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Determinismus in David Lynchs Mulholland Drive von Frank ...

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7auf, drei E<strong>in</strong>stellungen beenden den Film: e<strong>in</strong>e Totale auf das Gesicht des Mannes h<strong>in</strong>ter„W<strong>in</strong>kies“, e<strong>in</strong>e grelle E<strong>in</strong>stellung der Gesichter Bettys und Ritas, letztere mit Perücke undschließlich wieder e<strong>in</strong>e Totale auf e<strong>in</strong>e Frau aus dem „Club Silencio“, die gebieterisch„Silencio“ ruft.E<strong>in</strong> starkes Argument für die Deutung e<strong>in</strong>er Trennung <strong>von</strong> Traum und Wirklichkeit,zugeordnet zu den beiden Teilen, ist e<strong>in</strong>e kurze E<strong>in</strong>stellung zu Beg<strong>in</strong>n des Films, die ichunterschlagen habe: Zwischen e<strong>in</strong>em Intro, auf das ich noch zurückkommen werde, und derSzene, <strong>in</strong> der der Wagen mit Rita den <strong>Mulholland</strong> <strong>Drive</strong> h<strong>in</strong>auffährt, gibt es e<strong>in</strong>e kurzeE<strong>in</strong>stellung auf e<strong>in</strong> rotes Kissen. Man hört das Seufzen e<strong>in</strong>er Frau, die, so suggeriert es dieKameraführung, <strong>in</strong> dieses Kissen s<strong>in</strong>kt. Wir sehen die Frau nicht, aber wir können das Bettzweifelsfrei identifizieren: es ist das, auf dem zuerst die Leiche, dann Diane liegt. Legt sichDiane zu Beg<strong>in</strong>n des Filmes nieder, um zu träumen, und erwacht sie, wenn der erste Teilendet? Ich glaube nicht. Zwei Hauptthemen, die Suche nach Identität - diesen Punkt betont<strong>David</strong> Lynch selbst (<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Interview, das im Werbematerial der DVD enthalten ist) alszentral für alle Figuren des Films - und der Schicksalsgedanke, fallen so eigentlich unter denTisch, denn die aufwändige Identitätssuche wird <strong>in</strong> der E<strong>in</strong>deutigkeit <strong>von</strong> Wunsch undRealität aufgehoben. Der Schicksalsgedanke, der im ersten Teil des Films <strong>in</strong> den Gestaltendes schwarzen Mannes und des Cowboys und vor allem <strong>in</strong> der Geschichte <strong>von</strong> Adam Kersherso e<strong>in</strong>e zentrale Rolle spielt, wird zur re<strong>in</strong>en Metapher.Me<strong>in</strong>e erste Überlegung richtet sich auf den Cowboy. Ich möchte Ihnen gerne se<strong>in</strong>enwichtigen Dialog mit Adam Kersher vorführen:Cowboy (C): E<strong>in</strong>es Mannes E<strong>in</strong>stellung hat e<strong>in</strong>iges damit zu tun, wie se<strong>in</strong> Leben se<strong>in</strong> wird.Könnten Sie dem zustimmen?Adam Kersher (AK): Sicher.C: Haben Sie so geantwortet, weil Sie glauben, dass ich das hören möchte oder haben Siedarüber nachgedacht, was ich sagte. Und haben Sie so geantwortet, weil Sie aufrichtig da<strong>von</strong>überzeugt s<strong>in</strong>d, dass es stimmt?AK: Ich stimme dem zu, was Sie gesagt haben, aufrichtig.C: Was sagte ich?AK: Dass e<strong>in</strong>es Mannes E<strong>in</strong>stellung sehr damit zu tun hat, wie se<strong>in</strong> Leben se<strong>in</strong> wird.C: Also wenn das Ihre Ansicht ist, müssen Sie e<strong>in</strong> Mensch se<strong>in</strong>, dem nichts an e<strong>in</strong>em schönenLeben liegt.AK: Wieso das?

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