Die sanfte Medizin aus Ihrer Apotheke - S&D-Verlag GmbH

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Die sanfte Medizin aus Ihrer Apotheke - S&D-Verlag GmbH

www.Naturheilkunde-und-Gesundheit.com

Die sanfte Medizin aus Ihrer Apotheke

03 | 2013

Diese Ausgabe

wurde von

Ihrer Apotheke

bezahlt

Hildegard

Medizin

Angst vor dem

Zahnarzt?

Krank durch

Leder!


inhalt

www.naturheilkunde-und-gesundheit.com

Foto: © wikimedia/Hannes Grobe

Titelfoto: © racamani/Fotolia

14

Zubereitung von

Kräutertee

18

Parodontitis bringt

Gesundheitsprobleme

Foto: © KKH

Nachgefragt

06 Krank durch Leder!

Wellness und Gesundheit

20 So essen Senioren!

29 „Ätherische Öle“ – Lavendel

22

So essen Senioren!

Bitterstoffe machen fit!

26

Foto: © wikimedia

Foto: © wikimedia

Themen des Monats

04 Was hat jetzt Saison?

04 Würziger Staudensellerie

04 Das kleine Rezept: Sellerie-Apfelsalat

04 Ostereier natürlich färben

05 Gesunder Frühjahrsputz

05 Gewicht halten

05 Buchtipp: Duftküche

05 Zahl des Monats: 20

Alternative Heilmethoden

12 Die neue Saft-Therapie

14 Zubereitung von Kräutertee

22 Hildegard Medizin

28 Serie „Naturheilkundliche Diagnoseverfahren“ –

Hand- und Nageldiagnose

30 „Bachblüten“ – 3. Beech

30 Naturheilkunde-Wissen

Ratgeber Gesundheit

03 Heilsame Gewürze & Kräuter: Basilikum

08 Selbsthilfegruppen: Hashimoto – Thyreoiditis

10 Angst vor dem Zahnarzt?

11 Glatt rasiert!

13 Guter Rat aus Ihrer Apotheke

15 Alles kalter Kaffee?

18 Parodontitis bringt Gesundheitsprobleme

19 Gewinnspiel

24 Schmerzfrei durch Bewegung – 3. Teil

26 Bitterstoffe machen fit!

Rubriken

16 Rezept-Kalender

25 Rätsel

31 Impressum

31 Vorschau

32 Osterwünsche


atgeber gesundheit

Foto: © wikimedia

Fotos: © Fotolia (alle nacchfolgenden Seiten)

Basilikum

Die ursprünglich aus Indien stammende

Heil- und Gewürzpflanze Basilikum

(Ocimum basilicum) wurde im Mittelalter

schon in Klostergärten angebaut.

Damals nicht als Gewürz, sondern als

Medizin gegen Unfruchtbarkeit und

Depressionen. Das einjährige

Kraut mit den weichen, länglich-ovalen

gewölbten Blättern

wird auch als Königs-,

Pfefferkraut oder Nelkenbasilie

bezeichnet. Es gibt

zahlreiche Sorten, wie

fein-, mittel-, löffel- und

großblättriges, violett-, rotund

krausblättriges Basilikum,

die sich ein wenig in ihrer Würzkraft

und im Aroma unterscheiden. So überzeugt

Thai-Basilikum mit einem süßlichen

Anisgeruch und Zitrusbasilikum

mit einer Zitrusnote.

Die aromatisch-duftende Basilikum-Art

Tulsi (Ocimum sanctum) wird in Asien

als Heilmittel geschätzt und gilt in Indien

als heilige Pflanze. Neben den einjährigen

Sorten sind mehrjährige, afrikanische

und asiatische Basilikumarten, im

Handel erhältlich.

Foto: © wikimedia

Foto: © wikimedia/Rainer Zenz

Gesundheitsplus

Das Aroma von Basilikum ist je nach

Sorte, Klima, Boden und Erntezeitpunkt

unterschiedlich feurig-pfeffrig und

stammt von ätherischen Ölen wie Estragol,

Linalool und Eugenol. Aufgrund seines

hohen Gehalts an ätherischen Ölen,

verschiedenen Gerb-, Bitterstoffen, Saponine,

Mineralsalzen und Vitaminen

werden Basilikum nervenberuhigende,

appetitanregende, verdauungsfördernde,

blähungstreibende und krampflösende

Eigenschaften zugeschrieben.

Durch seine Bitterstoffe und Schärfe

unterstützt es die Eiweißverdauung und

durch seinen Saponingehalt die Fettverdauung.

Daher ist Basilikum eine gute

Gewürzzutat für schwerverdauliche

Speisen wie Hülsenfrüchte und fettreiche

Fleischgerichte. Basilikumtee ist

angezeigt gegen Blähungen, Magenproblemen

oder Appetitlosigkeit und kann

zum Gurgeln bei einer Halsentzündung

verwendet werden.

Basilikumkraut darf, nach Empfehlungen

des Bundesinstituts für Risikobewertung

(BGVV), nicht zu medizinischen

Zwecken, in größerer Menge und über

längere Zeit eingenommen werden. Das

gilt besonders für Kinder, Schwangere

und Stillende. In Tierversuchen zeigt der

hohe Gehalt an vorhandenem Estragol

eine mögliche kanzerogene Wirkung.

Frische Basilikumblätter sollen lästige

Mücken und Fliegen vertreiben und als

ätherisches Öl wird Basilikum in der

Aromatherapie eingesetzt. Es hilft bei

Insektenstichen, Schlaflosigkeit und

Migräne.

Küchentipps

Das empfindliche Kraut braucht zum

Wachsen viel Sonne und Wärme. In den

Mittelmeerländern findet Basilikum

ideale Bedingungen und ist dort Bestandteil

traditioneller Gerichte. Wer

kennt nicht Pesto, die klassische Basilikumsoße

zu Pasta oder den italienischen

Salat Caprese mit Tomaten, Mozzarella

und Basilikum? Das Aroma von

Basilikum passt zu Salaten, Gemüsegerichten,

Suppen, Soßen und

Fisch. Das Würzkraut ergänzt

sich gut mit Rosmarin, Thymian,

Oregano und Bohnenkraut.

Von Juni bis September

erscheinen kleine Blüten,

die je nach Basilikumsorte

weiß, rötlich oder violett gefärbt

sind. Diese können ebenfalls

gegessen und über Salate oder Brote

gestreut werden. Zum Würzen werden

nur einzelne Blätter und die Triebspitzen

der Basilikumpflanze geerntet, das

fördert den buschigen Wuchs und verlängert

die Ernte. Zum Konservieren

wird Basilikum besser in Öl oder Essig

eingelegt oder eingefroren,

denn getrocknet hat

es nicht mehr das volle

pfeffrig-scharfe Aroma.

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 3


themen

des

monats

Serie!

Foto: © Lebensmittelfotos.com

Foto: © wikimedia

Was hat

jetzt

Saison?

Viel frisches Gemüse, Salat und Kräuter vertreiben

die Frühjahrsmüdigkeit! Wer kein

Lagergemüse, wie Kohl und Wurzelgemüse

mehr sehen kann, greift jetzt gerne zu zartem

Frühlingsgemüse. Die ersten Radieschen,

Kohlrabi, Spinat und zarte Wildkräuter,

wie Löwenzahn, Brennnessel und Bärlauch,

machen Appetit auf Frühling!

Gerichten eine gewisse Würze. Von den äußeren

Stängeln müssen eventuell Fasern

abgezogen werden, während die inneren

Stängel zarter sind. Danach wird das Gemüse

kurz gewaschen und für Salat in Scheiben

oder für Gemüse in längere Stücke geschnitten.

Das würzige Gemüse hält sich im Kühlschrank

über eine Woche.

Das kleine Rezept:

Sellerie-Apfelsalat

Zutaten:

1 Zitrone

1 TL Honig

4 EL Sonnenblumenöl

Salz, Pfeffer

1 Staudensellerie

2 Äpfel

2 EL Sonnenblumenkerne

Zubereitung:

Sonnenblumenkerne in einer trockenen

Pfanne kurz leicht bräunen und sofort auf einem

Teller abkühlen lassen. Saft einer Zitrone

mit Honig verrühren und Öl unterschlagen.

Mit Pfeffer und Salz würzen. Staudensellerie

auseinanderbrechen, Stangen waschen, putzen

und in dünne Scheiben schneiden. Äpfel

waschen und in Würfel schneiden. Alles mit

der Salatsoße mischen und zuletzt die Sonnenblumenkerne

unterheben.

Foto: © Paul Offermanns

Würziger Staudensellerie

Das frische Stängelgemüse wird auch Stiel-,

Stangen- oder Bleichsellerie genannt und

gehört zu den kalorienärmsten Gemüsesorten.

Neben 90 Prozent Wasser ist das knackige

Gemüse vitamin- und mineralstoffreich

und enthält zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe.

Staudensellerie ist reich an Kalium,

Natrium, Magnesium und Kalzium. Sein hoher

Kaliumgehalt wirkt harntreibend und

sein Gehalt an ätherischen Ölen wirkt sich

günstig auf den gesamten Stoffwechsel aus.

Die hellgrünen, fleischigen, scharf-süßlich

schmeckenden Stangen geben saftige, erfrischende

Salate und lassen sich mit Obst, wie

Äpfel, Birnen, Orangen oder Ananas kombinieren.

Aber auch gedünstet in Suppen, Eintöpfen

und Aufläufen, gibt Staudensellerie

Foto: © wikimedia

Ostereier natürlich färben

Mit Farben aus der Natur bekommen

Ostereier schöne Pastelltöne. Naturfarben

wirken besonders gut auf weißen Eiern.

Braungelb bis goldbraun werden die

Eier, indem eine Hand voll äußerer Zwiebelschalen

in einem halben Liter Wasser

gekocht werden. In diesem Sud bleiben

die gekochten Eier 30 Minuten. Rot gefärbt

wird mit den äußeren Schalen roter

Zwiebeln oder mit einer zerkleinerten

Roten Bete, ein Lilarot wird durch Rotkohl

erreicht. In diesem Sud werden die

Eier hart gekocht. Spinat oder Brennnesselsaft

färbt grün und Matetee lindgrün.

Braun gefärbt werden die Eier mit

schwarzem Tee. Zuerst wird Tee aufgegossen

und darin die Eier hart gekocht.

Für Marmoreier werden die harten Eier

herausgefischt, etwas angeschlagen und

bleiben im Tee, bis sie kalt sind. Beim

Pellen zeigt das Eiweiß ein schönes Marmor-muster.

4 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © www.kneippverlag.com

Foto: © AOK-Mediendienst

Gesunder

Frühjahrsputz

Die Sonnenstrahlen bringen es an den Tag,

über Winter haben sich Staub und Schmutz

angesammelt. Jetzt ist wieder die Zeit zum

Aufräumen und Großreinemachen. Für diesen

Zweck werden, von der Werbung animiert,

zahlreiche Putzmittel für alle möglichen

Zwecke eingekauft. Doch laut Verbraucherorganisationen

sind die meisten Produkte

überflüssig, schaden der Umwelt,

dem Portemonnaie und der Gesundheit. In

einem normalen Haushalt kommen Sie in

der Regel mit wenigen Reinigungsmitteln

aus. Ein paar Spritzer Seifenreiniger genügen

meist zum Säubern von glatten Oberflächen

in der Küche, im Bad und zum Wischen

von glatten Böden. Mit einem Spritzer Geschirrspülmittel

und etwas Spiritus in klarem

Wasser und einem Gummiabzieher

werden Fenster wieder sauber und streifenfrei.

Herd und Backofen können Sie ebenfalls

mit etwas Geschirrspülmittel oder einem

milden Allzweckreiniger, Scheuermilch

oder -pulver und einem Topfschwamm reinigen.

Backofensprays sind in der Regel

nicht erforderlich. Spülbeckenarmaturen

und Kalkablagerungen im Bad lassen sich

gut mit Essig oder Zitronensäure entfernen.

Auf Desinfektionsmittel sollten Sie im Haushalt

generell verzichten. Der übertriebene

Gebrauch solcher Mittel belastet unnötig

die Umwelt und gefährdet Ihre Gesundheit.

Antibakterielle Reinigungsmittel, greifen die

Hautflora an, können Bakterien unempfindlich

für Antibiotika machen und Kontaktallergien

auslösen.

Foto: © Techniker Krankenkasse

Gewicht

halten

Wer nach erfolgreicher Diät oder einer

Fastenwoche seine Winterpfunde verloren

hat, möchte auf keinen Fall wieder zunehmen.

Ernährungsberater raten zu einer Ernährungsumstellung

und einer vermehrten Bewegung.

Für eine langfristige erfolgreiche

Gewichtsreduzierung und -stabilität sind

folgende Strategien erfolgsversprechend.

• Kontrollieren Sie Ihr Essverhalten und lassen

Sie aber auch spontane Esswünsche zu.

• Regelmäßige, geplante Mahlzeiten unterstützen

ein stabiles Gewicht.

• Eine fettbewusste, gemüse- und obstbetonte

Lebensmittelauswahl hilft, das Gewicht

zu halten.

• Reduzieren Sie langfristig die Nahrungsmenge

und passen Sie die Aufnahme Ihrem

tatsächlichen Verbrauch an.

• Essen Sie bewusst und entspannt. Vermeiden

Sie neben einer anderen Beschäftigung

zu essen.

• Programme zur Stressbewältigung

und Entspannung tragen ebenfalls

zum Erfolg bei.

• Nicht zuletzt verspricht regelmäßiger

Ausdauersport von mehr als zwei Stunden

wöchentlich eine Gewichtsstabilität.

Kochen mit

ätherischen

Ölen

Naturreine ätherische Öle aus der Apotheke

eignen sich nicht nur für Duftlampe und

Massageöl, mit ihnen können auch Gerichte

aromatisiert werden. Die bekannte Aromaexpertin

Maria M. Kettenring zeigt, welche

Öle verwendet werden, stellt sie in Portraits

dar und verrät Vital-Rezepte mit aromatischen

Würzsalzen, -pestos, -ölen oder auch

-sirupen. Kartoffelkürbispüree mit Ingwerduft,

Zitrus-Kräuterquark, Kohlrabistreifen

mit Dillerlei-Creme oder Apfelgelee mit

Rosenduft, gespickt mit vielen Tipps der

modernen Duftküche, machen Lust aufs

Ausprobieren.

Maria M. Kettenring

Duftküche

Kneipp-Verlag, Wien

ISBN: 978-3-7088-0561-0

19,99 Euro

Zahl des Monats

Am 20. März ist Frühlingsanfang!

An diesem Tag ist es genau zwölf Stunden

hell (Tag) und zwölf Stunden dunkel (Nacht).

Ab diesem Termin werden die Tage

wieder länger!

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 5


nachgefragt

Krank durch Leder!

Foto: © wikimedia/ Tomascastelazo

So ist das Image, doch die Wirklichkeit sieht oft ganz anders aus!

Leder enthält meist erschreckend viel Chemie, verursacht

durch Gerbstoffe, Farbstoffe und Fettungsmittel. In Lederkleidung

und Schuhen finden sich krebserregende Amine aus

Farbstoffen, Schwermetalle wie Blei, Arsen und Zink, giftige

Konservierungsstoffe und Chromat. Stoffe, die bei Kontakt Allergien

und Ekzeme auslösen können. Tatsache ist: Die meisten

Lederwaren belasten von der Produktion bis zur Entsorgung die

Umwelt und die Gesundheit von Menschen.

Konserviert,

gegerbt und gefärbt!

Von der Tierhaut bis zum fertigen Produkt liegen

mehrere Bearbeitungsprozesse. Tierhäute

sind leicht verderblich und müssen konserviert

werden. Vor der Gerbung werden sie mit Seifen,

Tensiden, Enzymen und Ätzchemikalien von

Haaren und Fleischresten befreit. Diese Stoffe

belasten Abwässer und Kläranlagen. Durch eine

Chrom-Gerbung kann in wenigen Stunden

aus den Häuten ein weiches strapazierfähiges

Material entstehen. Dabei gelangt das giftige

Schwermetall in das Leder, in das Abwasser und wird in die

Umwelt verteilt.

Damit Leder farbig und pflegeleicht wird, muss die Oberfläche

weiter chemisch behandelt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten

Leder zu färben. Bei der Fassfärbung wird das Leder

mit Anilinfarbstoffen durch und durch gefärbt. Bei der Bürstenfärbung

wird die Farblösung nur auf der Narbenseite aufgetragen

und bei der Spritzfärbung werden Deckfarben aufgesprüht.

Im Ausland werden Azofarbstoffe eingesetzt, die krebserregende

aromatische Amine abspalten. In Deutschland sind sie verboten.

Eine Imprägnierung mit Silikonverbindungen, Fluorkohlenwasserstoffen

oder synthetischen Harzen sorgt dafür, dass

Foto: © wikimedia

Wasser von Schuhen und Jacken abperlt. Dadurch ist die

versiegelte Oberfläche nicht mehr durchlässig für Luft und

Wasserdampf.

Lederbearbeitung belastet die Gesundheit

In Deutschland gibt es nur noch wenige Gerbereien. Die Lederbearbeitung

findet heute überwiegend in Ländern statt, in denen

Lohnkosten niedrig und die Umweltschutzauflagen weniger

streng sind oder fehlen. Weite Transportwege der Rohhäute

nach Indien oder China machen zusätzliche Chemie notwendig.

Um die Häute vor Schimmel und Fäulnis zu

schützen, muss direkt nach der Schlachtung

konserviert werden. Bis 1989 wurde dafür der

giftige Konservierungsstoff Pentachlorphenol

(PCP) eingesetzt. Einige phenolhaltige Ersatzstoffe

sind aber ebenso gefährlich. Die Lederherstellung

führt in den verarbeitenden südlichen

Ländern zu Umweltschäden und bei den

dort lebenden Menschen zu massiven Gesundheitsproblemen.

Die Abwässer gelangen ungeklärt

in Flüsse und Grundwasser, vergiften

Trinkwasser und machen Felder unfruchtbar. In

den Gerbereien arbeiten die Menschen, darunter auch Kinder,

ohne Atemschutz und Handschuhe. Viele von ihnen haben Allergien,

Hauterkrankungen, Durchfall, Asthma und Husten.

Aber auch die Käufer von chromgegerbtem Leder sind gesundheitlich

gefährdet und können mit giftigen Chromverbindungen

belastet sein. Besonders bei schlecht verarbeitetem Leder werden

die überschüssigen Chrom-Moleküle nicht ausgewaschen.

So kann Chrom, beim Tragen von Schuhen (ohne Strümpfe)

oder Uhrenarmbändern, durch den Schweiß herausgelöst werden

und bei Menschen Allergien auslösen. Orientierung kann

hier das FOC-Zeichen (free of chrome) bieten, dass auf chromfrei

gegerbtes Leder hinweist.

6 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Jacken, Taschen, Schuhe, Geldbörsen oder

Uhrenarmbänder aus Leder gelten als hochwertige

Naturprodukte, die langlebig und strapazierfähig sind,

gut aussehen und sich gut anfühlen.

Es geht auch anders!

Alternative Lederhersteller stellen Leder so weit wie möglich

verträglich für Mensch, Tier und Umwelt her. Extrakte aus

Pflanzenteilen wie Baumrinden, Früchten oder Gallen werden

zum Konservieren des Leders verwendet und überwiegend

Querbracho-, Mimosa-Extrakte und Extrakte aus heimischen

Rhabarberwurzeln als pflanzliche Gerbmittel eingesetzt. Die

pflanzliche (vegetabile) Gerbung ist viel aufwändiger als eine

Chromgerbung.

Farbig wird das Leder durch die unterschiedlichen

pflanzlichen Gerbmittel. Zur Färbung werden

auch wasserlösliche Farben aus Pflanzen

oder Mineralien eingesetzt und Pigmentfarben

für eine deckende Färbung. Eine umweltverträgliche

Produktion ist fast nur in europäischen

Gerbereien möglich. Denn hier gibt es

umfassende strenge Umweltschutzauflagen

und gut funktionierende Kläranlagen aber auch

höhere Lohnkosten. Daher kann ökologisch

verträgliches Leder nicht zu Dumpingpreisen

angeboten werden.

Schützen Sie sich!

Worauf sollten Sie beim Kauf von Jacken, Taschen und Schuhen

achten? Wie können Sie sich vor gefährlichen Inhaltsstoffen

schützen? Darauf gibt es keine klare und eindeutige Antwort.

Denn es gibt keine Kennzeichnungspflicht, die über Art der Gerbung,

Färbung, Konservierung, chemische Ausrüstung oder das

Herstellungsland informiert. Die meisten Güte- oder Ökosiegel

geben lediglich Auskunft über den Schadstoffgehalt des fertigen

Produkts. Einige Siegel gehen weiter und haben strengere

Qualitätsansprüche hinsichtlich der Herstellung und den

sozialen Kriterien.

Weitere Informationen:

www.oeko-fair.de http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/leather/index_en.htm

Foto: © wikimedia

Leder mit dem Siegel „Öko-Tex Standard 100“ sind unbedenklich

bei der Berührung mit der Haut und erhalten keine als

krebserregend oder allergieauslösend eingestufte Farbstoffe.

Das Prüfzeichen „SG schadstoffgeprüft“ vom TÜV Rheinland

wird nach der Prüfung auf den Gehalt an Schwermetallen, Farbstoffen

und Pestiziden vergeben. Herkunft und soziale Aspekte

bei der Herstellung spielen keine Rolle.

„IVN Zertifiziert – Naturleder“ ist ein Siegel vom Verband der

Naturtextilwirtschaft. Geprüft wird das ganze Herstellungsverfahren

und der Gebrauch des fertigen Leders, auch soziale

Kriterien werden berücksichtigt.

Das Qualitätssiegel „ECARF Quality Testet“

von der europäischen Stiftung für Allergieforschung

(ECARF) bezeichnet allergikerfreundliche

Produkte.

„Der blaue Engel“ gibt es erst seit Kurzem

für Lederprodukte. Es zeichnet Leder aus, das

chromfrei gegerbt wurde und dessen Schadstoffbelastung

innerhalb festgelegter Grenzwerte

bleibt.

Das bekannte Siegel „Echtes Leder“ gibt nur

an, dass das Produkt aus tierischem Leder und

nicht aus Kunstleder besteht.

Der Verbraucher kann sich weiter schützen, indem er nicht

zertifizierte Lederkleidung möglichst nicht direkt auf der Haut

trägt, das gilt besonders für Schuhe und Sandalen. Vertrauen

Sie Ihrer Nase! Falls Schuhe oder Gürtel stark nach Lösungsmittel

oder Chemikalien riechen, sollten Sie vom Händler oder

Hersteller ausführliche Informationen fordern. Kaufen Sie

Lederprodukte bewusst ein und achten Sie auch auf eine gute

Verarbeitung. Wenn Sie Zweifel haben, ist es manchmal besser,

auf den Kauf zu verzichten!

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 7


atgeber gesundheit

Serie: Selbsthilfegruppen

Frühjahrsmüdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme,

stumpfe Haare oder brüchige

Fingernägel bringen die wenigsten Menschen

mit der Schilddrüse in Zusammenhang.

Sechs bis zehn Prozent der Bevölkerung

sind von der Autoimmunerkrankung

Hashimoto-Thyreoiditis betroffen. Besonders

in Phasen, in denen die Geschlechtshormone

ins Ungleichgewicht geraten, etwa

in der Pubertät, nach der Geburt eines Kindes

oder in den Wechseljahren treten, bei

einer genetischen Veranlagung, Entzündungen

der Schilddrüse auf. Daher erkranken

Frauen zehnmal häufiger als Männer und bei

den erkrankten Frauen liegt überdurchschnittlich

häufig eine Störung der Sexualhormone

vor.

Welche Symptome können

auftreten?

Die Schilddrüse eines gesunden Menschen

wiegt etwa 20 bis 30 Gramm. Sie besteht aus

zwei Lappen, die über einen Steg verbunden

sind. Diese Form gibt ihr das Aussehen eines

stilisierten Schmetterlings. Die darin

gebildeten Hormone greifen regelnd auf viele

Stoffwechselvorgänge fast des gesamten

8 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13

Die autoimmune Schilddrüsenentzündung

beginnt schleichend und die

Symptome sind nicht immer klar!

Hashimoto – Thyreoiditis

menschlichen Organismus ein. Sie haben

Einfluss auf das Körperwachstum und Körpergewicht,

auf Haut und Haare, auf die

Muskulatur, das Nervensystem und sogar

die Psyche. Bei Hashimoto, einer chronischen

Entzündung der Schilddrüse, sieht

der Körper die Schilddrüse (SD) als Fremdkörper

an und zerstört das Drüsengewebe.

Es gibt die hypertrophe Form (vergrößerte

SD) und die atrophe Form (verkleinerte

SD). Am Anfangsstadium der Erkrankung

kommt es durch die Freisetzung der darin

enthaltenen Hormone zu einer kurzfristigen

Überfunktion. Im weiteren Verlauf entsteht

langfristig eine Unterfunktion (Hypothyreose)

mit den typischen Beschwerden wie Müdigkeit,

Leistungs- und Konzentrationsschwäche,

Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit,

depressive Gemütsverfassung,

Antriebslosigkeit, Haarausfall, Gelenk- und

Muskelbeschwerden, Infektanfälligkeit,

Schlafstörungen, Angst- und Panikattacken

und noch andere Beschwerden, die einzeln

oder gemeinsam auftreten können, aber

nicht müssen. Die Autoimmunerkrankung

selbst ist, nach den Informationen vom

Kompetenznetz Immunthyreopathien (KIT),

spürbar durch Gelenk- und Muskelschmerzen,

neurologische Symptome, Verspannungen

vor allem im Nacken, schnelle Ermüdbarkeit,

Augenbeschwerden, Schwellungen

der Lymphknoten und Schwellungen an den

Extremitäten. Die Symptome können schubweise

oder ständig auftreten und durch Selen

abgeschwächt werden. Selenabhängige

Enzyme in der Schilddrüse schützen das Gewebe

während der Hormonproduktion vor

Eigenzerstörung und sie sorgen für die

Wirksamkeit der gebildeten Schilddrüsenhormone.

Diagnose und Therapie

Durch den sehr unterschiedlichen Krankheitsverlauf

gestaltet sich eine Diagnose

schwierig und wird oft erst nach einem längeren

Krankheitsweg gestellt. Sie erfolgt

durch Anamnese, Hals abtasten, Blutdrucksowie

Pulsmessung und eine Sonografie,

dem Ultraschall der Schilddrüse. Durch eine

Blutuntersuchung werden die Antikörper

und die Hormonwerte bestimmt. Werden

Knoten gefunden, wird zur weiteren Abklärung

eine Szintigraphie (Nuklearmedizinischen

Diagnostik) veranlasst.

Foto: © Techniker Krankenkasse Foto: © KKH


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © wikimedia/Bionerd

Hashimoto – Thyreoiditis ist nicht heilbar

und die Erkrankung tritt oft mit anderen Autoimmunkrankheiten

oder Diabetes mellitus

Typ 1 auf. Eine Operation mit Entfernung

der Schilddrüse wird nur in Ausnahmefällen

bei massiven Problemen durchgeführt. Die

entstandene Unterfunktion wird lebenslang

durch die Gabe von SD-Hormonen ausgeglichen,

dabei kann eine hormonale Einstellung

mehrere Monate dauern. In der Therapie

sollte, nach Erfahrungen von Selbsthilfegruppen,

der Arzt nicht ausschließlich von

den Laborwerten

ausgehen, sondern

das Befinden

des Patienten

berücksichtigen.

Denn auch

wenn der Horm

o n h a u s h a l t

nach den Laborwerten

ausgeglichen ist, bleibt die Autoimmunkrankheit

bestehen. Therapieunterstützend

wird die Einnahme von Selen und Zink

empfohlen. Besonders Selen hat nachgewiesenermaßen

einen günstigen Einfluss.

Zusätzlich sollten die Betroffenen mit einer

ausgewogenen Ernährung auf eine ausreichende

Versorgung mit B-Vitaminen, Eisen

und Magnesium achten. Unterstützend zur

Schulmedizin können alternative Heilmethoden

wie Homöopathie, Spagyrik, Schüssler-Salzen

und Phytotherapie Erleichterung

verschaffen. Bach-Blüten, ätherische Öle

und Heilsteine wirken ausgleichend und

harmonisierend. Stress und seelische

Belastungen wirken sich auf den Verlauf von

Autoimmunerkrankungen eher negativ aus.

Eine Besserung und mehr Lebensqualität

bringen Entspannungstechniken und regelmäßige

Bewegung.

Auch Jod verstärkt den Autoimmunprozess.

Eine hohe Jodaufnahme kann bei Menschen

mit einer entsprechenden Veranlagung, das

Risiko für Hashimoto erhöhen. Daher ist bei

zuviel Jod in der Nahrung, in Medikamenten,

Nahrungsergänzungsmitteln und bei Behandlung

mit jodhaltigen Kontrastmitteln

Vorsicht geboten. Eine Reaktion kann sich

bei Menschen mit Jodüberempfindlichkeit

durch Herzrasen und Schweißausbrüchen

bemerkbar machen. Das Thema „Jod“ wird

kontrovers diskutiert und für Betroffene wäre

es wichtig, dass der Jodgehalt in Lebensmitteln

eindeutig deklariert wird.

Logo: © www.kit-online.org

Kontakt und Infos:

Kompetenznetz

Immunthyreopathien KIT

Nur selten werden die Autoimmunerkrankungen

der Schilddrüse Hashimoto Thyreoditis

(auch HAT oder Hashi genannt) und

Morbus Basedow (MB) als komplexe, chronische

Erkrankungen wahrgenommen. Die

Erkrankung wird oft als symptomarme, einfach

zu behandelnde Befindlichkeitsstörung

betrachtet und die Behandlung konzentriert

sich auf die entgleiste Schilddrüsenfunktion

der Patienten. Bei Patienten und Ärzten bestehen

bezüglich der Erkrankung gravierende

Informationsdefizite. Um dies zu ändern

und die Lebensqualität der Betroffenen zu

verbessern, wurde KIT ins Leben gerufen.

Es ist ein offenes Projekt mit einer Website

und einem Diskussionsforum. Das Projekt

ist Ansprechpartner für Betroffene, vermittelt

Kontakte zu Selbsthilfegruppen und bietet

bei der Gründung von Selbsthilfegruppen

Unterstützung an. Neben einer Vernetzung

der Schilddrüsen-Selbsthilfegruppen

werden Informationen erarbeitet.

Unter www.kit-online.org finden sich Informationsblätter,

ein alphabetisch sortiertes

Verzeichnis organisierter Selbsthilfegruppen

und Gesprächskreise für Schilddrüsenkranke

mit Ansprechpartner und

Kontaktdaten, ein Forum zum Austausch und

informative Links.

TRENDIG, AKTUELL, ANDERS

„frau & gesundheit“ das Magazin für die moderne Frau

Kosmetik+Ernährung+Lifestyle und vieles mehr

Außerdem erscheinen im S & D Verlag zum 1. eines jeden Monats die

Apotheken-Kundenzeitschriften: Naturheilkunde & Gesundheit,

die sanfte Medizin aus Ihrer Apotheke, Unsere besten Freunde,

gesunde und spannende Infos für Tierfreunde,KOPFfit, für Gehirnjogging

und Gedächtnistraining, Rätsel-aktuell, randvoll mit Denksportaufgaben

sowie SUDoku, für alle Freunde der japanischen Knobelei.

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 9


atgeber gesundheit

„Gesundes Kind“

Ein frühzeitiger Gang

zum Zahnarzt und

eine positive Einstellung

lassen beim Kind

weniger Ängste aufkommen.

Angst vor dem Zahnarzt?

Ein Zahnarztbesuch ist nicht nur für manchen

Erwachsenen eine unsichere und

angsteinflößende Situation. Auch Kinder leiden

unter Zahnarztangst! Oft setzen sich

Angst und Unbehagen vor einem Zahnarzttermin,

ein Leben lang fort. Daher ist es ratsam,

die Kleinen möglichst frühzeitig, nach

dem Milchzahndurchbruch einem Zahnarzt

vorzustellen. Damit von Anfang an keine

Ängste entstehen, können Eltern vorher ihr

Kind auf die fremde Situation vorbereiten.

Von den Eltern ist dabei richtiges und einfühlsames

Verhalten gefragt. Auch die Wahl

des Zahnarztes ist von Bedeutung. Kinderzahnarztpraxen

gehen besonders auf die

speziellen Bedürfnisse

der Kleinen ein.

Es tut bestimmt

nicht weh!

Oralphobie gehört zu den

am weitesten verbreiteten

Ängsten bei Kindern und Erwachsenen.

Viele Eltern tragen dazu bei, wenn sie den

regelmäßigen Kotrollbesuch als Drohung

nutzen. Negative Assoziationen werden bei

Kindern hervorgerufen mit Kommentaren

wie: „Wenn du zu viele Süßigkeiten isst,

musst du zum Zahnarzt“ oder „Putzt du

deine Zähne nicht regelmäßig, schimpft der

Foto: © proDente e.V.

Zahnarzt“. „Hinzu kommen von Eltern gut

gemeinte Aussagen wie ‚Es tut bestimmt

nicht weh!’ oder ‚Du musst keine Angst

haben!’, die bei Kindern häufig Unbehagen

auslösen, da nur das Warnsignal

‚Angst’ und ‚Schmerz’ das Unterbewusstsein

erreichen“, weiß Dr. med. dent. Yvonne Knyhala,

Zahnärztin mit Tätigkeitsschwerpunkt

Kinderzahnheilkunde aus Mühlheim an der

Ruhr.

Kindgerecht und spielerisch

Kommen die Kleinen zum ersten Mal in die

Zahnarztpraxis, werden sie vorsichtig von

den Experten mit dem Thema vertraut gemacht.

In einer Kennenlernphase

erklärt ihnen

der Kinderzahnmediziner

das Vorgehen und

danach probieren beide

spielerisch die Instrumente

aus. Vor allem

sollte beim ersten Besuch keine Behandlung

stattfinden, es sei denn, das Kind

hat Zahnprobleme.

Damit Kinder erst gar keine Ängste entwickeln,

sollte der Zahnarztbesuch als

Normalität betrachtet werden. Es ist nichts

dagegen einzuwenden, wenn die Kleinen

ihre Eltern bei Kontrollbesuchen begleiten,

um zu sehen, wie der Ablauf ist und dass

nichts Schlimmes und Bedrohliches passiert.

Vor allem sollten Mutter oder Vater die

Erklärung der Behandlung, den Experten

überlassen, die kindgerechte Worte verwenden.

So werden etwa Spritzen beim Kinderzahnarzt

als Schlafwasser bezeichnet.

Kindgerecht und spielerisch wird das Thema

Erstbesuch beim Zahnarzt auch in Bilderbüchern,

TV-Serien und Hörspielen behandelt.

Dazu gehören neben „mein erster Zahnarztbesuch“

auch „Caillou“ oder der Klassiker

„Karius und Baktus“.

Auch wenn sich nicht immer alle Ängste

nehmen lassen, hat ein regelmäßiger

Kontrollbesuch zwei- bis dreimal im Jahr

oberste Priorität. Denn frühzeitig erkannte

Zahndefekte verhindern Eingriffe und

starke Schmerzen.

Fotos: © Techniker Krankenkasse

10 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13


„Mann-O-Mann“

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Glatt rasiert!

Die Mehrheit der Männer rasiert sich täglich und

ist dabei sehr kritisch, besonders wenn es um

pflegende Rasierprodukte geht.

Über die Hälfte der bartlosen Männer bevorzugt

die Trockenrasur, während der Rest auf

eine Nassrasur schwört. Letztere ist aufwändiger

und gründlicher, aber sie ist nicht

für jede Haut geeignet. Die Haut trocknet dabei

leichter aus und kann gereizt werden.

Schonende Rasur

Für die Trockenrasur müssen die

Barthaare so weit wie möglich

aus der Haut herausragen. Dafür

sind Pre-Shave Produkte, die es

mit und ohne Alkohol gibt, geeignet.

Die meisten Rasierprodukte

enthalten pflegende, anti-entzündliche oder

hautberuhigende Wirkstoffe. Spezielle Produkte

verhindern einen unangenehmen

Rasurbrand, dass Haare einwachsen und

sich entzünden und stärken die Hautschutzbarriere.

Für eine Nassrasur wird mehr Zeit benötigt

und vorher muss die Gesichtshaut vorbereitet

werden. Nach einer warmen Dusche

oder Gesichtswäsche wird das Barthaar aufgeweicht

und die Hautporen öffnen sich. Mit

den Fingern oder einem Pinsel werden Rasier-Schaum,

-Creme, -Seife oder -gel sorgfältig

auf Gesicht und Hals verteilt. Durch

massierende Bewegungen des Pinsels sind

die Barthaare dann weicher und richten sich

auf. Das Produkt soll immer dem Barthaar-

Typ angepasst sein: Schaum für normale

Bärte, Rasiercreme mit Pinsel für dichtes,

hartes Barthaar und Rasiergel für die Problemhaut.

Schaum, Creme oder Gel lassen

die Barthaare aufquellen und weich werden.

Foto: © beautypress/ERBE ®

Rasiert wird nun in kurzen

Strichen und in Wachstumsrichtung

der Barthaare. Eine

Rasur entgegen der Wuchsrichtung

entfernt die Stoppeln

gründlicher, strapaziert aber unnötig

die Haut und kann zu eingewachsenen Barthaaren

führen. Während der Rasur wird die

Klinge immer wieder mit heißem Wasser gereinigt.

Um ein gutes Ergebnis zu erzielen,

sollten beim Nassrasierer nach etwa sieben

Rasuren die Klingen ausgetauscht werden.

Der restliche Rasierschaum wird mit warmem

Wasser abgewaschen und das Gesicht

mit kaltem Wasser abgespült. Denn kaltes

Wasser schließt die Poren, stillt Blutungen

aus kleinen Verletzungen und erfrischt. Danach

das Gesicht sanft trockentupfen.

Pflegende Öle und Kräuter

Nach der Rasur wird oft zum klassischen Aftershave

gegriffen. Es enthält Alkohol und

desinfiziert kleine Wunden. Dadurch kann es

auf der Haut brennen, sie kann austrocknen

und spannen. Vorsichtig ist auch bei stark

parfümierten Aftershaves geboten. Auf die

männlich-herben Duftnoten reagieren Männer

zunehmend allergisch. Immer beliebter

werden dagegen Aftershave Balsam oder

Gels und Cremes, die sich für verschiedene

Hauttypen eignen. Sie enthalten weniger

oder keinen Alkohol, dafür beruhigende,

rückfettende und feuchtigkeitsspendende

Zusätze. Eine Aftershave Lotion pflegt fettige

Haut, erfrischt und beruhigt sie. Ein sanfter

Balsam beruhigt empfindliche Haut,

wirkt und zieht schnell ein und Aftershave

Creme verbessert den Feuchtigkeitsgehalt

der trockenen Haut.

Pflegende Rasierprodukte enthalten u. a.

Pflanzenöle und Kräuterextrakte von Hamamelis,

Ringelblume, Speick, Aloe Vera,

Lavendel, Kamille, Zitrusfrüchten oder

Rosskastanie, die die Haut mit Feuchtigkeit

versorgen und beruhigen. Ausgewählte

Kräuterextrakte und ätherische Öle desinfizieren

die Haut und lindern Rötungen und

Reizungen. Alaunzusätze oder ein Alaunstift

helfen bei kleinen Blutungen, verursacht

durch Mikroschnitte. Ätherische Öle geben

den Produkten auch einen herb-würzigen

maskulinen oder einen frischen Duft.

Fragen Sie in

Ihrer Apotheke nach

Pflegeprodukten speziell

für Männer!

Foto: © beautypress/Braun

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 11


alternative heilmethoden

Frisch gepresste Obst-, Gemüse-

und Grassäfte sind nicht nur

lecker – sie können die Gesundheit

fördern und die Heilung vieler

Krankheiten unterstützen.

Foto: © ExQuisine/Fotolia

Gemüse und Obst sind gesund! Eine Spur

gesünder sind Rohsäfte, die ihre größte Wirkung

entfalten, wenn sie therapeutisch eingesetzt

werden. Sie enthalten hochaktive

Inhaltsstoffe, wie Vitamine, Mineralien,

Spurenelemente oder Enzyme. Der „Säftepapst“

Norman Walker, der die Rohsäfte bereits

1910 bekannt machte, entdeckte, dass

die größte Heilkraft dieser Säfte in den

lebendigen Enzymen, den Bio-Katalysatoren,

besteht.

Sobald der Saft mit Luftsauerstoff in Berührung

kommt oder erwärmt wird, werden diese

Enzyme zerstört. Idealerweise wird frisches,

saisonales Obst und Gemüse behutsam

entsaftet und sofort verzehrt.

Saft-Kur

als Gesundheitsvorsorge

„Schonend hergestellte Rohsäfte regen den

Leber-, Nieren- und Hautstoffwechsel an“,

sagt Dr. Rosina Sonnenschmidt, Autorin des

Buches „Die Saft-Therapie“. Nach Wissen

der Heilpraktikerin aktivieren sie das Drüsen-

und Nervensystem und befreien aus einer

Regulationsstarre, ein Zustand des Körpers,

der therapeutische Maßnahmen erschweren

kann. Eine Saft-Therapie kann einfach

und eindrucksvoll das Gewicht, den

Stoffwechsel und das Immunsystem regulieren.

In Ihrem Buch bringt sie Genuss und

Therapie zusammen.

Zu Beginn einer Saft-Kur gibt es zunächst

morgens bis mittags ballaststoffarme Obst-

Rohsäfte. Sie helfen dem Körper sanft beim

Entsäuern und Entschlacken. Gemüse-Roh-

säfte stehen nachmittags und abends auf

dem Plan und bauen den Organismus wieder

auf. Erst in einem zweiten Schritt werden

ballaststoffreiche Smoothies, das sind pürierte

Dicksäfte aus ganzen Früchten und

Blättern eingesetzt. Sie beschleunigen

durch den hohen Ballaststoffgehalt die

Stoffwechselvorgänge, entgiften und entschlacken.

Grüne Smoothies aus Blattgemüse,

Salat und Kräutern enthalten reichlich

Chlorophyll, wirken stark basisch und reinigen

das Blut. Milder wirken

frisch zubereitete Früchte-

Smoothies, die das Enzymsystem

anregen und die Verdauung

stärken. Die Autorin ermuntert

zu kreativen und intuitiv

gewählten Zutaten, damit die individuellen

Bedürfnisse berücksichtigt

werden. So wird auch

der „innere Heiler“ angesprochen.

Ein besonderes Highlight in Rosina

Sonnenschmidts Saft-Therapie sind die von

ihr entwickelten Milchschaumgetränke,

Foto: © www.narayana-verlag.de

kombiniert mit Gewürzen, Gräsern und Gemüse.

Sie sind das dritte Getränk in der Saft-

Therapie. Als „Latte macchiati“ sind auch

herbe Säfte bekömmlicher und nahrhafter,

zusätzlich wird durch die geschäumte Milch

(als Alternative Soja- oder Mandelmilch)

mehr Sauerstoff aufgenommen. Ein ganz

wichtiger Aspekt: Rohsäfte, Smoothies und

„Lattes“ werden nicht getrunken, sondern

gegessen und löffelweise gut eingespeichelt.

Dadurch kann die Nahrung optimal

verdaut und enthaltene

Nährstoffe besser verwertet

werden.

Weiterführende

Literatur:

Rosina Sonnenschmidt

Die Saft-Therapie –

Natürlich gesund“

Narayana-Verlag, Kandern

ISBN 978-3-941706-98-9 · 24,00 Euro

12 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13


Serie: Guter Rat aus Ihrer Apotheke

Foto: © Techniker Krankenkasse

Milchzucker in Tabletten

Bei der Herstellung von Tabletten ist Milchzucker

(Laktose) ein weit verbreiteter Hilfsstoff.

Da eine Tablette meist nicht mehr

Milchzucker als ein Esslöffel Milch enthält,

müssen Menschen mit einer Laktose-Intoleranz

keine Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen,

Bauchschmerzen oder Durchfall befürchten.

Denn wer eine Laktose-Intoleranz

hat, kann noch über eine Restaktivität von

Laktase, dem benötigten Milchzucker abbauenden

Enzyms verfügen. Wie viel Milchzucker

der einzelne Betroffene ohne Beschwerden

vertragen kann, muss ausprobiert werden.

Wer ganz auf Milchprodukte verzichtet, sollte

auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit

kalziumreichem Mineralwasser und grünen

Gemüsesorten achten, denn bei einseitiger

Ernährung kann das Risiko an Osteoporose zu

erkranken steigen. Damit zu bestimmten

Gelegenheiten etwa Einladungen, Milchprodukte

ohne Beschwerden verzehrt werden

können, gibt es in der Apotheke Kapseln und

Tabletten, die das milchzuckerspaltende

Enzym Laktase enthalten.

Foto: © Techniker Krankenkasse

Pflanzliche Schlafmittel

Ein erholsamer Schlaf ist wichtig für das Wohlbefinden. Wer nicht zur Ruhe kommt,

dem bietet die Natur Pflanzen, mit deren Unterstützung Schlafstörungen und nervöse

Unruhezustände behandelt werden können. Oft hilft schon, etwa eine Stunde vor dem

Zubettgehen eine schlaffördernde, beruhigende Tasse Tee zu trinken, etwa mit Baldrian,

Hopfen, Lavendel, Passionsblume, Melisse oder Johanniskraut, als einzelnes Kraut

oder als fertige Teemischung. Daneben gibt es eine ganze Reihe standardisierter Fertigpräparate

aus der Apotheke, die die Einnahme wesentlich erleichtern. Möglicherweise

kann die Kombination verschiedener Pflanzensubstanzen noch besser als ein

Einzelpräparat helfen. Pflanzliche Mittel benötigen einige Zeit, bis sie ihre Wirkung voll

entfalten können. Hierüber gibt der Apotheker gerne Auskunft.

Foto: © wikimedia

Extra-Portion Pflege

Ellenbogen, Fersen und Knie sind oft rau und rissig. Sie gehören zu

den Teilen des Körpers, die schnell austrocknen, da die Haut dort

weniger Fett produziert. Wer gepflegt in den Frühling starten will,

sollte nun eine Extra-Portion Pflege einplanen. Nutzen Sie die morgendliche

Dusche zur gleichzeitigen Pflege dieser Problemzonen.

Ein Peeling entfernt abgestorbene Hautzellen und sorgt schnell für

eine glatte, weiche Haut.

Foto: © beautypress/eucerin ®

Nach dem Duschen trockenrubbeln und den Körper mit einer reichhaltigen

Körperlotion für trockene Haut eincremen. Ideal sind

feuchtigkeitsspendende Lotionen mit Urea, die rasch einziehen ohne

einen Film auf der Haut zu hinterlassen. Ihre Apotheke hält ein

großes Sortiment hochwertiger Pflegeprodukte für eine glatte und

geschmeidige Haut bereit.

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 13


alternative heilmethoden

Kräuter- und Heiltees sind praktische

Helfer bei allerlei leichten

Erkrankungen und Unpässlichkeiten.

Es gibt verschiedene Arten

der Zubereitung.

Die einfachste und gebräuchlichste Form

Heilpflanzen anzuwenden ist ein Kräutertee

aus frischen oder getrockneten Kräutern.

Wasser löst die in den Pflanzen vorhandenen

Bitterstoffe, Flavonoide und Saponine.

Durch die in der Pflanze vorhandenen

Lösungsvermittler gehen auch wasserunlösliche

Substanzen, wie ätherische Öle in

den Tee über.

In der Regel sollten es nicht mehr als vier

bis fünf Tassen eines Heiltees über Tag verteilt

in kleinen Schlucken getrunken werden,

möglichst nicht unmittelbar vor und nach

dem Essen, denn nur so werden die Inhaltsstoffe

gut vom Körper aufgenommen. Außerdem

sollten Heilkräutertees nicht

regelmäßig und über einen längeren

Zeitraum als Haustee getrunken

werden, sonst gewöhnt

sich der Organismus

an die Inhaltsstoffe

und die

Wirkung bleibt

aus!

14 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13

Zubereitung

von Kräutertee

Foto: © istock

Drei Varianten der

Teezubereitung!

Aufguss (Infus)

Die bekannteste Zubereitungsart von Heilkräutern

ist der Aufguss. Da viele Heilkräuter

ätherische Öle enthalten, die sich beim

Kochen verflüchtigen würden, ist dies die

am häufigsten angewendete Methode. Besonders

Blätter und Blüten werden mit

sprudelnd kochendem Wasser übergossen.

Für den Aufguss wird ein Teelöffel der Droge

auf eine Tasse Wasser genommen.

Etwa fünf bis zehn Minuten darf der Tee zugedeckt

ziehen und wird danach abgeseiht.

Der Tee wird noch heiß oder warm in

kleinen Schlucken getrunken, damit er gut

wirken kann.

Abkochung (Dekokt)

Eine Abkochung ist geeignet für zerkleinerte

holzige, weniger quellbare

und knorpelige Pflanzenteile wie

Wurzeln oder Hölzer. Zuerst

werden die

Wurzeln mit kaltem

Wasser angerührt

und bleiben eine

halbe Stunde stehen.

Dann werden sie etwa 15 Minuten erhitzt

und anschließend abgegossen.

Bei einer sanften Abkochung wird der Tee

nicht gekocht, sondern nur zum Kochen gebracht.

Pro Tasse wird ein Teelöffel Kräuter

verwendet und mit einer Tasse kaltem Wasser

in einen Topf gegeben. Nach dem Aufkochen

wird der Topf vom Herd genommen,

der Tee muss nun ein paar Minuten ziehen

und wird abgeseiht.

Kaltauszug (Mazerat)

Vor allem empfindliche, zarte Blüten, weiche

und schleimhaltige Wurzeln werden mit kaltem

Wasser übergossen und müssen über

Nacht ziehen. Das Gefäß muss abgedeckt

werden, damit die Duftstoffe nicht verfliegen.

Nach dem Abgießen wird der Tee leicht

erwärmt. Für den Kaltauszug eignen sich

besonders Baldrianwurzel, Königskerze,

Eibisch, Malve und Mistel.

Vorsicht: Da bei einem Kaltauszug eventuelle

Krankheitserreger nicht durch Hitze

abgetötet werden, sollte nur einwandfreie

Ware für den Kaltauszug verwendet werden.

Teedrogen erhalten Sie in

Ihrer Apotheke!

Foto: © wikimedia/Hannes Grobe


atgeber gesundheit

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © Fotolia

Kaffee ist nicht gleich Kaffee!

Wer nach Kaffeetrinken ein deutliches Unwohlsein

verspürt, sollte einmal einen prüfenden

Blick auf die Kaffeepackung werfen,

denn dort geben die Hersteller auch Hinweis

auf die „Verträglichkeit“. Bezeichnun-

Alles kalter Kaffee?

gen wie „bekömmlich, säurearm, mild, magenfreundlich,

sanft entkoffeiniert oder in vielen Fällen als Aufputschmittel, mit desbende

Wirkung verzichten. So dient Kaffee

Schonkaffee“ haben immer mit der Verarbeitung

des Kaffees zu tun, denn Kaffee ist Leistungstief übersprungen wird. Doch Vorsen

Hilfe der Kreislauf angekurbelt und das

nicht gleich Kaffee! Natürlich gibt es auch sicht: Nach einer anfänglichen Steigerung

entcoffeinierten Kaffee zu kaufen, doch der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit

tritt auch schon bald die Ge-

auch dieser hat noch anregende Wirkung.

Es ist bekannt, dass die Chlorogensäure und genregulation auf, das heißt, die positive

das sogenannte Röstkaffee-Fett unser Nervensystem

reizen, ähnlich wie das Koffein,

Wirkung lässt auch wieder nach.

nur wesentlich schwächer. Koffeinfreier

Kaffee wirkt immer noch etwa ein Viertel so

stark wie koffeinhaltiger und hat auch

dieselbe harntreibende Wirkung.

Die Diskussion über das

„Für und Wider“ des Kaffees

bleibt lebendig, weil er so

scheinbar widersprüchliche

Reaktionen zeigt.

Millionen Tassen Kaffee werden täglich in

Deutschland getrunken. Die so köstlich duftende

Flüssigkeit ist neben Bier zum beliebtesten

Volksgetränk avanciert. Medizinisch

wurde nachgewiesen, dass Koffein u. a. auch

die Adrenalinwirkung verstärkt, was durchaus

erklärt, weshalb die meisten Menschen

nach Kaffeegenuss nicht schlafen können.

Man weiß ebenso, dass starke Kaffeetrinker

oft über Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit

und Migräne klagen, wenngleich sie angeben,

dass Kaffee ihre Beschwerden lindere.

Ein Teufelskreis, den der Betroffene nicht

als solchen erkennt.

Aufputschmittel Kaffee

Wer viel Kaffee trinkt, glaubt, ihn auch nötig

zu haben, sei es, dass er ohne Kaffee nicht

auf die Beine kommt oder dass er mit Kaffee

die müden Geister wecken und den Kreislauf

in Schwung bringen muss. Die Gründe

für übermäßigen Kaffeegenuss sind sicher

vielschichtiger Natur und weitaus komplizierter,

als es den Anschein hat. Eines haben

fast alle Kaffeetrinker gemeinsam, einerlei,

wie gut oder schlecht sie sich nach Kaffee

fühlen: Nur wenige möchten auf seine bele-

Die Gefahr, die Forderung des Organismus

zu überhören, der deutlich eine Ruhepause

braucht, wird mit jeder getrunkenen Tasse

Kaffee größer. Und so wähnt man sich im

Vollbesitz der körperlich und geistigen

Kräfte, ist aber in Wirklichkeit erschöpft und

müde. Mit drei, vier, fünf und sechs, ja oft

mit bis zu zehn Tassen Kaffee versuchen

manche Menschen ihr Defizit auszugleichen

und stehen ständig unter „Dauerspannung“,

auch wenn die selbst verordnete Menge

Kaffee zunächst ihren Dienst tut. Eines

steht fest: Wer ohne Kaffee den Tag nicht

mehr bewältigen kann, sollte überlegen, was

er im Leben ändern muss.

von Hildegard

Willms-Beyárd

Gesundheitsberaterin

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 15


März 2013

25 Montag Februar

04 Montag

26 Dienstag

05 Dienstag

27 Mittwoch

06 Mittwoch

28 Donnerstag

07 Donnerstag

01 Freitag März

08 Freitag

02 Samstag

09 Samstag

03 Sonntag

10 Sonntag

11 Montag

12 Dienstag

13 Mittwoch

14 Donnerstag

15 Freitag

16 Samstag

17 Sonntag

18 Montag

19 Dienstag

20 Mittwoch

Frühlingsanfang

21 Donnerstag

22 Freitag

23 Samstag

24 Sonntag

Palmsonntag

25 Montag

26 Dienstag

27 Mittwoch

28 Donnerstag

29 Freitag

Karfreitag

30 Samstag

31 Sonntag

Ostersonntag

Beginn der Sommerzeit


Naturheilkunde & Gesundheit • Exklusiv aus Ihrer Apotheke

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frisch

Kohlrabi-

Radieschensalat

Zutaten:

3 EL Öl

2 EL Essig

Kräutersalz

Pfeffer

2 Bund Radieschen

2 Kohlrabi

1 Bund Schnittlauch

Zubereitung:

Öl, Essig, Kräutersalz und Pfeffer zu einer

Salatsoße verrühren. Kohlrabi schälen,

dabei die kleinen grünen Herzblätter beiseitelegen

und die Knollen grob raffeln. Radieschen

putzen, waschen und in Scheiben

schneiden. Alle Salatzutaten mit der Salatsoße

vermischen. Schnittlauch waschen,

trocken tupfen, in Röllchen schneiden,

Kohlrabiblätter hacken und beides über den

Salat streuen. Sofort servieren.

Foto: © Paul Offermanns


Dreimal täglich

Zahnbelag lässt sich sanft aber gründlich mit einer elektrischen

Zahnbürste entfernen. „Konventionelle Zahnratgeber

gesundheit

Parodontitis

bringt

Gesundheitsprobleme

Foto: © DAK-Gesundheit/Wigger

Foto: © www.caree-dental.de

Krankheitserregende Mundbakterien lassen nicht nur Zähne ausfallen, sondern

sind auch Ursache anderer körperlicher Störungen.

Werden die Zähne schlecht geputzt, gibt es nicht nur einen schlechten

Atem. Bakterien vermehren sich explosionsartig im Mundraum.

Es kann zu einer Zahnfleischentzündung und Parodontitis kommen.

Darunter wird eine chronische Entzündung verstanden, die das

Zahnfleisch in einem langen Prozess zurückgehen

lässt. Langfristig wird der gesamte Zahnhalteapparat

inklusive Kieferknochen geschädigt. Dabei

bleibt es nicht! „Über die Entzündungsherde im

Zahnfleisch können die Keime in die Blutbahn gelangen

und so schlimmstenfalls Gefäßverkalkungen

und Herzinfarkte verursachen“, erläutert

Dr. med. dent. Jochen H. Schmidt, leitender

Zahnarzt des Carree Dental in Köln. „Zudem ist

es möglich, dass sich Bakterien-Ansammlungen auf der Zahnoberfläche

negativ auf den Zuckerstoffwechsel auswirken.“

Weitere Risikofaktoren!

Für eine chronische Entzündung des Zahnbetts gibt es neben der

schlechten Zahnpflege noch weitere Risikofaktoren wie Stress,

Nikotin, Vitaminmangel und Diabetes. Vor allem Menschen über

35 sind betroffen. Da Parodontitis langsam und

schleichend verläuft, ist eine frühzeitige Diagnose

grundsätzlich ein Problem. Rötungen und Schwellungen

des Zahnfleisches und Zahnfleischbluten

beim Zähneputzen sind erste Alarmzeichen.

Dies spricht fast immer für eine Entzündung des

Zahnfleisches (Gingivitis) oder Zahnhalteapparates

(Parodontitis)“, erläutert Stephan Pratsch, Experte

für Parodontitisbehandlungen im Carree Dental.

18 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13

Foto: © www.caree-dental.de

Wie sieht die Behandlung aus?

Bei der Diagnose Parodontitis entfernt der Zahnarzt die schädlichen

Zahnbeläge (Plaque) und reinigt konsequent die tiefen Zahnfleischtaschen

und befreit sie von Bakterien. Eine gängige Praxis ist das

manuelle Wegkratzen der Ablagerung mit speziellen Werkzeugen.

Dies erfordert vom Zahnarzt erhebliche Kraftanstrengungen und ist

für den Patienten nicht gerade angenehm. Außerdem kann das Zahnfleisch

verletzt und die Wurzeloberfläche geschädigt werden. Eine

angenehmere Methode ist die Ultraschall-Kürettage. Das schonende

Verfahren kann Patienten oft einen operativen Eingriff ersparen.

Begleitend verhindern Antibiotika und desinfizierende Mundspülungen

eine erneute Infektion. Daneben gibt es eine Neuerung auf dem

Gebiet der Laser, der ebenfalls die Beläge in den Taschen entfernt;

ein anderes Modell dient der Desinfektion.

Fachärzte empfehlen zur Vorbeugung:

Gesund Kauen

Süße und salzige Naschereien wie Pralinen oder Chips setzen sich

gerne an der Zahnoberfläche ab und bieten Bakterien gute Anhaftungsstellen.

Dagegen regt kräftiges Kauen von Vollkornbrot

und Obst die Speichelproduktion an. Nicht nur die

Plaquesäureneutralisation wird dadurch schneller gefördert,

sondern der Wiedereinbau von zahnhärtenden Mineralstoffen

in den Zahnschmelz wird beschleunigt.


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © DAK-Gesundheit/Hanuschke+Schneider

bürsten sind häufig zu weich

oder zu hart und werden

falsch angewandt, was den

Bakterienbelag fördern bzw.

dem Zahnfleisch schaden

kann“, so Dr. Schmidt. Dreimal

täglich sollten die Zähne

stets drei Minuten

gereinigt werden: Morgens,

mittags und abends. Dabei

müssen die Innen- und Außenseiten aller Zähne gründlich gebürstet

werden und nicht nur die Schneidezähne und die Kauflächen

der Backenzähne. Spätestens nach sechs Wochen ist eine neue

Bürste fällig.

Bürsten mit Effekt

Zahnzwischenraumbürstchen sind bei zurückgezogenem Zahnfleisch

eine gute Wahl. Mit ihnen können Bereiche gereinigt werden,

an die normale Zahnbürsten nicht herankommen. Auch Zungenbürsten

sind sinnvoll. Sie entfernen Beläge auf der Zunge, die häufig

unangenehmen Mundgeruch verursachen.

Zahnseide für Zahnzwischenräume

Zahnseide leistet nicht nur bei festsitzendem Zahnersatz gründliche

Arbeit. Besonders ratsam ist

sie bei problematischen Zwischenräumen.

„Denn gerade

hier bildet sich bei Nichtbenutzung

sehr häufig Karies“,

weiß Zahnarzt Stephan

Pratsch.

Nach dem Snack Mund ausspülen

Süßigkeiten sollten nur in Maßen gegessen werden und danach

ist es ratsam, den Mund immer mit warmem Wasser auszuspülen.

Erst 30 Minuten danach werden die Zähne geputzt. „Dann ist sichergestellt,

dass der Bürsten-Abrieb den Schmelz der Zähne nicht

zusätzlich angreift“, erklärt Dr. Schmidt.

Kontrolle ist besser

Zweimal jährlich empfehlen die Experten eine Zahnarztkontrolle,

inklusive professionelle Zahnreinigung. Sie schützt vor Entzündungen

und ist wesentlicher Bestandteil der Parodontitis-Behandlung.

Eine regelmäßige Entfernung von Zahnstein schützt vor Zahnfleischerkrankungen.

Foto: © Techniker Krankenkasse

Foto: © www.leifheit.de

Achtung

Pollenflug

Gewinnspiel

Jeder dritte Bundesbürger leidet unter Allergien. Besonders

schlimm ist der Pollenflug. Prof. Dr. Peter von der Driesch, Facharzt

für Allergologie und ärztlicher Direktor des Klinikums Stuttgart,

rät: „Gerade in der Pollenflugzeit sollte der Boden mindestens

jeden zweiten Tag feucht, beziehungsweise nebelfeucht

gewischt werden, um die häusliche Pollenbelastung zu senken.“

Ideale Bodenbeläge sind für Allergiker Laminat und Parkett.

Wir verlosen sieben Clean Twist Systeme von Leifheit mit

denen solche glatten Flächen mühelos und schonend gereinigt

werden. Ecken und Kanten werden durch den praktischen Rundumbezug

gleich mit sauber. Ohne Bücken und ohne Kontakt der

Hände mit dem Schmutzwasser wird der Wischbezug, mithilfe

einer rotierenden Schleudermechanik im Stiel, ausgeschleudert.

Dadurch werden auch kleinste Schmutz- und Pollenpartikel herausgefiltert.

Wenn Sie ein „Clean Twist Systeme“ gewinnen möchten, dann

schreiben Sie bis zum 31.03.13 eine ausreichend frankierte Postkarte

mit dem Lösungswort aus dem Rätsel auf Seite 25 und der

Adresse der Apotheke, von der Sie „Naturheilkunde & Gesundheit“

erhalten an:

S & D Verlag GmbH

Stichwort: Pollenflug

Postfach 1213

47592 Geldern

Per Fax oder E-Mail eingesandte Lösungen werden nicht berücksichtigt. Mehrfachsendungen führen

zum Ausschluss. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, die Gewinne sind nicht übertragbar und werden

nicht in bar ausgezahlt. Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt. Die Preise wurden gestiftet

von Leifheit

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 19


wellness & gesundheit

So essen

Senioren!

Foto: © wikimedia

Neben einem gesunden Lebensstil

kann eine ausgewogene Ernährung

zu einer guten Lebensqualität

im Alter beitragen.

Foto: © Informationsbüro Heilwasser

Foto: © Informationsbüro Heilwasser

Ältere Menschen schenken ihrer Ernährung

aus den unterschiedlichsten Gründen oft zu

wenig Aufmerksamkeit. Viele Senioren essen

zu fett, zu süß, zu kalorienreich oder verspüren

weniger Appetit und essen zu wenig. Dadurch

nehmen sie nicht genügend verdauungsfördernde

Ballaststoffe, Vitamine und

Mineralstoffe wie Vitamin B6, B12, C, D und

Folsäure, Kalzium, Jod und Zink auf. Körperlich

und geistig fitte Senioren, die sich selbst

versorgen können, weisen seltener Defizite

auf als Pflegebedürftige oder Heimbewohner.

Wie gut Senioren mit Nährstoffen versorgt

sind, ist nicht immer nur eine Sache der verzehrten

Menge. Die Leistungsfähigkeit vieler

Organe nimmt mit zunehmendem Alter ab.

Nachlassende Produktion der Magensäure

und von Verdauungsenzymen, aber auch die

Einnahme von Medikamenten, kann die Nährstoffausnutzung

verschlechtern. Vermindertes

Riechen und Schmecken, eine erhöhte

Aktivität von Sättigungshormonen, weniger

Durstempfinden und eine Abnahme der Muskelmasse

sorgen für weniger Appetit.

Eine optimale Ernährung für Senioren, die

keine spezielle Diät halten müssen und sich

noch selbst versorgen können, kann die Vollwert-Ernährung

sein, vorausgesetzt sie wird

den altersbedingten Veränderungen angepasst.

Foto: © wikimedia

20 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Abwechslungsreich

und vielseitig

Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochenund

Muskelmasse ab. Der Körperfettgehalt

dagegen steigt und insgesamt wird immer weniger

Energie benötigt. Pro Lebensjahrzehnt

reduziert sie sich um etwa 100 kcal, während

der Bedarf an lebensnotwendigen Nährstoffen

wie Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen

nahezu unverändert bleibt. Daher sollten bewusst

Lebensmittel gewählt werden, die eine

hohe Nährstoffdichte aufweisen. Diese Bedingungen

erfüllen vor allem Gemüse, Obst,

Hülsenfrüchte, magere Milchprodukte, Kartoffeln,

Vollkornprodukte, mageres Fleisch

und magerer Fisch.

Mehr Obst und Gemüse

Gemüse, Kartoffeln und Obst sind wichtige

Lieferanten für Nähr- und Ballaststoffe sowie

für Vitamine und Mineralstoffe. Günstig ist

es, einen Teil des Gemüses und Obst roh als

Frischkost zu verzehren. Doch ältere Menschen

haben im Alter oft Gebiss- und Kauprobleme

und vermeiden daher Rohes. Gemüse

und Obst lassen sich dann besser, fein geraffelt

oder gerieben, essen. Frisch gepresste

Obst-und Gemüsesäfte können ebenfalls zur

Vitamin-und Mineralstoffversorgung beitragen.

Wird rohes Gemüse oder Obst nicht vertragen,

darf es kurz blanchiert, bissfest gedünstet

oder eventuell püriert werden. Obst

eignet sich besonders als Zwischenmahlzeit

oder als Nachtisch.

Täglich Vollkornprodukte

Vollkornprodukte enthalten neben einer Reihe

von Nährstoffen wichtige Ballaststoffe.

Diese bewirken eine geregelte Verdauung,

sind blutzuckerdämpfend und cholesterinsenkend.

Daher ist es gesundheitlich günstiger

Mehl, Teigwaren, Brot, Müsli und Gebäck

möglichst aus dem vollen Korn zu wählen und

weniger polierten weißen Reis, Weiß- und

Graubrot zu essen. Vollkornprodukte müssen

nicht hart und grob sein. Getreide schmeckt,

fein geschrotet und gegart als Brei, in Aufläufen

und Suppen. Besonders praktisch für ältere

Menschen sind Thermogetreide und Getreideflocken.

Vollkornbrot, -brötchen und -

toast aus fein gemahlenem Mehl mit lockerer

Kruste sind bei Kauproblemen zu empfehlen.

Dagegen können Brot und Brötchen mit aufgestreutem

Sesam oder Mohn Ärger mit dem

Gebiss bereiten.

Weniger Fettiges

Nicht nur ältere Menschen sollten mit Fetten

sparsam umgehen. Hochwertige Fette wie etwa

Butter und eine ungehärtete Pflanzenmargarine

eignen sich als Streichfett fürs Brot.

Olivenöl und ungehärtetes Kokosfett empfehlen

sich zum Braten. Kalt gepresste, nicht

raffinierte Öle enthalten mehrfach ungesättigte

Fettsäuren und sollten für Salate genutzt

werden. Mit geeigneten Garmethoden wie

Dünsten und Dämpfen können Fette eingespart

werden. Besonders auf versteckte Fette

in Fleisch, Wurst, Käse, Sahne und anderen

Milchprodukten, Nüssen, Süßspeisen, Schokolade

und Kuchen muss geachtet werden.

Bewusster Genuss

Durch den Verzehr von Fleisch, Wurst, Eiern

und fettreichen Milchprodukten wird nicht

nur zu viel Fett, sondern auch reichlich Eiweiß,

Cholesterin, Purine sowie Schadstoffe

aufgenommen. Ein bewusster Verzehr von

ein bis zwei Fleischmahlzeiten oder Fischmahlzeiten

und 2-3 Eier in der Woche sollte

überlegt werden. Auch ganz ohne Fleisch ist

eine ausgewogene Ernährung möglich. Milch

wird oft von älteren Menschen nicht mehr so

gut vertragen. Dagegen sind Sauermilchprodukte

wie Joghurt, Dickmilch, Kefir oder Buttermilch

meist bekömmlicher und haben dazu

noch eine leicht abführende Wirkung.

Mehr Kräuter und Gewürze

Im Alter nimmt häufig das Geschmacks-und

Geruchsempfinden ab. Deshalb wird das Essen

oft stärker gesalzen. Zu starkes Salzen

kann aber zur Erhöhung des Blutdrucks beitragen

und die Nieren stark belasten. Besser

wird mit reichlich frischen Kräutern und Gewürzen

abgeschmeckt. Sie unterstreichen

den Eigengeschmack der Speisen und machen

das Essen viel bekömmlicher.

Sparsam süßen

Zucker und künstliche Süßstoffe in jeder

Form sollten möglichst selten und natürliche

Süßungsmittel wie Honig, Apfel- und Birnendicksaft

sehr sparsam eingesetzt werden.

Zum Süßen eignen sich auch eingeweichte

Trockenfrüchte oder süßes frisches Obst.

Zucker versteckt sich in vielen Produkten wie

in Fertiggerichten, Backwaren, Brotaufstrichen

und Getränken. Zu viel Süßes kann den

Insulinstoffwechsel stark belasten und zur

Diabetes führen.

Trinken nicht vergessen

Das Durstgefühl lässt mit den Jahren nach

und viele ältere Menschen vergessen das

Trinken. Auch Mundtrockenheit, Schluckbeschwerden

oder eine Demenz können regelmäßiges

Trinken erschweren. Pro Tag sind 1,5

bis 2 Liter Flüssigkeit empfehlenswert. Denn

wer genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, vermeidet

Verstopfungen sowie Störungen des

Mineralstoff- und Wasserhaushaltes und der

Nierenfunktion. Verwirrtheit kann auch eine

Folge von Flüssigkeitsmangel sein. Empfehlenswert

sind kalorienfreie oder -arme Getränke

wie natriumarme Mineralwässer, ungesüßte

Kräuter- oder Früchtetees und verdünnte

Obstsäfte.

Kleinere Mahlzeiten

Lange Abstände zwischen den Hauptmahlzeiten

führen zu Leistungstiefs und verursachen

Heißhunger. Es ist immer besser, fünf bis

sechs kleinere Mahlzeiten, als drei größere

Portionen am Tag zu sich zu nehmen. Verdauungsorgane

und Insulinstoffwechsel werden

dadurch geringer belastet. Noch ein wichtiger

Aspekt, der oft vernachlässigt wird: Durch die

verschiedenen Mahlzeiten wird der Tagesablauf

besser strukturiert.

Sind Sie gut mit Nährstoffen

versorgt?

In Ihrer Apotheke werden

Sie kompetent beraten!

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 21

Foto: © wikimedia


alternative heilmethoden

Foto: © wikimedia/Andreas Praefcke

Hildegard-Medizin

Die ganzheitliche Heilkunde der Hildegard von Bingen

ist heute aktueller denn je!

Hildegard von Bingen (1098-1179) ist die große

Mystikerin und Naturheilkundlerin des

Mittelalters. In ihren medizinisch-wissenschaftlichen

Werken „Causae et Curae“ und

die „Physica“ beschäftigte sie sich mit den

Heilkräften der Natur und dem Menschen in

seiner Ganzheit. Sie vertraute den Kräften

der Natur und ihre Medizin bestand aus

Pflanzen, Elementen (Feuer, Luft, Wasser

und Erde), Steinen, Tieren und Metallen.

Dabei vernachlässigte sie nicht den Einfluss

einer entsprechenden Lebensführung, einer

vernünftigen Ernährung, positiver Gedanken

und einer harmonischen Stimmung auf die

Gesundheit.

Der Begriff Hildegard-Medizin wurde erst

1970 vom Arzt Gottfried Hertzka geprägt, der

sich auf die Schriften der mittelalterlichen

Klosterfrau berief. In Apotheken gibt es eine

Reihe von Arzneimitteln, Mischungen von

22 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13

Tees, Kräutern und Gewürzen, die auf Hildegards

Grundlagen basieren.

Ganzheitlich Heilen

Die nach Schriften entwickelte Hildegard-

Medizin wird von ganzheitlich arbeitenden

Ärzten und Heilpraktikern praktiziert. Die

Therapie findet Anwendung bei allgemeiner

Schwäche, Magen-Darm-Problemen, Herz-

Kreislauf-Beschwerden, Durchblutungsstörungen

und Atemwegserkrankungen. Nach einer

ausführlichen Anamnese und einer Diagnose

kann eine individuelle Behandlungskombination

aus Pflanzenheilkunde, Ernährungsregeln,

Ausleitungsverfahren wie

Schröpfen, Aderlass, Fasten oder Schwitzbäder

verordnet werden.

Nach Hildegards Lehre helfen bei fast allen

Beschwerden Kräutern und Pflanzen zu ent-

schlacken und zu entgiften. Eine Genesung

wird anschließend durch eine maßvolle und

ausgewogene Ernährung, pflanzlichen Arzneien,

Mineralien sowie Edelsteinen angestrebt.

Eine seelische Reinigung durch Gespräche,

Musik und Meditation und ein geregelter

Wechsel von Ruhe und Aktivität gehören dazu.

Ernährungstherapie

Bewusst und gesund essen und trinken war

ein Anliegen der ersten deutschen „Naturärztin“

Hildegard von Bingen. Sie wusste schon

vor 800 Jahren über die Heilwirkung bestimmter

Lebensmittel. Dinkel und alte, vergessene

Gewürze sind die Pfeiler der Hildegard-Küche.

In ihren Werken finden sich viele praktische

Empfehlungen zur individuellen Ernährung,

die heute noch Gültigkeit haben, einiges

ist auch widerlegt. So stand sie zum Beispiel

der Rohkost skeptisch gegenüber und riet


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

vom Verzehr bestimmter Lebensmittel wie

Erdbeeren, Pfirsiche, Pflaumen, Gurken und

Porree ab. Viele Gemüsesorten waren zu ihrer

Zeit noch unbekannt. Ein Kochbuch im

heutigen Sinne hat sie nie geschrieben. Erfahrene

Köchinnen entwickelten nach ihren

Empfehlungen schmackhafte Rezepte in denen

sie besonders Nahrungsmittel wie Dinkel,

Edelkastanien, Sellerie, Fenchel, Quitten

und Gewürze wie Galgant, Bertram und Quendel

verwendeten.

Foto: © wikimedia/Luc Viatour

Galgant

Galgant ist ein Ingwergewächs und schmeckt scharf

aromatisch und etwas erdig im Geschmack. Er verbreitet

einen angenehmen Duft und wirkt krampflösend,

bakterien- und entzündungshemmend. Das Gewürz

wird verwendet bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden

wie Blähungen und Völlegefühl

sowie bei leichten Krämpfen im Magen-Darm-

Bereich.

Foto: © BLE,Bonn/Foto-Thomas

In Hildegards Schriften

spielt der Dinkel

für die Ernährung

und Heilung eine zentrale

Rolle. In ihrer

„Physica“ schreibt

sie: „Der Dinkel ist

die beste Körnerfrucht.

Er ist fett,

kräftig und milder als alle anderen Arten.

Dem, der ihn ißt, bereitet er ein rechtes

Fleisch und rechtes Blut und macht die Sinne

des Menschen heiter und froh. Wie er auch

immer zu sich genommen wird, er ist bekömmlich

in jeder Zubereitung. Wenn einer

so krank ist, daß er nichts mehr zu sich nehmen

kann, dann bereite man ihm eine Speise

aus gekochten Dinkelkörnern zusammen mit

Ei, und es wird ihn innerlich heilen wie eine

gute Salbe.“ Dinkel enthält reichlich Ballaststoffe,

hochwertiges pflanzliches Eiweiß, Kalzium,

Magnesium, Eisen, Phosphor und Vitamine

des B-Komplexes. Das nussartig

schmeckende Getreide ist leichter verdaulich

als Weizen und hat durch den hohen Klebergehalt

hervorragende Backeigenschaften.

Neben dem Dinkel spielen Kräuter und Gewürze

in der Hildegard-Medizin eine große

Rolle.

Adressen

von Therapeuten unter:

www.hildegard-gesellschaft.org

www.therapeuten.de

Foto: © wikimedia/Holger Casselmann

Foto: © wikimedia/Rita Erfurt

Foto: © wikimedia/H.Zell

Foto: © wikimedia/Javier martin

Bertram

Schon seit dem Altertum ist Bertram ein bekanntes

Heilmittel. Die Pflanze wird etwa 30 cm hoch, ihre

Blüten sind kamillenähnlich und weiß. Verwendet

wird meist die scharfe Bertramwurzel als Pulver. Hildegard

empfahl Bertram wegen seiner verdauungsfördernden

und Säfte reinigenden Wirkung.

Quendel

Quendel ist ein wilder Thymian und enthält reichlich

ätherische Öle. Er wird in der Küche verwendet und

war schon im Mittelalter eine geschätzte Heilpflanze

bei Atemerkrankungen. Daneben stärkt er die Verdauung,

lindert Frauenbeschwerden, entzündliche

Hautprobleme und Gelenkschmerzen.

Beifuß

Beifuß ist mit dem Wermut verwandt, aber milder im

Geschmack. Das aromatisch-zartbittere Kraut eignet

sich besonders zum sparsamen Würzen von fetten

und schweren Speisen. Im Mittelalter galt das Kraut

nicht nur als Mittel gegen Hexerei, sondern wurde als

Arzneipflanze bei Verdauungsproblemen eingesetzt.

Ysop

Die blaublühende Pflanze hat eine leicht kampferartige

Note und passt gut zu Salaten, Gemüse, Kräuterquark

und Eintöpfen. Ysop als Heilpflanze wird wegen

ihrer schleimlösenden Wirkung und zur Stärkung

von Nerven und Organen geschätzt.

Tees, Kräuter und Gewürze,

nach Hildegard von Bingen, finden

Sie in Ihrer Apotheke!

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 23


atgeber gesundheit

Schmerzfrei durch Bewegung

Testen Sie im letzten Teil dieser dreiteiligen Rückenschule, wie effektiv ein Mix

aus Kräftigungs-, Koordinations- und Dehnübungen die Muskulatur stärkt.

Fotos: © AGR

1 2 1

2

Nach kleinen, einfachen Dehnübungen zur Stärkung der Arm- und

Nackenmuskulatur, Lektionen mit Hanteln, auf der Gymnastikmatte

und mit dem Powerball, werden nun Übungen mit dem Turnstab und

dem Theraband gezeigt.

Übungen mit dem Turnstab

Mit dem Turnstab wird besonders gut die Schultermuskulatur gekräftigt

und gedehnt. Das Turngerät eignet sich auch zur Eigenwahrnehmung

der Körperhaltung. Halten Sie mit beiden Händen den Stab

senkrecht auf Ihren Rücken. Wenn er Hinterkopf, Brustwirbelsäule

und das Becken berührt, ist Ihre Wirbelsäule gerade.

1. Dehnt die Brustmuskulatur

Umfassen Sie, wie auf der Abbildung gezeigt, den Stab mit beiden

Händen und heben Sie die Arme mit angewinkelten Ellenbogen an.

Nun bewegen Sie langsam Ihre Arme und den Stab auf unterschiedliche

Höhen nach hinten. Führen Sie die Übung eine Minute lang

durch.

2. Stärkt Arm- und Schultermuskeln

Strecken Sie den Stab in aufrechter Sitzhaltung waagerecht nach

vorne. Halten Sie ihn fest und tun Sie so, als würden Sie den Stab

etwas auseinanderziehen und wieder zusammenschieben. Wiederholen

Sie die Bewegungen eine Minute.

Übungen mit dem Theraband

Die Bänder gibt es in verschiedenen Stärken. Wählen Sie eine Stärke

aus, mit der Sie zehn Wiederholungen der Übungen schaffen.

1. Trainiert Arm- und Schultermuskulatur

Die Enden des Bandes um die Handflächen wickeln und die Arme

seitlich nach oben strecken. Nun das Band langsam mit beiden

Händen auseinanderziehen, dann die Spannung lösen.

2. Kräftigt Arm- und Rückenmuskulatur

Setzen Sie sich auf das Theraband und umfassen Sie mit beiden

Händen die Enden. Bewegen Sie nun beide Arme diagonal abwechselnd

vor und zurück.

Tag der Rückengesundheit

Am 15. März ist der 12. Tag der Rückengesundheit.

Er steht unter dem Motto:

„Lebenslust statt Rückenschmerzfrust – wie tägliches

Genusstraining Ihren Rücken stärkt!“

In ganz Deutschland finden Aktionen rund um den gesunden

Rücken statt. Weitere Infos finden Sie unter:

www.agr-ev.de

www.ruecken-tag.de

www.tag-der-rueckengesundheit.de

24 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 25


atgeber gesundheit

Bitterstoffe

machen fit!

Kurbeln Sie Ihren Stoffwechsel

an, stärken Sie Verdauung und

Immunsystem und nutzen Sie

die Bitterstoffe einiger Pflanzen

für Ihr Wohlbefinden!

Einen süßen, salzigen, sauren oder scharfen

Geschmack mögen die meisten Menschen.

Um Bitteres machen viele einen großen Bogen.

Denn gegen bitter Schmeckendes besitzen

Menschen eine angeborene Abneigung,

die sie vor dem Verzehr giftiger Pflanzen

schützt. Doch nicht alle Bitterstoffe sind

für den Menschen giftig. Wegen der Abneigung

gegen Bitteres wurde bei vielen unserer

Gemüsesorten, Salaten und Getreide

der bittere Geschmack einfach weggezüchtet.

Dabei wird leicht vergessen, dass Bitterstoffe

eine nachhaltige Wirkung auf die Gesundheit

und das Wohlbefinden haben.

26 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13

Bitteres unterstützt

die Verdauung

Wenn die Verdauung nicht einwandfrei

abläuft, können rasch

vielfältige Beschwerden auftauchen.

Das kann von der Magenverstimmung,

Sodbrennen oder

Blähungen bis zur Abgeschlagenheit

und Müdigkeit reichen. Wer

reichlich und fettig gegessen hat, schwört

zum Abschluss des Essens oft auf einen Verdauungslikör

oder einen Magenbitter. Nicht

ohne Grund, denn sobald die Zunge Bitteres

wahrnimmt, wird vermehrt Speichel freigesetzt.

Magen, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse

beginnen mit der Sekretion von

Magensäften, Gallenflüssigkeit und Insulin.

Zusätzlich wird die Leber angeregt Schadstoffe

auszuscheiden.

Durch die Bitterstoffe werden nicht nur die

Verdauungsprozesse gefördert, so dass Giftstoffe

und Schadstoffe den Körper rasch wieder

verlassen können, sondern auch noch andere

Körperfunktionen beeinflusst. Nährstoffe

werden nur dann aufgenommen, wenn

das Verdauungssystem optimal funktioniert.

Gleichzeitig wird das Immunsystem auf Trab

gebracht, aktiviert und stabilisiert und das

Herz-Kreislauf-System angekurbelt.

Foto: © Techniker Krankenkasse


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © Wikimedia

Eine Durchblutung der Organe wird angeregt

und verbessert. Die Blutgefäße bleiben flexibel

und schützen vor zu hohem Blutdruck.

Noch ein Vorteil, interessant für alle, die Abnehmen

wollen: Bitteres sorgt für ein schnelleres

Sättigungsgefühl und kann das Verlangen

nach Süßigkeiten reduzieren. Bitterstoffe

sind also eine natürliche Essbremse.

Gesundheit aus der Küche

Empfehlenswerter als alkoholhaltige Verdauungshilfen

ist der Verzehr einer Vielzahl bitterer

Gemüse- und Obstsorten wie Chicorée,

Löwenzahn und andere Wildkräuter, Rucola,

Mangold, Radicchio, Artischocken, Rosenkohl,

Endiviensalat und Grapefruit. Sie sollten,

aus den vorher genannten Gründen, öfters

auf den Tisch kommen! Andere bittere

Alkaloide, wie das anregende Koffein im Kaffee,

das Theobromin im Kakao oder Matetee

sowie das Lupulon im Bier bzw. Hopfen haben

die gleiche Wirkung. Es ist aber deshalb nicht

ratsam diese Genussmittel in großen Mengen

zu trinken. Daneben gibt es eine Reihe

bittere Kräuter und Gewürze wie Beifuß,

Bockshornklee, Galgant, Kerbel, Kurkuma,

Ingwer, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei,

Thymian und Zitronenmelisse, die sich zum

kreativen Würzen vieler Gerichte eignen.

Bitterstoffe aus der Apotheke

Gewöhnen Sie Ihren Körper mithilfe bitterer

Lebensmitteln und Würzkräutern wieder an

Bitterstoffe! Zusätzlich erhalten Sie in der

Apotheke eine Reihe von Heilkräutern, mit einem

hohen Gehalt an Bitterstoffen, getrocknet

als Tee oder als pflanzliche Präparate, wie

traditionelle Kräuterelexiere, Bitterstoff-

Tinkturen oder Extrakte in Kapselform.

Unterschiedliche Anteile an Bitterstoffe

haben Artischocken, Echter Engelwurz,

Löwenzahn, Gelbe Enzianwurzel, Hopfenzapfen,

Mariendistel, Kamille, Scharfgarbe,

Tausendgüldenkraut und Wermut.

Chicorée

Gelber Enzian

Löwenzahn

Hopfen

Foto: © Barmer GEK

Foto: © BLE, Bonn/Thomas

Foto: © Wikimedia

Foto: © Wikimedia

Foto: © BLE, Bonn/Thomas

• Artischocke

Ihre Inhaltstoffe Cynarin und Cynaridin sowie

andere Flavonoide regen die Produktion von

Gallensäure an und regenerieren die Leberzellen.

Außerdem haben die Inhaltsstoffe der

Artischocke einen cholesterinsenkenden Effekt,

eine kräftigende Wirkung auf den Magen

und aktivieren die Sexualdrüsen. Für eine Kur

eignen sich Artischockensaft oder Artischocken-Präparate

aus der Apotheke.

• Gelber Enzian

Die Wurzel hat den höchsten, in der Natur

vorkommenden, Bitterstoffgehalt. Der Wirkstoff

Gentiopikrin kann die Leber schützen

und wirkt verdauungsfördernd, hilft bei Blähungen

und Völlegefühl. Aus den getrockneten

Wurzeln wird ein Tee zubereitet.

• Löwenzahn

Die wichtigsten Wirkstoffe des Löwenzahns

sind die Bitterstoffe, die die Sekretion der

Verdauungsdrüsen fördern. Aufgrund des hohen

Kaliumgehaltes hat das Kraut auch harntreibende

Wirkung. Löwenzahn hilft bei Verdauungsbeschwerden

mit Völlegefühl und

Blähungen und bei Störungen im Bereich des

Gallenabflusses. Der Wirkstoff Taraxin aus

den Löwenzahnblättern entgiftet die Leber. In

der Volksheilkunde werden frische junge

Blätter zu Frühjahrskuren als Salat verzehrt.

• Hopfenzapfen

Hopfen ist ein Helfer bei Einschlafstörungen.

Neben der beruhigenden und schlaffördernden

Wirkung sorgen Bitterstoffe im

Harz der Hopfenzapfen für einen gut funktionierenden

Stoffwechsel.

• Mariendistel

Sie enthält einen als Silymarin bezeichneten

Wirkstoffkomplex. Er schützt die Leber dreifach,

idem er die Leberzellen vor Lebergiften

schützt, als Fänger freier Radikale wirkt

und die Bildung neuer Leberzellen anregt.

Ein Tee aus den Samen schmeckt sehr bitter,

alternativ können auch Kapseln aus der

Apotheke genommen werden.

Eine umfangreiche Beratung

erhalten Sie in Ihrer Apotheke

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 27


alternative heilmethoden

Serie: Naturheilkundliche Diagnoseverfahren

In der Naturheilkunde wird nach den Ursachen

der Erkrankung gesucht. Für eine erfolgreiche

Therapie ist eine verlässliche

Diagnose daher unerlässlich. Zu den Diagnoseverfahren,

die ein umfangreiches Bild

vom Patienten geben, gehört auch die medizinische

Hand- und Nageldiagnostik (Chirologie).

Sie ist eine der ältesten Diagnoseverfahren

zur Erkennung von Organschwächen

und Krankheitszeichen und wird oft mit anderen

Diagnoseverfahren kombiniert.

Hand- und Nageldiagnostik

Gepflegte Hände und Nägel sind nicht nur

eine Visitenkarte. Sie zeigen auch, wie es dem

Menschen gesundheitlich geht!

Foto: © Fotolia

Aus der Hand lesen

Bei der Handdiagnostik wird davon ausgegangen,

dass die Hand den Menschen im

Ganzen reflektiert. Eine Deutung setzt sehr

viel Erfahrung und Gespür voraus. Hände

können zupackend oder zart, empfindsam

oder robust wirken und geben Hinweise

über Begabungen, Temperament

und Neigungen eines

Menschen. Es werden Handformen

bzw. Handtypen mit

einer besonderen Charakteristik

unterschieden. Zusammen

mit den Merkmalen der

Innenhand, den „Signaturen“

können Störungen besser erkannt werden.

Die Form der Finger der ganzen Hände, Innenflächen

und Linien und die Farbe und

Form geben in der alternativen Heilkunde

wertvolle Informationen über Gesundheitsund

Persönlichkeitsmerkmale des Patienten.

Ein erfahrener Therapeut analysiert, wo

die Handlinien entspringen, wo sie enden,

ob sie von anderen Linien gekreuzt werden

und ob sie unterbrochen oder gebogen sind.

Auch anhand der Finger lassen sich Krankheiten

erkennen. Jede Verdickung oder Verbiegung

der Glieder der einzelnen Finger

Foto: © Techniker Krankenkasse

können auf bestimmte Krankheiten

wie Leberleiden, Nieren-

oder Milz-Pankreas-

Schwäche oder Störungen

des Dickdarms zurückgeführt

werden.

Was Fingernägel verraten

Gesunde Fingernägel sind fest und biegsam,

mit matter, schimmernder Oberfläche und

einem hellen Halbmond im hinteren Nagelbereich.

Auffällige Veränderungen und

Wachstumsstörungen weisen oft durch

Form und Farbe auf ernste Erkrankungen

hin. Stoffwechselstörungen der Schilddrüse,

Diabetes mellitus oder chronische

Darmerkrankungen hinterlassen ihre Spuren.

So werden gewölbte Uhrglasnägel oft in

Kombination mit sogenannten Trommelschlägerfingern,

in manchen Fällen durch eine

chronische Herz- oder Lungenerkrankung

oder unelastische Blutgefäße hervorgerufen.

Uhrglasnägel werden auch bei neurologischen

Störungen, Leberleiden oder

chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

beobachtet. Die Ursache für muldenförmig

eingedellte Löffelnägel können Eisenmangel,

Vitamin-C-Mangel, Schilddrüsenstörungen

oder Blutarmut sein. Tüpfelnägel

sind typische Nagelveränderungen bei

Schuppenflechte, Ekzemen oder bei kreisrundem

Haarausfall.

28 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13


wellness & gesundheit

Lavendel

Herkunft

Lavendel (Lavendula angustifolia)

kommt aus dem Mittelmeerraum vor

allem aus Südfrankreich.

Gewinnung

Das dünnflüssige, klare bis leicht

bläuliche Öl wird durch Destillation aus

den bläulich-violetten langen Blütenrispen

der Pflanze gewonnen.

Duft

Das Duftprofil des Lavendelöls wird als

frisch, kräuterartig, blumig, herb, luftig

und klar beschrieben und hat harmonisierende

und wohltuende Wirkung auf

den gesamten Organismus. Lavendelduft

ist ein Duft zum Abschalten! Das

ätherische Öl eignet sich ganz besonders

gut zum Mischen mit anderen

Pflanzenessenzen, da es deren Wirkung

verstärkt. Lavendel gehört zu den

wichtigsten ätherischen Ölen. Es wird

geschätzt, dass im Öl mehr als 200

Inhaltsstoffe enthalten sind.

Eigenschaften &

Verwendung

In der medizinischen Aromatherapie

wird Lavendelöl auch innerlich verabreicht.

Das Einsatzgebiet ist groß, da das

Öl über eine erstaunlich breitgefächerte

Heilkraft verfügt. Deshalb wird es in der

Literatur auch als „Universal-Heilöl“

bezeichnet, welches bei Nervosität

beruhigt, den Schlaf fördert, die Nerven

stärkt, Schmerzen lindert, krampflösende

Wirkung auf die Luftwege hat

(Asthma, Keuchhusten, Grippe) bei

Magen- und Darmkoliken hilft, eine vermehrte

Wasserausscheidung der Nieren

bewirkt, also harntreibend ist, den

Gallenfluss anregt und antiseptische,

entzündungshemmende Wirkung hat.

Lavendelwasser

Äußerlich angewandt beschleunigt Lavendel

die verzögerte Wundheilung und

hilft bei Akne, Schuppenflechte und

Ekzemen. Für die Wund- und Hautbehandlung

wird ein „Lavendelwasser“

hergestellt, indem man 100 Milliliter

destilliertes Wasser mit 12 Tropfen

Lavendelöl mischt. Mithilfe einer

sterilen Kompresse wird die Flüssigkeit

auf die betroffenen Hautstellen gebracht.

Gesundheit & Wellness

In der Duftlampe oder im Duftbrunnen

aromatisiert Lavendelöl nicht nur die

Raumluft, sondern beeinflusst auch die

Psyche. Bei seelischen Missstimmungen,

Nervosität, Stress, Anspannung und

Überreiztheit kann allein schon das

Einatmen des Lavendelöls beruhigen

und helfen. Lavendelöl wird von

empfindlicher Kinderhaut ebenso gut

vertragen wie von der Haut Erwachsener,

da es in keiner Weise hautreizend wirkt.

Es eignet sich hervorragend als Zusatz zu

Bädern, Körper- und Massageölen, wo es

seine sanfte Wirkung entfaltet.

Ein entspannendes, wohlduftendes Körperöl

könnte folgendermaßen aussehen:

5 Tropfen Lavendelöl, 3 Tropfen Bergamotte-Öl

und 1 Tropfen Neroli werden in

100 ml Mandelöl gegeben. Mit dieser

Mischung wird der Körper sanft

massiert, was nicht nur der Haut gut tut,

sondern auch entspannende Wirkung

hat.

von Hildegard

Willms-Beyárd

Gesundheitsberaterin

Dieser Text gilt der allgemeinen Information sowie

der Bekanntmachung der Pflanzenessenz. Er ist

keine Aufforderung zur Eigenbehandlung, da er keinesfalls

Diagnose und Verordnung des Arztes oder

Behandlers ersetzt. Vor der Einnahme ätherischer

Öle sollten Sie immer fachkundigen Rat einholen.

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 29

Fotos: © Wikimedia


33. Beech (Rotbuche)

Die Toleranz-Blüte

Motto: Unfähig sind die anderen

Die Blütenessenz Beech (Fagus sylvatica)

wird bei der Bachblüten-Therapie bei

Menschen mit Toleranzproblemen eingesetzt.

Sie stehen in einem inneren Konflikt,

der das Verständnis für den Mitmenschen

erschwert oder unmöglich macht.

Probleme haben immer nur die anderen,

selbst halten sich Beech-Personen für tadellos

und fehlerfrei.

Im negativen Beech-Zustand verhalten

sich Menschen stur, rechthaberisch, nörgelnd,

arrogant gereizt, zynisch, kritisieren

ständig und können wenig Mitgefühl

und Einfühlungsvermögen aufbringen.

Kompromisse sind nicht möglich. Introvertierte

Beech-Typen zeigen ihre Haltung

nicht nach außen, sondern setzen

Menschen in Gedanken herab. Mögliche

körperliche Symptome können Allergien,

Störungen des Magen-Darm-Traktes oder

Verspannungen der Muskulatur sein.

Naturheilkunde-Wissen

Beech als Blütenessenz fördert wieder

das Schöne und Gute zu sehen, Toleranz

und Mitgefühl für andere und deren unterschiedlichen

Verhaltensweisen zu

entwickeln. Beech macht toleranter,

einfühlsamer, entspannter und sanftmütiger.

Foto: © wikimedia/ Krzysztof Ziarnek

Herstellung

der Stockbottle

Nach der Übertragung der Bachblüten

mittels der Sonnenmethode oder der

Kochmethode, wie in der letzten Folge

beschrieben, erfolgt die weitere

Herstellung zur Uressenz oder Mutteressenz.

Die Blüten werden ohne

Berührung aus dem Wasser entfernt.

Nachdem die Essenz gefiltert wurde,

wird Alkohol (Brandy) 1:1 zur Konservierung

zugegeben und in dunkle Flaschen

gefüllt. Diese Mutteressenz ist

nahezu unbegrenzt haltbar. Nun kann

die Urtinktur im Verhältnis 1:240 mit

einer Wasser-Brandy-Mischung verdünnt

werden. Diese Verdünnung

wird in Stockbottles à 10 Milliliter gefüllt.

Sie sind in der Apotheke als

„Bachblüten“ erhältlich. Für eine Einnahmemischung

werden diese Bachblüten-Konzentrate

vom Anwender

oder Therapeuten weiter verdünnt.

Das Verfahren ähnelt der Homöopathie,

mit der sich Dr. Edward Bach ausführlich

beschäftigt hat.

Propolis

Zum Großteil besteht der Bienenharz Propolis aus Baumharzen,

weitere Inhaltsstoffe sind Wachse, Pollen, ätherische Öle, Spurenelemente

und Vitamine. Aufgrund seines Gehaltes an Antioxidantien

gilt er als zellschützend. Untersuchungen zeigen, dass

Propolis gegen bestimmte Arten von Viren, Bakterien und Pilzen

wirksam ist. Er wird in der Naturheilkunde bei Infektionskrankheiten,

leichten Verletzungen, Hautproblemen, Parodontitis sowie

zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte angewendet.

Neben Rohpropolis zum Kauen sind als Zubereitungsformen

Tinkturen, Pulver oder Granulat, Kapseln und Zahnpasta, Creme,

Haarshampoo mit Propolis in der Apotheke erhältlich.

Rückenschule

Gegen Rückenschmerzen, verursacht durch Verspannungen,

einer falschen Haltung oder einer schwachen Rückenmuskulatur,

hilft der Besuch einer Rückenschule. Dort werden unter

fachlicher Anleitung die Bauch-, Nacken- und Rückenmuskeln

gezielt trainiert und gestärkt. Eine Rückenschule kann

Rückenproblemen vorbeugen und bestehende Schmerzen

lindern helfen. Der Übende lernt, sich langfristig so zu bewegen,

dass die Wirbelsäule und die gesamte Rückenmuskulatur

gekräftigt und entlastet werden.

30 | Naturheilkunde & Gesundheit | 03 | 13


IMPRESSUM:

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Die sanfte Medizin aus Ihrer Apotheke

Herausgeber/Verlag:

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Kostenlose Hotline: 0800/2831000

Verleger und Geschäftsführer:

Manfred P. H. Gleske (v.i.S.d.P.)

Redaktion:

Dipl.-Oecotrophologin Marita Offermanns

Redaktionelle Mitarbeit:

Ursula Grabow,

Prof. Dr. med. Dr. med.

habil. Wolfgang Remy,

Hildegard Willms-Beyárd

Konzept und Grafikdesign:

Diplom Grafikdesigner Jürgen Kahlert

Rätsel: Pressebüro von Berg

Anzeigenabteilung:

Marcus H. Thielen, Tel.: (0 28 31) 13 00 42

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Anzeigenpreisliste:

Nr. 21 (gültig ab 01.01.2013)

Copyright:

2013 by S & D Verlag GmbH

Nachdrucke sind – auch auszugsweise –

nur mit schriftlicher Genehmigung des

Verlages gestattet und honorarpflichtig.

Die im Magazin dargestellten Informationen

dienen ausschließlich zur allgemeinen Information

und sind keinesfalls als Ersatz für eine

persönliche Beratung, Untersuchung, Diagnose

oder Behandlung durch einen Arzt oder Apotheker

gedacht. Alle Angaben sind ohne Gewähr.“

Bezug: Nur über Apotheken.

Naturheilkunde & Gesundheit erscheint

jeweils am Monatsanfang. Namentlich

gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt

die Meinung der Redaktion wieder.

Für unverlangt eingesandte Manu skripte

und Bilder wird keine Gewähr übernommen.

Rück sen dungen oder die Beant wortung

sonstiger Zuschriften kann nur erfolgen,

wenn ausreichendes Porto beiliegt.

(Februar-Lösung: HAMAMELIS)

Rätsel-

Auflösung

der Seite 25

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Foto: © AOK-Mediendienst

auf die April-Ausgabe

ab 02.04.2013 in Ihrer Apotheke

Bewegung ist die

beste Medizin

Regelmäßiger Sport fördert das Wohlbefinden

und kann vielen Krankheiten vorbeugen.

Warum ist Bewegung so gesund?

Schützen Sie

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Unsere Ohren sind immer auf

Empfang. Regelmäßige Ruhezeiten

erhalten das Hörvermögen.

Druck: Senefelder Misset, NL Doetinchem

Foto: © AOK-Mediendienst

Hauptsache

pflanzlich?

Auch pflanzliche Mittel benötigen eine

Beratung und sollten nicht bedenkenlos

genommen werden!

03 | 13 | Naturheilkunde & Gesundheit | 31


Überreicht durch die Apotheke Ihres Vertrauens:

Foto: ® Paul Offermanns

Osterwünsche

Jemand, der dich arg vermisst,

wünscht zu Ostern sehr,

dass du froh und munter bist;

und noch viel, viel mehr!

Ist´s auch nicht viel, was ich dir schenke:

Du spürst doch, dass ich an dich denke!

Volksgut

Wir wünschen Ihnen ein

fröhliches Osterfest!

Ihr Apothekenteam

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