Das war Gießen 2013 - Gießener Allgemeine

giessener.allgemeine.de

Das war Gießen 2013 - Gießener Allgemeine

7. Jahrgang · 1/2014

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Das war Gießen 2013:

Ein Quiz zum Abschied

Rampenlicht

Landschaftsarchitekt

Geskes über die

Landesgartenschau in

Gießen. Seite 16

Stadtgespräch

Die Schwarze Szene

trifft sich regelmäßig

zur »E-Porn-Party«

im MuK. Seite 20


6. Jahrgang

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Asphaltcowboys:

Der harte Alltag

Gießener Taxi- und

Mini-Car-Fahrer

Stadtgespräch

Quo vadis, Kaufhof?

Unsere Ideen für den

Leerstand im Herzen

Gießens. Seite 18

Campus

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Zur Eröffnung:

Warum Studenten

über Facebook Geld

für Vorlesungsplätze

bieten. Seite 38

Ein Heft über das neue Großkino

am Berliner Platz

Stadtgespräch

Hello Mellow: Neue

Luxus-Marshmallows

aus einer Gießener

Das war Gießen 2013:

Manufaktur. Seite 18

Weihnachten

Alle Jahre wieder?

Wir verraten, was bei

uns an Heiligabend

anders wird. Seite 20

6. Jahrgang · 12/2013

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

7. Jahrgang · 1/2014

• Interviews und

Reportagen

• Kultur

• Sport

• Universität

• Trends

• Veranstaltungskalender

• Kino

• Gastro-Führer

• Frankfurt-Tipps

Ein Quiz zum Abschied

Rampenlicht

Stadtgespräch

Landschaftsarchitekt

Geskes über die

Landesgartenschau in

Gießen. Seite 16

Die Schwarze Szene

trifft sich regelmäßig

zur »E-Porn-Party«

im MuK. Seite 20

Inserieren Sie in der

FEBRUAR-AUSGABE

Sie finden das hochwertige und informative Kultur- und Veranstaltungsmagazin

im handlichen DIN-A4-Format am Donnerstag, dem 30. Januar 2014, in der Ausgabe

der Gießener/Alsfelder Allgemeinen und an über 250 Auslagestellen in Stadt

und Landkreis. Sichern Sie sich schon heute Ihren Anzeigenplatz in einem informativen

und ansprechenden Umfeld!

Erscheinungstermin Februar-Ausgabe: Donnerstag, 30. Januar 2014

Anzeigenschluss: Freitag, 17. Januar 2014

Wir beraten Sie gerne!

Gießener Allgemeine · Anzeigenverkaufsleitung

In Stadt und Landkreis Gießen...

...die Nr.

Tel. 0641/30 03-2 23, -2 24 · Fax 06 41/30 03-3 00


Editorial

Mein Kollege Florian Dörr und ich haben den Jahreswechsel schon hinter uns. Am 18. Dezember mussten wir diese

Januar-Ausgabe den Druckern zur Verfügung stellen, damit sie rechtzeitig fertig werden konnte. Das hat eine Menge

Nachteile, aber auch Vorteile. Den Kater haben wir zum Beispiel schon lange überstanden. Die Rückblick-Melancholie

ebenfalls. Die guten Vorsätze treiben auch schon wieder im Wasser. Und uns ist mittlerweile längst klar: Auch im

neuen Jahr geht es weiter wie bisher. Wir sind mittendrin in 2014 und freuen uns auf alles, was das neue Jahr uns

Gießenern bringen wird. Im Großen sicher die Landesgartenschau und alle damit verbundenen Neuerungen, im Kleinen

solch liebevolle Projekte wie Rugstore, Free-School oder Hinterhaus, die wir für Sie ausgegraben haben. Erstmals

wird man in Gießen auch Fußball-WM-Spiele im Kino sehen können. Ausverkauft werden dabei aber nicht nur die

DFB-Partien sein, sondern auch die Duelle des Iran. Denn in diesem Team steht Daniel Davari im Tor. Wenn alles

klappt, wird er der erste Gießener sein, der bei einer WM dabei ist. Im Sommer. Ja. Dass wir schon ein bisschen weiter sind, haben Sie

doch auf dem Cover selbst gesehen. Die Blumen sind die Vorboten der LGS. Ach ja, die Ratgebersprüche für 2014 haben wir auch schon

durch. Mein Liebling: »Es reicht nicht, bis aufs Sprungbrett zu kommen. Wenn du oben bist, musst du auch springen«.

Marc Schäfer

Inhalt

Foto: Schepp

BLICKPUNKT 4

Von 2013 bis 2014: Davon werden Sie hören: Neue Projekte aus Gießen · In Erinnerung an

das alte Jahr: Ein Rückblick in Quizform · Hui oder pfui: Das wird sich für Gießener ändern

RAMPENLICHT 16

Landschaftsarchitekt Christof Geskes über

das Gießen-Ereignis 2014

BRAD SHAWS KOLUMNE 9

Unser Kolumnist schreibt über

das Glücklichsein

MEDIATHEK 19

Das Musikjahr 2014 · App im Test

STADTGESPRÄCH 20

Die schwarze Szene: Ein Besuch bei DJ

Andipendent im MuK

BLICK IN DIE REGION 22

Käse zum Selbermachen: Ein

Selbstversuch mit Einsteigerset

AUSLESE 24

UNTERWEGS 26

Neu in der Innenstadt: Italienisches

Pasta-Handwerk im Il Cilanto

VERANSTALTUNGSKALENDER 27

AM MAIN 33

Gemischte Gefühle: Eine Saisonbilanz von

Eintracht Frankfurt · Cherilyn MacNeil in

der Brotfabrik

CAMPUS 36

JLU-Rechtsmediziner Dettmeyer im Interview

· Ein Jahr nach der Legalisierung des

Fernbusmarktes fährt der streifzug nach

Münster

KULTUR 40

Georg Stefan Troller liest und erzählt in

Gießen aus Paris und Wien

SPORTWELT 42

Eisspaß in der Innenstadt

VINOTHEK 44

Wein des Monats

SPERRSITZ 45

Neu im Kino

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

IMPRESSUM

Herausgeber:

Mittelhessische Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG

Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel

Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr

E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de

Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagshaus GmbH & Co.

KG, Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch

ladungsfähige Anschrift für alle im Impressum genannten Verantwortlichen),

Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRA 4409;

PhG: Mittelhessische Druck- und Verlagshaus Verwaltungsgesellschaft

mbH, Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRB

8053, Geschäftsführer: Dr. Jan Eric Rempel (Gießen), Dr. Max

Rempel (Gießen); Alleiniger Kommanditist: Mittelhessische

Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Sitz: Gießen, Amtsgericht

Gießen HRB 43, Geschäftsführer: Dr. Jan Eric Rempel

(Gießen), Dr. Max Rempel (Gießen).

Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der

»Gießener Allgemeinen Zeitung«, »Alsfelder Allgemeinen

Zeitung« sowie in über 200 ausgewählten, stark frequentierten

Auslagestellen. Auflage: 40 000 Exemplare

Anzeigenleitung: Jens Trabusch

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 06 41/30 03-2 24, Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigen tarif Nr. 4 vom 1. Januar 2013

streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Titelbild: bf

Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elek tronischen

Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie die

erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de oder unter

Telefon 0 30/28 49 30, Presse-Monitor Deutschland GmbH

& Co. KG. © Streifzug, Gießen

1/2014 streifzug 3


BLICKPUNKT

Davon werden

Sie 2014 hören

Nein. Nicht nur die Landesgartenschau wird im Jahr 2014 das Leben in Gießen bestimmen.

Vielmehr werden es die kleinen Dinge sein, die das Leben in unserer Stadt ausmachen

und versüßen. So wie im vergangenen Jahr auch. Wir haben uns auf die Suche gemacht,

nach Projekten, die wir mögen, die wir gut finden, denen wir eine Zukunft zutrauen, die

uns gefehlt haben – und die wir deswegen unterstützen möchten. Lassen Sie sich vom streifzug

überraschen und von drei Ideen aus Gießen. Wir sind uns sicher, von denen werden

Sie im neuen Jahr noch hören.

Gießen in 2014

»Trotz schwieriger finanzieller Bedingungen und Schutzschirmzwängen wird Gießen weiterhin

eine soziale, lebens- und liebenswerte Stadt bleiben«, sagt Claudia Boje. Das sei doch

eine schöne Botschaft zum neuen Jahr«, meint Gießens Pressesprecherin. Recht hat sie. Allerdings

wird 2014 auch nicht alles gut für unsere Leserinnen und Leser. Der streifzug hat etwas

genauer hingeschaut und einige Dinge gefunden, die sich in unserer Stadt verändern werden.

Manches wird besser, manches schlechter, manches wir schwarz, manches wird weiß,

manches ist wichtig, manches unwichtig. Aber entscheiden Sie selbst.

4 streifzug 1/2014


BLICKPUNKT

Der Name ist Programm. Auf dem Seltersweg

ist vom »Hinterhaus« kaum etwas zu erkennen,

auch wenn die Adresse besagt, dass es

hier sein muss. Versteckt liegt der Durchgang

zu dem Laden von Vanessa und Daniela Neumann

auf Höhe der Plockstraße. Man muss

fast schon reingehen in den Juwelier, der in

erster Reihe steht, um den Weg zu finden.

Und dann: Eine ganz andere Atmosphäre. Ruhig.

Warm. Ein riesiges Regal, das einst in einer

Scheune stand, haben die Gießenerinnen

aufgemöbelt. Nun stellt es selbst gemachte

Schlüsselbretter, Buttons, Ohrringe aus. »Das

Regal bekommen wir nie wieder raus, weil

der Durchgang zum Seltersweg umgebaut

wurde«, verrät Vanessa Neumann. Den Tresen

haben sie selbst gezimmert. Auch wer das

»Hinterhaus« noch nicht gefunden hat, dem

kommen die Betreiberinnen vielleicht bekannt

vor. »Wir sind eine große Familie. Jeder

Gießener kennt irgendeinen von uns«, sagt

Daniela Neumann, die Jüngere der beiden.

Aber auch wenn nicht: Auf dem Flohmarkt in

den Hessenhallen waren sie lange Stammaussteller.

Oder man kennt sie vom WG-Flohmarkt

im Sommer, als sie erstmals ihren Laden

einer breiteren Öffentlichkeit präsentierten.

»Damals hatten wir die Räume erst neu angemietet.

Es war noch einiges zu tun«, erinnert

sich Daniela Neumann. Zwischen März und

Oktober haben die beiden – eine ist Innenarchitektin,

die andere Architektin – ihren Laden

vom Kopf auf die Füße gestellt. Bis auf das Verlegen

von Leitungen alles in Eigenleistung.

Vielleicht hätte man das auch in ein paar Wochen

durchziehen können. Doch Daniela

Neumann, die während des Studiums angefangen

hatte, Buttons über das Internet zu vertreiben,

und damit den Grundstein gelegt hatte,

blieb nur Zeit nach der Arbeit. Vanessa

Neumann konnte nur renovieren, wenn die

kleine Tochter schlief.

In der einstigen Galerie Remmele hat sich das »Hinterhaus« eingenistet.

Im Hintergrund

Foto: Schepp

Nun sind sie fertig, der Laden läuft langsam

an. »In Berlin hätten wir uns das nicht getraut.

Aber in Gießen gab es nichts Vergleichbares«,

meint Vanessa Neumann. Auch im Internet

über www.bunterun.de verkaufen die Schwestern

ihre selbst gemachten Kissen, Memoboards,

Haarreifen. Um das »Hinterhaus«

trotzdem noch bekannter zu machen, planen

die beiden Gießerinnen für 2014, auch Kurse

anzubieten, Anleitungen zum Selbermachen.

»Beschreiben können wir, wie wir vorgehen.

Auch wenn wir oft erklären müssen, was man

mit den Sachen denn soll. So ist das mit Dingen,

die vor allem schön sind«, sagt Daniela

Neumann. Denkbar sind auch Kooperationen,

etwa mit der Free School Gießen.

Ebenfalls in diese Richtung geht, was die Architektin

und die Innenarchitektin im ersten

Stockwerk des »Hinterhauses« veranstalten.

Hier kümmern sie sich um Planung von Umbauten

und Möbeln, geben Farb- und Materialberatung,

aber helfen auch bei Layouts, etwa

von Einladungen. »Wahrscheinlich werden

wir in Gießen keine Möbel für viel Geld verkaufen.

Aber der Preis ist sowieso keine Garantie

dafür, dass es am Ende gut aussieht«,

erklärt Vanessa Neumann. Stattdessen wollen

sie, den Kunden beraten, wie er seine Wohnräume

selbst gestalten kann, Denkanstöße geben.

»Wir sind die Helfer im Hintergrund.«

Passt ja auch irgendwie zur Lage. Die Alternative

für einen vergleichbaren Preis wäre ein

Laden irgendwo abseits gewesen. »So müssen

wir nur gefunden werden.« Einfach ist das

nicht, doch wer den Durchgang zum »Hinterhaus«

gefunden hat, wird nicht enttäuscht. fd

///

Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch von

9.30 bis 15.00 Uhr. Donnerstag und Freitag

von 9.30 bis 18.30 Uhr. Beratungen auch nach

Absprache. Auf www.bunterun.de findet sich

der Onlineshop.

– Zweitwohnsitzsteuer

Ab 1. Januar kommt die Zweitwohnsitzsteuer, das heißt

vor allen Dingen Studenten, die in ihrer Heimatstadt

angemeldet bleiben, müssen künftig 10 Prozent der

Kaltmiete an die Stadt abdrücken. Gießen zieht mit

dieser Maßnahme mit anderen Uni-Städten gleich.

Gleich zeitig soll das Angebot für Erstwohnsitznehmer

weiterentwickelt werden. Die 100-Euro-Prämie für

das Ja! zu Gießen gibt es schon seit Januar 2013 nicht

mehr, dafür hat die Stadt im vergangenen Jahr Kino- und

Theaterkarten vergeben – solche Aktionen sollen auch

2014 kommen.

+ Fußball-WM im Kino

Endlich ist es da das neue Großkino. Und es wird im

Sommer 2014 für ein Novum sorgen. Erstmals wird man in

Gießen wohl Spiele einer Fußball-Weltmeisterschaft im

Kinosessel verfolgen können. Public Viewing de Luxe. Wenn

alles läuft, wie gewünscht, wird bei der WM 2014 auch zum

ersten Mal ein Kicker aus Gießen mitwirken. Der gebürtige

Pohlheimer Keeper Daniel Davari steht im Aufgebot der

iranischen Nationalmannschaft. Wer nicht auf Fußball steht,

kann vielleicht bald schon im Kino auch andere Sportarten

verfolgen. Handball mit der HSG Wetzlar soll es bald geben,

und vielleicht auch Basketball mit den 46ers?

1/2014 streifzug 5


BLICKPUNKT

Sie bringen jene zusammen, die zusammen

gehören, davon bislang aber noch nicht wussten.

Charlott Bodenschatz, Alexandra Böckel

und Jesse Jacovini sind die Gesichter hinter

der Free School Gießen. »Wir sind aber nicht

die Betreiber. Alle sind die Betreiber«, erklärt

Jacovini die Idee. Konkret bedeutet das: Die

drei geben Leuten, die Kurse oder Veranstaltungen

anbieten wollen, eine Bühne und veröffentlichen

entsprechende Termine auf ihrer

Website. Mehr ist es eigentlich nicht. Jeder

kann alles anbieten. Einzige Bedingungen ist,

dass es umsonst und frei zugänglich ist. Die

Free School Gießen ist nur die Plattform. Eine

Klammer, die die Angebote zusammenhält.

Erst vor einigen Monaten haben Bodenschatz,

Böckel und Jacovini ihr Konzept publik gemacht.

Doch schon jetzt ist das Programm

bunt: Es reicht von einer Fahrradwerkstatt über

Sprachkurse bis zu Flamenco für Männer.

Selbst bei Veranstaltungen zu eher sperrigen

Themen wie Permakultur sind die Besucherzahlen

zweistellig. Nachfrage gebe es eigentlich

immer, meinen die drei. Klingt nachvollziehbar:

Man wäre ja damals gerne zur Schule

gegangen, hätte man sich Stunden- und Lehrplan

nach den persönlichen Vorlieben zusammenstellen

können.

Ein großer Plan für 2014 steht bereits: »Richtig

toll wäre, wenn wir eine Art Repaircafé auf die

Beine stellen könnten«, meint Alexandra Böckel.

In anderen Städten reparieren hier ehrenamtliche

Tüftler zusammen mit den Besitzern

etwa elektronische Geräte. In Frankfurt

oder Wiesbaden feiern entsprechende Angebote

bereits Erfolge. Sie sind die Antwort des

kleinen Mannes auf die Vermutung, Hersteller

konstruierten ihre Produkte absichtlich so,

dass deren Lebensdauer begrenzt ist, damit

Besitzer ihre Geräte häufiger wegwerfen und

neue kaufen. »Um ein Repaircafé umzusetzen,

brauchen wir allerdings noch mehr Leute

Den Anfang machte die Free School Gießen mit einem Stricktreff.

Schule für alle

mit Fachwissen«, verrät Bodenschatz und will

damit nicht nur junge Leute ansprechen. »Sogar

in Altersheimen schläft Potenzial.« Genauso

sind aber auch Ingenieure oder Studenten

interessant für ein mögliches Repaircafé.

Den Anfang machte die Free School Gießen

mit einem Näh- und Stricktreff. »Da läuft es

bereits so, dass Schülerinnen mitmachen, aber

auch ältere Damen. Für die Jüngeren ist es

häufig auch eine tolle Erfahrung, dass sie das

Endergebnis ihrer Arbeit sehen. Das ist heute

ja nicht mehr selbstverständlich«, sagt Bodenschatz.

Regelmäßig treffen sie sich in der »Küché«

an der Moltkestraße. »In Kalifornien, wo

die Idee herkommt, machen Free Schools

auch viel draußen oder in Wohnzimmern«,

erzählt Jacovini von seiner Heimat. Die Free

School Gießen arbeitet derweil vor allem mit

der Kümmerei zusammen oder jener Gruppe,

die in der Schanzenstraße 1 seit einiger Zeit

kulturelle Veranstaltungen organisiert.

Foto: Friedrich

Trotzdem bleibt der Platz für die Kurse und

Veranstaltungen das größte Problem. Denn

die Free School Gießen hat kein Budget und

– das bringt die Idee bei all ihrem Charme mit

sich – generiert keine Einnahmen. Miete oder

Pacht können Charlott Bodenschatz, Alexandra

Böckel und Jesse Jacovini also niemandem

zahlen. »Genauso, wie wir offen sind für neue

Angebote, die Leuten organisieren wollen,

sind wir auch ständig auf der Suche nach neuen

Räumen«, verrät Böckel und ergänzt: »Die

Idee ist vielen vielleicht noch etwas fremd,

weil man Zeit und Muße investiert, aber nichts

Zählbares zurückbekommt. Doch es findet ein

gegenseitiges Befruchten statt.« Etwas Passendes

findet jeder. Auch wenn er vielleicht noch

nichts davon weiß.

fd

///

Fast jeden Tag veröffentlicht die Free School

Gießen aktuelle Kurse und Veranstaltungen

aus dem Programm auf Facebook.

– Grundsteuer steigt

Ab 1. Januar wird die Grundsteuer erhöht. Das trifft

zunächst nur Grundbesitzer, wird natürlich aber gerne

an die Mieter weitergegeben. »Ja«, sagt Claudia Boje,

»das Leben in Gießen wird ein wenig teurer. Das ist

dem Schutzschirm geschuldet, denn wir müssen

Einnahmen erhöhen, um Leistungen aufrechtzuerhalten«.

In Zahlen: Die Grundsteuer steigt um satte 58 Prozent.

Ein Einfamilienhaus mit einer alten Jahressteuer von

182,84 Euro kostet 2014 288,69 Euro.

+ Boom-Town Gießen

Dass in Gießen ständig gebaut wird, ist ja kein Geheimnis.

Nicht alle Baustellen haben aber mit der Landesgartenschau

zu tun. Makler bestätigen, dass trotz der Erhöhung der Grundsteuer

(links) ein regelrechter Run auf Baugrundstücke losgegangen

ist. Das heißt: Investoren setzen auf Gießen. Diese

Bauprojekte werden 2014 fertig: Heyligenstaedt (100 Wohneinheiten),

Bergkaserne (80 WE), Schlangenzahl (32 WE),

Zu den Mühlen (38 Senioren-Wohnungen), Paul-Schneider-

Straße (38 Reihenhäuser), Poppe (40 WE), Wilhelm-Leuschner-Straße

(40 Reihenhäuser, Leihgesterner Weg (80 WE),

Marshall-Siedlung (54 WE).

6 streifzug 1/2014


BLICKPUNKT

Lukas Sicha hatte ein Problem. »Wer in Gießen

als Mann bezahlbare Klamotten jenseits

von H&M sucht, der hat kaum eine Auswahl«,

meint er. Wenn es um Secondhand gehe, sei

die Lage noch schlimmer. »Es gibt zwar den

einen oder anderen Laden für Secondhand,

etwa in der Bahnhofstraße, aber da bekommt

man als Mann nichts. Jungs kommen zu kurz

in der Stadt, nicht nur im Seltersweg«, sagt der

Gießener. Also fasste sich Sicha im Laufe des

Frühjahrs ein Herz und hob den »Rugstore«

aus dem Boden. Inzwischen verkauft er auch

gebrauchte Klamotten für Frauen, doch den

Großteil seines Sortiments bilden weiterhin

Hemden, Hosen, Pullover, Jacken, Schuhe für

Männer.

Früher hatte hier, am Schiffenberger Weg 45,

eine Schreinerei ihr Domizil. Später sogar ein

Bootsbauer. Anschließend dann ein Möbelladen.

»Seit April habe ich umgebaut, im Juli

war dann Eröffnung. Pünktlich zur vorlesungsfreien

Zeit«, erzählt der studierte Geograf

mit einem Grinsen. War natürlich alles

andere als ideal, will er sagen, besteht der

Großteil seiner Kunden doch aus Studenten.

Zwar liegt der »Rugstore« fernab der Innenstadt,

doch ist es nur einen Katzensprung zum

Philosophikum: »Nach den Seminaren kommen

viele auf dem Heimweg vorbei und

schauen sich nach gebrauchten Klamotten

um«, sagt Lukas Sicha, der selbstverständlich

auch immer auf der Suche nach interessanten

Waren ist.

Die etwa 120 Quadratmeter große Halle wirkt

warm, massive Holzdielen bedecken den Boden,

schwere Möbel wie ein Tisch aus Baggerzinken

stehen kreuz und quer herum, Waren

hängen auf Kleiderstangen, die der

Gießener aus Wasserleitungen gefertigt hat.

Im Keller des »Rugstore« ist inzwischen eine

Schneiderin eingezogen, die auf das Reparieren

von Jeans spezialisiert ist. »Sie ist aber

Erst hatte Lukas Sicha ein Problem. Nun hat er einen Laden.

Mal für Männer

auch mehr als fähig, ein Hemd oder eine Hose

aus dem Secondhand-Laden auf den Körper

des Kunden zuzuschneiden«, freut sich

Lukas Sicha über die Zusammenarbeit. Anfang

des Jahres soll zudem ein Tätowierer einziehen,

den man bereits aus der Stadt kennt.

»Ich verfolge ein bisschen die Idee eines

Shops im Shop«, erklärt der Eigentümer. Die

verschiedenen Nutzer können die Pacht teilen

und den großen Raum mit Leben füllen. Auch

Veranstaltungen gab es bereits: Etwa eine Modenschau

im November. Fotos vom Event genauso

wie von neuen Klamotten im Sortiment

gibt es auf Facebook. »Die Modenschau war

ein echter Erfolg. Künftig werde ich einmal im

Monat eine Veranstaltung organisieren. Demnächst

wird es eine Kleidertauschparty geben«,

verrät der Gießener. Erst vor Kurzem

platzte bei einer ähnlichen Veranstaltung das

DGB-Haus aus allen Nähten. Gegenüber Kooperationen

mit anderen Initiativen sei Sicha

Foto: Schepp

aufgeschlossen. Auch Ausstellungen hält er

für möglich, im Keller etwa, der derzeit voller

Möbel aus den 50er Jahren steht. Im Verkaufsraum

haben bereits Skulpturen eines befreundeten

Bildhauers Platz gefunden. »Wenn sich

Künstler bei mir melden, habe ich immer ein

offenes Ohr«, meint Sicha.

Die Idee – gebrauchte Klamotten verkaufen

und Leuten, an die man glaubt, gegen kleines

Geld einen Raum anbieten – ist ungewöhnlich,

zumindest für Gießen, doch im Fall des

»Rugstore« scheint sie aufzugehen. »Ich werde

nicht reich damit, aber der Laden trägt sich

bereits selbst«, verrät der Inhaber. Und jenseits

vom Finanziellen hat Sicha, der einst ein

Problem hatte, natürlich noch etwas davon:

Endlich einen Secondhand-Laden, in dem –

auch – Männer etwas finden können. fd

///

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 12.00 bis

18.00 Uhr. Samstag von 10.00 bis 16.00 Uhr.

– Kita-Plätze teurer

Auch den jungen Familien geht es an den Geldbeutel.

2014 werden die Kita-Gebühren erhöht. »Die Kosten

sind gestiegen, gleichzeitig gab es lange keine Erhöhung.

Dabei steigen aber die Angebote und die Sozialstaffel

gilt weiterhin. Wer wenig hat, muss auch wenig zahlen«,

erklärt Boje. Steigen werden die Kosten um 10 Prozent.

Für einen Ganztagsplatz in einem städtischen Kindergarten

sind bei einem Kind maximal 224 Euro pro Monat

fällig.

+ Dynamische Infos

Großstadtflair am Busbahnhof? Ab April werden Fahrgäste am

gerade neu eröffneten Bahnhofsvorplatz an allen Wartehallen

der Busse mit einem topmodernen dynamischen Fahrgastinformationssystem

verwöhnt. Großstädter kennen das schon

längt, ab April wird dann auch jeder Gießener immer ablesen

können, welche Verbindung er wann und wohin hat. »Überhaupt

wird der Bahnhof 2014 noch an Attraktivität gewinnen

und endlich zu einem schönen und praktischen Eingangstor

zu unserer Stadt«, sagt Boje.

1/2014 streifzug 7


BLICKPUNKT

Bitte vormerken:

Do., 23. 1.

Tschick-Premiere

Von Wolfgang Herrndorf,

Bühnenfassung von Robert

Koall, für Jugendliche und

Erwachsene.

20.00 TiL-Studiobühne,

Löbershof 8

Sa., 8. 2.

Ralf Schmitz

»Schmitzpiepe«

Das aktuelle Comedy-

Programm.

20.00 Kongresshalle

Gießen, Berliner Platz 2

So., 30. 3.

Gießen 46ers –

Science City Jena

Letzter Hauptrunden-Spieltag

der ProA

20.00 Sporthalle Gießen-

Ost, Karl-Reuter-Weg

Fr., 7. 3.

Dietrich Faber:

Tote Hunde beißen nicht

Die Show zum neuen Buch.

20.00 Kongresshalle

Gießen, Berliner Platz 2

So., 2. 3.

Antik & Trödel

Großer Hallenflohmarkt.

Weitere Infos: www.antiktroedel-markt.de

8.00 Ausstellungszentrum

Hessenhallen,

An der Hessenhalle 11

Großer Fastnachtsumzug

13.33 Gießen,

ab Eichgärtenallee

Mo., 14. 4.

Vorlesungsbeginn

Sommersemster 2014

Sa., 26. 4. – So., 27. 4.

Eröffnungswochenende

der Landesgartenschau 2014

in Gießen

Mit musikalischen Highlights

auf dem Gelände,

verschiedensten Vorführungen

und einem bunten

Bühnenprogramm.

10.00 Gießen,

Landesgartenschau-

Gelände Wieseckaue

Sa., 26. 4. – So., 5. 10.

Landesgartenschau 2014 in

Gießen: Auf zu neuen Ufern!

Landesgartenschau Gießen

2014 Weitere Infos: www.

landesgartenschaugiessen.de

Gießen, Landesgartenschau-Gelände

Wieseck-

Aue und Lahnufer

Do., 29. 5 – So, 1. 6

Straße der Experimente

Diesmal auf dem Gelände

der Landesgartenschau

So., 8. 6.– Mo., 9. 6.

Gießener Pfingst-Regatta

Traditionelle Ruder-Regatta

auf der Lahn.

Gießen, Regattastrecke

auf der Lahn

Do., 12. 6. – So., 13. 7.

Public Viewing 2014 –

WM-Arena Gießen

Alle Deutschland-Spiele,

ausgewählte Gruppenspiele

und die gesamte Finalrunde

der Fußball-WM in Brasilien

auf LED-Großbildwand

Gießen, WM-Arena

Schiffenberger Tal,

Karl-Glöckner-Straße

Mi., 18.6.

Sport Dies

Gießens größte Party

am Kugelberg

Fr., 18. 7.

Vorlesungsende

Sommersemester 2014

Di., 22. 7.

In Extremo – Kunstraub

Open Air Tour 2014

Konzert.

19.00 Gießen, WM-

Arena Schiffenberger Tal,

Karl-Glöckner-Straße

25. 7. – 27. 7.

Golden Oldies

Wettenberg

Fr., 1. 8.

Kaya Yanar, Landesgartenschau

Gießen 2014

Comedy-Open-Air

20.00 Gießen,

Landesgartenschau-

Gelände Wieseckaue

Fr., 8. 8. – Sa., 9. 8.

Lichterzauber im Park,

Landesgartenschau

Gießen 2014

»Traumgarten bei Nacht«

mit Kleinkunst, Theater,

Live-Musik und Lebenslust

Gießen, Landesgartenschau-Gelände

Wieseckaue

Fr., 15. 8. – So., 17. 8.

Das Gießener Stadtfest

3 Tage Stadtfest mit

Live-Musik open air,

Kulinarischem und sportlichem

Rahmenprogramm

Fußgängerzone

Sa., 27. 9. – So., 5. 10.

Michel Autokino

Ausstellungszentrum

Hessenhallen,

An der Hessenhalle 11

Gießener Herbstmesse

Traditioneller Vergnügungspark

mit den neuesten

Karussells, Imbissbuden,

Feuerwerk u. v. m.

Messeplatz an der

Ringallee, Ringallee

So, 14. 9.

Rund ums Stadttheater

Radrennen.

Gießen, Innenstadt

Sa., 4. 10. – So., 5. 10.

Abschlusswochenende

der Landesgartenschau,

Landesgartenschau

Gießen 2014

Abschlusswochenende

der Landesgartenschau mit

großer Abschlussveranstaltung

und Staffelübergabe

an die 6. Hessischen

Landesgartenschau Bad

Schwalbach 2018

Gießen, Landesgartenschau-Gelände

Wieseckaue

Mo., 13. 10. und

Di., 14. 10.

Badesalz – »Dö Chefs!«

Hessische Kult-Comedy.

20.00 Kongresshalle

Gießen, Berliner Platz 2

Fr., 28. 11. – Mo., 22. 12.

Der Gießener

Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt mit

traditionellen Buden

und Imbissständen und

Eisbahn

Fußgängerzone

Do., 4. 12.

Gernot Hassknecht:

Das Hassknechtprinzip

In zwölf Schritten zum

Choleriker – Comedy.

20.00 Kongresshalle

Gießen, Berliner Platz 2

Das verspricht die Stadt für 2014:

»Wir werden weiterhin intensiv am Ausbau

der Kinderbetreuung arbeiten, an der sozial -

gerechten Ausgestaltung der Kita-Gebühren

festhalten und den Umbau unserer Schulen

hin zu Ganztagsbetrieben und zu inklusiven

Schulformen voranbringen. Wir werden

auch weiterhin einen Gießen-Pass haben,

der es allen Gießenerinnen und Gießenern

ermöglicht, am gesellschaftlichen Leben –

wie zum Beispiel Schwimmbäder, Theater,

Busse, Volkshochschule – in unserer Stadt

teilzuhaben. Aber auch bezahlbarer Wohnraum

wird weiterhin ein wichtiges Thema

sein: Wir sind froh und dankbar, die Wohnbau

zu haben, die nach wie vor dafür sorgt,

dass man in Gießen gut unterkommt – auch

wenn man nicht viel Geld hat. Außerdem

werden sich weiterhin verschiedenste

Gruppen in und für unsere Stadt engagieren,

sei es im Prozess um die Altenhilfeplanung,

um die Erarbeitung eines Integrationskonzeptes,

in Sportvereinen, in

Kulturvereinen und -initiativen, in der Freiwilligen

Feuerwehr, für die Landesgartenschau

oder für viele andere Bereiche. Wir

sind froh, dass es uns als – finanziell gesehen

– armer Stadt gelungen ist, das städtische

Angebot vielseitig zu halten. Das ist

keine Selbstverständlichkeit. Es ist eine große

Errungenschaft, dass es auch unter den

Auflagen des kommunalen Schutzschirms

gelungen ist, Einsparungen zu formulieren,

die unsere Infrastruktur nicht nachhaltig

schwächen. Wir erhalten trotz erheblichem

finanziellen Druck unsere das städtische

Leben prägende Angebote: Kultur, Freizeit,

Sport, soziale Teilhabe, Bildung und voran

der Ausbau der Kinderbetreuung. Ein Höhepunkt

wird die Landesgartenschau mit neuen

Ansichten auf ein Gebiet, das man so

noch nicht gesehen hat. Noch 2014 werden

die Zäune abgebaut und zurück bleibt ein

neuer Bürgerpark. Aufgewertet wird auch

die Lahn mit einer neuen Brücke, das

Lahnufer wird attraktiver. All das bleibt.«

8 streifzug 1/2014


BRAD SHAWS KOLUMNE

Brad Shaw schreibt exklusiv Kolumnen

für den streifzug. Normalerweise veröffentlicht

der Journalist sie im Netz auf

www.bradsticks.com. Sein Blog befasst

sich mit Lifestyle, Fashion, Musik, Promis

und Kultur – und immer wieder mit

der Suche nach Mr. und Mrs. Right.

Dankbarkeit

Manchmal erreichen wir sie wirklich, die kleinen

Inseln. Die kleinen Inseln mitten im Strom, mitten

im Winter. Vielleicht seltener als wir sie es uns

herbeiwünschen, aber immer wieder. Immer

dann, wenn wir für einen kurzen Moment Abstand

nehmen. Von allem, was uns sonst mitreißt

– zu neuen Höhenflügen oder alten Abgründen,

zu hohen Zielen oder niederen Instinkten, instinktiv

zum Guten oder

zum Schlechten. Zumeist

weg von den Säulen, auf

denen wir stehen. Oder den

Sachen, für die wir stehen.

Weil wir uns meistens derart

um uns selbst drehen, dass

wir immer seltener sehen,

wo wir sind. Meistens nur,

wo wir hin wollen oder herkamen.

Dann kommt plötzlich der

Moment, an dem wir eine

dieser Inseln erreichen und

durchatmen. Wenn wir erst

auf festem Boden ankommen,

fällt es plötzlich leichter,

den eigenen Standort zu

bestimmen und genau hinzusehen,

wo wir wirklich

stehen. Und warum. Ich

hatte ein turbulentes Jahr

hinter mich gebracht und

mich mitreißen lassen,

manchmal auch niederreißen.

Bis gerade eben war

ich hin und her gerissen, ob

ich ein gutes oder ein schlechtes Jahr hatte. Ob

die Höhepunkte höher waren als die Tiefpunkte

tief – wenn man Licht und Schatten überhaupt

gegeneinander aufwiegen kann, versteht sich.

Weil Schatten bekannterweise nur dort sind, wo

Licht ist.

Wahrscheinlich liegt es in der Natur der Sache,

dass plötzlich ein wenig Besinnlichkeit aufkommt,

sobald die ersten Feuerwerkskörper den

Himmel erobern, oder die letzten. Einfach weil

wir wieder spüren, dass sich ein Jahr dem Ende

neigt und wir in Endphasen immer dazu neigen,

zielgerichtet Resümee zu ziehen. Dann entscheiden

wir, ob wir auf Kurs bleiben oder lieber die

Kurve kriegen, bevor sich das neue Jahr mit dem

alten kreuzt. Denn an jeder Kreuzung haben wir

kurz die Wahl. Zumeist wählen wir den Weg zum

nächsten Etappenziel, wo wir die nächste Insel

wähnen.

Glücklich ist, wer diese Insel erreicht, und feststellt,

dass er vielleicht Umwege gegangen, aber

sicherlich auf dem richtigen Weg geblieben ist,

sich freigeschwommen hat. Im letzten Jahr habe

ich mich zweimal wie im falschen Film gefühlt,

beziehungsweise in der falschen Rolle. Dieses

Gefühl hat mich von der Rolle gebracht, nicht

aber weg von der Route. Auch wenn ich das

erst später verstanden habe – genauer gesagt

gerade eben: Als ich mich dazu entschloss, an

den Schreibtisch zu gehen und eben nicht

darüber zu schreiben, wohin ich 2014 will, oder

wen. Sondern einen Text über Dankbarkeit. Für

all die schönen Dinge,

die im letzten Jahr passiert

sind.

Könnte ich Licht und

Schatten gegeneinander

aufwiegen, wähnte ich

mich genau jetzt auf der

Sonnenseite. Und die ist

gerade inmitten des

Winters wie eine Insel.

Vielleicht die schönste,

weil sie die viel beschriebene

Insel der

Glückseligkeit meint,

die wir seltener erreichen

als wir sie uns herbeiwünschen

– aber immer

dann, wenn wir uns

nichts wünschen, sondern

einfach glücklich

mit dem sind, was wir

haben. Hand aufs Herz:

Wenn wir genauer darüber

nachdenken, ist das

meistens mehr als wir

manchmal meinen.

Heute ist ein weiterer Tag, um dankbar zu sein.

Eigentlich sollten wir viel öfter dankbar sein.

Gerade für die kleinen Dinge, die uns täglich

wie Selbstverständlichkeiten erscheinen.

Sind sie selbstverständlich selten.

Sehr selten.

Brad Shaw

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

7. Jahrgang · 1/2014

@

Das war Gießen 2013:

Ein Quiz zum Abschied

Werde Freund und erfahre, was

in deiner Stadt passiert und

was im Nachtleben angesagt ist!

Rampenlicht Stadtgespräch

Landschaftsarchitekt

Geskes über die

Landesgartenschau in

Gießen. Seite 16

Die Schwarze Szene

trifft sich regelmäßig

zur »E-Porn-Party«

im MuK. Seite 20

1/2014 streifzug 9


BLICKPUNKT

So war 2013 in Gießen

In den vergangenen zwölf Monaten hat sich viel getan in der Stadt. Einiges – vor allem die

Baustellen – konnte man auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder an die Hochschule bestaunen.

Anderes durften wir im streifzug verkünden. Nun, zum Jahreswechsel, fragen wir das

ab. Was aus 2013 ist hängengeblieben?

6. Fast fertig wurde 2013 der neue Steg

über die Lahn. Benannt ist er nach Ludwig

Christoph Rübsamen. Durch welchen

Sport wurde er über die Grenzen

Gießens hinaus bekannt?

Basketball

Schwimmen

Handball

Rudern

2. Welcher Laden feierte 2013 sein

15-jähriges Bestehen?

Madame Ching

Fuhr

Punkt & Strich

Music Attack

3. Um welche Besonderheit soll das Elefantenklo

erweitert werden?

Spülung

Waschbecken

Funktionierender Aufzug

Klobrille

1. Die Herbstmesse fand in diesem

Jahr erstmals an einem neuen

Ort statt. Welcher ist gemeint?

Hessenhallen

Schiffenberger Tal

Nordstadt

Schlachthof

4. An welchem markanten Gebäude

bröckelte im Januar die Fassade?

Rathaus

Kongresshalle

Alte Post

Liebigmuseum

5. Wer verschwindet mit dem Jahresende

2013 aus dem Stadtbild?

Schlammbeiser

Bushäuschen am Marktplatz

Freiwilliger Polizeidienst

Baustellen

7. Im Oktober erschütterte der Verdachtsfall

K. die Stadt. Einem Kreistagsabgeordneter

wurde vorgeworfen, drei

Mädchen und einen Jungen in über

160 Fällen sexuell missbraucht zu

haben. Welcher Partei gehört K. an?

CDU

SPD

Grüne

FDP

8. Im November mussten Teile eines

Stadtteils evakuiert werden, weil bei

Bauarbeiten eine Fliegerbombe gefunden

worden war. Welcher Stadtteil war

betroffen?

Nordstadt

Südstadt

Weststadt

Oststadt

9. Im Sommer feierte das Stadttheater

gleich zwei Festivals. Zum einen wurde

Georg Büchner gefeiert. Zum anderen

die Hessischen Theatertage begangen.

Mit welchem Hilfsmitteln wurde beim

bezaubernden »Woyzeck on the Highveld«

aus Südafrika gearbeitet?

Puppen

Hologramme

Tiere

Laien

10 streifzug 1/2014


10. Im April brachten Ok Kid ihr Debütalbum

bei Four Music heraus. Als was

besagen die drei Musiker ihre Heimatstadt

Gießen?

Stadt ohne Stil

Stadt ohne Meer

Stadt ohne Charme

Stadt ohne Geld

11. Ein Gebäude, das seit vielen Jahren das

Stadtbild prägt, feierte in diesem Jahr

seinen 150. Geburtstag. Welches ist

gemeint?

Alte Post

Liebigmuseum

Uni-Hauptgebäude

Altes Schloss

15. Rund um die Miller-Hall tat sich 2013

einiges. Was soll an der Seite zur Fröbelstraße

entstehen?

Parkhaus

Bis zu fünf Meter hohe Lärmschutzwand

Tennisplätze

Gastronomie mit Terrasse

12. Frank-Walter Steinmeier ist nicht der

einzige im neuen Kabinett von Angela

Merkel, der einst in Gießen studierte.

Welcher der folgenden vier Politiker

war jedoch nie an der Justus-Liebig-

Universität eingeschrieben?

Helge Braun

Brigitte Zypries

Jörg Asmussen

Ursula von der Leyen

13. Die Gießen 46ers spielen nach dem

Abstieg erstmals in der Pro A. Gegen

welche Mannschaft geht es in dieser

Liga nicht?

Oettinger Rockets Gotha

Rent4office Nürnberg

Erdgas Ehingen

Rasta Vechta

16. Der Wahlkampf führt im Herbst

zahlreiche Politiker nach Gießen.

Wer sprach auf dem Schiffenberg?

Angela Merkel

Philipp Rösler

Claudia Roth

Sigmar Gabriel

17. Im Juni spielte Nena auf Einladung der

Stadtwerke vor rund 5000 Zuschauern.

Aber was hatte die SWG eigentlich zu

feiern?

10-Jähriges

25-Jähriges

50-Jähriges

75-Jähriges

18. Das Krimifestival feierte 2013 ein

Jubiläum. Welcher Star gab sich in der

Sparkasse die Ehre?

Friederike Kempter

Nora Tschirner

Andrea Sawatzki

Maria Furtwängler

19. Immer mehr Flüchtlinge zogen im

Laufe des Jahres in das ehemalige

US-Depot. Wo aber ist die Hessische

Erstaufnahmeeinrichtung für

Flüchtlinge?

Eulenkopf

Grünberger Straße

Meisenbornweg

Europaviertel

14. Wie protestierten Demonstranten

2013 gegen eine NPD-Kundgebung?

Äpfel essen

Birnen jonglieren

Kirschkerne spucken

Steine werfen

20. Ein Diebstahl sorgte im Dezember

kurzzeitig für große Aufregung.

Welcher ist gemeint?

Mütze am Kugelbrunnen

Einer der Drei Schwätzer

Goldener Engel am Marktplatz

Städtischer Weihnachtsbaum

21. Im November entschied die Justus-

Liebig-Universität, dass Frank-Walter

Steinmeier seinen Doktortitel behalten

darf. Welche Zeitschrift hatte zuvor von

Plagiatsvorwürfen berichtet und war im

Laufe der Debatte selbst in die Kritik

geraten?

Stern

Focus

Spiegel

Cicero

Fotos: bf

1/2014 streifzug 11


22. Worüber führt dieses 2013

errichtete Bauwerk?

Lahn

Schwanenteich

Wieseck

Neuer Teich

31. Im Vorderhaus des neuen Großkinos

am Berliner Platz eröffnete im März

eine neue Gastronomie. Welche ist

gemeint?

Shrug

Bolero

Dufflecoat

Jersey

32. Mit Tess Wiley brachte eine der besten

Singer-/Songswriterinnen der Stadt ein

neues Album heraus. Mitglied welcher

Band war sie vor ihrer Solokarriere?

The Joy Over The Lost Penny

Gary

Sixpence None The Richer

The Corrs

23. Der Gießener Daniel Davari spielt

seit 2013 in der Bundesliga Fußball.

Für welchen Verein hütet er das Tor?

Eintracht Braunschweig

Hertha BSC

Eintracht Frankfurt

FC Augsburg

24. Mit der Ludwigstraße 6 schloss ein

studentisches Kulturprojekt seine Pforten.

Wo machte der Nachfolger auf?

Mühlgasse

Fasanenweg

Lindenplatz

Schanzenstraße

25. Im März gab es Proteste gegen das

Konzert einer Band, der vor ihrem

Auftritt im MuK Sexismus und Drogenverherrlichung

vorworfen wurde.

Plakate wurden überklebt, das MuK

mit Farbbeuteln beworfen. Von welcher

Band ist die Rede?

Eskimo Callboy

KIZ

Trailerpark

Kollegah

26. Zu welcher Eröffnung rückten im

Dezember viele Gießener schon ab

dem frühen Morgen an, weil es

etwas zu gewinnen gab?

Bahnhofsvorplatz

Großkino

Weihnachtsmarkt

Bauhaus

27. Das Brecht’sche Schauspiel um Herrn

Puntila eröffnete die Spielzeit im

Großen Haus des Stadttheaters. Wie

heißt der Knecht in der Parabel über

Klassenzugehörigkeit und den Versuch,

sich über sie hinwegzusetzen?

Matti

Harry

Matt.O

Maggi

28. Baustellen waren ein großes Thema im

vergangenen Jahr. Auf welchem Teil des

Anlagenrings rollten im August die

Bagger an und sperrten zwei von vier

Spuren?

Nordanlage

Südanlage

Westanlage

Ostanlage

29. Weshalb machten etwa 400 Demonstranten

im September mächtig Lärm im

Seltersweg?

DSDS-Truck in der Stadt

Geplanter Abriss der Alten Post

NPD-Kundgebung

Schließung des Heli

30. Welcher Pharmahersteller gab im

April bekannt, seine Niederlassung in

Gießen zu schließen?

Barbara

Angela

Alessandra

Lilly

33. Denis Wucherer trainiert seit diesem

Jahr die Gießen 46ers. Mit welchem

Verein feierte er als Spieler die größten

Erfolge?

Alba Berlin

Telekom Baskets Bonn

FC Bayern München

Bayer Leverkusen

34. Gießens einziger Superstar feierte in

diesem Jahr seinen 50. Geburtstag.

Wer soll die Hauptrolle im nächsten

Film von Til Schweiger spielen?

Maximilian Schell

Mario Adorf

Didi Hallervorden

Bruno Ganz

12 streifzug 1/2014


BLICKPUNKT

35. In der Bahnhofstraße eröffnete eine

neue Institution in Sachen Gastronomie.

Wie heißt sie?

Bar jeder Vernunft

Gutburgerlich

Kostbar

Brot und Spiele

36. Die Band, die als Hauptact auf dem

Stadtfest spielen durfte, hatte einen

großen Hit. Wie hieß er?

King Of My Castle

Lemon Tree

We No Speak Americano

Freed From Desire

40. Thorsten Schäfer-Gümbel und Volker

Bouffier trafen sich nach der Landtagswahl

im Oktober in einem Gießener

Hotel zu ersten Sondierungsgesprächen.

Welches Hotel ist gemeint?

Kübel

Alt Gießen

Köhler

Steinsgarten

37. Auf welche fast schon traditionelle

Bühne mussten die Besucher des

S tadtfests in diesem Sommer

verzichten?

Ulenspiegel

Selterstor

Kaplansgasse

Plockstraße

38. Im März verabschiedete sich eine

Institution aus Gießens Kneipenszene:

Siggi Jox-Meißner und Bruno Meißner

verließen ihr Lokal und machten Platz

für Maurice Zach-Zach. Welche Kneipe

ist gemeint?

Hawwerkasten

Türmchen

Klimblim

Kaffee Wolkenlos

39. Eines der großen Aufregerthemen

2013 waren die Umbauten an der

Ostanlage. Die Unterführung wurde

zugeschüttet. Ein Übergang für

Fußgänger soll entstehen. Welches

Graffiti wurde dabei vergraben?

Justus Liebig von JLU

Nordstadtverein

Juri Gagarin von THM

Kinder- und Jugendtelefon

41. Im März strahlte die ARD den ersten

»Tatort« mit Gießens erstem Ermittler

Til Schweiger alias Nick Tschiller aus.

Wie hieß er?

Kopfgeld

Summ, Summ, Summ

Taxi nach Leipzig

Willkommen in Hamburg

42. Der heimische Autor Lars Amend

schaffte es mit seinem neuen Buch in

die Bestsellerlisten. Wie heißt sein

aktuelles Werk?

Bushido

Dieses bescheuerte Herz

Rock Your Life

Mit einem Bein im Modelbusiness

43. Dietrich Faber tourte mit seinem Buch

»Der Tod macht Schule« durchs Land.

Wie heißt der Hund seines Kommissars

Henning Bröhmann?

Berlusconi

Putin

Hollande

Schewardnadse

44. Im Februar verließ Frank »The Tank«

Loth die Stadt. Was hatte er bis dahin

in seinem Laden an der Bahnhofstraße

verkauft?

Skateboards

Burger

Kaffee

Bartschneider

45. Schauspielerin Friederike Kempter war

2013 zu Gast beim Krimifestival. In

welchem »Tatort« ist sie regelmäßig zu

sehen?

München

Köln

Münster

Berlin

46. Eine Einrichtung, die auch im neuen

Großkino am Berliner Platz ziehen soll,

wurde 2013 nicht ganz fertig. Welche

ist gemeint?

Fitnessstudio

Konzertsaal

Videothek

Studiobühne

1/2014 streifzug 13


BLICKPUNKT

47. Mit welchem renommierten Preis, der

in Gießen vergeben wird, wurde Anna

Viebrock im April diesen Jahres

ausgezeichnet?

Hein-Heckroth-Preis

Axel-Pfeffer-Preis

Weigel-Greilich-Preis

Justus-Liebig-Preis

48. Welches Festival richtete im Juni sein

Zentrum am Lahnufer unter einer

Brücke ein?

Hessische Theatertage

Büchner International

WG-Festival

Theatermaschine

49. Eine heimische Webserie feierte im

Dezember Premiere und ließ Gießen

mit Wetzlar verschmelzen. Wie heißt

sie?

Number Of Silence

Sound Of Silence

Number Of The Beast

Of Mice And Men

50. Welches prägende Graffiti von

Roswitha Berger-Gentsch direkt

an der Wieseck wurde 2013

überpinselt?

Liebe

Wunderbar

Ja

Bitte

51. Ein Gebäude einer Gießener Schule

wurde im September wegen einer

ungewöhnlich hohen Schadstoffbelastung

gesperrt. Die Schüler

welcher Schule mussten in

Con tainern unterrichtet werden?

Liebigschule

Gesamtschule Gießen-Ost

Herderschule

Ricarda-Huch-Schule

52. Welche Band trat im Mai auf dem Sport

Dies am Kugelberg auf?

Juli

Ok Kid

Bosse

Am Leben Forbei

53. Welches Gelände wurde 2013

eingezäunt?

Schiffenberg

Theaterpark

Universitätsplatz

Schwanenteich

54. Auf welchem Gebiet eröffnete

im Dezember eine Filiale von

Bauhaus?

Poppe

US-Depot

Bänninger

Schlangenzahl

55. Welcher Gießener Zeichner veröffentlichte

im Juni einen Comic, der in

seiner Heimatstadt spielt?

Flix

Andreas Eikenroth

Marijpol

Beetlebum

56. Im Familienstück zu Weihnachten

widmete sich das Stadttheater in diesem

Jahr einer Gans. Wie hieß das

Tier?

Luitpold

Isolde

Lohengrin

Auguste

57. Der wiedereröffenete Bahnhofsvor platz

sorgte im Dezember bei vielen

Gießenern für Verwirrung. Was suchten

sie?

Stadtbusse

Fahrradständer

Toilettenhäuschen

Bahnhofsmission

58. Im Januar brachte das empfehlenswerte

Gießener Medizinerkabinett sein drittes

Bühnenstück heraus. Wie heißt die

Gruppe?

Rubber Island

Berlin Place

Roof Coffeehouse

Elephant Toilet


60. An welchem Wochentag zogen auch

2013 regelmäßig Skater durch die Stadt?

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

59. Mit welchem Film wurde das neue

Großkino am Berliner Platz eröffnet?

Hobbit 1

Eiskönigin

Die unendliche Geschichte

Hobbit 2

61. Welche Bühne feierte beim Stadtfest

Premiere?

Kupferschmiede

Schanzenstraße

Brandplatz

Ludwigstraße

62. Wer zieht in das im Winter geschlossene

Roxy an der Grünberger Straße?

Dunkelrestaurant

Nagelstudio

THM

Tebartz van-Elst

Lösungen:

31. Bolero

Text und Idee: Florian Dörr

47. Hein-Heckroth-Preis

1. Schlachthof

16. Angela Merkel

32. Sixpence None The Richer

48. Theatermaschine

2. Punkt & Strich

17. 75-Jähriges

33. Bayer Leverkusen

49. Number Of Silence

3. Spülung

18. Andrea Sawatzki

34. Didi Hallervorden

50. Wunderbar

4. Alte Post

19. Meisenbornweg

35. Gutburgerlich

51. Herderschule

5. Freiwilliger Polizeidienst

20. Mütze am Kugelbrunnen

36. Lemon Tree

52. Ok Kid

6. Rudern

21. Focus

37. Ulenspiegel

53. Schwanenteich

7. Grüne

22. Lahn

38. Hawwerkasten

54. Bänninger

8. Weststadt

23. Eintracht Braunschweig

39. Kinder- und Jugendtelefon

55. Andreas Eikenroth

9. Puppen

24. Schwanzenstraße

40. Steinsgarten

56. Auguste

10. Stadt ohne Meer

25. Trailerpark

41. Willkommen in Hamburg

57. Stadtbusse

11. Alte Post

26. Bauhaus

42. Dieses bescheuerte Herz

58. Elephant Toilet

12. Ursula von der Leyen

27. Matti

43. Berlusconi

59. Eiskönigin

13. Rasta Vechta

28. Ostanlage

44. Skateboards

60. Dienstag

14. Äpfel essen

29. NPD-Kundgebung

45. Münster

61. Kupferschmiede

15. Lärmschutzwand

30. Lilly

46. Studiobühne

62. THM

1/2014 streifzug 15


aMpenlicht

»Gießen war eine

herausforderung«

Die Landesgartenschau vom 26. April bis zum 5. Oktober wird 2014 das größte Ereignis

in Gießen sein. Keine Frage. Rechtzeitig zum Jahresbeginn wirft der streifzug einen Blick vorraus.

Im Interview spricht Landschaftsarchitekt Christof Geskes von Geskes & Hack in Berlin

über die LAGA an der Lahn. Gemeinsam mit seinem Team hat der gebürtige Frankfurter den

Bereich in der Wieseckaue rund um den Schwanenteich zu verantworten. Er freut sich schon

darauf, ab April beobachten zu können, wie die Gießener und ihre Besucher seine Gestaltungen

annehmen werden. »Ich werde auch häufig vor Ort sein und den Sonnenuntergang

genießen«, sagt Geskes. Einer seiner Lieblingsplätze ist die neugestaltete Nordseite des

Schwanenteichs. Der Stadt verspricht er ein tolles Erbe.

16 streifzug 1/2014


RAMPENLICHT

Die wichtigste Frage vorneweg. Was wird

Gießen von der Landesgartenschau nach

deren Ende bleiben?

CG: Die Gießener werden einen hoch attraktiven

Park bekommen, indem die Defizite,

die vorher bestanden haben, deutlich

verbessert wurden. Eine Sache, die uns im

Wettbewerb aufgefallen

ist, war, dass die Grundstruktur

zwar attraktiv ist,

aber dass viele Bereiche

sehr schlecht erschlossen

waren. Wir haben Möglichkeiten

geschaffen, dass die Leute an den

Teich herantreten können. Es wird neue attraktive

Aufenthaltsorte am Wasser geben.

Zum Beispiel?

CG: Einmal der Platz an der THM, das

Bistro am neuen Teich, der Endpunkt der

Wissenschaftsachse und die Nordseite des

Schwanenteichs. Es wird eine Vielzahl von

Möglichkeiten unterschiedlicher Gestaltqualität

geben, sich am Wasser

aufzuhalten.

Sie haben schon an einigen Landesgartenschauen

mitgewirkt. Was ist das Besondere

an der Landesgartenschau 2014 in Gießen

in Ihrem Bereich?

CG: Grundsätzlich haben wir es mit einem

Park zu tun, der zum Teil in den 30er- und

60er-Jahren entwickelt wurde. Uns ging es

darum, diesem Park nichts komplett Neues

überzustülpen, sondern die Ideen, die die

»Attraktivität

punktuell erhöht«

Kollegen früher hatten, spannungsreich

weiterzuentwickeln. Das ist das Besondere.

Die Lage des Parks unmittelbar in der Nähe

der Innenstadt ist attraktiv, wir haben versucht

diese Attraktivität durch punktuelle

Eingriffe zu erhöhen.

Auf was freuen Sie sich

persönlich am meisten?

CG: Es gibt einige Lieblingsorte,

an denen ich

mich im Sommer mit

meinem Bauleiter hinsetzen

und den Sonnenuntergang genießen

werde. Die Wissenschaftsachse, der sehr

experimentelle Quellgarten oder die Nordseite

vom Schwanenteich. Wirklich, ich

freue mich darauf, mich dort aufhalten zu

können.

Sie sind gebürtiger Frankfurter. Was hat

Gießen im Blick des großen Nachbarn gefehlt,

was sich nun durch die Landesgartenschau

verbessert hat?

CG: Uns ist aufgefallen,

dass Gießen eine sehr

junge Stadt mit vielen

jungen Leuten im Straßenbild

ist. Das hat man

in anderen Städten nicht so sehr. Das macht

den Reiz von Gießen aus. Als ich nach vielen

Jahren wieder nach Gießen gekommen

bin, ist mir aufgefallen, dass das Bahnhofsumfeld

nicht sehr einladend gewirkt hat.

Das war ein eher unwirtlicher Ort. Seltsam,

»Gießen hat das

vorbildlich gemacht«

da die meisten Studenten von dort aus pendeln.

Ich habe mich schon gefragt, warum

das so ist. Durch die Landesgartenschau

sind jetzt aber einige Punkte im öffentlichen

Raum angegangen worden. Der ist

mehr in den Fokus gerückt. Ich glaube, dass

es wichtig ist, dass die Qualität des öffentlichen

Raums nicht vernachlässigt wird. Das

hat mit Selbstwertgefühl zu tun. Ich denke,

dass es durch die Landesgartenschau und

ihre dezentrale Struktur an neuralgischen

Punkten eine deutliche Qualitätsverbesserung

geben wird.

Mit welchen Problemen mussten Sie in

Gießen kämpfen?

CG: Es gab am Anfang ja vonseiten einiger

Bürger eine Kontra-Haltung. Das ist aber

heutzutage üblich bei Großprojekten und

gehört zum Planungsprozedere dazu. Viele

Bevölkerungsschichten wollen gefragt werden.

Das wurde in Gießen aus meiner Sicht

vorbildlich gemacht – mit Bürgerbeteiligung,

Spaziergängen,

Workshops für Kinder

und Einbeziehung von

Sportvereinen.

Vorbildlich.

War Ihr Zeitplan durch die anfänglichen

Proteste in Gefahr?

CG: Wir mussten viel aufholen, aber jetzt

sind wir im Soll. Natürlich gibt es bis zum

Schluss wie bei jeder anderen Gartenschau

noch Feinarbeiten zu erledigen. Das wird

Animation Foto:

Die Füße im Wasser: Viele Jahre war das in Gießen nicht so stilvoll möglich wie ab April.

1/2014 streifzug 17


aMpenlicht

bis fünf Minuten vor der Eröffnung so sein.

Aber auch das gehört dazu.

Auf Ihrer Homepage findet man Gießen

2014 schon in der Kategorie »Abgeschlossene

Projekte«. Wenn ich an die vielen

Baustellen in der Stadt denke, muss ich da

aber grinsen.

CG: Dann ist es vielleicht

in die falsche Kategorie

gerutscht (lacht). Aber

weitgehend ist ja wirklich

alles fertiggestellt.

Ist eine Landesgartenschau für einen Landschaftsarchitekten

so etwas wie die Champions

League für einen Fußballer?

CG: Man kann das vielleicht nicht ganz genau

vergleichen, aber Gartenschauen sind

schon immer eine besondere Herausforderung

für uns, weil wir in einer relativ überschaubaren

Zeit in einer Kommune maßgeblich

Weichen stellen können. Das ist

etwas Tolles. Landschaftsarchitekten haben

nicht immer solche großen Projekte. Wir

machen auch Autobahn- und Hinterhofbegrünungen.

Im Vergleich ist eine Landesgartenschau

etwas ganz Herausragendes. Und

für mich ist Gießen, dadurch dass ich in

Frankfurt geboren und in Friedrichsdorf aufgewachsen

bin, noch mal mehr besonders.

Wegen der Heimtagefühle. Dass ich in Hessen

eine Gartenschau machen durfte, hat

mich schon sehr gefreut.

Um beim Fußball zu bleiben: Sie mussten

sich im Vorfeld gegen 27 andere Mannschaften

durchsetzen und müssen sich den

»Die Stadt mit

dem Park verzahnt««

Pokal sozusagen nun auch noch mit einem

Gegner teilen. A24 Landschaft aus Berlin

gestaltet die Lahnaue. Ist das nicht

unbefriedigend?

CG: Überhaupt nicht. Der Wettbewerb war

von Anfang an auf zwei Teile ausgelegt und

wir haben uns sehr stark auf die Wieseckaue

fokussiert. Die Kollegen

haben auch sehr viel Erfahrung.

Ich sehe es eher

als bereichernd. Vor allem

für die Stadt Gießen.

Ist der Landesgartenschau-Markt in der

Branche umkämpft und mit Renommee

verbunden?

CG: Er ist sogar mit sehr viel Renommee

verbunden. Es ist nicht leicht, so einen

Wettbewerb zu gewinnen. Allerdings wird

dabei oft nicht gesehen, welche Arbeit in

den Büros dahintersteckt.

Es geben regelmäßig 30

bis 40 Büros Bewerbungen

ab. Alle investieren

sehr viel Geld und versuchen,

die tragende Idee zu

entwickeln. Das ist harte Arbeit. Wahrscheinlich

gibt es keinen anderen Bereich –

außer Grafik und Design – wo man derart in

kostenlose Vorleistung geht, um Aufträge zu

akquirieren. Ich finde den Wettbewerbsgedanken

aber super. Wir haben uns sehr damit

auseinandergesetzt. Die Kommunen bekommen

so von den vielen guten Arbeiten

die beste. Und das ist doch sinnvoll.

Warum haben Sie den Zuschlag

bekommen?

»In keinem Bereich solch

kostenlose Vorleistung«

CG: Das war eine Vielzahl von Kriterien.

Wir haben sehr stark die Schwachpunkte

des Parks erkannt. Zum Beispiel die fehlende

Verknüpfung mit der Stadt. Es ist ein

60er-Jahre-Park gewesen, der durch Freibad,

Parkdeck, Festplatz und Verkehrsschule

richtig eingepfercht war. Dieses Defizit

konnten wir durch den Platz an der THM,

den Quellgarten und die Wissenschaftsachse

beheben. Die offene Terrasse ist nun eine

Einladung. Oder durch den Rückbau einer

Straße. Es ist ein Novum, dass man als

Landschaftsarchitekt eine Straße zurückbauen

darf. Dadurch haben wir den Park direkt

an die Stadt herangeführt. Wir haben es an

mehreren Punkten geschafft, die Stadt mit

dem Park zu verzahnen.

Das Motto in Gießen heißt »Auf zu neuen

Ufern«. Wie sind Sie darauf eingegangen?

CG: Ich finde, dass wir

das exemplarisch sehr

gut umgesetzt haben, indem

wir es den Gießenern

ermöglichen, an ihre

Ufer heranzutreten.

Unter ökologischen Aspekten. Und das entspricht

doch schon mal dem Motto.

Braucht man als Landschaftsarchitekt

eigentlich auch einen grünen Daumen?

CG: Natürlich. Sie müssen sich gut mit

Pflanzen und Bodenverhältnissen

auskennen.

Wie weit gehen Ihre Aufgaben bei einer

Landesgartenschau. Entscheiden Sie auch,

welche Farbe eine Blume haben wird?

Der Quellgarten:

Durchaus experimentell

Animation

18 streifzug 1/2014


MEDIATHEK

CG: Der Schwerpunkt ist eher der Rahmen des Ganzen. Aber

wir haben auch Pflanzungen realisiert. Die Bepflanzung extra

für die Landesgartenschau wird aber von einer Kollegin gemacht,

die darauf spezialisiert ist.

Mussten Sie die Planung im Laufe der Bauarbeiten korrigieren?

CG: Wissen Sie, so ein Vorhaben ist immer in der Entwicklung.

Ein eingereichter Beitrag ist nie das Ende, sondern nur der Anfang.

Daher verändert sich bis zum realisierten Projekt immer

wieder etwas. Aber die Grundprämisse – das ist für mich entscheidend

– haben wir bis zum Ende durchgehalten. Die Stadt

ist an den Park herangerutscht und die Ufer sind zugänglicher

geworden.

Haben Sie bei Ihrer Arbeit die Grenzen des Budgets gespürt?

CG: Die spürt man immer. Die Frage ist, ob man innerhalb des

Budgets Qualität herstellen kann. Ich denke, das ist gelungen.

Ich vermute, dass wir wegen unserer Haltung, nicht zu viel zu

machen und nicht zu überschwänglich sondern fokussiert an

Projekte heranzugehen, öfter mal Wettbewerbe gewinnen.

Gerade haben wir zum Beispiel zu unserer großen Freude den

Zuschlag für die Internationale Gartenschau erhalten, die 2017

in der Hauptstadt Berlin stattfinden wird.

War die Arbeit in Gießen für Sie eine besondere Heraus -

forderung?

CG: Auf jeden Fall. Wir hatten vorher zum Beispiel noch nie

die Situation, in einem bestehenden Park zu arbeiten. Vorher

hatten wir die Konversion einer Militärfläche oder die einer

Industriebrache. Die Aufgabenstellung war immer eine andere.

Hier mit einem Park zu arbeiten, den ein in den 1960er Jahren

sehr angesehener Landschaftsarchitekt entworfen hat, war eine

große Herausforderung. Auch weil wir sein Werk natürlich

nicht zerstören wollten, aber dennoch neue Akzente setzen

wollten. Wir sind respektvoll mit den Schwachstellen

umgegangen.

Viele Gießener freuen sich auf das neue Café am Wasser.

CG: Ja. Zunächst bleibt es temporär. Wir haben überlegt, wo

der richtige Ort dafür sein kann. Und wir sind interessanterweise

auf den Punkt gekommen, der auch in den 60ern schon

dafür vorgesehen war. Wir haben kritisch geprüft, aber die

Lösung ist ähnlich. Das Café sieht natürlich anders aus, aber

es ist ein exponierter Ort.

Wie gehen Sie bei so etwas vor?

CG: Unser Handwerk ist das Skizzieren. Wir beurteilen immer

wieder die räumliche Situation. Bei der Landschaftsarchitektur

handelt es sich um eine permanente Entwurfsarbeit, die immer

im Fluss ist.

In Gießen gibt es immer noch Gegner der Landesgartenschau,

wenngleich ihre Stimmen leiser geworden sind. Was würden

Sie ihnen entgegenhalten?

CG: Ich glaube, Argumente austauschen macht wenig Sinn,

denn jeder hat seine Haltung. Deswegen würde ich sie gern mit

meinem Werk überzeugen und umstimmen. Ich fände es schön,

wenn sie nächstes Jahr auf das Gelände kommen und sich unbefangen

alles anschauen würden. Ich bin überzeugt davon –

das haben wir bei anderen Gartenschauen auch erlebt – dass

selbst Kritiker letztendlich begeistert sind. Marc Schäfer

Musikjahr 2014

Wenn wir mal ehrlich sind: Viel wird nicht bleiben aus

den vergangenen zwölf Monaten. Die Rückkehr von

Daft Punk natürlich. Oder die aktuelle Platte von Tocotronic.

Hoffentlich auch jene von James Blake, Casper, Moderat,

Vampire Weekend und Foals. Aber dann wird es

auch schon dünn. Richten wir den Blick also schnell

nach vorn. Was hält das Musikjahr 2014 für uns bereit?

Schon früh im Jahr melden sich die Broken Bells und The

Notwist zurück. Im März – etwa zehn Jahre nach seinem

Tod – wird eine neue Platte von Johnny Cash erscheinen.

Neues von Jay-Z und Kanye West soll es im Sommer geben. Im Oktober

veröffentlichen dann die Fantastischen Vier mit »Rekord« ihr

nächstes Album. Ebenfalls auf unserer Liste stehen Adele, Professor

Green, Frank Ocean, U2, Beck, The Hidden Cameras, Lily Allen,

We Invented Paris oder die fabelhafte Lana Del Rey. Die Hoffnung

also, dass wir in zwölf Monaten an dieser Stelle einen anderslautenden

Einstieg für unseren Kurzjahresrückblick schreiben können,

stirbt demnach zuletzt. Und: Das beste sind ja sowieso meist die

Überraschungen, mit denen niemand gerechnet hat.

fd

»Flugzeuge im Blick«

Am Himmel über Mittelhessen sind sie oft zu sehen:

Flugzeuge, die in Frankfurt landen werden oder dort

gestartet sind. Schon oft habe ich mir die Frage gestellt:

Wo kommt der Jumbo her? Wo will er hin? Eine Antwort

auf diese und weitere Fragen gibt die Android-App Radar

Spotter, die nach Angaben der Entwickler alle Flugzeuge am Himmel

kennt – nicht nur deren Startpunkt und Ziel, sondern auch,

um welche Maschine es sich handelt oder wie schnell und wie

hoch sie gerade fliegt. Radar Spotter nutzt Augmented Reality und

schaltet beim Start in eine Kameraansicht. Danach muss man sein

Smartphone so in den Himmel halten, dass das Flugzeug im Bild

zu sehen ist. Automatisch findet die App bei eingeschaltetem GPS

den eigenen Standort heraus, überprüft den Blickwinkel und sucht

dann in einer Online-Datenbank nach dem passenden Flieger.

Wird ein Rahmen um das Flugzeug herum gezeichnet, liegen die

Daten vor. Ein Fingertipp auf den Bildschirm

ruft dann die gewünschten Informationen

inklusive offizieller Flugnummer

und Fluggesellschaft ab. Die App

für Android-Geräte ist in der Basisversion

kostenlos, liefert aber für zwei Euro

zusätzliche Premiuminhalte wie Fotos

vom Cockpit und dem Fliegertyp sowie

eine Kompassfunktion.

kus

1/2014 streifzug 19


STADTGESPRÄCH

Schwarze Szene

Fotos: bf

»Schwarz in Schwarz« heißt ein Album der Mittelalter-Rocker Subway to Sally. Die Band besingt

darin das »schwarze Meer« aus Besuchern, die sich vor ihrer Bühne drängen. Genauso gut

passt der Titel auf die Besucher der Gießener Party-Reihe »Electronic Porn«. Auch dort präsentiert

sich regelmäßig ein Meer in Schwarz. Nur musikalisch geht die Veranstaltung in eine

andere Richtung: Die Mukke ist elektronisch. Schon seit zehn Jahren steigt die »E-Porn« alle zwei

Monate im MuK. Am 25. Januar lädt Initiator DJ Andypendent zur 70. Ausgabe in den Bunker.

Die Party rief Andypendent ins Leben, um

auch Nicht-Insidern die Möglichkeit zu geben,

einmal in die »Schwarze Szene« hineinzuschnuppern

und diese kennenzulernen.

Einen Dresscode, wie bei zahlreichen anderen

Partys in der Szene, gibt es im MuK nicht.

Dennoch ist zumeist ein einheitlich schwarzes

Bild zu sehen, nur einige Wenige

kommen anders gekleidet. Doch ein Aspekt

ist wichtig: Einlass zur Party erfolgt erst ab

18 Jahren. Denn der Name ist Programm,

kommen bei der »Electronic Porn« neben

der elektronischen Musik wie EBM (Electronic

Body Music), Industrial, Dark Wave

sowie Future- und Synthiepop auch die

expliziten Inhalte nicht zu kurz: Während

im Keller des Bunkers, der ansonsten der

Öffentlichkeit meistens vorenthalten bleibt,

20 streifzug 1/2014


STADTGESPRÄCH

eindeutige Filme über die Leinwand flimmern

und ein Gynäkologenstuhl seinen Platz

behauptet, baumeln im Saal Gummipuppen

von der Decke.

Provokationen, Tabus

und große Namen

Provokation und Tabuthemen gehören zur

»schwarzen Szene« eben genauso dazu wie

die entsprechende Musik und die damit

einhergehende außergewöhnliche Mode –

von Rüschen über Korsagen und Nietengürtel

bis hin zur schweren Lederkluft und pechschwarz

gefärbten Haaren ist dabei die

gesamte Bandbreite vertreten, die man als

Nicht-Insider ansonsten nur aus Katalogen

von einschlägigen Labels kennt.

Besonderheit der »E-Porn«: Mit der Partyreihe

versucht Andypendent, den Besuchern immer

eine Mischung aus Party und Live-Konzert

zu bieten; denn im Laufe des Abends tritt

neben den verschiedenen Discjockeys auf

den unterschiedlichen Ebenen (Softcore-,

Hardcore- und Dark Floor) auch immer mindestens

eine Liveband auf. Dabei ist es Andypendent

gelungen, auch große Namen der

Szene in den Muk-Bunker zu bekommen:

Neben Agonize, Dive, Patenbrigade Wolff

waren auch schon Eisenfunk zu Gast sowie

Projekte von in der Szene bekannten Größen

wie etwa dem Belgier Len Lemeire. Wichtig

ist Andypendent bei der Auswahl der Bands,

dass die Musik tanzbar ist und die Musiker

keine Starallüren an den Tag legen. Maximales

Erlebnis zum niedrigen Eintrittspreis, das

möchte er seinen Gästen bieten. Doch nicht

nur Live- und DJ-Musik gab es in der Vergangenheit

bei der »E-Porn«. Auch Performances

und Fotoausstellungen wurden bereits umgesetzt,

außerdem gibt es an jeder Party ganz

festivalmäßig Verkaufsstände, die neben CDs

mit einschlägiger Musik auch verschiedenste

Accessoires anbieten. Frank Niggenaber, 44,

aus Bad Nauheim, kennt die »E-Porn« schon

seit vielen Jahren; seit sechs Jahren besucht

er die Reihe regelmäßig. Er erinnert sich an

eine ganz besondere Geschichte, über die er

heute noch lachen muss. Ein Verkaufsstand

auf der Party bot regelmäßig die in Szene-

Kreisen bekannte Haarfärbecreme von

»Direction« an. »Es waren feierwütige Besucher

da, die nicht der Szene angehörten«,

erinnert er sich. »Die haben die Dose aufgemacht,

konnten in ihrem angetrunkenen

Kopf damit nichts anfangen und haben angefangen,

sich damit einzucremen – an den

Armen, im Gesicht, den freien Oberkörper.«

Die Farbe dringt tief in die Poren ein, es

dauert also eine ganze Weile, bis man sie

wieder abwaschen kann. »Ich stelle mir vor,

wie die am Montagmorgen ins Büro sind«,

sagt Niggenaber und lacht. Er selbst beschreibt

die Partyreihe als »großes Wohnzimmer«.

Man kenne fast jeden. »Es ist wie

eine große Familie und man findet schnell

Anschluss.«

Dennoch: Gemäß Andypendents Ziel, die

Party auch Szenefremden zugänglich zu machen,

ist hier jeder willkommen. Wer sich

allerdings an den expliziten Inhalten und

dem extravaganten Aussehen der Besucher

stört, der sollte lieber wegbleiben, denn

»Anderssein« ist hier an der Tagesordnung.

Das Einzugsgebiet ist weitläufig: Die Gäste

kommen regelmäßig nicht nur aus Mittelhessen,

sondern auch aus Frankfurt, Koblenz

oder gar Köln. Ansonsten falle es schwer,

die Partyreihe wirklich zu beschreiben.

»Die Party mit dem gewissen Etwas«, sagt

Niggenaber, »provokant anders, ein bisschen

verrucht. Elektronisch ›pornös‹ eben. Ob die

Geschichten stimmen, die so erzählt werden,

was zu später Stunden in den Nischen des

Kellergeschosses und rund um den Gynäkologenstuhl

so vor sich gehen soll, oder ob es

sich dabei um Legenden handelt, wird nicht

verraten. Die »E-Porn« muss man einfach

selbst erlebt haben.

Sabine Glinke

3 Fragen

Erzählen Sie uns von der Idee die

»Electronic Porn« entstehen zu lassen.

Was war der Hintergrund?

DJ Andypendent: Der Hintergrund war,

auch Nicht-Insidern die Möglichkeit zu

geben, einmal in die Musik der Szene

hineinzuschnuppern. Deswegen verzichten

wir auch auf den in anderen

Läden üblichen Dresscode. Außerdem

wollte ich versuchen, dem Publikum

bei so niedrigem Eintritt wie möglich

das maximale Party- und Live-Konzerterlebnis

zu bieten. Da das Ganze für

mich nur Hobby ist, steht der finanzielle

Aspekt ganz am Ende.

Warum fiel die Wahl des Veranstaltungsortes

auf das MuK?

DJ Andypendent: Ich bin als DJ vor 15

Jahren mit dem Laden groß geworden

und die verschiedenen Ebenen bieten

sich dafür perfekt an. Damals gab es in

Mittelhessen auch noch keine andere

Party mit einem solchen Rahmen.

Gibt es langjährige Wegbegleiter

der »E-Porn«?

DJ Andypendent: Es gibt echte Hardcore-Fans,

die jeden einzelnen Flyer

gesammelt haben und die bei nahezu

jeder Party dabei waren. Am längsten

sind aber wohl die Mitglieder vom

Muk dabei. Aber was bleibt denen

auch anderes übrig? Die müssen da

durch!

sag

Schwarze Szene …

Die schwarze Szene entwickelte sich seit den späten 1980ern aus der Anhängerschaft

des Dark Wave als soziokulturelles Milieu. Gemeinsamkeit bildet ein ästhetisches,

selbstdarstellerisches und individualistisches Konzept. Hierbei ist die »Szene« nicht

als homogene, in sich geschlossene Gruppe zu verstehen, sondern als ein Umfeld, in

dem sich Menschen ähnlicher Interessen und Vorlieben bewegen. Als kleinster gemeinsamer

Nenner der Szene wird die Farbe Schwarz mit all ihren Symbolwerten

gesehen. Zu den gemeinsamen Interessen der Szene zählen Musik, Kunst und Mode

sowie die Auseinandersetzung mit philosophischen oder von der Durchschnittsgesellschaft

als negativ wahrgenommenen Themen- und Tabubereichen. Dazu gehört in

Teilen auch die Über lagerung mit der BDSM-Szene. (Quelle: Wikipedia)

1/2014 streifzug 21


BLICK IN DIE REGION

Fotos: Schleenbecker

Das ist kein Käse

Unsere Mitarbeiterin Constanze Schleenbecker-Büttner ist stolz – auf sich und noch viel

mehr auf ihren Käse. Im Selbstversuch hat sie für den streifzug ihren ersten richtigen Laib

hergestellt. Das Starterkit dazu gibt’s bei der Käsescheune in Hungen.

»Ich habe da mal was vorbereitet?« Nein. So

wie es die vielen Fernsehköche immer wieder

tun, um Zeit zu sparen und alles schön

aussehen zu lassen, mache ich es nicht. Ich

will jeden Schritt gehen auf dem Weg zum

selbst gemachten Käse. Prozesse beschleunigen

oder gar schummeln gilt nicht. Ich will

sehen und erleben, wie sich die Milch in Käse

verwandelt. Und dazu braucht man Zeit,

das merke ich schnell. Denn einen selbst gemachten

Käse schüttelt man sich nicht einfach

so aus dem Ärmel. Zwar sind die Utensilien

und Zutaten schnell zusammengesucht,

aber die Liste war nicht gerade kurz.

Topf, Schüssel, ein bisschen Buttermilch,

Thermometer, Lab, Milch, Messer, Käseform

mit Deckel, Schöpflöffel und Teigschaber.

Vieles davon hatte ich zu Hause, den Rest

habe ich im Supermarkt besorgt. Die spezielle

Käseform und das Lab, das ist das Enzym,

das die Milch dick werden lässt, habe ich

aus der Hungener Käsescheune. Dort gibt es

das Starter-Kit für Käsemacher, samt Grundrezept,

das ich mit Kräutern und Salz beliebig

verfeinern kann. Knapp 20 Euro kostet

das Käse-do-it-Yourself-Paket, das Lab reicht

für mehr Käse als ich mit meiner Familie essen

kann. Ich habe mich für die Variante

»Kräuter der Provence« entschieden und ein

Päckchen Tiefkühlkräuter gekauft. Das Rezept

lese ich aufmerksam durch, denn ich

weiß, beim Käsen muss man präzise arbeiten.

Schließlich will ich nicht wegen eines

törichten Fehlers scheitern.

Also halte ich mich auch penibel an die Anweisung,

die Milch zunächst auf 34 Grad

22 streifzug 1/2014


BLICK IN DIE REGION

Die Hungener Käsescheune

In der Käsescheune in Hungen wird Handwerkskunst zum Erlebnis. Unter dem Dach

eines Fachwerkensembles in der Brauhofstraße 3 – 7 im historischen Herzen der

Stadt Hungen ist eine Schaukäserei entstanden. Es gibt Räume für Käseseminare und

-verkostungen, Reifekeller, einen Gastraum, einen Laden sowie den »Erlebnisraum

Schaf und Natur – Unterwegs in den Wetterauer Hutungen«. Führungen, Seminare,

Verkostungen und Schaukäsen oder geführte Erlebniswanderungen werden angeboten.

Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 9 bis 23 Uhr. Weitere Informationen

im Internet unter www.hungener-kaesescheune.de.

Celsius zu erwärmen. Nicht 33,8 Grad und

auch nicht 35,1. Sicher ist sicher. Während

ich die Milch auf kleiner Flamme langsam

erwärme und mit einem Schneebesen rühre,

und mit der anderen Hand das elektrische

Thermometer in den Topf halte, stelle ich mir

schon vor, wie er aussehen wird. Mein Käse.

Ich kann ihn sogar schon schmecken. Und

ich freue mich, mal etwas selbst zu machen.

Dank der Anleitung und den Profiutensilien

sollte es doch klappen. Schließlich hat Käsemeister

Rainer Wechs aus Hungen das Käseset

ganz bewusst ins Sortiment der Käsescheune

aufgenommen. Er möchte, dass die

Menschen erleben, wie Lebensmittel entstehen.

Auch ein Grund, warum er in der Hungener

Käsescheune selbst Seminare anbietet,

in denen er Käse macht. Ich versuche es aber

erstmal lieber alleine.

Also weiter im Rezept, denn die Milch hat

die richtig Temperatur erreicht. Als nächstes

sollen das mit Wasser verdünnte Lab und

vier Esslöffel Buttermilch in die warme Milch

eingerührt werden. Dann heißt es warten.

Nach rund einer Dreiviertelstunde prüfe ich

voller Spannung und mit zusammengekniffenen

Lippen und wachen Augen mit der Spitze

des Messers vorsichtig, ob sich die Gallerte

vom Rand lösen lässt, also ob die Milch

schon dickgelegt ist. Nein, ist sie nicht. Also

weiter warten.

Ich habe Zeit, um nachzudenken, was für ein

tolles Ding die Käsescheune ist. Denn dort

können Besucher durch große Glasscheiben

direkt in die Sennerei schauen und sehen,

wie Käse entsteht. Der wird dann im sogenannten

Affinagekeller, also einem Keller, in

dem der Käse veredelt wird und reift, gelagert,

bis er im Laden verkauft wird. Alles unter

einem Dach. Das ist hessenweit einmalig.

Außerdem gibt es in der Hungener Käsescheune

auch ein Informationszentrum, eine

Art kleines Museum, in dem gezeigt wird,

wie die Schafshaltung die Wetterauer Landschaft

mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt seit

Jahrhunderten prägt. In Zusammenarbeit mit

der Stadt Hungen werden auch Wanderungen

über die Wetterauer Hutungen, also die

Weideflächen der Schafe, angeboten. Natürlich

mit Einkehr in der Käsescheune, denn

Vinothek und Restaurant gibt es auch.

Mittlerweile ist mein Käse bereit, in Bruch

geschnitten zu werden. Denn die Milch ist

dick. Ich nehme ein Messer und schneide

beherzt längs und quer durch die Masse.

Die erste Molke löst sich vom Rest und tritt

aus. Danach heißt es wieder warten, bis ich

nach rund 15 Minuten den Bruch mit einem

Teigschaber von unten nach oben vorsichtig

umrühren darf. Dann noch mal die Stücke

mit dem Messer kleiner schneiden und, na

klar, warten.

Erst jetzt kommen die Kräuter und das Salz

zum Einsatz. Ich streue so viel in den Topf bis

ich denke, dass es reicht. Pi mal Daumen. Im

Dank Einsteigerset

sind die

Utensilien bald

zusammen

Waschbecken schütte ich die Masse nun in

die Käseform, sodass die Molke direkt in den

Abfluss laufen kann. Im Abstand von 30 Minuten,

zwei Stunden und vier Stunden stürze

ich die Käsemasse anschließend von Form zu

Form, sodass sie jedes auf den Kopf gedreht

wird. Über Nacht muss der Käse dann ruhen

– in einem Suppenteller, sodass weitere Molke

auslaufen kann. Am nächsten Morgen

werde ich überrascht sein, wie wenig Käse

von drei Litern Milch übrig geblieben ist.

Aber lecker sieht er aus.

Zum Abschluss reibe ich den Käse mit Salz

ein. Nach einem weiteren Tag Lagerung ist er

fertig. Nun könnte ich ihn in Salzlake oder

Öl einlegen, um ihn haltbar zu machen. Darauf

verzichte ich aber, denn ich will wissen,

wie er pur schmeckt. Meine Erwartungen

sind übrigens nicht besonders groß, denn sie

wurden schon im Rezept auf Babybelgröße

reduziert. »Alle Käsesorten sind oft durch Zufälle

des Käsers oder der Natur entstanden –

lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn der

eine oder andere Käse nicht Ihren Vorstellungen

entspricht – er ist immer essbar und entfaltet

oft die tollsten Geschmäcker«, hieß es

da. Nach dem ersten Biss bin ich positiv

überrascht. Zwar hätte etwas mehr Salz gutgetan,

aber mein erster eigener Käse ist echt

lecker. Nachmachen empfohlen.

Constanze Schleenbecker-Büttner

1/2014 streifzug 23


AUSLESE

Humorvolle Musiker

Die U-Bahn-Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern kommen am

25. Januar um 20 Uhr mit ihrem neuen Programm »Wir lassen uns das

Singen nicht verbieten« in die Kongresshalle Gießen. Am 1. Mai 2009

gab die Kombo eigentlich ihr Abschiedskonzert und beendete nach

17 Jahren eines der erfolgreichsten A-cappella-Projekte der Musikgeschichte.

Wenn sie Bock auf die Bühne haben, unterbrechen die

Herren ab und zu ihren Ruhestand. Mit einer exklusiven Mini-Tour

versprühen sie auf der Bühne wahnsinnige Energie und sorgen für

Begeisterungsstürme, unabhängig von Alter und Musikgeschmack.

»Ausgezeichnet singen können sie sowieso, doch außerdem verfügen

die fünf Kontrollöre über eine skurrilen, manchmal geradezu grotesken

Humor«, schrieb die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«. »Unermesslicher

Blödsinn in vokaler Perfektion«, lobte das »Rheiner

Voksblatt«.

GLANZ-

LICHTER

DES MONATS

Powerfrau von den Bergen

Am Mittwoch, 29. Januar, gastiert Christina Stürmer um 20 Uhr in der

Kongresshalle Gießen. Die sympathische Powerfrau aus Österreich

präsentiert dort ihr aktuelles Album »Ich hör auf mein Herz«, das

genauso authentisch und interessant ist wie Christina Stürmer selbst.

Bisher hat die Linzerin über

1,5 Millionen Alben verkauft.

Ihren Durchbruch in

Deutschland hatte sie 2005

mit der Single »Ich lebe«, die

bis auf Rang vier stieg. Ihr

aktuelles Album wurde im

vergangenen September mit

der Goldenen Schallplatte

ausgezeichnet.

Klezmer meets Jazz

Am Donnerstag,

9. Januar, kommt

es in Marburg in

der Elisabethkirche

zu einem besonderen

Konzertereignis,

wenn

es heißt »Klezmer

meets Jazz«.

Giora Feidman,

der große alte

Mann der Klezmer-

und Weltmusik,

begibt sich

wieder einmal in

neue Gefilde –

zusammen mit

seinem neuen Ensemble,

das sich aus drei jungen Musikern der internationalen

Jazz-Szene zusammensetzt. Los geht’s um 20 Uhr. Feidman

entstammt einer Familie von Klezmer-Musikern, deren

Tradition er in der vierten Generation fortsetzt. 1997 und

2003 gewann der heute 77 Jahre alte Künstler den deutschen

Musikpreis Echo Klassik in der Kategorie »Klassik ohne

Grenzen«.

Das Mädchen aus dem Meer

Die zehnte Produktion des Jugendclub Tanz des Stadttheaters Gießen beschäftigt sich mit

der Geschichte »Das Mädchen aus dem Meer« von Hans Christian Andersen. Die Premiere

steigt am 31. Januar um 20 Uhr im TiL. Darin geht es um ein Mädchen namens Darya, das

am Grunde des Ozeans unter dem Volk der Meermenschen lebt. Als eines Tages ein

schrecklicher Sturm ein Schiff hinunter in die Tiefe reißt, rettet sie einem der ertrinkenden

Männer das Leben. Sie kann ihn nicht mehr vergessen. Durch einen Pakt mit dem Meereshexer

gelingt es ihr, das Wasser zu verlassen. Einmal an Land, stellt Darya jedoch schnell

fest, dass sie niemals in die fremde Welt oberhalb des Meeres gehören kann und ihre grenzenlose

Liebe wird lediglich mit kameradschaftlicher Neugier erwidert. Eine Rückkehr ist

allerdings nur unter einer grausamen Bedingung möglich.

24 streifzug 1/2014


AUSLESE

Ein Stück Afrika in Wetzlar

»Exotische Zauberwelt voller Körperkunst«, »Magie eines Kontinents«, »Ein zauberhaftes

Fest für alle Sinne« oder »Magische Momente afrikanischer Art« – dies ist nur

eine kleine Auswahl der Schlagzeilen, mit denen verschiedene Medien die neue

»Umlingo«-Tournee von Mother Africa im Frühjahr 2013 feierten. »Umlingo« ist die

bereits sechste Mother-Africa-Produktion – und die bislang erfolgreichste: Mehr als

100 000 Besucher ließen sich von der neuen Show elektrisieren und begeistern und

dankten den mehr als 40 afrikanischen Künstlern mit Standing Ovations für einen

Abend voller Tempo, Musik und Akrobatik, für ein Stück afrikanische Kultur und vor

allem Lebensfreude. Am 30. Januar kommen die Künstler in die Wetzlarer Rittal-

Arena. Los geht’s um 20 Uhr.

Jazz-Dynamik

Am 11. Januar gibt Geoff Farina ab 19.30

Uhr seine musikalische Visitenkarte in der

Alten Kupferschmiede in Gießen ab. Der

Künstler aus Bos ton kam mit den Glo rytel

lers, Secret Stars und vor allem mit Kara

te in ein ge weih ten Krei sen zu Ehren

und ist neben Bands wie Cho ke bo re, Low

und Cod ei ne zur Ga li ons fi gur der In die-

Spiel art des so ge nann ten Slow- oder Sadcore

er klärt worden. Seitdem lässt es der

Mu sik hoch schul do zent nun etwas ru hi ger

an ge hen. Auch da auf grund zu vie ler lauter

Kon zer te im Laufe der Jahre Ge hör proble

me auf tra ten. Ge blie ben ist je doch

sein Sta tus als Szen ele gen de, eine Stahlsai

ten gi tar re und ein vir tuo ses Ge spür für

dis so nan te Me lo di en und Jazz-Dy na miken.

Ebenfalls an diesem Tag dabei ist der

Gießener Arlito. Er ist auf dem Skate board

groß ge wor den, seine Songs klin gen nach

Chi ca go und Tim Kin sel la und er zäh len

Ge schich ten mit einem Au gen zwin kern.

Neues Zeitalter der Magie

Mit ihrer ersten Deutschland-Tournee im

Dezember 2012 und Januar 2013 begeisterten

die Ehrlich Brothers in 30 Städten

mehr als 55 000 Zuschauer. Seitdem

spricht man über die Zauber-Brüder aus

Bünde. Mit ihrem unvergleichlichen Stil –

und ihrem Charme – haben die Ehrlich

Brothers die Welt der Magie in ein neues

Zeitalter geführt. Ihre Tricks sind sensationell,

der technische Aufwand atemberaubend.

Die Künstler bieten die perfekten Illusionen.

»Unsere Zuschauer dürfen sogar

von hinten auf manche Illusionen gucken.

Das ist für viele Menschen sehr faszinierend«,

sagt Chris Ehrlich. Die Brüder haben

eine herausragende Bühnenpräsenz

und sichtbar Freude am Spiel mit dem Publikum.

Ihre teils gigantischen Illusionen

sind selbst entwickelt. Am 4. Januar verzaubern

sie die Stadthalle Wetzlar.

S

hadowland

– Am Mittwoch,

15. Januar, gastiert

das beeindruckende

Schattentheater »Shadowland«

in der Wetzlarer Rittal-Arena

(20 Uhr). Das Pilobolus Dance

Theatre zeigt mit Akrobatik und

Poesie, dass der Mensch auch Tier,

Pflanze, eine Landschaft und das

Universum schlechthin sein kann.

Da verwandeln sich die Schatten

der Tänzer in fahrende Autos,

Elefanten, aufgehende Blüten, Burgen

oder Zentauren. Bei ihrem

letzten Auftritt in Wetzlar wurden

die Künstler gefeiert.

1/2014 streifzug 25


UNTERWEGS

»Il Cilento«

Neue Bäue 23 · 35390 Gießen · Telefon 06 41/96 98 86 88

»Hausgemachtes schmeckt einfach besser

als Fertigprodukte«, erklärt Rosy Giovanna

Tangredi nicht ohne Stolz. Sie ist als Juniorchefin

Teil des in Familienhand geführten

Restaurants »Il Cilento«, das kürzlich in den

Räumlichkeiten des ehemaligen Burghofs in

der Neuen Bäue in Gießen seine Pforten

öffnete und traditionelle italienische Küche

anbietet. Während es in Gießen Pizza-

Lieferservices wie Sand am Meer gibt, hebt

sich »Il Cilento« von diesen insofern ab,

dass der Gast hier ausschließlich frisch

zubereitete Zutaten serviert bekommt,

während vorgefertigte Produkte tabu sind.

Dass die verwendeten Ingredienzien ebenso

wie der servierte Wein original aus

Süditalien kommen, versteht sich für die

Familie von selbst.

»Ich bin sehr streng bei solchen Sachen.

Unsere Tradition soll nicht verloren gehen«,

erläutert Nicola Tangredi, der Geschäftsgründer

und -inhaber ist. Er ist der Vater

von Rosy Giovanna Tangredi und auch ihre

Mutter, ihr Cousin, ihr Onkel und ihr

Schwager sorgen im Lokal für die Zufriedenheit

des Gastes.

26 streifzug 1/2014

Fotos: Schepp

Ursprünglich stammt die Familie aus Süditalien,

nämlich aus der Region Cilento, die

Namenspate für das Ristorante ist. Nachdem

Vater Nicola das Kochhandwerk in seiner

Heimat nahe der südwestlichen Küste

zum Mittelmeer erlernte, ging er 1976 nach

Deutschland, und er nahm seine Traditionen

mit. Nachdem er sich Praxis in angesehenen

Lokalitäten wie »Pizza Pie« oder

dem »Hessischen Hof« angeeignet hatte,

machte er sich vor über 18 Jahren mit dem

»Cilento« in Wetzlar selbstständig. Das

Ristorante lief dort so erfolgreich, dass die

Familie nun die Gelegenheit ergriff, sich zu

vergrößern und in der Gießener Innenstadt

eine Filiale zu eröffnen.

Das Erfolgsrezept ist das stete Feilen an den

Gerichten, um den bestmöglichen Genuss

herauszuholen. So macht das Ehepaar

Tangredi alle Nudeln und alle Soßen selbst

aus frischen Zutaten aus Cilento. Verwendet

wird nur Büffelmozzarella aus Süditalien,

der beispielsweise auch Bestandteil der Pizza-Margherita

im »Cilento« ist. Denn während

es sich mittlerweile verbreitet hat, dass

eine Margherita eine Pizza mit Käse und

Tomaten belegt ist, hält man sich im

»Cilento« noch an das klassische Rezept,

nach dem statt normalem Käse Mozzarella

verwendet wird. Die Tradition soll eben

nicht verloren gehen.

Insgesamt ist die Speisekarte reichhaltig an

traditionellen italienischen Speisen wie

Pizzas, Fleisch- und Fischgerichten, Desserts

wie Tiramisu oder Tartufo und selbst

gemachten Antipasti wie Scauriatieddi,

sprich von Mamma Tangredi selbst zubereitete

frittierte Schleifchen aus pürierten

Kartoffeln. Dies alles lässt sich selbstverständlich

am besten genießen mit einem

original italienischen Wein und verdauen

mit einem Espresso. Doch das eigentliche

Aushängeschild des »Cilento« ist die Pasta.

Die zahlreichen Nudelgerichte sind allesamt

hausgemacht und bestechen durch

Geschmack und Vielfalt.

Und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis

überrascht positiv: Betritt man das »Il Cilento«,

so erlebt man ein schickes, gepflegtes

Ambiente mit professionellen, freundlichen

Bedienungen. Selbst wenn man sich der liebevoll

per Hand zubereiteten und aus Italien

stammenden Zutaten nicht bewusst ist,

so erwartet man zunächst durch das Drumherum

und die zentrale Lage in der Innenstadt

entsprechende Preise. Doch weit gefehlt.

So bekommt man tatsächlich bereits

für 3,50 Euro eine kleine Pizza Salame und

für 4,50 eine große. Das Gros der Pizzas ist

für rund 6 Euro zu haben. Und auch die

Nudelspezialitäten, die das »Cilento« zu

dem machen, was es ist, sind günstig: Die

Mehrzahl der Gerichte kostet 6,50 Euro. Für

hausgemachte Speisen aus italienischen

Originalzutaten in Gießener Innenstadtlage

ein unschlagbarer Preis. »Es wird hier alles

mit frischen Produkten gekocht und mit viel

Liebe zubereitet«, erklärt Rosy Giovanna

Tangredi, dass man sich dank des »Il Cilento«

seit November nun also auch im kalten

deutschen Winter wie im mediterranen Süditalien

fühlen kann. Jan Sommerlad

Im Überblick

Sitzplätze: Innen 90 Plätze, auf der

Sommerterrasse 70

Küche: Traditionelle Küche aus

Süditalien

Spezialitäten: Hausgemachte Pasta

Öffnungszeiten: Dienstag bis

Sonntag 11.30 Uhr bis 23.30 Uhr.

Montag ist Ruhetag

Küche ★★★✩

Ambiente ★★★✩

Service ★★★✩

Preise U U


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

Veranstaltungen Ihre

Veranstaltungen in der

Kongresshalle Gießen

1 MI

BÜHNE

Gießen

Kaspar Häuser Meer

20.00 Stadttheater

KONZERTE

Gießen

Neujahrskonzert

Mit dem Philharmonischen

Orchester

18.00 Stadttheater

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

Für Kinder ab 8 Jahren

und Erwachsene

14.00 Mathematikum

2 DO

DISCO/PARTY

Gießen

Land Unter

Elektronische

Tanzmusik

21.00 Scarabée

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

Für Kinder ab 8 Jahren

und Erwachsene

14.00 Mathematikum

3 FR

BÜHNE

Gießen

I Wanna be

loved by you

Marilyn. Das Kind in

der Frau – Musiktheater

19.30 Stadttheater

Siddhartha

TanzArt ostwest.

Tanzstück

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Indiepassion

Tribute to Lou Reed

21.00 Scarabée

Party tanzbar

21.00 Ulenspiegel

Fiesta Mexicana

21.00 Haarlem

Gib dem Affen Zucker

22.00 Monkeys

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

KONZERTE

Gießen

Laundry

Rockcovers der 70er,

80er und 90er

21.00 Irish Pub

Heuchelheim

Happy Christmas

Eine amerikanische

Weihnacht.

Wintertournee der

Glory Gospel Singers

19.30 Neue Martinskirche

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

Für Kinder ab 8 Jahren

und Erwachsene

14.00 Mathematikum

VORTRÄGE

Gießen

Das Dschungelbuch

Freitag.Vier – Lesung

mit Edgar Zeiss

16.00 Stadtbibliothek

4 SA

BÜHNE

Gießen

Hans im Glück

Tinko-Theater

16.00 Kleine Bühne

Ab heute heißt du Sara

33 Bilder aus dem

Leben einer Berlinerin

19.30 Stadttheater

True Dylan

21.00 TiL

Wetzlar

Ehrlich Brothers

Die Großmeister der

Zauberei gehen auf

Tournee

20.00 Stadthalle

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Guinness Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

90er Party

21.00 Haarlem

Rock of Ages

21.00 Scarabée

Best of Affenkammer

22.00 Monkeys

Alsfeld

Après-Ski-Party & Hüttengaudi

auf der Alm

20.00 Hessenhalle

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer Straße

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

10.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

KONZERTE

Gießen

The 12 Tenors

Welthits aus Klassik,

Rock & Pop

20.00 Kongresshalle

SPORT

Gießen

Wohnmaxx-Firmenlauf

5,3-km-Laufstrecke

10.30 Wohnmaxx

Basketball Pro A

Gießen 46ers –

Nürnberger BC

20.00 Sporthalle

Gießen-Ost

5 SO

AUSSTELLUNGEN

Lich

Malerische Reisen

Jahresausstellung des

Künstlers und Galeristen

Peter Seharsch

14.00 Künstlerhof

Seharsch

BÜHNE

Gießen

Hans im Glück

Tinko-Theater

16.00 Kleine Bühne

Tanz auf dem Pulverfass

Die oberen Zehntausend.

Tanzoperette

19.30 Stadttheater

Das Interview

20.00 TiL

Schwanensee

Klassisches Russisches

Ballett

20.00 Kongresshalle

DISCO/PARTY

Gießen

Discofoxparty

20.30 Astaire’s

Happy Sunday

21.00 Haarlem

KONZERTE

Wettenberg

Wettenberger

Winterkonzerte

Mit festlichen Klängen

ins neue Jahr –

Sebastian Krystek,

Christof Skupin (Trompete)

und Jens Amend

(Orgel) mit Werken

von Bach, Vivaldi und

Guilmant

17.00 ev. Kirche

Wißmar

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Antik & Trödelmarkt

8.00 Hessenhallen

Buseck

Modellbaubörse

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

SONSTIGES

Gießen

Neujahrsbegrüßung

Verkaufsoffener Sonntag

13.00 Innenstadt

Eine Wahl,

zwei Siegerinnen

Miss Germany & pearl.

tv-Model Germany –

Miss-Hessen-Wahl mit

Brautmodenschau

14.00 Galerie

Neustädter Tor

Flamenco für Kinder

Workshop mit Alma

Gitana. Für 6- bis

10-Jährige 14.00 bis

15.30 Uhr/für 10- bis

17-Jährige 16.00 bis

17.30 Uhr

14.00 MuK

6 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independant tanzbar

21.00 Ulenspiegel

04.01. | Freitag | 20 Uhr

Dresdner Salondamen Depro-Concert GmbH

08.01. | Dienstag | 20 Uhr

Kanada - Dia-Vortrag

www.michael-fleck.de

11.01. | Freitag | 20.11 Uhr

GFV-Inthronisation

www.gfv-helau.de

12.01. | Samstag | 20 Uhr

Faberhaft Guth

13.01. | Sonntag | 10-16 Uhr

Modellbahnbörse

18.01. | Freitag | 20 Uhr

Musical Highlights

www.star-concerts.de

19.01. | Samstag | 20.11 Uhr

Prinzenball der GFV

www.gfv-helau.de

20.01. | Sonntag | 11-17 Uhr

19. Puppen- und Bärenmarkt

www.albrecht-kreativ.de

23.-26.01. | Mi.-Sa. | 15 u. 20 Uhr

Neujahrsvarieté

www.ovag.de

27.01. | Sonntag | 11-18 Uhr

10. Gießener Hochzeitsmesse

www.juwelier-munk.de

29.01. | Dienstag | 16-17 Uhr

Puppentheater YAKARI »Schneeball in Gefahr«

02.02. | Samstag | 20 Uhr

Dave Davis »Live & in Farbe«

www.s-promotion.de

07.02. | Donnerstag | 20 Uhr

Weiberfassenacht der GFV

www.gfv-helau.de

08.02. | Freitag | 20.11 Uhr

Fremdensitzung der GFV

www.gfv-helau.de

09.02. | Samstag | 13.30-16.30 Uhr

Seniorennachmittag mit der GFV

Amt für soziale Angelegenheiten

09.02. | Samstag | 20.11 Uhr

Große Prunksitzung der GFV

www.gfv-helau.de

11.02. u. 12.02. | Mo. u. Di. | 14-17 Uhr

Kinderfasching der GFV

www.gfv-helau.de

1/2014 streifzug 27


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

30.01. WETZLAR Rittal Arena

04.01. WETZLAR Stadthalle

25.01. GIESSEN Kongresshalle

13.+14.03. WETZLAR Rittal Arena

02.02. GIESSEN Kongresshalle

04.04. GIESSEN Kongresshalle 16.05. GIESSEN Kongresshalle

weitere termine in der region

finden Sie in unserem Veranstaltungsflyer oder im internet.

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sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen TICKETHOTLINE 06102 - 77 66 5

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KONZERTE

Gießen

Geoff Farina

Singer-Songwirter.

Support: Arlito

19.30 Alte Kupferschmiede

Kartenvorverkauf

für Veranstaltungen

in der Region

Öffnungszeiten unserer

Geschäftsstellen:

Gießen, Marktplatz 7

Mo. bis Fr. 10.00–14.00 Uhr

14.30–17.00 Uhr

Sa.

09.00–13.00 Uhr

Grünberg, Buchhandlung

Reinhard, Marktgasse 10

Mo. bis Fr. 09.00–18.00 Uhr

Sa.

09.00–14.00 Uhr

1234567

FÜHRUNGEN

Gießen

FamilienZeit

Kurzführung durch die

Sonderausstellung &

Mitmachaktion

16.00 Mathematikum

SONSTIGES

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

7 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Minimal rock da House

Happy BeJamski

21.00 Irish Pub

Affenkammer

22.00 Monkeys

FÜHRUNGEN

Gießen

FamilienZeit

Kurzführung durch

die Sonderausstellung &

Mitmachaktion

16.00 Mathematikum

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

Für Kinder ab 8 Jahren

und Erwachsene

14.00 Mathematikum

8 MI

BÜHNE

Gießen

Namibia & Botswana

Multimediashow von

Michael Fleck

20.00 Kongresshalle

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

FEBRUAR-AUSGABE

› Erscheinungstermin: 30. 1. 2014

› Anzeigenschluss: 17. 1. 2014

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ansprechenden Umfeld!

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anzeigenverkauf@giessener- allgemeine.de

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

MittanzZentrale

Soul, Big Beat,

Hip-Hop, Reggae,

Dub, Electro

21.00 Scarabée

Fantastic Holidays

21.00 Admiral

Kultmittwoch

21.00 Haarlem

FÜHRUNGEN

Gießen

FamilienZeit

Kurzführung durch

die Sonderausstellung &

Mitmachaktion

16.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Mac Frayman

Amerikanischer Folk

Rock, Grunge

21.00 Irish Pub

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

Für Kinder ab 8 Jahren

und Erwachsene

14.00 Mathematikum

9 DO

DISCO/PARTY

Gießen

Land Unter

Indiepassion

21.00 Scarabée

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

FÜHRUNGEN

Gießen

FamilienZeit

Kurzführung durch

die Sonderausstellung &

Mitmachaktion

16.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Mac Frayman

Amerikanischer Folk

Rock, Grunge

21.00 Irish Pub

Marburg

Klezmer meets Jazz

The Giora Feidmann

Jazz-Experience

20.00 Elisabethkirche

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

Für Kinder ab 8 Jahren

und Erwachsene

14.00 Mathematikum

VORTRÄGE

Gießen

Sand im Getriebe

Warum Kalifornier

Wüstensand mit

Marmor bedecken.

Lichtbildervortrag von

Prof. Hans-Rudolf Bork

15.30 Altes Schloss,

Netanya-Saal

Chikwe –

Es bleibt ein Traum

Lesung und Autorinnengespräch

mit Beatrice

Onyegbule Onyele

19.30 Café Amélie

10 FR

BÜHNE

Gießen

Poe-tische Stunde

Texte von und über

Edgar Allan Poe

17.00 Stadttheater

I wanna be

loved by you

Marilyn. Das Kind in

der Frau. Musiktheater

19.30 Stadttheater

Sleepwalker

Tanzstück von Tarek

Assam und Paul Julius

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Die 90er waren zum

Recyceln da

Trashpop, Eurodance

21.00 Scarabée

Party tanzbar

21.00 Ulenspiegel

Gib dem Affen Zucker

22.00 Monkeys

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

FÜHRUNGEN

Gießen

FamilienZeit

Kurzführung durch

die Sonderausstellung &

Mitmachaktion

16.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Der Ramschladen

Musikalische Spielwiese

mit Western- und

Baritongitarre, Glockenspiel,

Mando line

21.00 Café Amélie

Garden of Delight

Celtic Folk Rock Party

21.00 Irish Pub

Biebertal

Rocknacht

20.00 Zum Dünsberg

Grünberg

Berry Blue Band

Jazzkonzert

20.30 Jazzkeller

»Zum Bahnhof«

11 SA

AUSSTELLUNGEN

Grünberg

Die Dritte Welt im

Zweiten Weltkrieg

Ausstellung zu einem

vergessenen Kapitel der

Geschichte (Eröff.)

16.00 Hospitalkirche,

Hintergasse

BÜHNE

Gießen

Frau Holle

Tinko-Theater

16.00 Kleine Bühne

Tanz auf

dem Pulverfass

Die oberen Zehntausend.

Tanzoperette

19.30 Stadttheater

König Ödipus

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Rock of Ages

21.00 Scarabée

Wanna rock you

Randgruppenbeschallung.

2 Floors – 2 Partys

22.00 MuK

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer

Straße

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

10.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

28 streifzug 1/2014


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

Bosca

Hip-Hop

20.00 Jokus

MeZZalero

Finest ZZ-Top-Cover

and More

21.00 Irish Pub

Lauterbach

The Glory

Gospel Singers

19.00 ev. Bartholomäuskirche

MÄRKTE/MESSEN

Alsfeld

Hochzeitsmesse

14.00 Stadthalle

SONSTIGES

Gießen

Inthronisation

des Gießener

Prinzenpaares

20.11 Kongresshalle

12 SO

AUSSTELLUNGEN

Lich

Malerische Reisen

Jahresausstellung

des Künstlers und

Galeristen Peter

Seharsch

14.00 Künstlerhof

Seharsch

BÜHNE

Gießen

Idomeneo

Vorgestellt: Einführung

mit Regieteam und

Ensemblemitgliedern

11.00 Stadttheater

Frau Holle

Tinko-Theater

16.00 Kleine Bühne

Kleine Engel

Kinderstück. Premiere

18.00 TiL

Der Fliegende

Holländer

Romantische Oper

19.30 Stadttheater

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Happy Sunday

21.00 Haarlem

FÜHRUNGEN

Gießen

ZEITich

Sonderausstellung

11.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Orgelvesper

Mit Jakob Christoph

Handrack und Werken

von Bach, Händel und

Froberger

16.00 St. Thomas

Morus-Kirche

Maxim Kowalew

don Kosaken

Russisch-Orthodoxe

Kirchengesänge sowie

Volksweisen und

Balladen

19.30 Petruskirche

MÄRKTE/MESSEN

Alsfeld

Hochzeitsmesse

11.00 Stadthalle

Aßlar

Musikinstrumentenbörse

Ein Flohmarkt von

Musikern für Musiker

10.00 Stadthalle

Buseck

Antikmarkt

9.00 Sammler- und

Hobbywelt

SONSTIGES

Gießen

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

13 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Karaoke

mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

Independant tanzbar

21.00 Ulenspiegel

14 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

22.00 Monkeys

SONSTIGES

Gießen

Study-Azubi-Nacht

21.00 Irish Pub

Heuchelheim

Sauberer Himmel

Monatstreffen

der Bürgerinitiative

19.30 Zum Treppchen

VORTRÄGE

Gießen

Medizin Aktuell

Tumorbehandlung im

Kopf-Hals-Bereich –

Vortrag von Dr. Claus

Wittekindt

17.00 Institut für

Anatomie und

Zellbiologie,

Großer Hörsaal

15 MI

BÜHNE

Gießen

Musical Highlights

20.00 Kongresshalle

Wetzlar

Shadowland

Schattenperformance

der amerikanischen

Tanzkompanie

Pilobolus

20.00 Rittal-Arena

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

MittanzZentrale

Soul, Big Beat,

Hip-Hop, Reggae,

Dub, Electro

21.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Seán Óg

Irisch-schottischer Folk

21.00 Irish Pub

Marburg

55° Nord – Dråpe

Post-Rock, Indie,

Dream Pop

20.00 Kulturladen KFZ

VORTRÄGE

Gießen

Gesunde Erzieherinnen

und Erzieher

Wie geht das in der

Kita? Vortrag von

Dipl.-Psych. Marleen

Thinschmidt

18.00 Phil. II, Haus

B, Hörsaal B 030

Die Entscheidungen

der Transplantationskonferenz

der Uniklinik

Mit Prof. Winfried

Padberg. Anschließend:

Die Aufarbeitung der

Transplantationsskandale

von Prof.

Thorsten Verrel

18.15 Biochemisches

Institut, Ernst-Leitz-

Hörsaal

Der Flughafen Gießen

Vortrag von

Paul-Martin Lied

20.00 Altes Schloss,

Netanyasaal

16 DO

AUSSTELLUNGEN

Gießen

Hubert Soltau

Zeichnungen & Objekte

19.00 Altes Schloss,

Oberhessisches

Museum (Eröff.)

BÜHNE

Gießen

Tschick

Kostprobe: Öffentliche

Probe und Einführung

mit Regieteam und

Ensemblemitgliedern

20.00 TiL

Wetzlar

Martin Rütter –

»Der tut nix!«

20.00 Rittal-Arena

DISCO/PARTY

Gießen

Land Unter

Elektronische

Tanzmusik

21.00 Scarabée

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

KONZERTE

Gießen

Seán Óg

Irisch-Schottischer Folk

21.00 Irish Pub










Restaurant

Schlosskeller

Peter und Frank Haas GbR

Brandplatz 2 · 35390 Gießen

Telefon 06 41/3 83 06

www.schlosskeller-giessen.de

1/2014 streifzug 29


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste

Les Misérables (Drama/

Musical, UK 2012)

20.00 Zeughaus

VORTRÄGE

Gießen

Atacama & Altiplano

Lichtbildervortrag. Eine

Reise durch den großen

Norden Chiles

15.30 Altes Schloss,

Netanya-Saal

17 FR

BÜHNE

Gießen

Lenz. Fragmente

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Der Untergrund lebt

EBM, Gothic, Industrial

21.00 Scarabée

Party tanzbar

21.00 Ulenspiegel

Gib dem Affen Zucker

22.00 Monkeys

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

KONZERTE

Gießen

First Ladies

Reihe Gießen hilft des

Rotary Hilfsfonds.

Benefizabend mit

Sophie Berner, Bonita

Hyman, Manuela

Weichenrieder, Cordula

Poos, Magdalena

Stoyanova, Tanzkompanie

19.30 Stadttheater

Jo King Band &

Kevin and the Justins

Rock and Blues

21.00 Irish Pub

Wetzlar

Goldschlager –

die Hits von 2013

mit Nik P, Nino de

Angelo, Laura Wilde,

Michelle, Olaf Henning,

Peter Michael

und vielen weitern

Künstlern. Hits am

laufenden Band.

19.30 Rittal-Arena

SPORT

Gießen

Basketball Pro A

Gießen 46ers – BG

Göttingen

20.00 Sporthalle

Gießen-Ost

18 SA

BÜHNE

Gießen

Froschkönig

Tinko-Theater

16.00 Kleine Bühne

Crazy Broadway 2

Jetzt wird’s wild.

Musical-Hommage

19.30 Astaire’s

Idomeneo

Premiere. Oper

19.30 Stadttheater

Steiners Theater

Das ist mein Bett!

Bayerische Boulevardkomödie

19.30 Kongresshalle

Die Verwirrungen

des Zöglings Törleß

20.00 TiL

Stadtallendorf

Dance Masters

Best of Irish Dance

20.00 Stadthalle

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Rock of Ages

21.00 Scarabée

Back to the 80s

21.00 Haarlem

Samstagnacht

22.00 Monkeys

Ghettoblastin’

22.00 MuK

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer Str.

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

10.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

KONZERTE

Gießen

New York Gospel Stars

20.00 Petruskirche

Sounds of Tremor

Ignite The Massacre,

Derelyction, Demoriel,

Reflexor – Trash Metal

20.30 Jokus

Sophisticated

Butcher Fingers

Classic Rock

21.00 Irish Pub

Lauterbach

Hohaus-Konzert

Gastkonzert von

hr2-kultur. Preisträgerkonzert

Wettbewerb

des Deutschen Musikrates

2013

19.30 Hohaus-

Museum

Marburg

Django 3000

bayrischer Gypsy-Pop

mit neuem Album

»Hopaaa!«

20.00 Kulturladen KFZ

Wetzlar

Kastelruther Spatzen

»Planet der Lieder« heißt

das neue Programm –

und es wird bis in die

Nacht geschunkelt, gesungen,

gefeiert.

19.30 Rittal-Arena

MÄRKTE/MESSEN

Alsfeld

Antik-, Sammler- &

Trödelmarkt

9.00 Hessenhalle

Grünberg

Hochzeitsmesse

13.00 Gallushalle

SONSTIGES

Nidda

Feuerwehrball

Puppen-Comedy mit

Jörg Jará, Showtänzen

und der Tanzband

Sunbow

20.00 Bürgerhaus

Wettenberg

Pariser Abend

Bal Musette mit der

Freddy-Becker-Combo

19.00 Burg Gleiberg

19 SO

BÜHNE

Gießen

Arsen und

Spitzenhäubchen

Kriminalkomödie

15.00 Stadttheater

Froschkönig

Tinko-Theater

16.00 Kleine Bühne

Die Wanze

Insektenkrimi

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Discofoxparty

20.30 Astaire’s

EXKLUSIV IM KINOPOLIS GIESSEN

KINOPOLIS Gießen

Ostanlage 43 – 45 • 35390 Gießen

Mehr Infos im Kino und unter www.kinopolis.de

30 streifzug 1/2014


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

Happy Sunday

21.00 Haarlem

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch

das Mathematikum

11.00 Mathematikum

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Puppen-, Bären- und

Spielzeugbörse

11.00 Kongresshalle

Alsfeld

Antik-, Sammler- &

Trödelmarkt

9.00 Hessenhalle

Grünberg

Hochzeitsmesse

11.00 Gallushalle

SONSTIGES

Gießen

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

20 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independant tanzbar

21.00 Ulenspiegel

KONZERTE

Gießen

3. Winterkonzert

Young-Choon Park –

Klavierabend. Sonaten

von Scarlatti, Haydn,

Schumann und Liszt

20.00 Rathaus,

Konzertsaal

SONSTIGES

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

VORTRÄGE

Gießen

Auf der Highroad

Das skandinavische System

der Langfristpflege

und Alltagsunterstützung

älterer Menschen im

Vergleich. Vortrag von

Prof. Claudia Heintze

18.00 Uni-Hauptgebäude,

Senatssaal

Homo Conflictus

Zwischen Harmoniebedürfnis

und Konfliktrealität.

Von Tom Koenigs

19.15 Uni-Hauptgebäude,

Aula

21 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

22.00 Monkeys

SONSTIGES

Gießen

Gießen 46ers

Bingo-Night

21.00 Irish Pub

VORTRÄGE

Gießen

Medizin Aktuell

Knieendoprothetik im

Spiegel der Zeit. Vortrag

von Dr. Bernd Ishaque

17.00 Institut für Anatomie

und Zellbiologie,

Großer Hörsaal

22 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

MittanzZentrale

Soul, Big Beat, Hip-Hop,

Reggae, Dub, Electro

21.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Louis Fitz

Irish Folk Musik

21.00 Irish Pub

SONSTIGES

Gießen

Poetry Slam

20.00 Jokus

VORTRÄGE

Gießen

Die ungeliebte

Mittagsruhe!

Bedürfnisgerechte

Tagesgestaltung in Kitas.

Vortrag von Prof.

Christina Jasmund

18.00 Phil. II, Haus

B, Hörsaal B 030

Polen und

seine Nachbarn

Feldstudien über die

polnisch-ukrainische

Vergangenheit und

Gegenwart. Von Dr.

Renata Makarska

18.00 Phil. I,

Hörsaal A5

Wie entsteht Hass, der

zum Verbrechen führt?

Vortrag von Dr. Peter

Möhring

20.15 Institut für

Psychoanalye und

Psychotherapie

23 DO

BÜHNE

Gießen

Tschick

Premiere

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Land Unter

Indiepassion

21.00 Scarabée

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

KONZERTE

Gießen

Miller & Heath

Rock, Pop,

Hessendreck’s

21.00 Irish Pub

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste

Eine offene Rechnung

(Thriller, USA 2010)

20.00 Zeughaus

24 FR

BÜHNE

Gießen

Ab heute heißt du Sara

33 Bilder aus dem

Leben einer Berlinerin

19.30 Stadttheater

Sleepwalker

Tanzstück von Tarek

Assam und Paul Julius

20.00 TiL

Marburg

Alf Ator – Theator

hyperinteraktive

One-Man-Multimedia-

Comedy-Show

20.00 Kulturladen KFZ

Mücke

Doris Theimann

Weil ich die Liebe so

liebe – Erotisch-

Unartiges beim Abend

nur für Erwachsene.

Comedy/Kabarett

18.30 KunstCafé am

Windhainer See

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Nervous Shakedown

50er und 60er

21.00 Scarabée

Party tanzbar

21.00 Ulenspiegel

Gib dem Affen Zucker

22.00 Monkeys

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

KONZERTE

Gießen

4. Meisterkonzert – Auf

verwachsenen Pfaden

Herbert Schuch Klavier

20.00 Stadthalle

Town of Saints &

Ian Fisher

Indie, Folk, Americana

21.00 Irish Pub

25 SA

BÜHNE

Gießen

Hans im Glück

Tinko-Theater

16.00 Kleine Bühne

Idomeneo

Oper

19.30 Stadttheater

Ehnert vs. Ehnert

mit Küss langsam

Beziehungs-Action-

Komödie

21.00 Astaire’s

Disco/Party

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Rock of Ages

21.00 Scarabée

Indie Fresse Party

22.00 Monkeys

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer

Straße

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

10.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch

das Mathematikum

11.00 Mathematikum

Eintritt 5€

3. Hochzeits- und

Eventmesse Buseck

25. +26. Januar 2014

Dirk Großhaus

Maler- und Lackierermeister

im Kulturzentrum am Schlosspark 2

www.hochzeits-und-event-messe-buseck.de

Geprüfter

Restaurator

im Maler- und

Lackiererhandwerk

COELAN Balkon- und Terrassenbeschichtung

Raum- und Fassadengestaltung

Unsere Stärken:

Breites Leistungsspektrum –

Kreativität – Individualität

Besuchen Sie uns, an unserem

Stand A 8, Halle 9 auf der Bau Expo

in Gießen vom 6.–9. März 2014.

Dirk Großhaus

Telefon 0 64 04/6 15 79

Weißenburgring 5 · 35415 Pohlheim-Garbenteich

d.grosshaus@t-online.de

Wünschen Sie Ihre Veranstaltung im

streifzug

Schreiben Sie bis zum 17. Januar per E-Mail

an: streifzug@giessener-allgemeine.de

Die Auswahl obliegt der Redaktion. Für die Richtigkeit

der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Sa. +So. große

Mordenschau

und Live Musik

1/2014 streifzug 31


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

KONZERTE

Gießen

U-Bahn Kontrollöre

in tiefgefrorenen

Frauenkleidern

Wir lassen uns das

Singen nicht verbieten –

A-capella-comedy

20.00 Kongresshalle

Defeater

Letters Home

European Tour.

Hardcore, Support-

Bands: Caspian,

Landscapes,

Goodtime Boys

20.00 Jokus

Livercheese

Booth Corporation

FunkSoulRockPop

21.00 Irish Pub

Alsfeld

The International

Magic Tenors

Best of Pop, Rock,

Klassik

20.00 Stadthalle

Nidda

Woodwind & Steel

Irish Folk Konzert –

10 Jahre Jubiläumstour

20.00 Kulturbahnhof

Lokschuppen

Wetzlar

Internationale

Musikparade

Rund 400 Militär- und

Blasmusiker aus verschiedenen

Nationen

15.00 Rittal-Arena

MÄRKTE/MESSEN

Buseck

Hochzeits- &

Eventmesse

13.00 Kulturzentrum

SONSTIGES

Gießen

Sicher im Netz

Workshop von 12 bis

16 Jahren

11.00 Jokus

SPORT

Gießen

Basketball Pro A

Gießen 46ers –

BV Chemnitz 99

20.00 Sporthalle

Gießen-Ost

www.immo-in-mittelhessen.de

SONSTIGES

Hungen

Weiberfastnacht

19.11 Mehrzweckhalle

Inheiden

Vogelsberg

Höhenfastnacht

19.10 Klubhaus

Hoherodskopf

26 SO

BÜHNE

Gießen

Am Katzenmoor

Vorgestellt: Einführung

mit Regieteam und

Ensemblemitgliedern

11.00 Stadttheater

Tanz auf

dem Pulverfass

Die oberen Zehntausend.

Tanzoperette

15.00 Stadttheater

Hans im Glück

Tinko-Theater

16.00 Kleine Bühne

Die Wanze

Insektenkrimi

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Happy Sunday

21.00 Haarlem

ist: Wenn aus

zwei eins wird.

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Chance 2014

Bildungs-, Job- und

Gründermesse für

Mittelhessen mit

»Starte durch«

9.00 Hessenhalle

Hochzeitsmesse

11.00 Kongresshalle

Buseck

Hochzeits- &

Eventmesse

10.00 Kulturzentrum

SONSTIGES

Gießen

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

27 MO

BÜHNE

Gießen

Mein Leben

Sonderveranstaltung zu

Marcel Reich-Ranicki.

Lesung von Mitgliedern

des Schauspielensembles

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

Independant tanzbar

21.00 Ulenspiegel

KONZERTE

Wettenberg

Tenöre4You

Welthits aus Pop, Klassik,

Musical, Filmmusik

19.30 Ev. Margarethenkirche

Krofdorf-

Gleiberg

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Chance 2014

Bildungs-, Job- und

Gründermesse für

Mittelhessen mit

»Starte durch«

9.00 Hessenhalle

28 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

22.00 Monkeys

VORTRÄGE

Gießen

Inkontinenz und

Beckenbodenschwäche

aus urologischer Sicht

Vortrag von Prof.

Florian Wagenlehner

17.00 Institut für

Anatomie und Zellbiologie,

Großer

Hörsaal

29 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

MittanzZentrale

Soul, Big Beat, Hip-Hop,

Reggae, Dub, Electro

21.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Christina Stürmer &

Band

Hör auf Dein Herz Tour

20.00 Kongresshalle

Gelon

Acoustic Rock

21.00 Irish Pub

Aßlar

The Glory

Gospel Singers

19.30 Christ-König-

Kirche

VORTRÄGE

Gießen

Risiko- und

Schutzfaktoren

Psychische Gesundheit

von Kindern und Jugendlichen.

Vortrag von Prof.

Ulrike Ravens-Sieberer

und Dr. Fionna Klasen

18.00 Phil. II, Haus

B, Hörsaal B 030

Polen und

seine Nachbarn

Fromme Polen, gottlose

Tschechen – stimmen

die Stereotype, wenn

man das Sprachverhalten

untersucht? Von

Prof. Alicja Nagórko

18.00 Phil. I,

Hörsaal A5

Luise Büchner

als Historikerin

Georg Büchner

Gedenkjahre. Vortrag

von Agnes Schmidt

20.00 Altes Schloss,

Netanyasaal

30 DO

BÜHNE

Wetzlar

Mother Africa

Circus der Sinne

20.00 Stadthalle

DISCO/PARTY

Gießen

Land Unter

Disco from Outta Space

21.00 Scarabée

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

KONZERTE

Gießen

Tobias Wessel

Rock Covers

21.00 Irish Pub

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste

Das Leben des

David Gale

(Drama, USA 2003)

20.00 Zeughaus

31 FR

BÜHNE

Gießen

Das Mädchen

aus dem Meer

Mit dem Jugendclub-

Tanz des Stadttheaters

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Party tanzbar

21.00 Ulenspiegel

Gib dem Affen Zucker

22.00 Monkeys

FLOHMÄRKTE

Lollar

Scheunenflohmarkt

Antikes und mehr

15.00 Alte Schmiede

Ruttershausen

KONZERTE

Gießen

Tres Iguanas

Rockabilly

21.00 Scarabée

Green Stuff

Bluesrock

21.00 Irish Pub

SONSTIGES

Gießen

Wendo

Selbstbehauptung

für Pädagoginnen

9.00 Jokus

VORTRÄGE

Alsfeld

Der Vulkan lässt lesen

Herr Kiyak dachte, jetzt

fängt der schöne Teil

des Lebens an. Lesung

mit Mely Kiyak

20.00 Marktcafé

32 streifzug 1/2014


Fotos: Sven Stinn

Augen auf Südafrika

»Ich hoffe ich werde singen können wie ein Vogel, na ja, im schlimmsten Fall wie eine Krähe«,

meinte Cherilyn MacNeil vor den jüngsten Aufnahmen ihrer Band Dear Reader. Es ist

dann letztlich doch wesentlich besser geworden. Den Beweis gibt es am 19. Dezember live

in der Frankfurter Brotfabrik.

Das hipste, was Südafrikas Musikszene in

den vergangenen Jahren hervorgebracht hat,

entsteht in einer Berliner Einzimmerwohnung.

Cherilyn MacNeil alias Dear Reader

erzählt in ihrem Indiepop, der erst mal vielmehr

so klingt, als würde er aus England

oder Kanada kommen, von den Abgründen

und der Apartheid in ihrem Land. »Ich war

zwar erst elf Jahre alt, als es die erste demokratische

Wahl in Südafrika gab. Aber ich

bin ein weißes Mädchen, das von einem

teuflischen System profitiert hat. Ich fühle

diese Schuld«, sagte MacNeill vor einiger

Zeit. Am 19. Dezember gibt sich das Band-

Projekt in der Frankfurter Brotfabrik die

Ehre.

Den drei Studioplatten von Dear Reader –

vor einem knappen Jahrzehnt von MacNeil

in Johannesburg gegründet – haftete stets

schon etwas Sinfonisches an. Auch das Anfang

April erschienene, wieder hervorragende

Werk «Rivonia» wirkte so, als könnte

eine zusätzliche Schicht Edellack zumindest

nicht schaden. Kurz nach der Veröffentlichung

war es dann auch schon so weit, als

Cherilyn MacNeil und ihre derzeit drei Mitstreiter

im April mit dem Deutschen Filmorchester

Babelsberg ein Konzert aufführten.

Das Ergebnis »We Followed Every Sound«

war nicht nur für die zuletzt immer zahlreicher

werdenden Anhänger von Dear Reader

ein Geschenk.

Wer edlen Pop mit dezenten Ethno-Einflüssen

und prächtigen Musical-Arrangements

mag, liegt damit gewiss richtig. Vor allem

aber feiert »We Followed Every Sound«

MacNeils klare Stimme. Selten hört man

einer Künstlerin die reine, naive Freude am

Gesang so an wie ihr. Dazu jubilieren die

Babelsberger Streicher und Bläser, ohne die

aus allen drei Vorgängeralben stammenden,

zauberhaften Songs zuzukleistern.

Am 19. Dezember in der Frankfurter Brotfabrik

werden die Arrangements selbstredend

nicht ganz so satt ausfallen. Doch bereits mit

Geige, Keyboard und Akkordeon sind Dear

Reader ein Genuss, von dem man sich vor

nicht allzu langer Zeit auch im Gießener

MuK hatte überzeugen können. Die Stimmung

ihrer Stücke beschreibt Cherilyn

Cherilyn MacNeil singt von Abgründen und Apartheid.

MacNeil selbst so: »Wenn du so viel fühlst,

dass du glaubst zu explodieren, und anschließend

darüber lachst, was für ein melodramatischer

Kauz du gewesen bist.« Wer

guten Indiepop hören will, muss nicht immer

nach England oder Kanada schauen.

///

Tickets für das Konzert am 19. Dezember in

der Frankfurter Brotfabrik kosten zwischen

13 und 16 Euro. Unterstützt werden Cherilyn

MacNeil und Band von Lost Lander. bf

Foto: Maschwitz

1/2014 streifzug 33


AM MAIN

Zwischen Traum und Alptraum

Gegensätzlicher hätte die Frankfurter Hinrunde nicht verlaufen können: Auf der Reise durch

Europa feierte die Eintracht-Entourage ein Fußballfest nach dem anderen, in der Bundesliga

dagegen erlebten die Hessen eine böse Überraschung.

Was für ein Keulenschlag. Gleich zum Einstieg

in die 51. Fußball-Bundesliga-Saison

bekommt die Eintracht voll eine auf die

Zwölf und reist mit heftigen Kopfschmerzen

und einer 1:6-Niederlage im Gepäck

aus Berlin zurück an den Main. Manchem

Frankfurter dürfte angesichts der tristen,

zuweilen angsterregenden Vorrunde noch

immer der Schädel brummen. Dass diese

mittlere Katastrophe als Vorbote für eine

äußerst dürftige Hinrunde zu verstehen

war, wurde spätestens am 22. September

in Stuttgart deutlich. Von diesem sechsten

Spieltag an nämlich sollten die Hessen für

quälend lange zehn Partien ohne Sieg bleiben.

Nach und nach dümpelte die Mannschaft

von Armin Veh dem Unheil und den

untersten Tabellenregionen der Bundesliga

entgegen. Eins kam zum anderen, Korsettstangen

wie Pirmin Schwegler oder Alex

Meier fielen oder fallen monatelang aus.

Die Eintracht ging immer mehr am Stock,

die Alarmglocken im Stadtwald schrillten

lauter. Der Adler befand sich zunehmend

im Sturzflug. Nur einer blieb ruhig: Armin

Veh. Schon nach dem Desaster von Berlin

hatte der Fußballlehrer gesagt: »Bei mir

gibt es keinen Aktionismus.«

Die Souveränität und die Besonnenheit,

mit der die Führungsriege die handfeste

Krise managt, beeindruckt. »Wir sind von

diesem Trainer überzeugt, weshalb sollten

wir dann eine dumme Entscheidung treffen?

Wir haben in den letzten Jahren eine

tolle Entwicklung genommen und setzen

weiter auf Kontinuität«, ließ Vorstandsvorsitzender

Heribert Bruchhagen mitten im

Abstiegskampf verlauten. Dabei schien

sich teilweise einfach alles gegen die Adler

zu wenden. Würden die Schiedsrichter die

Bundesligapartien in dieser Saison nach

85 Minuten abpfeifen, die Frankfurter wären

frei von jeglichen Abstiegssorgen. Da

das so schnell aber wohl nicht vorkommen

wird, wanderten die Blicke der Zuschauer

mit verlässlicher Regelmäßigkeit ängstlich

gen Videotafel. Unerbittlich tickte der Zeiger,

mit Minute 86 begannen die Alpträume

der Mainstadt. Gegen Hamburg, Nürnberg,

Mainz, Wolfsburg und Schalke

kassierte die Eintracht immer wieder Tore

kurz vor Schluss. Endlos viele Punkte blieben

auf der Strecke. So erkannte Mittelfeld-Motor

Sebastian Rode, dass auf jener

Veranstaltungen in Frankfurt

Freitag, 3. Januar

The Voice of Germany

Ach, herje: Die Finalisten der dritten Staffel

gehen auf große Hallen-Tour und machen

auch am Main Station. 20.00 Festhalle

Donnerstag, 9. Januar

Wladimir Kaminer

Der »Lieblingsrusse der Deutschen« und

Erfinder der »Russendisko« liest aus seinem

aktuellen Werk. »Diessiets von Eden. Neues

aus dem Garten« heißt das gute Stück und

huldigt dem Grün vor der Tür.

➛ 20.00 Batschkapp

Hans-Joachim Heist

Er ist mehr als Gernot Hassknecht, der

Choleriker aus der »heute show« im ZDF.

Mit seiner Hommage an Heinz Erhardt bringt

Heist einen leider immer noch unterschätzten

deutschen Komödianten zurück vor ein

entzücktes Publikum.

➛ 20.00 Die Käs

Freitag, 10. Januar

Satirischer Jahresrückblick 2013

Auch im Jubiläumsjahr präsentiert Bernd

Gieseking Satire und Komik, Kommentar und

Nonsens über den täglichen Wahnsinn 2013

➛ 20.00 Die Käs

Sonntag, 12. Januar

Ivy Quainoo

Okay, sie war in einer Casting-Show, hat sogar

gewonnen. Sie hat ein Album aufgenommen,

einen Nummer-2-Hit in den deutschen

Single-Charts gelandet, hat einen Echo und

zwei goldene Schallplatten für mehr als

200 000 verkaufte Alben erhalten, ist über

den Catwalk der Fashion Week gefegt. Gut

ist die Musik von Ivy Quainoo trotzdem.

➛ 20.00 Batschkapp

Dienstag, 14. Januar

Slut

Mit »Alienation« ist es Slut gelungen, noch

einmal über sich hinauszuwachsen. Sowohl

musikalisch als auch textlich legt das Album

einen Finger auf den Nerv der Zeit. Selbige

wird es nun, ihre Musik auch in Frankfurt zu

präsentieren

➛ 21.00 Zoom

Freitag, 17. Januar

Bakchen

Der Regisseur Felix Rothenhäusler inszeniert

Raoul Schrotts Neudichtung dieses Stückes

und untersucht die maximale Differenz

zwischen dem Chaos und der Ordnung, dem

Natürlichen und dem Künstlichen, dem

Profanen und dem Metaphysischen.

➛ 20.00 Kammerspiele

Samstag, 18. Januar

Kinder der Sonne

Der in der Peter-Paul-Festung inhaftierte

Maxim Gorki schrieb »Kinder der Sonne« als

Reaktion auf die brutale Niederschlagung der

friedlichen Demonstration am berüchtigten

»Petersburger Blutsonntag« im Jahr 1905.

➛ 19.30 Schauspiel

34 streifzug 1/2014


AM MAIN

86. Minute »ja fast schon ein Fluch« liege.

»Wir schießen uns immer wieder selbst ins

Bein.« Rode und Co. wehrten sich nach

Kräften gegen den Trend, die Abwärtsspirale

aber umfasste die Eintracht immer

schneller. War es anfangs noch Pech, zeigte

sich die Veh-Elf spätestens am 15. Spieltag

gegen Hoffenheim völlig verunsichert

und desillusioniert. »Das hat mit Bundesliga

nichts zu tun«, kritisierte der Trainer,

der zugleich feststellte: »Was wir können

und was wir spielen – das ist momentan

ein riesiger Unterschied.« Nur eine Woche

später, als kein Mensch einen Cent mehr

auf die Eintracht setzte, holte die Mannschaft

zum großen Coup beim Tabellenzweiten

aus Leverkusen aus, die Punkte

12, 13 und 14 wurden nach dem 16. Spieltag

eingefahren. In der Winterpause muss

die Eintracht nun Wunden lecken, Alex

Meier wieder in Schuss bringen und sich

dann kontinuierlich aus dem Schlamassel

arbeiten.

Okay, die bisherigen Zeilen waren hart für

Eintrachtler. Dabei hatte die Saison auch

zahlreiche Glanzstücke zu bieten. Internationale

Glanzstücke. Federleicht tänzelten

die Hessen durch die Europa League.

Kaum ein anderer Verein in Europa wusste

die Fußballfeste derart zu zelebrieren wie

die begeisterungsfähigen Frankfurter Fans.

Die Sehnsucht nach Glanz und Gloria und

früheren Erfolgszeiten ließ 12 000 Anhänger

an den Atlantik nach Bordeaux reisen.

Fünf Siege sammelte die Eintracht in ihrer

Gruppe und erwartet nun den FC Porto in

der K.-o.-Phase. Fluch und Segen zugleich:

Das Renommee der Eintracht in Europa

steigt, gleichzeitig aber schlauchen die Zugaben

unter der Woche. Zu spüren bekamen

das die Kicker in der Bundesliga, in

der sie trotz aller Fußball-Märchen im

internationalen Geschäft noch immer um

den Abstieg bangen müssen. So wandelt

die Eintracht im Winter 2013 zwischen

Traum und Alptraum. Sven Nordmann

Licht und Schatten zeigten Armin Veh und Eintracht Frankfurt zuletzt.

Foto: dpa

Nicolai Friedrich

Der »beste Mentalist der Welt« verzaubert

mit seinem aktuellen Programm den Mozart-

Saal.

➛ 20.00 Alte Oper

Donnerstag, 23. Januar

Alin Coen Band

Die junge Singer-Songwriterin hat ihr

aktuelles Album »We’re not the ones we

thought we were« im Gepäck.

➛ 20.00 Batschkapp

Alice Sara Ott

Die junge deutsch-japanische Pianistin

erweckte 2004 mit einer reinen Liszt-CD als

gerade einmal 16-Jährige erste Aufmerksamkeit

in der Klassikwelt. Nun gastiert sie

mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra

am Main.

➛ 20.00 Alte Oper

Team & Struppi

So jung und schon beim Kabarett gelandet,

was steckt dahinter? Aufklärung gibt es von

den Herren Neumeier und Diedrichsen,

gestählte Poetry-Slammer aus dem Norden.

➛ 20.00 Die Käs

Samstag, 25. Januar

Dr. Eckart von Hirschhausen

Mit seinem neuen Programm geht Dr. Eckart

von Hirschhausen zurück an seine Wurzeln:

Medizin und Magie. Was viele nicht wissen:

bevor Hirschhausen mit medizinischem

Kabarett bekannt wurde, stand er bereits als

Zauberkünstler auf der Bühne.

➛ 20.00 Festhalle

Sonntag, 26. Januar

Fauser, mon Amour

1981 schafft der Frankfurter Schriftsteller Jörg

Fauser mit »Der Schneemann« seinen künstlerischen

Durchbruch. »Fauser, mon amour«

ist ein Abend darüber.

➛ 20.00 Box

Montag, 27. Januar

Poetry Slam Deluxe

Immer wieder neu, immer wieder groß,

immer wieder gut: Die Fortsetzung des

legendären Poetry Slam Deluxe. In der Stadt

der Dichter und Denker kürt das Publikum

beim modernen Dichterwettkampf jedes Mal

wieder einen neuen Goethe.

➛ 20.00 English Theatre

Donnerstag, 30. Januar

Das Verhör

Ein Krimi der Extraklasse von John

Wainwright, ein Psychoduell auf Messers

Schneide: fesselnd, raffiniert, brisant.

➛ 20.00 Fritz-Rémond-Theater

Freitag, 31. Januar

Music Discovery Project

Oliver Koletzki präsentiert eine Begegnung

urbaner Gegenwartstrends der Musik von

Klassik, House und Synthie-Pop

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

1/2014 streifzug 35


Zwischen Obduktion

und Hörsaal

Foto: Glinke

Professor Dr. Dr. Reinhard B. Dettmeyer hat viel zu tun. «Wir sollten gleich

einen Ausweichtermin vereinbaren. Es kann immer sein, dass ich kurzfristig

obduzieren muss«, sagt der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin

der Universitätskliniken Gießen und Marburg in der Frankfurter Straße in

Gießen. Im Interview mit dem streifzug spricht er über die Vielseitigkeit

seiner Arbeit, erläutert das Vorgehen am Tatort und klärt auf, dass es

einen Unterschied zwischen Pathologen und Rechtsmedizinern gibt.

Aus dem »Tatort« wissen wir, dass Sie als Rechtsmediziner

Leichen aufschneiden. Was gehört denn

noch zu Ihren Aufgaben? Natürlich gehören die Obduktionen

bei Todesfällen und die Klärung der Ursachen

zum Spektrum. Dazu kommen Gewaltopferuntersuchungen,

etwa bei Kindesmisshandlungen oder nach

Schlägereien oder Messer stechereien. Dabei untersuchen

wir das Opfer und den vermeintlichen Täter. Fälle

häuslicher Gewalt gehören dazu. Des Weiteren gibt es

noch die Blutalkoholbestimmung und Toxikologie, außerdem

den Bereich der Spurenanalytik. Darüber hinaus

machen wir Vaterschaftsgutachten und betreiben

an der Universität Forschung und Lehre. Angehende

Polizisten kommen mehrmals im Jahr zu Lehrobduktionen

zu uns. Bei Feuerbestattungen schreibt der Gesetzgeber

eine zweite Leichenschau vor, bei der die Angaben

auf dem Totenschein noch einmal überprüft

werden. Auch das gehört zu unseren Aufgaben.

Angenommen, es ereignet sich eine Messerstecherei.

Wie läuft Ihre Arbeit ab? Wenn die Verletzungen

schwer sind, kommen die Beteiligten zunächst ins

Krankenhaus. Die medizinische Versorgung hat immer

Vorrang. Parallel ruft uns die Polizei an und bittet um

rechtsmedizinische Untersuchung. Wenn es leichte

Verletzungen sind, kann die Untersuchung auch auf

der Polizeiwache stattfinden oder die Polizei kommt

mit dem Opfer zu uns in die Ambulanz. Häufig muss

die Untersuchung gar nicht unmittelbar nach der Tat

stattfinden, denn Verletzungen, gerade Hämatome,

werden im Laufe von Stunden meistens deutlicher. Die

Untersuchung findet oft im Beisein des Erkennungsdienstes

statt, der die Verletzungen dann auch fotografisch

dokumentiert. Die Polizei macht die Vernehmungen,

wir bekommen das Protokoll und schreiben ein

Gutachten – so weit wir dazu Stellung nehmen

können.


CAMPUS

Welche Fälle werden untersucht? Das

kommt auf die Schwere der Tat an. Die Polizei

hat einen Ermessensspielraum. Wenn sich

Jugendliche prügeln und blaue Flecken davontragen,

werden wir nicht gerufen. Wenn

aber ein Messer zum Einsatz kommt, sind wir

in einem ganz anderen Strafmaßbereich.

Welche Straftat angeklagt wird, entscheidet

später die Staatsanwaltschaft. Bei Gewaltdelikten

ist dabei oft ausschlaggebend, ob die

Verletzung lebensbedrohlich war – dann ist

man im Extremfall schon beim versuchten

Mord.

Wie erkennen Sie, ob es sich bei einer

Verletzung tatsächlich um eine Angriffsverletzung

handelt oder ob sich jemand eine

Wunde selbst zugefügt hat? Es gibt Erfahrungswerte,

welche Verletzungen durch welches

Geschehen verursacht werden. Klassische

Sturzverletzungen sind an Stirnhöcker,

Nasenspitze, Kinnspitze, Ellenbogen-Außenkante,

Streckseite Knie, Streckseite Unterschenkel.

Klassische Anstoßverletzungen finden

sich an den Streckseiten der

Unterschenkel, in Höhe der Rippenbögen

und in Projektion auf die Hüftknochen. Dann

gibt es Abwehrverletzungen und Schlagverletzungen.

Abwehrverletzungen findet man

klassischerweise an den Streckseiten der Unterarme

oder in der Handinnenfläche. Es gibt

Verletzungen, die nicht zu Stürzen passen:

Rück seite und Gesäß bei Kindern zum Beispiel.

Doppelstriemen sind hochgradig verdächtig.

Es ist hochgradig unwahrscheinlich,

dass ein Kind so gegen eine Kante stürzt, dass

es einen Doppelstriemenabdruck hat. Es gibt

aber keine 100-prozentige Sicherheit. Nur

hohe Wahrscheinlichkeiten. Wer sich gut auskennt,

kann auch uns Rechtsmediziner zunächst

in die Irre führen, etwa durch gezielt

selbst beigebrachte Verletzungen. Zum Glück

kennen sich aber nur ganz wenige so gut aus.

Klassischer TV-Krimifall: Eine Leiche wird

gefunden, die Polizei geht von Fremdeinwirkung

aus. Wie ist das Prozedere? In

einem solchen Fall werden wir Tag und Nacht

angerufen und fahren sofort raus. Meist treffen

wir zusammen mit dem Erkennungsdienst

am Fundort ein. Mit diesem stimmen wir ab,

welche Beweise zuerst gesichert werden

müssen und untersuchen den Leichnam unter

Einbezug des Umfeldes. Sind da Tabletten?

Alkohol? Tatwerkzeuge? Die Kleidung spielt

auch eine Rolle. Ermittelt werden die Körperkerntemperatur

und die Umgebungstemperatur.

Wenn wir dann später bei der Obduktion

das Gewicht der Leiche kennen, können wir

mittels eines Todeszeit-Nomogramms Stellung

nehmen zum etwaigen Todeszeitpunkt. Aber

natürlich nicht so präzise wie im Fernsehen.

Noch am Tatort wird ein Obduktionstermin

abgesprochen. Das ist eine Frage von drei bis

fünf Stunden maximal – auch Samstag und

Sonntag. Wenn es nachts um 2 Uhr ist, kann

man auch mal sagen, morgen früh um 8.30

Uhr. Dann liegen mittags die Obduktionsergebnisse

vor und man kann einen Beschuldigten

in der Befragung damit konfrontieren.

Wie präzise lässt sich der Todeszeitpunkt

bestimmen? Wir können immer nur schmunzeln,

wenn es im Fernsehen heißt, »der Tod

war gestern Abend um 23.45 Uhr«. Unsere

Möglichkeiten sind begrenzt. Möglich ist,

vorausgesetzt wir haben alle Informationen

zusammen, ein Todeszeitpunkt plus/minus

von 2,8 Stunden zu bestimmen. Präziser geht

es nicht. Im Todeszeit-Nomogramm werden

Umgebungstemperatur und die tiefe Rektaltemperatur

eingetragen. Ausgehend vom

Körpergewicht, grenzt man das Ganze noch

durch Umweltbedingungen ein – Lagen der

Kleidung etwa, Luftzug, hat die Leiche an

einer Heizung gelegen oder auf kalten Fliesen?

Da spielt Erfahrung eine Rolle. Das Körpergewicht

wird mit einem Korrekturfaktor

multipliziert und dann können sie den Todeszeitpunkt

im Nomogramm ablesen. Die Abweichung

liegt oft in einem Bereich von plus/

minus 4,5 Stunden. Eine vorläufige Aussage

wie »gestern Abend zwischen 20 und 24

Uhr« ist eine vertretbare Wahrscheinlichkeitsaussage.

Schwierig wird es bei einem an einem

regnerischen Abend im Wald abgelegten

Leichnam, der teilweise mit Laub bedeckt ist,

wo man Luftzug und Bodentemperatur nicht

kennt, es nachts geregnet hat und man

nicht weiß, wie lange die Leiche dort gelegen

hat. Tatort ist ja auch nicht immer gleich

Fundort. Da muss man vorsichtig sein, dass

man nicht jemandem vorschnell ein Alibi

verschafft.

Warum werden in den Fernsehkrimis

Dinge verfälscht wiedergegeben? Einige

von uns sind nicht traurig darüber. Es vermittelt

hohe Leistungsfähigkeit der Rechtsmedizin,

die abschreckend wirkt. Für den Zuschauer

ist ein Tötungsdelikt auch sicher

spannender und gruseliger, als wenn jemand

»nur« verprügelt wurde. Manchmal werden

aber auch in Krimis blaue Flecke nach

Gewalt gezeigt. Und die Drehbuchautoren

von »Tatort« oder »SK Kölsch« fragen auch

durchaus mal bei uns nach, ob manche Darstellungen

plausibel sind. Es ist besser geworden

als noch vor 20 Jahren.

Der Beruf des Rechtsmediziners wird gerne

mit dem des Pathologen verwechselt.

Pathologen arbeiten im Auftrag von behandelnden

Ärzten mit Proben von lebenden

Patienten – herausgeschnittene Leberflecke

etwa. Dazu kommt die Tumordiagnostik. Jede

Gewebeprobe, auch ein amputiertes Bein,

geht zum Pathologen, wird untersucht und

befundet. Kommt aber ein Fremdverschulden

in Betracht, ist das in Deutschland streng getrennt.

Dann ist die Rechtsmedizin zuständig.

Seit 1976 ist die Rechtsmedizin in Deutschland

ein eigenständiges Fach, bereits seit

1972 in der ehemaligen DDR. In anderen

Ländern verschwimmen die Grenzen.

Forschung und Lehre an der JLU gehören

ebenfalls zu den Aufgaben des Instituts.

Sind auch Studierende bei Obduktionen

dabei? Rechtsmedizin ist Pflicht für Medizinstudenten.

Wir bieten Seminare und Vorlesungen

an, ein Praktikum und die Teilnahme

an einer Obduktion.

Spielt es für Sie eine Rolle, ob sie ein lebendes

Gewaltopfer untersuchen oder einen

Leichnam? Das ist ein Gewöhnungsprozess.

Man muss eine emotionale Distanz

aufbauen. Es ist sicher für Studenten und Ärzte

nicht angenehm, wenn sie erstmalig ein

Opfer haben, das heftigst verprügelt und zugerichtet

wurde. Da ist es normal, schockiert

zu sein.

Findet durch die ständige Konfrontation

mit Gewalt eine Abstumpfung statt? Nein.

Man vergisst aber manchmal aus der professionellen

Distanz heraus, dass andere diese

Distanz nicht haben. Jemand mit psychischen

Problemen ist in dem Beruf falsch. Man muss

emotional stabil sein.

Gibt es Vorfälle, die auch Sie schockieren?

Ja. Immer, wenn die Hilflosigkeit von Menschen

ausgenutzt wird. Bei Kindern oder bei

pflegebedürftigen Menschen. Wenn jemand

Hilflosigkeit ausnutzt, weil er Macht ausüben

will, dann schockiert das schon.

Im Januar startet in Gießen ein Online-

Portal für Fragestellungen, die lebende

Gewaltopfer betreffen. Was verbirgt sich

dahinter? Wir richten das, gefördert vom

Hessischen Sozialministerium, als Forensisches

Konsil hier in Gießen ein. Dort können

Sie in einem geschützten Bereich einen

Tathergang schildern oder Bilder übermitteln.

Ziel ist es, die Hemmschwelle, sich nach Gewaltakten

zu melden, zu verringern. Gedacht

ist es für Institutionen und Privatpersonen, die

mit Gewaltopfern befasst sind sowie für die

Opfer selbst, aber auch für Ärzte, die Zweifel

haben, ob eine Frau mit blauen Flecken tatsächlich

die Treppe heruntergefallen ist, oder

die unsicher sind, ob eine Kindesmisshandlung

vorliegen könnte. Sabine Glinke

1/2014 streifzug 37


Foto: dpa

Bequemer, günstiger und schneller

Im Fernbusverkehr hat sich in Deutschland in einem einzigen Jahr eine

Menge getan, seit das Monopol der Bahn durch verschiedene

Gerichtsurteile am 1. Januar 2013 aufgehoben wurde. Gießen ist durch

seine Lage und durch seine 30 000 Studenten zu einer lukrativen Station

für die jungen Unternehmen geworden. Doch was bietet der Fernbus?

Der streifzug hat das auf einer Fahrt nach Münster herausgefunden.

Für Momente wie diesen wurde der Begriff »grauer

Dezembermorgen« erfunden. Spärliches Licht dringt

durch die Wolkenschleier, es ist neblig und kühl.

Karl-Heinz Schäfer rollt seinen Reisebus, auf einen

Parkplatz neben der Autobahnabfahrt Licher Straße in

Gießen. Er kommt aus Marburg. An den Außenseiten

des Busses prangt in Blau und Gelb das Logo von deinbus.de,

hinter der Frontscheibe signalisiert ein Schild,

dass es via Siegen und Dortmund nach Münster geht.

Nur wenige Fahrgäste sitzen im Bus, als er pünktlich

um 8.35 Uhr die triste Fernbushaltestelle wieder verlässt.

Der Vorteil des Standortes am Stadtrand wird

sofort klar: eine Minute später biegen wir schon wieder

auf den Gießener Ring. Doch wer kurz vor der Abfahrt

noch etwas zu trinken oder einen Snack kaufen will, ist

hier aufgeschmissen: Zwei Tankstellen gibt es in jeweils

100 Metern Entfernung, mit Tankstellenauswahl

zu Tankstellenpreisen. Von der Haltestelle Fasanenweg,

die man mit der Stadtbuslinie 2 erreicht, muss man 150

Meter Fußmarsch und drei Ampeln in Kauf nehmen.

Fast könnte man meinen, mit der Fernbushaltestelle

sollen den Busreisenden die schlechtesten aller Klischees

über die Stadt Gießen bestätigt werden: Hässlich,

langweilig und grau – aber wenigstens verkehrsgünstig

gelegen. Über das Lautsprechersystem werden

unterdessen die neuen Fahrgäste begrüßt und auf die

Anschnallpflicht hingewiesen.

Mittels Tablet, das per Saugnapf an der Windschutzscheibe

befestigt ist, kontrolliert der Busfahrer beim

Einstieg, ob ich auf seiner Liste stehe. Rein rechtlich

gesehen mieten meine Mitfahrer und ich gemeinsam

einen Reisebus und einigen uns auf die Abfahrtszeiten.

Deinbus.de vermittelt alle Reisenden praktisch nur an

ein Reiseunternehmen, in diesem Fall das Busunternehmen

Becker aus Bad Endbach.

Die Buchung der Reise war denkbar einfach: Auf der

Homepage die gewünschte Fahrt anklicken, eine Bezahlart

auswählen und kurze Zeit später landet schon

die Bestätigungs-Mail in meinem elektronischen Postkasten.

30 Euro werden dieses Mal für Hin- und Rückfahrt

fällig, gebucht vier Tage vor Fahrtantritt. Die Bahn,

lange Jahre in Doppelfunktion Verhinderer eines

deutschlandweiten Fernbussystems und zeitgleich einziger

Anbieter auf dem kleinen erlaubten Markt, verlangt

für die gleiche Strecke ohne Bahncard zu diesem

Zeitpunkt 122 Euro, und braucht dafür eine Stunde län-


CAMPUS

ger – vorausgesetzt, ich würde in Siegen so

pünktlich ankommen, dass die nicht gerade

großzügige Sieben- Minuten-Frist zum Umsteigen

reicht.

Ruhig ist es im Bus. Während neben der Sauerlandlinie

Dillenburg und Haiger im Nebel

vorbeiziehen, hört man nur das Rauschen der

anderen Autos, die sich an diesem Morgen

ebenfalls in Richtung Nordrhein-Westfalen

bewegen. Busfahrer Schäfer grüßt mit lässigen

Handbewegungen seine Kollegen, die

uns auf der Gegenfahrbahn passieren. Nur

kurz telefoniert einer der Mitfahrer, die meisten

haben die Augen schon kurz vor Wetzlar

geschlossen und dösen lautlos ihrem Ziel entgegen.

Der Bus bietet keinen Luxus wie

Steckdosen oder WLAN, die in anderen Bussen

vorhanden sind (Letzteres zum Beispiel in

jenem, der auf der Rückfahrt eingesetzt werden

wird), doch bequeme Sitze, in denen

man sich noch ein gutes Stück zurücklehnen

kann, sind in ausreichender Zahl vorhanden.

Die Haltestelle in Siegen ist nahe des Bahnhofs

gelegen. Eine Frau steigt zu. Nach drei

Minuten in der Haltebucht geht die Reise

weiter und kurze Zeit darauf erklimmt der

Bus die Berge des Sauerlandes. In den Tälern

hängt noch der Dunst, oben strahlt die Sonne

aus einem wolkenlosen Himmel. Von den

drei Grad, die das Busthermometer anzeigt,

ist im Bus nichts zu spüren, es ist angenehm

warm. Busfahrer Schäfer ärgert sich über

»Elefantenrennen« zwischen Lkw-Fahrern

und grummelt auf dem Fahrersitz.

Zweieinhalb Stunden nach der Abfahrt in

Gießen erreichen wir Dortmund, wo der Bus

in die Gegenrichtung ebenfalls gerade eintrifft.

Zwei Fahrgäste rauslassen, zurück auf

die Straßen der Dortmunder Nordstadt. Für

die letzten Kilometer steigt niemand mehr zu,

sechs Fahrgäste und ein Busfahrer. Die Dame

aus dem Navigationsgerät säuselt davon, dass

Schäfer dem Straßenverlauf folgen soll, während

er am Kamener Kreuz von der A2 auf

die A1 wechselt. Der Flixbus von Dortmund

nach Berlin, der uns kurz zuvor überholt, und

der grüne meinfernbus.de auf der Gegenfahrbahn,

den Schäfer noch vor Hamm grüßt,

zeigen, dass Fernbusse schon zum normalen

Autobahnbild gehören – und geben dem

Fahrgast eine Vorstellung davon, dass da ein

riesiger Markt sein muss, der jahrzehntelang

nicht bedient werden durfte.

Von Gießen aus fährt deinbus.de, einer der

Pioniere auf dem Markt, mittlerweile nach

Münster, Dortmund, Köln und Aachen. Siegen

und Marburg dürfen zum Schutz des

Nahverkehrs nicht direkt angefahren werden.

Die Preise starten bei 9 Euro. Maximal zahlt

man z. B. 24 Euro bis Aachen oder Münster.

Wer im Internet bucht, profitiert von den

günstigereren Online-Preisen. Ein Schmankerl:

Zu Silvester gibt es ein Special von

Gießen nach Amsterdam.

»Große Sitzabstände, Toiletten, Getränkeund

Snackangebot, WLAN und Klimaanlage

gehören mittlerweile zum festen Repertoire

unserer Fernbusse. Außerdem haben wir

immer eine kleine ›On-Board-Bibliothek‹

dabei«, sagt Pressesprecherin Jessica Masik.

Für das Unternehmen gab es zwei Gründe in

Gießen zwei Linien zu eröffnen. Die vielen

Studenten und: »Die Bahnanbindung in Richtung

NRW ist suboptimal. Mit unserem Angebot

konnten wir in der Hinsicht Abhilfe schaffen.

Und das Angebot wird mit erfreulicher

Resonanz angenommen, wir sind zufrieden

mit der Auslastung den Linien und freuen uns

über das Feedback von Gießener Studenten.

Einer schrieb mal: ›Ihr seid der Lichtblick für

meine Fernbeziehung‹«, erzählt Masik.

Mit einem lachenden und einem weinenden

Auge betrachtet das Unternehmen die Haltestellensituation.

»Die Haltestelle bietet bei

ungemütlicher Witterung keine Möglichkeit

zum Unterstellen, zudem ist sie schlecht an

den Nahverkehr angebunden. Charme versprüht

sie auch nicht, so wie sie die An- und

Abreisenden und Touristen begrüßt. Die Nähe

zur Autobahn ist aber ein großer Pluspunkt.

Dennoch würden wir uns wünschen,

dass die Haltestelle an der Automeile keine

Dauerlösung bleibt«, sagt Masik.

Deinbus.de ist auf dem heiß umkämpften

Markt im ersten Jahr stark gewachsen und hat

die Zahl der angebundenen Städte mehr als

verdreifacht. Derzeit wird geprüft, ob weitere

Ziele ab Gießen möglich sind.

Münster liegt an diesem Donnerstagmittag im

Nebel. Es ist auch ein grauer Dezembermittag,

an dem Schäfer seinen Bus überpünktlich

um 12.07 Uhr auf den Busbahnhof am

Hauptbahnhof steuert. Eine bequeme, preisgünstige

Reise geht zu Ende. Die Bahn weiß,

warum sie so erbittert gegen die Öffnung des

Wenig Charme

und wohl keine

Dauerlösung

Fernbusmarktes gekämpft hat, denn bequemer,

günstiger und schneller wäre ich mit

dem Zug nicht angekommen. Das sieht auch

Ole so, der einen Tag später auf dem Weg zu

seiner Freundin nach Marburg ist: »Seitdem

es die Verbindung gibt, sparen wir beide uns

die Bahnfahrten«, meint der 23-jährige Medizinstudent,

der mit seinem Semesterticket

zwar kostenfrei bis an die Grenze Nordrhein-

Westfalens fahren kann, aber danach zahlen

muss. Mit seinen 1,94 Metern ist er allerdings

froh, dass die Busse nur selten wirklich voll

SCHON GEWUSST

Ein Jahr nach der Liberalisierung des Fernbusmarktes

können Reisende ein sprunghaft

gestiegenes Angebot nutzen. Das zeigt eine

Studie des Berliner Iges-Instituts. Fahrgäste

können demnach aktuell aus 5100 innerdeutschen

Fahrten pro Woche wählen – vor

einem Jahr waren es 1540 Fahrten. Derzeit

gibt es knapp 40 Betreiber am Markt. Die

Zahl der Fernbuslinien, die Städte verbinden,

sei um 123 Prozent gestiegen.

sind: »Wenn man zwei Sitze in einer Reihe

für sich allein hat, ist Beinfreiheit kein Problem«,

sagt er und grinst. Am Freitagnachmittag

kann es aber doch einmal eng werden:

Zwischen Dortmund und Gießen sind alle

Reihen besetzt, Studenten, die übers Wochenende

weg wollen, nutzen den Bus ebenso

wie Kinder, deren Eltern nicht an einem

Ort wohnen. Dass der Bus zwischen Dortmund

und Siegen nicht hält, nutzt eine alleinerziehende

Mutter. Der Papa holt die Kids

dann ab.

Mit einer Viertelstunde Verspätung rollt der

Bus auf den Platz am Gießener Stadtrand. Für

mich ist die Fahrt hier beendet. Für die Fernbusunternehmen

hat die Reise wohl gerade

erst begonnen.

Martin Vogel

Foto: Vogel

1/2014 streifzug 39


Paris

Gießen

Wien

Der Journalist, Schriftsteller

und Dokumentarfilmer

Georg Stefan Troller (92)

liest und erzählt am 19. Januar

von 11 Uhr an im Konzertsaal

des Gießener Rathauses.

Foto: no

Seit Jahrzehnten wohnt Georg Stefan Troller

mit seiner Ehefau Kirsten in einer großräumigen

Mansardenwohnung im siebten Pariser

Arrondissement, mit Saint Germain des

Près und Montparnasse als Nachbarbezirken

auf der einen Seite, dem Eiffelturm und

dem Invalidendom auf der anderen. Von

dort aus durchstreift er die Stadt, die ihm

Herausforderung war und uns – dank Trollers

Arbeit als Schriftsteller und TV-Journalist

– zum unvergleichlichen Lebens- und

Kulturbiotop wurde. Von dort zog er aus,

um uns mit seinen Dokumentarfilmen die

Besonderheiten und Nischen der Welt näherzubringen.

Dort blickt er auf Alltag und

Zeitgeist in Frankreich, Deutschland, Europa

und darüber hinaus. Dort schrieb und

schreibt er. Und dort stellte er auch sein

jüngstes Werk zusammen, das 253-seitige

Buch »Mit meiner Schreibmaschine. Geschichten

und Begegnungen«. Am Sonntag,

19. Januar, macht Georg Stefan Troller auf

seiner nach Wien führenden Reise Station

in Gießen, liest von 11 Uhr an aus seinen

Büchern, erzählt aus seinem Leben.

Braucht es eine Begründung dafür, dass sich

der streifzug ausführlich dem Leben und

Werk eines 92-Jährigen widmet, wo doch

ansonsten das Themenspektrum des Stadtund

Regionalmagazins auf ein eher jüngeres

Publikum ausgerichtet ist? Wenn ja,

dann könnte dies ein Ansatz sein: Georg

Stefan Troller ist das, was man gemeinhin

einen Jahrhundertzeugen nennt – und die

sind selten geworden, kommen nicht allzu

oft ins Lahntal, könnten, ja sollten auch die

Nachgeborenen interessieren.

Er legt im besten Sinne Zeugnis ab für das,

was ihm als gebürtigem Wiener jüdischen

Glaubens widerfuhr. Er führt die Inhalte seiner

Jahrzehnte währenden publizistischen

Arbeit vor Augen, die ihm Passion und

Selbstbefreiung gleichermaßen war

nicht zuletzt aufgrund der um die 700

Interviews mit Menschen aller Provenienzen,

mit Prominenten und Namenlosen.

Und er plaudert über die Stadt, zu

deren besten Kennern ihn das deutschsprachige

Publikum unbedingt zählt –

Paris.

Troller, Jahrgang 1921, verließ Wien mit

sechzehn, kurz nach den Novemberpogromen.

Er floh vor der nationalsozialistischen

Verfolgung über die Tschechoslowakei nach

Frankreich, wo er – nach neunmonatiger Internierung

– 1941 in Marseille ein amerikanisches

Visum erhielt. In den USA wurde er

zum Militärdienst eingezogen, kam als junger

GI in einem Team deutschsprachiger

Gefangenenvernehmer nach Deutschland

und auch zurück nach Wien. Diese Zeit

spiegeln vor allem Trollers Buch »Selbstbeschreibung«

samt Verfilmung und die Axel-

Corti-Filmtrilogie »Wohin und zurück«, die

2011/12 über Monate in Pariser Programmkinos

lief und die den Grimmepreis in Gold

erhielt.

Dem Studium der Anglistik und Theaterwissenschaften,

unter anderem in Los Angeles,

folgte 1949 die Rückkehr nach Europa: Troller

wurde in Paris sesshaft, begann als Reporter

für Zeitungen und Rundfunk zu arbeiten.

Berühmt wurde er mit dem

WDR-Fernsehmagazin »Pariser Journal«,

das er über 50 Folgen hinweg von 1962 bis

40 streifzug 1/2014


KULTUR

1971, oft entgegen der vom Sender dirigierten

Konventionen, moderierte und produzierte.

(Wer diese Reihe allein aufgrund der

späten Geburt verpasst haben sollte, findet

Ausschnitte daraus in der DVD »Tage und

Nächte in Paris« / Geo 2004). »Diese

Sendung hat mich überhaupt erst zum

Menschen gemacht«, resümierte Troller

später.

Einzigartig wie eigenwillig war die autodidaktische

Annäherung an seine Gesprächspartner

– unter ihnen zahllose Berühmtheiten

ebenso wie »Exzentriker, Streuner,

Mädchenaufreißer. Das wilde unbürgerliche

Paris, das lebendige«, wie Troller in seiner

»Selbstbeschreibung« anmerkt. Mit der

persönlich verwurzelter Dringlichkeit des

ewigen Emigranten und mit direkten, oft

existenziellen Fragen entlockte er dem Gegenüber

die jeweiligen Wahrheiten. Als

ebenso charakteristisch gelten Trollers literarisch

geschliffenen, oft von ironischem

Humor durchdrungenen Kommentare, die

etwa seine spätere Reihe »Personenbeschreibung«

prägten.

»Menschenbewunderer, Menschenerfasser,

Menschenerforscher« und viel zitiert eben

auch als »Menschenfresser«, so bezeichnete

sich der unermüdliche Dokumentarist,

der seine Arbeit unwiderruflich mit der

existentiellen Angst der Verfolgung verbunden

sieht: »Dieser passionierte Umgang

mit Sprache, woher kommt er denn anders,

als aus schmerzlicher Jugenderfahrung der

Vertreibung, nicht nur von der Heimat,

sondern auch ihrem Sprachraum. Und aus

der geradezu grotesken Sehnsucht nach

deutschen Worten, über Jahre der Emigration

hinweg«, schrieb er in dem Porträtband

»Lebensgeschichten« (2007). Und

ausführlich erörtert er dieses Thema auch

in »Mit meiner Schreibmaschine«.

In Paris – wir trafen ihn zuletzt im Vorjahr

zum Plauderabend in einem Restaurant an

der Place de Breteuil – ordnet Troller sein

Leben, schaut er in den zahllosen Kladden

nach den Aufzeichnungen, die man vielleicht

doch noch publizieren könnte. Immer

wieder wird er hierzulande mit Preisen

bedacht, vielerorts bekommt er seine Bühne;

so wie unlängst beim Literaturfestival

Berlin, wo er sich über »Altersweisheit«

äußern sollte. Nicht einfach für ihn, wie er

der »Stern«-Journalistin Sophie Albers

verriet: Altersweisheit gebe es nicht. Er

selbst spüre lediglich »eine zunehmende

Wurschtigkeit«.

Auf die Frage nach dem werten Befinden

antwortet Troller heute wie vor 75 Jahren,

wie es treffender nicht sein könnte: »Man

überlebt!«

Norbert Schmidt

In Gießen wird Georg Stefan Troller u. a.

aus dem Buch »Mit meiner Schreibmaschine.

Geschichten und Begegnungen«

(256 Seiten, Klappenbroschur,

ISBN 978-3-930353-33-0, Preis 26 Euro)

lesen. Erschienen ist es in der Edition

Memoria, dem eigenen Worten zufolge

einzigen ausschließlich Exilautoren publizierenden

Verlag in Deutschland. Eine

Rezension des Buches erscheint im Vorfeld

der Lesung in der Gießener Allgemeinen

Zeitung. Veranstalter: Deutsch-Französische

Gesellschaft Wettenberg und das Literarische

Zentrum Gießen, mit Unterstützung

des Kulturamtes und der Stadtbibliothek.

Karten im VVK (10 Euro) gibt es beim LZG

und in der Tourist-Info Gießen sowie der

»Büchertreppe« in Krofdorf.

Premieren im

Theater

Kleine Engel

12. Januar, 18 Uhr, Til

Kinderstück (ab 8 Jahren)

Ganz weit draußen, am Rande der Stadt,

steht eine Laterne. Dorthin soll gehen,

wer eine neue Arbeit sucht. So will es

der Mann im dunklen Mantel. Assunta

folgt dem Rat, zu hoffnungslos ist ihre

Lage. Aus dem Halbschatten tritt ihr

Rocco entgegen. Ihm geht es nicht besser.

Beide wünschen sich nur eines: endlich

wieder gebraucht zu werden. Doch

da ist keiner, der ihnen eine neue Aufgabe

gibt, einen Weg in die Zukunft weist.

Assunta und Rocco geben trotzdem

nicht auf, sondern nehmen ihren ganzen

Lebensmut zusammen. Sie offenbaren

einander ihre Träume, lassen Geschichten

ihrer Geschichte Revue passieren

und machen ihre ersten eigenen Flugversuche.

Und am Ende gehört auch ihnen

ein Stück vom Himmel.

Idomeneo

18. Januar, 19.30 Uhr, Großes Haus

Oper in ital. Sprache mit Übertiteln

Um aus Seenot gerettet zu werden, verspricht

der griechische König Idomeneo

dem Meeresgott Neptun ein Menschenopfer:

Der erste Mensch, der ihm an Land

begegnet, muss sterben. Sein Sohn Idamante

hadert währenddessen mit einer

aus politischen Gründen schier unmöglichen

Liebe zur trojanischen Prinzessin

Ilia. Als Idomeneo dem Meer entsteigt,

trifft er am Strand auf seinen eigenen

Sohn. In Gießen erklingt Mozarts Lieblingsoper

in der Urfassung von 1781.

Troller, der »Pariser Journal«-Macher, in den 60ern auf den Champs Élysées.

Foto: bf

Tschick

23. Januar, 20 Uhr, TiL

Tschick heißt eigentlich Andrej

Tschichatschow, aber das können nicht

einmal die Lehrer in Maiks Klasse aussprechen.

Maik hieß für kurze Zeit mal

»Psycho«, aber zur Geburtstagsfeier von

Tatjana ist er trotzdem nicht eingeladen.

Tatjana ist das schönste Mädchen auf der

ganzen Welt – findet Maik. Und ohne

sie wären er und Tschick niemals mit einem

geklauten Auto in die Walachei gefahren.

Wolfgang Herrndorfs preisgekrönter

Jugendroman ist ein schräger

Roadtrip zweier jugendlicher

Außenseiter.

1/2014 streifzug 41


SPORTWELT

Fotos: Schepp

Eisspaß in der Innenstadt

Schlittschuhe an und ab aufs Eis: Das ist eine der beliebtesten Beschäftigungen der Deutschen

im Winter. Kein Wunder, dass die Eisbahn auf dem Gießener Kirchenplatz längt eine

Erfolgsgeschichte geworden ist. Seit mittlerweile sieben Jahren sorgt das Rechteck dort im

Dezember und Januar für »Riesengaudi«.

Anfang Dezember wurde die 525 Quadratmeter große Fläche im

Schatten des Stadtkirchenturms angefroren und lädt seitdem elf

Stunden täglich zum Kufenspaß ein. Bis zum 12. Januar wartet die

Eisbahn täglich ab 10 Uhr (bis 21 Uhr/sonntags und an den Feiertagen

von 14 Uhr bis 20 Uhr) auf Gäste. Die Einzelkarte kostet 3

Euro (erm. 2 Euro). Am 1. Januar bleibt die Bahn geschlossen. Veranstalter

ist die Wohnbau Mieterservice Gießen, die dafür jedes

Jahr rund 60 000 Euro in die Hand nimmt, wie Beate Weiland, Prokuristen

bei der Wohnbau, verrät. Der Aufwand für das Projekt Eisbahn,

die aus Dortmund gebracht und aufgebaut werden muss, sei

nicht zu unterschätzen: »Wir sorgen für das Licht, die Beschallung,

die Kasse und die Bandenwerbung, mit der wir einen Teil unserer

Unkosten wieder reinholen«, erklärt Weiland.

Jasmin und ihr Sohn Marko sind froh, dass es die Eisbahn gibt: »Es

ist viel einfacher, mit dem Bus kurz in die Stadt zu fahren, als bis

nach Bad Nauheim. Das ist ein echt cooler Freizeitspaß«, freut sich

die junge Mutter, während der Achtjährige mit dem Lernpinguin

über das Eis gleitet. Doch nicht nur Eltern mit Kindern und Schul-

42 streifzug 1/2014


SPORTWELT

klassen nutzen die Möglichkeit, auch einige

Ältere leihen sich im Zelt am Rand des eisigen

Rechtecks Schlittschuhe aus und drehen

ein paar Runden auf den Kufen.

Neben der Lage im Herzen der Stadt spielt

auch die Einbindung in den Weihnachtsmarkt

eine Rolle für die besondere Attraktivität

der Eisbahn: Nicht wenige nutzen das

Angebot, um kurz ein paar Runden auf

dem Eis zu drehen, dann einen Glühwein

und eine Bratwurst zu genießen – Winterfeeling

pur. An den Vormittagen bevölkern

indes Schulklassen das glatte Weiß, für die

extra Zeiten reserviert werden.

Für die Wohnbau ist das Projekt zu einem

Imagegewinn geworden. Das war auch das

Ziel. »Die Idee war, dass wir als Wohnbau

Mieterservice uns in der Stadt präsentieren.

Wir hatten in den ersten Jahren nicht den

besten Ruf, und da wir sonst kaum Werbung

machen, haben wir uns für die Eisbahn

entschieden. In vielen anderen Städten

gibt es so etwas ebenfalls – und wir

waren der Meinung, es fehlt eine Attraktion

in Gießen«, erzählt Weiland von der Entstehungsgeschichte

der eisigen Veranstaltung.

Ein besonderes Highlight auf der Eisbahn ist

das Eisstockschießen, dass alljährlich am

zweiten Weihnachtsfeiertag stattfindet:

2012 gewann Giancarlo Biscardi, Wirt des

»Gianoli« in der Plockstraße, mit seiner Belegschaft

den Titel. Dabei sagt der Italiener:

»Ich hatte vorher noch nie so ein Ding in

der Hand.«

Auch die Tatsache, dass sein Team ansonsten

aus den Servicekräften Marco, ebenfalls

aus dem Süden Italiens stammend (»Bis ich

14 Jahre alt war, hatte ich noch nie Schnee

gesehen«), und Nadja (Biscardi: »Sie kam

mit 13 Zentimeter hohen Absätzen«) bestand

und der einzige Mann mit Eisstock-

Erfahrung zu spät kam, hielt die Truppe

Wer spontan

aufs Eis will,

kann sich die

Kufen leihen

nicht auf. Mit der typisch italienischen

Catenaccio-Spielweise (»Weniger ist

manchmal mehr, da geht es oftmals um

einen Zentimeter«/Biscardi) holten sich die

Cool Runnings 2012 den Sieg. Dabei geht

es bei diesem Wettkampf nur zum Teil ums

Gewinnen: »Es ist eine Riesengaudi, wir

würden auch wieder mitmachen, wenn wir

nicht gewonnen hätten«, betont Biscardi.

Auch bei der Wohnbau hat man sich über

das Eisstockschießen als Bereicherung gefreut,

doch eine Ausweitung der Events soll

es nicht geben: »Natürlich könnte man sich

das vorstellen, aber wir wollen einerseits

die Anwohner am Kirchenplatz nicht zu

sehr belasten, andererseits soll dort auch

keine Partymeile aufgebaut werden. Das

würde die Kirchengemeinde sicher nicht

gerne sehen. Das Eisstockschießen lässt

sich gut einbinden, denn es ist nicht mit

Krach verbunden«, meint Weiland. Sie ist

mit der grundsätzlichen Ausrichtung der

Eisbahn sehr zufrieden: »Man könnte sicher

auch ein anderes Konzept machen, aber

das wollen wir gar nicht. Wir sind etwas

vom Wetter abhängig, also wäre ein Dach

schön, aber das geht nicht, weil wir damit

den Blick auf den Adventskalender am

Wallenfels’schen Haus verstellen würden.«

Wie viele Besucher die Eisbahn pro Saison

hat, ist unklar: »Wir zählen das gar nicht.

Die Schulklassen erhalten ermäßigten Eintritt,

wir haben keine nummerierten Eintrittskarten

und aus dem Erlös auf die Besucherzahl

zu schließen, ist schwierig und

ungenau«, erläutert Weiland. Am Ende trifft

es wohl Biscardi am genausten, wenn er

von einer »Riesengaudi« spricht. Denn das

ist die Eisbahn am Kirchenplatz für Jung

und Alt auf alle Fälle – und der Rest ist

doch eigentlich erstmal völlig egal.

Martin Vogel

46ers@home

Angekommen in der ProA sind die

Gießen 46ers nun endgültig: Im Januar

starten die Zweitliga-Basketballer

schon in die Rückrunde ihrer Premierensaison

im Basketball-Unterhaus.

2014 wird mit drei Heimspielen eröffnet,

die viel Spaß versprechen: Den

Anfang macht am 4. Januar der Nürnberger

BC. Die Franken haben vor der

Saison einiges investiert und konnten

sogar Robert Lewandowski von

Borussia Dortmund verpflichten…

kleiner Scherz: Robert Lewandowski

kam aus Tschechien nach Nürnberg,

ist 2,08 Meter groß und weder verwandt

noch verschwägert mit seinem

berühmten Namensvetter.

Während die Nürnberger trotz hohen

Etats nur am Rande der Playoffplätze

agieren, zieht die BG Göttingen

(17. Januar) einsam ihre Kreise an der

Tabellenspitze. Galten die »Veilchen«

vor der Saison als Topfavorit, gelten sie

nach der Hinrunde als Top-Topfavorit.

Trotzdem hatten die 46ers die Niedersachsen

im Hinspiel am Rande einer

Niederlage. Da ist also noch eine

Rechnung offen.

Am 25. beschließen die Chemnitz

99ers die Heimspielserie der Gießener

um Falko Theilig (Foto) im Januar: Die

Sachsen sind alte Hasen in der ProA,

spielen bis jetzt eine fantastische

Saison und sind bekannt für ihren

lautstarken Anhang – die 46ers können

also jede Unterstützung gebrauchen.

Gemeinsam mit dem sportlichen Aushängeschild

unserer Stadt verlosen

wir für jedes der drei Heimspiele

1x 2 Karten. Wer eine Partie live verfolgen

möchte, sollte eine Mail mit

dem Gegner als Kennwort im Betreff

an streifzug@giessener-allgemeine.de

senden. Einsendeschluss jeweils vier

Tage vor dem Spieltag.

mv

1/2014 streifzug 43


WEIN DES MONATS

Vinothek Vinothek

Wein

des

Monats

Kellerei Kaltern

Pinot Grigio, Südtirol, 2012, 14 Prozent

Alkohol, 7,99 Euro, Bezug über

den Rewe-Markt in Bad Nauheim

Sonnenstunden

Wenn draußen der Wind pfeift und das

Schneegestöber wütet, die Kälte Raum

greift und es stürmisch dunkelt, wird es

drinnen Zeit für ein paar Sonnenstunden.

Für einen generösen Gast, der Labsal bringt

und Wohlgefühl, für den Pinot Grigio aus

Südtirol, genauer aus der

Kellerei Kaltern.

Die Genossenschaft bewirtschaftet

südlich von Bozen

oberhalb des Kalterer Sees

300 Hektar Rebstöcke. Sie

füllt edle Tropfen ab, die aus

dem Betrieb einen wichtigen

Lieferanten für Qualitätswein

machen. Der Passito aus

Goldmuskatellertrauben

Weinautor

Manfred Merz

erhält regelmäßig die begehrte Drei-Gläser-

Auszeichnung in Italiens wichtigstem Weinführer,

dem »Gambero Rosso«.

Auch der Pinot Grigio, der Grauburgunder,

in Südtirol die meistangebaute Weißweinsorte,

verfügt über alle guten Eigenschaften,

die einem Stoff aus dieser Traube eigen sein

können: Schmelz, Frische und Gehalt. Der

Jahrgang 2012 steht mit 14 Prozent Alkohol

breitschultrig da, ist

aber weder schwer noch

behäbig, sondern ein

Charmeur der eleganten

Sorte – ein idealer Partner

für die kalten Tage.

Im Glas strohgelb. Blumige

Nase, ergänzt um Ananas und

Birne. Am Gaumen weich, saftig

und üppig, mit leckerer reifer

Frucht (wieder Ananas und

Birne sowie Honigmelone und

ein Spritzer Limone), dezenter

Säure und kräftiger Würze, die

dem mundwärmenden Alkohol

erfolgreich Paroli bietet. Langes

fruchtig-würziges Finale.

Der Wein leistet gern beim Essen Gesellschaft.

Er harmoniert mit Pasta ebenso wie

mit Parmaschinken-Mozzarella-Pizza. Genießen

Sie diesen Grauburgunder nicht

kühlschrankkalt, die klamme Temperatur

verdeckt die Aromen. Zehn bis zwölf Grad

bieten beste Voraussetzungen, dem Winterfrost

vor der Tür entspannt und gelassen die

Stirn zu bieten.

Musik

zum Das neue Motörhead-Album

Wein

»Afterschock« trotzt dem Frost.

Zum Wein heizen die Titel alter

Machart à la »Knife« und »Dust and

glass« ein. Bei Liebeskummer hilft der »Lost

woman blues«. Laut hören, langsam trinken.

mm

Schreiben Sie an

Manfred Merz:

vinothek@mdv-online.de


SPERRSITZ

12 Years a Slave

Nach einer wahren Geschichte – Start: 16. Januar

Nach seinen gefeierten, vielfach prämierten

Meisterwerken »Shame« und »Hunger«

verfilmte der Künstler, Fotograf und Ausnahmeregisseur

Steve McQueen, Träger

des renommierten Turner-Preises, nun mit

»12 Years a Slave« die wahre und mitreißende

Geschichte des Afroamerikaners

Solomon Northup, der als freier Mann im

US-Staat New York lebte und von skrupellosen

Geschäftemachern gekidnappt, in die

Südstaaten verschleppt und als Sklave verkauft

wurde.

Saratoga, wenige Jahre vor Beginn des

Amerikanischen Bürgerkriegs. Der Afroamerikaner

Solomon Northup (Chiwetel

Ejiofor) lebt mit seiner Frau und zwei Kindern

ein einfaches, aber glückliches Leben

als freier Mann. Als zwei Fremde den virtuosen

Geigenspieler für einen gut bezahlten

Auftritt engagieren und danach noch zu

einem Restaurantbesuch einladen, schöpft

Solomon keinerlei Verdacht. Umso größer

ist sein Entsetzen, als er sich am nächsten

Morgen in Ketten gelegt auf einem Sklavenschiff

Richtung Louisiana wiederfindet! Alle

Proteste und Hinweise auf seine verbrieften

Freiheitsrechte verhallen ungehört: Northup

wird verkauft und muss unter schlimmsten

Bedingungen Fronarbeit leisten.

Zwölf lange Jahre sucht er, der Willkür und

dem Sadismus des Sklavenhalters Edwin

Epps (Michael Fassbender) ausgesetzt, nach

einem Weg, sich aus der Gefangenschaft zu

befreien. Sein Ziel heißt überleben – nur

so bleibt ihm die Hoffnung, seine geliebte

Familie wiederzusehen.

Auf dem 38. Toronto International Film

Festival wurde »12 Years a Slave« mit dem

Publikumspreis ausgezeichnet und die

Kritiker waren sich einig, dass der Film die

Favoritenrolle für die anstehende Award

Season, insbesondere für die kommende

Oscar-Verleihung, übernehmen wird. Sie

verglichen den Film sogar mit »Schindlers

Liste« von Steven Spielberg.

GEWINNSPIEL

Der streifzug verlost mit den Gießener Kinos

3x 2 Tickets für die erste Vorstellung des

Films »12 Years a Slave« am 16. Januar.

Wer den Film sehen möchte, sollte bis zum

10. Januar eine Karte mit dem Kennwort

»Kino« an streifzug, Mar burger Straße 20,

35390 Gießen oder eine Mail an streifzug@

giessener-allgemeine.de senden.

1/2014 streifzug 45


SPERRSITZ

Neu im

Kino

Gießen

Kinocenter Gießen

Bahnhofstraße 34, Telefon 06 41/7 21 08

Kinopolis Gießen

Ostanlage 43–45, Telefon 06 41/5 65 57 89

Kommunales Kino Jokus

Ostanlage 25 a, Telefon 06 41/3 06-24 95

Grünberg

Bismarckstraße 10, Telefon 0 64 01/68 69

Lich

Kino »Traumstern«

Gießener Straße 15, Telefon 0 64 04/38 10

Diana

Eine Legende erzählt nie die ganze Wahrheit – Start: 9. Januar

Weitere Kino-Tipps

finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine

Zeitung oder auf unserer Internetseite unter

www.giessener-allgemeine.de/kino.

und

präsentieren

filmreif-

Vorpremiere

3D:

I, Frankenstein

Mittwoch,

22.01.2014

um 20:30 Uhr

im KINOPOLIS

Diana

Sonntag,

05.01.2014

um 15:00 Uhr

im Kinocenter

Kinocenter • Bahnhofstraße 34 • 35390 Gießen

KINOPOLIS • Ostanlage 43-45 • 35390 Gießen

Roxy • Ludwigsplatz 4 • 35390 Gießen

Heli Kinocenter • Frankfurterstraße • Bahnhofstraße 34 • 35390 34 Gießen

• 35390 Gießen

Mehr Infos im Kino und unter onlinewww.die-giessener-kinos.de

Diana (Naomi Watts) lebt im London des

Jahres 1995 bereits von Prinz Charles getrennt

in Kensington Palace und wartet auf

die Scheidung. Während sie ihr Leben neu

ordnen muss, begegnet sie eines Tages Dr.

Hasnat Khan (Naveen Andrews) und ist

sofort fasziniert von dem engagierten

Herzchirurgen. Mit ihm findet Diana nicht

nur das private Glück, nach dem sie sich

immer gesehnt hat. Sie entdeckt, dass sie

ihre Popularität nutzen kann und widmet

sich verstärkt karitativen Zwecken.

Die meistfotografierte Frau der Welt

träumt von Normalität abseits des Rampenlichts

und denkt sogar daran, mit Hasnat

in dessen Heimat Pakistan zu leben.

Doch den Mediziner schreckt die Idee ab.

Er will die Beziehung geheim halten, denn

Diana ist nach wie vor die Mutter des zukünftigen

Königs von England – und wird

auf Schritt und Tritt von Paparazzi verfolgt.

Oliver Hirschbiegel, dessen »Untergang«

eine Oscar-Nominierung erhielt, hat das

Drehbuch von Stephen Jeffreys verfilmt.

46 streifzug 1/2014


SPERRSITZ

Nicht mein Tag

Moritz Bleibtreu nimmt Axel Stein als Geisel – Start: 16. Januar

Der biedere, aber aufstrebende Bankberater Till Reiners (Axel

Stein) hat mal wieder keinen guten Tag. Er ist gelangweilt. Von

seinem Job, seinem kleinstädtischen Leben und von sich selbst.

Und er ist frustriert von seiner Ehe mit Miriam (Anna Maria

Mühe), die irgendwo zwischen Alltagstrott und Windelwechseln

ihr Feuer verloren hat. Soll das wirklich schon alles gewesen sein,

was das Leben ihm zu bieten hat? Doch dann kommt plötzlich

alles ganz anders.

Walter Mitty

Wilder als Tagträume – Start: 1. Januar

Denn eines Tages überfällt Gelegenheitsgangster Nappo (Moritz

Bleibtreu) ausgerechnet jene Bank, in der er arbeitet. Und nimmt

ihn als Geisel. Dadurch wird eine wahnwitzige Kette von unvorhergesehenen

Ereignissen in Gang gesetzt, die Tills und Nappos

Leben in nur 48 Stunden kräftig durcheinanderwirbelt. Denn wie

sich bald herausstellt, steckt in dem vermeintlichen Spießer Till

Reiners weit mehr, als Nappo jemals ahnen konnte. Der Rest ist

die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft und des

schlimmsten Tages aller Zeiten.

Walter Mitty (Ben Stiller) arbeitet seit Jahren im Fotoarchiv der Zeitschrift

»Life«. Er ist ein Einzelgänger, der sich, um seinem grauen

Alltag zu entfliehen, in abenteuerlichen, heldenhaften und romantischen

Tagträumen verliert. Einziger Lichtblick ist die neue Kollegin

Cheryl (Kristen Wiig), die Walter aus der Ferne bewundert.

Eines Tages wird bekannt, dass »Life« zukünftig nur noch online

erscheinen und eine letzte Printausgabe herausgebracht werden

soll, die auf dem Titel ein Bild des berühmten »Life«-Fotografen

Sean O’Connell (Sean Penn) zeigen soll. Doch das besagte Bild,

das an Walter geschickt wurde, ist verschwunden. Motiviert durch

Cheryl nimmt Walter all seinen Mut zusammen und begibt sich auf

eine aufregende Reise ans andere Ende der Welt, die für ihn zu

einem wunderbaren Abenteuer wird, das er sich auch in seinen

Tagträumen nicht besser hätte herbeifantasieren können.

The Wolf of Wall Street

Hemmungslose Habgier – Start: 16. Januar

Scorsese analysiert die Geschichte eines

jungen, unerfahrenen New Yorker Börsenmaklers:

Jordan Belfort (Leonardo

DiCaprio) träumt den amerikanischen

Traum – und wacht auf in der korrupten

Realität des Kapitals, das nur eine Maxime

kennt: hemmungslose Habgier. Als

Broker jongliert Belfort bald mit Millionen,

feiert Ende der 80er Jahre exzessive

Erfolge. Der Film basiert auf einer

wahren Begebenheit. Sie konnten allem

widerstehen – außer der Versuchung:

Belfort und seine Wolfsmeute ließen

sich von keiner Behörde einschüchtern,

Bescheidenheit ersetzten sie in ihrer

Ellbogengesellschaft durch eiskalte

Arroganz. Einfach immer mehr. Und

selbst das war nie genug.

1/2014 streifzug 47


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Rompuy,

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In Stockholm wurden am selben Tag die

wissenschaftlichen Nobelpreise, der Wirtschaftsnobelpreis

und der Literaturnobelpreis an insgesamt

neun Männer verliehen.

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König Carl

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Medizin,

Physik,

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Preisträger aus den

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(50) für

ihre Arbeiten zur Verjüngung

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David Wineland (68) für

bahnbrechende Methoden, mit

denen sich kleine Teilc

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lassen. In der Sparte

Chemie wurden die US-Amerikaner

Robert Lefkowitz (69)

und Brian Kobilka (57) für Erkenntnisse

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Land soll Zuschuss ablehnen

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Stadt Gießen – Seite 23

Bürgermeisterwahl

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Dienstag, 11. Dezember 2012

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Europäische Union in Oslo für Aussöhnung geehrt – Zeremonie auch in Stockholm

Oslo/Stockholm (dpa). Für sechs Jahrzehnte

erfolgreicher Aussöhnungspolitik hat die Europäische

Union in Oslo den Friedensnobelpr

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eis erhalten.

EU-Ratspräsident Herman Van

Van

V

Rompuy,

Kommissionspräsident José Manuel Barroso und

Europaparlamentspräsident Martin Schulz nahmen

die Auszeichnung am gestrigen Montag

stellvertretend für 500 Millionen Europäer entgegen.

In Stockholm wurden am selben Tag die

wissenschaftlichen Nobelpreise, der Wirtschaftsnobelpreis

und der Literaturnobelpreis an insgesamt

neun Männer verliehen.

Zur feierlichen Zeremonie in

Oslo waren auch Bundeskanzlerin

Angela Merkel und der

französische Präsident François

François

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Hollande angereist. Nobelkomitee-Chef

Thorbjörn Jagland hob

in seiner Laudatio die deutschfranzösische

Aussöhnung

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dem Zweiten Weltkrieg

Weltkrieg

W

als epo-

Frieden

Frieden

F

ist nun selbstverständlich.

Krieg ist unmöglich geworden.«

Wenige

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Stunden später überreichte

im Stockholmer Konzerthaus

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XVI. Gustaf den Nobelpreis für

Literatur an den chinesischen

Schriftsteller Mo Yan

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Y

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paner Shinya Y

Shinya Y

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amanaka

ya Yamanaka

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ihre Arbeiten zur Verjüngung

Verjüngung

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erwachsener Zellen. Den Nobelpreis

für Physik

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teilten sich der

68-jährige Serge Haroche aus

Frankr

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Methoden, mit

denen sich kleine Teilc

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soll Zuschuss ablehnen

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Im Kernverbreitungsgebiet...

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In Stadt und Landkreis Gießen...

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Ampel-Debatte angefacht

FDP wendet sich nach Steinbrück-Rede gegen Spekulationen

Berlin

(Reuters). Die klare Absage von

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an

eine große Koalition hat in der FDP eine Debatte

über ein Ampel-Bündnis mit Sozialdemokraten

und Grünen entfacht. Während

Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki und andere

Liberale gestern offen dafür plädierten,

diese Option nicht aus dem Blick zu verlieren,

schlossen andere führende FDP-Politiker

eine solche Variante zumindest nicht aus.

FDP-Chef Philipp Rösler sagte in Berlin,

Steinbrück habe sich mit seiner Rede beim

Parteitag am Wochenende von der FDP eher

entfernt als sich ihr genähert. Er habe sich

dem Linksflügel zu- und damit von der Mitte

abgewandt. Steinbrück hatte in Hannover

gesagt: »Ich will eine rot-grüne Mehrheit für

dieses Land.« Für eine große Koalition stehe

er nicht zur Verfügung. Kubicki wertete diese

Aussage als Signal für eine mögliche Ampel-

Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Der

ehemalige Finanzminister sei ein intelligenter

Mensch, sagte Kubicki. »Wenn er in keine

große Koalition geht, hätte er nur die Alternative

der Ampel. Dass Rot-Grün eine alleinige

Mehrheit bekommt, ist ausgeschlossen.«

Kubicki warnte vor einem Lagerwahlkampf

Schwarz-Gelb gegen Rot-Grün. Für die FDP

wäre dies das Schlimmste. Der schleswigholsteinische

Fraktionschef betonte: »Mir ist

jede Regierung unter Beteiligung der FDP

lieber als ohne FDP.«

Gutachten über

Zschäpe geplant

Karlsruhe/München (dpa). Die mutmaßliche

Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe

soll noch vor Prozessbeginn psychiatrisch

begutachtet werden. Damit solle untersucht

werden, ob die Voraussetzungen für eine Unterbringung

in der Sicherungsverwahrung

vorliegen, heißt es in einem Beschluss des

Oberlandesgerichts München, der dpa vorliegt.

Derartige Gutachten sind in solchen

Fällen üblich. Zschäpe ist als Mittäterin an

den Morden der Terrorgruppe Nationalsozialistischer

Untergrund angeklagt. Die Hauptverhandlung

gegen die 37-Jährige sowie vier

mutmaßliche Helfer und Unterstützer der

Terrorgruppe solle bis Mitte April beginnen,

heißt es in dem Beschluss des OLG.

Opel-Produktion in

Bochum vor dem Aus

Rüsselsheim/Bochum (AFP). Nach fünf

Jahrzehnten ist bei Opel in Bochum Schluss

mit der Autofertigung: Voraussichtlich ab

2016 sei an dem Standort »keine Produktion

von kompletten Fahrzeugen mehr geplant«,

teilte das Unternehmen gestern in Rüsselsheim

mit. Ganz geschlossen werden solle der

Standort nicht; das Unternehmen will nun

mit den Arbeitnehmern über den Aufbau einer

Autoteilefertigung verhandeln.

Über die Zukunft des Opel-Standorts Bochum

wurde schon länger spekuliert. Im

Sommer hatte Opel angekündigt, nach Auslaufen

der Produktionsreihe des Familienautos

Zafira keine neuen Modelle mehr zur Fertigung

in das Werk im Ruhrgebiet zu vergeben.

Gestern nun informierte das Management

auf einer Betriebsversammlung über

seine Pläne. In Bochum arbeiten für Opel

bislang 3200 Menschen. Opel-Aufsichtsratschef

Steve Girsky erklärte, das Unternehmen

wolle nach Möglichkeiten suchen, in Bochum

Opel-Mitarbeiter weiterzubeschäftigen. Das

Warenverteilzentrum mit 430 Mitarbeitern

solle ebenfalls erhalten bleiben und »eventuell

ausgebaut« werden. (Seite 7)

CDU-Frauen bleiben hart

Berlin (AFP). Die CDU-Frauen beharren

trotz der Einschränkungen von Bundesfinanzminister

Wolfgang Schäuble (CDU) auf

einer raschen Besserstellung älterer Mütter

bei der Rente. Die Verbesserung müsse

»jetzt« und »mit Wirkung ab 2014« gesetzlich

geregelt werden, erklärte die Vorsitzende der

Frauen Union, Maria Böhmer, gestern.

Schäuble hatte am Wochenende gesagt, er sehe

im Haushalt 2013 ȟberhaupt keinen

Spielraum« zur Gegenfinanzierung höherer

Renten für ältere Mütter.

Machtkämpfe in Rumänien

Basescu zögert mit Unterstützung für Wahlsieger Ponta – Streit in Koalition

Bukarest (dpa). Nach dem haushohen

Sieg von Ministerpräsident Victor Ponta bei

der Parlamentswahl in Rumänien zeichnen

sich Machtkämpfe gleich an mehreren Fronten

ab. So blieb am gestrigen Montag weiter

unklar, ob Staatspräsident Traian Basescu

seinen politischen Erzfeind Ponta bei der Regierungsbildung

unterstützen wird. Zugleich

kam es innerhalb von Pontas sozialliberaler

Koalition USL zum Streit über eine mögliche

Beteiligung der Ungarn-Partei UDMR an

der Regierung.

Ponta und Basescu sind verfeindet, unter

anderem weil der Premier in diesem Sommer

versucht hatte, den Staatschef abzusetzen.

Die EU hatte das Verfahren scharf kritisiert.

Im Wahlkampf hatte Basescu mehrfach angedeutet,

dass er Ponta selbst im Fall eines

Wahlsieges nicht zum Premier nominieren

werde.

Der Staatschef hat laut Verfassung das alleinige

Recht, dem Parlament einen Kandidaten

für das Amt des Regierungschefs vorzuschlagen.

Basescu hat sich bislang nicht

geäußert. Er reiste gestern zur Friedensnobelpreisverleihung

nach Oslo. (Seite 5)

Nobelpreise verliehen

Europäische Union in Oslo für Aussöhnung geehrt – Zeremonie auch in Stockholm

Oslo/Stockholm (dpa). Für sechs Jahrzehnte

erfolgreicher Aussöhnungspolitik hat die Europäische

Union in Oslo den Friedensnobelpreis erhalten.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy,

Kommissionspräsident José Manuel Barroso und

Europaparlamentspräsident Martin Schulz nahmen

die Auszeichnung am gestrigen Montag

stellvertretend für 500 Millionen Europäer entgegen.

In Stockholm wurden am selben Tag die

wissenschaftlichen Nobelpreise, der Wirtschaftsnobelpreis

und der Literaturnobelpreis an insgesamt

neun Männer verliehen.

Zur feierlichen Zeremonie in

Oslo waren auch Bundeskanzlerin

Angela Merkel und der

französische Präsident François

Hollande angereist. Nobelkomitee-Chef

Thorbjörn Jagland hob

in seiner Laudatio die deutschfranzösische

Aussöhnung nach

dem Zweiten Weltkrieg als epochale

Friedensleistung heraus.

Die EU habe entscheidend daran

mitgewirkt, Europa von einem

Kontinent des Krieges zu

einem Kontinent des Friedens

zu machen, sagte der Norweger

weiter. EU-Ratspräsident Van

Rompuy sagte in seiner Dankesrede:

»Es hat funktioniert.

Frieden ist nun selbstverständlich.

Krieg ist unmöglich geworden.«

Wenige Stunden später überreichte

im Stockholmer Konzerthaus

Schwedens König Carl

XVI. Gustaf den Nobelpreis für

Literatur an den chinesischen

Schriftsteller Mo Yan (57). Die

wissenschaftlichen Nobelpreise

für Medizin, Physik, Chemie

und

Wirtschaftswissenschaften

gingen in Stockholm an acht

männliche Preisträger aus den

USA, Japan, Großbritannien

und Frankreich. Der Medizinnobelpreis

ging an den Briten

John Gurdon (79) und den Japaner

Shinya Yamanaka (50) für

ihre Arbeiten zur Verjüngung

erwachsener Zellen. Den Nobelpreis

für Physik teilten sich der

68-jährige Serge Haroche aus

Frankreich und sein US-Kollege

David Wineland (68) für

bahnbrechende Methoden, mit

denen sich kleine Teilchen beobachten

lassen. In der Sparte

Chemie wurden die US-Amerikaner

Robert Lefkowitz (69)

und Brian Kobilka (57) für Erkenntnisse

zur Kommunikation

von Zellen ausgezeichnet. Der

Wirtschaftsnobelpreis ging an

Alvin Roth (60) und Lloyd

Shapley (89). (Seiten 4 und 5)

Bombenalarm am

Bonner Hauptbahnhof

Bonn

(dpa). Funktionsfähige Bombe

oder Attrappe: Eine verdächtige Tasche

im Bonner Hauptbahnhof hat am Montagnachmittag

einen Bombenalarm und

einen Großeinsatz der Polizei nach sich

gezogen. Ob die Tasche wirklich einen

»zündfähigen Gegenstand« oder nur eine

Attrappe enthielt, untersuchten Sprengstoffexperten

des nordrhein-westfälischen

Landeskriminalamtes auch am

Abend noch. Der Fund sorgte für massive

Behinderungen des Bahnverkehrs.

Sorge um Kurs in Italien

EU-Kollegen beunruhigt –Börsen reagieren – Monti hält sich Kandidatur offen

Rom/Brüssel (dpa). Die Rücktrittsankündigung

des italienischen Ministerpräsidenten

Mario Monti und der Comeback-Versuch

seines Vorgängers Silvio Berlusconi

beunruhigen Politik und Finanzmärkte. Bundesaußenminister

Guido

Westerwelle

warnte vor einem

Ende der Reformpolitik

in dem Land.

»Italien darf jetzt

nicht den begonnenen

Reformweg abbrechen«,

sagte er

am Rande eines Treffens

mit seinen EU-

Kollegen gestern in

Brüssel. Die europäischen

Finanzmärkte

reagierten mit deutlichen

Abschlägen auf die italienische Regierungskrise.

Italienische Staatsanleihen und

Aktien gerieten unter Druck, während sichere

Anlagen wie deutsche Staatstitel Zulauf

erhielten. Monti hatte seinen Rückzug am

Wochenende

angekündigt,

nachdem die

Mitte-Rechts-Partei

des früheren Premiers

Berlusconi seiner

Regierung die

Unterstützung entzogen

hatte. Berlusconi

(76) will erneut kandidieren.

Ob Monti

bei der Parlamentswahl

antreten wird,

ließ er offen: »Ich

weiß es wirklich

nicht.« (Seite 4)

Mailänder Börse im Scheinwerferlicht. (dpa)

Kurzfristige Warnstreiks

behindern Flugverkehr

Berlin (dpa). Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals

haben am Montagmorgen

an deutschen Flughäfen für Verspätungen gesorgt.

Die Gewerkschaft ver.di hatte in der

Nacht überraschend zu Aktionen aufgerufen.

Mehrere Hundert Mitarbeiter legten vorübergehend

ihre Arbeit nieder. Hintergrund

der Aktion sind stockende Verhandlungen

über einen Manteltarifvertrag. Zum Sicherheitspersonal

zählen auch die Mitarbeiter

bei den Gepäck- und Personenkontrollen.

Ehrung für die Europäische Union: Den Friedensnobelpreis 2012 nahmen (v. l.) EU-

Ratspräsident Herman Van Rompuy, Kommissionspräsident José Manuel Barroso

und Parlamentspräsident Martin Schulz in Oslo entgegen.

(dpa)

Ägypten

Mursi überträgt

Streitkräften

Polizeibefugnisse

Politik – Seite 2

Süße Versuchung

Verlangen nach

Zucker ist

reine Gewohnheit

Medizin – Seite 10

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Bürgermeisterwahl in Linden

Stimmen erneut

gezählt: Jörg König als

Wahlsieger bestätigt

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Ampel-Debatte angefacht

FDP wendet sich nach Steinbrück-Rede gegen Spekulationen

Berlin

(Reuters). Die klare Absage von

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an

eine große Koalition hat in der FDP eine Debatte

über ein Ampel-Bündnis mit Sozialdemokraten

und Grünen entfacht. Während

Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki und andere

Liberale gestern offen dafür plädierten,

diese Option nicht aus dem Blick zu verlieren,

schlossen andere führende FDP-Politiker

eine solche Variante zumindest nicht aus.

FDP-Chef Philipp Rösler sagte in Berlin,

Steinbrück habe sich mit seiner Rede beim

Parteitag am Wochenende von der FDP eher

entfernt als sich ihr genähert. Er habe sich

dem Linksflügel zu- und damit von der Mitte

abgewandt. Steinbrück hatte in Hannover

gesagt: »Ich will eine rot-grüne Mehrheit für

dieses Land.« Für eine große Koalition stehe

er nicht zur Verfügung. Kubicki wertete diese

Aussage als Signal für eine mögliche Ampel-

Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Der

ehemalige Finanzminister sei ein intelligenter

Mensch, sagte Kubicki. »Wenn er in keine

große Koalition geht, hätte er nur die Alternative

der Ampel. Dass Rot-Grün eine alleinige

Mehrheit bekommt, ist ausgeschlossen.«

Kubicki warnte vor einem Lagerwahlkampf

Schwarz-Gelb gegen Rot-Grün. Für die FDP

wäre dies das Schlimmste. Der schleswigholsteinische

Fraktionschef betonte: »Mir ist

jede Regierung unter Beteiligung der FDP

lieber als ohne FDP.«

Gutachten über

Zschäpe geplant

Karlsruhe/München (dpa). Die mutmaßliche

Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe

soll noch vor Prozessbeginn psychiatrisch

begutachtet werden. Damit solle untersucht

werden, ob die Voraussetzungen für eine Unterbringung

in der Sicherungsverwahrung

vorliegen, heißt es in einem Beschluss des

Oberlandesgerichts München, der dpa vorliegt.

Derartige Gutachten sind in solchen

Fällen üblich. Zschäpe ist als Mittäterin an

den Morden der Terrorgruppe Nationalsozialistischer

Untergrund angeklagt. Die Hauptverhandlung

gegen die 37-Jährige sowie vier

mutmaßliche Helfer und Unterstützer der

Terrorgruppe solle bis Mitte April beginnen,

heißt es in dem Beschluss des OLG.

Opel-Produktion in

Bochum vor dem Aus

Rüsselsheim/Bochum (AFP). Nach fünf

Jahrzehnten ist bei Opel in Bochum Schluss

mit der Autofertigung: Voraussichtlich ab

2016 sei an dem Standort »keine Produktion

von kompletten Fahrzeugen mehr geplant«,

teilte das Unternehmen gestern in Rüsselsheim

mit. Ganz geschlossen werden solle der

Standort nicht; das Unternehmen will nun

mit den Arbeitnehmern über den Aufbau einer

Autoteilefertigung verhandeln.

Über die Zukunft des Opel-Standorts Bochum

wurde schon länger spekuliert. Im

Sommer hatte Opel angekündigt, nach Auslaufen

der Produktionsreihe des Familienautos

Zafira keine neuen Modelle mehr zur Fertigung

in das Werk im Ruhrgebiet zu vergeben.

Gestern nun informierte das Management

auf einer Betriebsversammlung über

seine Pläne. In Bochum arbeiten für Opel

bislang 3200 Menschen. Opel-Aufsichtsratschef

Steve Girsky erklärte, das Unternehmen

wolle nach Möglichkeiten suchen, in Bochum

Opel-Mitarbeiter weiterzubeschäftigen. Das

Warenverteilzentrum mit 430 Mitarbeitern

solle ebenfalls erhalten bleiben und »eventuell

ausgebaut« werden. (Seite 7)

CDU-Frauen bleiben hart

Berlin (AFP). Die CDU-Frauen beharren

trotz der Einschränkungen von Bundesfinanzminister

Wolfgang Schäuble (CDU) auf

einer raschen Besserstellung älterer Mütter

bei der Rente. Die Verbesserung müsse

»jetzt« und »mit Wirkung ab 2014« gesetzlich

geregelt werden, erklärte die Vorsitzende der

Frauen Union, Maria Böhmer, gestern.

Schäuble hatte am Wochenende gesagt, er sehe

im Haushalt 2013 ȟberhaupt keinen

Spielraum« zur Gegenfinanzierung höherer

Renten für ältere Mütter.

Machtkämpfe in Rumänien

Basescu zögert mit Unterstützung für Wahlsieger Ponta – Streit in Koalition

Bukarest (dpa). Nach dem haushohen

Sieg von Ministerpräsident Victor Ponta bei

der Parlamentswahl in Rumänien zeichnen

sich Machtkämpfe gleich an mehreren Fronten

ab. So blieb am gestrigen Montag weiter

unklar, ob Staatspräsident Traian Basescu

seinen politischen Erzfeind Ponta bei der Regierungsbildung

unterstützen wird. Zugleich

kam es innerhalb von Pontas sozialliberaler

Koalition USL zum Streit über eine mögliche

Beteiligung der Ungarn-Partei UDMR an

der Regierung.

Ponta und Basescu sind verfeindet, unter

anderem weil der Premier in diesem Sommer

versucht hatte, den Staatschef abzusetzen.

Die EU hatte das Verfahren scharf kritisiert.

Im Wahlkampf hatte Basescu mehrfach angedeutet,

dass er Ponta selbst im Fall eines

Wahlsieges nicht zum Premier nominieren

werde.

Der Staatschef hat laut Verfassung das alleinige

Recht, dem Parlament einen Kandidaten

für das Amt des Regierungschefs vorzuschlagen.

Basescu hat sich bislang nicht

geäußert. Er reiste gestern zur Friedensnobelpreisverleihung

nach Oslo. (Seite 5)

Nobelpreise verliehen

Europäische Union in Oslo für Aussöhnung geehrt – Zeremonie auch in Stockholm

Oslo/Stockholm (dpa). Für sechs Jahrzehnte

erfolgreicher Aussöhnungspolitik hat die Europäische

Union in Oslo den Friedensnobelpreis erhalten.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy,

Kommissionspräsident José Manuel Barroso und

Europaparlamentspräsident Martin Schulz nahmen

die Auszeichnung am gestrigen Montag

stellvertretend für 500 Millionen Europäer entgegen.

In Stockholm wurden am selben Tag die

wissenschaftlichen Nobelpreise, der Wirtschaftsnobelpreis

und der Literaturnobelpreis an insgesamt

neun Männer verliehen.

Zur feierlichen Zeremonie in

Oslo waren auch Bundeskanzlerin

Angela Merkel und der

französische Präsident François

Hollande angereist. Nobelkomitee-Chef

Thorbjörn Jagland hob

in seiner Laudatio die deutschfranzösische

Aussöhnung nach

dem Zweiten Weltkrieg als epochale

Friedensleistung heraus.

Die EU habe entscheidend daran

mitgewirkt, Europa von einem

Kontinent des Krieges zu

einem Kontinent des Friedens

zu machen, sagte der Norweger

weiter. EU-Ratspräsident Van

Rompuy sagte in seiner Dankesrede:

»Es hat funktioniert.

Frieden ist nun selbstverständlich.

Krieg ist unmöglich geworden.«

Wenige Stunden später überreichte

im Stockholmer Konzerthaus

Schwedens König Carl

XVI. Gustaf den Nobelpreis für

Literatur an den chinesischen

Schriftsteller Mo Yan (57). Die

wissenschaftlichen Nobelpreise

für Medizin, Physik, Chemie

und

Wirtschaftswissenschaften

gingen in Stockholm an acht

männliche Preisträger aus den

USA, Japan, Großbritannien

und Frankreich. Der Medizinnobelpreis

ging an den Briten

John Gurdon (79) und den Japaner

Shinya Yamanaka (50) für

ihre Arbeiten zur Verjüngung

erwachsener Zellen. Den Nobelpreis

für Physik teilten sich der

68-jährige Serge Haroche aus

Frankreich und sein US-Kollege

David Wineland (68) für

bahnbrechende Methoden, mit

denen sich kleine Teilchen beobachten

lassen. In der Sparte

Chemie wurden die US-Amerikaner

Robert Lefkowitz (69)

und Brian Kobilka (57) für Erkenntnisse

zur Kommunikation

von Zellen ausgezeichnet. Der

Wirtschaftsnobelpreis ging an

Alvin Roth (60) und Lloyd

Shapley (89). (Seiten 4 und 5)

Bombenalarm am

Bonner Hauptbahnhof

Bonn

(dpa). Funktionsfähige Bombe

oder Attrappe: Eine verdächtige Tasche

im Bonner Hauptbahnhof hat am Montagnachmittag

einen Bombenalarm und

einen Großeinsatz der Polizei nach sich

gezogen. Ob die Tasche wirklich einen

»zündfähigen Gegenstand« oder nur eine

Attrappe enthielt, untersuchten Sprengstoffexperten

des nordrhein-westfälischen

Landeskriminalamtes auch am

Abend noch. Der Fund sorgte für massive

Behinderungen des Bahnverkehrs.

Sorge um Kurs in Italien

EU-Kollegen beunruhigt –Börsen reagieren – Monti hält sich Kandidatur offen

Rom/Brüssel (dpa). Die Rücktrittsankündigung

des italienischen Ministerpräsidenten

Mario Monti und der Comeback-Versuch

seines Vorgängers Silvio Berlusconi

beunruhigen Politik und Finanzmärkte. Bundesaußenminister

Guido

Westerwelle

warnte vor einem

Ende der Reformpolitik

in dem Land.

»Italien darf jetzt

nicht den begonnenen

Reformweg abbrechen«,

sagte er

am Rande eines Treffens

mit seinen EU-

Kollegen gestern in

Brüssel. Die europäischen

Finanzmärkte

reagierten mit deutlichen

Abschlägen auf die italienische Regierungskrise.

Italienische Staatsanleihen und

Aktien gerieten unter Druck, während sichere

Anlagen wie deutsche Staatstitel Zulauf

erhielten. Monti hatte seinen Rückzug am

Wochenende

angekündigt,

nachdem die

Mitte-Rechts-Partei

des früheren Premiers

Berlusconi seiner

Regierung die

Unterstützung entzogen

hatte. Berlusconi

(76) will erneut kandidieren.

Ob Monti

bei der Parlamentswahl

antreten wird,

ließ er offen: »Ich

weiß es wirklich

nicht.« (Seite 4)

Mailänder Börse im Scheinwerferlicht. (dpa)

Kurzfristige Warnstreiks

behindern Flugverkehr

Berlin (dpa). Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals

haben am Montagmorgen

an deutschen Flughäfen für Verspätungen gesorgt.

Die Gewerkschaft ver.di hatte in der

Nacht überraschend zu Aktionen aufgerufen.

Mehrere Hundert Mitarbeiter legten vorübergehend

ihre Arbeit nieder. Hintergrund

der Aktion sind stockende Verhandlungen

über einen Manteltarifvertrag. Zum Sicherheitspersonal

zählen auch die Mitarbeiter

bei den Gepäck- und Personenkontrollen.

Ehrung für die Europäische Union: Den Friedensnobelpreis 2012 nahmen (v. l.) EU-

Ratspräsident Herman Van Rompuy, Kommissionspräsident José Manuel Barroso

und Parlamentspräsident Martin Schulz in Oslo entgegen.

(dpa)

Ägypten

Mursi überträgt

Streitkräften

Polizeibefugnisse

Politik – Seite 2

Süße Versuchung

Verlangen nach

Zucker ist

reine Gewohnheit

Medizin – Seite 10

Basketball /LTi Gießen 46ers

Benjamin Raymond

fällt durch den

Medizincheck

Sport – Seite 15

Land soll Zuschuss ablehnen

MdL Greilich will

geplanten Überweg

an Ostanlage kippen

Stadt Gießen – Seite 23

Bürgermeisterwahl in Linden

Stimmen erneut

gezählt: Jörg König als

Wahlsieger bestätigt

Kreis Gießen – Seite 35 + 40

4 194354 401302

20150

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Dienstag, 11. Dezember 2012

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Ampel-Debatte angefacht

FDP wendet sich nach Steinbrück-Rede gegen Spekulationen

Berlin

(Reuters). Die klare Absage von

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an

eine große Koalition hat in der FDP eine Debatte

über ein Ampel-Bündnis mit Sozialdemokraten

und Grünen entfacht. Während

Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki und andere

Liberale gestern offen dafür plädierten,

diese Option nicht aus dem Blick zu verlieren,

schlossen andere führende FDP-Politiker

eine solche Variante zumindest nicht aus.

FDP-Chef Philipp Rösler sagte in Berlin,

Steinbrück habe sich mit seiner Rede beim

Parteitag am Wochenende von der FDP eher

entfernt als sich ihr genähert. Er habe sich

dem Linksflügel zu- und damit von der Mitte

abgewandt. Steinbrück hatte in Hannover

gesagt: »Ich will eine rot-grüne Mehrheit für

dieses Land.« Für eine große Koalition stehe

er nicht zur Verfügung. Kubicki wertete diese

Aussage als Signal für eine mögliche Ampel-

Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Der

ehemalige Finanzminister sei ein intelligenter

Mensch, sagte Kubicki. »Wenn er in keine

große Koalition geht, hätte er nur die Alternative

der Ampel. Dass Rot-Grün eine alleinige

Mehrheit bekommt, ist ausgeschlossen.«

Kubicki warnte vor einem Lagerwahlkampf

Schwarz-Gelb gegen Rot-Grün. Für die FDP

wäre dies das Schlimmste. Der schleswigholsteinische

Fraktionschef betonte: »Mir ist

jede Regierung unter Beteiligung der FDP

lieber als ohne FDP.«

Gutachten über

Zschäpe geplant

Karlsruhe/München (dpa). Die mutmaßliche

Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe

soll noch vor Prozessbeginn psychiatrisch

begutachtet werden. Damit solle untersucht

werden, ob die Voraussetzungen für eine Unterbringung

in der Sicherungsverwahrung

vorliegen, heißt es in einem Beschluss des

Oberlandesgerichts München, der dpa vorliegt.

Derartige Gutachten sind in solchen

Fällen üblich. Zschäpe ist als Mittäterin an

den Morden der Terrorgruppe Nationalsozialistischer

Untergrund angeklagt. Die Hauptverhandlung

gegen die 37-Jährige sowie vier

mutmaßliche Helfer und Unterstützer der

Terrorgruppe solle bis Mitte April beginnen,

heißt es in dem Beschluss des OLG.

Opel-Produktion in

Bochum vor dem Aus

Rüsselsheim/Bochum (AFP). Nach fünf

Jahrzehnten ist bei Opel in Bochum Schluss

mit der Autofertigung: Voraussichtlich ab

2016 sei an dem Standort »keine Produktion

von kompletten Fahrzeugen mehr geplant«,

teilte das Unternehmen gestern in Rüsselsheim

mit. Ganz geschlossen werden solle der

Standort nicht; das Unternehmen will nun

mit den Arbeitnehmern über den Aufbau einer

Autoteilefertigung verhandeln.

Über die Zukunft des Opel-Standorts Bochum

wurde schon länger spekuliert. Im

Sommer hatte Opel angekündigt, nach Auslaufen

der Produktionsreihe des Familienautos

Zafira keine neuen Modelle mehr zur Fertigung

in das Werk im Ruhrgebiet zu vergeben.

Gestern nun informierte das Management

auf einer Betriebsversammlung über

seine Pläne. In Bochum arbeiten für Opel

bislang 3200 Menschen. Opel-Aufsichtsratschef

Steve Girsky erklärte, das Unternehmen

wolle nach Möglichkeiten suchen, in Bochum

Opel-Mitarbeiter weiterzubeschäftigen. Das

Warenverteilzentrum mit 430 Mitarbeitern

solle ebenfalls erhalten bleiben und »eventuell

ausgebaut« werden. (Seite 7)

CDU-Frauen bleiben hart

Berlin (AFP). Die CDU-Frauen beharren

trotz der Einschränkungen von Bundesfinanzminister

Wolfgang Schäuble (CDU) auf

einer raschen Besserstellung älterer Mütter

bei der Rente. Die Verbesserung müsse

»jetzt« und »mit Wirkung ab 2014« gesetzlich

geregelt werden, erklärte die Vorsitzende der

Frauen Union, Maria Böhmer, gestern.

Schäuble hatte am Wochenende gesagt, er sehe

im Haushalt 2013 ȟberhaupt keinen

Spielraum« zur Gegenfinanzierung höherer

Renten für ältere Mütter.

Machtkämpfe in Rumänien

Basescu zögert mit Unterstützung für Wahlsieger Ponta – Streit in Koalition

Bukarest (dpa). Nach dem haushohen

Sieg von Ministerpräsident Victor Ponta bei

der Parlamentswahl in Rumänien zeichnen

sich Machtkämpfe gleich an mehreren Fronten

ab. So blieb am gestrigen Montag weiter

unklar, ob Staatspräsident Traian Basescu

seinen politischen Erzfeind Ponta bei der Regierungsbildung

unterstützen wird. Zugleich

kam es innerhalb von Pontas sozialliberaler

Koalition USL zum Streit über eine mögliche

Beteiligung der Ungarn-Partei UDMR an

der Regierung.

Ponta und Basescu sind verfeindet, unter

anderem weil der Premier in diesem Sommer

versucht hatte, den Staatschef abzusetzen.

Die EU hatte das Verfahren scharf kritisiert.

Im Wahlkampf hatte Basescu mehrfach angedeutet,

dass er Ponta selbst im Fall eines

Wahlsieges nicht zum Premier nominieren

werde.

Der Staatschef hat laut Verfassung das alleinige

Recht, dem Parlament einen Kandidaten

für das Amt des Regierungschefs vorzuschlagen.

Basescu hat sich bislang nicht

geäußert. Er reiste gestern zur Friedensnobelpreisverleihung

nach Oslo. (Seite 5)

Nobelpreise verliehen

Europäische Union in Oslo für Aussöhnung geehrt – Zeremonie auch in Stockholm

Oslo/Stockholm (dpa). Für sechs Jahrzehnte

erfolgreicher Aussöhnungspolitik hat die Europäische

Union in Oslo den Friedensnobelpreis erhalten.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy,

Kommissionspräsident José Manuel Barroso und

Europaparlamentspräsident Martin Schulz nahmen

die Auszeichnung am gestrigen Montag

stellvertretend für 500 Millionen Europäer entgegen.

In Stockholm wurden am selben Tag die

wissenschaftlichen Nobelpreise, der Wirtschaftsnobelpreis

und der Literaturnobelpreis an insgesamt

neun Männer verliehen.

Zur feierlichen Zeremonie in

Oslo waren auch Bundeskanzlerin

Angela Merkel und der

französische Präsident François

Hollande angereist. Nobelkomitee-Chef

Thorbjörn Jagland hob

in seiner Laudatio die deutschfranzösische

Aussöhnung nach

dem Zweiten Weltkrieg als epochale

Friedensleistung heraus.

Die EU habe entscheidend daran

mitgewirkt, Europa von einem

Kontinent des Krieges zu

einem Kontinent des Friedens

zu machen, sagte der Norweger

weiter. EU-Ratspräsident Van

Rompuy sagte in seiner Dankesrede:

»Es hat funktioniert.

Frieden ist nun selbstverständlich.

Krieg ist unmöglich geworden.«

Wenige Stunden später überreichte

im Stockholmer Konzerthaus

Schwedens König Carl

XVI. Gustaf den Nobelpreis für

Literatur an den chinesischen

Schriftsteller Mo Yan (57). Die

wissenschaftlichen Nobelpreise

für Medizin, Physik, Chemie

und

Wirtschaftswissenschaften

gingen in Stockholm an acht

männliche Preisträger aus den

USA, Japan, Großbritannien

und Frankreich. Der Medizinnobelpreis

ging an den Briten

John Gurdon (79) und den Japaner

Shinya Yamanaka (50) für

ihre Arbeiten zur Verjüngung

erwachsener Zellen. Den Nobelpreis

für Physik teilten sich der

68-jährige Serge Haroche aus

Frankreich und sein US-Kollege

David Wineland (68) für

bahnbrechende Methoden, mit

denen sich kleine Teilchen beobachten

lassen. In der Sparte

Chemie wurden die US-Amerikaner

Robert Lefkowitz (69)

und Brian Kobilka (57) für Erkenntnisse

zur Kommunikation

von Zellen ausgezeichnet. Der

Wirtschaftsnobelpreis ging an

Alvin Roth (60) und Lloyd

Shapley (89). (Seiten 4 und 5)

Bombenalarm am

Bonner Hauptbahnhof

Bonn

(dpa). Funktionsfähige Bombe

oder Attrappe: Eine verdächtige Tasche

im Bonner Hauptbahnhof hat am Montagnachmittag

einen Bombenalarm und

einen Großeinsatz der Polizei nach sich

gezogen. Ob die Tasche wirklich einen

»zündfähigen Gegenstand« oder nur eine

Attrappe enthielt, untersuchten Sprengstoffexperten

des nordrhein-westfälischen

Landeskriminalamtes auch am

Abend noch. Der Fund sorgte für massive

Behinderungen des Bahnverkehrs.

Sorge um Kurs in Italien

EU-Kollegen beunruhigt –Börsen reagieren – Monti hält sich Kandidatur offen

Rom/Brüssel (dpa). Die Rücktrittsankündigung

des italienischen Ministerpräsidenten

Mario Monti und der Comeback-Versuch

seines Vorgängers Silvio Berlusconi

beunruhigen Politik und Finanzmärkte. Bundesaußenminister

Guido

Westerwelle

warnte vor einem

Ende der Reformpolitik

in dem Land.

»Italien darf jetzt

nicht den begonnenen

Reformweg abbrechen«,

sagte er

am Rande eines Treffens

mit seinen EU-

Kollegen gestern in

Brüssel. Die europäischen

Finanzmärkte

reagierten mit deutlichen

Abschlägen auf die italienische Regierungskrise.

Italienische Staatsanleihen und

Aktien gerieten unter Druck, während sichere

Anlagen wie deutsche Staatstitel Zulauf

erhielten. Monti hatte seinen Rückzug am

Wochenende

angekündigt,

nachdem die

Mitte-Rechts-Partei

des früheren Premiers

Berlusconi seiner

Regierung die

Unterstützung entzogen

hatte. Berlusconi

(76) will erneut kandidieren.

Ob Monti

bei der Parlamentswahl

antreten wird,

ließ er offen: »Ich

weiß es wirklich

nicht.« (Seite 4)

Mailänder Börse im Scheinwerferlicht. (dpa)

Kurzfristige Warnstreiks

behindern Flugverkehr

Berlin (dpa). Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals

haben am Montagmorgen

an deutschen Flughäfen für Verspätungen gesorgt.

Die Gewerkschaft ver.di hatte in der

Nacht überraschend zu Aktionen aufgerufen.

Mehrere Hundert Mitarbeiter legten vorübergehend

ihre Arbeit nieder. Hintergrund

der Aktion sind stockende Verhandlungen

über einen Manteltarifvertrag. Zum Sicherheitspersonal

zählen auch die Mitarbeiter

bei den Gepäck- und Personenkontrollen.

Ehrung für die Europäische Union: Den Friedensnobelpreis 2012 nahmen (v. l.) EU-

Ratspräsident Herman Van Rompuy, Kommissionspräsident José Manuel Barroso

und Parlamentspräsident Martin Schulz in Oslo entgegen.

(dpa)

Ägypten

Mursi überträgt

Streitkräften

Polizeibefugnisse

Politik – Seite 2

Süße Versuchung

Verlangen nach

Zucker ist

reine Gewohnheit

Medizin – Seite 10

Basketball /LTi Gießen 46ers

Benjamin Raymond

fällt durch den

Medizincheck

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Land soll Zuschuss ablehnen

MdL Greilich will

geplanten Überweg

an Ostanlage kippen

Stadt Gießen – Seite 23

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Stimmen erneut

gezählt: Jörg König als

Wahlsieger bestätigt

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