KURT Okt./Nov. 2022
KURT - Dein Magazin für Gifhorn Ausgabe Okt./Nov. 2022
KURT - Dein Magazin für Gifhorn
Ausgabe Okt./Nov. 2022
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Dein Magazin für Gifhorn<br />
<strong>KURT</strong><br />
kostenfrei <strong>Okt</strong>./<strong>Nov</strong>. <strong>2022</strong><br />
Silvester-Knaller in<br />
Gifhorns Stadthalle<br />
„Bis es Euch gefällt!“ – Matthias Brodowy glänzt<br />
mit poetischem Kabarett und virtuosem Pianospiel
Seitenkopf<br />
Editorial<br />
Wie bekommen wir die Säle wieder voll?<br />
Massive Einschränkungen zur Eindämmung<br />
der Pandemie waren einmal – jetzt ist fast alles<br />
wieder möglich. Juchuh! Leinen los, endlich<br />
wieder Live-Erlebnisse. Doch vielerorts bleibt<br />
das Publikum dennoch weg. Konzerthäuser und<br />
Theatersäle sind oft nur halbvoll, bei Ausstellungen<br />
oder Lesungen sieht es nicht<br />
anders aus. Was ist nur los? Haben die<br />
meisten von uns immer noch große<br />
Angst, sich mit etwas anstecken zu<br />
können, was heute Beobachtungen<br />
zu Folge oft nur noch einen Bruchteil<br />
so schlimm ist, wie es einmal war? Oder<br />
sind wir nur bequem geworden in der Zeit,<br />
in der wir doch bitte, bitte alle zu Hause bleiben<br />
sollten? Oder haben wir uns einfach neue Hobbys<br />
gesucht, denen man super im stillen Kämmerlein<br />
alleine nachgehen kann?<br />
An sich ist‘s auch ganz egal, woran es liegt.<br />
Fakt ist, dass viele Kulturschaffende es wirtschaftlich<br />
nicht überleben werden, wenn wir die<br />
Angebote, die es endlich wieder gibt, nicht wahrnehmen.<br />
Und dann ginge wirklich das Licht aus.<br />
Untätigkeit kann man den Gifhorner Kulturschaffenden<br />
wahrlich nicht vorwerfen. Sie entwickeln<br />
nicht nur stetig neue Ideen, um uns zu<br />
begeistern und zu verwöhnen – jetzt fragen<br />
sie sich auch, wie sie das Publikum<br />
zurückgewinnen können. Kurz nach<br />
dem Druck dieser Ausgabe war dazu<br />
ein großes Treffen geplant, zu dem<br />
Kulturvereins-Vorsitzender Klaus<br />
Meister alle Kulturveranstalter und<br />
Veranstaltungsvermittler unserer Stadt<br />
eingeladen hat, die ihm eingefallen waren.<br />
Die große Frage: „Wie bekommen wir die Säle<br />
wieder voll?“ Auch <strong>KURT</strong> ist Teil dieses großen<br />
Netzwerks. Wenn Sie Ideen haben, lassen Sie es<br />
uns wissen – und schreiben mir gerne eine Mail.<br />
Bastian Till Nowak<br />
nowak@kurt-gifhorn.de<br />
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Müller und <strong>KURT</strong> haben den<br />
3. Gifhorner Balkon-Wettbewerb<br />
ausgerufen. Stimmen Sie<br />
jetzt für Ihre Lieblings-Finalistinnen<br />
ab! » Seite 15<br />
Gemeinnützige Bildungs- und Kultur GmbH des Landkreises Gifhorn, Kreismusikschule<br />
Geschäftsführung Gunhild Posselt<br />
Freiherr-vom-Stein-Straße 24, 38518 Gifhorn • 05371 94 59 700<br />
2 <strong>KURT</strong> E-Mail: info@kms-gifhorn.de • www.kms-gifhorn.de<br />
<strong>KURT</strong> 3
Die 5 <strong>KURT</strong> Highlights<br />
Ein echter Cyborg im<br />
Gifhorner Schloss<br />
1Wenn Ralf Neuhäuser von den zwölf<br />
Implantaten unter seiner Haut erzählt,<br />
die er zum Öffnen seiner Bürotür<br />
nutzt und die wichtige Daten wie<br />
die Blutgruppe gespeichert haben, kann<br />
man sich schon die Frage stellen: Ist das<br />
noch ein Mensch? Dieser Frage geht der<br />
Biohacker in seinem Vortrag „About being a<br />
cyborg – Wie es ist, ein Cyborg zu sein“ im Historischen<br />
Museum Schloss Gifhorn<br />
nach. Sein Anspruch: den digitalen Fortschritt nutzen, um die Zukunft<br />
mitzugestalten und das menschliche Leben zu verbessern.<br />
Der Abend mit dem Transhumanisten Ralf Neuhäuser ist Teil der<br />
Sonderausstellung „#neuland. Ich, wir und die Digitalisierung“.<br />
Das ganze Begleitprogramm zur Sonderausstellung » Seite 58.<br />
2<br />
Erst<br />
Fotos: Ricarda Hinz/Eva Wi<br />
Freitag, 28. <strong>Okt</strong>ober, 19 Uhr, Historisches Museum Schloss Gifhorn<br />
Schlossplatz 1, Gifhorn, www.museen-gifhorn,de<br />
Mezzosopran und rechter Haken – das ist die Kombination bei „Klassik im Ring“, wenn<br />
klassische Musik auf Sparringsboxkämpfe trifft. Organisiert vom Kulturverein Gifhorn und<br />
dem Boxclub Gifhorn vereint dieser besondere Abend wieder Musikliebhaber und Sportfans.<br />
Für die musikalische Unterhaltung konnten<br />
die Veranstalter in diesem Jahr die internationale<br />
Opern-Band The Cast gewinnen, die<br />
mit Pop und Witz in ihren Gesangseinlagen<br />
begeistern. Tickets sind beim Kulturverein,<br />
Steinweg 3 in Gifhorn, sowie an allen bekannten<br />
Vorverkaufsstellen erhältlich. Ein<br />
Getränk und ein Imbiss sind inbegriffen.<br />
Freitag, 4. <strong>Nov</strong>ember<br />
20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr<br />
Johann-Trollmann-Halle, Cardenap 2-4, Gifhorn<br />
Eintritt: 20 Euro zzgl. VVK-Gebühren<br />
t en/ Ralf Neuhäuser<br />
Mezzosopran, dann gibt‘s Haue:<br />
„Klassik im Ring“ vereint Musik und Sport<br />
4<br />
Frauenkino<br />
3<br />
6000 Kilometer auf Missouri und Mississippi<br />
Foto: Dirk Rohrbach<br />
Montag, 7. <strong>Nov</strong>ember, 19.30 Uhr, Einlass ab 18.45 Uhr, Stadthalle, Schützenplatz 2, Gifhorn, Eintritt: 10 Euro<br />
mit<br />
Anke Engelke im<br />
Kinocenter Gifhorn<br />
Wie macht man weiter, wenn plötzlich alles<br />
anders ist? Diese Frage stellt sich auch<br />
Marlene – gespielt von der unnachahmlichen<br />
Anke Engelke – im Roadmovie „Mein Sohn“.<br />
Denn nach einem Unfall muss ihr Sohn<br />
(Jonas Dassler) in der Schweiz rehabilitiert<br />
werden. Ausgesucht für unser Kinocenter<br />
vom Gifhorner Frauenzentrum und der zweite<br />
Film in der Reihe „Frauenkino“, die jetzt<br />
wieder jeden zweiten Donnerstag läuft.<br />
Donnerstag, 10. <strong>Nov</strong>ember<br />
20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr<br />
Kinocenter, Steinweg 34, Gifhorn<br />
Foto: Warner Bros. Entertainment Inc.<br />
Foto: Sabine Hoppe/Thomas Rahn/www.abseitsreisen.de<br />
Aus den Rocky Mountains durch die Great<br />
Plains und den Mittleren Westen bis in<br />
den tiefen Süden zum Golf von Mexiko:<br />
Dirk Rohrbach hat 6000 Kilometer auf den<br />
längsten Flüssen Nordamerikas zurückgelegt<br />
– paddelnd! Die gesamte Story erzählt<br />
er in seiner eindrucksvollen Multimedia-<br />
Show „Im Fluss“. Der Fachbereich Kultur<br />
der Gifhorner Stadtverwaltung lädt dazu<br />
in die Stadthalle ein. Tickets gibt‘s im Vorverkauf<br />
an der Tourist-Info im Cardenap<br />
sowie an der Abendkasse.<br />
5<br />
Im Oldtimer<br />
quer durch Asien<br />
Interessante Begegnungen, fremde Kulturen,<br />
atemberaubende Landschaften: Sabine<br />
Hoppe und Thomas Rahn durchqueren die<br />
Türkei, kreuzen die Wüsten des Iran und<br />
entdecken märchenhafte Basare entlang der<br />
Seidenstraße. Von alldem und noch mehr in<br />
zwölf Monaten Asien berichtet Thomas Rahn<br />
in seiner Multimedia-Show in Gifhorns<br />
Stadthalle. Tickets gibt‘s an der Tourist-Info<br />
im Cardenap sowie an der Abendkasse.<br />
Montag, 14. <strong>Nov</strong>ember<br />
19.30 Uhr, Einlass ab 18.45 Uhr<br />
Stadthalle, Schützenplatz 2, Gifhorn<br />
Eintritt: 10 Euro<br />
4<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 5
<strong>KURT</strong>s Umfrage des Monats<br />
Was sind Eure besten Bastel-Tipps?<br />
Von Pappmaché bis Origami: Mia Anna Elisabeth Timmer hat sich in Gifhorn umgehört<br />
Es macht mir großen Spaß, mit meiner vierjährigen<br />
Schwester zu basteln und zusammen mit<br />
ihr zu lernen. Am allerliebsten malen wir mit<br />
Tusche oder Acryl. Und passend zum Herbst<br />
haben wir schon Kastanientiere gebastelt!<br />
Vivian Suerborg (23),<br />
Heilerziehungspflege-Azubi aus Wahrenholz<br />
Ich bastle gerne Ausgeschnittenes – zum Beispiel Tiere. Im Herbst haben<br />
wir Blätter gesammelt und die auf Blumenpapier geklebt: Herbstdeko.<br />
Auch mit Seidenpapier hab ich Seidenblumen gemacht. Da<br />
kann man ganz kreativ sein und viel aus der Natur mit einbringen.<br />
Christina Otto (alterslos dank Meditation),<br />
Geistheilerin und Seelenmalerin aus Isenbüttel<br />
Ich mache gerne Origami. Es kann nicht kompliziert genug<br />
für mich sein. Das Beste ist, dass man meist nur Papier<br />
braucht und Recht selten auch mal Kleber und Schere.<br />
Es beruhigt mich, und meine Freunde und Bekannten<br />
freuen sich auch immer sehr über ein kleines Origami –<br />
von Kranich bis Topfpflanze kann ich alles falten.<br />
Anita Simon (26), Studentin aus Gifhorn<br />
Am liebsten bastle ich mit Papier – ich mag<br />
das Material und die vielen unterschiedlichen<br />
Möglichkeiten damit zu arbeiten. Egal<br />
ob als Pappmaché oder einfach nur gefaltet.<br />
Rita Reichelt (53), Diplom-Geographin aus Gifhorn<br />
Ich bastle gerne an<br />
alten und auch neuen<br />
Flipper-Automaten: Löten,<br />
Schrauben, 3D-Druck für<br />
Ersatzteile, Spannungen<br />
messen, Modding und<br />
vieles mehr. Natürlich sind<br />
Inspektionen und Wartung<br />
auch wichtig. Der Automat<br />
soll einwandfrei laufen!<br />
Nicht nur das Flippern<br />
selbst macht enorm Spaß,<br />
sondern auch die Instandhaltung,<br />
um alle Funktionen<br />
zum Laufen zu bringen, die<br />
Jackpots abzuräumen und<br />
das Finale zu erreichen.<br />
Heiko Hagedorn (38),<br />
Cyber-Security-Analyst<br />
aus Gifhorn<br />
Ich bastel gerne mit ungewöhnlichen Materialien wie Hydroflow.<br />
Das ist eine Gießmasse, mit der man Deko mit einer porzellanartigen<br />
Oberfläche kreiert. Dafür wird eine Silikonform zum<br />
Beispiel mit Goldflakes stellenweise ausgelegt und das im Marmoreffekt<br />
eingefärbte Gießmaterial darüber gegossen. Erst<br />
nach dem Aushärten sieht man das Ergebnis, das man nicht<br />
genau beeinflussen kann. Und das fasziniert mich so daran.<br />
Yvonne Seiffert (56), Sachbearbeiterin<br />
für Öffentlichkeitsarbeit aus Westerbeck<br />
6<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 7
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7 Kostüme,<br />
die an<br />
Halloween<br />
halbwegs<br />
gruselig sind<br />
<strong>KURT</strong> gibt Euch Tipps, wie Ihr am<br />
31. <strong>Okt</strong>ober schocken werdet<br />
Von Malte Schönfeld<br />
Deutschen Feiertagen mangelt es bekannterweise<br />
an Coolness: Peter und<br />
Paul, Mariä Himmelfahrt oder der autofreie<br />
Sonntag haben jetzt wenig Glitzer<br />
und Glamour. Irgendwie sind die – na<br />
ja – so muffig. Nicht umsonst schaffen<br />
es Feiertage aus anderen Kulturen<br />
vor allem bei jüngeren Menschen<br />
Begeisterung auszulösen. St. Patrick‘s<br />
Day und Halloween locken seit Jahren<br />
Jugendliche und Erwachsene in die<br />
Kneipen oder an die Tür-Klingeln.<br />
Solltet Ihr am 31. <strong>Okt</strong>ober auch wieder<br />
auf die Jagd nach Süßem oder Saurem<br />
gehen, zeigt <strong>KURT</strong> Euch 7 Kostüme,<br />
die wenigstens ein bisschen cool sind.<br />
1<br />
Große Wabenkröte<br />
Aras, Karakals und Rote Pandas – es gibt so schöne Tiere auf dieser Welt.<br />
Gleichzeitig findet sich in der Fauna aber auch der gruseligste Horror. Wer<br />
an Halloween erfolgreich schocken will, verkleidet sich als Große Wabenkröte.<br />
Der wachsen die Nachkommen nämlich direkt aus dem Rücken raus. Irgh.<br />
Komposthaufen<br />
Die Kreativität von<br />
Verkleidungsfans kennt<br />
keine Grenzen. Jeder Mist<br />
wurde schon zu einem<br />
Kostüm umformuliert. Aber<br />
auch jeder Mist? Man mag es bezweifeln,<br />
dass jemals das Komposthaufen-Kostüm<br />
getragen wurde. Vergammelte Mansche,<br />
krabbelnde Maden, eklige Dämpfe – echt<br />
abstoßend, sogar an Halloween.<br />
Der Tag der Toten<br />
Am Tag der Toten (spanisch:<br />
Día de los Muertos) verkleidet<br />
man sich in Mexiko traditionell<br />
bunt-gruselig. Inspiration findet<br />
sich auf Google. Wäre mal etwas<br />
anderes, denn Freddy Krueger<br />
und Jason Voorhees sind<br />
wirklich, wirklich nicht mehr<br />
4<br />
zu ertragen. Auch der Joker<br />
ist inoffiziell verboten.<br />
2<br />
3<br />
Das Klima<br />
Nun ein Tipp für die Fridays-For-Future-<br />
Aktivistinnen und Aktivisten unter Euch: Druckt<br />
einfach den aktuellen Bericht vom Weltklimarat<br />
aus und zieht Euch den über den Kopf. Viel größer<br />
kann der Horror nicht mehr<br />
werden. Könnte auf einer<br />
Halloween-Party ebenso<br />
ein überlebenswichtiges<br />
Gespräch anregen.<br />
Pausenbrot<br />
Papa schmiert ein Pausenbrot. Das<br />
Pausenbrot kommt in eine Tupperdose.<br />
Das Pausenbrot bleibt unberührt.<br />
Es ist der letzte Schultag vor den<br />
Sommerferien. Sechs Wochen später gibt‘s das böse Erwachen.<br />
Das Brot ist noch da. Nur anders. Tada, Schimmel-Kostüm perfekt.<br />
5<br />
6<br />
Silvio Berlusconi<br />
Die Zähne geliehen von einem ehemaligen Kanzler,<br />
das Botox kommt von Putin – nicht alles an Silvio<br />
Berlusconi ist 86. Der italienische Make-up-Mogul ist<br />
gefangen in seiner – wie man es bei Künstlicher Intelligenz<br />
nennt – Akzeptanzlücke. Ein watschelndes<br />
Gruselkabinett und teuer als Halloween-Kostüm.<br />
Die Gas-Rechnung<br />
Gruselig, gruseliger, Gas-Rechnung. Wenn uns Robert nicht rettet, wird der<br />
größte Schocker des Herbstes (und des Winters) wohl unser Kontostand. Immerhin:<br />
Kostüm frei von Plastik. Und die Party kann man sich auch nicht leisten.<br />
7<br />
8<br />
<strong>KURT</strong><br />
<strong>KURT</strong> 9
Engagement<br />
Engagement<br />
Fliegende Fische<br />
Dank der Peter-Maffay-Stiftung: Zehn Kinder und Jugendliche aus Gifhorn reisen<br />
zum Greifen nahe<br />
acht Tage lang mit einem Segelschiff entlang der Ostküste Sardiniens<br />
Auf einem Segelschiff an der Küste Sardiniens entlanggleiten, in<br />
den wolkenlosen Himmel blicken, im glitzernden Wasser eintauchen<br />
und mit etwas Glück Delfine beobachten – diese unvergessliche<br />
Erfahrung durften zehn Gifhorner Kinder und Jugendliche in diesem<br />
Sommer machen. Sogar ein kleiner Film ist während des achttägigen<br />
Ausflugs, der durch die Peter-Maffay-Stiftung geponsert und<br />
vom Kultbahnhof-Förderverein KuBiG betreut wurde, entstanden.<br />
<strong>KURT</strong> war beim Nachtreffen dabei – und lauschte für Euch den<br />
Geschichten der Übergangsmatrosinnen und Matrosen.<br />
Von Nina Danker<br />
und Malte Schönfeld<br />
Natürlich startete der Segeltörn<br />
nicht am Mittellandkanal.<br />
Zuerst ging‘s mit dem Flieger<br />
von Hannover nach Cagliari.<br />
Für den 12-jährigen Fynn<br />
Boegemann, der wie einige<br />
andere zum ersten Mal in einem<br />
Flugzeug saß, ein gewöhnungsbedürftiges<br />
Erlebnis:<br />
„Als das Flugzeug gestartet<br />
ist – das fand ich einfach nur<br />
scheiße.“ Auch der 16-jährigen<br />
Lara Wargalla war etwas mulmig:<br />
„Ich hatte ein Kribbeln im<br />
Bauch und habe die ganze Zeit<br />
Kaugummi gekaut.“ Ein festes<br />
Händchenhalten später befand<br />
sich das Flugzeug aber schon<br />
in stabiler Lage. Und bis nach<br />
Cagliari lief alles einwandfrei.<br />
Zehn Kinder und Jugendliche,<br />
die sich kaum bis gar<br />
nicht kennen, jede und jeder<br />
mit einem eigenen Päckchen,<br />
das sie oder er zu tragen hat.<br />
Dazu das Schiff, die Sir Robert<br />
Baden Powell, wo man sich<br />
nicht ganz so gut aus dem Weg<br />
gehen kann. Anders war es in<br />
den Vorjahren gewesen, als die<br />
Peter-Maffay-Stiftung auf ihre<br />
mallorquinische Finca eingeladen<br />
hatte. „Ich hatte es mir<br />
schwieriger vorgestellt, als es<br />
dann letztendlich war“, lacht<br />
Isabell Eichstädt, die zusammen<br />
mit Holger Feder-Ahrens,<br />
Svenja Arpert und Ronja Jeschke<br />
die Betreuung übernahm.<br />
Denn die Gruppe fand<br />
schnell zusammen. „Mir hat<br />
die Betreuung wirklich gut gefallen.<br />
Es haben alle aufeinander<br />
aufgepasst“, erzählt Lara.<br />
Auf dem Schiff, dessen Crew<br />
aus Kapitän Karsten Börner<br />
und den Helfern Kamal und<br />
Basha bestand, war aber nicht<br />
nur Sonnenbaden angesagt.<br />
Die Kinder und Jugendlichen<br />
packten richtig bei Segel, Fahnenmast<br />
und Tauen an. Die<br />
16-jährige Leony Boegemann »<br />
10<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 11
Engagement<br />
Engagement<br />
» traute es sich nach anfänglichem<br />
Zögern sogar zu, auf<br />
den Fahnenmast zu klettern.<br />
Betreuer Holger und der<br />
16-jährige Yehor Shevchuk,<br />
der in diesem Jahr aus der<br />
Ukraine nach Deutschland<br />
floh, schafften es sogar bis<br />
ganz nach oben.<br />
Wenn es gerade nichts zu<br />
helfen gab, nutzte die Gruppe<br />
die freie Zeit zum Kartenspielen<br />
und Musizieren mit Gitarre<br />
und Schlagzeug. Die 12-jährige<br />
Haly Bornhövd erzählt: „Die<br />
gemeinsamen Abende werden<br />
mir in Erinnerung bleiben.“<br />
Luna Lubomirski gefiel da vor<br />
allem das Kartenspiel Dobble,<br />
alle bissen sich an ihrem guten<br />
Spiel die Zähne aus. Und Luna<br />
war es auch, die an Bord ihren<br />
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Wer kann schon von sich behaupten,<br />
den Geburtstag auf<br />
einem 42 Meter langen Schiff<br />
gefeiert zu haben?<br />
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gehört natürlich auch ein entsprechender<br />
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So lässt es sich leben: Das Betreuerteam<br />
durfte sich an der Ostküste<br />
Sardiniens über strahlenden<br />
Sonnenschein freuen.<br />
gute Gelegenheit, um zu<br />
shoppen und am Strand zu<br />
liegen. Besonders wichtig,<br />
wie Holger Feder-Ahrens<br />
anmerkt: „Neues Frischwasser<br />
bunkern.“ Denn zwei<br />
Sachen dürfen auf hoher See<br />
nicht ausgehen: das Trinkwasser<br />
und die Sonnencreme.<br />
Wenn das Thermometer<br />
40 Grad anzeigt, hält man es<br />
natürlich nicht die ganze Zeit<br />
auf dem Boot aus. Deswegen<br />
überlegten sich die Betreuerinnen<br />
und Betreuer einen kleinen<br />
Spezial-Ausflug auf hoher<br />
See. So durften die Kinder und<br />
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Dachsanierung oder<br />
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Jugendlichen auch schnorcheln<br />
gehen und durch eine<br />
echte Grotte schippern. „Wir<br />
haben einen Piratenschatz gefunden,<br />
verraten aber nicht,<br />
wo er ist“, zwinkert Betreuer<br />
Holger. Beim Schnorcheln<br />
entlang eines Riffs machte die<br />
Gruppe Bekanntschaft mit<br />
bunten Fischen und eleganten<br />
Rochen. Und zurück auf dem<br />
Boot konnten alle neben Delfinen<br />
auch knallige Flamingos<br />
und sogar Fliegende Fische<br />
beobachten. Für alle ein echtes<br />
Highlight.<br />
Eines Nachts wurde es aber<br />
trotzdem ungemütlich: Durch<br />
Küstenwinde riss das Schiff<br />
sich los, innerhalb von Sekunden<br />
folgte ein kleiner Sturm.<br />
„Es war zwar einschüchternd,<br />
aber nicht wirklich gefährlich“,<br />
berichtet Betreuerin Isabell.<br />
Kapitän Karsten war gefragt,<br />
lenkte das Schiff nicht nur in<br />
sicheres Fahrwasser, sondern<br />
auch in einen traumhaften<br />
Sonnenaufgang.<br />
Nach insgesamt acht Tagen<br />
war die außergwöhnliche Reise<br />
dann vorbei. Eine rundum<br />
gelungene Reise, denn das Ziel<br />
war, so Holger Feder-Ahrens,<br />
„den Jugendlichen zu zeigen,<br />
dass es in Ordnung ist menschlich<br />
zu sein, mal ein langes<br />
Gesicht zu machen. Uns war<br />
es wichtig, dass sich jeder ausleben<br />
konnte, mit allen Ecken,<br />
Kanten und Marotten.“<br />
Aftermovie des Sardinienausflugs:<br />
https://www.youtube.com/<br />
watch?v=c8JIlKXEWk8<br />
Calberlaher Damm 16 · 38518 Gihorn<br />
KuBiG Förderverein Kultbahnhof<br />
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Eine starke Crew: Die Kinder und Jugendlichen sind während des Sardinienausflugs<br />
richtig zusammengewachsen.<br />
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38518 Gifhorn<br />
kubig@kultbahnhof-gifhorn.de<br />
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12<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 13
HIER ERWARTET MICH<br />
EINE BLÜHENDE ZUKUNFT<br />
IN DEN WOHNUNGEN<br />
DER GWG<br />
Balkon-Wettbewerb<br />
So schön kann Gifhorn:<br />
Jede Stimme zählt!<br />
Bis zum 31. <strong>Okt</strong>ober sucht <strong>KURT</strong> die schönsten Balkone und Terrassen<br />
Jetzt geht‘s an die Abstimmung: Zusammen mit der Gifhorner<br />
Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG) und der Gärtnerei Müller<br />
organisiert <strong>KURT</strong> den 3. Gifhorner Balkon-Wettbewerb. Auf den<br />
folgenden Seiten präsentieren wir Ihnen, liebe Leserinnen und<br />
Leser, jeweils drei Kandidatinnen für die Kategorie Balkon und<br />
die Kategorie Terrasse. Sie stimmen ab – und entscheiden, wer in<br />
diesem Jahr Gifhorns schönstes Blumen-Zuhause hat.<br />
Meistens wird ein Prinz draus!<br />
gwg-gifhorn.de<br />
Jetzt Ihr Lieblingsstück<br />
wachküssen.<br />
Wir polstern für Sie.<br />
Von Marieke Eichner<br />
und Malte Schönfeld<br />
Anders als 2021 hat sich die<br />
Jury in diesem Jahr darauf<br />
geeinigt, drei Personen pro<br />
Kategorie für die Finalrunde<br />
zu benennen. Das hat einen<br />
guten Grund: Jede der Finalistinnen<br />
– denn es sind ausschließlich<br />
Frauen – darf sich<br />
so bereits über einen sicheren<br />
Gartenmarkt-Gutschein von<br />
Gärtnerei Müller freuen. Welche<br />
Teilnehmerin in welcher<br />
Höhe belohnt wird – entweder<br />
200, 100 oder 50 Euro – entscheiden<br />
Sie, liebe Leserinnen<br />
und Leser.<br />
Stimmen Sie ab! Bis zum<br />
31. <strong>Okt</strong>ober mit dem Coupon,<br />
der Am Laubberg 12 in Gifhorn<br />
oder bei der GWG einzureichen<br />
ist, oder online in der Zeit<br />
vom 24. bis zum 31. <strong>Okt</strong>ober<br />
unter www.kurt-gifhorn.de.<br />
Wir wünschen allen Finalistinnen<br />
viel Erfolg!<br />
Er kann das eigene kleine Paradies<br />
sein, ein Ruhepol: der Balkon.<br />
Auch in diesem Jahr suchen wir<br />
wieder Gifhorns schönsten.<br />
Cardenap 3 · Gifhorn<br />
Telefon 05371 12589<br />
www.schoener-einrichten.de<br />
1: Anna Both<br />
Sie können für einen Balkon und für eine Terrasse abstimmen.<br />
Ich stimme für den Balkon von...<br />
2: Margitta Gehrke<br />
3: Verena Schlag<br />
Einsendeschluss ist der 31. <strong>Okt</strong>ober <strong>2022</strong>.<br />
und die Terrasse von...<br />
1: Anna März<br />
2: Bettina Gerdau<br />
3: Anna Rau<br />
Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft<br />
Magazin <strong>KURT</strong><br />
14<br />
<strong>KURT</strong> Alter Postweg 36, 38518 Gifhorn<br />
Am Laubberg 12, 38518 Gifhorn<br />
<strong>KURT</strong> 15
Balkon-Wettbewerb<br />
Balkon-Wettbewerb<br />
1<br />
Balkon Nr. 2: Sobald die ersten Sonnenstrahlen<br />
durch die Wolkendecke brechen und der Frühling<br />
sich von seiner besten Seite zeigt, heißt‘s für<br />
Margitta Gehrke: Ran an die Kästen! Ob<br />
Hängegeranien oder die Schwarzäugige Susanne<br />
– Hauptsache üppig und voll beladen. Denn die<br />
72-jährige Gifhornerin ist nicht nur Blumenliebhaberin,<br />
sondern auch leidenschaftliche Gastgeberin.<br />
„Ich habe gern Freunde um mich. Wir sitzen<br />
auf dem Balkon und quatschen“, erzählt Margitta.<br />
Und da will man natürlich einen guten Eindruck<br />
hinterlassen. Von ihrem Balkon aus hat sie stets<br />
die Nachbarschaft im Blick, seit sieben Jahren<br />
wohnt sie nun in ihrer Wohnung. Und ihren<br />
2<br />
Adleraugen entgeht nichts. „Ich schaue<br />
schon, ob bei jemandem die Jalousien zu<br />
lange unten sind“, sagt sie. Margitta und ihr<br />
13-jähriger Hund Krümel passen auf!<br />
Balkone<br />
Balkon Nr. 1: Einige wenige Blumen blühen noch,<br />
die Anna Both im Frühjahr gepflanzt hat. Diesmal<br />
waren es Petunien in drei, vier verschiedenen Farben.<br />
„Jedes Jahr sechs große Kästen“, zählt die 74-jährige<br />
Gifhornerin auf. Die Farben ändern sich immer wieder.<br />
Seit fast 40 Jahren macht sie das so. Wie ein Ritual,<br />
das man nicht durchbrechen darf. Generell verbringt<br />
Anna gern ihre Zeit auf dem Balkon, der striktes Markisenverbot<br />
hat, wie sie meint: „Damit es immer hell<br />
ist und man die Sonne sehen kann.“ Doch wo es hell<br />
ist, da lassen sich auch Flecken beobachten. Und dann muss da sofort der Putzlappen geschwungen<br />
werden – schließlich gibt es immer etwas zu tun auf dem Balkon und die Sauberkeit ist Anna wichtig.<br />
Und wer denkt, sobald die Petunien an Kraft verlieren, bleibt der Balkon farblos, der täuscht sich: In der<br />
Adventszeit pflanzt Anna kleine Tannenbäumchen inklusive Beleuchtung.<br />
3<br />
Balkon Nr. 3: „Mein kleines Paradies“ –<br />
so nennt Verena Schlag ihren Balkon.<br />
Und das mag man ihr aufs Wort glauben,<br />
denn wer so viel Liebe zum Detail und<br />
eine solche Leidenschaft bei der Gestaltung an<br />
den Tag legt, der macht das nicht, weil er muss.<br />
Die 56-jährige Gifhornerin nahm sich die nötige<br />
Zeit, um den Balkon ganz nach ihrer Vorstellung<br />
zu begrünen und zu bepflanzen. Blickfang sind<br />
bei Verena Hornveilchen, Dipladenia, Sonnenhut,<br />
Margeriten oder die etwas ausgefallene<br />
vietnamesische Camembert-Pflanze. „Auf die<br />
wurde ich sogar im Zug angesprochen, als ich die<br />
transportiert habe“, lacht Verena. Für die nötige<br />
Chill-out-Stimmung sorgen dazu orientalische<br />
Lichter, die eine ganz eigene Wärme verströmen.<br />
„Ich liebe meinen Balkon. Wenn ich nach Hause<br />
komme, holt mich das total runter.“<br />
Fotos: Michael Uhmeyer<br />
Terrasse Nr. 1: Früher hatte Anna März einen<br />
Schrebergarten, heute lebt sie sich botanisch<br />
auf ihrer Terrasse aus. „Wenn alles blüht, da<br />
freut man sich“, bekräftigt die Gifhornerin.<br />
Wenn die Sonne strahlt, sitzt sie gemeinsam<br />
mit ihrem Mann zwischen den Geranien. „Die<br />
haben mir meine Kinder geschenkt“, sagt die<br />
79-Jährige stolz. Manchmal schaut auch noch<br />
ihre Nachbarin vorbei. „Die hat auch eine schöne<br />
Terrasse“, fügt Anna hinzu. Im Sommer sitzen<br />
die Drei abends draußen, man unterhält sich.<br />
„Meistens über Blumen.“ Am 15. <strong>Okt</strong>ober feiert<br />
Anna ihren 80. Geburtstag – da wäre ein Gewinn<br />
beim Balkon-Wettbewerb doch ein passendes<br />
Geschenk, kommentiert sie augenzwinkernd.<br />
Wenn‘s klappt, möchte sie mit dem<br />
1<br />
Gartenmarktgutschein neue Blumen kaufen,<br />
am liebsten in ihrer Lieblingsfarbe rot.<br />
Terrassen<br />
2<br />
Terrasse Nr. 2: Ob Blutpflaume, Forsythie<br />
oder Kletter-Hortensie – die Terrasse von<br />
Bettina Gerdau in Knesebeck gewährt<br />
Ausblick auf allerlei pflanzliche Abenteuer.<br />
„Alles was das Herz begehrt“, findet die<br />
gebürtige Neudorf-Platendorferin. Bettinas<br />
absolute Lieblingspflanze ist allerdings ihre<br />
Trauerweide, die begutachtet sie gern aus ihrem<br />
Strandkorb. Dank Grill, Liegestuhl und Sonnensegel<br />
verweilt die 50-Jährige „am Wochenende<br />
von morgens bis abends“ auf ihrer Terrasse. „Es<br />
wird gegrillt, gelesen – und in der Weihnachtszeit<br />
gibt’s hier Lichterketten und Glühwein.“ Bettina<br />
plant den Belag ihrer Terrasse zu erneuern. „Ich<br />
stelle mir rote Fliesen vor.“ Mit etwas Glück lässt<br />
ein Preis beim Balkon-Wettbewerb – ein Gartenmarktgutschein<br />
– diesen Traum vom italienischen<br />
Flair Wirklichkeit werden.<br />
Terrasse Nr. 3: Pflanzen hat Anna Rau schon immer<br />
geliebt. „Zu Hause gab‘s schon früher immer viele<br />
Blumen“, erinnert sich Tochter Irene Hirsch. „Damals<br />
im Sonnenweg auf dem Balkon und drinnen die Zimmerpflanzen.“<br />
Heute begrünt Anna ihre Terrasse im<br />
Handwerkerviertel. Auffällig ist die große Hortensie,<br />
zurzeit blühen die Dahlien „und die Rosen liebt sie<br />
sehr“, versichert Irene. Ihre Mutter erledigt auch mit<br />
73 Jahren die Pflege ihrer Blumen noch selbst, nur<br />
wenn mal ein großer Strauch verfrachtet werden<br />
muss, hilft ihr Lebensgefährte. „Das ist einfach ihr Hobby“, sagt Irene mit einem Lächeln in der Stimme.<br />
3<br />
„Sie liebt ihre Pflanzen und sie zu umsorgen.“ Anna ist ein „Naturmensch“, geht viel raus. „Sie hat viel<br />
Kontakt zu ihren Nachbarn, kennt fast jeden dort“, freut sich die Tochter. Brot, Brötchen und Kuchen<br />
werden in der Nachbarschaft geteilt und wenn Besuch kommt geht‘s – na klar – auf die Terrasse.<br />
16<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 17
Stolpersteine<br />
Stolpersteine<br />
„Wir haben von alldem nichts gewusst!“ – Dass dieser Satz, bezogen<br />
auf die Verbrechen der Nationalsozialisten auch in Gifhorn, genauso<br />
falsch wie schamlos ist, beweist Historiker Prof. Dr. Manfred Grieger<br />
mit diesem Gastbeitrag. Die Zahl der Opfer des Nationalsozialismus<br />
in und aus Gifhorn ist mindestens dreistellig – neun von ihnen wird<br />
seit vergangenem Jahr mit Stolpersteinen gedacht, zehn weitere<br />
Stolpersteine werden Ende <strong>Okt</strong>ober in Kästorf verlegt. Manfred<br />
Grieger legt dar, wie Verbrechen nicht nur „von oben“ kamen, sondern<br />
wie Menschen aus unserer Stadt sie eigenmächtig begangen.<br />
Von Manfred Grieger<br />
Unser Gifhorn im<br />
Nationalsozialismus<br />
Zustimmungsdiktatur der einen – Verfolgungsstruktur für die anderen<br />
Nationalsozialisten besaßen<br />
in der in politischer Hinsicht<br />
zuvor traditionell rechtskonservativ<br />
und welfisch orientierten<br />
Kreisstadt Gifhorn in<br />
der krisenhaften Endzeit der<br />
Weimarer Republik gute Voraussetzungen<br />
zur Etablierung<br />
ihrer Diktatur. Durch die langanhaltende<br />
Agrarkrise sahen<br />
große Teile der hiesigen<br />
bäuerlichen Bevölkerung in<br />
einem gesicherten Absatz zu<br />
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örtlichen und regionalen Absatzmärkten,<br />
mithin in einer<br />
auf die Abkoppelung von der<br />
Weltwirtschaft abzielenden<br />
Autarkiepolitik zur Ausnutzung<br />
der heimischen landwirtschaftlichen<br />
Produkte und in<br />
finanziellen Hilfen für die Bauern<br />
eine möglichst von einem<br />
Agrardiktator herbeizuführende<br />
Umkehrung des Niedergangtrends.<br />
Die staatsbejahende<br />
Haltung der evangelischen<br />
Kirche, deren Pastorenschaft<br />
mehrheitlich eine antidemokratische<br />
und autoritäre Haltung<br />
an den Tag legte, ebenso<br />
wie der strikte Antikommunismus<br />
der hier nur eine Minderheit<br />
der Gifhorner Bevölkerung<br />
zugehörigen katholischen Kirche<br />
trugen zu der Vorstellung<br />
des städtischen Bürgertums<br />
bei, dass nur ein Diktator einen<br />
Ausweg aus der großen Gesellschaftskrise<br />
weisen könne.<br />
Der ohnehin nicht sonderlich<br />
zahlreichen Arbeiterschaft<br />
war durch die zeitweilige<br />
Stilllegung der Glashütte und<br />
den Konkurs von Gewerbebetrieben<br />
der wirtschaftliche<br />
Boden entzogen. Bei vielen<br />
verstärkten sich nicht die Widerstandskräfte<br />
gegen den Abbau<br />
von errungenen sozialen<br />
und betrieblichen Anrechten,<br />
sondern eher die politische<br />
Lethargie und der individuelle<br />
Umgang mit den umgebenden<br />
Krisen. Kommunistinnen<br />
und Kommunisten als radikale<br />
Oppositionskraft gegen<br />
den Rechtsruck bildeten in<br />
Gifhorn nur eine kleine Minderheit.<br />
Sie träumten von der<br />
Revolution und einer Umge-<br />
Die Reichsarbeitsdienstgruppe 183 marschierte im Juni 1938 unter dem Jubel der Gifhorner Bevölkerung durch<br />
die Adolf-Hitler-Straße, dem heutigen Steinweg in Gifhorns Innenstadt.<br />
Foto: Fotosammlung Stadtarchiv Gifhorn<br />
staltung nach sowjetischem<br />
Muster, was ihren Einfluss<br />
etwa bei den Hausbesitzern zusätzlich<br />
minderte.<br />
Schon bei der letzten freien,<br />
allerdings von Saalschlachten<br />
überschatteten Reichstagswahl<br />
am 6. <strong>Nov</strong>ember 1932<br />
erzielte die NSDAP in der Stadt<br />
Gifhorn unter den 2860 abgegebenen<br />
Stimmen einen Anteil<br />
von 46,4 Prozent, während im<br />
Reichsdurchschnitt 33,1 Prozent<br />
der abgegebenen Stimmen<br />
auf die NSDAP entfielen.<br />
Die SPD kam auf 28,0 Prozent,<br />
was ebenfalls oberhalb<br />
des Reichsdurchschnitts von<br />
20,5 Prozent lag. Die Kommunistische<br />
Partei Deutschlands<br />
(KPD) fand 355 Wählerinnen<br />
und Wähler; ihr Stimmergebnis<br />
von 12,4 Prozent blieb<br />
dagegen hinter dem Reichsergebnis<br />
von 16,8 Prozent zurück.<br />
Die rechtskonservative<br />
Deutschnationale Volks-Partei<br />
(DNVP) blieb mit 6,3 Prozent<br />
ebenfalls hinter dem Reichsdurchschnitt<br />
zurück. Die<br />
2,7 Prozent für die Deutsch-<br />
Hannoversche Partei illustrierten<br />
den Zerfall dieser monarchistischen<br />
Regionalpartei.<br />
Die katholische Zentrumspartei,<br />
im Reich immerhin für<br />
11,9 Prozent der Stimmen gut,<br />
besaß hier mit 24 Stimmen keinerlei<br />
Bedeutung.<br />
Während die <strong>Nov</strong>emberwahl<br />
1932 der NSDAP eine<br />
Einbuße von zwei Millionen<br />
Stimmen bescherte und ihren<br />
politischen Aufstieg zu begrenzen<br />
schien, erreichte die<br />
NSDAP in Gifhorn zwar noch<br />
keine absolute Mehrheit, die<br />
radikale Rechte zusammen mit<br />
der DNVP jedoch gleichwohl.<br />
Während die bürgerliche Mitte<br />
verschwunden war, versammelte<br />
die untereinander allerdings<br />
unversöhnliche Linke<br />
aus SPD und KPD vor Ort rund<br />
ein Drittel der Wählerschaft.<br />
Vor diesem Hintergrund<br />
bildete die Übertragung der<br />
Reichskanzlerschaft am 30. Januar<br />
1933 an Adolf Hitler und<br />
die Bildung einer Koalitionsregierung<br />
mit der DNVP den<br />
Anlass für einen, wie es die<br />
Aller-Zeitung nannte, „grandiosen<br />
Fackelzug“ und den von<br />
einer großen Menschenmenge<br />
begleiteten „Jubel“. In das vom<br />
SA-Sturmbannführer Behm<br />
vorgegebene „Sieg Heil auf den<br />
obersten Führer und Reichskanzler“<br />
stimmte die Menge<br />
jubelnd ein. Indem der Musikzug<br />
der SA-Standarte 232 zum<br />
Ende der Kundgebung das Studentenlied<br />
von 1820 „Ich hab<br />
mich ergeben mit Herz und »<br />
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<strong>KURT</strong> 19
Stolpersteine<br />
Stolpersteine<br />
» mit Hand“ anstimmte, gab es<br />
der kommenden Zeit sein Signum.<br />
Ausdruck der neuen Ergebenheit<br />
war auch das Hitler<br />
aus Gifhorn telegrafisch übermittelte<br />
„Treuegelöbnis“.<br />
Während öffentliche Kundgebungen<br />
und Versammlungen<br />
der Kommunisten am<br />
2. Februar 1933 verboten worden<br />
waren und jeden Tag in<br />
der Lokalzeitung Berichte über<br />
Straßenschlachten und kommunistische<br />
Überfälle auf Nationalsozialisten<br />
erschienen,<br />
veranstaltete die NSDAP am<br />
5. Februar 1933 zur Eröffnung<br />
ihres Wahlkampfes zu der auf<br />
den 6. März 1933 anberaumten<br />
Reichstagswahl in der<br />
Gifhorner Schützenhalle eine<br />
„Massenkundgebung“, zu der<br />
die „gesamte nationale Bevölkerung“<br />
des Kreises eingeladen<br />
war. Die Gauleitung erteilte<br />
auch Weisung, dass alle Nationalsozialisten<br />
„geschlossen<br />
am Kirchgang“ teilzunehmen<br />
hatten. Am Abend veranstaltete<br />
die NSDAP-Ortsgruppe Gifhorn<br />
einen Deutschen Abend.<br />
Der Stahlhelm schloss sich<br />
im Vollzug der Koalition der<br />
nationalen Konzentration den<br />
Kundgebungen an, sodass eine<br />
Einheitsfront der Rechtskräfte<br />
auftrat. Der am 5. Februar<br />
1933 geäußerten Ankündigung<br />
von Ernst Lütge, des in Wedelheine<br />
beheimateten und später<br />
zum NSDAP-Kreisleiter aufsteigenden,<br />
starken Mannes in<br />
der Stadt Gifhorn, dass „alles<br />
Undeutsche im deutschen Volke<br />
niederzutreten“ war, folgten<br />
später Taten.<br />
Die Lokalzeitung zeichnete<br />
das Bild einer durch kommunistische<br />
Aufstände bedrohten<br />
Staatsordnung, die nur dank<br />
des harten Zugriffs von Polizei,<br />
SA- und SS-Kolonnen aufrechterhalten<br />
werden konnte.<br />
Die NSDAP stellte sich auch<br />
lokal als Ordnungsfaktor dar<br />
und führte ungehindert ihre<br />
Werbemaßnahmen durch. Auf<br />
der am 20. Februar 1933 vom<br />
als Obersteuersekretär tätigen<br />
NSDAP-Ortsgruppenleiter<br />
Alfred Uhde eröffneten Saalkundgebung<br />
im Schützenhaus<br />
schmähte NSDAP-Gauleiter<br />
Otto Telschow die Weimarer<br />
Republik als „Judenrepublik“,<br />
in der „Hochstapler und<br />
Banditen“ regiert hätten und<br />
„Korruption, Skandale“ an der<br />
Tagesordnung gewesen wären.<br />
Neben Juden und dem Kommunismus<br />
müsse auch der<br />
SPD der Kampf gelten, rief er<br />
unter dem Beifall der Anwesenden<br />
aus.<br />
Telschow wollte aus der Beamtenschaft<br />
ungeeignete „Elemente“<br />
entfernen und auch<br />
in der Justiz eine „Säuberung<br />
vornehmen“. Die Vision eines<br />
konformistischen Beamtenapparats<br />
und der Schleifung<br />
der an Recht und Gesetz gehaltenen,<br />
politisch unabhängigen<br />
Justiz zog auf. Voll des Eigenlobs<br />
über den Kampfesmut,<br />
die Entschlossenheit und Opferbereitschaft<br />
der Nationalsozialisten<br />
gedachte Telschow<br />
des Gifhorner Medizinalrats<br />
Dr. Friedrich Kahle als „alten,<br />
aber verkannten Vorkämpfers“,<br />
dessen „stille Arbeit“ in<br />
der Region zum „gewaltigen<br />
Aufschwung“ des Nationalsozialismus<br />
beigetragen habe.<br />
Der weitere Wahlkampf<br />
stand unter dem Eindruck<br />
des Reichstagsbrands in der<br />
Nacht vom 27. auf den 28. Februar<br />
1933, den die Nationalsozialisten<br />
als Fanal eines auf<br />
Befehl Moskaus begonnenen<br />
Umsturzversuchs der Kommunisten<br />
ausgaben und zur<br />
Einschränkung der individuellen<br />
Freiheitsrechte und zum<br />
Verbot der kommunistischen<br />
Betätigung nutzten.<br />
Auch in Gifhorn wurden per<br />
Handschlag Personen aus den<br />
„nationalen Organisationen“<br />
wie SA, SS und Stahlhelm als<br />
Hilfspolizisten verpflichtet,<br />
mit Gummiknüppel und Pistole<br />
ausgestattet und mit einem<br />
Tagesgeld von drei Reichsmark<br />
versehen. Zu der am 4. März<br />
1933 abgehaltenen nationalen<br />
Kundgebung auf dem Marktplatz<br />
vor der Kirche St. Nicolai<br />
mit tausenden Teilnehmern<br />
trug auch Superintendent Böker<br />
mit Rede und Gebet bei.<br />
Er war sich einig mit der<br />
Diagnose, dass das Versailler<br />
„Friedensdiktat“ Deutschland<br />
herabgewürdigt und die<br />
Moderne Sitte, Anstand und<br />
Gottglauben beschädigt habe.<br />
Das „Volk“ aber, das „von oben<br />
Hilfe“ erwarte, wolle die große<br />
Wende, nicht länger „am Boden<br />
liegen“, sondern „zurück<br />
zu Zucht und Sitte, zurück zu<br />
unserm Gott“. Die Reichstagswahl<br />
diene auch dazu, „mit<br />
eisernem Besen“ auszukehren.<br />
Als Lohn locke die „Volksgemeinschaft“,<br />
die die NSDAP<br />
ebenfalls als Ziel aller Bemühungen<br />
ausgegeben hatte, hier<br />
allerdings in der christlichen<br />
Variante „einig Volk von Brüdern<br />
– nur unter Gott“.<br />
Durch die Übernahme der<br />
völkischen Rhetorik und programmatischer<br />
Fermente<br />
So sah es aus bei einer gemeinsamen Sitzung der Gifhorner Städtischen Kollegien (Bürgervorsteher) im „Dritten<br />
Reich“ mit Bürgermeister Ludwig Kratz (stehend).<br />
Foto: Fotosammlung Stadtarchiv Gifhorn<br />
quasi auch mit kirchlichen<br />
Weihen versehen, erzielte die<br />
NSDAP bei der Reichstagswahl<br />
am 5. März 1933 in Gifhorn<br />
1591 Stimmen und erreichte<br />
mit 53,5 Prozent der abgegebenen<br />
Stimmen die absolute<br />
Mehrheit. SPD und KPD blieben<br />
allerdings mit 824 bzw.<br />
240 Stimmen auf Platz 2 und<br />
3 mit einem Stimmenanteil<br />
von 27,7 bzw. 8,1 Prozent eine<br />
starke Minderheit von mehr<br />
als einem Drittel, wobei die<br />
SPD ihren Prozentanteil leicht<br />
ausbauen konnte und die KPD<br />
verfolgungsbedingte Verluste<br />
hinnehmen musste. Da die aus<br />
der DNVP hervorgegangene<br />
Kampffront Schwarz-Weiß-<br />
Rot ihren Anteil auf 7,4 Prozent<br />
leicht steigerte, verschob<br />
sich das politische Kräfteverhältnis<br />
unter Dominanz der<br />
NSDAP weiter nach rechts.<br />
Bei der am 12. März 1933<br />
abgehaltenen Kommunalwahl<br />
erreichte die NSDAP dagegen<br />
mit 44,1 Prozent keineswegs<br />
die absolute Mehrheit, da die<br />
Liste Beamte und Angestellte<br />
bzw. der rechtskonservative<br />
Block Schwarz-Weiß-Rot 11,8<br />
bzw. 9,9 Prozent, also mehr<br />
als ein Fünftel der Stimmen<br />
auf sich vereinigten. Die SPD<br />
legte mit 30,7 Prozent gegenüber<br />
der Reichstagswahl sogar<br />
noch leicht zu, während<br />
sich der Abwärtstrend der<br />
KPD mit 3,5 Prozent weiter<br />
beschleunigte. Die NSDAP<br />
stellte fünf der elf Bürgervorsteher,<br />
die SPD entsandte mit<br />
Karl Bürmann, Theodor Bute,<br />
Ferdinand Herbst und Konsumverein-Geschäftsführer<br />
Richard<br />
Blume vier und die Liste<br />
Beamte und Angestellte sowie<br />
der Block Schwarz-Weiß-Rot<br />
jeweils einen Mandatsträger in<br />
das Bürgervorstehergremium.<br />
Im Gefühl des sicheren Sieges<br />
verbrannte die örtliche SA<br />
unter Sturmbannführer Behm<br />
am Mittag des Wahlsonntags<br />
die schwarz-rot-goldene<br />
Fahne der Gifhorner Schule<br />
als Symbol der verhassten<br />
Demokratie und Republik und<br />
führte auf diese Weise ihren<br />
diktatorischen Herrschaftsanspruch<br />
vor Augen.<br />
In der konstituierenden Sitzung<br />
des Wahlgremiums am<br />
23. März 1933 erklärte Kaufmann<br />
Erich Huppelsberg unter<br />
dem Beifall der meistenteils<br />
uniformierten Zuhörerschaft<br />
für die NSDAP-Vertreter, dass<br />
der „Parlamentarismus tot“<br />
sei und die NSDAP als „Träger<br />
des neuen Deutschlands“<br />
sich über gesetzliche Vorgaben<br />
und Traditionen hinwegsetzen<br />
wollte. Die drei anwesenden<br />
SPD-Vertreter sahen<br />
sich an den Rand gedrängt.<br />
Die in der gleichen Zeitungsausgabe<br />
erschienene Notiz,<br />
dass im Gifhorner Gefängnis »<br />
20<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 21
Stolpersteine<br />
Stolpersteine<br />
10.000 Menschen<br />
sollen bei der Feier<br />
zum 1. Mai 1933 auf<br />
der Bleiche in Gifhorn<br />
dabei gewesen sein.<br />
Foto: Fotosammlung Stadtarchiv Gifhorn<br />
» 34 Gefangene einsaßen, nachdem<br />
aus der überfüllten Strafanstalt<br />
in Celle eine „größere<br />
Anzahl politischer Gefangener“<br />
nach Gifhorn überstellt worden<br />
war, zeigte klar auf, dass<br />
die Etablierung der NS-Macht<br />
mit Haft und auch mit brutaler<br />
Härte durchgesetzt würde.<br />
Die neue Macht etablierte<br />
sich unter den Bedingungen<br />
einerseits von Verfolgungsangst<br />
und andererseits zur<br />
bereitwilligen Selbstunterstellung<br />
rasch. Der Geburtstag<br />
von Adolf Hitler am 20. April<br />
bildete den für Nationalsozialisten<br />
gegebenen Anlass,<br />
die vormalige Hauptstraße in<br />
Adolf-Hitler-Straße und den<br />
Platz vor der Wirtschaft „Weißes<br />
Ross“, dem Verkehrslokal<br />
der SA-Standarte 232, als<br />
Adolf-Hitler-Platz umzubenennen<br />
(heute Ceka-Brunnen).<br />
Den Zug von Fackelträgern<br />
durch die Straßen Gifhorns bezeichnete<br />
die Aller-Zeitung als<br />
von „Begeisterung“ getragenen<br />
„Triumphmarsch“, der erfolgreich<br />
zur Unterordnung aller<br />
nationalen Verbände der Stadt,<br />
darunter auch des Stahlhelms<br />
aufforderte. Neben den NS-<br />
Organisationen hatte auch der<br />
Kriegerverein seine Mitglieder<br />
im Vorhinein zur Teilnahme an<br />
der abendlichen Festveranstaltung<br />
im Schützensaal angehalten.<br />
Doch auch der Gifhorner<br />
Landrat Eugen von Wagenhoff<br />
und Bürgermeister Ludwig<br />
Kratz nahmen als Gäste an der<br />
Hitler-Ehrung teil – die staatlichen<br />
und städtischen Behörden<br />
waren nach dem Bericht<br />
der Aller-Zeitung „vollständig“<br />
anwesend. Insoweit griff Landrat<br />
von Wagenhoff die Stimmung<br />
der allermeisten Gifhorner<br />
auf, wenn er Hitler rühmte,<br />
dass er „nur deutsch denkt<br />
und fühlt und sein ganzes Sinnen<br />
und Trachten nur dem<br />
Wohle des deutschen Volkes<br />
gilt“. Bürgermeister Kratz fand<br />
„kernige Worte“, dass es die<br />
Stadt Gifhorn nach der „Umwälzung“<br />
als ihre „Ehrenpflicht<br />
betrachte, der nationalen<br />
Sturmbewegung Rechnung zu<br />
tragen“. Sogar in den Kästorfer<br />
Anstalten fand eine eindrucksvolle<br />
„Weihefeier“ statt.<br />
In politischer Hinsicht<br />
strebten die Nationalsozialisten<br />
eine Zerstörung der kommunistischen<br />
und sozialdemokratischen<br />
Strukturen an<br />
und nahmen hierzu beispielsweise<br />
dem Konsumverein-Geschäftsführer<br />
Richard Blume<br />
die Arbeit, indem Ende April<br />
1933 der Wäschereibesitzer<br />
und NSDAP-Senator Erich<br />
Huppelsberg an seine Stelle<br />
trat. Blume legte daraufhin<br />
am 24. April 1933 sein Mandat<br />
im Bürgervorstehergremium<br />
nieder. Karl Bürmann erklärte<br />
noch in der Sitzung mutig, dass<br />
der „Linken“ keine Möglichkeit<br />
zur Mitwirkung mehr eingeräumt<br />
würde und lehnte jegliche<br />
Verantwortung für die von<br />
der auch durch den Übertritt<br />
von Willi Leifert geschaffene<br />
NSDAP-Mehrheit eingeschlagene<br />
politische Richtung ab.<br />
Bürmann erinnerte in der<br />
Sitzung daran, dass die mit<br />
großem Pomp angekündigte<br />
1.-Mai-Feier vor „Jahrzehnten<br />
von den Gewerkschaften<br />
zum Feiertag erhoben worden<br />
sei“, erhielt aber zur Antwort,<br />
dass Hitler ihn der Arbeiterschaft<br />
„erneut geschenkt“ und<br />
„deutsch, national und sozialistisch“<br />
ausgerichtet habe. Im<br />
Vorfeld der Großveranstaltung<br />
auf der Bleiche setzten die Mobilisierung<br />
und die Selbstverpflichtungen<br />
ein: Neben allen,<br />
in rascher Folge auch in Gifhorn<br />
entstehenden NS-Organisationen,<br />
erklärten beispielsweise<br />
der Lehrerverein<br />
oder die Sportvereinigung<br />
Gifhorn, sich geschlossen am<br />
1. Mai beteiligen zu wollen.<br />
Bürgermeister Ludwig Kratz<br />
rief seinerseits am 27. April<br />
1933 unter der Devise „Es lebe<br />
unser Volk und unser Reich!“<br />
zur vollzähligen Teilnahme<br />
und zur Flaggung und Schmückung<br />
der Häuser und Straßen<br />
auf. Textilkaufmann Fritz<br />
Becker, der selbst zur NSDAP<br />
fand, hatte in Erwartung neuer<br />
Absatzmöglichkeiten in<br />
der Aller-Zeitung per Anzeige<br />
auf seinen Vorrat an schwarzweiß-roten<br />
Fahnenstoffen und<br />
aufnähfertigen „Hakenkreuz-<br />
Platten“ hingewiesen.<br />
An der Maifeierlichkeit nahmen<br />
nach Zeitungsberichten<br />
10.000 Menschen teil, auf der<br />
Ernst Lütge in seiner Hauptrede<br />
die Parole „Vom internationalen<br />
Proletarier zum deutschen<br />
Arbeitertum!“ ausgab.<br />
Bürgermeister Ludwig Kratz,<br />
der die Anrede „Volksgenossen<br />
und Volksgenossinnen“ von<br />
seinem Vorredner übernahm,<br />
stimmte in die Lobpreisung<br />
des geeinten Volks ebenso ein<br />
wie Landrat von Wagenhoff,<br />
der „Hand- und Kopfarbeiter,<br />
Arbeitgeber und Arbeitnehmer“<br />
aufforderte, die Reihen<br />
zu schließen, um „in gegenseitiger<br />
Anerkennung, Achtung<br />
und Liebe zu gemeinsamer<br />
Wiederaufbauarbeit am Vaterlande“<br />
zusammenzukommen.<br />
In der nächsten Sitzung der<br />
Bürgervorsteher am 12. Mai<br />
1933 anerkannte die NSDAP,<br />
dass Bürgermeister Kratz<br />
„nunmehr sich freudig innerlich<br />
zu unserem Führer und<br />
Volkskanzler Adolf Hitler bekannt“<br />
habe. SPD-Mann Theodor<br />
Bute legte sein Mandat<br />
nach seinem Beitritt zur Nationalsozialistischen<br />
Betriebszellen-Organisation<br />
nieder und<br />
verließ „unter stürmischem<br />
Beifall“ seinen Platz. Dagegen<br />
protestierte der von der SPD<br />
entsandte Bürgervorsteher Roland<br />
gegen seinen von Bürgermeister<br />
Ludwig Kratz ausgesprochenen<br />
Ausschluss, wurde<br />
aber vom SS-Scharführer Leinemann<br />
nach draußen geleitet.<br />
Die Opposition war mundtot<br />
gemacht und alsbald aus dem<br />
Bürgervorstehergremium verdrängt.<br />
Der Allgemeine Gewerkschaftsbund,<br />
der im Rahmen<br />
seiner Anbiederungspolitik<br />
an die NS-Machthaber ebenfalls<br />
zur Teilnahme an den<br />
Feiertags-Aufmärschen aufgefordert<br />
hatte, musste am<br />
2. Mai 1933 erkennen, dass<br />
die Nationalsozialisten die<br />
Gewerkschaften auflösten,<br />
die Gewerkschaftshäuser besetzten<br />
und nicht wenige »<br />
22<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong>23
Stolpersteine<br />
Stolpersteine<br />
Das Gifhorner Rathaus – heute Haus des Handwerks – im Jahr 1938, geschmückt<br />
mit Hakenkreuzen, Fahnen und Girlanden. Foto: Sammlung Harald Heinemann<br />
» Gewerkschaftsfunktionäre<br />
in Haft nahmen. Ihre symbolische<br />
Unterwerfung unter<br />
die neue Macht hatte ihre Eigenständigkeit<br />
nicht sichern<br />
können, vielmehr erhöhte die<br />
vormalige Unterstützung die<br />
Legitimität der nationalsozialistischen<br />
Herrschaft, die<br />
nach und nach möglichst alle<br />
Organisationen und Lebensbereiche<br />
dominieren und „gleichschalten“<br />
wollte. Hierbei kam<br />
den NS-Machthabern auch auf<br />
lokaler Ebene zu Hilfe, dass die<br />
große Macht der zur Vorherrschaft<br />
Aufstrebenden die zuvor<br />
Unentschlossenen erheblich<br />
anzog, da sich viele im Kreise<br />
der Gewinner wohler fühlten.<br />
Wie stark dieser Angleichungssog<br />
ausfiel, zeigten beispielsweise<br />
die Ergebnisse der<br />
Reichstagswahl und der sogenannten<br />
Volksabstimmung am<br />
12. <strong>Nov</strong>ember 1933. Durch<br />
das Ermächtigungsgesetz vom<br />
24. März 1933 war die Gesetzgebungsgewalt<br />
auf Adolf<br />
Hitler übergegangen, sodass<br />
der Reichstag nunmehr eine<br />
Akklamationsbühne für die<br />
NS-Politik darstellte. Gleichzeitig<br />
wollte die Regierung den<br />
beabsichtigten Austritt aus<br />
dem Völkerbund durch eine<br />
Volksabstimmung legitimieren<br />
lassen. Nur 1,6 Prozent der<br />
Gifhorner Wählerinnen und<br />
Wähler versagten den NSDAP-<br />
Kandidaten ihre Stimme. Bei<br />
der Volksabstimmung war<br />
nur auf 0,9 Prozent der Wahlzettel<br />
das „Nein“ angekreuzt,<br />
0,8 Prozent der abgegebenen<br />
Stimmen waren ungültig – das<br />
entsprach 32 bzw. 30 Personen.<br />
Die örtliche Gesellschaft<br />
war mit wenigen Ausnahmen<br />
innerhalb eines Jahres auf NS-<br />
Kurs eingeschwenkt und der<br />
„Stahlhelm“ wie auch andere<br />
Organisationen waren mit den<br />
NS-Gliederungen und angeschlossenen<br />
Verbänden fusioniert<br />
worden.<br />
Der Trend zur Selbstunterstellung<br />
zeigte sich in Gifhorn<br />
beispielsweise in den zahlreichen<br />
Anträgen zur Aufnahme<br />
in die NSDAP, wobei ein zum<br />
1. Mai 1933 in Kraft tretender<br />
Aufnahmestopp spätentschlossenen<br />
Opportunisten zeitweilig<br />
einen Riegel vorschob. So blieb<br />
beispielsweise Bürgermeister<br />
Ludwig Kratz in Anerkennung<br />
seiner systemkompatiblen<br />
Handlungen und Meinungsäußerungen<br />
als Parteiloser in<br />
seiner Funktion. Im Vorfeld<br />
seiner Amtszeitverlängerung<br />
trat er der NSDAP bei, sobald<br />
sich ihm 1937 durch eine Wiederöffnung<br />
für neue Mitglieder<br />
eine Möglichkeit bot. War<br />
die Bürgervorsteherversammlung<br />
durch die Übernahme aller<br />
Mandate durch die NSDAP<br />
alsbald ein Machtsicherungsgremium,<br />
ersetzten nach 1935<br />
von der NSDAP-Kreisleitung<br />
bestimmte Senatoren (Ratsherren)<br />
die früher aus demokratischen<br />
Wahlen hervorgegangenen<br />
Einwohnervertreter.<br />
Auch die Kommune ordneten<br />
die Nationalsozialisten ganz<br />
nach dem Führerprinzip, wobei<br />
die NSDAP Durchgriffsrechte<br />
erhielt.<br />
Den Ankündigungen nach<br />
wollte die NSDAP die beispielsweise<br />
durch den Versailler<br />
Frieden hervorgerufenen<br />
Benachteiligungen aus der<br />
Welt schaffen und die Lebensverhältnisse<br />
der „Deutschen“<br />
durch vielfältige Vorrechte<br />
bessern. Auf völkischer Basis<br />
sollte eine soziale Homogenisierung<br />
in einer die Klassenunterschiede<br />
überwindenden<br />
„Volksgemeinschaft“ herbeigeführt,<br />
den Industriearbeitern<br />
Lohn und Brot, den Bauern Finanzhilfen,<br />
gesicherter Absatz<br />
und Anerkennung und dem<br />
Gewerbe und Handel Aufträge<br />
und Einnahmen verschafft<br />
werden. Zur kurzfristigen<br />
Minderung der grassierenden<br />
Arbeitslosigkeit kamen der zuvor<br />
Arbeitslose beschäftigende<br />
Arbeitsdienst beim Bau des<br />
Mittellandkanals, beim Straßen-<br />
oder Brückenbau sowie<br />
bei Meliorationsarbeiten zum<br />
Einsatz. Öffentliche Neubauten,<br />
aber genauso gut die Abstrahleffekte<br />
der Militarisierung<br />
oder der wieder in Gang<br />
kommende Siedlungsbau<br />
führten zu einer wirtschaftlichen<br />
Belebung, die durch Hebung<br />
der Einkommen auf das<br />
politische Haben-Konto der<br />
MEISTERBETRIEB<br />
TRADITION<br />
NSDAP einzahlte und für eine<br />
breite Regimeloyalität sorgte.<br />
Die ständige Betonung des<br />
„Deutschen“ gründete in einer<br />
völkischen Inklusionsstrategie,<br />
die mit einer Exklusionspolitik<br />
alles „Undeutschen“ kombiniert<br />
war. Die Entscheidung<br />
über das Dazugehörige und<br />
die Hinzugelassenen oblag<br />
der NSDAP und ihren vielfältigen<br />
Organisationen von der<br />
NS-Frauenschaft über SS und<br />
SA bis hin zum Nationalsozialistischen<br />
Rechtswahrerbund<br />
oder dem Nationalsozialistischen<br />
Lehrerbund. Die als<br />
„undeutsch“ bewertete Literatur<br />
der städtischen Leihbücherei,<br />
die nach der Mitteilung<br />
des städtischen Bücherwarts,<br />
des Lehrers Waßmann, als<br />
QUALITÄT<br />
„Schmutz und Schund ausgemerzt“<br />
gehörten, sollte nach<br />
dem Beschluss der Bürgervorsteher<br />
vom 12. Mai 1933<br />
„öffentlich verbrannt“ werden.<br />
Auch sollte ermittelt werden,<br />
wer die Beschaffung dieser Bücher<br />
veranlasst hatte.<br />
Über die aggressiv antikommunistische,<br />
antisemitische<br />
und überhaupt rassistische<br />
Ausrichtung des Nationalsozialismus<br />
konnten angesichts<br />
der öffentlichen Propaganda,<br />
Verlautbarungen, Vortragsveranstaltungen<br />
und Maßnahmen<br />
keine Zweifel bestehen. Da die<br />
übergroße Mehrheit der Bevölkerung<br />
auch in Gifhorn den<br />
ideologischen und politischen<br />
Kurs der Nationalsozialisten<br />
befürwortete und sogar die »<br />
WAS WIR BIETEN:<br />
STEILDÄCHER • FLACHDÄCHER<br />
FASSADE • SPENGLERARBEITEN<br />
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24<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 25
Stolpersteine<br />
Stolpersteine<br />
„Den Opfern der<br />
NS-Herrschaft<br />
gehört der Respekt<br />
des demokratischen<br />
Gemeinwesens<br />
Gifhorn, das die<br />
lokale Zukunft nicht<br />
auf Verleugnung,<br />
Vertuschung und<br />
Verharmlosung<br />
basieren will.“<br />
Prof. Dr. Manfred Grieger,<br />
Historiker<br />
» augenfälligen Diskriminierungen<br />
ihrer jüdischen Nachbarn<br />
ebenso unterstützte wie<br />
die selbstverständliche Heranziehung<br />
von ausländischen<br />
Zwangsarbeitern für kommunale,<br />
betriebliche und private<br />
Belange, bestand selbst bei der<br />
bis zur Todesauslieferung führenden<br />
Herabwürdigung der<br />
ethnisch hierarchisierten und<br />
entrechteten Ausgegrenzten<br />
eine lokale Form der „Zustimmungsdiktatur“<br />
(Götz Aly).<br />
Denn die Diskriminierung<br />
von Personen wegen ihrer<br />
jüdischen Herkunft war ungeachtet<br />
ihrer langjährigen<br />
Verwurzelung in Gifhorn wie<br />
in anderen Städten einerseits<br />
Sache der rassistischen Radikalen<br />
in der NSDAP oder der<br />
Hitler-Jugend. Andererseits<br />
ordnete die Stadtverwaltung<br />
auf dem Verwaltungsweg Benachteiligungen<br />
zur Untergrabung<br />
der wirtschaftlichen<br />
Existenz etwa des Schlachters<br />
Erich Lehmann an, der, weil<br />
seine Mutter als Jüdin geboren<br />
worden war, als „Mischling<br />
1. Grades“ galt. Die kommunalen<br />
Anordnungen zur Schließung<br />
seines kleinen Schlachtbetriebs<br />
erwiesen sich bereits<br />
zu NS-Zeiten sogar als rechtswidrig,<br />
wie der Beschluss des<br />
Sparkassenvorstands, Konten<br />
von jüdischen Eigentümern<br />
ohne formelle Rechtsgrundlage<br />
zu sperren. Das geschah ohne<br />
Anweisung von oben, sondern<br />
auf eigenmächtige Initiative<br />
von antisemitischen Entscheidern<br />
auf der Lokalebene.<br />
Manche wie Willy Redlich und<br />
seine Ehefrau Anna sahen im<br />
Suizid ihren Ausweg, um sich<br />
der immer enger um sie zusammenziehenden<br />
Schlinge zu<br />
entziehen. Die im Holocaust endende<br />
Judenverfolgung brachte<br />
auch Gifhorner Jüdinnen<br />
wie Bertha Müller verwitwete<br />
Lehmann den Gastod im Vernichtungslager<br />
Auschwitz.<br />
Dass ihr Besitz dem Reich verfiel<br />
und ihre Sessel zum einen<br />
Teil im Finanzamt Gifhorn<br />
Verwendung fanden, während<br />
ein „Ausgebombter“ aus Hannover<br />
ihre anderen Möbel und<br />
Haushaltsgegenstände zum<br />
niedrigsten Preis ersteigerte,<br />
zeigt, dass die deutsche Kriegsgesellschaft<br />
vom Judenmord<br />
auch ganz individuell profitierte.<br />
Von alldem wollten viele<br />
Gifhorner damals nichts gewusst<br />
haben und im Nachkrieg<br />
nichts mehr hören. Zugegebenermaßen<br />
sehr spät hat sich<br />
aber doch in den vergangenen<br />
Jahren eine andere Haltung<br />
eingestellt. Gerade weil über<br />
politisch Verfolgte derzeit,<br />
einmal abgesehen von dem<br />
im Gifhorner Amtsgerichtsgefängnis<br />
zu Tode gekommenen<br />
Max Habermann, einem Widerständler<br />
aus dem Gewerkschafterkreis<br />
des 20. Juli, nur<br />
wenige Kenntnisse vorliegen<br />
und darüber hinaus die Formen<br />
und Ergebnisse sozialer<br />
Ausgrenzung noch weithin im<br />
Dunkeln liegen, lohnen die<br />
Aufklärung der Geschehnisse<br />
und das ehrende Gedenken<br />
an diejenigen, die Leben und<br />
Freiheit verloren und dem NS-<br />
Regime widerstanden haben<br />
sowie dessen Gewalt und Willkür<br />
ausgeliefert waren.<br />
Den Opfern der NS-Herrschaft,<br />
darunter die von NS-<br />
Medizinverbrechen Betroffenen,<br />
gehört der Respekt des<br />
demokratischen Gemeinwesens<br />
Gifhorn, das die lokale Zukunftsgestaltung<br />
nicht auf Verleugnung,<br />
Vertuschung und<br />
Verharmlosung basieren will.<br />
Dieser Text ist Teil der Broschüre<br />
„Stolpersteine in Gifhorn“, kostenfrei<br />
erhältlich im Stadtarchiv und<br />
in der Stadtbücherei.<br />
Die Forschung zu Opfern des<br />
Nationalsozialismus in und aus<br />
Gifhorn geht weiter. Hinweise<br />
sammelt das Kulturbüro der<br />
Gifhorner Stadtverwaltung:<br />
Tel. 05371-88226<br />
kultur@stadt-gifhorn.de<br />
Künstler Gunter Demnig verlegte im vergangenen Jahr die ersten neun Stolpersteine in Gifhorn. Ende <strong>Okt</strong>ober<br />
ist er wieder da, dann folgen zehn weitere Stolpersteine auf dem Gelände der Diakonie Kästorf. Archivfotos: Mel Rangel<br />
Zehn weitere Stolpersteine zur Erinnerung an<br />
die Opfer der Zwangssterilisationen in Kästorf<br />
Künstler Gunter Demnig verlegt diese am 25. <strong>Okt</strong>ober – Gäste sind willkommen<br />
Von Bastian Till Nowak<br />
Opfer des Nationalsozialismus<br />
in und aus Gifhorn gibt<br />
es viele – ihre Zahl ist mindestens<br />
dreistellig. Auch in den<br />
damaligen Kästorfer Anstalten<br />
geschah großes Unrecht.<br />
Einige Biografien der wegen<br />
„angeborenen Schwachsinns“<br />
oder ähnlich abstruser Diagnosen<br />
der NS-Medizinalräte<br />
zwangssterilisierten Menschen<br />
stellte <strong>KURT</strong> bereits in seiner<br />
Stolpersteine-Serie mit Gastbeiträgen<br />
von Historikerinnen<br />
und Historikern vor. Nun sollen<br />
Ende <strong>Okt</strong>ober zehn weitere<br />
Stolpersteine in Kästorf verlegt<br />
werden – und unsere Serie des<br />
Erinnerns geht weiter.<br />
Künstler Gunter Demnig,<br />
der das Projekt Stolpersteine<br />
als im Boden verlegte Gedenktafeln<br />
einst ersann, kommt am<br />
Dienstag, 25. <strong>Okt</strong>ober, nach<br />
Kästorf, um auf dem Gelände<br />
der Dachstiftung Diakonie<br />
zehn weitere Stolpersteine zum<br />
Gedenken an zehn Bewohner<br />
zu verlegen, die in der Zeit des<br />
Nationalsozialismus zwangssterilisiert<br />
wurden. „Die Verlegungen<br />
und das Rahmenprogramm<br />
sind öffentlich und<br />
Gäste herzlich willkommen“,<br />
kündigt Dr. Steffen Meyer,<br />
Historiker und Archivar der<br />
Dachstiftung Diakonie, an.<br />
Auch eine Begleitbroschüre<br />
mit den Biographien der Opfer<br />
soll wieder erscheinen.<br />
Verlegung von Stolpersteinen:<br />
Dienstag, 25. <strong>Okt</strong>ober<br />
Diakonie Kästorf<br />
9 Uhr: Hagenhof 7 für<br />
Kurt Reinhardt<br />
9.25 Uhr: Hofweg 1 für Heinrich<br />
Piepho, Friedrich Schmelzer,<br />
Anton Szymalla und Erich Lange<br />
10 Uhr: Pappelweg 13 für<br />
Franz Buda, Wilhelm Fink,<br />
Hans Löwenstein, Gretus Schütte<br />
und Hermann Neure<br />
10.45 Uhr: Ökumenische Andacht<br />
in der Lazarus-Kirche in der Diakonie<br />
Kästorf, Hauptstraße 51<br />
11.15 Uhr: Imbiss vor der Kirche<br />
26<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 27
Seitenkopf<br />
Freizeit<br />
Kundendienstbüro Holger Dittombee<br />
Dipl. Finanzwirt u. Versicherungsfachmann BWV<br />
Zeit für Familie: Herbstferien in der Südheide<br />
Vom Disc-Golf bis zum Museum Burg Brome: In und um Gifhorn gibt‘s viel zu entdecken<br />
Die Kinder wollen spielen,<br />
forschen und toben, die Eltern<br />
oder Oma und Opa brauchen<br />
mal ‘ne Pause. Und alle<br />
wünschen sich gemeinsame<br />
Familienzeit. Geht prima in<br />
der Südheide Gifhorn. „In<br />
den Herbstferien gibt es von<br />
Adventure-Golf bis Disc-Golf<br />
unheimlich viel zu erleben“,<br />
weiß Jörn Pache, Geschäftsführer<br />
der Tourismusgesellschaft<br />
Südheide Gifhorn.<br />
Der Bernsteinsee hat in Sachen<br />
Freizeitspaß auch nach<br />
der Badesaison einiges zu<br />
bieten: Beim Adventure-Golf<br />
springt der Ball über Hügel,<br />
an Wasserfällen, Bäumen und<br />
Felsen vorbei. Am Ende findet<br />
er aber oftmals seinen Weg<br />
ins Loch. Ob der Pfeil sein Ziel<br />
trifft, zeigt sich beim Bogenschießen.<br />
Im Artchers Lake<br />
geht’s nach einer Einweisung<br />
auf die See- oder Waldrunde.<br />
Große und kleine Freunde hoher<br />
Geschwindigkeiten heizen<br />
rasante Rennen auf der Indoor-Kartbahn.<br />
Eingebettet in die abwechslungsreiche<br />
Landschaft des<br />
Tankumsees befindet sich ein<br />
9-Bahnen-Parcours zum Disc-<br />
Golf spielen. Ob Anfänger oder<br />
Profi, beim Disc-Golf-Spiel<br />
Schulmuseum Steinhorst: Damals regierte noch der heilige Abakus.<br />
finden alle Familienmitglieder<br />
jede Menge Erholung in<br />
der Natur und schulen gleichzeitig<br />
ihre Konzentration und<br />
Beweglichkeit. Der Parcours<br />
kann jederzeit bespielt werden.<br />
Disc-Scheiben und Zubehör<br />
können in der Geschäftsstelle<br />
der Tankumsee GmbH oder im<br />
Seehotel gegen Pfand ausgeliehen<br />
werden.<br />
Besucherinnen und Besucher<br />
des Otter-Zentrums in<br />
Hankensbüttel kommen Ottern,<br />
Mardern, Dachsen und<br />
Hermelinen ganz nah und<br />
können sie beim Spielen,<br />
Schwimmen, Klettern und bei<br />
Schaufütterungen beobachten.<br />
Fußtastpfad, Wasserspielplatz<br />
und Naturerlebnisbrücke versprechen<br />
einen aktiven Tag<br />
und eine stärkende „Fütterung<br />
für Menschen“ gibt’s im parkeigenen<br />
Restaurant am See.<br />
Bei Schietwetter empfiehlt<br />
sich ein Museumsbesuch.<br />
Im Schulmuseum Steinhorst<br />
können Kinder ihre Schule<br />
von heute mit der von früher<br />
vergleichen, als es noch Rohrstock<br />
und Rechenschieber statt<br />
Tablet und Whiteboard gab.<br />
Im Museum Burg Brome kann<br />
man altes Handwerk fühlen,<br />
sehen und anfassen.<br />
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38518 Gifhorn<br />
- Download auf das Smartphone Tel. 05371 937880<br />
- Freizeittipps und Ausflugsziele info@suedheide-gifhorn.de<br />
www.HUK-Gifhorn.de<br />
- Land- und Hofcafés www.suedheide-gifhorn.de<br />
28<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong>29
Seitenkopf<br />
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30<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 31
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Ärmel hoch – das KFZ<br />
muss zum Auto-Doc<br />
Seit 25 Jahren sorgt Stefan Pingel dafür, dass Gifhorns Autos sicher fahren<br />
Mobilität<br />
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Die Bremsen quietschen, das Fahrwerk schleift – und ist es nicht<br />
auch Zeit für den Reifenwechsel? Keine Bange, Gifhorn: Stefan Pingel<br />
weiß mit Rat und Tat zu helfen. In seiner KFZ-Meisterwerkstatt<br />
in der Adam-Riese-Straße 6 in Gifhorn rüsten er und sein Team die<br />
Autos der Kundschaft fit für den Winter – und das schon seit 25 Jahren.<br />
Inzwischen kann seine Werkstatt sogar mit einem Fachbetrieb<br />
für Campingfahrzeuge, die Instandhaltung von Klimaanlagen und<br />
Standheizungen aufwarten. Und egal, was gemacht werden muss –<br />
Service steht für Stefan Pingel stets an erster Stelle.<br />
Von Marieke Eichner<br />
„Jetzt ist das Thema Saisonradwechsel<br />
ganz groß“, erinnert<br />
Stefan Pingel alle Gifhorner<br />
Autofahrerinnen und Autofahrer.<br />
Wie war das noch<br />
damals in der Fahrschule?<br />
Von <strong>Okt</strong>ober bis Ostern müssen<br />
die Winterreifen rauf! „Die<br />
Kunden bringen allgemein im<br />
Herbst ihre Autos in die Werkstatt,<br />
für Inspektions- und<br />
Wartungsarbeiten“, weiß der<br />
Vor 25 Jahren startete Stefan Pingel (Mitte) seinen KFZ-Meisterbetrieb<br />
an der Hugo-Junkers-Straße. Schnell kamen Geselle und Lehrling dazu.<br />
KFZ-Profi. In erster Linie ist es<br />
der Verschleiß, den es aufzuhalten<br />
gilt. „Reifen, Bremsen,<br />
Stoßdämpfer, Zahnriemen“,<br />
zählt Stefan Pingel, ganz in seinem<br />
Element, die Instandsetzungsmaßnahmen<br />
auf.<br />
„Genauso wie wir Menschen<br />
regelmäßig zum Zahnarzt gehen,<br />
muss auch bei Mechanik<br />
regelmäßig nachgeschaut werden“,<br />
mahnt der Werkstattchef.<br />
„Sonst fährt das Auto<br />
irgendwann nicht mehr.“ Und<br />
das wäre jammerschade.<br />
Stichwort Reifen: Nur 1,6<br />
Millimeter Profil sind gesetzlich<br />
vorgeschrieben, doch<br />
schon „mit zwei Millimetern<br />
hältst Du den Wagen bei Regen<br />
nicht mehr auf der Straße“.<br />
Auch die Bremsbeläge sollten<br />
regelmäßig auf Abnutzung gecheckt<br />
werden. „Sonst schleift<br />
Metall auf Metall – und das<br />
bremst nun mal nicht.“ Da die<br />
Tage neuerdings wieder kürzer<br />
werden, müssen die Scheinwerfer<br />
Licht ins Dunkle bringen.<br />
Wie passend, dass Stefan<br />
Pingels Werkstatt die „Lichtwochen“<br />
anbietet: Im <strong>Okt</strong>ober<br />
werden alle Lampen kostenfrei<br />
überprüft. Außerdem muss,<br />
wenn es draußen kalt wird,<br />
die Scheibenanlage frostsicher<br />
gemacht werden. „Die Frage<br />
ist auch: Ist der Kühlerfrostschutz<br />
ausreichend? Nicht,<br />
dass der Motor im Winter<br />
Seit einem Vierteljahrhundert kümmert sich Stefan Pingel um Gifhorns Autos. Für den KFZ-Werkstattchef steht<br />
der Service an erster Stelle, darum gibt‘s für die Kundschaft ein „Rundum-sorglos-Paket“.<br />
Foto: Michael Uhmeyer<br />
einfriert“, sorgt sich Stefan<br />
Pingel. Und wem im vergangenen<br />
Badesee-Sommer beim<br />
Parken am Tankumsee ein<br />
kleines Malheur passierte, dem<br />
kann in der werkstatteigenen<br />
Lackiererei geholfen werden.<br />
„Karosseriearbeiten, kleine<br />
Parkrempler oder Kratzer vom<br />
Garagentor“ sind für den KFZ-<br />
Meisterbetrieb ein Kinderspiel.<br />
Seit mittlerweile 25 Jahren<br />
schon stehen Stefan Pingel und<br />
sein Team der Kundschaft mit<br />
Rat und Tat in Sachen Auto<br />
zur Seite. Los ging‘s damals an<br />
der Hugo-Junkers-Straße in<br />
Gifhorn. Nachdem ein Geselle<br />
und ein Lehrling dazustießen,<br />
stand der Umzug an die Adam-<br />
Riese-Straße an. „Vor vielen,<br />
vielen Jahren haben wir uns<br />
auf Klimaanlagen und Standheizungen<br />
spezialisiert – wir<br />
waren damals die ersten in<br />
Gifhorn“, erzählt Stefan Pingel<br />
stolz. Im „Komfortbereich“<br />
kann seine Werkstatt mit Sonderleistungen<br />
aufwarten: Der<br />
Fachbetrieb für Campingfahrzeuge<br />
übernimmt alle Wartungsarbeiten<br />
und Reparaturen<br />
nach Herstellervorgaben.<br />
Damals wie heute steht<br />
der Service für Stefan Pingel<br />
an erster Stelle. Darum<br />
darf sich die Kundschaft über<br />
das „Rundum-sorglos-Paket“<br />
freuen. Dazu gehört etwa der<br />
Schlüsselautomat, der seit diesem<br />
Jahr zur Verfügung steht.<br />
Damit kann das Auto bequem<br />
rund um die Uhr abgegeben<br />
oder abgeholt werden, ganz<br />
unabhängig von den Öffnungszeiten<br />
der Werkstatt. „Das<br />
läuft perfekt“, freut‘s den Chef.<br />
„Der Automat ist fast täglich<br />
im Einsatz.“<br />
Außerdem gibt‘s den Holund<br />
Bringservice des Meisterbetriebs.<br />
„Wir bringen die<br />
Kunden nach Hause, wenn sie<br />
ihr Auto bei uns lassen, und<br />
holen sie abends dann auch<br />
wieder ab. Alles kein Problem“,<br />
versichert Auto-Doc Stefan<br />
Pingel und krempelt schon mal<br />
die Ärmel hoch.<br />
Stefan Pingel KFZ-Meisterbetrieb<br />
Adam-Riese-Straße 6, Gifhorn<br />
Mo. - Do. 7.30 bis 17 Uhr<br />
Fr. 7.30 bis 14 Uhr<br />
Tel. 05371-14727<br />
www.pingel-kfz.de<br />
32 <strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 33
Seitenkopf<br />
Engagement<br />
Ihr Maler<br />
Die Ernte ist eingebracht, die Felder sind leer: Kinder, Eltern und Teams der vier Kitas des Caritasverbandes Gifhorn<br />
– St. Altfrid/Abrahams Kinder – kamen auf einem Acker zum gemeinsamen Erntedankfest zusammen.<br />
Zeit zu danken und zu feiern<br />
Die vier Gifhorner Caritas-Kitas feiern ein großes Erntedankfest mit 250 Gästen<br />
Malerarbeiten · Fassadengestaltung<br />
Putztechniken · Fußbodenbeläge<br />
Manfred Lippick (Malermeister)<br />
Heideweg 5 · 38518 Gifhorn · Tel. 05371 53513<br />
Email: lippick-ihr-maler@t-online.de<br />
Lasst uns gemeinsam danken:<br />
Erstmals wurde auch ein<br />
interreligiöser Gottesdienst<br />
auf dem Acker gefeiert.<br />
In den letzten Wochen des<br />
Sommers, wenn das Licht sich<br />
langsam verändert, die Luft<br />
morgens kühler ist und der<br />
Apfelbaum reife Früchte trägt,<br />
feiern die vier Kindertagesstätten<br />
des Caritasverbandes<br />
Gifhorn – St. Altfrid und Abrahams<br />
Kinder – ihr alljährliches<br />
Erntedankfest auf einem Feld<br />
unter freiem Himmel. So auch<br />
diesmal wieder – und das<br />
bei fantastischem Wetter!<br />
„Der gemeinsame Gottesdienst<br />
mit rund 250<br />
Gästen lässt alle wahrnehmen,<br />
wie respektvoll und<br />
verantwortungsbewusst wir<br />
mit den Erntegaben und unserer<br />
Umwelt umgehen sollten“,<br />
berichten die Kita-Leitungen.<br />
„In diesem Jahr konnten wir<br />
sogar zum ersten Mal einen<br />
interreligiösen Gottesdienst<br />
auf dem Kartoffelacker feiern.“<br />
Auch das Theaterstück von<br />
den „Streithörnchen“ sorgte<br />
bei den Zuschauern für Begeisterung<br />
und brachte das Thema<br />
Teilen wunderbar auf den<br />
Punkt. Nach dem Gottesdienst<br />
sausten die Kinder mit ihren<br />
kleinen Füßen über das große<br />
Feld, um den Kartoffelkönig<br />
zu suchen. Herrlich!<br />
Am Feuer plaudern und<br />
gemeinsam mit den Kindergartenfreunden<br />
und<br />
der Familie eine Bratwurst<br />
mit Kartoffeln und<br />
Quark essen, ist doch etwas<br />
Wunderbares.<br />
www.caritas-gifhorn.de<br />
34<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 35
Seitenkopf<br />
Seitenkopf<br />
36<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 37
Glauben & Zweifeln<br />
Glauben & Zweifeln<br />
Es gibt nur einen Got – keinen<br />
evangelischen oder katholischen<br />
Das ökumenische Kirchenforum Gifhorn plant eine Vielzahl von Veranstaltungen<br />
Martin Wrasmann<br />
(von links), André<br />
Pauwels, Manfred<br />
Senger, Karsten Keding<br />
und Ferdinand<br />
Heller engagieren<br />
sich im ökumenischen<br />
Kirchenforum.<br />
Die Stärkung der ökumenischen Zusammenarbeit, die Auseinandersetzung<br />
mit kirchenpolitischen und theologischen Themen sowie<br />
spirituelle Angebote wie die Taizé-Gebete im Schlosshof-Torbogen<br />
sind ihr Ziel: Aus dem „Gemeindeforum aktuell“ hat sich 2019 das<br />
Ökumenische Kirchenforum Gifhorn gebildet – eine Kooperationsplattform<br />
der evangelisch-lutherischen und der katholischen<br />
Kirchen in unserer Stadt. St. Altfrid mit St. Bernward, Epiphanias,<br />
Martin Luther und St. Nicolai und die Paulus-Gemeinde sind dabei.<br />
Die Fragen von Glauben, der<br />
Sinn des Lebens, die Bewahrung<br />
der Schöpfung und vieles<br />
mehr sind ihre Themen: „Wir<br />
wollen mit unseren Angeboten<br />
den normalen Gemeindealltag<br />
ergänzen und nehmen dabei<br />
ökumenisch die ganze Stadt<br />
in den Blick“, erklärt Karsten<br />
Keding, Pastor im Ruhestand,<br />
der vor sechs Jahren von der<br />
lutherischen Kirchenkonferenz<br />
Gifhorn beauftragt wurde, als<br />
Taizé – Gebete in Giorn<br />
unter dem Torbogen<br />
zum Schlosshof<br />
Mit Slle und Besinnung in die Woche<br />
jeden 2. Montag im Monat 18:15 – 18:45 Uhr<br />
<strong>2022</strong>: 14. <strong>Nov</strong>ember 12. Dezember<br />
2023: 09. Januar 13. Februar 13. März<br />
Wenn erforderlich: mit Hygienemaßnamen<br />
im Sitzen oder Stehen; als Angebot: Leselampen und Decken<br />
Singen mit Gitarrenbegleitung<br />
Verantwortlich: Ökumenisches KirchenForum Giorn<br />
Moderator zu fungieren. „Ein<br />
prägendes Ereignis sind die im<br />
Winter monatlich stattfindenden<br />
Taizé-Gebete, die wir nun<br />
schon seit fünf Jahren feiern.“<br />
Ein besonderes Ereignis im<br />
Programm des Kirchenforums<br />
sei das „Schäferstündchen“<br />
durch die Gifhorner Heide<br />
gewesen, an dem „erfreulich<br />
viele Kinder und Jugendliche<br />
teilgenommen haben und ihre<br />
Erkenntnisse, Einsichten und<br />
Freude an der Bewahrung der<br />
Schöpfung entwickeln konnten“,<br />
so Pastor Keding.<br />
„Die ökumenische Perspektive<br />
ist Grundlage für unser<br />
Handeln, es gibt keine Zukunft<br />
der Kirche, außer einer ökumenischen.<br />
Das Ziel der Ökumene<br />
ist aber kein homogenes Gebilde<br />
oder der Zusammenschluss<br />
zweier Großorganisationen –<br />
also der katholischen und evangelischen<br />
Kirche –, sondern<br />
dass unterschiedliche Reichtümer<br />
miteinander geteilt<br />
werden“, sind sich die Verantwortlichen<br />
des Forums einig.<br />
Das Allerwichtigste für die Zukunft<br />
der Kirche sei, „dass wir<br />
ausstrahlen, wovon wir sprechen.<br />
Wir werden uns nicht<br />
damit zufrieden geben, dass<br />
es immer noch kein gemeinsames<br />
Abendmahl gibt, wir sind<br />
überzeugt, dass wir das Trennende<br />
überwinden müssen,<br />
denn es gibt nur diesen einen<br />
Gott – keinen evangelischen<br />
oder katholischen.“ So gebe es<br />
ja auch kein evangelisches oder<br />
katholisches Leid, sondern nur<br />
menschliches. „Darauf müssen<br />
unsere Kirchen gemeinsam reagieren<br />
und nicht doppelt nebeneinanderher<br />
arbeiten.“<br />
Auf dieser Grundlage soll es<br />
spannende Veranstaltungen<br />
geben. „Am 31. <strong>Okt</strong>ober, dem<br />
Reformationstag, gratulieren<br />
wir der St. Altfrid-Gemeinde<br />
mit einem ökumenischen Gottesdienst<br />
zu ihrem 50-jährigen<br />
Bestehen“, freut sich André<br />
Pauwels, pastoraler Mitarbeiter<br />
in St. Altfrid und verweist<br />
auf ein weiteres Highlight am<br />
Buß- und Bettag: „Diesen fast<br />
in Vergessenheit geratenen<br />
Feiertag greifen wir auf und<br />
laden ein zu einem spektakulären<br />
Blues-Gottesdienst am<br />
Blues- und Bettag in St. Bernward.“<br />
Gifhorns Kreismusikschulleiter<br />
Peter Bönisch und<br />
Freunde sorgen für Musik.<br />
Zwischen dem 4. Advent und<br />
Heiligabend lädt das Forum zu<br />
„Weihnachtlichen Stationen<br />
durch die Gifhorner Heide“<br />
mit Schäfer Carlo Laser ein.<br />
So soll die Perspektive auf den<br />
Heiligen Abend an einem Ort<br />
gelenkt werden, der dem Feld<br />
und dem Stall von Bethlehem<br />
nicht so fern ist.<br />
Erstmals soll es im nächsten<br />
Jahr einen kirchenpolitischen<br />
Aschermittwoch geben: „Ökumene<br />
im Wandel – Herausforderungen<br />
und Chancen“<br />
am 22. Februar sowie am 6.<br />
Mai eine ökumenische Segensfeier<br />
für Paare jeder Art<br />
und jeden Alters. Und in der<br />
Karwoche 2023 könnte es eine<br />
interreligiöse Begegnung zum<br />
gegenseitigen Kennen- und<br />
Verstehenlernen von Beerdigungsriten<br />
geben.<br />
50 Jahre St. Altfrid –<br />
Ökumenischer Gottesdienst<br />
zum Reformationsfest:<br />
Montag, 31. <strong>Okt</strong>ober<br />
19 Uhr, St. Altfrid-Kirche<br />
Pommernring 2, Gifhorn<br />
Taizé-Andacht:<br />
Montag, 14. <strong>Nov</strong>ember<br />
18.15 bis 18.45 Uhr, Schlosshof<br />
Schlossplatz 1, Gifhorn<br />
Blues- und Bettag –<br />
Ökumenischer Gottesdienst:<br />
Mittwoch, 16. <strong>Nov</strong>ember<br />
18 Uhr, St. Bernward-Kirche<br />
Kirchweg 7, Gifhorn<br />
38<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong>39
Sport<br />
Sport<br />
Stars von morgen sorgen<br />
für glänzende Kinderaugen<br />
Fußball-Gifhorn findet das U19-Länderspiel im GWG-Stadion einfach cool<br />
Zehn lange Jahre haben sie auf diesen Moment warten müssen.<br />
Zehn Jahre, bis endlich wieder einmal die deutsche Nationalhymne<br />
bei einem Fußballspiel in Gifhorn erklingt. Zu einem Länderspiel,<br />
das es in dieser Form hier noch nie gegeben hat. Denn erstmals<br />
überhaupt war das GWG-Stadion Austragungsstätte eines Pflichtspiels<br />
einer deutschen Nationalmannschaft. Die U19-Auswahl<br />
des DFB legte im Sportpark Flutmulde an der Winkeler Straße den<br />
Grundstein zum Weiterkommen in der EM-Qualifikationsrunde.<br />
Von Jens Neumann<br />
Keine Frage, der 5:0-Sieg gegen<br />
Armenien war ein echtes<br />
Highlight für Fußball-Gifhorn<br />
– und sorgte für viele, viele<br />
glänzende Kinderaugen. Gerade<br />
der Nachwuchs hatte sich<br />
die Gunst der Stunde nicht entgehen<br />
lassen und die Stars von<br />
morgen aus der Nähe angeschaut.<br />
Das Publikum – rund<br />
800 Zuschauer waren offiziell<br />
dabei – war jung und kam zu<br />
größten Teilen eben aus dem<br />
Stadt- und Kreisgebiet.<br />
Wenn es einen Wermutstropfen<br />
gab, dann den, dass<br />
sich kein U19-Talent aus der<br />
näheren Umgebung im Aufgebot<br />
der deutschen Nationalmannschaft<br />
wiederfand.<br />
Anders noch als 2012, als der<br />
damalige Wolfsburger Razak<br />
Iddrisu, der inzwischen für<br />
den Fußball-Oberligisten MTV<br />
Gifhorn spielt, seinen Einsatz<br />
für die deutsche U16 im GWG-<br />
Stadion an der Flutmulde<br />
hatte. Diesmal dominierte<br />
eindeutig der Süden mit Talenten<br />
von der TSG Hoffenheim<br />
oder Bayern München im Kader<br />
von DFB-Coach Guido<br />
Streichsbier.<br />
Der gebürtige Karlsruher,<br />
der von 1997 bis 2002 zu Oberliga-<br />
und Regionalliga-Zeiten<br />
selbst das Trikot der TSG Hoffenheim<br />
trug und seit 2014<br />
Zehn Jahre jünger, aber derselbe Dress: Insgesamt 25 Nachwuchsfußballer des MTV Gifhorn durften mit den<br />
U19-Nationalmannschaften auflaufen. Vielleicht ist unter ihnen ein deutsche Fußball-Star in spe. Fotos: Sebastian Priebe<br />
bereits Trainer beim DFB ist,<br />
fühlte sich im Norden dennoch<br />
pudelwohl. „Mir hat’s hier super<br />
gefallen. Das war genau die<br />
richtige Stadiongröße“, betonte<br />
der Coach und gab zu: „Der<br />
Platz war super, die Menschen<br />
hier waren sehr freundlich. Wir<br />
hätten gerne auch unser drittes<br />
Spiel hier in Gifhorn gemacht.“<br />
Allerdings musste sein Team<br />
die beiden weiteren Spiele in<br />
Braunschweig bestreiten.<br />
Doch zurück nach Gifhorn,<br />
wo der MTV und die Stadtverwaltung<br />
im Vorfeld einen großen<br />
Aufwand betrieben hatten,<br />
damit sich Platz und Stadion<br />
eben in einem Top-Zustand<br />
präsentierten. Der Katalog an<br />
Maßnahmen, die zu erfüllen<br />
waren, war alles andere als<br />
klein. Ein besonderes Schmankerl<br />
dabei waren die 200 Kilogramm<br />
Eis, die Olaf Heuer am<br />
Spieltag ins Stadion geschleppt<br />
hatte. „Für die Eistonnen der<br />
Mannschaften. Das war so vorgeschrieben“,<br />
erklärte der Geschäftsführer<br />
der MTV-Marketing<br />
GmbH, der das Eis extra<br />
frühzeitig bei einer Tankstelle<br />
bestellt hatte. Olaf Heuer hatte<br />
also 100 Eissäcke à 2 Kilogramm<br />
zu schultern, damit die<br />
Auswahlkicker nach der Partie<br />
regenerieren konnten.<br />
Was bei einem Länderspiel<br />
so alles zu beachten ist, »<br />
„Blumen von der Tanke wären ok,<br />
habe ich gedacht... sie sah es anders!”<br />
Blumen? Meyer´s!<br />
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<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong>41
Sport<br />
Sport<br />
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» das bekam auch Stadionsprecher<br />
Tobias Büchmann<br />
zu spüren. Der U19-Torwart<br />
der Braunschweiger<br />
Eintracht, der<br />
aus Gifhorn stammt<br />
und früher den Kasten<br />
der schwarzgelben<br />
Nachwuchskicker<br />
gehütet hatte,<br />
fungierte wie bei<br />
den Oberliga-Spielen<br />
des MTV auch als Stadionsprecher.<br />
„Ich habe<br />
vom DFB ein Fünf-Seiten-<br />
Dokument erhalten, was ich<br />
wann sagen darf“, berichtete<br />
der 17-Jährige, der „ein bisschen<br />
aufgeregt“ gewesen sei.<br />
Noch bevor der Schüler des<br />
Humboldt-Gymnasiums von<br />
einem Offiziellen der armenischen<br />
Nationalelf einen kurzen<br />
Exkurs in Sachen richtige<br />
Aussprache bekommen hatte.<br />
Khachatryan, Hovhannisyan,<br />
Mkrtychian – es waren Namen,<br />
die eben nicht so leicht<br />
über die Lippen gehen.<br />
Kurzum: Es waren viele<br />
Rädchen, die beim Länderspiel<br />
in Gifhorn ineinander greifen<br />
mussten – und das auch taten.<br />
„Wir haben rund 80 Helfer im<br />
Einsatz gehabt – ihnen gilt ein<br />
großer Dank“, betonte Fußball-Abteilungsleiter<br />
Serkan<br />
Güngör. Helfer, die ihren Job<br />
im Hintergrund erledigten.<br />
Aber eben auch junge Helfer,<br />
für die dieses Spiel ein ganz<br />
besonderes war. Mit strahlenden<br />
Augen und einem breiten<br />
Grinsen im Gesicht kamen beispielsweise<br />
die 25 MTV-Kicker<br />
des Jahrgangs 2014 ihrem<br />
„Job“ als Einlaufkinder nach<br />
und genossen den Moment<br />
sichtlich. Und auch für die<br />
17 Balljungen, die allesamt aus<br />
dem Nachwuchsbereich der<br />
Schwarz-Gelben kamen, war<br />
es ein außergewöhnliches Erlebnis.<br />
Gifhorn statt Liverpool! Melkamu<br />
Frauendorf (links) steht beim<br />
Club von Jürgen Klopp unter<br />
Vertrag.<br />
„Gerade den jungen<br />
Leuten hat das Spiel<br />
hier viel bedeutet –<br />
sie fanden es cool“,<br />
stellte Bürgermeister<br />
Matthias Nerlich fest,<br />
der von einer „klasse<br />
Veranstaltung“ sprach.<br />
Da pflichtete ihm Turnierdirektor<br />
Valentin Rudolph<br />
nur bei: „Wir fühlen uns<br />
sehr wohl hier, die Bedingungen<br />
sind top. Ein großes Lob<br />
an den Verein und alle Beteiligten.<br />
Man merkt, mit wie viel<br />
Engagement und Leidenschaft<br />
alle bei der Sache waren.“<br />
Und so war bei allen Beteiligten<br />
nach Abpfiff der Partie<br />
nicht nur die Erleichterung,<br />
dass alles reibungslos funktioniert<br />
hatte, riesengroß, sondern<br />
auch die Sehnsucht. Die<br />
Sehnsucht nach dem nächsten<br />
internationalen Fußball-<br />
Spiel in Gifhorn – und zwar<br />
möglichst bald und nicht erst<br />
wieder in zehn langen Jahren.<br />
Spiele, bei denen die Nationalhymne<br />
erklingt, sind eben ganz<br />
besondere.<br />
In den kalten Monaten sollten wir mehr tanzen<br />
Der TSC Gifhorn lädt Mitglieder kostenfrei zum Samstagabend-Tanzfieber ein<br />
Ein lockerer Schwof, ein kleiner<br />
Plausch und die Hoffnung,<br />
den einen oder anderen für einen<br />
neuen Tanz begeistern zu<br />
können: So wünscht sich der<br />
Tanz-Sport-Club Gifhorn seine<br />
Veranstaltungsreihe Tanzfieber.<br />
Immer samstags, aber in<br />
loser Folge lädt er seine Mitglieder<br />
kostenfrei in den Tanzsaal<br />
an der Adam-Riese-Straße<br />
ein, auch befreundete Paare<br />
dürfen zum ersten Kennenlernen<br />
mitgebracht werden.<br />
„Die Intention war folgende:<br />
Wir haben viel für unsere Turnierpaare<br />
getan, doch für die<br />
Hobbypaare war das Angebot<br />
eher dürftig. Wir wollten ihnen<br />
mehr bieten“, erklärt Siegfried<br />
Uhde, Sportwart des TSC, den<br />
Hintergedanken zum Tanzfieber.<br />
Er selbst kannte diese Art<br />
von Abend noch von früher<br />
und wollte „unverbindlich und<br />
niedrigschwellig“ eine ähnliche<br />
Serie beim TSC etablieren.<br />
Und bisher lief das ganz gut!<br />
Ungefähr 30 Personen fanden<br />
sich je Termin ein. Der Ablauf<br />
sieht wie folgt aus: Im Fokus<br />
des Abends steht immer ein<br />
bestimmter Tanz, etwa Salsa,<br />
Discofox oder Charleston,<br />
ausgebildete Trainerinnen und<br />
Trainer – wie unter anderem<br />
Unverbindlich und niedrigschwellig: Die Aktion Tanzfieber beim TSC Gifhorn<br />
ist für Mitglieder und befreundete Paare kostenfrei. Foto: Michael Uhmeyer<br />
die Vizeweltmeister im Showdance<br />
Patricija und Alexandru<br />
Ionel – zeigen dann, wie die<br />
Grundschritte funktionieren.<br />
„Es geht darum, Tänze kennenzulernen,<br />
die man sonst vor<br />
allem in speziellen Vereinen<br />
vorfindet“, erklärt Siegfried<br />
Uhde. Später wird das Parkett<br />
dann zum freien Tanzen geöffnet.<br />
Und wer eine kleine Pause<br />
benötigt, darf sich die selbstverständlich<br />
bei einem kalten<br />
Getränk und ein paar Knabbereien<br />
genehmigen.<br />
„Die kalten Monate sind<br />
auch immer die Monate des<br />
Tanzens gewesen“, weiß der<br />
Sportwart. Sollte es also in den<br />
nächsten Wochen frostkalt<br />
stürmen, kann man sich beim<br />
TSC ein paar warme Stunden<br />
ertanzen. „Schließlich geht‘s<br />
uns auch um den Sport“, so<br />
Siegfried Uhde.<br />
Aktuelle Termine zu<br />
den Samstagabend-Tanzfieber-Aktionen<br />
finden sich auf<br />
der Website und auf den Social-Media-Kanälen<br />
des TSC.<br />
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<strong>KURT</strong>43
Essen & Trinken<br />
Essen & Trinken<br />
Beim Schalke-LKW wird<br />
das Schnitzel serviert<br />
Seit mehr als 40 Jahren kriegt man in Gifhorns Grill-Kate deftige Imbisskost<br />
Was mögen wir eigentlich so an Lokalen und Kneipen? Wohl, dass<br />
sie uns um den Finger wickeln. Angesprochen möchte man werden<br />
von etwas Eigentümlichen. Die Grill-Kate – vom Calberlaher Damm<br />
aus zu sehen, postalisch aber in der Pyritzer Straße verortet – hat<br />
das drauf. Kaum eine Gastronomie steht für Gifhorn so sehr wie das<br />
von Roman Steinkamp geführte Imbiss-Häuschen mit den dicken<br />
Glasbausteinen. <strong>KURT</strong>s Gastro-Tester Malte Schönfeld schnappte<br />
sich seine Begleitungen und bestellte, was bestellt gehört: Bohnensuppe<br />
und Burger. Das hat hier was mit Benehmen zu tun.<br />
Bohnensuppe, Schnitzel und das<br />
fast sagenumwobene Salat-Dressing:<br />
In der Grill-Kate bleibt vieles<br />
beim Alten. Die treue Kundschaft<br />
dankt es dem Gifhorner Imbiss.<br />
Von Malte Schönfeld<br />
Mit leerem Magen und<br />
zu früh aufgezogenen<br />
Winterreifen kurven wir<br />
so auf den Parkplatz der<br />
Grill-Kate, dass sich das<br />
Heck leicht zur Seite<br />
bewegt. Schon wieder<br />
hier. Denn bereits einen<br />
Monat zuvor hatten meine<br />
Begleitung und ich die Idee,<br />
die Grill-Kate aufzusuchen,<br />
scheiterten aber am Mittwoch.<br />
Passiert.<br />
Diesmal läuft alles besser,<br />
wir sind sogar zu dritt und<br />
treten ein. Tür auf. Wie ein<br />
Faustschlag knallt einem der<br />
Imbiss direkt einen vor den<br />
Latz, Dunstabzugshaube hin<br />
oder her. Ja, es riecht nach Imbiss,<br />
aber nicht im negativen<br />
Sinne. Man hört es zischen.<br />
Wir nehmen Platz. In der<br />
Karte findet sich Essen, wie<br />
man es erwartet. Schnelle Küche,<br />
deftige Küche, vom Schnitzel<br />
bis zum halben Hähnchen.<br />
Zu regionaler Berühmtheit<br />
brachte es die Grill-Kate vor<br />
allem wegen der Currywurst,<br />
auch aber wegen ihrer generationsübergreifenden<br />
Präsenz.<br />
Wie ein Weltkulturerbe steht<br />
sie da, ein bisschen aus der Zeit<br />
gefallen. Kanzler-Bungalow,<br />
Palais Schaumburg, Karstadt,<br />
sonntags zur Kirche im Anzug<br />
und montags zur Schicht,<br />
in der Tageszeitung wird von<br />
Banküberfällen berichtet und<br />
Rio Reiser hat noch gelebt – in<br />
diese Gedankenkette reiht sich<br />
für mich die Grill-Kate ein.<br />
Wir ordern. Tomatensuppe,<br />
Hühnersuppe, serbische Bohnensuppe,<br />
Schnitzel, Salat,<br />
Bratkartoffeln und – Hosianna!<br />
– Veggie-Burger. So viel<br />
Menükarten-Evolution dann<br />
doch. Zügig steht alles vor uns.<br />
Ich amüsiere mich zunächst<br />
mit der Suppe, schöner Brummer,<br />
dunkel und kräftig, ordentliche<br />
Würze. Super Kombi<br />
natürlich mit dem Tunke-Brot.<br />
Empfehlenswert: dazu ein<br />
Malzbier. Macht man eh viel zu<br />
selten, ist aber vielleicht gerade<br />
deswegen so super.<br />
Während ich so schlürfe, blicke<br />
ich nach links. Dort stehen<br />
in der unverwüstlichen Vit-<br />
Ein Imbiss wie ein Weltkulturerbe: In der Gifhorner Grill-Kate lässt es sich<br />
Test-Esser Malte Schönfeld bei Burger und Bratkartoffeln gutgehen.<br />
rine sorgfältig aufgereiht die<br />
bekannten LKW in Fußball-<br />
Verein-Optik. BVB, S04 und<br />
so weiter – man könnte daraus<br />
eine Truck-Tabelle bauen,<br />
nach Sieg oder Niederlage wöchentlich<br />
Positionen tauschen<br />
und die Gäste sportlich auf<br />
Höhe halten. Davor ein Mann<br />
im Norweger-Pulli und mit<br />
Bild-Zeitung. Was Deutschland<br />
auf Seite 3 interessiert:<br />
Corona-Alarm in der Nationalmannschaft<br />
sowie die Brüste<br />
von Erotikmodel und DJ Micaela<br />
Schäfer. Na ja.<br />
Weiter im Programm geht‘s<br />
mit dem Burger, dessen Patty<br />
– und jetzt wird‘s hip – ein<br />
Kartoffelpuffer ist. Irre clever,<br />
geht geschmacklich auch voll<br />
auf. Bekanntermaßen setzen<br />
Gaststätten eher auf Gemüsebratlinge<br />
oder eine Fleisch-<br />
Attrappe, da ist die Grill-Kate-<br />
Variante eine willkommene<br />
Abwechslung. Meine Idee wäre<br />
noch ein zweiter Puffer, in der<br />
Höhe geht beim Burger nämlich<br />
noch was. Demgegenüber<br />
ist meine Begleitung mit ihrem<br />
Schnitzel beschäftigt, dem<br />
eine Zitrone beigelegt ist. Doch<br />
nicht nur das Schnitzel hinterlässt<br />
einen guten Eindruck, es<br />
ist vor allem das Salat-Dressing,<br />
dieses auf ewig gute Dressing,<br />
das restlos begeistert.<br />
Wir zahlen. Inzwischen –<br />
es ist früher Abend – hat sich<br />
das Lokal gefüllt. Personen,<br />
die ihren Schal an die Garderobe<br />
hängen. Draußen warten<br />
welche auf ihre Abholung. Alles<br />
wie immer, seit mehr als<br />
40 Jahren, aber: Irgendwann<br />
wird alles vergehen und vorbei<br />
sein, das Palais Schaumburg<br />
und auch die Grill-Kate.<br />
Es wird ein trauriger Tag sein.<br />
In der Zwischenzeit hänge ich<br />
meinen Pullover zum Lüften in<br />
den Wind.<br />
Grill-Kate<br />
Pyritzer Straße 2, Gifhorn<br />
Mo. - Di., Do. - Fr. 11 bis 22 Uhr<br />
Sa. - So. 11 bis 17 Uhr<br />
Tel. 05371-52616<br />
44<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong>45
Essen & Trinken<br />
Essen & Trinken<br />
Das probieren wir mal aus!<br />
Essen und Trinken in Gifhorn und um Gifhorn herum<br />
International<br />
Mr. Barman‘s<br />
Bier- und Weinkeller<br />
Localino –<br />
Eiscafé, Restaurant<br />
Hauptstr. 30a, Meinersen<br />
Tel 05372 974474<br />
Mo - So: 10:30 - 22:00<br />
Deutsche<br />
Küche<br />
Birdie<br />
Golfclub Gifhorn<br />
Wilscher Weg 69, Gifhorn<br />
Tel 05371 6878596<br />
Di - Fr: 09:00 - 18:00<br />
Sa - So: 08:00 - 18:00<br />
Deutsches Haus<br />
Torstr. 11, Gifhorn<br />
Tel 05371 8180<br />
Mo: 17:30 - 21:00<br />
Di - Sa: 11:30 - 14:00<br />
und 17:30 - 21:00<br />
Flutmulde<br />
Winkeler Str. 2<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 9373835<br />
Mo, Di, Do - Sa:<br />
11:00 - 14:00<br />
und 17:00 - 22:00<br />
So: 11:00 - 21:00<br />
IM<br />
FEIERWERK<br />
11.11.–17.12.<br />
FR. & SA.<br />
Gasthaus Schaper<br />
Hamburger Str. 29<br />
Gamsen<br />
Tel 05371 97670<br />
Mo, Di, Do - Sa: ab 17:30<br />
So: ab 12:00<br />
Gasthof Neuhaus<br />
Neuhaus 1, Sassenburg<br />
Mo - Mi, Fr: 11:30 - 14:30<br />
und ab 17:30<br />
Sa: ab 18:00<br />
So: 11:30 - 14:30<br />
Gaststätte Evers<br />
Schulstr. 1, Isenbüttel<br />
Tel 05374 1252<br />
Mo, Mi - Sa: 17:30 - 22:00<br />
So: 12:00 - 14:00<br />
und 18:00 - 21:00<br />
Geschmacksmanufaktur<br />
Bahnhofstr. 16<br />
Calberlah<br />
Tel 05374 6022023<br />
Di - So: 17:00 - 23:00<br />
Hofbräu-Eck<br />
Hauptstr. 28, Meinersen<br />
Tel 05372 5069<br />
Mi - So: 10:30 - 14:00<br />
und 17:00 - 22:00<br />
Jetzt reservieren:<br />
www.roth-catering.de<br />
Isenbütteler Hof<br />
Hauptstr. 3, Isenbüttel<br />
Tel 05374 671220<br />
Mo - Mi, Fr, Sa:<br />
17:30 - 22:00<br />
Landgasthaus Zum Pilz<br />
Lüneburger Str. 9<br />
direkt an der B4, Wesendorf<br />
Tel 05376 8908710<br />
Mo - So: 09:00 - 20:00<br />
Mehrgenerationenhaus<br />
im Georgshof<br />
Steinweg 20, Gifhorn<br />
Mo - Fr: 12:00 - 14:00<br />
my Bernsteinsee<br />
Bernsteinallee 5, Stüde<br />
Mo, Fr - So: 12:00 - 20:00<br />
Restaurant Jägerhof<br />
Bromer Straße 4, Gifhorn<br />
Tel 05371 98930<br />
Mo - So: 10:00 - 20:00<br />
Schützenheim<br />
Dannenbüttel<br />
Am Schützenheim 1<br />
Dannenbüttel<br />
Tel 05371 9351903<br />
Mo: ab 18:00<br />
Di, Do, Fr: ab 17:00<br />
So: 10:30 - 21:00<br />
Svens Schützen-Wiese<br />
Celler Str. 30, Gifhorn<br />
Tel 05371 7247900<br />
Mo - Fr: 09:00 - 14:00<br />
und 16:30 - Ende<br />
Sa, So: 09:00 - Ende<br />
SV Gaststätte<br />
Leiferde<br />
Gilder Weg 64, Leiferde<br />
Mi - Fr: 17:00 - 23:00<br />
Sa: 16:00 - 23:00<br />
So: 12:00 - 21:00<br />
Zum Deutschen<br />
Heinrich<br />
Im Achtertor 2, Wilsche<br />
Tel 05371 7775<br />
Mi, Do: 16:00 - 22:00<br />
Fr, Sa: 10:00 - 23:00<br />
So. 10:00 - 22:00<br />
Zum Isetal<br />
Im Winkel 4, Kästorf<br />
Täglich nach Vereinbarung<br />
Zum Landhaus<br />
Allerstr. 4, Dannenbüttel<br />
Tel 05371 5895539<br />
Mo - Fr: 17:00 - 21:00<br />
Sa: 11:00 - 14:00<br />
und 17:00 - 21:0<br />
So: 11:00 - 14:00<br />
WEIHNACHTSFEIER IM<br />
FEIERWERK VON ROTH<br />
▹ für Gruppen ab 4 Personen<br />
▹ 11.11.–17.12.<strong>2022</strong> (je Fr. & Sa.)<br />
▹ ab 18.00 Uhr<br />
▹ verschiedene Stände für<br />
Speisen und Getränke<br />
▹ 5 Stunden alles inklusive<br />
für 55,– € p.P.<br />
Braunschweiger Str. 15<br />
Gifhorn<br />
Mi - Sa: 18:00 - 22:00<br />
Route 4<br />
Gifhorner Str. 4, Ausbüttel<br />
Tel 05374 9850<br />
Di - Do: 16:30 - 22:00<br />
Fr - So: 10:00 - 22:00<br />
Schlossrestaurant<br />
Zentgraf<br />
Schlossplatz 1, Gifhorn<br />
Mi: 12:00 - 14:30<br />
und 18:00 - 23:00<br />
Do - So: 12:00 - 23:00<br />
Fisch<br />
Teichgut-Schänke<br />
Teichgut 1, Groß Oesingen<br />
Di - So: 11:30 - 14:00<br />
und 17:00 - 21:00<br />
Italienisch<br />
Da Pippo am Tankumsee-Campingplatz<br />
Dannenbütteler Weg 7<br />
Isenbüttel<br />
Tel 05374 9180391<br />
Di - Fr: 12:00 - 14:30<br />
und 17:00 - 22:00<br />
Sa, So: 12:00 - 22:00<br />
La Fontana<br />
Celler Str. 28, Gifhorn<br />
Tel 05371 9405270<br />
Mo - Mi, Fr - So:<br />
11:30 - 14:30<br />
und 17:30 - 22:30<br />
La Piazza<br />
Marktplatz 1, Gifhorn<br />
Tel 05371 8959770<br />
Mo, Mi bis Fr: 11:30 - 14:30<br />
und 17:30 - 22:30<br />
Sa - So: 11:30 - 22:30 Uhr<br />
L‘Osteria<br />
Steinweg 5, Gifhorn<br />
Tel 05371 9361657<br />
Mo - Fr: 16:30 - 22:00<br />
Sa, So: 11:00 - 22:00<br />
Mangia e Bevi<br />
Braunschweiger Str. 10<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 5898168<br />
Mo, Mi - Fr, So:<br />
11:30 - 14:30<br />
und 17:30 - 22:30<br />
Sa: 17:30 - 22:30<br />
Pizza Ponti<br />
Calberlaher Damm 14<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 150130<br />
Mo: 17:00 - 21:30<br />
Di - So: 11:30 - 21:30<br />
Pizzeria Piccola Italia<br />
Steinweg 64, Gifhorn<br />
Tel 05371 8959069<br />
Di - So: 11:30 - 21:00<br />
Villa <strong>Nov</strong>a<br />
Alter Postweg 2, Gifhorn<br />
Di - Sa: 11:30 - 15:00<br />
und 18:00 - 23:00<br />
So: 11:30 - 15:00<br />
und 17:30 - 23:00<br />
Griechisch<br />
Akropolis<br />
Limbergstr. 25a, Gifhorn<br />
Tel 05371 51511<br />
Di - So: 17:00 - 23:00<br />
Sa: 11:30 - 14:00<br />
und 17:00 - 23:00<br />
So: 11:30 - 14:00<br />
und 17:00 - 22:00<br />
Georgia‘s Taverne<br />
Am Sportplatz Eyßelheide 1<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 8397575<br />
Di - Sa: 08:30 - 12:00 und<br />
16:00 - 22:00<br />
So: 08:30 - 12:00 und<br />
13:00 - 21:00<br />
La Caféteria<br />
Braunschweiger Str. 32<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 15950<br />
Mo - So: 08:00 - 24:00<br />
Mykonos<br />
Braunschweiger Str. 109<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 7509393<br />
Mo - Sa: 10:00 - 24:00<br />
So: 10:00 - 22:00<br />
Platon<br />
Schubertstr. 32<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 3161<br />
Mo, Mi - So: 11:30 - 15:00<br />
und 17:30 - 22:30<br />
Rhodos<br />
Schulstr. 20, Isenbüttel<br />
Mo - Do: 17:30 - 23:30<br />
Fr - So: 11:30 - 14.30<br />
und 17:30 - 23:30<br />
Samos<br />
Molkereistr. 2, Ehra-Lessien<br />
Di - Fr: 12:00 - 14:30<br />
und 17:30 - 23:30<br />
So: 12:00 - 15:00<br />
und 17:30 - 22:30<br />
Syrtaki<br />
Alter Postweg 20, Gifhorn<br />
Mo, Mi - Sa:<br />
17:00 - 23:00<br />
So: 12:00 - 14:30<br />
und 17:00 - 23:00<br />
46 <strong>KURT</strong><br />
<strong>KURT</strong> 47
Essen & Trinken<br />
Essen & Trinken<br />
Türkisch<br />
Aras Restaurant<br />
Braunschweiger Str. 91<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 7406947<br />
Mo - So: 10:00 - 23:00<br />
M&G Gemüse<br />
Kebap<br />
Fuchsienweg 1<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 9383461<br />
Mo - Sa: 11:00 - 21:00<br />
So: 12:00 - 21:00<br />
Ocakbası<br />
Grillrestaurant<br />
Braunschweiger Str. 137e,<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 7506991<br />
Mo - So: 10:00 - 22:00<br />
Syrisch<br />
Al-Dar<br />
Braunschweiger Str. 117<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 589400<br />
Di - So: 12:00 - 14:30<br />
und 18:00 - 23:00<br />
Libanesisch<br />
Al Sesam<br />
Cardenap 2-4<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 6722092<br />
Di - Sa: 09:00 - 17:00<br />
Thailändisch<br />
Bun Thai<br />
Hindenburgstr. 1a<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 8956144<br />
Mo - Sa: 11:00 - 20:00<br />
So: 12:00 - 20:00<br />
Chinesisch<br />
Asia Haus China Perle<br />
Steinweg 12, Gifhorn<br />
Tel 05371 50166<br />
Mo - Sa: 09:30 - 18:00<br />
Mr. Lee<br />
Hamburger Str. 68, Gamsen<br />
Tel 05371 6180999<br />
Di - So: 11:30 - 15:00<br />
und 17:30 - 23:00<br />
Tang Dynasty<br />
Braunschweiger Str. 139b<br />
Gifhorn<br />
Mo, Mi - So: 11:30 - 14:30<br />
und 17:30 - 20:30<br />
Thang Long<br />
Limbergstr. 52, Gifhorn<br />
Tel 05371 866600<br />
Di - So: 11:30 - 15:00<br />
und 17:30 - 22:00<br />
Wokman<br />
Sonnenweg 20, Gifhorn<br />
Tel 05371 938057<br />
Di - So: 11:30 - 22:30<br />
Bistro, Imbiss<br />
& Brasserie<br />
Alte Ziege<br />
Braunschweiger Str. 1<br />
Gifhorn<br />
Do - Sa: ab 18:00<br />
Bistro in der Allerwelle<br />
Zur Allerwelle 1, Gifhorn<br />
Di - So: 09:30 - 18:00<br />
Brasserie Paula‘s<br />
Steinweg 21, Gifhorn<br />
Tel 05371 7591412<br />
Di - Sa: 11:30 - 22:00<br />
Cappu Bistro<br />
Freizeitzentrum<br />
Malibu<br />
Sonnenweg 4-6<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 990815<br />
Di - So: ab 17:00<br />
Grill-Kate<br />
Pyritzer Str. 2, Gifhorn<br />
Mo, Di, Do - Sa:<br />
11:00 - 23:00<br />
So: 11:00 - 22:00<br />
La Cantina<br />
Steinweg 61, Gifhorn<br />
Tel 0179 4577123<br />
Mo - Fr: 11:00 - 18:00<br />
Sa: 10:00 - 14:30<br />
Fast Food<br />
Burger & Fries Atelier<br />
Steinweg 36, Gifhorn<br />
Tel 05371 9371077<br />
Di - So: 11:30 - 22:00<br />
Burger King<br />
Eyßelheideweg 1<br />
Gifhorn<br />
Mo - Do: 09:00 - 01:00<br />
Fr, Sa: 09:00 - 02:00<br />
So: 10:00 - 01:00<br />
Happy Chicken<br />
Braunschweiger Str. 134<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 932996<br />
Mo - So: 12:00 - 23:00<br />
McDonald‘s<br />
Braunschweiger Str. 103<br />
Gifhorn<br />
Mo - Do: 07:00 - 01:00<br />
Fr, Sa: 07:00 - 04:00<br />
So: 09:00 - 01:00<br />
Schütte-Burger<br />
Steinweg 29, Gifhorn<br />
Di - Sa: 11:30 - 18:00<br />
Subway<br />
Braunschweiger Str. 46a<br />
Gifhorn<br />
Mo - Do: 08:00 - 22:00<br />
Fr, Sa: 08:00 - 23:00<br />
So: 09:00 - 22:00<br />
Döner<br />
Calberlaher<br />
Kebab Haus<br />
Hauptstr. 34, Calberlah<br />
Mo - So: 10:30 - 21:00<br />
Ceylan Imbiss<br />
Hamburger Str. 24<br />
Gamsen<br />
Mo - So: 10:00 - 22:00<br />
Chilli Imbiss<br />
Braunschweiger Str. 5<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 6190404<br />
Mo - So: 11:00 - 23:00<br />
Döner 63<br />
Am Wendehof 3<br />
Isenbüttel<br />
Mo - Sa: 11:00 - 20:00<br />
So: 12:00 - 20:00<br />
Imbiss Ali Baba<br />
Dorfstr. 17, Leiferde<br />
Tel 05373 930919<br />
Mo - So: 11:00 - 22:00<br />
Pasha Grillhaus<br />
Zum Holzplatz 2<br />
Triangel<br />
Tel 0170 5023216<br />
Mo - Sa: 10:30 - 21:00<br />
So: 12:00 - 21:00<br />
Side Döner<br />
Calberlaher Damm 21<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 813683<br />
Mo - So: 10:30 - 22:00<br />
Tatses Imbiss<br />
Braunschweiger Str. 112a<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 813727<br />
Mo - Sa: 10:00 - 22:00<br />
Tatses Imbiss II<br />
Gifhorner Str. 2, Wesendorf<br />
Tel 05376 890644<br />
Mo - Sa: 10:00 - 21:30<br />
So: 12:00 - 21:30<br />
Café<br />
Bio-Hofcafé Der Hof<br />
Zum Hof 1, Isenbüttel<br />
Tel 05374 95570<br />
So: 14:30 - 17:00<br />
Café Elsbeth<br />
Hauptstr. 2, Hillerse<br />
Fr: 14:00 - 17:00<br />
Sa, So: 08:00 - 11:30<br />
und 14:00 - 17:00<br />
Café Hüüs Hoff<br />
Försterweg 6, Wahrenholz<br />
Mo - Fr: 05:30 - 18:30<br />
Sa: 05:30 - 18:00<br />
So: 07:00 - 10:00<br />
und 13:30 - 17:00<br />
Café Lüdde<br />
Hauptstr. 10, Kästorf<br />
Di - Fr: 06:00 - 18:00<br />
Sa: 06:00 - 12:00<br />
So: 08:00 - 11:00<br />
Café Magie<br />
Steinweg 32, Gifhorn<br />
Mo - Fr: 06:00 - 18:00<br />
Sa: 06:00 - 15:00<br />
So: 07:30 - 12:00<br />
und 13:30 - 17:00<br />
Culinari<br />
Steinweg 60, Gifhorn<br />
Tel 05371 6199286<br />
Mo - Fr: 10:00 - 18:00<br />
Sa: 10:00 - 14:00<br />
Fritzcafé<br />
Hillerser Str. 1, Dalldorf<br />
Do - Sa: 14:00 - 20:00<br />
So: 10:00 - 20:00<br />
Hofcafé Betzhorn<br />
Bauerneck 10, Betzhorn<br />
Tel 05835 467<br />
Mo, Mi - So: ab 14:00<br />
Im Leifert‘s<br />
Steinweg 64<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 56873<br />
Mo - Fr: 07:30 - 18:30<br />
Sa: 07:30 - 18:00<br />
So: 08:00 - 17:00<br />
Landcafé Neubokel<br />
Alter Kirchweg 2a<br />
Neubokel<br />
Tel 05371 13533<br />
Mi - So: 14:00 - 18:00<br />
Modes Heide-Café<br />
Mühlenriedeweg 20<br />
Winkel<br />
Tel 05371 4977<br />
Mi - Sa: 12:00 - 18:00<br />
So: 10:00 - 18:00<br />
Meyers Hofcafé<br />
Ringstr. 3, Isenbüttel<br />
Tel 05374 918891<br />
Mo - Do: 08:30 - 13:00<br />
Fr - So: 08:30 - 13:00<br />
und 14:30 - 18:00<br />
Panorama Café<br />
im Wasserturm<br />
Braunschweiger Str. 37a<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 936033<br />
Mi - So: 09:00 - 11:30<br />
und 14:30 - 17:30<br />
Schokolatte<br />
Braunschweiger Straße 20<br />
Gifhorn<br />
Mo - Sa: 09:00 - 01:00<br />
So: 09:00 - 24:00<br />
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Steinweg 12, Gifhorn<br />
Tel 05371 6369331<br />
Mo - Fr: 10:00 - 18:30<br />
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Schillerplatz 1<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 52319<br />
Mo - Sa: 09:30 - 22:00<br />
So: 10:00 - 22:00<br />
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Tel 05371 5888888<br />
Di - Fr: 17:00 - 23:00<br />
Bei Micha<br />
Sonnenweg 30, Gifhorn<br />
Tel 05371 3987<br />
Di - So: ab 17:00<br />
Astra Stuben<br />
Braunschweiger Str. 85<br />
Gifhorn<br />
Mo - So: 14:00 - 24:00<br />
Flax<br />
Braunschweiger Str. 3a<br />
Gifhorn<br />
Di - So: ab 19 Uhr<br />
H1 Bier- & Rock-Bar<br />
Steinweg 26<br />
Gifhorn<br />
Tel 05371 52348<br />
Mo, Di, Do: 11:00 - 24:00<br />
Mi: 10:00 - 24:00<br />
Fr: 11:00 - 02:00<br />
Sa: 10:00 - 02:00<br />
So: 11:00 - 23:00<br />
Latino Bar<br />
Lehmweg 2<br />
Gifhorn<br />
Di - Fr: ab 17 Uhr<br />
Sa, So: ab 13:00<br />
Mio – Cocktail,<br />
Bar & Club<br />
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Gifhorn<br />
Fr, Sa: 20:00 - 05:00<br />
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Mo - So: 11:00 - 22:30<br />
Steinweg 4, Gifhorn<br />
Tel 05371 935256<br />
Mo - Do: 09:00 - 21:30<br />
Fr, Sa: 09:00 - 24:00<br />
So: 13:00 - 21:00<br />
Anderson Lopes<br />
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MI | DO | FR | SA ab 18 Uhr<br />
Küche bis 22 Uhr<br />
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Tel. 05371 – 5 23 19<br />
48 <strong>KURT</strong><br />
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<strong>KURT</strong>49
Musik<br />
Musik<br />
Zeilen für Freundschaft<br />
und gegen Polizeigewalt<br />
Hagen02 aus dem Gifhorner Nordkreis kommen mit echtem Dorfjugend-Sound<br />
Eine Punkband mit Trompete ist schon ungewöhnlich genug, aber<br />
eine, die erst vollständig ist, sobald ein Rapper dazukommt? Das<br />
ist Hagen02, ein junges Quintett aus Hagen-Mahnburg. Die Band<br />
brachte jüngst ihr erstes Album „Liebe und Krawall“ heraus, mit<br />
Songs über Feiern und Freundschaft, in denen sich auch deutliche<br />
Worte gegen Rechts und andere gravierende Missstände finden lassen.<br />
Gitarrist Jona Hallmann erläutert <strong>KURT</strong>, was es mit dem Bandnamen<br />
auf sich hat, berichtet von Live-Aktionen zwischen „Straff im<br />
Kaff“, „Liebe statt Kriege“ und Gigs in Mecklenburg-Vorpommern<br />
und gibt Hintergründe zum Schlachtruf „Dawai! Dawai! Hagen02!“<br />
Von Matthias Bosenick<br />
Um zu verstehen, was es mit<br />
dem Namen „Hagen02“ auf<br />
sich hat, muss man die ganze<br />
Geschichte der Band kennen.<br />
Die beginnt 2017. Da finden<br />
sich Gitarrist Jona, Bassist und<br />
Sänger Paulus Kasprzyck sowie<br />
die Brüder Felix und Lukas<br />
Schacke als Coverband zusammen;<br />
Felix an Bass, Trompete<br />
und Gesang, Lukas am Schlagzeug.<br />
Busted Birds nannte sich<br />
das Quartett und spielte vornehmlich<br />
auf Geburtstagen.<br />
Die Sache mit der Trompete<br />
guckte sich das Quartett bei<br />
Feine Sahne Fischfilet ab, verrät<br />
Jona: „Die hören wir seit<br />
<br />
<br />
unserer Kindheit, wir sind damit<br />
aufgewachsen.“<br />
Zwei Jahre später traf Jonas<br />
Karstens, heute 31 und damals<br />
schon ein Freund von Felix, auf<br />
die Gruppe. „Die beiden kannten<br />
sich vom Fußball“, erzählt<br />
Jona. In Wolfsburg betreibt<br />
Jonas nämlich das VfL-Rap-<br />
Projekt Riot45. Deren Stück<br />
„Liebeslied“ lief dort sogar<br />
schon im Stadion, so Jona.<br />
Eine umwälzende Ergänzung<br />
für die junge Band aus Gifhorns<br />
Nordkreis, wie Jona erzählt:<br />
„Er kann gute Texte schreiben<br />
und ergänzt uns dabei optimal.<br />
Jonas ist bei uns aufgeblüht<br />
und hat wie die Faust<br />
aufs Auge gepasst – er hat die<br />
Band komplett gemacht.“ Das<br />
übrigens nicht allein mit Rap:<br />
Er steuert maßgeblich seinen<br />
Punkgesang zu den Songs bei.<br />
Nun, da die Band zu fünft<br />
war, sollte auch ein neuer<br />
Name her. Doch damit tat sich<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Kritik am sogenannten Freund und Helfer: Im Musikvideo zu „Jäger mit Tollwut“, das vor gut einem Jahr herauskam,<br />
gehen Hagen02 mit der Polizei und manch gewalttätigem Ausbruch hart ins Gericht.<br />
das Quintett etwas schwer,<br />
wälzte Ideen – und kam auf<br />
den naheliegenden Gedanken:<br />
Hagen02. Jona lacht: „Das ist<br />
die Adresse vom Bandraum.“<br />
Denn: „Hagen ist so klein, da<br />
gibt‘s keine Straßennamen.“<br />
Wichtig ist dabei, dass Buchstaben<br />
und Zahlen ohne Leerzeichen<br />
dazwischen geschrieben<br />
werden.<br />
Zu dieser Zeit richtete die<br />
Band ihr erstes eigenes Festival<br />
aus: „Straff im Kaff“, 2019<br />
noch privat. „Da spielten wir<br />
unser erstes eigenes Lied, Medaille“,<br />
erzählt Jona. Da kam<br />
auch schon die Trompete zum<br />
Einsatz; der Rest des Programms<br />
bestand wieder aus<br />
Coversongs. In den Folgejahren<br />
bremste Corona die Pläne<br />
für eine Fortsetzung aus, dieses<br />
Jahr hatten viele Bands keine<br />
Zeit, also setzen Hagen02 für<br />
2023 eine Wiederaufnahme<br />
des Festivals an, „dieses Mal<br />
öffentlich“.<br />
Nun brach also Corona herein,<br />
und die bühnenlose Zeit<br />
widmeten die Musiker ihrem<br />
Album. Das nahmen sie bei<br />
Darius Pesel auf, der bei sich<br />
zu Hause ein eigenes Studio<br />
hat, in dem er auch seine Band<br />
Damage Report aufnahm. „Wir<br />
hatten ein Riesenglück mit<br />
Darius“, freut sich Jona. Denn<br />
dessen Studio ist ebenfalls in<br />
Hagen gelegen: „Wir mussten<br />
nur aus dem Bandraum<br />
stolpern.“ Jona ist dankbar<br />
für „viel Zeit und Geduld“,<br />
die Darius für die Aufnahmen<br />
aufbrachte: „Wir haben einige<br />
Songs dort entwickelt, andere<br />
sind dort erst entstanden.“ Die<br />
Aufnahmen dauerten fast zwei<br />
Jahre – weil immerfort etwas<br />
dazwischenkam: „Arbeit, Studium,<br />
Corona.“<br />
Zwölf Songs waren alsbald<br />
fertig. Dann folgte die nächste<br />
Hürde: der Albumname. „Wir<br />
haben uns damit schwergetan“,<br />
gesteht Jona. „Und dann kam<br />
uns der Geistesblitz.“ Denn der<br />
Titel „Liebe und Krawall“ fasst<br />
„alles zusammen, was auf dem<br />
Album entstanden ist“. Etwa<br />
die Vorab-Singles: „Teufelsküche“<br />
ist eine „Hommage an die<br />
geile Zeit, an Freundschaft“, so<br />
Jona, als die Musiker zusammen<br />
in Hamburg auf Konzerten<br />
waren und feierten.<br />
Die zweite Single „Jäger<br />
mit Tollwut“ richtet sich gegen<br />
Polizeigewalt und rechte »<br />
50<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 51
Musik<br />
Musik<br />
» Strukturen in der Polizei,<br />
veröffentlicht am 13. Dezember.<br />
Kein Zufall, steht<br />
doch der Code 1312 klar<br />
für eine Anti-Haltung<br />
gegenüber der Polizei.<br />
Jona meint: „Wir positionieren<br />
uns gegen<br />
rechte Gewalt, gegen<br />
Rechts, gegen Nazis.“<br />
Der Song „Primetime“<br />
wirft einen extraterrestrischen<br />
Blick<br />
auf die Erde, bei dem<br />
Beobachter feststellen,<br />
„wie Menschen sich selber<br />
ans Bein pissen und sich gegenseitig<br />
kaputtmachen“. Zusammengefasst<br />
also: Sauferei<br />
und Freundschaft und Lieder,<br />
die anecken. Jona findet: „Wir<br />
haben einen guten Mix gefunden.“<br />
Der sich auch auf dem<br />
Cover ausdrückt: ein zur Faust<br />
geballtes Herz auf einem grünen<br />
Tor. „Der Schuppen unseres<br />
Bandraums hat auch ein<br />
grünes Tor, es gibt hier überall<br />
grüne Türen“, erläutert Jona.<br />
Dazu selbstredend: „Die Faust<br />
– Krawall, das Herz – Liebe.“<br />
Und dann ist Hagen02<br />
auch noch eine mitreißende<br />
Liveband, von Anfang an.<br />
Wobei der erste Auftritt, auf<br />
dem Geburtstag einer Freundin<br />
und noch als Busted<br />
Birds, gleich der Inbegriff des<br />
Rock‘n‘Roll war. „Eine völlige<br />
Katastrophe“, erinnert<br />
sich Jona lachend. „Es ging<br />
alles schief, was schiefgehen<br />
konnte: Stromausfall, Saite<br />
gerissen, besoffen.“ Für das<br />
Sänger Paulus Kasprzyck bei den<br />
Aufnahmen zu „Liebe und<br />
Krawall“: Das erste Album<br />
von Hagen02 kam Anfang<br />
dieses Jahres raus.<br />
Quartett kein Grund,<br />
mit Konzerten aufzuhören.<br />
So kam es zum<br />
Jahresanfang <strong>2022</strong><br />
zum Ukraine-Benefiz-<br />
Festival „Liebe statt<br />
Kriege“, das Hagen02<br />
mit dem befreundeten<br />
Deutschrap-Duo Shinsky x<br />
Dima im Hagener Schützenhaus<br />
ausrichteten – und bei<br />
dem mehr als 6000 Euro zusammenkamen,<br />
die die Band<br />
vollständig an die Kirchengemeinde<br />
Hankensbüttel und<br />
die Organisation Leave No<br />
One Behind weiterleiteten. Da<br />
vereinten sich für die Musiker<br />
zwei wertvolle Aspekte: der so<br />
genannte gute Zweck – „und es<br />
hat Spaß gemacht“, so Jona.<br />
Nicht minder der Auftritt<br />
kürzlich im Rahmen der<br />
800-Jahr-Feier von Groß<br />
Oesingen, als Hagen02 einge-<br />
www.wellness-sauna-gifhorn.de<br />
„Wir wollen in Zukunft überregional zocken“, sagt Jona von Hagen02 und meint damit Live-Auftritte in Braunschweig,<br />
Wolfsburg, Münster und mehr. „Gigs gerne und überall, darauf haben wir Bock.“<br />
bettet zwischen Seducer und<br />
den Gastgebern Hoax, die ihrerseits<br />
ihren 40. Geburtstag<br />
begingen, ein neues Publikum<br />
erschlossen. „Für uns war das<br />
ein bisschen von zu Hause<br />
weg“, sinniert Jona. Das Publikum<br />
hatte natürlich das<br />
Dorfjubiläum und den Gig der<br />
Lokalhelden Hoax als Schwerpunkt,<br />
aber so Jona dankbar:<br />
„Die Leute waren gut drauf,<br />
das war geil.“<br />
In eine ähnliche Richtung<br />
ging jüngst der Auftritt bei einem<br />
Geburtstag in Mecklenburg-Vorpommern,<br />
bei dem<br />
die Band laut Jona begriff: „Es<br />
ist schön: Die Musik wird angenommen,<br />
auch wenn man<br />
ein komplett anderes Publikum<br />
hat.“ Für Hagen02 ist<br />
dies eine wichtige Motivation:<br />
„Wir wollen in Zukunft überregional<br />
zocken“, sagt Jona,<br />
„Braunschweig, Wolfsburg,<br />
Münster vielleicht, da wohnt<br />
einer von uns.“ Er grinst: „Gigs<br />
gerne und überall, darauf haben<br />
wir Bock!“ Außerdem hat<br />
die Band so frisch nach dem<br />
Album schon wieder neue Musik<br />
in petto. „Wir wollen aber<br />
mehr Singles rausbringen“,<br />
kündigt Jona an, denn wenn<br />
die Band wartet, bis genug Material<br />
für ein Album zusammen<br />
ist, veröffentlicht sie seltener.<br />
Dennoch: „Vielleicht bringen<br />
wir die Singles irgendwann als<br />
EP.“ Zunächst nur als Stream<br />
oder Download, auf Tonträger<br />
ist es kompliziert: „Da haben<br />
wir Bock drauf, aber es ist superschwer.“<br />
Was übrigens keine<br />
grundsätzliche Absage an<br />
etwa das Medium Schallplatte<br />
ist: „Da haben wir schon Anfragen<br />
gehabt – da kommt auf<br />
jeden Fall noch was!“<br />
Übrigens sind für Jona nicht<br />
nur Feine Sahne Fischfilet ein<br />
Einfluss. „Mein Papa hatte eine<br />
Band“, erzählt er, nämlich die<br />
Basement Pigs. Damit ist er<br />
nicht der einzige bei Hagen02,<br />
der die Musik quasi in die Wiege<br />
gelegt bekam: Felix spielt<br />
die Trompete genau wie sein<br />
Vater. Paulus unterstützt seinen<br />
Vater in dessen Musikhaus<br />
in Hankensbüttel und gibt dort<br />
auch Unterricht. Musikalische<br />
Nebentätigkeiten haben auch<br />
andere aus der Band: Jonas ist<br />
nach wie vor mit Riot45 aktiv<br />
und Lukas ist als DJ ElSchacko<br />
unterwegs, unter anderem als<br />
Teil des Duos Beat The Drums<br />
mit „Liebe-und-Krawall“-Produzent<br />
Darius, der zu Lukas‘<br />
Sets live das Schlagzeug spielt.<br />
Bleibt also noch offen, was es<br />
mit dem Schlachtruf „Dawai!<br />
Dawai! Hagen02!“ auf sich hat.<br />
Jona grinst, denn im Grunde<br />
hat der keine Bedeutung: „Das<br />
ist Jux und Dollerei“, lacht<br />
er. „Dawai heißt ‚vorwärts‘, es<br />
reimt sich, das fanden wir lustig.“<br />
Und es lässt sich leicht auf<br />
beides anwenden, auf Liebe<br />
und Krawall.<br />
Hagen02: „Liebe und Krawall“<br />
12 Songs<br />
38:43 Minuten<br />
www.hagen02.de<br />
Instagram:<br />
@_hagen02_<br />
52<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 53
Seitenkopf<br />
Silvester in Gifhorn<br />
Meister der verbalen Komik: Silvester in<br />
Gifhorns Stadthalle mit Mathias Brodowy<br />
Zum Jahreswechsel steht der Kabarettist mit seinem Best-of auf der Bühne<br />
Anzeige<br />
Foto: Thomas Rodriguez<br />
MATTHIAS BRODOWY<br />
„Bis es euch gefällt!“<br />
31.12.<strong>2022</strong> – Silvester in der Stadthalle<br />
www.stadthalle-gifhorn.de<br />
Er führt sein Publikum zurück<br />
in die wunderbare Zeit des<br />
käferorange Wählscheibentelefons,<br />
als er im örtlichen<br />
Blockflötenchor regelmäßig<br />
Seniorengruppen tyrannisierte.<br />
Er erklärt als Bauch(hin)-<br />
trainer, warum wir uns Übergewicht<br />
angesichts der augenblicklichen<br />
wirtschaftlichen<br />
Lage unbedingt leisten<br />
müssen – und er bringt Teile<br />
einer längst verschollen geglaubten<br />
Mozart-Oper für Dicke<br />
zu Gehör, dem Don Sarotti:<br />
Matthias Brodowy ist seit<br />
unglaublichen 30 Jahren als<br />
Kabarettist unterwegs. Und<br />
zum Jahreswechsel steht er<br />
am Silvesterabend, 31. Dezember,<br />
ab 18 Uhr in der Gifhorner<br />
Stadthalle auf der Bühne.<br />
Auch wenn er sich selbst<br />
gern als „Vertreter für gehobenen<br />
Blödsinn“ bezeichnet<br />
– sein Programm „Bis es Euch<br />
gefällt!“ ist zugleich Bestof-Brodowy.<br />
„Der Mann am<br />
Klavier ist ein Vertreter des<br />
poetischen Kabaretts, das dennoch<br />
die harten Fakten nicht<br />
ausklammert. Ein begnadeter<br />
Schnellsprecher, der ebenso<br />
virtuos die Tasten seines Pianos<br />
betätigt“, urteilten die Lübecker<br />
Nachrichten.<br />
Zehn Soloprogramme hat<br />
Matthias Brodowy bereits herausgebracht.<br />
Die Quintessenz<br />
zeigt er in seinem Best-of: eine<br />
temporeiche One-Man-Show,<br />
Matthias Brodowy nennt sich selbst gern „Vertreter für gehobenen Blödsinn“.<br />
Was das bedeutet, erfährt Gifhorn am Silvesterabend. Foto: Tomas Rodriguez<br />
ein Parforce-Ritt mit lauten<br />
und leisen Tönen, grenzgehend<br />
zwischen literarischem<br />
Kabarett, hingebungsvoller<br />
Albernheit und viel Musik. Er<br />
führt das Publikum aus der<br />
Zeit der psychedelisch-apokalyptischen<br />
70er-Jahre-Tapete<br />
und der Hanimex-Mini-<br />
Pocketkamera in das digitale<br />
Hier und Jetzt und damit zugleich<br />
zurück ins tiefste Mittelalter.<br />
Musikalisch geht die Reise<br />
vom Nordseestrand bis nach<br />
Feuerland. Tickets gibt‘s bei<br />
der Konzertkasse, Steinweg 73<br />
in Gifhorn, unter www.stadthalle-gifhorn.de<br />
und an allen<br />
bekannten Vorverkaufsstellen.<br />
Silvester, 31. Dezember<br />
18 Uhr, Stadthalle<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn<br />
Vorverkauf: ab 37 Euro zzgl. Gebühren<br />
54<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong> 55
Honky Tonk<br />
Honky Tonk<br />
Honky-Tonk-Festival<br />
sorgt für beste Laune<br />
Darauf haben die Gifhornerinnen und Gifhorner<br />
lange gewartet: Endlich durfte wieder das beliebte<br />
Honky-Tonk-Festival gefeiert werden. Sieben<br />
Locations in unserer Innenstadt beteiligten sich<br />
an der langen Nacht der Live-Musik. „Die Gäste<br />
haben ausgelassen getanzt und hatten sichtlich<br />
Spaß. Die gute Laune der GoGorillas hat sich<br />
schnell auf das Publikum übertragen“, befand<br />
Helga Dost, die bei der <strong>KURT</strong>-Verlosung zwei<br />
Tickets gewonnen hatte und vor allem von der<br />
Band, die im Kaufhaus Schütte auftrat, begeistert<br />
war. Auch im Alt Gifhorn, im Flax, im H1,<br />
im Cappu, in Mr. Barman’s Bier- und Weinkeller<br />
und in der Alten Ziege ging’s rund. Überall wurde<br />
ausgelassen getanzt, gesungen und gefeiert.<br />
Denn so soll‘s schließlich sein.<br />
Fotos: Michael Uhmeyer<br />
Innenausbau<br />
Wohneinrichtung<br />
INDIVIDUELLE<br />
Wohn/Badmöbel<br />
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Innenausbau<br />
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38524 Neudorf-Platendorf<br />
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www.Tischler-Braun.de<br />
56<br />
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Gifhorn • Steinweg 15 • www.schuelerhilfe.de/gifhorn<br />
<strong>KURT</strong> 57
Digitalisierung<br />
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Das digitale Universum<br />
im Gifhorner Gewölbe<br />
Große Sonderausstellung #neuland im Historischen Museum Schloss Gifhorn<br />
Digitalisierung<br />
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Eine wahre Schatzkammer an Informationen rund um die digitale<br />
Welt findet sich derzeit im Historischen Museum Schloss Gifhorn.<br />
Die von der Nemetschek Stiftung angelegte Sonderausstellung<br />
„#neuland. Ich, wir und die Digitalisierung“ – präsentiert bisher in<br />
Berlin, Frankfurt und Nürnberg – verhandelt die großen Fragen unserer<br />
Zeit. Es geht um unsere Daten und Identitäten, unser Wissen<br />
und die Gesellschaft – und wo das alles zu einer Gefahr für unsere<br />
Demokratie werden kann. Noch bis zum 11. Dezember ist die Ausstellung<br />
geöffnet, hinzu kommt ein spannendes Begleitprogramm.<br />
Von Malte Schönfeld<br />
Wer möchte ich sein, wenn ich<br />
auf Facebook, Instagram und<br />
TikTok poste? Wie wirkt sich<br />
die Informationsflut auf mich<br />
aus? Wann wird Selbstoptimierung<br />
plötzlich ungesund?<br />
Und was ist eigentlich die Demokratisierung<br />
von Wissen?<br />
Diese Fragen stehen bei #neuland<br />
im Fokus.<br />
Die Ausstellung besteht aus fünf Modulen. Sie erklären die Wirkungsweisen<br />
zwischen digitalem Raum, Individuum und Gesellschaft. Foto: Michael Uhmeyer<br />
Alexa von der Brelje, Fachbereichsleiterin<br />
Museen, Kultur<br />
und Kommunikation der<br />
Gemeinnützigen Bildungs- und<br />
Kultur GmbH des Landkreises<br />
Gifhorn, ist sich sicher, dass<br />
es die möglichen Antworten<br />
nicht nur in der Ausstellung zu<br />
finden gibt, sondern vor allem<br />
auch in den Köpfen der Gäste:<br />
„#neuland ist ein Dialograum.<br />
Die Leute haben totale Aha-<br />
Effekte. Denn jeder hat seine<br />
eigenen digitalen Erfahrungswerte,<br />
und jeder nimmt etwas<br />
anderes aus der Ausstellung<br />
mit.“<br />
Wie es zu #neuland gekommen<br />
ist, das weiß am besten<br />
Silke Zimmermann. Sie ist die<br />
Kuratorin der Ausstellung und<br />
wird am 23. <strong>Okt</strong>ober extra aus<br />
München nach Gifhorn reisen,<br />
um Interessierten eine Insight-<br />
Führung durch die Ausstellung<br />
anzubieten. „Eine tolle Frau“,<br />
ist Alexa von der Brelje begeistert<br />
vom Kenntnisreichtum<br />
und Engagement. Die Führung<br />
ist auf 15 Personen begrenzt,<br />
Anmeldungen gehen per Mail<br />
an veranstaltungen@museengifhorn.de.<br />
Auf Transhumanist Ralf<br />
Neuhäuser, der am 28. <strong>Okt</strong>ober<br />
mit seinem Vortrag an<br />
der Reihe ist, folgt am 6. <strong>Nov</strong>ember<br />
eine „Kaffeefahrt ins<br />
Darknet“. Dazu laden Catrin<br />
Schröder-Jaross und Isabelle<br />
Happy über die Ausstellung im Historischen Museum Schloss Gifhorn: Fachbereichsleiterin Alexa von der Brelje<br />
(von links), Kuratorin Silke Zimmermann, ihre Kollegin Silke Harbodt und Museumsleiterin Birthe Lehnberg.<br />
Ewald bei Kaffee und Kuchen<br />
– kein Scherz! – zu einer Reise<br />
live durchs Darknet ein.<br />
„Sie beleuchten die hellen Seiten<br />
im dunklen Netz“, verrät<br />
Alexa von der Brelje. Was das<br />
Darknet überhaupt ist, wo es<br />
illegal wird und wie es vielleicht<br />
sogar Menschen das Leben<br />
rettet, machen die beiden<br />
Cybercrime-Podcasterinnen<br />
unterhaltsam verständlich.<br />
Um Anmeldung wird gebeten:<br />
veranstaltungen@museengifhorn.de.<br />
Wer es mit klassischen Themen<br />
hält, darf sich am 14. <strong>Nov</strong>ember<br />
auf den Vortrag „Digitale<br />
Methoden in der Archäologie“<br />
von Christoph Salzmann<br />
freuen. Der Kreisarchäologe<br />
aus Hildesheim spricht über<br />
die Auswirkungen der Digitalisierung<br />
auf die Archäologie,<br />
was zwar Schwierigkeiten, aber<br />
auch Chancen mit sich bringt.<br />
Konzipiert wurde das Begleitprogramm<br />
von Alexa von<br />
der Brelje und Museumsleiterin<br />
Birthe Lehnberg, gefördert<br />
durch die Landkreis Gifhorn<br />
Stiftung. „Wir haben immer<br />
geschaut, wie alles zu Gifhorn<br />
passt. Denn wir wollen nicht<br />
nur Unterhaltung bieten, sondern<br />
auch unseren Bildungsauftrag<br />
erfüllen und spannende<br />
Dialoge ermöglichen.“<br />
Sonderausstellung: #neuland.<br />
Ich, wir und die Digitalisierung<br />
Bis 11. Dezember<br />
Di. - Fr. 14 bis 17 Uhr<br />
Sa., So. und Feiertage 11 bis 17 Uhr<br />
Führung mit Kuratorin<br />
Silke Zimmermann<br />
Sonntag, 23. <strong>Okt</strong>ober, 11 Uhr<br />
Vortrag von Ralf Neuhäuser:<br />
„About being a Cyborg –<br />
Wie es ist ein Cyborg zu sein“<br />
Freitag, 28. <strong>Okt</strong>ober, 19 Uhr<br />
Catrin Schröder-Jaross und<br />
Isabelle Ewald laden ein zu einer<br />
„Kaffeefahrt ins Darknet“<br />
Sonntag, 6. <strong>Nov</strong>ember, 15 Uhr<br />
Vortrag: „Digitale Methoden<br />
in der Archäologie“<br />
Montag, 14. <strong>Nov</strong>ember, 19 Uhr<br />
Historisches Museum<br />
Schloss Gifhorn<br />
Schlossplatz 1, Gifhorn<br />
www.museen-gifhorn.de<br />
58<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong>59
Kopfüber<br />
Wie das Vorgängermodell soll auch das<br />
49-Euro-Ticket mehrere Dinge vereinen,<br />
nicht zuletzt aber das Bewusstsein fürs Gleis<br />
schärfen. In einer Volkswagen-Porsche-Audi-<br />
Mercedes-BMW-Opel-Nation schwierig. Dabei<br />
stehen Parkhäuser auch in Gifhorn weitestgehend<br />
leer, gleichzeitig wird über die fehlende<br />
Attraktivität der Innenstädte diskutiert. Ich<br />
lege Ihnen diesen Vergleich hier einfach nur<br />
mal so hin, liebe Leserinnen und Leser. Können<br />
Sie mit machen, was Sie wollen.<br />
Aus der eigenen Erfahrung kann<br />
ich Ihnen sagen: Das Zugfahren im<br />
Landkreis Gifhorn ist über die Strecke<br />
Braunschweig-Uelzen eine<br />
Katastrophe. Teilweise fielen im<br />
Sommer die Hälfte der Regios aus,<br />
mitunter ohne Achtung-Achtung<br />
am Gleis oder Nachricht in der<br />
App. Und auch im Winter wird es die<br />
Ausfälle wieder geben, wenn die Gefrusteten<br />
und Krankgeschriebenen nicht zum<br />
Dienst erscheinen können. Wer bewegt dann<br />
Gifhorn, wer bewegt Deutschland? Oberleitungsstörungen<br />
und umgekehrte Wagenreihung<br />
nicht mal hinzugenommen.<br />
Trotzdem bin ich ein Fan vom 9-Euro-Ticket<br />
– und werde auch Befürworter eines Nachfolgers<br />
sein. Mobilität hängt an der Freiheit mit<br />
dran. Gerechtigkeit hat auch etwas damit zu<br />
tun, wie viele Kilometer Weg ich mir in einer<br />
überverbundenen Welt überhaupt leisten kann.<br />
Frage: In welchem Universum sind 12,20 Euro<br />
für die Strecke Gifhorn-Braunschweig und zurück<br />
da eine faire Angelegenheit?<br />
Es gibt Menschen, die können sich nichts leisten.<br />
In Deutschland. Nichts. Sie sind nicht Teil<br />
unserer traumhaften United-States-of-Europa-<br />
Vision, mit frei gehandeltem Chicken Teriyaki<br />
und Erasmus in Turin. Denn sie können sich<br />
nicht das Ticket nach Uelzen oder Braunschweig<br />
leisten. Und deswegen muss man<br />
so lange über gerechte Mobilität sprechen, bis<br />
der öffentliche Nahverkehr kostenfrei ist.<br />
Die Ausnahmesituation am Gleis hat sich beruhigt<br />
und auch das letzte protestantische Hihi<br />
über Bahn-und-Sylt-Witze ist zurückgebaut –<br />
dann lassen Sie uns doch ein bisschen über unseren<br />
Verkehr bewusstseinsströmen.<br />
Verkehrsminister Volker Wissing bleibt gradlinig:<br />
Anfang 2023 soll es das Sequel zum<br />
9-Euro-Ticket geben, der Bund möchte sich in<br />
der Hauptrolle wohl mit 1,5 Milliarden Euro<br />
beteiligen, wenn die Länder mitziehen, und<br />
die Bürgerinnen und Bürger sollen bei<br />
Interesse zwischen 49 bis 69 Euro berappen.<br />
So sieht progressive FDP-<br />
Politik denn aus: Mobilität hängt<br />
an der Freiheit dran.<br />
Dünkirchen in Frankreich, die<br />
estnische Hauptstadt Tallinn, ganze<br />
Länder wie Luxemburg und Malta<br />
– das Null-Euro-Ticket geht da sogar<br />
noch einige Schritte weiter. Bei uns aber mahnen<br />
Gewerkschafter noch vor der Null-Bock-<br />
Stimmung nach dem 9-Euro-Ticket. Viele Mitarbeiterinnen<br />
der Bahn fürchten nun, nach der<br />
nötigen Kur frisch erholt vom nächsten Aktenkofferträger<br />
in der 1. Klasse angebrüllt zu werden,<br />
sollte Wissings Plan aufgehen.<br />
Klar ist: Möchte man bei der Einführung<br />
eines gehandelten 49-Euro-Tickets nicht reihenweise<br />
Kündigungen im ohnehin skelettösen<br />
Nahverkehrskollegium provozieren, muss man<br />
sich diesmal um gute Erklärungen im Voraus<br />
bemühen. Denn sonst fliegen wieder die Fetzen.<br />
Dass unsere Gesellschaft mobiler wird, das<br />
liest man immer wieder. Au-pair in Auckland,<br />
Studium in Bournemouth, Sprachkurs in Barcelona.<br />
Doch das ist nicht die Mobilität, die das<br />
49-Euro-Ticket ermöglichen soll. Auckland ist<br />
häufig geerbte Mobilität. Kein böses Blut gegen<br />
Reiche, nur eine Feststellung. Je reicher<br />
man ist, desto mehr sieht man eben auch. Affig<br />
wird‘s bloß, wenn man unter Mobilität den Star<br />
Alliance Club und Vielfliegerei versteht.<br />
Von Malte Schönfeld<br />
Kopfüber<br />
Über das 49-Euro-Ticket<br />
Grusel über den Tod und Gedichte vom Leben<br />
<strong>KURT</strong>-Leselotta Marieke Eichner hat Bücher für Herbstspaziergänge und Sofaabende<br />
Von Hexenverbrennung<br />
bis Weltkriegsbunker<br />
Der <strong>Okt</strong>ober ist der Gruselmonat:<br />
Die Tage werden kürzer, es<br />
wallen Nebelschwaden und zum<br />
Schluss kürt Halloween die Zeit<br />
der Schauergeschichten. Passend<br />
dazu hat der gebürtige Gifhorner<br />
Marc Halupczok einen Reiseführer<br />
geschrieben: In seinem mit Fotografien<br />
von Sarah Quast illustrierten Grusel-Guide<br />
stellt er 33 „Lost & Dark Places“ im Braunschweiger<br />
Land vor. Gemeint sind verlassene Orte mit schauriger Vergangenheit, die<br />
noch heute ein subtiles Gänsehaut-Gefühl hervorrufen. Mit Marcs Buch in<br />
der Tasche geht‘s zum Spuk-Spaziergang. Der Autor erzählt die Grusel-<br />
Geschichte der Orte: Alte Friedhöfe, Klöster mit dunkler Vergangenheit<br />
und Burgruinen bilden die Kulisse für Legenden von Zwergen, Rittern und<br />
natürlich Heinrich dem Löwen. Der Platz der Hexenverbrennung, verlassene<br />
Siechenhäuser, Gefängnisse und Kinderheime sind stille Zeugen von<br />
Folter, Hinrichtungen – und einer Geiselnahme.<br />
Manche Orte scheinen einfach verflucht. Dunkle<br />
Tiefgaragen, Bunker und verfallende Industriegelände<br />
sind im Zwielicht der Abenddämmerung<br />
sowieso der pure Horror.<br />
Marc Halupczok: Lost & Dark Places Braunschweig<br />
– 33 vergessene, verlassene und unheimliche<br />
Orte, 160 Seiten, Bruckmann-Verlag,<br />
22,99 Euro, ISBN 978-3-7343-2544-1<br />
Literatur<br />
„Das ganze<br />
pralle Leben“...<br />
...verheißt das Vorwort von Axel<br />
Klingenbergs Lyriksammlung. Der<br />
54-jährige Braunschweiger dichtet<br />
über Alkohol, Liebe, S-Bahn-Fahren,<br />
seine Lieblingsautor*innen und Sex<br />
am Strand. Über „Schützenfest im<br />
Zonenrand“, über Triangel, Peine,<br />
Braunschweig – und ein beeindruckendes<br />
Haiku-Kapitel. Manchmal<br />
schnoddrig, satirisch und beizeiten<br />
melancholisch ist‘s perfekt für einen<br />
Herbstabend auf dem Sofa mit einem<br />
Rotwein in der Hand.<br />
Axel Klingenberg: Vorgezogener<br />
Nachlass, 132 Seiten, Reiffer-<br />
Verlag, 9,50 Euro, ISBN 978-3-<br />
945715-58-1<br />
Hast Du ein Buch für uns? Sende uns gerne ein Rezensionsexemplar an Magazin <strong>KURT</strong>, Am Laubberg 12, 38518 Gifhorn.<br />
<strong>KURT</strong>-Leselotta Marieke Eichner erreichst Du per Mail an eichner@kurt-gifhorn.de sowie unter Tel. 05371-7409590.<br />
• Uhrmacherei<br />
• Goldschmiede<br />
TRAURINGE<br />
• Meisterbetrieb<br />
60<br />
<strong>KURT</strong><br />
STEINWEG 28 • GIFHORN<br />
<strong>KURT</strong>61
62<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong>63
Kreisverband<br />
Gifhorn e.V.<br />
Tipps & Termine<br />
Tipps & Termine<br />
Spende Blut – rette Leben.<br />
Mo<br />
17.10.<br />
Mo<br />
24.10.<br />
Mi<br />
26.10.<br />
Di<br />
01.11.<br />
Fr<br />
04.11.<br />
Fr<br />
04.11.<br />
Mi<br />
09.11.<br />
Do<br />
10.11.<br />
Mo<br />
14.11.<br />
Di<br />
22.11.<br />
Mi<br />
23.11.<br />
Osloß 38557<br />
Gemeindezentrum<br />
Mühlenweg 50<br />
15:30 - 19:30 Uhr<br />
Meinersen 38536<br />
Kulturzentrum<br />
Am Eichenkamp 1<br />
15:30 - 19:30 Uhr<br />
Vordorf 38533 - Rethen<br />
Feuerwehrgerätehaus<br />
Heinrichstraße 5<br />
17:00 - 20:00 Uhr<br />
Calberlah 38547 - Allerbüttel<br />
Dorfgemeinschaftshaus<br />
Molkereistraße 1<br />
16:00 - 19:30 Uhr<br />
Hankensbüttel 29386<br />
Gymnasium<br />
Amtsweg 11<br />
16:00 - 20:00 Uhr<br />
Leiferde 38542<br />
Dorfgemeinschaftshaus<br />
Gilder Weg 66<br />
15:00 - 19:30 Uhr<br />
Gifhorn 38518<br />
Stadthalle Gifhorn<br />
Schützenplatz 2<br />
09:00 - 19:30 Uhr<br />
Steinhorst 29367<br />
Schützenhaus<br />
Lüscher Straße<br />
16:00 - 20:00 Uhr<br />
Meine 38527 - Grassel<br />
Dorfgemeinschaftshaus<br />
Am Kirchenholz 41<br />
16:30 - 20:00 Uhr<br />
Isenbüttel 38550<br />
Schulforum<br />
Schulstraße 31<br />
15:00 - 19:30 Uhr<br />
Wittingen 29378<br />
Stadthalle Wittingen<br />
Schützenstraße 21<br />
14:00 - 19:30 Uhr<br />
Bei Fragen zur Blutspende (kostenlos):<br />
0800 11 949 11<br />
Wo<br />
ist wann was<br />
los? <strong>KURT</strong> druckt<br />
auch Deinen Termin:<br />
Sende einfach eine<br />
Mail an redaktion@<br />
kurt-gifhorn.de.<br />
Fr. 14.10.<br />
Filmabend zum<br />
Internationalen<br />
Mädchentag <strong>2022</strong>:<br />
„Contra“<br />
17.30 Uhr, Kinocenter,<br />
Steinweg 34, Gifhorn,<br />
für Jugendliche ab 12<br />
Jahren, Eintritt frei.<br />
Sinfoniekonzert zum<br />
Tag der Deutschen<br />
Einheit mit dem<br />
Louis Spohr Orchester<br />
Braunschweig<br />
20 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn.<br />
Sa. 15.10.<br />
Workshop:<br />
„Wahrheit oder Fake?<br />
– Im Dschungel der<br />
(Des-)Informationen“<br />
mit Lukas Babbick,<br />
11 bis 14.30 Uhr, Schloss,<br />
Schlossplatz 1, Gifhorn,<br />
Anmeldung: l.wandel@<br />
kvhs-gifhorn.de.<br />
Erzähltheater für<br />
Kinder: „Die Lauscher“<br />
15 Uhr, Kulturcafé<br />
am Schulmuseum,<br />
Marktstraße 20, Steinhorst,<br />
Anmeldung: www.rapidarts-movement.de/<br />
scheunentour, Eintritt frei,<br />
für Kinder zwischen<br />
4 und 10 Jahren.<br />
Live-Musik:<br />
The Antipreneurs<br />
und Tristesse<br />
20 Uhr, Flax,<br />
Braunschweiger Straße 3a,<br />
Gifhorn, Eintritt: 6 Euro<br />
pro Person.<br />
64<br />
<strong>KURT</strong><br />
Heavy-Metal-Konzert:<br />
King Leoric<br />
20 Uhr, H1 Bier- und Rock-<br />
Bar, Steinweg 26, Gifhorn,<br />
Tickets: 10 Euro<br />
pro Person.<br />
So. 16.10.<br />
Frühstücksbuffet<br />
im Burg-Café<br />
10.30 Uhr, Burg,<br />
Junkerende, Brome,<br />
Anmeldung:<br />
Tel. 0172-8281865 oder<br />
burg.brome@museengifhorn.de,<br />
Kosten:<br />
18 Euro pro Person.<br />
Hochzeitsmesse<br />
in Gifhorn<br />
ab 11 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn,<br />
Eintritt frei.<br />
Fußball-Oberliga:<br />
MTV Gifhorn –<br />
SV Ramlingen-<br />
Ehlershausen<br />
15 Uhr, Flutmulde,<br />
Winkeler Straße 2,<br />
Gifhorn.<br />
Mi. 19.10.<br />
Bilderbuchkino<br />
für Kinder:<br />
„Jim Knopf und die<br />
Spuren im Dschungel“<br />
16 Uhr, Stadtbücherei,<br />
Cardenap 1, Gifhorn,<br />
Anmeldung Bastelaktion:<br />
buecherei@stadtgifhorn.de,<br />
Teilnahme<br />
kostenfrei.<br />
Do. 20.10.<br />
Kochkurs für<br />
Jugendliche:<br />
Kürbissuppen<br />
für Gourmets<br />
12 bis 16 Uhr, Spektrum,<br />
Torstraße 16, Gifhorn,<br />
Anmeldung: www.queeresnetzwerk-gf.de/bunterherbst.<br />
Vortrag: „Die Zeit ist<br />
reif! – Hintergründe<br />
zum Ende der DDR“<br />
mit Barbara Bergau, 16 Uhr,<br />
Schloss, Schlossplatz 1,<br />
Gifhorn, Kosten: 4,50 Euro.<br />
Fr. 21.10.<br />
„QueerZeit“<br />
im Spektrum<br />
10 bis 16 Uhr, Spektrum,<br />
Torstraße 16, Gifhorn,<br />
Anmeldung: www.queeresnetzwerk-gf.de/<br />
bunter-herbst.<br />
Sa. 22.10.<br />
„QueerZeit“<br />
im Spektrum<br />
10 bis 16 Uhr, Spektrum,<br />
Torstraße 16, Gifhorn,<br />
Anmeldung: www.queeresnetzwerk-gf.de/<br />
bunter-herbst.<br />
Führung über den<br />
Alten Friedhof Gifhorn<br />
14.30 Uhr, Alter Friedhof,<br />
Am Weinberg 8, Gifhorn,<br />
Teilnahme: 4 Euro pro<br />
Person.<br />
Hit-Mix-Party im<br />
Tanzlokal Bei Micha<br />
20 Uhr, Bei Micha,<br />
Sonnenweg 30, Gifhorn,<br />
Eintritt: 5 Euro pro Person.<br />
Straßenköter-Lieder-<br />
macher-Punkrock-<br />
Konzert: Aus jedem<br />
Dorf ‘nen Hund<br />
20.30 Uhr, Mr. Barman‘s<br />
Bier- und Weinkeller,<br />
Braunschweiger Straße 15,<br />
Gifhorn, Eintritt frei.<br />
So. 23.10.<br />
„QueerZeit“<br />
im Spektrum<br />
10 bis 16 Uhr, Spektrum,<br />
Torstraße 16, Gifhorn,<br />
Anmeldung: www.queeresnetzwerk-gf.de/<br />
bunter-herbst.<br />
Kuratoren-Führung:<br />
„#neuland.<br />
Ich, wir und die<br />
Digitalisierung“<br />
11 Uhr, Schloss,<br />
Schlossplatz 1,<br />
Gifhorn, Kosten:<br />
6 Euro pro Person.<br />
Führung über<br />
den Jüdischen<br />
Friedhof Gifhorn<br />
14.30 Uhr, Jüdischer Friedhof,<br />
Lutherstraße 6, Gifhorn,<br />
Teilnahme: 4 Euro<br />
pro Person.<br />
Live-Musik mit<br />
Carolin Fortenbacher:<br />
„ABBA macht<br />
glücklich“<br />
16 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn.<br />
Di. 25.10.<br />
Ferienaktion:<br />
Marder-<br />
Olympiade<br />
10 bis 16 Uhr,<br />
Otter-Zentrum,<br />
Sudendorfallee 1,<br />
Hankensbüttel,<br />
Anmeldung bis 20.10.:<br />
Tel. 05832-980820 oder<br />
gruppen@otterzentrum.de,<br />
Teilnahme: 19 Euro<br />
pro Person, für Kinder<br />
zwischen 7 und 12 Jahre.<br />
Thomas Bergen<br />
Senioren-Kurs:<br />
„Smartphone gekauft<br />
– Was nun?“<br />
14 bis 16 Uhr,<br />
Treffpunkt, Schulstraße 31,<br />
Isenbüttel, Anmeldung:<br />
Tel. 05374-2218.<br />
Mi. 26.10.<br />
Bilderbuchkino<br />
für Kinder:<br />
„Wo tut‘s denn weh?“<br />
16 Uhr, Stadtbücherei,<br />
Cardenap 1, Gifhorn,<br />
Anmeldung Bastelaktion:<br />
buecherei@stadtgifhorn.de,<br />
Veranstaltung<br />
kostenfrei.<br />
Fr. 28.10.<br />
Vortrag: „About being<br />
a Cyborg – Wie es ist,<br />
ein Cyborg zu sein“<br />
mit Ralf Neuhäuser, 19 Uhr,<br />
Schloss, Schlossplatz 1,<br />
Gifhorn.<br />
Abendführung<br />
im Otter-Zentrum<br />
19.30 bis 22 Uhr, Otter-<br />
Zentrum, Sudendorfallee 1,<br />
Hankensbüttel, Anmeldung:<br />
Tel. 05832-980820 oder<br />
gruppen@otterzentrum.de,<br />
Teilnahme: 14 Euro<br />
pro Person, Kinder<br />
bis 17 Jahre: 10 Euro.<br />
Live-Musik:<br />
Phil Bates Electric<br />
Light Orchestra<br />
Tribute<br />
20 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn,<br />
Tickets: ab 35,10 Euro<br />
pro Person.<br />
Eine Party steht oder fällt mit der Musik!<br />
Thomas Bergen<br />
Ihr Premium DJ für Hochzeiten,<br />
Sa. 29.10.<br />
Übernachtungsparty<br />
im Spektrum<br />
20 Uhr, Spektrum,<br />
Torstraße 16, Gifhorn,<br />
Anmeldung: www.queeresnetzwerk-gf.de/<br />
bunter-herbst.<br />
Ü40-Party<br />
im Tanzlokal<br />
Bei Micha<br />
20 Uhr, Bei Micha,<br />
Sonnenweg 30,<br />
Gifhorn,<br />
Eintritt: 5 Euro<br />
pro Person.<br />
Zauber-Comedy-<br />
Show mit Desimo:<br />
„Manipulation!“<br />
20 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2,<br />
Gifhorn.<br />
So. 30.10.<br />
Fußball-Oberliga:<br />
MTV Gifhorn –<br />
SC BW Papenburg<br />
14 Uhr, Flutmulde,<br />
Winkeler Straße 2, Gifhorn.<br />
A Fright Night<br />
Osloß: Halloween-<br />
Horror-Parcours<br />
„Die Nervenheilanstalt“<br />
18 Uhr, Mühlenweg 40,<br />
Osloß, Tickets:<br />
www.afrightnight.de.<br />
Halloween-Karaoke<br />
im Flax<br />
20 Uhr, Flax,<br />
Braunschweiger<br />
Straße 3a, Gifhorn,<br />
Eintritt frei.<br />
0151 20 10 22 90<br />
Ihr Premium DJ für Geburtstage, Hochzeiten, Schützenfeste www.tebe-entertainment.de<br />
und<br />
Geburtstage, Schützenfeste<br />
Veranstaltungen<br />
und<br />
aller<br />
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Art.<br />
Veranstaltungen aller 0151 Art. 20 10 22 90<br />
www.tebe-entertainment.de<br />
info@tebe-entertainment.de<br />
<strong>KURT</strong>65
Tipps & Termine<br />
Tipps & Termine<br />
Mo. 31.10.<br />
A Fright Night Osloß:<br />
Halloween-Kinder-<br />
Grusel-Parcours<br />
„Das Geisterseelenhaus“<br />
17 Uhr, Mühlenweg 40,<br />
Osloß, Tickets: www.afrightnight.de,<br />
Eintritt frei.<br />
Jubiläum mit ökumenischem<br />
Gottesdienst:<br />
50 Jahre St. Altfrid<br />
19 Uhr, St. Altfrid,<br />
Pommernring 2, Gifhorn.<br />
Mi. 02.11.<br />
Bilderbuchkino<br />
für Kinder:<br />
„Konrad Kröterlich<br />
und die Suche nach<br />
der allerschönsten<br />
Umarmung“<br />
16 Uhr, Stadtbücherei,<br />
Cardenap 1, Gifhorn,<br />
Anmeldung Bastelaktion:<br />
buecherei@stadt-gifhorn.<br />
de, Teilnahme kostenfrei.<br />
Do. 03.11.<br />
Infoabend:<br />
„Ehrensache Patenschaften<br />
für Kinder“<br />
17 Uhr, Winkeler Straße 2b,<br />
Gifhorn.<br />
Fr. 04.11.<br />
Markttag auf dem<br />
Unsa-Hof in Leiferde<br />
14 bis 18 Uhr, Unsa-Hof,<br />
Hauptstraße 7, Leiferde.<br />
Blutspende in Leiferde<br />
15 bis 19.30 Uhr,<br />
Dorfgemeinschaftshaus,<br />
Gilder Weg 66, Leiferde.<br />
Klassik im Ring:<br />
The Cast<br />
Einlass: 19 Uhr, Beginn:<br />
20 Uhr, Johann-Trollmann-<br />
Halle (Boxmühle), Cardenap<br />
2-4, Gifhorn, Tickets: 20 Euro<br />
zzgl. VVK-Gebühren.<br />
CCR und John Fogerty<br />
Cover-Konzert:<br />
Green River Gang<br />
Einlass: 19 Uhr, Beginn:<br />
20 Uhr, Kultbahnhof,<br />
Am Bahnhof Süd 9, Gifhorn,<br />
Tickets: 16,52 Euro.<br />
Classic-Rock-Konzert:<br />
The Beagles<br />
21 Uhr, Alt Gifhorn,<br />
Am Weinberg 1, Gifhorn.<br />
Sa. 05.11.<br />
Bilderbuchkino für<br />
Kinder: „Die schönste<br />
Laterne der Welt“<br />
15 Uhr, Grundschule,<br />
Schulstraße 31, Isenbüttel.<br />
Spielenacht<br />
18 Uhr, Grundschule,<br />
Schulstraße 31, Isenbüttel.<br />
Live-Musik:<br />
Dave Goodman &<br />
Groove Minister<br />
Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20<br />
Uhr, Kultbahnhof, Am Bahnhof<br />
Süd 9, Gifhorn, Tickets:<br />
19,62 Euro pro Person.<br />
Live-Musik:<br />
What‘zz Up<br />
20 Uhr, Flax, Braunschweiger<br />
Straße 3a, Gifhorn,<br />
Eintritt: 7 Euro.<br />
Foxtrott-Party im<br />
Tanzlokal Bei Micha<br />
20 Uhr, Bei Micha,<br />
Sonnenweg 30, Gifhorn,<br />
Eintritt: 5 Euro pro Person.<br />
Psychedelic-Reggae-<br />
Jazz-Folk-Konzert:<br />
Beyer‘s Baustelle<br />
20.30 Uhr, Mr. Barman‘s<br />
Bier- und Weinkeller,<br />
Braunschweiger Straße 15,<br />
Gifhorn, Eintritt frei.<br />
So. 06.11.<br />
Verkaufsoffener<br />
Sonntag in Gifhorn<br />
13 bis 18 Uhr, Steinweg,<br />
Gifhorn.<br />
Markttag auf dem<br />
Unsa-Hof in Leiferde<br />
14 bis 18 Uhr, Unsa-Hof,<br />
Hauptstraße 7, Leiferde.<br />
Unterhaltung:<br />
Thommis Tea Time<br />
mit Thommi Baake, Einlass:<br />
14.30 Uhr, Beginn:<br />
15 Uhr, Kulturzentrum,<br />
Am Eichenkamp 1,<br />
Meinersen, Eintritt:<br />
8 Euro pro Person.<br />
Vortrag: „Einen fröhlichen<br />
Geber hat Gott<br />
lieb – Klingelbeutel,<br />
Armenkasten, Spendenchip:<br />
Das Einstehen<br />
der Gemeinde für<br />
einander im Wandel<br />
der Zeit“<br />
mit Sylvia Pfannschmidt<br />
und Anette Thiele,<br />
mit musikalischer Begleitung<br />
von Raphael Nigbur,<br />
17 Uhr, St. Nicolai-Kirche,<br />
Marktplatz, Gifhorn,<br />
Eintritt frei.<br />
Klassik-Konzert mit<br />
dem Hamburg Stage<br />
Ensemble Vivaldi and<br />
Friends: „Die vier<br />
Jahreszeiten“<br />
ab 17 Uhr, Remmler Hof,<br />
Bahnhofstraße 4b, Brome,<br />
Vorverkauf: 28,90 Euro<br />
pro Person, Abendkasse:<br />
32,90 Euro pro Person.<br />
Mo. 07.11.<br />
Jubiläumsveranstaltung<br />
der Herz-Selbsthilfegruppe<br />
Gifhorn<br />
9 bis 11 Uhr, St. Altfrid,<br />
Pommernring 2, Gifhorn.<br />
Autorenlesung<br />
für Kinder mit<br />
Charlotte Habersack:<br />
„Bitte nicht öffnen“<br />
17 bis 18 Uhr, Rathaus,<br />
Hauptstraße 15, Meine,<br />
Anmeldung: buecherei@<br />
papenteich.de, für Kinder<br />
ab 8 Jahren.<br />
Multimedia-Show:<br />
„Im Fluss – 6000<br />
Kilometer auf Missouri<br />
und Mississippi“<br />
mit Dirk Rohrbach,<br />
19.30 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn,<br />
Tickets: 10 Euro pro Person,<br />
Kombiticket für alle<br />
3 Veranstaltungen:<br />
25 Euro pro Person.<br />
Di. 08.11.<br />
Archäologie-Vortrag:<br />
„Überraschung aus<br />
der Jungsteinzeit –<br />
Die Ausgrabungen<br />
des Erdwerks bei<br />
Jerxheim, Landkreis<br />
Helmstedt, und seine<br />
Stellung im regionalen<br />
Kontext“<br />
mit Agathe Palka, 19 Uhr,<br />
Bürgerhaus, Hauptstraße<br />
18, Schwülper.<br />
Mi. 09.11.<br />
Blutspende<br />
in Gifhorn<br />
9 bis 19.30 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn.<br />
Martinimarkt<br />
in Wittingen<br />
11 bis 22 Uhr, Altstadt und<br />
Marktplatz, Langestraße,<br />
Wittingen.<br />
Do. 10.11.<br />
Martinimarkt<br />
in Wittingen<br />
11 bis 22 Uhr, Altstadt und<br />
Marktplatz, Langestraße,<br />
Wittingen.<br />
Pflegeberatung des<br />
Senioren- und<br />
Pflegestützpunktes<br />
Niedersachsen<br />
14.30 Uhr, Treffpunkt,<br />
Schulstraße 321, Isenbüttel,<br />
Anmeldung: Tel. 05371-<br />
82820 oder pflegestuetzpunkt@gifhorn.de.<br />
Blues-Rock-Konzert:<br />
Vanja Sky & Band<br />
20 Uhr, Kultbahnhof,<br />
Am Bahnhof Süd 9, Gifhorn,<br />
Tickets: 16,52 Euro<br />
pro Person.<br />
Frauenkino:<br />
„Mein Sohn“<br />
Einlass: 19.30 Uhr,<br />
Beginn: 20 Uhr, Kinocenter,<br />
Steinweg 34, Gifhorn.<br />
Fr. 11.11.<br />
Klassik-Konzert:<br />
Saitensprung<br />
19 Uhr, Zum Landhaus,<br />
Allerstraße 4, Dannenbüttel.<br />
Sa. 12.11.<br />
Tag der offenen Tür in<br />
der Kreismusikschule<br />
14 bis 17 Uhr, Kreismusikschule,<br />
Freiherr-vom-Stein-<br />
Straße 24, Gifhorn.<br />
Schlagerparty<br />
im Tanzlokal<br />
Bei Micha<br />
20 Uhr, Bei Micha,<br />
Sonnenweg 30,<br />
Gifhorn,<br />
Eintritt: 5 Euro<br />
pro Person.<br />
Französische<br />
Chansons mit<br />
Arnaud Muzard:<br />
Chansons à Deux<br />
20.30 Uhr,<br />
Mr. Barman‘s Bierund<br />
Weinkeller, Braunschweiger<br />
Straße 15,<br />
Gifhorn, Eintritt frei.<br />
So. 13.11.<br />
Kindertheater:<br />
„Till Eulenspiegel“<br />
14.30 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2,<br />
Gifhorn, für Kinder<br />
ab 6 Jahren.<br />
… wenn die kleinen<br />
Engel toben<br />
Mo. 14.11.<br />
Vortrag und<br />
Impulsführung:<br />
„Digitale Methoden<br />
in der Archäologie“<br />
18 Uhr, Schloss,<br />
Schlossplatz 1,<br />
Gifhorn.<br />
Taizé-Gebet in Gifhorn<br />
18.15 bis 18.45 Uhr, Torbogen,<br />
Schloss, Schlossplatz<br />
1, Gifhorn.<br />
Multimedia-Show:<br />
„Im Oldtimer in<br />
12 Monaten quer<br />
durch Asien – Seidenstraße,<br />
Iran, Mongolei,<br />
China“<br />
mit Thomas Rahn,<br />
19.30 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn,<br />
Tickets: 10 Euro pro Person,<br />
Kombiticket für alle<br />
3 Veranstaltungen:<br />
25 Euro pro Person.<br />
Mi. 16.11.<br />
Ökumenischer<br />
Gottesdienst zum<br />
„Blues- und Bettag“<br />
mit Live-Musik, 18 Uhr,<br />
St. Bernward, Kirchweg 7,<br />
Gifhorn.<br />
Fr. 18.11.<br />
Laternenumzug durchs<br />
Otter-Zentrum<br />
Getränke: ab 16.30 Uhr,<br />
Beginn Umzug: 18 Uhr,<br />
Otter-Zentrum,<br />
Sudendorfallee 1,<br />
Hankensbüttel,<br />
Teilnahme kostenfrei.<br />
Kammermusik-<br />
Konzert: Hamburg<br />
Chamber Players<br />
20 Uhr, Schloss,<br />
Schlossplatz 1, Gifhorn,<br />
Tickets: ab 15 Euro<br />
pro Person.<br />
Wir suchen für die Diakonische Jugend- und<br />
Familienhilfe Kästorf GmbH für die Regionen<br />
Gifhorn und Braunschweig in Voll- oder Teilzeit<br />
Pädagogische<br />
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0 53 71 - 721 310.<br />
Dachstiftung<br />
Diakonie<br />
66 <strong>KURT</strong><br />
<strong>KURT</strong> 67
Tipps & Termine<br />
Raum für Notizen<br />
Sa. 19.11.<br />
Familienkonzert:<br />
„Die Wichtelkinder“<br />
15 Uhr, Schloss,<br />
Schlossplatz 1, Gifhorn,<br />
Tickets: 5 Euro pro Person.<br />
Schwarzlicht-<br />
Sportevent<br />
in Calberlah<br />
18 bis 22 Uhr, Sporthalle,<br />
An der Sporthalle,<br />
Calberlah, für Jugendliche<br />
ab 12 Jahren.<br />
Glam-Rock-Konzert:<br />
Sweety Glitter &<br />
The Sweethearts<br />
Einlass: 19 Uhr,<br />
Beginn: 20 Uhr,<br />
Kultbahnhof,<br />
Am Bahnhof Süd 9,<br />
Gifhorn, Tickets:<br />
19,62 Euro pro Person.<br />
Poetry Slam:<br />
Pop(p)in‘ Poetry<br />
20 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn.<br />
Live-Musik:<br />
Die Zmaties und<br />
Punkbusters<br />
20 Uhr, Flax, Braunschweiger<br />
Straße 3a, Gifhorn.<br />
Travestieshow:<br />
„Auf Männerfang“<br />
mit Gina de l‘Amore<br />
optionales Buffet: 16 Uhr,<br />
Beginn der Vorstellung:<br />
20 Uhr, Remmler Hof,<br />
Bahnhofstraße 4,<br />
Brome, Tickets:<br />
www.remmlerhof.de,<br />
Kosten mit Buffet:<br />
59,80 Euro pro Person,<br />
ohne Buffet 27 Euro<br />
pro Person.<br />
So. 20.11.<br />
Kindertheater:<br />
„Der kleine<br />
Rabe Socke“<br />
14.30 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn,<br />
für Kinder ab 4 Jahren.<br />
Mo. 21.11.<br />
Erste-Hilfe-Lehrgang<br />
für Herzpatienten und<br />
Angehörige: „Zum<br />
Lebensretter werden<br />
– Lehrgang zur Ersten<br />
Hilfe“ (Basiskurs)<br />
8.30 bis 14 Uhr,<br />
Im Weilandmoor 5, Gifhorn,<br />
Anmeldung: Tel. 05371-<br />
804480, Teilnahme:<br />
20 Euro pro Person.<br />
Multimedia-Show:<br />
„Irland – Bis ans<br />
Ende der Welt“<br />
mit Hartmut Krinitz,<br />
19.30 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn,<br />
Tickets: 10 Euro pro Person,<br />
Kombiticket für<br />
alle 3 Veranstaltungen:<br />
25 Euro pro Person.<br />
Di. 22.11.<br />
Erste-Hilfe-Lehrgang<br />
für Herzpatienten und<br />
Angehörige:<br />
„Zum Lebensretter<br />
werden – Lehrgang<br />
zur Ersten Hilfe“<br />
(Basiskurs)<br />
8.30 bis 14 Uhr,<br />
Im Weilandmoor 5, Gifhorn,<br />
Anmeldung: Tel. 05371-<br />
804480, Teilnahme:<br />
20 Euro pro Person.<br />
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05371-938611 | wagner@fibav.de<br />
Blutspende<br />
in Isenbüttel<br />
15 bis 19.30 Uhr,<br />
Schulforum,<br />
Schulstraße 31,<br />
Isenbüttel.<br />
Theater:<br />
„Der Gott des<br />
Gemetzels“<br />
20 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn.<br />
Fr. 25.11.<br />
Improvisationstheater:<br />
„Hidden Shakespeare“<br />
20 Uhr, Stadthalle,<br />
Schützenplatz 2, Gifhorn.<br />
Do. 24.11.<br />
Pflegeberatung<br />
des Senioren- und<br />
Pflegestützpunktes<br />
Niedersachsen<br />
14.30 Uhr, Treffpunkt,<br />
Schulstraße 321, Isenbüttel,<br />
Anmeldung: Tel. 05371-<br />
82820 oder pflegestuetzpunkt@gifhorn.de.<br />
Fahrstuhl-Rock-Konzert:<br />
Tom & Passi<br />
20.30 Uhr, Mr. Barman‘s<br />
Bier- und Weinkeller,<br />
Braunschweiger Straße 15,<br />
Gifhorn, Eintritt frei.<br />
Sa. 26.11.<br />
Wintermarkt und<br />
Saisonabschluss<br />
im Otter-Zentrum<br />
13 bis 18 Uhr, Otter-<br />
Zentrum, Sudendorfallee 1,<br />
Hankensbüttel, Eintritt zum<br />
Marktbereich frei.<br />
Adventstreffen<br />
in der Wassermühle<br />
Wahrenholz<br />
ab 15 Uhr, Wassermühle,<br />
Hauptstraße 66,<br />
Wahrenholz.<br />
Power-Pop’n‘Rock-<br />
Konzert: Di6e<br />
Einlass: 19 Uhr,<br />
Beginn: 20 Uhr,<br />
Kultbahnhof,<br />
Am Bahnhof Süd 9,<br />
Gifhorn, Tickets:<br />
16,52 Euro pro Person.<br />
Hit-Mix-Party<br />
im Tanzlokal<br />
Bei Micha<br />
20 Uhr, Bei Micha,<br />
Sonnenweg 30, Gifhorn,<br />
Eintritt: 5 Euro pro Person.<br />
Rock-Konzert:<br />
Van Damned und Rusty<br />
20 Uhr, FBZ Grille,<br />
Ludwig-Jahn-Straße 12,<br />
Gifhorn.<br />
So. 27.11.<br />
Weihnachtsmarkt<br />
für Hunde am<br />
Tankumsee<br />
mit verschiedenen<br />
Vorführungen: Hundefrisbee,<br />
Hundesport und<br />
Schutzhundvorführung,<br />
10 bis 17 Uhr, Tankumsee,<br />
Dannenbütteler Weg 12,<br />
Isenbüttel, Eintritt frei.<br />
Der nächste <strong>KURT</strong><br />
erscheint am 16. <strong>Nov</strong>ember.<br />
Redaktions- und<br />
Anzeigenschluss<br />
ist am 31. <strong>Okt</strong>ober.<br />
Einsendungen per E-Mail an<br />
redaktion@kurt-gifhorn.de.<br />
Raum für Notizen<br />
Tanzende<br />
Rebellion<br />
Von Marieke Eichner<br />
So viel haben wir in den vergangenen<br />
zwei Jahren von Pandemien gelesen, gehört<br />
und gesehen, in den Berichten von<br />
Seuchen vergangener Jahrhunderte nach<br />
Zukunftsprognosen gesucht, dabei haben<br />
wir eines der interessantesten Phänomene<br />
bisher übersehen: die Tanzepidemie.<br />
Im 14. bis 17. Jahrhundert kam es in<br />
den Gebieten, die heute Frankreich, Niederlande<br />
und Deutschland heißen, immer<br />
wieder zu regionalen Ausbrüchen der<br />
„Tanzwut“. Menschen, meist Frauen, fingen<br />
aus unerfindlichen Gründen an, sich<br />
rhythmisch zu bewegen – und hörten damit<br />
auch nicht mehr auf. Andere schlossen<br />
sich an, sie tanzten bis zur Besinnungslosigkeit,<br />
manchmal bis in den Tod.<br />
Waren halluzinogene Pflanzen oder gar<br />
Spinnenbisse die Ursache? Sicher hatte<br />
der Teufel seine Hände im Spiel! Heute<br />
gibt‘s eine andere Interpretation: Der<br />
ungestüme Tanz war Ausdruck individueller<br />
Suche nach dem Transzendenten,<br />
nach Gott, und Auflehnung gegen Unterdrückung<br />
durch religiöse Autoritäten.<br />
Die jedenfalls waren gar nicht begeistert<br />
von diesem unkontrollierbaren Exzess.<br />
Tanzen ist in erster Linie Ausdruck von<br />
Energie, von Ekstase, die ihr Ventil in der<br />
körperlichen Bewegung sucht. Vor allem<br />
jedoch ist Tanzen einer dieser einzigartigen<br />
Zustände, in denen der Mensch absolut<br />
individuell und gleichzeitig als Teil<br />
einer Gruppe existiert.<br />
Diese absolute Individualität basiert<br />
zum einen auf der natürlichen Einzigartigkeit<br />
jedes menschlichen Körpers.<br />
Zum anderen ist der Tanz, verbunden<br />
mit rhythmischer Musik, ein Ganz-beisich-sein,<br />
ein Die-Welt-Ausblenden. Indes:<br />
Wenn Individuen gemeinsam zur<br />
gleichen Musik tanzen, somit in ihrer<br />
Verschiedenartigkeit der Bewegungen<br />
dennoch eine Einheit bilden, entsteht gesellschaftliche<br />
Zugehörigkeit.<br />
Und genau aus diesem Grund bereitete<br />
die Tanzepidemie den Autoritäten mächtig<br />
Unbehagen – und tut es auch heute<br />
noch. Beim „Arabischen Frühling“ tanzten<br />
Demonstrant*innen 2011 auf dem<br />
Tahrir-Platz in Kairo; bei den feministischen<br />
Demonstrationen 2015 in Buenos<br />
Aires und landesweit in Polen 2016 war<br />
ebenfalls der Tanz Ausdruck und Teil der<br />
Rebellion. Die Liste der getanzten Rebellionen<br />
ist lang.<br />
Jetzt, im Jahr <strong>2022</strong>, tanzen russische<br />
Frauen in der ostsibirischen Stadt Jakutsk<br />
den traditionellen „Osuokhai“ um<br />
die – für einen kurzen Moment – machtlose<br />
Polizei und rufen „Nein zum Krieg,<br />
nein zum Völkermord“. Und im Iran, wo<br />
Frauen das Singen und Tanzen in der Öffentlichkeit<br />
verboten ist, schallt „Frauen,<br />
Leben, Freiheit“ durch die Straßen, während<br />
sich die Menschen ausgelassen gemeinsam<br />
rhythmisch zur Musik bewegen.<br />
„Wenn ich nicht tanzen kann, will ich<br />
kein Teil Eurer Revolution sein“, schrieb<br />
einst die US-amerikanische Anarchistin<br />
Emma Goldman sinngemäß in ihrer Autobiografie.<br />
Jetzt, im Jahr <strong>2022</strong>, wäre sie<br />
bestimmt ebenfalls von der Tanzepidemie<br />
infiziert.<br />
68<br />
<strong>KURT</strong> <strong>KURT</strong>69
<strong>KURT</strong><br />
<strong>KURT</strong> druckt<br />
klimaneutral<br />
48,503<br />
Tonnen CO 2<br />
wurden<br />
bereits kompensiert<br />
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Bastian Till Nowak. Redaktion: Bastian Till Nowak (Chefredakteur), Marieke Eichner, Selina Sanft, Malte Schönfeld, Daniela<br />
Stephan. Redaktionelle Mitarbeit: Matthias Bosenick, Jens Neumann, Mia Anna Elisabeth Timmer, Martin Wrasmann, Nina<br />
Danker (Praktikantin). Layout: Michael Arnold, Erwin Klein, Aileen Kristen, Bastian Till Nowak, Selina Sanft. Fotos (sofern<br />
nicht anders angegeben): Tomas Rodriguez (Titelseite), Bastian Till Nowak, Mia Anna Elisabeth Timmer, Michael Uhmeyer,<br />
Adobe Stock sowie jeweilige Veranstalter und Kooperationspartner. Comic: Greta von Richthofen, Bastian Till Nowak. Auflage:<br />
6000 Exemplare. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Juliane Werthmann, Tel. 05371-9414151, werthmann@kurtgifhorn.de.<br />
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Magazin <strong>KURT</strong>, Redaktion, Am Laubberg 12, 38518 Gifhorn, redaktion@kurt-gifhorn.de. Internet: www.kurt-gifhorn.de.<br />
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