreidesorte

erhalten.

Der Fokus liegt auf der separaten

Fermentation von unterschiedlichen

Getreiden zu jeweils 100%, der separaten

Lagerung der verschiedenen

destillierten Getreidesorten und dem

anschließenden Blending, welches tausende

Variationsmöglichkeiten erlaubt.

Von der Anlieferung des Getreides bis

hin zur Flaschenabfüllung – bei Hiram

& Walker geschehen alle Produktionsschritte

vor Ort und alle Herstellungsschritte

folgen dieser „from grain to

glass“ Philosophie.

Ein hervorragendes Zusammenspiel

aus Natur und Holz machen Pike

Creek einzigartig. Während seiner Lagerung

in Pike Creek, Ontario ist der

kanadische Whisky vollkommen die

extremen Temperaturschwankungen

seiner Umgebung ausgeliefert. Dies

ermöglicht eine besonders gute Entfaltung

seines komplexen Charakters.

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SPIRITUOSEN

Pike Creek wird aus Mais hergestellt

und reift 10 Jahre in amerikanischen

Weißeichenfässern und erhält sein

aromatisches Finish in karibischen

Rum-Fässern. So entwickelt er seinen

unverwechselbaren Charakter:

ein komplexes, süß-würziges Aroma

mit Noten von trockenen Früchten und

etwas Toffee. Das Finish ist wärmend

und weich.

Denn vor über 60 Jahren kam der

angesehene Sylter Kaufmann und

Weinhändler Rainer Heiliger auf den

Gedanken, Whisky auf der Insel Sylt

reifen zu lassen.

Von der Idee bis zum ersten Fass Sylter

Whisky sollten jedoch noch viele Jahre

vergehen. Der Schwiegersohn griff die

Idee auf und begann gemeinsam mit der

Lantenhammer Destillerie einen eigenständigen

Sylter Whisky zu produzieren.

Unsere Empfehlung:

Pike Creek - Canadian Whisky

42 vol%, 0,7l, UVP: 29,99 €

SILD Whisky – Bayrische

Leidenschaft trifft auf

Sylter Flair

Was verbindet die renommierte

Destillerie Lantenhammer vom Schliersee

in Bayern mit der mondänen Nordseeinsel

Sylt? Erst einmal trennen sie

834 Kilometer – verbunden aber sind

sie über echte Leidenschaft für Whisky

Made in Germany. Und eine jahrzehntelange

gemeinsame Geschichte.

Ergebnis ist der SILD „Crannog“

Single Malt Whisky. Mit Gerste und

Quellwasser von der Insel Sylt, destilliert

am Schliersee, gereift in ehemaligen

Bourbon-, Rum- und Sherry-Fässern

und in einer streng limitierten

Edition von 4.500 Flaschen pro Jahr.

Durch die explodierenden Immobilienpreise

wurde Lagerplatz für Whisky

auf Sylt unbezahlbar. Aber man ließ

sich davon nicht abschrecken. „Wenn

wir nicht auf dem Land lagern können,

so gehen wir halt aufs Wasser. Ein

Schiff muss her, auf dem der Whisky

reifen kann“. Gesagt, getan.

Nachdem zuerst der historische

Kutter „The Angel’s Share“ als schwimmendes

Lager diente, ist seit 2021 die

„Gret Palucca“ Heimat der Whiskyfässer,

in denen der SILD „Crannog“ Single

Malt Whisky zur Perfektion reift.

Mit dieser erlesenen Ladung liegt die

„Gret Palucca“ aber nicht nur im nördlichsten

Hafen Deutschlands in List vor

Anker. Der historische Kutter, Baujahr

1941, fährt auch tagtäglich raus aus dem

Hafen, um Touristen die Schönheiten des

Wattenmeeres zu zeigen.

Durch das Schaukeln des Schiffes

hat der Whisky intensiven Kontakt mit

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FineTobacco[+] 03·2022


dem Holz der Fässer. In Kombination

mit der norddeutschen Seeluft führt

das zu einem besonderen Reifeprozess

und einer außergewöhnlichen Geschmacksvielfalt.

Unbedingt probierenswert finden wir!

Das gilt auch für den SILD „Jöl en

Reek“, ebenfalls ein Single Malt Whisky

aus Sylter Gerste, Sylter Quellwasser

und Sylter Torf. Destilliert wird er in

Bayern, zur Reife gebracht aber in einem

ehemaligen Bunker auf Sylt und

ist ebenfalls auf 4.500 Flaschen pro

Jahr limitiert. „Sild“ ist übrigens der

historische Name der Insel Sylt.

Lantenhammer führt in Partnerschaft

mit der Reederei Adler-Schiffe

mehrmals im Jahr ein Whisky Tasting an

Bord der „Gret Palucca“ durch. Vom Hafen

List geht es ins Wattenmeer zu einem

außergewöhnlichen Genusserlebnis.

Unsere Empfehlung:

SILD „Crannog“ Single Malt Whisky,

48 vol%, 0,7 l,

Lantenhammer Online Shop: 79,90 €

In der letzten Ausgabe von Fine Tobacco

berichteten wir von der Genussmesse

ProWein, die jährlich in Düsseldorf

ihre Pforten öffnet. Dort hatten wir

uns für Sie auf die Suche nach Whisk(e)y

Angeboten jenseits der klassischen

Whiske(e)y Länder gemacht. In

dieser Ausgabe finden Sie nun unsere

Highlights von der Messe. Ausgewählte

Produkte zeigen wir Ihnen zusätzlich in

der Rubrik Pairings.

Yushan Whisky aus Taiwan

Yushan ist eine Marke der Nantou

Distillery aus Taiwan und ist eine

Hommage an den Jadeberg, den mit

3.952 Metern höchsten Berg Taiwans.

Die in der Bergregion gelegene Whisky-Destillerie

wurde 2008 eröffnet. In

dieser atemberaubenden Natur mit

vielen Seen und Flüssen findet man

das passende frische Quellwasser für

guten Whisky. Durch die durchschnittliche

Temperatur von ca. 20 Grad Celsius

im subtropischen Höhenklima reift

der Whisky schneller, aber mit einem

hohen Anteil an Angel’s Share.

Yushans Sherry Cask Single Malt

stellen wir Ihnen im Pairing vor.

Mosgaard Whisky

aus Dänemark

Der Fischerei- und Yachthafen von

Lundborg auf der Insel Fünen ist ein alter,

gemütlicher Hafen, wo Segler und

Camper herzlich willkommen sind den

Hafen und Wohnmobilplatz anzusteuern

und hier zu übernachten. In der wunderschönen

Naturlandschaft mit Wäldern,

Feldern und Wiesen findet man im nahegelegenen

Ort Oure die Destillerie von

Jes Mosgaard, der dort seit 2015 Whisky

destilliert. Im „früheren Leben“ hat

Moosgaard Lautsprecher gebaut, aber

dann hat er sich seinen Lebenstraum erfüllt

und zusammen mit seiner Frau Gitte

die Destillerie aufgebaut.

Für Mosgaard Whisky sind Weizen

und Gerste aus biologischem Anbau besonders

wichtig, weil sie frei von Pestiziden

und andere Chemikalien sind. Somit

sind die Rohstoffe unverfälscht und

die nachgelagerte Fassreifung muss

keinen unerwünschten Geschmack absorbieren,

sondern kann positive Aromen

aus dem Fass hinzufügen.

Die Mosgaard Distillery wurde in

den vergangenen Jahren mehrfach als

beste dänische Whiskybrennerei ausgezeichnet.

Mit Whisky und auch Gin hat Jes

Moosgaard inzwischen ein umfangreiches

Portfolio von außergewöhnlichen

Spirituosen geschaffen.

Den Single Malt Whisky Oloroso stellen

wir im Pairing vor.

Bertrand Whisky

aus Frankreich

Das Elsass grenzt im Norden und Osten

an Deutschland und im Süden an die

Schweiz und hat uns in Deutschland mit

besonderen Produkten wie Flammkuchen,

den Crémant d‘Alsace, Munsterkäse

und Coq au Riesling vertraut gemacht.

Dagegen ist Whisky aus dem Elsass

eher unbekannt, wobei sich die

Produkte der von uns besuchten „Distillerie

Bertrand“ überhaupt nicht verstecken

müssen. Ganz im Gegenteil

hat Jean Metzger als ‚Macher vor Ort‘

herausragende Qualitäten geschaffen,

die man probiert haben sollte.

Man setzt bei Bertrand auf die Reifung

des Whiskys in Weinfässern. Die drei

Whiskys tragen Farben, die für die Regionen

der eingesetzten Weine stehen:

Gelb steht für den Jura, Blau für den

Geschmack der Weine aus dem Rhonetal

und die Farbe Grün signalisiert den

Einsatz von Fässern aus dem Burgund.

Ein anderes innovatives Produkt

ist kein Whisky, sondern wird kreativ

BIERsKY genannt.

Der Masterdestiller Jean Metzger

schuf 2013 eine Kreation, bei der eine Verbindung

von 60 % „Eau de Vie de Bière“ –

also ein Bierbrand – und 40% Maltwhisky

eine perfekte Mischung mit unerwarteter

Ausgewogenheit hervorbrachte.

Alle weiteren Informationen zu den

Produkten aus dem Elsass finden Sie

bei den Pairings.

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SPIRITUOSEN

7 Whiskyglas Bar Premium

No. 1 – Hommage Carat

Das Whiskyglas von Bar Premium No. 1

schmeichelt mit einer edel anmutenden,

flächigen Schliffstruktur Hand und Auge gleichermaßen.

In Kombination mit goldfarbenen

Whiskys verbinden sich Glas und Getränk zu

einem besonderen optischen Erlebnis.

Hersteller Zwiesel Glas

UVP: 109,90 € (54,95 € / Stk.)

3 Double Old Fashioned Whiskyglas

Basic Bar Classic

Der Tumbler der Serie Basic Bar Classic by

Charles Schumann von SCHOTT ZWIESEL setzt

Drinks mit einem klassischen Karo Schliff

emotional in Szene. Der Tumbler eignet sich

optimal für Whisky und großvolumige Drinks.

Hersteller Zwiesel Glas

UVP: 43,96 € (21,98 € / Stk.)

Lot No. 40 – Canadian Whisky 3

Als der Pionier Joshua Booth am Ende des

Bürgerkriegs in die USA emigrierte,wurde ihm

das Grundstück LOT 40 zugeschrieben, auf

welchem er anfing Whisky zu brennen. LOT

NO. 40 überzeugt durch ein vielschichtiges

Geschmacksprofil von leichten Bitternoten,

floralen Nuancen und einer starken, ausgewogenen

Roggenwürze.

LOT NO. 40 wird für 5 bis 9 Jahre in neuen

Fässern aus amerikanischer Weißeiche gelagert,

damit die Vanille-, Toffee- und Karamell-

Noten noch mehr zum Ausdruck kommen.

UVP: 39,99 €

5 Kamiki Blended Malt

Japanese Whisky

Der Kamiki Blended Whisky wird in

der antiken Hauptstadt Japans mit

dem Namen Nara hergestellt. Für

Kamiki werden seltene, japanische

Malt Whiskys und feinste Malt

Whiskys aus aller Welt verblendet

und später mit reinstem Bergquellwasser

verschmolzen. Kamiki

reift als erster Whisky der Welt mit

einem Finish in japanischen Zedernholzfässern.

Durch die Reifung in

diesem einzigartigen Holz entwickelt

Kamiki seinen unnachahmlich

weichen Geschmack.

Am Gaumen Karamelltöne und

Pflaume, ausbalanciert mit Vanillearomen

und feinen Erdtönen.

UVP: 55,- €

7 WHISTLEPIG OLD WORLD RYE

12 YEARS

Im Jahr 2007 wurde WhistlePig gegründet

und hat sich seitdem zur Nummer-1-Destillerie

exquisiter Premium-Rye-Whiskeys in

Nordamerika entwickelt.

Dieser 12-jährige Rye Whiskey ist die Summe

von drei Finishes mit einem eigenen, unverwechselbaren

Geschmacksprofil. Nach über

einer Dekade der Reifung in New American

Oak, neuer amerikanischer Weißeichenfässer,

erfolgt eine dreigeteilte Nachreifung in ehemaligen

Süßweinfässern: Ein kleiner Teil von

7 Prozent reift in Portweinfässer, ein weiterer

Teil in französischen Sauternes-Fässer mit 30

Prozent und der Hauptanteil in Madeira-Fässern

mit 63 Prozent.

Am Gaumen: Aprikose und Honig, gefolgt von

würzigem Roggen mit Aromen von Pflaumen,

Karamell und Minze.

UVP: 115,- €

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7 STORK CLUB Smoky Rye Whiskey

Eine verrückte Geschichte: 3 Freunde reisen durch Brandenburg

und kaufen statt eines Whiskyfasses gleich die

komplette Spreewald Destillery. 2017 startet die Produktion

in Deutschlands erster Roggen-Whiskey Brennblase

mit Roggen aus der Region. Ein beträchtlicher Anteil

des Smoky Rye Whiskey wurde in Ex-Laphroaig Fässern

ausgebaut. Individuell getoastete Fässer aus amerikanischer

und deutscher Eiche runden diesen wundervoll

rauchig-süßen und komplexen Rye Whiskey ab.

UVP: 47,90 €

3 Säntis Single Malt Whisky

Edition Alpstein XVIII

Die Schweizer Whisky Marke Säntis Malt steht für qualitativ

hochwertigen Single Malt, der in bis zu 130 Jahre alten Eichenholz-Bierfässern

am Fuße des Alpsteins reift. Die Bierfasslagerung

ist nicht nur geschmacklich ein Highlight sondern der

Produktion durch die Brauerei Locher AG geschuldet. Säntis

Malt präsentiert mit Alpstein XVIII einen 8 Jahre gereiften

Single Malt Whisky. Das Portweinfass Finish (5 Jahre) kann

bereits anhand der Farbe erahnt werden: mittleres Bernstein

mit Tawny-rötlichem Leuchten. UVP: 69,99 €

3 Mosgaard Single Malt

Peated/Bourbon Cask Organic

Dieser Organic Whisky aus dem

Haus Mosgaard ist ein getorfter

Single Malt und wurde in zwei Fässern

gereift: Zuerst in französischen

Eichenfässern, gefolgt von einem

Fass-Finish in 50-Liter-Ex-Bourbonfässern

bei der die Mandel-Vanille

Note den Torfrauch ein wenig

ausgleicht.

Insgesamt bietet der Mosgaard

einen Geschmack von intensivem

Schrot, Torfrauch und Heidekraut.

Dazu Vanille, cremiges Toffee, grüne

Äpfel und Honig,

Gewinner der World Spirits Awards

Gold 2020

UVP: 700,- Dänische Kronen

ca 94,- €

5 THREE SHIPS SINGE MALT

12 Years aus Südafrika

Der Three Ships Whisky ist ein gutes

Beispiel für die Arbeit des Whisky-Teams

der James Sedgwick Distillery

in Südafrika. Die gemälzte Gerste

wurde im Jahr 2007 in den kupfernen

Brennblasen verarbeitet und danach

reiften die Destillate in Wellington bei

Kapstadt. Das südafrikanische Klima

sorgt für eine beschleunigte Interaktion

zwischen der Spirituose, dem Fass

und den Einflüssen der Umgebung.

So entsteht bereits nach 12 Reife-Jahren

ein guter Single Malt mit Geschmackstiefe,

Ausgewogenheit und

außergewöhnlicher Geschmeidigkeit.

UVP: 45,90 €

7 J.P. Wiser’s 18 Jahre

Canadian Whisky

Qualität braucht seine Zeit! – John Philip

Wiser begann in den späten 1800er Jahren in

Kanada ein Unternehmen aufzubauen, das für

seine Qualität, sein handwerkliches Können

und die hochwertigen Whiskys bekannt geworden

ist.

J.P. Wiser’s 18 ist ein kanadischer Blend

für den mindestens 18 Jahre alte Whiskys

verwendet werden. Besonders speziell macht

ihn die Verwendung von 100% Mais. Eine geschmeidige

Süße unterstützt die Leichtigkeit

dieses mit diversen Awards prämierten Whiskys,

der zweifach in Column Stills destilliert

wird und in Ex-Canadian-Fässern reift.

Geschmacksprofil: Grüne Äpfel und Holz sorgen

für das herrliche Aroma, perfekt

ausbalanciert zwischen Frucht und Holz.

UVP: 59,99 €

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RAUCHER•PORTRAIT

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Das zweite Leben

der Aurore D.

Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil erschuf sich mit 28 Jahren neu. Als

„George Sand“ erarbeitete sie sich im literarischen wie im echten Leben mehr

Bewegungsfreiheit als jede Frau im 19. Jahrhundert. Nicht nur beim Zigarrerauchen

war die Autorin ihrer Zeit weit voraus.

Text: Elmar Schalk Foto: Nina Bauer

George Sand polarisierte.

Entweder verehrte

man die Schriftstellerin

oder man hasste ihre Persönlichkeit:

Eine Frau in Männerkleidung, die Zigarre

und Pfeife rauchte, war selbst im

weltoffenen Paris des 19. Jahrhunderts

ein Skandal. Zudem schien sie ihre prominenten

Liebhaber so häufig zu wechseln

wie Taschentücher. Heute wird sie

oft zur „Geliebten von Chopin“ dezimiert.

Doch das ist so, als würde man ihr einen

Fußtritt übers Grab hinweg versetzen.

Erstens verhielt es sich gewiss andersherum

und der Zartbesaitete war ihr

Geliebter, zweitens würde man damit

ihr gesamtes Werk – rund 180 Bücher

mit oft subversivem Inhalt – vom Tisch

fegen. Die 1804 als Amantine Aurore

Lucile Dupin de Francueil geborene George

Sand war eine vielschichtige Person.

Gräbt man nach den Wurzeln ihres

Stammbaums, und legt eine ganze Reihe

illegitimer Nachkommen frei, stößt

man schließlich auf August den Starken

– sächsischer Kurfürst (sowie König von

Polen und Großherzog von Litauen). Mit

vier Jahren verlor sie ihren Vater, Oberst

in der Napoleonischen Armee, bei einem

Reitunfall. Ihre Mutter, die nur wenig

Interesse an der Tochter zeigte, ließ

sie zwei Jahre später auf dem Landsitz

der Großmutter in Nohant-Vic zurück.

Durch die strenge Erziehung, später

als Teenager in einem Pariser Augustinerkloster,

genoss Aurore kaum Freiheiten.

Doch nach dem Tod der Großmutter

erbte sie nicht nur das Landgut,

sondern auch ein Patrizierhaus in Paris.

Mit 18 Jahren heiratete sie Casimir Dudevant,

gegen den Willen ihrer Mutter.

Als illegitimer Sohn eines Barons war

der mittellose Leutnant nicht gerade

Schwiegermutters Lieblingskandidat.

Alfred de Musset - George Sand (1804-76)

seated and smoking a pipe 1833

Tatsächlich stand die Ehe unter keinem

glücklichen Stern. Zwei Kinder später

(Maurice und Solange), ging die junge

Mutter immer öfter ihre eigenen Wege

und hatte mehrere Affären. Zum Bruch

kam es, als das Testament ihres Mannes

ihr in die Hände fiel. Mit so viel Verachtung

hatte sie nicht gerechnet. Nach

heftigen Auseinandersetzungen verließ

Aurore Dudevant den Gatten samt Provinz

und zog 1831 nach Paris.

Durchfall in Venedig

In einer Mansardenwohnung konzentrierte

sie sich zunächst auf die

Portraitmalerei, stellte aber bald darauf

fest, dass das Schreiben ihr viel

leichter von der Hand ging. Mit ihrem

damaligen Geliebten Jules Sandeau

arbeitete sie für die Tageszeitung „Le

Figaro“ unter dem gemeinsamen Pseudonym

„J.Sand“. Als im Folgejahr mit

„Indiana“ ihr erster eigener Roman erschien,

stand auf dem Einband bereits

ihr neuer Künstlername „George Sand“.

Das Buch schlug ein wie eine Bombe:

Eine so ungebremste Gefühlswelt, verbunden

mit dem Tatbestand des Ehebruchs,

wurde als zutiefst skandalös

und lesenswert empfunden. Vor allem,

weil die Geschichte aus der Sichtweise

einer Frau geschrieben wurde. Der

zweite Roman „Lélia“ schlug 1833 noch

höhere Wellen über die Grenzen Frankreichs

hinaus und machte die Autorin

zu den bestbezahlten Schriftstellern

ihrer Zeit. Fortan kannte ihre Produktivität

keine Grenzen. Inzwischen war

George Sand mit dem sechs Jahre jüngeren

Dichter Alfred de Musset zusammen,

der sich bald beklagte: „Ich habe

den ganzen Tag gearbeitet. Am Abend

hatte ich zehn Verse gemacht und eine

Flasche Schnaps getrunken; sie hatte

einen Liter Milch getrunken und ein

halbes Buch geschrieben.“ Um dem

Pariser Klatsch zu entfliehen, reist das

Paar für einen Tapetenwechsel nach

Venedig. Doch der Liebesurlaub verläuft

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RAUCHER•PORTRAIT

anders als geplant. In der Lagunenstadt

grassiert die Ruhr – eine ansteckende,

fiebrige Durchfallerkrankung.

Nachdem Sand alles überstanden hat,

erwischt es Musset schwer. Ein Arzt

kümmert sich um ihn, ist ständig an

seiner Seite. Als der Dichter sich langsam

erholt, zerplatzt jedoch sein Traum

von trauter Zweisamkeit, denn seine

Geliebte und der attraktive Dottore hatten

zwischenzeitlich zueinander gefunden.

Nach ihrer Rückkehr wird aus

dieser Ménage-à-trois schließlich eine

On-Off-Beziehung zwischen den Pariser

Künstlern. Während er immer öfter zur

Flasche greift, schreibt sie einen Roman

nach dem anderen.

Geschlechterrolle in Paris

Mit der Identität „George Sand“ hatte

die Autorin einen Gegenentwurf zu ihrem

bisherigen Leben erschaffen. Statt

sich durch Konventionen und Korsagen

weiter einengen zu lassen, kleidete sich

die junge Frau als Mann. Der weite Mantel,

die schweren Stiefel, Hut, Halstuch

und Hosen verhalfen ihr zu einer ungeahnten

Bewegungsfreiheit. So konnte sie

beispielsweise Etablissements wie die

Folies-Bergère aufsuchen und Zigarre

rauchen. Dabei flanierte sie immer mit

einem Bein ins Kittchen, denn in Paris

Hosen zu tragen war einer Frau noch

bis ins Jahr 2013 gesetzlich untersagt.

Auch dass sie aus ihren Liebschaften

keinen Hehl machte, war riskant; denn

für Frauen stand auf Ehebruch damals

noch Zuchthaus. 1836 setzte George

Sand schließlich die Scheidung von Casimir

Dudevant durch – für damalige

Zeiten eine revolutionäre Entwicklung innerhalb

der Gesellschaft. Sie behielt den

Landsitz, er das Haus in Paris. Mit ihrer

Forderung nach emotionaler und sozialer

Gleichstellung zwischen Männern

und Frauen war sie ihren Zeitgenossen

mindestens ein Jahrhundert voraus und

vielen davon mehr als suspekt. Obwohl

George Sand keinerlei Ambitionen hatte,

die Herren der Schöpfung aus ihren

Ämtern und Positionen zu vertreiben

und obwohl ihre Frauenideologie durchweg

konservativ blieb, wurde (und wird)

sie gerne als „Mannweib“ bezeichnet.

Ihr Auftreten, ihre Einstellung und ihre

Sichtweisen irritierten. Für Charles

Baudelaire eine „geschwätzige Kloake“,

für Friedrich Nietzsche eine „Milchkuh

mit schönem Stil“, warf ihr der Literaturwissenschafter

Ludwig Spach vor,

sie hätte „unsägliches Unheil im Innern

der Familienkreise“ angerichtet und die

Ehe systematisch untergraben. Ebenso

groß war aber auch ihre Anhängerschaft

mit so prominenten Namen wie

Gustave Flaubert, Heinrich Heine oder

Fjodor Dostojewski. „Ich kenne nichts,

das schlichter geschrieben, köstlicher

ersonnen wäre“, erklärte beispielsweise

Honoré de Balzac. Die Autorin arbeitete

meist nachts, denn tagsüber war in ihrer

Pariser Wohnung oder auf dem Landsitz

immer volles Haus. Möglich, dass sie

ungern allein war. Über das Rauchen

schrieb sie einmal: „Die Zigarre schläfert

den Schmerz ein und bevölkert die Einsamkeit

mit tausend anmutigen Bildern.“

Zu ihrem großen Freundeskreis zählten

auch der Maler Eugène Delacroix, der

Schriftsteller Alexandre Dumas d.Ä. und

der Komponist Franz Liszt. Durch letzteren

lernte sie wiederum Frédéric Chopin

kennen, mit dem sie eine jahrelange Liebesbeziehung

verband.

„Nie wieder Malle!“

1838 ging George Sand mit ihren

Kindern für einige Monate nach Mallorca,

damit ihr Sohn eine rheumatische

Erkrankung auskurieren konnte. Chopin,

der zeitlebens an Tuberkulose litt, erhoffte

sich vom milden Klima ebenfalls

Linderung. Für die traditionsbehafteten

Mallorquiner muss die Patchwork-Familie

aus Paris aber wie eine lasterhafte

Hippie-Kommune gewirkt haben.

Jedenfalls gestaltete sich das Miteinander

zwischen den Einheimischen und

den Touristen schwierig. Und während

sich der Sohn langsam erholte, litt der

Komponist unter dem Winterwetter, der

kalten Unterkunft und den Anzeichen

einer Lungenentzündung. Nach gut drei

Monaten kehrten die Urlauber Mallorca

frustriert den Rücken und die Schriftstellerin

verfasste einen bitterbösen

Reisebericht („Ein Winter auf Mallorca“),

wo sie mit den Insulanern als "dumme,

räuberische und untertänige Rasse" abrechnete.

Verständlich, dass 2004 dort

die posthume Ernennung der französischen

Autorin zur Ehrenbürgerin Mallorcas

für hitzige Diskussionen sorgte.

Revolution in Frankreich

Mit den Jahren hatte sich das

Kernthema ihrer Romane verlagert.

Ging es anfangs um das Aufbrechen

von Geschlechterrollen, standen nun

auch die gesellschaftlichen Probleme

Frankreichs im Focus. Es war eine unruhige

Zeit voller politischer Umbrüche,

industrieller Ausbeutung und sozialer

Ungerechtigkeit. Nach wie vor schrieb

George Sand für verschiedene Zeitungen,

1841 gründete sie mit zwei Kollegen

eine eigene – die „Revue indépendante“,

in der auch religionskritische

Fragen aufgeworfen wurden. Während

es im Beruf weiter mit Vollgas voran

ging, geriet das Privatleben 1847 ins

Stottern: Ihre Tochter Solange hatte

sich mit dem mittellosen Bildhauer Auguste

Clésinger heimlich verlobt, was

zu Familienstreitigkeiten führte. Dabei

soll es sogar zu Handgreiflichkeiten

zwischen Clésinger, George Sand und

ihrem Sohn Maurice gekommen sein.

Irgendwann herrschte totale Funkstille

zwischen Mutter und Tochter. Frédéric

Chopin hielt die Freundschaft zu Solange

indes aufrecht, womit er seine

Lebensgefährtin gegen sich aufbrachte.

Ob das der Trennungsgrund war, ist

nicht bekannt. Jedenfalls gingen die

Schriftstellerin und der Komponist nach

neun gemeinsamen Jahren ihre eigenen

Wege. Kurz darauf fegte die bürgerlich-demokratische

Februarrevolution

42

FineTobacco[+] 03·2022


von 1848 den ehemals liberalen „Bürgerkönig“

Louis-Philippe von Orléans

vom Thron. George Sand war Feuer und

Flamme – endlich konnte ein neues, sozialistisches

Zeitalter beginnen! Mit „La

cause du peuple“ gab sie eine eigene

Zeitung heraus und war Mitarbeiterin

des „Bulletin de la République“, dem

offiziellen Organ der neuen Regierung.

Auch als Louis Napoléon Bonaparte

(der Neffe des ehemaligen Kaisers

Napoleon Bonaparte) zum Staatspräsidenten

gewählt wurde, war sie begeistert;

die beiden kannten sich schon seit

zehn Jahren. Durch das gute Verhältnis

konnte sie 1852 vier verurteilte Sozialisten

vor der Todesstrafe bewahren.

Doch als Louis den gleichen Weg einschlug,

wie zuvor sein berühmter Onkel,

und sich im selben Jahr zum Kaiser

ausrufen ließ, kehrte George Sand

der Politik desillusioniert den Rücken.

Hinzu kam, dass eine immer schärfere

Zensur ihre Themenauswahl merklich

einschränkte. Enttäuscht notierte sie:

„Wahrheit schlägt immer eine Bresche,

Lüge schlägt immer in Trümmer.“

Rückzug nach Nohant

George Sand zog sich auf ihren

Landsitz in Nohant-Vic zurück, vernichtete

sicherheitshalber alle politischen

Schriften und verwendete für ihre Romane

fortan unverfänglichere Themen.

Das Leben der leidenschaftlichen Frau

verlief nun in etwas ruhigeren Bahnen,

sie war inzwischen Großmutter geworden

und hatte mit dem Kupferstecher

Alexandre Manceau einen Partner gefunden,

der bis zu seinem Tod 15 Jahre

lang an ihrer Seite blieb. Mit ihrer

Tochter hatte sie sich inzwischen wieder

versöhnt und bis zuletzt war das

große Landhaus in Nohant ein quirliger

Treffpunkt für Freunde und Familie. Der

Nachwelt hinterließ sie nicht nur rund

180 Bücher, ungezählte Zeitungsartikel

und schätzungsweise 40.000 Briefe. Ihr

zeitweise modernes, selbstbestimmtes

Leben war die Blaupause für die gesellschaftliche

Evolution des 20. Jahrhunderts.

Sie wollte nicht provozieren.

Hut, Mantel und Hosen waren nur Mittel

zum Zweck. So existiert auch kein Foto,

auf dem sie Zigarre oder Pfeife raucht.

Als 1876 die Urahnin der Gleichberechtigung

mit knapp 72 Jahren starb,

schrieb Flaubert an seinen russischen

Schriftstellerkollegen Iwan Turgenjew:

„Ich habe bei ihrem Begräbnis geweint

wie ein Kind [...] Stets wird sie eine der

Größten und eine einzigartige Zierde

Frankreichs sein.“

PERDOMO

LOT 23

Die Cigarrenserie PERDOMO LOT 23 zeichnet sich

insbesondere durch die einzigartigen Einlage- und Umblatt-

Longfiller-Tabake aus. Diese werden ausschließlich in einer hierfür

vorgesehenen Plantage mit dem Namen „LOT 23“ angebaut und geerntet. Nach einem

viermonatigen Reifeprozess werden diese Tabake sehr sorgfältig bis zu 12 Monate fermentiert.

Die dann im Ballen bevorrateten Tabake erhalten noch zusätzlich eine 3-jährige

Format

Gordito

Robusto

Toro

Größe

4½ x 60

5 x 50

6 x 50

Inhalt

24

24

24

KVP/Stück

8,20 €

8,40 €

9,00 €

KVP/Kiste

196,80 €

201,60 €

216,00 €

Nachfermentation. PERDOMO LOT

23 – eine genussreiche Ergänzung

im Perdomo Sortiment zu einem attraktiven

Preis-/Leistungsverhältnis!

Alle Formate in den Deckblättern „Connecticut“, „Sun Grown“ oder „Maduro“ erhältlich.

Händlernachweis bitte anfordern bei dem Exclusiv-Importeur:

Zigarren – Zigarillos

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TREFFPUNKTE

DAS WAR DIE ZINO NICARAGUA

ZIGARREN- & BBQ-GENUSSREISE 2022

MIT DOPPEL-GRILLWELTMEISTER ADI MATZEK

3 Wochen, 12 Stationen, 1500 Zigarren, 500 glückliche Aficionados

und mehr als 5000 gefahrene Kilometer – das sind die Eckdaten der

Zino Nicaragua Zigarren- & BBQ Deutschland Tour 2022, die im Juni

und Juli in Zusammenarbeit mit 12 Davidoff Ambassadoren stattfand.

Die Tickets für die Genussabende

erfreuten sich großer Beliebtheit. So

war jede der Stationen innerhalb kürzester

Zeit ausverkauft, war es für viele

Kunden als auch Händler eines der ersten

Events nach der Corona-Pause. Das

Feedback der Gäste war äußerst positiv.

Ein „Cigar-BBQ“ mit Zigarren und Bier

auf höchstem Niveau, ist auch das, was

sich Aficionados von der Zino Nicaragua

als Marke aus dem Hause Oettinger Davidoff

erwarten dürfen.

Foto: Davidoff Germany

Foto: Viktor Enns

44

Die Genusswelten Zigarre

und BBQ verbindet so einiges.

Vielfältige Aromen,

das gesellige Beisammensein mit

Freunden oder das achtsame Genießen

von Momenten. Als langjähriger

Zigarrengenießer und vor allem

auch Liebhaber von nicaraguanischen

Blends, freute es den Doppel-Grillweltmeister

Adi Matzek besonders,

diese exklusive Zigarren- & BBQ Genussreise

von A bis Zino für Aficionados

in Deutschland zu gestalten

und mithilfe genau dieser Komponenten

die Marke Zino und das Lebensgefühl

der Karibik an die Genießer weiterzugeben.

FineTobacco[+] 03·2022

Foto: Christian Gielow

Zwischen Zino und Doppel-Grillweltmeister,

Fleischsommelier sowie

Metzgermeister Adi Matzek lassen

sich durchaus einige charakterliche

Parallelen ziehen: Charismatisch, lebensfroh

und immer auf der Suche

nach neuen Herausforderungen. „Ich

selbst habe meine Leidenschaft zu

Zigarren über das Pairing mit Rum

entdeckt. Der Genuss einer Zigarre

zu meinem Lieblingsrum hat für


Foto: Viktor Enns

mich ganz neue Geschmackswelten

eröffnet. Daher finde ich Pairings mit

Zigarren-, BBQ- und Getränken sehr

spannend. Durch die Abstimmung der

unterschiedlichen Komponenten entsteht

ein ganzheitliches Erlebnis für

alle Sinne“, erklärt der Doppel-Grillweltmeister.

Auch Stefanie Birtel, Geschäftsführerin

der Davidoff of Geneva Germany

& Austria GmbH, zeigt sich ob

der Zusammenarbeit erfreut: „Als

langjähriger Zigarrenliebhaber und

Grillprofi, ist Adi ein Top-Partner, der

exklusiv für unsere Aficionados eine

wunderbare Grill- & Zigarren-Genussreise

gestaltet hat. Die ausverkauften

Tickets und das positive Feedback

nach der Tour sprechen für sich."

Foto: Ekrem Hadziavdic

Foto: Davidoff Germany


KIKIS•REISENOTIZEN

DAS RAUSCHEN DER SINNE

Kann man gleichzeitig zwischen blühenden Lavendelbüschen und grünen Weinreben

schwelgen? Kann man! Sogar mit einem Gläschen Wein in der Hand, der gewissermaßen aus

diesen Reben geflossen ist. Mindestens ein Jahr vorher versteht sich, denn wenn der Lavendel

im Juli blüht, sind die Trauben noch unreif. Ich habe diese Postkarten perfekte Szenerie

auf dem 42-Hektar Gelände von „Coquillade Provence Village Resort & Spa“ entdeckt. Der

feine Tropfen stammt aus hoteleigenem Weinbau namens Aureto.

Von Kiki Baron Fotos: Paul Spierenburg

46

FineTobacco[+] 03·2022


Der Luberon, Teil des Département

Vaucluse, ist für

mich der schönste Teil

der Provence. Diese Sonnen verwöhnte

Berg- und Tallandschaft punktet mit

mittelalterlichen Dörfern, Weinbergen

und Wäldern und nicht zuletzt Lavendelanbau.

Ich plane meine Reise immer

so, dass ich dem Samstagsmarkt

von Apt einen Besuch abstatten kann.

Im Winter gehört der große Trüffelmarkt

von Carpentras ebenfalls zu

meinen Zielen. Er tagt von Mitte November

bis März jeden Freitag im Hof

des Hôtel-Dieu. Eine Region also, in der

alle fünf Sinne zu explodieren scheinen.

Und das bereits in Apt. Bevor das

Auge fokussiert, zieht ein wunderbarer

Duft in die Nase. Und man muss keinen

Leistungskurs als Parfümeur absolviert

haben, um darin einzelne Noten

zu erschnuppern. Lavendelaroma liegt

in der lauwarmen Luft, die Süße von

Feigen, die Frische von Zitrusfrüchten

und ein Hauch Würziges, welches vielleicht

von Kräutern daher weht. Entlang

der Fußgängerzone reihen sich

pittoreske Stände, das kulinarische

Angebot appetitlich in gläsernen Vitrinen

arrangiert oder in hölzerne Kisten

geschichtet. Hier und dort darf man

probieren. Käse und Olivenöl aus lokalen

Manufakturen beispielsweise oder

ein Fetzen hausgemachter Paté auf

knusprigem Bauernbrot. Die Szenerie

wirkt wie eine Filmkulisse, zumal der

Markt von pastelligen Provence Häusern

gesäumt ist. Und nicht zuletzt

sind es die Menschen, die der Szenerie

etwas Operettenhaftes verleihen. Die

Damen gern in knöchellangen Sommerkleidern,

die Männer in lässigem

Leinen mit Strohhut.

Die wunderschöne Region ist zudem

ideales Terrain für genussvolle

E-Bike-Touren. Das eigene kann man

getrost zuhause, denn Coquillade Village

wartet mit hochwertigem Gerät auf.

Vor Jahren bereits habe ich das zauberhafte

Resort entdeckt. Das Dorf im

Namen darf man wörtlich nehmen. Es

besuchen Sie auch

LOGBUCH – DER PODCAST

Aufzeichnungen einer

Reisejournalistin

@logbuch_podcast

Jeden Sonntag eine neue Folge bei

Spotifiy, Apple Podcast und Deezer.

unterscheidet sich kaum von den malerischen

Flecken, die andere Hügel im

Luberon bekränzen: Sandsteingelbe

Häuser mit roten Ziegeldächern sind

in blühende Gärten und Weinreben gebettet,

Kieselwege und Trockensteinmauern

rahmen sie ein, Zypressen,

Oliven – und Obstbaume setzten Akzente.

So nostalgisch sich das Anwesen

präsentiert, so zeitgemäß luxuriös

sind die Einrichtungen. Neueste Errungenschaft

sind fünf Pool Suiten. Und

E-Bikes? Mit nämlichen wartet das Cycling

Center auf. Rennräder und Mountain-Bikes

stehen parat. Hotelinvestor

war nämlich der Schweizer Milliardär

und Sportmäzen Andy Rihs (gest.

2018), unter anderem Eigentümer der

Fahrradmarke BMC. Söhne Tobias und

Oliver führen das Erbe fort.

E-Bike fahren bringt Riesenspaß.

Ich fahre mit personal Guide Gaitan

über stille Landstraßen durch Haine

und Hügel. Erstes Ziel ist Ménerbes.

Als eines der schönsten Dörfer

Frankreichs ausgezeichnet thront die

1000-Seelen-Zitadelle auf einem gewaltigen

Felsklotz. „Wie ein Schiff im

Meer von Weingärten“, hatte Nostradamus

den Ort im Mittelalter beschrieben.

Er würde ihn unschwer wiedererkennen.

Steil wie eine Gangway fällt

die enge Straße von idyllischer Höhe

herab. Am Dorfplatz lockt „Maison de

la Truffe et du Vin“. Im lauschigen Garten

mit Panoramablick lassen wir uns

die Spezialität des Hauses servieren

– Brouillade de Truffes. Das sind mit

Butter und Creme fraiche aufgeschlagene

Eier, die lockerluftige Masse aromatisiert

mit Raspeln der wertvollen

Knolle. Nichts für Cholesterinzähler,

dafür ein köstlicher Gaumenkitzler

aus dem Genussrepertoire des provençalischen

Savoir-vivre. Apropos

Lebensart. Wer erinnert sich noch an

den autobiographischen Bestseller

von Peter Mayle „Mein Jahr in der Provence“?

Ménerbes war Inspirationsquelle

des englischen Schriftstellers.

Es ist typisch für die Provence, dass

man an jeder Ecke über berühmte Namen

stolpert. Oder, wie ich holpert.

An der Kreuzung unterhalb der Zitadelle

etwa. Hier hatte Russell Crowe

als Londoner Brocker Max Skinner in

Ridley Scotts Peter-Mayle-Verfilmung

„Ein gutes Jahr“ den Überblick verloren.

Das würde mir ebenso ergehen,

wenn mein Begleiter nicht wäre. Die

Hinweisschilder verwirren. Doch Gaitan

kennt die reizvollste Radstrecke

nach Lacoste. Von meiner Terrasse im

Coquillade nämlich hatte ich abends

zuvor die illuminierte, hoch aufragende

Ruine einer Burg entdeckt. Im 17.Jahrhundert

Lustgefilde eines gewissen

Donatien Alphonse Francois. Der Adelige

lud hier zu sexuellen Séancen und

brachte gewaltpornographische Fantasien

zu Papier. Wir kennen ihn als Marquis

de Sade. Im letzten Jahrhundert

war es Pierre Cardin, der 22 Millionen

Euro investierte, um das halbe Dorf

samt Ruine aufzukaufen und aufputzen

zu lassen.

Was könnte verlockender sein, als

sich nach so einem Traum Tag erst unter

wohltuenden Therapeuten Händen

verwöhnen zu lassen und dann in einem

der Restaurants von liebenswertem

Service und exzellenter Küche. Die

Entscheidung fällt schwer. Fine Dining

Erlebnis im Avelon, provençalische

Bistrokost im Les Vignes oder sizilianische

Spezialitäten im Cipressa? Am

besten man verweilt lange genug, um

das wunderbare Rundum-Vergnügen

in diesem einzigartigen Village bis

ins letzte Detail auszukosten. Sogar

an Liebhaber feiner Zigarren wurde

gedacht. Mit Humor: Im lichtdurchflutenten

Fumoire wacht die Büste eines

Schornsteinfegers….

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MADURO•GALA

DIE MADURO.

REIFE ZIGARREN

FÜR REIFE RAUCHER.

Maduro bedeutet aus dem Spanischen übersetzt

„reif“. In Bezug auf Zigarren ist der

Begriff damit nicht so eindeutig geklärt, denn „Maduro“

wird sowohl für einen bestimmten Farbton des Deckblatts

als auch für eine bestimmte Reifung (Fermentation) des

Deckblatts verwendet. Auf jeden Fall finden die dunklen

Schönheiten immer mehr Freunde unter erfahrenen Aficionados.

Viele Maduro-Zigarren verfügen über ein facettenreiches

Aromen-Spektrum, das in harmonischem

Einklang mit einer Vielzahl von Geschmacksnuancen ist.

In unserer Maduro-Gala möchten wir Ihnen ein paar ausgezeichnete

Exemplare dieser „Spezies“ vorstellen. Lassen

Sie sich inspirieren – wenn Sie nicht ohnehin schon

ein Maduro-Fan sind. Fotos: Studio Jan Roeder

48 FineTobacco[+] 03·2022


FineTobacco[+] 03·2022 49


MADURO•GALA

COHIBA MADURO 5

Vitola Genios

Deckblatt Kuba

Umblatt Kuba

Einlage Kuba

Länge 140 mm

Gauge 20,6 mm

Preis 86,00 €

Vertrieb 5th Avenue

»Die Cohiba Maduro 5 Genios ist

ein kubanisches Kunstwerk, das

Aficionados nur begeistern kann.

Außen makellos, begeistern auch

das vielseitige Aroma und das

Abbrandverhalten – sie ist einfach

rundum gelungen.«

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FineTobacco[+] 03·2022


»Die La Aurora 1985 eröffnet mit einem

reichen Aroma von Mineralerde, einem Hauch

Pfeffer, Mandelnoten und dem süßen Aromen

getrockneter Früchte, gemischt mit einer

eleganten dunklen Schokoladenwürze.

Subtile Noten von Kaffeesahne begleiten

den gesamten Rauchverlauf.

Den Abgang prägenNoten

tropischer Früchte.«

LA AURORA 1985

MADURO

Vitola Cetros

Deckblatt Brasilien

Umblatt Nicaragua

Einlage Nicaragua

Länge 160 mm

Gauge 17,5 mm

Preis 8,50 €

Vertrieb Arnold André

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MADURO•GALA

PERDOMO RESERVE

10TH ANNIVERSARY

MADURO

Vitola Robusto

(Box Pressed)

Deckblatt Nicaragua

Umblatt Nicaragua

Einlage Nicaragua

Länge 152 mm

Gauge 19,8 mm

Preis 10,50 €

Vertrieb Don Stefano

»Die Perdomo Reserve 10th Anniversary

Maduro Robusto eignet

sich mit ihrer mittleren Stärke besonders

gut für Einsteiger, die sich

gerne an einer Maduro probieren

möchten. Am Abend mit einem

eleganten Scotch oder Bourbon –

immer ein perfekter Genuss.«

52

FineTobacco[+] 03·2022


»Die Ambassador ist eine geschmacklich

ausgewogene, einzigartig aromatische

Zigarre im Perfecto-Format. Dominierend

sind süße, herbale Aromen, die sich

im Rauchverlauf mit leichten Kaffee-

Akzenten anreichern und in ein

langes, samtiges Finish

übergehen.«

LEÓN JIMENES

DOUBLE MADURO

AMBASSADOR

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Perfecto

Brasilien

Sumatra Seed

Peru, Brasilien,

Nicaragua, Dom. Rep.

114 mm

15,1 mm

Länge

Gauge

Preis 7,30 €

Vertrieb Arnold André

FineTobacco[+] 03·2022

53


MADURO•GALA

»Sehr angenehmer milder Smoke, schöne

Rauchentwicklung mit tollen Aromen, super

Verarbeitung. Die Perdomo Barrel Age ist

sehr lecker, mild und cremig, sie brennt gut

und gleichmäßig ab.«

PERDOMO NICA-

RAGUA BOURBON

BARREL AGED

MADURO

Vitola Robusto

Deckblatt Nicaragua

Umblatt Nicaragua

Einlage Nicaragua

Länge 127 mm

Gauge 21,4 mm

Preis 10,50 €

Vertrieb Don Stefano

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FineTobacco[+] 03·2022


» Wenn es den Zuckerhut als Zigarre gäbe, dann wäre es

die PARCERO Brasil Robusto. Unkompliziert, süß, mild,

würzig, mit nussigen Aromen: Bei jedem Zug scheint die

Sonne aus dieser brasilianischen Zigarre, die auch

unter Einsteigern sofort Freunde findet.«

PARCERO BRASIL

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Robusto

Mata Fina, Brasil

Sumatra Seed,

Mexico

Mata Fina, Brasil,

Criollo und

Piloto Dominicano

125 mm

19,8 mm

Länge

Gauge

Preis 5,20 €

Vertrieb Arnold André

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55


MADURO•GALA

»Diese Petit Panetela von Davidoff Nicaragua

Maduro bringt einen intensiveren

Geschmack mit. Die Komplexität und

Balance schaffen ein außergewöhnliches

Genusserlebnis in einer kurzen Pause.

Die kleine Zigarre hat ähnliche Gaumenstimulation

wie die reguläre Davidoff

Nicaragua Linie, ist aber intensiver und

süßer und entwickelt außerdem wunderbare

Schokoladenaromen.«

DAVIDOFF PRIMEROS

NICARAGUA MADURO

Vitola Petit Panetela

Deckblatt Nicaragua, H 2000

Umblatt Nicaragua, Jalapa

Einlage Nicaragua

Länge 105 mm

Gauge 13,5 mm

Preis 5,30 €

Vertrieb Davidoff of Geneva

Germany GmbH

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FineTobacco[+] 03·2022


VILLIGER

LA LIBERTAD

Vitola Robusto

Deckblatt Nicaragua

Umblatt Dom. Rep.

Einlage Nicaragua

Länge 127 mm

Gauge 20,6 mm

Preis 7,80 €

Vertrieb Villiger

»Die La Libertad verfügt über ein

facettenreiches Aromen-Spektrum, das

harmonisch im Einklang ist, mit einer

Vielzahl von Geschmacksnuancen. Sie ist

kräftig im Geschmack und angereichert

mit Noten von Bitterschokolade, Kaffee,

Gewürzen und Karamell, was einen Blend

ergibt, der höchsten Raucheransprüchen

gerecht wird. «

FineTobacco[+] 03·2022 57


MADURO•GALA

BOSSNER

MADURO

Vitola

Deckblatt

Churchill

Connecticut

Maduro

Dom. Rep.

Dom. Rep.

190 mm

20,0 mm

Umblatt

Einlage

Länge

Gauge

Preis 13,80 €

Vertrieb Bossner

»Die Bossner Maduros entfalten ein dominantes,

holzig-würziges Aroma, mit blumigen und zugleich

erdigen Noten, das sich im Rauchverlauf mehr in

Richtung Röstaromen entwickelt. Mittelstarke

Zigarren mit cremigem, dezent-würzigen

Geschmack.«

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FineTobacco[+] 03·2022


DAVIDOFF PRIMEROS

DOMINICAN MADURO

Vitola Petit Panetela

Deckblatt Ecuador, Connecticut

Umblatt Ecuador

Einlage Dom. Rep.

Länge 105 mm

Gauge 13,5 mm

Preis 5,30 €

Vertrieb Davidoff of Geneva

Germany GmbH

»Durch ihr Maduro-Deckblatt ist diese

Petit Panetela im Vergleich zur klassischen

Primeros etwas öliger und süßlicher

im Aroma. Sie folgt dem Wunsch vieler

Aficionados nach kleineren Zigarren, die

eine kürzere Rauchdauer aufweisen. Sie

bietet annähernd das volle Aroma einer

großen Zigarre. «

FineTobacco[+] 03·2022 59


MADURO•GALA

»Die Villiger Do Brasil kommt zu 100 Prozent aus

der hauseigenen Manufaktur in der Region Bahia,

eine der fruchtbarsten Gegenden Brasiliens. Hier, wo

auch Orangen, Zuckerrohr und Kaffee wachsen, entsteht

ein Produkt der Spitzenklasse: Ein

Luxusprodukt für anspruchsvolle Aficionados.«

VILLIGER

DO BRASIL

MADURO

Vitola Robusto

Deckblatt Brasilien

Umblatt Brasilien

Einlage Brasilien

Länge 127 mm

Gauge 19,8 mm

Preis 9,80 €

Vertrieb Villiger

60

FineTobacco[+] 03·2022


Echte WHISKY

LEIDENSCHAFT

SYLT

BAVARIA

Lantenhammer Destillerie GmbH • www.Lantenhammer.de • www.sild-whisky.de

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erfahren


TABAKHANDEL•SPEZIAL

Top-Tabakhändler

in Deutschland gewinnen

GOLDEN BAND AWARDS

von DAVIDOFF und setzen

international Zeichen

In unserer Serie „Top Tabakhändler“ stellen wir zwei Unternehmen

vor, die sich international hervorragend platzieren konnten.

Oettinger Davidoff, der renommierte Basler Hersteller handgefertigter

Premiumzigarrenmarken zeichnet jedes Jahr die „Besten

der Besten“ Einzelhändler und Partner weltweit aus.

Der GOLDEN BAND AWARD gilt als eine der

begehrtesten Auszeichnungen. Leider ließ die

Corona-Pandemie und deren Reisebeschränkungen

im vergangenen Jahr keine Zeremonie

in üblicher Davidoff-Eleganz zu. So wurden die

Preisträger lokal gefeiert. Beat

Hauenstein, CEO von Oettinger

Davidoff, kommentiert

den Preis so: „Die Davidoff

Golden Band Awards sind die

wichtigste Anerkenung unseres

Unternehmens, um die

außerordentlichen Leistungen

und Resultate unserer Partner

weltweit zu würdigen, dank

deren Erfolg wir gemeinsam

die Marke Davidoff vorantreiben.

Wir sind stolz, die besten

Partner, Einzelhändler, Depositäre

und Distributoren in den

jeweiligen Ländern ehrenvoll

zu feiern.“ Gleich zwei deutsche

Davidoff-Partner konnten

sich gegen die internationale

Konkurrenz durchsetzen:

Cigarworld by Tabac Benden

in Düsseldorf und Zigarrenwelt von Felix

Spohn in Köln.

Stefanie Birtel, General Manager Davidoff of

Geneva Germany & Austria, freute sich sehr,

dass gleich zwei der internationalen

Awards nach Deutschland

gingen und das wurde

auch gebührend gefeiert.

Cigarworld by Tabac Benden

wurde sogar mit zwei Preisen

gewürdigt: „Davidoff Best Appointed

Merchant of the Year“

(international) und „Davidoff

Best Performance of the Year“

(Deutschland).

Das Kölner Fachgeschäft „Zigarrenwelt“

von Felix Spohn

konnte sich mit seinen herausragenden

Marketing-Kampagnen

durchsetzen und entschied

den „Best Brand Building 2021“

Award für sich. FINE TOBACCO

sagt nochmals „Herzlichen

Glückwunsch“ und stellt die

beiden Geschäfte gerne vor.

62

FineTobacco[+] 03·2022


Cigarworld

by Tabac Benden, Düsseldorf

„We love cigars“ – so lautet

das Motto, mit dem wir, die Geschwister

Patricia und Marc

Benden, bereits in der vierten

Generation im Tabakhandel tätig

sind. Und Tabak ist für uns

alles andere als bloße Ware.

Seit wir 1992 von unseren Eltern

zwei Geschäfte in der Düsseldorfer

Innenstadt übernahmen,

ist das Braune Gold für

uns Familiensache und Leidenschaft

in einem.

Fünf Jahre später wagten wir

uns mit unserem Online-Shop

Cigarworld.de in das damals

noch junge Internet. Das rasant

wachsende Netz bot uns Raum,

die Zigarre – und das mit ihr

verknüpfte Savoir-vivre – einem

immer breiteren Publikum

zu präsentieren. Dabei war es

unsere Absicht, dass weitere

Genussmenschen unter uns

die Möglichkeit bekamen, nicht

nur hochwertige Zigarren zu

erstehen, sondern darüber hinaus

allerlei Wissenswertes

und Interessantes rund um das

Thema Tabak zu erfahren. Denn

eine gute Zigarre ist, wie jeder

Aficionado weiß, ein Kulturgut,

und sie zu schätzen, will gelernt

sein.

Cigarworld

ist ein Projekt der Tabac Benden GmbH

Lounge & Versandzentrale:

Burghofstraße 28, 40223 Düsseldorf

Telefon Zentrale +49 (0)211 3106 3730

Telefon Lounge +49 (0)211 1593 985

E-Mail: info@cigarworld.de

www.cigarworld.de

FineTobacco[+] 03·2022 63


TABAKHANDEL•SPEZIAL

Zigarrenwelt

von Felix Spohn, Köln

Wir freuen uns immer, Sie

in unserem modernen Showroom-

und Zigarrenfachgeschäft

begrüßen zu dürfen. Bei

Ihrem Besuch werden Sie eine

große Auswahl der in unserem

Online-Shop angebotenen Humidore

und Zigarrenzubehör

finden. Unser begehbarer Humidor

ist immer gut gefüllt,

einschließlich seltener Funde

wie einige der ältesten heute

erhältlichen kubanischen

Zigarren aus dem Jahr 1895.

Unsere Lounge ist der perfekte

Ort, um sich mit einer Zigarre

und einem Drink genussvoll

zurückzulehnen.

Zigarrenwelt

Kaiser-Wilhelm-Ring 12, 50672 Köln

Hotline:

0800-3456788 (gratis)

+49-221-80009410

www.zigarrenwelt.de

Unser Showroom und das

Einzelhandelsgeschäft sind geöffnet:

Mo-Fr: 10:00-19:00 Uhr

Sa: 11:00-16:00 Uhr

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Noblego Unter den Linden

An der vielleicht nobelsten Adresse

Berlins, Unter den Linden 77, im Hotel

Adlon, wurde am 31.01.2022 das

Ladengeschäft NOBLEGO Unter den

Linden eröffnet.

Die Innenarchitektur wurde in Zusammenarbeit

mit dem Fabian

Freytag Studio für NOBLEGO konzipiert.

Sie ist inspiriert von der

Wiener Moderne und Adolf Loos

American Bar, einem Sehnsuchtund

Zufluchtsort des Genusses, der

als Referenz nicht passender sein

könnte.

Auf insgesamt 76 Quadratmetern

und zwei Etagen wurde unter Verwendung

edelster Materialien eine

opulente Einkaufswelt geschaffen,

die ihresgleichen sucht.

In den 7 Humidorschränken, sowie

einem weiteren begehbaren Humidor

für Raritäten im Untergeschoss,

welche allesamt von Marc André

(www.humidor.de) maßgetischlert

wurden, sollte jeder Aficionado

fündig werden. Nur die besten und

exklusivsten Produkte des breiten

Sortiments des Online Shops (www.

noblego.de) wurden für das Ladengeschäft

ausgewählt. Einige besonders

rare Zigarren können aufgrund

der strengen Limitierung nur vor Ort

angeboten werden.

Die angebotenen Spirituosen sind

von dem Spirituosen Consultant

Jürgen Deibel ,der selbst gerne Zigarren

raucht, speziell für NOBLEGO

und mit ständigem Blick auf die Zigarre

kuratiert.

Die angebotenen Accessoires kommen

vom französischen Luxuswarenhersteller

S.T. Dupont, der für kompromisslose

Qualität steht. Hier vereint

sich Technologie und Savoir-faire zu

hochwertigen, individuellen und äußerst

haltbaren Produkten.

Für den Genuss der erworbenen

Zigarren bietet sich die Smokers

Lounge im Hotel Adlon an, die nur

ein paar Schritte entfernt liegt. Sie

TABAKHANDEL

steht nicht nur Hotelgästen offen,

sondern heißt jeden Genusssuchenden

willkommen.

Die versierten und engagierten Mitarbeiter

mit langjähriger Erfahrung

stellen eine Beratung sicher, die keine

Wünsche offen lässt.

„Das ist kein Laden,

das ist ein Refugium!“

(Marc André)

Noblego Unter den Linden

Im Hotel Adlon

Unter den Linden 77, 10117 Berlin

Öffnungszeiten: Montag - Samstag

10:30 - 13:30 und 14:00 - 18:30

www.noblego.de

FineTobacco[+] 03·2022 65


MANUFAKTUREN

66

FineTobacco[+] 03·2022


Handwerk, Kunst

& heiße Öfen

Nic Nagel ist ein Reisender zwischen den Welten, die er auf wundersame Weise

verbindet. Unterwegs zwischen Tradition und Moderne, zwischen Garmisch und

Partenkirchen, zwischen seiner Werbeagentur, Zweiradmanufaktur, Cocktailbar,

Vinothek. Ständig sprudeln neue Ideen empor, die er und sein Team in die Tat umsetzen.

Auf die lange Bank wird hier nichts geschoben. Trotzdem bleibt Nagel so

erdverbunden, wie man als Bayer nur sein kann. Ein Ortstermin mit einem multikreativen

Macher, der großen Wert auf gutes Handwerk legt.

Text: Elmar Schalk Fotos: Nina Bauer

Irgendwie scheint sich das Navi in

Garmisch-Partenkirchen nicht so

richtig auszukennen. Die Stimme

aus dem Off lässt zwar keinen

Zweifel am richtigen Kurs aufkommen,

trotzdem lotst sie einen auf die falsche

Seite der mehrspurigen Hauptstraße.

Eine analoge Anfrage bei Einheimischen

später, und wir stehen vor dem

Firmengebäude von Nic Nagel: seines

Zeichens Werbefachmann, universeller

Selfmademan und „bunter Hund“

in der Region. Die Fassade des ehemaligen

Lagerhauses hatte schon für

Gesprächsstoff gesorgt, als er sie kurzerhand

mattschwarz strich – eigentlich

ein Unding im Reich der Lüftlmalerei.

Doch der Gemeinderat stimmte

darüber ab und gab grünes Licht. So

sind Garmisch-Partenkirchen und seine

Bewohner immer für eine Überraschung

gut. Der Morgen an diesem

Augusttag verspricht mal wieder hohe

Temperaturen, das große Rolltor der

Werbeagentur Nagel ist weit offen, als

der Inhaber die Eisentreppe herunterwippt.

Nicolas „Nic“ Nagel erscheint in

kurzer Dickies-Hose und mit Vans Checkerboards

an den Füßen; beide Marken

sind in verschiedenen Subkulturszenen

verbreitet. Dass der 49-jährige aus der

Hot Rod-Ecke kommt, lassen nicht so

sehr seine ausdrucksstarken Koteletten

und die zurückgekämmten Haare

vermuten, als vielmehr sein 1949er

Chevrolet Pickup Truck, der in unübersehbarem

Rot vor der Agentur parkt.

Aber mit Schubladen kann Nagel nur

wenig anfangen, versperren sie doch

den Blick aufs große Ganze. Seine Ideen

jenseits des Horizonts führen ein

Eigenleben. Statt in der Schublade zu

mumifizieren, stürmen sie bei nächster

Gelegenheit als Entwurf aufs Papier, um

sich so bald wie möglich zu materialisieren.

Das bekannte Zitat „Geht nicht,

gibt’s nicht“ des Erfinders Artur Fischer

klingt bei Nagel so: „Wenn ich es nicht

kann, dann gebe ich es einem anderen,

der es machen kann“.

Zeitreise nach

Südkalifornien

Ursprünglich wollte der Agenturchef

Automechaniker werden. Sein

Bruder und er erfuhren eine frühkindliche

Prägung durch den Job des Vaters,

der in einem Autohaus arbeitete und

außerdem Unfallwagen richtete, um sie

weiterzuverkaufen. Für die Reparaturen

wurden die Sprösslinge requiriert, die

mit Leidenschaft und steigendem Können

dabei waren. Trotzdem hatte der

Senior andere Vorstellungen für ihre Zukunft

– er wollte nicht, dass seine Söhne

tagtäglich im Öl sind. Auf Geheiß des

Vaters machte Nic eine Ausbildung zum

Schildermaler (heute: Werbetechniker),

wo er alle Spielarten der Beschriftung

von der Pike auf erlernen konnte. Seine

Lehre noch in der prä-digitalen Ära absolviert

zu haben, bezeichnet er heute

als großes Glück. Zum einen, weil noch

mehr das Handwerk im Vordergrund

stand, zum anderen, weil er über das

Zeichnen und das Pinstriping eine neue

Welt für sich entdeckte. Ursprünglich

bezeichnete der Begriff „Pinstriping“

das freihändige Auftragen gerader Zierlinien,

um beispielsweise die Form einer

Autokarosserie zu betonen. Ab Mitte

der 1950er wurde die Technik unmodern,

doch außerhalb des Mainstreams

hatte sich in Südkalifornien daraus eine

eigene Kunstform entwickelt. Auf wundersame

Weise verwandelten Magier

wie Von Dutch, Tommy The Greek und

Ed Roth die einfachen Linien in ein grafisches

Feuerwerk. Und sie schlugen

den jungen Nic in ihren Bann, der über

Hot Rod-Magazine ein Paralleluniversum

betrat, in dem seine Leidenschaften

für Lack und Motoren miteinander

verschmolzen. Hier gab es Hot Rods:

Fahrzeuge der 1920er bis 1940er, deren

offenbar geisteskranke Besitzer alles

entfernt hatten, was einem schnellen

Vortrieb im Wege war. Statt einer Motorhaube

versperrte dann oft ein zähnebleckender

Motor die ohnehin schon

magere Sicht aus dem tiefergelegten

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MANUFAKTUREN

Cockpit. Zu Beginn waren Lackierungen

bei Hod Rods kein Thema gewesen, doch

mit dem Pinstriping entstand auch optisch

ein charakteristisches Stilmittel.

Irgendwann, dessen war sich Nic Nagel

sicher, würde auch er einen eigenen Hot

Rod besitzen. Sich Dinge zu erarbeiten,

hatte er vom Vater gelernt, der ihm beispielsweise

eine Vespa schenkte. Nahezu

schrottreif. Um die Reparatur und um

die Kosten für den Führerschein sollte

sich der Filius selbst kümmern. So nahm

Nagel juniors Liebe zu den Blechrollern

aus Pontedera ihren Anfang, von denen

etliche Modelle in seiner Scheune

schlummern. In den 1990ern gab es

auch hier eine Szene, die sich der alten

Fahrzeuge annahm, die meisten Karosserieteile

entfernte und den Motoren

ordentlich Dampf verpasste. Eine wilde

Zeit. Und der Garmisch-Partenkirchener

war mittendrin.

Vom Matterhorn bis an

die Waterkant

Nach seiner Schildermalerlehre absolvierte

Nagel noch eine Ausbildung

zum Siebdrucker und ging schließlich

auf Reisen: Im deutschsprachigen

Raum waren seine Illustrationen bei

den renommierten Werbefirmen gefragt.

Und während das Gros der Grafiker

vor Tastatur und Tablet saß, überzeugte

der kreative Bayer mit Bleistift,

Marker und Papier. Zehn Jahre lang

arbeitete er freiberuflich für verschiedene

Agenturen, von Hamburg bis in

die Schweiz. Zehn Jahre lang verdiente

er gutes Geld. Zehn Jahre lang saß er

in Meetings fest und wurde dabei fast

wahnsinnig: „Können wir jetzt endlich

anfangen mit arbeiten?“ Irgendwann

hatte der damals 28-jährige die Faxen

dicke und gründete 2001 in seinem Heimatort

die „NAGEL Werbeagentur“ mit

dem klaren Zusatz „für klassisches Grafik

Design“. Vor sechs Jahren entdeckte

er dann (überraschend zentrumsnah in

Partenkirchen) ein ehemaliges Kühlhaus

als neuen Firmensitz – groß genug,

um daraus einen Kreativspielplatz

für sich und seine zehn Mitarbeiter zu

machen. „Es gibt schlechtere Büros, wo

man arbeiten kann“ lacht Nic Nagel, der

seine Besucher durch das zweistöckige

Gebäude führt: Alles sehr offen. Unwillkürlich

fragt man sich, ob es auch

Türen zu den einzelnen Räumen gibt.

Als Chef wollte er vieles anders machen,

nachdem er so viele Agenturen

von innen gesehen hatte. „Den meisten

gefällt es bei uns, weil die Umgangsform

da herinnen einfach a bißl locker

is’.“ Schwarze Rollkragenpullover und

strenge Designerbrillen findet man hier

eher selten. Dafür unzählige Arbeiten

von Nagel selbst: Schilder und Grafiken

an den Wänden, kleine und große Skulpturen,

verzierte Alltagsgegenstände,

bemalte Skateboards, Motorradhelme,

Spielzeugautos und sonstige Fundstücke

machen den hauseigenen Industrial

Style ungewohnt wohnlich – so, als sei

alles schon immer da gewesen. Selbst

die antike und ansprechend „aufgenagelte“

Petroleum-Zapfsäule, die den

Sicherungskasten kaschiert, hängt

ganz selbstverständlich an einer Wand.

Schön hier. Leise träumt im Hintergrund

der frühe Elvis von „One Night With You“.

Von Partenkirchen nach

Garmisch und zurück

Die sonore Stimme von Nic Nagel

schlägt einen Ortswechsel vor. Die

Agentur ist zwar der Heimatplanet in

seinem Kreativkosmos, doch zu den

Trabanten, die ihn eng umkreisen, gehört

auch „NAGEL Motors“, eine 2014

gegründete Zweiradmanufaktur, die

sich nur wenige Autominuten entfernt

im Ortszentrum von Garmisch befindet.

Auf der Fahrt dorthin erklärt der Inhaber,

wie es dazu kam: Mit den Jahren

hätten sich bei ihm die Vespas angesammelt,

dann seien noch Motorräder

dazu gekommen. „Und irgendwann war

mir das auch privat zu viel.“ Eine eigene

Werkstatt war der Traum, inklusive

Mechaniker, der sich um den Fuhrpark

kümmert. Denn zum Selberschrauben

fehlte immer öfter die Zeit. „Außerdem

haben mir die Leut’ andauernd ihre

kaputten Vespas zum Reparieren hingestellt.“

So entstand die Idee für einen

neuen Firmenzweig. Und weil es sich

in der Region inzwischen herumgesprochen

hatte, dass der Nagel.. a) ein

bodenständiger, verlässlicher Mensch

ist, der.. b) immer auf der Suche nach

Räumlichkeiten ist, wurde ihm bald

die ideale Adresse angeboten. Einen

pittoresken Holzschuppen mit dem

markanten Firmenlogo hätte man hier

nicht vermutet. Drinnen läuft beinharter

Rock, während einer der beiden

Werkstattmitarbeiter gerade an einer

BMW schraubt. Auch hier: Reihenweise

Dekostücke mit der charakteristischen

Handschrift, vom verzierten Schraubenschlüssel

bis zur flötespielenden

Putte mit Totenkopfschminke. „Wir machen

inzwischen nur noch Umbauten“,

betont Nic Nagel, „keine Reparaturen

68

FineTobacco[+] 03·2022


mehr“. Denn mit den fünf bis sechs

Zweirad-Projekten pro Jahr sei man voll

ausgelastet. Inzwischen sind es zu 90%

BMWs, die von ihnen veredelt werden.

„Das war ursprünglich nicht geplant“,

erklärt der passionierte Vespafahrer,

der ausschließlich auf handgeschaltete

Klassiker aus Blech abfährt. Als

aber die noch junge Zweiradmanufaktur

auf den örtlichen „BMW Motorrad

Days“ nicht nur Vespas, sondern auch

eine umgebaute Bayerin ausstellte,

hagelte es von den Anhängern des Boxermotors

Aufträge. „Ich steh’ zu BMW“,

meint der 49-jährige. „Ich muss mich

da nicht verbiegen.“ Beide Kultmarken

würden gut zusammenpassen. Und so

manches ausgefallene Stück rollte bei

ihnen schon aus der Werkstatt. Etwa

eine BMW komplett in Jeansoptik (für

das Einkaufszentrum „Wertheim Village“)

oder das „Augustinerbike“ für einen

örtlichen Wirt: „Das war zu der Zeit,

als auf DMAX die Dokuserie „American

Chopper“ lief und jeder ein Themenbike

wollte“, erinnert sich Nagel mit einem

Lächeln. Aufsehen erregte das Projekt

„Dr. Jekill & Mr. Hyde“ – die linke Hälfte

des Motorrads blieb naturbelassen,

die rechte Seite erhielt eine durchgeknallte

Labor-Optik, inklusive Rost und

grün blubberndem Tankinhalt. An einer

Werkstattwand hängen die Entwürfe

des Dauerkreativen, selbstredend alle

von Hand gezeichnet. Doch ein Bild fällt

dabei optisch aus dem Rahmen: ein

BMW-Prototyp von 1934, der als Art Deco-Bike

R7 nie in Serie ging. Das US-Unternehmen

NMoto entwickelte daraus

nun einen Umbaukit für die BMW R nineT.

Als einzige europäische Firma wurden

die Mitarbeiter von NAGEL Motors

in Miami entsprechend geschult, um

dem modernen Bike eine barocke Optik

zu verpassen. „Das ist nicht unser Stil,

aber das Thema hat uns gereizt“, sagt

Nic Nagel. Nach zwei Umbauten habe

der Krieg in der Ukraine das Projekt

allerdings auf Eis gelegt. Dafür bleibt

schon mehr Zeit für andere Aufgaben.

Beispielsweise für die „Cuatro Hombres

Bar“, ein paar Straßen weiter.

Mitbringsel

aus Spanien

Mitten im Ort, direkt an der B23 gelegen,

befindet sich Nagels jüngstes Baby,

das allerdings (der Name lässt es schon

vermuten) vier Väter hat. Während eines

gemeinsamen Spanienurlaubs mit drei

Freunden aus Garmisch-Partenkirchen

– ebenfalls gestandene Geschäftsleute

– keimte die Idee, daheim eine mexikanisch

angehauchte Bar zu eröffnen.

Einen Ort voller „Weltoffenheit, Toleranz

und Lebenslust“. Natürlich hatte

der Werbeagentur-Chef schon die passende

Adresse im Blick: Eine ehemalige

Autowerkstatt im Herzen der Stadt,

mit reichlich Platz für eine Außenbestuhlung.

Noch von Madrid aus wurde

der Vermieter angerufen. Da konnten

die vier nicht ahnen, wie groß der bürokratische

Aufwand sein würde, daraus

einen gastronomischen Betrieb zu

»Es geht primär

nicht um die

Fortbewegung

sondern um das

Lebensgefühl.«

machen. Und sie konnten sich nicht im

mindesten vorstellen, dass einige Monate

später eine Pandemie das gesellschaftliche

Leben komplett lahm legen

würde. So war einige Wochen nach der

Eröffnung schon wieder Schluss. Zwei

Jahre danach ist Corona beinahe wieder

nur eine Biermarke und die vier Männer

leiten ihre Bar erfolgreich in Eigenregie.

Mit klar definierten Aufgabenbereichen

kümmert sich Nic Nagel vor allem um

die Innen- und Außengestaltung. So

zieht sich das Branding durch die beiden

Schankräume wie ein roter Faden

– vom speziellen Türgriff, über eine eingelassene

Bodenplakette, bis zur Getränkekarte

und der Wandgestaltung.

Als dann ein Teppichhandel nebenan

seine Pforten schloss, erweiterten die

Cuatro Hombres vor gut einem Jahr ihren

Genussbereich um eine Enoteca. Im

ebenso ansprechenden Ambiente können

seitdem Weine und andere Spezialitäten

verkostet und gekauft werden.

Draußen parkt derweil ein mittelgroßer

Transporter mit eindeutiger Beschriftung,

er soll dann als Foodtruck zum

Einsatz kommen. Wieder geht es auf die

Straße, diesmal in die andere Richtung.

Zurück in die Zukunft

Eine Scheune irgendwo in der Region:

Nagel schaltet das Licht ein und ein

himmelblauer Chevy Bel Air Station Wagon

von 1956 flammt auf. Seitlich parken

Vespas unterschiedlicher Baujahre,

im halbdunklen Hintergrund erkennt

man verschiedene Zweiräder und andere

Gegenstände. Dazwischen weitere

Arbeiten des Grafikers, die Stilrichtung

konsequent durchgezogen, ohne dass

irgendetwas davon aufgesetzt wirkt.

„Bei mir ist das halt eine gewachsene

Geschichte“, zuckt dieser mit den Schultern.

Dann fällt der Blick auf ein staubiges,

kaum brusthohes Gefährt, das

zwischen Autoreifen und Fahrrädern

kauert. Hinter seinen großen, nach vorne

geschobenen Weißwandreifen, den

matten Scheinwerfern und einem archaischen

Kühlergrill (auf dem „Nagel“

steht) zeigt sich der entblößte Motor – es

ist ein Hot Rod! Nic Nagel hat es also tatsächlich

geschafft, seinen Jugendtraum

wahr werden zu lassen. „Das hat schon

ein bissl gedauert“ meint der Autobauer.

Er wollte nicht einfach ein Fahrzeug

nur umarbeiten, sondern seinen Hot Rod

von Grund auf neu bauen – angefangen

vom Rahmen bis zu den Sitzen und

dem Lenkrad. Zehn Jahre gingen allein

für die Planung ins Land. Immer, wenn

das Ehepaar Nagel nach Kalifornien

reist, was unter normalen Umständen

mindestens ein Mal im Jahr geschieht,

treffen sie sich mit ihrem Freundeskreis

in L.A. und besuchen Hotspots der Szene.

In der Planungsdekade war er allerdings

immer mit Handy und Zollstock

unterwegs, um Autos zu vermessen

und zu fotografieren. Für die Teilesuche

investierte der Bayer nochmals

fünf Jahre, um dann in den folgenden

drei Jahren fast jedes Wochenende an

seinem automobilen Traum zu schrauben.

Seine Hingabe wurde belohnt: „Der

ist genau so geworden, wie ich ihn mir

vorgestellt hab’!“ Otto Normalverbraucher

würde nun bemängeln, dass das

Auto niemals TÜV erhalten wird, eine

schlechte Rundumsicht hat und Fahrbahnschwellen

scheut wie der Teufel

das Weihwasser. Doch solche Menschen

haben den „Spirit“ eben nicht verstanden.

Es geht primär nicht um die Fortbewegung,

sondern um das Lebensgefühl.

Die Westküste der USA, genauer gesagt

Los Angeles und ganz speziell die quirlige

Subkulturszene, inspirieren Nic Nagel

jedes Mal aufs Neue. Seine Frau und

er hatten auch schon öfters mit dem Gedanken

gespielt, auszuwandern. Gleichzeitig

ist aber die Verbundenheit mit der

eigenen Region gewachsen. Was wohl

die Zukunft bringt? Den Satz „Anything

goes – Alles ist möglich“ hat der Garmisch-Partenkirchener

schon seit langem

verinnerlicht. Lange, bevor er das

erste Mal seinen Fuß auf US-amerikanischen

Boden setzte.

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KAFFEEGENUSS

70

FineTobacco[+] 03·2022


KAFFEE-RARITÄTEN

und ihre GEHEIMNISSE

Sind die teuersten Kaffees der Welt auch die besten Kaffees?

Es ist schon einige Jahre her, dass ich vom seinerzeit teuersten Kaffee der Welt hörte.

Ich schaute mir den Hollywood-Movie „Das Beste kommt zum Schluss“ an und in diesem Film

genießt ein exzentrischer Milliardär ausschließlich die Kaffeesorte „Kopi Luwak“. Über dessen

Herkunft weiß er nichts – der Kaffee ist eine luxuriöse Rarität und somit für ihn „Der Beste“.

Was das Besondere dieses Kaffees ausmacht, erfährt besagter Milliardär im Verlauf der Geschichte,

nämlich, dass eine asiatische Schleichkatzenart Kaffeekirschen frisst und diese

im Magen der Katze fermentiert werden.

Noch heute zählt der Kopi Luwak zu den teuersten Kaffees der Welt, ebenso wie der Black Ivory

Kaffee, bei dessen Produktion die Verdauung von Elefanten eine entscheidende Rolle spielt.

In einem Artikel über seltene Kaffeevarianten verdienen diese außergewöhnlichen Raritäten

Erwähnung. Die geschmackliche Bewertung der Tatsache, dass Tiere Kaffee „herstellen“, möge

jeder Kaffeeliebhaber selbst vornehmen.

Text: Carola Jaede

Doch nun zu den Kaffee-

Raritäten, die hier unser

Thema sind und deren

Bohnen unter besten klimatischen

Bedingungen auf kleinen

Farmen in geringen Mengen reifen, von

Hand geerntet werden und großartigen

Kaffeegenuss versprechen.

Auf der Liste der teuersten Kaffees

der Welt, auf die diese Kriterien zutreffen,

stehen der Jamaika Blue Mountain,

der Hawaiianische Kona-Kaffee und der

St. Helena-Kaffee, die ich hier vorstelle.

Starten möchte ich meine Kaffeereise

in den Blue Mountains, einer Bergregion

im Osten Jamaikas. Hier reifen auf

einer Fläche von 6000 ha und einer Höhenlage

zwischen 900 und 1700 Metern

Höhe die Kaffeebohnen für den „Jamaika

Blue Mountain“.

Häufiger Nebel, starke Niederschläge

und kühle Temperaturen sind die

Klimafaktoren für den Reifungsprozess

dieser besonderen Kaffeesorte. Die Kaffeekirschen

wachsen und reifen unter

diesen Bedingungen wesentlich langsamer.

Durch die lange Reifezeit entsteht

das spezielle sehr milde und gehaltvolle

Aroma, dass von Kaffeeexperten besonders

geschätzt wird. Der Jamaika Blue

Mountain Kaffee wird von Kleinbauern

angebaut und handgeerntet. Eine weitere

Besonderheit vom Jamaika Blue

Mountain ist, dass die Rohware in Holzfässern

gelagert und verschifft wird.

Weiter geht die Reise nach Hawaii.

Hier liegt das einzige Kaffeeanbaugebiet

einer entwickelten Industrienation

und entsprechend existieren andere

Wirtschafts- und Marketingbedingungen

als in den Kaffeeanbaugebieten Afrikas,

Asiens und Südamerikas.

Auf Hawaii, genauer auf „Big Island“

befindet sich an der Westküste der sogenannte

„Kona-Kaffeegürtel“. Dieser

ist 30 km lang und 3 km breit. An den

Vulkanhängen in 250 bis 850 Metern

Höhe reifen auf fruchtbarem Boden die

sehr anspruchsvollen Arabica Bohnen,

die den Kona-Kaffee ausmachen. Milde

Temperaturen und eine beständige Wetterlage

tragen zum idealen Reifungsprozess

der Kaffeekirschen bei.

Die Kona-Bohne zeichnet sich durch

ihre wohlproportionierte und besondere

Größe aus. Der Geschmack wird von

Kennern als vollmundig beschrieben

mit Noten von Zimt, Schokolade, und

Beeren.

Meinen Geschmack trifft der Kona-

Kaffee. Sicher auch, weil ich einmal

die Gelegenheit hatte, direkt auf Hawaii

einen frisch zubereiteten Kona-Kaffee

aus der French-Press zu

genießen.

Woran denken Sie, wenn Sie den Namen

der Insel St. Helena hören? Vielen

Geschichtsinteressierten fällt dabei sofort

Napoleon ein, denn die kleine, ab-

FineTobacco[+] 03·2022 71


72

KAFFEEGENUSS

gelegene Insel vulkanischen Ursprungs

im Südatlantik war von 1815 bis 1821

der Verbannungsort Napoleons.

Neben dieser Tatsache gäbe es noch

einiges Wissenswertes über St. Helena

zu berichten. Erst seit 2017 gibt es einen

Flughafen auf der Insel, bis dahin

erfolgten Handel und die Versorgung

ausschließlich auf dem Seeweg, was

auch den St.-Helena-Kaffee betraf, das

bekannteste und bedeutendste Exportprodukt

der Insel.

Seit dem 18. Jh. wird auf St. Helena,

der entlegensten Kaffeeplantage

der Welt, Kaffee angebaut und Napoleon

fand ihn laut Überlieferung hervorragend,

was dem Kaffee bereits im

19. Jahrhundert zu großer Bekanntheit

verhalf.

Das sehr milde Klima und der nährstoffreiche

vulkanische Boden bieten

der Kaffeepflanze bis heute beste Bedingungen

und prägen den Geschmack

dieses erlesenen Kaffees.

Charakteristisch für den St.-Helena-Kaffee-Geschmack

ist eine ausgeprägt

blumig-fruchtige Note.

Die Pflanzen für den St.-Helena-Kaffee

werden sorgfältig und nach strengen

biologisch-organischen Vorgaben

kultiviert und alle Arbeiten werden von

Hand durchgeführt.

Die Anbaumenge ist gering und

beläuft sich auf wenige hundert Kilogramm

jährlich.

Das Ziel dieser Bemühungen ist, die

beste Bohne der Welt zu produzieren.

Was die vorgestellten Kaffeeraritäten

eint, sind die kleinen Anbaugebiete

und daraus folgend die geringen Erntemengen.

Die Kaffeekirschen werden

ausschließlich in Handarbeit geerntet

und es wird ein großes Augenmerk auf

die Qualität der Kaffeebohnen gelegt.

Hinzu kommen, neben den klimatischen

Besonderheiten noch die individuellen,

wie die Spezialverpackung

in Holzfässer beim Jamaika Blue

FineTobacco[+] 03·2022

Mountain Kaffee, die höheren Produktionskosten

des Kona-Kaffees und die

biologisch-ökologischen Vorgaben bei

der Produktion des St.Helena Kaffees.

Die professionelle Vermarktung all

dieser Faktoren macht die Kaffees zu

den teuersten der Welt.

Ob sie damit auch die besten der

Welt sind, ist eine Individuelle Geschmacksentscheidung,

die jeder Kaffeegenießer

für sich beantworten möge.

Von den Raritäten zu den Spezialitäten

Wenn Ihnen beim gemütlichen

Stadtbummel aromatischer Kaffeeduft

um die Nase weht, dann ist eine

Kaffeerösterei oft nicht weit. Hier gibt

es nicht nur hervorragenden Kaffee

zu genießen, sondern es lassen sich

auch feine Spezialitäten-Kaffees entdecken.

Diese Kaffees haben einiges mit

den Raritäten gemein. Sie stammen

zwar aus größeren Anbaugebieten,

werden aber - ebenso wie die Raritäten

- auf kleinen Kaffeeplantagen

unter hervorragenden klimatischen

Bedingungen angebaut, schließlich in

kleinen Mengen in Handarbeit geerntet

und individuell aufbereitet.

Diese Kaffeespezialitäten kommen

oft durch den direkten Kontakt zwischen

dem Kaffeebauern im Anbaugebiet

und den Kaffeeröstern bei uns

vor Ort in den Handel und von dort aus

zum Genießen in die Tasse.

Dieser direkte und faire Handel

macht es möglich, hochwertige,

neue und spannende Kaffees zu entdecken,

die durch ihren besonderen

Geschmack überzeugen und ganz nebenbei

den Geldbeutel weniger belasten

als die Raritäten.

Auf meiner Kaffee-Genießer-Tour

durch die Hamburger Speicherstadt

habe ich in der „Speicherstadt Kaffeerösterei“

neben den Raritäten genau

solche Spezialitätenkaffees entdeckt.

Die Speicherstadt Kaffeerösterei

wurde 2006 gegründet und befindet

sich nahe der Elbphilamonie in einem

alten Speichergebäude von 1888. Die

beiden Gründer stammen aus Kaffeehändlerfamilien.

Im Mittelpunkt

des Cafés an der Straße Kehrwieder

5 steht die Röstanlage mit einer Tageskapazität

von rund 1.000 kg. Die

Gäste können beim Rösten zuschauen:

erlebbarer Kaffee – vom Rohkaffee im

Jutesack bis genussfertig in der Tasse.

Besonders angesprochen haben

mich die direkt gehandelten Kaffees

aus Kolumbien, die mit viel Liebe und

Hingabe auf kleinen privaten Kaffeefarmen

angebaut werden und in der

Speicherstadt- Kaffeerösterei schonend

und geröstet werden.

Jeder dieser Kolumbien-Kaffees

besticht durch seine individuelle Geschmacksnote,

wie Haselnuss, Salbei,

Süßkirsche oder Jasminblüte.


Hervorheben möchte ich „El Jardin“:

die Bohnen für diesen außergewöhnlichen

Kaffee wachsen auf der

kleinen Farm von Alexander Guaca in

der Provinz Huila, in 1750 m Höhe.

Für mich ist der El Jardin der erste

Kaffee, der in der Hauptnote fruchtige

Süßkirsche und in der Nebennote den

Geschmack von Whisky und Portwein

bietet. Ein neuer Ansatz für Aficionados,

die zu Ihrer Zigarre einen besonderen

Kaffee genießen wollen und

mein erster Geheimtipp für Sie.

Die Speicherstadt Kaffeerösterei

bietet für Interessierte eine speziell zusammengestellt

Kaffeebox Kolumbien

an, in der natürlich auch der „El Jardin“

enthalten ist. Diese Box und ausgesuchte

Raritäten kann man im Ladengeschäft

vor Ort und natürlich auch über

den Onlineshop käuflich erwerben.

Geheimtipp Monsun Kaffee aus Indien

Das feuchte Monsunklima macht

Kaffee aus Indien zu etwas Besonderem.

Durch die Feuchtigkeitsaufnahme

reduziert sich die Säure und die

Bohnen entwickeln ihren unverkennbaren

Geschmack.

Ich habe diese Spezialität aus

der Region Malabar an der indischen

Westküste bei „Hanseatic Coffee“ probiert

– „Baba-Budan“ Kaffee hat mich

überzeugt und ist somit mein zweiter

Geheimtipp für Sie.

Herausragend ist die Geschichte

von Baba Budan, die erzählt, wie der

Kaffee nach Indien kam:

Vor 400 Jahren setzte ein junger

Heiliger, genannt Baba Budan die Segel

nach Mekka. Da er von der Reise

müde war, hielt er für eine Erfrischung

an einem Straßenstand im Jemen an.

Dort wurde ihm ein Getränk mit einer

dunklen, süßen Flüssigkeit, genannt

„Qahwah“, serviert.

Weil Baba Budan durch diese dunkle

Brühe so frisch und munter wurde,

entschied er sich diese mit nach Hause

zu nehmen. Doch die Araber beschützten

ihr Geheimnis streng und erlaubten

per Gesetz nicht, dieses mitzunehmen.

Baba Budan wagte es dennoch.

Er befestigte sieben Samen der arabischen

Kaffeepflanze unentdeckt in

seinem Turban. Nachdem sein Schiff

in Indien anlegte und seine Mitpilger

den Boden des Heimatlandes küssten,

pflanzte Baba Budan diese Samen in den

Hügeln von Chikmaglur in Karnataka an.

Ihm zu Ehren wurden die fruchtbaren

Bergketten nach ihm benannt.

Baba Budan aus Indien

über hanseatic-coffee.com

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MANUFAKTUREN

Stefan Kästner

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FineTobacco[+] 03·2022


ÜBER die

Schulter geschaut…

Jeder hat Bedarf an einer Brille – mindestens als Sonnenbrille, um

im hellen Licht die Augen zu schützen oder „wenn die Arme zum

Lesen länger werden müssen“ und eine Lesebrille es ermöglicht,

wieder unangestrengt lesen zu können. Darüber hinaus ist die

Brille ein medizinisches Hilfsmittel, um Fehlsichtigkeit zu

korrigieren. Üblicherweise gehen wir bei einem solchem Bedarf

zu dem nahegelegenen Augenoptiker unseres Vertrauens. Heute

berichten wir über den Brillenhersteller Braun Classics, der neue

Wege in der Ansprache von Optiker und Konsumenten geht.

Text: Martin Graf, Stephan Rack

Der Optikermeister Stefan

Kästner hat vor gut 3 Jahren

das Unternehmen Braun Classics

vom Gründer der Firma übernommen.

Kästner ist selbst Augenoptikermeister

mit einem eigenen Geschäft

in Italien und zudem fasziniert

von der klassischen Brillenherstellung.

Braun Classics-Brillen werden

deshalb nicht irgendwo, sondern in

Manufakturen in Norditalien mit viele

Liebe zum Detail hergestellt. Die Titanmodelle

der Kollektion kommen

von Spezialisten aus Japan.

Die Firma Braun Classics steht seit

Jahrzehnten für schöne und gediegene

Vintage Modelle im modernen Design

und von hervorragender Qualität.

Nach der Übernahme war Kästner

klug genug das Portfolio nicht revolutionär

umzubauen, sondern evolutionär

stetig weiterzuentwickeln. Ein

schneller Wechsel der Produkte, um

von kurzfristigen Trends zu partizipieren,

passt allerdings wenig zu diesen

Brillen: Seine Klassiker unterliegen

keinen Zeitgeist-Strömungen; sie

behalten ihre Form und Erscheinung

über Jahre und Jahrzehnte.

Nachdem Stefan Kästner seinen

Firmensitz ohnehin von München

nach Baden-Baden verlagern wollte,

richtete er dort neben Lager und Büro

auch einen Showroom für seine Brillen

ein – sozusagen eine „Ein-Marken-Messe“,

in der die Kollektion in

ihrer gesamten Breite präsentiert

wird. Dieses Vorgehen passt sicher

nicht zu jeder Brillenmarke, aber für

Braun Classics ist die Bäderstadt mit

ihrem Charme eine ganz wunderbare

Bühne. Die Stadt gilt als „Monaco

Deutschlands“ und beherbergt auch

ihr weltberühmtes Casino.

Stefan Kästner ist in der Nähe von

Baden Baden aufgewachsen und fand

passende Räumlichkeiten im Erdgeschoss

eines Gründerzeit-Gebäudes,

das von ihm stilvoll umgebaut wurde.

Edles Holzparkett in Fischgrätmuster

korrespondiert mit Wandverkleidungen

aus Holz und alten Majolika-Kacheln.

Mit etwas Fantasie kann man

sich noch die Liegestühle vorstellen,

auf denen die Kurgäste sich hier vor

100 Jahren zwischen ihren Anwendungen

ausruhten.

FineTobacco[+] 03·2022 75


MANUFAKTUREN

Das Ambiente mit seiner sparsamen

Möblierung lenkt den Blick

auf das Wesentliche: Die Brille. Die

Wände sind mit passenden Schwarz-

Weiß-Fotos dekoriert.

Hier kann man „Brille erleben“.

Die Fassungen sind stylish dekoriert,

man kann sie in Ruhe anfassen und

vergleichen und einmal die gesamte

Bandbreite eines Herstellers betrachten.

Sollten Sie direkt die passende

Traumbrille im Showroom gefunden

haben und erwerben wollen, dann

wird Stefan Kästner gerne mit Ihnen

zum nahegelegenen Optiker in Baden

Baden gehen, um die Fassung kaufen

einer deutlichen Erhöhung der Produktivität,

was die wirtschaftliche

Entwicklung der Gesellschaft in Europa

vorantrieb.

Baden Baden

ist immer eine

Reise wert.

nem medizinischen Produkt zu einem

modischen Accessoire entwickelt - ein

fester Bestandteil des persönlichen

Erscheinungsbildes vieler Menschen.

Wer denkt noch gerne an die frühen

80er Jahre zurück, als Erwachsenen

nur 6 verschiedene Fassungen aus

Kunststoff von der gesetzlichen Krankenversicherung

angeboten wurden

– man nannte die Brillen bezeichnenderweise

‚Kassengestelle‘.

Heute gibt es eine große Zahl von

Designern bei den Brillenherstellern,

die aus der Not eine Tugend gemacht

haben und damit Brillen zu einem

dekorativen Element im Aussehen

der Menschen erhoben haben.

Schnell fallen uns dabei bekannte

Persönlichkeiten aus allen Bereichen

des öffentlichen Lebens ein, die in Ihrem

Aussehen mit dem Tragen einer

akzentsetzenden Brille verbunden

werden. Beispielsweise Nana Mouskouri,

Buddy Holly, Karl Lagerfeld,

Heino und ganz besonders Elton

John, der mehrere Hundert Brillen

in seinem Brillenkleiderschrank verwahren

soll.

Wenn wir bei Ihnen ein neues Interesse

an dem Produkt der Brille

geweckt haben, dann unternehmen

Sie doch eine Reise nach Baden-Baden

und nehmen sich Zeit für einen

Besuch bei Stefan Kästner und für

Genuss in Baden Baden: Nicht nur

für den Showroom-Besuch, sondern

auch die Thermalquellen, gutes Essen,

gute Weine und ein schönes Hotel.

In unserer Rubrik Smoking Rooms

stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe

beispielhaft das Hotel „Brenners“ mit

einer wunderbaren Cigar-Lounge vor.

76

zu können. Ein direkter Verkauf stattfindet

im Showroom nicht statt.

Wenn man sich einmal auf eine

solche tiefergehende Auseinandersetzung

mit dem Produkt Brille einlässt,

dann entdeckt man die Faszination

dieser Sehhilfe in mehreren

Facetten:

Die Brille gehört zu jenen Schlüsselerfindungen,

die bereits im frühen

Mittelalter die spätere Überlegenheit

Europas mitbegründeten. Die sogenannten

Augengläser haben die

Lebensarbeitszeit in einer Vielzahl

von Berufen deutlich verlängert, für

die gutes Sehen gefordert war. Eine

Verdoppelung der Lebensarbeitszeit

von Gelehrten und Schreibern oder

in technischen Berufen verhalf zu

FineTobacco[+] 03·2022

Da eine Brille an sehr prominenter

Stelle im Gesicht eines Menschen

getragen wird, sollte sie möglichst

schön sein und wertvoll aussehen. So

hat sich die Brille über die Zeit von ei-

Braun Classics

Showroom: Hirschstraße 2-4

76530 Baden-Baden

showroom@braun-classics.de

www.braun-classics.de


vielfältig.

wie du.

Noblego im Hotel Adlon

Unter den Linden 77

10117 Berlin

Besuchen Sie uns auch

unter www.noblego.de


TREFFPUNKTE

»AHOI«

Hochprozentiges zwischen

historischen Segel- und

Dampfschiffen.

Nach längerer Corona-Pause

konnte die Firma Borco Marken-

Import am 12. Juni 2022 endlich

wieder das beliebte »World of

Whisky« Festival im Hamburger

Museumshafen Övelgönne

feiern.

Text: Michael Peter

»World of Whisky« Festival in Hamburg

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FineTobacco[+] 03·2022


Zwischen historischen Schiffen

der Segel- und Dampfschiffzeit trafen

sich bei sonnigem Wetter Whisky-Enthusiasten

aller Art: Hersteller

von Spitzenwhiskys, Menschen aus

der Bar- und Gastronomieszene,

Blogger und ganz normale Genießer.

Whiskys aus vielen Regionen waren

auf dem Programm vertreten:

Glengoyne aus den schottischen

Highlands, Tamdhu von der Speyside,

Teeling aus Irland, Pike Creek

aus Canada, Evan Williams aus Kentucky/USA

und Nikka aus Japan.

Probieren konnte man die Whiskys

pur, oder als kreative gemixte

Cocktails. Wer sich intensiver mit

den Geheimnissen des Whiskys beschäftigen

wollte, konnte das bei

von Experten kompetent geführten

Tastings auf historischen Dampfschiffen

während einer Hafenrundfahrt

tun.

Auch kulinarisch wurden die Besucher

bestens versorgt: neben Burgern

und Ramen konnte man auch

speziell auf Whiskys zugeschnittene

Kreationen probieren, oder klassisch

Austern oder Kaviar genießen.

Untermalt wurde das Ganze durch

ein abwechslungsreiches Musikprogramm

von Rock bis Shanty.

Ein rundum gelungenes Event

für Whisky oder Whiskey Kenner

und Enthusiasten, das wir hoffentlich

auch 2023 wieder genießen

können.

FineTobacco[+] 03·2022 79


PFEIFE&TABAK

FEUER,

PFEIFE, TABAK

D

ie Beziehung des Menschen

zu seiner Pfeife

ähnelt einer Liebesbeziehung.

So manche Pfeife wird

öfter gestreichelt als die Ehefrau.

Sorgfältig gehütet und gepflegt gibt

sie dafür auch einiges zurück: Unvergleichlich

schöne Stunden der

Entspannung und des Genusses.

Die Pfeife ist nicht eifersüchtig. Sie

akzeptiert weitere Liebschaften,

ohne sich auch nur im Geringsten

zu beklagen. Gut, es sind Raucher

bekannt, die es übertreiben. Sie

strapazieren ihre Pfeife, lassen

sie zum Glühen bringen und gehen

achtlos mit ihr um. Benutzen sie

als Werkzeug für den Tabak, nicht

mehr. Und wenn sie durchbrennt

(was durchaus zweideutig gesehen

werden kann), wird einfach eine

Neue angeschafft, die dann meistens

genauso gequält wird.

Wir schauen auf die Schönheit

der Pfeife. Und den Tabak. Es geht

hier um Partnerschaften, die auf

zeitlose Weise miteinander harmonieren.

Grundsätzlich kann, darf

und soll jeder Tabak in jeder Pfeife

geraucht werden. Vorausgesetzt, es

handelt sich um Pfeifentabak. Zigarettentabak

eignet sich durch den

langfaserigen und feinen Schnitt

nicht für den Pfeifenkopf. Die hier

beschriebenen Tabakmischungen

sind leicht zu erhalten. Bei den

Pfeifen sieht es anders aus. Bei den

abgebildeten Stücken von Winsløw

und Barling handelt es sich um Unikate.

Was den Reiz für den Käufer

natürlich erhöht. Wobei strenggenommen

jede Pfeife ihren individuellen

Fingerabdruck aufgibt. Kein

Stück Holz gleicht dem anderen.

Auf eine Bewertung der Tabake

nach Punkten wird in dieser Ausgabe

bewusst verzichtet. Alle Mischungen

sind köstlich und der persönliche

Geschmack wird Ihnen den

Weg weisen.

Live in peace with your pipe!

Unser Autor Jens Meyer leitet seit 2007 das

Haus Pfeifen Huber in München. Gegründet

wurde das Unternehmen 1863 und wird heute

in vierter Generation von Georg Huber geführt.Jens

Meyer bietet dort auch Einsteigerseminare.

Weitere Informationen: www.pfeifen-huber.de

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Tsuge Cat’s Eye 606 und HH Pure Virginia

Tsuge aus Japan beherrscht die Kunst der Pfeifenherstellung und weist eine lange

Tradition in der Fertigung auf. Nicht viel gelangt bis nach Europa. Diese kleine, knuffige

Bent zeigt Anleihen dänischer Vorbilder auf. Die Verarbeitung liegt auf höchstem Niveau,

alles ist perfekt bis in das kleinste Detail ausgearbeitet. Eine Acrylmanschette ist

bündig eingearbeitet. Das Mundstück aus Acryl ist mit einem perfekten Biss versehen

und für den 9 mm Filter geeignet. Was wollen wir mehr? Der Preis für diese kleine

Schönheit ist gemessen an dem Aufwand durchaus akzeptabel. Fast zu schön zum

Rauchen.

Der Viginia Flake aus dem dänischen Hause Mac Baren harmoniert perfekt dazu. Heuige

Süße zeigt sich hier mit der nötigen Tiefe der dunklen, gereiften Flakes. Malziger

als das Pendant Classic Virginia Flake Cut von Mac Baren. Die Scheiben sind perfekt

gepresst und duften genau so, wie wir es uns vorstellen. Wem das noch nicht reicht,

möge den eleganten Blended Whisky aus dem großen Hause Suntory dazu öffnen. Sie

werden glücklich sein. Wenigstens für eine kurze Zeit ist alles andere vergessen. So

soll es ein!

Pfeife: Tsuge, Japan. 9 mm Filter. Mittleres Füllvolumen. Preis: 340,00 €

Tabak: HH Pure Virginia. Stärke: Leicht bis Medium. 50 Gramm Dose: 13,20 €

Barling Marylebone 1812 Guinea Grain

und Mac Baren Plumcake

Der deutsche Importeuer Kopp hat die Rechte an der alten englischen Pfeifenmarke

Barling erworben und diese behutsam mit viel Liebe zur Tradition zu neuem Leben

erweckt. Die hier gezeigte Billiard wird in einem für Meerschaum Pfeifen typischen,

handgefertigten Etui geliefert und markiert das obere Ende der Preisskala. Perfektes

Flame Grain, ein Acryl Mundstück in Vollendung mit dem neuen Barling Logo,

welches leicht erhoben in Sterling Silber in das Mundstück eingearbeitet ist. Das

Material in Cumberland Optik ergänzt sich mit dem Bernsteinton des Holzes. Hohe

Verarbeitungsqualität und 9 mm Filter zeigen den Weg der Zusammenkunft von Tradition

und Moderne. Die Modellpalette von Barling ist vielfältig und orientiert sich an

klassischen Vorbildern. Preislich fängt die Serie bereits ab 99,00 € an. Es lohnt sich,

dieser Marke Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Tabak dazu ist ein alter Bekannter. Mac Baren brachte den Plumcake nur wenige

Jahre nach Einführung des Scottish Blend (1954) auf den Markt. Die Mischung besteht

aus Virginia, Burley und Black Cavendish. Abgerundet mit einer Spur Latakia,

welcher sich im Hintergrund aufhält und doch dem Klassiker das Profil verleiht. Ein

Duft von Whisky, Pflaume und Ketchup strömt aus der frisch geöffneten Pouch. Im

Geschmack traditionell mit dieser leichten, typischen Mac Baren Süße. Köstlich.

Pfeife: Barling. Modell 1812, Billiard. Mittleres Füllvolumen. 9 mm Filter. Preis ca. 450,00 €

Tabak: Mac Baren Plumcake. Stärke: Leicht bis Medium. 50 Gramm Pouch: 11,50 €

Poul Winsløw Freehand und Winsløw Harlekin

Der Däne fertigt nur Einzelstücke und das zu immer noch moderaten Preisen. Jede

Pfeife ein Unikat. Die Modelle so positiv wie sein Macher. Die abgewandelte Rhodesian

Bent ist halbrustiziert und mit einer Acrylapplikation aus gegossenen Versatzstücken

aus seiner Produktion versehen. Ganz typisch und einmalig. So kann

es nur Winsløw! Die hier abgebildete Pfeife markiert seinen Einstiegspreisbereich

und gehört zu den beliebtesten Ausführungen des Hauses. Phantasie und Kreativität

überraschen immer wieder aufs Neue. Allen Pfeifen gemein ist die gute Rauchqualität.

Eine Winsløw, die nicht schmeckt, sucht man vergebens.

Was passt besser dazu, als sein eigener Tabak? Der Harlekin ist hocharomatisch.

Weich, süß sanft und mit den Aromen von Vanille, Kokos und Limone unterlegt. Dazu

süße Früchte. Easy Smoking auf Premium Niveau. Für die Gestaltung der Dose zeigt

sich der Mann selbst verantwortlich. Neben seiner Werkstatt im beschaulichen Vorort

Kopenhagens befindet sich sein Maler Atelier, wo er sich von Zeit zu Zeit zurückzieht.

Denn Pfeifenmachen ist harte und hochkonzentrierte Arbeit. Man soll sich

nicht täuschen.

Pfeife: Poul Winsløw Gruppe E. Freehand. 9 mm Filter. Preis 300,00 €

Tabak: Winsløw Harlekin. Stärke: Leicht. 100 Gramm Schmuckdose: 33,00 €

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PFEIFE&TABAK

Vauen Zeppelin und Zeppelin Tabak No Z

Wohl keine Pfeife ist in ihrer Optik ungewöhnlicher als die Zeppelin. Und keine weist in

der Geschichte Vauen´s eine längere Geschichte auf. Geraucht worden zu Zeiten der

Luftschiffe in Deutschland- und als einzige zugelassen auf den damals mit hochbrennbarem

Wasserstoff befüllten Giganten des Himmels. Die Ära der Luftschiffe nahm

1937 ein jähes Ende, die Pfeife dazu darf noch heute geraucht werden. Was einiger

Übung bedarf. Der vordere Teil wird abgenommen, das Innere des Kopfes etwas fester

als üblich gestopft und wieder geschlossen. Angezündet wird sie über die vordere

kleine Metallöffnung. Eine ausführliche Gebrauchsanleitung liegt bei, was hilfreich ist.

Diese Pfeife in der Öffentlichkeit zu rauchen, will gut überlegt sein. Jeder, und wirklich

jeder, wird sich nach Ihnen umdrehen. Nach einiger Übung lässt sich das Stück Zeitgeschichte

passabel rauchen.

Natürlich paffen wir den dazugehörigen Tabak. Erinnert im Casing an Mac Baren

Plumcake, die Spur Latakia ist inbegriffen. Recht fein geschnitten, was dem Kopf der

Zeppelin Pfeife zugutekommt. Die Süße ist da, den Tabak als aromatisch einzuschätzen,

wäre aber zu weit gegriffen. Englisch - Aromatisch trifft es besser. Interessant für

Raucher, die auf eine gute Raumnote angewiesen sind, aber auf die Rauchigkeit des

Latakia nicht verzichten wollen.

Pfeife: Zeppelin Vauen. Kleines Füllvolumen. 9 mm Filter. Preis: 189,00 €

Tabak: Zeppelin No Z. Stärke: Leicht. Preis 50 Gramm Dose: 10,50 €

Chacom Deauville und Danske Club Ruby

Der aus dem französischen Joura stammende Hersteller ist der letzte, noch verbliebende

Produzent in Frankreich, was Stückzahlen angeht. Mit der Deauville geht eine

moderne Pfeife ins Rennen, die den Spannungsbogen zur Tradition wahrt. Die Stecker

Applikation ist aus poliertem Aluminium gefertigt. Ebenso das fein eingelegte

Logo mit dem CC des Herstellers. Aluminium hat einige Vorteile zu bieten gegenüber

dem Silber: Es ist leichter, läuft nicht an (oder erst sehr spät) und ist preislich deutlich

günstiger in der Fertigung. Die Billiard zeigt sich mit mittlerem Füllvolumen,

einem naturbelassenen Innenkopf, der feinen Sandstrahlung und dem roten Mundstück

von einer ausgesprochen attraktiver Seite. Das gilt ebenso für den Preis. Eine

Empfehlung. Die Serie bietet übrigens auch eine Bent an und zwei weitere Mundstückfarben.

Der Danske Club Tabak passt nicht nur farblich gut zur Pfeife. Die Virginia/ Black Cavendish

Mischung duftet nach Kirsche und Karamell. Nicht dominant, alles ist sanft

miteinander verbunden. Ganz typisch dänisch aromatischer Rauchgenuss. Die Süße

verbindet sich mit der Fruchtigkeit und einem Tupfer Vanille im Geschmack zur ausgewogenen

Balance. Wie schon so häufig festgestellt: Dieser Tabak aus der günstigeren

Linie steht vielen Premiummischungen in nichts nach.

Pfeife: Chacom Deauville. 9 mm Filter. Semi Stecker Mundstück. Preis: 109,00 €

Tabak: Danske Club Ruby. Stärke: Leicht. Preis 50 Gramm Pouch: 9,95 €

Peterson Rhodesian Bent und Special Dublin

Irland ist für den Pfeifenraucher gleichzusetzen mit Peterson. Und Peterson ist Dublin.

Das Modell 80s gehört zu den legendären Klassikern, angeboten in unzähligen

Varianten. Hier - wie hätte es anders sein können - die schönste Spielart überhaupt:

Als Spigot, braun poliert mit fein gearbeiteten, original Sterling Silber Stecker. Überhaupt

zeichnet das den legendären Ruf des Dubliner Herstellers aus: Die unverändert

lebendig zeitlose Modellpalette in Verbindung mit meisterlich gearbeiteten

Silberapplikationen. Das knapp mittlere Füllvolumen sorgt bei langsamen Rauchen

für eine Stunde Genuss. Ruhe. Entspannung. Und ein sanftes Lächeln.

Die Pfeife bietet durch die Herkunft die Vorlage für einen Tabak mit Namen der irischen

Hauptstadt. Interessanterweise gehört der Special Dublin zu einem der wenigen

volleren Tabake im aromatischen Bereich. Abgestimmt ist diese Mixtur mit

irischem Whisky. Was sonst? Doch das ist nicht alles. Ein Anflug von Backaromen

und Vanille unterstreicht die Textur des vergorenen Malzes. So gelingt der Mixtur

im Geschmack ein balanciertes Mundgefühl im mild bis medium kräftigen Geschmacksbereich.

Je mehr irischen Whisky Sie dazu trinken, desto leichter kommt

Ihnen übrigens der Tabak vor.

Pfeife: Peterson Rhodesian Bent 80s Spigot glatt. 9 mm Filter. Preis: 295,00 €

Tabak: Special Dublin. Stärke: Leicht bis medium. Preis 50 Gramm Pouch: 12,50 €

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