Aufrufe
vor 5 Jahren

Ausgabe als PDF - Republik

Ausgabe als PDF - Republik

SEriE Vom Wirken im

SEriE Vom Wirken im Verborgenen rePOrtage Was die Operatoren der Asfinag-Verkehrsleitzentrale alles für einen möglichst flüssigen und sicheren Verkehr tun, nehmen viele Autofahrer nicht wahr. Deshalb begab sich REPUBLIK auf Lokalaugenschein nach Inzersdorf. Text Andrea Krieger Fotos Simon Jappel Christian Ebner zeigt auf das neueste Spielzeug der Leitzentrale: die österreichweite Verkehrslagenübersicht. Die operatorin an seiner Seite versorgt u. a. die Ö3-redaktion mit Infos. reportage repUBlik widmet den spannendsten Berufen im Öffentlichen Dienst eine eigene serie. sie gibt einblicke in die arbeitsweisen und spielräume, sachzwänge und herausforderungen eines Jobs im Öffentlichen Dienst. 20 Dezember 2012 Der Monitor zeigt einen Stau. Eine Rettungsgasse bildet sich. Zufriedene Gesichter in der Verkehrsleitzentrale (VLZ) der Asfinag. Bis ein LKW, ganz in „King-of-the-road“-Manier, in die frei gemachte Spur wechselt und alles kaputtmacht. Das sind Momente, da wünschen sich die VLZ-Mitarbeiter, auch Operatoren genannt, sie könnten in den Bildschirm hineingreifen, das delinquente Fahrzeug wie ein Matchbox-Auto packen und zu den anderen „braven“ Fahrzeugen stellen. Wer rettet die Rettungsgasse? „Bei mehreren Spuren klappt die Rettungsgasse bisher leider nur in jedem zweiten Fall“, bedauert Christian Ebner, Leiter der Abteilung Verkehrsmanagement, zu der auch die VLZ gehört. Noch ist er zuversichtlich: „Bei der Gurtenpflicht hat es auch etwas gedauert, bis sie befolgt wurde.“ Im oben beschriebenen Fall können die Operatoren nur noch reagieren und die Angelegenheit der Polizei melden. Oft genug verhindern sie allerdings, dass es überhaupt zu Unfällen oder Staus kommt. „Unsere Aufgabe ist die Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses sowie die Erhöhung der Streckenverfügbarkeit auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen“, sagt Ebner. Letzteres bedeutet, dass jede Stelle nach einem Zusammenstoß, Bauarbeiten oder Winterdienst schnellstmöglich wieder befahrbar sein muss. „Wir wollen in Europa zu den Besten gehören“, so Ebner. Es geht um stolze 2.175 Kilometer Netzlänge. Dementsprechend imposant ist das Büro der nationalen VLZ in Wien-Inzersdorf – von der Größe als auch von der Ausstattung her. Bildschirme, wohin das Auge reicht. Sie sind immer eingeschaltet, denn hier arbeiten insgesamt 17 Mitarbeiter rund um die Uhr, zeitgleich versehen jeweils drei bis vier Operatoren ihren Dienst. Über 4.071 am Streckennetz verteilte Videokameras bekommen sie Einblick in das Verkehrsgeschehen an vielen Orten und in allen Tunnels. Besonders reichhaltige Infos und Steuerungsmöglichkeiten gibt es im Bereich von Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA). Deren zwölf sind derzeit in ganz Österreich an neuralgischen Punkten in Betrieb. Macht insgesamt

500 Kilometer. Was der Laie davon wahrnimmt, ist eine Art Brücke mit Anzeigen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Warnung vor besonderen Gefahren, Staus und Überholverboten. Mindestens ebenso wichtig sind Sensoren, die Daten wie Verkehrsmenge, -dichte und -geschwindigkeit generieren, aber auch auf Witterung reagieren. Morgenverkehr Auf Basis dieser technischen Hilfsmitten hat jeder Mitarbeiter seine Schwerpunktgebiete. Am Vormittag des 9. Oktober betrachtet ein Mitarbeiter auf seinem Monitor das Anlagebild (siehe auch Bild 2) der Südost-Tangente mit den Knoten Kaisermühlen und Prater. Ein Mausklick und er sieht alle Schaltungen in diesem Gebiet. Derzeit dominiert die Farbe Grün. Bedeutet: Der Verkehr geht zügig voran. Wenige Stunden davor war wie jeden Morgen noch viel Orange zu sehen – ein Zeichen für gedrosseltes Tempo, klassisch für den Berufsverkehr. Vieles machen die Verkehrsbeeinflussungsanlagen von selbst. Ebner: „Bei entsprechender Verkehrsdichte oder Nässe schalten die VBA mit ihren Sensoren automatisch und regeln die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nach unten.“ Für die Operatoren bleibt dennoch genug zu tun. Manuelle Regulierungen sind etwa im Falle von Baustellen nötig. Nur so können die Autobahnmeistereien möglichst rasch und ungestört arbeiten, damit der Bereich rasch wieder freigegeben wird. Bei Unfällen wiederum ist die Polizei und die für den Abschnitt zuständige Straßenbahnmeisterei anzurufen und per Mausklick ein Räumpfeil einzuschalten. Dass im Nebenraum ein Ö3-Verkehrsredakteur sitzt, ist kein Zufall. Man informiert sich gegenseitig. Der Sender gibt Zusammenstöße oder Geisterfahrerbeobachtungen weiter, die Ö3ver von Stellen melden, wo es keine Kameras oder VBAs gibt. InFo Asfinag-Verkehrsmanagement Verifizierung Nicht zuletzt überprüft die Truppe, ob die automatischen Schaltungen der VBA korrekt sind und korrigiert diese notfalls. Ein Beispiel: Immer wieder wird bei schönstem Wetter Schleudergefahr angezeigt, weil aus irgendeinem Grund ein Wassertropfen auf dem Nässesensor landete. Es sind Warnungen wie diese, die zu Verärgerung bei den Autofahrern führen. Insgesamt sind die Zufriedenheitswerte aber gestiegen. So liest man im aktuellen Geschäftsbericht der Asfinag, dass sich der Customer Satisfaction Index zwischen 2005 und 2011 von 63 auf 72 Prozent erhöht hat. Dass die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden laut dem Unternehmen zwischen 2003 und 2011 von 2.802 auf 1.824 gesunken ist, darf die Operatoren ebenfalls freuen. Weniger Unfälle? Kritik kam indessen 2009 vom Rechnungshof. „Die in den Konzepten enthaltenen hohen Erwartungen in die Wirkung von VBA, insbesondere der Rückgang der Unfälle um 35 Prozent, waren teilweise nicht nachvollziehbar“, hieß es da. Dazu Ebner: „Man konnte damals nur von Annahmen und Studien ausgehen. Jetzt wird erstmals eine Tiroler VBA von der TU Graz evaluiert. Da wird man sehen, was diese Einrichtungen wirklich bringen.“ Der Rechnungshof empfahl 2009 aus Kostengründen auch eine abgespeckte Variante der vorgeplanten Anlagen, was bereits beherzigt wurde. Auf die Operatoren kommen ebenfalls Änderungen zu. So wird es in Kürze mehr Arbeit für die Mitarbeiter in den neun regionalen Verkehrsleitzentralen geben. Bisher in erster Linie für die Tunnels zuständig, werden diese nun auch mit den VBA in ihrer Nähe betraut. In Inzersdorf hingegen wird man sich verstärkt dem Großraum Wien und den Wechselwegweisungen widmen. Funktion: Die zur asfinag service gmbh gehörige abteilung Verkehrsmanagement wurde 2005 gegründet und leistet einen zentralen Beitrag für rasches und sicheres Weiterkommen auf den autobahnen und schnellstraßen. sie ist für die telematischen anlagen sowie Verkehrsstatistik und -prognose zuständig. Organisation: es gibt neun regionale und eine nationale Verkehrsleitzentrale mit sitz in Wien-inzersdorf. Gebarung: Die asfinag finanziert sich aus den Vignetten für pkW und der Maut für lkW. 2011 waren dies rund 1,5 Milliarden euro. Die abteilung Verkehrsmanagement bekam davon 4,65 Millionen euro. Leitung: Christian ebner führt die 100-Mitarbeiter-abteilung Verkehrsmanagement, technischer geschäftsführer der asfinag service gmbh ist der studierte techniker rainer kienreich, kaufmännischer Chef der Jurist Josef Fiala. Dezember 2012 SEriE » Wird Schleudergefahr bei schönstem Wetter angezeigt, liegt es oft an einem Tropfen Wasser auf dem Sensor. Christian Ebner, Asfinag 21

Welche Zukunft hat der ländliche Raum? - republik
Tschechische Republik 2012 - Vespucci Tours
Download der Ausgabe als PDF (10,6 MB - Schwerin Live
Ausrufung der Republik - Forum Politische Bildung
Komplette Ausgabe als Heft laden - economyaustria
DOMINIKANISCHE REPUBLIK - Asonahores
pdf der aktuellen Ausgabe - moving
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des ...
PDF-Ausgabe - G´sund Online
Aktuelle Ausgabe als PDF - Ortszeitungen.de