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OCEAN7 2015-06

Zwei große Reportagen lesen Sie in dieser Ausgabe: Ein Törn mit Kindern im familienfreundlichen Ionischen Meer. Und einen ausführlichen Fotobericht der weltumsegelnden Pitufa-Crew von den Marquesas in der Südsee.

Zwei große Reportagen lesen Sie in dieser Ausgabe: Ein Törn mit Kindern im familienfreundlichen Ionischen Meer. Und einen ausführlichen Fotobericht der weltumsegelnden Pitufa-Crew von den Marquesas in der Südsee.

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www.ocean7.at

Unabhängiges YACHTMAGAZIN für Österreich

06/2015 November/Dezember

SY PITUFA auf den Marquesas

Schroff-schöne

Südseeinseln

Mit Kids im Ionischen Meer

Das Familienrevier

Mit News der Verbände YCA, MSVÖ und SFVS


3. BIS 6. MÄRZ 2011

3. - 6. MÄRZ 2016

ÖSTERREICHS BOOTSMESSE NR. 1

BOOTE YACHTEN TAUCHEN PADDELN ZUBEHÖR

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Editorial

Jahrmarkt

der

Eitelkeiten

Was für ein Sommer! Ich habe ihn großteils auf meiner kleinen,

alten Sunbeam S22, Baujahr 1973, am Wörthersee verbracht. Sie

segelt schnell und gut, ist in tadellosem Zustand, angenehm und

– der Größe entsprechend – bequem. Ein Boot, das ich einfach

nicht tauschen möchte. Auch wenn das Gerhard Schöchl, den

Sunbeam-Werftchef, ärgert: „Die waren alle viel zu gut gebaut. Die

halten ewig. Man müsste mit der Schubraupe drüber fahren“,

meinte er unlängst, als ich ihm von meiner Yellow Moon erzählte.

Mehrere Wochen war ich aber auch in anderen Revieren unterwegs,

in der Ägäis auf türkischer Seite, im Saronischen Golf und in Ionischen

Meer. Jetzt, im Herbst, kommen noch ein paar Wochen auf

den Kapverden dazu.

Dabei habe ich ganz hervorragende Schiffe von erstklassigen Charterfirmen

gesegelt. Im Ionischen Meer war es die Sun Odyssey 49

DS Evita aus der kleinen Flotte des Familienbetriebes Manos

Yachting. Ein perfekt gewartetes Schiff, ausgestattet mit allem, was

Segeln in diesem herrlichen, familiengerechten Revier mit Kindern

angenehm und sicher macht. Im Saronischen Golf

segelte ich einen Katamaran Nautitech 44 von

Multihull-Yachting (Bericht in OCEAN7 05/2015).

In der Türkei war ich bei lieben Freunden,

dem Ehepaar Gül und Taner Gümüs und

ihrer Firma Gena Yachting in Alaçatı nahe

der Millionenstadt Izmir, unterwegs auf

einer Bavaria 39. Was hier ganz besonders

ins Auge stach, war das hohe Wohlstandsniveau

des türkischen Mittelstandes.

In den Ferienorten an der traumhaft

schönen türkischen Ägäisküste zwischen

Alaçatı, Çesme, Foça und Ayvalık

trifft man kaum Europäer. Es ist das Urlaubsrevier

wohlhabender türkischer Familien. Davon

muss es inzwischen Tausende und Abertausende

geben. Elegant gekleidet, bescheiden, höflich,

mit vielen freundlichen und wohlerzogenen Kindern,

niemals laut herumgrölend, wie das europäischen Touristen

leider oft eigen ist.

In meiner Crew war eine Grundschullehrerin aus Hamburg, die

ihren Kindern die Hausaufgabe erteilt hatte, aus den Sommerferien

eine Ansichtskarte an die Klasse zu schreiben. Sie selbst wollte

natürlich diesen Auftrag auch erledigen. Ging aber leider nicht. Es

gab nirgends eine einzige Ansichtskarte zu kaufen. Nicht einmal

zuletzt am Flughafen.

Der Grund war bald gefunden: Kein Bedarf an Postkarten mehr,

die tagelang unterwegs sind. An jeder Ecke, in jeder Situation, ob

vor einer Hauswand, einem Denkmal, einer Bucht oder beim Restaurantbesuch

– überall wurden Selfies gemacht. Weit in den Fußgängerstrom

vorragende Selfie-Sticks wurden zu einem ernst zu

nehmenden Hindernis beim Bummeln über diesen Jahrmarkt der

Eitelkeiten - in der Türkei, in der griechischen Ägäis, im Saronischen

Golf und im Ionischen Meer gleichermaßen. Sogar in der Lufthansa-

Maschine, mit der wir nach Izmir unterwegs waren.

Jetzt wünsche ich Ihnen eine interessante und selfie-freie Lesezeit

mit dieser Ausgabe von OCEAN7 und den Revier-Reportagen, den

Menschen, die wir Ihnen vorstellen und den interessanten neuen

Booten und Yachten, die wir für Sie getestet haben.

Ganz herzlich,

Thomas D. Dobernigg

thomas.dobernigg@ocean7.at


06/2015 November/Dezember 4,50 EUR

Mit News der Verbände YCA, MSVÖ und SFVS

9 190001 016481

OCEAN7InhaltImpressum

www.OCEAN7.at

Inhalt

06/2015

November/Dezember

UNABHÄNGIGES YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

SY PITUFA auf den Marquesas

Schroff-schöne

Südseeinseln

Mit Kids im Ionischen Meer

Das Familienrevier

P. b. b. 12Z039473 M · OCEAN7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

Coverfoto: Giorgio Pahor

14

Rubriken

3 | Editorial

6 | OCEAN7-Panorama

8 | Best of

12 | OCEAN-Woman

66 | Bücherschapp

20

36

Revier

14 | Ionisches Meer

Familientörn mit Kindern

20 | Kara Adası/Türkei

Die Eselinsel

22 | Marquesas

Kulissen wie im Film

People

28 | Zwei Powerfrauen

Impressum

Medieninhaber: Satz- und Druck-Team GmbH | Feschnigstraße 232 | A-9020 Klagenfurt | Tel. +43(0)463/4619025

www.ocean7.at | redaktion@ocean7.at | office@ocean7.at

Firmenbuchnummer 105347 y | Landesgericht Klagenfurt | UID ATU 25773801

Jury-Mitglied

Anwendbare Vorschrift: Österreichische Gewerbeordnung, Mediengesetz (www.ris.bka.gv.at)

Geschäftsführer:

Wolfgang Forobosko

Chefredaktion:

Thomas D. Dobernigg, Lilienthalstraße 30 a, A-9020 Klagenfurt

Tel. +43(0)664/73622140, thomas.dobernigg@ocean7.at

Art-Direktion:

Catharina Pichler

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Fritz Abl, Alfred J. Boer, Christian Feldbauer, Birgit Hackl,

Bernd Hofstätter, Dr. Reinhard Kikinger, Kirsten Panzer,

Alexandra Schöler-Haring

Produktion:

Satz- und Druck-Team GmbH

Anzeigen:

Bernd Hofstätter, Tel. +43(0)664-5520932, b.hofstaetter@ocean7.at

Druck:

Satz- und Druck-Team GmbH

Einzelverkaufspreis:

Österreich 4,50 Euro

Abo-Preise:

Bezugspreis Inland für sechs Ausgaben: 25 Euro

Abo-Bestellung:

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Vertrieb:

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Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen einzelnen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung

außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der Zustimmung des Herausgebers. Die Ver wendung von Zitaten

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Geschäftsführer: Wolfgang Forobosko

OCEAN7 steht im Alleineigentum von

Satz- und Druck-Team GmbH, FN 105347 y

Unternehmensgegenstand: Druck bzw. Herstellung

von Druckwerken und Magazinen.

Grundlegende Richtung: OCEAN7 ist ein Magazin,

das sich an yachtsportinteressierte Österreicher richtet.

Verantwortlich für YCA-Mitteilungen

Yacht Club Austria, Generalsekretariat

A-4020 Linz, Lederergasse 88, www.yca.at

Verantwortlich für Mitteilungen

des Seefahrtsverbandes Süd

Seefahrtsverband Süd, 8052 Graz, Villenstraße 11,

0664/1512226, info@sfv-sued.at, www.sfv-sued.at

Verantwortlich für Mitteilungen

des Motorbootsport und

Seefahrtsverbandes Österreich

Motorbootsport und Seefahrtsverband Österreich,

Ketzergasse 30, 1230 Wien, msvoe@msvoe.at, www.msvoe.at

OCEAN7 ist ein Magazin der

GmbH


Aktuell

44

Jeder hat

seine Lieblingsyacht

Service

30 | News

32 | Boot Tulln 2016

So viel Neues!

34 | Der Sicherungsschein

Mehr Schein als Sicherung?

36 | Mönchsgeier

Mallorcas Meistersegler

43 | Biograd Boatshow

Kroatiens größte Bootsmesse

44 | Charter-Trends

Rückschau und Vorschau

Yachten

48 | News

50 | Agapi 950

Der SUV unter den Booten

54 | Sirius 40 DS

Ein Boot zum Bleiben

Verbände

58 | Seefahrtsverband Süd

60 | Yacht Club Austria

64 | Motorbootsport und

Seefahrtsverband Österreich

50

54

Wir sind

Vertragshändler für:

Yachtcharter

weltweit

Ausstellungshalle

in Kirchbichl/Tirol:

Sun Odyssey 419

Sun Odyssey 449

Sun Odyssey 519

Ab Dezember:

Sun Odyssey 479

Eignerversion

Hausmesse vom 12.–15.11.2015!

• Neuer, einzigartiger Revier-Katalog 2016

«Yachtcharter auf allen Meeren»

• Neue Yachten in Kroatien

(Pula, Murter, Split)

• Sun Odyssey 419 - 449 – 519

Dufour 410 – 450 – 500 – 560

• Katamarane von 40 bis 48 Fuß

• Neuer Revier-Führer «Kapverden»

• Neue Yachten auf den Kapverden

(Dufour 500 – 560)

• Yachten und Katamarane 39–56‘

• Hochseetörns im Frühjahr 2016

• Skippertraining in Pula

Mehr Infos: +43(0)5332/74291

charter@trend-travel-yachting.com

trend-travel-yachting.com


OCEAN7Panorama

Das Zeug

für einen

Sieger

Die Bavaria Sport 330 war ein echter Höhepunkt unter den neuen

Motoryachten des Jahres 2015! Sie ist schnell, geräumig und komfortabel.

In ihrer Kategorie bietet sie erstaunlich viel Platz unter und an Deck. All das

macht sie zu einem echten Siegertyp. Deshalb ist die Bavaria Sport 330 bei

dem großen internationalen Best of Boats Award 2015 BOB auch in der

Kategorie „Best for Family“ unter den Finalisten gereiht (komplette Liste auf

Seite 49). Das haben 15 professionelle Yachtjournalisten aus 14 europäischen

Ländern nach intensiven Tests entschieden. Für OCEAN7 hat Kirsten Panzer

die Sport 330 getestet (Bericht in OCEAN7, Ausgabe 05/2015). Die drei

Erstplatzierten in allen vier Kategorien werden am 25. November bei der

Boat & Fun Berlin bekanntgegeben.

www.bestofboats.com

Foto: Kirsten Panzer


Best of Boats Award


Bestof

Neu:

&

Style Sportgeist

Die neue kumacross 2.0 von adidas eyewear mit fröhlich farbigen Bügeln und buntverspiegelten

Scheiben sorgt für einen stylischen Look beim Sport und in der Freizeit.

Die Bügel sind in dezentem Schwarz oder fröhlich in Yellow, Flash Red, Green oder

Blue zu haben. Die gute Passform und der ultraleichte, bruchsichere Rahmen garantieren

idealen Halt und mit der hydrophoben Beschichtung (wasser-, staub- und

schmutzabweisend) ist die Sonnenbrille perfekt für jedwelche Aktivitäten. Mit herausragender

Technologie (inklusive zweifach verstellbaren Double-Snap Nose Pads) und

trendigem Design vereint die kumacross 2.0 Style und Sportsgeist. Im Optik- und

Sport fachhandel erhältlich.

www.adidas.com/eyewear

Schiff in Glas

Roswitha Gruber entwirft und fertigt in ihrem

Mattseer Atelier nicht nur sinnliche Venusfiguren,

zauberhafte Blumenelfen oder süße Erdbeeren,

sondern lässt sich oft auch von Wind und Wasser

inspirieren: In einer 1000 Grad heißen Flamme

formt die Glaskünstlerin aus bunten Muranoglas-

Stäben Perlen, die sie dann in der eigentlichen

Kunst des Verzierens mit maritimen Motiven

versieht und anschließend zu

einzigartigen Schmuckstücken

verarbeitet. Was vor rund zehn

Jahren als Freizeitbeschäftigung

begann, hat sich mittlerweile zu

einem vielbeschäftigten Kleinunternehmen

entwickelt, die

farbenprächtigen Unikate gibt’s im

Atelier in Mattsee, auf Kunsthandwerksmärkten

österreichweit oder

online. Gruber fertigt auf Anfrage

und nach Möglichkeit auch Ihr ganz

persönliches Objekt aus Glas.

www.stardustbeads.at

Allianz der

Starken

Vorbild ist die „Star Alliance“ – dieser

Zusammenschluss führender Fluglinien

rund um Lufthansa. Jetzt haben sich die

beiden führenden Charterunternehmen in

Kroatien und der Türkei zu einer „Nautic

Alliance“ verbunden. Klaus Pitter von der

österreichischen Pitter-Yachting: „Um einen

umfassenderen und besseren Service im

Yachtbereich bieten zu können, haben wir

zusammen mit unserem Charterpartner

Gena Charter&Yacht in der Türkei die neue

Yachting Plattform Nautic Alliance ins Leben

gerufen.“ Taner und Gül Gümüs von Gena

Yachting, dem seit 20 Jahren erfolgreich

in der Türkei tätigen Charterunternehmen

und Bavaria-Händler: „Die Nautic Alliance

definiert hohe Qualitäts-, Service- und Sicherheitsmaßstäbe.

Das Potenzial der 2016

noch in den Startlöchern stehenden Nautic

Alliance liegt im gemeinsamen starken Auftreten

und der gemeinsamen Vermarktung.“

Beide Unternehmen, sowohl Pitter

Yachting als auch Gena Yachting, sind

bei Yacht Pool gelistet.

www.pitter-yachting.com/at

www.gena-yachtcharter.com/de/

8 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Drei Sieger

Drei betagte Ladies aus Holz sind die Sieger einer

spannenden und langen Serie von Wettfahrten in

Spanien, Italien und Frankreich, der 37. Régates

Royales der Panerai Classic Yachts Challenge 2015.

Der imposante, 35 Meter lange Gaffelkutter

Moonbeam IV, Baujahr 1914, in der Kategorie Big

Boats, die 18 Meter lange Manitou aus den USA

(Kategorie Vintage) und die Il Moro die Venezia I in

der Kategorie Classic konnten die begehrten Trophäen

erobern und sich in die Ehrenliste des Panerai Classic

Yachts Challenge Mediterranean Circuit eintragen.

www.paneraiclassicyachtschallenge.com

Reviere

und mehr

Yachtcharter

auf allen Meeren

Willkommen an Bord!

Slowenien · Kroatien · Griechenland · Türkei · Italien · Frankreich · Spanien ·

Malta · Portugal · Nord-/Ostsee · Skandinavien · Kapverden · Azoren · USA/

Kanada · Baja California · Belize · Karibik · Thailand · Malaysia · Seychellen ·

Südsee · Tonga · Neukaledonien · Australien · Neuseeland

Revierinformationen · Törnvorschläge · Törnplaner

www.trend-travel-yachting.com

Es ist wieder die Zeit der neuen

Charter-Kataloge. Dabei macht das

Tiroler Familienunternehmen Trend

Travel & Yachting einmal mehr

Pionierarbeit. Ihr neuer Charterkatalog

ist bunt, übersichtlich und

mit seinen vielen praktischen Tipps,

Informationen und emotionalen

Fotos schon eher ein umfassender

Revierführer für nahezu alle wichtigen Charterreviere

der Welt. Dazu gibt es mittels QR-Codes rasch und einfach

Zugriff auf zahlreiche ausführliche Revier-Reportagen. Trend

Travel & Yachting, der neue Österreich-Händler der Weltmarke

Jeanneau, ist mit eigenen Schiffen und Stützpunkten und als

Charteragentur weltweit nahezu flächendeckend vertreten und

bietet viele Monohulls und Katamarane in Eignerversion.

www.trend-travel-yachting.com

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Bestof

Mit

gewinnen

Segelpoet

Bernard Moitessier gilt als

sprachgewaltiger Dichter,

grandioser Segler und eigenwilliger

Abenteurer. Jetzt ist

im Aequator Verlag „Tamata

– Erinnerungen eines Seglers“,

seine Autobiografie in

deutscher Sprache erschienen,

mit einem Vorwort von

Wilfried Erdmann.

Wir verlosen einen Band

unter allen Einsendungen.

Beantworten Sie folgende

Frage und mailen Sie die

Antwort bis 15. November

2015 mit dem Betreff „Tamata“ und

der Angabe Ihrer Post adresse an:

gewinnen@ocean7.at

Die Frage:

Wie hieß die legendäre Yacht Moitessiers?

Die Ziehung der Gewinner erfolgt unter Ausschluss der Öffentlich -

keit. Eine Barablöse der Gewinne ist nicht möglich. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen, Angaben ohne Gewähr. Mitarbeiter von OCEAN7

und deren Angehörige sind von der Teilnahme am Gewinnspiel

ausgeschlossen.

Sepp Höller, erfahrener Segler

und Eigner der fahrtenerprobten

Bavaria 39 Cruiser Aislinn,

überstand am 12. September

2015 einen orkanartigen Sturm

in der NAOK Marina in Kerkyr im

Ionischen Meer. „Spitzen über 50

Knoten, vier Meter hohe Wellen

peitschten an die Außenseite der

Betonmole. Diese Brecher ent -

wickelten sich zu Sturzbächen,

die mit voller Wucht auch in

mein Cockpit einschlugen. Ständig

war das Cockpit bis über die

Backskisten voll mit den überlaufenden

Brechern“, berichtet

Höller. Seine Yacht blieb nahezu

unbeschädigt, aber am Morgen

offenbarten sich die schweren

Zerstörungen an anderen Schiffen:

Drei Segelyachten waren am

Ufer, die 40 Meter Luxusyacht

Jelena auf einem Felsen gestrandet,

Öl floss aus. Die Segelyacht

eines Weltumseglers war total

auseinandergebrochen.

Orkan

über Korfu

Foto: Sepp Höller

Segeln weltweit

The Moorings präsentiert den neuen Charterkatalog für die Saison 2016 mit Neuigkeiten für

seine Segel- und Motoryachtflotte. In der Karibik – Schwerpunkt Britische Jungfern inseln –

werden mehr als 20 neue Monohull-Modelle eingesetzt. Auch beim Produkt Crewed Yacht

Charter hat The Moorings ab nächster Saison neue Angebote im Programm. Insgesamt

investiert The Moorings für die kommende Saison 50 Millionen US-Dollar in die

Entwicklung und den Bau neuer Charter yachten. In der Motoryachtflotte wird der

neue Moorings 433PC mit drei Kabinen ab November 2015 auf den Britischen

Jungferninseln und ab Februar 2016 auf den Bahamas verfügbar sein. Viel Neues

auch in den Revieren Kroatien, Griechenland, Türkei und Süditalien.

www.moorings.de

eigene Basen in Kroatien

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Tel. +43 7234 84545, Fax +43 7234 84545-20

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10 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


I

App

Klicktipp:

BordkassenApp

Diese iPhone-App von Master-Yachting Deutschland macht das Leben jedes

Kassenwartes auf Törns außerhalb der Euro-Zone deutlich leichter: Automatisch

werden verschiedene Währungen umgerechnet und die Bordkasse wird

immer auf den aktuellsten Stand gebracht. Am Ende der Reise rechnet die

App sekundenschnell aus, wer noch was einzahlen muss

oder wer Guthaben ausbezahlt bekommt. OCEAN7 hat die

App bei einem Türkei-Törn getestet und war begeistert.

Das Urteil: 3,99 Euro, die sich bezahlt machen!

www.master-yachting.de

Alte Denker

Wir sitzen alle im

gleichen Boot.

Wir müssen alle

zusammen fahren.

Eine zweite Arche

Noah bekommen

wir nicht.

Marinelook

modern

Phil Bosmans, belgischer Ordenspriester und Schriftsteller (1922–2012)

Rugger, die Sub-Marke des Traditionsbrands GANT mischt für den kommenden Frühling

die maritimen Looks frisch auf. Anstatt der altbekannten Anker- und Tauwerkmuster

wird hier eine zeitgenössische, frische Linie für Sie und Ihn vorgestellt, Rugger nennt

es „Moderne Marine“. Leichte Woll- und Kaschmirstoffe und Flanell werden dabei mit

klassischen Elementen wie Streifen und Smoking-Details gemixt. Entstanden sind lockerflappig

tragbare und mit jedwelchen Basis-Stücken kombinierbare Teile, die nicht nur sehr

angenehmen Tragkomfort sondern auch optisch einen eigenen Stil demonstrieren. Mehr

davon im Onlineshop oder aber zum Angreifen in den GANT-Läden.

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anchor drops!

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November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 11


OCEAN7Kolumne

Alexandra Schöler ist

WOMAN@ocean7.at

Kürzlich kam in der Werft ein Seglerfreund vorbei und fragte, ob wir dabei

sein könnten, wenn sein Schiff gekrant wird. Einfach so. Falls noch ein

Der

paar Hände benötigt würden. Zum x-ten Mal gekrant und immer noch

nervös! Ziemlich typisch, finden Sie nicht?

Kran kommt!

Ich erinnere mich gut, als ich das ersten Mal beim Kranen

unserer Risho Maru dabei war. In Griechenland, in einer mittelgroßen

Werft mit einer sehr kleinen Box, die für einen Katamaran

mit einem Außenboder ohne Möglichkeit im Stand zu

drehen, schnell zu klein wurde. Natürlich fegte ein starker Wind

und natürlich drückte die Strömung auch noch von der Seite.

Ich hatte mich nicht nur in den Skipper, sondern auch in dieses

Schiff verliebt und konnte mir unmöglich vorstellen, wie unser

Liebstes je an Land stehen könnte, vor allem jemals in diesem

seltsamen Gefährt auf vier Rädern mit zwei Gurten hängen

sollte – die mich an diverse Transporte meines Pianos in Wien

erinnerten. Nur natürlich größer und viel stärker. Hoffentlich.

Mein Skipper schien ruhig und konzentriert. Etwas sehr konzentriert

für meinen Geschmack. Vielleicht doch nervös? Hatte

er mir doch nicht alles über das Kranen erzählt? Gut nur, dass

dieses erste Mal vor YouTube-Zeiten passierte. Ich hatte also

keine Bilder vor mir von ins Wasser kippenden Schiffen, von

Mobilkränen begraben, zerschmettert, zerhackt, auf Grund

gesetzt.

Immerhin schafften wir es unter Müh’ und Not in die Mini-Box.

Heutzutage – das heißt seit diesem Sommer – blitzt unter unserem

Schiff ein zweiter Außenborder und das Beste an diesem

Ersatzmotor ist seine Fähigkeit, uns bzw. unser Schiff im Stand

zu drehen und das Bauchweh vor dem Kranen um einige Prozent

zu reduzieren.

Damals lagen wir endlich in der Box und bevor sich mein bis

zum Hals klopfendes Herz wieder beruhigen konnte, jagte mir

ein Schauer über den Rücken, ausgelöst vom Lärm eines sich

nähernden Gefährts – auch Travel Lift genannt.

Mein Skipper hatte mir am Vorabend, um mich zu entspannen,

bei einem Gläschen griechischen Weins erzählt, dass er sein

Schiff schon auf die abenteuerlichsten Arten in das und aus dem

Wasser geschafft hatte. Höhepunkt war sicher in einer winzigen

Marina im Ionischen Meer gewesen, mit einem Traktor, der das

Schiff über eingeseifte Planken gezogen hatte. Als das Schiff

wieder ins Wasser musste, wurden einfach die Kiele eingeseift

und ab ging es die Rutsche runter! Auch ein Autokran war bereits

zum Einsatz gekommen. Hätte der Kapitän damals eines

12 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


OceanWoman

dieser „Yacht fällt vom Kran“-Videos gekannt – lieber hätte er

sein Schiff eigenhändig aus dem Wasser gezogen!

Auf unserer Weltumsegelung waren uns natürlich auch einige

Kranmethoden untergekommen. In Curaçao in der holländischen

Karibik befand sich die Marina hinter der Ölraffinerie. Das Wasser

hatte Farbe und Geruch derselben, nichtsdestotrotz erschien

der Besitzer der Marina im Neoprenanzug und mit Taucherbrille

und tauchte unter unserem Schiff in dieser Brühe, um es auf einer

Art Anhänger richtig zu positionieren. Der wiederum wurde von

einem traktorähnlichen Gefährt aus dem Wasser gezogen.

In Neuseeland wurden wir auf einem hydraulischen Trailer bei

strömendem Regen per Bagger aus der Box gezogen. Der Marina-Angestellte

Cullum war in Ölzeug aus den 1950er Jahren

gekleidet und sah aus, als könne ihn nichts erschüttern.

In Malaysia mussten wir glücklicherweise nicht aus dem Wasser,

bewunderten aber die schönen Marinas und Werften und ein

Fahrungetüm namens „Sea Lift“, das alle Yachtbesitzer glücklich

machte, weil auf Gurte verzichtet wurde.

Verständlich – die Geräusche, die ein Schiff von sich gibt, wenn

es mit Gurten gehoben wird, sind angsteinflößend. Ein Quietschen,

Knarzen und Raunzen, das selbst gestandene Seebär -

innen und Seebären erzittern lässt. Betrachtet man epische

Kran-Desaster, sind es immer die Gurte, die versagen, oder

besser die Gurtanleger, die nicht wissen, wo genau man denn

so einen Gurt platzieren sollte. Ein durch Gurte rutschendes

Schiff, ein in Gurten gefährlich schwingendes Schiff, ein von

Gurten gezweiteiltes Schiff. Es gibt inzwischen an manchen

Schiffen Plaketten, die darauf hinweisen, wo die Gurte liegen

sollten. Eine bekannte Schiffsversicherung rät auf ihrer Website,

das Schiff im Kran zu fotografieren und es dem Kranfahrer zu

zeigen. Aber wer schafft schon bei all dieser Aufregung, den

Fotoapparat oder das Handy nicht auf dem Schiff zu vergessen?

Erstmals übrigens fragten wir diesen Sommer den Kranfahrer unserer

Marina, wie oft denn der Kran gewartet wurde. Die Antwort:

alle drei Monate – nach Bedarf. Nach Bedarf? Was muss denn

passieren, damit Bedarf … Ach, lassen wir das Thema besser …

All das wusste ich natürlich damals in Griechenland nicht. Ich

hätte vor Freude springen können, als unser Schiff endlich an

Land stand, fürchtete mich aber gleichzeitig vor dem ins-Wasserheben

einige Monate später.

Heute geht’s mir nicht anders, auch wenn ich inzwischen nach

außen hin Contenance bewahre und seemänisch cool vor mich

hinblicke.

So wie die meisten Skipperinnen und Skipper – oder?

Kroatien

Weitere Basen in der TÜRKEI

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OCEAN7Revier

Das südliche Ionische Meer ist ein

abwechslungsreiches Revier mit

kurzen Distanzen, wundervollen

Buchten und bezaubernden

Hafenorten. Perfekt geeignet

für Familientörns mit Kindern.

OCEAN7 hat es getestet.

Können

Text: Thomas D. Dobernigg

Fotos: Thomas und Tim Dobernigg

beißen?


Ionisches Meer

Besser kann eine Segelreise nicht beginnen!

Gleich hinter dem engen, gut betonnten Kanal

von Lefkas rollte ich die Genua aus und Evita,

die elegante, dunkelblaue Sun Odyssey 49 DS

aus der Flotte von Manos Yachting, rauschte

mit mehr als sieben Knoten platt vor dem Wind

ihrem Ziel entgegen. Das hieß Spartachori auf

der Insel Meganisi im Ionischen Meer und war

in eineinhalb Stunden erreicht. Eine ideale Distanz

auf See, wenn man mit zwei Kindern unterwegs

ist.

Mit großen Augen bestaunten die beiden Kids,

Jannick (5) und Tim (9), die großen Schiffe, die

uns unterwegs begegneten, waren hellauf begeistert

vom tiefblauen Meer und den üppig

grünen Wäldern, die bis an die Küstenlinie

heranreichten.

Wir bogen in die weite Bucht von Spartachori

ein, ich ließ Tim die Maschine starten und rollte

mit der elektrischen Winsch das Vorsegel weg.

Auf dem Steg vor der Taverne Porto Spilia

sprangen zwei Männer in ein Schlauchboot

und brausten unserer Evita entgegen. Es waren

Babis, der Tavernenwirt und sein Sohn. Beide

gingen uns hilfreich zur Hand, um das Anlegen

der großen Yacht bei stärkerem Wind von der

Seite zu unterstützen. Mit wenigen gekonnten

Handgriffen waren die Leinen belegt und die

Mooring durchgesetzt.

Wir genossen ein exzellentes Abendessen mit

herrlich gegrilltem Seebarsch; der Hit bei Jannick,

unserem Jüngsten an Bord, war jedoch

der Oktopussalat, der ab sofort zu seinem Lieblingsessen

wurde. Noch ein Mythos zum Abschluss,

dann brachte Babis den obligaten Uzo

und eine Obstplatte als Geschenk des Hauses.

Vor dem Ablegen am nächsten Tag stieg die

Crew der Evita noch die Steinstufen und den

schattigen Waldweg hinauf in den malerischen

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 15


OCEAN7Revier

Kurze Distanzen

zwischen den Inseln

1

Ort Spartachori oben auf dem Hügel. Der Ausblick auf die Bucht

und das Farbenspiel im Meer ist eindrucksvoll und sollte keinesfalls

versäumt werden. In Michael Radspielers sonst so verlässlichem

Revierführer wird der Aufstieg als mühsam, schweißtreibend

und weit geschildert – ich weiß allerdings nicht, wo Radspieler

da unterwegs war: Es ist eine leichte, kurze, angenehme

Wanderung. Vor allem den Kindern machte sie großen Spaß.

Gangway als Sprungbrett. Dann lockte die

Aussicht auf eine weitere kurze Etappe unter vollen Segeln in

die nächstgelegene Ankerbucht zum Schwimmen die beiden

Kids. In dem glasklaren Wasser mit freiem Blick auf den Sandgrund

war vor allem der neunjährige Tim von einer ganz speziellen

Einrichtung der Evita angetan: Er fuhr die hydraulische

Gangway per Knopfdruck elektrisch ganz aus, sodass ihr äußerstes

Ende rund zwei Meter über der Wasserlinie stehen blieb.

Von dort sprang er immer wieder in das badewannenwarme

Ionische Meer, während Jannick, der Kleine, noch mit Schwimmflügeln,

schwamm, tauchte und immer wieder fragte, ob es hier

wohl keinen gefährlichen Oktopus gibt, der ihn beißen kann.

Den hat er mariniert als Salat lieber, ihm im Wasser begegnen

möchte er eher nicht.

Ein weiterer Badestopp nach kurzer Fahrt am NE-Kap der Insel

Kalamos begeisterte zwar die Kinder restlos, nahm uns aber

leider die Chance, im engen Hafen Kalamos einen Liegeplatz

zu bekommen. Der war restlos überfüllt.

Also keine Taverne, kein Oktopussalat für Jannick, kein gegrillter

Fisch für die Crew, dafür eine zauberhafte, sternenklare Nacht

vor Anker in der weiter südlich gelegenen One House Bay auf

Atokos. Ein Kieselstrand, viel Grün und im Süden der Bucht eine

steil und hoch aufragende weiße Felswand mit interessanten

Schichtungen machten auch diesen Abend zum absoluten Erlebnis.

Das Mythos wurde eben an Bord getrunken und ein

einfaches Risotto aus der Bordküche der Evita gegessen.

Der unvermeidliche Ankersalat. Aus Erfahrung

schlauer geworden, legten wir nach einem Strandspaziergang

und morgenlichen Schwimmen früh ab und waren bereits

kurz vor 11 Uhr im Hafen von Kioni auf Ithaka. Genau der

richtige Zeitpunkt, denn etliche Yachten verließen gerade ihre

Plätze an der Mole. Riesengebrüll und wildes Gestikulieren von

den anderen Yachten, als wir mitten im Hafenbecken unseren

2

1 Blick vom Dorf Spartahori nach Norden

2 Der schattige Waldweg auf Meganisi

3 Tauchen mit Schwimmflügeln kann auch nicht jeder ...

4 Der Steg vor der Taverne Porto Spilia

5 Eindrucksvoller Ankerplatz auf Atokos

6 Evita – eine Yacht mit eigenem Sprungbrett

16 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Lefkas

LEFKADA

Spartachori

MEGANISI

Kalamos

Kalamos

3 4

Arkoudi

KaSTOS

ATOKOS

Fiskardo

Ithaka

Kioni

Kefalonia

5

Anker fallen ließen. Angst vor einem Ankersalat war der

Grund. Der ist in den engen Stadthäfen auf den Ionischen Inseln

vorprogrammiert. So war das auch in unserem Fall und prompt mussten

wir eine halbe Stunde später das Manöver erneut fahren, als eine andere

Yacht ablegte.

Schließlich lagen wir neben einer betagten, schönen Jeanneau unter österreichischer

Flagge mit dem Namen Caramel2 und einer Familiencrew aus

Niederösterreich, die ebenfalls mit zwei Kindern an Bord unterwegs war.

Nach einem gemeinsamen Eisessen beschlossen die nunmehr vier Kinder,

ab sofort „beste Freunde“ zu sein. Sie gingen neben dem Hafen des sehr

reizvollen Ortes Kioni gemeinsam zum Schnorcheln, bewunderten einen

harpunierten Skorpionsfisch und angeregt durch die neuen Freunde und mit

einiger Überredungskunst von deren Mutter Hedwig wagte sich Jannick

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Fakten OCEAN7Revier

über Griechenland

Wir waren im Ionischen Meer segeln. Wunderbare Inseln, herrliche

Badebuchten, glasklares Wasser – und vor allem liebenswerte

Menschen. Von einer Krise spürten wir als Touristen nichts, aber

schon gar nichts.

Naja, vielleicht doch. Vielleicht sind die Griechen auf den Inseln

zu den Urlaubern noch einmal um eine Spur freundlicher, hilfsbereiter,

entgegenkommender geworden, weil sie jetzt von der Politik,

dem Staat und der EU in eine verzweifelte Enge getrieben

werden und sie genau spüren, dass sie Eigeninitiative übernehmen

müssen.

Ein paar Fakten. Es funktioniert im Land alles. Alles ohne

jede Ausnahme. Es gibt Geld bei den Banken und Geldautomaten,

günstigen Sprit an den Tankstellen, Lebensmittel in den Läden und

Supermärkten und hervorragendes Essen in den zahlreichen Tavernen.

Die Wirte schlagen die für Griechenland dramatisch erhöhte

Mehrwertsteuer von elf auf 23 Prozent nicht auf die Endpreise

um. Ein Umstand, den man durch ausreichend Trinkgeld

ausgleichen sollte.

„Die Erhöhung trage ich selbst, weil ich diesen Preissprung den

Touristen nicht zumuten kann“, sagt Nicolas, der Chef der grandios

auf dem Hügel über dem pittoresken Hafen gelegenen Nicolas

Taverna in Fiskardo auf Kefalonia. Eine Aussage, die auch Babis

Konidaris von dem Restaurant Porto Spilia in Spartachori auf Meganisi

trifft. Bei ihm gibt es neben dem exzellenten frischen Fisch

auch gratis Liegeplätze an seinem Steg mit Mooringleinen, Wasser

und Strom. Und die perfekte Unterstützung beim Anlegen.

Manos Yachting – der Flottenbetreiber. „Unsere

Gäste sollen einen unbeschwerten Urlaub genießen und wir

werden alles dafür tun, dass es auch so bleibt“, sagt Manos Tsoutsoudakis,

Seniorchef des Charterunternehmens Manos Yachting.

Das Familienunternehmen mit Sitz in Lefkas hat Manos gemeinsam

mit seiner Frau Rena aufgebaut hat und führt es gemeinsam mit

seinen Kindern Antonis, Isidoris und Evita. Service und Qualität,

die Manos Yachting bietet, sind nahezu einzigartig. Wir segelten

die Sun Odyssey 49 DS, Baujahr 2006, in einem Zustand, als wäre

sie bestenfalls ein halbes Jahr alt. Mit allem an Bord, was das Segeln

erleichtert und sicher macht – von 100 Meter Ankerkette bis

hin zur elektrischen Gangway. Am beeindruckendsten jedoch war

die Herzlichkeit jedes einzelnen Familienmitgliedes. Hier hatte ich

von der ersten Sekunde an das Gefühl, bei guten Freunden angekommen

zu sein. Die Sun Odyssey 49DS Evita kostet ab 2.660

Euro/Woche. www.manosyachting.com

Master Yachting – der Reiseplaner. Komplett,

von der kompetenten Erstberatung über die Anreise bis zur perfekt

geeigneten Segelyacht, organisiert Master Yachting Deutschland

alles. Die elf Mitarbeiter der 1990 von Andrea Barbera gegründeten

Agentur bieten jedem Kunden ein maßgeschneidertes Paket bis

hin zu Flügen, Fährverbindungen, Hotels und Transfers. Die

Master Yachting GmbH, seit 2008 Teil der TUI-Gruppe, bietet

weltweit eines der umfangreichsten Yachtcharterangebote an Segelyachten,

Katamaranen und Motoryachten an. In mehr als 30

Revieren und in über 20 Ländern umfasst das Angebot ca. 9.000

Yachten. www.master-yachting.de

18 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015

endlich erstmals ohne seine Schwimmflügel ins Wasser. Und siehe da,

was wir alle außer ihm bereits wussten: Er konnte bestens schwimmen

und vor allem Tauchen und Schnorcheln begeisterten ihn. Ein echter

Erlebnis-Höhepunkt für den Fünfjährigen.

Der nächste Tag brachte uns wieder in eine Ankerbucht im Süden der

Odysseus-Insel Ithaka, in die Ormos A. Andreou, wo wir vor Anker mit

Heckleine lagen. Schwimmend, mit dem Dinghi und kletternd über

schroffe Felsen am Ufer wurde die Umgebung in allen Einzelheiten erkundet.

Tim genoss es voller Stolz, dass ich ihm erlaubte, alleine kleine

Runden mit Dinghi und Außenborder zu fahren, während Jannick begeistert

über Felsen kletterte und seine neuen Fähigkeiten als Taucher

und Freischwimmer testete.

Die neuen besten Freundschaften zu Lea und Gregor, den beiden Kindern

von der Caramel2, ließen uns keine Wahl – wir mussten den Törnplan

umwerfen und so verbrachten wir die beiden letzten Törntage im

Ionischen Meer in dem idyllischen Fiskardo auf Kefalonia. Dort wanderten

beide Crews – Evita und Caramel2 – über einen schattig schönen

Waldweg, vorbei an alten Ruinen, in eine nördlich des Ortes gelegene

Badebucht mit feinem Sandstrand und einem kleinen Kiosk. Tim entdeckte

gemeinsam mit seiner neuen Freundin Lea sogar eine interessante

Grotte im Felsen, in die beide hineinschwimmen konnten.

4


Ionisches Meer

Badebuchten

voller Abenteuer

sondern interessierte sich intensiv für die Navigation, wollte auf

der Seekarte genau erklärt haben, wo wir unterwegs waren und

wie das mit dem Kurshalten nach dem Kompass funktioniert.

Jannick war schon von der Anreise mit der Anek Superfast-Fähre

von Ancona nach Igoumenitsa restlos begeistert und angeregt

von seinem großen Bruder auch mit Eifer dabei, die Yacht zu

steuern. Am meisten allerdings erfüllte ihn die Tatsache mit Stolz,

dass er jetzt frei schwimmen und tauchen konnte.

1 2

3

Die Bilanz der Kids. „Es war einfach toll“, ist im

Grunde das kurze Ré su mé beider Buben. Noch bei einem

ersten Törn zwei Jahre zuvor in Kroatien war Tim, der größere,

nicht rundum so begeistert. Er wünschte sich damals

mehr Bewegung, mehr Wanderungen, mehr Inselgänge.

Diesmal gab es davon genug. Auch waren die Tagesetappen,

unterteilt durch manche Badestopps in verschiedenen Ankerbuchten,

genau richtig lang – oder besser gesagt genau

richtig kurz.

Tim, der wenige Wochen vor dem Törn

seinen zweiten Opti-Kurs absolviert

hatte, war nicht nur voll konzentriert

beim Steuern der großen Yacht,

1 Blaues Meer und weiter Blick

2 Der quirlige Hafen von Fiskardo

3 So sehen Segler aus …

4 Evita und Caramel2 in Kioni

5 Spaß am Ruder

6 Emplysi auf Kefalonia

7 Bordalltag – Fender einholen

8 Warten auf die große Fähre

5 6 7 8

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 19


OCEAN7Revier

Besuch

Text und Fotos: Thomas D. Dobernigg

bei den wilden

Eseln

Im Grunde

genommen ist es

ja fast nur „um die

Ecke“ – die Fahrt

aus dem mondänen

türkischen Alaçatı

zur Kara Adası,

dieser idyllischen

und ruhigen kleinen

Insel im Norden

von Çesme, gleich

gegenüber dem

griechischen Chios.

Rund 22 Seemeilen

sind es lediglich,

aber die können es

in sich haben – im

Hochsommer, wenn

der Meltemi mitunter

stark böig bis zur

Sturmstärke weht.

Dafür entlohnt die Kara Adası – wenn erst

einmal der Anker gefallen ist – alle seglerischen

Mühen mit herrlichen Sandstränden in

mehreren tief einschneidenden Buchten, zahllosen

Olivenbäumen und ihrer ganz besonderen

Spezialität – hunderten auf ihr lebenden

Eseln.

Im Scheitel der mittleren Bucht gibt es einen

Brunnen, zu dem die Tiere abends zur Tränke

kommen. Ein idyllisches, fast biblisch anmutendes

Bild. Erst aber erlebten wir einen gehörigen

Schrecken, kaum dass wir mit dem Dinghi angelandet

waren: Plötzlich stand ein zaundürrer, nur

mit Shorts bekleideter Türke vor uns, in der

Hand ein deutlich abgenutztes und wohl kampferprobtes

Sturmgewehr. Ganz geheuer war uns

die Situation nicht, und so entschlossen wir uns

nach ein paar schnellen Fotoaufnahmen, mit dem

Dinghi rasch wieder zur Yacht zurückzufahren.

Doch ein lauter Ruf des bewaffneten Mannes

stoppte uns. Er gestikulierte heftig in Rich-

20 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Türkei/Kara Adası

tung Inselinneres, gab unmissverständliche Zeichen, mit ihm

mitzukommen. „Esek“, wiederholte er immer wieder. „Esek“.

Das ist das türkische Wort für Esel. Und er führte uns zu einer

Futterstelle, wo wohl an die hundert dieser grauen Tiere auf ihr

abendliches Fressen und die Fütterung durch ihn warteten.

So ganz im Gegensatz zu seinem ersten bewaffneten Auftreten

erwies sich der Mann als freundlicher Behüter des Naturschutzgebietes,

das diese Insel darstellt, präsentierte uns stolz die

jüngsten Esel-Babys und holte schließlich ein neugeborenes,

gerade ein paar Stunden altes Lamm, das er liebevoll in seinen

Armen herumtrug und uns schließlich zum Halten gab.

Nach dem Besuch bei den wilden Eseln fuhren wir weiter nach

Norden in den schönen, alten Hafenort Foça mit den vielen

Inseln vor seinen Toren und seinen Dutzenden erstklassigen

Fischrestaurants, dann in das Fischerdorf Dalyanköy, meinen

erklärten Lieblingsort an der türkischen Ägäisküste, und schließlich

nach Sigacik mit der schönen Altstadt, seiner Stadtmauer

und den vielen bunten Fischerbooten.

Überall an diesem Küstenabschnitt, im Gegensatz zur touristisch

eher überlaufenen Südküste, trifft man hier fast ausschließlich

auf junge, elegant gekleidete türkische Familien, die mit ihren

Kindern Urlaub am Meer machen. Es sind nur wenige Yachten

unterwegs. Vor den durchwegs erstklassigen Restaurants stehen

keine „Keiler“, die einen in allen Sprachen dieser Welt anmachen

und fast in die Lokale zerren. Kellner beraten Gäste seriös

und unaufdringlich, in getrennten Vitrinen werden Fische aus

Wildfang und solche aus Fischzuchten angeboten, zu fairen

Preisen. Der Gast kann in Ruhe wählen.

CHIOS

OINOUSSES

Wir waren zum wiederholten Mal mit der inzwischen zehn Jahre alten

Fortune unterwegs, einer Bavaria 39 aus der erlesenen und sehr

umfangreichen Flotte von Gena Yachting in Alaçatı, die sonst nur die

allerneuesten Modelle von Bavaria verchartern – in allen Größen, von

der Bavaria 33 bis hin zu dem Bavaria-Flaggschiff, der Cruiser 56.

Die Fortune ist ein erprobtes, bestens ausgestattetes und gepflegtes

Fahrtenschiff mit allem, was sich ein Segler wünscht – von neuen

Segeln über einen guten Anker mit ausreichend Kette, Kartenplotter,

Farbradar und was es sonst noch so an sinnvoller Elektronik gibt.

Gül und Taner Gümüs, die Eigentümer von Gena Yachting, haben in

Deutschland Sportwissenschaften studiert und sprechen perfekt

deutsch. Ihr Charterunternehmen ist seit nun 20 Jahren seriös im

Chartergeschäft und betreibt ein flächen deckendes Netz an Stützpunkten

von Alaçatı an der Westküste bis Göcek im Golf von Fethiye

an der Südküste. Als erfolgreichster Bavaria-Händler bietet Gena

Yachting neben der fast schon nostalgisch-erprobten Bavaria 39

Fortune die gesamte Palette an den neuesten Bavaria-Modellen und

dazu die Nautitech Open-Katamarane. Wochenpreise ab 1.200 Euro.

www.gena-yachtcharter.com

PASAS

Kara Adası

Ildır

Çesme


OCEAN7Revier

Die Marquesas, die Südsee. Welch klingende Namen.

Davon träumt jeder Fahrtensegler. Die Crew der

SY Pitufa war dort und berichtet für OCEAN7.

Marquesas:

Südseesc

Vertikale Klippen, schwarze Felstürme und steile Gipfel, dazwischen üppige

Täler und unzählige Wasserfälle – die nordöstlichste Inselgruppe Französisch-Polynesiens

ist an Schönheit kaum zu überbieten. Doch die Attraktionen

dieser vierzehn schroffen Vulkaninseln erschließen sich dem Besucher

nicht so einfach, man muss sie sich im Kampf gegen unvorhersehbare

Winde, rollige Ankerplätze und blutrünstige Insekten erst verdienen.

Fatu Hiva – zwischen Penissen und Jungfrauen.

Von Süden kommend erreichen wir als erstes Fatu Hiva.

Schon die Silhouette der Insel ist beeindruckend: Wie eine uneinnehmbare

Festung erheben sich die steilen Ufer aus dem Pazifik,

auf der nur 16 Kilometer langen Insel wirken die über 1.000

Meter hohen Gipfel gigantisch. Die Steilküste ist unzugänglich,

die Brandung bricht ungebremst an den Klippen, denn um die

2


Marquesas

Schroff-spröde

1

„Baie des Vierges“ (Jungfrauenbucht). Auf der Karte wirkt die

Westseite der Insel gut geschützt gegen den vorherrschenden

Ost- bis Südostpassat, doch irgendwie schafft es die mächtige

Pazifikdünung rund um die Insel herum und direkt in die Bucht

hinein, Fallwinde stürzen aus verschiedensten Richtungen von

den Bergen. Dieses Phänomen wird uns auch auf den anderen

Ankerplätzen noch einiges an Nerven und auch den Schlaf

rauben. Nachdem wir einen Heckanker ausgebracht haben, um

Pitufas Heck in die Dünung zu halten, machen wir das Dinghi

klar für einen Landausflug.

Wir spazieren durchs Dorf, die niedrigen Hütten verbergen sich

hinter duftenden Frangipani- und Hibiskusbüschen, die mit

Früchten überladenen Zitronen-, Pampelmusen- und Brotfruchtbäume

vermitteln den Eindruck eines Garten Eden. Wir

sehen aber nur wenige Anzeichen von gezieltem Obst- oder

Gemüseanbau, dafür locken unzählige Schilder mit Verkauf von

Kunsthandwerk. Zwar gibt es keinen Flughafen auf Fatu Hiva,

doch mit Segelbooten und Kreuzfahrtschiffen kommen genug

Touristen hierher, dass sich die Einheimischen auf diese Geldquelle

spezialisiert haben. Die Männer schnitzen Tikis (Statuen

mit menschenähnlichen, dämonisch oder außerirdisch angehauchten

Zügen), doch diese zieren nicht wie früher die Tempelplattformen,

sondern werden an Touristen verkauft. Die

Frauen fertigen aus Baumrinde Tapa, ein pergamentartiges

Material, das je nach Baumart weiß, hellbraun oder dunkelbraun

schimmert. Traditionell wurde daraus Kleidung herge-

hönheiten

Text: Birgit Hackl

Fotos: Christian Feldbauer

relativ jungen, vulkanischen Inseln hat sich kein Saumriff gebildet.

Nur an der Westseite schmiegen sich zwei Siedlungen

in schmale Täler. In den schmalen Buchten davor befinden sich

auch die zwei Ankermöglichkeiten.

Wir suchen vor dem Dorf Hanavave lange nach einem Platz,

denn der Grund fällt steil ab, auch nahe dem Ufer zeigt das

Echolot über 20 Meter, gleich daneben 30 und der Anker rattert

ein ums andere Mal über Felsen. Wie hier in der Hochsaison

20 oder noch mehr Segelboote Platz finden sollen, ist uns

schleierhaft. Endlich hält der Anker und wir bestaunen den

Ausblick. Rund um die Bucht erheben sich schwarze Basalttürme

in den Himmel, klar, warum Seefahrer die Bucht „Baie

des Verges“ (Penisbucht) nannten. Später kommende Missionare

hatten an dieser Idee wenig Freude und entschärften den

Namen kreativ mit der Zugabe nur eines einzigen Buchstaben:

stellt, doch heute bemalen die Frauen die Tapas kunstvoll und

verkaufen diese Bilder ebenfalls zu hohen Preisen.

Als Antwort auf unser „Bon jour“, rufen die Leute „Ka oha!“,

der Gruß mit dem hart angeschlagenen „K“ und den halb verschluckten,

kurzen Vokalen klingt im Vergleich mit den sanften

Grußformeln „Ia orana“ in Tahiti und dem „Ena korua“ auf den

Gambier barsch und unmelodisch. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts,

als die ersten europäischen Schiffe Polynesien anliefen,

empfingen die Marquesianer die Fremden weniger gastfreundlich

als die blumenbekränzten Tahitianer und hatten bald

einen schlechten Ruf als wilde, menschenfressende Krieger. Sie

widersetzten sich lange den Missionaren und beharrten auf

1 Nuku Hiva – Hakatea-Bucht

2 Traditionelle Tätowierungen

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 23


Motu one

OCEAN7Revier

Hatutu

Eiao

Motu iti

ihrer eigenen Kultur. Bis heute wirken die Trommeln,

Gesänge und Tänze wilder und authentischer als auf den

Gesellschaftsinseln, großflächige Tätowierungen in traditionellen

Motiven am Körper, aber auch im Gesicht sind weit

verbreitet und man hört noch mehr Marquisienne als Französisch.

Tahuata – Mango island. Als nächstes liegt die

kleine Insel Tahuata auf unserer Route. Auch hier windet sich

die Dünung ums Land herum in die Ankerbuchten auf der

Westseite, doch wir haben Glück, das Meer ist gerade relativ

ruhig und so können wir alle Ankerplätze besuchen. Das nährstoffreiche

Wasser um die Marquesas zieht Meeresbewohner

aller Art an. Eine Gruppe Delfine besucht uns in der Bucht,

zieht einen Nachmittag lang um Pitufa ihre Kreise und begeistert

uns mit Kunstsprüngen. Auch riesige Mantarochen schwimmen

bis direkt in die Buchten hinein.

Der Fischerhafen des kleinen Dorfs Hapatoni wird von einem

hohen Wellenbrecher geschützt, Mahnmal der Gewalt des

Pazifik und praktische Anlegestelle. Das Dorf selbst entzückt

uns mit seinem herausgeputzten Charme, es scheint, als wäre

ein Wettbewerb um den hübschesten Garten im Gange. Obst

und Gemüse für den Eigengebrauch, daneben Plantagen mit

Nonibäumen und Kokospalmen. Nonisaft und Copra sind die

Haupteinnahmequelle Tahuatas. Der Großteil des Copra wird

per Versorgungsschiff nach Tahiti transportiert, doch ein Teil

wird gleich auf Tahuata zu Monoi-Öl gepresst, was als wirksames

Mittel gegen blutrünstige Insekten gilt.

Beim Spaziergang der Küstenstraße entlang fällt uns erst der

starke Duft, dann das Fallobst am Wegrand auf. Überall wachsen

Mangobäume, zur Mangozeit versinkt die Insel in den

süßen Früchten. Gleich neben unserem Ankerplatz steht eine

merkwürdige, offene Hütte. Jetzt wandern wir den Weg hinunter,

um uns als neue Nachbarn brav vorzustellen. Teii wohnt

alleine hier, freut sich über Besuch und zeigt uns gleich sein

Hatihen Anaho

Ha’atuatua

Nuku hiva

Taiohae

Ua huka

Heim. Es hat nur zwei

Wände, bei Regen

wird das Bett schon

mal nass, dafür hat er einen

freien Blick über die Bucht. Eine offene Feuerstelle dient

als Küche, eine Steinplatte am vorbeiplätschernden Bach ist

sein Badezimmer. Der Polynesier führt uns zu Felsgravierungen

seiner Vorfahren im Wald, auf dem Heimweg reißt er Maniokwurzeln

für uns aus, schenkt uns Avocados, Brotfrüchte, Zitronen

und natürlich Mangos aus den Gärten seiner Familie. Wir

sind überfordert, was wir ihm im Gegenzug anbieten sollen.

Er fragt, ob wir nicht ein paar Songs auf sein

Ua pou Handy kopieren könnten, Genesis vielleicht? Auf

Pitufa findet Teii einige Ergänzungen für seine

Musiksammlung.

Hiva Oa – gegen die Noserlies. Die meisten

Yachten machen in Atuona, der Hauptstadt Hiva Oas Halt. Dort

kann man bei der Gendarmerie einklarieren, doch wir haben

das vor Monaten erledigt und der seichte Hafen reizt uns nicht

so sehr. So brechen wir gleich zur Nordseite der Insel auf, wo

eine tief eingeschnittene Bucht auf der Karte lockt. Ein Segel-

3

1

2

Nur zwei Wände,

aber Ausblick

Fatu

24 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Marquesas

huku

HIVA OA

Tahuata

führer schwärmt vom „Grand Canyon des Pazifik“ – den wollen

wir sehen. 15 Knoten Ostwind ist angesagt, ideal also, um nach

Norden zu segeln. In der Düse zwischen Tahuata und Hiva Oa

weht es mit 25 Knoten aus Ost, doch als wir die Westküste Hiva

Oas erreichen, weht uns der Wind direkt aus Norden auf die

Nase. Wir stampfen Stunden gegenan, beim Nordwestkap der

Insel beschleunigt der Wind und dreht auf Nordost. Vielleicht

finden wir doch einen Ankerplatz? Als wir den Canyon erreichen,

steht eine hohe Windsee in die Bucht und es pfeift so

stark aus Nord, dass wir nach einem kurzen Blick auf die tiefe

Schlucht wieder abdrehen. Rund um die hohen Gipfel der

Marquesas ist die Windrichtung kaum abzuschätzen. Als Faustregel

gilt, dass es normalerweise von dort bläst, wo man hinsegeln

möchte. „Noserlies“ nennen englischsprachige Segelführer

das – also Wind immer auf die Nase.

Nuku Hiva – Kampf gegen No-nos. Wir segeln

gleich weiter nach Nuku Hiva, der größten und bevölkerungsreichsten

Insel der Marquesas. Die Hauptstadt Taiohae ist

das Verwaltungszentrum des Archipels und bietet Supermärkte,

einen täglichen Gemüsemarkt, einige Restaurants, ein Spital,

Banken, Post und Gendarmerie. Eine tägliche Flugverbindung

nach Tahiti macht die Insel zum touristisch

am besten erschlossenen Ferienziel mit zahlreichen

Hotels. Wiederum verspricht die nach Süden

offene, riesige Bucht ruhige Ankerplätze, doch

auch hier täuscht der Eindruck auf der Karte. Vorbeiziehende

Tiefs im Süden schicken eine hohe,

lang gezogene Dünung bis hierher. Als wir über

riesige Wellenberge buchteinwärts surfen, ist schon klar, dass

mal wieder Heckanker und viel Geduld angebracht sind. Es

liegen schon etwa 15 Segelboote vor Anker, in der hohen Dünung

verschwinden sie manchmal hinter den Kämmen. Am

dahinter liegenden Strand tummeln sich Surfer in der Brandung,

am steinernen Wellenbrecher spritzt die Gischt bis über

die Wipfel der Kokospalmen. Beim Anlanden mit dem Dingi

ist Vorsicht angesagt, denn sogar im Hafenbecken kann das

Atuona

Mohotane

Beiboot zum Opfer der Dünung

werden. Ins Wasser fallen sollte

man tunlichst auch nicht, denn

wenn die Fischer ihren Fang

putzen, geraten die zahlreichen

Haie in einen Fresstaumel.

Rund um die Marquesas ist das

Wasser dunkel und meist trüb,

auch in der Bucht raten die Einheimischen

wegen großer Haie

vom Baden ab.

Trotz des Luxus der modernen

Infrastruktur der Hauptstadt

flüchten wir schon bald wieder

auf der Suche nach einem ruhigeren

Ankerplatz. Hakatea gleich westlich von Taiohae versteckt

sich hinter einem schmalen Eingang. Wir segeln auf die

Steilküste zu, laut Kartenplotter liegt die Bucht direkt voraus,

doch überall Brecher – endlich, da ist ein Spalt! Die Dünung

trägt uns zwischen Felsen in die Schlucht, wir biegen in eine

Seitenbucht, das Meer verschwindet hinter dem Hügel und wir

befinden uns optisch auf einem Bergsee zwischen hohen Gipfeln.

Absurderweise schafft es die Dünung über Reflexionen

auch hier hinein und schon wieder ist ein Heckanker nötig.

1 Fatu Hiva, Baie des Vierges

2 Einfach, aber schmuck

3 Tahuata – Zwei-Wand-Haus

4 Nuku Hiva, Vaipo-Tal

5 Bemalte Tapa

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4

5

Baie des

Vierges

Hanavave

Fatu hiva

Motu Nao

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 25


OCEAN7Revier

Eine Traum-Kulisse wie im Film

1

2

Man kann mit dem Dingi in der

Nachbarbucht in einen kleinen Fluss

hineinfahren, doch beim Surfen über

die Brecher an der Flussmündung

sind gute Nerven gefragt. Wir binden

das Dingi an einem Baum fest und

machen uns auf den Weg zum höchsten

Wasserfall Nuku Hivas im Vaipo

Tal. Laut Reiseführer beißen die Nonos

(winzige Mücken) hier noch unerbittlicher

als anderswo und so sind wir mit

langen Ärmeln, langen Hosen, einer dicken

Schicht Monoi-Öl und darüber noch

DEET-Spray ausgerüstet. Bei den unzähligen Flussquerungen

während der dreistündigen Wanderung zwischen den vertikal

vom Talboden aufsteigenden Bergen wäscht sich wohl ein

Großteil der Schutzschicht ab, denn beim Wasserfall angekommen

werden wir bei unserem geplanten Picknick selbst zur

Hauptspeise der Nonos. Gut, dass die Bisse nicht allzu sehr

jucken, denken wir noch, doch bald schwellen sie zu lila Pusteln

an, die 14 Tage zum Abheilen brauchen.

Die riesige Anaho-Bucht im Norden Nuku Hivas gilt unter

Cruisern als bester Ankerplatz der Marquesas. Ein endloser

Sandstrand vor der Kulisse der allgegenwärtigen, hohen Bergkämme

macht den Reiz der Bucht aus. Das Wasser ist hier

klarer als in den anderen Gegenden und im seichten Wasser

finden wir beim Schnorcheln sogar ein paar Korallen. Wieder

packen wir Monoi-Öl und Wanderschuhe aus. Eine steiler

Wanderweg führt in Serpentinen über den Teavaimaoaoa-Pass

in die von spitzen Felsnasen umgebene Nachbarbucht zum

Dorf Hatiheu. Ein Spaziergang

der Bucht entlang in

die andere Richtung nach

Osten führt zur weiten

Haatuatua Bucht. Vor einer

Kulisse wie aus „Der

Herr der Ringe“ baut eine

einheimische Familie Gemüse

an. Ihre Produkte

bringen sie auf Pferde gepackt

via Anaho und den

steilen Pass nach Hatiheu

und von dort per Lastwagen

zum Markt in die Hauptstadt. Wir pflücken direkt vom Feld

Melanzani, Tomaten, Paprika und Salat. Der freundliche polynesische

Bauer bietet uns noch Wassermelonen und eine Bananenstaude

an, doch im Hinblick auf den langen Retourweg

lehnen wir dankend ab.

Ausgerüstet mit Frischproviant segeln wir weiter. So beeindruckend

die Kulisse der Marquesas und die Wanderungen auf die

steilen Gipfel sind – nach drei Monaten Aufenthalt sehnen wir

uns nach einer geschützten Lagune mit klarem Wasser zum

Baden. Wir entscheiden uns deshalb gegen die Möglichkeit,

hier die Zyklonsaison zu verbringen und treten nach einem

kurzen Zwischenstopp an der Westküste der kleinen Insel Ua

Pou die Rückreise zu den Gambier-Inseln an.

1 Nuku Hiva, Hatiheu

2 Stein-Tiki

3 Kunsthandwerksverkauf

4 Mantarochen

3

4

26 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

Mehr als nur

ein Yachtmagazin

OCEAN7 – Das Buch

Karla Schenk, Lebenserinnerungen

einer großen Seglerin

OCEAN7

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Momente aus den

schönsten Revieren der Welt

2016

Momente

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OCEAN7People

Zwei starke Frauen, deren Herzen für das

Segeln schlagen – na ja, eigentlich sind es

ja drei Frauen. Denn auch Kirsten Panzer,

die OCEAN7-Autorin dieser Porträts, ist

begeisterte Seglerin und obendrein eine

sehr gute Yachtjournalistin.

2

Power

Frauen

Text und Fotos: Kirsten Panzer

Alexandra

Man kennt sie in Seglerkreisen und man vertraut ihr. Wer mit Alexandra

Hofinger übers Segeln und Chartern plaudert, spürt sofort, dass

sie sich schon lange auf diesem Marktplatz tummelt.

1990 – also vor unvorstellbaren 25 Jahren, einem Vierteljahrhundert

– startete die inzwischen 46-jährige ihre Karriere in der Charterbranche.

Blutjung sozusagen fing sie bei Ecker Yachting an und hat sich

hineingeworfen in alles, was mit dem Chartern von Yachten zu tun

hat.

„Ich war für die gesamte Charterabwicklung inklusive Flugorganisation

zuständig, dazu kamen noch die Skippertrainings und das legendäre

1000-Meilen-Race“, fasst sie ihren Job zusammen. Viel Arbeit

und jede Menge Verantwortung. Ihre Akzeptanz war schon damals

groß, auch wenn sie von manch einem verkrusteten Salzbuckel hin

und wieder mal gefragt wurde, ob sie denn wisse, wovon er spreche,

wenn er eine Yacht mit Rollgroß haben wollte. Die Ruhe bewahren

war auch damals schon ihr Credo.

Die Jahre im Chartergeschäft haben sie nicht gezeichnet wie so manche

männliche Kollegen, sondern ihre Liebe zum Wasser und zu den

Kunden nur wachsen lassen. Und das spürt man, auch wenn sie

während eines Gesprächs sich entschuldigend schnell übers Smartphone

wischt. Ein Kunde hat ein, zwei Fragen. Doch auch die dritte

und vierte beantwortet sie noch nicht nur verbindlich, sondern engagiert

und freundlich. Sie fühlt sich mit den Chartergästen verbunden,

waren es doch sie, die nach ihr fragten, als nach dem Verkauf

der Firma der neue Besitzer von Ecker Yachting am 13.11.2013 Konkurs

anmelden musste. Das Datum wird sie wohl nie vergessen.

Was aber nun? Den Kopf in den Sand stecken oder jammern – das

passt nicht zu Xandy. Also einmal mit der Hand durch die längeren

Strähnen gefahren – sie stehen kraftvoll nach oben, die seitlichen

Konturen des undercut werden kurz getragen –, Ärmel hochkrempeln

und weitermachen. Doch was einfach klingt, ist nicht unbedingt

leicht.

Erst einmal musste sie nachdenken. Viel Zeit gelassen hat sich die

Powerfrau nicht. Ehemalige Kunden wollten weiter bei ihr chartern,

spornten sie an und machten ihr Mut. Innerhalb von drei, vier Monaten

dann die Entscheidung, alleine weiterzumachen. Der Weg für

„Alexandra Hofinger Yachtcharter“ war geebnet. Einen Satz wie „Mein

Herzblut ist einfach beim Verchartern der Schiffe“, nimmt man ihr

hundertprozentig ab. Man sieht ihr an, wofür ihr Herz schlägt.

Früher kam dazu auch noch die Regattasegelei, in einer Damencrew

natürlich. „Dann wurde unser Projekt auf Eis gelegt, Kinder wurden

geboren, die Mädels waren familiär eingespannt.“ Doch Lust, auch

dabei wieder mitzumachen, hat sie auf alle Fälle. Ihre Augen blitzen

schon wieder, wenn sie vom Um-die-Wette-Segeln erzählt. Und so

wie es ausschaut, wird ihr auch da eine Rückkehr gelingen und bestimmt

so erfolgreich wie damals auf der Regattabahn und heute im

Chartergeschäft.

Doch jetzt nimmt sie erst einmal Urlaub, eine ganze Woche nach

eineinhalb arbeitsintensiven Jahren. Natürlich zum Segeln, endlich

wieder zurück aufs Wasser! So erfolgreich wie ihr junges Unternehmen

schon jetzt läuft, darf sie sich endlich diese Auszeit unter Segeln

gönnen mit dem Gefühl, die beste Entscheidung ihres Lebens getroffen

zu haben!

www.hofinger-yachtcharter.at

28 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Powerfrauen

Hildegard

Wenn sie lacht, dann ist es ansteckend und doch auf eine leise Art. Es

ist kein albernes Gekicher oder lautes Gejohle, sondern eher ein leises

Strahlen, womit sie ihr Gegenüber sofort in ihren Bann zieht, abends

im Restaurant genauso wie tagsüber im Cockpit, ihrem Lieblingsort.

Denn auf dem Segelschiff fühlt sich Hildegard Sponer, Frau Dr. Sponer,

am wohlsten. Es muss schaukeln, dann passt es schon. Und winden

darf es dazu auch sehr gern.

„Meine Lieblingsschulfreundin hat mich, als wir ungefähr 14 waren,

zum Segeln mit ihrem Vater auf dem Traunsee mitgenommen.“ Zwei,

drei Mal in den folgenden Jahren. Doch fünf Jahre später hat die

Freundin es wieder geschafft, Hildegard aufs Wasser zu locken, diesmal

aufs Meer. „Ich hab‘ schon vorher gewusst, dass ich irgendwie

infiziert war, aber danach war es dann wirklich klar.“ Woran man so

etwas merkt? Es war damals wohl ein äußerst ungemütlicher Törn und

als alle anderen auf dem Weg von Pula nach Venedig über der Reling

hingen, „hat‘s nur mir getaugt“.

Ihre braunen Augen leuchten noch einen Tick stärker bei der Erinnerung

an ihre ersten Segelerlebnisse. Einschneidend waren sie und

fesselnd, denn dann ging es los – immer mit verschiedenen Skippern

hat sie es sich abgeschaut, das Segeln – learning bei doing. Wie perfekt

das geklappt hat, sieht man heute, wenn sie beim Skippertraining ihr

Wissen ganz unaufdringlich weitergibt. Dass sie immer zuviel dabei

rede und nie zu stoppen sei, davor warnt sie ihre Ausbildungscrews

gleich am Anfang. Sie geht darin auf, all ihre Ideen, all ihr Wissen

weiterzugeben. Und so unerschöpflich wie dieses bereits ist, so unermüdlich

will sie noch mehr dazulernen.

Auch in ihrem wirklichen Leben als Patentprüferin im österreichischen

Patentamt, in dem sie als Genetikerin angefangen hatte, die Forschung

im Gebiet der Impfstoffe war ihr inzwischen zu langweilig geworden.

Als unbefriedigend beschreibt sie die Forschungen, obwohl sie auch

dort erfolgreich war, schließlich steht sie auf gleich zwei Patenten. Die

oft nicht vorhersehbaren und kalkulierbaren Experimente fand sie mit

der Zeit „zu frustig. Beim gleichen Experiment kommt achtmal Nein

und zweimal Ja raus und niemand weiß warum, liegt‘s an der Mondphase

oder liegt‘s an den Socken“. Ihr trockener Humor, ein Markenzeichen.

Als Konsequenz ein Fachwechsel – eine Segelschule sollte

es sein, erst als Mädchen für alles, später als Geschäftsführerin, bis

etwas „Gscheit’s“ hermusste.

Im Patentamt ging es für Frau Doktor über den Umweg Abteilung

Beton hin zum Ressort Schiffe. „Als mein Vorgänger pensioniert wurde,

hab ich laut HIER geschrien!“ Das „laut“ kann man sich bei ihr nicht

so recht vorstellen, den Einsatz schon. Und wieder gab es etwas zu

lernen. „In die Tauchcomputer musste ich mich schon einlesen und

mit Ölplattformen hatte ich vorher auch nicht so viel zu tun.“ Die

gehören inzwischen zum Job genauso wie Mastprofile, Rettungswesten,

Schiffe, Anker oder ein Bugstrahlruder. Das passt perfekt.

Ein abwechslungsreicher, aber doch eher männlich besetzter Job. Aber

das kennt Hildegard ja, auf den Yachten ist es manchmal noch ähnlich.

Und so geht sie gern – aber nicht nur – mit Frauen segeln. Versucht,

diese von ihren Vorbehalten und Ängsten zu befreien, lehrt sie, das

Ruder selbst in die Hand zu nehmen, immer 100-prozentig konzen -

triert und dabei extrem einfühlsam. Nicht bewertend, sondern helfend

und dabei unterstützend, aber auch das nicht mit strickstrümpfiger

Einfühlsamkeit, sondern mit einem tiefsitzenden Selbstverständnis.

Es könnte eben schon sein, dass „das Segeln einmal einen noch größeren

Anteil in meinem Leben bekommt“. Die Idee ist da. Jetzt muss

sie wachsen, so wie bisher alles in ihrem Leben und dann, wer weiß,

könnte es wieder zu einem Wechsel kommen – vom Musikgymnasium

zur Genetik, über die Segelschule zum Beton und hin zur patentierten

Nautik. Von dort ist es nur noch ein kleiner Weg zur großen Fahrt.

Wenn, ja, wenn da nicht der Chef noch wäre. „Ich habe den besten

der Welt und beim Segeln war er auch schon einmal“, gibt sie mit

ihrem strahlend-offenen Lachen ihren Zweifeln eine Daseinsberechtigung,

während sie ihren Hut nimmt und noch einmal die Leinen

kontrolliert. Neugierig aufs Leben, neugierig auf die See.

www.sponer.at

www.aichfeld-yachting.at

Yachtcharter- Weltweit

Yachtverkauf

Chartermanagement

Ausbildung

www.salona-yachts.at

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 29


ServiceNews

Das Eignerpaar eines Katamarans Privilege 37, Baujahr 2000,

ist seit seiner Pensionierung mehrere Monate im Jahr im

Mittelmeer unterwegs. Die werftmäßig installierte Großbedienung

mit Setzen, Reffen, Bergen vom Mast aus war speziell bei

schwererem Wetter ein Sicherheitsrisiko und alles andere als

angenehm. Kein Problem für Palmetshofer Nautic, die immer

eine Lösung parat haben. Thomas Palmetshofer: „Nach intensiven

Überlegungen, Nachforschungen, Einholung von Werftunterlagen

haben wir vorgeschlagen, ein Bamar-Mastrollreffsystem

zu installieren.“ Das Eignerpaar, das ursprünglich auf ein Baumreffsystem

fokusiert war, beauftragte Palmetshofer Nautic mit

der Bestellung der notwendigen Ausrüstung und Durchführung

der Montage. Eingebaut wurde Anfang Mai 2015 in Prevezza/

Griechenland innerhalb von vier Tagen.

www.palmetshofer-nautic.at

Rollgroß

für den Kat

Wärme-Spion

Leicht zurück

an Bord

Es ist herrlich, von einem RIB aus zu baden. Um

anschließend wieder risikolos ins Boot zu kommen,

benötigt man eine speziell konstruierte, sichere Leiter.

Sie muss vom Wasser aus leicht erreichbar sein

und beim Hochsteigen stabil an der RIB-Bordwand

liegen. Båtsystem hat jetzt eine perfekte Einstiegshilfe

aus rostfreiem Stahl im Programm. Sie wird mit

zwei Gurten am Boot befestigt und ist mit vier und

fünf Stufen lieferbar. 399,90 Euro bzw. 479,90 Euro.

www.gotthardt-yacht.de

Das Flir AX8 Marine Thermal Monitoring System

kombiniert eine Wärmebildkamera und eine

CMOS-Kamera, um ein leicht zu interpretierendes

Wärmebild zu liefern, das in das normale Videobild

eingeblendet wird. Ist die AX8 im Motorraum

installiert, kontrollieren Sie die Maschine und die

anderen mechanischen Teile. Sollte das Getriebe

oder der Auspuff überhitzen, wird das perfekt von

der Kamera dargestellt und der Skipper kann reagieren,

bevor ein Schaden

entsteht. Die Kamera kann

direkt an die Raymarine

Multi-Funktions-Displays

angeschlossen werden.

www.yachtelektronik.at

Die Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala

Stufe/Kategorie Windgeschwindigkeit Anstieg des

Knoten mph km/h Wasserspiegels

in m

Tropisches Tief < 34 < 39 < 63 ≈ 0

Tropischer Sturm 34–64 39–73 63–118 0,1–1,1

Hurrikan Kategorie 1 (schwach) 64–82 74–95 119–153 1,2–1,6

Hurrikan Kategorie 2 (mäßig) 83–95 96–110 154–177 1,7–2,5

Hurrikan Kategorie 3 (stark) 96–112 111–129 178–208 2,6–3,8

Hurrikan Kategorie 4 (sehr stark) 113–136 130–156 209–251 3,9–5,5

Hurrikan Kategorie 5 (verwüstend) > 137 > 157 > 252 > 5,5

In den Bahamas tobte Anfang Oktober ein Hurrikan

mit mehr als 200 Stundenkilometern Windgeschwindigkeiten,

extremen Regengüssen und schweren

Überschwemmungen durch eine Sturmflut. Dieser

Hurrikan zog nach dem Überqueren der Bahamas

weiter nach Südwesten, gewann noch an Intensität

und hielt schließlich auf US-amerikanisches Land zu.

Der Sturm erreichte die Hurrikan-Kategorie 4 und

richtete schwere Verwüstungen auf Samana Cays,

den Acklins, Crooked Island und Mayaguana in den

Zentral-Bahamas an. Der 224-m-Containerfrachter

El Faro mit 33 Menschen an Bord ist verschollen.

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Weit weg? Ganz nah!

Dank App

auf Kurs

Nicht aus dem Handgelenk, aber am Handgelenk navigieren: Wer

eine Apple Watch sein eigen nennt, kann sich an Bord den Weg zum

Steuerstand oder sogar unter Deck zum Ablesen der Instrumente

sparen. Das spanische Softwarehaus Marinus hat seine maritime

App-Kollektion um eine Neuheit erweitert. WX Course erlaubt dem

modernen Skipper, die GPS-Bootsdaten direkt auf seiner Apple

Watch zu verfolgen. Der aktuelle Kurs, die Bootsgeschwindigkeit

und -position, alles im Handumdrehen einfach abzulesen. Auch eine

Kompassfunktion ist integriert. Solange die Watch mit dem iPhone

gekoppelt ist und solange die Bluetooth-Verbindung reicht, funktioniert

das Ganze problemlos. Zur Zeit ist die App nur in englisch

erhältlich, demnächst folgen auch andere Sprachen. Für iOS ab

8.2, 0,99 Euro.

www.marinus.es

Segelautomat

Ob das noch Spaß macht? Jetzt basteln zwei

Weltfirmen, die französische Yachtwerft

Jeanneau und Harken, der Hersteller von

Segel-Hardware, an einem Automaten für den

richtigen Segeltrimm. AST, Assisted Sail Trim,

soll das computergesteuerte Teil heißen, das

mit Hilfe von verschiedenen Sensoren die Bootsgeschwindigkeit,

den Wind, die Krängung und diverse andere Faktoren an Bord

überwacht, um daraus den richtigen Segeltrimm nicht nur zu

ermitteln, sondern ihn dann auch noch automatisch umzusetzen.

Diese Computer-Automatik soll sogar auf Knopfdruck Segel

setzten und bergen, Halsen und Wenden fahren können.

www.jeanneau.fr/brochure/assisted-sail-trim/#p=1

Sofortige Hilfe im

Schadenfall – weltweit.

GER15080 www.hqhh.de 09/2015

Seefunkschule Adlmanninger

GMDSS SRC

Dauer nur 1 Tag (mit 3 Stunden

Selbststudium vorab) oder

interaktiver Online-Kurs

www.seefunk.net

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pantaenius.at


OCEAN7Service

Kurs auf die

Austrian Boa

Boot Tulln bietet 2016 viel Neues

Vom 3. bis 6. März 2016 ist es wieder soweit:

Unter dem Motto „Wassersport Total“ bietet die

Messe Tulln für jeden etwas und ist alljährlich

der Treffpunkt für Österreichs Wassersportler.

Es wurde viel gearbeitet in Tulln und so kann die

Messe 2016 mit etlichen Neuheiten aufwarten:

eine neue Halle, wetterfeste Hallenverbindungen

und viele interessante neue Yachten!

Vor Beginn der Wassersportsaison und nach der Weltleitmesse,

der Boot Düsseldorf, findet man auf der Austrian Boat Show

– Boot Tulln: große Yachten, kleine Jollen, alles rund um den

Tauchsport, Bootsausrüstungen, maritime Dienstleistungen und

Infos über die schönsten Destinationen für den nächsten Urlaub.

Das macht die Austrian Boatshow in Tulln einzigartig

und somit zur bedeutendsten Fachmesse für Zentral- und

Osteuropa.

Selbstverständlich wird auch OCEAN7 wieder mit einem großen

Stand und spannenden Vorträgen und Programmpunkten

vertreten sein.

Niederösterreichs

größte Messehalle:

Kompetenzzentrum

für Motorboote, Motoryachten

& Elektroboote.

Messechef Mag. Thomas

Diglas berichtet, was alles neu ist:

„Im Zuge der Boot Tulln 2015

wurde nach Rekordbauzeit von fünf

Monaten die neue Messehalle 3 –

Niederösterreichs größte Messehalle

eröffnet. Auf 6.500 m² Ausstellungsfläche

haben Aussteller rund um Motorboote, Motoryachten &

Elektroboote nun optimale Voraussetzungen, um ihre Produkte

perfekt in Szene zu setzen. Für die Austrian Boat Show 2016 hat

sich das „Who is Who“ der Szene wieder angesagt. Neu an Bord

der Boot Tulln ist Linssen Yachts, in einer Österreich-Premiere

wird die neue Linssen 410 Grand Sturdy vorgestellt. Neben

hochwertiger Ausstellungsfläche beherbergt die neue Messehalle

3 auch das neu gestaltete Messe-Restaurant und ein Tagungszentrum

für interessante Vorträge und Infotainmentshows. Wit-

32 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Boot Tulln 2016

tshow

terungsunabhängige Hallenübergänge, neue Sanitäranlagen,

eine neue Gestaltung des Haupteinganges machen die Messe

Tulln zur idealen Plattform für die nautische Branche“.

Niederösterreich-Halle – Halle 10: Der

Hafen für die Segelyachten. Die Austrian Boat

Show – Boot Tulln ist schon seit Jahrzehnten DER Treffpunkt

für Segler. In der Niederösterreich-Halle sind große Schiffe mit

bis zu 50 Fuß und mehr beheimatet, es hat sich aber auch zum

Kompetenzzentrum für Daysailer, Sportboote und Multihulls

entwickelt. Sämtliche namhaften Hersteller laufen wieder in

den Hafen der Messe Tulln ein.

Das komplette Angebot in Tulln an der

Donau. Eine Kompetenz der Austrian Boat Show – BOOT

TULLN. Um die Messe übersichtlich zu gestalten, wurden die

Themenbereiche in den verschiedenen Hallen systematisch

zusammengefasst: Die Messe ist für Besucher in übersichtliche

Kompetenzzentren gegliedert.

• Segeln: Segelyachten, Segelboote, Katamarane,Trimarane,

Jollen, Ausbildung

• Motorboote: Motoryachten, Motorboote, Elektroboote,

Schlauchboote, Ausbildung

• Tauchen: Ausrüstung, Reviere, Reisen, Ausbildung, Unterwasserfotografie

• Paddeln: Kajaks, Kanus, Stand Up Paddling

• Tourismus: Infos Wassersport-Destinationen, Marinas, weltweite

Charter-Angebote

• Zubehör: Bootsausstattung, Bootsausrüstung, Bekleidung

Nautisches Zubehör – informieren und

kaufen! Zur besten Zeit, unmittelbar vor Beginn der Wassersportsaison,

bietet die Boot Tulln Österreichs größtes Angebot

für Zubehör rund um Yachten und Boote – Bootsausrüstungen,

Bootselektronik, Motoren, technisches Zubehör,

hochwertige Funktionsbekleidung, Marina-Ausrüstungen und

vieles mehr. Lassen Sie sich vom Spezialisten beraten und

nutzen Sie die Möglichkeit, das benötigte Zubehör auf der

Boot Tulln zu erwerben.

Die Schweizer Zeitschrift für Old- & Youngtimer

Eintrittspreise

Erwachsene

13 Euro

Senioren- und Studentenkarte 11 Euro

Jugendkarte (6–15 Jahre) 3 Euro

Kinder bis 6 Jahre

Eintritt frei

Gruppenkarte (ab 20 Pers.) 11 Euro

Öffnungszeiten

Donnerstag, 3., bis Sonntag, 6. März 2016,

10.00 bis 18.00 Uhr

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OCEAN7Service

Eine renommierte, seit über 30 Jahren erfolgreiche deutsche Charteragentur

machte pleite und etliche Charterkunden müssen um ihre eingezahlten Gelder

bangen – trotz der trügerischen Sicherheit durch einen „Sicherungsschein“.

OCEAN7 hat den Fall recherchiert.

?

Mehr Schein

als Sicherung

Simon Boes aus Hamburg ist Rechtsanwalt und Notar – und

derzeit Insolvenzverwalter der in Schieflage gekommenen

Charteragentur So Long. „Es ist eine schwierige Aufgabe“, sagt

der 44-jährige Jurist zu OCEAN7. „Ich habe mir zum Ziel gesetzt,

die Charteragentur zu retten, wieder ins Laufen zu bringen

und dann zu veräußern. Vor allem aber liegt mir am

Herzen, die Kunden möglichst schadfrei zu halten“.

Charteragenturen mit guter Bonität verfügen in der Regel über

den sogenannten Sicherungsschein, um die Kundengelder

sowohl im Falle der eigenen Insolvenz, als auch der Insolvenz

des Flottenbetreibers abzusichern. Auch etliche Kunden, die

bei So Long buchten, waren über den „Sicherungsschein“

abgesichert. Das heißt, im Falle einer Insolvenz eines Vertragspartners

– das kann die Charteragentur oder der Flottenbetreiber

sein – sind die eingezahlte Gelder von Charterkunden

„geschützt“.

Und wenn wie im Fall der Insolvenz von So Long Yachtcharter

Kundengelder nicht an den Flottenbetreiber weitergeleitet

wurden, übernimmt eben die Versicherung, also der „Sicherungsschein“,

den Ausfall und der Charterkunde kann ohne

finanziellen Verlust seinen Urlaub auf der gebuchten Yacht

antreten.

Der Insolvenzverwalter Boes: „In unserem Fall lagen allerdings

zwei unterschiedliche Bürgschaften für Kundengelder vor.

Einmal jene von Yacht-Pool. Da hat in der Abwicklung alles

perfekt geklappt. Kein Kunde, dessen Yacht mit einem Sicherungsschein

dieser Versicherungsgesellschaft abgesichert war,

hatte irgendeinen Schaden.“ Die meisten merkten erst gar

nicht, dass hier eine Insolvenz passiert war. Denn Yacht-Pool

ist sofort in die Vorleistung getreten und hat für die geschädigten

Kunden deren von der Charteragentur nicht weitergeleiteten

Zahlungen an die entsprechenden Flottenbetreiber

überwiesen.

Ganz anders allerdings war es laut Insolvenzverwalter für die

Kunden jener Flottenbetreiber, die über eine Absicherung bei

der R+V Versicherung verfügen, abgeschlossen über die Versicherungsagentur

Pantaenius, weil Yacht-Pool Sicherungsscheine

nicht möglich waren für Flottenbetreiber, die nicht von Yacht-

Pool gelistet wurden. Simon Boes: „Diese Charterkunden müssen

sich mit erheblichem und langfristigem Ärger herumschlagen,

weil sie sich selbst um die Abwicklung kümmern müssen

und nicht sicher sein können, ihren entstandenen Schaden

vollständig oder überhaupt ersetzt zu bekommen – und wann.

R+V-Bürgschaften für derartige Schäden garantieren nämlich

pro Agentur oder Flottenbetreiber nur gesamt 20.000 Euro .“

Geld weg, Schiff weg. Wie kann es überhaupt zu

einer derartigen Situation kommen? Dr. Friedrich Schöchl, der

als „Erfinder“ des Yacht-Pool Sicherungsscheines gilt: „Es ist

geübte Praxis, dass für Charterbuchungen mitunter viele Monate

und bis zu einem Jahr vorher erhebliche Anzahlungen für

die gebuchte Charter zu leisten sind. Geld, das vorerst an die

Agentur überwiesen wird. Wer dafür nicht eine entsprechende

Absicherung erhält, läuft Gefahr, dass er bei einer Insolvenz

der Agentur oder des Flottenbetreibers, an den der vorerst bei

der Agentur liegende Betrag irgendwann weitergeleitet werden

sollte, sein Geld verliert und möglicherweise auch kein Schiff

vorfindet.“

Denn wird die Anzahlung und auch die Restzahlung nicht zum

vereinbarten Termin an den Flottenbetreiber weitergeleitet, so

wird er das Schiff zu Recht anderweitig verchartern, und der

Skipper steht mit seiner Crew vor einer leeren Mooring. Das

gleiche kann natürlich auch geschehen, wenn zwar das Geld

ordnungsgemäß weitergeleitet wurde, aber inzwischen der

Flottenbetreiber zahlungsunfähig wurde.

Damit es nicht soweit kommt, hat Yacht-Pool eine spezifische

Absicherung dieses Problems mit dem „Yacht-Pool Sicherungsschein“

entwickelt. Dr. Schöchl: „Diese Absicherung hat seit

Einführung dieser Insolvenzabsicherung schon etwa 1.000

Skipper vor dem Verlust ihrer Anzahlungen bewahrt.“

34 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Sicherungsschein

Strenge Bonitätsprüfung. Yacht-Pool entwickelte

ein Deckungskonzept, mit dem de facto die Bürgschaft

dafür übernommen wird, dass so etwas nicht passiert – und

wenn es doch passiert, dass zumindest der finanzielle Schaden

weitgehend übernommen wird. Wer bekommt nun einen

Yacht-Pool Sicherungsschein? Dr. Friedrich Schöchl: „Die

Yacht-Pool-Charter-Absicherung kann nur für Firmen erfolgen,

die sich vorher einer entsprechenden Bonitätsüberprüfung

durch uns unterzogen haben. D. h. in der Praxis, es sind jährlich

sowohl die Bilanzen der Charteragentur als auch des

entsprechenden Flottenbetreibers bei Yacht-Pool zur Prüfung

einzureichen. Und nur bei entsprechend guter Bonität werden

diese Firmen in das „Yacht-Pool Financial Security System“

aufgenommen. Das heißt, nicht jede Charteragentur kann für

jeden Flottenbetreiber beliebig einen Sicherungsschein ausgeben.

Und nicht jede Charteragentur kann Mitglied des Yacht-

Pool Financial Security Systems sein.“

Die Idee der Insolvenzabsicherung zog natürlich auch Mitbewerber

an. Nicht alle nahmen es dabei mit der Bonitätskontrolle

immer so genau. „Die mangelhafte Kontrolle dieser Anbieter

zeigte sich schon im Fall der Firma Ecker, wo Yacht-Pool

bereits drei Jahre vor Eintritt der Insolvenz die Bürgschaften,

also den Sicherungsschein, einstellte. Sicherungsschein ist eben

nicht gleich Sicherungsschein,“ sagt Dr. Schöchl. Und weiter:

„Wenn man es aber mit der Bonitätsprüfung nicht so genau

nimmt, kann man auch Sicherungsscheine mit leichterer Hand

ausgeben, weil das Risiko des Versicherers durch die niedrigeren

Deckungssummen entsprechend minimiert ist. Allerdings

vielfach unbemerkt zu Lasten des Charterkunden, weil

sich nicht jeder in das Kleingedruckte vertieft – und es mitunter

auch nicht für jeden so leicht verständlich ist. Versicherung

ist deshalb eben auch viel Vertrauenssache“.

Mehr Sicherheit

für Charterer

Kleiner Unterschied, große Wirkung. Weil

eben nicht für jeden Flottenbetreiber ein Yacht-Pool Sicherungsschein

aus genannten Gründen ausgegeben werden

konnte, sahen sich Chartergesellschaften nach Alternativen um.

Pantaenius bot in Kooperation mit der R+V Versicherung sozusagen

einen Sicherungsschein „light“ an, der sich darin

unterscheidet, dass die Bürgschaft pro Agentur und Flottenbetreiber

auf maximal 20.000 Euro beschränkt ist. Schäden, die

diese Summe übersteigen, sind von den betroffenen Charterern

anteilig selbst zu tragen, indem ihre Ersatzleistungen entsprechend

„gequotet“, d. h. entsprechend gekürzt werden.

Dr. Schöchl: „Bei Yacht-

Pool beträgt die Absicherung

aller Schäden eines

Jahres 500.000 Euro und

soll im kommenden Jahr

auf eine Million erhöht werden.“

Dass ein Kunde seine

Verluste nicht voll ersetzt

bekommt, ist bei diesem

System laut Dr. Schöchl

deshalb nicht anzunehmen.

Und war auch noch nie der

Fall. Laut Insolvenzverwalter

Simon Boes ergaben sich wohl auch deshalb in Bezug auf

den Schadeneintritt erhebliche Unterschiede in Bezug auf die

Kunden, die über einen R+V Sicherungsschein verfügten im

Vergleich zu jenen, die über Yacht-Pool abgesichert waren.

Da der Insolvenzverwalter an der Weiterführung des Unternehmens

unter neuer Führung interessiert ist, unterstützte

Yacht-Pool diese Initiative, indem sie spontan die offenen

Restzahlungen, die von der Agentur nicht weitergeleitet wurden,

für die über Yacht-Pool versicherten Kunden übernahm,

sodass von diesen Kunden die Charter problemlos ohne Aufregung

und Stress und ohne dem Risiko kein Schiff vorzufinden,

angetreten werden konnte. Der Insolvenzverwalter berichtete,

dass dagegen Pantaenius aufgrund der R+V-Bedingungen

wohl zu Recht argumentierte, dass Ersatzzahlungen

an die Charterer erst dann vorgenommen werden, wenn der

Schaden tatsächlich eingetreten ist, weil ja erst dann festgestellt

werden kann, was der Charterer an Ersatzleistung bekommt.

Dies kann allerdings de facto erst geschehen, bis sich alle

Geschädigten gemeldet haben und der Gesamtschaden geklärt

ist. Übersteigt der Schaden für den Versicherer in diesem Fall

die 20.000 Euro, bekommt also jeder Betroffene aliquot weniger,

und um das gebuchte Schiff zu bekommen, muss er selbst

die offene Chartergebühr vorerst nochmals selbst bezahlen

oder erhält im ungünstigen Fall gar kein Schiff.

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OCEAN7Service

Die

Meistersegler

Mallorcas

Erfolgsgeschichte mit österreichischer Beteiligung

Segeln und OCEAN7, das ist die Garantie für packende Erzählungen von

Fahrtenseglern, für Reportagen aus den interessantesten Segelrevieren und

für Testberichte neuer Yachten. Gesegelt wird aber nicht nur zu Wasser.

Dieser Artikel hebt ab in die Lüfte und beschreibt, wie haarscharf der größte

Vogel Mallorcas an der Klippe des Aussterbens entlang segelte. Dass er nun

wieder über den Berggipfeln Mallorcas kreist ist dem Einsatz einer jungen

österreichischen Biologin zu verdanken.

Text: Dr. Reinhard Kikinger | Fotos: Dr. Reinhard Kikinger, BVCF


2

Mönchsgeier auf Mallorca

3

Knapp

3 m Flügelspannweite,

bis 12 kg Gewicht.

Wenn wir in

der Sprache eines

Yachtmagazins bleiben, so

sind das die Abmessungen einer

„ornithologischen Megayacht“ der

Lüfte. Der Mönchsgeier, Aegypius monachus,

ist dieser Riesenvogel. Sein Verbreitungsgebiet

erstreckt sich von Spanien über

Südeuropa, den Balkan und Vorderasien bis nach Pakistan

und Korea. Weltweit gibt es aber nur eine einzige Inselpopulation

dieses riesigen Greifvogels: Mallorca.

Die gebirgige Insel mit extensiver Landwirtschaft,

mit Ziegen und Schafherden bietet ausreichend

Nahrung und Nistmöglichkeiten. Trotzdem stand

dieser König der Lüfte in den 1980er Jahren in Mallorca

kurz vor dem Aussterben. Dass der Mönchsgeier

heute wieder in größerer Zahl über den Gipfeln der Tramuntana

kreist ist der Verdienst einer holländischen Stiftung,

einer deutschen Gesellschaft und eines kleinen Teams um Dr.

Evelyn Tewes, die durch ihr bewundernswertes Engagement

zur Retterin des Mönchsgeiers auf Mallorca wurde.

Tausend zu Eins. Mönchsgeier leben seit Millionen

Jahren auf Mallorca, der Mensch lebt nur ein Tausendstel dieser

Zeitspanne hier. Sobald Menschen neue Inseln besiedelten war

die Entwicklung meist vorgezeichnet: Zuerst ging es großen

Säugetieren an den Kragen, dann kamen die großen Vogel- und

Reptilienarten dran. Die Geschichte der Seefahrt und der Kolonialisierung

ferner Länder ist voll mit diesen unrühmlichen

Beispielen. In Mallorca wurde noch bis in die 1970er Jahre (also

bis vor 45 Jahren!) Kopfgeld für getötete Greifvögel, darunter

Mönchsgeier, bezahlt. Dazu kamen und kommen leider immer

noch Giftköder, die früher von Schäfern gegen Kolkraben und

heute gegen streunende Katzen, Ginsterkatzen und Marder

ausgelegt werden. Auch die Geier fressen die Köder oder die

vergifteten Tiere und sterben daran. Nachdem jedes Brutpaar

nur ein Ei pro Jahr legt, der Jungvogel intensiv von beiden Eltern

aufgezogen wird und die Geschlechtsreife erst im vierten

Lebensjahr eintritt, ist evident, dass eine so langsam reproduzierende

Tierart rasch an den Rand der Ausrottung geraten

kann. 1987 war es soweit: Nur noch ein einziges Brutpaar von

den insgesamt 19 Mönchsgeiern Mallorcas konnte nachgewiesen

werden.

Rettung in letzter Minute. 1986 wurde eine

Stiftung zur Rettung der Mönchsgeier in Europa gegründet

(„Black Vulture Conservation Foundation“ oder BVCF). Die

„Frankfurter Zoologische Gesellschaft“ (FZG) half mit finanzieller

Unterstützung und Evelyn Tewes übernahm die schwierige

Aufgabe, in einem Pilotprojekt auf Mallorca die Freilandarbeit

vor Ort durchzuführen und zu koordinieren. Die Biologin erledigte

diese Aufgabe mit Bravour, das Projekt entwickelte sich

zu einem internationalen Erfolgsmodell. Heute stehen die

Mönchsgeier auf Mallorca unter Schutz, es ziehen wieder circa

160 Exemplare ihre Kreise hoch am Himmel, 26 Brutpaare sind

dokumentiert und 17 Junggeier sind 2014 ausgeflogen. Wie

schafft man solche Erfolge?

1 Segelnder Mönchsgeier, Aegypius monachus (Foto: BVCF)

2 Im Zentrum zum Schutz der Mönchsgeier in Campanet erklärt Dr. Francesca

Pasetti den Besuchern in mehrsprachigen Vorträgen das Schutzprojekt.

3 Die Tafeln an den Wänden des Ausstellungsraumes informieren über Fauna

und Flora der Balearen.

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 37


OCEAN7Service

In der Schutzstation

werden verletzte Geier

gesund gepflegt

Extremer persönlicher Einsatz, Ausdauer

und Organisationstalent. Ich kenne

Evelyn Tewes noch von der Universität Wien aus den 1980er

Jahren. Seit dieser Zeit hat sie Mallorcas erfolgreichstes Artenschutzprojekt

aufgebaut. Unterstützt wurde sie dabei vor allem

von den Greifvogelexperten, die gemeinsam die Mönchgeierstiftung

gegründet haben: die Österreicher Winfried Walter und

Hans Frey, der die Wiedereinbürgerung des Bartgeiers in den

Alpen ins Leben gerufen hat; Maarten Bijleveld, internationaler

Greifvogelexperte; Richard Faust, damaliger Präsident der FZG

und Jesus Garzón, spanischer Naturschützer, der viel zur Erhaltung

von bedrohten Arten wie Luchs, Kaiseradler und Mönchsgeier

beigetragen hat. Auch von der lokalen Naturschutzbehörde

wurde Evelyn stets unterstützt. Privat und beruflich ist ihr wichtigster

Partner ihr Ehemann Juan José Sánchez. Er ist heute

Direktor der Mönchsgeier Stiftung BVCF und leistet jetzt die

Hauptarbeit bei der Weiterführung des Schutzprojektes. Ohne

die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, meist von Mallorca und

aus Österreich, hätte die komplexe Aufstockung der mallorquinischen

Population nicht stattfinden können.

Eine Schutzstation entsteht. 2002 gründete

Dr. Evelyn Tewes mit den Mitgliedern der Mönchsgeierstiftung

eine neue spanische Stiftung: die Fundación Vida Silvestre Mediterránea

(FVSM), mit der Aufgabe,

weitreichendere Projekte

und lokale Spendenunterstützungen

möglich zu machen.

Erstes Ziel war die Öffnung

der Geierschutzstation, eine 18

Hektar große Finca am Rand der

Ortschaft Campanet, die von der

spanischen „Fundacion Internacional

de las Aves“ zur Verfügung gestellt

wurde. Die Station ist seither Zentrale

der verschiedenen, europaweiten

Projekte. Hier gibt es ein großes

Freigehege, einen Ausstellungsraum,

einen kleinen Shop,

das Verwaltungszentrum und als Besonderheit ein „Observatorium“.

Das ist eine Holzhütte, aus der Geier aus nächster Nähe

beobachtet werden können. Zurzeit sind das zwei Mönchsgeier

und sechs Gänsegeier. Sie sind hier Dauergäste, da flugunfähig.

Opfer von Schussverletzungen, Kollisionen mit Windrädern etc.

Sie nisten hier am Boden und ihre Jungen werden ausgewildert.

Die Besucher der Station werden von der vielsprachigen Italienerin

Francesca betreut und bekommen auch Videos über die

Projekte und die Mönchsgeier zu sehen.

1

2 3

38 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Mönchsgeier auf Mallorca

1 Das ist einer der beiden Mönchsgeier (Aegypius monachus), die im

Freigehege gehalten und gepflegt werden.

2 Wenn man sich im „Observatorium“ ruhig verhält, kommen auch die

vorsichtigen Mönchsgeier bei der Fütterung sehr nahe.

3 Der Gänsegeier (Gyps fulvus) lebt gesellig und

zeigt auch im Gehege forscheres Verhalten

als die scheuen Mönchsgeier.

4 Gänsegeier mit seinem Küken, das in

der BVCF Schutzstation geschlüpft

ist und später ausgewildert wird

(Foto: BVCF).

5 Kopf und Hals des Gänsegeiers

sind mit einem hellen

Federflaum versehen. Der

Hakenschnabel und der

durch den Überaugen-

Knochen bedingte

„grimmige“ Blick sind

eindrucksvoll.

4

Nachzucht, Pflege, Auswilderung. Zur Aufstockung

der mallorquinischen Mönchsgeier-Population wurden

bis 1996 Nachzuchten aus europäischen Tiergärten in der Tramuntana

ausgewildert. Zusätzlich wurden Mönchsgeier aus

Auffangstationen des spanischen Festlandes nach Mallorca gebracht,

gesund gepflegt und ebenfalls freigelassen. Nachdem

eine Anzahl von 50 freilebenden Mönchsgeiern erreicht war,

wurde davon ausgegangen, dass die Inselpopulation nun überlebensfähig

wäre. Dass sie das tatsächlich ist, beweist die steigende

Zahl von Brutpaaren. Durch diese Erfolge wurde die

Expertise von Dr. Tewes international gefragt: Nach Abschluss

der Freilassungsphase in Mallorca startete die Mönchsgeierstiftung

mit Evelyn als Expertin die erste Wiedereinbürgerung der

Mönchsgeier in Gebieten, wo dieser Vogel zuvor ausgestorben

war. Dafür wurden die Cevennen im Zentralmassiv der französischen

Alpen als am geeignetsten befunden. Das Projekt war

erfolgreich, nach nur vier Jahren schlüpfte der erste in Freiheit

geborene Mönchsgeier! Weitere Wiedereinbürgerungen fanden

in den französischen Voralpen, Baronnies und Verdon statt. Vor

allem während der Freilandarbeiten für ihre Doktorarbeit war

Evelyn auch beratend auf dem spanischen Festland tätig und

koordinierte viele Jahre den von der BVCF gegründeten „Balkan

Vulture Action Plan“.

Unerwartete Immigranten. Im Jahr 2008 wurden

durch einen Sturm 60 bis 80 junge Gänsegeier vom spanischen

Festland nach Mallorca verblasen. Zuvor gab es diese Art auf

Mallorca nicht. Nun ist auch der Gänsegeier als Brutvogel neben

dem größeren Mönchsgeier auf Mallorca etabliert. Die ökologische

Einnischung des Neuankömmlings scheint zu funktionieren,

beide Arten kommen ja in weiten Gebieten

Europas gemeinsam vor, wo die beiden Aasfresser

jeweils ihre Brutplätze finden: Der

Gänsegeier ist Felsenbrüter und der

Mönchsgeier ein Baumbrüter.

Auf lange Sicht

wird das Futterange-

5

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 39


OCEAN7Service

1 2

Inzwischen ist auch der Gänsegeier

als Brutvogel etabliert

bot auf Mallorca wohl bestimmen, ob hier Platz für beide Geierpopulationen

ist. Die Hierarchie an Futterstellen ist ebenfalls

festgelegt: Der kräftige Mönchsgeier kommt zuerst, danach sind

die Gänsegeier an der Reihe und der deutlich kleinere Schmutzgeier

verzehrt, was noch übrig ist. Übrig bleiben blanke Knochen,

für deren Mark der Bartgeier Verwendung hätte. Diese Art

gibt es auf Mallorca aber nicht.

Eine neue Dimension. Ein wohlhabendes schweizerisch/peruanisches

Ehepaar betrieb für viele Jahre eine große

Finca auf Basis ökologischer Landwirtschaft. Diese Finca befindet

sich in der Tramuntana, dem mallorquinischen Gebirgszug

der den Mönchsgeiern als Lebensraum dient. Evelyn Tewes

führten ihre Freilandarbeiten auch in das Gebiet dieser Finca

und durch ihren Einsatz für den Schutz der Geier erwarb sie

sich den Respekt und die Zuneigung dieses Ehepaares. Das

Ergebnis: Die riesige Finca wurde nicht an finanzkräftige Interessenten

verkauft, sondern der Stiftung geschenkt! Mehrere

Gebäude mit vier Arbeitern, Obstkulturen, Schafherden und

Quellen befinden sich auf dem tausend Hektar großen, prächtigen

Land in der Hochebene Ariant, das nun Schutzgebiet für

Mönchsgeier ist und ihnen beste Lebensbedingungen bietet.

Allerdings kostet der Betrieb und Unterhalt dieser Ländereien

40 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015

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Info und Links

Mallorca will vom Image des billigen Massentourismus wegkommen und setzt

zunehmend auf sanfte, nachhaltige Formen des Fremdenverkehrs. Die Mönchsgeier -

stiftung und ihre lokalen Partner mit ihren Angeboten, die von Information und

Umwelterziehung über Exkursionen bis zur Buchung ausgewählter Quartiere reichen,

passt genau in diese Schiene. Dazu kommt die wichtige Tätigkeit der FVSM-Mitarbeiter,

die den stetig wachsenden Strom von Wanderern so zu organisieren versuchen, dass

wertvolle Naturlandschaften und deren Wildtiere möglichst wenig geschädigt werden.

Denn selbst der Inbegriff des sanften Tourismus, der Wanderer, kann für Mönchsgeier

tödlich sein. Bei Störung verlassen die scheuen Elterntiere den Horst, die Eier oder

kleinen Nestlinge sind dann Kälte oder tödlicher Sonnenstrahlung ausgesetzt oder

werden von Möwen oder Kolkraben getötet. Die Koordination von Tourismuswünschen

und Naturschutz-Anliegen ist auch hier sehr wichtig.

Schutzzentrum Finca Son Pons in der Nähe von Campanet. Der

Besuch ist lohnend, vorherige Kontaktaufnahme ist empfehlenswert (auch auf Deutsch

möglich). Tel. +34 661212222 | info@pronaturetravel.com. Freier Eintritt, Spenden erwünscht.

Fundacion Vida Silvestre Mediterranea (FVSM)

www.fvsm.eu | Facebook: Fundación Vida Silvestre mediterranea

www.fundacionvidasilvestremediterranea.blogspot.co.at

Black Vulture Conservation Foundation (BVCF)

Facebook: Black Vulture Conservation Foundation

www.blackvultureconservation.blogspot.com/p/history.html

auch Geld. Kooperation mit der Reiseagentur „Ecotourism & Conservation Pronature

Travel“ und Unterstützungen von privater Seite bzw. Firmen sollen helfen, die erforderlichen

finanziellen Mittel zu generieren. Die Finanzkrise hat auch in Spanien tiefe Spuren

hinterlassen: Es gibt keine Subventionen mehr für den Mönchsgeierschutz, die Mitarbeiter

arbeiten ehrenamtlich und Spenden der Besucher sind ebenso willkommen wie unentbehrlich.

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1 Der Bartgeier (Gypaetus barbatus) verdankt seinen Namen dem bartartigen Federbüschel am Unterschnabel.

Er kommt auf Mallorca nicht vor, wurde aber in den Alpen erfolgreich wiederangesiedelt (Foto: BVCF).

2 Die Führung durch das Schutzgebiet der Ariant-Hochebene ist landschaftlich äußerst reizvoll. Mit Glück

bekommt man Mönchs- und Gänsegeier, Zwergadler und den seltenen Eleonorenfalken zu sehen.

3 Am Wegesrand zeugen blank geputzte Skelettreste von der perfekten Entsorgung durch Geier,

Kolkraben und Co.

4 Francesca justiert das Spektiv, um die Geier an der entfernten Futterstelle ins Bild zu bekommen.

abo@ocean7.at

www.ocean7.at


OCEAN7Service

1

Segelnde Großvögel

meiden Flüge über

das offene Meer

Segeln, Geier und das Meer. Jeder Segler wird bestätigen, dass

Geier über dem offenen Meer nicht anzutreffen sind. Die Flugkünstler der

Hochsee wie Albatrosse und Sturmtaucher haben lange, schlanke, spitz zulaufende

Flügel und sind damit an die Windbedingungen der See perfekt angepasst.

Im Gegensatz dazu sind die Flügel der Geier breit und haben gefächerte Handschwingen

an den Enden. Das ist die ideale Form, um thermische Aufwinde zu

nützen – die gibt es über Land, aber nicht über dem Meer. Daher meiden segelnde

Großvögel wie Greife und Störche das offene Meer und konzentrieren

sich auf ihrem saisonalen Vogelzug in großer Zahl an den Meerengen wie

Bosporus und Gibraltar, um das Mittelmeer dort zu überqueren. Die Mönchsgeier

Mallorcas ersparen sich das, sie bleiben ganzjährig auf der Insel.

Ein Gedankenspiel. Skippern die Physik des Segelns zu erklären

hieße Eulen nach Athen zu tragen. Aber zu einem Gedankenexperiment

möchte ich einladen: Vergleichen wir den horizontalen Vortrieb eines Segelbootes

mit dem vertikalen Auftrieb eines segelnden Mönchsgeiers. Vergleichen

wir das im Wind gebauschte Segel mit dem gewölbten Querprofil des Geierflügels.

Wenn wir uns die Flügel des Geiers als horizontal liegendes Segel

vorstellen, wäre dann das Höherschrauben in der Thermik mit dem Vorwindkurs

eines Segelbootes vergleichbar? Würde der Auftrieb im dynamischen

Segel flug gegen den Wind dem Aufkreuzen der Segelyacht entsprechen? Nur

ein Gedankenspiel, nicht mehr …

2

3

1 Mönchsgeier-Pärchen im Schutzzentrum (Foto: BVCF)

2 Auch der kleinste europäische Geier, der Schmutzgeier

(Neophron percnopterus) lebt auf Mallorca. Er hat

Mülldeponien als Futterquelle entdeckt, daher sein

wenig schmeichelhafter deutscher Name (Foto: BVCF).

3 Dr. Evelyn Tewes vor der NW-Küste der Tramuntana,

dem Lebensraum der Mönchsgeier (Foto: BVCF)

42 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Biograd Boat Show

größte

Kroatiens

Bootsmesse

„Alle drei Hallen waren mehrere Wochen vor Messebeginn

bereits ausverkauft!”, meldet die In-Water Show in der Marina

Kornati in Biograd. Sie findet vom 22. bis 25. Oktober 2015 im

historischen Küstenort, dem Tor zu den Kornaten, statt.

Seit 16 Jahren gibt es diese Traditionsmesse, die seither jedes

Jahr kontinuierlich wuchs. „Nach der bestehenden Buchungslage

erwarten wir für 2015 eine neue Rekord-Show mit noch

mehr Ausstellern aus noch mehr verschiedenen Ländern und

noch mehr Besuchern”, sagt ein Sprecher der Biograd-Messe.

Nicht nur das, die Liste der angemeldeten Yachten, die ausgestellt

werden, wächst immer noch von Tag zu Tag und wird

wohl die größte Vielfalt an Neuheiten in der Geschichte der

Biograd Boatshow bieten.

Katamarane auf dem Vormarsch. „Den

größten Wachstum bei Yachten verzeichnen wir bei den Katamaranen,

vor allem in den Größen von 40 bis 52 Fuß. Aber

auch ein Fahrten-Trimaran wird gezeigt, ein Motor-Kat und

etliche Daysailor-Katamarane”, erzählt ein Messe-Sprecher.

Großen Zuspruch hat auch das Yacht Charter Center, das im

Vorjahr mit 21 Ausstellern begonnen hat und in diesem Jahr

bereits 1.100 Yachten präsentieren wird. Es wurde daher in die

Halle B verlegt.

Auch OCEAN7 wird auf der Biograd Boat Show 2015 mit einem

eigenen Stand vertreten sein. Wir freuen uns

auf Ihren Besuch!

Auf www.bbs.com.hr gibt es einen virtuellen

360 °-Rundgang über die Messe zu erleben.

OCEAN7 06/2015 43


OCEAN7Service

Die Welt

ist das Revier

Mit der Familie in der Adria, mit Freunden Inselhopping in der

Karibik, die Südsee, oder der harte Männertörn um Kap Hoorn und

in die Antarktis? Egal. Heute ist die ganze Welt ein Charter-Revier!

Und welche Yachten? Was müssen sie können? OCEAN7 hat die

Charter-Trends für 2016 recherchiert.

Komfort und Bequemlichkeit stehen an

erster Stelle. Darüber sind sich nahezu alle Vercharterer

einig – ob Agentur oder Flottenbetreiber. Nicht mehr die

Charter-Massenware mit möglichst vielen Kabinen hat Hochsaison,

sondern die individuellen Yachten, die alle Stücke

spielen. „Bei uns sind Yachten in Eignerversion besonders

gefragt. Weniger Kabinen, dafür luxuriös. Der Trend ist unverkennbar“,

sagt Klara Grassl, die Seniorchefin des Tiroler Familienunternehmens

Trend Travel & Yachting.

Eine Entwicklung, die auch Multihull Yachting Greece spürt.

„Bei uns sind es die Katamarane zwischen 40 und 45 Fuß, die

besonders gut gehen, und unsere Kunden fragen vor allem

nach Aircondition, Entsalzungsanlagen und WiFi auf den Schiffen“,

berichtet Elisabet Stromatia aus Athen.

Für Manos Tsoutsoudakis und seine Familie ist das schon seit

Jahren klar: Er betreibt mit seinem Familienbetrieb Manos

Yachting auf Lefkas im Ionischen Meer nur eine kleine Flotte

– die ist dafür in absolutem Top-Zustand und bietet jeden an

44 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Charter-Trends

Klaus Pitter

Pitter Yachting

www.pitter-yachting.com

Schwerpunkte 2015? Neue Basis in Kroatien

(Trogir) und Türkei (Kas).

Beliebteste Schiffe? Bavaria Cruiser 56, Lagoon 450,

Nautitech open 40.

Gefragteste Sonderausstattung? W-Lan an Bord,

Generator.

Komfort oder Sicherheit? Komfort.

Beliebteste Reviere 2015? Türkei.

Trends? Eindeutig Katamarane.

Schwerpunkte 2016? Türkei und als neues Revier

Griechenand.

Neuheiten 2016? Nautic Alliance mit Gena Yachting

in der Türkei. Nautitech open 46 Fly, Nautitech 46,

Bacaria Cruiser 56 und 51. Skippertrainings Katamarane

und Einrumpfer. Regatten, Mitseglerbörse.

Besonderer Service 2016? Sicherungsschein von

Yacht Pool, Charter-Fairtrag, Euminia-Bewertung,

Online-Buchung.

Bord nur denkbaren Komfort. „Unsere Gäste haben Urlaub –

und den sollen sie unbeschwert und unter optimalen Voraussetzunge

genießen“, sagt Evita, die Tochter des Hauses.

Nicht anders in der Türkei: Dort hat sich Gena Yachtcharter,

der größte und traditionsreichste Flottenbetreiber mit Yachten

aus der Bavaria-Werft, mit Pitter-Yachting, dem Marktführer in

Kroatien, zu einer „Nautical Alliance“ zusammengeschlossen.

Alexandra Hofinger

Hofinger Yachtcharter

www.hofinger-yachtcharter.at

Beliebteste Schiffe? Typ egal, bei

Last Minute zwei Kabinen, sonst fünf Kabinen.

Gefragteste Sonderausstattung?

W-Lan und Automatik-Rettungswesten

Komfort oder Sicherheit? Sicherheit.

Beliebteste Reviere 2015? Kroatien.

Trends? Exotische Reviere – Thailand und Malaysien.

Schwerpunkte 2016? Skippertrainings in Punat, auch Ladies

only, Segeln und Tauchen in Koh Samui.

Besonderer Service 2016? Mitsegeln bei Wolfgang Hausner

und auf 49-Fuß-Katamaran 2fast4you in Thailand. Sicherungsschein

von Yacht Pool.

Alexandra

Bruckmiller

Nano Tours

www.nano-tours.com

Schwerpunkte 2015? Skippertrainings „Ladies only“.

Beliebteste Schiffe? Zwischen 45 und 50 Fuß.

Gefragteste Sonderausstattung? WIFI.

Komfort oder Sicherheit? Komfort.

Beliebteste Reviere 2015? Kroatien und Griechenland.

Schwerpunkte 2016? Ladies only-Trainings. Charter in

der Türkei.

Neuheiten 2016? Incentives mit mehreren Schiffen, z. B.

Straße von Gibraltar.

Besonderer Service 2016? Individuelle Revierinfos aus

eigener Skippererfahrung.

Wir setzen Maßstäbe für 2016

Die neue Hanse 575 mit exklusiver

Topausstattung, die keine Wünsche offen

lässt – ab 2016 in der Marina SCT – Trogir!

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OCEAN7Service

Klara Grassl

Trend Travel & Yachting

www.trend-travel-yachting.com

Schwerpunkte 2015? Bareboat Charter.

Beliebteste Schiffe? Große Yachten mit drei

Kabinen (Eignerversion).

Gefragteste Sonderausstattung? Bugstrahlruder.

Komfort oder Sicherheit? Komfort. Weniger Kabinen, mehr Platz.

Beliebteste Reviere 2015? Kroatien, Griechenland mit + 20 %, Italien und Spanien.

Trends? Mehr Komfort, größere Yachten, aber nicht über 50 Fuß.

Schwerpunkte 2016? Interessante Yachten wie Sun Odyssey 419, 449 und 519;

Kroatien und Kapverden.

Neuheiten 2016? Neue Yachten auf den Kapverden und in Kroatien. Im Oktober

2016 Südsee-Sternfahrt für Bareboat und Mitsegler – Leitung Klara und Albert Grassl.

Besonderer Service 2016? Yacht Pool-Sicherungsschein, Skippertrainings für Kat

und Monohull.

„Ein gemeinsames Buchungssystem sowie

höchste Qualitäts-, Service- und Sicherheitsmaßstäbe

in beiden Revieren sollen uns noch

schlagkräftiger machen“, sagt Taner Gümüs von

Gena Yachting in Alaçatı. Auch die „Nautical

Alliance“ ortet ein größeres Bedürfnis nach

Bequemlichkeit bei den Kunden: „Elektrische

Winschen für die Genua, Nasszellen für jede

Kabine, Katamarane und One-Way-Törns sind

immer gefragter“.

Franz Schillinger

Masteryachting

www.masteryachting.com

Schwerpunkte 2015? Kroatien und

Griechenland.

Beliebteste Schiffe? Trend geht zu

Katamaranen, weil sie mehr Platz und

mehr Komfort bieten.

Gefragteste Sonderausstattung?

Einzelbelegung der Kabinen, möglichst

Nasszellen für jede Kabine. Kartenplotter im Cockpit ist immer mehr gefragt.

Badeplattform wird oft gewünscht.

Schwerpunkte 2016? Luxuscharter wird weiterentwickelt. Ab Castella

bieten wir eine Lagoon 560 an.

Besonderer Service 2016? Als renommierte Agentur brauchen wir

keinen Sicherungsschein, da ein Ausfall für Kunden nicht bei der Agentur,

sondern bei dem jeweiligen Veranstalter liegt. Wir bieten eine Komplettabsicherung

bei der Uniqua gegen eine geringe Gebühr.

46 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015

Gül und Taner Gümüs

Gena Yachtcharter

www.gena-yachtcharter.com

Beliebteste Schiffe? Die Bavaria

Cruiser-Serie, dabei besonders die 45 und 46

sowie die Bavaria Nautitech open 40.

Gefragteste Sonderausstattung?

Elektrische Genuawinschen.

Komfort oder Sicherheit? Komfort.

Eigene Nasszellen.

Beliebteste Reviere 2015? Unsere

Stützpunkte Bodrum, Göcek und Alaçatı.

Trends? Eindeutig Katamarane.

Besonderer Service 2016? One-ways

ab zwei Wochen und Skippervermittlung.

Sicherungsschein von Yacht-Pool.


Elisabeth Stromatia

Multihull Yachting

www.multihull-yachting.com

Schwerpunkte 2015? Der Kampf gegen die Verunsicherung wegen

der Kapital-Kontrollen. Dadurch haben sich alle Buchungen verzögert.

Beliebteste Schiffe? Katamarane zwischen 40 und 45 Fuß

Gefragteste Sonderausstattung? Generator und Klimaanlage.

Komfort oder Sicherheit? EPIRB ist bei uns Standard. Die meisten

Kunden wollen Klima- und Entsalzungsanlagen und W-Lan.

Beliebteste Reviere 2015? Kykladen und Ionisches Meer.

Schwerpunkte 2016? Noch bessere Wartung, noch besserer Service.

Neuheiten 2016? Mindestens vier neue Katamarane zwischen 38 und

52 Fuß.

Besonderer Service 2016? Verschiedene Themen-Törns.

Mit einem anderen Bewusstsein ihrer Kunden

hat offensichtlich Agentur-Chefin Alexandra Hofinger zu tun: „Bei

uns ist die Nachfrage nach Sicherheitsausrüstung vorwiegend –

Radar, automatische Schwimmwesten und Ähnliches werden

immer wieder nachgefragt. Natürlich wollen Kunden auch vermehrt

Komfort und W-Lan. Besonders gewünscht sind aktuell vor

allem exotische Reviere wie Malaysien und Thailand. Großes

Interesse gibt es für unsere speziellen Trainings und auch das

Ladies only-Skippertraining“. Einen Trend zu besonderen Schiffstypen

kann sie nicht erkennen.

Thomas Hickersberger

Yachtcharter Müller

www.mueller-yacht-linz.at

Schwerpunkte 2015? Kroatien, Griechenland (Lefkas)

und Karibik.

Beliebteste Schiffe? Katamarane stark im Kommen.

Lagoon 400, 450.

Gefragteste Sonderausstattung? Bugstrahlruder bei

Monohulls.

Komfort oder Sicherheit? Komfort. Eigene Nasszelle für jede Kabine.

Beliebteste Reviere 2015? Kroatien, Griechenland (Lefkas) und Karibik.

Trends? Türkei, Malta und Sizilien wegen der Flüchtlings-Situation eher schwach.

Schwerpunkte 2016? Baleares Explorer im September 2016. Seychelles Explorer 2017

in Vorbereitung.

Neuheiten 2016? Kooperation mit Blue2-Skippertrainings (www.blue-2.at)

Besonderer Service 2016? Persönliche Beratung sowie persönliche Revierinformation

(eigene Törnberichte), 24 h erreichbar (mobil oder mit Rufumleitung). Zudem gelten wir als

Komplettanbieter … Yacht, Flug, Versicherungen und ggf. Skipper, Proviantierung. Zudem

statten wir seglerische Events aus (Regatten, Firmen und Clubtörns). Um unser Angebot

abzurunden, haben wir im Seemannsladen.at auch das passende Zubehör zum Segeltörn.

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YachtNews

Vom Weltmeister

Seit September gibt es zwei Neuheiten auf dem Neusiedler See. Sie heißen

Lapango und Livida und sind zwei Lago 26, die von Weltmeister Hans

Spitzauer entwickelt und gebaut wurden. Die beiden schnellen Jollenkreuzer

wurden von der Pannonia Sailing GmbH erworben und können dort

gemietet werden. Die Taufe nahm in Anwesenheit von Hans Spitzauer der

Präsident des „King Yachting Club“ Harald Melwisch vor.

www.pannonia-sailing.at www.kyc.at www.championships.at

Luxus

mit Style

Segelspaß in der Ankerbucht

Nico Tjebbes, der geniale Erfinder des

Banana-Bootes, hat mit der Firma tribell

GmbH, Hamburg, wieder etwas Neues

entwickelt: ein nachrüstbares Segelzubehör

für Schlauchboote von 2,20 m bis 3,30 m

Länge. Sailbird ist in erster Linie gedacht

für Yachtbesitzer und Tagesausflügler,

die bereits ein Schlauchboot haben und

damit auch segeln möchten. Fahrtensegler

bleiben autark, sobald ihr Außenborder

streikt oder weit und breit kein Benzin in

Sicht ist. Sailbird, klein verpackt, max.

Länge 117 cm und ca. 17 kg schwer,

kostet ab Werk 1.100 Euro.

www.sailbird.de

Die Erfolgsyacht von Bavaria, die Cruiser 51, wird noch

eleganter! Ab sofort gibt es für die große Yacht das luxuriöse

Ausstattungspaket STYLE. Ein neues Pantry-Layout mit Kühlund

Gefrierschrank aus Edelstahl gehören ebenso zum neuen

Style der Cruiser 51 wie eine hochwertige Küchenarbeitsplatte,

neu designte Hängeschränke, elegante, stoffbezogene

Schotten, ein absenkbarer Salontisch und edle Lounge-Polster.

Luxus pur auch in der Eignersuite im Vorschiff. An Steuer bord

ein echter Ankleideraum mit vielen Schränken und der Möglichkeit,

eine Waschmaschine ab Werft zu installieren.

www.bavaria-yachtbau.com

48 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Viel Raum auf 34 Fuß

Ein großes Cockpit mit zwei Steuerständen

und ein komfortables Layout unter Deck mit

drei Kabinen – das bietet die neue Cruiser

34 von Bavaria Yachts. Ihre Premiere wird

sie auf der Boot Düsseldorf haben. Die

Konstrukteure aus Giebelstadt über die neue

Yacht: „Die perfekte Sicht auf die Segel, den

Kurs und die Crew zu haben, ist nicht nur

ein Sicherheitsfaktor, es erhöht auch den

Komfort beim Segeln. Wichtig war uns, den

Sitzplatz ergonomisch optimal zu gestalten,

damit auch an einem langen Tag auf See keine

Ermüdung auftritt“. Unter Deck ist Raum

für sechs Personen in den drei großzügigen

Kabinen der Cruiser 34. Damit bietet die

Yacht ein unglaubliches Raumangebot in ihrer

Bootsgröße.

www.bavaria-yachtbau.com

Die

Finalisten

Das sind die Finalisten für den

Best Of Boats Award 2015:

Best for Beginners: Beneteau Flyer 5

Jeanneau Merry Fisher 605

Parker 630 Sport

Silver Shark Bowrider 580

Best for Family: Bavaria Sport 330

Brioni 44+

Delphia Escape 1100 Soley

Fountaine Pajot MY 37

Jeanneau Leader 36

Nimbus 305 Coupé

Sealine S 330

Agapi entwickelt und stellt Familienboote her,

die hohe Leistung bei geringem Kraftstoffverbrauch und

unschlagbare Beweglichkeit bieten.

Best for Fun: Agapi 950

Axopar 28

Beneteau Flyer 7 Sportdeck

Invictus 270 FX

Sea Ray 21 SPX

XO 250 Open

Best for Fishing:

Boston Whaler 270 Dauntless

Chris-Craft Catalina 26

Jeanneau Merry Fisher 695

Quicksilver Captur 810 Arvor

Sind Sie daran interessiert ein Agapi Händler in Österreich zu werden?

Dann kontaktieren Sie uns: info@agapiboating.com


OCEAN7Yachten

Agapi 950:


Agapi 950

1 2

Der Name Agapi Boats klingt zwar nicht schwedisch, das Boot kommt

aber aus dem Land der Schären. Das Wort Agapi stammt aus dem

griechischen und bedeutet Liebe. OCEAN7 fuhr mit einer Agapi 950

durch die Gewässer rund um Stockholm, um selbst feststellen zu

können, ob der Funke zünden würde …

Text und Fotos: Alfred J. Boer, Übersetzung: Regine Hansche

Wir berichteten heuer schon einmal über Agapi Boats und

nahmen die Einladung, dieses Boot besser kennenlernen zu

können gerne an. Gleichzeitig waren wir etwas argwöhnisch,

denn man hört öfters, dass Käufer erfolglos ein Boot suchen

und dann beschließen, selbst eines zu entwickeln. Meistens

scheitern solche Projekte, vor allem da das Knowhow der Vermarktung

fehlt. Aber Agapi Boats, die Firma der in Argentinien

geborenen Alejandra und ihrem schwedischen Mann Peder

Asplund, ist da eine Ausnahme.

Die beiden sind Akademiker, die lange Zeit Spitzenfunktionen

bei multinationalen Konzernen hatten. Nach verschiedenen

internationalen Erfahrungen kam das Ehepaar wieder nach

Schweden zurück und beteiligte sich schon bald an einer Charterfirma

für Boote. Dort wurde mit RIBs gefahren, die sehr gute

Fahreigenschaften hatten, aber trotzdem entstand schnell der

Plan, einen eigenen, vielseitigeren RIB zu entwickeln. Das führte

2008 zur Einführung der Agapi 900, 2010 folgte die der Agapi

Walk around. Außerdem empfing Agapi Boats die prestigereiche

Auszeichnung „Rookie of the Year“.

Alejandra und Peder entwickelten schließlich ein komplettes

Fahrkonzept, wobei die Agapi-Eigentümer ein breites Leistungspaket

in Anspruch nehmen können. Dafür organisierten sie 2013

eine Tour de Chant durch ganz Europa mit einer Agapi 750 in

der Hauptrolle. Das führte zu einem gut verzweigten euro -

päischen Händlernetzwerk von engagierten Unternehmen, die

außerdem als Botschafter der Marke auftreten.

1 Alejandra und Peder Asplund

2 Rasch in Gleitfahrt

Das Gesamtkonzept. Wichtige Grundprinzipien,

die für Agapi gelten, sind einfach und leicht zu fahrende Boote,

auch für unerfahrenere Skipper, Vielseitigkeit und fast genauso

wichtig: optimale Wirtschaftlichkeit im Verbrauch. Um das alles

in einem bewusst begrenzten Angebot von nur zwei Modellen

zu ermöglichen, wurde der schwedische und international bekannte

Designer Håkan Södergren (unter anderem bekannt

durch den Super Maxi 100) verpflichtet, einen komplett neuen

RIB zu zeichnen. Zuerst wurde die Agapi 750 in China produziert,

jetzt aber seit 2014 bei der polnischen Firma Delphia. Das

ist nicht so verwunderlich, denn dieses Familienunternehmen

produziert neben seiner eigenen Reihe an Motor- und Segelbooten

auch für Marken wie Brunswick und Axopar. Um das

Gewicht zu reduzieren, verwendet Agapi Karbon und für die

Tubes Hypalon 668 in Militärqualität. Bis jetzt wurden 35 Exemplare

vom Modell 750 verkauft. Auf der Boot Düsseldorf 2015

stellte Agapi die 950 vor.

Bevor näher auf dieses Modell eingegangen wird, erst noch etwas

über das Gesamtkonzept von Agapi Boats. Alejandra und Peder

sind sich bewusst, dass sich der Markt für Freizeitboote momentan

sehr verändert und dass Bootsbesitzer heutzutage auch andere

Freizeitbeschäftigungen haben wie Golf, Tennis oder Städtereisen.

„Deshalb kann ein Agapi-Eigner auf Wunsch ein Komplettservicepaket

nehmen, bei dem Dinge wie Wartung, Reinigung

und Winterstellplatz inklusive sind. Eigner können ihr Boot

zu oder von einem anderen Fahrgebiet mit einem Trailer überführen

lassen”, erklärt Peder. Eine andere Möglichkeit, um irgendwo

anders eine Agapi genießen zu können, ist die Teilnahme

an der Agapi Community; so gibt es nun schon in Palma

de Mallorca vier Besitzer, die ihr Boot zu bestimmten Konditionen

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 51


OCEAN7Yachten

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Viele überraschende Details und ga

anderen Agapi-Besitzern aus anderen Ländern zur Verfügung

stellen. Peder weiter: „Außerdem organiseren wir regelmäßig

Treffen, bei denen Erfahrungen ausgetauscht werden, um unser

Konzept zu perfektionieren. Eine andere typische Agapi-Initiative

ist die jährliche Organisation eines Damenwochenendes.”

Sicherheit. Wenn man an Bord einer Agapi 950 geht,

merkt man sofort, dass die Anfangsstabiltät dieses RIB sehr hoch

ist, außerdem ist der Einstieg dank eines praktischen Trittbrettes

und einem robusten RVS-Bügel sehr einfach. Agapi hat serienmäßig

Flexiteek auf allen horizontalen Teilen, außerdem haben

die Tubes an strategischen Orten breite Streifen Anti-Slipprofil.

Auf dem Vorschiff entdecken wir schöne einklappbare Klampen

und es gibt einen recht tiefen Ankerkasten. Der extrem massiv

gebaute und lange Flaggenstock am Bug ist sehr auffallend und

dafür vorgesehen, einen Extra-Halt während des Ein- und Ausstiegs

über den Bug zu gewähren. Um Gewicht zu sparen, sind

der Targabügel und Teile der Steuerkonsole aus Karbon.

Eine kritische Note verdient die Platzierung der Steuerbank:

Stehend fehlen ein paar Zentimeter, um komfortabel steuern zu

können, das könnte aber einfach gelöst werden, was die Werft

inzwischen auch versprochen hat. Eine gute Idee ist die Lehne

des riesigen Sonnenbetts in der Vertiefung, die über einen Meter

verschoben werden kann. Außerdem gibt es an beiden

Seiten Bänke, die für mehr Stehplatz nach unten geklappt werden

können. Im Cockpit sind genügend sichere Griffe vorhanden.

Das Interieur ist überraschend groß, hat ein komfortables

Bett mit guten Matratzen, die Beleuchtung wie auch die Ventilation

sind sehr gut. Auch die Nasszelle erfüllt alle Voraussetzungen,

es einer kleinen Crew ein Wochenende lang an Bord

bequem zu machen. In dem Fall kann der Aufenthaltsraum

vergrößert werden, indem man die Cabrioletkappe verwendet,

wobei das Sonnenbett zwei zusätzlichen Übernachtungsgästen

Platz bietet.

Technische Daten

Design: Håkan Södergren

Werft: Agapi Boating, Stockholm, Schweden

www.agapiboating.com

Gesamtlänge ..........................9,50 m

Breite ...............................3,00 m

Tiefgang .............................0,75 m

Durchfahrthöhe ........................2,50 m

Wasserverdrängung (exkl. Motor(en) .......2.200 kg

Anzahl Schlafplätze ........................2–4

Brandstofftank ........................2 x 240 l

Frischwassertank ..........................90 l

Abwassertank ............................40 l

Motorisierung ................2 x Yamaha 300 PS

CE Kategorie ..............................B

Preis exkl. Liegeplatz, Motor & VAT ........ab € 95.000

52 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


Agapi 950

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nz ausgezeichnete Fahreigenschaften

Wie fährt sie? Agapi liefert die 950 mit ein oder zwei

Außenbootmotoren bis maximal 300 PS pro Motor, während

auch ein Innenbordmotor zu den Optionen gehört. Wir fuhren

mit einer 1 x 350 PS-Version wie auch einer 2 x 350 PS-Agapi.

Bei unseren Fahrimpressionen richten wir uns vor allem auf die

letztere Version. Während wir unsere beiden Yamahas starten

und auf Temperatur kommen lassen, setzen wir uns auf die

komfortable Steuerbank und einmal vom Steg losgemacht, fahren

wir in einer schönen, geraden Linie rückwärts. Danach fahren

wir mit maximal sechs Knoten entlang dem Wasa-Museum zu

breiterem Fahrwasser hinaus. Hier können wir unlimitiert Gas

geben; in genau fünf Sekunden bringen uns die 600 Yamaha PS

in Gleitfahrt, es dauert zehn Sekunden, um 30 Knoten auf dem

Log erscheinen zu sehen und in 35 Sekunden erreichen wir aus

dem Stillstand eine Spitzengeschwindigkeit von 53,9 Knoten.

Sogar wenn man auf der Steuerbank sitzt, hat man eine sehr gute

Sicht nach vorne und der Windschirm bietet einen guten Schutz

gegen Regen und Wind. Diese Agapi 950 hat mit kurzen Kurven

in Spitzengeschwindigkeit keinerlei Schwierigkeiten; der Cabin

RIB nimmt seine eigenen Heckwellen problemlos, ohne heftige

Bootsbewegungen. Dabei möchten wir aber die Bemerkung

machen, dass die Ausführung mit einem einzelnen 300 PS-

Yamaha in diesem Fall um die 2.600 Umdrehungen merkwürdig

viel Spray zeigt. Da müsste man genauer untersuchen, warum

das so ist. Als wir die Heckwellen eines großen Fährbootes mit

angepasster Geschwindigkeit bewusst in einem falschen Winkel

anfahren, beweißt sich unsere Agapi 950 als sehr stabil und zeigt

nie eine beginnende Unsicherheit.

1 Das Steuer liegt angenehm in der Hand

2 Viel bequemer Platz am Heck

3 Ungewöhnlich – Spülbecken in der Steuerkonsole

4 Komfortable Bugkabine für zwei

5 Eine Designer-Nasszelle

6 Genügend gesicherter Stauraum

6

Fazit. Agapi Boating hat hier und da noch kleine Fehler im

Detail, diese sollten aber bis zum Modelljahr 2016 ausgemerzt

sein. Unser Gesamteindruck ist und bleibt schlichtweg positiv

und wir ließen uns von ausgeklügelten Details überraschen und

nicht zu vergessen: von ausgezeichneten Fahreigenschaften. Die

Agapi 950 ist ein vielseitiges Familienboot mit einem hohen

„Spaßfaktor”, hinter dem sich ein durchdachtes Marketingkonzept

versteckt. Ihre Hypalon-Tubes sorgen zudem für einen optimalen

Schutz des teuren Gelcoats und auf extrem viel befahrenen Innengewässern

ist das ein unglaublich großer Vorteil!

ocean7_20150208_85x26 yachtversicherung_Layout 1 08.02.2015 19:59 Seite

YACHT-POOL

YACHTVERSICHERUNGEN

A-5163 Mattsee Münsterholzstr. 45

Tel.: 06217 / 5510 Fax: 06217 / 7460

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 53


OCEAN7Yachten

Das Fenster

Die Weite des Meeres ist das, was Segler für gewöhnlich

auf dem Wasser suchen. Doch oft bietet dann nur der

Blick gen Horizont die gewünschte Aussicht und nicht

der Blick aus dem Inneren des Bootes. Bei dem neuen

Flaggschiff der Sirius Werft aus Plön ganz oben im Norden

Deutschlands ist das vollkommen anders. Hier lässt sich

die Größe der Meere, ihre Weite und ihre Offenheit vor

allem auch unter Deck erspüren und erleben.

Text und Fotos: Kirsten Panzer


Sirius 40 DS

Die Deckssalonyacht 40 DS ist ein offenes Raumwunder, in

dem man mit dem Meer zu verschmelzen scheint und dabei

immer eine perfekte Aussicht genießt.

Hier wird niemand mehr sobald er in die Tiefen des Schiffes

absteigt zum Kellerkind.

Möglich macht dies das einzigartige Raum- und Lichtkonzept

der norddeutschen Bootsbauer. „Die einheitliche Sichtachse

ist uns extrem wichtig und dabei natürlich auch das Licht,

die Helligkeit“, beschreibt Werftinhaber Thorsten Schmidt

die Grundidee, die diese neuen Sirius-Yachten ausmacht. Die

Werft gibt es schließlich bereits seit 45 Jahren, doch dann

Ende der 1980er Jahre erfolgte nach einem verregneten

Segelsommer die Konzeptänderung – Deck abgeschnitten,

Decksalon draufgesetzt, den Rest der Yacht beibehalten, ein

rigoroser Umbruch begann und damit die unglaubliche Erfolgsgeschichte

der Werft.

Helligkeit und Weitsicht kombiniert mit Platz,

Komfort und guten Segeleigenschaften, dafür stehen heute die

Sirius-Yachten. Und daneben auch für hohe Bootsbaukunst mit

einer großen Liebe zum Detail. Das sieht man nun nicht nur an

den glänzenden Augen der Eigner und Stegnachbarn, sondern

auch in all den vielen kleinen Details, die man auf den Yachten

entdecken kann. So wird ein Törn auf der neuen DS 40 zur

Erkundungs- und vor allem Überraschungstour. Nach jedem

Schritt entdeckt man wieder etwas, von dem man bisher gar

nicht wusste, dass man es bisher beim Segeln vermisst hat.

Zuerst einmal das Licht und damit die großen, kugelsicheren

Fenster, durch die man Land und Wasser beobachten kann und

zwar von jedem Standort aus. Man fragt sich, wie man bisher

mit den schmalen Luken klarkommen konnte, es unter Deck

ausgehalten hat ohne die Weitsicht, die einem auf der Sirius

geboten wird. Gemütlicher Plausch, ein Glas Rotwein vorm

Wasserspiel. Das Meer scheint im Salon zum Greifen nahe zu

sein, wenn man sich um den Salontisch sammelt, der für eine

Mahlzeit zu sechst auch zusätzlich ausgeklappt werden kann.

Und nicht nur das. Seine leicht angehobene Facette verhindert

das Abrutschen von Geschirr und Gläsern und ist dabei aber so

abgeschrägt, dass sie beim Kartenspiel oder Dauerhock nicht

gleich die Unterarme abklemmt. Eine Kleinigkeit, die besticht.

Da hat mal einer nachgedacht. Und das auch umgesetzt. Dass

sich ein Mitarbeiter der Werft fast ausschließlich um Tische

kümmert, verwundert da nicht weiter.

Genauso wie die „Stehhöhe“ des Mahagonitisches. Seitlich am

Gang hat er die perfekte Höhe, um als Tresen durchzugehen.

Wer lieber steht beim abendlichen Absacker oder der engagierten

Diskussionsrunde, hat schnell seinen perfekten Platz gefunden.

Den finden auch Proviant und Gepäck und zwar für wirklich

lange Reisen. Der Stauraum scheint unermesslich zu sein. Kugelgelagerte,

selbsteinziehende Schubfächer, in denen man

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 55


Über zwei Meter

unter Deck der

OCEAN7Revier

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seinen ganzen Hausrat unterbringen kann und dazu noch die großteils doppelten

Boden-Staufächer, die dank ihrer Lage unterhalb der Wasserlinie für stets gut gekühlten

Wein sorgen. Auch Wasserkisten dürfen dort selbstverständlich untergebracht

werden. Sesam, öffne dich.

Wie das geht? Mittschiffs, an der breitesten Stelle, wird das Boot doppelgeschossig

genutzt, wobei eine Stehhöhe von über zwei Metern Standard ist. Hier

muss keiner mehr gebückt gehen und zwar nirgendwo. Übrigens: Wer in der

Pantry am Herd steht, wird sich auf keinen Fall abgeschoben fühlen. Auch sie liegt

innerhalb der Sichtachse. So verliert selbst der Smutje unter Deck nicht den Kontakt

zu Rudergänger oder Crew. Das Boot steht für das gemeinsame Erleben.

Separieren, sich zurückziehen geht aber natürlich auch. Mittschiffs zum Beispiel,

in der Eignersuite. Ja, so kann man sie mit ruhigem Gewissen bezeichnen, bietet

sie doch mit zusätzlicher Sitzgelegenheit einen eigenen Rückzugsort. Hier einfach

mal ein paar Seiten lesen – perfekt. Im kleinen Bücherregal kann das Sortiment

artgerecht untergebracht werden und so für noch mehr Heimatgefühl sorgen. Ob

das alleine schon als Wohlfühlargument für diese Kammer ausreicht? Keineswegs.

Denn auch hier dominieren außer der hellen Wandverkleidung und dem hellen

Deckenbereich kombiniert mit dunklem Holz Raum und Licht. Vor der Doppelkoje,

die mit einem Leesegel auch hochseetüchtig gemacht werden kann, ist genügend

Platz, um aus dem Bad nicht gleich ins Bett zu fallen und sich frei bewegen zu

können. Und das Licht? Da sind wieder die Fenster, die auf dem Testschiff für die

perfekte Aussicht sorgen. Auf sie sollte man bei der Ausstattung auf keinen Fall

verzichten, stellen sie doch ein weiteres i-Tüpfelchen auf diesem Boot dar. Innbeleuchtung

in den Kleiderschränken wird da zur natürlichsten Nebensache der Welt.

Doch wer die Vorschiffskoje wählt, liegt auch nicht verkehrt. Lichter Raum mit Luft

nach oben. Geht nicht? Das Luk muss auch als Ausstiegsluk genutzt werden können?

Klar, an der CE-Norm in Sachen Fluchtweg kommt keiner vorbei, doch ist es

Thorsten Schmidt und seiner Crew trotzdem gelungen, eine großzügige Kabine zu

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Sirius 40 DS

Stehhöhe sind

Standard

schaffen. Eine kleine, aber stabile Stiege, unter der Matratze

diskret versteckt, schafft Abhilfe und erfüllt die notwendigen

Vorschriften. Und ganz ehrlich: Im Notfall kommt man wahrscheinlich

mit der Steighilfe leichter aus dem Vorschiffsluk als

wenn man direkt aus der höher gelegten Koje dort hindurchklettern

müsste.

Das war alles unter Deck? Nein, weit gefehlt.

Da die Sirius in verschiedenen Ausführungen angeboten wird,

kann man natürlich auch zwischen zwei oder drei Kammern

und bei einer eventuellen Achterkammer zwischen Doppel- und

Einzelkoje wählen. Vielleicht will man auf die wirklich geniale

Mitschiffskammer verzichten (nein, bitte nicht) und lieber einen

sicheren Platz fürs Keyboard schaffen oder sich ein kleines eigenen

Büro einrichten – und das bei 40 Fuß! Die Variationsmöglichkeiten

sind mannigfaltig. Die Eigner haben ein ausdrückliches

Mitspracherecht und das Team der SiriusWerft

scheint immer eine passende Lösung für die Kundenwünsche

zu finden. Sie sind darauf spezialisiert. „Ich habe noch nie zwei

gleiche Eigner und somit auch noch nie zwei gleiche Boote bei

uns gesehen“, beschreibt Thorsten Schmidt die Individualität

der Sirius-Gemeinde.

Eine Gemeinde, die gern lang unterwegs ist. Blauwasserseger,

Segler mit Weltumseglerambitionen, solche, die einfach viel Zeit

auf ihrem Boot verbringen und lange Strecken segeln wollen,

das sind die Kunden der Werft. Und vor allem solche Eigner,

die ein individuelles Schiff suchen, bei dem sie ihre eigenen

Wünsche einbringen können. Und sicher auch Segler, die Werkzeug

lieben – ein eigener Werkzeugraum mit hochwertiger

Werkzeugkiste ist Backbord achtern versteckt. Der Eingang

verbirgt sich neben dem Niedergang unter einem der Salonsitze.

Zwei Stufen führen dort ins Paradies für Bastler! Natürlich auch

hier wieder mit einem Fenster zur See.

Ein Boot zum Bleiben, das gilt aber auch an Deck.

Denn schließlich segelt die Sirius auch. Und zwar richtig gut

und natürlich auch bequem, womit in diesem Fall komfortabel

und nicht behäbig gemeint ist. Der Rudergänger sitzt und steht

perfekt, findet überall etwas, um seine Position zu stabilisieren.

1 Durchblick bis ins Vorschiff

2 Notstiege in der Bugkammer

3 Eingelassener Öffnungsknopf im Kartentisch

4 Duschraum

5 Tiefer gelegter Stauraum

6 Viel Licht in der Kabine

7 Wegklappbares Ruder schafft Platz im Cockpit

8 Elegante Erscheinung unter Segel

7

8

Der geringe Ruderdruck, bei dem man das Boot aber noch

bestens spürt, erleichtert das Steuern gerade bei Langfahrten.

Und dazu noch die Stabilität in der Krängung. Der tiefe Vorfuß

schneidet die Welle und verdrängt das Wasser sanft. Ein angenehmes

Segeln und Manövrieren, bei dem der Spaß auf keinen

Fall zu kurz kommt.

Man könnte noch weiter schwärmen, vom

Rotlicht auf Knopfdruck auch im Salon, die italienischen Keramikfliesen

in den Duschen, dem Decksbelag, Teak ist serienmäßig,

durch das Flexiteak so schön griffig und pflegeleicht,

den Schwiegermuttersitzen im Heck, auf denen man sich in

Großbritannien den Gin Tonic genehmigt, und dann natürlich

auch von der schwenkbaren Steuersäule, die das Rudergehen

so angenehm macht. Ach, und dann gibt es da ja auch noch

das kleine Türchen, das man im Heck öffnen kann und das

römisch-katholische Anlegen erleichtert. So nimmt das Entdecken

auf der Sirius DS 40 einfach kein Ende. Selbst dann nicht,

wenn man das winzige Detail auf dem Kartentisch bereits

entdeckt hat: den eingelassenen Holzknopf zum Öffnen des

Tisches – eines meiner Lieblingsdetails, passend zu den Lieblingsplätzen

– Stehplatz am Salontisch und hinter dem geschwenkten

Steuerrad.

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 57


Mit dem Inkrafttreten der neuen Prüfungs -

ordnung ab Jänner 2016 ändern sich

die Zugangsbestimmungen für alle neuen

Segelführerschein-Bewerber. Um es gleich

vorweg zu nehmen: Man hat damit der

Basis des österreichischen Segelsports

keinen guten Dienst erwiesen.

Zentralmatura oder

Prüfungsordnung

neu?

Was ändert sich? Alle Führerschein-Werber für FB2 müssen ihren Praxisnachweis

wieder mit ganz genau geführten Logbuch-Aufzeichnungen und den Seemeilenbestätigungen

nachweisen. Dies wird insofern schwierig, weil auf vielen Urlaubstörns die Führung dieses Dokuments

sehr nachlässig ausgeführt wird.

Zur Info: Ein Logbuch ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber wenn es geführt wird, ist es ein

amtliches Dokument. Auch kommt die Entscheidung eines Mitseglers, den Skipperschein zu

erwerben vielleicht erst bei seinem dritten Segeltörn. Es gilt zu hinterfragen, ob dieser Praxisnachweis

mit Seemeilenbestätigungen für den FB2 überhaupt Sinn macht? Ein Autoführerschein-

Kandidat muss ja auch nicht nachweisen, dass er drei Wochen lang auf dem Beifahrersitz gesessen

ist. Gut, aber wie viel oder wie wenig Vorkenntnisse sollen vorhanden sein? Ich kenne Leute,

die können sehr viel mehr als die geforderten Seemeilen nachweisen und sind dennoch keine

„Leuchten“ auf See. Auch die Teilnahme an einer Regattacrew sagt nichts über den Wissensstand

einer Person aus. Es zeigt nur, dass der/diejenige gerne segelt und dabei die Gemeinschaft sucht.

Welche Auswirkungen haben restrektive Zugangsbestimmungen?

In allen Segelvereinen wird gejammert, dass der Altersschnitt der Mitglieder um die

Siebzig ist und dass der Nachwuchs und die Jungen ausbleiben. Einigen fehlt die Zeit und viele

junge Menschen können es sich nicht leisten, den geforderten Praxisnachweis zu erbringen. Das

Interesse der Jungen am Segelsport ist vorhanden, aber die Rahmenbedingungen werden denkbar

schlecht. Und: Ist es wichtig zu wissen, ob der Wind „krimpt“ oder „schrallt“? Oder sollte der

zukünftige Skipper doch besser wissen, wie er richtig im Hafen anlegt? Und dass es bei manchen

Hafenmanövern besser ist, wenn der Wind auf das Heck bläst statt auf den Bug?

Nochmals zu unserem Praxisnachweis: Mal ehrlich – wer von allen jetzigen Skippern durfte vor

seiner Prüfungswoche mit dem Urlaubsschiff im Hafen anlegen? Eher wenige!

Diese Ausbildung sowie alle Kenntnisse und Fertigkeiten werden von den Vereinen und Segelschulen

vermittelt, unabhängig von den Vorkenntnissen der Kandidaten. Wobei hier einmal gesagt

werden muss, dass bei den Vereinen und Segelschulen hervorragende Arbeit geleistet wird,

unabhängig der Verbandszugehörigkeit!

58 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015

Wir sind alle

nur Menschen

Biograd vor etwa 15 Jahren. Ich lege bei leichtem

Seitenwind achteraus mit Muringleine an einen

Steg an, an den ich schon gefühlte 1000 Mal

angelegt habe. Alles läuft glatt. Im letzten Moment

übersehe ich eine Böe, meine Yacht wird auf den

Anker des Nachbarschiffes abgetrieben. Der Anker

des anderen Schiffes schrammt über meinen

Rumpf, wird dabei angehoben und verhakt sich in

eine Relingsstütze. Diese wird dabei abgeknickt.

Ich ärgere mich maßlos. Meine Crew hat genau

richtig reagiert und hat noch versucht, einen

Fender zwischen Anker und Yacht zu bekommen,

leider erfolglos. Aber zumindest hat niemand

versucht, unsere Yacht mit der Hand oder gar mit

dem Fuß wegzudrücken. Keiner wurde bei der

Aktion verletzt. Den Rest muss jetzt die Versicherung

erledigen.

Szenenwechsel, Sukošan, vor etwa 3 Tagen. Eine

Prüfung zum Fahrtbereich 2. Die Crew und der

Skipper sind nach einer harten Ausbildungswoche

müde und ein wenig unkonzentriert. Wir wollen

an einer Mole längseits anlegen. Es weht kräftiger,

ablandiger Wind. Der Rudergänger fährt wie im

Lehrbuch in einem relativ steilen Winkel die Mole

an. Im letzten Moment übersieht er eine Böe und

der Bug dreht zu langsam von der Mole ab, der

Winkel ist zu steil, der Bug der Yacht berührt

einige wenige Zentimeter vor dem Fender die Steinmole.

Da die Geschwindigkeit sehr gering war,

verunziert nur ein kleiner Kratzer den Rumpf der

Yacht. Vieles hätte man anders machen können,

klar. Ja, nach neuer Prüfungsordnung müsste ich

mindestens den Rudergänger durchfallen lassen.

Es gibt auch sicher einige Hardliner, die das

machen würden. Ich aber denke 15 Jahre zurück,

an mein Missgeschick in Biograd. Wie perfekt kann

ein Schiffsführer sein? Wieviel Platz für Fehler darf

es geben? Wieviel Mensch darf der „Berwerber“

und der „Prüfer“ noch sein? Ich entscheide für

mich: So viel Mensch wie notwendig und lasse

nach einer angemessenen Pause das Manöver

noch einmal wiederholen.


ErfahrungsNachweise

Seemeilenbestätigungen, eidesstattliche Erklärungen, seglerischer Lebenslauf, Logbuch,

Seefahtrsbuch, logbuchähnliche Aufzeichnungen usw., usw. … eine Vielzahl von Möglichkeiten,

seinen Erfahrungsnachweis zu erbringen.

Mit der neuen, ab 26.6.2015 für alle Prüfungsorganisationen gleich geltende Prüfungsordnung,

wird auch der Nachweis straffer geregelt.

Logbuch und logbuchähnliche Aufzeichnungen müssen einen bestimmten Inhalt,

bestimmte Angaben enthalten. Persönliche Logbücher beginnen in der Regel mit Angaben

zur Person des Inhabers, Bootslogbücher mit den Daten der betreffenden Yacht. Das

bedingt sehr oft „kopflose“ Teilablichten, die man den einzelnen Kandidaten/innen nicht

zuordnen kann.

Für Fahrten (Törns) ab 26.6.2015, wenn sie zum Erfahrungsnachweis zum Erlangen eines

IC dienen sollen, bedarf es:

– vollständig und leserlich ausgefülltes Formular – siehe Anlage 5, Jachtpro 2015 und

– Logbuch oder logbuchähnliche Aufzeichnungen

Diese Aufzeichnungen müssen folgenden Mindestinhalt aufweisen:

1. die für die Fahrt maßgeblichen meteorologischen und navigatorischen Angaben (z. B.

Kurse, Positionen, zurückgelegte Strecken, Wetterbeobachtungen einschließlich

Windrichtung und -stärke, Gezeiten);

2. zusammenfassende Angaben über die Fahrt, insbesondere den Zeitpunkt der Abfahrt

und der Ankunft sowie Fahrtunterbrechungen und umfangreichere Manöver (Wechsel

der Antriebsart, Segelwechsel)

3. Angaben über die Crew und deren Aufgaben;

4. Angaben über sonstige wichtige Ereignisse und Maßnahmen.

Segelyacht: Fahrzeug, das seinen Antrieb vornehmlich durch Wind erhält, auch wenn ein

Motor eingebaut oder angehängt ist. Darunter fallen auch die sogenannten Motorsegler;

Motoryacht: Fahrzeug, das seinen Antrieb vornehmlich durch einen Motor erhält, unabhängig

davon, ob auch eine Stützbesegelung vorhanden ist

Dabei sollte immer bedacht werden, dass die Eintragungen und Angaben allgemein

leserlich verfasst sind. Bei Unterschriften den vollen Namen in Blockschrift darunter

schreiben.

Die dem SFV Süd angeschlossenen Vereine und Ausbildungsstätten beraten gerne.

Vereine und Ausbildungsstätten,

die mit dem SFV

Süd zusammenarbeiten

Adria Yachting Austria AYA

Rudolf Frühwirt, 8051 Graz, Göstingerstraße 198 · Binnen-, Hochseeausbildung,

Seminare, Workshops 0676/523 50 15 ·

rudolf.fruehwirt@gmx.at · www.ayasegeln.at

ASVÖ Yacht Club Pack AYCP

Segelrevier Packer Stausee, Jugendlager, Regatten, gesellige

Clubveranstaltungen · Franz Sagmeister · 0664/2111791 · info@aycp.at

Attersee-Yachting

Binnen- und Hochseeausbildung auf Sun Odyssee 33i am Attersee ·

Ing. Thomas Dieplinger, 0660/5701098, www.attersee-yachting.at

Boote Kamper, Yachtcharter

Segel- Motorboote, Mono und Katamarane, Führerscheine, Skipper training,

Beratung · Ing. Karl Kamper, 8600 Bruck/Mur, Murstraße 7, 0664/3552802 ·

office@bootekamper.at · www.bootekamper.at

SFV Süd – Region Oberösterreich

Grimm Wolf-Dieter, 4650 Edt bei Lambach, Traunstraße 9,

0676/6276399 · wgrimm@me.com

Kärntner Yachtclub Pörtschach – KYCPö

Binnen-, Hochseeaubildung, Jugendkurse, Regatten · www.kycpoe.at

Polizeisportverein Burgenland

Sektion Segeln, Andreas Hochegger · Binnen- Hochseeaubildung,

Schiffsfunk · hochegger@aon.at

Marinekameradschaft Prinz Eugen

Schiffsführerschule Bruck/Mur, Binnen und Küste – FB 1, Freizeitclub

für die ganze Familie · josef@stadler.co.at · www.prinz-eugen.at

Motorbootfahrschule St. Pölten

Dr. Karl Prisching, 3100 St.Pölten, Widerinstraße 8, 0676/3303451 ·

prisching@mbfs.at · www.mbfs.at

Ocean Yachtclub OYC – Freizeitinsel Pibertstein

Ing. Helmut Theinschnak, 8582 Rosental, Hörgasstraße 30,

0664/1257071 · homebase@oyc.at

Schiffsführerschule Erwin Hinterleitner

4371 Dimbach Nr. 27/2 · 0664/2313622 · office@auf-kurs.cc

Segelcrew Hartberg

Clubrevier und Clubanlage am Stubenbergsee · A-Schein,

FB2 und FB3, Clubregatten · Martin Höfler · 0664/1977094,

office@segelcrew-hartberg.at · www.segelcrew-hartberg.at

Segelschule Pack (Packer Stausee)

Binnen- Hochseeaubildung, Bootsverleih, Übungsleiterausbildung ·

Franz Sagmeister, 8053 Graz, Am Jägergrund 49 · 0664/2111791 ·

sagmeister@segelschule-pack.com · www.segelschule-pck.com

Segelschule Schwarzlsee – Peter Schörkmaier

Binnen- und Hochseeausbildung, Schiffsfunk, Radarseminare

0650/7425718 · peter@segeln.st · www.segeln.st

Segel- und Yachtclub Steiermark SYCS

Segelrevier Waldschacherteich · Jugendkurse, Binnen- und

Hochseeausbildung, Regatten, Clubabende · Erich Alfred Pernold,

0664/4416091, www.sycs.org, club@sycs.org

Steiner Nautic Bootsbau und

Segelschule Mattsee

Elektroboote, Segelboote und Motorboote sowie Surfschule,

Bootsverleih & Salzburger Seenland Schifffahrt · www.steiner-nautic.at

Steirische Seebären

Binnen- und Hochseeausbildung, Übungsleiter, Regatten, Sport &

Freizeitverein, Vorträge, Erfahrungsaustausch · www.seebären.at

Yachtclub Odysseus Steiermark YCO

Segelrevier Schwarzlsee · Jugendkurse, Motorbootpatent – 10 Meter Seen

und Flüsse · Heinz Schörkmaier, 0664/1512226, heinz@segeln.st

Yachtclub Schwarzlsee YCS

Segelrevier Schwarzlsee · Jugendkurse, Binnen- und Hochseeausbildung,

Schiffsfunk · Peter Schörkmaier, 8052 Graz, Nikolaus Schön bacherstr. 10/6,

0650/7425718, peter@segeln.st, www.segeln.st

Werzer’s Segelschule

Hochseeausbildung, Jugendkurse · Anton Kuzmanic, 0664/1550661

Seefahrtsverband Süd · 8052 Graz, Villenstraße 11 · 0664/1512226 · info@sfv-sued.at · www.sfv-sued.at

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 59


Yacht Club Austria

Text und Fotos: Thomas Hickersberger

Rostock/Warnemünde | 11. bis 18. Juni 2016

Club

Revierinformation. Die Ostsee mit ihren unzähligen großen und

kleinen Inseln verfügt über eine mehr als 10.000 Kilometer lange Küstenlinie.

Die Vielseitigkeit an abwechslungsreichen Küstenformationen macht den

besonderen Reiz dieses Segelgebietes aus. Ein wahres Segelparadies mit

mehr als 100 Häfen und dicht an dicht liegenden Marinas.

Das Ostseebad Warnemünde liegt im Norden der Hansestadt Rostock. An

der Ostseite der Warnow-Mündung liegen der Überseehafen der Hansestadt

Rostock und der Yachthafen Hohe Düne. Hier finden jeden Sommer die

Warnemünder Woche und die Hanse Sail statt, die jährlich Millionen Touristen

und einige tausend Segler aus über 20 Nationen anlocken.

Die Einfahrt nach Rostock und Warnemünde wird von zwei Molen geschützt,

die weit in die See hineinragen. An der Hafenausfahrt des Warnemünder

Hafens sollte Ihre ganze Aufmerksamkeit den Strömungsverhältnissen an

den Molenköpfen und dem regen Schiffsverkehr gelten. Wenn eine der

großen Überseefähren ein- oder ausläuft, ist die Molendurchfahrt für andere

Schiffe gesperrt.

In der deutschen Ostsee verfügt das Wasser über eine sichere Tiefe und die

Küste weist kaum Zerklüftungen auf. Wenn man Richtung Kühlungsborn

segelt, kann man vom Schiff aus die langen weißen Sandstrände oder auch

die klassizistischen Fassaden des Ostseebades Heiligendamm, der „Weißen

Stadt am Meer“, bewundern. Die Ostsee bei Rostock gilt international als ein

herausragendes Segelrevier.

60 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015

Törn

2016

Programm

Samstag Rostock/Warnemünde: Nach dem Transfer vom

Flughafen Rostock zur Basis Warnemünde bzw. sobald wir mit

PKW, Bus oder Bahn angekommen sind, werden wir die Yachten

übernehmen. Währenddessen werden die Crews die Gegend

erkunden und sich um den Proviant kümmern. Den Anreisetag

werden wir mit einem kühlen Drink ausklingen lassen.

Sonntag Warnemünde – Wismar 38 sm: Am ersten Segeltag

statten wir Wismar einen Besuch ab. Diese bereits 1229

urkundlich erwähnte Hansestadt besticht durch die alten

Patrizierhäuser und vor allem durch den alten Hafen.

Montag Wismar – Travemünde 30 sm: Am Morgen brechen wir

auf, um Kurs Richtung Travemünde, dem Tor zur Ostsee, zu

stecken. Diese Stadt, in der maritime Vergangenheit (Windjammer)

und Gegenwart (Fähren und Frachter) aufeinandertreffen,

lockt mit prächtigen Seebädern, einer breiten Strandpromenade

und einer unter Naturschutz stehenden Dünenlandschaft.

Dienstag Travemünde – Neustadt 10 sm: Nach einem ausgiebigen

Besuch von Travemünde hissen wir kurz die Segel, um die Perle

der Lübecker Bucht zu ent decken. Im fjordähnlichen Rundhafen

angekommen, werden wir Fischbrötchen, Selbstgebrautes und

viele weitere lokale Leckerbissen verkosten. Anschließend locken

der Pagodenspeicher und die historische Altstadt mit dem

mittelalterlichen Kemper Tor aus dem Jahre 1244.

Mittwoch Neustadt – Heiligenhafen 25 sm: Am Mittwoch segeln

wir zur östlichen Spitze der Halbinsel Wagrien. Die kleine Stadt

Heiligenhafen ist ein staatlich anerkanntes Seeheilbad und wird

auch als das Sonnendeck der Ostsee bezeichnet. Als Sehenswürdigkeiten

bietet sie eine 435 Meter lange Seebrücke, eine

entzückende Altstadt mit Stadtkirche, ein Heimatmuseum sowie

den alten Salzspeicher.

Donnerstag Heiligenhafen – Kühlungsborn 38 sm: Unser

Rundkurs führt uns nun gegen Westen, wo schon bei der

Ansteuerung auf Kühlungsborn der höchstgelegene Leuchtturm

in Bastorf zu sehen ist. Dieser befindet sich etwa drei Kilometer

von unserem Liegeplatz entfernt und lockt mit einem atemberaubenden

Rundblick über den Küstenverlauf. Wer keine Lust

auf eine kurze Wanderung hat, kann alternativ die Nostalgiebäderbahn

„Molli“ samt zugehörigem Dampflokmuseum besuchen.

Freitag Kühlungsborn – Warnemünde 16 sm: Am letzten Tag

geht’s zurück zur Basis Warnemünde. Der Name dieses Rostocker

Ortsteils kommt von der Warnow, die hier in die Ostsee mündet.

Dieser Ort gilt auch als Deutschlands bedeutendster Kreuzfahrthafen

und wir werden den Törn an einem der breiten Sandstrände

oder in einem Seebad ausklingen lassen. Am Abend

können wir Rostock noch einen Besuch abstatten.

Samstag Rostock/Warnemünde: Check-out – Transfer zum

Bahnhof/Flughafen – Abreise.


News November/Dezember 2015

Unser Ziel. Wir werden die wunderschöne

Ostsee und einige Hansestädte auf

eigenem Kiel erkunden. Das ist der optimale

Weg, um die kleinen Orte und Häfen von

See aus kennenzulernen. Wir machen gemeinsam

einen exklusiven Segelurlaub und

pflegen feine Kameradschaft.

Haftungsauschluss. Dieser

Törnvorschlag dient lediglich der Information

und stellt kein verbindliches Programm

dar. Die Route kann je nach Wind und Wetter

geändert werden. Die Buchung erfolgt

auf Basis der Bareboatcharterbedingungen.

Diese Veranstaltung ist lediglich YCA-Mitgliedern

vorbehalten. Preisänderungen sowie

die Berichtigung eventueller Irrtümer,

Druck- oder Rechenfehler bleiben vorbehalten.

Anmeldeschluss: Freitag, 28. Oktober

2015. Weitere Informationen zu unserem

Clubtörn 2016 finden Sie auf unserer

Homepage www.yca.at.

YCA – The

International

Austrian

Cruising Club

27.

Text: Fritz Abl | Foto: Dr. Udo Reichmann

Austria Cup

… im Rahmen der 10. Alpe Adria Sailing Week vom 22. bis

26. Mai 2016. Einheitsklasse wieder mit Beneteau First 35

Der Trend zur Einheitsklasse ist ungebrochen. Auch bei den zwei größten Fahrtenseglerregatten

des Yacht Club Austria, dem Gebirgssegler Cup und der Alpe Adria

Sailing Week ist die Einheitsklasse im Vormarsch. Dabei erfreut sich die Flotte mit

der Beneteau First 35 mit dem Bruce Farr Design besonderer Beliebtheit. Eine Kurzumfrage

unter den Teilnehmern des 26. Austria Cup im Mai 2015 hat ergeben, dass

auch für den 27. Austria Cup im Mai 2016 diese Flotte zum Einsatz kommen soll.

Ein kurzer Steckbrief für die First 35: Diese Yacht mit Baujahr 2012 hat sich in einer

langen Reihe von Regatten bewährt! Stabil und auch schnell ist sie sowohl von

Einheitsklassen-Einsteigern als auch von fortgeschrittenen Crews gut

zu segeln, was besonders auf die guten Trimmeigenschaften zurückzuführen

ist. Am Wind und vor dem Wind reagiert sie

sensibel auf jede Ruderbewegung und verlangt sorgfältigen

Gewichts- und Segeltrimm.

Fix reserviert wurde eine Flotte von zehn First 35 bei

Alternautika in Jezera. Die Regattacrews können die

Yachten ab sofort chartern. Anmeldung und Yachtreservierung

über www.yca-crew-kt.at. Bitte nicht

lange warten, denn bei Redaktionsschluss waren

fünf Yachten schon so gut wie weg!

Alle Informationen finden Sie auf der Website

des Veranstalters www.yca-crew-ktn.at.


Yacht Club Austria

18 Meter Stahl

100 Jahre alt

Text und Fotos: Ernest Vogelsinger

Zur Überführung eines klassischen, ca.

100-jährigen Stahlschoners von 18 m Länge

werden noch Crewmitglieder gesucht.

Dieses Inserat auf www.handgegenkoje.de

kam genau zur richtigen Zeit – per E-Mail

wurden wir schnell handelseins.

Die Bilder, die der Eigner schickt, zeigen einen schönen alten Stahlrumpf

mit Schonertakelung aus Holz. Er wurde vom Schiffsfriedhof gekauft und

mit viel eigenem Einsatz aufgepäppelt. Da er zur finalen Restauration in die

Werft in Punat soll, ist die Inneneinrichtung eher provisorisch für die Überstellung

zusammengenagelt.

Am 14. Mai geht es los. Über Mailand nach Cagliari, wo mich ungewohnte

Wärme und wegen Feiertags nicht verkehrende Autobuslinien erwarten.

Drei der geplanten sechs Teilnehmer sind bereits an Bord.

Für morgen ist Mistral angesagt, bis zu 40 Knoten sollen es werden. Am

frühen Nachmittag ist es bereits um 10 Grad kälter und es pfeift bereits im

geschützten Hafenbecken mit 28 Knoten und produziert 1 m hohe Wellen.

Segel anschlagen ist eine einfache Sache? Nicht hier mit drei Vorsegeln,

einem Schoner- und einem Besansegel. Allein die Schotführung der drei

Vorsegel, die in einer Schot gemeinsam geführt werden, ist für mich noch

nicht wirklich einsichtig. Mal sehen, ob wir wirklich segeln können – nicht

nur das Schiff ist alt, auch das Segeltuch.

Sonntags um 8 Uhr legen wir Richtung Tankstelle am anderen Ende des

Hafens ab. Die Tucan ist ein Motorsegler, jeder Kurs, der vorlicher ist als

Halbwind, funktioniert nur unter Maschine. Knapp 1000 Liter sind noch im

Tank, 450 Liter haben Platz. Die Bordkasse jammert bereits das erste Mal.

Unter Motor verlassen wir Cagliari in südlicher Richtung, um später unter

Segel auf Ostkurs Richtung Sizilien zu gehen. So ist zumindest der Plan. Der

Wetterbericht vorhersagt raumen bis halben Wind – gut für unser altes

Mädchen. Der Mistral der Vortage hat eine Dünung von ca. 1,5 m stehen

lassen. Es ist echte Arbeit, den langkieligen Spitzgatter auf Kurs zu halten.

Wir erfinden den Begriff der „statistischen Steuerung”: Der Mittelwert der

gesteuerten Kurse sollte in etwa dem Sollkurs entsprechen.

Außerhalb der Abdeckung von Sardinien setzen wir die Segel bei ca. 16 kt

aus NW Genua und Klüver. Drei Stunden später dreht der Wind jedoch auf

ENE – an Segeln ist nicht mehr zu denken. Eine unangenehme Kreuzsee,

bestehend aus alter Mistraldünung aus NW und breiten Rücken aus NE,

wird immer stärker. Der Wind frischt bis zu 30 kt auf und produziert Wellenhöhen

von 2,5 m, einzelne Exemplare bis zu 4 m. Eine unangenehme

Fahrt steht uns bevor und das Steuern ist Schwerstarbeit. Jeder, der unter

Deck geht, kehrt bald leicht grünlich zurück.

Ist das Aussteuern der Wellen bei Tageslicht noch machbar, wird es mit

anbrechender Dunkelheit zunehmend unmöglich. Unter Deck sieht es aus

wie nach einem Bombenangriff. Erst gegen drei Uhr früh beruhigt sich die

See, der Wind dreht von NE auf SE. Wir sind offenbar oberhalb eines lokalen

Tiefs unterwegs. Die Warmfront des zugehörigen Hochs liegt vor uns

und beeindruckt mit teilweise heftigem Wetterleuchten.

Nachmittags schläft der Wind vollends ein. Ein wolkenloser Himmel spannt

sich über den nur mehr leicht gewellten tyrrhenischen Meer. Beim Abendessen

sind wir ca. 60 sm nördlich von Palermo.

Um 13 Uhr erreichen wir den Nordzipfel des Stromboli. Es ist ein wahrlich

imposanter Anblick, auch das Tiefenprofil, das innerhalb von 2 sm von 3000

auf 50 m Wassertiefe ansteigt. Wir umrunden den Vulkan und gehen auf

Südkurs – Etappenziel ist Milazzo.

Westwind kommt auf, welcher zum Motorsegeln ausreicht. Fünf Segel wollen

gesetzt werden und unter Vollzeug laufen wir mit 6 kt Richtung Sizilien.

Drei Stunden entspanntes Segeln, dann sind wir bereits vor Milazzo. Viel

Tuch muss geborgen werden und wir laufen in den Hafen ein.

Die Einfahrt in die Straße von Messina ist spannend. Zuerst auf Ostkurs,

nahezu windstill durch die Abdeckung. Wir genießen den imposanten

Anblick des Ätna in der Entfernung. Kurz vor Capo Peloro frischt der Wind

stark auf – die Wirkung der Düse zwischen Sizilien und dem Festland. Das

salzhaltige Wasser des Ionischen Meeres ist leichter als das des Tyrrhenischen

Meeres und gleitet daher wie auf einem Keil nach oben und sorgt für

YCA – The International Austrian

62 OCEAN7 06/2015 | November/Dezember 2015


News November/Dezember 2015

YACHT CLUB AUSTRIA

Generalsekretariat

Lederergasse 88 · A-4020 Linz

+43(0)732/781086

office@yca.at · www.yca.at

sehenswerte Vertikalwirbel. Auch die 30 Tonnen schwere Tucan wird einmal um 90

Grad aus dem Ruder gedrängt.

In Messina bunkern wir Diesel – die Bordkasse jammert erneut. Die längste Offshore-

Passage rund um den italienischen Stiefel liegt vor uns. In drei Tagen wollen wir gegen

Mittag Dubrovnik erreicht haben.

Kein Wind und dabei bleibt es die folgenden 36 Stunden. In der Nacht ist das Kurshalten

unter Motor mangels externer Anhaltspunkte schwierig und die Sterne verbergen sich

ebenfalls hinter einer dicken Wolkendecke.

Zwei Tage später haben wir Capo Leuca (den „Stiefelabsatz”) erreicht und biegen in die

Straße von Otranto ein. Ein guter, aber leichter Segelwind aus südlicher Richtung stellt

sich ein, Genua und Besan sind draußen. Wir liegen Dubrovnik auf direkter Offshore-

Route an.

Am Nachmittag dreht der Leichtwind auf eine steife Brise aus NNW – Ende mit Segeln.

Die Dünung wird zusehends stärker. Tucan arbeitet mit nur mehr 3 kt über Grund

dagegen. Abends geben wir den Nordkurs auf und laufen Richtung albanische Küste

ab.

Wie erwartet, beruhigt sich dort die See, wir können wieder auf Nordkurs gehen und

werden von einem eindrucksvollen Gewitter über dem Festland begleitet. Im Westen

liegen die Wolken der Starkwindzone, die wir jetzt aus sicherer Entfernung bewundern.

Der Zeitverlust durch den Umweg wird durch die Strömung teilweise wieder gut gemacht.

Tucan läuft – leider noch immer unter Motor – mit 6 kt durchs Wasser und ca.

8 kt über Grund.

Mit nur drei Stunden Verspätung machen wir im Zollhafen von Dubrovnik fest. Die

anschließende Fahrt durch die schmale, langgezogene Bucht zur ACI Marina erinnert

an eine Binnenfahrt. Nachmittags liegen wir am Steg und genießen eine ausgiebige

Dusche, die erste nach vier Tagen und drei Nächten Offshore. Die ACI Marina ist sehr

gepflegt, aber leider ziemlich teuer – für eine Nacht mit dem 18 Meter langen Schoner

zahlen wir 180 Euro … Frühstück, Vorräte auffüllen, tanken – wir rechnen, mit 300 Litern

bis Punat auskommen zu können. Mittags legen wir ab.

Ein bisschen Leuchtfeuernavigation soll Abwechslung nach den finsteren Offshore-

Nächten bringen, daher möchten wir die Pelješac-Passage bei Dunkelheit befahren.

Zu Mittag kommt bei strahlendem Sonnenschein ideales Segelwetter auf. Mit vier gesetzten

Segeln und – endlich! – ohne Motor läuft die Tucan Richtung Kornaten. Leider

währt der Traum nur eineinhalb Stunden, dann schläft der Wind völlig ein. Wir warten

noch eine halbe Stunde, ob es wieder aufbrist, bevor wir die Segel bergen und wieder

unter Motor fahren. Als Regen einsetzt, entscheiden wir uns für Veli Iž zur Übernachtung.

In Mali Lošinj erhält Tucan als Oldtimer einen „Prominentenplatz“ im Stadthafen direkt

am Kai. Mali Lošinj verlässt man Richtung Norden durch einen engen Kanal mit Schwenkbrücke,

die nur um 9 Uhr früh öffnet, also zeitig Tagwache. Bora gibt es keine, aber 20 kt

Wind wieder genau von vorne, also kein Segeln auf der Abschluss -

etappe. Nachmittags liegt die Tucan sicher vertäut in Punat beim

Werftgelände. Wir waren ca. 1100 Seemeilen unterwegs, mit zwei

langen Offshorepassagen und streckenweise durchaus herausfordernden

Bedingungen.

Crew Wien, Nö, Burgenland

Crew-Commander Christian Schifter

Ludwiggasse 3, Haus 4

1140 Wien · +43/(0)1/7109222

cschifter@pantaenius.com

Crew Salzburg

Crew-Commander Arch. DI Christian Zimmer

Fadingerstraße 6 · 5020 Salzburg

+43(0)650/4229647

zimmer_christian@ymail.com

Crew Oberösterreich

Crew-Commander Thomas Hickersberger

Haiderstraße 14 · 4030 Linz

+43/(0)676/3067224

thomas.hickersberger@yca.at

Crew Tirol und Vorarlberg

Crew-Commander Johannes Lindig

Andechsstraße 17 · 6020 Innsbruck

+43/(0)660/5208136

j.lindig@tsn.at

Crew Kärnten

Crew-Commander

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Adlmannseder

Rudolf Kattnigweg 3 · 9201 Krumpendorf

+43/(0)650/3400475

juergen.adlmannseder@uni-klu.ac.at

office@yca-crew-ktn.at · www.yca-crew-ktn.at

Crew Steiermark

Crew-Commander Mike Hecker

Raiffeisenstraße 9/3/16 · 8600 Bruck a. d. Mur

+43/(0)676/86643046

michael.hecker@stmk.gv.at · www.gebirgssegler.at

Crew Jugend

Jugendbeauftragter Matthias Eckerstorfer

Neufahrergasse 30 - 4040 Linz

+43/(0)650/5583470

matthias.eckerstorfer@gmail.com

Ausbildung

YCA-Ausbildungsleiter von Österreich

Jürgen Praprotnik

Kirchenstraße 4, 3464 Hausleiten

+43/(0)676/6125305

trainingscenter@yca.at · juergen.praprotnik@yca.at

Cruising Club

November/Dezember 2015 | OCEAN7 06/2015 63


Motorbootsport und SeefahrtsVerband Österreich

Treibholz, Pech und

Text und Fotos:

Alfred Tissot, RSC Regau

Aufholjagd

In beiden Klassen lauerten an jeweils zweiter Stelle liegend Athleten

aus Österreich mit der Chance, auch auf den ersten Platz

vorzurücken. Am Freitag zeigte sich der Po noch von seiner

schönsten Seite, aber am Samstag war der Fluss mit Treibholz

übersät. Im Training gaben die Piloten auch entsprechend wenig

Vollgas, um eine Beschädigung durch das Holz zu vermeiden.

Im ersten Lauf der Klasse F-500 war der für Österreich startende

Attila Havas auf der Poleposition, aber gleich wenige Meter nach

dem Start erwischte er ein Holzstück, das sich im Ruder verklemmte.

Er schaffte es aber noch bis ins Fahrerlager, wo ihm

das Holz entfernt wurde. Fast eine Runde zurückliegend begann

er eine fulminante Aufholjagd, beim Zieleinlauf reichte es aber

nur für Platz acht. Erster und Zweiter wurden seine Konkurrenten

für den Weltmeisterschaftstitel Jung und Hencz. Vier Boote fielen

dem Treibholz zum Opfer und kamen daher nicht in die Wertung.

Das erste Rennen der Klasse F-350 wurde aus Sicherheitsgründen

auf den Sonntag verschoben, in der Hoffnung, dass sich bis dahin

die Situation mit dem Treibholz verbessert.

Der Sonntagvormittag zeigte sich aber nicht besser und beim

ersten Lauf der Klasse F-350 wurden

alle Boote mehr oder weniger

beschädigt, unter ihnen

leider auch das von

Bedi Tünde, die nur

sechste wurde. Der

zweite und dritte Lauf

F-350 war auch von

vielen Ausfällen

Mit großen Zielen und Erwartungen fuhren die

österreichischen Motorbootfahrer nach Cremona,

wo am 19. und 20.9. die Entscheidung sowohl in

der Weltmeisterschaft der Klasse F-500 als auch in

der Europameisterschaft der Klasse F-350 anstand.

durch das Holz begleitet und am Ende reichte es für Bedi Tünde/

AUT nur zum fünften Gesamtrang in der Europameisterschaft.

Spannender ging es in der Klasse F-500 her, nach dem zweiten

Lauf war für die WM noch alles offen. Attila Havas gelang im

dritten Lauf ein souveräner Start-Ziel-Sieg und er deklassierte

dabei das gesamte Feld. Somit gelang es ihm, in der Endabrechnung

nach fünf Läufen den Vize-Weltmeistertitel hinter Marian

Jung/SK zum wiederholten Male nach Österreich zu holen.

Die österreichischen Fahrer zeigten auch Anteilnahme an dem

Schicksal von Kira Grünberg und zeigten dies auf ihrem Boot.

Erfolge 2015. Attila Havas Vize-Weltmeister in der

Klasse F-500 und Vize Europameister in der Klasse O-500. Rupert

Temper Vize-Europameister in der Klasse F-2

Fahrtenskipper

Wie jedes Jahr erinnere ich daran, dass es wieder an der

Zeit ist, die Anmeldungen für den „Fahrtenskipper“ an das

MSVÖ-Sekretariat zu schicken. Das Formular,

Informationen und Bedingungen dazu kann aber ganz

einfach von der Homepage www.msvoe.at -> Mitglieder ->

Fahrtenskipper als *.pdf heruntergeladen und direkt am

Rechner ausgefüllt werden.

Die Anmeldung ist bis zum 31.1.2016 durchzuführen,

spätere Meldungen können aus organisatorischen Gründen

nicht mehr angenommen werden. DI Hans Lux


Dringende Anfragen an

den Bundesminister für Verkehr

Am 25.6.2015 haben Sie, Herr Bundesminister für

Verkehr, Ihre Unterschrift gesetzt unter zwei

Verordnungen:

a) Die Verordnung „Jachtführung-

Prüfungsordnung – JachtPrO“, die das

Prüfungswesen für den Erwerb des

„International Certificate“ regelt.

b) Eine Änderung der Seeschiffahrts-Verordnung

(SeeSchFVO) und der

Jachtzulassungsverordnung (JachtZulVO).

Am 18.8.2015, nicht ganz zwei Monate nach der

Veröffentlichung, waren die negativen Auswirkungen

der ausgesprochen umständlichen und für

Österreicher nachteiligen Inhalte dieser Verordnungen

schon so weit sichtbar, dass eine Gruppe von

Prüfungsorganisationen sich mit einer Petition an

Sie gewendet haben.

In keinem europäischen Küstenstaat gibt es derart

hohe Auflagen sowohl für Prüfer als auch für

Prüflinge. In Deutschland sind die Voraussetzungen

beispielsweise für ein „International Certificate“, das

dem österreichischen FB2 Motor und Segel

entspricht: 300 Seemeilen mit einem Segelboot. Der

Österreicher muss nachweisen: 500 Seemeilen auf

einem Segelboot, 100 Seemeilen auf einem

Motorboot und er muss eine Praxisprüfung auf

einem Segelboot machen (auf dem unter anderen

die Manöver unter der Antriebsart „Antriebsmaschine“

geprüft werden), und auf einem Motorboot

(auf dem dieselben Manöver unter der Antriebsart

„Antriebsmaschine“ nochmals geprüft werden).

Sehr geehrter Herr Bundesminister, sind österreichi-

Certificate M&S“ besitzen. Auch aus dieser Sicht ist

die extreme Trennung von Motorboot und Segelboot

in Ihrer Verordnung unverständlich und absolut

nicht marktgerecht.

Darüber hinaus sind die Mehrkosten, die den

österreichischen Yachtskippern durch diese

Verordnungen entstehen, unakzeptabel. Jeder kann

sich ausrechnen, was zusätzliche Seemeilen und

zusätzliche Prüfungen kosten, wir sprechen

jedenfalls von guten dreistelligen Eurobeträgen.

Ist das wirklich Ihre Absicht, Herr Bundesminister?

Zu dem Thema „Trennung von Motor- und

Segelbooten“ muss ich Sie auf einen prinzipiellen

Fehler in Ihren Verordnungen hinweisen:

Das „International Certificate“ wird ausgestellt für

„M“ = „motorized craft“ und „S“ = „sailing craft“.

Ich darf das der Deutlichkeit halber kurz

übersetzen: „M“ = „motorisiertes Fahrzeug“ und „S“

= „segelndes Fahrzeug“.

Es ist also nicht die Rede von Bootstypen wie

„Segeljacht“ oder „Motorjacht“, wie das in Ihrer

Verordnung der Fall ist, sondern von der Tatsache

wie ein Fahrzeug angetrieben wird, also der

Antriebsart.

Der deutsche Sportbootführerschein wird daher

ausgestellt für das Führen von Yachten unter

„Antriebsmaschine“ oder unter „Antriebsmaschine

und unter Segel“, also bezogen auf die Antriebsart

des Fahrzeuges. Ein Motorboot hat nur eine

Antriebsart, nämlich „Antriebsmaschine“, ein

Segelboot hat zwei Antriebsarten, „Antriebsmaschine

und Segel“.

News November/Dezember 2015

Ungereimtheiten. Ich habe die Vermutung, dass

diese Ungereimtheiten nicht im Ministerium

ausgedacht wurden, da ich Hinweise dafür habe,

dass nicht gut informierte oder einseitig agierende

Sachverständige den Verordnungstext beeinflusst

haben.

Es ist nicht angebracht an dieser Stelle mehr

darüber zu sagen, ich würde aber sehr gerne ein

Gespräch mit Ihnen, Herr Bundesminister, unter

vier Augen haben und Ihnen mein Wissen zur

Verfügung stellen.

Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, die Verordnungen

in Ordnung zu bringen, ich helfe gerne dabei.

Die Verordnungen müssen international

anerkannten Maßstäben gerecht werden, einfacher

werden und für die österreichischen Yachtsportler

akzeptabel.

Mit vorzüglicher Hochachtung,

Harald Melwisch

Nachrichten

für die

Schifffahrt

der OSB

Baggerarbeiten

Fluss Donau im Bereich Krems, Strom-km 1999.4

bis 2003.1 bis 30. November 2015 Montag bis

Freitag von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr besondere

Vorsicht, Sog und Wellenschlag vermeiden im

ganzen Bereich.

Schiffstyp: Segelyacht | Antriebsart: Segel oder Motor

Schraube Ruder Schraube Ruder

sche Yachtskipper um sovieles ungeschickter, dass sie

doppelt soviele Seemeilen absolvieren müssen und

dieselben Manöver zweimal geprüft werden müssen?

Ich höre jetzt schon in Ihrer Antwort, dass meine

Rechnung nicht stimmt, weil die österreichischen

Yachtskipper entweder mit Motorbooten oder mit

Segelbooten fahren wollen, aber nicht beide

Berechtigungen erwerben wollen.

Wer wissen will, was die österreichischen

Yachtskipper wollen, der braucht nur nachsehen,

welche „International Certificates“ in den letzten

Jahren ausgestellt wurden.

Ich kann es Ihnen verraten: Die überwiegende

Mehrheit möchte unter „Antriebsmaschine und

Segel“ fahren dürfen, also ein „International

Schiffstyp: Motoryacht | Antriebsart: Motor

In Österreich ist das für die Binnengewässer auch so

geregelt, es gibt ein Schiffsführerpatent für

Motorfahrzeuge (ab 4,4kW). Motorfahrzeuge sind

dabei Fahrzeuge welche durch einen Motor

angetrieben werden, also auch Segelboote, wenn sie

in der Antriebsart Motorantrieb fahren.

Die beiden Verordnungen über das „International

Certificate“ weichen von diesen international und

im österreichischen Schifffahrtsgesetz anerkannten

Tatsachen ab. Das österreichische „International

Certificate“ ist damit falsch interpretiert, da es für

einen Bootstyp ausgestellt wird, nicht für eine

Antriebsart.

Sehr geehrter Herr Verkehrsminister, in diesen

beiden Verordnungen befinden sich leider viele

Sonstiges

Durchfahrtshöhe Straßen- und Eisenbahnbrücke

Linz, Strom-km 2133.8 bis 31. Dezember 2015

Montag bis Freitag: Durchfahrtshöhe verringert

um 1,5 m in veränderlicher Position wegen

Revisionsarbeiten an der Eisenbahnbrücke Linz,

besondere Vorsicht im ganzen Bereich. Der

Arbeitsbereich ist mit Schifffahrtszeichen gemäß

der WVO gekennzeichnet.

Arbeiten im Bereich Grein. Straßenbrücke

Grein, Strom-km 2080.8 bis 2080.8 bis 15.

November 2015 19.00 Uhr für alle Fahrzeuge in

der Bergfahrt: teilweise Sperre im linken

Bereich. Ergänzende Informationen über

http://nts.doris.bmvit.gv.at/Download?

attachement=2006000240000000641

Verfügbare Breite Erdberger Brücke, Wiener

Donaukanal Strom-km 10.4, bis 31. Dezember

2015: verfügbare Breite höchstens 28 m im

ganzen Bereich wegen Bauarbeiten.


OCEAN7 Bücherschapp

Hans-Werner Wienand

Verlierer

Wahre Lügen aus der Seglerwelt

Aequator Verlag, E-Book-Ausgabe, 1. Edition (6 Kurzgeschichten),

ISBN 978-3-95737-009-9, 3,99 Euro. Taschenbuch-Ausgabe

(erscheint im Januar 2016), 12,5 x19,5 cm,

ISBN 978-3-95737-010-5, 13,31 Euro

Im September 2015 ist die erste Edition von Verlierer als E-Book

erschienen, die gedruckte Gesamtausgabe erscheint im Januar 2016.

Der Publizist, Satiriker und Weltumsegler Hans-Werner Wienand ist

auf der Suche nach Abgründigem, Skurrilem und Komischem in der

Welt der Segler. Er beschreibt Situationen, die sich zugetragen haben

könnten, aber so sicherlich nicht zugetragen haben. Oder doch? Wer

weiß das schon so genau? Möglich ist jedenfalls alles im Kosmos der

Seglerszene, auf dieser Bühne für Verrückte. Der Autor hat die

Schauplätze der Erzählungen selbst besucht, in der Karibik, im

Pazifik, im indischen Ozean, an den Seen und Küsten dicht vor der

Haustür. Er hat die Menschen, die Segler dort beobachtet und

schenkt erschreckend authentische, wahre Lügenbilder.

Peter Neumann

Kreuzfahrtschiffe

2016

Kalender

Koehler Verlag, Hamburg, 12 farbige

Monatsblätter plus Titel, 56 x 41,5 cm.

25,60 Euro. Für jeden verkauften Kalender

spendet der Verlag 3 Euro an die DGzRS.

www.koehler-mittler-shop.de

Kreuzfahrten sind en vogue! Nie zuvor machten so viele Menschen Kreuzfahrten

wie in diesem Jahr und die Passagierzahlen werden auch in Zukunft

weiter kräftig steigen. Dabei kommt den Schiffen selbst eine immer bedeutendere

Rolle zu – sie werden zum Ziel der Reise. Folglich üben sie eine

große Faszination aus und dank neuer, größerer Kreuzfahrtschiffe sowie

sinkender Preise ist die einst sehr elitäre Reiseform im besten Sinne populär

geworden. Der Kreuzfahrtkalender 2016 vom bekannten Hamburger

Seefotografen Peter Neumann bildet die Faszination Kreuzfahrt mit seinem

Format 56 x 41,5 cm eindrucksvoll ab und lässt den Betrachter Monat für

Monat auf eine neue Reise gehen.

Große&

kleine Schiffe

P. G. Heims

Kraken/Monster/

Seemannsgarn

Legenden und Aberglauben auf hoher See

Festa Verlag, gebundene Ausgabe, 320 Seiten,

16,7 x 3 x 23,3 cm, ISBN 978-3865520555, 19,90 Euro.

In diesem reich bebilderten Band des Marinepfarrers Paul

Gerhard Heims wird der Leser in die Welt und die Geheimnisse

des Seespukes eingeführt. Faszinierend und mit vielen

Beispielen versehen, führt der Seemann Heims seine Leser in

die Aberglauben hervorrufenden Tiefen des Meeres, seiner

phantastischen Ungeheuer, Bräuche, Glücks- und Unglückstage,

versunkene Städte, das St. Elmsfeuer, macht bekannt mit

Meerjungfrauen, Meermännern, Strandgespenstern, ungünstigen

Vorzeichen, Totenschiffen, beschreibt den lebendigen

Wikingsdrachen sowie die Piraterien der berüchtigten

Vitalienbrüder.

ca. 336 Seiten | 17 x 24 cm

zahlr. Farb-Abb. | Broschur

€ (D) 15,95 | € (A) 16,45 | SFr* 22,30

ISBN 978-3-7822-1221-2

*unverbindliche Preisempfehlung

KALENDER REISE

KREUZFAHRT

GENUSS HAMBURG

koehler-books.de/shop


22. - 25.10.2015.

Mittel- und Osteuropas

In-Wasser Boat Show

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organisiert von:

Generalni sponzor:

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