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gwf Gas/Erdgas gat 2013 Nürnberg (Vorschau)

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<strong>Erdgas</strong> in der<br />

Energiewende<br />

9/<strong>2013</strong><br />

Jahrgang 154<br />

<strong>gat</strong> <strong>2013</strong><br />

<strong>Nürnberg</strong><br />

DIV Deutscher Industrieverlag GmbH<br />

www.<strong>gwf</strong>-gas-erdgas.de<br />

ISSN 0016-4909<br />

B 5398<br />

PipePatrol – Leckerkennungsund<br />

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STANDPUNKT<br />

Wie viele Smart Meter braucht<br />

Deutschland?<br />

Im Sommer <strong>2013</strong> ist das Thema Smart-<br />

Meter-Rollout ein energiewirtschaftliches<br />

TOP-Thema. Was steckt dahinter?<br />

Die Europäische Energiepolitik ist seit Jahren<br />

bekanntermaßen von den 20-20-20-Zielen<br />

der EU-Kommission geprägt. In den EU-<br />

Richtlinien 2009/72/EG (Strom) und 2009/73/<br />

EG (<strong>Gas</strong>), dem sogenannten 3. Binnenmarktpaket,<br />

sind Vorgaben für ein Smart Metering<br />

für Strom und <strong>Gas</strong> gemacht. Dabei ist die<br />

Einführung intelligenter Messsysteme vorgesehen,<br />

durch die eine aktive Beteiligung<br />

der Verbraucher am Stromversorgungsmarkt<br />

unterstützt werden soll.<br />

Die Idee ist: Smart Meter schaffen bei den<br />

Kunden geeignete Anreize zur Verbesserung<br />

der Energieeffizienz. Bis 2020 sollen 80 % der<br />

Verbraucher mit Smart Metern ausgestattet<br />

werden, alternativ ist eine Kosten-Nutzen-<br />

Alternative durchzuführen.<br />

Die Umsetzung der EU-Vorgaben erfolgte<br />

in Deutschland durch die Novellierung des<br />

EnWG in 2011. Seitdem besteht die Verpflichtung<br />

zum Einbau von Messsystemen (elektronischer<br />

Zähler (Strom) plus Kommunikationseinrichtung<br />

(Gateway)) bei Letztverbrauchern<br />

mit einem Jahresverbrauch größer als<br />

6 000 kWh, bei Neubauten/größeren Renovierungen<br />

und bei EEG- oder KWK-Anlagen/Neuanlagen<br />

größer als 7 kW, soweit dies technisch<br />

möglich ist. Bei allen anderen Verbrauchsund<br />

Einspeiseanlagen soll der Einbau eines<br />

Messsystems erfolgen, soweit dies technisch<br />

möglich und wirtschaftlich vertretbar ist.<br />

Dieser begrenzte Smart-Meter-Rollout<br />

steht allerdings unter dem Vorbehalt einer<br />

gesamtwirtschaftlichen Prüfung seitens des<br />

BMWi mittels einer Kosten-Nutzen-Analyse<br />

(KNA).<br />

Was bedeutet das?<br />

Ein Smart-Meter-Rollout ist zunächst einmal<br />

eindeutig politisch getrieben. Auf europäischer<br />

Ebene gibt es gewisse Vorgaben zu<br />

einem 80-%-Rollout von Smart Metern bis<br />

2020. Politisch werden Smart Meter als Hilfsmittel<br />

zur Reduzierung des Energieverbrauchs<br />

(meinend: Stromverbrauch) gesehen und<br />

daher befürwortet.<br />

Schaut man heute in <strong>2013</strong> auf Europa, so<br />

zeigt ein Vergleich, dass europäische energierechtliche<br />

Vorgaben unterschiedlich stark in<br />

den verschiedenen nationalen Gesetzen verankert<br />

wurden und die Umsetzung in den<br />

verschiedenen europäischen Ländern unterschiedlich<br />

weit vorangeschritten ist.<br />

Die Einführung von Smart Metering ist<br />

aktuell geplant und gesetzlich verankert u.a.<br />

in DK, F, I, UK, E, A. Was bei einem europäischen<br />

Vergleich allerdings immer wieder vergessen<br />

wird, ist, dass es sehr wohl unterschiedliche<br />

„Leitplanken“/Parameter/Gründe<br />

für ein Smart Metering gibt. Ein paar Beispiele:<br />

Sogenannte „nicht-technische Verluste“ sind<br />

in Deutschland kein Thema, in Südeuropa wie<br />

z. B. in Italien sehr wohl; die Rechnungsakzeptanz<br />

ist in Deutschland im europäischen Vergleich<br />

sehr hoch; monatliche Abbuchung von<br />

Abschlagsraten auf Basis von Einzugsermächtigungen<br />

hätte man in anderen Ländern<br />

gerne; in Deutschland sind Strom- wie <strong>Gas</strong>zähler<br />

traditionell im Haus und nicht außen<br />

(an/in der Hauswand) installiert; …<br />

Der Strom- bzw. <strong>Gas</strong>-Haushaltskunde in<br />

Deutschland „akzeptiert“ den Zähler bzw. die<br />

Abrechnung. Dazu gehört auch eine konsequente<br />

Marktüberwachung von Richtigkeit<br />

der Messung, von Eichgültigkeit usw. durch<br />

die Eichbehörden.<br />

In Deutschland sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen<br />

für einen Smart-Meter-<br />

Rollout bisher nur teilweise geschaffen worden.<br />

Tatsächlich hat der Gesetzgeber ein<br />

umfangreiches Verordnungspaket „Intelligente<br />

Netze“ geplant, bestehend aus Messsystem-Verordnung,<br />

„variable Tarife“-Verordnung,<br />

„Datenschutz“-Verordnung, „Rollout“-<br />

Verordnung, „Lastmanagement“-Verordnung.<br />

Auch das gesetzliche Messwesen wird<br />

angepasst. Ein neues Mess- und Eichgesetz<br />

liegt bereits vor. Eine neue Mess- und Eichverordnung,<br />

die die alte Eichordnung ersetzt,<br />

wird vermutlich im Herbst vorgestellt. In dieser<br />

neuen Eichordnung finden sich dann auch<br />

eichtechnische Angaben betreffend das<br />

Smart-Meter-Gateway. Dieses Smart-Meter-<br />

Gateway ist im Wesentlichen die Kommuni-<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 555


STANDPUNKT<br />

kationseinheit im zukünftigen intelligenten<br />

Messsystem.<br />

Im Oktober 2012 hat das BMWi ein Gutachten,<br />

die KNA, in Auftrag gegeben; Ziel: Überprüfung<br />

aller mittel-/langfristigen, gesamtwirtschaftlichen<br />

und individuellen Kosten<br />

und Vorteile eines flächendeckenden Rollouts,<br />

unter Berücksichtigung der Empfehlung<br />

der EU-KOM vom 09.03.2012 (2012/148/EU).<br />

Am 30.07.<strong>2013</strong> ist das Ergebnis, die Kosten-Nutzen-Analyse,<br />

der Öffentlichkeit vorgestellt<br />

worden; im Internet als Download ab -<br />

rufbar: http.//www.bmwi.de/DE/Mediathek/<br />

publikationen, did = 586064.html<br />

Kurz zusammengefasst: Das Gutachten<br />

kommt zu dem Ergebnis, dass die Empfehlungen<br />

der EU-Kommission auf Basis der Bestimmungen<br />

aus dem 3. Binnenmarktpaket (80 %<br />

aller Haushalte bis zum Jahr 2022 mit intelligenten<br />

Messsystemen auszustatten) für<br />

Deutschland nicht zu empfehlen sind. Vielmehr<br />

sollte eine „Energiewende-konforme“<br />

Rollout-Strategie inklusive eines Finanzierungsmodells<br />

entwickelt werden. Außerdem<br />

sei eine Anpassung des rechtlichen/regulatorischen<br />

Rahmens zur Umsetzung einer empfohlenen<br />

Rolloutstrategie erforderlich.<br />

Verbände, Unternehmen und interessierte<br />

Kreise haben in den nächsten Wochen/Monaten<br />

Gelegenheit, die Ergebnisse der KNA mit<br />

den Gutachtern und dem BMWi zu diskutieren.<br />

Man kann nur hoffen, dass dabei etwas<br />

Vernünftiges herauskommt. Beantwortet werden<br />

muss die Frage, wie viele Smart Meter im<br />

Rahmen welcher Rolloutstrategie gebraucht<br />

werden.<br />

Um die Energiewende weiter umzusetzen,<br />

reichen den Netzbetreibern einige Tausend<br />

intelligente Netzstationen; für die Netzsteuerung<br />

braucht man aber nicht Millionen intelligente<br />

Zähler und intelligente Messsysteme<br />

bei den Haushaltskunden. Dies würde eine<br />

weitere finanzielle Belastung von Bürgern und<br />

Volkswirtschaft darstellen.<br />

Energieeffizienz und Energiesparen sind<br />

durchaus wichtige Säulen der Energiewende.<br />

Es ist schon wichtig, die Verbraucher zum<br />

Energiesparen zu ermutigen. Dabei darf man<br />

aber auch nicht übersehen, dass die Einspareffekte<br />

überschaubar sind und im Wesentlichen<br />

durch Austausch von Elektrogeräten mit<br />

einer niedrigen Energieeffizienz oder Verzicht<br />

auf den Standby-Modus erreicht werden.<br />

Die zurzeit bestehende gesetzliche Ausrollverpflichtung<br />

führt zu einem Ersatz von ca.<br />

10 Mio. Stromzählern durch intelligente Messsysteme;<br />

dem entsprechen Investitionskosten<br />

von 2,5–3,0 Mrd. € bis 2023. Das aktuelle KNA-<br />

Szenario sieht einen weiteren Zähleraustausch<br />

vor, letztlich den Austausch sämtlicher<br />

Zähler bis 2029.<br />

Fraglich ist zurzeit, wann mit dem Rollout<br />

zu beginnen ist und welcher Zeitraum dafür<br />

zur Verfügung steht. Auf jeden Fall wird der<br />

Smart-Meter-Rollout eine enorme finanzielle,<br />

organisatorische und logistische Herausforderung<br />

darstellen.<br />

Den angedachten Smart-Meter-Rollout<br />

halte ich unter den derzeitigen Rahmenbedingungen<br />

aus technischer und wirtschaftlicher<br />

Sicht für überlegenswert. Vielmehr<br />

favo risiere ich einen marktgetriebenen Ansatz<br />

unter aktiver Einbindung der Endkunden und<br />

halte rechtzeitige Aufklärungskampagnen für<br />

die Endkunden für zwingend erforderlich.<br />

Dr.-Ing. Ulrich Wernekinck<br />

Obmann des DVGW-LK <strong>Gas</strong>vesorgung<br />

September <strong>2013</strong><br />

556 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


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PATGED<strong>2013</strong>


INHALT<br />

Prozessgaschromatograph vom Typ PGC 9303 in der Einspeiseanlage<br />

für „e-<strong>Gas</strong>“ in Werlte. Ab Seite 684<br />

KWK-Anlagen weisen eine besonders hohe Effizienz auf.<br />

Ab Seite 638<br />

Fachberichte<br />

<strong>Gas</strong>versorgung<br />

668 H. Bauer<br />

Versorgungssicherheit als<br />

Herausforderung im liberalisierten<br />

Marktumfeld<br />

Security of supply as a challenge in<br />

liberalized markets<br />

677 Chr. Elles und A. Rüter<br />

Die Arbeitsvorbereitung als<br />

grundlegendes Element für ein<br />

sicheres und vertragskonformes<br />

Dispatching<br />

678 G. Volk<br />

<strong>Gas</strong>-Versorgungsunterbrechungen<br />

nach § 52 EnWG<br />

<strong>Gas</strong> supply interruptions as regulated by section<br />

52 of the Energy Act (EnWG)<br />

Biogas<br />

688 Th. Fischer, D. Wolf und H. v. Canstein<br />

Monitoring von Biogasanlagen der<br />

E.ON Bioerdgas mit pMeter<br />

Monitoring of biomethane plants using pMeter<br />

692 J. Mischner, V. Braune und Chr. Dornack<br />

Zur Wahl eines wirtschaftlich<br />

optimalen Verdichters für<br />

Biogaseinspeiseanlagen, Teil 2<br />

For the selection of an economical optimal compressor<br />

type for biogas feeding facilities, part 2<br />

<strong>gat</strong> Special<br />

589 Grußwort<br />

590 Programm<br />

596 Produktstrecke zur Ausstellung<br />

628 Ausstellerverzeichnis<br />

<strong>Gas</strong>beschaffenheit<br />

684 H. Sturm, J. Suhr und A. Zajc<br />

<strong>Gas</strong>beschaffenheitsmessung<br />

von neuen <strong>Erdgas</strong>qualitäten –<br />

Einspeisung von wasserstoffhaltigen<br />

<strong>Gas</strong>en<br />

<strong>Gas</strong> quality measurement of extended natural<br />

gas including analysis of oxygen and hydrogen<br />

September <strong>2013</strong><br />

558 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


INHALT<br />

Produktstrecke im <strong>gat</strong>-Sonderteil. Ab Seite 589 Nachgefragt bei Dipl.-Ing. Michael Riechel. Ab Seite 586<br />

<strong>Erdgas</strong> in der Energiewende<br />

637 Vorwort<br />

638 A. Tuschek<br />

<strong>Erdgas</strong> – Energieträger einer<br />

nachhaltigen Energieversorgung<br />

644 H. Seidl und A. Weber<br />

Der Beitrag von Power-to-<strong>Gas</strong> zur<br />

Energiewende<br />

648 K.-H. Backhaus<br />

<strong>Erdgas</strong> als Erfolgsfaktor zur Erreichung<br />

europäischer Klimaziele<br />

654 P. Birkner<br />

Intelligente Verteilnetze<br />

660 St. Rieke<br />

Erste industrielle Power-to-<strong>Gas</strong>-<br />

Anlage mit 6 Megawatt<br />

665 Power-to <strong>Gas</strong> und die Anforderungen<br />

der Wasserstoffeinspeisung an<br />

das <strong>Erdgas</strong>netz<br />

586 Nachgefragt<br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong>/<strong>Erdgas</strong> in Gespräch mit<br />

Dipl.-Ing. Michael Riechel, Vorstand der<br />

Thüga AG und Vize-Präsident des DVGW<br />

Nachrichten<br />

564 Märkte und Unternehmen<br />

576 Veranstaltungen<br />

580 Verbände und Vereine<br />

584 Personen<br />

Im Profil<br />

706 Das Institut für Thermofluiddynamik – Technische<br />

Thermodynamik (ITT) der Technischen<br />

Universität Hamburg-Harburg<br />

Interview mit Frank P. Matthes und R.<br />

Sygulla von der Projekthaus GmbH<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 559


INhalt<br />

Power-to-<strong>Gas</strong>-Pilotanlage in Falkenhagen. Seite 564<br />

Das Gebäude der Tyczka Totalgaz. Ab Seite 712<br />

Aus der Praxis<br />

Rubriken<br />

712 Flüssiggasversorger setzt auf intelligente<br />

Vorkasse-Systeme<br />

714 Technik Aktuell<br />

555 Standpunkt<br />

562 Faszination <strong>Gas</strong><br />

722 Termine<br />

724 Impressum<br />

718 Regelwerk<br />

Firmenporträt<br />

723 AVK Mittelmann Armaturen GmbH<br />

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September <strong>2013</strong><br />

560 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


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NACHRICHTEN FASZINATION GAS Schlagwort<br />

Januar/Februar 2012<br />

562 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Schlagwort<br />

NACHRICHTEN<br />

Behälter einer Anlage zur Speicherung von Wasserstoff<br />

Das System zur Wasserstoffversorgung unterstützt die Entwicklung<br />

neuer, sparsamer und leistungsstarker <strong>Gas</strong>turbinen für Luftfahrt<br />

und Energietechnik.<br />

Januar/Februar 2012<br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 563<br />

© DLR (CC-BY 3.0)


NACHRICHTEN<br />

Märkte und Unternehmen<br />

ABB rüstet <strong>Gas</strong>speicher in Jemgum mit<br />

Automatisierungstechnik aus<br />

Im niedersächsischen Jemgum<br />

zwischen Leer und Emden entwickelt<br />

die EWE GASSPEICHER GmbH<br />

aus Oldenburg einen der modernsten<br />

und flexibelsten <strong>Erdgas</strong>speicher<br />

Deutschlands, der planmäßig<br />

in diesem Frühjahr seinen Betrieb<br />

aufgenommen hat. Als langjähriger<br />

Automatisierungspartner sorgt ABB<br />

für die Intelligenz auf Basis des Prozessleitsystems<br />

vom Typ 800xA mit<br />

Melody-Controllern, Messgeräten<br />

und Prozessgasanalysatoren für<br />

einen vollautomatisierten und<br />

sicheren Betrieb.<br />

Im Februar 2010 hat EWE den<br />

Solprozess für die unterirdischen<br />

Kavernen aufgenommen. Bereits für<br />

diese Arbeiten installierte ABB ein<br />

Prozessleitsystem, das jetzt im laufenden<br />

Betrieb erweitert und auf<br />

den neuestens Stand der Software<br />

gebracht wurde.<br />

Das aktuelle Automatisierungsprojekt<br />

für den eigentlichen Betrieb<br />

des Speichers begann im Sommer<br />

2012, die Loop Checks, TÜV-Abnahmen,<br />

Test und Inbetriebnahmen<br />

waren planungsgemäß Ende März<br />

<strong>2013</strong> abgeschlossen. Es umfasste<br />

neben der Planung, Installation und<br />

Konfiguration des Prozessleitsystems<br />

(Betriebsleitebene, Netzwerk<br />

und E/A-Ebene) auch die Einbindung<br />

der sicherheitsgerichteten<br />

Steuerung. Zum Einsatz kommen<br />

redundante Melody-Controller, die<br />

über I/O-Baugruppen (Remote I/Os)<br />

vom Typ S800 die Prozesse erfassen,<br />

steuern und regeln. Die Remote<br />

Anbindung an die Leitstelle erfolgt<br />

mittels Fernwirkanbindung und die<br />

Integration in die Unternehmens-IT<br />

mit dem „Information Manager“<br />

(PGIM) von ABB.<br />

Das vorhandene Leitsystem<br />

wurde ohne Stillstand erweitert und<br />

die aktuellen Software-Ver sionen<br />

eingespielt, ohne Unterbrechung<br />

des laufenden Betriebs. Die neuen<br />

Client/Server-Architektur wur de<br />

einige Wochen in Vorfeld bei ABB<br />

vorinstalliert und anschließend auf<br />

die Baustelle in das System integriert.<br />

Die Automatisierung bietet aufgrund<br />

der redundanten Auslegung<br />

eine hohe Verfügbarkeit, unabdingbar<br />

für eine zuverlässige Ein- und<br />

Ausspeicherung von <strong>Erdgas</strong> ohne<br />

Unterbrechungen. Durch eine flexible<br />

Umschaltung von Fahrwegen ist<br />

das System in der Lage, schnell auf<br />

unvorhergesehene Ereignisse zu<br />

reagieren.<br />

Zum ABB-Automatisierungssystem<br />

gehört in Jemgum nicht nur die<br />

Leittechnik. Zahlreiche Druck- und<br />

Temperaturmessgeräte überwachen<br />

u. a. die Kolbenverdichter und<br />

die <strong>Gas</strong>regelstrecken. TZIDC-Stellantriebe<br />

steuern pneumatische<br />

Regelventile in den Mess- und<br />

Regelstrecken; Prozessgaschromatographen<br />

vom Typ PGC5000 überwachen<br />

den Schwefelgehalt des<br />

<strong>Erdgas</strong>es im Umfeld der eichfähigen<br />

Mengenmessungen.<br />

EnBW liefert <strong>Gas</strong> an Kommunen im Land<br />

<strong>Erdgas</strong> von der EnBW sichert auch<br />

in den kommenden beiden Jahren<br />

die Wärmeversorgung zahlreicher<br />

kommunaler Gebäude in<br />

Baden-Württemberg.<br />

In einer europaweiten Ausschreibung<br />

im Auftrag von 81 Kommunen<br />

und Zweckverbänden erhielt die<br />

EnBW-Tochter Sales & Solutions<br />

GmbH den Zuschlag für die Lieferung<br />

von jeweils rund 59 Mio. kWh<br />

in den Jahren 2014 und 2015. Zum<br />

Vergleich: Diese Menge entspricht<br />

dem jährlichen <strong>Gas</strong>verbrauch von<br />

rund 2900 Einfamilienhäusern. Die<br />

belieferten Einrichtungen liegen<br />

unter anderem in den Landkreisen<br />

Schwarzwald-Baar, Tübingen, Esslingen,<br />

Ludwigsburg, Calw und<br />

Rems-Murr.<br />

September <strong>2013</strong><br />

564 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Märkte und Unternehmen<br />

NACHRICHTEN<br />

E.ON nimmt PtG-Pilotanlage Falkenhagen in Betrieb<br />

E<br />

.ON hat im brandenburgischen<br />

Falkenhagen die „Power to <strong>Gas</strong>“-<br />

Pilotanlage in Betrieb genommen.<br />

Mittels Elektrolyse wird dort regenerativ<br />

erzeugter Strom in Wasserstoff<br />

umgewandelt und in das regionale<br />

Ferngasnetz eingespeist. Die<br />

gespeicherte Energie steht dann<br />

dem <strong>Erdgas</strong>markt zur Verfügung<br />

und findet damit Anwendung im<br />

Wärmemarkt, in der Industrie, in der<br />

Mobilität und bei der Stromerzeugung.<br />

Die Anlageleistung beträgt<br />

2 MW – dies entspricht einer Produktion<br />

von 360 Kubikmeter Wasserstoff<br />

pro Stunde. Bei Errichtung<br />

und Betrieb der Anlage arbeitet<br />

E.ON mit der Swissgas AG zusammen,<br />

die auch einen Teil der Wasserstoff-Produktion<br />

abnehmen wird.<br />

An der Inbetriebnahme nahmen<br />

Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp<br />

Rösler, Dr. Christian Ehler, Mitglied<br />

des Europäischen Parlaments,<br />

Henning Heidemanns, Staatssekretär<br />

im Ministerium für Wirtschaft<br />

und Europaangelegenheiten des<br />

Landes Brandenburg, sowie rund<br />

200 weitere Gäste aus Politik, Wirtschaft<br />

und Wissenschaft teil.<br />

E.ON hat sich bei dem Bau der<br />

Anlage für den Standort Falkenhagen<br />

entschieden, da er in idealer<br />

Weise ein hohes Windstromaufkommen<br />

mit einer bestehenden Stromund<br />

<strong>Gas</strong>infrastruktur sowie einer<br />

eigenen Betriebsstelle vor Ort verbindet.<br />

Die Anlage demonstriert die<br />

Funktionsweise von „Power to <strong>Gas</strong>“<br />

auf Basis bewährter Technologie.<br />

Damit eignet sich das Projekt sehr<br />

gut, um technische und regulatorische<br />

Erfahrungen beim Bau und<br />

Betrieb derartiger Speicheranlagen<br />

zu sammeln. Dies ist ein wichtiger<br />

Schritt, um die Technologie zur<br />

Marktreife zu führen.<br />

Sicherheit durch Qualität!<br />

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PN 16 - PN 350<br />

Bei der <strong>Gas</strong>technologie haben<br />

Qualitäts- und Sicherheitsstandards<br />

bei Planung, Bau und Betrieb<br />

oberste Priorität.<br />

Böhmer Kugelhähne werden daher<br />

ständig weiterentwickelt und<br />

den neuen Umfeldbedingungen<br />

in der Praxis angepasst.<br />

3 vollverschweißt/geschraubt<br />

3 alle Armaturen erfüllen<br />

einschlägige Regelnormen,<br />

(u.a. EN 13774, EN 14141)<br />

3 Anwendungsbereiche:<br />

im <strong>Gas</strong>speicher, Pipelinebau,<br />

in Übergabe- und Verdichter-<br />

Stationen etc.<br />

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September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 565


NACHRICHTEN<br />

Märkte und Unternehmen<br />

Bundesnetzagentur veröffentlicht Biogas-<br />

Monitoringbericht <strong>2013</strong><br />

Die Bundesnetzagentur hat ihren<br />

Biogas-Monitoringbericht <strong>2013</strong><br />

veröffentlicht. Danach ist die Anzahl<br />

an Biogasanlagen, die auf <strong>Erdgas</strong>qualität<br />

aufbereitetes Biogas in das<br />

öffentliche <strong>Gas</strong>netz eingespeist<br />

haben, 2012 deutlich angestiegen.<br />

Zum 31. Dezember 2012 waren<br />

108 Anlagen an das Netz angeschlossen.<br />

Dies sind 40 % mehr als<br />

ein Jahr zuvor.<br />

Die Anlagen speisten im Laufe<br />

des Jahres 2012 ca. 413 Mio. m³ Biogas<br />

ein. Die eingespeiste Menge<br />

konnte damit im Vergleich zum Vorjahr<br />

um 50 % gesteigert werden.<br />

Dieses Ergebnis erscheint für die<br />

Entwicklung der Biogaseinspeisung<br />

in <strong>Erdgas</strong>netze auf den ersten Blick<br />

sehr positiv. Allerdings ist zu erwarten,<br />

dass das in der <strong>Gas</strong>netzzugangsverordnung<br />

formulierte Ziel,<br />

bis 2020 6 Mrd. m³ Biogas in das<br />

<strong>Gas</strong>netz einzuspeisen, nur schwer<br />

zu erreichen sein wird.<br />

Für die Erstellung des Berichts<br />

wurden die <strong>Gas</strong>netzbetreiber, Biogasanlagenbetreiber,<br />

Biogashändler<br />

sowie die Marktgebietsverantwortlichen<br />

befragt. Die Biogasverkaufspreise<br />

betrugen bei einer<br />

großen Spanne durchschnittlich<br />

mengengewichtet sieben ct/kWh,<br />

was deutlich über dem Preis für fossiles<br />

<strong>Erdgas</strong> liegt.<br />

Mit dem Biogas-Monitoringbericht<br />

<strong>2013</strong> legt die Bundesnetzagentur<br />

ihren dritten Bericht dieser Art<br />

vor. Der Bericht kann von der Internetseite<br />

der Bundesnetzagentur<br />

unter www.bundesnetzagentur.de<br />

abgerufen werden.<br />

SAACKE GmbH erhält Auftrag über <strong>Gas</strong> Combustion<br />

Units für sechs LNG-Tanker<br />

Die Bremer SAACKE GmbH<br />

wurde mit der Fertigung und<br />

Lieferung von <strong>Gas</strong> Combustion<br />

Units (GCU) für insgesamt sechs<br />

LNG-Tanker beauftragt. Kunden<br />

sind die Hudong-Zhonghua Shipbuilding<br />

(Group) Co., Ltd., eine der<br />

größten Werften weltweit, und die<br />

späteren Schiffseigner China Shipping<br />

LNG Investment Co., Ltd.,<br />

SINOPEC sowie MOL. Die Auslieferung<br />

der GCU’s mit einer Anlagenkapazität<br />

von 5,2 t <strong>Gas</strong> pro Stunde<br />

soll in 2014 erfolgen, das erste Schiff<br />

bis Ende 2015 fertiggestellt sein.<br />

<strong>Gas</strong> Combustion Units machen den<br />

sicheren Transport von verflüssigtem<br />

<strong>Erdgas</strong> auf See erst möglich,<br />

indem sie überschüssiges Boil-Off-<br />

<strong>Gas</strong> vollständig und mit höchster<br />

Verfügbarkeit verwerten. Es ist<br />

bereits die zweite Schiffreihe, bei<br />

der Hudong-Zhonghua auf das<br />

Know-how von SAACKE zurückgreift,<br />

jedoch der erste Auftrag, bei<br />

dem GCU’s 100 % der Leistung unter<br />

Free Flow-Bedingungen erreichen<br />

werden.<br />

Die GCU kombiniert einen Low<br />

Emission Drallbrenner der SAACKE<br />

SSB-Serie mit einer luftgekühlten<br />

Stahlbrennkammer. Alle Komponenten<br />

sind so kompakt gebaut,<br />

dass die 12 m hohe und 36 t schwere<br />

Anlage im Bereich des Schornsteins<br />

Platz findet und wertvollen Bauraum<br />

im Schiff einspart. Die Vorund<br />

Nachbrennkammer wird in<br />

Bremen gefertigt, die Außenhülle in<br />

eigener Produktion am chinesischen<br />

SAACKE Standort hergestellt.<br />

VNG und Gazprom leben seit 40 Jahren erfolgreiche<br />

Energiepartnerschaft<br />

Seit 40 Jahren liefert Russland<br />

<strong>Erdgas</strong> nach Deutschland – zu -<br />

verlässig und ohne Unterbrechungen.<br />

Die VNG – Verbundnetz <strong>Gas</strong><br />

Aktiengesellschaft (VNG) und OAO<br />

„Gazprom“ (Gazprom) würdigten<br />

dieses energiewirtschaftlich bedeutende<br />

Jubiläum feierlich im Neuen<br />

Rathaus der Stadt Leipzig. Zahlreiche<br />

hochrangige Vertreter aus Politik,<br />

Wirtschaft und Kultur – unter<br />

Ihnen Bundeswirtschaftsminister<br />

Dr. Philipp Rösler – waren anwesend,<br />

als das Leipziger <strong>Erdgas</strong>unternehmen<br />

und die Gäste aus Moskau<br />

in einer Festveranstaltung auf eine<br />

erfolgreiche Partnerschaft zurückschauten<br />

und gleichzeitig den Blick<br />

in die Zukunft richteten. Die Festveranstaltung<br />

würdigte des Weiteren<br />

das 230-jährige Jubiläum des<br />

russischen Generalkonsulates in<br />

Leipzig.<br />

September <strong>2013</strong><br />

566 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Märkte und Unternehmen<br />

NACHRICHTEN<br />

Cameron goes OneSubsea und<br />

wird 50 Jahre alt<br />

Als das 1920 in Texas gegründete<br />

Mutterunternehmen einen<br />

Standort in Deutschland sucht, fällt<br />

1963 die Wahl auf Celle. Celle als<br />

historische Kreis- und Herzogstadt<br />

mit ca. 70 000 Einwohnern nördlich<br />

von Hannover gelegen, gilt als<br />

Wiege der deutschen Erdölindustrie.<br />

Den Grundstein am Standort<br />

Celle legen die Unternehmer 1964<br />

und 1965: Fertigungshallen und ein<br />

Bürogebäude entstehen. Gebaut<br />

werden <strong>Gas</strong>leitungsarmaturen, so -<br />

genannte Kugelhähne, für den<br />

europäischen Markt. 1995 erfolgt<br />

die Namensänderung des Konzerns<br />

in „Cooper Cameron Corporation“,<br />

und in Celle wird aus Cooper Cameron<br />

GmbH zehn Jahre später<br />

schließlich die Cameron GmbH. Im<br />

Zuge der Erholung von der Rezession<br />

stehen Erneuerungen und Veränderungen<br />

auf dem Plan, wie z. B.<br />

Neubauten für den aufstrebenden<br />

Subsea Controls-Bereich und die<br />

Etablierung des Standorts Celle als<br />

zentrales Reparaturwerk für landgestützte<br />

Fördertechnik unter dem<br />

Cameron-Markennamen „CamServ“.<br />

Im August <strong>2013</strong> wurde auf dem<br />

Firmengelände in Altencelle das<br />

50-jährige Bestehen des Standorts<br />

und mit der Gründung von<br />

OneSubsea der nächste Schritt in<br />

die Zukunft gefeiert.<br />

Seit Juli <strong>2013</strong> führt Cameron sein<br />

erfolgreiches Geschäft mit Ausrüstungen<br />

für die Unterwasserförderung<br />

im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens<br />

mit der Firma<br />

Schlumberger namens OneSubseaTM.<br />

Das neue Unternehmen kombiniert<br />

die Erfahrungen und Angebote<br />

beider Partner zu einem Portfolio<br />

an Produkten und Dienstleistungen<br />

vom Unterwasserreservoir<br />

bis zur Weiterverarbeitung an der<br />

Oberfläche. Die OneSubsea GmbH<br />

in Celle ist hoch spezialisiert auf<br />

innovative Steuerungstechnologien,<br />

die zum Teil unter extremen<br />

Einsatzbedingungen bei der Unterwasserförderung<br />

von Öl und <strong>Gas</strong><br />

eingesetzt werden.<br />

EWE verkauft Großteil der<br />

Aktivitäten bei <strong>Gas</strong>förderung<br />

Der Oldenburger Energieversorger<br />

EWE verkauft einen Großteil<br />

seiner Aktivitäten im Bereich der<br />

<strong>Gas</strong>exploration und -produktion.<br />

Die Anteile an den auf dem niederländischen<br />

Kontinentalschelf gelegenen<br />

<strong>Gas</strong>feldern übernimmt der<br />

Öl- und <strong>Gas</strong>produzent Oranje-Nassau<br />

Energie B.V. („ONE“). Die Transaktion<br />

soll im Laufe des Jahres vollzogen<br />

werden. EWE hatte im Rahmen<br />

einer strategischen Fokussierung<br />

beschlossen, sich von dem<br />

Explorationsgeschäft zu trennen.<br />

Das Unternehmen will sich in<br />

den kommenden Monaten zudem<br />

von weiteren Anteilen in diesem<br />

Bereich trennen. „Wir waren in den<br />

vergangenen Jahrzehnten zwar<br />

erfolgreich im Explorations- und<br />

Produktionsgeschäft tätig, es<br />

gehört jedoch nicht zu unseren<br />

Kerngeschäftsfeldern. Zudem sehen<br />

wir darin für uns keine Entwicklungsmöglichkeiten“,<br />

begründet<br />

EWE-Vorstandsvorsitzender Dr.<br />

Werner Brinker die Entscheidung,<br />

sich von den Aktivitäten in dem<br />

Geschäftsfeld zu trennen. EWE setze<br />

damit den Kurs einer strategischen<br />

Fokussierung konsequent fort.<br />

Eingriffsfreie<br />

Durchflussmessung<br />

von <strong>Erdgas</strong><br />

Installation im Betrieb<br />

Genau und reproduzierbar<br />

Bidirektionale Messung<br />

Kein Leckagerisiko<br />

Kein Verschleiß<br />

Kein Druckverlust<br />

Extreme Messdynamik<br />

ATEX-zertifiziert<br />

<strong>Gas</strong>förderung<br />

<strong>Gas</strong>speicherung<br />

<strong>Gas</strong>transport<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 567<br />

ugs.flexim.com


NACHRICHTEN<br />

Märkte und Unternehmen<br />

EMH metering GmbH auf dem Weg zum<br />

Smart Meter Gateway<br />

Im Rahmen einer Sondersitzung<br />

der BMWi Arbeitsgemeinschaft<br />

„Intelligente Netze und Zähler“<br />

wurde vom Beratungshaus Ernest &<br />

Young am 30. Juli der Abschlussbericht<br />

zur Kosten-Nutzen-Analyse<br />

(KNA) für einen flächendeckenden<br />

Einsatz von intelligenten Messsystemen<br />

und Zählern vorgestellt. Auch<br />

wenn die Studie zu dem Schluss<br />

kommt, dass das EU-Szenario (gem.<br />

EU-Richtlinie 2009/72/EC), nämlich<br />

bis zum Jahr 2020 80 % der Haushalte<br />

mit intelligenten Messsystemen<br />

(intelligente Zähler und Smart<br />

Meter Gateway) auszustatten, für<br />

Deutschland nicht zu empfehlen ist,<br />

wird im “Rolloutszenario Plus“ der<br />

KNA eine Erweiterung der Pflichteinbaufälle<br />

solcher Messsysteme<br />

vorgeschlagen. So soll die Schwelle<br />

für EEG- Anlagen von 7 kW auf<br />

0,25 kW Anschlussleistung gesenkt<br />

und steuerbare Anlagen nach § 14a<br />

EnWG in die Pflichteinbauten einbezogen<br />

werden. Doch schon die jetzt<br />

feststehenden Pflichteinbaufälle<br />

und die sich daraus nun abzeichnende<br />

Rollout-Verordnung bedingen<br />

die Entwicklung entsprechender<br />

Smart Meter Gateways (SMGw),<br />

die elementarer Bestandteil der<br />

intelligenten Messsysteme sind. Um<br />

ihren Kunden einen technologisch<br />

anspruchsvollen und innovativen<br />

Baustein für das zukünftige Energieversorgungssystem<br />

in Form eines<br />

BSI-konformen SMGw anbieten zu<br />

können, entwickelt die EMH metering<br />

GmbH & Co. KG derzeit ein<br />

Smart Meter Gateway konform zu<br />

den teilweise bereits fertig gestellten<br />

Lastenheften des FNN. Das vorgeschriebene<br />

Zertifizierungsverfahren<br />

ist zurzeit in Vorbereitung.<br />

Nachdem der Evaluierungspartner<br />

bereits ausgewählt wurde, soll in<br />

Kürze der entsprechende Antrag<br />

gestellt werden.<br />

Kling Gruppe kauft Geschäftsbereich<br />

„Billing & Services“ der EVB Energy Solutions GmbH<br />

Mit Wirkung zum 1. August<br />

<strong>2013</strong> kaufte die Kling Gruppe<br />

den gesamten Geschäftsbereich<br />

„Billing & Services“ der EVB Energy<br />

Solutions GmbH aus Velbert. Der<br />

Geschäftsbereich „Smart Metering“<br />

verbleibt bei der Mutter Diehl Metering<br />

am Standort <strong>Nürnberg</strong>. Hintergrund<br />

für den Verkauf ist die künftige<br />

Fokussierung der Diehl Metering<br />

Gruppe auf den Smart-Metering-Sektor.<br />

Seit dem 1. August<br />

führt der Geschäftsbereich „Billing &<br />

Services“ unter dem Namen EVB Billing<br />

und Services GmbH seine Tätigkeiten<br />

im Energiemarkt uneingeschränkt<br />

von Velbert aus weiter.<br />

Hundertprozentiger Gesellschafter<br />

ist die Kling GmbH aus Karben.<br />

Die Kling GmbH ist eine international<br />

tätige Beteiligungsgesellschaft.<br />

Wichtig für die Zukunft der<br />

EVB B&S Mitarbeiter und die Unternehmensentwicklung.<br />

Alle Billing &<br />

Services Mitarbeiter sind mit in die<br />

neue Gesellschaft übernommen<br />

worden. Am qualifizierten Dienstleitungsangebot<br />

ändert sich für die<br />

Kunden somit nichts. Die EVB Billing<br />

und Services GmbH wird weiterhin<br />

mit Personaldienstleistung, Ausund<br />

Weiterbildungen an der Akademie,<br />

Consulting und Ablesung<br />

den Energiemarktpartnern in allen<br />

Marktrollen zur Verfügung stehen.<br />

Bruno Kling wird im operativen<br />

Geschäft nicht tätig sein. Neuer<br />

Geschäftsführer ist Andreas Recknagel,<br />

der seit 2009 den Geschäftsbereich<br />

Billing & Services der EVB<br />

Energy Solutions GmbH geleitet<br />

hatte. Eine Beteiligung des neuen<br />

Geschäftsführers Andreas Recknagel<br />

am Unternehmen ist geplant.<br />

Zweifache Auszeichnung für PlanET<br />

Die PlanET Biogastechnik GmbH<br />

hat jüngst gleich zwei Auszeichnungen<br />

erhalten. Die Weiterentwicklung<br />

des Tragluftdachs TLD<br />

2.0 als Speicherlösung für die<br />

bedarfsorientierte Stromerzeugung<br />

erhielt den INDUSTRIEPREIS <strong>2013</strong>.<br />

Das PlanET Tragluftdach 2.0 bietet<br />

<strong>Gas</strong>speichervolumen und Speicherdruckmanagement<br />

in einem Produkt.<br />

Außerdem hat die IESE Business<br />

School in Navarra (Spanien) Europas<br />

150 dynamischste Unternehmen<br />

hinsichtlich Beschäftigungsstruktur<br />

und Wachstum ausgezeichnet. Hier<br />

erzielte PlanET Rang 58.<br />

September <strong>2013</strong><br />

568 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


gas2energy.net<br />

systemplanerische Grundlagen<br />

der <strong>Gas</strong>versorgung<br />

Das fachbuch wendet sich an fachleute, studierende, Hochschullehrer,<br />

Mitarbeiter von Behörden und „Quereinsteiger“, die<br />

in der Praxis der energie-, insbesondere der <strong>Gas</strong>versorgung tätig<br />

und mit der konzipierung, Planung und dem Betrieb von <strong>Gas</strong>leitungen/<strong>Gas</strong>netzen<br />

befasst sind.<br />

Unter Beachtung der allgemeinen physikalischen, strömungstechnischen<br />

und thermodynamischen Grundlagen werden die Charakteristika<br />

der Systemelemente der <strong>Gas</strong>versorgung beschrieben: rohrleitungen,<br />

Verdichterstationen, <strong>Gas</strong>druckregel- und Messanlagen und <strong>Gas</strong>speicher.<br />

Das Werk ist bewusst nicht als „klassisches“ Lehrbuch konzipiert, sondern<br />

behandelt problembezogen, jeweils in sich geschlossen Schwerpunktthemen,<br />

die für die Konzipierung von <strong>Gas</strong>versorgungssystemen<br />

von Bedeutung sind. Hierbei wird der Stand der Technik erfasst, so dass<br />

das Buch eine belastbare Grundlage für die Durchführung eigener Unter<br />

suchungen darstellt.<br />

Hrsg.: J. Mischner, H.-G. fasold, K. Kadner 1. Auflage 2011,<br />

801 Seiten, farbdruck, Hardcover<br />

sie haben die Wahl!<br />

Buch + CD mit Zusatzinhalten<br />

Buch + DVD mit vollständigem eBook<br />

gas2energy.net erscheint in der DIV Deutscher Industrieverlag GmbH, Arnulfstr. 124, 80636 München<br />

Wissen für DIe<br />

Zukunft<br />

Vorteilsanforderung per fax: +49 Deutscher 201 Industrieverlag / 820 GmbH 02-34 | Arnulfstr. oder 124 | abtrennen 80636 München und im fensterumschlag einsenden<br />

Ja, ich bestelle gegen Rechnung 3 Wochen zur Ansicht<br />

___Ex.<br />

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gas2energy.net + CD (Zusatzinhalte)<br />

1. Auflage 2011 – ISBN: 978-3-8356-3205-9 für € 110,- (zzgl. Versand)<br />

gas2energy.net + DVD (eBook)<br />

1. Auflage 2011 – ISBN: 978-3-8356-3236-3 für € 150,- (zzgl. Versand)<br />

Die bequeme und sichere Bezahlung per Bankabbuchung wird mit einer Gutschrift<br />

von € 3,- auf die erste Rechnung belohnt.<br />

firma/Institution<br />

Vorname, Name des empfängers<br />

Straße / Postfach, Nr.<br />

Land, PLZ, Ort<br />

Telefon<br />

Telefax<br />

Antwort<br />

Vulkan-Verlag GmbH<br />

Versandbuchhandlung<br />

Postfach 10 39 62<br />

45039 Essen<br />

e-Mail<br />

Branche / Wirtschaftszweig<br />

Bevorzugte Zahlungsweise Bankabbuchung rechnung<br />

Bank, Ort<br />

Widerrufsrecht: Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B.<br />

Brief, fax, e-Mail) oder durch rücksendung der Sache widerrufen. Die frist beginnt nach erhalt dieser Belehrung in Textform.<br />

Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs oder der Sache an die Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Versandbuchhandlung, Postfach 10 39 62, 45039 essen.<br />

Bankleitzahl<br />

Ort, Datum, Unterschrift<br />

Kontonummer<br />

PAG2eN0113<br />

nutzung personenbezogener Daten: für die Auftragsabwicklung und zur Pflege der laufenden Kommunikation werden personenbezogene Daten erfasst und gespeichert. Mit dieser Anforderung erkläre ich mich damit einverstanden, dass ich<br />

vom DIV Deutscher Industrieverlag oder vom Vulkan-Verlag per Post, per Telefon, per Telefax, per e-Mail, nicht über interessante, fachspezifische Medien und Informationsangebote informiert und beworben werde.<br />

Diese erklärung kann ich mit Wirkung für die Zukunft jederzeit widerrufen.


NACHRICHTEN<br />

Märkte und Unternehmen<br />

Private <strong>Gas</strong>netzbetreiber dürfen Aufträge<br />

direkt vergeben<br />

Das OLG in Celle hat in zweiter<br />

und letzter Instanz entschieden,<br />

dass private Betreiber von <strong>Gas</strong>netzen<br />

keine öffentlichen Auftraggeber<br />

sind. Bis dato bestand die<br />

Unsicherheit, ob private <strong>Gas</strong>netzbetreiber<br />

ihre Aufträge im Rahmen<br />

eines förmlichen Vergabeverfahrens<br />

vergeben müssen. Durch ein solch<br />

förmliches Verfahren sollten zu -<br />

nächst die Sonderrechte, die den<br />

privaten <strong>Gas</strong>netzbetreibern in den<br />

80er- und 90er-Jahren durch die<br />

Abschottung der Energiemärkte<br />

zugestanden worden waren, um sie<br />

vor Wettbewerb zu schützen, wieder<br />

eingeschränkt werden.<br />

Nach der Liberalisierung der<br />

Energiemärkte besteht jedoch keine<br />

Notwendigkeit mehr für ein förmliches<br />

Vergabeverfahren. Private<br />

Netzbetreiber sind heute einem<br />

Wettbewerb ausgesetzt, der keine<br />

vergaberechtlichen Regelungen<br />

mehr erfordert. Das Energierecht<br />

kennt keine Sonderrechte mehr, wie<br />

sie die Europäische Kommission<br />

noch vor der Liberalisierung ausmachte.<br />

Der zunehmende Wettbewerb<br />

wird auch sichtbar in der Verpflichtung<br />

der Netzbetreiber, jedermann<br />

nach sachlich gerechtfertigten<br />

Kriterien diskriminierungsfrei<br />

Netzzugang zu gewähren.<br />

Der Beschluss des OLG Celle ist<br />

somit eine logische Konsequenz aus<br />

der Marktliberalisierung und dem<br />

dadurch gestiegenen Wettbewerb.<br />

Aufträge zur Planung, zum Bau oder<br />

zum Betrieb von <strong>Gas</strong>leitungen<br />

durch einen privaten Netzbetreiber<br />

erfolgen deshalb zukünftig zu Recht<br />

ohne förmliches Vergabeverfahren.<br />

Ein weiterer positiver Effekt ist,<br />

dass Aufträge dadurch schneller<br />

ausgeführt werden können. Dies ist<br />

insoweit wichtig, als dass aufgrund<br />

der energiepolitischen Ausrichtung<br />

Deutschlands derzeit ein großer<br />

Bedarf an zusätzlichen <strong>Gas</strong>leitungen<br />

besteht. Ein aktueller Entwurf<br />

der 17 Fernleitungsnetzbetreiber<br />

(NEP <strong>2013</strong>) geht von einem Leitungszuwachs<br />

von 441 km und<br />

einem Investitionsbedarf von ca.<br />

1,6 Mrd. € aus. Diese Projekte können<br />

jetzt aufgrund des Beschlusses<br />

deutlich schneller realisiert werden<br />

als ursprünglich geplant.<br />

OLG Celle, Vergabesenat; Vorsitzender<br />

Richter: RiOLG Wiese (Az: 13 Verg 7/13)<br />

Erfolgreiche Beschwerdeführerinnen:<br />

Open Grid Europe GmbH und <strong>Gas</strong>unie<br />

Deutschland Transport Services GmbH<br />

Vertreter Beschwerdeführerinnen: HFK<br />

Rechtsanwälte LLP, Dr. Thomas Mösinger<br />

Fine Tubes beliefert Saudi Aramco<br />

Die Aramco Overseas Company<br />

(AOC), Zulieferer des Öl- und<br />

<strong>Gas</strong>unternehmens Saudi Aramco,<br />

nimmt Fine Tubes, Hersteller von<br />

Präzisionsrohren für besonders raue<br />

Umgebungen, in seine offizielle Lieferantenliste<br />

auf. In einem aufwendigen<br />

Verfahren hat AOC die von<br />

Fine Tubes produzierten Edelstahlrohre,<br />

Rohre aus Nickellegierungen<br />

und Rohre aus Titanlegierungen<br />

anhand strenger Kriterien geprüft<br />

und zertifiziert.<br />

Dadurch, dass die Öl- und <strong>Gas</strong>förderung<br />

immer häufiger in<br />

anspruchsvollere und tiefer gelegene<br />

Umgebungen verlegt wird,<br />

werden zunehmend Rohre verwendet,<br />

die hohen Drücken und starker<br />

Korrosion zuverlässig standhalten<br />

können und verlängerte Wartungsphasen<br />

ermöglichen. Bei Fine Tubes<br />

spiegelt sich dies in der steigenden<br />

Nachfrage nach Rohren aus besonders<br />

korrosionsfesten Speziallegierungen<br />

wie UNS N08904 (WNR<br />

1.4539) und UNS S31254 (WNR<br />

1.4547) wider, die bei Hydraulikleitungen<br />

von Offshore-FPSOs (Floating<br />

Production Storage and Offloading<br />

Units), FPSSs (Floating Production<br />

Systems), Spars und TLPs<br />

(Tension Leg Platforms) zum Einsatz<br />

kommen.<br />

Speziell für die hohen Anforderungen<br />

im Bereich der Öl- und <strong>Gas</strong>förderung<br />

haben die Ingenieure bei<br />

Fine Tubes Verfahren entwickelt, um<br />

Präzisionsrohre auch in außergewöhnlichen<br />

Legierungen wie UNS<br />

R30035 (WNR 2.4999), UNS S20910<br />

(WNR 1.3964), UNS N10276 (WNR<br />

2.4819) und UNS N07718 (WNR<br />

2.4668) herzustellen. Sie werden<br />

beispielsweise zur Herstellung<br />

druckfester Gehäuse in MWD- (Measurement-While-Drilling)<br />

und LWD-<br />

Werkzeugen (Logging-While-Drilling)<br />

genutzt.<br />

September <strong>2013</strong><br />

570 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


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NACHRICHTEN<br />

Märkte und Unternehmen<br />

Siemens liefert <strong>Gas</strong>- und Dampfturbinen für<br />

Großkraftwerk in Malaysia<br />

Siemens hat einen weiteren Auftrag<br />

für seine fortschrittliche<br />

<strong>Gas</strong>turbinentechnologie der H-Klas se<br />

gewonnen. Das Unternehmen wird<br />

für das <strong>Gas</strong>- und Dampf turbinen(GuD)-Kraftwerk<br />

TNB Prai in<br />

Malaysia zwei <strong>Gas</strong>turbinen der<br />

H-Klasse liefern. Die Zahl der bisher<br />

verkauften H-Klasse-<strong>Gas</strong>turbinen<br />

steigt damit auf 22 Stück weltweit.<br />

Siemens wird außerdem zwei<br />

Dampfturbinen und zwei Generatoren<br />

fertigen. Auftraggeber ist<br />

Samsung C&T (KL) Sdn. Bhd. Das<br />

Unternehmen errichtet die Anlage<br />

für Tenaga Northern Bhd. (TNB),<br />

eine 100-prozentige Tochter des<br />

Energieversorgers Tenaga Nasional<br />

Berhad. Siemens hat mit TNB auch<br />

einen Langzeitvertrag für die Wartung<br />

der Komponenten abgeschlossen.<br />

Mit einer Leistung von<br />

rund 1000 MW und einem Wirkungsgrad<br />

von über 60 % wird TNB<br />

Prai das leistungsstärkste und effizienteste<br />

gasbefeuerte Kraftwerk<br />

Südostasiens sein. Die Inbetriebnahme<br />

ist für Anfang 2016 geplant.<br />

Der Auftragswert für die Komponenten,<br />

die Siemens liefert, beläuft<br />

sich auf rund 150 Mio. €.<br />

Vor allem aufgrund der rasch<br />

voranschreitenden Industrialisierung<br />

steigt der Strombedarf in<br />

Malaysia im Durchschnitt jährlich<br />

um rd. 4 %. Vor diesem Hintergrund<br />

werden weitere Investitionen in<br />

neue Kraftwerke erwartet. Das GuD-<br />

Kraftwerk TNB Prai entsteht in der<br />

Stadt Seberang Perai in der Region<br />

Penang.<br />

Seit mittlerweile zwei Jahren<br />

hält die innovative <strong>Gas</strong>turbine<br />

SGT5-8000H von Siemens den Effizienz-Weltrekord<br />

im kombinierten<br />

GuD-Betrieb. Seither bewährt sich<br />

dieser <strong>Gas</strong>turbinentyp mit einer<br />

Verfügbarkeit von über 97 % im<br />

kommerziellen Betrieb und hat<br />

bereits mehr als 30 000 Betriebsstunden<br />

erreicht. Ende April diesen<br />

Jahres gingen drei weitere Kraftwerksblöcke<br />

mit <strong>Gas</strong>turbinen der<br />

H-Klasse in Cape Canaveral, Florida,<br />

in den USA in den kommerziellen<br />

Betrieb.<br />

Einschätzung zu „Smart Energy“ von<br />

Steria Mummert<br />

Eine bundesweit verbindliche Einführung<br />

intelligenter Stromzähler<br />

(Smart Meter) zeichnet sich in<br />

Deutschland nicht ab. Das zeigt<br />

eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums<br />

für Wirtschaft und<br />

Technologie (BMWi). Ein Stufenplan<br />

bis 2029 mit dem Fokus auf „Intelligente<br />

Messsysteme“ ist wahrscheinlicher.<br />

Doch auch ohne flächendeckende<br />

Smart-Meter-Verbreitung<br />

lassen sich Stromverbrauch und<br />

-erzeugung über neue Preismodelle<br />

und Anreizprodukte steuern. Viele<br />

Anbieter stecken allerdings bei der<br />

Entwicklung und Vermarktung derartiger<br />

Smart-Energy-Produkte noch<br />

am Anfang. Das ergibt eine aktuelle<br />

Markteinschätzung von Steria<br />

Mummert Consulting.<br />

Versorger bieten zwar bereits<br />

Tarife an, die auf den unterschiedlichen<br />

Stromverbrauch im Tagesverlauf<br />

eingehen. Die aktuellen Anreizmodelle<br />

zur Lastverlagerung über<br />

zeit- oder verbrauchsvariable Preise<br />

verfügen allerdings noch nicht über<br />

ausreichend Intelligenz. Sie sind<br />

häufig zu starr und für Stromkunden<br />

nicht attraktiv.<br />

Bei Haushalts- und Gewerbekunden<br />

verpuffen Steuerungsversuche<br />

über flexible Preise noch aus einem<br />

anderen Grund. Schuld sind sogenannte<br />

Standardlastprofile, die die<br />

Energieversorger einsetzen. Generell<br />

gilt: Bei allen Kunden, die weniger<br />

als 100 000 kWh Strom und<br />

1,5 Mio. kWh <strong>Gas</strong> pro Jahr verbrauchen,<br />

werden diese pauschalen Verbrauchsmuster<br />

unterstellt und der<br />

Tarif abgeleitet. Eine individuelle<br />

Lastkurve für jeden Abnehmer wird<br />

nicht erstellt.<br />

Verbände fordern deshalb im<br />

Rahmen der Smart-Meter-Einführung,<br />

Standardlastprofile abzuschaffen.<br />

Zusätzliches Potenzial zur<br />

Lastverlagerung besteht zudem auf<br />

Seiten der Einspeiser. Durch Solardächer<br />

und Blockheizkraftwerke<br />

sind immer mehr Kunden nicht nur<br />

Abnehmer, sondern leiten auch<br />

selbstproduzierten Strom in die<br />

Netze. Mit entsprechenden Diensten<br />

und Preismodellen ließen sich<br />

die Netze der Zukunft Energiewende-konform<br />

steuern.<br />

Für einen größeren Anreiz, dass<br />

Kunden ihr Verbrauchs- und Erzeugungsverhalten<br />

anpassen, sorgen<br />

dynamische Indexpreisprodukte.<br />

Sie eignen sich für die Kunden, die<br />

ihren Strompreis gerne an aktuelle<br />

Marktentwicklungen koppeln und<br />

dadurch sparen wollen. Sie können<br />

so beispielsweise von Strompreisschwankungen<br />

an der Strombörse<br />

profitieren. Diese flexiblen Produkte<br />

gibt es vor allem für Geschäftskunden,<br />

die große Energiemengen<br />

abnehmen und deren Stromrechnung<br />

sich nach der tatsächlichen<br />

Last berechnet.<br />

September <strong>2013</strong><br />

572 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Märkte und Unternehmen<br />

NACHRICHTEN<br />

Bosch Industriekessel senkt Energieverbrauch<br />

für Brauerei Wildbräu<br />

Die Brauerei Wildbräu Grafing<br />

GmbH hat sich für eine Modernisierung<br />

ihrer Dampferzeugung<br />

mit Komponenten von Bosch Industriekessel<br />

entschieden, um die Energieeffizienz<br />

der Anlage an moderne<br />

Standards anzupassen. Mithilfe der<br />

umgesetzten Maßnahmen kann die<br />

Wildbräu Grafing GmbH den Energieverbrauch<br />

der Anlage um ca. 90<br />

MWh/a senken. Die CO 2 -Emissionen<br />

werden um 21 t/a reduziert. Durch<br />

die Modernisierung und den<br />

Umstieg auf <strong>Erdgas</strong> spart die Brauerei<br />

jährlich ca. 36 000 € an Betriebskosten.<br />

Die Kapitalrendite der Investition<br />

liegt bei 40 %.<br />

Für die Nutzung der bis zu 230 °C<br />

heißen Abgase kommt jetzt ein Economiser<br />

von Bosch Industriekessel<br />

zum Einsatz. Das Kesselspeisewasser<br />

wird vorgewärmt und somit die<br />

Abgastemperatur um ca. 100 °C<br />

gesenkt. Der Kesselwirkungsgrad<br />

erhöht sich durch die Reduzierung<br />

der Abgasverluste um etwa 5 %, der<br />

Brennstoffverbrauch verringert sich<br />

bei Volllast analog.<br />

Der Austausch des vorhandenen<br />

Leichtölbrenners gegen einen mo -<br />

dernen Dualbrenner führte zu einer<br />

weiteren Effizienzsteigerung. Als<br />

Hauptbrennstoff wird <strong>Erdgas</strong> verwendet,<br />

lediglich im Spitzenlastbetrieb<br />

oder in Notfällen erfolgt die<br />

Umschaltung auf leichtes Heizöl. Für<br />

die richtige Dosierung des Brennstoff-/Luftverhältnisses<br />

sorgt eine<br />

elektronische Verbundregelung.<br />

Zusätzlich ermöglicht die neue Feuerung<br />

eine vollständig stufenlose<br />

Betriebsweise. Kombiniert mit<br />

einem hohen Regelverhältnis werden<br />

die mit Energieverlusten einhergehenden<br />

Brennerzuschaltungen<br />

und -abschaltungen deutlich reduziert.<br />

Durch den Einsatz einer Drehzahlregelung<br />

lässt sich die Drehzahl<br />

des Gebläsemotors in Abhängigkeit<br />

der Brennerleistung einstellen. Die<br />

elektrische Leistungsaufnahme im<br />

Teillastbereich ist so wesentlich<br />

geringer bei gleichzeitig deutlicher<br />

Minderung des Schalldruckpegels.<br />

Auch der Sauerstoffgehalt im Abgas<br />

wird kontinuierlich erfasst. Ist dieser<br />

zu hoch und damit die Verbrennung<br />

ineffektiv, wird die Verbrennungsluftmenge<br />

vermindert. Damit optimiert<br />

die Sauerstoffregelung den<br />

Wirkungsgrad der Feuerungsanlage,<br />

reduziert die Umweltbelastung und<br />

hilft Energiekosten zu sparen.<br />

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September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 573


NACHRICHTEN<br />

Märkte und Unternehmen<br />

MAX STREICHER verlegt grabenlos Rohre<br />

für den MIDAL-Süd Loop<br />

Zur Erweiterung der Kapazitäten<br />

der bestehenden <strong>Erdgas</strong>leitung<br />

MIDAL wird auf einer Strecke von<br />

insgesamt 90 km eine Parallelleitung<br />

DN 1000 gebaut. Der Betreiber<br />

der MIDAL, die GASCADE <strong>Gas</strong>transport<br />

GmbH, beauftragte die MAX<br />

STREICHER GmbH & Co. KG aA mit<br />

dem dritten von insgesamt drei<br />

Baulosen des MIDAL-Süd Loop. Die<br />

31 km lange Trasse zwischen Wirtheim<br />

nahe Bad Orb und Thomashof<br />

bei Schlüchtern verläuft über weite<br />

Bereiche parallel zur Bundesautobahn<br />

A 66, die im Bereich des STREI-<br />

CHER-Loses viermal gequert wird.<br />

An der nördlichsten der vier Querungen<br />

begannen kürzlich die Bohrarbeiten<br />

im Microtunnelling-Verfahren.<br />

Für das grabenlose Einbringen<br />

der 18 Meter langen Rohrstücke<br />

griff das Unternehmen auf diese<br />

Verlegemethode zurück.<br />

Axpo gewinnt internationale Partner für<br />

Trans Adriatic Pipeline<br />

Axpo reduziert ihren Anteil an<br />

der Trans Adriatic Pipeline TAP<br />

von bisher 42,5 auf neu 5 %. Die<br />

internationalen Öl- und <strong>Gas</strong>konzerne<br />

BP, Socar und Total, maßgebliche<br />

Anteilseigner am Shah Deniz<br />

Feld in Aserbaidschan, sowie der<br />

belgische <strong>Erdgas</strong>netzbetreiber Fluxys<br />

übernehmen insgesamt 66 %<br />

der TAP-Aktien. Die Anteile wurden<br />

von den derzeitigen Aktionären<br />

Axpo, Statoil, und E.ON veräußert.<br />

Nach dem Zuschlag des Shah<br />

Deniz Konsortiums für TAP hatte<br />

Axpo angekündigt, ihr Engagement<br />

von 42,5 % auf einen einstelligen<br />

Prozentsatz zu reduzieren. Mit<br />

einem Anteil von 5 % bleibt Axpo in<br />

den Führungsgremien der TAP vertreten.<br />

Neben dieser Beteiligung<br />

wird Axpo eine Kapazität von ca.<br />

1 Mrd. m 3 /a für langfristige Bezüge<br />

und Lieferungen nutzen. Über den<br />

Verkaufspreis wurde Stillschweigen<br />

vereinbart.<br />

Die Shah-Deniz-Anteilseigner BP,<br />

Socar und Total haben heute in<br />

Zürich 50 %, der belgische <strong>Erdgas</strong>netzbetreiber<br />

Fluxys 16 % der<br />

Anteile an TAP übernommen. Die<br />

Option des Eintritts von BP (20 %),<br />

Socar (20 %) und Total (10 %) war im<br />

Vorfeld des TAP-Entscheids grundsätzlich<br />

vereinbart worden, Fluxys<br />

hatte diesen Frühling ihr Interesse<br />

angemeldet. Die bisherigen Aktionäre<br />

Axpo, Statoil und E.On werden<br />

weiterhin dem Aktionärskreis der<br />

TAP angehören.<br />

September <strong>2013</strong><br />

574 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Märkte und Unternehmen<br />

NACHRICHTEN<br />

ZSW-Methan erreicht <strong>Erdgas</strong>qualität<br />

Das maßgeblich vom ZSW entwickelte<br />

Power-to-<strong>Gas</strong> (P2G®)-<br />

Verfahren ist wieder einen Schritt<br />

näher an die Marktreife gerückt: In<br />

der Ende Oktober 2012 fertiggestellten<br />

250-Kilowatt-Forschungsanlage<br />

in Stuttgart konnten die Wissenschaftler<br />

nun ein überaus hochwertiges<br />

<strong>Gas</strong> mit 99-prozentigen<br />

Methan-Anteil erzeugen. Das verbleibende<br />

Prozent setzt sich aus<br />

Wasserstoff und Kohlendioxid zu -<br />

sammen.<br />

Möglich wurde diese hervorragende<br />

<strong>Gas</strong>qualität durch eine Membran-Technologie.<br />

Mithilfe der<br />

Membran wird das <strong>Gas</strong> nach der<br />

Methanisierung im Reaktor aufbereitet.<br />

„Unser nachgeschaltetes<br />

Membran-Modul hat sich bewährt.<br />

Es verhilft uns zu einer <strong>Gas</strong>qualität,<br />

mit der wir schon jetzt ein wichtiges<br />

Projektziel der P2G-Forschungsanlage<br />

verwirklichen konnten“, sagt<br />

Dr. Michael Specht, Leiter des ZSW-<br />

Fachgebiets Regenerative Energieträger<br />

und Verfahren.<br />

Bei P2G® handelt es sich um ein<br />

Stromspeicherverfahren. Dabei<br />

wird aus überschüssigem Sonnen-<br />

sowie Windstrom zunächst per Elektrolyse<br />

Wasserstoff erzeugt und in<br />

einem zweiten Schritt zusammen<br />

mit Kohlendioxid methanisiert. Das<br />

so entstandene Methan bzw. synthetische<br />

<strong>Erdgas</strong> lässt sich über<br />

Monate verlustfrei im <strong>Erdgas</strong>netz<br />

speichern, um bei Stromknappheit<br />

wieder zurück verstromt zu werden.<br />

Es kann aber auch direkt genutzt<br />

werden, etwa in Blockheizkraftwerken,<br />

in der Industrie oder als Kraftstoff<br />

für den CO 2 -neutralen Antrieb<br />

von <strong>Erdgas</strong>autos.<br />

Energiedienstleister Cofely erhält Deutschen<br />

Rechenzentrumspreis<br />

Die Cofely Deutschland GmbH,<br />

Spezialist für Umwelt- und<br />

Energieeffizienz, hat zusammen mit<br />

dem IT-Beratungsunternehmen ak -<br />

quinet den Deutschen Rechenzentrumspreis<br />

<strong>2013</strong> in der Kategorie<br />

„Energie- und ressourceneffiziente<br />

Großrechenzentren“ gewonnen.<br />

Überzeugen konnten die beiden<br />

Unternehmen mit einem ganzheitlichen<br />

Energie-Konzept für den Bau<br />

zweier hocheffizienter Rechenzentren<br />

in Hamburg und Norderstedt.<br />

Bei dem Projekt entwickelte Cofely<br />

ein maßgeschneidertes Technikkonzept,<br />

das eine energieeffiziente<br />

Anlagentechnik mit einem ausgefeilten<br />

Mess-, Steuerungs- und<br />

Regelungs-(MSR-)Plan verbindet.<br />

Die Auszeichnung erhielten die<br />

Unternehmen im Rahmen der<br />

Messe „future thinking“ auf der<br />

unabhängige Experten über die<br />

neuesten Entwicklungen und Innovationen<br />

der Rechenzentrumsbranche<br />

informieren.<br />

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September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 575


NACHRICHTEN<br />

Veranstaltungen<br />

14. Viessmann Energieforum<br />

Die Viessmann Akademie in<br />

Allendorf (Eder) war am 20. und<br />

21. August <strong>2013</strong> Treffpunkt renommierter<br />

Klima- und Energieexperten.<br />

Im Rahmen des 14. Viessmann<br />

Energieforums referierten sie vor<br />

ausgewählten Marktpartnern des<br />

Unternehmens über den aktuellen<br />

Stand der Klima- und Energiesituation<br />

und zeigten Lösungsansätze<br />

zur Bewältigung der Energiewende<br />

auf. Die Viessmann Energieforen<br />

werden seit 2008 veranstaltet und<br />

haben sich längst zu einem wichtigen<br />

Forum für Energie- und Klimafragen<br />

entwickelt.<br />

Dr. Martin Viessmann wies in<br />

seiner Begrüßungsrede darauf hin,<br />

dass der Schlüssel zum Gelingen<br />

der politisch gewollten Energiewende<br />

im Wärmemarkt liegt. „Allein<br />

mit der durch die Auflösung des<br />

Modernisierungsstaus im Heizungsanlagenbestand<br />

einzusparenden<br />

Energiemenge könnte die Atomstromlücke<br />

geschlossen werden“, so<br />

der Unternehmenschef. Darüber<br />

hinaus biete der Wärmemarkt hervorragende<br />

Möglichkeiten, Energie<br />

zu speichern und damit zum Ausgleich<br />

der Fluktuation erneuerbarer<br />

Energien beizutragen.<br />

Prof. Hans Joachim Schellnhuber,<br />

Mitglied des Weltklimarats<br />

IPPC und Direktor des Potsdam-Instituts<br />

für Klimafolgenforschung,<br />

zeigte in seinem Vortrag eindrucksvoll<br />

auf, welch dramatische Folgen<br />

eine Erwärmung der Atmosphäre<br />

Das Podium am ersten Tag des 14. Viessmann Energieforums (v.l.): Moderator Jürgen<br />

Petermann, Manfred Greis, Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Stephan Kohler, Franzjosef<br />

Schafhausen.<br />

um mehr als zwei Grad Celsius<br />

hätte. Schellnhuber stellte aber<br />

auch Möglichkeiten vor, die Erwärmung<br />

auf zwei Grad gegenüber der<br />

vorindustriellen Zeit zu begrenzen.<br />

Unter dem Titel „Die Hauswende“<br />

machte der Vorsitzende der<br />

Geschäftsführung der Deutschen<br />

Energie-Agentur (dena), Stephan<br />

Kohler, klar, dass sich die von der<br />

Politik beschlossene Energiewende<br />

nur realisieren lässt, wenn der<br />

Modernisierungsstau im Gebäudebestand<br />

aufgelöst wird. In seinem<br />

Vortrag präsentierte Kohler Strategien,<br />

deren Umsetzung für mehr<br />

Schwung bei der Gebäudesanierung<br />

sorgen würde.<br />

Dass die Energiewende mehr ist<br />

als die „Stromwende“, darauf wies<br />

Franzjosef Schafhausen hin, Leiter<br />

der Unterabteilung E 1 Energiewende<br />

im Bundesministerium für<br />

Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.<br />

Schafhausen betonte,<br />

dass der Wärmemarkt mit einem<br />

Anteil von knapp 40 % noch vor den<br />

Sektoren Strom und Verkehr der<br />

größte Verbraucher ist und damit<br />

auch das größte Potenzial zum<br />

Erreichen der energie- und klimapolitischen<br />

Ziele hat.<br />

Dr. Frank Voßloh, Geschäftsführer<br />

der Viessmann Deutschland GmbH,<br />

bezeichnete in seinem Vortrag den<br />

Klimaschutz und die Gestaltung<br />

einer zukunftsfähigen Energieversorgung<br />

als die größten Herausforderungen,<br />

denen die Menschheit<br />

im 21. Jahrhundert gegenübersteht.<br />

Umso wichtiger sei es, endlich den<br />

Modernisierungsstau aufzulösen –<br />

was eine ge waltige Aufgabe sei.<br />

„Um den Gebäudebestand bis 2020<br />

auf einen energetisch akzeptablen<br />

Stand zu bringen, müsste die Sanierungsrate<br />

verdreifacht werden“, so<br />

Dr. Voßloh.<br />

Ein weiterer Referent beim<br />

14. Viessmann Energieforum war<br />

Carsten Herbert, Energieberater des<br />

Büros „Energie & Haus“ in Darmstadt.<br />

In seinem Vortrag mit dem<br />

Titel „Energieeffizienz im Gebäudebestand“<br />

machte er deutlich, dass<br />

sich die Heizungsfachfirmen derzeit<br />

im Wandel zum Energieeffizienzdienstleister<br />

für Anlagentechnik<br />

befinden.<br />

Manfred Greis, Leiter der Viessmann<br />

Unternehmenskommunikation,<br />

stellte das strategische Nachhaltigkeitsprojekt<br />

„Effizienz Plus“<br />

vor. Damit hatte Viessmann am<br />

Stammsitz in Allendorf (Eder) den<br />

Verbrauch fossiler Energien um<br />

zwei Drittel und den CO 2 -Ausstoß<br />

um mehr als 80 % senken können.<br />

September <strong>2013</strong><br />

576 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Veranstaltungen<br />

NACHRICHTEN<br />

R<br />

Thermische Energiespeicher in<br />

der Energieversorgung<br />

Optimierte thermische Speichersysteme im Fokus:<br />

2. VDI-Fachkonferenz „Thermische Energiespeicher<br />

in der Energieversorgung“.<br />

Bild: VDI Wissensforum GmbH/DLR<br />

Das nachhaltige Energieversorgungssystem<br />

in Deutschland<br />

plant erneuerbare Energien zunehmend<br />

zu nutzen. Besondere Bedeutung<br />

kommt hierbei den dezentralen<br />

Energiespeichern zu. Neben der<br />

elektrischen Energie auch Wärme zu<br />

speichern, ermöglicht erhebliche<br />

ökonomische und ökologische Vorteile,<br />

sowohl auf kommunaler als<br />

auch auf industrieller Ebene. Mit<br />

diesem Thema befasst sich die<br />

2. VDI-Fachkonferenz „Thermische<br />

Energiespeicher in der Energieversorgung“<br />

am 16. und 17. Oktober<br />

<strong>2013</strong> in Ludwigsburg.<br />

Auf der zweitägigen Konferenz<br />

berichten Betreiber sowie Wissenschaftler<br />

über die technischen und<br />

energiewirtschaftlichen Herausforderungen<br />

für den dezentralen,<br />

bedarfsnahen Wärmespeichereinsatz.<br />

Andreas Hauer vom Bayerischen<br />

Zentrum für Angewandte<br />

Energieforschung e.V. stellt Möglichkeiten<br />

vor, thermische Speicher<br />

für die Integration erneuerbarer<br />

Energien zu nutzen. Wie Energieversorger<br />

Wärmespeicher in Heizkraftwerken<br />

einsetzen können, präsentiert<br />

Andreas Dengel von STEAG<br />

New Energies.<br />

Darüber hinaus diskutieren<br />

Fachleute Betriebserfahrungen mit<br />

saisonalen Speichern, Fernwärmespeichern<br />

und gebäudeintegrierten<br />

Kaltwasserspeichern. Sie zeigen aus<br />

der industriellen Praxis die Potenziale<br />

von Salzwärmespeichern in<br />

Kraftwerks- und Industrieprozessen.<br />

Zum Abschluss der Konferenz entwirft<br />

Marc Jüdes von EnBW Perspektiven,<br />

um thermische Energiespeicher<br />

in Fernwärmenetzen einzusetzen.<br />

Weitere Vorträge kommen<br />

unter anderem von Linde, RWE<br />

Power und IF Technology.<br />

Am Vortag der Fachkonferenz,<br />

dem 15. Oktober <strong>2013</strong>, findet ein<br />

Spezialtag zum Thema „Speicher für<br />

die regenerative Wärmeerzeugung“<br />

statt. Henner Kerskes, Leiter der<br />

Gruppe Thermische Energiespeicher<br />

des Instituts für Thermodynamik<br />

und Wärmetechnik (ITW) in<br />

Stuttgart, gibt dabei den Teilnehmern<br />

einen Überblick über die<br />

Möglichkeiten und Grenzen beim<br />

Einsatz von Wärmespeichern die<br />

Effizienz regenerativer Energien zu<br />

steigern.<br />

Anmeldung und Programm unter<br />

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NACHRICHTEN<br />

Veranstaltungen<br />

Neuerungen zum Explosionsschutz für<br />

<strong>Gas</strong>versorgungsanlagen<br />

Am 11. Dezember veranstaltet<br />

der DVGW in Zusammenarbeit<br />

mit der BG ETEM die Schulung „Neuerungen<br />

zum Explosionsschutz für<br />

<strong>Gas</strong>versorgungsanlagen“. Die Zielsetzung<br />

dieses Seminars ist, über<br />

aktuelle Entwicklungen und Änderungen<br />

der Anforderungen zum<br />

Explosionsschutz zu informieren<br />

und Hilfestellung bei der betrieblichen<br />

Umsetzung zu geben. Die<br />

Inhalte dieser Schulungsveranstaltung<br />

wurden vom gemeinsamen<br />

Fachgremium von DVGW und BG<br />

ETEM „Explosionsschutz in der <strong>Gas</strong>versorgung“<br />

zusammengestellt.<br />

Die Themen:<br />

##<br />

Rechtliche Anforderungen<br />

##<br />

Neuerungen im DVGW-Regelwerk<br />

##<br />

Umsetzung der TRBS an <strong>Gas</strong>anlagen<br />

##<br />

Anforderungen an den Blitzschutz<br />

in <strong>Gas</strong>anlagen<br />

##<br />

Maßnahmen des Explosionsschutzes<br />

für Biogasanlagen<br />

Zielgruppe sind Betreiber von<br />

<strong>Gas</strong>anlagen, Betriebs- und Planungsingenieure,<br />

Fachkräfte für<br />

Arbeitssicherheit, die für die Umsetzung<br />

der Anforderungen des Explosionsschutzes<br />

in ihren Unternehmen<br />

verantwortlich sind bzw. hierbei<br />

Unterstützung leisten.<br />

Informationen und Anmeldung:<br />

DVGW-Hauptgeschäftsführung,<br />

Silke Splittgerber, Tel. (0228) 9188-607,<br />

E-Mail: splittgerber@dvgw.de<br />

biogas – expo & congress<br />

Am 23. und 24. Oktober bringt<br />

die Plattform Biogas – expo &<br />

congress unterschiedlichste Player<br />

der nachhaltigen Energiebranche<br />

aus Deutschland, Frankreich und<br />

der Schweiz zusammen. Neben<br />

Wirtschaft und Wissenschaft sind<br />

vielfach Landwirte die Betreiber für<br />

Anlagen, die aus Gülle wertvollen<br />

Strom und Wärme erzeugen. Bundesweit<br />

haben 200 Landwirte in<br />

Kleinbiogasanlagen investiert und<br />

auf einen kontinuierlichen Nebenerwerb<br />

gebaut. Für <strong>2013</strong> wurden<br />

in Baden- Württemberg bisher für<br />

28 Anlagen Bauanträge gestellt.<br />

Woran liegt es und wo steckt das<br />

Potenzial?<br />

Das ist eines der Themen bei der<br />

Fachmesse Biogas -expo & congress<br />

der Messe Offenburg. Der bekannte<br />

Experte Dr. Manfred Dederer von<br />

der StaatlichenBiogasberatung<br />

Baden-Württemberg Nord gibt<br />

einen effektiven Überblick, flankiert<br />

von Herstellerentwicklungen und<br />

Praxisberichten. Dazu und zu weiteren<br />

aktuellen Themen ist der Kongress<br />

der Biogas – expo & congress<br />

am zentralen Messestandort Offenburg<br />

prominent besetzt. Rund<br />

40 Fachvorträge bieten einen praxisorientierten<br />

Überblick über die<br />

aktuelle Diskussionslage. Das Kongressprogramm<br />

steht bereits online<br />

unter www.biogas-offenburg.de zur<br />

Verfügung.<br />

World of Energy Solutions <strong>2013</strong><br />

Autohersteller schmieden internationale<br />

Allianzen, um schon<br />

bald Brennstoffzellen-Fahrzeuge<br />

kostenoptimiert vermarkten zu<br />

können. Wie erfolgreich sie damit<br />

sein werden, entscheiden viele Faktoren:<br />

Gelingt es, zuverlässige Lieferketten<br />

aufzubauen? Lassen sich<br />

Verbraucher von der „grünen“ Technik<br />

begeistern? Und nicht zuletzt:<br />

Gibt es ausreichend Wasserstoff-<br />

Tankstellen für die neuen Autos?<br />

Fachleute diskutieren diese und<br />

weitere Fragen auf der internationalen<br />

Brennstoffzellen-Konferenz und<br />

-Messe f-cell vom 30. September bis<br />

2. Oktober <strong>2013</strong> in Stuttgart.<br />

Unter dem Dach „WORLD OF<br />

ENERGY SOLUTIONS“ findet die Veranstaltung<br />

gemeinsam mit den<br />

Messe- und Konferenzveranstaltungen<br />

BATTERY+STORAGE, e-mobil<br />

BW TECHNOLOGIETAG sowie dem<br />

Konferenzteil Solar Energy Solutions<br />

statt. Insgesamt über 140 Top-<br />

Referenten aus Deutschland, Belgien,<br />

China, Dänemark, Großbritannien,<br />

Frankreich, Italien, Japan,<br />

Kanada, Korea, Österreich, Schweiz,<br />

Südafrika und den USA berichten<br />

im Rahmen der Konferenzen. Das<br />

komplette Konferenzprogramm und<br />

weitere Informationen finden Interessierte<br />

unter: www.f-cell.de und<br />

www.world-of-energy-solutions.de<br />

September <strong>2013</strong><br />

578 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Veranstaltungen<br />

NACHRICHTEN<br />

Blitzschutzsysteme für <strong>Gas</strong>-Druckregelund<br />

Messanlagen<br />

Am 12. Dezember findet die<br />

DVGW-Veranstaltung „Blitzschutzsysteme<br />

für <strong>Gas</strong>-Druckregelund<br />

Messanlagen“ in Karlsruhe<br />

statt. Hinweise und Erläuterungen<br />

zur Notwendigkeit von Blitzschutzsystemen<br />

sowie die praktische Um -<br />

setzung an <strong>Gas</strong>-Druckregel- und<br />

Messanlagen.<br />

Die Schwerpunkte:<br />

##<br />

Rechtliche Grundlagen<br />

##<br />

Funktionsweise eines Blitzschutzsystems<br />

##<br />

Das Blitzschutz-Managementsystem<br />

als Leitfaden zur Umsetzung<br />

von Schutzmaßnahmen<br />

##<br />

Erhöhung der Verfügbarkeit<br />

elektronischer Systeme<br />

##<br />

Umsetzung der Schutzmaßnahmen<br />

nach DIN EN 62305 Teil 1–4<br />

##<br />

Prüfung und Wartung<br />

Zielgruppe sind Anlagenbetreiber,<br />

Verantwortliche Fach- und Führungskräfte,<br />

Ex-Sachkundige, Planer,<br />

Befähigte Personen und Sachverständige.<br />

Die Teilnehmer sollten Vorkenntnisse<br />

im Bereich des Blitzschutzes<br />

haben.<br />

Informationen und Anmeldung:<br />

DVGW-Hauptgeschäftsführung,<br />

Silke Splittgerber,<br />

Tel. (0228) 9188-607,<br />

E-Mail: splittgerber@dvgw.de<br />

biogas<br />

expo & congress<br />

23. + 24. Okt. <strong>2013</strong><br />

Messe Offenburg<br />

Messe Offenburg-Ortenau GmbH · Schutterwälder Str. 3 · 77656 Offenburg<br />

FON +49 (0)781 9226-54 · FAX +49 (0)781 9226-77 · biogas@messe-offenburg.de · www.biogas-offenburg.de<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 579


NACHRICHTEN<br />

Verbände und Vereine<br />

Broschüre „Grundlagen und Tipps für den<br />

Heizungsservice“ der ASUE<br />

Die ASUE hat eine Fibel veröffentlicht,<br />

in der gezielt die<br />

Bedürfnisse des Installateurhandwerks<br />

aufgegriffen werden. In kompakter<br />

und gut übersichtlicher Form<br />

wird dem Handwerker vor Ort ein<br />

praktisches Nachschlagewerk geboten.<br />

Entsprechend ist das Format für<br />

den Alltagsgebrauch gewählt und<br />

passt in die Tasche der Arbeitskleidung.<br />

Auch für den Verbraucher und<br />

das Energieversorgungsunternehmen<br />

ist diese Fibel von großem<br />

Interesse, mit vielen Tipps und Illustrationen<br />

um die Heizungsanlage<br />

und die Trinkwasserinstallation.<br />

ASUE möchte mit diesem kleinen<br />

Nachschlagewerk einen systematischen<br />

und illustrierten Zugang zu<br />

den Schwerpunkten der häuslichen<br />

Installationen (Heizung, Trinkwasser)<br />

schaffen. Besonderes Augenmerk<br />

erfährt das Thema Energieeinsparung,<br />

deshalb wird der hydraulische<br />

Abgleich besonders ausführlich<br />

behandelt.<br />

Über mehrere Seiten werden<br />

praktische Hilfen zur Abschätzung<br />

von Grundeinstellungen gegeben,<br />

selbst wenn dem Handwerker nicht<br />

alle Messwerte aus der Hausanlage<br />

zur Verfügung stehen. Somit er -<br />

kennt das Nachschlagewerk die Er -<br />

fordernisse des praktischen Alltags.<br />

Ein ausführliches Kapitel be -<br />

schäftigt sich mit Maßnahmen zur<br />

Energieeinsparung, zum Beispiel<br />

einem Austausch der Umwälzpum pe<br />

zur Energieeinsparung nach EUP-<br />

Richtlinie. Das Thema Trinkwasser<br />

wird ausführlich behandelt, Maßnahmen<br />

gegen die Legionellenbildung<br />

stehen dabei im Vordergrund,<br />

daneben findet man einen Auszug<br />

aus der Trinkwasserverordnung.<br />

Praktischer Helfer sind ebenfalls die<br />

um Rechentabellen für physikalische<br />

Einheiten aus dem Metier der<br />

Installateuren, in denen auch angelsächsische<br />

Einheiten, ganz der Tradition<br />

gehorchend, nicht fehlen<br />

dürfen.<br />

Mit der Broschüre „Grundlagen<br />

und Tipps für den Heizungsservice“<br />

ergänzt die ASUE – Arbeitsgemeinschaft<br />

für sparsamen und umweltfreundlichen<br />

Energieverbauch e.V.<br />

ihre Broschürenreihe um einen weiteren<br />

Titel, der sich als Nachschlagewerk<br />

gezielt mit praktischen Umsetzungshilfen<br />

zum Thema Energieeffizienz<br />

beschäftigt.<br />

Die neue ASUE-Broschüre<br />

„Grundlagen und Tipps für den Heizungsservice“<br />

(104 Seiten, Schutzgebühr<br />

3,57 Euro) kann über energieDRUCK<br />

Verlag für sparsamen<br />

und umweltfreundlichen Energieverbrauch<br />

bestellt werden: E-Mail:<br />

bestellung@energiedruck.de<br />

BMWi veröffentlicht Ergebnisse der<br />

Kosten-Nutzen-Analyse zu „Smart Meter“<br />

Das<br />

Bundeswirtschaftsministerium<br />

(BMWi) hat die lange von<br />

der Branche erwarteten Ergebnisse<br />

der Kosten-Nutzen-Analyse für<br />

einen flächendeckenden Einsatz in -<br />

telligenter Messsysteme veröffentlicht.<br />

Die Kosten-Nutzen-Analyse ist<br />

Grundlage für die sogenannte „Rollout-Verordnung“,<br />

die die zukünftigen<br />

Rahmenbedingungen beim<br />

Einsatz von intelligenten Stromund<br />

<strong>Gas</strong>zählern (Smart Metern) in<br />

Deutschland verbindlich vorschreiben<br />

wird.<br />

Der Verband kommunaler Unternehmen<br />

(VKU) begrüßt insbesondere,<br />

dass der Messstellenbetreiber<br />

mit den meisten Zählpunkten innerhalb<br />

des Gebietes die neu geschaffene<br />

Rolle des „Smart Meter Gateway<br />

Administrator“ grundsätzlich<br />

innerhalb eines Verteilnetzgebietes<br />

übernimmt. Diese Grundzuständigkeit<br />

liegt nur bei einem Unternehmen<br />

pro Netzgebiet, also dem regulierten<br />

Verteilnetzbetreiber, der je -<br />

doch die Möglichkeit zu Kooperation<br />

beziehungsweise zur Beauftragung<br />

Dritter hat. Grundsätzlich<br />

kann jedoch jedes Unternehmen,<br />

das die entsprechenden Anforderungen<br />

erfüllt und nachweist, diese<br />

im wettbewerblichen Rahmen<br />

anbieten. Auch wurde im Sinne des<br />

Wettbewerbs dem Letztverbraucher<br />

das Recht eingeräumt, einen<br />

vom grundzuständigen abweichenden<br />

Smart Meter Gateway Administrator<br />

zu wählen. Der Smart Meter<br />

Gateway Administrator ist die zentrale<br />

Rolle im intelligenten Energiesystem,<br />

der als vertrauenswürdige<br />

Instanz das Smart Meter Gateway<br />

konfiguriert, überwacht und steuert.<br />

Die Verpflichtung zum Einbau<br />

intelligenter Zähler und Messsysteme<br />

liegt wie bisher beim Messstellenbetreiber.<br />

September <strong>2013</strong><br />

580 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Verbände und Vereine<br />

NACHRICHTEN<br />

Elektroschweißfittings<br />

zum Verschweißen von<br />

PE 80 und PE 100 Rohren<br />

dena sucht Vorreiter im Biomethanmarkt<br />

Mit dem „Wettbewerb der Biogaspartnerschaft“<br />

zeichnet die Deutsche Energie-<br />

Agentur GmbH (dena) Akteure im Biomethanmarkt<br />

aus, die sich erfolgreich für die Marktentwicklung<br />

von Biogas im <strong>Erdgas</strong>netz<br />

eingesetzt haben. Gesucht werden vorbildliche<br />

Projekte, innovative Produkte, Dienstleistungen<br />

sowie Geschäftsmodelle und Konzepte<br />

rund um die Biogas einspeisung. Die<br />

Bewerbungsfrist endet am 1. Oktober <strong>2013</strong>.<br />

Insgesamt gibt es drei Wettbewerbskategorien:<br />

Um den Preis „Biogaspartnerschaft des<br />

Jahres“ können sich Betreiber von Anlagen<br />

zur Biogaseinspeisung bewerben. Der „Innovationspreis“<br />

prämiert Produkte, Dienstleistungen,<br />

Geschäftsmodelle und Konzepte. Kreative<br />

und erfolgreiche Biogasangebote von<br />

Versorgern, Stadtwerken und Händlern erhalten<br />

die Auszeichnung „Biogasprodukt des<br />

Jahres“. Die Preisverleihung findet im Rahmen<br />

der biogaspartner-Konferenz am 3. Dezember<br />

in Berlin statt.<br />

Die dena führt den Wettbewerb im Rahmen<br />

des Projektes „biogaspartner“ bereits<br />

zum sechsten Mal in Folge durch und unterstützt<br />

so die Entwicklung des Biomethanmarkts<br />

in Deutschland. Biomethan spielt im<br />

Energiesystem der Zukunft eine wichtige<br />

Rolle, da es regene rativ und kontinuierlich<br />

erzeugt und im <strong>Erdgas</strong>netz gespeichert werden<br />

kann.<br />

Weitere Informationen zur Wettbewerbsteilnahme<br />

sowie zur Einspeisung von Biogas<br />

in das <strong>Erdgas</strong>netz stehen unter www.biogaspartner.de<br />

bereit.<br />

Sicher<br />

ist<br />

sicher!<br />

Anpassung der Wechselprozesse im<br />

Messwesen Voraussetzung für Erfolg<br />

Mit der ersten Fragerunde zur Kosten-Nutzen-Analyse<br />

(KNA) von Ernst & Young<br />

Bundeswirtschaftsministerium BMWi sind<br />

nach Ansicht des EDNA Bundesverband Energiemarkt<br />

& Kommunikation e.V. jetzt die Weichen<br />

für die künftige Entwicklung des Messwesens<br />

in die richtige Richtung gestellt. Ein<br />

wichtiger Aspekt ist nach Ansicht der EDNA,<br />

dass das BMWi nun in einem offenen und konstruktiven<br />

Dialog mit den Marktteilnehmern<br />

eingetreten ist, der zu wirtschaftlich sinnvollen<br />

und vor allem marktgerechten Lösungen<br />

führen kann. Als wichtigsten Meilenstein sieht<br />

EDNA neben den erforderlichen Vorgaben für<br />

den Gateway-Administrator die entsprechende<br />

Anpassung der Wechselprozesse im<br />

Messwesen (WiM).<br />

Mit der jetzt veröffentlichten Marschrichtung<br />

– intelligente Zähler für die Kleinen und<br />

intelligente Messsysteme für die Großen – be -<br />

steht nun auch wieder der Freiraum für die<br />

Entwicklung neuer Mehrwertangebote auf<br />

Basis der Smart Meter. Gleichzeitig stimmt<br />

EDNA mit der geäußerten Ansicht von Ernst &<br />

Young überein, dass auch in der heutigen<br />

Marktkonstellation mit mehr als 800 Netzbetreibern<br />

das Thema zu stemmen ist und es<br />

keinen regulatorischen Eingriffs be züglich der<br />

Rolle des Gateway-Administrators bedarf.<br />

Über Kooperationen und das Entstehen von<br />

Dienstleistungsunternehmen werden hier<br />

auch ohne Regulierung von selbst Szenarien<br />

für eine wirtschaftliche Umsetzung entstehen.<br />

EDNA wird weiterhin die Umsetzung der in<br />

der KNA aufgezeigten Richtung unterstützen<br />

damit über eine legislative Ausgestaltung zu -<br />

nächst durch Anpassung des EnWG und den<br />

weiteren erforderlichen regulatorischen<br />

Anpassungen die Veränderung im Messwesen<br />

beginnen kann.<br />

Immer wieder neue Herausforderungen,<br />

denen wir uns<br />

gerne stellen.<br />

Produktinnovationen, die<br />

Problemstellungen aufgreifen<br />

und der Funktion folgen,<br />

technisch ausgereift und<br />

zukunftsorientiert!<br />

PLASSON GmbH<br />

Krudenburger Weg 29 • 46485 Wesel<br />

Telefon: (0281) 9 52 72-0<br />

Telefax: (02 81) 9 52 72-27<br />

E-Mail: info@plasson.de<br />

Internet: www.plasson.de


NACHRICHTEN<br />

Verbände und Vereine<br />

Forschungsprojekt zu Smart-Grid-Konzepten<br />

gestartet<br />

Im Rahmen seiner Innovationsoffensive<br />

<strong>Gas</strong>technologie hat der<br />

DVGW Deutscher Verein des <strong>Gas</strong>und<br />

Wasserfaches jetzt ein Forschungsprojekt<br />

gestartet, das den<br />

Nutzen von regionalen Smart-Grid-<br />

Konzepten unter Berücksichtigung<br />

der Power-to-<strong>Gas</strong>-Technologie wissenschaftlich<br />

untersucht.<br />

In den nächsten Jahren sind im<br />

Stromverteilnetz weiterhin ein starker<br />

Ausbau der erneuerbaren Energien<br />

und ein vermehrter Einsatz<br />

dezentraler Elektrizitätsversorgungskonzepte<br />

zu erwarten. Hieraus<br />

ergeben sich ein verstärkter<br />

Netzausbaubedarf sowie steigende<br />

Anforderungen an dezentrale Er -<br />

zeugungsanlagen. Umgekehrt ist<br />

der lokale <strong>Erdgas</strong>verbrauch zum Teil<br />

rückläufig. Gleichzeitig ergeben<br />

sich durch die verbesserte Ansteuerbarkeit<br />

einzelner Betriebsmittel<br />

im Rahmen sogenannter Smart<br />

Grids neue Möglichkeiten für Netzplanung<br />

und -betrieb. Vor diesem<br />

Hintergrund stellt sich die Frage, in<br />

welchem Umfang regionale <strong>Gas</strong>infrastrukturen<br />

den Netzausbau Strom<br />

dämpfen können.<br />

Auf der Verteilerebene sind<br />

unterschiedliche Betriebsmittel im<br />

<strong>Gas</strong>netz geeignet – Power-to-<strong>Gas</strong>-<br />

(z. B. Elektrolyse) oder <strong>Gas</strong>-to-<br />

Power-Anlagen (z. B. Kraft-Wärme-<br />

Kopplung) sowie Elemente zur Lastverschiebung.<br />

Dabei sind unterschiedliche<br />

Zielgrößen bzw. Nutzeneffekte<br />

für den Einsatz dieser<br />

Anlagen denkbar. So könnte etwa<br />

der Netzausbau im Stromnetz reduziert,<br />

der Dispatch aller Anlagen<br />

optimiert oder die Versorgungssicherheit<br />

erhöht werden. Es ist<br />

unklar, welcher quantitative Mehrwert<br />

durch die einzelnen, sich zum<br />

Teil gegenseitig ausschließenden<br />

Maßnahmen entsteht. Dies gilt es<br />

zu erforschen.<br />

Das jetzt gestartete DVGW-Forschungsprojekt<br />

setzt sich zusammen<br />

aus einem Verbund von Instituten<br />

und Unternehmen und läuft<br />

bis Ende <strong>2013</strong>. Neben dem Lehrstuhl<br />

für Elektrische Energieversorgung<br />

(EVT) an der Bergischen Universität<br />

Wuppertal sowie dem In -<br />

stitut für Elektrische Anlagen und<br />

Energiewirtschaft (IAEW) an der<br />

RWTH Aachen gehören das DBI <strong>Gas</strong>und<br />

Umwelttechnik GmbH (DBI)<br />

sowie die DVGW-Forschungsstelle<br />

am Karlsruher Institut für Technologie<br />

(DVGW-EBI) dem Verbund an.<br />

Komplettiert wird die Gruppe von<br />

der EWE Netz GmbH, die sich im<br />

Rahmen des Projekts als Industriepartner<br />

beteiligt, um die Anwendbarkeit<br />

der Forschungsergebnisse<br />

in regionalen Strom- und <strong>Gas</strong>netzen<br />

zu gewährleisten.<br />

Weitere Informationen zur<br />

DVGW-Innovationsoffensive <strong>Gas</strong>technologie<br />

unter: http://www.<br />

dvgw-innovation.de<br />

<strong>gwf</strong><strong>Gas</strong><br />

<strong>Erdgas</strong><br />

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />

Halle 12 Stand E4.1<br />

DIV Deutscher Industrieverlag GmbH<br />

www.<strong>gwf</strong>-gas-erdgas.de<br />

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September <strong>2013</strong><br />

582 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Verbände und Vereine<br />

NACHRICHTEN<br />

DVGW sieht Telekommunikationsleitungen<br />

in <strong>Gas</strong>- und Wasserleitungen<br />

kritisch<br />

Die Verbesserung der Breitbandversorgung<br />

ist eine wichtige gesellschaftspolitische<br />

Aufgabe. In diesem Zusammenhang<br />

wird auf EU-Ebene diskutiert, ob die Bereitstellung<br />

von Infrastrukturen für die Breitbandversorgung<br />

verpflichtend werden soll.<br />

Regelungen, die der Verbesserung der<br />

Breitbandversorgung dienen, müssen den<br />

Forderungen nach einem sicheren und zuverlässigen<br />

Betrieb der <strong>Gas</strong>- und Wasserinfrastruktur<br />

grundlegend Rechnung tragen. Der<br />

DVGW hat in seinen Fachgremien die hygienischen,<br />

sicherheitstechnischen und rechtlichen<br />

Aspekte auf Basis der bishe rigen<br />

Betriebserfahrungen und Er kenntnisse in den<br />

Versorgungs unternehmen bewertet.<br />

Das Einbringen von Telekommunikationsleitungen<br />

(TKL) in bestehende Rohrnetze der<br />

Wasser- und <strong>Gas</strong>versorgung führt im Rahmen<br />

der Verlegung dazu, dass das Kabel vor jeder<br />

Armatur ausgeführt und nach der Armatur<br />

wieder eingeführt werden muss, um die<br />

Funktions fähigkeit der Armaturen uneingeschränkt<br />

zu gewährleisten. Auf Grund der<br />

hohen Dichte der Armaturen im Verteilnetz<br />

entsteht eine Vielzahl potenzieller Undichtigkeitsstellen,<br />

deren Gefährdungspotenzial als<br />

hoch eingeschätzt werden kann. Darüber hinaus<br />

ergeben sich erheblich Einschränkungen<br />

bei der Durchführung von Entstörungs-,<br />

Instandhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen.<br />

Dies kann soweit führen, dass betriebliche<br />

Maßnahmen oder Maßnahmen zur<br />

Schadens begrenzung (z. B. das Setzen von<br />

Absperrblasen zum temporären Absperren<br />

der <strong>Gas</strong>leitungen) gar nicht oder nur unter<br />

erschwerten Voraussetzungen durchgeführt<br />

werden können, verbunden mit einer Gefährdung<br />

der Versorgungssicherheit und<br />

Zunahme von Schadens risiken im Umfeld.<br />

Die Trinkwasserverordnung be nennt<br />

Anzeige- und Meldepflichten gegenüber dem<br />

Gesundheitsamt bei Änderungen an Wasserversorgungsanlagen,<br />

wozu der Einbau von<br />

TKL zählen würde. Dabei stellen sich sehr<br />

grundlegende Fragen, die einer sorgfältigen<br />

Prüfung in technischer und rechtlicher Hinsicht<br />

bedürfen. Für die Wasserversorgung und<br />

die zugehörige technische Normung und<br />

Gesetzgebung gilt seit Jahrzehnten der<br />

Grundsatz, dass so viel (Materialien, Werkstoffe,<br />

Bauteile) wie nötig, aber so wenig wie<br />

möglich in das Trinkwasser system eingebaut<br />

und dieses als „geschlossenes System“ mit<br />

Blick auf den gesundheitlichen Verbraucherschutz<br />

betrieben wird. TKL in Wasserleitungen<br />

bedeuten eine Ab kehr von diesem Grundsatz.<br />

Neben den hygienischen Anforderungen von<br />

trinkwasserberührten Einbauten hinaus sieht<br />

der DVGW vor allem betriebliche Unwägbarkeiten,<br />

die gegen die Verlegung von Datenkommunikationskabeln<br />

in Trinkwasserleitungen<br />

sprechen.<br />

„Das Verlegen von Breitband kabeln in <strong>Gas</strong>und<br />

Trinkwasserleitungen ist mit einem nicht<br />

einschätzbaren Risiko verbunden, das eine<br />

unzulässige Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit<br />

darstellt. Aus diesem Grund<br />

sollte die Benutzung von Trinkwasser- und<br />

<strong>Gas</strong>leitungen für Datenkabel aus dem Anwendungsbereich<br />

der geplanten EG-Verordnung<br />

gestrichen werden. Wir begrüßen daher die<br />

neuesten Äußerungen der Bundesregierung<br />

und der EU-Kommission, in Trinkwasserleitungen<br />

wegen hygienisch begründeter Bedenken<br />

keine Da tenkabel zu verlegen“, fasst Dr.-<br />

Ing. Walter Thielen, Hauptgeschäftsführer des<br />

DVGW Deutscher Verein des <strong>Gas</strong>- und Wasserfaches<br />

e.V, zusammen.<br />

Eine ausführliche Stellungnahme des<br />

DVGW zu der geplanten europäischen Verordnung<br />

befindet sich im Internet unter www.<br />

dvgw.de<br />

PLASSON GmbH<br />

Krudenburger Weg 29 • 46485 Wesel<br />

Telefon: (0281) 9 52 72-0<br />

Telefax: (02 81) 9 52 72-27<br />

E-Mail: info@plasson.de<br />

Internet: www.plasson.de


NACHRICHTEN<br />

Personen<br />

Dr. Karl Roth 60 Jahre<br />

DVGW-Präsident Dr. Karl Roth.<br />

Am 27. Juni <strong>2013</strong> feierte Dr.<br />

Karl Roth, Präsident des DVGW<br />

und Technischer Geschäftsführer<br />

der Stadtwerke Karlsruhe, seinen<br />

60. Geburtstag.<br />

Mitte Januar dieses Jahres wurde<br />

Karl Roth zum DVGW-Präsidenten<br />

gewählt. Zuvor gehörte er dem<br />

DVGW-Bundespräsidium als Vizepräsident<br />

an. Seit 2005 leitet Roth<br />

die DVGW-Landesgruppe mit ihren<br />

rund 240 Unternehmen in Baden-<br />

Württemberg. Vor rund zwei Jahren<br />

wurde er als Vorsitzender der Landesgruppe<br />

wieder gewählt.<br />

In der schwierigen Phase wachsender<br />

Herausforderungen an die<br />

<strong>Gas</strong>- und Wasserwirtschaft sieht es<br />

Roth als seine Hauptaufgabe an,<br />

den Versorgungsauftrag der<br />

Unternehmen weiterhin verantwortungsvoll<br />

zu erfüllen. Er trägt<br />

dazu bei, dass die notwendigen<br />

Investitionen im <strong>Erdgas</strong>- und<br />

Trinkwasserbereich zur Qualitätssicherung<br />

und Versorgungssicherheit<br />

weiterhin vorgenommen werden<br />

können.<br />

Roth tut dies mit der ihm eigenen<br />

Beharrlichkeit. Sein beruflicher<br />

Weg zeugt hiervon: Schulabschluss<br />

in Gelsenkirchen, Ausbildung und<br />

Maschinenbau-Studium an der Universität<br />

Essen. Schon damals stellte<br />

er die Weichen für sein heutiges<br />

Wirken: Er entschied sich für die<br />

Fachrichtung Energie- und Verfahrenstechnik.<br />

Mitte der 80er Jahre<br />

promovierte er und baute bei den<br />

Stadtwerken in Mainz seinen Erfahrungsschatz<br />

weiter aus, bevor er<br />

1989 technischer Werkleiter in<br />

Worms wurde. 1994 zog es ihn dann<br />

nach Schwaben. In Ulm leitete er<br />

den technischen Bereich der Stadtwerke,<br />

bevor er 2002 nach Karlsruhe<br />

wechselte.<br />

Der DVGW gratuliert Dr. Karl<br />

Roth sehr herzlich zu seinem runden<br />

Geburtstag und wünscht ihm<br />

beruflich wie privat weiterhin viel<br />

Erfolg, Glück und beste Gesundheit.<br />

Hans-Joachim Polk neuer Managing Director<br />

von RWE Dea UK<br />

Hans-Joachim Polk ist der neue<br />

Managing Director von RWE<br />

Dea UK. Polk kam bereits im Jahr<br />

1991, unmittelbar nach seinem<br />

Master-Abschluss in Erdöl- und <strong>Erdgas</strong>technik<br />

an der Universität<br />

Clausthal-Zellerfeld, zur RWE Dea AG.<br />

Im Laufe seiner beruflichen Laufbahn<br />

verbrachte Polk für RWE Dea<br />

Egypt dreieinhalb Jahre in Kairo,<br />

bevor er wieder nach Deutschland<br />

zurückkehrte, wo er als Betriebsleiter<br />

für die Produktion aus dem<br />

größten deutschen Ölfeld, Mittelplate<br />

sowie in Hamburg als Senior<br />

Vice President für die Feldesentwicklung<br />

verantwortlich war. In den<br />

letzten zwei Jahren hat Polk als<br />

Managing Director von RWE Dea<br />

Norge das Lizenzportfolio in Norwegen<br />

optimiert und die Explorationsaktivitäten<br />

vorangetrieben. In dieser<br />

Zeit konnten wichtige Öl- und<br />

<strong>Gas</strong>-Fündigkeiten erzielt werden.<br />

Polk tritt die Nachfolge von René<br />

Pawel an, der als Senior Vice President<br />

für die Produktion in Europa an<br />

den RWE Dea-Hauptsitz nach Hamburg<br />

wechselt. Pawel ist ab sofort<br />

für das gesamte operative Geschäft<br />

in Deutschland, Dänemark, Norwegen<br />

und Großbritannien verantwortlich.<br />

Der Aufgabenbereich um -<br />

fasst sowohl die Produktion von<br />

Erdöl und <strong>Erdgas</strong> als auch die Speicherung<br />

von <strong>Gas</strong>.<br />

September <strong>2013</strong><br />

584 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Personen<br />

NACHRICHTEN<br />

Wechsel im Vorstand von<br />

E.ON Global Commodities SE<br />

Christopher Delbrück ist<br />

zum CEO (Chief Executive<br />

Officer) von E.ON Global Commodities<br />

SE (EGC) in Düsseldorf<br />

benannt worden. Er übernimmt<br />

dieses Amt von Klaus<br />

Schäfer zum 1. Oktober <strong>2013</strong>.<br />

Schäfer war zum 1. September<br />

in den Vorstand von E.ON SE<br />

berufen worden und übernimmt<br />

Anfang Oktober von<br />

Marcus Schenck die Verantwortung<br />

als Chief Financial<br />

Officer (CFO) von E.ON SE.<br />

Christopher Delbrück kam<br />

2002 zu E.ON und hatte seitdem<br />

verschiedene Führungspositionen<br />

im E.ON-Konzern,<br />

darunter als Vice President Corporate<br />

Development Central<br />

Europe and European <strong>Gas</strong> der<br />

E.ON AG (heute SE) und CFO<br />

bei E.ON Nordic inne, bevor er<br />

2010 als CFO der früheren E.ON<br />

Energy Trading und 2011 der<br />

ehemaligen E.ON Ruhrgas tätig<br />

wurde. Christopher Delbrück<br />

hat an der Universität Kiel Wirtschaftswissenschaften<br />

studiert<br />

und verfügt über einen Master<br />

der Harvard Kennedy School.<br />

Der Vorstand der EGC wird<br />

um die neuen Ressorts „Risikomanagement“<br />

(Chief Risk<br />

Officer, CRO) und „Prozessmanagement“<br />

(Chief Process<br />

Officer, CPO) erweitert.<br />

Das Amt des Chief Risk<br />

Officer wird von David Port<br />

übernommen. Der Brite verfügt<br />

über weitreichende Erfahrungen<br />

in der Industrie und<br />

übte eine Reihe von Führungspositionen<br />

beim Risikomanagement<br />

und im Handelsgeschäft<br />

sowohl in der Energiewirtschaft<br />

als auch im<br />

Banksektor aus, darunter bei<br />

Florida Power & Light, Standard<br />

Chartered Bank, Citadel<br />

Investment Group und zuletzt<br />

bei Infinium Capital Management<br />

in Chicago. Er ist diplomierter<br />

Physiker.<br />

Damian Bunyan übernimmt<br />

zum 15. Oktober das Amt des<br />

neuen Chief Process Officer. Er<br />

wechselt von E.ON IT, wo er als<br />

Vorstandsmitglied die Bereiche<br />

IT Infrastructure Life Cycle und<br />

Infrastrukturaus stattung verantwortete.<br />

Damian Bunyan<br />

kam 1998 zu E.ON UK (ehemals<br />

Powergen) und leitete seitdem<br />

verschiedene kaufmännische<br />

Bereiche bei E.ON, darunter als<br />

General Manager Strategic<br />

Accounts bei E.ON UK und als<br />

Head of Industrial Sales bei<br />

E.ON Sales & Trading. Er verfügt<br />

über einen Universitätsabschluss<br />

als Betriebswirt.<br />

Foto: Linde AG<br />

Konferenz | Messe<br />

30. September – 2. Oktober <strong>2013</strong><br />

Messe Stuttgart<br />

Der internationale Branchentreffpunkt für<br />

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September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 585


NACHGEFRAGT Michael Riechel · Thüga Aktiengesellschaft<br />

Nachgefragt<br />

Mit der Rubrik „Nachgefragt“ veröffentlicht <strong>gwf</strong>-gas|<strong>Erdgas</strong> eine Interview-Reihe zum Thema „Energie“.<br />

Befragt werden Persönlichkeiten aus Unternehmen, Verbänden und Hochschulen, die eine wesentliche<br />

Rolle im Bereich der <strong>Gas</strong>versorgung, <strong>Gas</strong>verwendung und <strong>Gas</strong>wirtschaft spielen.<br />

„Wir brauchen ein in sich stimmiges und effizientes<br />

Management der Energiewende“<br />

Dipl.-Ing. Michael Riechel ist Vorstand der Thüga Aktiengesellschaft und Vize-Präsident des DVGW. Im Interview<br />

mit <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong>|<strong>Erdgas</strong> spricht er über die Energiewende, die Bedeutung neuer Technologien und deren<br />

gesellschaftliche Akzeptanz.<br />

Der Energiemix der Zukunft: Wagen<br />

Sie eine Prognose?<br />

Riechel: Ich gehe davon aus, dass<br />

die erneuerbaren Energien langfristig<br />

eine tragende Säule im Energiemix<br />

sein werden.<br />

Deutschland im Jahr 2020: Wie wird<br />

sich der Alltag der Menschen durch<br />

den Wandel der Energiewirtschaft<br />

verändert haben? Was tanken die<br />

Menschen? Wie heizen sie ihre Häuser?<br />

Wie erzeugen sie Licht? Wagen<br />

Sie ein Szenario!<br />

Riechel: Schon heute beschäftigen<br />

sich die Menschen viel intensiver<br />

mit dem Thema Energie: Sie erzeugen<br />

selber Strom oder Wärme, speisen<br />

sie ein. Sie sanieren klimafreundlich,<br />

sie wechseln den<br />

Energieanbieter, sie fahren mit effizienten<br />

und verbrauchsarmen Autos.<br />

Dieser Trend wird bis 2020 noch<br />

weiter zunehmen.<br />

Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme<br />

etc.: Welche regenerative Energiequelle<br />

hat die größte Zukunft?<br />

Riechel: In Deutschland hat die<br />

Windkraft eindeutig das größte<br />

Potenzial.<br />

In welche der aktuell sich entwickelnden<br />

Technologien würden<br />

Sie demnach heute investieren?<br />

Riechel: Über die Thüga Erneuerbare<br />

Energien Gesellschaft – ein<br />

Gemeinschaftsunternehmen von<br />

46 Thüga-Partnerunternehmen –<br />

haben wir in den letzten zwei Jahren<br />

ein Windparkportfolio von über<br />

200 Megawatt aufgebaut. Dieses<br />

Wachstum werden wir auch künftig<br />

weiter intensivieren.<br />

Wie schätzen Sie die zukünftige<br />

Bedeutung fossiler Brennstoffe wie<br />

Öl, Kohle, <strong>Gas</strong> ein?<br />

Riechel: Ich rechne in Deutschland<br />

mit einem Rückgang dieser Brennstoffe.<br />

Allerdings wird es eine längere<br />

Übergangsphase geben, um<br />

die Versorgungssicherheit zu ge -<br />

währleisten.<br />

Michael Riechel im Gespräch mit <strong>gwf</strong>-gas|<strong>Erdgas</strong>.<br />

Und Atomkraft? Welche Auswirkungen<br />

sind nach Deutschlands Energiewende<br />

zu erwarten?<br />

September <strong>2013</strong><br />

586 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Michael Riechel · Thüga Aktiengesellschaft<br />

NACHGEFRAGT<br />

Riechel: Der Atomausstieg wird<br />

stattfinden. Die künftig notwendige<br />

Energie wird durch einen intelligenten<br />

Energiemix aus modernen, fossilen<br />

Kraftwerken und erneuerbaren<br />

Energien erbracht werden. Zusätzlich<br />

sind Investitionen in Energiespeichertechnologien<br />

erforderlich.<br />

Stichwort Energiewende: Welche<br />

Änderungen müssen sich auf politischer,<br />

auch welt-politischer, auf<br />

gesellschaftlicher und ökologischer<br />

Ebene ergeben, damit man realistisch<br />

von einer Wende sprechen<br />

kann?<br />

Riechel: Aus meiner Sicht geht es<br />

um zwei Dinge: Zum einen muss ein<br />

tiefer Bewusstseinswandel in den<br />

Köpfen der Menschen stattfinden<br />

und dieser muss durch alle Gesellschaftsschichten<br />

gehen. Unser Handeln<br />

kann nicht nur von monetären<br />

Interessen gesteuert sein, sondern<br />

vor allem muss das Thema Nachhaltigkeit<br />

und Verantwortung für folgende<br />

Generationen eine Rolle<br />

spielen. Und zum anderen müssen<br />

dann den schönen Worten auch<br />

Taten folgen. Dazu gehört auch eine<br />

stringente Gesetzgebung.<br />

Ihre Forderung an die Bundesregierung<br />

in diesem Zusammenhang?<br />

Riechel: Wir brauchen ein in sich<br />

stimmiges und effizientes Management<br />

der Energiewende. Dazu<br />

gehört auch, dass Lösungen alle<br />

Marktakteure und Aspekte berücksichtigen<br />

und somit bei der Um -<br />

setzung nicht gegeneinander arbeiten.<br />

Und welche Aufgaben sehen Sie für<br />

den DVGW in diesem Kontext?<br />

Riechel: Wir müssen die Branche zu<br />

einer einheitlichen Meinung bringen.<br />

Der DVGW hat dabei die Aufgabe<br />

Lösungen zu sammeln, mit<br />

den Branchenvertretern zu diskutieren,<br />

die Weiterentwicklung zu<br />

moderieren und Vorschläge im Konsens<br />

an die Politik heranzutragen.<br />

Darüber hinaus wird eine bedeutende<br />

Aufgabe darin liegen, Innovationen<br />

voran zu treiben.<br />

Die Erneuerbaren Energien haben<br />

mindestens zwei Probleme: die fehlende<br />

Infrastruktur und das Beharrungsvermögen<br />

der Etablierten auf<br />

herkömmlichen Energieformen.<br />

Ändert sich das in absehbarer Zeit?<br />

Riechel: Klar ist, ein weiter wie bisher<br />

funktioniert nicht. Spätestens<br />

die wirtschaftlichen Zwänge werden<br />

dazu führen, dass wir uns bewegen<br />

werden. Viele setzen zum Beispiel<br />

nicht mehr auf konventionelle<br />

Energien, weil diese im aktuellen<br />

Energy-only Markt nicht mehr rentabel<br />

sind. Und ein weiterer Ausbau<br />

der Erneuerbaren zieht zwangsläufig<br />

Netz- und Speicherausbau nach<br />

sich.<br />

Unabhängig von der Energieform<br />

und Technologie, viele halten das<br />

Stichwort „Energieeffizienz“ für den<br />

Schlüssel zur Energiefrage der<br />

Zukunft. Wie schätzen Sie das<br />

Thema ein?<br />

Riechel: Ein sorgsamer und bewusster<br />

Umgang mit Energie ist wesentlich.<br />

Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde<br />

trägt zum Gelingen der<br />

Energiewende bei.<br />

Wie beurteilen Sie die Entwicklung<br />

zur Effizienzsteigerung?<br />

Riechel: Wir sind bereits auf einem<br />

guten Weg. Um allerdings größte<br />

Kosteneffizienz zu erreichen, ist<br />

eine Technologieoffenheit der Effizienzmaßnahmen<br />

wichtig und volkswirtschaftlich<br />

der optimale Weg. Die<br />

Modernisierung der Anlagentechnik<br />

bietet hier noch sehr große<br />

Potentiale für die Einsparung von<br />

Energiekosten und CO 2 -Emissionen.<br />

Wie wird sich der Energieverbrauch<br />

in Industrie, Gewerbe und Haushalt<br />

Ihrer Meinung nach verändern?<br />

Riechel: Das hängt weiterhin maßgeblich<br />

vom Verbrauchsverhalten<br />

ab. Spezifisch kann weniger verbraucht<br />

werden. Denn es gibt mittlerweile<br />

für alle Zielgruppen Maßnahmen<br />

und Anreize ihren Verbrauch<br />

zu senken. In Industrie und<br />

Gewerbe muss dabei die Wettbewerbsfähigkeit<br />

berücksichtigt werden,<br />

im Haushaltsbereich die finanzielle<br />

Belastbarkeit der Bürger.<br />

Welche Rolle spielt Ihr Unternehmen<br />

heute auf dem Energiemarkt?<br />

Riechel: Mit über 22 Milliarden Um -<br />

satz, 18 000 Mitarbeitern sowie<br />

2,1 Millionen <strong>Gas</strong>kunden und<br />

3,6 Millionen Stromkunden in 2012<br />

sind die 100 Unternehmen der<br />

Thüga-Gruppe wichtige Akteure auf<br />

dem Energiemarkt.<br />

Welche Rolle spielt Ihr Unternehmen<br />

auf dem Energiemarkt in<br />

20 Jahren?<br />

Riechel: Wir werden die Chancen,<br />

die sich durch die Energiewende bieten,<br />

nutzen und unser erfolgreiches<br />

Geschäftsmodell weiter ausbauen.<br />

Was wird die wichtigste Innovation/<br />

Projekt Ihres Unternehmens sein?<br />

Riechel: Es werden eine Vielzahl<br />

aufeinander abgestimmte Maßnahmen<br />

sein, die sich über die komplette<br />

Wertschöpfungskette erstrecken<br />

werden. Die Thüga-Gruppe<br />

besetzt derzeit bereits alle zukunftsgerichteten<br />

innovativen Themen<br />

von Investitionen in erneuerbare<br />

Energien bis hin zu Speichertechnologien<br />

wie Power-to-<strong>Gas</strong>.<br />

Welche Herausforderungen sehen<br />

Sie auf sich zukommen (wirtschaftlich,<br />

technologisch, gesellschaftlich)?<br />

Riechel: Aufgrund der Krisen wie<br />

zum Beispiel der Eurokrise werden<br />

Finanzierungen von großen Projekten<br />

wie des Netzausbaus immer<br />

schwieriger. Gleichzeitig müssen<br />

wir dafür sorgen, dass wir bei den<br />

technologischen Entwicklungen<br />

weiterhin in der ersten Liga mitspielen.<br />

Und dann müssen wir aufpassen,<br />

dass die gesellschaftliche<br />

Akzeptanz für die Energiewende<br />

bestehen bleibt.<br />

Haben Sie wegen Fachkräftemangels<br />

Entwicklungen nicht oder nur<br />

verzögert durchführen können?<br />

Riechel: Das war bisher nicht der<br />

Fall. Aber die Energie- und Wasser-<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 587


NACHGEFRAGT Michael Riechel · Thüga Aktiengesellschaft<br />

branche steht im Wettbewerb um<br />

gute Fachkräfte. Deshalb müssen<br />

wir die Attraktivität und vor allem<br />

die Zukunftsfähigkeit dieser Branche<br />

aktiv kommunizieren und<br />

bewerben.<br />

Ist Ihr Unternehmen offen für Erneuerbare<br />

Energien?<br />

Riechel: Ja. Die Unternehmen der<br />

Thüga-Gruppe sind bei allen erneuerbaren<br />

Energien aktiv. In Summe<br />

haben die Thüga-Partner vor Ort<br />

beispielsweise bis Ende 2012<br />

540 Millionen Euro in Bioenergien<br />

investiert. Und über die gemeinsame<br />

Gesellschaft Thüga Erneuerbare<br />

Energien werden 46 Unternehmen<br />

der Thüga-Gruppe bis 2020<br />

eine Milliarde Euro in erneuerbare<br />

Energien Anlagen investieren.<br />

Wie offen ist Ihr Unternehmen für<br />

neue Technologien?<br />

Riechel: Wir sind für Technologien,<br />

die einen wirtschaftlichen und<br />

gesellschaftlichen Nutzen versprechen<br />

sehr offen. Über unsere Innovationsplattform<br />

entwickeln wir<br />

gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen<br />

Produkt- und Geschäftsmodelle<br />

wie zum Beispiel unser virtuelles<br />

Kraftwerk.<br />

Wie könnte man Ihren Umgang mit<br />

Mitarbeitern charakterisieren?<br />

Riechel: Diese Frage sollten Sie an<br />

meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

stellen. Ich denke aber mit<br />

zielorientiert, direkt und offen liegen<br />

wir wohl schon ganz richtig.<br />

Was schätzt Ihr Umfeld besonders<br />

an Ihnen?<br />

Riechel: Ich denke und hoffe, dass<br />

es vor allem zwei Dinge sind: Erstens<br />

weiß man, woran man bei mir<br />

ist, und ich lasse mich von guten<br />

Argumenten überzeugen.<br />

Der DVGW-Vizepräsident nimmt engagiert Stellung.<br />

Welche moralischen Werte sind für<br />

Sie besonders aktuell?<br />

Riechel: Dass zu einer erfolgreichen<br />

Unternehmensführung auch ein<br />

hohes Maß an Berufsethik gehört.<br />

Wie schaffen Sie es, Zeit für sich zu<br />

haben, nicht immer nur von internen<br />

und externen Herausforderungen<br />

in Anspruch genommen zu werden?<br />

Riechel: In dem ich mich immer auf<br />

das fokussiere, was gerade ansteht<br />

und das mit vollem Einsatz.<br />

Haben/hatten Sie Vorbilder?<br />

Riechel: [lacht] Nur früher beim<br />

Fußballspielen. Vorbilder in dem<br />

Sinne habe ich nicht, aber es gibt für<br />

mich vorbildliches Handeln und da<br />

gibt es einige Menschen, die mich<br />

geprägt haben.<br />

Was ist Ihr Lebensmotto?<br />

Riechel: Man sollte nicht bei jeder<br />

Gelegenheit Schwierigkeiten sehen,<br />

sondern in jeder Schwierigkeit auch<br />

eine Gelegenheit erkennen.<br />

Welches war in Ihren Augen die<br />

wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts?<br />

Riechel: Alle technischen Errungenschaften,<br />

die die Lebensqualität der<br />

Menschen nachhaltig verbessern<br />

und zu friedlichen Zwecken genutzt<br />

werden.<br />

Welche Charaktereigenschaften<br />

sind Ihnen persönlich wichtig?<br />

Riechel: Ehrlichkeit, Geradlinigkeit<br />

und Offenheit.<br />

Wie lautet Ihr persönlicher Tipp an<br />

nächste Generationen?<br />

Riechel: Eigene Ideen entwickeln<br />

und den Mut, diese auch umzusetzen.<br />

Auf was können Sie ganz und gar<br />

nicht verzichten?<br />

Riechel: Auf meine Motorräder.<br />

Was wünschen Sie der Welt?<br />

Riechel: Energie dorthin zu leiten,<br />

wo sie benötigt wird!<br />

September <strong>2013</strong><br />

588 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

<strong>Gas</strong> im Energiesystem der Zukunft<br />

Herzlich willkommen auf der <strong>gat</strong> <strong>2013</strong>!<br />

In kaum einer anderen Branche haben politische<br />

Vorgaben in den vergangenen Jahren<br />

zu so tiefgreifenden Veränderungen geführt,<br />

wie in der Energiewirtschaft. Die nationalen<br />

und europäischen Entwicklungen stellen die<br />

Unternehmen der <strong>Gas</strong>wirtschaft vor erhebliche<br />

technische, wirtschaftliche sowie rechtliche<br />

und organisatorische Herausforderungen.<br />

Bei den zentralen Themenfeldern der<br />

Energiewende in Deutschland – der Integration<br />

regenerativer Energien und der Gewährleistung<br />

der Versorgungssicherheit – wird <strong>Gas</strong><br />

aufgrund seiner Potenziale im zukünftigen<br />

Energiesystem eine völlig neue Bedeutung<br />

erlangen.<br />

Ein wichtiger Aspekt rückt dabei immer<br />

stärker in den Mittelpunkt der fachlichen<br />

Debatte: In der <strong>Gas</strong>wirtschaft haben sich die<br />

Unternehmensstrukturen durch die Entflechtung<br />

von Netz und Vertrieb sowie Erzeugung<br />

und Handel grundlegend verändert. In Verbindung<br />

mit der Energiewende und einem<br />

immer stärker zusammenwachsenden europäischen<br />

Energiebinnenmarkt wird es deshalb<br />

zunehmend wichtiger, dass neben dem<br />

Blick auf die einzelnen Wertschöpfungsstufen<br />

auch die notwendige integrierte Betrachtung<br />

des „Gesamtsystems“ der <strong>Gas</strong>versorgung und<br />

ihrer Technologien erhalten bleibt. Dies ist<br />

gerade für die Versorgungssicherheit von<br />

essentieller Bedeutung.<br />

Die thematische Ausrichtung der <strong>gat</strong> <strong>2013</strong><br />

orientiert sich daher an der gesamten Wertschöpfungskette<br />

<strong>Gas</strong>. Die <strong>gat</strong> bietet einerseits<br />

allen Marktakteuren spezifische Informationen<br />

und Diskussionsplattformen, gleichzeitig<br />

setzt sie durch ihren systemübergreifenden<br />

Ansatz wichtige Impulse für die Weiterentwicklung<br />

der Branche. Neu sind in diesem<br />

Jahr auch die <strong>gat</strong>-Thementage unter dem<br />

Motto „Energiewende konkret“, die parallel<br />

zu Fachmesse und Kongress wichtige Querschnitts-Themen<br />

bündeln.<br />

Teilnehmer profitieren zudem von der<br />

Möglichkeit, branchenübergreifend Veranstaltungen<br />

auf der wat <strong>2013</strong> zu besuchen.<br />

Der größte wasserfachliche Kongress Deutschlands<br />

findet vom 30. September bis 1. Oktober<br />

<strong>2013</strong> ebenfalls in <strong>Nürnberg</strong> statt.<br />

An der Schnittstelle von <strong>gat</strong> und wat <strong>2013</strong><br />

diskutieren Industrie, Hochschulvertreter und<br />

Studenten auf dem 6. DVGW-Hochschultag<br />

die wichtigsten nationalen und europäischen<br />

Entwicklungen im Ausbildungssektor für<br />

Ingenieure der Versorgungswirtschaft – ein<br />

Muss, wenn Sie hier insbesondere als Personalverantwortlicher<br />

aktuell informiert bleiben<br />

wollen.<br />

Wir laden Sie herzlich zur <strong>gat</strong> <strong>2013</strong> nach<br />

<strong>Nürnberg</strong> ein und freuen uns auf Ihr Kommen!<br />

Jürgen Lenz<br />

Vizepräsident <strong>Gas</strong> des DVGW<br />

Ewald Woste<br />

Präsident des BDEW<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 589


SONDERTEIL<br />

<strong>Gas</strong>fachliche Aussprachetagung<br />

1. bis 2. Oktober <strong>2013</strong>, <strong>Nürnberg</strong><br />

Dienstag, 1. Oktober <strong>2013</strong><br />

9.00–12.00 Uhr | ERÖFFNUNG<br />

Frankenhalle<br />

GRUSSWORTE UND VERLEIHUNG DER<br />

DVGW-STUDIENPREISE<br />

""<br />

<strong>Gas</strong> im Energiesystem der Zukunft<br />

Dr. Jürgen Lenz, Vizepräsident <strong>Gas</strong> des DVGW, Bonn<br />

""<br />

<strong>Erdgas</strong> ermöglicht die Energiewende<br />

Hugo Wiemer, Lenkungskreis des BDEW, Berlin<br />

WEITERE GRUSSWORTE/STATEMENTS<br />

Ralph Bahke, Vorstandsvorsitzender FNB <strong>Gas</strong>, Berlin<br />

Dr. Timm Kehler,<br />

Sprecher des Vorstandes Zukunft ERDGAS, Berlin<br />

Dr. Ludwig Möhring, Präsident ASUE, Berlin<br />

KEYNOTE-ANSPRACHEN<br />

""<br />

Ingenieure, Impulse, Innovation –<br />

Die Schnittstelle von Elektrizität und Chemie<br />

als strategische Aufgabe für nachhaltige<br />

Energiesysteme<br />

Prof. Robert Schloegl, Direktor am Fritz-Haber-Institut<br />

der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin<br />

12.00–14.00 Uhr | Besuch der begleitenden Fachausstellung<br />

Halle 12 mit Möglichkeit zum Mittagessen<br />

PARALLELE DISKUSSIONSFOREN<br />

13.30–15.00 Uhr | <strong>Erdgas</strong>mobilität<br />

Saal Amsterdam Moderation: Eckart Fink,<br />

rhenag Rheinische Energie AG, Siegburg<br />

""<br />

Sinnvolle Auslegung von <strong>Erdgas</strong>tankstellen<br />

Harald Schmid,<br />

WÄGA Wärme-Technik-<strong>Gas</strong>technik GmbH, Kassel<br />

""<br />

LNG – Zukunftsoption für die Mobilität<br />

Reiner Gräske, RWE Deutschland AG, Essen<br />

PODIUMSDISKUSSION<br />

13.30–15.30 Uhr | Von einer Stromwende zu einer Energiewende<br />

Saal Paris Moderation: Dr. Heinz-Jürgen Schürmann,<br />

Energie Informationsdienst GmbH, Hamburg<br />

15.00–15.30 Uhr | Pause und Fachmessenbesuch<br />

Halle 12<br />

PARALLELE DISKUSSIONSFOREN<br />

15.30–17.00 Uhr | Technische Versorgungssicherheit<br />

Saal London Moderation: Dr. Thomas Hügging,<br />

Thyssengas GmbH, Dortmund<br />

""<br />

Vorstellung des Präventions- und des Notfallplans<br />

Frank Bonaldo, Bundesministerium für Wirtschaft und<br />

Technologie (BMWI), Berlin<br />

""<br />

Europäische Interpretation(en) des Themas<br />

Versorgungssicherheit <strong>Erdgas</strong> –<br />

EU-Rahmengesetzgebung und nationale<br />

Umsetzungen im Vergleich<br />

Oliver Elbling, Wagner, Elbling & Company<br />

Management Advisors, Wien<br />

""<br />

Versorgungssicherheit als Herausforderung<br />

im liberalisierten Marktumfeld<br />

Herbert Bauer, GASCADE <strong>Gas</strong>transport GmbH, Kassel<br />

15.30–17.00 Uhr | Kooperationsvereinbarung <strong>Gas</strong><br />

Saal Paris Moderation: Dr. Friedrich von Burchard, Leiter der<br />

BDEW/VKU/GEODE-Verhandlungsdele<strong>gat</strong>ion<br />

""<br />

Relevante Änderungen für VNB:<br />

Interne Bestellung, Abschaltvereinbarungen,<br />

stündliche Messwertübermittlung<br />

Eva Henning, Thüga Aktiengesellschaft, München<br />

""<br />

Kapazitätsmanagement und<br />

Marktraumumstellung<br />

Dr. Michael Kleemiß,<br />

<strong>Gas</strong>unie Deutschland Services GmbH, Hannover<br />

""<br />

Regulatorischer Ausblick:<br />

von der KoV VI zur KoV VII<br />

Stefan Wolff, Bundesnetzagentur für Elektrizität, <strong>Gas</strong>,<br />

Telekommunikation, Post und Eisenbahn, Bonn<br />

15.30–17.00 Uhr | Anwendungstechnologien und Europa<br />

Saal Amsterdam Moderation: Dr. Bernhard Klocke,<br />

GELSENWASSER AG, Bad Oeynhausen<br />

""<br />

Potenzial der <strong>Gas</strong>-Plus-Technologien<br />

Dr.-Ing. Rolf Albus,<br />

<strong>Gas</strong>- und Wärme-Institut Essen e.V., Essen<br />

""<br />

Ökodesign und Effizienzlabel für Wärmeerzeuger<br />

Dr. Lothar Breidenbach,<br />

BDH Bundesindustrieverband Deutschland Haus-,<br />

Energie- und Umwelttechnik e.V., Köln<br />

""<br />

Einfluss von <strong>Gas</strong>beschaffenheitsänderungen<br />

auf industrielle Prozessfeuerungen am Beispiel<br />

der Glasindustrie<br />

Bernhard Fleischmann, Hüttentechnische Vereinigung<br />

der Deutschen Glasindustrie (HVG), Offenbach<br />

17.00–18.30 Uhr | Pause und Fachmessenbesuch<br />

Halle 12<br />

Einlass ab Abendveranstaltung zur <strong>gat</strong><br />

18.30 Uhr |<br />

<strong>Nürnberg</strong> Messe, Frankenhalle, Messezentrum 1<br />

Mittwoch, 2. Oktober <strong>2013</strong><br />

PARALLELE DISKUSSIONSFOREN<br />

9.00–10.30 Uhr | Verfahrenstechnik der <strong>Gas</strong>erzeugung<br />

Saal London Moderation: Dr. Gerald Linke,<br />

E.ON New Build & Technology GmbH, Essen<br />

September <strong>2013</strong><br />

590 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


power to gas<br />

SAVING FUTURE TODAY<br />

Geht es um Regel- und Messtechnik,<br />

brauchen Sie einen starken Partner an<br />

Ihrer Seite. Einer, der sich den aktuellen<br />

Herausforderungen des <strong>Gas</strong>marktes stellt<br />

und auf Ihre Bedürfnisse eingeht.<br />

Vielseitig. Kompetent. Und mit globaler Präsenz. Erleben Sie auf der<br />

<strong>gat</strong> <strong>2013</strong> unsere neuen Produkte unter dem Motto: Power to <strong>Gas</strong>.<br />

Die Zukunft sichern. Heute.<br />

Halle 12, Stand D3.3 am 30. 9. bis 2.10. in <strong>Nürnberg</strong><br />

Wenn Sie mehr über Lösungen für die <strong>Gas</strong>industrie<br />

erfahren möchten, besuchen Sie uns im Internet<br />

www.rmg.com und www.honeywellprocess.com<br />

© <strong>2013</strong> Honeywell International Inc.


SONDERTEIL<br />

""<br />

Aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der<br />

Methanisierung<br />

Dr. Siegfried Bajohr, DVGW-Forschungsstelle am<br />

Engler-Bunte-Institut des KIT – Karlsruher Institut für<br />

Technologie, Karlsruhe<br />

""<br />

Einspeisung von Wasserstoff ins <strong>Gas</strong>netz –<br />

Sicht der <strong>Gas</strong>netzbetreiber<br />

Arnd Stademann,<br />

ONTRAS – VNG <strong>Gas</strong>transport GmbH, Leipzig<br />

""<br />

Brennwertverfolgung in Verteilnetzen – SmartSim<br />

Dr. Peter Schley,<br />

E.ON New Build & Technology GmbH, Essen<br />

""<br />

Erfahrungen und Ergebnisse aus dem RWE<br />

Power-to-<strong>Gas</strong>-Projekt am Standort Niederaußem<br />

Dr. Thorsten Liese, RWE Power AG, Essen<br />

9.00–10.30 Uhr | <strong>Gas</strong> im Energiesystem<br />

Saal Paris Moderation: Dr. Jürgen Lenz, DVGW Deutscher Verein<br />

des <strong>Gas</strong>- und Wasserfaches e.V., Bonn<br />

""<br />

Die Rolle von Power-to-<strong>Gas</strong> für die Energiewende<br />

Falko Ueckerdt, Potsdam-Institut für<br />

Klimafolgenforschung e.V., Potsdam<br />

""<br />

Energiespeicherkonzepte mit Power-to-<strong>Gas</strong> –<br />

eine techno-ökonomische Bewertung<br />

Gert Müller-Syring,<br />

DBI <strong>Gas</strong>- und Umwelttechnik GmbH, Leipzig<br />

""<br />

Forschungs-Radar – ein Instrument strategischer<br />

Innovationssteuerung<br />

Thomas Theisen, RWE Deutschland AG, Essen<br />

9.00–10.30 Uhr | Sicherheit beim Transport von gasförmigem<br />

Saal Amsterdam <strong>Erdgas</strong> durch erdverlegte <strong>Gas</strong>hochdruckleitungen<br />

Moderation: Dr. Thomas Hüwener,<br />

Open Grid Europe GmbH, Essen<br />

""<br />

Umsetzung des bestehenden DVGW-Regelwerkes<br />

in der Praxis<br />

Prof. Dr. Joachim Müller-Kirchenbauer,<br />

Technische Universität Clausthal, Institut für Erdölund<br />

<strong>Erdgas</strong>technik, Clausthal-Zellerfeld<br />

""<br />

Empfehlung eines harmonisierten<br />

Sicherheitskonzeptes als Erweiterung<br />

des DVGW-Regelwerkes<br />

Prof. Dr. Jürgen Schmidt,<br />

Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe<br />

""<br />

Auswirkungen des weiterentwickelten<br />

DVGW-Sicherheitskonzeptes aus der Sicht eines<br />

Betreibers<br />

Dr. Michael Steiner, Open Grid Europe GmbH, Essen<br />

9.00–10.30 Uhr | Anforderungen an kritische Infrastrukturen und<br />

Saal Venedig intelligente Messsysteme<br />

Moderation: Dr. Ulrich Wernekinck,<br />

RWE Metering GmbH, Mülheim a. d. Ruhr<br />

""<br />

Zukünftige Anforderungen hinsichtlich IT-Sicherheit<br />

an die Betreiber kritischer Infrastrukturen<br />

Dr. Timo Hauschild, Bundesamt für Sicherheit in<br />

der Informationstechnik (BSI), Essen<br />

""<br />

Messsystem 2020<br />

Jürgen Pilz, ESWE Versorgungs AG, Wiesbaden<br />

""<br />

Schutz intelligenter Messsysteme<br />

Karin McCandlish,<br />

E.ON Metering GmbH, Unterschleißheim (angefragt)<br />

10.30 –11.00 Uhr | Pause und Fachmessebesuch<br />

Halle 12<br />

PARALLELE DISKUSSIONSFOREN<br />

11.00–12.30 Uhr | Netzwirtschaft: Technischer Vertrieb beim<br />

Saal Venedig Netzbetreiber zur Zukunftssicherung <strong>Erdgas</strong><br />

Moderation: Werner Weßing,<br />

E.ON New Build & Technology GmbH, Essen<br />

""<br />

Vertrieb und Technik von <strong>Gas</strong>hausanschlüssen<br />

bei einem <strong>Gas</strong>-Einspartenunternehmen/<br />

Erfahrungsbericht<br />

Miljenko Galic, <strong>Erdgas</strong> Südwest GmbH, Ettlingen<br />

""<br />

Struktur eines technischen Vertriebs<br />

von <strong>Gas</strong>netzanschlüssen bei einem regionalen<br />

Verteilnetzbetreiber/ Erfahrungsbericht<br />

Heiner Krietenbrink,<br />

Gelsenwasser Energienetze GmbH, Gelsenkirchen<br />

""<br />

Perspektiven der <strong>Gas</strong>anschluss-Entwicklung<br />

unter Regulierungs- und Effizienzdruck in einer<br />

Großstadt<br />

Heiko Weduwen,<br />

enercity Netzgesellschaft mbH, Hannover<br />

11.00–12.30 Uhr | <strong>Gas</strong>beschaffenheit und dezentrale Anwendung<br />

Saal Amsterdam Moderation: Dr. Frank Heimlich,<br />

Thyssengas GmbH, Dortmund<br />

""<br />

<strong>Gas</strong>beschaffenheit:<br />

Stand der europäischen Normungsaktivitäten<br />

Dr. Klaus Altfeld,<br />

E.ON New Build & Technology GmbH, Essen<br />

""<br />

Europäische <strong>Erdgas</strong>harmonisierung –<br />

Chance oder Risiko?<br />

Klaus Jesse, Vaillant GmbH, Remscheid<br />

""<br />

Vorstellung der F&E-Untersuchungen<br />

zum Einfluss schwankender <strong>Gas</strong>beschaffenheit<br />

in der Industrie<br />

Dr. Matthias Werschy, DBI – <strong>Gas</strong>technologisches<br />

Institut gGmbH Freiberg, Freiberg<br />

11.00–12.30 Uhr | L-H-<strong>Gas</strong>-Anpassung<br />

Saal Madrid Moderation: Dr. Detlef Bohmann, BEGA.tec GmbH<br />

Berliner <strong>Gas</strong>anlagen und Messtechnik, Berlin<br />

""<br />

L-<strong>Gas</strong>-Versorgung in Deutschland: Ausblick und<br />

zukünftige Herausforderungen<br />

Stephan Dietzmann, <strong>Erdgas</strong> Münster GmbH, Münster<br />

""<br />

Gleitende <strong>Gas</strong>qualitätsanpassung als Alternative<br />

im Rahmen der Marktraumumstellung<br />

Heiko Emmermann, Avacon AG, Salzgitter<br />

""<br />

Herausforderungen der Geräteanpassung bei<br />

Marktraumumstellungsprojekten L/H <strong>Gas</strong> –<br />

Erfahrungsbericht eines Umstellunternehmens<br />

Michael Rabenau, BEGA.tec GmbH Berliner<br />

<strong>Gas</strong>anlagen und Messtechnik, Berlin<br />

11.00–12.30 Uhr | Rolle Biogas in der Energiewende<br />

Saal Paris Moderation: Thilo Ponath, EWE AG, Oldenburg<br />

""<br />

Treiber und Hemmnisse des Ausbaus<br />

von Biogas/ Bio-<strong>Erdgas</strong><br />

Dr. Gerrit Volk,<br />

Bundesnetzagentur für Elektrizität, <strong>Gas</strong>,<br />

Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, Bonn<br />

""<br />

Klimabilanz und EEG-Kosten<br />

von Biogas/Bio-<strong>Erdgas</strong><br />

Thomas Fritsch,<br />

VNG – Verbundnetz <strong>Gas</strong> Aktiengesellschaft, Leipzig<br />

""<br />

Potenzial von Biogas/<br />

Biomethan zur Systemdienstleistung/<br />

Technische Fortschritte und Marktentwicklungen<br />

Dr. Claudius da Costa Gomez,<br />

Fachverband Biogas e.V., Freising<br />

September <strong>2013</strong><br />

592 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

11.00–12.30 Uhr | Konvergenz der Netze Strom/<strong>Gas</strong><br />

Saal London Moderation: Heinrich Busch, Kaarst<br />

""<br />

Ferngasnetze und Power to <strong>Gas</strong> –<br />

Sicht der Open Grid Europe<br />

Dr. Arnd Schmücker, Open Grid Europe GmbH, Essen<br />

""<br />

Übergreifende Smart-Grid-Konzepte<br />

für Strom- und <strong>Gas</strong>verteilungsnetze<br />

Prof. Dr. Markus Zdrallek,<br />

Bergische Universität Wuppertal, Wuppertal<br />

""<br />

Intelligente Verteilungsnetze im Strom- und<br />

<strong>Gas</strong>bereich<br />

Dr. Peter Birkner, Mainova AG, Frankfurt a.M.<br />

12.00–14.00 Uhr | Besuch der begleitenden Fachausstellung<br />

Halle 12 mit Möglichkeit zum Mittagessen<br />

PODIUMSDISKUSSION<br />

13.30–15.00 Uhr | Energiewende und Versorgungssicherheit.<br />

Saal Paris Geht das zusammen?<br />

6. DVGW-Hochschultag<br />

Dienstag, 1. Oktober <strong>2013</strong><br />

9.00–10.00 Uhr | NEUES AUS DEN HOCHSCHULEN<br />

Aktionsfläche IM WASSERBEREICH<br />

in Halle 12<br />

""<br />

Unterstützung kleiner Wasserversorgungsunternehmen<br />

in der täglichen Praxis<br />

Christian Platschek, Universität der Bundeswehr<br />

München, Institut für Wasserwesen<br />

""<br />

Die Ausbildung von Ingenieuren<br />

für die Trinkwasserversorgung und -aufbereitung<br />

an der Universität Stuttgart<br />

Ralf Minke, Universität Stuttgart, Institut für Siedlungswasserbau,<br />

Wassergüte- und Abfallwirtschaft<br />

9.00–10.00 Uhr | NEUES AUS DEN HOCHSCHULEN<br />

Aktionsfläche IM ENERGIEBEREICH<br />

in Halle 12<br />

""<br />

Als Absolvent in die <strong>Gas</strong>- und Wasserwirtschaft –<br />

warum?<br />

Mario Malorny, Technischer Geschäftsführer der<br />

Stadtwerke Gunzenhausen GmbH<br />

""<br />

<strong>Erdgas</strong>qualitätsentwicklung im Spannungsfeld<br />

mehrerer Bezugsquellen<br />

Falko Thorhauer, Trainee der Avacon AG<br />

Mittwoch, 2. Oktober <strong>2013</strong><br />

9.00–10.00 Uhr | NEUES AUS DEN HOCHSCHULEN<br />

Aktionsfläche IM ENERGIEBEREICH<br />

in Halle 12<br />

""<br />

Vom Studium direkt in die Praxis –<br />

nahtlos oder unüberwindliche Hürde?<br />

Paul Bochinski,<br />

MAX STREICHER Anlagentechnik, Niederwinkling<br />

""<br />

Erarbeitung eines Netzkonzeptes für die<br />

<strong>Gas</strong>-Rohrnetzsanierung eines Stadtteils unter<br />

technisch-wirtschaftlichen Gesichtspunkten<br />

Sebastian Milter, Absolvent der Ostfalia Hochschule<br />

für angewandte Wissenschaften, Wolfenbüttel<br />

""<br />

Widerstandsbeiwerte von Kegelhutsieben<br />

Maxim Zhuravlev, Fachhochschule Erfurt, bik<br />

Anlagentechnik<br />

<strong>gwf</strong><strong>Gas</strong><br />

<strong>Erdgas</strong><br />

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />

Halle 12 Stand E4.1<br />

DIV Deutscher Industrieverlag GmbH<br />

www.<strong>gwf</strong>-gas-erdgas.de<br />

<strong>gwf</strong>_Anzeige GAT_187x61_print.indd GAT_187x61.indd 1 1 10.09.13 21.08.12 16:58 11:13<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 593


SONDERTEIL<br />

AVK Mittelmann erweitert <strong>Gas</strong>-Produktprogramm<br />

Bild 1. Keil-Ovalschieber mit Flanschende und PE-<br />

Rohrstutzen.<br />

Bild 2. PUR-beschichteter<br />

Keil-Ovalschieber,<br />

kurze Baulänge.<br />

Bild 3. PE-<br />

Kugelhahn mit<br />

Betätigungshebel.<br />

Für optimale Systemlösungen im<br />

<strong>Gas</strong>-Rohrnetz steht ein funktionales<br />

Sortiment an hochwertigen<br />

Armaturen mit entsprechendem<br />

Zubehör bereit. Neben Keil-Ovalschiebern<br />

(DN 40 bis DN 500; PN<br />

10/16; Baulänge F5) (Bild 1) und<br />

Keil-Flachschiebern (DN 40 bis<br />

DN 300; PN 10/16; Baulänge F4), die<br />

innen und außen Epoxy-beschichtet<br />

sind und mit Flansch- oder<br />

Anschweißenden sowie PE-Rohrstutzen<br />

geliefert werden können,<br />

stehen außerdem Hausanschluss-<br />

Schieber (DN 25 bis DN 50; PN 4) mit<br />

PE-Rohrenden oder Innengewinden<br />

zur Verfügung. Der PUR-beschichtete<br />

Keil-Oval-Schieber (Bild 2)<br />

mit≈Anschweißenden (DN 50 bis<br />

DN 600; PN 16; kurze und lange<br />

Baulängen; innen Epoxy) ist die<br />

optimale Lösung für den Kathodenschutz<br />

und bei Bodenklasse III. Alle<br />

Schieber haben eine unter Druck<br />

auswechselbare Spindelabdichtung<br />

und sind entsprechend der europäischen<br />

Norm zertifiziert. Passendes<br />

Zubehör (u. a. Einbaugarnituren,<br />

Handräder oder Straßenkappen)<br />

sind lieferbar.<br />

Durch die AVK-Stübbe Kugelhähne<br />

(DN 16 bis DN 150) wird das<br />

Sortiment an Schwerarmaturen um<br />

Armaturen aus PE 100 ergänzt. Die<br />

PE-Kugelhähne bedienen einheitlich<br />

die Druckstufe PN 10 und weisen<br />

eine Wandstärke von SDR 11<br />

auf. Für die Größen DN 50 bis DN<br />

150 ist eine Variante mit zwei Ausblasventilen<br />

erhältlich. Außerdem<br />

besteht die Möglichkeit, den Kugelhahn<br />

mit einem Betätigungshebel<br />

(Bild 3) auszustatten. Ein passendes<br />

Fundament, das auch für die Kugelhähne<br />

für Wasser und Abwasser (PN<br />

10/16) genutzt werden kann, garantiert<br />

den sicheren Halt des Kugelhahns.<br />

Eine Sicherheitskupplung,<br />

die bei zu hohen Drehmomenten<br />

anspricht, verhindert die Beschädigung<br />

der Armatur und kann unter<br />

Druck ausgetauscht werden. Dehnungsfugen<br />

innerhalb des Kugelhahns<br />

gleichen Temperatur- und<br />

Druckschwankungen aus und ga -<br />

rantieren niedrige Drehmomente.<br />

Die Ausführungen für <strong>Gas</strong> sind nach<br />

DVGW VP 302 und die Ausführungen<br />

für Wasser und Abwasser nach<br />

DVGW W 364 zugelassen.<br />

Für den Hochdruckbereich er -<br />

füllt der metallisch dichtende, bidirektionale<br />

Absperrschieber ohne<br />

Ölfüllung (DN 25 bis DN 400; PN 16<br />

bis PN 100) für <strong>Gas</strong>anwendungen<br />

von –10 °C bis +70 °C höchste Qualitätsansprüche.<br />

Der Schieber ist mit<br />

Stahl- oder PE-Anschweißenden<br />

sowie mit Flanschenden lieferbar.<br />

Der neue Hochdruck-Kugelhahn<br />

(Flanschenden) mit doppelt gelagerter<br />

Kugel und gefederten Sitzringen<br />

für niedrige Drehmomente<br />

(DN 15 bis DN 500; bis PN 420;<br />

–60 °C bis +150 °C) garantiert si -<br />

chere Anwendungen im kommunalen<br />

Leitungsnetz und der Industrie<br />

(Bild 4). Beide Armaturen sind<br />

nach EN 12516 konstruiert, nach<br />

EN 10204 zertifiziert und zeichnen<br />

sich durch eine Double-Block-and-<br />

Bleed-Funktion aus.<br />

Kontakt:<br />

AVK Mittelmann Armaturen GmbH,<br />

Anna Paulina Faoro,<br />

Tel. (02058) 901-01,<br />

E-Mail: info@avkmittelmann.com,<br />

www.avkmittelmann.com,<br />

Halle 12 / E2.1.<br />

Bild 4. Hochdruck-Kugelhahn mit<br />

Flanschenden und Handrad.<br />

September <strong>2013</strong><br />

594 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


FHRK mit Gemeinschaftsstand<br />

Erwarten Sie sichere<br />

und wirtschaftliche<br />

Lösungen für Ihr <strong>Gas</strong>netz!<br />

Supa Maxi Kupplung für <strong>Gas</strong><br />

PE-Kugelhahn für <strong>Gas</strong> mit Ausbläsern<br />

Auf der GAT <strong>2013</strong> stellt der Fachverband FHRK wasser- und gasdichte<br />

Haus- und Gebäudeeinführungen für Rohre und Kabel auf einem<br />

Gemeinschaftsstand vor.<br />

Industriell gefertigte Hauseinführungssysteme<br />

sind seit ca. 15 Jahren<br />

am Markt. Bei Neubauten setzten<br />

sie sich schnell durch. Heute<br />

gelten sie für große Versorgungsunternehmen<br />

als „Stand der Technik“.<br />

Auf der Fachmesse <strong>gat</strong> präsentiert<br />

sie der Fachverband Hauseinführungen<br />

für Rohre und Kabel e.V.,<br />

FHRK, auf einem Gemeinschaftsstand.<br />

Damit unterstreichen Fachverband<br />

und Hersteller die Bedeutung<br />

dieser Bauelemente. Derzeit<br />

vertritt der Fachverband ca. 80 %<br />

der deutschen Hersteller.<br />

Der Gemeinschaftsstand stellt<br />

die aktuellen Mehrsparten-Hauseinführungen<br />

und Gebäudeeinführungen<br />

vor. Zielsetzung ist, weitere Versorgungsunternehmen<br />

und Planer<br />

von deren Sicherheit und Ausführungsfreundlichkeit<br />

zu überzeugen.<br />

Zusätzlich zeigt der Stand, wie wichtig<br />

es ist, rechtzeitig die Ver- und<br />

Entsorgungsleitungen von Bauvorhaben<br />

zu planen und die notwendigen<br />

Anträge zu stellen. Nur dann<br />

lassen sich die erforderlichen Kabel<br />

und Rohre relativ einfach, platzsparend<br />

sowie gas- und wasserdicht<br />

ins Haus leiten. Nachträglich eingebrachte<br />

Durchdringungen sind häufig<br />

weniger sicher als geprüfte Einführungssysteme.<br />

Besonders deutlich<br />

zeigt sich das Problem bei nicht<br />

unterkellerten Gebäuden, wenn<br />

sich der Bauherr erst nach Fertigstellung<br />

der Bodenplatte entschließt,<br />

Regenwasser oder eine<br />

erdgeführte Be- und Entlüftungsanlage<br />

nutzen zu wollen. Führen Versorgungsleitungen<br />

durch ein Mehrsparten-Hauseinführungssystem,<br />

lassen sich Leitungen außerdem<br />

später leicht austauschen, wenn<br />

die technische Entwicklung dieses<br />

erfordert.<br />

Auf einer Pressekonferenz am<br />

Dienstag, den 01.10.<strong>2013</strong> wird der<br />

Vorstand des FHRK e.V. um 15:00<br />

Uhr im Messe Congress Centrum,<br />

MCC, Raum CANNES, den aktuellen<br />

Stand der Haus- und Gebäudeeinführungssysteme<br />

und zukünftige<br />

Entwicklungsvorhaben vorstellen.<br />

Kontakt:<br />

Fachverband Hauseinführungen für Rohre<br />

und Kabel e.V.,<br />

Dr. Reiner Pohl,<br />

Tel. (0385) 2088 8959,<br />

E-Mail: info@fhrk.eu,<br />

www.fhrk.eu<br />

Halle 12 / C 4.1.<br />

Hochdruckkugelhahn für <strong>Gas</strong><br />

Besuchen Sie uns auf der <strong>gat</strong> + wat in<br />

<strong>Nürnberg</strong> (Stand E2.1/Halle 12) und<br />

überzeugen Sie sich von unseren<br />

<strong>Gas</strong>- und Wasserprodukten!<br />

AVK Mittelmann Armaturen GmbH<br />

Schillerstraße 50 ∙ 42489 Wülfrath<br />

Tel. 0 20 58/901-01 ∙ Fax 0 20 58/901-111<br />

www.avkmittelmann.com ∙ info@avkmittelmann.com<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 595


SONDERTEIL<br />

Unterstützung der Netzbetreiber bei Umsetzung<br />

der KoV VI Anforderungen<br />

Kontakt<br />

numetris AG,<br />

Bruna Riviello-<br />

Janoschka,<br />

Tel. (0201) 895454-0,<br />

E-Mail: Bruna.<br />

Riviello@numetris.de,<br />

www.numetris.de<br />

Halle 12 / C7.<br />

Genügte es bislang, RLM-Messdaten<br />

einmal täglich bereitzustellen,<br />

werden Netzbetreiber ab<br />

dem 1. Oktober vor deutlich höhere<br />

Anforderungen gestellt. Im Stundentakt<br />

sieht die dann in Kraft tretende<br />

Kooperationsvereinbarung<br />

KoV VI die Lieferung von Messwerten<br />

auf Anfrage von Transportkunden<br />

vor und kommt damit der in der<br />

GeLi <strong>Gas</strong> angelegten Verpflichtung<br />

nach. Wie Netzbetreiber diese steigenden<br />

Anforderungen sicher und<br />

mit überschaubarem Aufwand erfüllen<br />

können, stellt der Essener Spezialist<br />

für das Mess- und Energiedatenmanagement<br />

numetris auf der<br />

diesjährigen <strong>gat</strong> in <strong>Nürnberg</strong> vor.<br />

Daten im Stundentakt<br />

Der Frage, welche Rolle „<strong>Gas</strong> im<br />

Energiesystem der Zukunft“ einnimmt,<br />

gehen Experten des <strong>Gas</strong>fachs<br />

auf der diesjährigen gasfachlichen<br />

Aussprachetagung <strong>gat</strong> in<br />

<strong>Nürnberg</strong> nach. Dass <strong>Gas</strong> im Zuge<br />

der Energiewende eine völlig neue<br />

Bedeutung erlangen wird, darüber<br />

herrscht kaum Zweifel. Ebenso<br />

wenig wird in Frage gestellt, dass<br />

quantitativ und qualitativ hinreichende<br />

Messdaten zur Steuerung<br />

des Smart Grids unverzichtbar sind.<br />

Die im Rahmen der KoV VI hervorgehobene<br />

stündliche Datenbereitstellung<br />

wird demgemäß dazu beitragen,<br />

das Ungleichgewicht im Netz<br />

weiter abzubauen und die Prognosegüte<br />

zu erhöhen.<br />

Doch wie können Netzbetreiber<br />

diesen zusätzlichen Aufwand ohne<br />

zusätzliche personelle Ressourcen<br />

stemmen? Vor allem: Wie halten<br />

sich kostspielige Investitionen in die<br />

Abruftechnik zur Zählerfernauslesung<br />

oder in den Ausbau der IT-Infrastruktur<br />

zur Plausibilitätsprüfung,<br />

Ersatzwertbildung, Analyse und<br />

Prognose im Rahmen?<br />

Einen komfortablen und kostengünstigen<br />

Weg stellt die numetris<br />

Die KoV VI wirft ihre Schatten voraus – wie die Datenbereitstellung im<br />

Stundentakt erfolgen kann, stellt numetris auf der <strong>gat</strong> vor.<br />

Cloud Metering Messdienstleistung<br />

dar. Dabei werden die aufwendigen<br />

Prozessschritte der Zählerfernauslesung,<br />

Messdatenaufbereitung und<br />

-bereitstellung auf Basis der be -<br />

währten numetris Software en|damo<br />

ausgelagert und in Form eines Mietmodells<br />

zugekauft. Transportkunden<br />

können pünktlich und ohne<br />

zusätzlichen Aufwand für den Netzbetreiber<br />

im Stundentakt mit Daten<br />

versorgt werden. Auf Wunsch sind<br />

auch kürzere Intervalle möglich.<br />

Eine Referenzinstallation des erfahrenen<br />

Essener Messdienstleisters<br />

liefert beispielsweise alle drei Minuten<br />

nach Kundenwünschen aufbereitete<br />

Messdaten.<br />

Datenschutz und<br />

Datensicherheit<br />

Welchen Stellenwert die Themen<br />

Datenschutz und Datensicherheit in<br />

diesem Umfeld einnehmen, zeigt<br />

auch die aktuelle Diskussion rund<br />

um das BSI-Schutzprofil für Smart<br />

Meter. Auch das innerhalb der <strong>gat</strong><br />

Ausstellung stattfindende IT-Forum<br />

trägt dem mit weiterführenden Vorträgen<br />

Rechnung. Auf der Podiumsfläche<br />

der IT goes ENERGY Gemeinschaftsplattform,<br />

auf der sich auch<br />

numetris am Stand C7 präsentieren<br />

wird, greift numetris Vorstand Joachim<br />

Pyras die aktuelle Brisanz des<br />

Themas auf. In seinem Vortrag am<br />

02.10.<strong>2013</strong> wird er über „Datenschutz<br />

und Datensicherheit für<br />

intelligente Messsysteme – Auswirkungen<br />

auf die verarbeitenden Systeme“<br />

referieren. Der Besuch des IT-<br />

Forums innerhalb der IT goes<br />

ENERGY Gemeinschaftsplattform ist<br />

für <strong>gat</strong> Besucher frei.<br />

Die parallel innerhalb der Messe<br />

<strong>Nürnberg</strong> stattfindende DVGW Service<br />

& Consult Veranstaltung „IT-<br />

Sicherheit und Datenschutz im EVU“<br />

vertieft die Fragestellungen rund<br />

um die mit der digitalen Datenflut<br />

einhergehenden Risiken und Haftungsprobleme.<br />

Auch hier wird Joachim<br />

Pyras mit einem Vortrag zu<br />

„Datenschutz und Datensicherheit<br />

für die Kommunikationseinheit<br />

eines intelligenten Messsystems“<br />

am 01.10.<strong>2013</strong> zu den referierenden<br />

Experten gehören.<br />

September <strong>2013</strong><br />

596 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


AERIUS. Die intelligente<br />

Form der <strong>Gas</strong>messung<br />

◦ statisch<br />

◦ druckunabhängig<br />

◦ temperaturkorrigiert<br />

◦ integrierte Kommunikation<br />

AERIUS. Präzision, bei jeder Temperatur, in jeder Höhenlage.<br />

Batterielebensdauer bis zu 20 Jahre.<br />

Weitere Informationen unter: www.diehl.com/metering<br />

Besuchen Sie uns auf der <strong>gat</strong>/wat in <strong>Nürnberg</strong><br />

30.09.<strong>2013</strong> - 02.10.<strong>2013</strong><br />

Halle 12, Stand E4


SONDERTEIL<br />

Work-Management-Lösung zum Nachweis<br />

revisionssicherer Archivierung<br />

Von Jens Focke und Golo Hoffmann<br />

Regulatorische<br />

Randbedingungen,<br />

verstärkte Anforderungen<br />

des „Shareholder Values“ und zu -<br />

nehmendes Bewusstsein für technisches<br />

Risikomanagement verstärken<br />

den Bedarf nach qualitativer<br />

Prozessverbesserung in der Industrie.<br />

Aktuelle IT-Infrastrukturen der<br />

Unternehmen zeigen dabei, dass es<br />

bei dem Thema internetbasierende<br />

Prozessunterstützung durchaus<br />

noch Handlungsspielraum gibt.<br />

Zusätzlich besteht auch 30 Jahre<br />

nach den ersten Systemimplementierungen<br />

noch immer Bedarf an<br />

IT-gestützter Geschäftsprozessoptimierung<br />

mit Raumbezug, auch<br />

wenn heute internetbasierende<br />

Kartendienste verfügbar sind.<br />

Im Nachgang einer technischen<br />

Betriebsmitteldokumentation auf<br />

digitaler Basis, die mittels geographischer<br />

Informationssysteme (GIS)<br />

erfolgt ist, kann die Dokumentationsaufgabe<br />

auf Instandhaltungsund<br />

Überwachungsmaßnahmen<br />

ausgedehnt werden. Dabei ist der<br />

Standardisierungsgrad am höchsten,<br />

wenn die kommerziellen (ERP-<br />

Systeme) und technischen IT-Systeme<br />

gleichberechtigt im Einsatz<br />

sind. Jedoch nur dort, wo die ERPund<br />

GIS- Systeme eine leistungsfähige,<br />

weil komplette Datenbasis<br />

bereitstellen, können weitere Inst-<br />

Visualisierung von verplanten Auffälligkeiten auf<br />

einer Leitung.<br />

Einflüsse auf die Netzstrategie.<br />

rumente zur Geschäftsprozessoptimierung<br />

ergänzt werden.<br />

Die Art der Geschäftsprozessoptimierung<br />

umfasst hier die Korrelation<br />

aus Instandhaltungsmaßnahmen,<br />

technischer Betriebsmittel,<br />

Kostenstellen und Personal, wie sie<br />

in allen Industrien vorkommen und<br />

deren Aussagekraft eine Effektivitätsbewertung<br />

eines Prozesses<br />

überhaupt erst ermöglicht.<br />

Viele Energieversorger gehen<br />

inzwischen dazu über, die gewonnenen<br />

Informationen aus verschiedenen<br />

Instandhaltungsstrategien<br />

zu „überlagern“, um Synergien für<br />

geplante Maßnahmen zu schaffen.<br />

Eine Auffälligkeit aus einer Molchung<br />

(zustandsorientierte Instandhaltung)<br />

kann z. B. im Rahmen einer<br />

zyklischen Wartung (zeitorientierte<br />

Instandhaltung) beseitigt werden.<br />

Diese Integration schafft weitere<br />

Vorteile. Erstmalig kann man sich<br />

einen kompletten, auch geographisch<br />

orientierten, Überblick über<br />

den Zustand seines Netzes verschaffen,<br />

inklusive der Instandhaltungshistorie<br />

einer jeden Anlage.<br />

Sollte der Datenerfassungsprozess<br />

für die Betriebsmittel konsequent<br />

beendet worden sein, kann<br />

sich die Implementierung unternehmensweiter<br />

Lösungen gut auf die<br />

eingeführten geographischen Informationssysteme<br />

stützen. An hand<br />

dieser Ausgangslage ist die Zuordnung<br />

aller Messwerte möglich, welche<br />

die Grundlage für Zustandsbewertungen<br />

liefern. Der sich darauf<br />

aufbauende Bewertungsprozess ist<br />

die Basis für das Maßnahmenmanagement,<br />

deren Inhalte sich aus dem<br />

lokal gültigen Regelwerken der<br />

Industrie, internationalen Empfehlungen<br />

oder unternehmensspezifischer<br />

„Best Practises“ ableiten.<br />

Mit prozessgesteuerten Anwendungen<br />

kann vor allem eine Flexibilitätssteigerung<br />

bei der Anpassung<br />

der fachlichen Abläufe und bei Veränderungen<br />

in der Systemlandschaft<br />

erreicht werden. Schadensfälle in<br />

der jüngeren Vergangenheit –<br />

Unfälle in der Pipeline- und Atomindustrie<br />

– haben gezeigt, dass Lücken<br />

in den betrieblichen Abläufen nicht<br />

ausreichend bekannt waren, um<br />

spätere Katastrophen zu vermeiden.<br />

Kontakt:<br />

GEOMAGIC GmbH,<br />

www.geomagic.de<br />

Halle 12 / E9.1.<br />

September <strong>2013</strong><br />

598 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Hochdruckrohr-Systeme aus Kunststoff<br />

für alternative Verlegetechniken<br />

Mit dem HexelOne®-Rohr hat<br />

egeplast ein PE-Rohrsystem<br />

für Hochdruckanwendungen mit<br />

Schutzmantel zur grabenlosen Verlegung<br />

und Sanierung entwickelt.<br />

Es lässt sich grabenlos im Relining<br />

oder Spülbohrverfahren einziehen.<br />

Wirtschaftliche und baustellenkonforme<br />

Lieferlängen als Ringbund<br />

sind ebenso möglich wie die<br />

Abwicklung vor Ort von einer Trommel.<br />

Die Anzahl der Schweißverbindungen<br />

wird dadurch auf ein Minimum<br />

reduziert. Das HexelOne SLM-<br />

Rohrsystem ist bis 32 bar für Wasser<br />

und bis 16 bar für <strong>Gas</strong>anwendungen<br />

belastbar. Die Zertifizierung<br />

durch den TÜV SÜD ist bereits<br />

erteilt.<br />

Als zusätzliche Option kann das<br />

HexelOne Hochdruckrohrsystem<br />

mit Schutzmantel auch mit Diffusionssperrschichten<br />

oder Leiterbändern<br />

zur Rohrortung geliefert werden.<br />

Eine Variante für die durchgängige<br />

Überwachung der gesamten<br />

Leitung ist ebenfalls möglich. Für<br />

die Verbindungstechnik stellt egeplast<br />

ein umfassendes Programm<br />

bereit: Die Rohrenden können<br />

durch Verpressen oder aber durch<br />

eine Kombischweißung aus Heizelementstumpfschweißung<br />

und<br />

E-Muffenschweißung verbunden<br />

werden. Alternativ liefert egeplast<br />

auch fertig verpresste Systemkomponenten<br />

zum Verschweißen vor<br />

Ort auf die Baustelle.<br />

egeplast HexelOne-Hochdruckrohre können nun<br />

auch für alternative Verlegetechniken eingesetzt werden.<br />

Baustellenkonforme Lieferlängen als Ringbund<br />

oder Trommelware in Längen von bis zu 145 m sind<br />

möglich.<br />

Kontakt:<br />

egeplast international GmbH,<br />

Tel. (02575) 9710-0,<br />

E-Mail: info@egeplast.de,<br />

www.egeplast.de<br />

Halle 12/ E4.2.<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 599


SONDERTEIL<br />

Neue Blasensetztechnik für <strong>Gas</strong>-Rohrleitungen<br />

bis 4 bar Betriebsdruck<br />

Seit etwa 1980 werden Blasensetzgeräte<br />

eingesetzt. Hütz +<br />

Baumgarten war mit der erste Hersteller<br />

der Blasensetzgeräte entwickelt<br />

und produziert hat. Zum Sperren<br />

von <strong>Gas</strong>rohrleitungen unter<br />

Betriebsbedingungen bis 1 bar Leitungsdruck<br />

haben sich Blasensetzgeräte<br />

und Absperrblasen als wirtschaftliche<br />

und sichere Lösung<br />

durchgesetzt.<br />

Voraussetzung für einen sicheren<br />

Umgang sind eine funktionstüchtige<br />

Gerätetechnik und das<br />

Fachwissen des Monteurs im<br />

Umgang mit dem Gerät und dem<br />

Medium <strong>Erdgas</strong>. Alle vorkommenden<br />

Rohrleitungswerkstoffe (Stahl,<br />

Guss, PE und auch PVC) können<br />

über Stutzen bzw. Schellen, die passend<br />

zu den Blasensetzsystemen<br />

geliefert werden können, gesperrt<br />

werden.<br />

Aus Kostengründen werden Leitungsnetze<br />

kleiner dimensioniert<br />

als früher und dafür mit höheren<br />

Betriebsdrücken betrieben. Schon<br />

jetzt werden Leitungsnetze, die<br />

über 1 bar betrieben werden, für<br />

den Zeitraum der Sperrung auf<br />

unter 1 bar abgesenkt, um den Einsatz<br />

von Blasensetzgeräten zu<br />

ermöglichen.<br />

Weiterhin hat der Werkstoff<br />

PE 100 und PE-x zur Folge, dass<br />

immer mehr Versorger diese Leitungen<br />

nicht mehr mittels hydraulischer<br />

PE-Rohr-Quetschen sperren möchten.<br />

Stichwort: Rissbildung und<br />

erhöhte Leckagemengen. Auch die<br />

BGR 500 Kapitel 2.31 verweist bei<br />

undichter Sperrung auf eine zweite<br />

Quetsche mit zusätzlich zwischenliegender<br />

Entspannung, um diesem<br />

Sachverhalt Rechnung zu tragen.<br />

Aus diesen genannten Gründen<br />

hat Hütz + Baumgarten eine Blasensetztechnik<br />

entwickelt und erprobt,<br />

die es erlaubt, <strong>Gas</strong>rohrleitungen<br />

unter maximal 4 bar Leitungsdruck<br />

zu sperren. Für den Druckbereich<br />

Blasensetzsystem im Einsatz.<br />

über 1 bar kommen nur die Rohrleitungswerkstoffe<br />

Stahl und PE zum<br />

tragen. Die neue Gerätetechnik<br />

kann eingesetzt werden im Dimensionsbereich<br />

DN 80 bis DN 200.<br />

Somit für Stahlleitungen von DN 80<br />

bis DN 200 und für PE-Rohrleitungen<br />

von Da 90 bis Da 225.<br />

Der Einsatz dieser Geräte macht<br />

da Sinn, wo der Leitungsdruck nicht<br />

oder nur unter erheblichen finanziellen<br />

oder zeitlichen Aufwand auf<br />

unter 1 bar abgesenkt werden kann.<br />

Und alternative Sperrmöglichkeiten,<br />

wie zum Beispiel das Stoppeln,<br />

aus Zeit- und Kostengründen hiermit<br />

ersetzt werden können, sofern<br />

der Leitungsdruck während der<br />

Sperrung nicht 4 bar überschreitet.<br />

Gegenüber dem Stoppelverfahren<br />

bietet das neue Blasensetzsystem<br />

den Vorteil, dass es wesentlich<br />

leichter, handlicher und kostengünstiger<br />

ist. Die erforderliche An -<br />

bohrung muss nur 56,5 mm betragen,<br />

somit ist der Anbohraufwand<br />

deutlich geringer.<br />

Statt Sonder-Formteilen die sehr<br />

teuer sind, können standardisierte<br />

und kostengünstige Aufschweißstutzen<br />

für Stahlrohrleitungen und<br />

Schellen für PE-Rohrleitungen zum<br />

Einsatz kommen. Benötigt wird<br />

lediglich wie bei den bekannten<br />

Blasensetzgeräten ein Stutzen mit<br />

2“ Innengewinde und 2 ½“ Außengewinde.<br />

Die Standard PE-Blasensetzschellen<br />

der Hersteller FRIATEC,<br />

PLASSON oder GEORG FISCHER<br />

können wahlweise eingesetzt werden.<br />

Bei Hersteller internen Versuchen<br />

wurden die Geräte und Blasen<br />

an Testrohren auf Herz und Nieren<br />

geprüft. Unter anderem wurde<br />

mehrfach das Versagen der Druckblase<br />

provoziert, um den stabilen<br />

und sicheren Sitz der Dunstblase<br />

bei einem Druckstoß unter Beweis<br />

zu stellen. Mittlerweile wurden<br />

46 Baustellen durchgeführt. So wurden<br />

22 Stahl- und 24 PE-Rohrleitungen<br />

bei Drücken zwischen 2,1 und<br />

3,7 bar sicher gesperrt. Das neue<br />

Blasensetzsystem besteht aus der<br />

bekannten Anbohr- und Stopfensetztechnik,<br />

gleich dem Zweifachblasensetzsystem.<br />

Das Blasensetzgerät,<br />

ist ein Einzelblasensetzgerät<br />

mit Vordruckmessung, das heißt mit<br />

einem Gerät kann nur eine Blase<br />

gesetzt werden und der Druck vor<br />

der gesetzten Blase kann am Gerät<br />

über ein Manometer kontrolliert<br />

September <strong>2013</strong><br />

600 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

werden. Zum Sperren in zwei Richtungen<br />

(Ringleitung) sind somit<br />

4 Geräte zum Einsatz von vier Blasen<br />

erforderlich.<br />

Die 4 bar Absperrblase ist eine<br />

modifizierte MDS-Blase, die mit<br />

8 bar Blaseninnendruck den Leitungsdruck<br />

von 4 bar sicher sperrt.<br />

(MDS = Multi-Durchmesser-Sicherheitsblase)<br />

Die Anlagelänge der<br />

Blase im Rohr ist gegenüber der<br />

bekannten 1 bar-MDS-Blase in etwa<br />

verdoppelt. Die entsprechend hö -<br />

here Wicklungsanzahl des Dynema-<br />

Fadens, der wie bei jeder MDS-Blase<br />

maschinell über Kreuz um die Blasenpole<br />

gewickelt wird, erhöht den<br />

Berstdruck der Blase auf über 24 bar.<br />

Somit ist auch hierbei ein 3-facher<br />

Sicherheitsfaktor zwischen Berstdruck<br />

und Blaseninnendruck ge -<br />

geben. Da die Fadenwicklung in<br />

Gummi eingebettet wird, erhöht<br />

sich mit der Wicklungsanzahl die<br />

Dicke der MDS-Blase. Um die Vordruckmessung<br />

des Gerätes zu er -<br />

möglichen ist ein Vordruckschlauch<br />

im Zentrum der Blase montiert. In<br />

die Blasenoberfläche ist ein Korund<br />

eingebettet, welches für eine<br />

höhere Haftreibung im PE-Rohr<br />

sorgt. Bei 8 bar Innendruck werden<br />

diese Körner geringfügig in die PE-<br />

Rohroberfläche eingedrückt. Die<br />

Blasen können gleichermaßen für<br />

Stahl- und PE-Rohrleitungen eingesetzt<br />

werden. Für den Dimensionsbereich<br />

von DN 80 bis DN 200 gibt<br />

es vier Blasendimensionen, die sich<br />

wie bei der MDS-Blase üblich nach<br />

dem Rohrinnendurchmesser in Millimeter<br />

richtet: D1 = Ø70–90 mm,<br />

D2 = Ø90–120 mm, D3 = Ø120–<br />

160 mm und D4 = Ø160-215 mm.<br />

Die Blasendimension D4 =<br />

Ø160–215 mm hat an der vorderen<br />

Polkappe einen Führungsfinger, der<br />

das Umlenken der Blase von der<br />

Senkrechten in die Rohrachse vereinfacht.<br />

Beim Einsatz der Gerätetechnik<br />

wird nach dem Verschweißen der<br />

Stahlmuffe bzw. der PE-Schelle eine<br />

Schleuse aus Adapterring und 2 ½“<br />

Kugelhahn aufgebaut. Die Anbohrung<br />

erfolgt über die bekannte<br />

Anbohrtechnik mit 56,5 mm Bohrungsdurchmesser,<br />

gleich dem<br />

Zweifachblasensetzsystem. PE-<br />

Rohrleitung werden mit dem spanreduzierten<br />

PE-Fräser angebohrt,<br />

der neben der ausgebohrten Platine<br />

auch die PE-Späne sicher im<br />

Fräser sammelt.<br />

Bei Stahlrohrleitungen wird die<br />

Spanentfernung mit einer ebenfalls<br />

neuen Magnetstange mit Gelenk<br />

empfohlen. Hierbei wird der Magnet<br />

über ein Gelenk nicht nur senkrecht<br />

nach unten geführt, sondern<br />

dank des Gelenkes ca. 150 mm weit<br />

in die Rohrachse beidseits der<br />

Anbohrung eingefahren. Hierdurch<br />

können mehr Späne gesammelt<br />

und aus der Rohrleitung geborgen<br />

Blasensetzgerät.<br />

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schnell, sicher, wirtschaftlich.<br />

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<strong>Gas</strong>-<br />

Hausanschluss<br />

Wasser-<br />

Hausanschluss<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 601


SONDERTEIL<br />

Umlenken der Blase von der Senkrechten in die<br />

Rohrachse.<br />

werden, die wiederum die Blasen<br />

nicht mehr beschädigen können.<br />

Das Blasensetzgerät ist aus Edelstahl<br />

gefertigt und mit zwei auswechselbaren<br />

Blasensetzschuhen<br />

ausgestattet. Ein kleinerer Setzschuh<br />

wird für die Dimension DN 80<br />

und DN 100 verwandt, der größere<br />

Setzschuh für DN 125 bis DN 200.<br />

Durch das gleichzeitige Drücken<br />

von zwei Messingbolzen ist der einfache<br />

Wechsel der Setzschuhe möglich.<br />

Das Einfahren des Setzrohres<br />

erfolgt über eine Getriebekurbel.<br />

Auch bei 4 bar Gegendruck ist dies<br />

dank des Getriebes leicht möglich.<br />

Je nach Rohrdimension rastet ein<br />

Fixierstift in eine der drei deutlich<br />

gekennzeichneten Fixierbohrungen<br />

ein und sichert die Position.<br />

Nach Einschieben der Blase über<br />

das Gestänge, wird die Blase über<br />

den Gestängeanschluss mit 8 bar<br />

Blaseninnendruck befüllt. Dies in<br />

der Regel über eine Stickstoffflasche<br />

mit Druckminderer. Über einen<br />

Entspannungskugelhahn und dem<br />

Entgasungsschlauch wird der Be -<br />

reich hinter der gesetzten Blase entspannt.<br />

Über diesen Geräteanschluss<br />

ist ebenfalls, falls gewünscht,<br />

das kontinuierliche Spülen des<br />

Rohrleitungsbereiches mit Innertgas<br />

möglich. Nach 30-minütiger<br />

Überwachungszeit der Blasen, in<br />

Bezug auf sicheren und dichten Sitz,<br />

kann die Rohrleitung getrennt werden.<br />

Die eigentlichen Arbeiten können<br />

durchgeführt werden.<br />

PE-Rohrleitungen können unter<br />

gesetzten Blasen eingebunden und<br />

mittels Heizwendelschweißung verschweißt<br />

werden. Dies ist wie im<br />

Druckbereich bis 1 bar genauso einfach<br />

möglich, da die PE-Schweißtemperatur<br />

etwa bei 200 °C und die<br />

Entzündungstemperatur von <strong>Erdgas</strong><br />

bei ca. 600 °C liegt.<br />

Bei Stahlrohrleitungen ist die<br />

Einbindung des Arbeitsbereiches<br />

mit Überschiebern erforderlich, da<br />

laut Berufsgenossenschaft im Stahlrohrbereich<br />

nicht unter gesetzten<br />

Blasen geschweißt werden darf<br />

(Schweißtemperatur über 1500 °C!).<br />

Für einen Druck im Einbauzustand<br />

von bis zu 4 bar hat die Firma Franz<br />

Schuck (89555 Steinheim) eigens<br />

einen Überschieber für entsprechenden<br />

Druckbereich konstruiert.<br />

Nach der erfolgten Einbindung<br />

oder Reparatur darf das Entspannen<br />

der Blasen nur nach erfolgtem<br />

Druckausgleich erfolgen. Bei einem<br />

Leitungsdruck von 4 bar und einer<br />

Stahlrohrleitung DN 200 (Ø219,1 mm<br />

x 4 mm) wirkt eine Kraft von 14 KN<br />

(entspricht 1 400 kg) gegen die<br />

gesetzte und rückseitig entspannte<br />

Blase in Rohrachsrichtung. Dieser<br />

Druckausgleich ist über die Geräteanschlüsse<br />

ohne eine weitere An -<br />

bohrung durchführbar.<br />

Das abschließende Stopfensetzen<br />

ist auch bei 4 bar Leitungsdruck<br />

über die bekannte Technik gut händelbar.<br />

Wichtig ist selbstverständlich,<br />

dass der Stopfen mit einem<br />

O-Ring versehen ist und hierdurch<br />

die Dichtigkeit mit dem Einschrauben<br />

des Stopfens in den Stutzen<br />

erreicht wird.<br />

Als 1994 die MDS-Blase auf den<br />

Markt kam, gab es Kritiker, die einen<br />

Sperrdruck von bis zu 1 bar als zu<br />

gefährlich ansahen. Heute hat sich<br />

die MDS-Blase als Sperrblase bis<br />

1 bar im Markt durchgesetzt und<br />

wird täglich deutschlandweit eingesetzt.<br />

Dennoch ist es wichtig, Gefahren<br />

zu erkennen, zu beurteilen und<br />

möglichst auszuschließen die ein<br />

solches System bzw. hoher Leitungsdruck<br />

mit sich bringt. Die aufkommenden<br />

Kräfte, <strong>Gas</strong>mengen<br />

und damit verbunden ein deutlich<br />

höheres Gefahrenpotenzial muss<br />

unbedingt Berücksichtigung finden.<br />

Neben den internen Tests und<br />

den Referenzbaustellen wurde eine<br />

Risikoanalyse und -bewertung<br />

durchgeführt, ein Sicherheitskonzept<br />

erstellt und deren Ergebnisse<br />

in eine umfangreiche Gebrauchsanleitung<br />

eingearbeitet.<br />

Zum Beispiel wurde, um Fehlern<br />

vorzubeugen, die Gewindekupplung<br />

zwischen Blase und dem<br />

Gestänge so gewählt, dass keine<br />

andere Blase (von anderen Blasensetzsystemen<br />

oder anderer Hersteller)<br />

versehentlich oder bewusst mit<br />

dem 4 bar-Gerät zum Einsatz kommen<br />

kann. Beim Erwerb der Geräte<br />

werden die Monteure persönlich<br />

eingewiesen und auf das System<br />

geschult. Die ausgebildeten Teilnehmer<br />

erhalten ein Schulungszertifikat<br />

und nur diese dürfen mit dem<br />

Gerät arbeiten. Die Gültigkeit des<br />

Schulungszertifikates beträgt zwei<br />

Jahre und muss entsprechend wiederkehrend<br />

erfolgen.<br />

Ziel ist es, eine DVGW Zertifizierung<br />

für das 4 bar Blasensetzsystems<br />

zu erwirken. Hierfür ist es<br />

jedoch erforderlich, dass vorab eine<br />

Prüfgrundlage vom DVGW hierfür<br />

erstellt wird. Die bislang vorliegende<br />

Prüfgrundlage des DVGW<br />

für Blasen und Blasensetzgeräte<br />

(VP 620 und VP 621) ist begrenzt auf<br />

1 bar Leitungsdruck und kann somit<br />

nur nach einer Überarbeitung durch<br />

den DVGW zum Tragen kommen.<br />

Der Dialog hierzu mit dem DVGW<br />

und der Berufsgenossenschaft ist in<br />

vollem Gange.<br />

Kontakt:<br />

Hütz + Baumgarten GmbH & Co.KG,<br />

Tel. (02191) 97 00-0,<br />

E-Mail: info@huetz-baumgarten.de<br />

Halle 12 / D4.2.<br />

September <strong>2013</strong><br />

602 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Cyble SC Electronic Encoder<br />

Itron Inc. präsentiert erstmals den<br />

Cyble SC Electronic Encoder. Das<br />

innovative Kommunikationsmodul<br />

zur Übertragung absoluter Zählerstände<br />

eignet sich für den Einsatz<br />

auf Balgen-, Turbinenrad- oder<br />

Drehkolbengaszählern. Technische<br />

Grundlage ist hierbei das bewährte<br />

Itron Cyble Prinzip, dessen kontaktfreie<br />

induktive Abtastung zuverlässig<br />

akkurate Messwerte liefert.<br />

Der Cyble SC Electronic Encoder<br />

verfügt sowohl über eine Namur-<br />

Schnittstelle nach EN 60947-5-6 als<br />

auch über eine L-Bus Schnittstelle<br />

nach EN 13757-6. Der Schnittstellentyp<br />

wird automatisch erkannt<br />

und die Daten über ein zweiadriges<br />

Kabel übertragen.<br />

Die Namur-Schnittstelle ist bei<br />

kontinuierlicher und pulsender Ab -<br />

fragespannung gleichermaßen verwendbar,<br />

die Sendehäufigkeit der<br />

Datensätze „Zählwerksstand“ und<br />

„Typenschild“ lassen sich frei einstellen.<br />

Sie arbeitet mit dem ASCII-<br />

Protokoll gemäß dem DVGW-Dokument<br />

„Digitale Schnittstelle für Primärgeräte<br />

mit Zählerstandsübertragung“.<br />

Zur Parametrierung nutzt der<br />

Cyble SC die L-Bus Schnittstelle.<br />

Zudem lassen sich darüber der<br />

Rückfluss, der maximale Durchfluss<br />

sowie die Stichtagswerte am Ende<br />

eines jeden Monats erfassen. Die<br />

ATEX Zulassung (Ex II 2G Ex ib IIB T3)<br />

ermöglicht den Einsatz des Cyble SC<br />

in explosionsgefährdeten Atmosphären.<br />

Kontakt:<br />

Itron Zähler & Systemtechnik GmbH,<br />

www.itron.com<br />

Halle 12 / C6.3.<br />

RedWorks Düsseldorf / ERDGAS_<strong>2013</strong> / INNOVATION_Sozialverträgliche Sanierung / GWF / ET: 23.09.<strong>2013</strong> / Format: 210 x 99 mm / 4c<br />

ERDGAS – Lösungen für die Zukunft<br />

Der wirtschaftliche Weg<br />

zur Sanierung beginnt<br />

im Heizungskeller.<br />

Günstig die Heizung modernisieren: mit ERDGAS.<br />

Die Energiewende hat begonnen. Die Klimaschutzziele sind ehrgeizig. ERDGAS kann dazu beitragen, diese Ziele zu<br />

erreichen – auch ohne die Kosten aus den Augen zu verlieren. Denn moderne <strong>Erdgas</strong>-Technologien ermöglichen dank<br />

ihrer Effizienz hohe CO 2<br />

-Einsparungen ohne großen Investitionsaufwand. Das hilft bezahlbare Mieten bei der energetischen<br />

Sanierung zu sichern. Dazu bietet ERDGAS als Partner der erneuerbaren Energien eine hohe Zukunftssicherheit.<br />

Mit anderen Worten: Klimaschutz und Sozialverträglichkeit müssen sich nicht ausschließen – mit ERDGAS.<br />

Mehr Informationen finden Sie unter:<br />

www.erdgas.info<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 603


SONDERTEIL<br />

Neue Funktionen zur Unterstützung der Netzplanung<br />

mit Hilfe von Google, Bing, Yahoo und OSM<br />

Ziel der hydraulischen Netzberechnung<br />

ist die Ermittlung der<br />

Druck- und Strömungsverhältnisse<br />

in den Netzen unter Beachtung der<br />

spezifischen Aufgaben- bzw. Zielstellungen.<br />

Hierbei werden im<br />

Knoten Druck und Temperatur (FW,<br />

Dampf) und in den Leitungen<br />

Druckverlust, Durchfluss, Geschwindigkeit,<br />

Fließrichtung, spezifischer<br />

Druckverlust und Wärmeverlustleistung<br />

(FW, Dampf) ausgewertet.<br />

Netzmodell<br />

Die Erstellung eines möglichst realen<br />

Netzmodells bildet die Grundlage<br />

einer zuverlässigen Netzberechnung.<br />

Heute erfolgt die Netzerstellung<br />

lageähnlich basierend auf<br />

Vektor- bzw. Rasterhintergrundbildern<br />

oder bereits schon durch die<br />

Übernahme der vorhandenen GISund<br />

Verbrauchsdaten mittels definierter<br />

Datenschnittstelle. Voraussetzung<br />

ist, dass entsprechende<br />

georeferenzierte Hintergrundbilder<br />

beim Netzplaner vorhanden sein<br />

müssen, was aber nicht immer der<br />

Fall ist. Hier eröffnet sich die neue<br />

Möglichkeit der Nutzung von Web-<br />

Kartographie-Diensten welche<br />

durch Google, Bing, Yahoo, Open-<br />

StreetMap oder einem eigenen<br />

WMS-Dienst angeboten werden.<br />

Nutzung von Online-Karten<br />

Das Netzberechnungsprogramm<br />

STANET in der neuen Version kann<br />

online Hintergrundbilder aller be -<br />

kannten Provider anzeigen. Die<br />

Bilder werden im Hintergrund heruntergeladen<br />

und lokal auf der Festplatte<br />

abgelegt. Es wird kein<br />

separates Programm (kein Google<br />

Earth oder Browser) mehr benötigt.<br />

Hiermit stehen hochauflösende<br />

Bilder (Straßenkarten und Satellitenbilder)<br />

im Nahbereich für die<br />

Konstruktion von Leitungen zur Verfügung.<br />

So kann man sich in einem<br />

neuen leeren Netz nach Aufruf von<br />

„Gesamtnetz“ bei aktivierten<br />

Online-Karten eine Karte von<br />

Deutschland mit Nachbarländern<br />

anzeigen lassen. Anschließend<br />

zoomt man zu einem beliebigen<br />

Ausschnitt oder gibt eine Adresse<br />

mit vorangestelltem „@“ in das<br />

Suchfeld der Funktionsleiste ein.<br />

Dann kann man mit der Erstellung<br />

der Netztopologie beginnen. Bei<br />

der Eingabe des ersten Elements<br />

wird abgefragt, ob der aktuelle Ausschnitt<br />

zur Definition des Gauß-<br />

Krüger-Meridians zugrunde gelegt<br />

bzw. welches Koordinatensystem<br />

verwendet werden soll. Es werden<br />

zurzeit folgende Koordinatensysteme<br />

unterstützt:<br />

""<br />

„DHDN“ Gauß-Krüger-Bessel<br />

(Default): Alte Bundesländer<br />

""<br />

„ED50“ UTM (alt)<br />

""<br />

„WGS84“ UTM ETRS89<br />

""<br />

„S4283“ Gauß-Krüger-Krassowsky:<br />

Neue Bundesländer<br />

Neben den großen, bekannten<br />

Anbietern kann mit dem neuen<br />

STANET-Modul auch auf WMS-Server<br />

zugegriffen werden. WMS ist ein<br />

Protokoll, das von vielen GIS-Systemen<br />

unterstützt wird. Es werden<br />

auch diverse kommunale und regionale<br />

Dienste angeboten. So können<br />

unter Berücksichtigung der zahlreichen<br />

räumlichen Vorgaben (Straßen,<br />

Brücken, Bauwerke usw.) Netze<br />

optimal abgebildet werden.<br />

Überprüfung von Höhendaten<br />

Neben der Lage der Leitungen<br />

(Länge der Leitungsabschnitte)<br />

spielen für die hydraulische Netzplanung<br />

die Höhen eine entscheidende<br />

Rolle. Auch hier können<br />

analog zum Download von Hintergrundbildern<br />

Höhenwerte als<br />

Höhenfixpunkte heruntergeladen<br />

werden. Die Daten sind jederzeit<br />

und weltweit verfügbar. Sie eignen<br />

sich gut zur Überprüfung eingegebener<br />

Höhendaten bzgl. Eingabefehler<br />

(z.B. Zahlendreher). Mit Interpolation<br />

auf Knoten Häuser, Hydranten<br />

Schieber können so schnell<br />

die Daten zur Berechnung bereitgestellt<br />

werden.<br />

Eindeutige Zuordnung von<br />

Lastpunkten und Adressen<br />

Für die Netzplanung muss die Belastung<br />

des Netzes so real wie möglich<br />

vorgegeben werden. Sie wird heute<br />

teilweise noch von Hand oder aus<br />

den Verbrauchsabrechnungssystemen<br />

über nicht immer eindeutige<br />

Adressen zugewiesen. Hier sind<br />

noch große Potenziale zu erschließen,<br />

da die automatische Zuweisung<br />

in der Praxis nur ca. zu 80 %<br />

erfolgreich ist (Ursachen sind z. B.:<br />

keine eindeutige Straße bzw. Hausnummer).<br />

Unter Nutzung der WEB-Funktionalitäten<br />

können folgende Aktivitäten<br />

durchgeführt werden:<br />

""<br />

Herunterladen von Adressdaten/<br />

Zoom zu Adresse<br />

– zu einer Position Adressdaten<br />

suchen (Ort, Straße, Hausnummer)<br />

– zu einer Adresse die Position<br />

suchen (auch bekannt als<br />

„reverse geocoding“)<br />

Hiermit werden z. B. in Häusern<br />

und Leitungen die Felder Ort, Straßenname<br />

und Hausnummer eindeutig<br />

ausgefüllt.<br />

Mit dem neuer Menüpunkt<br />

„Hausobjekte herunterladen“ kann<br />

man zu allen bestehenden HA-Zählern<br />

ein Haus mittels Geocode<br />

erzeugen, soweit dieses noch nicht<br />

existiert. Zur Auflösung der Adresse<br />

werden übergeben: Hausnummer,<br />

Straßenname, Ort und Ortsteil. (Der<br />

Ortsteil kann zur Ausschaltung von<br />

Doppeldeutigkeiten hier ggfls. auch<br />

ein PLZ enthalten.)<br />

Das Netzberechnungsprogramm<br />

STANET berechnet alle Medien, die<br />

September <strong>2013</strong><br />

604 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Abbildungsprinzip<br />

der<br />

Mercator-<br />

Transformation.<br />

bei Querverbund-Unternehmen<br />

auftreten: <strong>Gas</strong>, Wasser, Fernwärme<br />

Heißwasser bzw. Dampf, Abwasser<br />

und Strom. Neben stationären Be -<br />

rechnungen können auch volldynamische<br />

Vorgänge modelliert werden,<br />

z. B. die zeitabhängige Füllung<br />

eines Wasserbehälters oder die Leitungsatmung<br />

im <strong>Gas</strong>netz. Spezialfunktionen<br />

sind unter anderem<br />

Löschwasserberechnungen Hausbzw.<br />

Hydrantenbezogen, Laufzeitberechnung,<br />

Qualitätsverfolgung,<br />

Höheninterpolation, Koordinaten-<br />

Transformation, Längsschnitt, Verarbeitung<br />

von Zählwerten der Verbrauchsabrechnung<br />

bezogen auf<br />

den Zählpunkt, Kapazitätsberechnung<br />

(<strong>Gas</strong>durchleitung), Simulation<br />

Biogaseinspeisung, Ermittlung optimaler<br />

Netze mit Durchmesser-, Hydranten-<br />

und Schieberoptimierung,<br />

sowie die Ermittlung ausfallkritischer<br />

Leitungen.<br />

Die neuen Möglichkeiten in STA-<br />

NET bieten gerade Ingenieurbüros<br />

bzw. den Netzplanern in den Versorgungsunternehmen<br />

einfache und<br />

schnelle Erstellung neuer bzw. optimierter<br />

Netze mit adressscharfer<br />

Belastung, um den neuen Anforderungen<br />

Rechnung zu tragen wie z. B.:<br />

""<br />

Schnelle Entscheidungsfindung<br />

für Planung, Projektierung und<br />

Bau<br />

""<br />

Hilfe beim Vertrieb<br />

""<br />

Aufspüren von Rationalisierungspotenzial<br />

""<br />

Unterstützung der Netzsteuerung,<br />

Instandhaltung und der<br />

Versorgungsqualität<br />

Kontakt:<br />

Ingenieurbüro Fischer-Uhrig,<br />

Tel. (030) 300 99 390,<br />

E-Mail: info@stafu.de,<br />

www.stafu.de<br />

Halle 12 / C7.<br />

EWE-<strong>Gas</strong>ausbläser<br />

mit EWE-Multi-Druckanbohrventil für PE-Rohr<br />

• zum kontrollierten Ableiten von Brenngasen<br />

• mit integriertem DVGW zertifiziertem<br />

EWE-Multi-Druckanbohrventil<br />

• <strong>Gas</strong>ausbläser auch als Odoriermessstelle geeignet<br />

Weitere Infos unter: www.ewe-armaturen.de<br />

Besuchen Sie uns:<br />

Halle 12<br />

Stand E2<br />

EWE-ARMATUREN<br />

Telefon: +49 531 37005-0 . www.ewe-armaturen.de<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 605


SONDERTEIL<br />

Lewa-Nikkiso übernimmt Anlagenbauer Geveke<br />

Das börsennotierte Unternehmen<br />

Nikkiso Co., Ltd. aus Tokio<br />

hat Ende Juli dieses Jahres die als<br />

Systemintegrator von Industriepumpen<br />

und Kompressoren be -<br />

kannte niederländische Vertriebsgesellschaft<br />

Geveke B.V. im Rahmen<br />

einer strategischen Investition übernommen.<br />

Damit will Nikkiso zusammen<br />

mit seiner deutschen Tochter<br />

der Lewa GmbH, die Hersteller von<br />

Dosier- und Prozess-Membranpumpen<br />

sowie kompletten Dosiersystemen<br />

ist, seine Präsenz auf dem weltweiten<br />

Öl- und <strong>Gas</strong>markt ausweiten.<br />

Geveke B.V. gliedert sich in die<br />

Bereiche Pumpen, Druckluft und<br />

Technische Lösungen. Letzterer<br />

um fasst vor allem Komponenten<br />

für die Gebäudetechnologie. Mit<br />

Ge veke in der Gruppe will Lewa-<br />

Nikkiso seinen Anteil am internationalen<br />

Öl- und <strong>Gas</strong>geschäft ausbauen.<br />

Die Geschäftsbereiche sollen<br />

ebenso wie das Management-<br />

Team in der bisherigen Form bestehen<br />

bleiben.<br />

Geveke konstruiert und liefert<br />

komplette Systeme mit Pumpen<br />

und Kompressoren. Zu den wichtigsten<br />

Auftraggebern des Unternehmens<br />

gehören viele große Ölund<br />

Chemiekonzerne. Die Anlagen<br />

werden sowohl onshore als auch<br />

offshore in Aufbereitungsanlagen,<br />

für die Chemikalieninjektion im<br />

Bereich EOR (Enhanced Oil Recovery)<br />

oder für die lokale Stickstofferzeugung<br />

eingesetzt.<br />

Aus der Verbindung der Pumpentechnologie<br />

von Lewa-Nikkiso<br />

mit Gevekes Kompetenz beim kundenspezifischen<br />

Anlagenbau sollen<br />

neue Lösungen entstehen. Außerdem<br />

wird das Produkt- und Dienstleistungsspektrum<br />

um Kunden aus<br />

dem Segment Kompressoranlagen<br />

erweitert werden, die bisher nicht<br />

zum Portfolio von Nikkiso gehörten.<br />

Synergieeffekte und Wachstum sind<br />

in vielen Endmärkten, einschließlich<br />

der Öl- und <strong>Gas</strong>branche und der<br />

Prozessindustrie zu erwarten. Po -<br />

tenzial wird dabei auch in der Unterstützung<br />

von britischen, dänischen,<br />

afrikanischen und südkoreanischen<br />

Schiffsbauern gesehen.<br />

Kontakt:<br />

LEWA GmbH,<br />

Tel. (07152) 14-0,<br />

E-Mail: lewa@lewa.de,<br />

www.lewa.de<br />

Halle 12 / F4.3.<br />

September <strong>2013</strong><br />

606 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Netzcontrolling als<br />

Steuerungsinstrument<br />

Das Erlösniveau des<br />

Netzbetreibers wird<br />

durch die Ergebnisse der<br />

Kostenprüfungen sowie die<br />

Vorgaben der Regulierungsformel<br />

be stimmt –<br />

insbesondere durch die Effizienzvorgaben<br />

im Rahmen<br />

der Erlösobergrenzen-Festsetzung<br />

<strong>Gas</strong> für die zweite<br />

Regulierungsperiode. Vor<br />

dem Hintergrund z. T. deutlicher<br />

Kürzungen droht nun<br />

zunehmender Ergebnisdruck,<br />

dem jedoch nicht<br />

beliebig durch Kostensenkungen<br />

begegnet werden<br />

kann. Die Renditeerwartungen<br />

der Gesellschafter, die<br />

Anforderungen aus der<br />

Regulierung und die Versorgungsqualität<br />

können hier<br />

zu konkurrierenden Zielen<br />

führen.<br />

Zur optimalen Positionierung<br />

in diesem Spannungsfeld<br />

ist ein strategisch<br />

fundiertes, operatives Netzcontrolling<br />

empfehlenswert,<br />

das die laufende<br />

Abstimmung der Verantwortlichen<br />

in den Bereichen<br />

Controlling, Regulierungsmanagement<br />

und<br />

Asset Management sicherstellt.<br />

Netzcontrolling ist<br />

keine Einzelmaßnahme,<br />

sondern ein Gesamtprozess:<br />

Das erfolgreiche und<br />

koordinierte Zusammenspiel<br />

verschiedener Steuerungsinstrumente.<br />

Im ersten Schritt empfiehlt<br />

es sich, neben einer<br />

Erlösvorschau auch eine<br />

Kosten- und Ergebnisplanung<br />

vorzunehmen, bei der<br />

auch die Effekte der geplanten<br />

Investitions- und<br />

Instandhaltungsvorhaben<br />

simuliert werden. Dabei ist<br />

sowohl die handelsrechtliche<br />

Abschreibungsentwicklung<br />

zur Ermittlung der ausschüttungsfähigen<br />

Beträge<br />

als auch die kalkulatorische<br />

Restwertentwicklung<br />

bedeutend, sowie eine<br />

Bilanzplanung zur Ermittlung<br />

der Entwicklung der<br />

Eigenkapitalverzinsung. Für<br />

diese Simulationsrechnungen<br />

hat BET ein übersichtliches<br />

Excel-Werkzeug zur<br />

Nutzung als Steuerungsinstrument<br />

weiterentwickelt,<br />

das auf Wunsch auch beim<br />

Netzbetreiber implementiert<br />

werden kann.<br />

Anschließend folgen die<br />

Identifizierung des Handlungsbedarfes<br />

und die Analyse<br />

verschiedener Maßnahmen<br />

des Investitions-,<br />

Instandhaltungs- bzw. Kosten-<br />

oder Erlösmanagements,<br />

sowie die Überprüfung<br />

von Prozessen hinsichtlich<br />

ihrer Wirkung. Sehr<br />

wichtig ist die Feinausrichtung<br />

und ggf. Kombination<br />

der einzelnen Optionen mit<br />

dem Ziel, die Unternehmensergebnisse<br />

nachhaltig<br />

analysieren, planen und<br />

damit letztlich stabilisieren<br />

zu können. Insbesondere<br />

die Investitionsentscheidungen<br />

müssen in ihren<br />

Auswirkungen auf die<br />

zukünftige Ertragsfähigkeit<br />

dargestellt und auch mit<br />

Blick auf die Basisjahrplanung<br />

optimiert werden.<br />

Kontakt:<br />

BET Büro für Energiewirtschaft und<br />

technische Planung GmbH,<br />

Tel. (0241) 47062-0,<br />

E-Mail: info@bet-aachen.de,<br />

www.bet-aachen.de<br />

Halle 12 D4.1.<br />

Wasser- und<br />

<strong>Gas</strong>druckmeister.<br />

testo 324. Für alle Druckund<br />

Leckmengenmessungen<br />

• Minimaler Installationsaufwand<br />

und einfache Bedienung<br />

• Hochpräzise und DVGWkonforme<br />

Messergebnisse<br />

• Schnelle und sichere Datenspeicherung<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 607<br />

www.testo.de/<strong>gwf</strong>-913


SONDERTEIL<br />

Markteinführung der Zeolith-<br />

Adsorptionswärmepumpe<br />

<strong>Gas</strong>-Brennwertkessel mit Zeolith-Adsorptions-Wärmepumpenmodul in<br />

einem kompakten Gehäuse – das hybride Heizsystem Vitosorp 200-F<br />

von Viessmann.<br />

Um bis zu 25 % effizienter als ein<br />

<strong>Gas</strong>-Brennwertkessel ist die<br />

neue Vitosorp 200-F von Viessmann<br />

und genauso einfach zu installieren<br />

und zu warten. Mit einer maximalen<br />

Leistung von 10 kW (Trinkwasserbooster<br />

15 kW) ist das Hybrid-Gerät<br />

für moderne Ein- und Zweifamilienhäuser<br />

geeignet.<br />

Das neue Heizsystem besteht<br />

aus einem Zeolith-Adsorptions-<br />

Wärmepumpenmodul und einem<br />

<strong>Gas</strong>-Brennwertkessel im kompakten<br />

Gehäuse im Küchenraster. Das Wärmepumpenmodul<br />

deckt mit einer<br />

Leistung von 1,6 bis 4,8 kW die<br />

Grundlast des Gebäudes – d. h. bis<br />

zu 80 % der Jahresheizarbeit – ab.<br />

Dazu wird kostenlose Erdwärme<br />

ge nutzt. Bedarfsspitzen für Brauchwassererwärmung<br />

oder bei niedrigen<br />

Außentemperaturen werden<br />

vom <strong>Gas</strong>-Brennwertkessel abgedeckt.<br />

Im Unterschied zur Elektrowärmepumpe<br />

nutzt das Wärmepumpenmodul<br />

statt synthetischen Kältemitteln<br />

natürliches Wasser. Als<br />

Adsorptionsmittel dient das Mineral<br />

Zeolith, welches auch in Waschmitteln<br />

als Enthärter, in Aquarien als<br />

Wasserfilter und in selbstkühlenden<br />

Bierfässern eingesetzt wird. Im Wärmepumpenmodul<br />

nimmt das Zeolith<br />

unter Vakuum Wasserdampf auf,<br />

der zuvor durch Erdwärme erzeugt<br />

wurde. Gleichzeitig gibt es Adsorptionswärme<br />

mit hoher Temperatur<br />

an das Heizungssystem ab. Die<br />

patentierte Zeolithbeschichtung<br />

auf dem Adsorptionswärmetauscher<br />

gewährleistet die besonders<br />

effiziente Übertragung der Adsorptionswärme.<br />

Nachdem das Zeolith mit Wasserdampf<br />

gesättigt ist, wird im<br />

Desorptionszyklus mit Wärme aus<br />

dem <strong>Gas</strong>-Brennwertgerät der Wasserdampf<br />

wieder aus dem Zeolith<br />

ausgetrieben. Gleichzeitig wird die<br />

Kondensationswärme auf das Heizungssystem<br />

übertragen. Zeolith<br />

wird bei diesem zyklischen Prozess<br />

weder verbraucht noch verschleißt<br />

es.<br />

Mit seinen kompakten Abmessungen<br />

im gängigen Küchenraster<br />

und im fast geräuschfreien Betrieb<br />

kann Vitosorp 200-F im Wohnbereich<br />

eingesetzt werden. Das Gerät<br />

überzeugt auch durch geringen<br />

Installationsaufwand, der mit dem<br />

eines <strong>Gas</strong>-Brennwert-Kompaktgeräts<br />

vergleichbar ist – lediglich zwei<br />

weitere Anschlüsse zur Erdwärmequelle<br />

müssen verlegt werden. Für<br />

das <strong>Gas</strong>-Brennwertmodul ist nur die<br />

übliche Wartung erforderlich – das<br />

Wärmepumpenmodul ist hermetisch<br />

geschlossen und wartungsfrei.<br />

Kontakt:<br />

Viessmann Werke GmbH & Co. KG,<br />

Tel. (064 52) 70 25 33,<br />

E-Mail: hod@viessmann-marketing.de,<br />

www.viessmann.de<br />

Halle 12 / D12.<br />

September <strong>2013</strong><br />

608 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Individueller Gerätebau für <strong>Erdgas</strong>-<br />

Rohrnetzbetreiber<br />

Kundenspezifische<br />

Ausführungen<br />

von Überdruckschutzvorrichtungen,<br />

Prüfpumpen, Druckund<br />

Temperaturmessgeräten sind<br />

neben dem Prüfkoffer für Diagnosemessungen<br />

an <strong>Gas</strong>stationen das<br />

Kerngeschäft der AMV Messgeräte<br />

GmbH in der Nähe von Frankfurt am<br />

Main.<br />

Die Größe, das über Jahre<br />

zusammen getragene Know-how<br />

und das entsprechend erfahrene<br />

Personal machen es möglich, Geräte<br />

sowohl in Bezug auf die Mechanik<br />

als auch auf die Elektronik nach<br />

Wünschen der Kunden individuell<br />

zu bauen. Zertifizierungen nach ISO<br />

9001:2008 und gemäß der Richtlinie<br />

94/9/EG für die Fertigung explosionsgeschützter<br />

Geräte fördern<br />

dabei das gegenseitige Vertrauen.<br />

In der mittlerweile recht dynamischen<br />

<strong>Gas</strong>branche sind Änderungswünsche<br />

an bestimmten Gerätefunktionen<br />

auch Jahre nach der<br />

Inbetriebnahme nicht mehr selten.<br />

Bei vertretbarem Aufwand widmet<br />

sich AMV dann auch solchen Aufgaben,<br />

ebenso wie Kalibrier- und<br />

Reparaturdienstleistungen – auch<br />

für Fremdgeräte.<br />

Kontakt:<br />

AMV Messgeräte GmbH,<br />

Dipl.-Betriebswirtin Roswitha Koch (BA),<br />

Tel. (06185) 8187-0,<br />

E-Mail: roswitha_koch@amv-germany.de,<br />

www.amv-germany.de<br />

Halle 12 / A2.2.<br />

Prüfkoffer MMS-250 für <strong>Gas</strong>-Stationen<br />

Diagnose<br />

Funktionsprüfungen an GDMR-Anlagen nach der G 495 • 3 Druckbereiche frei<br />

wählbar + Vordruckanzeige • Temperaturmessung • Druckregler für<br />

reproduzierbare SAV Prüfungen • Farbdisplay - Bedienung per Touchscreen •<br />

Anlagen-Management und Protokollausgabe • Speichern auf SD-Karte • Excel-<br />

Makro zur grafischen Darstellung auf dem PC • Schnittstelle zur Software K3V<br />

von B.I.K. • Kundenspezifische Schnittstellen zu SAP etc. • Verrohrung durch<br />

Filter geschützt • Erweiterbar zum Multifunktionsgerät: • Transmitterüberprüfung<br />

• Differenzdruckmessung zur Filterkontrolle • Dichtheitsprüfung, elektronischer<br />

Bandschreiber usw. • Prüfung aller anlagenrelevanter Punkte nach G 495<br />

AMV Messgeräte GmbH<br />

<strong>gat</strong> <strong>2013</strong><br />

Halle 12/A2.2<br />

Am Schulzehnten 23 • DE-63546 Hammersbach<br />

Fon: +49-(0)6185-8187-0 • Fax: +49-(0)6185-8187-27<br />

www.amv-germany.de • info@amv-germany.de<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 609


SONDERTEIL<br />

Erweitertes Angebot rund um mobile<br />

<strong>Gas</strong>-Druckregelanlagen<br />

Versorger müssen ihre <strong>Gas</strong>anlagen<br />

regelmäßig warten, in -<br />

stand halten und umbauen, um den<br />

technischen Ansprüchen und Re -<br />

gelwerken zu genügen und um eine<br />

hohe Verfügbarkeit des Energieträgers<br />

zu gewährleisten. Keine triviale<br />

Aufgabe, denn die Unternehmen<br />

sind gehalten, auch während dieser<br />

Arbeiten die Belieferung von Privatund<br />

Geschäftskunden weiter fortzusetzen,<br />

statt den Hahn einfach zuzudrehen.<br />

Um den <strong>Gas</strong>versorgern bei<br />

dieser Herausforderung unter die<br />

Arme zu greifen, hat CeH4 technologies<br />

jetzt sein Portfolio mobiler<br />

<strong>Gas</strong>-Druckregel-Anlagen aufgestockt:<br />

Ab sofort profitieren Versorger<br />

und Industrieunternehmen von<br />

vier neuen GDR-Systemen im Mietpark<br />

des niedersächsischen Anlagenbauers.<br />

Alleine die Leistung des<br />

größten Systems reicht aus, um eine<br />

kleinere Stadt eigenständig mit<br />

<strong>Gas</strong> zu versorgen. Denn die CeH4-<br />

Lösung ist in der Lage, bei entsprechendem<br />

Vordruck bis zu 65 000 N/<br />

m³ <strong>Gas</strong> pro Stunde bereit zu stellen.<br />

Insgesamt umfasst das Angebot<br />

der Residenzstädter 20 mobile <strong>Gas</strong>-<br />

Druckregel- und Messanlagen. Da -<br />

bei passt sich das neue Angebot,<br />

das in drei bis neun Metern langen<br />

Seecontainern eingebaut ist, den<br />

Bedürfnissen der Verbraucher an:<br />

Die kleinsten GDR-Anlagen sind auf<br />

Systeme von Autohängern für<br />

100 m³ pro Stunde ausgelegt.<br />

Das Leistungsspektrum beinhaltet<br />

Mobile und mietbare GDR-Anlagen garantieren die <strong>Gas</strong>versorgung auch<br />

bei Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen.<br />

Quelle: CeH4 technologies GmbH<br />

ebenfalls mobile Heizsysteme und<br />

transportable Odor-Systeme.<br />

Bei der Aufstockung seines Anlageparks<br />

hat CeH4 technologies aber<br />

nicht nur auf die Quantität, sondern<br />

vor allem auf die Qualität geachtet:<br />

Begleitet wird die Erweiterung der<br />

Angebotspalette von einer umfassenden<br />

Überarbeitung der vorhandenen<br />

Anlagen. In den kommenden<br />

Monaten werden die 16 bisherigen<br />

mietbaren Systeme überarbeitet<br />

und wieder dem aktuellen Stand<br />

der Technik angepasst.<br />

Damit reagiert CeH4 vor allem<br />

auf die große Nachfrage hierzulande<br />

und aus dem benachbarten<br />

Ausland.<br />

Bewährt haben sich die Lösungen<br />

aus Celle unter anderem bereits<br />

beim größten Energieversorger der<br />

Niederlande „<strong>Gas</strong>unie Holland“ im<br />

Rahmen der Modernisierung von<br />

dessen <strong>Gas</strong>netz.<br />

Kontakt:<br />

CeH4 Technologies GmbH,<br />

Uwe Hohl,<br />

Tel. (05141) 933 48-41,<br />

E-Mail: hohl@ceh4.de,<br />

www.ceh4.de<br />

Halle 12 / D3.<br />

Das <strong>gwf</strong> <strong>Gas</strong>/<strong>Erdgas</strong>-Team freut sich auf Ihren Besuch!<br />

DIV Deutscher Industrieverlag GmbH<br />

www.<strong>gwf</strong>-gas-erdgas.de<br />

Halle 12<br />

Stand E4.1<br />

<strong>gwf</strong>_Anzeige GAT_187x29_print.indd GAT_187x29.indd 1 1 10.09.13 21.08.12 16:59 11:12<br />

September <strong>2013</strong><br />

610 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Neues Inline-Ultraschall-Durchflussmessgerät<br />

für die Prozessindustrie<br />

KROHNE stellt mit dem OPTISO-<br />

NIC 3400 ein neues Ultraschall-<br />

Durchflussmessgerät für Flüssigkeiten<br />

vor. Das 3-Pfad Inline-Durchflussmessgerät<br />

ist ein Mehrzweckgerät,<br />

das sich sowohl für standardmäßige<br />

als auch für anspruchsvollere<br />

Anwendungen im Hinblick auf<br />

Prozesstemperatur, Druck oder<br />

hohe Viskosität eignet. Zielbranchen<br />

für den OPTISONIC 3400 sind<br />

Öl und <strong>Gas</strong>, Petrochemie und Chemie<br />

sowie Energie- und Hilfskreisläufe<br />

in allen Branchen.<br />

Als Ultraschall-Durchflussmessgerät<br />

bietet der OPTISONIC 3400 die<br />

bidirektionale Durchflussmessung<br />

unabhängig von Leitfähigkeit, Temperatur,<br />

Dichte und Druck des Messstoffs.<br />

Das Gerät basiert auf dem<br />

Laufzeitdifferenzverfahren und<br />

besitzt drei parallele akustische<br />

bzw. Ultraschall-Pfade. Die drei<br />

Pfade ermöglichen die Messung<br />

unabhängig vom Strömungsprofil<br />

und liefern damit auch bei weniger<br />

günstigen Strömungsprofilbedingungen<br />

wie z. B. bei kurzen Einlaufund<br />

Auslaufstrecken stets eine ausgezeichnete<br />

Genauigkeit. Im Durchflussbereich<br />

0,3…20 m/s (1…66<br />

ft/s) zeichnet sich der OPTISONIC<br />

3400 durch eine Genauigkeit von<br />

± 0,3 % aus. Um den Anforderungen<br />

eines breiten Spektrums an Anwendungen<br />

gerecht zu werden, reicht<br />

der Temperaturbereich von<br />

– 200…250 °C/–328…482 °F und<br />

die Viskosität kann bis 1000 cSt<br />

betragen, wie es z. B. bei Rohöl der<br />

Fall ist.<br />

Der verschweißte Messwertaufnehmer<br />

ohne Einschnürung im<br />

Messrohr generiert keinen Druckverlust<br />

und hat keine potenziellen<br />

Leckagestellen. Für die Nennweiten<br />

DN25…3000 (1…120“) steht eine<br />

große Auswahl von Prozessanschlüssen<br />

gemäß DIN und ASME zur<br />

Verfügung. OPTISONIC 3400 ist als<br />

kompakte oder getrennte Ausführung<br />

erhältlich. Für kryogene<br />

Anwendungen oder erweiterte<br />

Temperaturbereiche sind spezielle<br />

getrennte Versionen verfügbar.<br />

OPTISONIC 3400 ist mit dem<br />

neuen Messumformer UFC 400 ausgestattet,<br />

der Anwendungen mit<br />

einer oder mehreren Flüssigkeiten<br />

mit einem einzigen Gerät ermöglicht.<br />

Das Gerät zeichnet sich durch<br />

eine neue bedienerfreundliche Be -<br />

nutzerschnittstelle (HMI) mit Drucktasten<br />

und optischen Tasten aus.<br />

Um die Installation und Bedienung<br />

zu vereinfachen, basiert auch dieses<br />

Durchflussmessgerät auf dem<br />

General Device Concept, dem einheitlichen<br />

Geräte- und Bedienkonzept<br />

von KROHNE, das für alle Messumformer<br />

in Bezug auf Durchfluss,<br />

Füllstand und Analyse gilt. Der<br />

UFC 400 bietet mehrere Kommunikationsoptionen<br />

wie z. B. HART® 7,<br />

FOUNDATION Fieldbus, PROFIBUS<br />

PA, Modbus und eine Auswahl an<br />

I/O-Optionen, darunter die Ausgabe<br />

der gemessenen Schallgeschwindigkeit<br />

für die Produktidentifizierung<br />

oder Prozessanalyse. Darüber<br />

hinaus ist er mit erweiterten Diagnosefunktionen<br />

und Statusanzeigen<br />

gemäß NAMUR NE 107 ausgestattet.<br />

Vollständige Funktionalität unter<br />

WINDOWS, Projektverwaltung,<br />

Hintergrundbilder (DXF, BMP, TIF, etc.),<br />

Datenübernahme (ODBC, SQL), Online-<br />

Hilfe, umfangreiche GIS-/CAD-<br />

Schnittstellen, Online-Karten aus Internet.<br />

Der OPTISONIC 3400 ergänzt das<br />

bestehende Portfolio an Ultraschall-<br />

Geräten der OPTISONIC-, ALTOSO-<br />

NIC- und UFM-Familien mit Inlineund<br />

Clamp-On-Ultraschall-Durchflussmessgeräten<br />

für Flüssigkeiten<br />

und <strong>Gas</strong>e. Als weltweit führender<br />

Anbieter von Ultraschall-Durchflussmessgeräten<br />

deckt KROHNE<br />

alle Anwendungsgebiete ab – von<br />

kryogenem Flüssigerdgas (LNG) bis<br />

zu Thermoöl in solarthermischen<br />

Kraftwerken, HLK-Anwendungen,<br />

Biogas oder Prozessgas bis hin zu<br />

Rohöl- und <strong>Erdgas</strong>messungen für<br />

den eichpflichtigen Verkehr.<br />

Kontakt:<br />

KROHNE Messtechnik GmbH,<br />

www.krohne.com,<br />

Halle 12 / E3.4.<br />

<strong>Gas</strong>, Wasser,<br />

Fernwärme, Abwasser,<br />

Dampf, Strom<br />

Stationäre und dynamische Simulation,<br />

Topologieprüfung (Teilnetze),<br />

Abnahmeverteilung aus der Jahresverbrauchsabrechnung,<br />

Mischung von<br />

Inhaltsstoffen, Verbrauchsprognose,<br />

Feuerlöschmengen, Fernwärme mit<br />

Schwachlast und Kondensation,<br />

Durchmesseroptimierung, Höheninterpolation,<br />

Speicherung von<br />

Rechenfällen<br />

I NGE N I E U R B Ü R O FIS C H E R — U H R I G<br />

WÜRTTEMBERGALLEE 27 14052 BERLIN<br />

TELEFON: 030 — 300 993 90 FAX: 030 — 30 82 42 12<br />

INTERNET: WWW.STAFU.DE<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 611


SONDERTEIL<br />

Ausblasarmatur mit Multi-Druckanbohrventil<br />

für PE-Rohr<br />

Vor<br />

Inbetriebnahme<br />

einer <strong>Gas</strong>leitung<br />

muss diese<br />

fachgerecht entlüftet<br />

werden. Um das zu<br />

gewährleisten liefert das<br />

Braunschweiger Unternehmen<br />

EWE-Ar maturen<br />

bereits seit über 20 Jahren<br />

Ausblasarmaturen zum<br />

kontrollierten Ableiten von<br />

Brenngasen (nach DVGW-<br />

Arbeitsblatt G 260 ausgenommen<br />

Flüssiggas in der<br />

Flüssigphase). Die Armaturen<br />

wurden für den sektionalen<br />

Wechsel der <strong>Gas</strong>art<br />

bei <strong>Gas</strong>umstellungen, dem<br />

Ableiten von <strong>Gas</strong>-Luft-Gemischen<br />

im Rohrnetz, dem<br />

Erstellen von Bypassleitungen<br />

zur Notversorgung und<br />

zur Messung der Odoriermittelkonzentration<br />

entwickelt.<br />

<strong>2013</strong> hat EWE die Variante der<br />

Ausblasarmatur für PE-Rohr überarbeitet<br />

und das vor zwei Jahren<br />

eigen entwickelte Multi-Druckanbohrventil<br />

integriert. Das Multi-<br />

Druckanbohrventil ist nach DVGW<br />

VP304 für <strong>Gas</strong> und nach W 336 für<br />

Trinkwasser zertifiziert.<br />

Das Ventil ist<br />

für die Anbohrung<br />

unter Druck für PE-<br />

Rohre der Dimensionen<br />

d 63-225 mm<br />

geeignet. Das zentrale<br />

Element des<br />

Druckanbohrventils,<br />

der Bohrschneider,<br />

besteht aus A4-Du -<br />

plex-Edelstahl und<br />

bietet höchsten Korrosionsschutz.<br />

Durch<br />

den langjährig be -<br />

währten EWE-Wellenschliff<br />

ga rantiert der<br />

Bohrschneider eine<br />

spanlose Anbohrung<br />

mit einem geringen<br />

Drehmoment. Um<br />

auch im Betrieb eine<br />

langfristige Funktionssicherheit<br />

zu gewährleisten,<br />

war bei der<br />

Gestaltung der Antriebseinheit<br />

die Wahl eines Rundgewindes<br />

die einzig richtige Lösung. Der konische<br />

Ventilteller mit PTFE-Weichdichtung<br />

ist mit dem Bohrschneider<br />

rotierend, jedoch drehmomentfrei<br />

verbunden. Während des Schließens<br />

dreht sich die Dichtung nicht<br />

mit, sie wird nur in den Ventilsitz<br />

gepresst und zerreibt sich nicht<br />

durch Drehung auf dem Sitz.<br />

Eine flexible Bauhöhe und somit<br />

eine Anpassung der Ausblasarmatur<br />

an die örtlichen Verhältnisse<br />

wird durch die verstellbare Teleskop-Einbaugarnitur<br />

sowie ein in Fixlänge<br />

geliefertes PE-Rohr 40 mm,<br />

das auf die erforderliche Länge<br />

angepasst werden kann, realisiert.<br />

Die Ausblasarmatur ist aus PE 100.<br />

Einbaugarnitur und PE-Rohr sind<br />

oben mit einer Schelle aus Edelstahl<br />

verbunden und gegen Verdrehen<br />

gesichert. Das PE-Rohr hat am oberen<br />

Ende wahlweise einen Flanschabgang<br />

DN 50, mit Stehbolzen,<br />

Gummi-Stahl-Flanschdichtung und<br />

Blindflansch oder einen Gewindeabgang<br />

G 2“. Alle Stahlteile sind<br />

gelb pulverbeschichtet und vor<br />

Korrosion geschützt.<br />

Kontakt:<br />

WILHELM EWE GmbH & Co. KG,<br />

Romy Töpfer,<br />

Tel. (0531) 37005-50,<br />

E-Mail: romy.toepfer@ewe-armaturen.de,<br />

www.ewe-armaturen.de<br />

Halle 12 / E2.<br />

<strong>gwf</strong><strong>Gas</strong><br />

<strong>Erdgas</strong><br />

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />

Halle 12 Stand E4.1<br />

DIV Deutscher Industrieverlag GmbH<br />

www.<strong>gwf</strong>-gas-erdgas.de<br />

<strong>gwf</strong>_Anzeige GAT_187x61_print.indd GAT_187x61.indd 1 1 10.09.13 21.08.12 16:58 11:13<br />

September <strong>2013</strong><br />

612 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Spezialist für Schwefelmessung<br />

und Odorierungskontrolle<br />

Mit Erscheinen der neuen Fassung<br />

des DVGW-Arbeitsblattes<br />

G 260 sind die Grenzwerte für<br />

Schwefel neu festgelegt worden.<br />

Erstmals wird in den Grenzwert<br />

auch der Schwefel aus der Odorierung<br />

einbezogen. Ein Schwerpunkt<br />

der <strong>gat</strong> <strong>2013</strong> bildet somit der <strong>Gas</strong>chromatograph<br />

ODOR on-line, welcher<br />

bereits heute hundertfach bei<br />

Ferngasgesellschaften zur Messung<br />

von natürlich vorkommenden<br />

Schwefelverbindungen und bei den<br />

Stadtwerken für die Odorierungskontrolle<br />

eingesetzt wird. Das ODOR<br />

on-line ist ein Messgerät für die<br />

Überprüfung von Grenzwerten<br />

nach G 260, G 280 und DIN 51264.<br />

Die Kunden profitieren hierbei<br />

besonders von der mehr als 30-jährigen<br />

Erfahrung von Axel Semrau®<br />

in der Odorierungskontrolle und<br />

der Messung von natürlichen<br />

Schwefelverbindungen.<br />

Auf der <strong>gat</strong> <strong>2013</strong> wird das komplette<br />

Leistungsspektrum ausgestellt:<br />

""<br />

Mobile und stationäre Messgeräte<br />

(Referenzgeräte nach G 280):<br />

ODOR handy plus, ODOR online,<br />

ODOR control und CompactGC<br />

<strong>Gas</strong>odor S-Free®,<br />

ODOR total S II<br />

– Referenzmesstechnik nach<br />

DVGW-Arbeitsblatt G 280<br />

– Etablierte Messtechnik für die<br />

Schwefelbestimmung nach<br />

DVGW-Arbeitsblatt G 260<br />

""<br />

Nach G 280-3 zertifizierte Kalibriergase<br />

""<br />

Wartungen, Kundendienst und<br />

Schulungen<br />

""<br />

Dienstleistung (Odormessungen<br />

vor Ort für alle Odoriermittel)<br />

Axel Semrau® bietet<br />

für alle verschiedenen<br />

Arten der Odoriermittel<br />

(THT, Mercaptane, <strong>Gas</strong>odor<br />

S-Free® und Spotleak® Z)<br />

eine Messtechnik an.<br />

Ein Schwerpunkt der Ausstellung<br />

liegt auf dem ODOR<br />

handy plus, das 2011 eingeführt<br />

wurde. Dieses Handmessgerät<br />

für die schnelle<br />

Odorierungskontrolle vor<br />

Ort hat sich in den letzten<br />

Jahren großer Beliebtheit<br />

erfreut und das ODOR<br />

handy erfolgreich abgelöst.<br />

Zusätzlich zu der<br />

bewährten Sensortechnik bietet<br />

das neue Handy ein übersichtliches<br />

mehrzeiliges Display,<br />

moderne Menütechnik<br />

und einfache Funktionstasten.<br />

Ein Datenspeicher ermöglicht die<br />

direkte Archivierung der Daten<br />

inklusive der Messstellennummern.<br />

Die Zubehörpalette wurde um eine<br />

Schnittstelle zur Datenausgabe,<br />

eine Archivierungssoftware und<br />

eine Ladestation erweitert.<br />

Zur Bestimmung von Schwefelwasserstoff<br />

(H 2 S), natürlichen Mercaptanen,<br />

Sulfiden und Carbonylsulfid<br />

(COS) bietet Axel Semrau®<br />

<strong>Gas</strong>chromatographen an. Es handelt<br />

sich hierbei um optimierte<br />

Messsysteme für den Automatikbetrieb<br />

im Feld sowie zur manuellen<br />

Bedienung im Labor.<br />

Kontakt:<br />

Axel Semrau®,<br />

Tel. (02339) 1209-61,<br />

E-Mail: info@axel-semrau.de,<br />

www.axel-semrau.de<br />

Halle 12 / E5.1.<br />

ODOR handy plus.<br />

info@axel-semrau.de<br />

ODOR on-line<br />

Kompetenz in Odorierungskontrolle<br />

& Schwefelmessung<br />

Stationäre Messgeräte<br />

Handmessgeräte<br />

NEU: auch nach<br />

DVGW G260<br />

Dienstleistung<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 613


SONDERTEIL<br />

Aus GreyLogix GmbH und Bilfinger alpha msr GmbH<br />

wird Bilfinger GreyLogix GmbH<br />

Im Zuge des Gesellschafterwechsels<br />

der GreyLogix GmbH zum Bilfinger<br />

Konzern – hier gehört das<br />

Unternehmen seit Jahresbeginn zur<br />

Bilfinger Industrial Technologies<br />

Gruppe – sind durch die Zusammenführung<br />

der Bilfinger alpha msr<br />

GmbH und der GreyLogix GmbH<br />

neue Synergien geschaffen worden.<br />

Beide Gesellschaften waren in der<br />

Vergangenheit in sehr ähnlichen<br />

Geschäftsfeldern tätig und bündeln<br />

ihr Leistungsportfolio von nun an in<br />

einer Gesellschaft. Der Bereich <strong>Erdgas</strong>transport,<br />

-verteilung und -speicherung<br />

ist schon immer das zentrale<br />

Betätigungsfeld der Bilfinger<br />

alpha msr und der Bilfinger GreyLogix<br />

gewesen. Mit tiefgreifenden verfahrenstechnischen<br />

Kenntnissen<br />

werden Neubauten, Umbauten und<br />

Migrationen mit EMSR ausgerüstet.<br />

Stationsleittechnik<br />

Mit über 25 realisierten Verdichterstationen<br />

und 10 umgesetzten <strong>Erdgas</strong>speichern<br />

ist Bilfinger GreyLogix<br />

einer der großen Lieferanten für<br />

Leittechnik. Standard-Leittechnik<br />

von großen Herstellern ist dabei<br />

erste Wahl für große Anlagen wie<br />

<strong>Erdgas</strong>transportstationen und <strong>Erdgas</strong>speicher.<br />

Von der Planung über<br />

die Inbetriebnahme bis zum Bereitschaftsdienst<br />

und Service werden<br />

Teilleistungen, die für den Bau und<br />

Betrieb der Anlagen notwendig<br />

sind, geliefert. Eine große Rolle spielen<br />

dabei die sicherheitsgerichteten<br />

Steuerungen, die nach der SIL61511<br />

geplant und gebaut werden.<br />

<strong>Gas</strong>druckregelstationen<br />

und Verteilnetz<br />

Der seit Jahren bekannte Standard<br />

APC 957 wird als kompaktes Automatisierungsgerät<br />

ausgeliefert, der<br />

mit STEP7 programmierbar ist und<br />

einer 7“-Visualisierung mitbringt.<br />

Prädestiniert als Stand-alone-System<br />

für kleine bis mittlere <strong>Erdgas</strong>anlagen<br />

bringt es built-in Funktionalität<br />

für <strong>Erdgas</strong>-Bezugsmengenoptimierung<br />

für kaskadierte mehrschienige<br />

Regelungen. Folgende Funktionen<br />

sind vorbereitet:<br />

""<br />

Druckregelung mit Zählerschutz<br />

""<br />

Druckbegrenzung mit Eichgrenzüberwachung<br />

""<br />

Durchflussregelung mit Druckhaltung<br />

""<br />

Durchflussregelung mit Mengenumwerterfunktionalitäten<br />

""<br />

Split Range Regelung<br />

Das PCS7000 ist ein weiteres<br />

Standardprodukt der Bilfinger Grey-<br />

Logix, welches als skalierbares Stationsleitsystem<br />

in der <strong>Erdgas</strong>versorgung<br />

eingesetzt wird.<br />

Biogaseinspeisung – Biogas-<br />

Upgrading<br />

Bilfinger GreyLogix arbeitet seit<br />

10 Jahren mit der eigenen Lösung<br />

BiogasControl, um den Herstellungsprozess<br />

von Biogas optimal zu<br />

gestalten. In den letzten Jahren<br />

konnten die Lösungen auch auf die<br />

Biogaseinspeisestationen inkl. <strong>Gas</strong>aufbereitung<br />

und Verdichter erweitert<br />

werden.<br />

Erneuerung von Einheitenleittechnik<br />

für <strong>Gas</strong>turbinen<br />

Besonderes Wissen hat sich Bilfinger<br />

GreyLogix im Bereich <strong>Gas</strong>turbinen<br />

angeeignet. Die hauseigene Spezialistentruppe<br />

hat sich auf <strong>Gas</strong>turbinen<br />

vom Typ GE Frame Series und<br />

LM Series, Rolls-Royce Avon und Siemens<br />

V63 spezialisiert. Für diese Turbinen<br />

existiert das Aerologix Steuerund<br />

Regelkonzept, welches bei<br />

Revampings und Ablösung der<br />

OEM-Steuerung zum Einsatz kommt.<br />

NomiX - IT-gestützte<br />

Systeme für Technischen<br />

Anlagenmanagement<br />

Technische Speichermanagementsysteme<br />

sorgen für einen optimierten<br />

und renditeorientierten Betrieb<br />

der Anlagen und sind ein weiterer<br />

Schwerpunkt der <strong>Gas</strong>abteilung. Da -<br />

bei sind externe System wie SAP<br />

EAM oder Acron einfach zu integrieren.<br />

Auch können Zustandsbewertungen<br />

risikobehafteter Anlagenteile<br />

mit in die Bewertung einbezogen<br />

werden. Die Betriebsführung<br />

erhält somit wertvolle Daten, die<br />

eine kostenoptimierte, sichere und<br />

auch anlagenschonende Betriebsführung<br />

möglich machen.<br />

Schaltanlagen, Service<br />

und Wartung<br />

GreyLogix fertigt Schaltanlagen in<br />

eigener Produktion. Die Fertigung<br />

ist mitnmodernen Maschinen und<br />

Werkzeugen ausgerüstet und arbeitet<br />

nach LEAN. Infrastrukturanlagen<br />

werden von Bilfinger GreyLogix<br />

über ihren gesamten Lebenszyklus<br />

begleitet.<br />

Anlagendokumentation<br />

Die Dokumentation von technischen<br />

Anlagen ist ein zentrales Element<br />

der Werterhaltung technischer<br />

Anlagen. Die Aktualisierung<br />

und Pflege der Dokumentation<br />

sowie die IT-gestützte Erfassung<br />

von Dokumenten und der Dokumentenbezeichnung<br />

stehen dabei<br />

im Mittelpunkt der angebotenen<br />

Leistungen. Auch die Redokumentation<br />

durch Migration der CAE-<br />

Konstruktionszeichnungen auf da -<br />

tenbankbasierende Systeme (Comos,<br />

Engineering base) gehört hier zum<br />

Lieferumfang.<br />

Kontakt:<br />

Bilfinger GreyLogix GmbH,<br />

Tel. (0461) 50 54 87 0,<br />

www.greylogix.de,<br />

Halle 12 / D9.1<br />

September <strong>2013</strong><br />

614 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Mit Software die Prozesskosten<br />

senken<br />

AKTIF Technology stellt auf der<br />

<strong>gat</strong> <strong>2013</strong> in <strong>Nürnberg</strong> die Automatisierung<br />

der Geschäftsprozesse<br />

von <strong>Gas</strong>lieferanten und EVU in den<br />

Vordergrund seiner Präsentation.<br />

Regelmäßige neue Regulierungsund<br />

Formatvorgaben durch den<br />

Gesetzgeber und die Bundesnetzagentur<br />

erhöhen die Anforderungen<br />

an Personal und IT-Ausstattung<br />

in Unternehmen. Auf der <strong>gat</strong> <strong>2013</strong><br />

zeigt der Senftenberger Softwarespezialist<br />

deshalb an verschiedenen<br />

Beispielen aus dem Energielogistikprozess,<br />

wie <strong>Gas</strong>lieferanten<br />

mit Hilfe von intelligenten Softwarelösungen<br />

Kosten und Ressourcen<br />

einsparen können.<br />

Im Fokus steht dabei die automatisierte<br />

Abwicklung von zyklisch<br />

wiederkehrenden Tätigkeiten, wie<br />

die Abwicklung des Lieferantenwechsels<br />

(GeLi <strong>Gas</strong>), die INVOIC-<br />

Verarbeitung und die Rechnungslegung.<br />

In der Rechnungsprüfung des<br />

AKTIF dataService werden eingehende<br />

Netznutzungsrechnungen<br />

im INVOIC-Format automatisiert<br />

verarbeitet. Das Tool überprüft mittels<br />

Schattenrechnung, ob Preise<br />

und Mengen stimmen und die<br />

Werte aus verschiedenen Berechnungsarten,<br />

wie Staffelung, Zone<br />

oder Sigmoid plausibel sind. So ist<br />

es möglich, dass die Verarbeitung<br />

der elektronischen Netznutzungsrechnungen<br />

weitgehend automatisiert<br />

und mit geringem Personalaufwand<br />

realisiert werden kann.<br />

Die AKTIF Abrechnung ist<br />

sowohl auf Standardlastprofil – als<br />

auch auf leistungsgemessene Kunden<br />

ausgerichtet. Bei der automatisierten<br />

Rechnungserstellung werden<br />

Zonenmodelle inklusive der<br />

kompletten Preisstrukturen sowie<br />

unterschiedliche Abrechnungsverträge,<br />

auch für HEL-Konstrukte<br />

berücksichtigt. Der Gesamtprozess<br />

der Rechnungslegung, von der<br />

Rechnungsanlage bis zum Versand<br />

des Rechnungsdokumentes kann<br />

ebenfalls automatisiert werden,<br />

wodurch eine große Anzahl von<br />

Rechnungen trotz individueller<br />

Preismodelle und Abrechnungsvarianten<br />

in kurzer Zeit und mit hoher<br />

Qualität erstellt werden können.<br />

Die Gemeinschaftsfläche IT goes<br />

Energy und die Einbettung eines IT-<br />

Podiums in der Ausstellung der <strong>gat</strong><br />

<strong>2013</strong> unterstreichen die steigende<br />

Wichtigkeit der IT im energiepolitischen<br />

Kontext. AKTIF wird diese<br />

Gelegenheit nutzen und die Ausführungen<br />

zum Thema „Automatisierung<br />

der Geschäftsprozesse im<br />

EVU: Lieferantenwechsel, Netznutzungsrechnungsprüfung,<br />

Abrechnung“<br />

mit einem Vortrag am Dienstag<br />

den 1. Oktober <strong>2013</strong> vertiefen.<br />

Kontakt:<br />

AKTIF Technology GmbH,<br />

Sindy Höntsch,<br />

Tel. (03573) 36318-0,<br />

E-Maiol: hoentsch@aktif-technology.com,<br />

www.aktif-technology.com<br />

Halle 12 / C7.<br />

UNTER HOCHDRUCK<br />

IHR PARTNER FÜR DIE<br />

ERDGASBRANCHE<br />

______<br />

In der Erdgabranche steht der Name<br />

Bilfinger GreyLogix europaweit für<br />

technisch ausgereifte, zukunftsweisende<br />

Systeme.<br />

Mit über 25 realisierten Verdichterstationen<br />

und 10 umgesetzten <strong>Erdgas</strong>speichern<br />

sind wir einer der großen<br />

Lieferanten für effiziente Leittechnik.<br />

______<br />

BILFINGER GREYLOGIX GMBH<br />

www.greylogix.bilfinger.com<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 615


Sonderteil<br />

Detektion von Methankonzentrationen<br />

aus bis zu 30 m Entfernung<br />

Mit dem mobilen Lasermessgerät ELLI (Esders Laser<br />

Leak Indicator) lassen sich schwer zugängliche <strong>Gas</strong>lecks<br />

aus bis zu 30 m Entfernung aufspüren.<br />

Quelle: Esders GmbH<br />

Bisher war das Aufspüren von<br />

<strong>Gas</strong>lecks eine zeit- und kostenintensive<br />

Angelegenheit, da hierfür<br />

Flammionisations- oder Halbleiter-<br />

<strong>Gas</strong>detektoren verwendet werden<br />

mussten. Hinzu kam die Gefahr<br />

durch das Arbeiten in großen<br />

Höhen oder Gefährdungsbereichen.<br />

Um diesem Problem zu begegnen,<br />

hat die Esders GmbH jetzt ein Lasermessgerät<br />

entwickelt, mit dem sich<br />

auch schwer zugängliche <strong>Gas</strong>lecks<br />

aus bis zu 30 m Entfernung aufspüren<br />

lassen. Mit dem mobilen Lasermessgerät<br />

ELLI (Esders Laser Leak<br />

Indicator) können beispielsweise<br />

auch undichte Stellen in Biogasoder<br />

Industrieanlagen sowie an<br />

<strong>Gas</strong>leitungen auch in großer Höhe<br />

aufgespürt werden. Auch durch isolierverglaste<br />

Fenster von Gebäuden<br />

hindurch kann das Gerät Methankonzentrationen<br />

feststellen. Dazu<br />

ermittelt das Gerät die Methankonzentration<br />

mit Hilfe des Unterschieds<br />

zwischen dem ausgesandten<br />

und dem zurückreflektierten<br />

Infrarotlaserstrahl, wobei dessen<br />

Wellenlänge die selektive Messung<br />

von Methan garantiert. Als Wert<br />

wird die Konzentrationslänge in<br />

ppm x m ausgegeben, also das Produkt<br />

aus der Methankonzentration<br />

zwischen dem Detektor und dem<br />

Ziel sowie der Weglänge durch die<br />

<strong>Gas</strong>wolke. Dabei umfasst ELLI einen<br />

Messbereich von 0 bis 50.000 ppm<br />

mal Meter.<br />

Kontakt:<br />

Esders GmbH,<br />

Tel. (05961) 9565-0,<br />

E-Mail: info@esders.de, www.esders.de<br />

Halle 12 / D7.1.<br />

Passgenaue Asset-Management Lösungen<br />

Die<br />

ESN-Unternehmensgruppe<br />

mit bundesweit elf Standorten<br />

und Hauptsitz in Schwentinental/<br />

Kiel bietet ein innovatives Lösungs-,<br />

Dienstleistungs- und Produktportfolio<br />

in den Kernbranchen Energieund<br />

Wasserwirtschaft, Wohnungsund<br />

Immobilienwirtschaft, öffentliche<br />

Verwaltung sowie Industrie.<br />

Das Team von zurzeit 220 Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern steht für<br />

eine durchgängige Prozesskette der<br />

Analyse, Beratung, Planung, Entwicklung,<br />

Einführung und Implementierung<br />

effizienter und innovativer<br />

Businesslösungen. Kernthemen<br />

sind das Asset-, Geodaten-,<br />

Liegenschafts- und Prozessmanagement,<br />

die Sicherheitstechnik und<br />

die Integration passgenauer IT-<br />

Lösungen in die Geschäftsprozesse.<br />

Im Kontext der Energiewende reicht<br />

das Portfolio von Themen des Netzausbaus<br />

über maßgeschneiderte<br />

Lösungen und Konzepte für erneuerbare<br />

Energien bis zu Lösungen für<br />

die Windwirtschaft.<br />

Auf dem Gemeinschaftsstand „IT<br />

goes ENERGY“ werden schwerpunkthaft<br />

passgenauen Asset-<br />

Management-Lösungen vorgestellt.<br />

Dabei zeigt ESN aktuelle und praxisorientierte<br />

Projektlösungen für die<br />

Betriebsführung. Der Technische<br />

Betriebsmanager TBM ermöglicht<br />

dabei das Management aller anlagen-<br />

und netzrelevanten Daten<br />

sowie die geschäftsprozessorientierte<br />

Bearbeitung sämtlicher Aktivitäten<br />

in Netzbetrieb und Netzservice:<br />

von der Wartung und Instandhaltung<br />

bis hin zu einem um -<br />

fassenden Störungsmanagement.<br />

Die mobilen Anwendungen<br />

smarter|maps und smarter|mobile,<br />

das LIS ® für das Liegenschaften-<br />

und Leitungsrechtemanagement<br />

sowie die Online-Planauskunft sind<br />

weitere Themen. Des Weiteren wird<br />

mit dem EnergieEffizienz|Kataster<br />

ein von ESN entwickeltes Planungswerkzeug<br />

vorgestellt, das Energieversorgern,<br />

Netzbetreiber, Wohnungsunternehmen<br />

und Gewerbekunden<br />

Informationen für<br />

strategische Entscheidungen zur<br />

Erreichung der Energieeffizienzziele<br />

liefert.<br />

Kontakt:<br />

ESN EnergieSystemeNord GmbH,<br />

Dipl.-Ing. Thomas Voigt,<br />

Tel. (0361) 564 1566,<br />

E-Mail voigt@esn.de,<br />

www.esn.de<br />

Halle 12 / C7.<br />

September <strong>2013</strong><br />

616 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Baustellengerechte GFK-Beschichtung für<br />

Stahlrohrleitungen bei HDD Verfahren<br />

Die zusätzliche Beschichtung<br />

von PE-Werksumhüllten Stahlrohren<br />

mit GFK wird zunehmend<br />

zum Stand der Technik. Fibercoat-<br />

UVcure ist ein glasfasergewebeverstärktes<br />

Verbundmaterial der dritten<br />

Generation.<br />

Das Material wird von der Rolle<br />

montagefertig vorimprägniert mit<br />

Harz angeliefert und härtet mit UV-<br />

Licht aus. Ein Mischen und Laminieren<br />

auf der Baustelle entfällt.<br />

Ein Rollenformat von 100 oder<br />

300 mm Breite machen die Montage<br />

sicher.<br />

Das speziell für die Beschichtung<br />

von Rohrleitungen entwickelte GFK-<br />

System für die grabenlose Verlegung<br />

zeichnet sich durch folgende<br />

Eigenschaften aus:<br />

""<br />

Glasfasergewebebandage, keine<br />

kurzen Faserstücke, bringt Stabilität.<br />

""<br />

Die Dicke pro Lage beträgt nur<br />

0,75 mm und macht das System<br />

dadurch flexibel.<br />

""<br />

Die Bandage ist sehr lichtdurchlässig<br />

und lässt die Härtung von<br />

bis zu 8 mm Schichtdicke (ca.<br />

10 Lagen) in einem Vorgang zu.<br />

""<br />

Abrieb-, Schlag- und Scherfestigkeit.<br />

""<br />

Eignung sowohl für den Schutz<br />

kompletter Rohrstränge, als<br />

auch z. B. nur der Schweißnahtbereiche.<br />

""<br />

Typische Einsatzgebiete im Rohrleitungsbau<br />

sind der mechanische<br />

Schutz bei grabenloser Verlegung,<br />

insbesondere HDD.<br />

""<br />

Boden-Luft Übergängen.<br />

""<br />

Rohrstützen, Schellen und -Aufhängungen.<br />

Durch die Vorimprägnierung des<br />

Systems im Werk, ist ein optimaler<br />

Schutz der Umwelt gewährleistet.<br />

Ein wie beim klassischen Laminiervorgang<br />

übliches Abtropfen der<br />

Harze kommt nicht vor. Das System<br />

wird mit allen zur Montage notwendigen<br />

Zubehörmaterialien geliefert,<br />

hierzu gehören spezielle Handschuhe,<br />

klare Folien zum Anpressen<br />

auf die Rohroberfläche, auf Wunsch<br />

auch UV-Lampen etc.<br />

Kontakt:<br />

4 pipes GmbH,<br />

Frank Hellmann,<br />

Tel. (0911) 81006-170,<br />

E-Mail: f.hellmann@4pipes.de,<br />

www.4pipes.de<br />

Anzeige<br />

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8/27/2012 7:52:48 AM<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 617


SONDERTEIL<br />

Kamstrup Inspektionssystem bei den<br />

Stadtwerken Düren im Einsatz<br />

Frühere Prüfmethode.<br />

Die Wurzeln der Stadtwerke<br />

Düren GmbH (SWD) liegen in<br />

der kommunalen und der zentralen<br />

Energie- und Wasserversorgung<br />

Dürens und reichen in die ersten<br />

Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.<br />

Die SWD ist der regionale <strong>Erdgas</strong>versorger<br />

für das Stadtgebiet Düren<br />

und die umliegenden Ortsteile.<br />

Auch in der Gemeinde Merzenich ist<br />

die SWD als Grundversorger zuständig.<br />

Die SWD versorgt täglich rund<br />

30 000 Privathaushalte und Gewerbekunden<br />

mit <strong>Erdgas</strong>.<br />

Frühere Prüfmethode<br />

Dipl. Ing. Volker Diekemper, Abteilungsleiter<br />

Betrieb Netze und Uwe<br />

Giesen, Sachkundiger <strong>Gas</strong>druckregelung<br />

und zuständig für die<br />

Instandhaltungsplanung, er zählen,<br />

wie früher bei der Stadtwerke Düren<br />

GmbH geprüft wurde:<br />

„Die Prüfeinrichtung bestand aus<br />

zwei Minimeßschläuchen, einem<br />

Nadelventil sowie zwei digitalen<br />

Manometern mit unterschiedlichen<br />

Messbereichen zur Bestimmung<br />

von Vor- und Hinterdruck. Die<br />

eigentlichen Schwierigkeiten bei<br />

den Funktionsprüfungen bestanden<br />

in den unterschiedlichen<br />

Druckänderungsgeschwindigkeiten<br />

im Hinblick auf die Auslösepunkte<br />

vom internen SBV des Reglers und<br />

dem SAV. Hier war ein hohes Maß an<br />

Erfahrung im Umgang mit dem<br />

Nadelventil notwendig. Zusätzlich<br />

wurde während der Prüfungen das<br />

Ausgangsvolumen mit „aufgedrückt“.<br />

Die Größe des Ausgangsvolumens<br />

spielte daher während<br />

der früheren Prüfmethode, vor<br />

allem bei größeren Dimensionen,<br />

zeitlich gesehen, eine wesentliche<br />

Rolle. Grenzwerte wurden den Mitarbeitern<br />

nicht systemunterstützt<br />

vorgegeben. Ein direkter Vergleich<br />

während der Durchführung der<br />

Arbeiten mit den Messwerten der<br />

letzten Funktionsprüfung fand nicht<br />

statt. Vergleichende Leckratenbestimmungen<br />

und SAV Einzelprüfungen<br />

konnten ebenfalls nicht durchgeführt<br />

werden.<br />

Die Berichte wurden nach den<br />

Vorgaben der G 495 incl. einiger<br />

Ergänzungen handschriftlich erfasst<br />

und nachträglich digitalisiert. Eine<br />

vergleichende Trendanalyse war<br />

nur mit erheblichem manuellem<br />

Aufwand möglich.<br />

Die Investitionen in ein Prüfsystem<br />

wurden von der Stadtwerke<br />

Düren GmbH bewusst im Vorfeld<br />

der Anreizregulierung getroffen,<br />

um im weiteren Verlauf die operativen<br />

Kosten zu senken. Diese Kostensenkung<br />

wird sowohl durch die<br />

Einführung der zustandsorientierten<br />

Instandhaltung als auch durch<br />

den automatisierten Datenfluss und<br />

die deutlich leichtere Auswertung<br />

bzw. Beurteilung der Daten erreicht.<br />

Zustandorientierten<br />

Instandhaltung<br />

Seit 2006 haben die Stadtwerke<br />

Düren das Kamstrup Inspektionssystem<br />

im Einsatz. Alle <strong>Gas</strong>druckregelanlagen<br />

wurden mit der<br />

Sicherheits- Diagnose- und Messkupplungen<br />

ausgerüstet. Das Ziel<br />

der Stadtwerke Düren ist laut Dipl.-<br />

Ing. Volker Diekemper, Abteilungsleiter<br />

Betrieb Netze:<br />

""<br />

Eine Verbesserung der Qualität<br />

und Aussagekraft der Messergebnisse<br />

""<br />

Einen sicheren Messablauf mit<br />

geringen Eingriffen in die Anlage<br />

""<br />

Eine Erhöhung der Prozesseffizienz<br />

durch den Einsatz des<br />

Kamstrup Inspektionssystems<br />

Die bedienerunabhängige Funktionsprüfung<br />

und die automatisierte,<br />

papierlose Daten-Verarbeitung<br />

über ein explosionsgeschützten<br />

PDA mit Übertragung der<br />

Messergebnisse in das firmeneigene<br />

Netzwerk, haben enorme Vorteile<br />

im Vergleich zur bisherigen<br />

Verarbeitung von papiergebundenen<br />

Funktionsprüfungen und Inspektionen<br />

vor Ort und der anschließenden<br />

Nachbearbeitung im Büro.<br />

Das Kamstrup Inspektionssystem<br />

bietet dem Kunden die Möglichkeit<br />

die Prüfungsverfahren selbst<br />

zu gestalten. Der im PDA hinterlegte<br />

Prüfungsablauf wurde von<br />

den Stadtwerken Düren selbst entwickelt<br />

und entspricht den Protokollanforderungen<br />

des DVGW-<br />

Arbeitsblattes G 495.<br />

Ziel der Stadtwerke Düren ist die<br />

Einführung der zustandsorientierten<br />

Instandhaltung für die <strong>Gas</strong>druck-<br />

September <strong>2013</strong><br />

618 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

regelanlagen. Hierzu wurden auch<br />

schon sehr konstruktive Gespräche<br />

mit der Bezirksregierung Arnsberg,<br />

in ihrer Funktion als Überwachungsorgan,<br />

im Hinblick auf die <strong>Gas</strong>hochdruckleitungsverordnung,<br />

geführt.<br />

Neben die Bewertung der anlagenspezifischen<br />

technischen Rahmenbedingungen<br />

spielt der Messwertvergleich<br />

zur Ermittlung der anlagenindividuellen<br />

Verschleißsituation<br />

eine wesentliche Rolle. Hier erleichtert<br />

und verdeutlicht die CONNE-<br />

XION® Software, durch seine grafische<br />

Darstellung der Messwerte, die<br />

Arbeit wesentlich.<br />

Die gerechnete Amortisationszeit<br />

des Kamstrup Inspektionssystems<br />

liegt, bei konsequenter Einführung<br />

der zustandsorientierten<br />

Instandhaltung in Düren, bei etwa<br />

vier Jahren.<br />

Funktionsweise des<br />

Inspektionssytems<br />

Das Kamstrup Inspektionssystem<br />

für <strong>Gas</strong>-Druckregelanlagen besteht<br />

aus zwei Hauptkomponenten:<br />

""<br />

das tragbare PLEXOR®-Prüfgerät<br />

""<br />

das CONNEXION® Softwarepaket<br />

Mit dem tragbaren und leicht<br />

bedienbaren PLEXOR®-Prüfgerät<br />

werden die Hauptbestandteile der<br />

<strong>Gas</strong>druckregelanlage sorgfältig und<br />

Bedienerunabhängig auf ihre Funktion<br />

geprüft. Dabei werden quantitative<br />

und objektive Prüfergebnisse<br />

erzeugt. Das PLEXOR®-Prüfgerät<br />

wird an speziell entworfenen und<br />

fest in den <strong>Gas</strong>stationen montierten<br />

Systemkupplungen angeschlossen.<br />

Die Messwerte werden automatisch<br />

und drahtlos, ohne Einflussnahme<br />

des Sachkundigen, in einen Laptop<br />

oder PDA übernommen und darin<br />

gespeichert. Die Resultate der Inspektionen<br />

werden manuell in den<br />

Laptop/ PDA eingegeben. Auf diese<br />

Weise wird der Ist-Zustand der<br />

geprüften Installation genauestens<br />

festgestellt. Anschließend werden<br />

die Testergebnisse mit Hilfe der<br />

CONNEXION®-Software mit dem<br />

Soll-Zustand verglichen. Das Inspektionssystem<br />

vom Kamstrup passt<br />

hervorragend in die herkömmlichen<br />

Instandhaltungsstrategien. Es öffnet<br />

bei Bedarf auch den Weg zur zustandorientierten<br />

In standhaltung, die in<br />

industriellen Anlagen bereits gängige<br />

Praxis darstellt.<br />

Das CONNEXION®-Software paket<br />

besteht aus anpassungsfähigen<br />

Computerprogrammmodulen.<br />

CONNEXION® kann autark oder<br />

an ein Betriebsmanagementsystem<br />

angekoppelt werden. Der Datenaustausch<br />

geschieht im XML Format.<br />

Arbeitsaufträge mit den Anlageninformationen,<br />

aus einem Betriebsmanagementsystem,<br />

können leicht<br />

übernommen werden. Die Schnittstelle<br />

zwischen CONNEXION® und<br />

einen Betriebsmanagementsystem<br />

kann leicht und flexibel eingerichtet<br />

werden. Realisiert wurden bereits<br />

Schnittstellen mit SAP PM, EnVIstOr<br />

<strong>Gas</strong>, K3V, Maximo und Berit Toms. I<br />

Kontakt:<br />

Kamstrup,<br />

Tel. (0621) 321 689 60,<br />

www.kamstrup.de<br />

Halle 12 / B 1.3.<br />

Einsatz des<br />

Kamstrup Inspektionssystems.<br />

Anz_Medenus_GWF<strong>2013</strong>_187x61:Layout 1 06.03.<strong>2013</strong> 09:27 Seite 2<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 619


SONDERTEIL<br />

Sondenkomplettset für den Bereitschaftsdienst<br />

Schütz Messtechnik ist seit mehr<br />

als 40 Jahren als Entwickler und<br />

Hersteller von <strong>Gas</strong>mess- und <strong>Gas</strong>spürgeräten<br />

tätig. Das Sortiment<br />

reicht vom einfachen Handgeräten<br />

für die <strong>Gas</strong>lecksuche, über Universalmessgeräte<br />

zum sicheren <strong>Gas</strong>netzbetrieb,<br />

bis hin zum komplett<br />

ausgestatteten Messfahrzeug.<br />

Zur Lecksuche an <strong>Gas</strong>leitungen<br />

werden unter anderem auch Sonden<br />

eingesetzt. In diesem Bereich<br />

wurde das Lieferprogramm von<br />

Schütz um eine Reihe anwenderfreundlicher<br />

Neuentwicklungen<br />

erweitert. Neben Teppich-, Glocken-,<br />

Raumsonden mit Stahlrohrgestänge<br />

gibt es von Schütz seit<br />

neuestem auch gewichtsoptimierte<br />

Kohlenstofffaser-Varianten. Neu ist<br />

der Sonden-Geräte Koffer mit der<br />

gesamten Ausrüstung, die für den<br />

Bereitschaftsdienst benötigt wird.<br />

Bei dieser Geräteausstattung können<br />

Glocken- und Bohrlochsonde<br />

aus Karbonfaser modular zusammen<br />

bebaut werden. Die Teppichsonde<br />

verfügt ebenfalls über ein<br />

komfortables Stecksystem bei dem<br />

das Rollen- und Teppichmodul mit<br />

einem Schnellverschluss am Führrohr<br />

befestigt werden kann. Der<br />

Bereitschaftskoffer kann wahlweise<br />

mit den Messgeräten GM 3100 oder<br />

GM 5 ausgestattet werden.<br />

Kontakt:<br />

Schütz GmbH Messtechnik,<br />

Tel. (07821) 3280 100,<br />

E-Mail: info@schuetz-messtechnik.de,<br />

www.schuetz-messtechnik.de<br />

Halle 12 / D6.1.<br />

Armaturen der <strong>Gas</strong>- und Wasseranwendung<br />

Voigt Armaturen ist seit mehr als<br />

38 Jahren Hersteller von Armaturen<br />

der <strong>Gas</strong>- und Wasseranwendung.<br />

Als Systemanbieter bietet VAF<br />

eine Produktpalette, die in enger<br />

Verbindung mit den Kunden entwickelt<br />

wird. Die Fertigung und Entwicklung<br />

erfolgt am Firmensitz, mitten<br />

im Ruhrgebiet, in Gelsenkirchen.<br />

Moderne Fertigungsanlagen si -<br />

chern, ebenso wie eine umfassende<br />

Qualitätssicherung nach DIN EN ISO<br />

9001:2008, die Qualität von VAF –<br />

Armaturen.<br />

Zum Programmangebot gehören<br />

u. a.:<br />

""<br />

Anbohrarmaturen für alle gängigen<br />

Rohrwerkstoffe, mit mechanischer<br />

Sattelverbindungstechnik<br />

oder als Aufschweißarmatur.<br />

""<br />

Verbindungsarmaturen wie<br />

Stahl / PE - Werkstoffübergänge,<br />

Flanschverbinder und Rohrkupplungen<br />

in vielfältiger Form.<br />

""<br />

Dicht - und Reparaturschellen.<br />

""<br />

Hauseinführungen in allen gängigen<br />

Bau- und Ausrüstungsformen<br />

sowie dem passenden<br />

Zubehör.<br />

""<br />

Ausblasearmaturen zur Beund<br />

Entlüftung.<br />

""<br />

Einbaugarnituren.<br />

""<br />

Ein umfassendes Zubehörangebot.<br />

Die Produktpalette ist mit zahlreichen<br />

Baumusterprüfungen und<br />

DVGW-Registrierungen versehen<br />

und wird ständig den aktuellen<br />

Anforderungen angepasst.<br />

Kontakt:<br />

VAF Voigt Armaturen,<br />

Tel. (0209) 944104-10,<br />

E-Mail: info@vaf-voigt.de, www.vaf-voigt.de<br />

Halle 12 / B6.2.<br />

September <strong>2013</strong><br />

620 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Gemeinschaftsstand der Forschungsstellen <strong>Gas</strong><br />

im DVGW-Institutsverbund<br />

Die Forschungsstellen <strong>Gas</strong> im<br />

DVGW-Institutsverbund DBI,<br />

EBI und GWI präsentieren sich auch<br />

in diesem Jahr wieder auf einem<br />

Gemeinschaftsstand.<br />

Die DBI <strong>Gas</strong>- und Umwelttechnik<br />

GmbH (DBI GUT) und DBI – <strong>Gas</strong>technologisches<br />

Institut gGmbH<br />

Freiberg (DBI – GTI) bearbeitet als<br />

Forschungs- und Entwicklungsgruppe<br />

seit langem die gesamte Wertschöpfungskette<br />

der <strong>Gas</strong>versorgung<br />

von der Förderung über die<br />

Speicherung, den Netztransport bis<br />

hin zur effizienten, umweltschonenden<br />

Integration der erneuerbaren<br />

Energieträger. Zur diesjährigen <strong>gat</strong><br />

werden insbesondere Themen aus<br />

der Energiewende und zur Neugestaltung<br />

der <strong>Gas</strong>versorgung im Vordergrund<br />

stehen. Dazu gehören<br />

neben dem Thema Power-to-<strong>Gas</strong><br />

auch die Entwicklung und der Einsatz<br />

von Smarten Elementen in den<br />

<strong>Gas</strong>netzen. Darüber hinaus werden<br />

die Ergebnisse der DVGW-Innovationsoffensive-Studie<br />

Biogaspotenzialatlas<br />

vorgestellt. Ebenso werden<br />

Fragen u. a. zum Umgang mit eingespeisten<br />

erneuerbaren <strong>Gas</strong>en im<br />

Netzbetrieb sowie bei häuslichen<br />

und industriellen <strong>Gas</strong>verbrauchern<br />

beantwortet.<br />

Die DVGW-Forschungsstelle am<br />

Engler-Bunte-Institut (DVGW-EBI)<br />

ist eine gemeinsame, unabhängige<br />

Einrichtung des Deutschen Vereins<br />

des <strong>Gas</strong>- und Wasserfachs (DVGW)<br />

und des Karlsruher Instituts für<br />

Technologie (KIT). <strong>Gas</strong>seitig werden<br />

Forschungsarbeiten im Bereich der<br />

Erzeugung und Einspeisung von<br />

gasförmigen Brennstoffen aus regenerativen<br />

Quellen, zur <strong>Gas</strong>versorgung<br />

und -verteilung sowie zur<br />

<strong>Gas</strong>verwendung durchgeführt. Das<br />

DVGW-Prüflaboratorium <strong>Gas</strong> prüft<br />

und zertifiziert in Zusammenarbeit<br />

mit dem DVGW Materialien, Bauteile<br />

und Geräte der <strong>Gas</strong>verteilung<br />

und -anwendung. Das brennstoffchemische<br />

Laboratorium ist auf die<br />

Probenahme und Analyse von gasförmigen,<br />

flüssigen und festen<br />

Brennstoffen spezialisiert. Wasserseitig<br />

werden neue Analyseverfahren<br />

entwickelt und verfahrenstechnische<br />

Fragestellungen im Bereich<br />

der Wasseraufbereitung und -versorgung<br />

bearbeitet.<br />

Der <strong>Gas</strong>- und Wärme-Institut<br />

Essen e.V. (GWI) wurde 1937 gegründet<br />

und konnte 2012 auf sein<br />

75-jähriges Bestehen zurückblicken.<br />

Als Brancheninstitut werden in<br />

Kooperation mit Universitäten,<br />

Hochschulen und Instituten praxisorientierte<br />

Forschungsvorhaben<br />

durchgeführt. Aktuell fokussieren<br />

sich die Arbeiten auf die Gestaltung<br />

der Energiewende, hier ist das GWI<br />

mit zwei F&E-Abteilungen „Geräteund<br />

Brennstofftechnik“ sowie<br />

„Industrie- und Feuerungstechnik“<br />

gut aufgestellt. Die Themenschwerpunkte<br />

liegen u. a. bei Fragestellungen<br />

zu Auswirkungen von <strong>Gas</strong>beschaffenheitsschwankungen,<br />

der<br />

Integration erneuerbaren Energien<br />

in bestehende Versorgungsstrukturen<br />

sowie in der Kraft-Wärme-Kopplung.<br />

Kontakt:<br />

DBI <strong>Gas</strong> und Umwelttechnik GmbH &<br />

DBI – <strong>Gas</strong>technologisches Institut gGmbH Freiberg<br />

www.dbi-gut.de<br />

www.dbi-gti.de<br />

DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des<br />

Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)<br />

www.dvgw-ebi.de<br />

<strong>Gas</strong>- und Wärme-Institut Essen e.V.<br />

www.gwi-essen.de<br />

Halle 12 / D8.<br />

Wärmetauscher für Prozessgase<br />

Spezialist für individuelle Lösungen<br />

Anwendungsoptimierte Auslegung<br />

Hochdrucklösungen für <strong>Erdgas</strong>vorwärmer<br />

FriCon – das <strong>Gas</strong>kühlsystem<br />

Optimierte Betriebskosten durch<br />

reduzierte Kälteleistung<br />

Modular erweiterbar<br />

Anschlussfertige Verrohrung und Service<br />

Vertrauen durch Kompetenz<br />

5000 realisierte Projekte<br />

40 Ingenieure verschiedenster<br />

Fachrichtungen<br />

FEM Analysen und CFD Simulationen<br />

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91746 Weidenbach<br />

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Tel.: +49 (0) 9826 / 6583 - 0<br />

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September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 621


SONDERTEIL<br />

<strong>Erdgas</strong>- und Energiemengenmessung mit<br />

Coriolismassemesssystem Proline Promass<br />

Von Daniel Winter<br />

Nur wenige Standorte in Europa<br />

bieten ähnlich gute Voraussetzungen<br />

zur Erdöl- und <strong>Erdgas</strong>speicherung<br />

in Salzkavernen wie Etzel<br />

in Ostfriesland. Nicht nur die günstige<br />

Lage, gerade mal 25 km von der<br />

Nordsee entfernt und somit in<br />

nächster Reichweite zum einzigen<br />

Tiefseehafen Deutschlands in Wilhelmshaven,<br />

ermöglicht eine einfache<br />

Logistik für die Bevorratung von<br />

Erdöl. Auch für <strong>Erdgas</strong> bieten sich<br />

gute Anbindemöglichkeiten, da an<br />

der Küste die <strong>Erdgas</strong>leitungen<br />

„Norpip“ sowie die „Europip I“ und<br />

die „Europipe II“ anlanden. Ebenso<br />

bietet der in Etzel vorhandene, in<br />

bis zu 4 000 m Tiefe gelegene, 17 km<br />

lange und 5 km breite Salzstock<br />

optimale Voraussetzungen zur Nutzung<br />

als Kavernenspeicher. Bis zu<br />

130 Kavernen können hier geschaffen<br />

und betrieben werden. 52 Ka -<br />

vernen sind bereits in Betrieb.<br />

Schon Mitte der 80er-Jahre machte<br />

sich das norwegische Energieunternehmen<br />

Statoil auf die Suche nach<br />

geeigneten Lagermöglichkeiten für<br />

<strong>Erdgas</strong> zur Kompensation eventueller<br />

Lieferengpässe. In Etzel ist es<br />

dann fündig geworden und dort<br />

wurde dann der Betrieb für die<br />

Untertagespeicherung für <strong>Erdgas</strong>,<br />

das Etzel <strong>Gas</strong>-Lager gegründet.<br />

Nach und nach wurden die bestehenden<br />

Ölkavernen in <strong>Gas</strong>kavernen<br />

umgerüstet. Das Etzel <strong>Gas</strong>-Lager –<br />

heute eine Kooperation der Firmen<br />

E.ON <strong>Gas</strong> Storage, Statoil Deutschland<br />

Storage und Total Etzel-<strong>Gas</strong>lager<br />

– verfügt nach dessen Modernisierung<br />

und Erweiterung über insgesamt<br />

19 <strong>Gas</strong>kavernen mit einer<br />

Arbeitsgaskapazität von über<br />

1,3 Mrd. m³ i.N. Damit könnten über<br />

400 000 Einfamilienhäuser ein ganzes<br />

Jahr lang ausreichend mit <strong>Gas</strong><br />

versorgt werden. Das Etzel <strong>Gas</strong>-<br />

Lager wurde zunächst durch die<br />

Bild 1. Proline Promass: kompakte Installation, ohne Ein- und Auslaufstrecken<br />

ermöglichen eine platzsparende und einfache Installation.<br />

Emden-Etzel-Pipeline versorgt, später<br />

folgte dann die Anbindungen an<br />

die Ferngasleitung Netra die einerseits<br />

an die Europipe I und II an der<br />

Nordseeküste sowie anderseits an<br />

die deutschen Transportsysteme<br />

angebunden ist.<br />

Genaue Messung mit dem<br />

Proline Promass F<br />

Um die Mengen und den Energieinhalt<br />

des <strong>Erdgas</strong>es messen zu können,<br />

setzen immer mehr Anwender<br />

auf moderne, verschleißfreie und<br />

hochgenaue Messsysteme. Auch<br />

Statoil nutzt für eine eichamtliche<br />

Durchflussmessung alle Vorteile<br />

von elektronischen Messgeräten im<br />

Etzel <strong>Gas</strong>-Lager und setzt dort zur<br />

Messung des Eigenverbrauchs das<br />

Coriolismassemesssystem Proline<br />

Promass F ein.<br />

Die Genauigkeit von Proline Promass<br />

ermöglicht eine punktgenaue<br />

Abrechnung. Bei der Installation<br />

können gleich von Anfang an Kosten<br />

reduziert werden. Beispielsweise<br />

ermöglicht die Unabhängigkeit<br />

vom Strömungsprofil eine sehr<br />

einfache und kompakte Instrumentierung<br />

ohne Ein- und Auslaufstrecken.<br />

Das Messgerät arbeitet darüber<br />

hinaus ohne sich bewegende<br />

Bauteile und somit kann der Wartungsaufwand<br />

im Vergleich zu<br />

mechanischen Durchflussmesssystemen<br />

extrem reduziert werden.<br />

Aufgrund der robusten Bauweise ist<br />

es sehr unempfindlich gegenüber<br />

Pulsationen und Druckschlägen, die<br />

immer mal wieder durch schnell<br />

schließende Klappen und Ventile<br />

verursacht werden können. Mechanische<br />

Zähler können dabei sehr<br />

schnell Schaden nehmen und hohe<br />

Reparaturkosten verursachen.<br />

Direkte Massemessung ohne<br />

Druck- und Temperaturkompensation<br />

Schon 1809 beschrieb u.a. der französische<br />

Physiker Joseph Lois Gay-<br />

Lussac (1778–1850), dass <strong>Gas</strong>volumina,<br />

gemessen beispielsweise von<br />

September <strong>2013</strong><br />

622 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Turbinenradzählern, Drehkolbenzählern,<br />

Messblenden oder Ultraschallgaszählern,<br />

sehr stark vom<br />

Prozessdruck und der Prozesstemperatur<br />

abhängig sind. Um diese<br />

Abhängigkeiten zu kompensieren<br />

und gemessene Betriebsvolumina<br />

miteinander vergleichbar zu ma -<br />

chen, müssen Betriebsvolumendurchflüsse<br />

auf Referenzbedingungen<br />

bezogen werden. Für die Be -<br />

stimmung des sogenannten Normvolumens<br />

sind hierzu gem. DIN 1343<br />

eine Referenztemperatur von 0 °C<br />

und ein Referenzdruck von 1,013<br />

bar abs. definiert. Für diese sogenannte<br />

Zustandsmengenumwertung<br />

auf Normvolumen müssen<br />

zusätzlich die Betriebstemperatur<br />

und der Betriebsdruck gemessen<br />

werden. Mit Hilfe eines gemittelten<br />

Kompressibilitätsfaktors über das<br />

ideale <strong>Gas</strong>-Gesetz kann der Normvolumendurchfluss<br />

berechnet werden.<br />

Da die <strong>Gas</strong>zusammensetzung<br />

nicht immer konstant ist, ist es<br />

zudem notwendig, die Beschaffenheit<br />

mit einem Prozessgaschromatographen<br />

zu messen, um schlussendlich<br />

den Energieinhalt zu be -<br />

stimmen.<br />

Unabhängig von den Prozessbedingungen<br />

kann direkt beispielsweise<br />

der Durchfluss in kg/h erfasst<br />

werden. Da die Masse durch das Ur-<br />

Kilogramm in Paris definiert ist und<br />

somit die Vergleichbarkeit gegeben<br />

ist, entfällt die aufwändige<br />

Zustandsumwertung. Die Erfassung<br />

des <strong>Gas</strong>massestromes ermöglicht<br />

eine Messwertausgabe in Masse/<br />

Zeiteinheit, z. B. kg/h. Ist im speziellen<br />

Anwendungsfall das Normvolumen<br />

erforderlich, so ist die<br />

Umwandlung der Masse denkbar<br />

einfach: lediglich die Division der<br />

gemessenen Masse durch die<br />

Normdichte ist dazu notwendig.<br />

Hierzu stehen bereits eichamtlich<br />

zugelassene Brennwertmengenumwerter<br />

verschiedener Hersteller zur<br />

Verfügung. Sie berechnen aus dem<br />

gemessenen <strong>Gas</strong>massefluss und der<br />

aus einem Prozessgaschromatographen<br />

eingelesenen Normdichte<br />

und Brennwert den Normvolumenfluss<br />

und die darin enthaltene<br />

Energie.<br />

Proline Promass 84 ist für eichpflichtige<br />

Messungen von <strong>Gas</strong>en<br />

einsetzbar. Hierzu liegen entsprechende<br />

innerstaatliche Bauartzulassungen,<br />

u. a. der PTB vor, und natürlich<br />

auch eine EG-Baumusterprüfbescheinigung<br />

für den europaweiten<br />

Einsatz im eichpflichtigen Verkehr<br />

von Brenngasen nach EG-Messgeräterichtlinie<br />

2004/22/EG (MI-002<br />

Modul B+D). Das Besondere dabei<br />

ist, dass die Prüfung zur Inverkehrbringung<br />

nicht, wie bei herkömmlichen<br />

Volumenmesssystemen, auf<br />

einem Hochdruckgasprüfstand<br />

erfolgen muss. Eine Wasserkalibrierung<br />

direkt im Herstellerwerk bei<br />

Endress+Hauser reicht aus. Dadurch<br />

entstehen ganz neue Möglichkeiten<br />

bei der Eichung bzw. Nacheichung<br />

des Messsystems in Bezug auf<br />

Kostenoptimierung und Minimierung<br />

von Wartezeiten.<br />

Bild 2. Michael Mollenhauer, Leiter EMSR-Technik<br />

bei STATOIL, am <strong>Erdgas</strong>speicher Etzel <strong>Gas</strong>-Lager in<br />

Ostfriesland vertraut bei der eichamtlichen <strong>Erdgas</strong>messung<br />

auf die Zuverlässigkeit und hochgenaue<br />

Messung mit Proline Promass.<br />

Bild 3. <strong>Erdgas</strong>speicher Etzel <strong>Gas</strong>-Lager in Ostfriesland.<br />

Genauigkeit auf lange Sicht<br />

Nach wie vor hat die Genauigkeit<br />

der <strong>Gas</strong>mengenerfassung höchste<br />

Priorität. Nirgendwo sonst kann so<br />

schnell Geld verschenkt werden wie<br />

bei einer ungenauen Messwerterfassung<br />

und daraus resultierender<br />

falscher Abrechnung. Schon bei der<br />

Kalibrierung bei Endress+Hauser<br />

auf der genausten Produktionskalibrieranlage<br />

mit einer auf das Urkilogramm<br />

rückgeführten und akkreditierten<br />

Gesamtgenauigkeit von<br />

0,01 5% wird der Grundstein für eine<br />

hohe Messpräzision gelegt. In Kombination<br />

mit der von vielen Kunden<br />

bestätigten Prozessstabilität ist ein<br />

störungs- und wartungsfreier Messbetrieb,<br />

auch über eine langjährige<br />

Einsatzzeit gewährleistet. Um diese<br />

Ansprüche vollumfänglich zu erfüllen,<br />

werden die Coriolismassemesssysteme<br />

von Endress+Hauser regelmäßig<br />

auf den genauesten zur Verfügung<br />

stehenden <strong>Gas</strong>prüfständen<br />

geprüft und kontinuierlich verbessert.<br />

Hier zeigt sich auch, dass mit<br />

Wasser kalibrierte Proline Promass<br />

auch bei <strong>Gas</strong> höchste Genauigkeiten<br />

erzielen, und zwar als Komplettmesssystem.<br />

Da der <strong>Gas</strong>massestrom<br />

direkt erfasst wird, entfallen alle<br />

zusätzlichen Fehlerquellen durch<br />

die bei Volumendurchflussmessgeräten<br />

notwendigen externen Druckund<br />

Temperaturmessungen sowie<br />

Mengenumwertungen. Hierbei<br />

kann durchaus in Summe ein<br />

zusätzlicher Messfehler von 0,6 %<br />

auf den Messfehler des Volumendurchflussmessgerätes<br />

verursacht<br />

werden.<br />

Kontakt:<br />

Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG,<br />

Kerstin Löffler,<br />

Tel. (07621) 975 556,<br />

E-Mail: kerstin.loeffler@de.endress.com,<br />

www.de.endress.com<br />

Halle 12 / F3.1.<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 623


SONDERTEIL<br />

(R)Evolution in der mobilen Messtechnik beim<br />

Kathodischen Korrosionsschutz<br />

Auf der diesjährigen <strong>gat</strong> <strong>2013</strong> in<br />

<strong>Nürnberg</strong> wird ein neues KKS-<br />

Mobilmessgerät vorgestellt. Das<br />

4-kanalige iCorrLog folgt mit seinem<br />

robusten Aluminium De sign,<br />

sowie einer generellen IP67 festen<br />

Auslegung zum Schutz vor Staub<br />

und Feuchtigkeit, dem DAS2006.<br />

Die Abmaße von ca. 44 x 66 x<br />

210 mm bieten eine optimale<br />

Größe, durch die auch der unproblematische<br />

Einsatz im Messpfahl<br />

und im komfortablen Gürtel-Holster<br />

ermöglicht wird. Die verschiedenen<br />

Funktionalitäten sind in erweiterter<br />

Form drahtlos beispielsweise auch<br />

über Smartphone oder Tablet-PC zu<br />

bedienen. Das Bedienfeld auf dem<br />

Smartphone im praktischen Handgelenkhalter<br />

und das Messgerät im<br />

Gürtel-Holster entlastet Anwender<br />

speziell bei Wartungs- und Intensiv-<br />

Messungen.<br />

Die folgenden Anwendungsgebiete<br />

bieten einen Überblick der<br />

derzeit im Gerät implementierten<br />

Messungen:<br />

""<br />

4 Kanal KKS-Multimeter (stets<br />

AC+DC parallel) mit FFT-Analyse<br />

(Frequenzspektrometer)<br />

""<br />

2kHz auflösender 8-Spur Messdatenlogger<br />

""<br />

Wartungsmessgerät<br />

""<br />

Beeinflussungs-Messgerät<br />

""<br />

Intensiv- (IFO-) Messgerät<br />

""<br />

mobiles Taktgerät<br />

""<br />

Mikrovoltmeter<br />

""<br />

AC-Bodenwiderstands-Messgerät<br />

Kontakt:<br />

STEFFEL KKS GMBH,<br />

Tel. (05145) 9891-200,<br />

E-Mail: steffel@steffel.com,<br />

www.steffel.com<br />

Halle 12/A3.3.<br />

Technische Lösungen für den Korrosionsschutz<br />

im Rohrleitungsbau<br />

Schrumpfmanschetten DEKOTEC ® MTS-30; DEKO-<br />

TEC ® MTS-55; DEKOTEC ® HTS-70 & DEKOTEC ®<br />

HTS-90.<br />

<strong>2013</strong> blickt die DENSO GmbH als<br />

Pionier des Passiven Korrosionsschutzes<br />

auf eine über 90-jährige<br />

Firmengeschichte zurück. Auf Basis<br />

dieser Erfahrungen entwickelt, produziert<br />

und vertreibt das Unternehmen<br />

Produkte und Geräte für die<br />

Montage und Verarbeitung in den<br />

Bereichen Pipelines, Rohrleitungen<br />

und von metallischen Installationen.<br />

Die DENSO stellt technische<br />

Lösungen für den Korrosionsschutz<br />

im modernen Rohrleitungsbau vor.<br />

Das Produktportfolio der weltweit<br />

verwendeten und bereits seit Jahrzehnten<br />

bewährten DENSOLEN<br />

Bandsysteme, wurde um weitere<br />

innovative Systeme erweitert. Für<br />

die unterschiedlichen Anwendungen<br />

der Installationen des warmschrumpfenden<br />

Korrosionsschutzes,<br />

hat das Unternehmen eine<br />

eigene Produktlinie entwickelt, die<br />

von der Niedrigtemperatur- (Wasserleitungen)<br />

bis hin zur Hochtemperaturanwendung<br />

von +90 °C<br />

reicht. Am Stand können sich Interessierte<br />

über die Details der technischen<br />

Leistungsmerkmale der<br />

DEKOTEC® Schrumpfmanschetten<br />

und der Produktpalette für den passiven<br />

Korrosionsschutz informieren.<br />

Kontakt:<br />

DENSO GmbH,<br />

Tel. (0214) 2602-0,<br />

E-Mail: info@denso.de,<br />

www.denso.de<br />

Halle 12/ D5.<br />

September <strong>2013</strong><br />

624 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Biogas<br />

Erzeugung, Aufbereitung, Einspeisung<br />

Auch in der zweiten Auflage werden sämtliche Aspekte der Einspeisung von<br />

Biogas von der Erzeugung über die Aufbereitung bis hin zur Einspeisung<br />

behandelt. Schwerpunkt ist die verfahrenstechnische Betrachtung der Gesamtprozesskette.<br />

Dabei werden die derzeit geltenden technischen, regulatorischen<br />

und rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland zu Grunde<br />

gelegt. Das Buch soll als Standardwerk für die Biogaseinspeisung dienen und<br />

ist an alle Interessengruppen gerichtet, die sich fachlich mit der Biogaseinspeisung<br />

beschäftigen.<br />

Hrsg.: Frank Graf, Siegfried Bajohr<br />

2. Auflage <strong>2013</strong><br />

ca. 500 Seiten, farbig, Hardcover + interaktivem eBook<br />

ISBN: 978-3-8356-3363-6<br />

Preis: € 160,–<br />

DIV Deutscher Industrieverlag GmbH, Arnulfstr. 124, 80636 München<br />

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ZUKUNFT FUTURE<br />

Bestellung per Fax: +49 201 / 820 Deutscher 02-34 Industrieverlag oder GmbH abtrennen | Arnulfstr. und 124 im | Fensterumschlag 80636 München einsenden<br />

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Biogas – Erzeugung, Aufbereitung, Einspeisung<br />

2. Auflage <strong>2013</strong> – ISBN: 978-3-8356-3363-6 für € 160,– (zzgl. Versand)<br />

Firma/Institution<br />

Vorname, Name des Empfängers<br />

Straße / Postfach, Nr.<br />

Land, PLZ, Ort<br />

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Antwort<br />

Vulkan-Verlag GmbH<br />

Versandbuchhandlung<br />

Postfach 10 39 62<br />

45039 Essen<br />

E-Mail<br />

Branche / Wirtschaftszweig<br />

Bevorzugte Zahlungsweise Bankabbuchung Rechnung<br />

Bank, Ort<br />

Widerrufsrecht: Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B.<br />

Brief, Fax, E-Mail) oder durch Rücksendung der Sache widerrufen. Die Frist beginnt nach Erhalt dieser Belehrung in Textform.<br />

Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs oder der Sache an die Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Versandbuchhandlung, Postfach 10 39 62, 45039 Essen.<br />

Bankleitzahl<br />

Ort, Datum, Unterschrift<br />

Kontonummer<br />

PABIOG<strong>2013</strong><br />

Nutzung personenbezogener Daten: Für die Auftragsabwicklung und zur Pflege der laufenden Kommunikation werden personenbezogene Daten erfasst und gespeichert. Mit dieser Anforderung erkläre ich mich damit einverstanden, dass ich<br />

vom DIV Deutscher Industrieverlag oder vom Vulkan-Verlag per Post, per Telefon, per Telefax, per E-Mail, nicht über interessante, fachspezifische Medien und Informationsangebote informiert und beworben werde.<br />

Diese Erklärung kann ich mit Wirkung für die Zukunft jederzeit widerrufen.


SONDERTEIL<br />

Netze für die Zukunft<br />

Gerade kleinere Netzbetreiber<br />

stellt die Forderung der Bundesnetzagentur<br />

nach Effizienz vor<br />

große Aufgaben. Sie brauchen<br />

einen Partner, der sie technisch,<br />

kaufmännisch und logistisch bei der<br />

Bewirtschaftung ihrer Netze unterstützt.<br />

Die Creos leistet dies und<br />

macht die Netze ihrer Kooperationspartner<br />

in den Zeiten der Energiewende<br />

fit für die Zukunft.<br />

Die Creos Deutschland GmbH,<br />

mit Sitz in Saarbrücken, sichert als<br />

<strong>Gas</strong>netzbetreiber in der Großregion<br />

Saarland und Rheinland-Pfalz die<br />

unterbrechungsfreie Verteilung von<br />

<strong>Erdgas</strong> über das eigene ca. 1 700 km<br />

lange <strong>Gas</strong>-Hochdrucknetz und versorgt<br />

damit rund 400 Städte und<br />

Gemeinden mit über 2,6 Mio. Menschen.<br />

Aus der Saar Ferngas Transport<br />

GmbH wurde 2009 die Creos<br />

Deutschland GmbH. Die Creos steht<br />

im direkten Kontakt mit vor- und<br />

nachgelagerten Netzbetreibern; sie<br />

ist ein neutraler Mittler, der die jetzigen<br />

und zukünftigen Herausforderungen<br />

des Netzgeschäftes kennt.<br />

Am Stand der Creos finden über<br />

die zwei Messetage verteilt Impulsvorträge<br />

mit anschließender offener<br />

Diskussionsrunde statt. Folgende<br />

Termine stehen bereits fest:<br />

Thema: Management von<br />

Energienetzen<br />

„Hat betriebswirtschaftlich den<br />

größten Nutzen, wer volkswirtschaftlich<br />

sinnvoll handelt?“<br />

Referent: Jens Apelt, Geschäftsführer<br />

Di., 01.10.<strong>2013</strong>, 11:00 Uhr und<br />

Mi., 02.10.<strong>2013</strong>, 10:30 Uhr<br />

Thema: Zukunftsfähige <strong>Gas</strong>netze<br />

durch Zielnetzkonzeptionen<br />

„Benötigen wir lokale bzw. regionale<br />

Netzentwicklungspläne?“<br />

Referent: Frank Gawantka, Leiter<br />

Asset Management<br />

Di., 01.10.<strong>2013</strong>, 15:00 Uhr und<br />

Mi., 02.10.<strong>2013</strong>, 11:30 Uhr<br />

Thema: Risiko Versorgungssicherheit<br />

<strong>Gas</strong> – kooperative Ansätze sind<br />

gefragt!<br />

„Wie können wir trotz getrennter<br />

Marktrollen einheitlich die sichere<br />

Fahrweise des Gesamtversorgungssystems<br />

gewährleisten?“<br />

Referent: Michael Küster, Leiter<br />

Stabstelle Smart Grid/Smart<br />

Markets<br />

Di., 01.10.<strong>2013</strong>, 17:00 Uhr und<br />

Mi., 02.10.<strong>2013</strong>, 15:00 Uhr<br />

Des Weiteren nimmt die Creos<br />

an den öffentlichen Podiumsvorträgen<br />

teil. Am 02.10.<strong>2013</strong> um 10:00<br />

Uhr auf der „Aktionsfläche Pipetaping“,<br />

am Stand C5.1 referiert<br />

Michael Küster (Leiter Stabstelle<br />

Smart Grid/Smart Markets) über das<br />

Thema: „Brennpunkt Versorgungssicherheit<br />

<strong>Gas</strong> – Smart Grids können<br />

helfen!“<br />

Kontakt:<br />

Creos Deutschland GmbH,<br />

www.creos-net.de<br />

Halle 12, E9.<br />

September <strong>2013</strong><br />

626 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


SONDERTEIL<br />

Marktraumumstellung – Anpassung von <strong>Erdgas</strong> L<br />

auf <strong>Erdgas</strong> H<br />

Bei Marktraumumstellungen von<br />

L- auf H- <strong>Gas</strong> werden mehrere<br />

zehntausend <strong>Gas</strong>geräte oftmals<br />

innerhalb eines Jahres auf die neue<br />

<strong>Gas</strong>beschaffenheit angepasst. An -<br />

passungsprojekte sind sehr komplex<br />

und bedingen hohen logistischen<br />

Aufwand. Für die Erfüllung<br />

verschiedener Rahmenbedingungen<br />

im Projekt, technische Anforderung<br />

an <strong>Gas</strong>geräten, Einhaltung von<br />

gesetzlichen Bestimmungen oder<br />

zeitlich begrenzte Abläufe wird ein<br />

hohes Maß an die Qualitätssicherung<br />

gestellt. Um ein gleiches Maß<br />

an Qualität von Anpassungsprojekten<br />

zu garantieren bedarf es bereits<br />

im Vorfeld einer detaillierten Vorbereitung<br />

des Projektmanagements<br />

sowie einer strukturierten Ablauforganisation.<br />

Die Hans Runkel GmbH bietet für<br />

den Netzbetreiber ein umfassendes<br />

Projekt- und Qualitätsmanagement,<br />

entsprechend den Technischen<br />

Regeln nach DVGW G 680 und<br />

begleitet und kontrolliert alle Projektphasen<br />

von der Initiierung bis<br />

zur Zielerreichung.<br />

Das Leistungsportfolio umfasst<br />

für das Projekt- und Qualitätsmanagement<br />

""<br />

Projektplanung von Anpassungsmaßnahmen<br />

""<br />

Abwicklungsorganisation<br />

""<br />

Aktive Betreuung der Haushaltsund<br />

Gewerbekunden<br />

""<br />

Terminmanagement<br />

""<br />

Projektablaufüberwachung<br />

""<br />

Qualitätssicherung<br />

""<br />

Qualitätskontrollen vor Ort<br />

speziell für den Industrie- und<br />

Gewerbekunden<br />

""<br />

L-/H-<strong>Gas</strong> Anpassungen<br />

""<br />

Flüssiggas- und Erdölumstellungen<br />

auf <strong>Erdgas</strong><br />

für alle Thermoprozessanlagen wie<br />

Schmelzanlagen, Härteanlagen, Trockenanlagen,<br />

Masselbänder, Sinteranlagen,<br />

Tiegelbeheizungen, Tieföfen,<br />

thermische Nachverbrennungen,<br />

Luft-Vorwärmungen, Ringöfen,<br />

Infrarot- und Dunkelstrahler usw.<br />

Das Unternehmen ist nach den<br />

Qualifikationskriterien für Umbau-,<br />

Anpassungs-, Kontrollfirmen und<br />

Projektmanagement (Engineeringfirmen),<br />

den DVGW Arbeitsblättern<br />

G 676 und G 676 B1.<br />

Kontakt:<br />

Runkel GmbH & Co. KG,<br />

Tel. (0202) 25 55 40,<br />

E-Mail: info@hans-runkel.de,<br />

www.hans-runkel.de<br />

figawa/rbv Gemeinschaftsstand Halle 12 / B4.<br />

Lösungen für die Power-to-<strong>Gas</strong>-Anwendung<br />

Mit dem anspruchsvollen Motto<br />

„die Zukunft sichern“ zum<br />

Thema Power to <strong>Gas</strong> präsentiert<br />

sich RMG by Honeywell dieses Jahr<br />

auf der <strong>gat</strong> <strong>2013</strong> in <strong>Nürnberg</strong>. Vom<br />

30. September bis zum 2. Oktober<br />

stehen die Produkte und Lösungen<br />

der Mess- und Regeltechnik von<br />

RMG by Honeywell für die Powerto-<strong>Gas</strong>-Anwendung<br />

im Vordergrund.<br />

Auf dem Stand wird deutlich,<br />

dass von der <strong>Gas</strong>mengen- und <strong>Gas</strong>qualitätsmessung<br />

über die Datenanalyse<br />

und das Datenmanagement<br />

bis hin zur Stationsautomatisierung<br />

und Odorisierung RMG by<br />

Honeywell ein Partner für die Ausarbeitung<br />

und Umsetzung von messtechnischen<br />

Konzepten ist. Dabei<br />

stehen Genauigkeit, Datenverfügbarkeit,<br />

Datenseparation, Datensicherheit<br />

und -management immer<br />

im Vordergrund.<br />

Neben Lösungen aus einer Hand<br />

für die <strong>Gas</strong>industrie stellt RMG by<br />

Honeywell auch den neuen PGC<br />

9303 vor, das weltweit erste <strong>Gas</strong>beschaffenheitsmessgerät,<br />

das die<br />

Messung von <strong>Erdgas</strong> mit den zu -<br />

sätzlichen Komponenten Wasserstoff<br />

und Sauerstoff in einem Gerät<br />

eichfähig erfassen kann. Es wurde<br />

extra im Hinblick auf die Veränderungen<br />

der <strong>Gas</strong>qualität im <strong>Erdgas</strong>netz<br />

durch Biogas-Einspeisung und<br />

Power-to-<strong>Gas</strong> entwickelt.<br />

Kontakt:<br />

RMG Regel + Messtechnik GmbH,<br />

Tel. (0561) 5007- 0,<br />

E-Mail: rmg@honeywell.com,<br />

www.rmg.com<br />

Halle 12/ D3.3.<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 627


Ausstellerverzeichnis<br />

2G Home GmbH<br />

Stand Halle 12 / B8<br />

A.Hak<br />

Stand Halle 12 / E10<br />

Aerzener Maschinenfabrik<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / F3<br />

AKTIF Technology GmbH<br />

Stand Halle 12 / C6.3<br />

Allmess GmbH<br />

Stand Halle 12 / A2.2<br />

AFRISO-EURO-INDEX<br />

GmbH<br />

Lindenstraße 20<br />

74363 Güglingen<br />

Tel.: +49 7135 102-0<br />

Fax: +49 7135 102-147<br />

Mail: info@afriso.de<br />

www.afriso.de<br />

Stand Halle 12 / F3<br />

ANDRITZ Ritz GmbH<br />

Stand Halle 12 / C4<br />

Apator GmbH<br />

Stand Halle 12 / C4<br />

AMV · Messgeräte GmbH<br />

Am Schulzehnten 23<br />

63456 Hammersbach<br />

Tel.: +49 6185 8187 0<br />

Fax: +49 6185 8187 27<br />

Mail: info@AMV-Germany.<br />

de<br />

www.AMV-Germany.de<br />

Stand Halle 12 / A2.2<br />

APATOR METRIX S.A.<br />

Stand Halle 12 / E5.2<br />

APROVIS Energy Systems<br />

GmbH<br />

Ornbauer Straße 10<br />

91746 Weidenbach<br />

Tel.: +49 9826 6583-0<br />

Fax: +49 9826 6583-110<br />

Mail: info@aprovis-gmbh.<br />

de<br />

www: www.aprovis-gmbh.<br />

de<br />

Stand Halle 12 / E5.2<br />

Awite Bioenergie GmbH<br />

Stand Halle 12 / E5.1<br />

Arkema GmbH<br />

Stand Halle 12 / Stand B2.2<br />

Axel Semrau GmbH<br />

& Co. KG<br />

Stefansbecke 42<br />

45549 Sprockhövel<br />

Tel. 02339/12090<br />

Fax 02339/6030<br />

Mail: info@axel-semrau.de<br />

www.axel-semrau.de<br />

Stand Halle 12 / E5.1<br />

Asseco BERIT GmbH<br />

Stand <strong>Erdgas</strong> Innovationsforum<br />

- Halle 12 / D12<br />

AVK Mittelmann<br />

Armaturen GmbH<br />

Schillerstraße 50<br />

42489 Wülfrath<br />

Tel.: +49 20 58/901-01<br />

Fax: +49 20 58/901-111<br />

E-Mail: info@avkmittelmann.com<br />

www.avkmittelmann.com<br />

Stand Halle 12 / E2.1<br />

ASUE e.V.<br />

Stand Halle 12 / F1<br />

AUMA Riester GmbH & Co.<br />

KG<br />

Stand Halle 12 / E2.1<br />

AZ <strong>Gas</strong>technik GmbH<br />

Stand Halle 12 / F1.1<br />

September <strong>2013</strong><br />

628 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Ausstellerverzeichnis<br />

Babendererde Engineers<br />

GmbH<br />

Stand IT goes ENERGY Halle<br />

12 / C7<br />

Barthauer Software GmbH<br />

Stand Halle 12 / E2.2<br />

Bauer Kompressoren<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / D7.2<br />

BC Deutschland GmbH &<br />

Co. KG<br />

Stand Halle 12 / D7<br />

BDEW Bundesverband der<br />

Energie- und Wasserwirtschaft<br />

e.V.<br />

Stand figawa/rbv Gemein-<br />

schaftsstand Halle 12 / B4<br />

Berufsförderungswerk des<br />

Rohrleitungsbauverbandes<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / D4.1<br />

BET Büro für Energiewirtschaft<br />

und technische Planung<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / F1.3<br />

BG ETEM Berufsgenossenschaft<br />

Energie Textil Elektro<br />

Medienerzeugnisse<br />

Stand Halle 12 / D9.1<br />

Bittner+Krull Softwaresysteme<br />

Stand Halle 12 / E3<br />

Bilfinger EMS GmbH<br />

Stand Halle 12 / D9.1<br />

Bohlen & Doyen Bauunternehmung<br />

GmbH<br />

Stand figawa/rbv Gemeinschaftsstand<br />

Halle 12 / B4<br />

Bilfinger GreyLogix<br />

GmbH<br />

Conrad-Röntgen-Straße 1<br />

24941 Flensburg<br />

Tel.: +49 461 505487-0<br />

Fax: +49 461 505487-100<br />

Mail: info@greylogix.de<br />

www.greylogix.bilfinger.<br />

com<br />

Stand Halle 12, D9.1<br />

BioEnergy Decentral 2012<br />

DLG Service GmbH<br />

Stand IT goes ENERGY Halle<br />

12 / C7<br />

Brochier Rohrleitungsbau<br />

<strong>Nürnberg</strong> GmbH<br />

Stand Halle 12 / A2.3<br />

bst Brandschutztechnik<br />

Döpfl GmbH<br />

Stand Treffpunkt BIOGAS<br />

Halle 12 / D9<br />

C-deg environmental engineering<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / E5<br />

caplog-x GmbH<br />

Stand Halle 12 / D9<br />

CeH4 technologies GmbH<br />

Stand Halle 12 / D4.4<br />

CODEX-Engineering GmbH<br />

Stand Halle 12 / C4<br />

Common S.A.<br />

Stand Halle 12 / E9<br />

Creos Deutschland GmbH<br />

Stand Halle 12 / D8<br />

DBI <strong>Gas</strong>- und Umwelttechnik<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / D5<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 629


Ausstellerverzeichnis<br />

Diehl Metering / Hydrometer<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / E4.1<br />

DENSO GmbH<br />

Felderstr. 24<br />

51371 Leverkusen<br />

Tel.: +49 214 2602 0<br />

Fax: +49 214 2602 217<br />

E-Mail: info@denso.de<br />

Internet: www.denso.de<br />

Stand Halle 12, Stand<br />

Nr. D5<br />

Diehl <strong>Gas</strong> Metering<br />

GmbH<br />

Industriestr. 13<br />

91522 Ansbach<br />

Tel.: +49 981 1806-300<br />

Fax: +49 981 1806-325<br />

Mail: info@diehl-gasmetering.de<br />

www.diehl.com/metering<br />

Stand Halle 12 / E4<br />

Drössler GmbH Umwelttechnik<br />

Stand Halle 12 / C1<br />

DIV Deutscher Industrieverlag<br />

GmbH<br />

Arnulfstraße 124<br />

80636 München<br />

Tel.: +49 89 203 53 66-0<br />

Fax: +49 89 203 53 66-99<br />

Mail: info@di-verlag.de<br />

www.di-verlag.de<br />

Stand Halle 12 / E4.1<br />

DVGW Deutscher Verein<br />

des <strong>Gas</strong>- und Wasserfaches<br />

e.V. – Technisch-wissenschaftlicher<br />

Verein –<br />

Josef-Wirmer-Straße 1–3<br />

53123 Bonn<br />

Tel.: +49 228 91 88-5<br />

Fax: +49 228 91 88-990<br />

E-Mail: info@dvgw.de<br />

www.dvgw.de<br />

Stand Halle 12 / D 7<br />

DVGW CERT GmbH<br />

Josef-Wirmer Straße 1–3<br />

D-53123 Bonn<br />

Tel.: +49 228 91 88-888<br />

Fax: +49 228 91 88-993<br />

E-Mail: info@dvgw-cert.<br />

com<br />

www.dvgw-cert.com<br />

Stand Halle 12 / D8<br />

DVGW – Forschungsstelle<br />

am Engler-Bunte Institut<br />

des Karlsruher Instituts für<br />

Technologie (KIT)<br />

Stand Halle 12 / D8<br />

DWV - Deutscher Wasserstoff-<br />

und Brennstoffzellen-Verband<br />

Stand Treffpunkt BIOGAS<br />

Halle 12 / D9<br />

DVGW Service & Consult<br />

GmbH<br />

Stand <strong>Erdgas</strong> Innovationsforum<br />

- Halle 12 / D13<br />

Ebeling & Sohn GmbH &<br />

Co. KG<br />

Stand Halle 12 / E4.2<br />

egeplast international<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / A1.1<br />

Electrosteel Europe S.A.<br />

Niederlassung Deutschland<br />

Stand Halle 12 / E2.3<br />

elomat GmbH<br />

Stand Halle 12 / D2<br />

E.ON Bioerdgas GmbH<br />

Brüsseler Platz 1<br />

45131 Essen<br />

T 0201 - 184 - 7831<br />

info.bioerdgas@eon.com<br />

www.eon.de<br />

Stand Halle 12 / D 10<br />

Endress+Hauser Messtechnik<br />

GmbH+Co. KG<br />

Stand Halle 12 / C7<br />

Elster GmbH<br />

Steinern Straße 19 – 21<br />

55252 Mainz-Kastel<br />

Tel.: +49 (0) 6134/605-0<br />

Fax: +49 (0) 6134/605-390<br />

E-Mail: info@elster-instromet.com<br />

Internet: http://www.elsterinstromet.com/<br />

Stand Halle 12 / D2<br />

September <strong>2013</strong><br />

630 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Ausstellerverzeichnis<br />

ENERGY MEDIENSERVICE<br />

Stand Halle 12 / E8.1<br />

Enrotec Anlagenbau GmbH<br />

& Co. KG<br />

Stand Halle 12 / B1.2<br />

envi-systems GmbH<br />

Stand Halle 12 / D7.1<br />

Esders GmbH<br />

Stand Halle 12 / E7<br />

ESK GmbH<br />

Stand IT goes ENERGY Halle<br />

12 / C7<br />

ESN EnergieSystemeNord<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / A3.2<br />

Esters Elektronik GmbH<br />

Stand Halle 12 / F1.2<br />

Eurofins Umwelt GmbH<br />

Stand Treffpunkt BIOGAS<br />

Halle 12 / D9<br />

Fachverband Biogas e.V.<br />

Stand Halle 12 / C4.1<br />

Fiorentini Deutschland<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / F4<br />

FHRK – Hauseinführungen<br />

für Rohre und Kabel e.V.<br />

Stand IT goes ENERGY Halle<br />

12 / C7<br />

Flonidan A/S<br />

Stand Halle 12 / B3<br />

FICHTNER IT CONSULTING<br />

AG<br />

Stand Halle 12 / C4.2<br />

Flow Meter Group<br />

Stand Halle 12 / D3.2<br />

FLEXIM Flexible Industriemesstechnik<br />

GmbH<br />

Wolfener Str. 36<br />

12681 Berlin<br />

Germany<br />

Tel.: +49 (30) 93 66 76-60<br />

Fax: +49 (30) 93 66 76-80<br />

Mail: info@flexim.de<br />

www.flexim.com<br />

Stand Halle 12 / F4<br />

Franken Plastik GmbH<br />

Stand Halle 12 / B6<br />

Fritz Wiedemann und Sohn<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / B6<br />

Frankenluk Energienalagenbau<br />

GmbH<br />

Stand figawa/rbv Gemeinschaftsstand<br />

Halle 12 / B4<br />

GA Energieanlagenbau<br />

Nord GmbH<br />

Stand Halle 12 / D9.3<br />

FRIEDRICH VORWERK<br />

Rohrleitungsbau GmbH &<br />

Co. KG<br />

Stand Halle 12 / D1<br />

<strong>Gas</strong>cat Industria e Comercio<br />

Ltda<br />

Stand Halle 12 / E9.1<br />

GEOMAGIC GmbH<br />

Friedrich-Ebert-Str. 33<br />

04109 Leipzig<br />

Tel.: +49 341 7111 700<br />

Fax: +49 341 7111 707<br />

E-Mail: info@geomagic.de<br />

www.geomagic.de<br />

Stand Halle 12 / E9.1<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 631


Ausstellerverzeichnis<br />

GDMcom mbH<br />

Stand <strong>Erdgas</strong> Innovationsforum<br />

- Halle 12 / D12<br />

Gecko Instruments GmbH<br />

Stand Halle 12 / E9.1<br />

Georg Fischer GmbH<br />

Stand Halle 12 / C3.2<br />

GERMEX GmbH<br />

Stand Halle 12 / D5.1<br />

GEVA <strong>Gas</strong>- und Energieverteilungsanlagen<br />

GmbH<br />

Stand figawa/rbv Gemeinschaftsstand<br />

Halle 12 / B4<br />

GMT GmbH<br />

Stand Halle 12 / D8<br />

GWI - <strong>Gas</strong>- und Wärme-<br />

Institut Essen e.V.<br />

Stand Halle 12 / D5.3<br />

H-GAZ Sp. J.<br />

Stand Halle 12 / D4.2<br />

hütz + baumgarten gmbh<br />

& co. kg<br />

Stand Halle 12 / C6<br />

heat gaswärmetechnische<br />

Anlagen GmbH<br />

Stand Halle 12 / A2.6<br />

HUBER SE<br />

Stand Halle 12 / B6.1<br />

ICOdata GmbH<br />

Stand Halle 12 / D1.1<br />

Initiative BALSibau<br />

Stand Halle 12 / C3.2<br />

inotech GmbH<br />

Stand Halle 12 / A2<br />

IPSCO GmbH<br />

Stand Hall12 / E11.2<br />

Ingenieurbüro<br />

Fischer-Uhrig<br />

Württembergallee 27<br />

D-14052 Berlin<br />

Telefon: +49-(0)30-<br />

30099390<br />

Fax: +49-(0)30-30824212<br />

E-Mail: info@stafu.de<br />

www.stafu.de<br />

Stand Halle 12 / C7<br />

ITEMA GmbH<br />

Stand Halle 12 / C6.3<br />

Jens Janßen Ingenieurbüro<br />

Stand figawa/rbv Gemeinschaftsstand<br />

Halle 12 / B4<br />

Jeschke <strong>Gas</strong>-Wasser-Technologien<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / D5.4<br />

JOHANN BUNTE Bauunternehmung<br />

GmbH & Co. KG<br />

Stand Halle 12 / F5<br />

Itron GmbH<br />

Hardeckstr. 2<br />

76185 Karlsruhe<br />

Tel.: +49 721 5981 0<br />

Fax: +49 721 5981 189<br />

Mail: info.karlsruhe@itron.<br />

com<br />

www.itron.com/de<br />

Stand Halle 12 / C6.3<br />

Josef Mehrer GmbH<br />

& Co. KG<br />

Stand <strong>Erdgas</strong> Innovationsforum<br />

- Halle 12 / D12<br />

September <strong>2013</strong><br />

632 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Ausstellerverzeichnis<br />

Kamstrup b.v.<br />

Stand Halle 12 / D2.1<br />

Kebulin-Gesellschaft Kettler<br />

GmbH & Co KG<br />

Stand Halle 12 / D6<br />

Kempchen Dichtungstechnik<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / F4.1<br />

KFG Level AG<br />

Stand <strong>Erdgas</strong> Innovationsforum<br />

- Halle 12 / D12<br />

LEWA GmbH<br />

Stand Halle 12 / E4.3<br />

Köster GmbH<br />

Herrn Jürgen Höchst<br />

Sutthauser Str. 280<br />

49080 Osnabrück<br />

Tel.: (05 41) 9 98-16 00<br />

Fax: (05 41) 9 98-16 99<br />

rohrleitungsbau@koesterbau.de<br />

www.koester-bau.de<br />

Stand Halle 12 / D2.1<br />

LMF - Leobersdorfer Maschinenfabrik<br />

GmbH & Co.<br />

KG<br />

Stand Halle 12 / D4.2<br />

Kieback & Peter GmbH &<br />

Co. KG<br />

Stand Halle 12 / E3.4<br />

Lovion GmbH<br />

Stand Halle 12 / F2<br />

KROHNE Messtechnik<br />

GmbH<br />

Ludwig-Krohne-Str. 5<br />

47058 Duisburg<br />

Deutschland<br />

Tel.: +49 203 301 0<br />

Fax: +49 203 301 10389<br />

Mail: info@krohne.de<br />

www.krohne.com<br />

Stand Halle 12 / E3.4<br />

Marquis GmbH<br />

Stand Halle 12 / B6<br />

Martin Bohsung GmbH<br />

Stand Halle 12 / F5.1<br />

MARTINEK GmbH - Messtechnik<br />

Stand Halle 12 / E3.1<br />

Max Streicher GmbH & Co.<br />

KG<br />

Stand Halle 12 / D4<br />

MICHELL Instruments<br />

GmbH<br />

Stand <strong>Erdgas</strong> Innovationsforum<br />

- Halle 12 / D12<br />

mobiheat GmbH<br />

Stand Halle 12 / D3.1<br />

N-ERGIE Service GmbH<br />

Stand Halle 12 / B1.1<br />

NieGaTec Niederrheinische<br />

<strong>Gas</strong>-Technik GmbH<br />

Stand Halle 12 / D9<br />

nPlan engineering GmbH<br />

Stand IT goes ENERGY Halle<br />

12 / C7<br />

numetris AG<br />

Stand Halle 12 / B3.2<br />

NZR Nordwestdeutsche<br />

Zählerrevision<br />

Stand Halle 12 / C7<br />

OnTec Software Solutions<br />

AG<br />

Stand Halle 12 / E9.1<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 633


Ausstellerverzeichnis<br />

ONTRAS - <strong>Gas</strong>transport<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / C6.1<br />

P&T Technische Mörtel<br />

GmbH & Co. KG<br />

Stand Halle 12 / B1<br />

Paul Wegener GmbH<br />

Stand Halle 12 / D5.5<br />

Pergam Suisse AG<br />

Stand Halle 12 / F1.1<br />

Pichler Engineering GmbH<br />

Stand figawa/rbv Gemeinschaftsstand<br />

Halle 12 / B4<br />

PRT- Rohrtechnik Thüringen<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / E5<br />

PPS Pipeline Systems<br />

GmbH<br />

Hindenburgstraße 36<br />

49610 Quakenbrück<br />

Telefon +49 5431 14-214<br />

Telefax +49 5431 14-5214<br />

Mail: info@pipelinesytems.<br />

de<br />

www.pipelinesystems.de<br />

Stand Halle 12, Stand B4<br />

PRIMAGAS GmbH<br />

Stand Halle 12 / B2.1<br />

PSI AG Bereich – PSIEnergy<br />

Oel & <strong>Gas</strong><br />

Stand Halle 12 / D3.2<br />

Pronova Analysetechnik<br />

GmbH & Co. KG<br />

Stand Halle 12 / C1.3<br />

PSI Products GmbH<br />

Stand Haller 12 / B1.1<br />

PV Ansperger mbH<br />

Stand Halle 12 / D3<br />

PWA Electronic Service und<br />

Vertriebs GmbH Panasonic<br />

Computer Service Deutschland<br />

Stand Halle 12 / E1.2<br />

QUMA Elektronik & Analytik<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / A3<br />

Rädlinger primus line<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / C1.2<br />

Reinert-Ritz GmbH<br />

Stand Halle 12 / C1.1<br />

RMA Rheinau GmbH & Co.<br />

KG<br />

Stand Halle 12 / D3.3<br />

RMT Rohr- und Maschinenanlagentechnik<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / A3.4<br />

ROXTEC GmbH<br />

Stand Halle 12 / D5.1<br />

Runkel GmbH & Co. KG<br />

<strong>Erdgas</strong>-Heizsysteme<br />

Stand Halle 12 / E7<br />

RMG Regel + Messtechnik<br />

GmbH<br />

Osterholzstraße 45<br />

D-34123 Kassel, Deutschland<br />

Fon +49 (0)561 5007-0<br />

Fax +49 (0)561 5007-107<br />

E-Mail: rmg@honeywell.<br />

com<br />

www.rmg.com<br />

Stand Halle 12 / D3.3<br />

September <strong>2013</strong><br />

634 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


Ausstellerverzeichnis<br />

RWE Deutschland AG<br />

Stand Halle 12 / E7<br />

RWE Distribuční služby,<br />

s.r.o.<br />

Stand Halle 12 / E7<br />

RWE Metering GmbH<br />

Stand Halle 12 / E7<br />

RWE Netzservice GmbH<br />

Stand Halle 12 / D4.2<br />

Sachverständigen- und<br />

Planungsbüro urban tree |<br />

Michael Honds<br />

Stand Halle 12 / E3.2<br />

SAG GmbH<br />

Stand figawa/rbv Gemeinschaftsstand<br />

Halle 12 / B4<br />

Salzgitter Mannesmann<br />

Line Pipe GmbH<br />

Stand Halle 12 / F5.4<br />

SC AEM S.A.<br />

Stand Halle 12 / B7<br />

SCHANDL GmbH<br />

Stand Halle 12 / D6.1<br />

Schütz GmbH Messtechnik<br />

Stand Halle 12 / A2.5<br />

Schuck Group, Franz<br />

Schuck GmbH<br />

Stand Halle 12 / B9<br />

Schwelm Anlagentechnik<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / A2.1<br />

Sensatec GmbH<br />

Stand Halle 12 / E2<br />

Sensus GmbH Ludwigshafen<br />

Stand Treffpunkt BIOGAS<br />

Halle 12 / D9<br />

SEVA Energie AG<br />

Stand Halle 12 / C6.3<br />

SEWA GmbH<br />

Stand Halle 12 / C3.1<br />

SfG Service für <strong>Gas</strong>aufbereitung<br />

Stand Halle 12 / D2.2<br />

SICK Vertriebs-GmbH<br />

Stand Halle 12 / F2<br />

Siemens AG<br />

Stand Halle 12 / A3.3<br />

Steffel KKS GmbH<br />

Stand Halle 12 / A3.1<br />

Stilbos<br />

Stand Halle 12 / F4.2<br />

Symrise AG<br />

Stand Halle 12 / D5.2<br />

Testo AG<br />

Testo-Straße 1<br />

79853 Lenzkirch<br />

Deutschland<br />

Telefon: 07653 / 681–0<br />

Fax: 07653 / 681-1559<br />

E-Mail: info@testo.de<br />

www.testo.de<br />

Stand Halle 12 / B2<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 635


Ausstellerverzeichnis<br />

TALIS Deutschland<br />

GmbH+Co. KG<br />

Stand Halle 12 / B2<br />

The Sniffers NV<br />

Stand Treffpunkt BIOGAS -<br />

Halle 12 / D10<br />

TOTAL Deutschland GmbH<br />

Stand Halle 12 / A2.2<br />

Tritschler, Feingerätebau<br />

Laufenburg<br />

Stand Halle 12 / E8<br />

Union Instruments GmbH<br />

Stand Halle 12 / C2.1<br />

VEGA Grieshaber KG<br />

Stand Halle 12 / A1.2<br />

Vemm tec Messtechnik<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / C8<br />

Vereinigung der Fernleitungsnetzbeteiber<br />

<strong>Gas</strong> e.V.<br />

Stand <strong>Erdgas</strong> Innovationsforum<br />

- Halle 12 / D13.1<br />

VfW - Verband für Wärmelieferung<br />

e.V.<br />

Stand Halle 12 / F2.1<br />

Viessmann Deutschland<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / E1.1<br />

Vietz GmbH<br />

Stand Halle 12 / A1.3<br />

VILDUJA JSC<br />

Stand Halle 12 / B6.2<br />

Viega GmbH & Co. KG<br />

Viega Platz 1<br />

57439 Attendorn<br />

Tel.: +49 2722 61-1100<br />

Fax: +49 2722 61-1101<br />

Mail: info@viega.de<br />

www.viega.de<br />

Stand Halle 12 / F2.1^<br />

Voigt - Armaturen<br />

Stand Halle 12 / C2<br />

vonRoll Hydro Deutschland<br />

GmbH<br />

Stand Halle 12 / B3.3<br />

Vorrink Stahl- und Betonschutz<br />

GmbH & Co. KG<br />

Stand Halle 12 / E3.3<br />

VoTech Filter GmbH<br />

Stand Halle 12 / E4.1<br />

Vulkan-Verlag GmbH<br />

Stand Halle 12 / D3.4<br />

Wympel GmbH<br />

Stand Halle 12 / B6.2<br />

WAGNER – SMS<br />

Stand Halle 12 / E2<br />

WILHELM EWE GmbH &<br />

Co. KG<br />

Stand Halle 12 / E7.1<br />

wvgw mbH Wirtschaftsund<br />

Verlagsgesellschaft<br />

<strong>Gas</strong> und Wasser<br />

Stand <strong>Erdgas</strong> Innovationsforum<br />

- Halle 12 / D12<br />

Zukunft ERDGAS Projekt<br />

GmbH<br />

Stand <strong>Erdgas</strong> Innovationsforum<br />

- Halle 12 / D12<br />

September <strong>2013</strong><br />

636 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

Welche Rolle spielt <strong>Erdgas</strong><br />

in der Energiewende?<br />

Nach wie vor beherrscht das Thema<br />

Energiewende die energiepolitische<br />

Diskussion. Senkung des Primärenergieverbrauchs,<br />

eine signifikante Erhöhung<br />

des Anteils erneuerbarer Energien und eine<br />

deutliche Reduktion der Emission von Treibhausgasen<br />

sind die Zielvorgaben. Zudem<br />

muss die Versorgungssicherheit für die<br />

Zukunft gewährleistet sein.<br />

<strong>Erdgas</strong> ist prädestiniert, bei der Ausgestaltung<br />

der Energiewende eine wichtige Rolle zu<br />

spielen. Gerade im Wärmemarkt sind <strong>Erdgas</strong>-<br />

Heizungstechnologien zu wirtschaftlich at -<br />

traktiven Bedingungen verfügbar. Angefangen<br />

bei der <strong>Gas</strong>-Brennwerttechnik – oft mit<br />

Einkopplung von Solarthermie – über Kraft-<br />

Wärme-Kopplungsanlagen bis zur <strong>Gas</strong>wärmepumpe<br />

bieten erdgasbetriebene Heizungen<br />

erhebliche Effizienzpotentiale und Möglichkeiten<br />

zur CO 2 -Reduzierung. Hier ist auch die<br />

Politik gefragt, den ordnungsrechtlichen Rahmen<br />

und die Förderinstrumente technologieoffen<br />

und energieträgerneutral zu gestalten.<br />

Im Mobilitätssektor ist <strong>Erdgas</strong> der Kraftstoff<br />

mit den niedrigsten Treibhausgasemissionen.<br />

Nötig für einen verstärkten Einsatz<br />

wären hier ein größeres Angebot der Fahrzeughersteller<br />

und ein Ausbau der Tankinfrastruktur,<br />

verbunden mit einer einheitlichen<br />

Preisauszeichnung der unterschiedlichen<br />

Kraftstoffe.<br />

Nicht zuletzt ermöglicht <strong>Erdgas</strong> eine flexible<br />

Stromerzeugung in modernen <strong>Gas</strong>- und<br />

Dampfturbinen-Kraftwerken, auch als Backup-Lösung<br />

zu den volatilen erneuerbaren<br />

Energien. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen<br />

Rahmenbedingungen ist der Betrieb solcher<br />

Kraftwerke nicht kostendeckend, so dass<br />

etliche Betreiber ihre Kraftwerke vom Netz<br />

nehmen wollen bzw. projektierte Neubauten<br />

zurückgestellt werden. Besser sieht es im<br />

KWK-Bereich aus, wo kleinere Anlagen insbesondere<br />

in der Objektversorgung eingesetzt<br />

werden. KWK-Anlagen werden zudem für<br />

Regel- und Systemdienstleistungen eingesetzt.<br />

Potential für die Zukunft liegt in der<br />

Ergänzung mit Wärmespeichern und der<br />

Zusammenschaltung kleiner und mittlerer<br />

Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk.<br />

Ein fundamentaler Baustein zum Erreichen<br />

der klima- und umweltpolitischen Ziele kann<br />

die Systemlösung Power-to-<strong>Gas</strong> sein. Aufgrund<br />

des starken Zubaus erneuerbarer, fluktuierender<br />

Energien wird der zukünftige<br />

Bedarf an Stromspeicherung sehr viel höher<br />

sein, als durch herkömmliche Stromspeichertechnologien<br />

bereitgestellt werden kann. Nur<br />

eine chemische Speicherung, wie sie die<br />

Power-to-<strong>Gas</strong>-Technologie ermöglicht, kann<br />

die benötigten Speicherkapazitäten bereitstellen.<br />

Mit einem umfangreichen Sonderteil auf<br />

den folgenden Seiten über die wichtige Rolle<br />

von <strong>Erdgas</strong> in der Energiewende informiert<br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> | <strong>Erdgas</strong>, die Fachzeitschrift für das<br />

deutschsprachige <strong>Gas</strong>fach, aktuell über relevante<br />

Fragestellungen und Ergebnisse.<br />

Volker Trenkle<br />

Stephan Schalm<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 637


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

<strong>Erdgas</strong> – Energieträger einer<br />

nachhaltigen Energieversorgung<br />

Anke Tuschek<br />

Mit der Energiewende hat sich Deutschland als eine der größten Industrienationen eine enorme Kraftanstrengung<br />

für die nächsten Jahrzehnte vorgenommen – den umfassenden Umbau der Energieversorgung. Ein Generationenprojekt,<br />

das alle Teile unserer Gesellschaft betrifft. Ziel bleibt dabei die Sicherstellung einer zuverlässigen,<br />

wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energieversorgung.<br />

Die Bundesregierung hat bereits 2010 im Energiekonzept<br />

ambitionierte Ziele hin zu einer nahezu CO 2 -neutralen<br />

Energieversorgung im Jahr 2050 gesetzt (Bild 1).<br />

Mit der Energiewende – insbesondere durch den Ausstieg<br />

aus der Kernenergienutzung bis zum Jahr 2022 –<br />

hat der Umbau des Energiesystems an Dynamik zugenommen.<br />

Es sind Lösungen erforderlich, die Versorgungssicherheit,<br />

Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit<br />

in Balance halten. Die Einhaltung des energiepolitischen<br />

Zieldreiecks ist die Voraussetzung für die<br />

gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende. Der<br />

Fokus muss auf der zügigen und kosteneffizienten Vermeidung<br />

von CO 2 liegen.<br />

Die Energiewende umfasst neben dem Stromsektor<br />

auch den Bereich der Mobilität und vor allem den Wärmemarkt.<br />

<strong>Erdgas</strong> kann in allen drei Bereichen einen<br />

wichtigen Beitrag zur CO 2 -Vermeidung leisten und<br />

spielt dabei eine Schlüsselrolle als effizienter Energieträger<br />

einer nachhaltigen Energieversorgung heute und in<br />

Zukunft.<br />

Auch in der Öffentlichkeit, also bei den Kunden, ist<br />

<strong>Erdgas</strong> immer positiver belegt. Das ist das Ergebnis<br />

einer Marktforschungsstudie, die der BDEW jährlich<br />

durchführen lässt. Auf die Frage, welchen Energieträger<br />

die Befragten wählen würden, wenn sie sich heute für<br />

den Einbau einer neuen Heizungsanlage entscheiden<br />

müssten, antworteten rund 44 %: <strong>Erdgas</strong>. Rund 80 % der<br />

Befragten, die bereits <strong>Erdgas</strong> nutzen, würden sich heute<br />

wieder für <strong>Erdgas</strong> als Heizenergie entscheiden. Aus Sicht<br />

der Verbraucher hat <strong>Erdgas</strong> das Alleinstellungsmerkmal<br />

Bild 1. Ziele<br />

der Bundesregierung.<br />

September <strong>2013</strong><br />

638 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

Komfort und überzeugt darüber hinaus mit seinen wirtschaftlichen<br />

und effizienten Anwendungen sowie den<br />

umweltschonenden Eigenschaften.<br />

1. Effizienz im Heizungskeller als Treiber im<br />

Wärmemarkt<br />

Der Wärmemarkt hat mit 40 % den größten Anteil am<br />

Energieverbrauch Deutschlands und bietet damit großes<br />

Potenzial, CO 2 -Emissionen zu reduzieren. Die Minderung<br />

der Treibhausgasemissionen ist ein Hauptziel<br />

der Energiewende in Deutschland. Dies soll durch Erhöhung<br />

der Energieeffizienz, Senkung der spezifischen<br />

CO 2 -Emissionen und Senkung des Energieverbrauches<br />

und durch den verstärkten Einsatz von Erneuerbaren<br />

Energien erreicht werden. Konsequenterweise hat die<br />

Politik auch für den Wärmemarkt ambitionierte Ziele<br />

gesetzt.<br />

Doch in der politischen und öffentlichen Diskussion<br />

wird dieser Sektor nach wie vor nicht ausreichend<br />

betrachtet. Die enormem CO 2 -Minderungspotenziale in<br />

der zentralen und dezentralen Wärmeerzeugung liegen<br />

weiterhin brach. In Deutschland gibt es rund 18 Mio.<br />

Wohngebäude mit etwa 38,4 Mio. beheizten Wohnungen.<br />

Rund 86 % des häuslichen Gesamtenergieverbrauchs<br />

wird für Heizzwecke und Warmwassererzeugung<br />

verwendet. Wenn vom Wärmemarkt gesprochen<br />

wird, müssen außerdem die aktuellen Rahmenbedingungen<br />

betrachtet werden, wie zum Bespiel der Sanierungsstand<br />

von Gebäuden und Heizungen, die Eigentümerstruktur,<br />

das Mieter/Vermieter-Dilemma und die<br />

demografischen Gegebenheiten.<br />

Einen Königsweg zur Reduzierung der CO 2 -Emissionen<br />

im Wärmemarkt gibt es nicht. Vor Beginn von Sanierungsmaßnahmen<br />

ist immer die Gesamtsituation zu<br />

betrachten. Für den Hauseigentümer sind sowohl der<br />

Zustand der Gebäudehülle und der Heizungsanlage als<br />

auch die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit wesentliche<br />

Entscheidungsfaktoren. Dies greift gleichermaßen<br />

in volkswirtschaftlicher Hinsicht: So sollte der Beitrag<br />

zur CO 2 -Reduzierung im Wärmemarkt schnell und mit<br />

möglichst geringen Gesamtkosten sozialverträglich realisiert<br />

werden.<br />

<strong>Erdgas</strong> stellt mit seinen bewährten und zukünftigen<br />

Anwendungen schon heute wesentliche Lösungen zur<br />

weiteren Integration der Erneuerbaren in die Wärmeund<br />

dezentrale Energieversorgung sowie zur Hebung<br />

von Effizienzpotenzialen dar. <strong>Erdgas</strong>systemlösungen<br />

bieten sichere und bezahlbare Techniken und leisten<br />

schon heute einen wesentlichen Beitrag zur sozialverträglichen<br />

Modernisierung im Heizungsbestand. Die<br />

Zahlen belegen: <strong>Erdgas</strong> ist im Neubau und im Bestand<br />

Nummer eins (Bild 2). Insgesamt stieg die Zahl der erdgasbeheizten<br />

Wohnungen auf den Rekordwert von<br />

18,9 Mio. (ca. 49 %) Wohneinheiten.<br />

Und mit der Entscheidung für <strong>Erdgas</strong> heute halten<br />

die Verbraucher sich alle Möglichkeiten für die Zukunft<br />

Bild 2. <strong>Erdgas</strong> in Neubau und Bestand.<br />

offen. Wer heute mit <strong>Erdgas</strong> heizt, wird bei einer Lebensdauer<br />

des Kessels von ca. 18 Jahren auf dem Weg zum<br />

klimaneutralen Gebäude in 2050 mindestens noch einmal<br />

investieren. Weitere Schritte können auf die dann<br />

aktuellen Gegebenheiten optimiert werden. So ist beispielsweise<br />

die <strong>Erdgas</strong>-Brennwerttechnik eines der wirtschaftlichsten<br />

Wärmeerzeugungssysteme im Markt (vgl.<br />

BDEW-Heizkostenvergleich). Die Investitionskosten in -<br />

klusive Installation liegen in Ein- und Zweifamilienhäusern<br />

bei 6000 bis 8000 €. Mit der Modernisierung lassen<br />

sich bis zu 30 % Energiekosten und CO 2 einsparen. Die<br />

Investitionskosten amortisieren sich für den Hauseigentümer<br />

schnell durch die sinkenden Energieverbräuche<br />

(vgl. IEU-Modernisierungskompass 2011), wovon auch<br />

Mieter profitieren. Damit bietet <strong>Erdgas</strong> zu vergleichsweise<br />

niedrigen CO 2 -Vermeidungskosten be zahlbaren,<br />

sozialverträglichen und schnellen Klimaschutz.<br />

Weitere innovative, erdgasbetriebene Heizungstechnologien<br />

sind seit einigen Jahren zu bezahlbaren Konditionen<br />

auf dem Markt. Dazu gehören Kraft-Wärme-<br />

Kopplungsanlagen und die <strong>Gas</strong>wärmepumpe, welche<br />

einen erheblichen Beitrag zum Effizienzgewinn im Wärmebereich<br />

und damit schnell zur bezahlbaren CO 2 -<br />

Reduktion leisten.<br />

Damit <strong>Erdgas</strong> im Wärmemarkt seine Effizienzpotenziale<br />

voll ausspielen kann, muss der Wärmemarkt verstärkt<br />

in den Fokus des politischen und öffentlichen<br />

Diskurses rücken. Der bestehende ordnungsrechtliche<br />

Rahmen und die Förderinstrumente müssen technologieoffen<br />

und energieträgerneutral gestaltet und verzahnt,<br />

sowie stetig und verlässlich gestaltet werden.<br />

Dabei sollte eine Orientierung an der Wirtschaftlichkeit<br />

der Maßnahmen, zum Beispiel über die CO 2 -Vermeidungskosten,<br />

erfolgen. Gleichzeitig setzt sich der BDEW<br />

für die Beibehaltung marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen<br />

und die Einführung der steuerlichen<br />

Abschreibung für Heizungsmodernisierung ein.<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 639


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

2. Umweltschonend mit <strong>Erdgas</strong> fahren<br />

Der Verkehr ist der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen<br />

in Deutschland. Gemäß Umweltbundesamt<br />

gehen fast 21 % oder 157 Mio. t der im Jahr 2011<br />

produzierten Treibhausgase in Höhe von 750 Mio. t<br />

unter anderem auf das Konto von PKW und LKW. <strong>Erdgas</strong><br />

kann im Mobilitätsmarkt entscheidend dazu beitragen,<br />

die CO 2 -Emissionen und Kosten zu senken. Die Europäische<br />

Union und die Bundesregierung wollen aufgrund<br />

der hohen Emissionen in der Mobilität auch durch<br />

immer strengere Vorschriften den Anteil der verkehrsbedingten<br />

CO 2 -Emissionen reduzieren. <strong>Erdgas</strong> sollte bei<br />

der Strategie der Autohersteller, ihre Fahrzeuge immer<br />

umweltschonender zu machen, eine hervorgehobene<br />

Rolle spielen. Denn der umweltschonende Energieträger<br />

weist deutlich bessere Emissionswerte auf als Benzin<br />

und Diesel. <strong>Erdgas</strong> stößt nach Berechnungen des<br />

Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu<br />

Köln circa 20 % weniger Emissionen aus als Benzin,<br />

wenn man die gesamte Produktionskette von der Quelle<br />

bis zum Auto betrachtet (Well-to-Wheel). Auch gegenüber<br />

Dieseltreibstoff schneidet <strong>Erdgas</strong> besser ab. Denn<br />

<strong>Erdgas</strong> produziert nur drei Viertel der CO 2 -Emissionen<br />

von Diesel-Kraftstoff, wie das Energiewirtschaftliche Institut<br />

an der Universität zu Köln berechnet hat.<br />

Werden Bio-<strong>Erdgas</strong> oder aus regenerativem Strom<br />

erzeugtes <strong>Erdgas</strong> als Treibstoff eingesetzt, verbessert<br />

sich die Klimabilanz von gasbetriebenen Fahrzeugen<br />

noch einmal erheblich. Nach Berechnungen der erdgas<br />

mobil GmbH sinken dann die schädlichen Klimagasemissionen<br />

auf unter 4 % der Emissionen von Benzinoder<br />

Dieselfahrzeugen. Zurzeit wird dem fossilen <strong>Erdgas</strong><br />

als Kraftstoff in Deutschland schon 18 % Bio-<strong>Erdgas</strong><br />

zugemischt.<br />

Darüber hinaus überzeugen <strong>Erdgas</strong>fahrzeuge schon<br />

heute neben ihren ökologischen Vorzügen auch bei den<br />

Bild 3. Verbrauchs- und Kraftstoffdurchschnittswerte.<br />

Kraftstoffkosten. Denn beim Tanken eines vergleichbaren<br />

Fahrzeuges spart man gegenüber Benzin rund die<br />

Hälfte und gegenüber Diesel immer noch ein Drittel.<br />

Anders betrachtet: Für 10 € <strong>Erdgas</strong> fährt ein Fahrzeug<br />

der kleinen Kompaktklasse mit mehr als 200 Kilometern<br />

etwa doppelt so weit wie ein vergleichbarer Benziner.<br />

Und auch Dieselfahrzeuge bleiben für den gleichen<br />

Betrag schon bei etwa knapp 150 Kilometern stehen<br />

(Bild 3). Diese Vorteile werden allerdings an den Preistafeln<br />

der Tankstellen nicht deutlich. Dort werden die<br />

Preise für Benzin und Diesel pro Liter, für <strong>Erdgas</strong> hingegen<br />

pro Kilogramm angegeben.<br />

Dass <strong>Erdgas</strong> als Kraftstoff einen wichtigen Beitrag zur<br />

CO 2 -Senkung und zur Schadstoffminderung leisten<br />

kann, ist politisch unumstritten: Die neue Mobilitätsund<br />

Kraftstoffstrategie der Bundesregierung aus dem<br />

Jahr <strong>2013</strong> nennt <strong>Erdgas</strong> als einen Kraftstoff, dessen<br />

Absatz durch verschiedene konkrete Maßnahmen<br />

gefördert werden sollte, wie beispielsweise den Ausbau<br />

der Infrastruktur auf 1300 <strong>Erdgas</strong>tankstellen oder eine<br />

einheitliche Energiepreiskennzeichnung an den Tankstellen.<br />

Ende 2012 konnte man schon an 910 Tankstellen<br />

<strong>Erdgas</strong> tanken.<br />

Und auch die Hersteller erkennen zunehmend die<br />

Vorteile von <strong>Erdgas</strong> als Kraftstoff. Namhafte Fahrzeughersteller<br />

(wie beispielsweise Opel und VW) bauen kontinuierlich<br />

das Angebot aus, so dass eine breite Palette<br />

attraktiver Fahrzeuge für den privaten wie auch für den<br />

gewerblichen Gebrauch zur Verfügung steht.<br />

Der BDEW setzt sich daher seit Langem konsequent<br />

im Mobilitätsmarkt für eine Verlängerung der Steuerermäßigung<br />

für die Kraftstoffe <strong>Erdgas</strong> und Bio-<strong>Erdgas</strong><br />

über das Jahr 2018 hinaus ein, um mehr klimaschonende<br />

<strong>Erdgas</strong>fahrzeuge auf die Straße zu bringen.<br />

Außerdem ist eine einheitliche Preisauszeichnung der<br />

Kraftstoffe sinnvoll, um dem Verbraucher einen realistischen<br />

Vergleich der Preise zu ermöglichen. So könnte<br />

die Preisauszeichnung für alle Kraftstoffe z.B. am Energiegehalt<br />

ausgerichtet werden.<br />

3. Leistungsstarke und flexible Stromerzeugung<br />

mit <strong>Erdgas</strong><br />

Fossil betriebene Kraftwerke sorgen dafür, dass Strom<br />

auch dann zur Verfügung steht, wenn der Wind nicht<br />

weht, die Sonne nicht scheint. <strong>Erdgas</strong> hatte im Jahr 2012<br />

einen Anteil von 12 % an der Netto-Stromerzeugung.<br />

<strong>Gas</strong>kraftwerke oder <strong>Gas</strong>turbinenanlagen sind als Backup-<br />

oder Reservekraftwerke eine sehr gute Ergänzung<br />

in einem Versorgungssystem, das sich langfristig im<br />

Wesentlichen auf die Erneuerbaren Energien stützen<br />

soll. Sie sind technisch in der Lage, innerhalb kurzer Zeit<br />

auf die volle Leistung hochgefahren zu werden oder bei<br />

Bedarf steile Lastrampen und große Lastveränderungen<br />

zu bewältigen. In modernen <strong>Gas</strong>-und-Dampfturbinenkraftwerken<br />

(GuD) werden Wirkungsgrade von über<br />

60 % im Nennbetrieb erzielt. Schnellstartfähige <strong>Gas</strong>tur-<br />

September <strong>2013</strong><br />

640 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

binen mit einem Wirkungsgrad von bis zu 40 % sind<br />

innerhalb weniger Minuten ab- und zuschaltbar. Sie<br />

können deshalb die fluktuierende Stromeinspeisung<br />

aus Erneuerbaren Energien auffangen und damit einen<br />

wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung leisten.<br />

Da <strong>Erdgas</strong> den geringsten spezifischen Kohlenstoffanteil<br />

unter den fossilen Energieträgern hat, haben<br />

moderne <strong>Gas</strong>kraftwerke hohes Flexibilisierungspotenzial<br />

bei günstiger (Anwendungs-)CO 2 -Bilanz.<br />

Allerdings können <strong>Gas</strong>kraftwerke ihre Vorteile in der<br />

Energiewende aus Kostengründen derzeit nicht ausspielen.<br />

Weil Strom aus Erneuerbaren Energien mit Vorrang<br />

ins Netz eingespeist bzw. zu Grenzkosten von<br />

nahezu „Null Euro“ in die Merit Order im Großhandelsmarkt<br />

der Strombörse eingestellt wird, ist der für <strong>Gas</strong>kraftwerke<br />

erzielbare Strompreis in vielen Stunden des<br />

Jahres – und das vor allem in dramatisch wachsendem<br />

Umfang – viel zu gering, um die gesamten Betriebs- und<br />

Kapitalkosten zu decken. Der Spread zwischen dem<br />

erzielbaren Strompreis und dem <strong>Erdgas</strong>-Brennstoffpreis<br />

hat sich in den letzten Monaten so stark reduziert, dass<br />

nach Erhebungen des Ifo-Instituts die Betreiber von<br />

<strong>Gas</strong>kraftwerken im Jahr 2012 mit jeder erzeugten Kilowattstunde<br />

Strom im Schnitt einen Verlust von mehr als<br />

einem Cent eingefahren haben. Einige Betreiber haben<br />

deshalb bereits angekündigt, ihre Kraftwerke vom Netz<br />

nehmen zu wollen. Projekte für <strong>Gas</strong>kraftwerksneubauten,<br />

deren Realisierung für die Zeit nach 2015 angekündigt<br />

wurde, werden inzwischen in vielen Fällen zurückgestellt.<br />

Es fehlt an ausreichend sicheren und planbaren<br />

sowie wirtschaftlich vertretbaren Rahmenbedingungen,<br />

um den Einsatz und die Modernisierung von <strong>Gas</strong>kraftwerken<br />

als emissionsärmste konventionelle Kraftwerkstechnologie<br />

voranzubringen.<br />

Eine der Voraussetzungen, dass <strong>Gas</strong>kraftwerke ihre<br />

positiven Eigenschaften nutzen können, ist ein funktionierender<br />

Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten.<br />

Der Preis für die Zertifikate reizt grundsätzlich Investitionen<br />

in Stromerzeugungstechnologien an, die den<br />

Ausstoß von Treibhausgasen verringern. Der BDEW setzt<br />

sich für ein EU-weites CO 2 -Minderungsziel für 2030 ein.<br />

4. Kraft-Wärme-Kopplung ist zum Erreichen<br />

der energiepolitischen Ziele unverzichtbar<br />

Im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) spielt <strong>Erdgas</strong><br />

eine wichtige Rolle (Bild 4). So werden rund 50 %<br />

aller größeren KWK-Anlagen mit <strong>Erdgas</strong> betrieben, im<br />

Bereich der Mikro-/Mini-KWK ist der Anteil sogar noch<br />

höher. Bei großen städtischen KWK-Anlagen können die<br />

Vorteile von Fernwärme und <strong>Erdgas</strong> oftmals gemeinsam<br />

genutzt werden. Da in KWK- Anlagen Strom und Wärme<br />

gleichzeitig produziert werden, weisen diese Anlagen<br />

eine besonders hohe Effizienz auf. So können die hohe<br />

Effizienz großer KWK-Anlagen mit ihren angeschlossenen<br />

Fernwärmenetzen und die vorteilhafte CO 2 -Bilanz<br />

des <strong>Erdgas</strong>es voll ausgespielt werden.<br />

Bild 4. KWK-Anlage.<br />

Mikro-/Mini-KWK findet insbesondere in der Objektversorgung<br />

Anwendung; auch hier kann die KWK ihre<br />

Effizienzvorteile gegenüber einer ungekoppelten Stromund<br />

Wärmeerzeugung ausspielen. Selbst für Einfamilienhäuser<br />

sind heute schon Strom erzeugende Heizungen<br />

(Mikro-KWK-Anlagen) auf dem Markt.<br />

Aktuell ist die Wirtschaftlichkeit erdgasbefeuerter<br />

KWK allerdings in den meisten Fällen nur gegeben,<br />

wenn der dort erzeugte Strom vom Eigentümer der<br />

Anlage auch selbst genutzt wird. Hier gelten dieselben<br />

Ausführungen wie zur Wirtschaftlichkeit von konventionellen<br />

Kraftwerken.<br />

Eine aktuelle Studie der Prognos AG zur KWK zeigt,<br />

dass:<br />

##<br />

KWK-Systeme auch in einem zunehmend von fluktuierenden<br />

Erneuerbaren Energien geprägten Stromsystem<br />

langfristig (bis 2050) noch ein signifikantes<br />

und sinnvolles Potential zur Strom- und Wärmeerzeugung<br />

(je nach Szenario 48–107 TWh el ; heute<br />

95 TWh el ) haben,<br />

##<br />

die KWK auch künftig in erheblichem Umfang zur<br />

Minderung der CO 2 -Emissionen beitragen kann (Das<br />

CO 2 -Einsparpotenzial der KWK gegenüber der ungekoppelten<br />

Erzeugung liegt je nach Szenario bei<br />

15–25 % der für das Jahr 2050 prognostizierten<br />

gesamten CO 2 -Emissionen in Deutschland.) und<br />

##<br />

der Anteil der KWK an der regelbaren Stromerzeugung<br />

in 2050 bis zu 63 % erreichen kann.<br />

KWK-Anlagen werden zudem bereits heute für Regelund<br />

Systemdienstleistungen eingesetzt und tragen so<br />

dazu bei, die fluktuierende Stromerzeugung aus Erneuerbaren<br />

Energien zu integrieren. Zukünftig können<br />

KWK-Anlagen durch den Einsatz von Wärmespeichern<br />

und perspektivisch „Power-to-Heat“ in Verbindung mit<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 641


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

Fernwärmenetzen diesbezüglich einen noch größeren<br />

Beitrag leisten. Die zukünftigen Kosten und Potenziale<br />

dieser Technologien sind heute aber noch unbekannt.<br />

Gleiches gilt auch für kleine KWK-Anlagen, die zu bereits<br />

heute existierenden sogenannten virtuellen Kraftwerken<br />

zusammengeschlossen werden können.<br />

Über ein elektronisches Informationsnetz werden<br />

zahlreiche kleine und mittlere KWK-Anlagen zu einer<br />

‚virtuellen‘ Großanlage zusammengeschaltet. Wird<br />

Strom zur Netzsicherung benötigt, weil Wind- und/oder<br />

Sonnenstrom ausfällt, werden über eine Steuerung die<br />

Kapazitäten der einzelnen Anlagen je nach Bedarf abgerufen.<br />

Energieexperten gehen davon aus, dass der Anteil<br />

von <strong>Erdgas</strong> an der Stromversorgung bei insgesamt<br />

leicht sinkendem Stromverbrauch in den nächsten Jahren<br />

und Jahrzehnten kräftig zunehmen kann. Prognosen<br />

gehen für 2040 in Deutschland von einem Plus von<br />

rund 130 % gegenüber 2011 aus (vgl. ExxonMobil, Energieprognose<br />

2012–2040 Deutschland). Dafür müssen<br />

aber die Rahmenbedingungen entsprechend verbessert<br />

werden, denn sowohl die derzeitige Situation auf<br />

dem CO 2 -Zertifikate-Markt als auch die derzeit vorherrschenden<br />

Marktbedingungen erschweren den Einsatz<br />

der klimafreundlichen <strong>Erdgas</strong>-Technologie bei der<br />

Stromerzeugung.<br />

So sollten die Flexibilisierung bestehender Kapazitäten<br />

sowohl auf der Angebots- wie auch auf der Nachfrageseite<br />

durch entsprechende Rahmenbedingungen<br />

befördert werden. Kurzfristig ist der bestehende Kraftwerkspark<br />

– von regionalen Ausnahmen abgesehen –<br />

ausreichend, um die schwankende Erzeugung aus<br />

Erneuerbaren abzusichern. Der BDEW empfiehlt weiter<br />

den mittel- und langfristigen Zubau zusätzlicher flexibler<br />

konventioneller Erzeugungskapazität zur Aufrechterhaltung<br />

der Systemstabilität. Der Markt muss diese flexible<br />

Erzeugung zur Aufrechterhaltung der Systemstabilität<br />

berücksichtigen. Im Rahmen einer sicheren und flexiblen<br />

Energieversorgung darf der Wettbewerb der<br />

Energieträger nicht eingeschränkt werden.<br />

Zudem sollte die KWK (klein und groß) aufgrund<br />

ihres Potenzials zur Einsparung von Treibhausgasemissionen<br />

und ihrer weiteren genannten Vorteile im Zuge<br />

der Ausgestaltung der Energiewende angemessen<br />

berücksichtigt werden.<br />

5. Power-to-<strong>Gas</strong>-Technologie<br />

Überschüssiger Strom aus Erneuerbaren Energien kann<br />

mittels Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff<br />

trennen. Der Wasserstoff kann direkt genutzt oder in<br />

einem bestimmten Umfang in das <strong>Erdgas</strong>netz eingespeist<br />

werden. Es kann aber auch in einem zweiten<br />

Verfahrensschritt über die Zuführung von CO 2 methanisiert<br />

werden. Es entsteht synthetisches, erneuerbares<br />

Methan. Dies kann dann unbegrenzt in das vorhandene<br />

<strong>Erdgas</strong>netz eingespeist und in allen klassischen Nutzungspfaden<br />

des <strong>Erdgas</strong>es verwendet werden.<br />

Eine Studie des DVGW zeigt, dass die Power-to-<strong>Gas</strong>-<br />

Technologie systemische Vorteile in einem zukunftsfähigen<br />

Energieversorgungssystem bietet. Sie ist ein Bindeglied<br />

eines volatilen regenerativen Stromsystems mit<br />

einem flexiblen und speicherfähigen <strong>Erdgas</strong>system.<br />

Damit kann erneuerbarer Strom bedarfsgerecht für eine<br />

Vielzahl von Anwendungen bereitgestellt werden: In<br />

der Wärme- und Stromversorgung genauso wie in der<br />

Mobilität oder gar als chemischer Grundstoff. Das <strong>Erdgas</strong>leitungssystem<br />

kann in Zukunft als Sammelsystem<br />

für <strong>Erdgas</strong>, Bio-<strong>Erdgas</strong>, synthetisches Methan und synthetischen<br />

Wasserstoff dienen.<br />

Der Vorteil von Power-to-<strong>Gas</strong> liegt in der langfristigen<br />

Speicherung von großen Mengen überschüssigem<br />

Strom aus Erneuerbaren Energien. Bei Beibehaltung des<br />

aktuellen Rechtsrahmens besteht das ernstzunehmende<br />

Risiko, dass die erheblichen Potenziale, die<br />

durch eine breite kommerzielle Markteinführung im<br />

Megawatt-Maßstab erzielbar wären, nicht erschlossen<br />

werden können. Hierzu wird vom BDEW in einem Papier<br />

die Rolle von „Hybridsystemen in der Energiewende“<br />

skizziert werden.<br />

6. <strong>Erdgas</strong> als Energieträger einer nachhaltigen<br />

Energieversorgung<br />

Bei dem jetzt anstehenden Umbau des Energiesystems<br />

wird <strong>Erdgas</strong> als umweltschonender Energieträger zweifelsohne<br />

eine wesentliche Rolle spielen.<br />

Autorin<br />

Dr.-Ing Anke Tuschek<br />

BDEW |<br />

Mitglied der Hauptgeschäftsführung und<br />

Geschäftsbereichsleiterin für Vertrieb Handel und<br />

gasspezifische Fragen des Bundesverbandes der<br />

Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) |<br />

September <strong>2013</strong><br />

642 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

Der Beitrag von Power to <strong>Gas</strong><br />

zur Energiewende<br />

Hannes Seidl und Andreas Weber<br />

##<br />

Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 80 % bis 2050<br />

(gegenüber 1990).<br />

##<br />

Senkung des Primärenergieverbrauchs um 50 % bis 2050 (gegenüber<br />

2008).<br />

##<br />

Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch<br />

auf 60 % bis 2050.<br />

Teilziele für verschiedene Anwendungsbereiche<br />

##<br />

Strom: Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch<br />

auf 80 % bis 2050.<br />

##<br />

Wärmeversorgung: Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am<br />

Endenergieverbrauch Wärme auf 14 % bis 2020.<br />

##<br />

Mobilität: Erhöhung der Biokraftstoffmindestquote energiegehaltsbezogen<br />

auf 6,25 % bis 2014, danach Erreichen einer Treibhausgas-Minderungsquote<br />

von 7 % bis 2020 (d. h. Treibhausgasminderung durch<br />

erneuerbare Kraftstoffe gegenüber fossilen Kraftstoffen in Höhe von<br />

7 %; dies entspricht einem energiegehaltsbezogenen Mindestanteil von<br />

Biokraftstoffen von etwa 12 %)<br />

Bild 1. Energiepolitische Ziele der Bundesregierung.<br />

Die Bundesregierung hat für Deutschland ambitionierte<br />

energiepolitische Ziele vorgegeben. Sie betreffen insbesondere<br />

die deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen,<br />

die Senkung des Primärenergieverbrauchs und<br />

den starken Ausbau der erneuerbaren Energien (Bild 1).<br />

Um die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung<br />

zu erreichen und die Energiewende zum<br />

Erfolg zu führen, sind innovative Technologien und Systemlösungen<br />

gefragt.<br />

Ein derzeit viel diskutierter Ansatz ist in diesem<br />

Zusammenhang die Systemlösung Power to <strong>Gas</strong>. Die<br />

Idee ist, erneuerbaren Strom über die Umwandlung in<br />

Wasserstoff und Methan im bestehenden <strong>Erdgas</strong>netz zu<br />

speichern und zu verteilen. Das erzeugte <strong>Gas</strong> kann dann<br />

bei Bedarf wieder verstromt oder in anderen Anwendungsbereichen<br />

genutzt werden, zum Beispiel in der<br />

Wärmeerzeugung, im Verkehr oder in der Industrie. Die<br />

wesentlichen Schritte im Power-to-<strong>Gas</strong>-Verfahren verlaufen<br />

wie folgt: In einem Elektrolyseur wird Strom aus<br />

erneuerbaren Energien dazu genutzt, um Wasser in<br />

Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Der Wasserstoff<br />

kann bis zur Erreichung der zulässigen Konzentration<br />

von derzeit fünf Volumenprozent direkt in die bestehende<br />

<strong>Erdgas</strong>infrastruktur eingespeist, gespeichert und<br />

verteilt werden. Um größere Mengen erneuerbaren<br />

Stroms umwandeln und einspeisen zu können, kann<br />

aus dem Wasserstoff, unter Zuführung von Kohlendioxid,<br />

Methan (synthetisches <strong>Erdgas</strong>, SNG) erzeugt werden.<br />

Für die Einspeisung von Methan ins <strong>Erdgas</strong>netz<br />

besteht keine Höchstgrenze.<br />

1. Einsatzfelder von Power to <strong>Gas</strong><br />

Für die verschiedenen Energieverbrauchsbereiche<br />

(Strom, Wärme, Mobilität) bestehen Teilziele zur Erhöhung<br />

des Anteils erneuerbarer Energien und zur Reduktion<br />

der Treibhausgasemissionen (Bild 1). Die Systemlösung<br />

Power to <strong>Gas</strong> kann für alle Energieverbrauchsbereiche<br />

einen Beitrag zur Zielerreichung leisten.<br />

Wasserstoff und Methan, erzeugt mit Strom aus erneuerbaren<br />

Quellen, können fossile Energieträger in der<br />

Mobilität, bei der Wärmeversorgung von Gebäuden, bei<br />

Industrieprozessen sowie bei der Stromerzeugung<br />

ersetzen und damit den CO 2 -Ausstoß in diesen Bereichen<br />

verringern. Aufgrund seiner vielfältigen, spartenübergreifenden<br />

Einsatzmöglichkeiten und den verschiedenen<br />

zum Einsatz kommenden Technologien<br />

wird Power to <strong>Gas</strong> als Systemlösung bezeichnet.<br />

Beispielsweise können im Mobilitätssektor aus heutiger<br />

Sicht klimaneutrale Kraftstoffe in den langfristig<br />

benötigten Größenordnungen nur durch Wasserstoff<br />

oder Methan aus dem Power-to-<strong>Gas</strong>-Verfahren bereitgestellt<br />

werden. Zudem ist die Erzeugung von Wasserstoff<br />

und Methan im Vergleich zur Erzeugung flüssiger,<br />

biogener Kraftstoffe technologisch einfacher umzusetzen.<br />

Langfristig bietet sich Power to <strong>Gas</strong> zudem als besonders<br />

großer Energiespeicher im Stromversorgungssystem<br />

an. Dies ist ein wichtiger Faktor, denn aufgrund des<br />

starken Zubaus erneuerbarer, fluktuierender Energien<br />

wird der zukünftige Stromspeicherbedarf um ein Vielfaches<br />

höher eingeschätzt, als durch herkömmliche<br />

Stromspeichertechnologien bereitgestellt werden kann.<br />

Nach heutigem Kenntnisstand kann nur eine chemische<br />

Speicherung, wie sie die Power-to-<strong>Gas</strong>-Technologie darstellt,<br />

die benötigten Speicherkapazitäten abdecken.<br />

Allerdings weist Power to <strong>Gas</strong> derzeit noch einen<br />

vergleichsweise geringen Wirkungsgrad auf. In der Elektrolyse<br />

werden ca. 80 % der eingebrachten Energie in<br />

September <strong>2013</strong><br />

644 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

Bild 2. Powerto-<strong>Gas</strong>-Konzept:<br />

Anwendungsfelder.<br />

Quelle: Strategieplattform<br />

www.<br />

power-to-gas.de,<br />

dena<br />

Wasserstoff umgesetzt. Die Methanisierung hat ebenfalls<br />

einen Wirkungsgrad von ca. 80 %. Letztlich ergibt<br />

sich ein Strom-zu-Strom-Wirkungsgrad von gut 40 %,<br />

wenn das synthetische Methan in einem <strong>Gas</strong>kraftwerk<br />

wieder verstromt wird (Bild 2).<br />

2. Weiterentwicklung und Erprobung<br />

Die Systemlösung Power to <strong>Gas</strong> wird daher derzeit<br />

intensiv entwickelt und erprobt, um insbesondere den<br />

spezifischen Energiebedarf der Wasserelektrolyse zu<br />

reduzieren und somit den Systemwirkungsgrad zu steigern.<br />

Vielversprechende Ansätze bieten hierzu beispielsweise<br />

Abwärmenutzungskonzepte. Eine der größten<br />

technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen<br />

ist der aufgrund der Schwankungen in der<br />

Stromerzeugung notwendige dynamische Betrieb des<br />

Elektrolysesystems. Häufige Lastwechsel und komplettes<br />

Herunterfahren belasten insbesondere die mechanischen<br />

Komponenten im Elektrolyseur und reduzieren<br />

die Lebensdauer des Systems. Neben technologischen<br />

Weiterentwicklungen sollen zudem durch eine zunehmende<br />

Standardisierung von Anlagenkomponenten<br />

und durch eine Erhöhung der produzierten Einheiten<br />

die Herstellkosten deutlich reduziert werden.<br />

In Deutschland sind bereits mehrere Pilot- bzw.<br />

Demonstrationsanlagen in Betrieb, weitere Anlagen<br />

werden projektiert oder sind im Bau. Das Zentrum für<br />

Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-<br />

Württemberg (ZSW) führt beispielsweise in Zusammenarbeit<br />

mit der ETOGAS GmbH und dem Fraunhofer IWES<br />

umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten<br />

an einer 250-kW-Anlage in Stuttgart durch. Die Forscher<br />

untersuchen insbesondere Lastdynamik- und Betriebskonzepte,<br />

um den Flexibilitätsanforderungen im Strommarkt<br />

gerecht zu werden. Auch der volkswirtschaftliche<br />

Nutzen der Technologie wird analysiert.<br />

3. Strategieplattform Power to <strong>Gas</strong><br />

Um den Einsatz und die Weiterentwicklung dieser Systemlösung<br />

zu unterstützen, hat die Deutsche Energie-<br />

Agentur GmbH (dena) die Strategieplattform Power to<br />

<strong>Gas</strong> initiiert. Zusammen mit Partnern aus Wirtschaft,<br />

Verbänden und Wissenschaft wird untersucht, welchen<br />

Beitrag Power to <strong>Gas</strong> zur Integration erneuerbarer Energien<br />

in das Energiesystem leisten kann und welche<br />

Rahmenbedingungen dafür nötig sind.<br />

Die Strategieplattform führt verschiedene Partner<br />

aus unterschiedlichen Bereichen für eine interdisziplinäre<br />

Zusammenarbeit zusammen. Sie steht dabei grundsätzlich<br />

neuen Partnern offen. Derzeit sind Forschungsinstitute,<br />

Wirtschaftsverbände, Industrieunternehmen,<br />

Energieversorger und Anlagenbauer vertreten.<br />

Ziel der Plattform ist es unter anderem, die Nutzbarmachung<br />

der Systemlösung Power to <strong>Gas</strong> für den wirtschaftlichen<br />

und großtechnischen Einsatz zu fördern<br />

und gemeinsame Umsetzungsstrategien zu erarbeiten.<br />

Zu den Zielen der Plattform gehört es darüber hinaus,<br />

mit der Politik in den Dialog zu treten und die Öffentlichkeit<br />

über Power to <strong>Gas</strong> zu informieren.<br />

In regelmäßigen Workshops werden die wichtigsten<br />

Fragestellungen zur Weiterentwicklung der Systemlösung<br />

Power to <strong>Gas</strong> diskutiert. Hierzu zählen technologische<br />

Aspekte (zum Beispiel zu Elektrolyseverfahren), die<br />

Ausgestaltung geeigneter Rahmenbedingungen oder<br />

der Aufbau zukunftsfähiger Geschäftsmodelle. Im Fokus<br />

stehen dabei stets die verschiedenen Nutzungspfade<br />

von Power to <strong>Gas</strong>: Stromspeicherung (inkl. Rückverstromung),<br />

Wärmeversorgung, Mobilität und Industrie.<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 645


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

4. Ergebnisse der Strategieplattform<br />

Im Rahmen der Strategieplattform wurden beispielsweise<br />

die Eckpunkte einer Roadmap Power to <strong>Gas</strong> entwickelt.<br />

Die Roadmap identifiziert Handlungsfelder, die<br />

bis 2020 bearbeitet werden müssen, um die Systemlösung<br />

Power to <strong>Gas</strong> in großem Maßstab wirtschaftlich<br />

einsetzen zu können (Tabelle 1). Zentrale Zielstellung<br />

Tabelle 1. Handlungsfelder der Eckpunkte für eine Roadmap Power to <strong>Gas</strong>.<br />

Ziel: Wirtschaftlich tragfähige, großtechnisch erprobte<br />

Verfügbarkeit von Power to <strong>Gas</strong><br />

Handlungsfeld<br />

1 Energiewirtschaftliche Grundlagen zur Nutzung<br />

nicht-integrierbarer Stromerzeugung aus erneuerbaren<br />

Energien<br />

im Zeitkorridor<br />

2020 bis 2025<br />

Zeithorizont<br />

2012–2014<br />

2 Begleitende Technologieforschung für Power to <strong>Gas</strong> 2012–2015<br />

3 Anwendungsforschung: Technologieerprobung und<br />

Weiterentwicklung von Power to <strong>Gas</strong><br />

4 Schaffung der systemtechnischen Voraussetzungen zur<br />

großtechnischen Nutzung von Power to <strong>Gas</strong><br />

5 Schaffung von Grundlagen und Rahmenbedingungen für<br />

die (Langfrist-) Energiespeicherung im (europäischen)<br />

Strommarkt<br />

6 Schaffung von Investitionsbereitschaft zur großtechnischen<br />

Nutzung von Power to <strong>Gas</strong><br />

2012–2020<br />

2012–2020<br />

2012–2020<br />

2020/<br />

fortlaufend<br />

der Roadmap ist es, einen aus heutiger Sicht realistisch<br />

erscheinenden, zeitlich strukturierten Handlungspfad<br />

zu skizzieren, mit dem die großtechnisch erprobte und<br />

wirtschaftlich tragfähige Verfügbarkeit von Power to<br />

<strong>Gas</strong> erreicht werden soll.<br />

Die Roadmap benennt für jedes Handlungsfeld<br />

wesentliche Aufgaben, die für eine erfolgreiche Nutzbarmachung<br />

von Power to <strong>Gas</strong> im Zusammenwirken<br />

von Politik, Industrie, Wissenschaft und Forschung bearbeitet<br />

werden sollten. Zu den wesentlichen Aufgaben,<br />

die in der Roadmap definiert werden, zählen:<br />

##<br />

Identifizierung der Rolle von Power to <strong>Gas</strong> für die<br />

Nutzung erneuerbaren Stroms in den Anwendungsbereichen<br />

Strom, Mobilität, Wärmeversorgung und<br />

Industrie.<br />

##<br />

Ermittlung der nicht integrierbaren Strommengen<br />

aus erneuerbaren Energien differenziert nach zeitlichem<br />

Verlauf und räumlicher Verteilung im Stromnetz<br />

in Deutschland.<br />

##<br />

Weiterentwicklung der benötigten Technologien,<br />

insbesondere der Elektrolyse, der Methanisierung<br />

und der Einspeisung in das <strong>Erdgas</strong>netz, mit dem Ziel,<br />

den Gesamtwirkungsgrad zu erhöhen und die Kosten<br />

zu senken.<br />

##<br />

Analyse der volkswirtschaftlichen Effekte von Power<br />

to <strong>Gas</strong>, insbesondere der Beiträge zur Versorgungssi-<br />

Forderungen der Strategieplattform Power to <strong>Gas</strong> an die Politik<br />

Im bestehenden Rechtsrahmen (Erneuerbare-Energien-Gesetz, Energiewirtschaftsgesetz, Bundesimmissionsschutzgesetz,<br />

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz) sind Anreize zu schaffen, um fluktuierende Einspeisungen<br />

von Strom aus erneuerbaren Energien zu kompensieren. Der rechtliche Rahmen für Power to <strong>Gas</strong> ist<br />

so zu fassen, dass die Entwicklung verschiedener Nutzungspfade ermöglicht wird. Power to <strong>Gas</strong> muss verwendungspfadoffen<br />

zum Einsatz kommen können.<br />

Die Markteinführung von Energiespeichertechnologien, die auf Power to <strong>Gas</strong> basieren, ist zu unterstützen.<br />

In einem an die Herausforderungen der Energiewende in Deutschland angepassten, zukunftsfähigen Strommarkt<br />

müssen Speicher (technologieoffen) geeignet Berücksichtigung finden. Zugleich bedarf es entsprechender<br />

Rahmenbedingungen, die einen verlässlich planbaren und wirtschaftlich auskömmlichen Betrieb<br />

von Speichern ermöglichen.<br />

Power to <strong>Gas</strong> ist in bestehende technische Regelungen für die <strong>Erdgas</strong>infrastruktur zu integrieren – zusätzlich<br />

zu den Anpassungen, welche durch den Dachverband Deutscher Verein des <strong>Gas</strong>- und Wasserfaches<br />

(DVGW) erbracht werden. Dabei ist insbesondere auf eine gesonderte Regelung für die Beimischung von<br />

Wasserstoff zu achten.<br />

Methan und Wasserstoff, die auf Basis erneuerbaren Stroms erzeugt wurden, sind für den Einsatz im Mobilitätssektor<br />

auf die Biokraftstoffquote und ab 2015 auf die Treibhausgasminderungsquote anzurechnen.<br />

Hierfür ist die im Entwurf zur Neuregelung der EU-Richtlinie 2009/28/EG vom 17.10.2012 vorgesehene<br />

Regelung, bei der Berechnung der Biokraftstoffquote den Beitrag von erneuerbaren flüssigen oder gasförmigen<br />

Brennstoffen nicht biologischer Herkunft mit dem Vierfachen ihres Energiegehalts anzusetzen, in deutsches<br />

Recht umzusetzen.<br />

Es sind an den technologischen Entwicklungsstand gekoppelte, zeitlich und im Volumen begrenzte Markteinführungsinstrumente<br />

zu schaffen, um einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb für Power to <strong>Gas</strong> während<br />

der Erprobungs- und Markteinführungsphase zu ermöglichen. Hierbei ist die Zielsetzung, die Markteinführung<br />

von Power to <strong>Gas</strong> mit einem Anlagenvolumen in Höhe von 1.000 MW bis 2022 zu verfolgen. Langfristig<br />

ist eine erfolgreiche Marktintegration von Power to <strong>Gas</strong> mit einem bedarfsorientieren Anlagenvolumen<br />

zu verfolgen.<br />

September <strong>2013</strong><br />

646 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


cherheit und zur Erreichung der Klimaschutzziele<br />

der Bundesregierung.<br />

##<br />

Parallele und gleichberechtigte Weiterentwicklung<br />

der Technologien zur direkten Wasserstoffeinspeisung<br />

in das <strong>Erdgas</strong>netz und zur nachgeschalteten<br />

Methanisierung.<br />

##<br />

Erforschung und Festlegung tolerierbarer und einheitlicher<br />

Grenzwerte von Wasserstoff in der <strong>Erdgas</strong>infrastruktur<br />

unter Berücksichtigung der Wasserstofftoleranzen<br />

der Anlagen in allen weiteren<br />

Anwendungsfeldern.<br />

##<br />

Weiterentwicklung und Harmonisierung der rechtlichen<br />

Rahmenbedingungen für die Systemlösung<br />

Power to <strong>Gas</strong>.<br />

##<br />

Entwicklung und Optimierung von Pilot- und<br />

Demonstrationsprojekten, mit dem Ziel, wirtschaftlich<br />

tragfähige Geschäftsmodelle zu etablieren.<br />

##<br />

Wissenschaftliche Begleitforschung zu den Pilotprojekten,<br />

um eine projektübergreifende Auswertung<br />

der einzelnen Projekte zu ermöglichen.<br />

In verschiedenen Positionspapieren haben die Partner<br />

der Strategieplattform darüber hinaus ihre Standpunkte<br />

und Einschätzungen für die Weiterentwicklung<br />

der Technologielösung Power to <strong>Gas</strong> formuliert (siehe<br />

Forderungen der Strategieplattform Power to <strong>Gas</strong>,<br />

S. 646).<br />

Alle Informationen zur Strategieplattform finden<br />

sich im Internet unter www.powertogas.info. In der<br />

Xing-Gruppe der Strategieplattform können die neuesten<br />

Entwicklungen von Power to <strong>Gas</strong> mit Experten verschiedener<br />

Fachrichtungen diskutiert werden: www.<br />

xing.com/net/powertogas.<br />

5. Fazit<br />

Um die klima- und energiepolitischen Ziele der Bundesregierung<br />

zu erreichen und die Energiewende zum<br />

Erfolg zu führen, sind innovative Technologien und Systemlösungen<br />

gefragt. Eine davon ist die Systemlösung<br />

Power to <strong>Gas</strong>. Dabei wird erneuerbarer Strom über die<br />

Umwandlung in Wasserstoff und Methan im bestehenden<br />

<strong>Erdgas</strong>netz gespeichert. Das erzeugte <strong>Gas</strong> kann<br />

dann bei Bedarf wieder verstromt oder in anderen<br />

Anwendungsbereichen genutzt werden.<br />

Power to <strong>Gas</strong> kann somit für alle Energieverbrauchsbereiche<br />

einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase<br />

leisten, denn mit Strom aus erneuerbaren Quellen<br />

erzeugter Wasserstoff und erzeugtes Methan können<br />

fossile Energieträger in der Stromerzeugung, Mobilität,<br />

Industrie und Wärmeversorgung ersetzen. Aufgrund<br />

seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und den verschiedenen<br />

zum Einsatz kommenden Technologien<br />

wird Power to <strong>Gas</strong> als Systemlösung bezeichnet.<br />

Um den Einsatz und die Weiterentwicklung dieser<br />

Systemlösung zu unterstützen, hat die Deutsche Energie-Agentur<br />

GmbH (dena) die Strategieplattform Power<br />

INGENIEURBAU FÜR VERFAHRENSTECHNIK<br />

to <strong>Gas</strong> initiiert. Zusammen mit Partnern aus Wirtschaft,<br />

Verbänden und Wissenschaft werden unter anderem<br />

Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeitet, um<br />

die Systemlösung in den Markt einzuführen und um<br />

sicherzustellen, dass die Technologie großtechnisch<br />

und wirtschaftlich zur Verfügung steht, sobald sie im<br />

energiewirtschaftlich relevanten Maßstab benötigt<br />

wird.<br />

Autoren<br />

Mehr Informationen:<br />

www.powertogas.info<br />

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Berlin |<br />

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E-Mail: weber@dena.de<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 647


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

<strong>Erdgas</strong> als Erfolgsfaktor zur Erreichung<br />

europäischer Klimaziele<br />

Karl-Heinz Backhaus<br />

Der Energieträger <strong>Erdgas</strong> verfügt über ein sehr gutes Image und gewinnt stetig an Bedeutung für eine umweltschonende,<br />

bezahlbare und langfristig sichere Energieversorgung. Insbesondere gasbetriebene Wärmeerzeuger<br />

lassen sich sehr gut mit Erneuerbaren Energien kombinieren und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur<br />

Erreichung der Klimaschutzziele. Allerdings erhöht sich durch aktuelle Entwicklungen – etwa die EnEV-<br />

Novelle oder die Umsetzung der ErP-Richtlinie im Bereich der Heiztechnik – die Komplexität politischer Rahmenbedingungen,<br />

was den Energieträger vor große Herausforderungen stellt. Und auch das Vorhaben der<br />

europäischen <strong>Erdgas</strong>harmonisierung könnte ein Gelingen der Energiewende konterkarieren. Die marktführenden<br />

Hersteller hocheffizienter <strong>Erdgas</strong>technologien plädieren daher für eine sorgfältige Definition der zukünftigen<br />

<strong>Gas</strong>beschaffenheit, um weiterhin dem hohen Anspruch an Effizienz, Komfort, Umweltschutz und Sicherheit<br />

gerecht zu werden.<br />

Bild 1. Der Energieträger <strong>Erdgas</strong> hat seine Bekanntheit in den vergangenen<br />

Jahren deutlich gesteigert und besitzt bei den Verbrauchern sehr<br />

gute Imagewerte hinsichtlich der Aspekte Effizienz, Komfort und<br />

Umweltschutz. (Quelle: Vaillant)<br />

Mit ihrem ambitionierten Energiekonzept möchte die<br />

Bundesregierung beim Ausbau der Erneuerbaren Energien,<br />

bei der Steigerung der Energieeffizienz sowie bei<br />

der Minderung der Treibhausgasemissionen nicht nur in<br />

Europa, sondern auch international eine Vorreiterrolle<br />

übernehmen. Eine Schlüsselfigur spielt dabei der Gebäudesektor,<br />

auf den etwa 41 Prozent des gesamten Energieverbrauchs<br />

entfallen. Hiervon werden alleine 90 Prozent<br />

für Raumwärme und Warmwasserbereitung verwendet.<br />

Besondere Einsparpotentiale in diesem Bereich<br />

bietet der Baubestand. Etwa 87 Prozent der installierten<br />

Heizungsanlagen in Europa – das sind ca. 122 Millionen<br />

Geräte – arbeiten nicht effizient genug und nutzen keine<br />

Erneuerbaren Energien. Alleine in Deutschland beträgt<br />

das Durchschnittsalter vorhandener Wärmeerzeuger<br />

rund 24 Jahre. Die daraus resultierende Schlussfolgerung<br />

dürfte unbestritten sein: Ohne eine Anlagenmodernisierung<br />

in den Heizungskellern lassen sich die formulierten<br />

Zielsetzungen kaum realisieren.<br />

Der Wärmebedarf in Deutschland wird gegenwärtig<br />

sowohl im Bestand als auch im Neubau zu rund 50 Prozent<br />

durch den Energieträger <strong>Gas</strong> gedeckt – Tendenz<br />

steigend, auch wenn gleichzeitig ein Rückgang des<br />

Energieverbrauchs zu erwarten ist. Damit bleibt <strong>Gas</strong><br />

auch in Zukunft neben Erneuerbaren Energien der<br />

wichtigste Energieträger. Das ist nicht weiter verwunderlich:<br />

<strong>Erdgas</strong> verfügt über eine optimal ausgebaute<br />

Infrastruktur, weist eine deutlich höhere Preisstabilität<br />

als etwa Strom auf und konnte in den vergangenen Jahren<br />

ein hervorragendes Image bei den Nutzern aufbauen<br />

(Bild 1). Dank seiner fast vollständigen Verbrennung<br />

ist <strong>Erdgas</strong> zudem ein sehr sauberer Energieträger.<br />

Neue Technologien und die Einspeisung von Bio-<strong>Erdgas</strong><br />

ermöglichen eine zunehmend „grüne“ <strong>Gas</strong>versorgung.<br />

September <strong>2013</strong><br />

648 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

Des Weiteren zwingen knapper werdende Ressourcen<br />

und eine immer größere Abhängigkeit von Rohstoffimporten<br />

in Verbindung mit weiter steigenden Rohstoffkosten<br />

und dem Klimawandel die europäischen Politiker<br />

dazu, nachhaltig in die energetische Unabhängigkeit<br />

Europas zu investieren. Auch hier stehen<br />

insbesondere das europäische Stromnetz sowie die<br />

<strong>Gas</strong>netzinfrastruktur im Fokus. Dabei hat das <strong>Gas</strong>netz<br />

eine entscheidende Rolle als Energiespeicher und wird<br />

durch Gewinnung von synthetischem <strong>Erdgas</strong> mit kurzfristig<br />

überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energiequellen<br />

zu einer tragenden Säule des zukünftigen<br />

Energiesystems.<br />

1. Marktentwicklung gasbetriebener<br />

Wärmeerzeuger<br />

Entsprechend positiv entwickelte sich in den vergangenen<br />

Jahren auch der Absatzmarkt bei den gasbetriebenen<br />

Wärmeerzeugern. Hier ist der Anteil insbesondere<br />

der <strong>Gas</strong>-Brennwertgeräte kontinuierlich gestiegen.<br />

Dabei wird die bewährte Heizwerttechnik durch<br />

moderne Brennwerttechnik langsam ersetzt (Bild 2).<br />

Die gleichzeitige Stagnation der jährlichen Kesseltauschquote<br />

– diese hat sich bei etwa 3 Prozent pro Jahr<br />

stabilisiert – legt überdies die Vermutung nahe, dass der<br />

veraltete, ineffiziente Kesselbestand nicht aus energetischen<br />

Gründen modernisiert, sondern erst im Zuge<br />

größerer Reparaturen ersetzt wird. Eine ähnliche Stagnation<br />

gibt es hinsichtlich des Einsatzes Erneuerbarer<br />

Energien in Kombination mit Wärmeerzeugern – dieser<br />

Anteil hat sich seit 2009 auf einem relativ geringen<br />

Niveau von nur ca. 25 Prozent eingependelt.<br />

Die skizzierte Marktentwicklung verdeutlicht, dass<br />

die Endkunden hinsichtlich eines vorzeitigen Wechsels<br />

hin zu modernen und hocheffizienten Wärmeerzeugern<br />

noch sehr zögerlich reagieren und die vorhandenen<br />

politischen Anreize – etwa durch Förderung – trotz der<br />

klar formulierten Klimaschutzziele kaum greifen. Hierbei<br />

wird offensichtlich eines außer Acht gelassen –<br />

Investoren und Immobilieneigentümer haben ein<br />

berechtigtes Interesse, den finanziellen Aufwand einer<br />

Sanierung in einem nachvollziehbaren Verhältnis zur<br />

Reduzierung der energetischen Kosten wie auch der<br />

Wertsteigerung der Immobilie zu halten. Die klare Forderung<br />

dabei: Die Energiewende muss bezahlbar bleiben<br />

und gleichzeitig Mehrwert bieten. Vor diesem Hintergrund<br />

bietet etwa die bereits politisch diskutierte,<br />

jedoch zuletzt leider im Vermittlungsausschuss gescheiterte<br />

Möglichkeit der steuerlichen Abschreibung für<br />

Heiztechnik einen überaus attraktiven Anreiz für eine<br />

Anlagenmodernisierung.<br />

Der Markt stellt schon jetzt ein breites Angebotsspektrum<br />

an hocheffizienten <strong>Gas</strong>technologien für sämtliche<br />

Anwendungsfälle zur Verfügung (Bild 3). Moderne<br />

Brennwert-Heizgeräte gelten heutzutage als Stand der<br />

Technik und können besonders effizient in Kombination<br />

Bild 2. Der Absatz und Marktanteil von gasbetriebenen Wärmeerzeugern<br />

entwickelte sich in den vergangenen Jahren positiv.<br />

Insbesondere der Anteil der <strong>Gas</strong>-Brennwertgeräte ist kontinuierlich<br />

gestiegen. (Quelle: BDH)<br />

Bild 3. Der Markt stellt heutzutage ein breites Angebotsspektrum<br />

an hocheffizienten <strong>Gas</strong>technologien für sämtliche Anwendungsfälle<br />

zur Verfügung. (Quelle: Vaillant)<br />

mit Erneuerbaren Energien eingesetzt werden. Neben<br />

den bewährten Systemen, die aus Brennwertgeräten<br />

und Solarkollektoren bestehen, werden auch neue und<br />

unkonventionelle Effizienztechnologien angeboten.<br />

Hierzu zählt beispielsweise die weltweit erste Zeolith-<br />

<strong>Gas</strong>-Wärmepumpe von Vaillant. Sie verbindet konsequent<br />

die Vorzüge der <strong>Gas</strong>-Brennwerttechnik mit der<br />

Solarthermie und einer Wärmepumpe auf Grundlage<br />

der Sorptionstechnik in einem abgestimmten System.<br />

Im Vergleich zu aktuellen <strong>Gas</strong>-Brennwertgeräten verfügt<br />

die neue Technik über eine bis zu 46 Prozent<br />

höhere Gesamteffizienz (Hs) für Heizung und Warmwasser.<br />

Die Systemkombination eignet sich für Neubauten<br />

mit Flächenheizung ebenso wie für Altbauten mit Radiatoren<br />

bei Systemtemperaturen von bis zu 55 °C. Und<br />

für Gebäude mit einem hohen Wärmebedarf bietet sich<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 649


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

der Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung an. Insbesondere<br />

Mikro- und Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW) in<br />

neuen Leistungsklassen mit überzeugenden elektrischen<br />

Wirkungsgraden bieten heutzutage wirtschaftliche<br />

Lösungen sowohl für Ein- und Zwei- als auch für<br />

Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe.<br />

2. Herausforderung Nr. 1 – EnEV-Novelle<br />

Doch aktuelle politische und rechtliche Entwicklungen<br />

sowohl in Europa als auch in Deutschland erhöhen den<br />

Druck auf den Energieträger <strong>Erdgas</strong> sowie gasbetriebene<br />

Technologien und stärken gleichzeitig insbesondere<br />

den im Wettbewerb stehenden Energieträger<br />

Strom. So gibt die Europäische Gebäudeeffizienzrichtlinie<br />

(EPBD) vor, dass der zukünftige Neubau ab 2019 im<br />

öffentlichen Bereich und ab 2021 für alle Gebäude<br />

nahezu keine Primärenergie mehr benötigen soll. Die<br />

Umsetzung dieser Vorgabe ins nationale Recht erfolgt<br />

in Deutschland durch die Novelle der Energieeinsparverordnung<br />

(EnEV), die zurzeit kontrovers diskutiert<br />

wird. In der aktuell gültigen Gesetzgebung aus dem<br />

Jahr 2009 erfüllen verschiedene Systemlösungen –<br />

seien es <strong>Gas</strong>-Brennwertgeräte plus solare Trinkwassererwärmung,<br />

<strong>Gas</strong>-Wärmepumpen, Luft/Wasser-Wärmepumpen<br />

oder Mikro- bzw. Mini-BHKW – die Anforderungen<br />

hinsichtlich des Primärenergiebedarfs von Gebäuden<br />

gleichermaßen gut. Die Gesetzesnovelle beinhaltet<br />

hingegen verschärfte Anforderungen, die gemäß des<br />

novellierten – und vom Bundesrat noch nicht beschlossenen<br />

– Entwurfs von strombetriebenen Technologien<br />

wesentlich leichter erfüllt werden können.<br />

Dies liegt unter anderem daran, dass die neue Fassung<br />

der EnEV gleichzeitig eine Verbesserung des Primärenergiefaktors<br />

von Strom aufgrund des prognostizierten<br />

höheren Anteils an Erneuerbaren Energien vorsieht.<br />

Der Primärenergiefaktor für <strong>Erdgas</strong> soll jedoch<br />

Bild 4. Eine Herausforderung bringt die Umsetzung der ErP-Richtlinie<br />

im Bereich der Heiztechnik mit sich, denn die beste Effizienzklasse<br />

stellt nicht automatisch die beste Lösung für die Wärme- und Energieversorgung<br />

eines Gebäudes dar. Der Beratungsbedarf der Branche<br />

gegenüber dem Endkunden wird daher deutlich wachsen. (Quelle: Vaillant)<br />

– trotz des ebenfalls bereits vorhandenen und zukünftig<br />

steigenden Energiemixes etwa durch Biogas und das<br />

Power-to-<strong>Gas</strong>-Verfahren – gleich bleiben. Auf diese<br />

Weise wird die Effizienz von beispielsweise Elektro-Wärmepumpen<br />

zukünftig rein rechnerisch deutlich ansteigen,<br />

ohne dass hierfür Produktverbesserungen vorgenommen<br />

werden müssen. Viele Energieversorger stellen<br />

sich schon heute die Frage, ob es sich dann noch<br />

lohnt, einen <strong>Gas</strong>anschluss in neue Gebäude zu legen.<br />

Und auch für die Sanierung im Bestand steigt durch die<br />

rechtlichen Rahmenbedingungen die Attraktivität von<br />

stromgeführten Systemen. Hier besteht also die Gefahr,<br />

dass – wird der Entwurf der EnEV nicht entsprechend<br />

angepasst – der Verbraucher in die Irre geführt wird. So<br />

können beispielsweise in einem ungedämmten Altbau<br />

die Energiekosten für eine Elektro-Wärmepumpe<br />

wesentlich höher liegen als für ein <strong>Gas</strong>-Brennwertgerät,<br />

obwohl der rein rechnerische Primärenergieverbrauch<br />

geringer ist.<br />

3. Herausforderung Nr. 2 – ErP-Richtlinie<br />

Und auch die neue Energy related Products- (ErP) oder<br />

Öko-Design-Richtlinie könnte diese Entwicklung weiter<br />

verschärfen. Kern und Ziel der Richtlinie ist es, die Effizienz<br />

energieverbrauchsrelevanter Produkte durch die<br />

Vorgabe verbindlicher Mindesteffizienzstandards zu<br />

steigern. Darüber hinaus sollen energieverbrauchsrelevante<br />

Produkte, die den gleichen Verwendungszweck<br />

haben, vergleichbar gemacht werden – und zwar durch<br />

die Einstufung in Energie-Effizienzklassen mittels eines<br />

Produktlabels. Seit September dieses Jahres sind jetzt<br />

erstmals auch Produkte der Heiztechnik betroffen – nun<br />

gilt eine Übergangsfrist von zwei Jahren. Grundsätzlich<br />

wird bedingt durch die formulierten Kriterien in ganz<br />

Europa ein Brennwertgebot gelten. Heizwertgeräte<br />

werden dann nur noch unter bestimmten Bedingungen<br />

in Mehrfamilienhäusern in Form einer <strong>Gas</strong>-Etagenheizung<br />

zugelassen. Für die kommenden vier Jahre nach<br />

der Übergangsfrist erstreckt sich die Skala der Effizienzlabel<br />

von A++ bis G. Danach wird das mögliche<br />

Spektrum nach unten hin verringert und nach oben<br />

ergänzt: Es sind dann die Label A+++ bis D anzuwenden.<br />

Die beste Effizienzklasse wird allerdings nicht automatisch<br />

die beste Lösung für die Wärme- und Energieversorgung<br />

eines Gebäudes darstellen (Bild 4). Dies<br />

beruht unter anderem darauf, dass – politisch durchaus<br />

gewollt – jede Elektro-Wärmepumpe per Definition<br />

immer eine bessere Energie-Effizienzklasse erhält als ein<br />

<strong>Gas</strong>-Brennwertgerät. Bei guter, ebenfalls den energetischen<br />

Zustand der Gebäudehülle berücksichtigender<br />

Planung und geringen Systemtemperaturen ist die Elektro-Wärmepumpe<br />

eine effiziente Lösung, die auch einen<br />

hohen Anteil Erneuerbarer Energie nutzt. Jedoch können<br />

je nach den Rahmenbedingungen beispielsweise<br />

ein <strong>Gas</strong>-Brennwertgerät mit einer Solaranlage, eine <strong>Gas</strong>-<br />

September <strong>2013</strong><br />

650 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

Wärmepumpe oder ein Mini-BHKW eine energetisch<br />

und wirtschaftlich sinnvollere Alternative darstellen.<br />

Daher wird auch der Beratungsbedarf der Branche<br />

gegenüber dem Endkunden deutlich wachsen. Es muss<br />

intensive Aufklärungsarbeit geleistet werden, welches<br />

Heizsystem sich für welches Gebäude am besten eignet<br />

und auch auf Dauer den geringeren Energieverbrauch<br />

und die geringeren Energiekosten verursacht.<br />

Bild 5. Eine zu große Abweichung bei der <strong>Gas</strong>beschaffenheit ist mit<br />

ne<strong>gat</strong>iven Auswirkungen auf die Sicherheit, die Effizienz, die Leistung<br />

sowie das Emissionsverhalten von gasbetriebenen Geräten verbunden.<br />

(Quelle: Vaillant)<br />

4. Herausforderung Nr. 3 – Harmonisierung<br />

der <strong>Gas</strong>beschaffenheit<br />

Nicht zuletzt hat auch die <strong>Gas</strong>beschaffenheit selbst<br />

einen maßgeblichen Einfluss auf die Effizienz und den<br />

Energieverbrauch von gasbetriebenen Geräten und<br />

damit auf die Erreichung der Klimaschutzziele. Mit Hilfe<br />

des Wobbeindex, der die Austauschbarkeit von <strong>Gas</strong>en<br />

hinsichtlich der Wärmebelastung der Geräte charakterisiert,<br />

kann die Austauschbarkeit unterschiedlicher<br />

Brenngase beurteilt werden. <strong>Gas</strong>geräte werden für ein<br />

definiertes Referenzgas ausgelegt. Zu diesem Referenzgas<br />

sind zugehörige Grenzgase definiert (EN 437), welche<br />

einen sicheren Gerätebetrieb noch ermöglichen,<br />

sofern die Geräteeinstellung auf das Referenzgas nicht<br />

verändert wird. Hinsichtlich Verbrennungsgüte und Effizienz<br />

sind jedoch deutliche Einbußen hinzunehmen, je<br />

weiter die <strong>Gas</strong>beschaffenheit vom eigentlichen Referenzgas<br />

abweicht. Je stärker dabei vom Referenzgas<br />

und der dazugehörigen Geräteeinstellung abgewichen<br />

und das <strong>Gas</strong>gerät mit einem höherwobbigen <strong>Gas</strong> versorgt<br />

wird, desto stärker verringert sich die Luftzahl. Die<br />

Folge sind beispielsweise erhöhte Anteile an Kohlenmonoxid<br />

und Stickoxiden (Bild 5).<br />

In der Praxis wird dieses Verhalten etwa durch fehlende<br />

Wartung, Verschmutzung und veränderte Brennereinstellungen<br />

verstärkt. Die <strong>Gas</strong>versorgung in Deutschland<br />

weist seit Jahrzehnten lokal verschiedene, jedoch<br />

sehr konstante <strong>Gas</strong>beschaffenheiten innerhalb des<br />

jeweiligen <strong>Gas</strong>bandes (L- und H-<strong>Gas</strong>, bzw. LL und E) auf.<br />

Durch diese Versorgung mittels konstanter <strong>Gas</strong>beschaffenheiten<br />

sind Auswirkungen aufgrund unzureichender<br />

Wartung, Verschmutzung oder veränderter Brennereinstellungen<br />

kaum auffällig geworden bzw. gering geblieben.<br />

Zur Realisierung eines Europäischen Binnenmarktes<br />

und der Wahrung der Versorgungssicherheit hat die<br />

Europäische Kommission die Ausarbeitung von Normen<br />

für <strong>Gas</strong>beschaffenheitsparameter für <strong>Erdgas</strong> mit hohem<br />

Brennwert (H-<strong>Gas</strong>) in Auftrag gegeben (Mandat M/400),<br />

die den minimalen Spielraum bei vertretbaren Kosten<br />

definieren sollen. Denn die zunehmende Zahl von <strong>Gas</strong>förderländern<br />

sowie die Regelungen zur Realisierung<br />

eines Europäischen Binnenmarktes für <strong>Erdgas</strong> haben<br />

zur Folge, dass die <strong>Gas</strong>beschaffenheit zukünftig stärker<br />

variieren wird. Wie ausgeprägt die <strong>Gas</strong>beschaffenheitsschwankungen<br />

innerhalb eines europäisch harmonisierten<br />

H-<strong>Gas</strong>bandes sein werden, ist schwer abzuschätzen.<br />

Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass die noch zu<br />

definierende Bandbreite komplett ausgenutzt wird und<br />

dadurch kontinuierlich variierende <strong>Gas</strong>beschaffenheiten<br />

beim Endverbraucher vorliegen.<br />

Das Vorhaben der <strong>Erdgas</strong>harmonisierung betrifft<br />

dabei europaweit ca. 180 Millionen bereits installierte<br />

Geräte ebenso wie die Entwicklung zukünftiger Technologien.<br />

Um für die Normungsarbeit entsprechend vorbereitet<br />

zu sein, erfolgte zunächst im Rahmen einer<br />

Studie eine Untersuchung des möglichen Einflusses der<br />

<strong>Gas</strong>beschaffenheit auf den Betrieb von <strong>Gas</strong>geräten. Die<br />

hieraus abgeleiteten Ergebnisse und Schlussfolgerungen<br />

werden jedoch in der Branche höchst unterschiedlich<br />

bewertet und insbesondere aus Sicht der deutschen<br />

Hersteller kritisch hinterfragt.<br />

Gegenstand der Studie waren rund 100 konventionelle,<br />

vorwiegend neue Geräte mit einer Leistung bis zu<br />

70 kW in der häuslichen Anwendung, die sich insgesamt<br />

in 29 Produktgruppen einteilen lassen. Nicht untersucht<br />

wurden demnach ältere Bestandsgeräte, neuere Technologien<br />

wie etwa <strong>Gas</strong>-Wärmepumpen und Mikro- bzw.<br />

Mini-BHKW sowie sämtliche Produkte und Systeme in<br />

der industriell-gewerblichen Anwendung. Des Weiteren<br />

herrscht nach wie vor breite Unwissenheit über die<br />

europaweiten und gerätespezifischen Wartungsgewohnheiten<br />

und Einstellpraktiken sowie deren Zusammenhänge<br />

im Hinblick auf eine schwankende <strong>Gas</strong>beschaffenheit<br />

(Bild 6). Trotz dieser Defizite geht die<br />

Zusammenfassung der Studie allerdings nur von geringen<br />

Auswirkungen auf alle Geräte aus. Darauf basierend<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 651


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

haben die normativen Arbeiten an der Harmonisierung<br />

der <strong>Gas</strong>beschaffenheit seitens der zuständigen Stellen<br />

bereits begonnen, obwohl eine Gesamtbewertung der<br />

technisch-wirtschaftlichen Ergebnisse unter Beteiligung<br />

der Hersteller – immer noch – nicht stattgefunden hat<br />

und laut diesen erhebliche Nachbesserungen und weitere<br />

Analysen notwendig sind.<br />

In Deutschland haben inzwischen sämtliche Marktpartner<br />

die Brisanz der Thematik erkannt und definieren<br />

zurzeit gemeinsam neue, verbesserte Inhalte für eine<br />

weitere Pilotstudie. Gleichzeitig appellieren sie an<br />

andere europäische Länder, diesem Beispiel zu folgen<br />

und auf diese Weise die Notwendigkeit umfassender<br />

Analysen und Nachuntersuchungen in Richtung Brüssel<br />

zu signalisieren. Denn die aktuelle Vorgehensweise bei<br />

der europäischen <strong>Erdgas</strong>harmonisierung birgt die<br />

Gefahr, dass mögliche Auswirkungen unerkannt bleiben<br />

und daraus resultierend die Schwankungsbandbreite<br />

der <strong>Gas</strong>beschaffenheit viel zu großzügig ausgelegt<br />

wird. Was einerseits mit wirtschaftlichen Vorteilen<br />

für die <strong>Gas</strong>versorger verbunden wäre, könnte sich auf<br />

der anderen Seite äußerst ne<strong>gat</strong>iv auf Betriebssicherheit,<br />

Effizienz, Emissionen und Komfort der Geräte<br />

selbst auswirken. Die Wahrscheinlichkeit gravierender<br />

Betriebsstörungen und damit einhergehender kostenintensiver<br />

Reparatur- und Einstellarbeiten, im schlimmsten<br />

denkbaren Fall sogar das Auftreten unsicherer<br />

Betriebszustände, ginge damit einher. Dies hätte letztendlich<br />

zur Folge, dass das hervorragende Image von<br />

<strong>Erdgas</strong> beschädigt würde.<br />

Bild 6. Für eine sorgfältige Ausarbeitung europäischer Normen für <strong>Gas</strong>beschaffenheitsparameter<br />

fehlt es unter anderem an zuverlässigen und<br />

statistisch belastbaren Untersuchungen bezüglich der europaweiten<br />

und gerätespezifischen Wartungsgewohnheiten und Einstellpraktiken<br />

sowie deren Zusammenhänge im Hinblick auf eine schwankende <strong>Gas</strong>beschaffenheit.<br />

(Quelle: Vaillant)<br />

5. Fazit<br />

Der Energieträger <strong>Erdgas</strong> hat seine Bekanntheit in den<br />

vergangenen Jahren deutlich gesteigert und besitzt bei<br />

den Verbrauchern sehr gute Imagewerte hinsichtlich<br />

der Aspekte Effizienz, Komfort und Umweltschutz. Mit<br />

Hilfe innovativer gasbetriebener Systemlösungen –<br />

etwa in Kombination mit Erneuerbaren Energien oder<br />

durch die gemeinsame Erzeugung von Strom und<br />

Wärme – kann der Energieträger hocheffizient genutzt<br />

und Emissionen deutlich reduziert werden. Aus diesem<br />

Grund steigt die Bedeutung von <strong>Erdgas</strong> für die zukünftige<br />

Energieversorgung und das Erreichen der Klimaschutzziele.<br />

Allerdings begegnet der Energieträger<br />

durch aktuelle politische und rechtliche Entwicklungen,<br />

die zielgerichtet den Wettbewerb insbesondere durch<br />

stromgeführte Systeme stärken, großen Herausforderungen.<br />

Zusätzlich könnte das Vorhaben der europäischen<br />

<strong>Erdgas</strong>harmonisierung bei der derzeitigen Vorgehensweise<br />

das Image von <strong>Erdgas</strong> nachhaltig beschädigen.<br />

Hier wäre es wünschenswert, dass sich die<br />

Beteiligten an der eigentlichen Zielsetzung und nicht an<br />

vorbestimmten Zeitplänen orientieren, und gemeinsam<br />

mit allen Markpartnern besonders sorgfältig die Normen<br />

auf europäischer Ebene definieren. Denn eine<br />

zuverlässige <strong>Gas</strong>beschaffenheit in Verbindung mit<br />

modernen Technologien stellt eine effiziente, sichere,<br />

umweltschonende, bezahlbare und komfortable Energieversorgung<br />

sicher und bildet dadurch einen wichtigen<br />

Baustein auf dem Weg zur Realisierung sowohl<br />

europäischer Klimaschutzziele als auch der Energiewende<br />

in Deutschland.<br />

Autor<br />

Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing.<br />

Karl-Heinz Backhaus<br />

Leiter Verbandsmanagement |<br />

Vaillant GmbH |<br />

Remscheid |<br />

Tel. +49 2191 18 2926 |<br />

E-Mail: karl-heinz.backhaus@vaillant.de<br />

September <strong>2013</strong><br />

652 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


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ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

Intelligente Verteilnetze<br />

Peter Birkner<br />

Der deutliche Ausbau erneuerbarer Energiequellen betrifft im Wesentlichen die Verteilnetze. Die Volatilität der<br />

Stromflüsse nimmt durch deren Einspeisung in die Netze deutlich zu. Diese Thematik wird perspektivisch<br />

durch die Penetrierung von zusätzlichen volatilen Stromanwendungen wie Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen<br />

verschärft. Die betroffenen Netze sind für strukturierte top-down-Lastflüsse dimensioniert und errichtet<br />

worden. Diese Lastflüsse werden zeitweise durch die beschriebenen Stromanwendungen verstärkt, können<br />

sich aber genauso durch die volatilen Einspeiser umkehren, so dass es zu einer temporären bottom-up-Einspeisung<br />

kommt. Die quasistationäre Netzplanungs- und Netzbetriebsphilosophie ist daher nur um den Preis<br />

enormer Netzverstärkungen („One grid that fits to all situations“) aufrecht zu erhalten. Als Alternative bietet<br />

sich eine dynamische Planungs- und Betriebsphilosophie an, bei der durch Echtzeitmessungen der aktuelle<br />

Belastungszustand des Netzes erfasst wird und durch Einbau von aktiven Netzelementen sowie durch Einbeziehung<br />

des Kunden seltene Extremzustände beherrscht bzw. vermieden werden können. Der Primärteil wird<br />

damit durch den Normalfall und nicht mehr durch den Extremfall bestimmt. Derartige Netze, die die systemimmanenten<br />

Reserven optimiert nutzen, können als intelligente Netze bezeichnet werden („One grid that controlles<br />

all situations“).<br />

1. Der Paradigmenwechsel im Energiesystem<br />

Die Energiewende in Deutschland ersetzt das von volatilen<br />

Stromverbrauchern und deterministischen, zentralen,<br />

fossilen und nuklearen Stromerzeugern geprägte<br />

traditionelle Leitsystem durch ein neues. Dieses Leitsystem<br />

wird sowohl durch leistungsstärkere und volatilere<br />

Stromverbraucher als auch durch dezentrale, (in<br />

Summe) ebenfalls leistungsstärkere, volatile, regenerative<br />

Stromerzeuger dominiert. Strom ist ein hocheffizienter<br />

Energieträger, der in Zukunft auf fossilen Energien<br />

basierende Anwendungen teilweise ablösen wird. Beispiele<br />

hierfür sind Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge,<br />

die beide leistungsstark und bezüglich ihrer Stromentnahme<br />

aus dem Netz volatil sind. Die höhere installierte<br />

Leistung auf der Erzeugerseite resultiert aus der<br />

geringen Energiedichte der regenerativen Hauptenergiequellen<br />

Wind und solarer Strahlung. Dies erfordert<br />

große Ernteflächen mit hohen installierten Leistungen.<br />

In Konsequenz ergeben sich häufige und nicht determinierbare<br />

Wechsel zwischen Energieüberfluss und Energiemangel.<br />

Diese Wechsel treten nicht nur im Tagesoder<br />

Wochenverlauf, sondern durchaus auch spontan<br />

auf. Beispiele hierfür sind Wolkenfelder über Solaranlagen,<br />

Starkwindphasen, die zur Abregelung von Windkraftanlagen<br />

führen, oder auch das (zufällige) gleichzeitige<br />

Laden einer größeren Anzahl an Elektrofahrzeugen.<br />

Die beschriebene Errichtung eines neuen Leitsystems<br />

stellt einen Paradigmenwechsel dar, der alle Elemente<br />

des Stromsystems beeinflusst. Dies gilt insbesondere<br />

für die elektrischen Verteilnetze, an die über 90 %<br />

der neuen Erzeugungsleistung sowie nahezu alle elektrischen<br />

Verbraucher angeschlossen sind. Damit tangiert<br />

die Volatilität, die mit hohen (spontanen) Leistungsgradienten,<br />

aber auch hohen absoluten Leistungswerten<br />

verbunden ist, diese Netze besonders. Zu nennen ist<br />

hier auch die neu auftretende Rolle des Kunden als „Prosumer“,<br />

d. h. als Akteur, der temporär Energie aus dem<br />

Netz bezieht, aber auch temporär einspeist. Der Kunde<br />

spielt eine aktive und entscheidende Rolle im neuen<br />

Leitsystem.<br />

Die elektrische Energie wird künftig im Wesentlichen<br />

ohne Einsatz von fossilen Brennstoffen bereitgestellt.<br />

Damit sind hochdynamische Ergänzungskraftwerke<br />

und Energiespeicher von zentraler Bedeutung. Hierzu<br />

sind erhebliche Investitionen erforderlich sowie hohe<br />

Entwicklungs-, Optimierungs- und Standardisierungsarbeit<br />

zu leisten. Medienwechsel von Strom zu Wärme<br />

(Power 2 Heat), Strom zu Wasserstoff oder Methan<br />

(Power 2 Hydrogen/<strong>Gas</strong>) bieten erhebliche Potenziale,<br />

überschüssigen Strom sinnvoll zu absorbieren und zwischenzuspeichern.<br />

Als reversible Speicher kommen Batterien<br />

oder mit einem Wasserstoff-<strong>Gas</strong>-Gemisch betriebene<br />

<strong>Gas</strong>turbinen in Frage.<br />

Abstrakt betrachtet bedeutet der Übergang von<br />

einem fossilen auf ein regeneratives Leitsystem den<br />

Übergang von Brennstoff- auf Kapitalkosten. Wind und<br />

Sonne selbst sind kostenfrei, die steuerbare Nutzung<br />

dieser Energiequellen erfordert jedoch erhebliche<br />

Investitionen in die Infrastruktur.<br />

2. Der Paradigmenwechsel in Verteilnetzen<br />

Betrachtet man ein traditionelles, strahlenförmig aufgebautes<br />

Niederspannungsnetz, in dem die angeschlossenen<br />

Kunden nur Leistung entnehmen, so tritt die<br />

September <strong>2013</strong><br />

654 <strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong>


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

Spannung (V)<br />

Zeit (24 h)<br />

Bild 1. Spannungserhöhung durch Solareinspeisung im<br />

Niederspannungsnetz.<br />

höchste Belastung der Leitungen unmittelbar an der<br />

einspeisenden Transformatorstation auf; die Spannung<br />

fällt zum Leitungsende hin ab. Ändert sich das Verhaltensmuster<br />

der Kunden (Schwankungen zwischen minimalem<br />

und maximalem Verbrauch) über der Zeitachse<br />

nur sehr langsam, so liegen quasistationäre Verhältnisse<br />

vor und es genügt, die minimalen und maximalen Spannungen<br />

und Ströme von Zeit zu Zeit mittels temporärer<br />

Messungen zu überprüfen. Verhalten sich die Kunden<br />

hinsichtlich der Leistungsbeanspruchung, wie bisher<br />

häufig üblich, zudem noch synchron und homogen, so<br />

ist durch eine einfache lineare Interpolation die Ermittlung<br />

der Spannungs- und Stromwerte für alle Zwischenstellen<br />

der Leitung möglich. Die Ermittlung von sogenannten<br />

„Standardlastprofilen“ wird möglich.<br />

Ändert man nun die Situation durch den beschriebenen<br />

Wechsel des Leitsystems dahingehend, dass die<br />

Kunden nicht mehr nur eine höhere Leistung entnehmen,<br />

sondern temporär auch hohe Leistungen einspeisen,<br />

so steigt die Komplexität im Netz deutlich an.<br />

Die Spannung ist in diesem Fall nicht immer notwendigerweise<br />

am Leitungsende am niedrigsten und an<br />

der einspeisenden Transformatorstation am höchsten<br />

(Bild 1).<br />

Durch Diversifizierung der von den Kunden eingesetzten,<br />

erzeugenden bzw. verbrauchenden Techniken<br />

(Solaranlagen, Mikro-BHKWs, Wärmepumpen, Ladestationen<br />

für Elektrofahrzeuge) nehmen auch Homogenität<br />

und Synchronismus deutlich ab. Zudem kommen<br />

Singularitäten hinsichtlich Verbrauch (öffentliche Elektrotankstelle)<br />

und Erzeugung (größere, direkt einspeisende<br />

Solaranlage) hinzu. Dadurch ändern sich die Lastzustände<br />

im Netz deutlich schneller und in höherem<br />

Maße als bisher und die Verhältnisse werden dynamischer.<br />

Neben Schwankungen im Tages- oder Wochenzyklus<br />

können auch – wie beschrieben – substantielle<br />

Veränderungen im Minutenbereich auftreten. Temporäre<br />

Messungen an Leitungsanfang und -ende reichen<br />

nicht mehr aus, um die Belastungsverhältnisse im Netz<br />

mit hinreichender zeitlicher Genauigkeit zu ermitteln<br />

und Verletzungen der zulässigen Spannungsbänder<br />

und Maximalströme, die zu Schäden im Netz oder in<br />

Kundenanlagen führen können, auszuschließen [1–3].<br />

Netztechnisch betrachtet wird ein quasistationäres<br />

top-down-System in ein dynamisches top-down- / bottom-up-System<br />

übergeführt. Es stellt sich die Frage, ob<br />

der dimensionierende Faktor dieses Netzes unverändert<br />

die selten auftretende Spitzenbelastung bleiben kann<br />

(„One grid that fits to all situations“) oder ob das Netz<br />

aus einer passiven Betriebsphilosophie in eine aktive<br />

überführt werden sollte („One grid that controlls all situations“).<br />

Im neuen Leitsystem bleiben Spitzenbelastungen<br />

zwar selten, sie werden aber extremer in ihrer Ausprägung.<br />

Zur Begrenzung der Netzausbaukosten bietet<br />

es sich daher an, die Normalbelastung als dimensionierenden<br />

Faktor heranzuziehen und die Spitzenlast – Entnahme<br />

oder Einspeisung – durch aktives Netzmanagement<br />

zu beherrschen.<br />

3. Die Komponenten intelligenter<br />

Verteilnetze<br />

Entsprechend den bisherigen Überlegungen besteht<br />

damit künftig in Verteilnetzen die Notwendigkeit,<br />

Ströme und Spannungen in Echtzeit zu erfassen und bei<br />

Über- oder Unterschreitung von Grenzwerten durch<br />

minimalinvasive Eingriffe, d. h. unter minimaler Beeinträchtigung<br />

von Markt und Kunden, das System wieder<br />

in den erlaubten Bereich zurückzuführen. Zur Umsetzung<br />

dieses Gedankens werden drei Komponenten<br />

benötigt: „Sensoren“, „Zentrale Logik“ und „Aktoren“.<br />

Sensoren:<br />

##<br />

Einfache, jedoch hinreichend genaue Erfassung von<br />

Strom- und Spannungswerten in (nahezu) Echtzeit<br />

an geeigneten Stellen des Netzes mit einfacher,<br />

jedoch robuster und hinreichend schneller Übertragung<br />

der Werte an die zentrale Logik (Autonomer<br />

Agent, Smart RTU).<br />

##<br />

Optimierung der Position und Minimierung der<br />

Anzahl der Sensoren. Dazu sind die Einbauoptionen<br />

zu ermitteln (z. B. Kabelverteilerschränke) sowie die<br />

Stellen zu bestimmen, die die höchste Systemrelevanz<br />

aufweisen. Beispielsweise sind Singularitäten<br />

individuell mit Sensoren auszustatten, während<br />

Kunden mit ähnlichem Verbrauchs- bzw. Einspeisemuster<br />

als Kollektiv, d. h. mit einem repräsentativen<br />

Sensor, beschrieben werden können.<br />

Zentrale Logik (Autonomer Agent, Smart RTU):<br />

##<br />

Implementierung eines Netzmodells basierend auf<br />

den Daten des Geographischen Informationssystems<br />

(GIS) und des Betriebsmittelinformationssystems<br />

(BIS).<br />

Trafostation<br />

PV-Anlage 86 kW<br />

September <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Gas</strong> <strong>Erdgas</strong> 655


ERDGAS IN DER ENERGIEWENDE<br />

rONT<br />

rONT<br />

Sensor<br />

4. Die Erfahrungen mit intelligenten<br />

Verteilnetzen<br />

Ein Konsortium bestehend aus der Bergischen Universität<br />

Wuppertal sowie den Unternehmen Bilfinger Mauell<br />

GmbH (Velbert), SAG GmbH (Langen) und Mainova AG<br />

(Frankfurt) führte die beschriebenen Überlegungen zu<br />

Smart Grids in entsprechende Hard- und Softwarekomponenten<br />

über. Es wurden ein Sensor, eine zentrale<br />

Logik (Autonomer Agent, Smart RTU) sowie eine Aktoransteuerung<br />

entwickelt. Die Mainova AG baute seit<br />

Mitte 2012 zwei Smart-Grid-Systeme in Frankfurt auf. Es<br />

handelt sich zum einen um ein strahlenförmiges, ländliches<br />

Freileitungsnetz am Stadtrand von Frankfurt mit<br />

einer hohen Photovoltaikleistung und zum anderen um<br />

ein städtisches, vermaschtes Kabelnetz mit drei Ortsnetzstationen,<br />

das ebenfalls durch eine hohe installierte<br />

Photovoltaikkapazität gekennzeichnet ist. Als Aktoren<br />

stehen im ländlichen Netz die Leistungsreduktion einer<br />

Photovoltaikanlage und im städtischen Netz ein Längsspannungsregler<br />

zur Verfügung. Beide Netze werden<br />

autonom betrieben. Es besteht die Möglichkeit, dass<br />

sich die Netzleitstelle auf die zentrale Logik aufschaltet.<br />

Die Kommunikation erfolgt mittels Breitband Power<br />

Line Carrier Technologie.<br />

Die Tests wurden in zwei Schritten durchgeführt.<br />

Zuerst wurden die Sensoren und der Algorithmus der<br />

zentralen Logik erprobt. Anschließend folgten die aktiiNES<br />

Sensor<br />

##<br />

Verwendung der Messwerte als reale „Stützpunkte“<br />

für einen State-Estimation-Algorithmus, der alle Kantenströme<br />

und Knotenspannungen in (nahezu) Echtzeit<br />

ermittelt.<br />

##<br />

Vergleich der Ergebnisse mit den Grenzwerten für<br />

Strom und Spannung.<br />

##<br />

Ableitung von Maßnahmen, um die festgestellten<br />

Abweichungen wieder in die erlaubte Bandbreite<br />

zurückzuführen und Ansprache der dazu geeigneten<br />

Aktoren.<br />

Aktoren:<br />

##<br />

Festlegung und Einbau von netz- und kundenbasierten<br />

Aktoren, die Wirk- und/oder Blindleistung beeinflussen.<br />

##<br />

Netzbasierte Aktoren können durch regelbare Ortsnetztransformatoren<br />

sowie Längsspannungsregler,<br />

die in den Leitungszug eingebaut werden, realisiert<br />

werden. Im Wesentlichen werden durch diese Maßnahmen<br />

Blindleistung und Spannung beeinflusst.<br />

Auch fernsteuerbare Schalter, die die Lastflüsse in<br />

ringförmigen Netzen umleiten können, sind netzbasierte<br />

Aktoren. Hier werden im Wesentlichen Wirkleistung<br />

und Strom beeinflusst.<br />

##<br />

Kundenbasierte Aktoren können durch Anpassung<br />

des cos(j) in Kundenanlagen (z. B. Umrichter moderner<br />

Solaranlagen) oder durch Änderungen der Wirkleistungsbilanz<br />

des Kunden (z. B. Laden oder Entladen<br />

der Batterie einer Solaranlage, Zu- oder Abschaltung<br />

einer Wärmepumpe, Leistungserhöhung oder<br />

-begrenzung einer Stromladesäule) realisiert werden.<br />

##<br />

Grundsätzlich ist für den Einsatz kundenbasierter<br />

Aktoren die vertragliche Zustimmung des jeweiligen<br />

Kunden erforderlich. Der Zugriff auf Aktoren erfolgt<br />

stets direkt und unverzüglich.<br />

Sensoren werden stets im öffentlichen Netz eingebaut,<br />

wobei Sensoren, die im Leitungsstrang angebracht<br />

sind, den integralen Wert des Stromes, der der<br />

Aktor<br />

(Netz)<br />

Sensor<br />

Sensor<br />

Aktor<br />

(Netz)<br />

Konventionelles Ortsnetz:<br />

keine Sensorik,<br />

keine Aktorik<br />

Regelbarer Ortsnetztrafo:<br />

zentrale Sensorik,<br />

zentrale Aktorik (Blindleistung)<br />

rONT mit Weitbereichsregelung:<br />

dezentrale (Multi-)Sensorik,<br />

zentrale Aktorik (Blindleistung)<br />

Intelligente Ortsnetzstation iNES:<br />

dezentrale Multi-Sensorik,<br />

dezentrale Multi-Aktorik (Wirkund<br />

Blindleistung)<br />

Bild 2. Sensoren, Zentrale Logik und Aktoren im Niederspannungsnetz.<br />

Belastung der Leitung entspricht, liefern. Sensoren, die<br />

in den öffentlichen Zuleitungen zu Kunden installiert<br />

werden, stellen hingegen inkrementale Messwerte zur<br />

Verfügung, die der lokalen Stromänderung im Leitungsstrang<br />

entsprechen. Smart Meter, die kundenspezifische<br />

Daten enthalten, können im Prinzip als Sensoren<br />

eingesetzt werden, wenn ein Echtzeitzugriff möglich ist.<br />

Dies dürfte aber durch das für Deutschland vorgesehene<br />

BSI-Schutzprofil mit Gateway-Funktionalität nicht<br />

realisierbar sein. Smart Meter liefern zudem grundsätzlich<br />