02.05.2016 Aufrufe

OCEAN7 2008-05

Ein großes Porträt der österreichischen Bootsbauerfamilie Schöchl, die am Mattsee die sicheren, schönen und hervorragend segelnden Sunbeam Yachten bauen. Wie alles begann, wie es heute ist!

Ein großes Porträt der österreichischen Bootsbauerfamilie Schöchl, die am Mattsee die sicheren, schönen und hervorragend segelnden Sunbeam Yachten bauen. Wie alles begann, wie es heute ist!

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*

05I08

OCEAN7

Erste Hilfe

an Bord

Traunseewoche

Gewinnen: OCEAN7

macht Sie zum VIP

bavaria

Geht nicht

gibt’s nicht

bordhund till

Oh, wie schön

ist Panama

ocean7 facts

Wasserschildkröten

Kroatien

Neuer

Pannendienst

sunbeam

Salzburger

Seeleute

transatlantik

Der Weg

ist das Ziel


www.volvocars.at

IN MANCHEN AUGENBLICKEN WILL MAN ALLEIN SEIN.

ABER NICHT IN DIESEM.

Kraftstoffverbrauch 6,1 – 9,8 l/100 km, CO2 Emission 161 – 234 g/km

Eine Spritztour.

Raus aus der

Stadt. Irgendwohin.

Dazu braucht

man .. keine grosse

Uberredungskunst.

Besonders

wenn es in einem

Cabrio ist. Einem

Cabrio, das

auch als Coupe

gleichermassen

schon .. und sicher

ist. Mit allen

Schutzsystemen,

die Sie von einem

Volvo erwarten

konnen. ..

DER VOLVO C70

Gemeinsam mehr erleben


ild christine pahl

editorial

03

Liebe ocean7 Leser

traunsee-kunst. Während der traunsee Woche werden im Vip-Zelt an

der esplanade segelbilder der Gmundener Künstlerin christine pahl zu

sehen sein. Darunter auch dieses Werk.

Was bringt einen Menschen dazu, 2.552 Seemeilen

in einem kleinen, engen Ruderboot quer über den

Atlantik zu rudern? Um – so gut wie unbemerkt von

der breiten Öffentlichkeit – nach 70 oder 80 Tagen

unvorstellbarer Strapazen auf der Karibikinsel Antigua anzukommen?

So ausgepowert, dass er nicht mehr alleine gehen kann.

Eine Gruppe Abenteurer hat das gewagt. Unser Mitarbeiter Michael

Köhler (www.twofast.at) war bei der Zielankunft vor Ort in English

Harbour. Er sagt: „Aus Respekt vor der unfassbaren Leistung dieser

Menschen bin ich ihnen im Beiboot entgegengerudert, um noch

draußen vor der Hafeneinfahrt erste authentische Stimmungsbilder

einzufangen.“ Diese hautnahen Eindrücke schildert er in seiner Reportage

„Der Weg war das Ziel“.

Till, unser schreibender Bordhund, hingegen macht es sich einfach:

Er lässt segeln und sich unterwegs gut verköstigen. Diesmal berichtet

er von seiner Reise aus der Karibik bis zum Panamakanal. Inzwischen

ist Till sogar schon kurz vor den Galapagos-Inseln, diese Fortsetzung

seiner Erlebnisse gibt es demnächst online auf www.ocean7.at.

Wie kostengünstig aus einer Serienyacht ein individuelles Schiff

der Superlative werden kann, steht in unserem Bericht „Geht nicht,

gibt’s nicht“; und unser OCEAN7 Experte für Unterwasserschiffe,

Thomas Zeller von den Farbenwerken International, gibt wichtige

Tipps für den richtigen Anstrich in jedem Revier. Sie sehen also, liebe

Leser, wir bieten wieder ein buntes, informatives Programm.

Mit OCEAN7 kann man sowieso nur gewinnen. Diesmal ganz

besonders: Denn in dieser Ausgabe haben Sie die Gelegenheit, bei

einem spannenden Gewinnspiel gratis zu tollen Preisen zu kommen:

OCEAN7 macht Sie zum VIP bei der Traunsee Woche! Sie reisen

mit einem nagelneuen BMW-1er-Cabrio zum Veranstaltungsort.

Dort werden Sie in einem Vier-Sterne-Hotel verwöhnt, sind VIP-

Gäste bei den spannenden Regatten und allen Galaveranstaltungen,

werden von geschulten Hostessen betreut und mit dem VIP-Shuttle-

Service von BMW auf der Straße und mit VIP-Motoryachten auf

dem See transportiert. Weil es zu zweit den doppelten Spaß macht,

darf der Gewinner eine Begleitperson seiner Wahl mit auf die Reise

nehmen. Worauf warten Sie eigentlich noch? Jetzt heißt es: Schnell

mitmachen und gewinnen!

Ganz herzlich,

thomas.dobernigg@ocean7.at


04

BORDHUNDT

UM DIE WELT

BORDHUND TILL SEGELT UM DIE WELT

L

LT

14 Oh, wie schön ist Panama.

Revier

14 Panama

Bei den Kuna-Indianern.

28 Karibik

Besuch bei einem Weltumsegler.

People

38 Ing. Wolfgang Becker

Neuer Prüfungsreferent im Porträt.

Service

48 Erste Hilfe an Bord

Tipps vom Mediziner.

51 Smutje de luxe

Couscous mit frischen Kräutern.

54 Yacht-Überstellung

Ein Lehrstück.

58

OCEAN7

FACTS

Relikte aus der

Urzeit


INHALT

05

28 Besuch bei einem Weltumsegler

70 Besuch bei Yachten Meltl

78 Besuch bei Sunbeam

Editorial 03 / Best of 06

Foto des Monats 10 / YCA-News 88 / BücherSchapp 104

Impressum 106

Yachten

70 Bavaria

Wie bei Henry Ford.

76 Julika Premium

Austria’s Next Top-Model.

78 Sunbeam

Salzburger Seeleute.

86 Nimbus 42 Nova

Schwedisches Raum-Schiff.

Regatta

94 Palagruza

Felsenfester Idealismus.

05I 08

Ausgabe Nr. 9

alle infos und vieles mehr unter

www.ocean7.at

COVERFOTO RC-44

Die Superstars kommen zur Traunsee

Woche – und OCEAN7 Leser haben die

Chance auf ein sensationelles VIP-Paket.

Das große Gewinnspiel: Seite 100


06

BBQ an Bord

Innovatives, mobiles Grillgerät auch für

den Bordgebrauch! Der Cobb-Grill® besteht

aus einer zentralen Wärmequelle

in der Mitte und einer dicken isolierten

Schale. Im Inneren des Grills herrschen

280-300 °C. Er nutzt die Wärme optimal

mit nur 6 Grillbriketts und ist in ca.

25 Minuten betriebsbereit!

www.barbecue-point.at

Nevada

Die Wasserbeständigkeit der

neuen Kollektion Nevada von

PULSAR von 100 m und

das robuste Stahlgehäuse

und -armband geben

dem Sportuhrenliebhaber

die volle Sicherheit auf oder

unter Wasser – in einem Design,

das so auffallend wie stark

ist. UVP 199,50 Euro.

Weiner Watch Group,

T: +43 (0)1 331 39 40

Ecker jetzt am Attersee

Süßwasser statt Salzwasser. Bis dato konnte man im österreichischen Seengebiet nur Jollen

mieten. Diesem eingeschränkten Angebot hat Ecker Yachting Rechnung getragen und zusammen

mit der Segelschule Attersee eine nagelneue Bavaria 31 für den Chartereinsatz bereitgestellt.

Das Schiff ist in gewohnter Ecker-Manier top ausgerüstet. Hightech-Segelsatz, Spinnaker, Duscheinrichtung

mit Heißwasser und elektrische Ankerwinsch versprechen höchste Segel- und

Urlaubsfreuden. Tages-, Wochenend- oder Wochencharter sind möglich.

Der Liegeplatz befindet sich direkt bei der Segelschule Liehmann im Ort Attersee.

Nähere Infos, Preise und Buchung unter

T: +43 (0) 76 66 / 77 02

www.segelschule.at

Watermaker

Extremsegler Norbert Sedlacek

wird ihn auf der Vendèe Globe

mithaben, weil er der beste ist:

Watermaker Power Survivor 40E.

Bei Nauticsport für 3.329 Euro

inkl. MWSt.

www.nauticsport.com

Fuelsafe

Vetus hat eine Kraftstoff-Diebstahlsicherung

entwickelt, die verhindert, dass ein Ansaugschlauch

durch den Tankeinfüllstutzen in

den Tank eingeführt werden kann. Beim

Tanken gibt es keine wahrnehmbare Verringerung

des Kraftstoffdurchflusses.

www.bukh-bremen.de


est of

07

Weltweit stärkster

Außenborder von

Yamaha

Der Yamaha 350 ist der ideale Außenbordmotor

für Sportbootfahrer, welche neben

verlässlichen Kraftreserven, Laufruhe und

ausgewogenem Design auch ein weltweites

Servicenetz schätzen. Das 5,3 Liter V8 Kraftpaket

bietet alles an modernster Steuertechnik,

was das Herz begehrt. Wenngleich

das Trockengewicht dieses Kraftprotzes mit

381 kg beachtlich ist, fährt sich der 350er

aufgrund seines optimalen Drehmomentes

und der kabellosen Fernschaltung spielend

leicht und feinfühlig. Zwischen 19. und

22. Juni können Sie den Yamaha 350 und

zahlreiche andere Yamaha-Topmodelle

wie z.B. einen Rennmotor vom Typ Yamaha

V-Max 300 bei Nauticsport Probe fahren.

www.nauticsport.com

Wussten

sie, DAss

es 16

Siegeryachten beim

Round Palagruza

Cannonball 08 gab?

77 tage

ausreichen, um solo in

einem Ruderboot den

Atlantik zu überqueren?

schon 1947

die Grundform des

neuen Schmalzl-

Elektromotorbootes

Julika designt wurde?

Alter Denker

OCEAN7

empfiehlt

OCEAN7 KLICK-TIPP

10 Jahre gibt es sie jetzt schon im Internet:

die Knotentafeln vom Klabautermann!

Hier werden die wichtigsten

Knoten anschaulich erklärt.

www.klabautermann.de

„Jedes Leid und Weh

lindert und beschwichtigt,

scheucht und heilt

die see.“

hoffmann von fallersleben

(1798–1874)


08

best of

Ein Funkgerät, das

(fast) alles kann

Das UKW-Funkgerät Ray218E ist mit ATIS und DSC ausgerüstet. Es

hat eine extragroße LCD-Anzeige und kann die aktuelle Position,

Kurs- und Geschwindigkeit-über-Grund anzeigen. Das Ray218E

kann den NMEA-Datensatz DSE senden, um die Position eines

anderen Schiffes nach einer Positionsanfrage am Plotter anzuzeigen.

Ray218E, 514.83 Euro exkl. MWSt.

www.yachtelektronik.futuredreams.at/

OCEAN7 Kolumnist

Luis Bentele über:

Das

schwäbische Meer

Sie dachten schon mal an einen Urlaubstörn am

wunderschönen Bodensee, dieser Wiege mitteleuropäischer

Kultur, von großen Dichtern besungen

und Meistern der Malerei verewigt? Sie wissen aber

nicht, wo im Seerhein die Fahrwasserrinnen für

Berg- und Talfahrer getrennt sind? Nun, dann könnte

es eng werden mit einer Segelpartie am Lacus

Brigantinus, wo sich Charteragenturen immer regeren

Zulaufs erfreuen dürfen. So könnte nämlich eine der

Prüfungsfragen zum Schifferpatent für den Bodensee

lauten. Und dieses Patent braucht’s nun mal am

Schwäbischen Meer. Aber gut, noch lassen wir den

Kopf nicht hängen. Die richtige Antwort lautet: Im

Wifenweg bei Triboltingen im Ermatinger Becken! Sie

wissen aber doch wenigstens, welche Bestimmungen

die Schifffahrt auf dem Bodensee, an dessen tiefster

Stelle von circa 254 Metern sich übrigens ein Ankermanöver

nicht empfiehlt, regeln. Auch nicht? Nun,

dabei handelt es sich um die so genannte Bodensee-Schifffahrts-Ordnung,

BGBI. Nr. 93/1979, in den

geltenden Fassungen BGBI Nr. 617/1988, 538/1991,

58/1993, 203/1996 und BGBI Nr. II Nr. 419/2001.

Ah, Sie haben es nicht so mit Kakuro und anderen

Zahlenspielen. Keine Panik, die theoretische Prüfung

gilt als bestanden, wenn insgesamt nicht mehr als

sieben Fragen falsch oder nicht beantwortet sind. Das

heißt, Sie müssen auch nicht wissen, dass man unter

einem Kondominimum den Zustand der Ungeteiltheit

des Sees, der übrigens 273 Kilometer im Gesamtumfang

misst, und die gemeinsame Herrschaft der

Anliegerstaaten über den Bodensee versteht, dass

im Seerhein bei Stromeyersdorf der Schwanenhals

liegt, und nicht einmal Kenntnis davon besitzen, dass

seemännische Knoten zuverlässig halten müssen.

Es macht auch noch nicht einmal wirklich was, wenn

Ihnen entgangen ist, dass die heute gebräuchlichste

Takelungsart am Bodensee die hochgetakelte Slup

ist, oder Ihnen entfiel, dass die drei Durchfahrtsbögen

der Rheinbrücke bei Konstanz 5,75 Meter links, 6,15

Meter in der Mitte und 6,33 Meter rechts messen. Der

Rest aber, der sollte sitzen, sonst wird’s eng. Dabei ist

es so schön am Bodensee.


www.chromelegend.com

The new fragrance

from Azzaro


10 foto FAMiliE RiNdERER


ocean7 foto des monats

11

Liebe OCEAN7 Leser, haben auch Sie auf einem Ihrer Törns ein außergewöhnliches

Foto geschossen? Schicken Sie es an uns! Bei Veröffentlichung als Foto

des Monats zahlt Ihnen OCEAN7 150 Euro in die Bordkasse für Ihren nächsten

Törn. Bitte denken Sie daran, dass nur Fotos ab 300 dpi Druckqualität haben.

redaktion@ocean7.at

sonnenträume

Warten auf den Sommer. „An dunklen, kalten Wintertagen hat uns dieses Foto über unsere Sehnsucht

nach Segeln mit unserer AMOROSA, einer neuen Bavaria 44 Vision, links im Bild, hinweggeholfen”,

schreiben Christa, Hubert und Martin Rinderer, die dieses Foto in der neuen Marina Mandala bei Sibenik

aufgenommen haben. 150 Euro gibt es dafür von OCEAN7 in die Bordkasse der Familiencrew.


12

Neue Marina

in Istanbul

Istanbuler Segler atmen auf: Endlich gibt es mehr Liegeplätze

rund um die Metropole am Bosporus!

Die Ataköy-Marina und die Kalamis-Fenerbahçe-Marina

platzen aus allen Nähten. Die neue Pendik-Marina liegt

zwar etwas außerhalb, aber doch gut erreichbar.

Caribbean

flair, zigarren

und cocktails in

friedrichshafen

Die Position: am Marmarameer auf der anatolischen

Seite in der Nähe des Werftzentrums Tuzla und des Flughafens

Sabiha Gökçen.

www.insidersegeln.de

47. Interboot, Friedrichshafen

Weiße Traumstrände, unberührte Natur, farbenfrohe Riffe, abgelegene

Buchten und karibische Lebensart – die INTERBOOT 2008

hält Kurs auf Kuba. Sie ist die erste Wassersportmesse, auf der

sich der Inselstaat als Partnerland präsentiert. Die INTERBOOT öffnet

vom 20. bis 28. September 2008. Neun Tage lang tauchen die

Besucher ein in die vielfältige Welt des Wassersports. Rund 550

Aussteller zeigen auf der internationalen Wassersport-Ausstellung

ein umfassendes Angebot.

Mit Kuba lernen die Besucher eines der letzten noch relativ unbekannten

Wassersportreviere kennen. Die Besucher können sich am

Stand des Partnerlandes auf der INTERBOOT über Marinas, Hotels,

Tauchbasen und das Angebot im Charterbereich informieren oder

bei Live-Musik, Tanz-Shows und einem Cocktail an der Havanna

Club-Bar Kuba-Flair genießen.

www.interboot.de

Preisvergleiche zahlen sich aus

Alles wird teurer in der Türkei, nicht nur die

Benzin- und Gaspreise steigen, auch die Marinas

drehen kräftig an der Preisschraube.

Grund: Die Liegeplätze werden knapp, vor

allem in Flughafennähe, und irgendwann

soll der return of investment einsetzen. Die

Investitionen in die besten Marinas des

Mittelmeeres sind gewaltig und werden fast

ausschließlich von privaten Unternehmen

getätigt.

In Griechenland gibt es nicht viele Marinas,

die mit denen an der türkischen Küste gleichziehen

können. Meist wird mit Unterstützung

der EU begonnen und der Eigenanteil woanders

investiert. Entsprechend halbfertig sind

viele der Anlagen. Ausnahmen sind die Marinas

vor der türkischen Küste in Kos und auf

Samos und die rappelvollen Yachthäfen rund

um Athen. Auch hier steigen die Preise.

Eine praktische Auflistung von türkischen und

griechischen Marinas mit Preisvergleich findet

man unter:

www.insidersegeln.de


news revier

13

„Schabernack”

in Kiel

Mit einer neuen Regatta öffnet sich die Kieler

Woche 2008 (21. bis 29. Juni) auf den Seebahnen

für Amateure und Cruiser/Racer. Der

Schabernack Cup samt Aufwärm-Wettfahrt und

Geschwaderfahrt-Abschluss findet vom Freitag,

den 27. Juni, bis Sonntag, den 29. Juni, statt.

Gestartet wird in Kiel, Ziel ist die Untiefe „Schabernack”,

eine geheimnisvolle Sandbank nördlich

des Naturschutzgebietes Graswarder, nicht

weit von Heiligenhafen. Alle korrekt bemannten

und ausgerüsteten Yachten dürfen teilnehmen.

Voraussetzung ist lediglich ORC-Club Messbrief

oder ein Yardstick-Wert, auch Werft- oder Einheitsklassen

können starten.

www.kieler-woche.de

Segelland

Türkei

Die Türkei bietet ein exzellentes Segelrevier,

das keine Wünsche offen lässt. Die mehr als

8.000 km lange Küste bietet für jeden Geschmack

etwas: zahlreiche unberührte Buchten

sowie modernste Marinas. Es begeistern

tief einschneidende Golfe und imposante

Bergketten. Von April bis Oktober herrscht das

geeignete Klima für einen erholsamen Urlaub.

Die Städte Bodrum, Marmaris und Fethiye laden

zu einem Besuch im orientalischen Bazar

ein.

Phoenix Yachting bietet für den Segelurlaub

bestens ausgestattete und einwandfrei gewartete

Yachten von 35 bis 50 Fuß sowie Katamarane

an!

www.phoenixyachting.com

Šibenik

neue tankmöglichkeit

Eine neue Tankstelle wurde zu Ostern bei der Marina Mandalina im Hafen von Šibenik

eröffnet. Lage der Tankstelle: am Südufer (auf dem Foto auf der rechten Seite) in der

Uvala Sv. Petar („rechte” große Bucht). Am Nordufer liegt die Marina Mandalina. Die

Wassertiefen vor der Tankstelle werden mit 5 m angegeben. Die „alte” Tankstelle am

Stadtpier von Šibenik ist nach wie vor in Betrieb.

Quelle: informationsstelle mittelmeer münchen


14 TexT & foTos bordhund till (uli fischer)


REVIER

15

ETAPPENZIEL. Der Anker ist gefallen, voraus liegen

Chichime und der Panamakanal.

BORDHUNDT

UM DIE WELT

BORDHUND TILL SEGELT UM DIE WELT

L

LT

OH, WIE

SCHÖN IST PANAMA

Unser segelnder und schreibender Bordhund Till berichtet von seiner Reise

von Tortuga in der Karibik nach Panama. Ende März ist er durch den Kanal gefahren

und derzeit auf dem Pazifi k unterwegs.


UM DIE WELT

SEGELT

TILL

UM DIE BORDHUND

WELT

LT

L

16

ERFOLGREICH. Ein einheimischer Fischer

aus Nuinudup auf den San- Blas-Inseln

kehrt mit seinem Sohn von einer Fahrt mit

frischem Fang zurück.

Panama

Offizieller Name:

República de Panamá

Hauptstadt:

Panama-Stadt

Amtssprache: Spanisch

Staatsoberhaupt: Martin Torrijos Espino

Fläche: 75.517 km²

Einwohnerzahl: 3.242.173

(Quelle: CIA, Juli 2007)

Währung: Balboa, US-Dollar

Unabhängigkeit: von Spanien am 28. November

1821 / von Kolumbien am 3. November 1903

die kuna yala-indianer an

der nord-östlichen karibikküste

panamas besitzen

anerkannte autonomie

innerhalb der region.

Hallo Freunde zu Hause, hier

bin ich wieder, Till, der Bordhund

der GOLDEN TILLA.

Meine Leute haben beschlossen,

Los Roques und Las Aves auszulassen.

Wir waren schon einmal da und es

ist wunderschön, aber wir wollen Zeit

sparen und möglichst bald nach Panama.

Sie beschließen, von Tortuga direkt nach

Curacao zu segeln.

Wir machen uns daher am Nachmittag

auf den Weg nach Curacao, es sind ca.

200 sm. Bei E und NE 3-5 verbringen

wir eine angenehme Nacht, so stelle

ich mir das Segeln bei einer Weltumsegelung

vor, einfach schön. Auch am

nächsten Tag E 4-5, aber wir sind schon

wieder viel zu schnell und müssen in der

nächsten Nacht „bremsen“, damit wir

erst bei Tageslicht nach Spanish Water/

Curacao kommen.

Wiedersehen

Was glaubt Ihr, wen wir gleich beim

Hineinfahren sehen und wer uns wie

verrückt winkt? Die Engländer Lesley

und John mit unserem Schwesterschiff,

die wir vor sechs Jahren in Trinidad kennengelernt

und im Sommer 2005 auf

den Azoren wiedergetroffen haben! Wir

ankern gleich in ihrer Nähe, von hier ist

es allerdings etwas weit zu Sarifundy’s

Marina. Schon wieder so eine Marina

ohne Liegeplätze, aber mit verschiedenem

Service wie Telefon, Kopieren,

WIFI, Internet, Einkaufsfahrten, Bar

und Restaurant, Duschen, Waschmaschine,

Montag und Donnerstag Happy

Hour, wo man viele Segler trifft, und

heute ist Donnerstag.

Zuerst darf aber ich an Land, direkt

in unserer Nähe ist ein kleines Inselchen

mit etwas wurmstichigem Steg,

da gefällt es mir gut, es riecht auch interessant,

wahrscheinlich kommen öfter

Bordhunde hierher. Eigentlich wollte

ich ja auch zu Sarifundy und schauen,

ob mein Freund Büffel noch da ist. Aber

Frauchen meint, er war ja um einiges

älter als ich, den wird es wohl nicht


evier

17

begegnungen. Auf den East Holandes Cays

leben die freundlichen Kuna-Indianer.

Angenehme Nacht

Wir starten gleich am Morgen und segeln

hinter Curacao und Aruba ohne

Seegang mit gutem Wind. Hinter Aruba

ist viel los, eine Menge Schiffe liegen

vor Anker, einige sind verwirrend beleuchtet,

ein Kreuzfahrer verlässt gerade

den Hafen, ganz schön aufregend. Doch

dann wird es ruhig um uns, wir halten

uns an Cornells Empfehlung und bleiben

ca. 30 sm weg von der Küste, es ist

eine angenehme Nacht, der Schiffsverkehr

spielt sich weiter weg von uns ab,

wir sehen die Lichter der Großschifffahrt

in weiter Entfernung.

Der Anfang ist schon mal ganz gut.

Auch der nächste Tag verhält sich gemehr

geben. Im Alter sterben einem alle

Freunde weg, das macht schon ein bisschen

traurig.

Apfelstrudel

Am nächsten Tag habe ich Wachdienst,

meine Leute fahren mit dem Bus nach

Willemstadt zum Einklarieren. Stellt

Euch vor, in der Nähe der Drehbrücke

gibt es jetzt ein Vienna Café, es gehört

Österreichern und es gibt hier sogar

Apfelstrudel!

Am nächsten Tag habe ich schon wieder

Dienst, weil meine Alten mit dem

Shopping-Bus mitfahren, die wohl

letzte Gelegenheit, europäische Produkte

zu kaufen. Sogar eingeschweißte

Baguettes und Ciabatta von Spar gibt es

hier! Die Preise sind zwar im Vergleich

zu Venezuela hoch, dafür ist es aber

ausgesprochen sauber und Willemstadt

wirkt richtig europäisch, nette Restaurants,

Bars, Cafés, wo man gemütlich

im Freien sitzt. Wirklich hübsch hier, da

könnte man es schon länger aushalten,

wir wollen aber weiter Richtung Panama,

sobald der Wetterbericht passt. Und

tatsächlich versprechen uns die amerikanischen

Wetterfrösche ab Montag gute

Bedingungen für die nächsten drei Tage,

Wetteronline sogar für die nächsten fünf

Tage. Meine Leute klarieren schnell aus,

morgen früh geht es los.

Die Strecke entlang der kolumbianischen

Küste ist ja etwas verrufen. Hier

gibt es meist höhere Wellen als anderswo

in der Karibik, aber sogar die sollen

in den nächsten Tagen mäßig sein. Na,

wir werden ja sehen, im Buch von Jimmy

Cornell steht, dass manche Weltumsegler

diese Strecke als die unangenehmste

der ganzen Reise bezeichnet haben.


UM DIE WELT

SEGELT

TILL

UM DIE BORDHUND

WELT

LT

L

18

RUHE. Am Horizont brechen die Wellen am Riff, in der Lagune ist

das Wasser ruhig wie auf einem Binnensee.

FESTSCHMAUS. BBQ Island hat nicht nur Traumstrände, sondern

auch herrliche Krabben zu bieten.

01 BORDALLTAG. Vor der kleinen Insel Banedup

ankert die GALATHÉ mit ihrer faulen Bordkatze.

02 ANSTEUERUNG. Die San-Blas-Inseln und der

Panamakanal liegen voraus.

03 TRAUMHAFT. So stellt man sich als Fahrtensegler

den idealen Ankerplatz vor.

04 HANDARBEIT. Die Kuna-Indianer verkaufen

Handarbeiten an die Yachties.

nau nach Wetterbericht, wir segeln mit

ausgebaumter Genua und Groß, sind

flott unterwegs, das Bordleben ist angenehm.

Nachts lässt der Wind stark nach,

bei schließlich 2 Bft aus E motoren wir

sogar zwei Stunden. Doch am frühen

Morgen wird der Wind wieder besser

und wir segeln bei E 4-5 mit guter Geschwindigkeit.

Das gefürchtete Cabo

de las Velas, wo Wind und Wellen immer

stärker sind als anderswo, haben

wir schon hinter uns. Leider sehen wir

auf den Wetterkarten, dass es nicht so

bleibt. Wind und Seegang nehmen kontinuierlich

zu, nachts wird es dann richtig

ungemütlich. Nicht dass uns 30 Kn

von hinten unbedingt stören würden, in

Kombination mit ca. 15 ft hohen Wellen,

manche vielleicht auch mehr, ist das

Leben an Bord aber doch etwas beeinträchtigt.

Am nächsten Morgen sehe ich folgendes

Bild vor mir: Die Bordfrau liegt im

knappen Bikini am Vorschiff, ein Glas

Champagner in der Hand, während der

Skipper lässig mit den Winschen spielt.

So stellen sich manche Werbefritzen das

Bordleben vor. Ich bin dann aufgewacht

und soll ich Euch sagen, was ich sehe?

Während der Skipper flucht, weil er bereits

am Morgen schon die zweite Salzwasserdusche

bekommt, schüttet sich

die Bordfrau gerade den mit Mühe zubereiteten

Kaffee übers frische T-Shirt

und pickt das Frühstücksbrot auf den

Salonboden.

Wasserspülung

Dann muss ich mal, das kann ja bei diesem

Seegang heiter werden. Ich gehe

aufs Seitendeck, igitt, igitt, da liegen ja

mindestens 20 kleine fliegende Fische,

wo soll ich da hinsteigen, vor denen

graust mir doch so! Nicht mal ein sauberes

Klo hat man mehr! Hilft nichts,

ich muss, ein kleines fischfreies Plätzchen

findet sich, dort erledige ich der

Einfachheit halber Pipi und Gaga in

einem und flüchte dann gleich wieder ins

Cockpit auf den Boden hinter das Steuerrad,

da liegt man relativ gut. Frauchen

kommt mit der Küchenrolle heraus, sie

ist sozusagen meine Klofrau, da kommt

eine Welle und überspült das Seitendeck.

Frauchens Blick wird starr, ich

fürchte schon einen hysterischen Anfall:

Die Welle hat fliegende Fische, Pipi und

Gaga in eine hin und her schwabbelnde

Flüssigkeit verwandelt, es sieht grausig

aus und wie soll man jetzt irgendetwas

davon entfernen? Doch bevor das Drama

seinen Lauf nimmt, kommt eine grö-


02

revier

19

01

Die Kuna-indianer

leben noch sehr

traditionell in

ihren Hütten unter

Kokospalmen.

04

03


UM DIE WELT

SEGELT

TILL

UM DIE BORDHUND

WELT

LT

L

20

IDYLLISCH. Die Hütten der Kuna unter Kokospalmen

auf Chichime.

STOLZ. Der kleine Kuna-Indianer ist begeistert von seiner

neuen, überdimensionierten Brille.

wartezeiten für yachten

für die fahrt durch den

panamakanal werden immer

länger.

ßere Welle mit voller Wucht und außer

zwei kleinen fliegenden Fischen bleibt

von der Bescherung nichts an Deck zurück,

alles wieder sauber! Frauchen freut

sich über die automatische Klospülung,

die Stimmung ist gerettet.

Der Wetterbericht meint, dass es erst

nahe San Blas gemütlicher wird, na, da

haben wir ja noch eine Weile hin. Noch

dazu, wo wir schon wieder Geschwindigkeit

reduzieren müssen, sonst würden

wir bereits Freitag spätabends ankommen,

man soll aber nur bei gutem

Licht nach San Blas hineinfahren.

Hoher Seegang

Die Bordküche bietet nur mehr Eintopf,

das ist schnell gekocht und leicht

gegessen, mit Messer und Gabel tut

man sich höchstens weh. Bevorzugte

Gerichte sind da Linsen oder Bohnen

mit Speck oder Chili con carne. Bis jetzt

hat es noch Filterkaffee gegeben, aber

am Freitag verweigert Frauchen, es gibt

Cappuccino aus dem Sackerl. Ein bisschen

erinnern mich die Wellen an die

Strecke BVI – Azoren vor 12 Jahren, da

waren wir auch „Steilwandsegeln“. Da

war aber der Seegang sicher noch höher,

außerdem mussten wir so hoch am

Wind wie möglich segeln, um die Azoren

erreichen zu können, das war noch

viel unbequemer.

Als ich so am Freitag gemütlich unter

dem Salontisch liege und nach draußen

sehe, denke ich mir, meine Menschen

haben schon eine Meise. So schön war

es in Spanish Water auf Curacao, warum

tun sie sich das nur an, so restlos begeistert

sehen die beiden ja auch nicht aus.

Gerade schwappt wieder eine Welle

über Herrchen, Frauchen müht sich

inzwischen mit Rühreiern ab.

Wir treffen Freunde

Dadurch, dass wir nur mit kleinster Besegelung

fahren, sind die Wellen noch

unangenehmer. Doch nachts wird es

dann etwas ruhiger und am Morgen

sehen wir schon einige Inselchen von

San Blas. Zum Einklarieren muss man

nach Porvenir, dort gibt es sogar einen

Flugplatz und einige gemauerte Häuser.

Dann suchen wir unsere Freunde Sylvia

und Heinz von der GALATHÉ in den

Eastern Holandes Cays. Vor Banedup,

einer hübschen, kleinen, unbewohnten

Insel, erwarten sie uns. Mit Ausruhen


REVIER

21



FAUL. Bei Sonnenschein und

ruhiger See ist Tills Lieblingsplatz

direkt hinter dem Mast.

TURBULENT. Kabbelige See und starker Wind

kurz vor den San-Blas-Inseln machen das

Bordleben schwer.

wird es erst einmal nichts, it’s party time!

Zu unserer Runde stößt noch ein Österreicher,

der mit seinem Katamaran

in der Nähe liegt und schon seit einigen

Jahren den Winter hier verbringt. Nach

einem vergnüglichen Nachmittag sind

meine Leute bei unseren Freunden zum

Essen eingeladen. Ich lege mich lieber

schlafen, ich bin geschafft. Zuerst die

anstrengende Segelei, dann musste ich

noch die Gäste unterhalten, außerdem

wohnt auf der GALATHÉ die Bordkatze

Helisha, wer weiß, ob mich die mag.

Doch am nächsten Tag gibt es Baden

vom Feinsten, herrlich türkises Wasser

zum Schwimmen, weißen Sand zum

Buddeln, eine unbewohnte Insel zum

Herumstreunen, Hund, was willst du

mehr! So wie hier stelle ich es mir in der

Südsee vor.

„Go to Dschungel”

Am Vormittag kommt Victor, ein Kuna-

Indianer, mit seinem Einbaum, begrüßt

uns freundlich (mich auch, die mögen

Hunde, haben selber welche) und bringt

uns Früchte als Geschenk. Er kann ganz

gut Englisch und erzählt uns, dass er

jetzt fischen geht. Wir bestellen gleich

Fisch bei ihm und zwei Stunden später

haben wir einen Fisch zum Braten und

einige kleine für Fischsuppe, und natürlich

Sushi für mich. Früh am Morgen ist

schon der Opa vorbeigekommen und

hat uns zahnlos zugelächelt und erklärt:

„Go to Dschungel.“ Die Kuna leben

noch recht traditionell in ihren Hütten,

bewirtschaften die Kokospalmen auf

den Inseln und verkaufen die Kokosnüsse

nach Kolumbien. Am Festland gibt es

auch Bananen, Zuckerrohr und Früchte.

Die Familien leben nicht ständig

auf den Inseln, sie haben oft auch am

Festland Hütten, die Kinder gehen sogar

einige Monate im Jahr zur Schule

(mit Schuluniform, wie uns der 12-

jährige Elliot, Victors Sohn, erzählt).

San Blas gehört zu Panama, ist aber

weitgehend autonom und wird von

den Kunas selbst in traditioneller Art

verwaltet. Die Bezeichnung San Blas

mögen sie übrigens nicht, weil sie von

den Spaniern kommt, sie sagen Kuna

Yala (Kunaland).

Seglerparty

Jeden Montag ist auf BBQ Island eine

Seglerparty, jeder bringt Getränke und


UM DIE WELT

SEGELT

TILL

UM DIE BORDHUND

WELT

LT

L

22

VOR ANKER. Die Crew ist auf Schnorcheltour

und Landgang. Bordhund Till bewacht

inzwischen das Schiff.


REVIER

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23

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Fingerfood mit, der Tisch (der teil einer gestrandeten Yacht, die nachts

Vordereinlaufen

wollte) biegt sich vor kleinen

Köstlichkeiten und meine Leute treffen

viele nette Segler, ich einige lustige

Kollegen. Auch in der Nähe unseres

Ankerplatzes liegt eine ehemals schöne

Halberg am Riff.

Nach ein paar Tagen wird es wieder

einmal Zeit zum Einkaufen, wir segeln

nach Eastern Lemmon Cays und

ankern dort vor einer Insel, die auch

wieder Banedup heißt. Auf dieser Insel

gibt es ein Geschäft, eine Bäckerei und

ein Restaurant, alles in einem. Das frische

Kunabrot schmeckt vorzüglich, im

Geschäft gibt es außer ein paar Dosen

und Reis nicht recht viel und gekocht

wird im Restaurant erst morgen Abend

etwas, da gibt es Fisch mit Reis.

Außerdem haben sie Hühner und ein

schwarzes Schwein, einen lieben Hund

und einige Kinder. Die Frauen fertigen

besonders schöne Molas an, die sie wie

Mieder mit einer Bluse darunter tragen.

Natürlich kaufen wir einige als Geschenke

und eine große für unsere Seglerbar

zu Hause zum Aufhängen. Sogar

ein Versorgungsboot fährt von Yacht zu

Yacht mit Eiern und jeder Menge Obst

und Gemüse in vorzüglicher Qualität.

Hier kann man es schon eine Weile

aushalten. Das denken viele, denn die

meisten Yachten hier sind nicht Durch-

reisende wie wir, sondern sie verbringen

oft schon seit Jahren den Winter in dieser

Gegend. Im Sommer, während der

Regenzeit, stehen die Boote dann teils in

Cartagena/Kolumbien, teils in Panama

in den Marinas an Land. Manche wollten

früher einmal weiter, sind aber dann

hier hängen geblieben, kein Wunder, ist

ja auch wunderschön.

Weiter zum Kanal

Meine Leute treibt es nach einer Woche

weiter, sie wollen nach Colon, damit sie

bald einen Termin für die Kanalpassage

erhalten. Am Weg dorthin machen wir

noch einen Overnight-Stop in Porto-

BORDVERKAUF. Frisches Obst, Gemüse

und Fisch bringen den Einheimischen

einen Zusatzverdienst.

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UM DIE WELT

SEGELT

TILL

UM DIE BORDHUND

WELT

L

LT

24

ROT-WEISS-ROT. Stolz weht am Heck die

österreichische Nationale.

VITAMINE. Bordfrau Uli sortiert ihre gesunden Einkäufe.

bello, einer geräumigen Bucht mit

einem verschlafenen kleinen Ort, früher

wurden von dort Gold und Silber

nach Sevilla gebracht. Wir stehen früh

auf und bereits am Vormittag sind wir

in der Shelter Bay Marina in Colon.

Das ist eine neue Marina (2006 eröffnet),

sehr sicher und sauber, europäisches

Niveau, allerdings ca. 30 km

weg von Colon. Es fährt aber täglich

ein Shopping-Bus gratis zu einem guten

Einkaufszentrum. Außerdem gibt

es für mich Wiesen und Wald (ich sage

jetzt auch morgens: „Go to Dschungel!“),

die Marina ist nämlich direkt

beim San-Lorenzo-Nationalpark.

Hier war einmal ein amerikanischer

Militärstützpunkt (Fort Sherman), militärisch

bewacht ist die Anlage noch

immer. Und trotz des vielen Grüns

gibt es überhaupt keine Moskitos!

Für Abwechslung ist auch gesorgt:

Sie drehen hier gerade die Stunts für

den neuen James-Bond-Film, die „action“

findet direkt vor unserem Bug

statt. Ich habe eh schon überlegt, ob

ich mitmachen soll, aber es ist mir in

meinem Alter schon zu stressig, Ich

bin jedoch sozusagen der Liebling des

Filmteams, alle Amerikaner sagen, „I

love Goldens“, und knuddeln mich.

Ihr braucht aber nicht zu glauben, dass

ich es hier mit berühmten Schauspielern

zu tun habe, hier dreht die zweite

(oder sogar dritte?) Garnitur, die erste

dreht gerade in Vorarlberg.

Für die Kanaldurchfahrt haben wir

uns einen Agenten geleistet, wir bekommen

sogar unseren Wunschtermin

25.3.08. Die Wartezeiten werden

aber jetzt immer länger (bis zu vier

Wochen), weil angeblich Yachten nur

mehr jeden zweiten Tag geschleust

werden, weil so viele Cargos vorgemerkt

sind. Meine Leute wollen inzwischen

für den Pazifik einkaufen,

die GOLDEN TILLA gründlich

durchchecken vor der langen Strecke,

Wäsche waschen und auch ein wenig

relaxen (Frauchen genießt den Whirlpool

und die tollen Brausen mit den

vielen Düsen sehr!). Nette Austra lier

wollen als Linehanders bei uns durch

den Kanal mitfahren, mich hat die

Kanalbehörde unverständlicherweise

nicht akzeptiert, wo ich doch im Leinenfangen

so gut bin!

Wenn Ihr das nächste Mal von mir

hört, bin ich schon im Pazifik! Da werde

ich Euch dann berichten, wie es im

Kanal so gelaufen ist.

Euer schon ein wenig aufgeregter Till

PS: Gerade hat mich Eva aus Wien

gefragt: „Bist du leicht der Till aus

OCEAN7?“ Da habe ich schon ein

bisschen stolz genickt.


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26

fotos HEiNz SiEDl

Segeln am nil

Inshallah – so Gott will. Franz Siedl berichtet mit ausdrucksvollen Fotos von einem besonderen

Segelerlebnis. Der Törn ging von Assuan durch das Naturschutzgebiet bei den ehemaligen Nilkatarakten.

Die Boote sehen aus der Entfernung gut aus, fahren flott und sind gut zu manövrieren; nur genauer

hinsehen darf man nicht. Es gibt keinerlei Sicherheitseinrichtungen, dafür hängt der Koran beim Mast.


27


28 TexT & foTos Claudia dvorak

der gemeinsame

traum

Weltenbummler. die meisten Segler, die ich kenne, haben eines gemeinsam: den Traum von der langfahrt.

um einmal am eigenen leib zu erfahren, wie weit Träume von der realität entfernt sind, nehmen

wir die Einladung eines Freundes an, mit ihm in der karibik zu segeln …


REVIER

29

traumhaft.

So lässt sich das Seglerleben genießen.

E

r ist von einem Leben mit

Haus, Garten und Familie in

eine Southerly 35 umgestiegen.

Fast 30 Jahre hat er bei vielen

Seglerplauderrunden immer wieder die

verrücktesten Thesen und Ideen verbreitet

und war bekannt als „der, der

ganz sicher einmal fährt“. Und so war es

dann auch. 2005 erwirbt er eine Southerly

35 BJ 1980, beginnt diese nach seinen

Vorstellungen umzubauen, packt viele

seiner jahrelang gebrüteten Ideen mit

hinein und fährt dann auch los.

Schließlich ist er in Antigua angekommen,

wo wir mit ihm in den nächsten

drei Wochen ein wenig vom „ewigen

Urlaubsgefühl“ teilen wollen.

Im Paradies

So treffen wir am 1. Februar 2008 um

19:30 Ortszeit bei einer Temperatur

von 27 °C in Antigua English Harbour

ein. Vor 30 Stunden um 6 Uhr morgens

haben wir Wien bei 5 °C und grauem

Himmel verlassen. Daran denken wir

jetzt nicht mehr. Dass unser Gepäck nur

bis Frankreich gekommen ist, bedeutet

nur einen kleinen Wermutstropfen.

Heinz, der uns schon erwartet, führt

uns mit seinem Bananaboot mit E-

Motor die kurze Strecke von einem

kleinen und recht wackeligen Steg zu

seiner SOLACE. Das Bananaboot – ein


30

01

02

03

01 TRAUM ERFÜLLT. Heinz stolz am Steuer seiner

Segelyacht.

02 - 03

CARIBBEAN FLAIR. In diesem paradiesischen

Umfeld vergisst man schnell den langen Flug und

dass das Gepäck noch in Frankreich liegt.

kleines, faltbares Kunststoffboot – ist

eines der unzähligen Dinge, welches

er schon vor 30 Jahren mit dem Gedanken

an diese Langfahrt gekauft hat.

Der kleine E-Motor stammt von seiner

Shark vom Neusiedler See – dort wurde

er allerdings selten verwendet.

Unsere erste Nacht in Antigua wird von

Musik der Hafendisco lautstark untermalt,

so dass ich schließlich genervt die

Ohrenstöpsel, die wir im Flugzeug erhalten

haben, verwende.

Antigua

In der Marina vom English Harbour

gibt es außer Souvenir- und Kleidergeschäften

auch einen kleinen Bäcker,

gleich hinter dem Nelson-Museum

versteckt. Hier kaufen wir am nächsten

Morgen für unser erstes Frühstück

an Bord ein. Gestärkt und voller Tatendrang

haben wir danach nur noch einen

Wunsch – leichte Kleidung – und werden

auch in den Marinaläden fündig.

Der nächste Tagesordnungspunkt gilt

unseren Bordvorräten. Von der Atlantiküberquerung

sind noch ausreichend

Grundnahrungsmittel vorhanden. Zusätzlich

haben wir ein paar Leckereien

wie Cabanossi, Nüsse und andere haltbare

Dinge aus der Heimat mitgebracht.

Das bedeutet, dass sich unsere Einkaufs-

liste vor allem auf Obst, Gemüse und

Getränke beschränkt.

So folgen wir dem Rat der Verkäuferin,

die uns mit Leibchen und kurzen Hosen

versorgt hat. Wir nehmen den Bus

Nr. 17, der uns in einer halbstündigen

Fahrt vom English Harbour bis zum

Markt direkt nach St. John’s auf die

andere Seite der Insel bringt. Hier in

der Hauptstadt Antiguas leben fast

45.000 der ca. 70.000 Einwohner, und

so herrscht entsprechender Trubel,

viele Menschen auf der Straße, viele

Geschäfte – und vor allem ein riesiger

Obst- und Gemüsemarkt, wo wir alles

finden, was unser Herz begehrt.

24 Stunden später als geplant können

wir – wie versprochen – unsere Taschen

am Flughafen in Empfang nehmen

und haben abends dann allen Grund

zu feiern. Dazu eignet sich am besten

das „Trappas“, ein sehr beliebtes und

offensichtlich gut besuchtes Restaurant

in der Nähe des Hafens (Tischreservierung

wird empfohlen). Das Essen ist

wirklich vorzüglich und wir beschließen

den Abend noch mit einem Cocktail.

So lässt es sich leben!

Barbuda und St. Martin

Ich bin die einzige nicht seefeste Person

an Bord, und so fahren wir heute nur bis


Unbenannt-2 1 23.04.2008 10:09:28

REVIER

31

01 GUT VERSORGT. Suppenküche direkt am

Strand.

02 GLÜCKLICH. Mehr braucht man nicht zum

Leben.

03 ABSCHIED. Inselparadies achteraus – aber

ein neues Ziel liegt schon an …

02

01

02

Barbuda, damit sich mein Magen ein

wenig an die Bootsbewegungen gewöhnen

kann. Barbuda bildet gemeinsam

mit Redonda (einer kleinen Felseninsel)

und Antigua einen eigenen Antillenstaat.

Es liegt 30 sm nördlich von Antigua, ist

161 km2 groß und hat vulkanischen Ursprung.

Die höchste Erhebung dieser

gen, menschenleeren Strand und finden

hier eine Menge Kokosnüsse. Ein paar

davon landen auf unserem Boot – mehr

Nascherei als eiserne Reserve.

Besonders schön ist auch das Schnorcheln

bei den nahe gelegenen Riffen –

wir sehen unsere erste Wasserschildkröte

und ein paar kleinere Rochen. Hier

„Es war immer schon klar, dass der Heinz

seinen traum umsetzen und einmal wirklich

losfahren wird.“

kleinen, weitgehend naturbelassenen

Koralleninsel ragt nur 44,5 m aus dem

Meer. Barbuda hat ca. 1.500 Einwohner

und einen eigenen Ausklarierungshafen

im Nordwesten der Insel. Wenig bewohnt

und als Naturschutzgebiet ausgewiesen,

hält sie, was das Hafenhandbuch

verspricht – Palmen, weißer Sandstrand

und türkisblaues Meer. Traumhaft, fast

schon kitschig, diese Postkartenidylle.

Außer uns ankern nur ca. vier bis fünf

Schiffe weit voneinander entfernt im

Südwesten vor der Insel. Zwischen den

Palmen am Ufer sehen wir einige Bungalows,

die unbewohnt und leer sicher

schon bessere Zeiten gesehen haben.

Resorts gibt es nur mehr an der Südspitze.

Wir schwimmen zum kilometerlan-

würden wir es schon einige Tage aushalten.

Ein Ort zum „in der Hängematte

liegen“ und „mit der Seele baumeln“.

Aber nichts da – am späten Nachmittag

geht es weiter. Da die nächste Insel

80 sm entfernt ist, legen wir eine Nachtfahrt

ein. Wir wollen bei Tageslicht die

vorgelagerten Riffe von Barbuda passieren

und wieder bei Tageslicht unser

nächstes Ziel – die Insel St. Martin – erreichen.

Der kräftige Ostwind bleibt uns treu

und wir erreichen unser Tagesziel am

frühen Vormittag.

Die Insel wurde nach dem heiligen

Martin benannt, da sie an dessen Namenstag,

dem 11. November 1493, von

Christoph Kolumbus entdeckt wurde.


32

01

02

03

01 EWIGER WUNSCH. Auf und davon mit Rückenwind.

02 GLEICHGESINNTE. Unterwegs trifft man viele

mit demselben Ziel: einmal um die Welt.

03 IMPRESSION. Karibisches Straßenbild.

Hier leben auf einer Fläche von 94 km2

ungefähr 77.000 Menschen (36.000 im

französischen und 41.000 im niederländischen

Teil). Die offizielle Währung

des französischen Teiles ist der Euro,

und die des niederländischen der Antillen-Gulden.

Auf Grund des starken

Tourismus ist jedoch der Dollar bevorzugtes

Zahlungsmittel.

Wir ankern in der Nähe des Prices Juliana

International Airport, wo wir vor ein

paar Tagen zwischengelandet sind. Das

Hafenhandbuch verspricht tolle Versorgungsmöglichkeiten

für Segelyachten.

Es gibt eigene Agenturen, die von

Champagner bis Kaviar alles aufs Schiff

liefern. Leider sind die Geschäfte, die zu

Fuß erreichbar sind, jedoch recht spärlich.

Nach einem unangenehmen Spaziergang

entlang der stark befahrenen

Hauptstraße finden wir ein paar kleine,

schlecht ausgestattete „Supermärkte“.

Das Highlight der Straßenwanderung

ist eine französische Bäckerei. Hier decken

wir uns mit Brot in verschiedensten

Varianten ein, auch mit Schwarzbrot

und Kuchen. Wir beginnen zu lernen –

gekauft wird, was wir bekommen.

St. Martin hat noch einen zweiten großen

Hafen – in Philipsburg, der Hauptstadt

des niederländischen Teiles. Dieser

wird vor allem von den großen Kreuzfahrtschiffen

angelaufen (ca. 10-mal

täglich). Später erfahren wir dann, dass

dieser Hafen nicht nur sehr schön ist,

sondern auch ein reichhaltiges Angebot

für Segler bietet. Wir haben uns leider

von den riesigen schwimmenden Luxushotels

abschrecken lassen.

„wir lernen: gekauft

wird, was wir

bekommen!“

British Virgins

Nach einem kurzen Badestopp in einer

der südwestlichen Buchten der Insel

geht unsere Reise weiter – immer Richtung

Westen. Die etwa 80 sm entfernten

Virgins sind unser nächstes Ziel.

Da wir kein amerikanisches Visum haben,

beschränken wir uns darauf, den

britischen Teil davon zu besuchen. Sowohl

für den spanischen als auch für den

amerikanischen Teil ist ein solches für

Segler, die auf eigenem Kiel anreisen,

erforderlich. Die Einklarierungsformalitäten

wollen wir auf Virgin Gorda

erledigen. Sie ist die drittgrößte der britischen

Virgins und wird, auch wegen

ihrer Silhouette einer rundlichen Frau,

welche am Rücken liegt, „die dicke

Jungfrau“ genannt.

Wie empfohlen, melden wir uns über

Funk und erhalten einen Platz in der

Marina zugewiesen. Die Mitarbeiter

des Marinabüros interessieren sich nur

für unsere Kreditkarte und schicken

uns weiter zur Hafenbehörde. Diese

befindet sich ca. 5 min von der Marina

entfernt und ist zu Fuß leicht erreichbar.

Das Büro selbst ist schwer zu finden,

vor allem deshalb, weil an der Türe ein

großes Schild „out of office“ baumelt.

Nach mehrmaligem Nachfragen versuchen

wir diese Türe zu öffnen und

stehen dem Team der Hafenbehörde

gegenüber. Die Beamten selbst sind

recht freundlich, doch inklusive Ausfüllen

aller Papiere mit teilweise 6-fachem

Durchschlag und der Bezahlung des

verlangten Obolus (die Kasse hat nur

bis 15:30 offen) dauert das Prozedere

schließlich doch alles in allem ca. zwei

Stunden.

Leider sehen wir von den im Hafenhandbuch

versprochenen netten,

freundlichen und um unser Wohlergehen

bemühten Mitarbeitern in der Marina

sehr wenig. Auch die hochgelobten

und streng bewachten Sanitäranlagen

sind eher schlechter Durchschnitt. Aber

wer beklagt sich schon, wenn er nach

längerer Zeit mal wieder unter einer


REVIER

33

HEIMATLAND ADE. Für Heinz wurde

seine SOLACE zur neuen Heimat.

richtigen Dusche stehen kann – dass

diese kalt ist, stört nicht wirklich, denn

hier herrschen Tagestemperaturen von

30 bis 35 °C.

Zwei Restaurants, eine Eisdiele, ein

Tauchshop, ein Weingeschäft und ein

gut ausgestatteter Supermarkt komplettieren

das Angebot der Marina. Nicht

gerade billig, aber immerhin bekommt

man so gut wie alles. Das Angebot für

einen Tauchgang um 90 US-Dollar pro

Person nehmen wir nicht an – da gehen

wir lieber schnorcheln.

Badezimmer am Meer

Fünf Tage haben wir auf den britischen

Virgins Zeit. Wir finden ein paar wirklich

schöne Ankerplätze wie z. B. Gorda

Sound. Von den Amerikanern „a

seaman’s heaven“ – ein Paradies für

Seeleute – genannt, ist diese weiträumige,

tiefe Bucht an der Nordküste von

Virgin Gorda gut gegen Wind und See-

gang geschützt und gleicht eher einem

Binnenrevier. Laut unserem Hafenhandbuch

gibt es drei Einfahrten, von

denen zwei als gefährliche Passagen

ausgewiesen sind. Wir wollen durch

die west liche Passage, welche auf der

Seekarte mit 1,5 m Wassertiefe eingezeichnet

ist. Also heißt es Kiel und Ruder

hoch – jetzt beträgt unser Tiefgang

nur mehr ca. 70 cm. Ein Mann an den

Bug wagen wir uns zur Mittagszeit bei

hochstehender Sonne und den Wind

gegenan mit Motor durch die Einfahrt.

Bei der Ansage von 1 m ist unser Skipper

noch ganz locker, als wir nur mehr

80 cm Wasser unterm Kiel haben, wird

er dann doch etwas blass um die Nase.

Seichter wird es hier jedoch zum Glück

nicht mehr. Von unserem wunderschönen

Liegeplatz sehen wir sowohl aufs

offene Meer als auch zur Leverick Bay

im Süden der großen Bucht. Viele Yachten

bevorzugen die dort befindliche

Marina, wo angeblich vom Champagnerfrühstück

bis zum Captain’s Dinner

mit gegrilltem Lobster alles geboten

wird.

Weiter wollen wir Virgin Sound nicht

erkunden, und so verlassen wir die Bucht

am nächsten Morgen durch die normale,

gut betonnte Ausfahrt. Eines unserer

Ziele für heute ist „The Bath“; obwohl

im Hafenhandbuch nur als Tagesliegeplatz

bezeichnet, sind die Bojen schon

um 8 Uhr morgens fast alle belegt. Die

gewaltigen abgerundeten Granitfelsen

formen eine Grotte, die zum Meer hin

offen ist. Der wunderschöne Sandstrand

des „Badezimmers“ ist Magnet für viele

Touristen, welche mit Booten hierhergebracht

werden und diese Bucht zum

In-der-Sonne-Liegen und Schnorcheln

nutzen. Noch vor Mittag sind fast so

viele Schnorchler wie Fische im Wasser

und wir suchen uns ein anderes Plätzchen

für die Nacht.


34

Dieses finden wir in einer schönen und

ebenso beliebten wie windgeschützten

Bucht an der Nordwestseite von Peter

Island im Little Harbour. Hier werden

Erinnerungen an Kroatien wach. Ein

Schiff hängt neben dem anderen, jeweils

mit zwei Landleinen an Heck und Buganker.

Auch wir finden ein Plätzchen

zwischen zwei deutlich größeren Segelyachten.

Beim Erkunden der Unterwasserwelt

fesselt uns eine Gruppe von circa zehn

Tintenfischen mit ihren Wasserspielen.

Zur Feier des Tages gibt es die Leibspeise

des Skippers – Palatschinken. So

sitzen wir noch lange und genießen unseren

schönen und heute ganz ruhigen

Liegeplatz. Nur die Motoren unserer

beiden Nachbarn stören die Idylle dieses

Abends ein wenig.

„hier sind fast so

viele schnorchler wie

fische im wasser!“

Wieder einmal schätzen wir es sehr, dass

Heinz sein Schiff so ausgerüstet hat, dass

Windgenerator und Sonnenkollektoren

die gesamte Bordenergie liefern.

Tortola

Langsam müssen wir an die Überfahrt

nach Kuba denken – immerhin rechnen

wir mit 5–7 Tagen je nach Wind. Um die

Bordvorräte entsprechend aufzustocken,

planen wir einen kurzen Einkaufsstopp

auf der Insel Tortola, welche nördlich

unseres Ankerplatzes liegt. Nur ein paar

Seemeilen entfernt befindet sich Road

Harbour. Ein riesiger Hafen mit drei

Marinas und einigen Charterstützpunkten.

An einem verlassen aussehenden,

jedoch offensichtlich gut ausgebauten

Steg eines dieser Charterstützpunkte

machen wir fest. Heinz bleibt am Schiff,

Edi und ich suchen einen Supermarkt.

Am Weg dorthin treffen wir einen

freundlichen jungen Mann, der uns mit

seinem kleinen Bus zum Supermarkt

und wieder zurückfährt. Einen Preis für

die ca. 5 Minuten lange Fahrt nennt er

keinen – „Tip“ ist für ihn in Ordnung.

In dem Wissen, mit einem Auto zurückfahren

zu können, füllen wir den Einkaufswagen

mit all den Dingen, die uns

für die Überfahrt wichtig erscheinen.

Eine gute Stunde dauert unsere Einkaufsorgie

– danach setzt uns der nette

junge Mann samt den drei Kartons und

vier Plastiktaschen am Steg wieder ab.

Nach dem Verstauen der Einkäufe sitze

ich ein wenig geschafft in der Plicht und

lasse Tortola, „die Taubeninsel“, an mir

vorüberziehen. Die 54 km2 große Insel

ist ca. 20 km lang und 5 km breit. Die

meisten der 14.000 Einwohner leben

in der Hauptstadt Road Town. Überall

gibt es große und gut besuchte Marinas

– doch diese reizen uns nicht. Unsere

letzte Nacht in den Virgins würden

wir am liebsten in einer einsamen Bucht

verbringen. Und wirklich: Auf der Insel

Great Camanoe finden wir die wenig

bekannte Lee Bay. Eine wunderschöne

Bucht, die wir nur mit einem zweiten

Segelschiff und ein paar fischenden Pelikanen

teilen müssen.


REVIER

35

AUSWAHL. Einmal lockt das Leben in den

belebten Marinas, dann wieder die Ruhe in einer

Ankerbucht.

So schön die Landschaft dieser Bucht

ist, so sehr begeistert uns auch die

Unterwasserwelt. Schwärme von ca.

3-4 cm großen Fischen nehmen uns die

Sicht beim Schnorcheln und sind auch

der Grund, warum sich die gar nicht

scheuen Pelikane unverdrossen immer

wieder mit dem Kopf voran ins Wasser

stürzen. Aber auch größere Räuber

wie Barrakudas und Tarpone sehen wir

hier unter Wasser, Korallen, Gorgonien,

Doktorfische … wir können uns gar

nicht sattsehen. Ein Abend wie im Bilderbuch

– satt und zufrieden sitzen wir

bei unserem Glas Rotwein und genießen

die friedliche Stimmung.

Der Great Harbour auf der nur 8 km2

großen Insel Jost van Dyke – sie ist

die kleinste der vier Hauptinseln – ist

unsere letzte Station auf den Virgins.

Die Ausklarierungsformalitäten sind

in fünf Minuten erledigt. Wir kaufen

noch Brot und sind nach einer halben

Stunde wieder zurück. Einmal noch ins

JUNG GEBLIEBEN.

Das Leben an Bord hält fi t.

Wasser, dann legen wir endgültig ab,

um die Virgins zu verlassen – Richtung

Kuba, einem weiteren Traum von Heinz

folgend.

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36

nauticsport kapsch

Countdown läuft

Langsam wird es ernst für den österreichischen Extremsegler

und Vendèe-Globe-Teilnehmer Norbert Sedlacek

und seine nauticsport kapsch: Das Schiff wurde in

Südfrankreich total überholt, um für die Extrembeanspruchung

gerüstet zu sein. In den nächsten Tagen

kommt die nauticsport kapsch ins Wasser. Sedlacek:

„Sieben Monate intensiver Reparatur- und Servicearbeiten

liegen hinter uns. Mein Team hat zahlreiche

technische Probleme gelöst, das Vorschiff, Pendelkiel

und Ruderanlage umgebaut. Auch die mobile Werfthalle

und das Schiff konnten während drei ausgewachsenen Stürmen

am Gelände von Port Bourgenay vor Schaden bewahrt

werden.” Inzwischen zeigt sich der Racer nauticsport kapsch

in strahlend neuem Layout und Branding. Sedlacek: „Rund

6.000 Arbeitsstunden stecken bisher in der Adaptierung des

Racers, viele werden noch für Deckslayout und Rigg folgen,

bis die nauticsport kapsch am Start zur Vendée Globe 2008

stehen wird.” www.nauticsport.com

Sea-Help – neuer

pannendienst in der adria

Die Probleme kommen meist auf See, weitab vom nächsten Hafen.

Der Impeller muss getauscht werden, kein Ersatz ist an Bord. Der Anker

hat nicht gehalten, die Yacht ist aufgelaufen und droht leck zu

schlagen. Oder sie treibt manövrierunfähig auf Felsen zu. Für derartige

Fälle gibt es jetzt SEA-HELP in der kroatischen Adria.

„Mit unseren speziell für den Einsatz in der Adria konzipierten, schnellen

und bestens ausgerüsteten Booten sind unsere geschulten Fachkräfte

innerhalb kürzester Zeit an jedem Ort”, sagt Walter Ebli von SEA-

HELP. Viele der Leistungen sind für Mitglieder kostenlos: Abschleppen

vom Havarieort, Ersatzteillieferung, Starthilfe, Treibstoffservice, Freimachen

von Leinen im Propeller, Verletztentransport, Freischleppen

nach leichter Grundberührung, Wetter- und Revierberatung. Darüber

hinaus bietet SEA-HELP eine Reihe von Sonderleistungen – von der

Kontrolle der Festmacher am Liegeplatz während der Abwesenheit

des Eigners bis zur satellitengestützten Diebstahlüberwachung.

Die Kosten

Eigner-Pass (gilt für das angemeldete Boot)

Bis 8 M Länge 120 Euro pro Jahr

Bis 11 Meter 150 Euro pro Jahr

Bis 14 Meter 180 Euro pro Jahr

Bis 17 Meter 210 Euro pro Jahr

Bis 20 Meter 290 Euro pro Jahr

Über 20 Meter 350 Euro pro Jahr

Ein Charter-Pass für aktive 14 Tage im Jahr kostet 50 Euro.

Informationen – T: 0664 182 06 58, Fax: 07 61 32 63 99, E-Mail:

info@seahelp.eu

erste Crewmeldungen von Team Russia

Andreas Hanakamp hat in einer Pressekonferenz gemeinsam

mit Syndikats-Präsident Oleg Zherebtstov fünf Schlüsselfiguren

seines Teams für das Volvo Ocean Race 2008-09

vorgestellt:

Guillermo Altadill und Stig Westergaard wurden zu Wachführern

ernannt. Guillermo segelte auf Ericsson während

dem VOR 2005/06 und auf Assa Abloy 2001/02. Der Olympia-Silbermedaillengewinner

Rodion Luka übernimmt den

Job als Steuermann. Derzeit trainiert er für seinen Olympiaauftritt

in der 49er-Klasse in Quingdao. Wouter Verbraak wird

zum Navigator. Wouter segelte u.a. im Volvo Ocean Race

2001/02, im America’s Cup, in der Tour de France à la Voile,

im Admiral’s Cup und im Sydney-Hobart. Als Segelmacher

komplettiert Vladimir „Kuli” Kulinichenko das Team.

www.teamrussia.org


news people

37

23. Osterjugendtörn

Der Commander der YCA-Crew Tauern, Ing. Breitenstein, berichtet: „Unsere Anmeldeliste

für den heurigen Jugendtörn ließ bereits im Herbst 2007 vermuten, dass wir

5 Jugendboote benötigen würden. Im Oktober bestellten wir dann 5 kleinere Segelyachten

bei der Charterfirma AYC – Familie Hummel – in Vodice. Unsere bewährten

Jugendtörnskipperinnen und -skipper Stephanie, Martina, Andi, Christoph und Stefan

erklärten sich dankenswerterweise wieder bereit, ein Jugendboot zu übernehmen.

Sechs weitere Crews, großteils bestehend aus ehemaligen Jugendtörnteilnehmern,

nahmen unsere Einladung mitzusegeln an. Im Vorfeld schien nun alles klar, oder

doch nicht? Unsere kroatischen Freunde hatten sich was Neues einfallen lassen!

Jugendliche, welche nicht zusammen mit ihren Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten

die Grenze passieren wollen, benötigen eine ,notarielle (Einzel-)Beglaubigung

der Eltern’. Also – auf zum Notar! Etwas Sorgen bereitete uns auch der

frühe Termin der Karwoche im heurigen Jahr, und in der gemeinsamen Besprechung

Eltern/Jugend gaben wir die Devise aus: Warmes Gwand + dicke Schlafsäck!”

Zusammenfassung: 12 Yachten mit insgesamt 70 Teilnehmern, davon 5 Jugendboote

mit 23 Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren. Die Route: VODICE – SKRA-

DIN – TROGIR – VRBOSKA – U. VINOGRADIŠCE / Ins. Sv. Klemente – VIS – ROGOZNI-

CA / Marina Frapa – VODICE; die zurückgelegte Strecke in 6 Tagen: 190 sm, davon

105 sm unter Segel.

Den vollständigen Nachbericht einer herrlichen Segelwoche findet man unter:

www.ocean7.at/logbuch

Neuer YCA-Vorstand gewählt

Ende März wurde in der 36. Ordentlichen Generalversammlung des Yacht Club Austria ein neuer

Vorstand gewählt: Zum Commodore wurde Christian M. F. Schifter, unterstützt von Vize-Commodore

Dr. Jürgen Adlmannseder und Vize-Commodore Karl Florian.

Der neue Commodore Christian Schifter meint über seine zukünftige Arbeit: „Nun, es gibt viel zu tun

bzw. ist vieles liegen geblieben, da wir ja vor allen Dingen unsere Beziehung zum ÖSV auf neue Beine

stellen mussten. Das alles liegt nun hinter uns, aber noch mehr vor uns …”

www.yca.at


38 TexT yvonne kienesberger foto monika klinger illustration dino vujevic

mann der tat

wolfgang becker im porträt

Viel aufregung hat in den letzten monaten die neubesetzung des oesv Prüfungsreferates verursacht.

aber was vergangen ist, soll auch vergangen bleiben, denn es gibt jetzt einen neuen Prüfungsreferenten.

ing. Wolfgang becker freut sich über das ihm entgegengebrachte vertrauen, seine anhänger

freuen sich über einen „mann der Tat” an der spitze des Prüfungswesens.

posiTionsbesTimmungen. der neue oesv Prüfungsreferent

will den Weg in eine neue richtung weisen.

Segeln geht er am liebsten in warmen

Gebieten, das Schwimmen

in kaltem Wasser ist ihm ein

Gräuel. Jetzt wirft er sich freiwillig

in ein Haifischbecken. „Ich will,

dass wir gemeinsam eine praxisorientierte,

realitätsnahe neue Prüfungsordnung

schaffen. Ich möchte dabei gerne

helfen und meine Erfahrungen als Ausbildner,

Prüfer, vor allem aber als Segler

einbringen“, erklärt er die Annahme des

Postens als Prüfungsreferent.

Der 55-jährige Familienvater war Generalmanager

eines großen amerikanischen

Konzerns im Bereich Medizintechnik.

Er bringt Fähigkeiten wie Problembewusstsein,

strukturelles Denken und

Teamführung mit. Becker ist ein Mann

mit Präsenz, er strahlt eine gewisse Gelassenheit

und Ruhe aus. Seine Denkweise

ist erfrischend unkompliziert. Er

versteht es, Probleme genau auf den

Punkt zu bringen, ihre Ursachen zu ergründen

und dort dann mit Änderungen

und Verbesserungen anzusetzen.

Idealist

Vor einigen Jahren hat er bei einem

Freund in einer Charteragentur mitgearbeitet

und einen Stützpunkt mitbetreut.

Da sieht man Segler mit unterschiedlichstem

Können. Wahrscheinlich

ist er deshalb in die Ausbildung gegangen.

Er wollte diesen Menschen helfen,

Ap


people

39

sein Wissen weitergeben. „Jemand, der

in eine Segelschule geht, will ja in der

Regel etwas lernen. Den allermeisten

geht es um eine gute Seemannschaft,

um die Sicherheit an Bord. Leider gibt

es dann auch noch wenige andere, die

das Ganze nur machen, um einen Schein

in der Hand zu halten. Hier muss man

ansetzen. Es kann nicht sein, dass z.B.

jemand beim Ecker-Cup tagelang seekrank

in der Koje liegt und sich dann

vom Skipper die Bordtage und Nachtfahrten

bestätigen lässt. Er war mit dem

Schiffshandling, der Yachtführung nicht

befasst. Das ist nicht der Sinn eines Praxisnachweises.“

Zwei Seiten

Prüfer ist Wolfgang Becker schließlich

geworden, um auch die „andere Seite“

kennenzulernen. Da muss er auch gleich

eine Lanze für seine Prüferkollegen

brechen: „Das große Geld ist bei Prüfungen

garantiert nicht zu verdienen,

im Gegenteil, die Prüfer sind als Sachverständige

ehrenamtlich tätig und erhalten

lediglich einen Kostenersatz und

Tagesdiäten. Außerdem ist diese Tätigkeit

sehr zeit- und arbeitsintensiv. Viele,

vor allem jüngere, Kollegen führen Prüfungen

in ihrer Freizeit durch, nehmen

sich dafür sogar noch extra Urlaub. Da

musst du dann schon ein großer Idealist

sein.“

Ein Problem ist derzeit sicherlich das oft

unterschiedliche Vorgehen der Prüferkollegen.

„Ich stelle mir einen Prüfungskatalog

vor, eine Checkliste mit Pflichtprogramm

zur Objektivierung der

Prüfung, das jeder Kandidat zu absolvieren

hat.“ So will Becker zeitraubende

und unrealistische in strukturierte, realen

Situationen angepasste Prüfungen

verwandeln. „Ich halte nichts davon,

den Kandidaten noch zusätzlich unter

Druck zu setzen. Die Prüfungssituation

ist an sich schon zusätzlicher Stress genug.

Die Prüfer sollten eher beruhigend

ril08.FH10 Thu Apr 24 14:14:34 2008 Seite 4

auf den Kandidaten einwirken.“

Veränderungen

Vom OeSV Präsidium hat Wolfgang

Becker folgende Vorgaben zu einer neuen

Prüfungsordnung erhalten:

- einfachere administrative Abwicklung

der Prüfungen

- sachgerechte Kürzung der Prüfungsinhalte

für den FB 2

- weniger Theorie-, mehr Praxisbezug

- Ergänzungsprüfungen zur Erlangung

des Befähigungsausweises für den FB 3

Zusätzlich kam nun auch ein FB 1

Schein ins Gespräch, der die küstennahe

Fahrt abdecken soll. Das alles hört sich

leicht an, erfordert in der Umsetzung

aber ein sehr großes Maß an Umsicht.

Immer neue Fragen tauchen auf, die

berücksichtigt werden wollen. Hier nur

einige davon:

Was muss man im FB 1 und FB 2 Fahrtgebiet

nicht wissen, was man nicht auch

im FB 3 Fahrtgebiet benötigt? Ganz im

Gegenteil ist es doch so, dass vor allem

küstennahe Fahrt (Gezeiten, Navigation,

An- und Ablegen …) einiges an

seemännischem Wissen und Können

verlangt.

Wie geht man mit den in den letzten

Jahren aufgekommenen Technologien

um? Wie weit soll man zum Beispiel

elektronische Navigation, Funk- und

Radarkenntnisse in die Prüfungen integrieren?

Wie kann nun wirklich die seemännische

Erfahrung eines Kandidaten nachgewiesen

werden? „Bordtage“ bedeuten nicht

unbedingt, dass der zu Prüfende in das

Bordleben integriert war.

Damit und mit immer neuen Fragen

und Details beschäftigt sich derzeit

Wolfgang Becker. Er hat sich dafür aber

Unterstützung geholt, bespricht sich mit

seinen Kollegen im Prüfungsausschuss,

ist in ständigem Kontakt mit Ausbildnern

und Prüfern und startete sogar eine

Diskussionsrunde unter Seglern. Dieser

Demokratieprozess bringt zwar auf der

einen Seite recht viel zusätzliche Arbeit,

auf der anderen Seite aber täglich neue

Einsichten und Ideen.

Die Uhr tickt

Viel Zeit hat der neue Prüfungsreferent

nicht. Schon im Frühsommer möchten

Wolfgang Becker und seine Kollegen

eine erste Fassung der Prüfungsordnung

vorlegen und zur Diskussion stellen.

Im Sommer soll sie dann im OeSV

Präsidium zur Abstimmung eingebracht

werden. Das ist wichtig, denn so haben

die Ausbildungsstätten die Möglichkeit,

sich auf die nächste Saison unter einer

neuen Prüfungsordnung entsprechend

vorzubereiten und auch ihre Kunden

zeitgerecht (zum Beispiel auf der Vienna

Boat Show) beraten zu können.

Wichtige Punkte in einer neuen Prüfungsordnung

und den damit betroffenen Themen, kurz von

Ing. Wolfgang Becker zusammengefasst:

- Eine neue Prüfungsordnung sollte so einfach wie

möglich und leicht verständlich sein

- Sie sollte weitestgehend in Abstimmung mit dem

MSVÖ erstellt werden

- FB 1 (Ja oder Nein), Strukturierung der Ausbildungsziele

für die einzelnen Fahrtenbereiche in Theorie und

Praxis

- Objektivierung der Prüfungen durch Checklisten,

einheitliche Schwierigkeitsgrade und durch Information

und Schulung der Prüfer

- Neue Fragenkataloge, neue Kartenbeispiele

- Die Fragen und die Kartenbeispiele werden mit den

Lösungen zur Information ins Internet gestellt

- Upgradeprüfungen von FB 2 auf FB 3


40 TexT & foTos michael köhler

geschaffT. Die letzten zwei

meter nach 2.552 Seemeilen

Nonstop-rudern über den

atlantik.

La Gomera – Antigua 2.552 Meilen

– Segelboote brauchen ca.

20 Tage, Ruderboote ein bisserl

länger … Das schnellste Boot

mit vier Ruderern war nach 49 Tagen im

Ziel, der schnellste Zweier nach 52 und

der erste Soloruderer nach 77 Tagen.

Eine unglaubliche Leistung. Nicht nur

körperlich, sondern vor allem mental.

Einige der Ruderer habe ich schon weit

draußen, lange vor der Ziellinie erwartet,

bei meterhohen Wellen. Noch draußen

habe ich sie nach ihren Empfindungen

gefragt, jetzt, in greifbarer Nähe des

Ziels. „Amazing, just amazing“ – dabei

wehte Cath (34 Jahre, aus England) der

Wind mit 30 Knoten auf den Rücken –

Ruderer sitzen ja verkehrt rum! Paul, ein

Arzt aus Kanada, hat auf dieselbe Frage

geantwortet: „Was heißt Ziel, der Weg

eng. kein Ort für menschen mit Platzangst. So winzig ist die

kabine …

war das Ziel, ich bin schon längst angekommen!“

Vor weit über hundert Jahren

sind bereits die ersten dokumentierten

Atlantiküberquerungen per Ruderboot

erfolgreich gewesen. Seit einigen Jahren

gibt es nun dieses Rennen, bei dem

eigentlich jeder ein Sieger ist.

Die Boote

24 Fuß für 1 oder 2 (manchmal 4) Personen,

29 Fuß für 4–6. Sperrholz mit

Epoxy verstärkt, oder GFK. Einige haben

ihre Boote selbst gebaut, manche

haben bauen lassen, einige Boote sind

schon zum 3. oder 4. Mal hier. Man kann

sie auch im Bausatz kaufen, alle Teile in

einer Kiste. Mit Bauplan. So ein Boot

wiegt dann ca. 1.000 kg, in der Hightech-Version

aus Carbon nur 200 kg.

150 Liter Ballast in Form von Trinkwasser

sind im Rumpf verstaut, damit sich

das Boot nach einer Kenterung wieder

aufrichtet.

In den Booten befindet sich am Bug

eine kleine Kabine, die aber zu kurz zum

Schlafen ist, sie dient als Stauraum. Im

Heck ist eine nicht viel größere Kammer,

eine Matratze, hinter mehreren Netzen

ein paar persönliche Gegenstände, an

der Wand die Elektronik – GPS, UKW,

AIS, SEA.ME, Wetterempfänger, Iridium-Telefon,

Sicherungen für Lichter

und Instrumente, die Batterien.

Die Teams

37 Männer und 15 Frauen nahmen

diesmal die Herausforderung an. Der

älteste Teilnehmer ist 62, die Jüngste ist

17 Jahre alt. Einige Mädchen machen

eher den Eindruck, als ob sie eigentlich

nur nach dem Weg zur Disco fragen

wollten. Und doch fahren sie los, und

sie schaffen es über den Atlantik. Ohne

fremde Hilfe, das ist laut Reglement

untersagt. Sogar zwei Teilnehmer im

Rollstuhl gehen auf die Reise, und einer

wird der erste Epileptiker sein, der einen

Ozean rudernd überquert hat.

Die Kosten

Ein selbst gebautes Sperrholzboot (nur

der Rumpf) kostet ein paar Monate

Bauzeit und ca. 10.000 Euro. In Fremdfertigung

etwa das Doppelte, in GFK ab

50.000 Euro. Das Zubehör verschlingt


REVIER

41

der weg

war das ziel

Unvorstellbare 2.552 Seemeilen Rudern über den Atlantischen Ozean. 37 Männer und 15 Frauen

haben an diesem Gewaltakt teilgenommen. Für OCEAN7 war Michael Köhler bei der Zielankunft in

English Harbour auf der Karibikinsel Antigua.


42

„I’ll never say

i can’t, because

i can!“

01

03

02 04


evier

43

unvorstellbar. All das

hatte Platz in einem der

kleinen Ruderboote.

noch einmal über 10.000 Euro. Die

Gesamtkosten für Boot, Pflicht-Ausrüstung

(siehe Kasten), Spezialnahrung

(ca. 2.000 Euro/Person), Frachtkosten

für das Boot im Container hin und retour,

Hafentrailer, Anmeldegebühr beim

Veranstalter (ca. 20.000 Euro für ein

2er-Ruderboot) belaufen sich inklusive

der Flüge, Hotelkosten und Verpflegung

vor und nach dem Rennen, Iridium-Telefonkosten

auf See, des seefesten

Laptops … auf ca. 100.000 Euro – oft

deutlich darüber. Es werden nur gut gebaute

Boote mit perfekter Ausstattung

zugelassen. Infos unter: www.woodvale-challenge.com

Das Rennen

La Gomera, Kanarische Inseln, 2. Dezember

2007. Der Start. 23 Boote begeben

sich auf eine lange Reise, nur kurz

bleibt das Feld zusammen, dann ziehen

die Mannschaftsstärkeren davon. Der

Tross wird von zwei „Begleitbooten“

eskortiert. Bei einer Regatta über 2.552

Meilen, bei der die Teilnehmer mit 29

Tagen Abstand eintrudeln, relativiert

sich das ein wenig. Aber im Notfall

könnte ein Team innerhalb weniger Tagen

aufgesammelt werden. Auch eine

lange Zeit …Wenn man Hilfe annimmt,

sei es nur eine Schraube oder Trinkwasser,

wird man disqualifiziert. Gerudert

wird ununterbrochen – mit Ausnahme

der Einzelkämpfer. Sie schlafen in der

Nacht, rudern am Tag. Damit sie nicht

von einem Dampfer überfahren werden,

haben alle einen „Sea.me“-Radarverstärker

und ein AIS-Empfangsgerät an

Bord.

Der Alltag

Die meisten Crews machen alle zwei

Stunden einen Wachwechsel, auch bei

den 4ern wird im 2er-Team gerudert,

das bedeutet, dass jeder Ruderer immer

nur 2 Stunden Pause hat. Zum Schlafen,

zum Schreiben, Lesen, Telefonieren,

Kochen oder Wassermachen – wenn

der Motor des Watermakers seinen

Geist aufgibt und er von nun an per

Handhebel betätigt werden muss – oder

zum Pumpen und Reparieren. Nach der

Schicht sind viele so müde, dass sie nicht

in der Lage sind, ein warmes Essen zu

kochen. Die mitgenommenen Fertiggerichte

oder dehydrierten Menüs

müssen mit Wasser versetzt und dann

gewärmt werden, aber das dauert eine

halbe Stunde, die dann beim Schlafen

fehlt, und während des Ruderns kann

man weder kochen noch essen – ergo

Müsliriegel, Kekse, oder der Inhalt des

Sackerls wird einfach kalt ausgelöffelt.

umarmung. Nach 89 Tagen Bangen – eine

Mutter nimmt ihre Tochter in den Arm.

Dann ab ins Bett – es ist ja noch warm

vom Vorgänger. Wie dereinst auf den

Rahseglern vergangener Tage, die Freiwache

kriecht unter die Decke des ihn

Ablösenden. Nicht immer ein Vergnügen,

nach über zwei Monaten in salziger

Umgebung ohne Waschmaschine, ohne

Dusche.

Aber man ist so müde, dass man nichts

mehr denkt, nur noch ans Schlafen.

Die meisten haben für 100 Tage Essenspakete

eingepackt. Für jeden Tag eines,

bestehend aus Trockenmahlzeiten,

Müsliriegeln, Keksen, Traubenzucker,

Getränkepulver. Wenn bei Sonne der

Watermaker laufen konnte, gab es auch

genug Wasser, auch zum Waschen,

manchmal war es aber nur ein Becher

voll – das musste reichen. Einem 2er-

Team ist der Wassermacher kaputt ge-

Verpflichtend mitzuführende

Gegenstände

(mandatory items):

Rettungsinsel mit SOLAS-B-Ozean-Überlebenspaket

(Wasser, Essen …)

EPIRB montiert am Boot

EPIRB personal – eines pro Person

Fallschirm-Raketen (8 Stk.) und Fackeln (14 Stk.)

Grab Bag (überlebensnotwendige Sachen, die man

mit in die Insel nimmt)

Rettungsweste Automatik mit Lifeline

ARGOS-Ortungsboje (wird zur Verfügung gestellt)

Wasserdichter Überlebensanzug

SEA.ME – Radar Transponder

AIS-Radar / MMSI-Empfänger

Satelliten-Telefon

UKW – fix montiert

UKW – Handgerät wasserdicht

GPS – eingebaut

GPS – Handgerät

Wassermacher elektrisch eingebaut

Wassermacher handbetrieben extra

für die Rettungsinsel

Batterien mind. 2 x 85 Amph

Batterie-Monitor (Amp, V, Amph)

Solarpaneel mind. 100 Wp

Schalt- und Sicherungspaneel

Multimeter

Gaskocher mit Patronen

Essen und Wasser für 90 Tage

Feuerlöscher, Löschdecke, Erste-Hilfe-Kasten,

Medikamente, Tabletten gegen Seekrankheit

3 Bilgepumpen, 2 Ventilatoren, unzähliger Kleinkrimskrams,

den man auf größeren Booten auch hat, wie

3 x Pütz, Leinen, 3 Seeanker, 1 normaler Anker

mit Kette …

01 bejubelt. Ganze Schulklassen begrüßten die

Ruderer bei ihrer Ankunft in English Harbour.

02 beleuchtet. Mit Fackeln warteten Freunde

und Verwandte auf jeden einzelnen Teilnehmer.

03 befreit. Endlich am Ziel – nach mehr als

70 Tagen Einsamkeit und Entbehrung.

04 begeistert. Empfangskomitee auf der

Festung von English Harbour.


44

achterbahn. Die letzten zwei Wochen waren

Cathy und Margret mit gebrochenem Heckruder

unterwegs. Dennoch schafften sie es erfolgreich

bis ans Ziel.

navigation. Hightech-Geräte auf allerengstem

Raum.

logbuch. Die Kabinenwand diente als

nautisches Tagebuch.

„Come closer, I haven’T

washed for 2 1/2 months.“

gangen, zum manuellen Wassermachen

per Handpumpe waren sie zu erschöpft.

Vom Versorgungsboot haben sie 50 Liter

Wasser bekommen – versiegelt –,

wenn sie es bei der Ankunft in Antigua

noch unversehrt haben, werden sie nicht

disqualifiziert. Sie reduzierten ihren

Verbrauch auf 1 Liter pro Tag, um das

Wasser nicht zu verwenden. Völlig dehydriert,

aber mit 50 Liter Wasser sind

sie in Antigua angekommen.

Die Gesundheit

Außer Sonnenbrand und kleinen Blessuren

gab es keine wesentlichen Probleme,

außer dass sich Pete (Soloruderer)

unterwegs eine Blutvergiftung zugezogen

hat. Ihm wurde nach seinem Hilferuf

sechs Tage vor Antigua ein Päckchen

mit intravenös zu verabreichenden

Medikamenten übergeben – wenn er

es geöffnet hätte, wäre er disqualifiziert

worden. Er hat es original versiegelt der

Regattaleitung übergeben und wurde

Erster bei den Soloruderern.

Seekrankheit gab es oft – kein Wunder,

die Boote haben keinen Kiel, sind nur

ca. 7 m lang und 1,9 m breit, und selbst

eine nur einen Meter hohe Welle sieht

man von unten an.

Eine Ruderin hat mir erzählt, die ersten

2 Tage hat sie nicht gerudert, sondern

nur am Rücken liegend in der Kabine

verbracht und wollte sterben. Danach

ging es besser. Vor ihrer Ankunft in Antigua

hat sie dann prophylaktisch Mittel

gegen die Landkrankheit genommen.

Schlechtes Wetter war vor allem in der

Nacht unangenehm, wenn man die

hohen Wellen nicht sehen, sondern

nur hören konnte, zum Fürchten hohe,

brechende „Freakwaves“ und die immer

wiederkehrenden Regengüsse, denen

man voll ausgesetzt war. Aber je länger

die Fahrt dauerte, desto mehr Vertrauen

gewannen die Ruderer zu ihren Booten.

Eine Damencrew (2er) ist unterwegs in

hohen Seen 360° durchgekentert. Eine

Ruderin war draußen angeschnallt und

ruderte, die andere versuchte gerade zu

kochen. Sie konnte während des Umkippens

noch das Luk verriegeln, dann

waren sie schon beide im Wasser unter

dem Boot. Es richtete sich von selbst

wieder auf, keinerlei Schäden, ein paar

blaue Flecken. Ihr erster Anruf galt dem

Erbauer ihres Bootes, um sich für ihr

Leben zu bedanken. Eine halbe Stunde

später war das Essen fertig.

Die Schäden

In höheren Wellen, wenn das Boot

hochgehoben wird und dann mit kurzfristigen

Spitzengeschwindigkeiten von

über 15 Knoten die Welle hinuntersurft,

wirken sehr große Kräfte auf das

Ruder. Bei solchen Gelegenheiten ist an

mehreren Booten die Aufhängung des

Heckruders gebrochen. Das Boot ist

dann nur noch sehr schwer mit den Rudern

(eigentlich heißen sie ja Riemen)

steuerbar. Versuche, die Schäden auf

See zu reparieren, hielten meist nicht

lange. Ein Boot ist mit der 19. Reparaturversion

in Antigua eingelaufen. Mehrere

Watermaker gaben den Geist auf. Etliche

Riemen sind gebrochen, obwohl aus


evier

45

Carbon, aber jedes Boot hatte reichlich

Ersatz dabei. Teilweise Defekte in der

Elektronik, Kabel- und Kontaktfehler,

Antennen abgebrochen. Etliche Boote

wurden undicht – schlecht epoxierte

Verbindungen der einzelnen Platten.

Der Rekord für eine Soloüberquerung

liegt bei 42 Tagen, zu zweit bei 40 Tagen.

Um einen Rekord zu erzielen, muss

man wie in jeder Disziplin nicht nur viel

Geld auf den Tisch legen, sondern auch

überaus fit sein und viel riskieren – Gewicht

sparen und evt. auf den Ballast

verzichten, der das Boot bei Kenterung

wieder aufrichtet. Die meisten, die nicht

dem Rekord hinterherjagen, brauchen

ca. 60–70 Tage. Wenn man das Boot

nur treiben lassen würde, wär’s noch ein

bisserl länger. Und vor allem – die Richtung!

Es stimmt schon, die Strömung

geht von den Kanaren zu den Westindischen

Inseln, aber der Ruderer muss

ja in Antigua ankommen. So mancher

wurde schon in Guadeloupe angespült.

Wenn man nicht rechtzeitig den Kurs

vorhält, dann schafft man es nicht mehr,

den Fehler zu korrigieren.

Sehnsüchte während der Fahrt? Täglich

wechselnd – Früchte, frisches Gemüse,

Eis, kühles Bier, Freunde, Partner/in.

Omnipräsent war der Wunsch nach

einem Bad, frischer Wäsche, dem duftenden,

kuscheligen Jogginganzug, ganz

ausgestreckt in einem Bett zu liegen und

zu schlafen – ohne Schaukeln.

Alle Ruderer mussten nach der Ankunft

gestützt werden, keiner konnte

richtig gehen. Die meisten haben

zwischen 10 und 15 kg an Gewicht

verloren. Tagelang Schmerzen in den

Waden – und die Finger ließen sich

auch nach einer Woche noch nicht abbiegen.

Warum tut man sich so etwas

an? Auffallend viele Ruderer stehen

in der Mitte ihres Lebens. Auf meine

Frage nach dem Warum habe ich

immer nur die Antwort erhalten: „Für

mich selbst.“ Noch einmal? „Nein,

nie mehr“ – keiner will sich das noch

einmal antun. Der erste Wunsch nach

der erfolgreichen Überquerung? Duschen,

ein bisschen knuddeln mit der

Freundin, vielleicht noch ein bisschen

mehr knuddeln …


46

SlaM – Kohlefaser

jetzt auch bei

Funktionsbekleidung

Dubarrys

Fastnet-Stiefel

Der Fastnet hat ein atmungsaktives und

vom Stiefel selbst isoliertes Innenfutter

aus GORE-TEX®, welches die Feuchtigkeit

vom Fuß nach außen transportiert.

Ein trockenes Klima im Stiefel ist die Voraussetzung

für Wärme und Tragekomfort

bei allen Wetterbedingungen. Der

Fastnet ist aus Dry Fast – Dry Soft-Leder

hergestellt. Ein schnell trocknendes

Leder, das auch nach häufigem Tragen

in Nässe immer noch geschmeidig

bleibt. Zusätzlich wurden Cordura-Verstärkungen

hinzugefügt, um den Stiefel

noch stabiler und optisch attraktiver

zu gestalten. Erhältlich in den Größen

40-48, UVP 299 EURO.

www.dubarry.com

SLAM, die italienische Kultmarke für funktionale

und modische Sailwear, präsentiert in ihrer

technischen Kollektion zur Saison 2008 Polohemden

und T-Shirts aus dem revolutionären

Resistex®Carbon-Material. Resistex®Carbon

ist ein technisches PA-Piquet-Gewebe.

Umfangreiche Tests haben gezeigt, dass Bekleidung

aus Resistex®Carbon einen positiven Einfluss

auf die Muskelleistung haben kann, insbesondere

bei sportlichen Disziplinen, die hohen

körperlichen Einsatz über längere Zeit oder bei

höheren Temperaturen erfordern.

Der Stoff hat insbesondere starken Einfluss auf

die Haut- und auf die Muskeltemperatur. Das atmungsaktive

Kohlefaser-Gewebe leitet Schweiß

und Körperwärme besser als beispielsweise Polyestermaterial.

Die bessere Regelung der Hautund

Körpertemperatur verbessert die Muskelwirkung,

reduziert die Muskelermüdung und senkt

Atem- und Herzfrequenz bei hoher körperlicher

Anstrengung.

Von SLAM gibt es in Resistex®Carbon:

Herren-Polo „Freedom” in den Größen S bis XXL,

in den Farben Blau und Grau, UVP 89,90 Euro

T-Shirt „Enterprise” in den Größen S bis 3XL, in

den Farben Blau und Grau, UVP 79,90 Euro

Damen-Polo „Wally” in den Größen XS bis XL, in

den Farben Blau und Grau, UVP 84,80 Euro

www.atterboot.at

www.slam.com

Sebago-Onlineshop

24 Stunden, 7 Tage: Sebago-Bootsschuhe sind jetzt online

in einem speziellen Sebago-Shop erhältlich. Über 100

Modelle stehen zur Auswahl, viele von ihnen bis Größe

15 (deutsche Größe 50). Neben Schuhen im klassischen

„American Style” gibt es vor allem Bootsschuhe aus dem

Bereich maritimer Freizeitschuh, wie den legendären

Docksides. Auch die neuen Kinderschuhe von Sebago

sind hier erhältlich.

www.sebago-shop.de

Markenvereinigung

Ab sofort werden in Europa die Produkte der Marke

Navman unter dem Namen der Northstar Explorer

Serie weiter vertrieben. Diese Veränderung wird

die neue Produktserie ergänzen und Bootseignern

ein umfangreicheres Sortiment an Northstar-Lösungen

ermöglichen. Beide Marken sind bekannt

für Bedienfreundlichkeit und Innovation.

www.navico.com


NORTHSTaR VHF

marine Radio

Die neue NORTHSTAR NS 100 DSC

UKW See- und Binnenfunkanlage ist

als Einzel- oder Dualstation erhältlich.

Die Bedienung ist einfach und stressfrei.

Der hervorragende Empfang und

die Ton- und Sprachqualität zeichnen

auch diese NORTHSTAR-Funkanlage

aus. Ist das NS 100 an ein GPS angeschlossen,

werden die Zeit, die

genaue Position und die Schiffs-ID

eines in Not befindlichen Schiffes

übertragen, wenn die DISTRESS-Taste

gedrückt wird.

www.navico.com

Profi-

Sonargerät

Der amerikanische Echolot-

Hersteller HUMMINBIRD hat

eine Serie einzigartiger Sonargeräte

auf den Markt gebracht,

die völlig neue Einblicke in die

Unterwasserwelt ermöglichen.

Sie bringen scharfe, fotoartige

Bilder von Strukturen des Bodens,

Fischschwärmen oder versunkenen

Wracks. Statt farbig-zackiger

Fieberkurven, die interpretiert

werden müssen, können

nun räumliche Bilder betrachtet

werden, die sich in Echtzeit

aufbauen.

www.allroundmarin.at

lewmar

Fliegengitter

Lewmar präsentiert ein Fliegengitter, das

eine rasche und sehr leichte Installation

ermöglicht. Es hat den großen Vorteil, auch

bei geschlossenen Luken an Ort und Stelle

bleiben zu können. Erhältlich ist es für alle

gängigen Größen der Lewmar-Standardund

Atlantic-Portlight-Serien.

www.allroundmarin.at

www.lewmar.com

news service

47

ChronoSwiss Timemaster

Das wird die Härteprobe für die Uhr aus dem Hause

ChronoSwiss: Die Timemaster geht am Handgelenk von

Norbert Sedlacek am 9. November 2008 an den Start zur

Vendée Globe. Der Extremsegler wird während des Rennens

ein „Uhrentagebuch” schreiben. „Egal wie hart es zugeht,

der Timemaster ist immer dabei. Von der Segelreparatur bis

zum Ölwechsel”, sagt Sedlacek.

www.nauticsport.com


48 TexT Bernhard SchloSSer und yvonne kieneSBerger foTos ecker yachting, thomaS doBernigg, Bernhard SchloSSer

oCEan7

erste hilfe

an Bord

wichTig. vor jedem törn (wie hier

vor dem eckercup) sollte ein emergency-Briefing

durchgeführt werden.

ErstE HilfE an Bord

wüssten sie, wie’s geht?

Oberstes Gebot. eine hand für das Schiff – und eine für sich selbst! Schnell kann es an Bord zu kleineren

bis großen unfällen kommen. oft ist schon das verhalten der ersthelfer ausschlaggebend für einen guten

ausgang der geschichte, wie dr. Bernhard Schlosser, notfall-, Sport- und regattaarzt, berichtet.

skipperpflicht

Es gibt keine Ausreden. Schon alleine,

um die Crewmitglieder nach ihrer

individuellen Belastbarkeit und ihren

Fähigkeiten aufteilen und in den Bordalltag

integrieren zu können, muss der

Skipper einiges über sie wissen. So sollte

(am besten in Einzelgesprächen, um

Hemmungen zu nehmen) noch vor

dem Törn unbedingt abgeklärt werden,

ob das Mannschaftsmitglied schwimmen

kann, welche Krankheiten eventunach

einem Unfall:

1. BERGUNG: bei der Bergung nicht panisch und „kopflos”

vorgehen, Folgeunfälle unbedingt vermeiden!

2. LAGERUNG: den Patienten in eine stabile lage bringen,

dabei auch auf ihn hören; er weiß meist selbst,

was ihm gut tut.

3. HILFERUF: alle erforderlichen angaben machen.

J

eder Einzelne ist zunächst einmal

für sich selbst verantwortlich.

Eine gründliche Törnvorbereitung,

vor allem was die eigene

Sicherheit und Gesundheit betrifft, ist

daher Pflicht. So kann man schon zu

Hause beginnen, den Körper mit Vitamin

A auf die starke Sonneneinstrahlung

auf einem Boot vorzubereiten. Medikamente

und Sicherheitsausrüstung zum

eigenen Gebrauch dürfen nicht vergessen

werden. Ganz wichtig ist es, den

eigenen, verträglichen Sonnenschutz

einzupacken und sich mit Medikamenten

zu versorgen, die man persönlich

auf dem Schiff benötigen wird. Mittel

gegen Seekrankheit (vom Hausmittel

bis zur Tablette), die man noch nie verwendet

hat, kann man durchaus auch

schon zu Hause auf ihre Verträglichkeit

testen. Nichts Schlimmeres als krank zu

werden – und dann keine oder nicht die

richtige Versorgung an Bord zu haben!


service

49

ell vorhanden sind (Diabetiker? Frische

Operationen? Schwaches Herz? Epilepsie?)

und welche Medikamente deshalb

im Notfall eingenommen werden müssen.

Außerdem ist es hilfreich, zu wissen,

welche Eignungen das Crewmitglied in

Bezug auf Erste-Hilfe-Leistungen mitbringt

(Beruf? Erfahrung?).

Sicherheitseinweisung

Auf dem Schiff angekommen, obliegt es

auch wieder dem Skipper, eine Sicherheitseinweisung

durchzuführen. Jedes

Crewmitglied muss wissen, wo sich die

Medikamente befinden, wie und wann

eine Rettungsweste mit Lifebelt anzulegen

ist, wo sich die übrigen Rettungsmittel

befinden und wie sie zu bedienen

sind (Rettungsinsel, Funkgerät, MOB-

stabil. Wichtig ist zunächst die stabile Lagerung

des Patienten – am Schiff oft nicht einfach!

Taste, Rettungsring, EPIRB …). Hilfreich

kann ein schriftlicher Ablaufplan

im Falle eines Seenotfalls sein, sowie

weitere Erste-Hilfe-Informationen, die

allen zugänglich, z.B. beim Navigationstisch,

aufliegen. Aus versicherungstechnischen

Gründen sollte sich der Skipper

die Durchführung des Emergency-Briefings

schriftlich bestätigen lassen.

Unterlassene Hilfeleistung

Wem geht es nicht so? Der Erste-Hilfe-

Kurs wurde mit 18 Jahren, im Zuge des

Pkw-Führerscheins, besucht, seit diesem

Zeitpunkt sind Jahre, wenn nicht

Jahrzehnte vergangen. Nicht nur, dass

sich in der Zwischenzeit viele Dinge in

der Notfallmedizin verändert haben,

wir haben auch einiges wieder vergessen

und verlernt. Der Satz „Mir passiert

schon nichts!“ hat dazu sicher auch beigetragen.

Erst im Ernstfall werden diese

Mängel erkennbar – aber dann ist es zu

spät! Jeder, vor allem aber ein Skipper,

sollte sich daher vor einem Törn darüber

bewusst werden, wie in einem Notfall

vorzugehen ist, und eventuell auch

noch einmal einen Erste-Hilfe-Kurs

besuchen. Wir beschäftigen uns alle

mit Navigation, Wetter, Motorkunde,

da können oder MÜSSEN wir auch

das Geld und die Zeit für ein entsprechendes

Notfallseminar finden!

Vieles muss in den ersten Minuten nach

einem Unfall getan werden und ist sogar

entscheidend für einen guten Ausgang.

Wer Hilfeleistung unterlässt (auch

oder vor allem weil er sich nicht sicher

ist, sich nicht „traut“), der kann nur zu

einer Verschlimmerung der Situation

beitragen.

Hilferuf

Jedes Crewmitglied sollte wissen, wie

das Funkgerät zu bedienen ist und an

wen es sich im Notfall wenden muss

(Kanal 16, Notfalltelefonnummern …);

Dazu ist es hilfreich, schon vor dem

Törn die für das Fahrtgebiet wichtigen

Telefonnummern zu notieren (Achtung,

sind die Nummern auch aktuell?). Das

Verwenden eines Funkprotokolls kann

die Koordinierung der medizinischen

Hilfe auf See via Funk optimieren.

Verbrennungen

Eine der am häufigsten vorkommenden

Verletzungsarten an Bord eines Schiffes

ist die Verbrennung. Es gibt zwar verschiedene

Formen (Sonnenbrand, Feuer,

Quallen), die Behandlung ist aber

grundsätzlich dieselbe! Es gilt: „Kühlung

von außen“ durch Eis, essigsaure

Tonerde, Cortisongels oder -sprays, um

eine Blasenbildung zu verhindern, und

„Kühlung von innen“ durch kühlende

Getränke, Antiallergika (im Falle eines

Bisses, einer Quallenverletzung). Verbrennungen

sollte man auf keinen Fall

auf die leichte Schulter nehmen. Je nach

Eindringtiefe und Ausdehnung kann es

sich schnell um eine schwere Verletzung

glück gehabt. Nicht immer ist sofort

ein Arzt zur Stelle!

Folgende Fehler

vermeiden:

Schlimmster Fehler: Nichts tun!

„Stabile” Seitenlage bedeutet nicht, dass der Patient

auch „stabil” ist; weiterhin Atmung kontrollieren!

Bei einer Wiederbelebung ist die Herzdruckmassage

am allerwichtigsten (100 Druckmassagen in der Minute)

und sollte NICHT unterbrochen werden; Beatmung

(2-3x/min) und vor allem Pulskontrolle ist der Herzdruckmassage

in der Dringlichkeit eindeutig nachgeordnet!

Unterkühlte nur langsam erwärmen.

Am Funk Ruhe bewahren, ALLE wichtigen Angaben machen.

Panik vermeiden; es gibt nur einen „Einsatzleiter” vor

Ort – ohne Diskussionen!

Schockbehandlung:

ERKENNEN: Kaltschweiß, schwacher und schneller Puls,

Unruhe, Frösteln.

MASSNAHMEN: Beruhigend auf den Patienten einreden/einwirken,

Wärme, Beine hochlagern.


50

ocean7 experte. Dr. Bernhard Schlosser war

schon bei vielen Fahrtenregatten als

begleitender Arzt im Einsatz.

handeln. Es gilt wie bei allen Verletzungen:

Ein Schockzustand ist unbedingt

zu verhindern!

Unterkühlung

Nicht oft genug kann man als Skipper

dem Crew-Mitglied klarmachen: Wer

ins Wasser fällt, hat nur eine sehr geringe

Chance zu überleben, vor allem

durch die rasche Abkühlung, die der

Körper dabei erfährt. Unterkühlte Personen

sollten nur sehr langsam wieder

erwärmt werden, so sollte man ihnen

am Beginn der Behandlung auch nur

lauwarmes Wasser in kleinen Schlucken

zu trinken geben.

Seekrankheit

Jeder kann seekrank werden, ganz egal,

ob alt, jung, Mann oder Frau. Schon vor

längeren Schlägen in bewegterem Wasser

kann man Vorsorge treffen: Wenig

bis gar kein Alkohol, dafür sehr viel

Wasser und ausreichend Schlaf sorgen

für einen ausgeglicheneren Körperzustand

und lassen das Crew-Mitglied weniger

anfällig werden. Dazu kann durchaus

auch schon der Skipper beitragen.

Alkoholverbote vor stürmischem Wetter

und ein ausgeklügeltes Schlaf- und

Wachsystem, das schon zu Beginn eines

Törns eingesetzt und konsequent umgesetzt

wird, sorgen vielleicht zunächst

für Verwunderung oder gar Unmut

innerhalb der Crew. Spätestens beim

ersten Fall von Übelkeit wird man dem

Quellen:

OCEAN7 Experte Dr. Bernhard Schlosser, u.a. zuständig für

die ärztliche Betreuung beim Eckercup;

Ing. Otto Waczek, Handbuch für Segler und Motorbootfahrer,

Anhang Bordmedizin; derzeit 2. Auflage des Skriptums im

Handel, an der dritten wird gearbeitet;

Sammlung von nützlichen Checklisten für den Bordgebrauch,

z.B. auf: www.sailor.at/downloads

Skipper aber für seine Umsicht dankbar

sein. Für die übrigen Crewmitglieder

und vor allem den Skipper gilt bei

Auftreten von Seekrankheit bei einem

Mannschaftsmitglied: Beobachtung

des Kranken! Er kann je nach Stärke

der Krankheit unberechenbar werden,

seine Erlösung im schlimmsten Fall im

„kühlen Nass“ suchen und womöglich

freiwillig über Bord gehen! Unabdingbar

(wie bei jedem Notfall) ist außerdem

die sofortige Änderung des Wachplanes,

um das kranke Crewmitglied zu ersetzen,

am besten ohne die anderen zu sehr

zusätzlich zu belasten.

Erste-Hilfe-Basiswissen

Zum Basiswissen eines jeden Ersthelfers

gehört die Versorgung von Wunden

(Blutstillung, Verbände …) sowie das

Verhalten im Fall von Bewusstlosigkeit,

Atem- oder Herzstillstand. Hier muss

noch einmal darauf verwiesen werden:

Nur die Übung in der Praxis, z.B.

in Notfallseminaren, kann die nötige

Routine und das Wissen für den Notfall

bringen.

Nur zu lesen, wie eine Herzdruckmassage

durchzuführen ist, wird nicht ausreichen.

Stellen Sie sich daher die Frage,

wie lange der Besuch Ihres Erste-Hilfe-

Kurses zurückliegt und ob Sie wirklich

noch in der Lage wären, im Notfall zu

helfen!

Schock

Ganz egal, um welche Art von Verletzung

es sich handelt, sie kann zu einem

Schockzustand führen, der in jedem

Fall zu vermeiden ist! Der Patient soll

durch Zuspruch beruhigt werden. Dazu

ist es günstig, ein Crewmitglied abzustellen,

das sich nur um den Verletzten

kümmert, mit ihm spricht, für ihn da ist

und ihn nicht alleine lässt. Der Verletzte

sollte flach und stabil gelagert werden.

Warme Decken und Getränke verhindern

Kältegefühl und Zittern.

Bei Langfahrt

Vor einem längeren Törn gilt es, zusätzlich

Sicherheitsvorkehrungen zu

treffen. Wichtig und unabdingbar sind

dabei die Vorsorgeuntersuchung beim

Arzt und ein ausführlicher und rechtzeitiger

Röntgencheck beim Zahnarzt,

um auch noch eventuell anfallende Behandlungen

zu ermöglichen. Außerdem

sollte man sich über das Auftreten von

chronischen Krankheiten in der Familie

klarwerden – und entsprechende

Vorkehrungen treffen, indem man sich

z.B. mit den richtigen Medikamenten

versorgt.

Das Ziehen aller Zähne oder das Entfernen

eines gesunden Blinddarms, wie

es oft, vor allem in älterer Segelliteratur,

empfohlen wird, ist vor einer Langfahrt

nicht nötig!


TexT hubert schieber foTo gindlfoto

OCEAN7

smutje

De luxe

people

51

ALLES AN BORD

Der aktuelle

Katalog...

sTernekoch.

hubert schieber

ist Küchenchef im

salzburger „carpe

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Das könnt ihr, wenn kein

Markt in der Nähe ist, natürlich

auch in einem Supermarkt

versuchen.

Wichtig: Versucht die Mengen richtig

zu berechnen. Da man bei einem Urlaubstörn

ohnehin nach spätestens zwei

oder drei Tagen wieder an Land geht,

sollten die Vorräte nicht zu viel sein.

Natürlich muss man für einen Langstreckentörn

oder eine Atlantik-Überquerung

anders planen. Hier solltet ihr

peinlichst genau nach Plan vorgehen

und dabei den Stauraum an Bord berücksichtigen.

Doch zu diesem Thema

ein anderes Mal ausführlicher.

Ablaufdatum beachten

Falls noch Lebensmittel an Bord sind

und ihr diese verwenden wollt, kontrolliert

das Ablaufdatum und macht einen

Geruchs- und Geschmackstest.

Trockenprodukte wie Nudeln, Reis,

Polenta, Mehl, Zucker, Couscous usw.

wie schon in meiner letzten Kolumne

erwähnt in gut verschließbare Kunststoffbehälter

umfüllen.

Couscous ist übrigens eine hervorragende

Alternative zu Reis oder Nudeln.

So wird es zubereitet: Couscous

in eine Schüssel geben, farbige, kleinwürfelig

geschnittene Paprika dazu, mit

Salz, Pfeffer, eventuell Kräutern würzen.

Dann einfach heißes, abgekochtes Wasser

darübergießen, quellen lassen und

durchmischen. Vor dem Servieren noch

Olivenöl darüberträufeln. Fertig.

Feuchte Küchenrolle

Bei Gewürzen sind gefriergetrocknete

Kräuter eine gute Alternative

zu frischen. Auf keinen Fall zu große

Gebinde einkaufen (max. 20 g). Wenn

ihr mit frischen Kräutern kochen

wollt, dann solltet ihr sie möglichst am

Stock kaufen. Das ist auch gleichzeitig

eine schöne Dekoration. Wenn es sie

nur bundweise gibt, dann sollten die

Kräuter sofort am Schiff in befeuchtete

Küchenrolle eingewickelt und in

ein verschließbares Kunststoffgefäß

gegeben werden. So sind die Kräuter

einige Tage haltbar.

Wahrscheinlich habt ihr auch schon

bemerkt, dass Salz die Feuchtigkeit

extrem anzieht. Gebt deshalb einige

trockene Reiskörner in den Salzstreuer

und Salz rieselt wieder.

Frisches Wurzelgemüse wie Karotten,

Sellerie, Lauch, Petersilienwurzel hält

in leicht befeuchteter Küchenrolle gekühlt

sicher einige Tage.

Noch ein kleiner Tipp zum Abschluss:

Wenn noch älteres, aber noch nicht

steinhartes Brot vorhanden ist, wird es

in dünne Scheiben geschnitten und im

Backrohr bei 150° getrocknet. Diese

Brotchips sind, mit Olivenöl beträufelt,

eine vorzügliche Einlage z.B. in

einer Gemüsecremesuppe.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen

kulinarisch gelungenen nächsten Törn,

euer „Smutje de luxe“ Hubert.

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52 TexT und foTo michael köhler

StromverSorgung

an bord teil 4

Autonom bleiben. Das ist der Wunsch der meisten Segler, insbesondere auf langfahrt. aber wie regle

ich den energiehaushalt an Bord, wenn ich wochen- oder monatelang abseits von marinas lebe?

OceaN7-autor michael köhler gibt in dieser Serie die antworten aus der Praxis für die Praxis.

der autor dieser serie,

Mag. michael köhler aus

kärnten, lebt in der Karibik

auf seinem bestens

ausgerüsteten katamaran.

er nimmt auch zahlende

gäste mit: www.twofast.at

Brennstoffzelle:

Eine tolle Sache, wohl noch ein wenig

Zukunftsmusik, auf den ersten

Blick teuer und der „Treibstoff“ nicht

überall verfügbar. Aber mit steigenden

Stückzahlen könnte sich das ändern.

Die Grundidee ist genial, Wasserstoff

und Sauerstoff reagieren miteinander,

es entsteht elektrischer Strom und als

Abgas nur Wasserdampf! Die mobilen,

auf Yachten einsetzbaren Brennstoffzellen

verwenden als Energieträger

jedoch nicht Wasserstoff, sondern

Methanol. Der Wirkungsgrad wird

dadurch zwar schlechter, ist aber noch

immer besser als beim Dieselmotor.

Zudem arbeiten Brennstoffzellen sehr

leise, können die ganze Nacht durchlaufen,

schalten sich bei niedriger Batteriespannung

automatisch ein und

bei voller Batterie wieder aus. Genau

das was der Segler braucht! Der Nachteil,

sie sind teuer, liefern als Nennleistung

je nach Modell nur wenige Watt

und der „Treibstoff“ ist mit ca. 6 € /L

auch nicht gerade billig. Preisbeispiel:

Nennleistung 50 W, maximaler Ertrag

ca. 100 Amph pro Tag – dabei verbraucht

sie ca. 1,5 L Methanol um ca.

9 Euro – diese Brennstoffzelle kostet

komplett ca. 5000,-- Euro. Um 100

Amph zu erzeugen, läuft ein Motor


service

53

Unabhängig. Um solche Ankerplätze in entlegenen

Atollen nutzen zu können, muss man in der Energieversorgung

möglichst autonom sein.

mit entsprechender

LM oder ein Generator

1 Stunde und

verbraucht dabei ca.2

Liter um ca.2 Euro.

Ein deutlicher Unterschied.

Aber auch im

Komfort, die Brennstoffzelle

läuft nahezu

geräuschlos. Sie ist

klein wie ein Schuhkarton

wiegt nur ein

paar Kilo. Oft begeht

man den Fehler, als

Kosten nur den Treibstoffverbrauch

zu sehen.

Die Energieerzeugung

mit Verbrennungsmotoren hat

leider immense Nebenkosten. Die

echten variablen Kosten (Kosten pro

Stunde Laufzeit) erhält man, wenn

man alle Nebenkosten bei einem Generator

(Filter, Keilriemen, Impeller,

Mechaniker für Service, Dichtungen,

Öl, …. und Treibstoff während eines

Jahres addiert und durch die gelaufenen

Stunden dividiert. Den Kaufpreis

und die Lebensdauer lassen wir der

Einfachheit halber weg. Für Boote, die

nur wenige Wochen im Jahr genützt

werden oder bei denen es sehr auf das

Gewicht ankommt, ist sie schon heute

eine ernst zu nehmende Alternative.

Vor allem bei geringer Nutzung erkennen

wir, dass eine KWh aus dem

Generator ungefähr gleich teuer ist

wie aus der Brennstoffzelle. Als Unterschied

verbleibt die Leistungscharakteristik.

Der Generator kann pro

Tag wesentlich mehr Energie erzeugen

und einen Spitzenbedarf abdecken,

die Brennstoffzelle lediglich ihre

(schwache) Nennleistung, dafür aber

über 24 Stunden und das geräuschlos.

„die Auswahl der einzelnen

Ladungsträger

hängt sehr vom

Boot, dem individuellen

verbrauch und

vom revier ab“

Michael köhler

Der Sterlingmotor:

Basierend auf dem von Sir Robert Sterling

1816 erfundenen Motor entstand

der „WhisperGen“ ein sehr unkonventionelles

Ladekonzept. Das Funktionsprinzip

– stark vereinfacht: Die

Außenseite der Zylinderköpfe wird von

einem kesselähnlichen Brenner mit

Gas oder Diesel auf über 700°C erhitzt.

Der in den Zylindern eingeschlossene

Stickstoff wird abwechselnd im Kopf

erhitzt (dehnt sich dabei aus) und am

gekühlten Motorblock verdichtet.

Durch diese Bewegung der Kolben

wird eine Lichtmaschine angetrieben,

die 750 Watt (ca. 50 Amp.) liefert. Das

ist bei einem Verbrauch von nur 0,7

Litern pro Stunde zwar nur ein Wirkungsgrad

von 10% aber im direkten

Kostenvergleich mit einem Verbrennungsmotor

durchaus passabel, weil

ein Dieselmotor eben mehr braucht als

nur Treibstoff. Ein durchschnittlicher

Segelbootmotor verbraucht ungefähr

gleich viel - wenn er nur zum Batterieladen

verwendet wird - und lädt oft

weniger als 50 Ampere! Wirklich interessant

wird es aber erst, wenn Sie für

die abgegebene Wärme auch eine Verwendung

haben. Wenn Sie ihr Boot oft

in der kalten Jahreszeit nutzen, können

Sie ihr schwimmendes Heim mit 6KW

Wärmeleistung mühelos warm halten

und haben auch noch gratis warmes

Wasser. Diese Art von Generator ist für

längere Betriebszeiten ausgelegt, nicht

für Leistungsspitzen. In Verbindung

mit einem guten Servicenetz ist der

WhisperGen sicher eine interessante

und ernst zu nehmende Alternative.

Liebe OCEAN7-Leser, weitere ausführliche Informationen

über Energie-Erzeuger und die

Fortsetzung dieser Serie von Michael Köhler

finden Sie unter www.OCEAN7.at


54 TexT & FoTos Helmut knipp

erlebnis. Auf Überstellungstörns

kann man vom Spinnakersegeln

bis hin zum Abwettern von

Stürmen so einiges erleben.


service

55

wenn einer

eine überstellung tut …

… dann kann er was erzählen. Diese Abwandlung eines Sprichworts ist mir beim Blättern

in Logbüchern von Katamaran-Überstellungen in den vergangenen Jahren in den Sinn gekommen.

März 2002, ich bin

Crewmitglied auf einem

41-Fuß-Katamaran mit

Rollgroß: In der dritten

Nacht auf See – wir sind unter Segel in

der Biskaya unterwegs und nähern uns

La Coruna – fällt die Buglaterne aus.

Querab schaukelt ein Fischkutter ohne

Fahrt in den Wellen, es werden gerade

die Netze eingeholt. Plötzlich nimmt

der Kutter Fahrt auf und steuert auf das

Heck des Katamarans zu. Wir versuchen

durch Anluven auszuweichen, doch der

Fischkutter beschleunigt derart, dass sich

die Kollision nicht vermeiden lässt. Im

letzten Moment ändert der Kutter seine

Fahrt und seinen Kurs, sodass er uns nur

streift und uns ein Leck im Heckbereich

des Steuerbordrumpfs zufügt.

Zum Glück ist das Leck über der Wasserlinie,

infolge der Wellen steigt jedoch

das Wasser in der Motorbilge.

Das Einschalten der elektrischen Bilgepumpe

bringt keine Besserung, akustisch

scheint die Pumpe im Leerlauf

zu laufen. Im Schiffshandbuch wird in

der Aufregung nur der französischsprachige

Teil gefunden, zum Glück verfügt

jedoch ein Crewmitglied über Französischkenntnisse

aus der Schulzeit. Im

Schema der Bilgepumpen ist ein Zweiwegehahn

eingezeichnet, der nach einigem

Suchen in der steuerbordseitigen

Hecktoilette gefunden und umgelegt

wird. Die Bilgepumpe saugt jetzt statt

aus dem Kielsumpf aus der Motorbilge

an und der Wasserpegel beginnt langsam

zu sinken.

Ein Schiff des MRSC La Coruna, das zu

unserer Rettung ausgelaufen ist, eskortiert

uns in den Hafen. Das Leck wird

in La Coruna provisorisch mit Kunststoffplatten,

Glasfasermatten und Harz

repariert, knapp 18 Stunden nach der

Kollision können wir wieder auslaufen.

Im Laufe der ersten Woche wird bemerkt,

dass die Ausholleine des Großsegels

starke Abnützungsspuren aufweist;

daraufhin wird sie gekürzt. Nach zwei

Wochen auf See ist sie erneut derart

beschädigt, dass sie zum zweiten Mal

01

gekürzt werden muss. Da die Überlänge

der Leine fast aufgebraucht ist,

wird der Grund der abnormalen Abnützung

gesucht. Als Ursache wird

nockseitig im Großbaum eine zu lange

Befestigungsschraube gefunden, an

deren scharfkantigem Ende der Ausholer

scheuert. Wir haben für solche

Fälle meinen privaten Werkzeugsatz

an Bord. Die Schraube wird so weit

herausgeschraubt, bis ihr Ende knapp

unter dem Kunststoffring der selbstsichernden

Kontermutter liegt. Die

Ausholleine zeigt bis zur Ankunft in

Kroatien keine zusätzlichen Abnützungsspuren.

02

01 Brenzlig. Das gelockerte Vorstag.

02 wichtig. Überprüfung des Riggs und Reparaturarbeiten

in La Coruna.

Begriffserklärungen

Überstellung: Segelkatamarane ab einer gewissen Größe

sind so breit, dass sie nicht auf dem Landweg zu weit

entfernten Häfen transportiert werden können. Sie werden

daher üblicherweise in einem Hafen in der Nähe des Produktionsorts

ins Wasser gesetzt und auf dem Seeweg zum

Bestimmungshafen überstellt.

MRSC: Maritim rescue subcentre = untergeordnete

Rettungsleitstelle für Seenotfälle.


56

01

01 urlaubsstimmung. Trotz der vielen Pannen

gab es auf den Überstellungstörns auch ruhige

Momente.

02 + 03

kollision. Das Leck nach der „Begegnung” mit

dem Fischkutter.

Februar 2006

Ich bin Crewmitglied auf einem 41-

Fuß-Katamaran mit Rollgroß: Nachdem

wir eine Woche unterwegs sind, zeigen

die Motorstundenzähler 50 Stunden an,

laut Wartungsvorschrift des Motorenherstellers

wäre jetzt das Garantieservice

mit Ölwechsel fällig. Dieses muss – um

nicht die Herstellergarantie zu verlieren

– von einer autorisierten Werkstätte

durchgeführt werden. Es ist Faschingssonntag

und die nette Angestellte der

Marina in Barbate erklärt uns, dass vor

Aschermittwoch nicht mit einem Mechaniker

zu rechnen ist.

Am Mittwoch – wir sind in Motril –

kommt ein Mechaniker und blickt in

einen der beiden Motorräume, um uns

tipp: Am besten schon zu

hause die telefonnummern

von werkstätten, die man

evtL. brauchen könnte,

nachprüfen!

bedauernd mitzuteilen, er müsse die Filter

in Madrid bestellen, was mindestens

zwei Tage dauert. Über Telefon wird ein

Mechaniker in Almeria kontaktiert, dieser

hat die passenden Filter lagernd und

verhilft uns am Donnerstag bei knapp

über 100 Motorstunden zum längst fälligen

Service.

Der Skipper inspiziert beim Hafenaufenthalt

auf der Suche nach zusätzlichem

Stauraum die Heckpartien. Dabei entdeckt

er, dass der Hydraulikzylinder des

Autopiloten undicht ist. Ab nun wird regelmäßig

der Flüssigkeitsstand im Vorratsbehälter

der Hydraulik kontrolliert.

02

Jänner 2007

Ich bin Skipper auf einem 44-Fuß-Katamaran

mit Lattengroß: Am Abend des

zweiten Tages fällt die Buglaterne aus.

Aufgrund der Erfahrungen aus dem Jahr

2002 ist der Tausch der defekten Lampe

im Handumdrehen erledigt. Die Ersatzlampe

– von einem renommierten Hersteller

– fällt im Verlauf der Reise erneut

aus. Das als Ersatz eingebaute, in La

Coruna erstandene Noname-Produkt

funktioniert bis Kroatien.

In der zweiten Nacht – wir sind unter

Segel in der Biskaya unterwegs – löst

sich der Wantenspanner des leeseitigen

Unterwants komplett. Das Want wird

vorerst mit einer Hilfsleine gesichert

und danach der Wantenspanner mit der

an Bord befindlichen Wasserpumpenzange

zusammengeschraubt. Die Werft

verwendete bei diesem Katamaran eine

03

geschlossene Ausführung des Wantenspanners,

die zwar formschön, jedoch

statt mit einem Splint mit einer Kontermutter

gesichert ist.

Am dritten Tag löst sich – glücklicherweise

bei gesetztem Großsegel – der

Schäkel, mit dem die Dirk am Großbaum

angeschäkelt ist. Beim Anbringen

einer Ersatzleine wird entdeckt, dass sich

am Baumende die Achse der Umlenkrollen

für die Reffleinen etwas seitlich

verschoben hat und eine Umlenkrolle

bereits verloren gegangen ist. Diese

Achse ist durch keinerlei Maßnahmen

gesichert, sondern nur an den Enden

mit einer Rändelung versehen, mit der

sie in die Bohrung des Baumbeschlages

eingepresst ist. Die gleiche Konstruktion

befindet sich auch am anderen Ende des

Baumes.

Am Abend des 8. Fahrtages laufen wir

in die Marina „Marina Bay“ in Gibraltar

ein. Wir legen römisch-katholisch

an und haben nur eine, allerdings sehr

dicke Muring, die knapp unter die Bugklampe

passt. Da für die Nacht Sturm

angesagt ist, entlaste ich die Bugklampe

mit einem elastischen Festmacher; das

eine Ende ist mit einem Stopperstek an

der Muringleine befestigt, das andere

Ende liegt auf der Genuawinsch. Außerdem

werden heckseitig Springleinen

ausgebracht und die Passarella geborgen.

Am frühen Morgen des nächsten Tages

kommt der Sturm, gegen 10 Uhr bricht

beim steuerbordseitigen Nachbarboot

die einzige Muringleine und es legt sich

durch den seitlich einfallenden Wind

auf unser Schiff. Die Fender können

nicht verhindern, dass uns der Nachbar

einige Schrammen im Gelcoat zufügt;


Unbenannt-2 1 25.02.2008 12:55:12

service

57

schlussendlich ist der seitliche Druck

so groß, dass auf dem Katamaran die

steuerbordseitige Heckklampe teilweise

aus dem Rumpf herausgerissen wird

und ein Arm fast komplett abbricht.

Die scharfkantige Bruchstelle schneidet

die Heckleine förmlich durch und wir

berühren daraufhin mehrmals unsanft

den Betonsteg. Außerdem kollidieren

wir mit dem backbordseitig liegenden

Boot und beschädigen dessen Seereeling.

Die Lage klärt sich erst, nachdem

das Nachbarboot vom Marinapersonal

an eine Ersatzmuring gelegt wird. Laut

unserem Windmessgerät betrug die

maximale Windgeschwindigkeit 53,8

Knoten!

„Die mechaniker

präsentieren die

rechnung: 139 euro

für den ölwechsel

und 180 euro fahrtpauschale.““

In Motril wollen wir das Garantieservice

durchführen lassen. Doch leider gibt

es die Firma vom Vorjahr nicht mehr.

Wir fahren weiter und laufen dienstagabends

in Almerimar ein, wo es die

nächste Vertragswerkstätte gibt. Am

nächsten Tag werden wir wegen Personalmangels

zuerst auf Freitag vertröstet,

am Donnerstag wird als frühester

Termin der kommende Montag genannt


Auf dieser Überstellung gibt es aber auch

schöne Tage. Am 18. Fahrtag fahren

wir über acht Stunden mit einem vom

österreichischen Generalimporteur von

Parasail zur Verfügung gestellten Spezialspinnaker.

Infolge des gutmütigen

Verhaltens dieses Segels bei Kursabweichungen

oder Winddrehern lassen wir

den Autopilot steuern. Vom 20. zum 21.

Fahrtag gelingt uns laut Plotter sogar

ein Etmal von 206 Seemeilen!

bastelarbeit. Das Leck kann sofort repariert werden.

Was habe ich daraus gelernt:

Ausfall der Buglaterne: Vor Fahrtantritt übungsweise

Lampentausch der Navigationslichter

durchführen und passende Reservelampen

mitführen.

Schiffshandbuch: Vor Fahrtantritt zumindest

die wichtigen Teile (Elektrik, Bilgepumpensystem,

Ruderanlage, Antriebsmaschinen, Treibstoffsystem

der Maschinen, Flüssiggassystem)

durchlesen. Die relevanten Teile (Bordbatterien,

Seeventile, Ölstandskontrolle bei Motor und Getriebe,

Absperrhähne etc.) im Schiff lokalisieren.

Garantieservice: Passende Öl­ und Dieselfilter

mitnehmen.

Hydraulischer Autopilot: Regelmäßig Flüssigkeitsstand

kontrollieren und einen entsprechenden

Vorrat an Hydraulikflüssigkeit mitnehmen.

Want, Vorstag: Eine regelmäßige Kontrolle

des Riggs ist vor allem bei neuen Schiffen

unumgänglich. Das nächste Mal – falls

es ein nächstes Mal gibt – werde ich alle

Splinten im Rigg kontrollieren und gegebenenfalls

durch die maximal mögliche Größe

ersetzen. Geschlossene Wantenspanner

werde ich, sofern sie nicht mit Loctite gesichert

sind (in der Werft erfragen), lockern

und korrekt kontern. Die hiefür passenden

Gabelschlüssel sind allerdings selten im

Bordwerkzeug vorhanden – am besten in

einer Werkstätte ausleihen.

Autorisierte Werkstätte: Ein Verzeichnis der

entlang der Route gelegenen autorisierten

Werkstätten erstellen (aus dem Internet oder

von einer Generalvertretung erfragen) und

eventuell noch zu Hause durch Probeanrufe

testen, ob die Telefonnummern gültig sind.

superleise Schalldämmkapsel

alle gängigen Spannungsvarianten

kompakte und leichte Bauweise

Generator und Motor wassergekühlt

weltweiter Vertrieb und Service


58 TexT & FoTo reinhard KiKinger

Massiv. die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) hat einen

wuchtigen Kopf und einen massiven Körperbau. das abgebildete

exemplar trägt an der rechten Vorderflosse eine rote Markierung.

es wurde nach der Behandlung einer Verletzung markiert. Solche

Markierungen erlauben bei wiederholten Sichtungen aussagen

über Wachstumsraten, alter und Wanderrouten.

Meeresschildkröten

Relikte aus deR uRzeit

Reptilien gehören nicht unbedingt zu den Favoriten der breiten Öffentlichkeit. es gibt aber eine

ausnahme: die Meeresschildkröten. Jeder Schnorchler und Taucher freut sich über eine Begegnung mit

den gepanzerten Meeresbewohnern. die Freude besteht zu recht, denn diese Tiere sind faszinierend.

NeugieR. Frei lebende Meeresschildkröten,

die noch keine schlechten erfahrungen mit

uns gemacht haben, sind zutraulich und beäugen

uns sonderbare Wesen gerne aus der

nähe. anstatt dieses Vertrauen zu missbrauchen,

sollten wir es als Privileg empfinden,

Zeitgenossen aus der Ära der dinosaurier ein

Stück ihres Weges begleiten zu dürfen.


OCEAN7

Facts

service

59

Schildpatt. Die Hornschuppen der Echten Karettschildkröte

(Eretmochelys imbricata) sind für die Schmuckherstellung begehrt.

Der Handel mit Produkten von Schildkröten ist verboten,

der Schwarzhandel blüht jedoch. Die Schildkröten werden,

meist lebend (!), in brühheißes Wasser gesteckt, um dann mit

dem Messer die Hornplatten abheben zu können. Welcher

Schmuck ist diese Tortur wert?


60

„Meeresschildkröten haben schon zu Zeiten

der Dinosaurier den Ozean bevölkert. Heute

sind wir dabei, diesem langen Erdendasein ein

Ende zu bereiten.“

Frisch geschlüpFT. Junge Schildkröten sind nur wenige

Zentimeter groß, wenn sie aus den Eiern schlüpfen. Diese

Baby-Suppenschildkröte hat noch einen weichen Panzer. Mancherorts

werden sie eingesammelt, in Becken großgezogen

und erst dann in die Freiheit entlassen. Theoretischer positiver

Effekt: es fallen weniger Schlüpflinge Fressfeinden zum Opfer.

Praktischer negativer Effekt: massiver Eingriff in die Entwicklungsbiologie

dieser Tiere mit Auswirkungen auf Schwimmverhalten,

Orientierungsleistung und Ernährungsphysiologie.

Systematik:

Klasse: Reptilien, Reptilia

Ordnung: Schildkröten, Chelonia

Familie: Cheloniidae

Suppenschildkröte, Chelonia mydas

Unechte Karettschildkröte, Caretta caretta

Echte Karettschildkröte, Eretmochelys imbricata

Bastardschildkröten, Lepidochelys olivacea

und Lepidochelys kempi

Wallriffschildkröte, Natador depressus

Familie: Dermochelyidae

Lederschildkröte, Dermochelys coriacea

Literatur:

SPOTILA, J.R. (2004). Sea Turtles: A Complete Guide

to their Biology, Behavior, and Conservation.

Johns Hopkins University Press,

240pp. ISBN 0-8018-8007-6

www.archelon.gr

www.seaturtle.org

www.turtles.org

www.turtle-foundation.org

Es haben zwar auch Schlangen,

Krokodile und diverse

Echsen ihre Liebhaber, aber

das ist eine Minderheit. Die

Mehrheit möchte mit diesem Getier

weder daheim noch im Urlaub zu tun

haben. Mit Meeresschildkröten ist es

anders, sie zählen zu den „Großen

Fünf“ der Unterwasser-Hitliste. Zusammen

mit Mantas, Haien, Delfinen

und Napoleonfischen stehen sie ganz

oben auf der Wunschliste der Taucher

und Schnorchler. Warum das so ist,

können wir verstehen oder auch ganz

einfach fühlen, wenn wir das Glück

haben, ihnen zu begegnen.

Kurzer Steckbrief.

Meeresschildkröten haben sich aus

Landschildkröten entwickelt, die vor

etwa 200 Millionen Jahren in das

Meer eingewandert sind. Heute sind

2 Familien mit insgesamt 7 Arten von

Meeresschildkröten bekannt. Sie kommen

in tropischen und subtropischen

Meeren vor und legen auf ihren Wanderungen

weite Strecken zurück. Ihr

stromlinienförmiger Panzer und die

paddelförmigen Extremitäten machen

sie zu guten und ausdauernden

Schwimmern. Sie können tief und

lange tauchen, müssen als Lungenatmer

aber von Zeit zu Zeit an der

Wasseroberfläche Luft holen. Im Gegensatz

zu Landschildkröten können

sie ihren Kopf nicht in den schützenden

Panzer zurückziehen. Ihre

Nahrung besteht aus großen Planktern

wie Medusen, aus verschiedenen

bodenlebenden Meerestieren wie

Schwämmen und Seeanemonen, und

auch Seegras steht auf ihrem Speisezettel.

Die verschiedenen Arten der

Meeresschildkröten bevorzugen ein

durchaus unterschiedliches Menü.

01 TischgemeinschaFT. Ein Schwamm

wurde von der Karettschildkröte aus dem

Riff herausgebrochen. Das interessiert auch

den Blaukopf-Kaiserfisch (Pomacanthus

xanthometopon). Auch auf seinem Speiseplan

stehen Schwämme und er nützt die

Gelegenheit zu einem gemeinsamen Mahl.

02 Tischmanieren. Bei größeren Futterstücken

werden geschickt die paddelförmigen

Vorderextremitäten zu Hilfe genommen.

Die Delikatesse wird gehalten, einzelne

Stücke werden abgebissen und verzehrt.

03 speiseplan. Die Echte Karettschildkröte

(Eretmochelys imbricata) ernährt sich

hauptsächlich von Organismen des Korallenriffs.

Hier weidet sie Scheibenanemonen

(Corallimorpharia) ab, die flächenhaft Teile

des Riffs überwachsen.

Entwicklung.

Zur Fortpflanzung treffen sich die

einzelgängerischen Meeresschildkröten

in Küstennähe, die Paarung erfolgt im

Meer. Wenn die Weibchen zur Eiablage

bereit sind, kriechen sie an flachen

Sandstränden an Land. Jedes Weibchen

hebt eine 30-50 cm tiefe Nistgrube aus

und legt etwa 80-120 tischtennisballgroße

Eier in dieses Nest. Danach wird

die Nistgrube zugeschüttet und der

mühsame Rückweg zum Meer angetreten.

Das alles erfolgt in der Nacht. Die

Wärme der Sonnenstrahlen brütet die

Eier aus, wobei höhere Temperaturen

hauptsächlich Weibchen, niedrigere

Temperaturen vermehrt Männchen

zur Entwicklung bringen. Nach 2 bis 3

Monaten ist es dann so weit: Die Jungen

schlüpfen aus den Eiern, graben

sich nach oben an die Sandoberfläche,

orientieren sich und wandern über den

Strand Richtung Meer. Sobald sie von

den ersten Wellen umspült werden, beginnen

sie zu schwimmen, weg von der

Küste, hinaus auf das offene Meer. Was

folgt, sind die so genannten „verlorenen

Jahre“: ein Zeitraum, über den die Wissenschaft

wenig weiß. Vermutlich driften


OCEAN7

Facts

service

61

01

02

03


62

OCEAN7

Facts

01

01 Gepanzerte Schönheit. Eine Suppenschildkröte

(Chelonia mydas) schwebt den Riffhang entlang.

Der deutsche Name dieser Schildkröte weist auf ihre

Verwendung hin: Sie diente und dient immer noch

zur Herstellung der Schildkrötensuppe. Wer jemals

gesehen hat, auf welch schreckliche Weise diese Tiere

getötet werden, wird aber freiwillig und lebenslang auf

die fragwürdige Delikatesse verzichten.

02 Weich Gebettet. Meeresschildkröten schlafen am

Meeresgrund. Obwohl sie als Reptilien Lungenatmer

sind, können sie stundenlang unter Wasser ruhen.

Hier dient eine dicke Schicht abgefallener Blätter des

Neptungrases (Posidonia oceanica) einer riesigen

Karettschildkröte (Caretta caretta) als Ruhekissen.

03 KörperpfleGe. Der Panzer der Meeresschildkröten

mag starr erscheinen, er verfügt jedoch über eine

gewisse Elastizität und ist berührungsempfindlich.

Diese Karettschildkröte reibt ihren Rückenpanzer

genussvoll an einem Riffüberhang. Das dient einerseits

der Entfernung von Aufwuchsorganismen, zeigt aber

auch alle Anzeichen einer lustvollen Betätigung.

02

03


SERVICE

63

ÜBERMÄCHTIGE KONKURRENZ. Der Nutzungskonfl ikt dieses Strandes ist vorprogrammiert. Er ist ein

perfekter Niststrand für Caretta caretta, er ist aber auch ein Traumstrand für sonnenhungrige Touristen und

Einkunftsquelle für lokale Tourismusbetriebe. Es gibt drei Möglichkeiten: totaler Schutz, totale Erschließung

oder Ökotourismus mit Einbeziehung der Schildkröten in die touristische Entwicklung.

ELEGANTE SCHWIMMER. In Frontalansicht ist der

stromlinienförmige Körperbau der Meeresschildkröten

zu erkennen. Kopfprofi l und Panzerquerschnitt

dieser Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata)

sind hydrodynamisch optimiert, die paddelförmigen

Flipper sorgen für effi zienten Vortrieb.

Gefährdung.

die Kleinen mit Meeresströmungen, erlangsam

nähren sich von Plankton und wachsen Es ist allgemein bekannt, dass nur

heran. Die Geschlechtsreife wenige der jungen Meeresschildkröten

wird mit einem Alter von 20-30 Jahren

überleben. Nesträuber wie Füch-

erreicht. Nach der Paarung legen die se und streunende Hunde graben die

Weibchen bevorzugt an den Stränden, Schildkröteneier aus und fressen sie.

an denen sie geschlüpft sind, ihre Nester Möwen und Krabben holen sich die

an. Damit hat sich ein langer Entwicklungskreislauf

wehrlosen Schlüpflinge am Strand,

geschlossen. 15.01.2008 14:11 und Uhr für Raubfische Seite 1 sind die

750_ HÄNDLER_Ö_210x140 Schildkrö-

WASSERSPORT. Meeresschildkröten

müssen zum Atmen an die Wasseroberfl ä-

che kommen. Sie treiben auch gerne an der

Oberfl äche, um sich zu sonnen und Wärme

zu tanken. Schnell fahrende Motorboote

sind für sie eine tödliche Gefahr.

750 ST. TROPEZ

WÖRTHERSEE ATTERSEE NEUSIEDLERSEE TRAUNSEE

WASSERSPORT MURENY

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64

propeller-WunDen. Kein Schildkrötenpanzer

ist hart genug, um der Wucht eines Bootspropellers

zu widerstehen. Der rotierende Propeller hat

eine Serie von Einschlägen am Panzerrand dieser

Karettschildkröte (Caretta caretta) hinterlassen.

kriegSrelikt. Immer noch tauchen im Meer Relikte vergangener

Kriege auf. Diese Treibmine lag vor einem beliebten Mittelmeer-Badestrand

in 9 Meter Wassertiefe. Ein Spezialkommando

sprengte die Mine an Ort und Stelle, mit tödlichen Auswirkungen

für die Unterwasserwelt.

minenopfer. Neben tausenden Fischen fielen

auch 2 Meeresschildkröten der Sprengung

zum Opfer. Die Wucht der Explosion riss die

Hornschuppen weg und zerfetzte den darunterliegenden

Rückenpanzer dieser Caretta caretta.

Der lange Weg zum meer. Manche Nachzügler treten

erst bei Tageslicht ihre Wanderung vom Nest zum Meer an.

Jeder tiefere Fußabdruck im Sand ist eine Fallgrube für die

kleinen Krabbler. Mit unglaublicher Energie wird Hindernis

um Hindernis überwunden, bis das Meer endlich erreicht ist.

Dort beginnt dann eine lange Reise in eine gefahrvolle und

ungewisse Zukunft. Wer je Gelegenheit hatte, die Lebenskraft

der kleinen Nestlinge zu erleben, kommt nicht umhin, ihnen

viel Glück zu wünschen.

Schutzprojekte.

In vielen Ländern

versuchen engagierte

Menschen den bedrohten

Schildkröten

zu helfen. Der Schutz

von Niststränden ist

besonders wichtig.

tenbabys ebenfalls ein Leckerbissen.

Sturmfluten und Tsunamis können

ganze Niststrände überschwemmen

und die Jahresbrut vernichten. Und

doch sind die Meeresschildkröten

Millionen Jahre lang mit diesen

natürlichen Bedrohungen zurechtgekommen.

Was sie heute an den

Rand des Aussterbens bringt, ist die

zusätzliche Bedrohung durch uns,

die Menschen. Niststrände werden

vielerorts gnadenlos verbaut und

touristisch erschlossen, mit fatalen

Folgen für die Nistplatz suchenden

Weibchen und die schlüpfenden

Jungtiere. Die Schlüpflinge werden

von Lichtquellen im Hinterland wie

Hotel- und Straßenbeleuchtungen in

die falsche Richtung gelockt und vertrocknen

auf ihrer vergeblichen Suche

nach dem Meer. Rasende Motorboote

und Jet-Skis vertreiben, verstümmeln

oder töten die zu langsamen Schildkröten,

die sich zur Paarung und Eiablage

vor der Küste sammeln. Der

Verseuchung der Meere mit Driftnetzen,

Schleppnetzen und beköderten

Langleinen fallen ungezählte Meeresschildkröten

als unerwünschter

Beifang durch Ertrinken zum Opfer.

Das Verschlucken von Plastikbeuteln,

Zigarettenstummeln und anderem

Müll, der im Meer treibt, fordert

weitere Opfer. Die Verwendung der

Schildkröteneier und des Schildkrötenfleisches

als Nahrungsmittel war so

lange nicht bestandsgefährdend, als nur

relativ wenige lokale Küstenbewohner

davon Gebrauch machten. In der Zwischenzeit

wurde der Handel mit diesen

Produkten kommerzialisiert, und sie

werden auch in Millionenmetropolen

fern der Küste angeboten. Und

schließlich finden sich in Souvenirläden,

teils offen, teils versteckt, immer

noch ausgestopfte Schildkröten oder

Schmuck, Kämme, Brillenfassungen

etc. aus Schildpatt. Der internationale

Handel mit Schildkrötenprodukten ist

zwar verboten (CITES: Convention

on International Trade in Endangered

Species), der einzige wirksame Schutz

ist jedoch ein Kaufboykott der Konsumenten.

Ausblick.

Nur eine informierte und aufgeklärte

Gesellschaft kann dazu beitragen,

dass nicht laufend eine Art nach der

anderen unbemerkt von unserem

Planeten verschwindet. Das Motto

„Wir schützen nur was wir lieben.

Wir lieben nur was wir kennen. Und

wir kennen nur was uns gezeigt wurde“

trifft für Natur- und Artenschutz

ganz besonders zu. Vor allem die

Meerestiere scheinen sehr weit von

unserem Alltag entfernt zu sein. Doch

wir haben über unser Konsumverhalten

und durch unsere Urlaubsgestaltung

direkten Einfluss auf sie. Das zu

erkennen ist ein erster Schritt, dann

haben wir die freie Wahl, welchen

Weg wir gehen.


OCEAN7

Facts

service

65

blinDe Passagiere. Auf den Panzern sind oft

kleine weiße Aufwuchsorganismen zu erkennen:

Krebse (Chelonibia testudinaria), die sich von ihren

Wirtsorganismen transportieren lassen. Eine solche

Vergesellschaftung nennt man Phoresie.

töDliche VerWechslung. Über Jahrmillionen ernährten

Meeresschildkröten sich von großen Planktonorganismen wie

Medusen, Salpen und anderen Megaplanktern. Heute treibt

viel Müll im Meer. Plastikbeutel sehen Medusen leider oft zum

Verwechseln ähnlich und können das Todesurteil bedeuten.

hai-OPfer. Große Haie zählen zu den wenigen

Fressfeinden adulter Meeresschildkröten. Die

Folgen eines Hai-Angriffes sind bei diesem

Exemplar (Lepidochelys olivacea) deutlich

sichtbar.

Wer bist Du? Bei verantwortungsvollem Verhalten der Taucher

sind solche hautnahen Interaktionen mit frei lebenden Meerestieren

möglich. Wer jedoch auf einer Schildkröte reitet, sich von ihr schleppen

lässt oder sie für das ultimative Foto vor sich herjagt, sorgt dafür,

dass sie scheu wird und in Zukunft vor jedem Taucher flüchten wird.

Wir haben die Wahl, wie wir uns verhalten.


66 TexT thomas zeller foTo herwig pichler

kranen. regelmäßig muss das

schiff auf langfahrt aus dem

wasser.

1.

Ich gehe auf Langfahrt: Mit welchem

Unterwasserschiff habe

ich auf mehrere Jahre gesehen

unterwegs den geringsten Aufwand

– von Arbeit bis Materialkosten?

Diese Frage stellt sich bei Seglern, die

z. B. eine Weltumseglung planen, immer

wieder. In diesen Fällen empfehlen

wir, auf jeden Fall ein selbstpolierendes

Antifouling zu verwenden. Der Grund

ist ganz einfach: 1. Man benötigt ein

Produkt, das über lange Zeit den Bewuchsschutz

sicherstellt, und das kön-

Ein Schiff ohnE bart

Welchen Unterwasseranstrich verwende ich in welchem revier, damit mein schiff möglichst lange

ohne Bewuchs bleibt? oceaN7 experte thomas zeller weiß rat und beantwortet leserfragen.

Tipps. thomas

zeller von

Farbenwerke

international.

nen letztlich nur polierende

Produkte, denn nur bei

diesen Produkten ist immer

die aktive Schicht

an der Oberfläche, denn

alle verbrauchten Schichten

werden ja abgebaut.

2. Man benötigt ein Produkt,

bei dem man optisch

kontrollieren kann, wie lange

der Bewuchsschutz voraussichtlich

noch vorhält, um eine eventuelle

Nachbeschichtung einplanen zu können.

Hartantifoulings bieten diese Möglichkeit

nicht, denn das Aussehen dieser

Produkte verändert sich nicht, wenn das

Biozid abgegeben wurde. Aus der Praxis

wissen wir, dass die meisten Weltumsegler

entweder Micron Optima

oder Micron Extra benutzen. Micron

Optima ist eines der leistungsstärksten

Antifoulings auf Wasserbasis und

steht in drei Farbtönen zur Verfügung.

Micron Extra kommt vom Leistungsspektrum

unmittelbar hinter Micron

Optima und ist in sieben Farbtönen zu

bekommen – oftmals entscheidet also

der Farbton, was zum Einsatz kommt.

Für eine Langzeitfahrt benötigt man

mehr als die üblicherweise empfohlenen

zwei Schichten pro Jahr, denn diese

Empfehlung basiert auf der üblichen

Nutzung eines Bootes, d. h. Wochenenden

und Urlaubstörn bei einer Verweilzeit

im Wasser von ca. 6-7 Monaten.

Geht man auf eine Langfahrt, bedeutet

dies ja meist 12 Monate im Wasser und

irgendwie ständig unterwegs. Es ist

darum nicht unüblich, dass bei so einer

Planung 4-5 Schichten Antifouling aufgetragen

werden. In jedem Fall müssen

unterschiedliche Farbtöne verwendet

werden, damit man eine gute optische

Kontrolle hat. Mithilfe des Logbuches,

d. h. der abgefahrenen Meilen, und des

Farbtons des Unterwasserschiffes kann

man dann einfach ausrechnen, wie weit

man mit einer Schicht gekommen ist,

und hochrechnen, wie weit das Antifouling

noch reicht und wo man dann

sein wird und ob es dort eine Slipmöglichkeit

gibt. Der Arbeitsaufwand bei

selbstpolierenden Antifoulings ist bei

einer Nachbeschichtung recht gering,

denn es reicht aus, die Oberfläche nach

dem Slippen zu waschen und trocknen

zu lassen, um dann wieder Micron

aufzutragen. Kompatibilitätsprobleme

wird es nicht geben, denn International

Yachtfarben bekommt man auf der

ganzen Welt.

2.

Stimmt die unter Seglern immer

wieder verbreitete Information,

dass jedes Gewässer seinen eigenen,

typischen Bewuchs hat,


SERVICE

67

für den ein jeweils eigener Unterwasseranstrich

notwendig ist? Obere Adria, östliches

Mittelmeer, Atlantik, etc. …

Ja, natürlich stimmt das, denn jedes

Gewässer hat seine eigene „Zusammensetzung“.

Man kann das Ganze

sogar so weit betreiben, dass es in

Marinas und Flüssen unterschiedliche

Bewuchsintensitäten gibt. Strömungsverhältnisse,

Temperaturunterschiede,

Lichtverhältnisse und Einleitungen

spielen eine Rolle. So kann ein Schatten

spendender Baum am Ufer schon

dafür sorgen, dass in diesem Bereich

bestimmte Organismen nicht oder

kaum vorhanden sind und 20 Meter

weiter weg wesentlich intensiver eine

Oberfläche besiedeln. Es wäre jetzt

aber übertrieben, so weit ins Detail zu

gehen und bei jedem Revierwechsel das

Boot zu kranen, um das Antifouling zu

wechseln. Wir bei International unterscheiden

im Wesentlichen drei Arten

von Bewuchsverhältnissen und sind in

den letzten 20 Jahren wunderbar mit

dieser Einteilung zurechtgekommen.

Wir kennen leichte Bewuchsverhältnisse,

die man regelmäßig in reinen

Binnenrevieren, Seen und Flüssen vorfindet,

etwas schwieriger und von uns

als mittlere Bewuchsverhältnisse bezeichnet

sind Brackwasser-Reviere oder

Süßwasser-Reviere, die aufgrund der

vorherrschenden Gegebenheiten etwas

bewuchsintensiver sind. Schwierige

Bewuchsverhältnisse finden wir immer

in Seewasser und vor allem in warmen

Gewässern. Mit Sicherheit wird man

die Obere Adria und das östliche Mittelmeer

in puncto Bewuchsverhältnisse

differenzieren können, dennoch sind

beide Reviere bewuchsintensiv und

erfordern ein entsprechendes Antifouling.

Aus unserem Produktportfolio

eignen sich für diese Reviere Micron

Optima und Micron Extra sowie die

Hartantifoulings Interspeed Ultra und

VC Offshore with Teflon ® .

SCHLEIFEN. Alte Schichten

werden sorgfältig entfernt.

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BIOTHERM:

NEUE SUN SENSITIVE LINIE

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Zahlreiche Innovationen machen BIOTHERM seit jeher zu

einem Vorreiter in der Sonnenpfl ege, dank intensiver Erforschung

der Sonnenschutzmechanismen. Die BIOTHERM

Biologen entwickelten nun eine dermobiotische Schutzformel

für empfi ndliche Haut: SUN SENSITIVE, die Sonnenpfl ege-

Linie mit hohem und sehr hohem Schutz für zarte und

empfi ndliche Haut.

Die dermobiotischen Formeln der SUN SENSITIVE Linie

bieten gezielten Schutz für Hautzellen dank hochwirksamer

Lichtschutzfi lter. Das darin enthaltene reine Thermalplankton

be ruhigt die Haut und aktiviert täglich im Inneren der Haut

(dermo) die Lebenskraft der Zellen (biotisch).

Die dermatologisch getesteten Formeln sind einfach anzuwenden,

haben eine leichte Textur, sind parfumfrei, nicht fettend

und ohne Farbstoffe. Die neue Linie SUN SENSITIVE ist seit

Ende März 2008 im Fachhandel erhältlich.


68

Boote Feichtner – vom Familienbetrieb

zum Motorbootzentrum

Seit 34 Jahren ist das Unternehmen Boote Feichtner

erfolgreich im Bootssport tätig. Mittlerweile hat sich die

Firma zu einem der größten Motorbootzentren in Europa

entwickelt. Geschäftsführerin Elisabeth Hötzinger-

Feichtner (H-F) im Gespräch mit OCEAN7:

O7: Vom 31. Mai bis zum 1. Juni 2008 veranstalten Sie

das Sea Ray Weekend am Attersee – wie viele Besucher

erwarten Sie?

H-F: Letztes Jahr konnten wir um die 500 Gäste vorwiegend

aus Österreich begrüßen. Heuer erwarten wir etwa

dieselbe Anzahl an Besuchern.

O7: Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

H-F: Wir bieten die einzigartige Möglichkeit, unsere Boote

nicht nur anzusehen, sondern gleich auch zu testen.

O7: Wie lange beschäftigen Sie sich persönlich schon mit

dem Bereich „Motorboot”?

H-F (lacht): Seitdem ich ein kleines Kind bin! Ich finde die

Produkte aufregend und spannend.

O7: Was ist Ihnen im Umgang mit Kunden besonders

wichtig?

H-F: Für uns ist die NACHbetreuung unserer Kunden sehr

wichtig, also die Partnerschaft mit dem Kunden auch über

den Kauf des Bootes hinaus. Manche Kunden kennen wir

schon seit einem Vierteljahrhundert – wir haben ihre „Motorbootkarriere”

mitverfolgt, vom Besitz eines einfachen

Schlauchbootes in jungen Jahren bis hin zum flotten Motorboot


www.bootefeichtner.at

Jeanneau Prestige-Linie

500 Yachten in 5 Jahren gebaut! Durch ihre robuste Bauweise und ihr schnittig-italienisches Garroni-

Design wurde die Prestige 34 nun zur beliebtesten Motoryacht in ihrem Marktsektor. Die luxuriöse

Atmosphäre wird ergänzt von einem komfortablen Cockpit und dem effizienten Jeanneau-Rumpf.

Die Prestige-Linie wurde von Jeanneau im Jahr 2000 gelauncht. Sie besteht aus neun Motoryachten,

neben den bekannten Prestige-Yachten ergänzen die Flybridge- und Express-Modelle die Produktlinie.

www.jeanneau.com


news yacht

69

TOKIO II – V.O. 60 mit

revolutionärem Design

Wo hat man schon einmal die Gelegenheit, ein wirkliches Schmuckstück, ein Unikat,

ein Stück Yachtdesign-Geschichte nicht nur zu bewundern, sondern auch darauf zu

segeln? Tom Holzer und seine Crew bieten ein besonderes Segelfeeling. Mit Ausgangshafen

Monfalcone, Italien, werden Meilen- und Urlaubstörns sowie Regattatraining

und Firmenincentives auf einem Klassiker der Renngeschichte angeboten.

Die TOKIO II ist ein Volvo Ocean 60 der ersten Generation, damals noch Whitbread 60

genannt. Sie wurde 1993 nach Aufsehen erregenden Plänen von John Swarbrick für

das Team von Chris Dickson in Neuseeland gebaut. Mit ihrer Länge von 19 m, ihrer

Breite von 5 m und ihrem Tiefgang von 3,70 m ist die TOKIO II eine große und schnelle

Rennyacht, die mit schönen Linien und klassischer Eleganz beeindruckt.

www.sailbig.at

segeln auf einem

Volvo Ocean Racer

der extraklasse!

Neue Moody-Vertretung

Seit Jahren sehr erfolgreich in der Vertretung von

Hanse Yachts aus Greifswald, ist Friedrich Schwaiger

ab sofort auch für Moody der Ansprechpartner in

Süddeutschland und Österreich! Die britische Traditionsmarke

Moody überzeugte zuletzt durch das

innovative Konzept der Moody 45 – eine Yacht, die

das Beste aus beiden Welten der Motor- und Segelyachten

verbindet.

www.moodyboats.com

www.schwaigernautik.com


70 text thomas d. dobernigg fotos gindlfoto

leinen los. der spi zieht die bavaria

am leuchtfeuer vorbei. das ist lebensfreude

pur.

Geht nicht,

gibt’s nicht!

OCEAN7 war auf Bavaria-Tour: erst im Werk in giebelstadt, wo die schiffe in hoher stückzahl und

ebenso hoher Qualität sozusagen vom fließband laufen. dann ein besuch in bernau am Chiemsee bei

Yachten meltl, wo die bavarias „von der stange” zu ganz individuellen einzelstücken umgebaut werden.

hier ist der Kunde mit seinen Wünschen absolut der König.


yacht

71

01 02

Bavaria ist die Serienyacht

schlechthin. Vor dem Werk in

Giebelstadt stehen die Transporter

Schlange, um rund um

die Uhr fast im Minutentakt neue,

fertiggestellte Schiffe abzuholen. Zugunsten

von Preis und Qualität bleibt

wenig bis gar kein Platz für Individualität.

Zwölf Segelyachten und sechs Motorboote

verlassen pro Tag die Werft

im bayerischen Giebelstadt. „Je nach

Größe der Yacht benötigen wir zwischen

sechs und acht Arbeitstagen pro

Schiff. Es ist eine Fließbandproduktion,

in der jeder einzelne Schritt unter

höchsten Qualitätsauflagen genormt

ist, so wie in der Autoindustrie“, sagt

Mike Reuer. Er ist Gesamt­Vertriebsleiter

des Unternehmens.

Wie bei Henry Ford

Bavaria­Yachten sind Schiffe von

der Stange. Anders wäre die Erfolgsgeschichte

des Unternehmens nicht

erklärbar – vom Fensterhersteller zum

führenden Yachtbauer in Europa. Das

erinnert stark an die amerikanische

Legende – vom Tellerwäscher zum

Millionär. Und es erinnert noch stärker

an den Industrie­Pionier Henry

Ford, der 1903 in Detroit den Automobilbau

revolutionierte, indem er

die Fließbandproduktion erfand. Er

sagte damals nicht nur: „Jeder Durchschnittsamerikaner

soll sich ein Auto

leisten können“, sondern auch: „Jeder

Kunde kann einen Ford in der Farbe

seiner Wahl bekommen – solange die

Farbe Schwarz ist.“

Was Ford auf dem Sektor Automobil

in den USA geschafft hat, das hat

Bavaria­Yachtbau auf dem Bootsmarkt

erreicht: Dank der ausgeklügelten

„Unsere Kunden sind durchaus gute verdiener

und können sich ihre Bavaria aus dem

laufenden Einkommen leisten.“

Serienproduktion können sich heute

deutlich mehr Segler eine eigene Yacht

leisten. Mike Reuer: „Wir sind bewusst

in diesem Segment. Unsere Eigner

wollen nicht unbedingt ein personalisiertes

Boot. Das können wir zu den

Bedingungen auch nicht liefern. Aber

unsere Kunden sind durchaus gute

Verdiener, die sich ihre Bavaria aus

ihrem laufenden Einkommen heraus

leisten können. Sie haben ein klares

Preisbewusstsein. Was wir erreicht haben,

ist, die Preise im Yachtbau neu zu

definieren.“

Gestaltungsvielfalt

Womit wir ja wieder bei dem Vergleich

mit Henry Ford und seinem

T­Modell wären. Nur mit dem feinen

mike reuer

01 kommunikation. Techniker von Yachten Meltl

montieren eine der beiden Kuppeln am Heck.

02 gemütlichkeit. So wird das Vorschiff zur Liegewiese

für „Badegäste”.

Vom Fenster zur Yacht

Bavaria Yachtbau in Giebelstadt. Ursprünglich eine

Fensterbaufirma von Winfried Herrmann. 1977/78

entschloss sich der Unternehmer, ein Boot zu bauen.

Es war die Bavaria 606. Bis 1984 die Fensterbaufirma in

Konkurs ging, wurden in Giebelstadt parallel Fenster und

Boote gebaut. Ab 1984 ist der gesamte Fokus auf dem

Bootsbau. Herrmann setzte voll auf den beginnenden

Chartermarkt und entwickelte neben den Eigneryachten

die preisgünstigere Holiday-Linie, die zum großen

Renner wurde – auch bei Eignern. Ab 2000 kamen die

Motorboote dazu. Heute werden auf 71.000 Quadratmetern

mit einem ausgeklügelten Produktionssystem

hohe Stückzahlen in gleichbleibend hoher Qualität

gefertigt. 2007 stieg Bain Capital in das schuldenfreie

Unternehmen ein. Der Pro-Kopf-Umsatz der Bavaria-

Mitarbeiter beträgt jährlich etwa 450.000 Euro.

www.2bavaria-yachtbau.com


72

01

02 03


yacht

73

01 in arbeit. Aus der Werft

in die Werft: Umbau einer

Bavaria 44 am Chiemsee.

02 elektronik. Häufiger

Wunsch von Eignern: zusätzliche

Navigationsgeräte im

Cockpit.

03 mehr platz. Das faltbare

Steuerrad bietet besseren

Durchgang zur Badeplattform.

Unterschied, dass es sehr wohl bis ins

höchste Maß individualisierte Bavaria-

Yachten gibt. Dafür sorgt das Bavaria

Yachts Centrum Süd, Yachten Meltl

am Chiemsee. Das Motto dort heißt

„Gestaltungsvielfalt“.

Paul Huber, Prokurist von Yachten

Meltl: „Bei anderen Werften, die in

kleiner Stückzahl produzieren, haben

Kunden meist die Möglichkeit, ihre

individuellen Vorstellungen und Wünsche

einzubringen. Zu einem ganz anders

kalkulierten Endpreis natürlich.

Bei uns hat der Käufer einer Bavaria-

Serienyacht die Möglichkeit, das nach

der Fertigstellung des Schiffes vom

Fließband machen zu lassen. Dabei

sind wir sein verlässlicher Partner. Der

Kunde und seine Ideen stehen bei uns

im Mittelpunkt. Den Wünschen werden

dabei kaum Grenzen gesetzt.“

Lassen wir die „einfachen“ Wünsche

einmal beiseite, die da wären: Klimaanlagen,

Entertainmentcenter mit

Flachbildschirm, auf den auch die

Karten vom GPS-Plotter projiziert

werden können, ausfahrbares Bugstrahlruder,

eingebaute Mikrowelle,

Waschmaschine, individuelle Außenlackierung.

Das läuft bei Yachten Meltl

sowieso unter „normal“.

Manche Kunden wünschen aber

Veränderungen, die im Aufwand fast

einem Neubau gleichkommen. Auch

die sind am Chiemsee genau richtig.

Einige Beispiele: „Ein Eignerpaar ließ

aus der nagelneuen 46er den gesamten

feng-shui. Völlig neues Innenleben für eine

Serienyacht.

3 Monate

für ein neues Modell

Mike Reuer (50), seit 1999 bei Bavaria, ist Gesamt-Vertriebsleiter des

Unternehmens und leidenschaftlicher Harley-Fahrer.

O7: Wie entwickelt sich der internationale Bootsmarkt?

REUER: Mit einem starken Fokus auf Motorboote zwischen 25 und 50 Fuß.

Und mit einem starken Trend zu Lifestyle.

O7: Was sind die stärksten Märkte?

REUER: Übersee, vor allem Australien, und das obwohl die Transportkosten

allein rund 25.000 Euro pro Schiff betragen. In Europa sind es die Niederlande

mit 300 neuen Bavarias im Jahr, aber auch Slowenien und Kroatien,

also die österreichischen Hauptreviere, mit 350 Segelyachten und 150

Motorbooten pro Jahr. In Gesamteuropa prognostizieren wir einen Zuwachs

von sechs Prozent bei Motorbooten und vier Prozent bei Segelyachten.

O7: Wie ist das Verhältnis Charterflotten zu Eignerschiffen?

REUER: Mit einem stark steigenden Eigneranteil aus unserer Produktion.

O7: Bavaria wechselt die einzelnen Typen in ungeheuer rascher Abfolge. Ist

das sinnvoll?

REUER: Ja, gerade das ist einer unserer größten Wettbewerbsvorteile, dass

wir so schnell neue Modelle entwickeln können. Beginnen die Verkaufszahlen

zu stagnieren, wird sofort an einem neuen Modell gearbeitet. Wir

sind in der Lage, innerhalb von drei Monaten ein neues Modell auf den

Markt zu bringen.


74

01 IndIvIduell. Die neue Außenlackierung

für die Serienyacht.

02 sondereInbau. Alle Geräte, die der

Navigator sich nur wünschen kann.

03 optImal. Schwenkbarer GPS-Kartenplotter

am Steuerstand.

01

02

Tradition am Chiemsee

Über drei Jahrzehnte Erfahrung machen die Kompetenz

von Yachten Meltl in Bernau am Chiemsee aus. Hier, im

Bavaria Yachts Centrum Süd, ist alles unter einem Dach:

Verkauf neuer Bavaria-Segelyachten und Sportboote,

hochwertige Yachtelektronik, umfangreiches Zubehör

und Bekleidungsangebot rund um Yacht und Segeltörn.

Hier sorgen erfahrene Professionisten aller Gebiete

dafür, dass aus einem Serienschiff eine individuelle

Yacht für jeden Kunden maßgeschneidert wird. Yachten

Meltl vermittelt und organisiert den Charterurlaub bei

ausgesuchten Partnern an gut geführten Basen – egal,

ob Mittelmeer, Atlantik, Nord-, Ost- oder Binnensee. Yachten

Meltl vermittelt Käufern den passenden Liegeplatz

zur Yacht und bietet Service-Teams für den Fall der Fälle

an Stützpunkten in der Adria, Côte d’Azur, Lefkas, Türkei,

Elba, Bodensee und Chiemsee.

www.yachten-meltl.de

03

Innenausbau entfernen, um mit speziellen

Materialien alles nach Feng-Shui

neu aufzubauen. Möbel und Vertäfelung

in völlig neuem Design, aus eigens

importiertem fernöstlichen Holz,

die Sofas bezogen mit weißem Leder,

die Böden weiß vertäfelt und mit einem

absenkbaren Tisch aus speziell gehärtetem

Glas“, erzählt Paul Huber.

Oder der Eigner, der seine Bavaria 44

in eine Art Kommunikationszentrum

umbauen ließ – am Heck mit zwei

riesigen Kuppeln für Satellitenübertragungen,

wie wir sie sonst nur von

Megayachten und Kreuzfahrtschiffen

kennen. Paul Huber: „Er ist Unternehmer,

der gerne auf seinem Schiff

nicht nur wochenweise Urlaub machen

möchte, sondern von dort aus die Kontrolle

über seine Firma behalten will.

So ist er mittels modernster Internetund

Satellitentechnik auch von Bord

aus genau so im Geschehen eingebunden,

als wäre er in seinem Chefbüro in

der Firma. Egal, wo auf der Welt er sich

gerade befindet.“

„Der Endpreis für diese individuelle

Yacht liegt nach Fertigstellung immer

weit unter dem, was der Kunde für

einen Individualbau bzw. bei einem

schwedischen Serienhersteller für den

Grundpreis bezahlen würde. Final hat

er eine Individualyacht zum unschlagbaren

Preis einer Serienyacht bekommen.“,

sagt Paul Huber.

„fast jeder umbau ist machbar. die einzigen

grenzen sind fragen der sicherheit.“

paul huber

Geht nicht, gibt’s nicht bei Yachten Meltl.

Hier ist jeder Kundenwunsch erfüllbar.

Oder fast jeder: Die einzigen Grenzen

sind Fragen der Sicherheit.


0 2 / 2 0 1 3 M ä r z / A p r i l 4 , 5 0 E U R

0 1 / 2 0 1 3 J ä n n e r / F e b r u a r 4 , 5 0 E U R

0 3 / 2 0 1 3 M a i / J u n i 4 , 5 0 E U R

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76 text thomas D. Dobernigg fotos ginDlfoto

AustriAs

next top-model

Die junge Dame heißt Julika. Die ersten star-auftritte zwischen starnberger und Wörthersee hat sie längst

hinter sich. Jetzt wird sie neu geschminkt zu Österreichs nächstem top-model: Die Veldener schmalzl-Werft

baut das revolutionäre elektro-motorboot ab sofort auch in einer edlen Premium-Variante.

elegant. stolz präsentiert bootsbauer Wolfgang schmalzl

seine neue Julika Premium: links das fast fertige boot,

rechts der noch unverkleidete rumpf. auch das innenleben

und die beschläge (unten) erfahren eine Veredelung.


yacht

77

Ihre edlen Formen stammen aus dem

Jahr 1947. Damals wurde in der Dellacher

Happe-Werft die Ur-Julika

als Taxiboot aus Holz gebaut; danach

pendelte sie zuverlässig viele Jahre

zwischen Maria Wörth und Pörtschach

über den Wörthersee. Dann wurde sie

durch neuere, schnellere Modelle ersetzt

und geriet in Vergessenheit. Bis der

Bootsbauer Wolfgang Schmalzl sie neu

entdeckte und wiederbelebte.

„Ich habe den Rumpf um 15 Zentimeter

länger und 30 Zentimeter breiter

gemacht. Er wird jetzt aus GFK in Serie

gebaut“, berichtet Schmalzl.

Der Körper der Julika ist sozusagen

eine Anleihe aus der Vergangenheit.

Aber das Herz, das in ihr schlägt, ist

reinrassige, kraftvolle Zukunft ohne

Kompromisse.

Wolfgang Schmalzl: „Sie wird von

einem Kräutler-Motor mit Lithium-

Polymer-Akkus angetrieben.“ Der

ist leise, umweltfreundlich, mit einer

rasant umwerfenden Beschleunigung

und einer Reisegeschwindigkeit von

bis zu 45 km/h. Verbrennungsmotoren

brauchen für diese Leistung schon satte











300 PS – mit entsprechendem Lärmund

Schadstoff-Ausstoß. Die Akkus

reichen locker für zweieinhalb Stunden

Wasserskifahren.

Als schneeweiße GFK-Schönheit mit

poliertem Hochglanz-Mahagoni-Deck

kennt man die Julika bereits. Demnächst

wird eine noch elegantere Schwester dazukommen.

In einer Halle am Ossiacher

See in Kärnten baut Schmalzl gerade an

der Julika-Premium-Edition.

Der GFK-Rumpf dieses Modells wird

mit 2,5 Millimeter Mahagoni-Vollholz

verkleidet. „Wir machen das als homogene

Verbindung in Vakuumtechnik.

Das Holz fügt sich dadurch an den

Kunststoff wie eine Lackierung“, erzählt

Schmalzl. Dazu erhält die Julika Premium

eine Badegrating aus Teak, neue

Positionslampen, eine chromumrandete

Windschutzscheibe und etliche weitere

edle Details. Damit auch bei voller

Fahrt nichts an der rasanten Dame klappert

und knarzt, wird das gesamte Innenleben

auf Kork gelagert.

Fünf Boote sind derzeit bereits verkauft.

Ziel ist die Serienproduktion von

20 Stück im Jahr.

Länge:

6,60 Meter

Breite:

1,75 Meter

Tiefgang:

0,45 Meter

Gewicht:

850 Kilogramm

Antrieb:

Drehstrommotor mit Wellenantrieb

Preis Standard: 129.000 Euro inkl. MwSt.

Preis Premium: rund 150.000 Euro inkl. MwSt.

Ocean7 Y_L_525x115_A 27.03.2008.qxp Sicherungsschein 27.03.2008 19:07 mit Agenturen Seite 1 Ocean7 www.julika.at, 23042008.qxp www.boote-schmalzl.at

23.04.2008 10:24 Seite 1

Ocean7 C_R_525x115_A 27.03.2008fin

1 28.03.2008 14:47:28





direkt bis zum 31.12.2008

eigener



schnittig. Die Julika in der Standard-Version vor dem

Schlosshotel Velden am Wörthersee.

Technische Daten



Quality Charter

Security Street 888

SY 777 - YACHT-POOL Harbor


Unbenannt-3 1 28.03.2008 1


Deutscher Yacht-Pool








A


78

text FloriAN T. MrAZEk fotos hEiko MANDl, Schöchl

SAlzburger

Seeleute

Die Zeiten, in denen renommierte Yachtbauer in Frankreich oder Skandinavien beim Namen Schöchl nur

milde lächelten oder gar ahnungslos mit den Schultern zuckten, sind nun wohl endgültig vorbei. Seit Anfang

2008 trägt die Sunbeam 34 den offiziellen Titel „Europas Yacht des Jahres”. Die Belohnung für jahrelanges

konsequentes Qualitätsstreben und Beweis dafür, dass inmitten des Salzburger Alpenvorlandes Yachten

gebaut werden, die weltweit neue Maßstäbe setzen.

Geht es nach der Vergabe

der großen internationalen

Auszeichnungen zu

Jahresbeginn ans Analysieren,

Porträtieren und Gratulieren,

stehen üblicherweise lange Wege an.

Nicht so in diesem Jahr – nach etwa

20 Minuten und exakt 23 Kilometern

auf dem Tacho ist der Weg zu den

Machern einer europäischen Yacht des

Jahres 2008 auch schon geschafft. So

lange dauert die Fahrt von der Stadt

Salzburg ins beschauliche Örtchen

Mattsee im Flachgau. Hier, hunderte

Kilometer vom nächsten Küstenstreifen

entfernt, begann vor etwas mehr

als fünf Jahrzehnten der Traum von

Hochseeyachten aus dem Salzburger

Land. Genau genommen hält der

Erfolg der Familiendynastie Schöchl

bereits um einige Generationen länger

an, denn bereits 1838 siedelte sich

Johann Schöchl, der Urgroßvater des

jetzigen Erfolgsduos, in Mattsee an.

Dessen Sohn Gottfried Schöchl gründete

später im väterlichen Hause jene

Tischlerei, die dann zu Beginn der

Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts

allmählich in eine Bootswerft

umfunktioniert wurde.

Heute deutet äußerlich nur noch wenig

auf das wahre Alter jener Werft hin,

von deren Standort auf einem Hügel

über dem Ortskern von Mattsee aus

man einen wunderbaren Blick über

den namensgebenden See und dessen

Wahrzeichen, das Schloss Mattsee,

genießen kann. Modernste Fertigungsmethoden,

die wachsende Zahl der

Mitarbeiter und nicht zuletzt das verstärkte

Verlangen des Weltmarkts nach

immer größeren Segelyachten mit der

Bezeichnung Sunbeam sorgten dafür,

dass sich auch der 75-Mitarbeiter-

Familienbetrieb selbst ständig mitentwickelte.

Dank des Erfolgs des 2005

vorgestellten Flaggschiffs Sunbeam 53

stößt selbst die erst 2001 erbaute, 1.500

Quadratmeter große Fertigungshalle

beinahe schon wieder an ihre Kapazitätsgrenzen.

Und die sensationelle

Auszeichnung der jüngsten Schöchl-

Schöpfung Sunbeam 34 wird dieses

Luxusproblem wohl noch etwas verschärfen.

die macher. Manfred und

Gerhard Schöchl in der rumpfform

der Sunbeam 53.

„Ein Boot segelt nur gut, wenn

man dementsprechend etwas in die

Konstruktion reinsteckt.“

manfred schöchl

Australien muss warten

Am Schreibtisch von Gerhard Schöchl

schlägt der Computer lautstark Alarm.

Es ist der australische Sunbeam-Händler,

der via Internet-Telefon nach dem

jüngeren der beiden Cousins verlangt.

Doch der Partner in Down Under muss

sich gedulden, denn der Vertriebschef

ist auf der Suche nach Cousin Manfred,

der als Leiter der Entwicklung und

Fertigung gerade mit der Endabnahme

einer nagelneuen Werft beschäftigt

ist. Wichtige Termine und Entscheidungen

bestreiten die beiden aus tiefer

Überzeugung nur gemeinsam, und

unser Interview gehört anscheinend zu

dieser Kategorie.

Ein paar Minuten später auf dem kleinen

Besprechungstisch im Chefbüro


yacht

79

familiencruiser. Der Kompromiss

aus Komfort und guten

Segeleigenschaften brachte die

Schöchl-Yachten an die Spitze.


80

01 04

03

02


yacht

81

01 kompetenz. Geschulte Facharbeiter

kümmern sich um die edlen Hölzer.

02 umsetzung. Am optimalen Materialmix

wird ständig getüftelt.

03 genauigkeit. Rumpf und Inneneinrichtung

werden perfekt eingerichtet.

04 kontrolle. Minimale Toleranzen

ermöglichen jahrelange Garantien.

vereint, reagieren die beiden beinahe

schon routiniert, aber keineswegs gelangweilt

auf jene Frage, die sie in den

letzten Wochen wohl am häufigsten beantworten

mussten: „Was können die

Sunbeam-Yachten besser als jene der

Konkurrenz?“ „Der Erfolg beruht auf

einem schlüssigen Konzept: Auf den

hervorragenden Segeleigenschaften

bei schwerem Wetter und bei leichtem

Wind, dem Komfort und Platzangebot

sowie dem modernen, aber nicht

modischen Design“, bringt Manfred

Schöchl exakt jene Argumente auf den

Punkt, welche schon die Preisjury besonders

hervorhob. Aus seinem Mund

klingt die Konstruktion einer erfolgreichen

Segelyacht in etwa so einfach

wie das Kochen des Kaffees, den wir

während des Interviews trinken: „Ein

Boot segelt nur gut, wenn man dementsprechend

etwas in die Konstruktion

reinsteckt. Es muss einen ordentlichen

Balastanteil haben, einen tief liegenden

Schwerpunkt, ein dementsprechendes

Rumpfgewicht und einen Mast, der

die Statik des Bootes ideal ausnützt.“

„Anders als in den vergangenen Jahren,

als wir mit der Sunbeam 53, aber

yacht of the year. Die Schöchl-Cousins

beim Segeln ihrer Sunbeam 34.

„Wir wollen ordentliche Schiffe produzieren,

mit denen eine Familie auch

vernünftig segeln kann.“

auch mit der 26 den Preis um Haaresbreite

verpasst haben, hatten wir

heuer mit den stärksten Gegnern zu

tun“, ist Gerhard Schöchl überzeugt.

Das Erfolgsrezept aus seiner Sicht:

„Wir sind mit unseren Booten schon

heute dort, wo der Markt in drei,

vier Jahren hinsteuern wird: zu den

stabilen, komfortablen und sicheren

Fast Cruisern. Mit der Sunbeam 34

beweisen wir, dass es heutzutage noch

möglich ist, Family Cruiser zu bauen,

deren Segelleistungen durchaus

mit einem Performance Cruiser vergleichbar

sind.“

gerhard schöchl

Angespitzte

Schuhschachteln

Kaum zu bremsen ist Manfred Schöchl,

wenn er auf den derzeitigen Trend am

Yachtmarkt zu sprechen kommt. „Die

generelle Entwicklung hin zu diesen

Family Cruisern führt leider dazu, dass

überwiegend nur noch riesige Polyesterblasen

gebaut werden, die zwar irre

viel Platz, aber kaum mehr Kiel und

wenig Mast bieten. Das Ergebnis ist,

dass die Segeleigenschaften schwer

darunter leiden. Natürlich wird das gebaut,

was die Leute kaufen. Und wenn

der Markt nach einer angespitzten


82

Die

Sunbeam-Saga

1838 zog es Johann, Urgroßvater und

Begründer der Dynastie Schöchl, nach

Mattsee im Salzburger Flachgau. Sohn

Gottfried gründete später im väterlichen

Haus eine Tischlerei, die dessen

Sohn Johann wiederum bis weit über

die Grenzen des Ortes Mattsee hinaus

bekannt machte. 1950 schließlich

traten die segelbegeisterten Brüder

Johann und Gottfried Schöchl in den

Betrieb ein und begannen bereits

1951 mit dem Bau von Segelyachten

mit formverleimten Bootbau-Sperrhölzern,

ab 1954 wurden dazu formverleimte

Furniere verwendet.

1957, mit dem Gewerbeschein für den Bootsbau in

der Tasche, verwandelte man die Tischlerei endgültig

in eine Werft. 1958 baute man bei Schöchl die

ersten Segelyachten aus Kunststoff. Nachdem 1961

die erste Serienproduktion begonnen hatte, wurden

die Schöchl-Boote bereits ab dem darauf folgenden

Jahr ins Ausland exportiert. In den Sechzigerjahren

wurde nicht nur das erste Werftgelände am Ufer

des Mattsees gebaut, bei der Kieler Woche war zum

ersten Mal eine Schöchl siegreich. 1968 wurde die

Sunbeam 22, das erste Schöchl-Boot, das diese Bezeichnung

trug, auf der Hamburger Bootsausstellung

präsentiert. Sie wird zum beliebtesten Kajütboot ihrer

Klasse im deutschsprachigen Raum.

1974 erfolgte der Neubau der Werft am Obernberg

in Mattsee, 1976 konstruierte Ing. Manfred Schöchl,

in den Jahren danach österreichischer und deutscher

Meister in der Korsar-Klasse, sein erstes eigenes Boot

und nahm 1979 sogar an den Weltmeisterschaften

teil. In den Achtzigern exportierte man erstmals in die

USA, 1990 trat Ing. Mag. Gerhard Schöchl in die Firma

ein. Seit 1995 führen Manfred und Gerhard Schöchl

gemeinsam das Unternehmen, 2005 und 2006 wurden

die bisher letzten Modelle, die Sunbeam 53 sowie

34, vorgestellt.

„Wir bauen keine

modischen, sondern

moderne und zeitlose

Yachten.“

manfred schöchl

pioniere. Bereits in den 60er-Jahren wurden

Boote aus Mattsee ins Ausland exportiert.

Schuhschachtel mit einem Zahnstocher

als Mast verlangt, so wird auch

das gemacht. Aber das ist nicht unser

Thema. Wir wollen ordentliche Schiffe

produzieren, mit denen eine Familie

auch vernünftig segeln kann. Das bedeutet,

dass man nicht ständig auf Deck

herumturnen muss, um zu reffen. Wichtig

ist auch, dass es bei Seegang nicht aus

dem Ruder läuft und die Mannschaft

eher beruhigt als nervös macht.“

Ganz den Kundenwünschen verschließen

will man sich bei Schöchl jedoch

keinesfalls – schließlich ist jede Yacht

eine aufwändige Einzelkonstruktion.

Manfred Schöchl: „Wir haben ein sehr

bewährtes Schubladen-System, mit dem

wir die Wünsche der Kunden sehr gut

bearbeiten können. Wir hören uns die

Anliegen an und bieten dann ein möglichst

ähnliches Produkt an – was nicht

nur einen unvergleichlichen Kostenvorteil

bietet, sondern zudem schon x-

mal getestet wurde und sich auf Dauer

bewährt hat. Wenn ein Kunde bereit ist,

für Einzelmaßanfertigungen zu zahlen,

die teilweise zehnmal so teuer sind, dann

tun wir das natürlich auch.“

Generell geht der Trend auch auf Segelyachten

immer mehr in Richtung Komfort.

Während man bei Schöchl früher

noch Yachten zurückbekam, deren Ofen

nach vielen Jahren noch originalverpackt

war, steht man heute vor einem

veritablen Platzproblem. Spezielle Sonderwünsche,

etwa jener nach einem Ceran-Kochfeld,

sind laut Gerald Schöchl

keine Seltenheit mehr. „Auch wenn das

dort gebratene Schnitzel in Relation ein

echtes Vermögen kostet.“

Der Sunbeam-Vorteil:

totales Qualitätsmanagement

Zwei Strategien sind es, die den anhaltenden

Erfolg der Sunbeam-Yachten

ausmachen: Zum einen die der langfristigen

Modellzyklen. „Es darf keine

Schöchl-Yachten geben, wo das Baujahr

am Design erkennbar ist. Das ist auch

der Grund für den hohen Wiederverkaufswert

unserer Boote“, ist Gerhard

Schöchl überzeugt. „Wir bauen keine

modischen, sondern moderne und zeitlose

Yachten.“

Der zweite Teil des Erfolgsmodells ist

das schon an Zwanghaftigkeit grenzende

Qualitätsdenken der Verantwortlichen.

Anders als bei der Konkurrenz,

wo der Rumpf teilweise mit dem Deck

verklebt wird, will man sich im Hause

Schöchl darauf nicht verlassen. Das

aufgesetzte Deck wird mit Niro-Bolzen

verschraubt und überlaminiert. Für absolute

Wasserdichtheit werden für das


Unbenannt-10 1 22.04.2008 11:52:10

yacht

83

design. Das Ziel sind keine modischen,

sondern zeitlose Modelle.

aufwändig. Hochwertiges Laminieren

garantiert ein absolut wasserdichtes Deck.

Laminat nur hochwertige Isophalsäure

und NPG-Harze verwendet. Nicht

sichtbar, aber umso effektiver im alltäglichen

Gebrauch: der edle Nirosta-Tank,

die auf einlaminierten Stahlelementen

befestigten Aufbauten sowie die Befestigung

des Kiels an einer so genannten

GFK-Nase im Rumpf, die im Fall einer

Grundberührung verhindert, dass der

Kiel in den Rumpf gedrückt wird und

strukturelle Schäden verursacht.

Last but not least macht hochwertiges

Segeltuch der Segelmacherei Raudaschl

vom Wolfgangsee das Gesamtpaket

perfekt.

Schöchl-Servicepoint. „Wir haben unseren

Vertrieb auch nach Griechenland

und die Türkei ausgeweitet, weil unsere

Kunden vor Ort einfach gut betreut

sein wollen“, erklärt Gerhard Schöchl

die langfristige Strategie. Natürlich vermittelt

es den Kunden auch Sicherheit,

wenn eine Werft die gewisse Größe hat,

um so etwas zu leisten.

Was eine weitere Expansion angeht, so

stellt man sich selbst unter keinen allzu

großen Druck, was jedoch nicht bedeutet,

dass auf weitere Schritte verzichtet

wird. „Wir haben Partner in Finnland

und Lettland, auch in diesen Ländern

gibt es mittlerweile eine wohlhabende

Mittelschicht, die sich fürs Segeln interessiert“,

ist Schöchl überzeugt. „Die

Schnellen sind in der Bootsbranche

genauso gut wie die Großen, und wir

sind flexibel genug, um auf die Anforderungen

des Marktes reagieren zu können.“

Voller Selbstvertrauen traut man

sich in Mattsee eine Verdoppelung der

derzeitigen Jahresproduktion von etwa

120 Yachten im Jahr zu, wobei etwa

40 Prozent auf die Yachten unter zehn

Meter Länge, jedoch bereits 60 Prozent

Weltweites Service

by Schöchl

Auch wenn die Schöchls den für einen

Bootsbauer ungewöhnlichen Standort

im Binnenland nie als Nachteil betrachteten,

begann man in den vergangenen

Jahren damit, dort Zweigstellen und

Serviceeinrichtungen zu unterhalten,

wo die Kunden tatsächlich segeln. So

entstanden nach der Reihe Niederlassungen

in Holland, Willhelmshafen

sowie in der Schweiz. Auch an der

Nordadria in St. Giorgio und sogar

auf St. Lucia in der Karibik existiert ein


84

„Bootsbau

ist ein Lernprozess”

Mit OCEAN7 SPrAChEN DiE MäNNEr hiNtEr DEM SuNbEAM-bOOM übEr DiE VErStECKtEN MäNGEl MANChEr

YAChtEN, DEN WErt VON KONtiNuität uND trADitiON SOWiE ihrE EiGENE PhilOSOPhiE DES bOOtSbAuS.

OCEAN7: Die Sunbeam-Yachten sind weltweit

vor allem durch ihre überragende Verarbeitungsqualität

erfolgreich geworden.

Wie definiert man bei Schöchl Qualität?

Gerhard Schöchl: Wir schätzen in unserem

Unternehmen das Wort Qualität

an sich nicht sehr. Das Wort Qualität ist

das am meisten missbrauchte Wort, und

deshalb wissen die Leute auch schon

gar nicht mehr, was darunter zu verstehen

ist. Unser Level ist ganz eindeutig

vorgegeben: Unsere Boote müssen eine

gewaltige Sicherheit bieten, aber trotzdem

immer noch gut segeln können.

Am Markt geht die Entwicklung derzeit

eindeutig in Richtung sehr, sehr billiger

Boote, im mittleren Preisbereich bleibt

dann nichts mehr übrig.

erfolgsduo. Manfred und Gerhard Schöchl.

OCEAN7: Was unterscheidet eine günstigere

Yacht am meisten von einer Sunbeam?

Manfred Schöchl: Am meisten lässt sich

an der Struktur sparen. In der schieren

Substanz des Rumpfes liegen etwa 60

bis 70 Prozent des Gesamtwertes. Wenn

man dort nur ein Drittel oder ein Fünftel

abspeckt, sieht das niemand. Erst

wenn man in solchen Booten nicht mehr

schlafen kann, weil sich der Rumpf derart

bewegt. Oder die Schränke während

des Segelns herausfallen – so etwas gibt

es tatsächlich. Das Problem liegt darin,

dass man diese Qualitätsunterschiede ja

nicht auf den ersten Blick sieht. Wenn

mir einer sagt, Hersteller X baut die

gleiche Qualität wie Schöchl, dann kann

ich auf einer Messe ja nicht einfach zu

dessen Messestand rübergehen und zum

Vergleich den Rumpf anbohren.

OCEAN7: Was tut man bei Schöchl, um den

Kunden die Qualität der eigenen Produkte

zu verdeutlichen?

Gerhard Schöchl: Konkret gewähren wir

eine lebenslange Garantie gegen Deck-

Rumpf-Leckagen sowie verlängerte

Garantien gegen Osmose und Delamination

des Rumpfes. Ein Beispiel zum

Thema Nachhaltigkeit: Ein Kunde hat

sich 1967 eine Sunbeam gekauft, und

ein Metallbeschlag ist der einzige Teil,

der verbogen ist – den haben wir jetzt

erneuert. Die Boote sollen ja von der

nächsten Generation weitergeführt

werden.

Man muss natürlich aufpassen, es mit

der Langfristigkeit nicht zu übertreiben,

sonst schneidet man sich selbst vom

Markt ab. Natürlich denken wir stets

daran, wie wir effektiver und rationell

produzieren können. Aber man kann

keine Qualität bauen, für die niemand

mehr bereit ist, zu bezahlen.

OCEAN7: Für welche Kunden zahlt sich

der verhältnismäßig höhere Preis der Sunbeam-Yachten

also aus?

Gerhard Schöchl: Im günstigeren Segment

werden generell 25 bis 33 Prozent

weniger Material für die gleiche Länge

verwendet. Das bleibt natürlich nicht

ohne Folgen. Wenn man nicht viel Zeit

hat zu segeln, dann ist es tatsächlich besser,

man kauft sich ein derartiges Boot.

Das ist vollkommen in Ordnung. Man

bezahlt bis zu 50 Prozent weniger als bei

einem hochwertigen Schiff. Man muss

aber auch zur Kenntnis nehmen, dass

man innerhalb der ersten Jahre auch

vom niedrigeren Kaufpreis noch einmal

bis zu 50 Prozent an Wert verliert.

Manfred Schöchl: Im Kreis der Yachtbauer,

die über 50 Exemplare im Jahr

bauen, sind wir im Augenblick der älteste

Serienyachtbauer in Europa. Aus

diesem Grund haben wir auch Erfahrung

mit Booten, die in den 60er-Jahren

gebaut und vor kurzem verkauft

wurden. Und es ist eindeutig so, dass

man teilweise heute wesentlich mehr für

eine gebrauchte Sunbeam bekommt, als

diese damals gekostet hat. Eine 15 Jahre

alte Sunbeam 40 wurde vor kurzem

um 80.000 Euro verkauft – mehr als das

Doppelte des ursprünglichen Preises.

Wir machen unser Geschäft nun seit 30

bzw. 20 Jahren. Ich sage immer, Segeln

ist ein Lernsport – auch Bootsbauen ist

ein Lernprozess.

Interview: Florian T. Mrazek


yacht

85

qualität. Serienproduktion unter

höchsten Auflagen.

auf die großen Modelle entfallen,

die somit auch einen Großteil

des 2007er-Umsatzes von elf

Millionen Euro verantworten.

Während der Trend

in Richtung größerer,

komfortablerer Yachten

unbestritten ist, schließen

beide Schöchl-CEOs ein

Modell jenseits der aktuellen

53er definitiv aus: „Das wäre

am Standort in Mattsee nicht zu

realisieren, zudem ist es einer unserer

Grundsätze, dass alle unsere Modelle

zumindest zu zweit segelbar sind.“

Stichwort Familienbetrieb: Während

Gerhard Schöchls Kinder gerade die

Unterstufe besuchen, studiert der ältere

der beiden Söhne Manfreds (24 und 25)

als fertiger Ingenieur für Kunststofftechnik

derzeit Betriebswirtschaft. Aber

keine Sorge, gehudelt wird bei Schöchl

nicht, bei der Übergabe des Unternehmens

ebenso wenig wie beim Bau der

erfolgreichen Yachten: Wer heute seine

Sunbeam 34 bestellt, darf sich bis September

2009 darauf freuen.

heimat. Am Ufer des

Mattsees entstehen

Yachten für den

globalen Markt.

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Wer kennt sie nicht, die kleinen Verletzungen an Hand und

Fingern, die bei scheinbar leichten Arbeiten passieren?

Mit wasser dichtem Schutz

helfen hier die neuen atmungsaktiven

und elastischen Strips

aus dem Aqua Protect Hand

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Größen und schmetterlingsförmige

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Ab deckung der Finger kuppen

schützen kleine Wunden

optimal.

Hansaplast.

Raus ins Leben.


86 text Florian T. MraZEk fotos baoTic yachTing

schwedisches

rauM-schiff

Wenn Baotic Yachting nach Biograd in die Marina kornati lädt, so rechtfertigt dies auch eine

kurzfristige reise nach kroatien. Während sich im kleinen Städtchen südlich von Zadar schon der

Sommer andeutet, steht mit der nimbus 42 nova eine kühle Schönheit aus dem hohen norden

Europas ganz im Mittelpunkt des interesses.

Mit den Skandinaviern

ist es ja bekanntlich so

eine Sache: Ungeschlagen

in Sachen Komfort

und Sicherheit, weltbekannt für

ihre Verarbeitungsqualität, gelten die

Schiffsbauer aus dem hohen Norden

in Designfragen hierzulande immer

noch als ein wenig unterkühlt. Okay, das

sonnenstudio. Der praktische

aussichts- und Sonnenplatz am

Vorderschiff zählt zu den highlights

der nimbus 42 nova.

Klima rund um den königlichen Yachthafen

von Göteborg in Långedrag, wo

Nimbus seinen Hauptsitz hat, mag nicht

ganz der mitteleuropäischen Urlaubsnorm

entsprechen, was auch gewisse

Zugeständnisse in Sachen Wind und

Wetter ein wenig verständlicher macht.

Dass jedoch an diesem Klischee schon

lange nichts mehr dran ist, beweist nun

das Flaggschiff der Nimbus-Nova-

Reihe, die 42, eindrucksvoll.

Qualitätsgebot

Im Gegenteil, gemäß dem Firmenmotto

„Nur ein Nimbus ist ein Nimbus“

greifen die Schweden mit jeder Menge

cleverer Detaillösungen sowie edlen

Materialien auch die ausgesprochen designverliebten

italienischen Hersteller

an. Teak und lackiertes Khaya-Mahagoni

wohin man schaut, das satte Königsblau

des Rumpfes setzt sich konsequent im

Textildesign fort. Von der hinteren Badeplattform

gelangt man bequem zum

Entrée vor dem Hardtop aus Fiberglas,

das sich mit wenigen Handgriffen in

null Komma nix zum gesellschaftlichen

Mittelpunkt des Cruisers verwandelt:

Elegante Bartische aus poliertem Edelstahl

auf beiden Seiten komplettieren

die Sitzecke, mit den beiden hinteren

Sitzen finden bis zu acht Personen komfortabel

Platz. Sind weniger Personen

an Bord oder wird (wenig wahrscheinlich)

der Raum einmal knapp, so lassen

sich die beiden Stahlsessel mit einem

Handgriff zur Seite schwenken oder bei

Bedarf wie auch die beiden Tische komplett

im Heck verstauen.

schlechtwetterkompatibel

Geräumig und hell geht es auch im Salon

zu. Das Design von Pelle Petterson, das

maßgeblich auf einer durchgehenden

großen Glasfront rundum basiert, sorgt

innen wie außen für eine aufgeräumte

Linie und jede Menge Licht. Die Kombüse

bietet Platz für zwei Spülbecken,

einen 85-Liter-Kühlschrank, einen

Gasherd mit Backofen, zahlreiche Lagerschränke

samt Geschirr und Besteck

sowie eine Arbeitsfläche mit Graniteinlage.

Schließt man die dreiteilige Glas-

Schiebetür zum Achterdeck, wird die

42 Nimbus zum perfekten Schlechtwetterboot.

Besonders pfiffig und gleichermaßen

praktisch: die elektrischen Schiebeluken

über Fahrer- und Beifahrersitz

sowie die großen Schiebetüren zu beiden

Seiten des Führerstands. Letztere

sorgen nicht nur für perfekte Rundumsicht

bei heiklen Manövern, sondern

sind auch der kürzeste Weg zum gemütlichen

Platzerl am Vorderdeck. Trotz

des geradezu ausladenden Raumgefühls

wirkt die Nimbus 42 Nova äußerlich

schlank, was nicht zuletzt ihrem schlanken

Rumpf in Sandwichlaminat-Bauweise

zu verdanken ist, dessen Basis bei

Storebro zu suchen ist.

schnittiges coupé

Der Rückgriff auf die Errungenschaften

der Schwestermarke sowie umfassende

Rumpfverstärkungen bewähren

sich auch außerhalb der Marina, gibt

man einmal kräftig Gas: Vor allem die

Leichtigkeit, mit der sich die 42 Nova


yacht

87

02

In ganz

Kroatien

Ihr dienst auf

Pannen-

See

steuern lässt, erinnert schon fast mehr

an einen Jetski als an einen Neun-

Tonnen-Schwedenbomber. Von zwei

Volvo Penta Sechszylinder-Diesel mit in

Summe 740 PS angetrieben, bleibt bei

37 Knoten kein Auge trocken.

01 03

01 skandinavisch. Teak, Mahagoni und

Edelstahl dominieren das Deck.

02 gemütlich. Wohlfühlatmosphäre mit

Rundum-Panorama im geräumigen Salon.

03 herrschaftlich. Mahagoni und Königsblau

auch in der feudalen Eignerkabine.

1. Eigner-Pass von

120,- bis 350,-

pro Jahr (je nach Bootslänge)

2. Trailer-Pass für

65,- pro Jahr

Für 20 Tage gültig

3. Charter-Pass für

50,- pro Jahr

Für einen Chartertörn bis 14 Tage

Home, sweet home

Zeit, auch mal die inneren Werte der

größten Nova-Yacht in Augenschein zu

nehmen. Trotz ihrer vergleichsweise geringen

Ausmaße von etwas über 41 Fuß

(12,5 Meter) verfügt die 42 Nova über

drei separate Kabinen. Bei einer Breite

von 3,90 Meter bleibt jede Menge Platz

für bis zu acht Personen. Die Eignerkabine

bietet neben drei Bullaugen

(eines zu öffnen) direkten Zugang zum

eigenen Bad mit separater Dusche,

Teakgräting sowie Waschbecken aus

poliertem Edelstahl. Wohin man schaut,

bietet sich der Eindruck höchster Qualität.

Bekanntlich sehnen sich alle Bootsbesitzer,

wenn sie zu Hause auf ihrem

Sofa sitzen, nach ihrem Boot. Bei Nimbus

hat man es sich erfolgreich zum Ziel

gemacht, dass man sich nicht mehr nach

dem Sofa zu Hause sehnt, wenn man

erst an Bord eines ihrer Schiffe ist.

Nimbus 42 Nova

Motor:

2x Volvo Penta D6, Diesel, 370 PS

Geschwindigkeit: 37 kn

Länge:

12,50 m

Breite:

3,90 m

Tiefgang:

0,90 m

Gewicht:

8.800 kg

Treibstofftank: 1.000 Liter

Wassertank: 400 Liter

Schlafplätze: 6+2 im Salon

Preis:

601.992 Euro

Kostenlose Leistungen:












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Sea-Help GmbH

4663 Laakirchen

AUSTRIA

Tel: +43 (0)7613 26 3 90

Fax: +43 (0)7613 26 3 99

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88

yacht club austria

editorial

Neuer wind beim yacht club austria?

Naja, vielleicht kein neuer wind, aber doch ein neuer Commodore!

Ich habe die Ehre, von der Generalversammlung des YCA zum neuen Commodore

gewählt worden zu sein.

Nun es wartet viel Arbeit auf uns bzw. ist vieles liegen geblieben, da wir

ja vor allen Dingen unsere Beziehung zum ÖSV auf neue Beine stellen

mussten. Das alles liegt nun hinter uns, aber noch mehr vor uns.

wir müssen die weichen stellen, um auch in der Zukunft als größter

Fahrtenyachtsportclub unsere Mitglieder richtig zu vertreten bzw. auch für

unsere Mitglieder die richtigen Angebote zu machen. Viele Ideen schwirren

in unseren Köpfen umher, manches wird vielleicht nicht realisierbar sein.

Aber einiges wird sicher für Aufsehen sorgen, da bin ich mir sicher.

Mein Vorstand und ich hoffen, bereits im Herbst die ersten Neuigkeiten in

diesem Heft der breiten Öffentlichkeit vorstellen zu können.

Noch hat mir, als neuer Commodore, keiner die Frage gestellt warum man

zum YCA gehen sollte, das wird sicher noch kommen, aber ich möchte hier

gleich die Antwort geben:

weil der YCA, neben den gewerblichen Schulen, den größten Anteil an Ausbildung

in Österreich hat!

weil der YCA seinen Mitgliedern viele Vergünstigungen bietet, so dass man

bei geschickter Gebarung seinen Mitgliedsbeitrag wieder hereinspielt!

weil der YCA die größte Plattform ist, die die Fahrtensegler vertritt, und

noch größer werden will!

weil der YCA jedes denkbare nautische wissen innerhalb seiner Mitgliedern

hat und dieses allen Mitglieder zur Verfügung stellt!

weil der YCA viele Stützpunkte hat, wo jedes Mitglied mit seiner Yacht

Hilfe und unterstützung bekommt!

weil der YCA interessante Veranstaltungen wie die Alpe Adria Sailing week

- Austria Cup bietet!

weil der YCA Crewtreffen in jedem Monat in (fast) jedem Bundesland organisiert!

Aber ich darf gleich warnen: Jeder, der mich fragt, warum er zum YCA

gehen soll, den frage ich auch gleich, was er anbieten kann für diese

Gemeinschaft. Da ja jeder nur das herausnehmen kann, was ein anderer

reintut.

Tja und noch eine Neuigkeit: Da wir ein Yachtclub sind, spreche ich jedes

Clubmitglied per Du an!

Ich lade alle herzlich ein, zum Yacht Club Austria zu kommen, unsere

Plattform als Vertreter des Fahrtenyachtsportes zu verstärken und damit

neue Dinge für den österreichischen Fahrtenyachtsport möglich zu

machen.

Mit sportlichen Grüßen

Euer Christian

Neuer yca vorstaNd gewählt!

Am 29.3.2008 hatten wir unsere 36. Ordentliche Generalversammlung des Yacht Club

Austria mit Neuwahlen. Der neu gewählte Vorstand sieht wie folgt aus:

Commodore: Christian M. F. Schifter

Vize-Commodore: Dr. Jürgen Adlmannseder

Vize-Commodore: Karl Florian

Schatzmeister: Margarete Schirmer

Koordinator: Dir. Herbert Rapp

Assistent: Gottfried „Titzl“ Rieser

Rechnungsprüfer: Ernst Kocher

Rechnungsprüfer: Christian Sporer

crew salzburg

CREw-COMMANDER ING. GEORG BuHl

lotte-lehmann-Promenade 14, 5026 Salzburg

M. 0664 / 910 10 40, georg.buhl@aon.at

Seglerabend jeweils am zweiten Mittwoch des Monats, ab 19.30 uhr beim Jägerwirt

in Kasern.

PrograMMvorschau

Mittwoch 14. Mai 2008

Commodore Christian Schifter hält einen Vortrag über VERSICHERuNGEN, Kasko,

Haftpflicht, Skipperversicherung, Rechtsschutz, Verhalten bei unfall und gegenüber

dem Versicherer usw.

Mittwoch 11. JuNi 2008

BORDFEST IM GRÜNEN möglichst im Gastgarten des Jägerwirts, bei Schwerwetter

im Saal B

Alle Crewmitglieder deren e-mail Adresse bekannt ist, erhalten jeweils einige Tage

vorher eine Erinnerung. Gute unterhaltung wünscht der Crewcommander

onatlich an e-mail adressen!

ausbilduNg

Skippertraining, Ausbildungs- und Prüfungstörns auf Anfrage

Neue Mitglieder crew salzburg:

crew wieN, Nö, burgeNlaNd

Crew-Commander Christian Schifter

ludwiggasse 3, Haus 4, 1140 wien

t. +43 / 1 / 710 92 22, cschifter@pantaenius.com

Jeden 2. Dienstag im Monat (Abweichungen werden angekündigt, Juni/Sommerfest,

Juli u. August/Sommerpause) ab 19.00 uhr im Clublokal „Restaurant Pistauer“,

1110 wien, Ravelinstraße 3, beim Simmeringer Friedhof, Tel. 01-767 25 10

Die letzte Einladung und Aktuelles findest du auch unter:

www.yca.at - crews - crew wien, niederösterreich, burgenland


Ausbildungs- und ProgrAmmübersicht für

YcA-mitglieder

89

Achtung: Unser Wetterseminar ist ausgebucht, wir informieren über einen eventuellen

Zusatztermin im Herbst! Vorreservierungen unter cschifter@pantaenius.com

crewAbend 13. mAi 2008 „donAudeltA teil ii“ – otto Peter Ziegler

Wie schon im ersten Teil wird unser Mitglied nun den zweiten Teil wie immer ein bisschen

witzig, ein bisschen lehrreich seiner Reise präsentieren. Als semiprofessioneller

Videofilmer der auch dieses Hobby in einem eigenem Club pflegt haben wir immer

wieder Grund ihm für seine Filmabende zu danken!!! Ein toller Film erwartet uns!

sommerfest Am 7. 6. 2008

Segelzentrum NEUE DONAU Unser Segelfest wird heuer erstmals auf der Neuen Donau

im Segelzentrum stattfinden. Wir informieren euch noch im Detail - haltet auf jeden

Fall mal den Termin frei!!!

crew oberösterreich

Crew-Commander Klaus Czap

Haydnstraße 47, 4020 Linz

t. +43 / 732 / 34 10 85, m. 0664 / 260 85 92

klaus.czap@aon.at

Liebe Clubmitglieder!

Zukünftig wird der O.Ö. Newsletter (Mail-Info) von Wolfgang Hoffmann, Fa. Netpark, Niederranna,

ausgesandt. Wir können daher unsere Mitglieder wieder mit Neuigkeiten aus

der Crew O.Ö. informieren. Wichtig ist aber, daß wir auch Ihre Mail-Adresse haben. Wir

danken für eine Spende zur Jugendausbildung!

Auf Euren regen Besuch freut sich der Crewcommander

VorstAnd

Crewcommander Klaus Czap, 1. Vize: Ing. Adolf Furchtlehner, 2. Vize: Gottfried Rieser,

Jugendreferent: Christian Lininger, Ausbildung: Alfred Haberlik, Zahlmeister: Karl Tauber,

Schriftführer: Wolfgang Tomitza, Beirat u. Rechtsberater: Mag. Klaus Übermaßer,

Beirat: Sieghard List, Beirat: Wolf-Dieter Grimm, Kassaprüfer: Wolfgang Hoffmann,

Herwig Schramböck

clubAbende

immer am letzten Dienstag des Monats im Volkshaus Dornach, Auhof 4040 Linz-Urfahr,

Niedermayrweg 7, Beginn jeweils 19:30 Uhr

Gäste in Begleitung von Crewmitgliedern sind wie immer herzlich willkommen.

Aktuelles

Unser Weltumsegler Claus Gintner bringt sein Schiff ESCAPADA von Venezuela zurück

ins Mittelmeer. Für alle Teilstrecken sucht er noch Mitsegler.

Genaue Infos beim Crewcommander oder direkt bei Claus Gintner,

Tel.: 0664-3843515, oder Mail: claus.gintner@yahoo.de

Zwei Yachten der YCA-Crew O.Ö. sind zur Zeit auf Weltumsegelung. Die „Black Pearl“

und die „Golden Tilla“

Wir wünschen Gut Wind und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!

AktiVitäten

Für Seemeilenhungrige und Prüfungskandidaten liegen uns verschiedene Angebote

vor (Meilentörns, Überfahrten, Überstellungen, Praxistörns)

Für Mitglieder des YCA-Crew O.Ö. veranstalten wir Updateprüfungen zur Fahrtbereicherweiterung

(MSVÖ) und Zusatzprüfungen. Technik für Inhaber eines ÖSV-Befähigungsausweises

zur Erlangung eines MSVÖ-Befähigungsausweises. Vor der Prüfung

erfolgt ein Unterricht über Motortechnik.

Diese beiden Veranstaltungen werden von der Crew O.Ö. veranstaltet und

sind nur für YCA-Mitglieder zugänglich!

Alle Termine werden auf unserer Homepage bekanntgegeben.

Außerdem erfolgt eine Aussendung per E-mail.

Auskünfte über diverse Möglichkeiten zur Fahrtbereichserweiterung/Umschreibung

etc. beim Crew-Commander anfordern!

stAmmtisch-info

YcA-stammtisch der crew o.ö. im raum lambach

Jeden 2. Freitag im Monat im Gasthof Kloibhofer in Neukirchen bei Lambach:

11.04., 09.05., 13.06., 12.09., 10.10., 14.11.

und 12.12.2008 ist auch gleich die Weihnachtsfeier

Beginn: jeweils um 19.00 Uhr

Stammtischleitung: Wolf –Dieter Grimm 4650, Edt bei Lambach,

0676-6276399, mail: grimmsailing@tele2.at

stammtisch seewalchen (Leiter: Erich JANSCH)

Der YCA-Stammtisch Attersee findet jeden ersten Samstag im Monat statt,

zu dem alle „Seefahrer“ recht herzlich eingeladen sind! Auf euer Kommen

freut sich Erich Jansch

Gmundnerstr. 9 (Eingang Hafnergasse), 4861 Schörfling, Tel.: 0664-4300711

stammtisch freistadt (Leiter: Sieghard LIST)

Die Benachrichigung über Termin und Ort erfolgen per SMS und sind auf

der Home Page unter: members.aon.at/crlipe abzufragen.

stammtisch ried (Leiter: Paul HAFNER)

findet jeden ersten Donnerstag im Monat in Paul Hafners Hafenkneipe,

Kellergasse 6, 4910 Ried, statt.

stammtisch linz (Leiter: Rudolf HANKE)

findet jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr statt!

Im Bratwurstglöckerl, Angerholzerweg 38, 4020 Linz

crew tirol, VorArlberg

Crew-Commander Dr. Wolfgang Gold

An der Lan-Straße 27, 6020 Innsbruck

m. 0676 / 600 23 54, w.gold@chello.at, www.yca-tirol.at

Zweigverein des Yacht Club Austria mit Sitz in Linz, ZVR 356118755

clublokAl

APT-Club, A-6020 Innsbruck, Grabenweg 72, www.apt-club.at

Crewabende jeden 2. Mittwoch des Monats ab 20.00 Uhr

VorstAnd

Dr. Wolfgang Gold (Crew-Commander), Karl Florian (Vize-Crew-Commander), Johann

Angelmayer (Schatzmeister), Ernst Kocher (Yachtmeister), Marisa Kocher

(Schriftführerin)

crewProgrAmm

14.05.2008 Crewabend: Christian Kargl / Andreas Hanakamp „Volvo Ocean

Race“

11.06.2008 Sommerfest im APT-Club

Juli, August Sommerpause

10.09.2008 Crewabend: Lichtbildervortrag

meilentörn/skiPPertrAining

31.05.-07.06.2008 Nördliche und mittlere Adria


90

GMDSS-BetrieBSzeuGniS (SrC + LrC)

Aussteller Royal Yachting Association London. Grundlagen der englischen Sprache

in Wort und Schrift müssen vorhanden sein. Kurs und Prüfung an einem Wochenende

in Tirol.

21. - 22.06.2008 SRC (jeweils 09:00 bis 17:00 Uhr)

InteressentInnen (v.a. auch GMDSS-Kurse wegen beschränkter TeilnehmerInnenzahl

– 10) bitte beim Yachtmeister Ernst Kocher, Tel. 0650/9063548, anmelden.

YCA-CLuBArtikeL

Ab sofort sind die YCA-Clubartikel direkt über den Crew-Commander zu beziehen.

Das Angebot findet Ihr auf unserer Homepage unter www.yca-tirol.at/shop.htm.

Die Ausgabe der Waren kann aus organisatorischen Gründen nur an den Crewabenden

erfolgen, daher bitten wir um rechtzeitige Vorbestellung.

Aktueller Hinweis unseres Yachtmeisters: Telefonieren ohne Roaminggebühren

im Ausland. Weiterführende Informationen dazu findet Ihr auf seiner Homepage

unter www.ekocher.at

Dr. Wolfgang Gold e.h.

Crew-Commander

Funkvorbereitung zur Erlangung des Funkscheines

MSVÖ Kurse, BEFÄHIGUNGSAUSWEIS zur Führung von Motoryachten im Fahrtbereich 2

und 3 (Küstenfahrt und Küstennahe Fahrt)

Weiters organisieren bzw. vermitteln wir die erforderlichen Praxisausbildungen:

A Schein Praxiskurse

Meilentörns für FB2 – 3

Ausbildungstörns für FB2 – 3

Prüfungstörns für FB2 – 3

Funkprüfung

Auf Anfrage vermitteln wir auch

Spinnaker. und Gennakertraining und Skippertraining

Die genauen Terminpläne 2008/2009 für die Theorie- und Praxisausbildungen sind

noch in Ausarbeitung.

infos und Anmeldungen:

office@yca-crew-ktn.at, www,yca.at, www.yca-crew-ktn.at

Crew kärnten

Crew-Comm. Prof. Univ. Ass. Dr. Jürgen Adlmannseder

Rudolf Kattnigweg 3, 9201 Krumpendorf

t. 0650 / 340 04 75, juergen.adlmannseder@uni-klu.ac.at

www.yca-crew-ktn.at oder www.businessclub.at,

office@yca-crew-ktn.at

YCA-StAMMtiSCH kLAGenfurt

Jeden Dienstag ab 19.00 Uhr Crew-Kärnten Stammtisch beim Gasthof Jerolitsch

in Krumpendorf.

GENERALI Alpe Adria Sailing Week 2008 vom 18. Mai - 22.Mai. 2008

Sommerfest der Crew Kärntenam 4.Juli. 2008, genaue Zeit und Ort werden noch

festgelegt

Clubausflug am 4.Oktober 2008, das Ziel wird erst festgelegt

Generalversammlung der Crew Kärnten am 14.Oktober 2008

Ausflug zur HANSEBOOT Messe in Hamburg z. B. vom 30. Okt. - 2. Nov. 2008 (noch

in Planung)

Weihnachtsfeier der Crew Kärnten im Dezember 2008, genauer Termin und Ort

werden noch festgelegt

Themenabende im Rahmen des Stammtisches nach Vorankündigung auf der Website

AuSBiLDunG

Theoriekurse und Prüfungen zur Erlangung folgender Befähigungsausweise:

A Schein Kurse (Führerschein A Binnenfahrt)

Fahrtbereich 2 Kurse (FB2) BEFÄHIGUNGSAUSWEIS zur Führung von Segelyachten

im Fahrtbereich 2 (Küstenfahrt – 20 sm) – alte Bezeichnung = B Schein

Crew SteierMArk

Yacht Club Austria, The Austrian Cruising Club

Clubbüro: Nordberggasse 6-8, 8045 Graz

t. 0664 / 534 78 99, f. 03132 / 4269,

office@yca-steiermark.at, www.yca-steiermark.at,

Verbandsverein des Österreichischen Segelverbandes und des Motorboot

Sportverbandes Österreichs

YCA Crew StMk - CLuB terMine 2008m: 18.00 Uhr, Videovorführung, 18.00

Bürozeit jeden 1. Donnerstag im Monat von 19.00-20.00 Uhr

06.-12.07.2008 YCA-Jugendwoche, Zeltlager

12.07.2008 Abschlussfeier Jugendwoche anschließend Strandfest

25.09.2008 Fahrtenbereich 2 u. 3 ÖSV und MSVÖ (B-Schein) Infoabend,

Videovorführung, Clubraum: 18.00 Uhr,

Waldschach Clubzentrum Tel.: 03185 / 80 07

Nur am Wochenende der Segelsaison besetzt.

LeiHServiCe

Leihgegenstände

Bordapotheke

Skipperkoffer

14 EUR

Navtexempfänger 14 EUR

NASA TARGET PRO

Rettungswesten für Kinder 14 EUR

Miete/woche kaution reservierung

14 EUR 200 EUR

200 EUR

200 EUR

200 EUR

Mag. Roswitha Fricke

Schutzengel Apotheke

Vinzenzg., Graz; 0316/581265

Clubbüro

Fahrtbereich 3 Kurse (FB3) BEFÄHIGUNGSAUSWEIS zur Führung von Segelyachten

im Fahrtbereich 3 (Küstennahe Fahrt – 200 sm)


Ausbildungs- und ProgrAmmübersicht für

YcA-mitglieder

crew tAuern

Crew-Commander Ing. Fritz Breitenstein

5710 Kaprum 327

t. 06547 / 7159 oder 7065, office@crewtauern.at

www.crewtauern.at

crewstAmmtisch

Jeden ersten Sonntag im Monat ab 10.00 Uhr im Gasthof SCHETT - in Piesendorf

- Fürth

crewAbende

Veranstaltungsort - Veranstaltungssaal OPTIMUM in Kaprun. Jeweils monatlich! Die

Einladungen ergehen

wie immer persönlich an unsere Mitglieder!


tÖrns

dreitägiges wochenend-skiPPertrAining


15.05. bis 18.05.2008


Details aller unserer Veranstaltungen, Kurse und Törns finden Sie auf unserer Homepage:

www.crewtauern.at

Anmeldungen können gleichfalls direkt über diese Adresse vorgenommen werden!

crew eisenerz

Crew-Commander Mike Hecker

Freiheitsplatz 4, 8790 Eisenerz

t. 0664 / 34 58 529, mike@gebirgssegler.at,

www.gebirgssegler.at



05.06. Clubabend

bordAPotheke


Die Leihgebühr beträgt € 5,- pro Woche (inkl. verbrauchtem Verbandsmaterial).

Die Medikamente werden individuell nach Verbrauch berechnet.

crew bAYern

Crew-Commander Dipl.-Päd. Barbara Lange-Hofmayer

Waldinger Str. 28, D-85084 Reichertshofen

t./f. +49 / 8453 / 8699, m. +49 / 160 / 735 82 09

crew kroAtien

Ehren-Commodore und Crew-Commander

Kapitän Miljenko Zanic

Lucka Ispostava, HR-51250 Novi Vinodolski

t./f. +385 51 244 345




crew-ProgrAmm 2008:

19.07.2008: REGATA VELEBITSKOG KANALA – NOVI OPEN

26-27.07.2008: NOVLJANSKA REGATA

Klasse OPTIMIST, LASR, LASER RADIAL, LASER 4.7

S/Y ‚‘GAVRILOVIC‘‘-SKIPPER MILJENKO ŽANIC

YCA-CREW CROATIEN-YC BURIN NOVI VINODOLSKI



ein PAAr erfolge Aus 2007:


-REGATA ROTARY DISTRICT 1910

-1. PLATZ

-FIUMANKA-RIJEKA - 1. PLATZ



-INSEL CUP(HVAR-KOMIŽA-HVAR) 1. PLATZ


vorstAnd

-NOVI OPEN

1. PLATZ



Mike Hecker (Crew-Commander), Kurt Haider (Vize-Crew-Commander), Werner Resch -CRIKVENICA 1. PLATZ


(Schatzmeister), Jörg

Vaczulik ( Schriftführer), Jan Smitterberg (Trainer)

-ZADAR 1. PLATZ


-MRDUJA ( 340 TEILNEMMER) 2. PLATZ


clubAbend -GALIOLA 2007.

2. PLATZ

Jeden 1. Donnerstag

im Monat (Abweichungen werden angekündigt) um


18.00 Uhr im „GH zur alten Mühle“ Fam. Längauer, Hieflauerstraße 100,


8790 Eisenerz.



crew

schweiz

crewProgrAmm


08.05.

Clubabend: „Achtung Abweichender Termin!!!“ Crew-Commander

Bruno Gerber

18.- 22.05. Alpe Adria Sailing

Week 2008:

Alte Gasse 14, CH-3704 Krattigen

18.05.


2 gemeldete Schiffe der Crew Eisenerz



t. +41 / 338 / 22 95 24, f. +41 / 338 / 22 95 39,

beim Izola Open



19.- 22.05. 2 gemeldete Schiffe der Crew Eisenerz beim Austria Cup www.yca-crew.schweiz.ch, office@yca-crew-schweiz.ch


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Unbenannt-1 1 25.02.2008 19:32:17


92

Open Match Race

Cup/Bodensee

Neben der allianz Traunsee Woche, deren Höhepunkt, der rc

44 austria cup, für america’s-cup-flair vor Gmunden sorgen

wird, wartet auf Segel-Österreich mit dem open Match race

cup in Hard am bodensee von 22. bis 25. Mai 2008 ein weiterer

spektakulärer Hingucker. Geladen sind zwölf Teams aus

zehn Nationen, darunter die Wagner-Schwestern Verena und

ute, die von claudia Stenico unterstützt werden. Gesegelt wird

im 700 Meter langen und 400 Meter breiten Harder binnenbecken,

welches zum Zuschauen perfekt geeignet ist. Im dritten

Jahr seines bestehens weitet die Veranstaltung das rahmenprogramm

noch ein wenig aus: Nach dem sonntägigen finale

steigt ein Jazzkonzert, der eintritt ist während des gesamten

events frei.

www.matchrace.at

spannende

Wendeduelle

zum

Anfassen am

bodensee!

Weltfinale

BMW Sailing

1.800 ambitionierte Freizeitsegler haben in neun Ländern

am BMW Sailing Cup 2007 teilgenommen. Die

besten von ihnen – neun Fünfer-Crews – haben sich

für das BMW Sailing Cup Weltfinale in Dubai (15. bis

20. April 2008) qualifiziert. Gastgebende Marina war der

renommierte Dubai International Marine Club (DIMC),

der wichtigste Schauplatz nationaler und internationaler

Wassersportevents im Nahen Osten. „Beim Weltfinale

Familientreffen

Hofbauercup 2008

Der Hofbauercup wurde heuer zum neunten Mal ausgetragen. Insgesamt waren 24

Mannschaften registriert, die meisten Stammgäste. ein Treffen der Hofbauercupfamilie,

wie es Veranstalter Markus Griessler gerne immer wieder betont. Sechs Wettfahrten bei

traumhaften bedingungen brachten folgende Sieger: Mit Spinnaker reüssierte das aquila-

Sailingteam unter Skipper christian bayer, ohne Spinnaker Karl Müllner mit seiner raDKa.

Mario Lenitz entschied die einheitsklasse elan 333 für sich, uli Müller-Hofbauer dominierte

die flotte der bavaria 35match.

www.hofbauer.at


news Regatta

93

cup

treffen sowohl ambitionierte Regattasegler

als auch begeisterte Freizeitsegler aufeinander,

die beeindruckende seglerische

Leistungen erbringen”, sagt Ralf Hussmann,

Leiter BMW Sportmarketing. Die Wettfahrten

wurden auf One-Design-Yachten vom Typ

Bénéteau First Class 7.5 ausgetragen. Über

sieben Runden musste das Siegerteam aus

Spanien Fleet- und Matchrace-Kompetenz

beweisen, ehe es den begehrten Siegerpokal

des Weltfinales von Russel Coutts (!)

in Empfang nehmen durfte.

www.bmw-yachtsport.com

Starboot-Weltmeisterschaft, Miami

heimischer star in Qingdao

hans spitzauer und christian nehammer kehren mit

vollen händen aus miami wieder. nach einem fulminanten

5. Platz beim Bacardi cup (Öoc-a-Leistung) sicherte

sich das starboot-duo im rahmen der Weltmeisterschaft

mit rang 16 das erforderliche nationenticket,

was in summe spitzauers fünfte olympiateilnahme zur

Folge hat!

www.starworlds2008.com; Foto: www.sail2peking.at


94 TEXT DOMINIC MARSANO FOTOS FRANZ FIGL, SAIL ATTACK; ANDREAS MALAK, WWW.WORKLINE.AT; WALTER KLING

FOTOSAFARI. „Das schönste Bild vom

Palagruza-Felsen gewinnt!”

ROUND PALAGRUZA

CANNONBALL RACE 2008

FELSENFESTER

IDEALISMUS

Beim Round Palagruza Race, zwangsweise als kreative

Fotosafari getarnt, reichten einander Leidenschaft und

Dramatik stilvoll die Hände, was dem Offshore-Debütanten

zu einem sehenswerten und viel umjubelten Regatta-

Einstand verhalf. OCEAN 7 war mit von der Partie

und staunte nicht schlecht.


egatta

95

„Ich rufe New York, New York,

könnt ihr mich hören?“ ein letztes Mal

startet Mischa Strobl seinen roll call,

diesmal allerdings mit festem Boden unter

seinen Füßen und einem Mikrofon

anstelle des Funkgeräts in der Hand. es

folgen SaN DIego, aucklaND,

dann SIDNeY, alle geben gebührend

und mit heroisch geschwellter Brust

laut. Nach 16 rückmeldungen und ein

paar launigen Dankesworten hält es keinen

der hundert Sieger auf den Sitzen,

Jubel brandet auf und jene, denen die

standing ovations gelten, liegen einander

minutenlang in den armen. Strobl,

der sich selber als der Blabla-Direktor

dieser Veranstaltung und kompagnon

ronnie Zeiller als race- wie überhaupt

Manager vorstellt, plappert von der Idee

der beiden Segel-Verrückten. genauer

genommen war es um eine wette gegangen,

die letztendlich einen Hype

auslöste, der Mitte april in der maritimen

umrundung eines Felshaufens inmitten

der adria gipfelte. Der neunzig

Meter aus dem wasser ragende schroffe

kerl fristet dort, wo das Meer eigentlich

schon ganz Meer sein will, ein unwirkliches

Dasein. als Palagruza in den

Seekarten vermerkt, nur zeitweise von

einem leuchtturmwärter bewohnt, von

unzähligen Vögeln umschwirrt, von denen

es einige arten gar nicht gäbe, gäbe

es den Nistplatz Palagruza nicht. Das

lehrte uns sogar eine universum-Folge.

„Wir wollen die regatta

klein halten, damit sich die

teilnehmer kennenlernen

und in familiärer atmosphäre

wohlfühlen können.“

(Veranstalter und Mitstreiter ronnie Zeiler)

Wo es Klick macht

ronnie Zeiller ist Segler aus leidenschaft

und lebt diese am liebsten auf

hoher See im sportlichen Vergleich mit

gleichgesinnten aus. es macht einfach

Spaß, aber nicht alles, worin dieser Spaß

eingebettet ist, mundet dem Salzwasser-verliebten

wiener. Der ecker-cup

ist gut, aber aufgrund der zweiwöchigen

Dauer zu viel des guten. Mittelstrecke,

innerhalb von einer woche

machbar, einheitsklasse und ordentlich

offshore – so die persönlichen Parameter

des 48-jährigen werbefotografen.

alleine um die wette segeln ist Zeiller

„ganz einfach zu fad“, die Mundpropaganda

tat das Ihre und Skipper ronnie

schritt mit unterstützung Strobls, der

sich um das Marketing kümmerte, mit

Feuereifer zur Tat. auf eigene kosten

wurden 18 Bavaria Match 42 in Biograd

gechartert. Der Poker ging auf,

16 Boote fanden abnehmer, mit wettfahrtleiter

gert Schmidleitner und einer

Handvoll Sponsoren fanden sich

weitere wichtige Partner. Der Segen

der kroatischen Behörden war erteilt,

die 400-Seemeilen-Hatz um Palagruza

(13.-18. april) konnte beginnen. 48

Stunden vor dem Startschuss verdampften

die Zusagen der Behörden in heißer

luft. Plötzlich war von drei Begleitbooten,

plus einem Schiff für die Jury,

sowie einer schriftlichen Übereinkunft

mit der kroatischen Marine die rede. In

wahrheit und Zeiten wie diesen ging es

schlichtweg um die liebe Marie, welche

Zeiller nicht bereit war zu bezahlen und

die er auch nicht auf andere abwälzen

wollte. also wurde das round Palagruza

race bei der kaiserschmarrenparty,

einem kräftebringenden, süßen

oceaN7 Startschuss im rahmen der

Steuermannsbesprechung, kurzerhand


96

Hasenstart. Die ANTS-Crew

um Maria Kotnig wird von der

später siegenden SOLENT/3COM

eingeholt.

„Sportliches segeln mit

(ger)echtem vergleich ist

nur in einheitsklasse

möglich und die ewige

messbriefdiskussion

ist nicht unseres.“

MIScha strobl & Ronnie Zeiller, veranstalterduo

auf und davon. Hans Kalhs und Lukas Rupsch gewinnen

mit ihrer Crew auf der SOLENT/3COM.

abgesagt. Auf den Schrecken folgte im

nächsten Atemzug der neue Rahmen.

Strobl rief zur Fotosafari nach und um

Palagruza auf, das Wort Regatta wurde

aus dem Sprachschatz und vor allem

aus dem Funkverkehr entfernt, ein Hasenstart

machte das Startschiff unnötig,

alles andere blieb wie geplant.

The Rock

Am 13. April eröffnete Geheimfavoritin

Maria Kotnig samt ANTS-Team um

exakt 1400 Uhr mittels Steuerbordschlag

ein paar Seemeilen vor Biograd den

Round-Palagruza-Reigen. Ausgerüstet

mit Livetracking, Satellitenkommunikation

und ständig vom Seepannendienst

SEATOW gestützt, segelten 16 Bavaria

Match 42 mit Netz und doppeltem

Boden Richtung Palagruza und wieder

zurück. Zunächst bildete sich eine

Vierergruppe, dann konnten sich mit

Einbruch der Dunkelheit zwei Boote

vom Feld ein wenig absetzen, und als

der Morgen graute, folgte die erste Vorentscheidung.

Während die SOLENT,

angeführt von Hans Kalhs und Lukas

Rupsch, ab Dugi Otok unter Land

blieb, segelten die ersten Verfolger weit

draußen. Dort dominierte die Flaute. Ab

der Insel Kornat erwies sich das Gebläse

hingegen als stark genug, um sich Kabellänge

für Kabellänge von den Offshore-

Taktierern abzusetzen. Der Leebogen

Ergebnis:

SOLENT Hans Kalhs/Lukas Rupsch 82:16

SOUTHAMPTON Jürgen Preusser/Walter Kling 82:49 (+00:33)

HOBART Kurt Rieck/Martin Kausal 83:10 (+00:54)

NEW YORK Michael Lynn/Alex Kagl 83:19 (+01:03)

LES SABLES Bernhard Wondratsch/Uli Melzow 83:23 (+01:07)

Die weiteren Platzierungen gibt es auf www.roundpalagruza.at nachzulesen. Dort wird man

außerdem alle Informationen zum Round Palagruza 2009 finden, zu dem zu Redaktionsschluss

schon 12 (!) Anmeldungen vorlagen.


egatta

97

im einsatz. Ronnie Zeiller und seine

Crew auf der SAN DIEGO.

führte zu einem 13 Seemeilen satten

Vorsprung von Kalhs, Grundlseer und

Klassensekretär der Soling-Vereinigung,

und schob das Feld in der Nacht auf

Montag bei Leichtwind und heftigem

Wetterleuchten zwischen Bisevo und

Vis wieder zusammen. Eine Nordfront

brachte Kälte, kurzfristig Hagel, langfristig

Regen, Blitz, Donner und achterlichen,

immer stärker werdenden Wind,

der in den Morgenstunden die See bereits

ordentlich aufgewühlt hatte und

der sich mit 35-Knoten-Böen Respekt

verschaffte. Der Weg zur steinernen

Wendemarke verkam zum wilden Ritt

und forderte massiven Tribut. Während

Kalhs bei Leichtwind vor Palagruza herumdümpelte

und auf den Gewitterwind

samt schnell daherrauschendem Feld

warten musste, rissen drei Spinnaker. Die

komfortable Führung war beim Seeteufel,

Ronnie Zeiller, Robert Kalaseck und

Co. fanden sich auf der SaN DiEGo

in Führung, die Deloitte-Mannen rund

um den Veranstalter setzten sich mit

Kalhs, für 3CoM am Weg, nach der

Rundung der Vogelinsel vom Feld ab.

Maria Kotnig, der an dritter Stelle liegend

der Spinnaker gerissen war, fiel

zurück. Die aNTS-Truppe, die unschuldig

zum Handkuss kam (zu allem

Überfluss bremste noch ein Fischernetz

die Favoriten), war plötzlich in Besitz

der roten Laterne. Die Crew flickte den

Spinnaker, setzte ihn und blies zur aufholjagd.

Bei Mljet blieb Zeiller auf der

SaN DiEGo liegen, die SoLENT

preschte solo davon, und nach längerer

abstinenz meldete sich auch wieder die

SouTHaMPToN zu Wort. Nach der

insel Hvar und kurz vor den navigatorisch

anspruchsvollen inseln und Felsen

nordöstlich von Zirje drehte der Wind

von Nordost auf Süd. Nach kurzer

Flautenphase schob sich die Flotte unter

Spinnaker immer näher zusammen.

Dreieinhalb Tage nach dem Hasenstart

blies die armada zur Hasenjagd.

Die Meute hetzt den Wolf

Zwanzig Seemeilen vor dem Ziel betrug

Kalhs’ Guthaben aber immer noch

drei Seemeilen. Trotz drehender Winde,

drohender Gewitter und einer wild

attackierenden SouTHaMPToN

schlug die SoLENT die richtigen Haken.

Nach 81 Stunden 16 Minuten und

ein paar zerquetschten passierten der

Steirer und die Seinen als Erste das Hafenfeuer

von Biograd. Preusser, Sportchef

beim „Kurier“ und ein begeisterter

Fahrtensegler, folgte 33 Minuten später.

Weitere 21 Minuten darauf kreuzte

Überraschungsmann Kurt Rieck die

Ziellinie. Die wahre Sensation war, dass

nach 400 Seemeilen innerhalb von nur

neun Stunden alle Schäfchen wieder im

Trockenen waren! Die Siegerehrung

mutierte zum kollektiven Freudentanz.

auf Servietten verfasst, wurden Zeiller

bereits sieben anmeldungen fürs nächste

Cannonball überreicht. Die Frage,

warum man sich so etwas antut, warum

man Gummistiefel und Ölzeug vier

Tage und drei Nächte nicht auszieht,

die Zahnbürste nur aus Verlegenheit angreift,

gerade einmal 15 Stunden schläft,

friert und zu Weilen waschelnass ist, ist

nach der Round Palagruza Fotosafari

einfach zu beantworten: Weil’s unglaublich

großen Spaß macht, sich das Meer

mit ein paar Gleichgesinnten zu teilen,

Natur zu erleben und mit Freunden um

die Wette zu segeln.


98

text CHriSTiAn bAyer foto ASTro SAilingTeAM

computerhilfe. Auch im Astro

Sailingteam ist der Deckman ein

unverzichtbares Helferlein.

Mr. data

hilfe für die afterguard

Zukunftsperspektive. Möglicherweise ist in ein paar Jahren schon jede zweite Charteryacht zumindest

auf Anfrage inklusive Taktiksoftware verfügbar? Der Autor würde nicht dagegenwetten.

Schließlich sind auch schon die ersten Serienschiffe mit Carbonriggs unterwegs.

Wir sind an technische

und technologische Hilfsmittel

aller Art gewöhnt.

Anfangs als sinnlose Spielerei

verschrien, dauert es selten mehr

als ein paar Jahre, bis man über die Benutzung

eben dieser Spielerei gar nicht

mehr nachdenkt. Das war beim Handy

so, und beim Navigationssystem wird

es ebenso laufen. Zumeist ist das von

uns Benötigte finanziell in einem gerade

noch erträglichen Rahmen. Auch

beim Segeln verlassen wir uns immer

häufiger auf GPS, Kartenplotter und

SMS-Wettermeldungen oder wollen

diese Bequemlichkeit zumindest nicht

mehr missen. Regattaprofis verzichten

nie auf einen Vorteil. Sie haben Vorstellungen

und wollen diese umgesetzt

sehen. Die Kosten sind in dem Fall sekundär.

Ähnlich der Formel 1, die technologisch

immer noch die Entwicklung

unserer Alltagsautos beeinflusst, ist im

Segeln der America’s Cup die Spielwiese

der Technokratie. Neben dem Einsatz

modernster Materialien wird hier

hauptsächlich versucht, Fehlerquellen

zu minimieren. Und dazu benötigt man

neben jeder Menge Trainingsarbeit die

elektronische Aufbereitung von Daten

als taktisches Hilfsmittel. Man nennt

dies Taktiksoftware.

Die wenigsten Segler dieses Planeten

haben Gelegenheit, bei einer Regatta

auf die Unterstützung einer Taktiksoftware

zurückzugreifen. Sie ist den Profis

und engagierten Amateuren vorbehalten,

weil Performance-Processor

und Software vergleichsweise sauteuer

sind und entsprechendes Know-how

erfordern. Bei Regatten gehobener

Qualität wird jedoch kein Team auf die

Hilfe von Taktiksoftware verzichten.

Zu groß wäre der Nachteil gegenüber

der Konkurrenz schon beim Start. Die

am häufigsten verwendete Software ist

„Deckman for Windows“. Zuständig

für die Bedienung ist üblicherweise der


egatta

99

Navigator, und so hilft die Software

beim Gewinnen:

Perfekter Start

Jeder Regattasegler weiß, wie schwierig

es ist, die Distanz zur Linie abzuschätzen.

Für die Deckmansoftware ist es ein

Klacks. Sobald die beiden Eckpunkte

(Startschiff und Pinend) feststehen, liefert

der Computer alle Daten der Linie.

Nach dem Start des Countdowns

kommt noch die Position des Schiffes

dazu. Der Navigator kennt also jederzeit

präzise die eigene Position sowie die

Distanz zur Linie in Länge und Zeit. Mit

einem Blick erkennt er auch die Lage

der Startlinie. Steuermann und Taktiker

werden mit den für sie wichtigen Parametern

am Laufenden gehalten und

treffen danach ihre Entscheidung.

Keine leeren Kilometer

Wie weit bis zu den Laylines? Diese

Hauptfrage von Taktikern ist für die

Deckmansoftware kein Problem. Ergänzend

dazu liefert das Programm

auch die zu segelnden Zeiten. Dies ist

beispielsweise dann besonders wichtig,

wenn das Boot unter Gennaker mit 17

Knoten auf die Leeboje zurast. Üblicherweise

benötigt die Mannschaft

zum Komplettumbau von Fullspeed-

Gennaker mit Stagsegel zur normalen

Amwind-Besegelung mindestens

eineinhalb Minuten. Wenn die Info:

„Two minutes to the mark!“ vom

Navigator übers Deck hallt, braucht

es keine Aufforderung vom Taktiker

mehr, sich in Bewegung zu setzen. Der

kann sich zwischenzeitlich überlegen,

wie er sich zu den anderen Booten positionieren

will.

Welches Segel?

Nicht immer geht es nach einer Boje

gegen oder mit dem Wind weiter. Bei

Langstrecken oder modernen Coastals

kommen auch so genannte Reachingkurse

vor. Da können wenige Grade

Kursdifferenz massive Bedeutung für

die Wahl des richtigen Segels haben.

Auch hier ist der Navigator mit seinem

Deckman gefragt. Ein Klick genügt, um

diese Frage zu beantworten und die oft

langwierigen Vorbereitungen zu treffen.

Dabei sind natürlich Windstärke und

Windrichtung relevant. Die Software

zeichnet ausnahmslos alle verfügbaren

Daten permanent auf, und dementsprechend

kann eine Tendenz herausgelesen

werden. Jeder Taktiker ist froh über die

Auskünfte seines Navigators, denn einen

Code 0 zieht man nicht einfach in

den Mast. Da hätte man vorher schon

gerne etwas Sicherheit.

Zielschlag

Die Deckmansoftware kann noch einiges

mehr, aber für normale Tagesrennen

reicht dieser Umfang bereits aus.

Sie können sicher sein: Der Unterschied

zwischen einer Wettfahrt mit

oder ohne perfekt kalibrierte Taktiksoftware

macht für Profis vermutlich nicht

einmal eine Minute aus. Trotzdem

rechnet sich der Aufwand, denn im

TP52-Medcup zieht in dieser Zeit das

halbe Feld vorbei.

Kleines Helferlein

Mit seinem Computer und den Daten aus dem Schiffsprozessor

hat der Navigator jedes Detail im Griff und

unterstützt damit Taktiker und Steuermann. Während die

Startlinie präzise eingegeben werden kann, wird die Luvboje

bei der ersten Annäherung anhand der Angaben

der Wettfahrtleitung positioniert.

Beispiel 1: Im Moment sind 5 Knoten Wind aus 352

Grad und wir segeln mit 4,17 Knoten Geschwindigkeit

37 Grad am Wind.

Wir erfahren von der Software, dass der Start in 24 Sekunden

erfolgt und wir uns 2,1 Bootslängen hinter der

Linie befinden. Die Startlinie ist am Pinend (also links)

bevorzugt, und zwar um genau 8 Grad. Das Pinend ist

12,6 Bootslängen entfernt, um hinzusegeln, benötigen

wir über 1 Minute. Segeln wir optimale Höhe am Wind,

sind wir in genau 24 Sekunden an der Startlinie. Perfektes

Timing, es sei denn, ein Gegner steht im Weg …

Beispiel 2: Der Wind bläst mit 12 Knoten aus 355 Grad

und wir segeln mit 8,5 Knoten Geschwindigkeit 40 Grad

am Wind.

Interessant ist in diesem Fall das kleine „What If”-

Fenster. Bis zur Luvboje (WM) sind es noch 0,737

Seemeilen, in spätestens 4:58 Minuten müssen wir

wenden, um dann nach 58 Sekunden die Luvboje zu

erreichen. Die Mannschaft hat noch keinen Stress mit

den Vorbereitungen für den Vorwindkurs, der Taktiker

hingegen plant mit diesen Daten die Annäherung an

die Boje unter Berücksichtigung der Gegner.


100

oceaN7

Gewinnspiel

aLLIaNZ

TRauNsee

Woche

ocean7

macht sie

zum vip

Der RC-44 Austria Cup im

Rahmen der Allianz Traunsee

Woche vom 28. Mai bis

zum 1. Juni wird DAS seglerische

und gesellschaftliche Ereignis

in Österreich in diesem Jahr: packende

Rennen, einzigartige Boote, elegante

Gala-Veranstaltungen, erlesene Buffets.

Die Superstars der Szene, allen voran

der dreifache America’s-Cup-Sieger

Russell Coutts, haben sich bereits

angekündigt – und Sie als OCEAN7

Leser können exklusiv als VIP dabei

sein. Einzige Voraussetzung: Mitmachen

und etwas Glück bei unserem

großen Gewinnspiel.

Das können sie

gewinnen:

BMW stellt Ihnen rechtzeitig zu diesem

exklusiven Wochenende ein wunderschönes

1er Cabrio bereit. Es steht

Ihnen für das gesamte Wochenende zu

Ihrer persönlichen Verfügung.

Damit reisen Sie nach Gmunden, wo

ein luxuriöses Zimmer in einem Vier-

Sterne-Hotel für Sie reserviert ist. Mit

Ihrem VIP-Pass bleibt für Sie während

der Traunsee Woche kein Zugang versperrt,

keine Türe verschlossen.

VIP-Limousinen von BMW transportieren

Sie zu den Veranstaltungsorten.

Die einzelnen Wettfahrten können Sie

ganz exklusiv aus besonderer Perspektive

verfolgen, denn selbstverständlich

steht Ihnen als OCEAN7 Gewinner

auch ein Platz in einem der VIP-Motorschiffe

zur Verfügung.

Das exklusive oceaN7

VIP-Package von PRoFs:

- Teilnahme an allen offiziellen VIP-

Programmpunkten der Allianz

Traunsee Woche 2008

- Zutritt zu allen exklusiven VIP-Areas

- Frühstücksbrunch, Mittagessen,

Abendessen, die im Rahmen des offiziellen

Programms stattfinden

- Getränke und Snackservice in den

VIP-Bereichen, Hostessenservice

- Offizielles Bekleidungspaket (Veranstaltungspolo

& Cap)

- BMW VIP Shuttle-Service

- Regatta Live-Erlebnis

terminkalender

Mittwoch, 28. Mai

Training

1. Start zur BMW Austria Match Race Cup (12:00 Uhr)

Weitere Wettfahrten – Match Race

„Sailing in the City”, Gmundner Esplanade

Anschl. Eröffnungsfeier im Rathaus Gmunden

Donnerstag, 29. Mai

Weitere Wettfahrten – BMW Austria Match Race Cup

„Sailing in the City”, Gmundner Esplanade

Lange Einkaufsnacht

Freitag, 30. Mai

1. Start zur Fleet Race Cup (10:00 Uhr)

Weitere Wettfahrten Fleet Race

„Sailing in the City”, Gmundner Esplanade

Anschl. RC44 Austria Cup Party

Live-Musik / DJ

Siegerehrung der BMW Austria Match Race Trophy

Samstag, 31. Mai

Weitere Wettfahrten – Fleet Race Cup (10:00 Uhr)

„Sailing in the City”, Gmundner Esplanade

RC44 Gala im Toscana Congress Gmunden (19:30 Uhr)

Sonntag, 1. Juni

Weitere Wettfahrten

„Sailing in the City”, Gmundner Esplanade

Abends Siegerehrung RC44

Abschlussessen


Gewinnspiel

101

Der Weg zum VIP-Gewinn

Auf www.ocean7.at bis zum 19. Mai 2008

die richtige Antwort auf unsere Preisfrage ankreuzen:

nach wem ist die bootsklasse

RC-44 benannt?

a) Robert Curtis

b) Russell Coutts

Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

RC-44: Die Besten kommen

Mitten in Gmunden, direkt vor der Esplanade, werden die spannenden

Rennen ausgetragen. „Sailing in the City” nennen es die Veranstalter.

Und die Top-Profis, die Besten der Besten aus der Big-Boat-Szene, werden

vor Ort sein. Allen voran der dreifache America’s-Cup-Sieger Russell

Coutts, dessen Erfindung die rasanten Rennbote RC-44 sind. Das „RC”

steht übrigens für die Initialen von Russell Coutts. Ebenfalls in Gmunden

mit dabei ist der junge, wilde Shooting-Star der internationalen

oben ohne. So sind unsere OCEAN7 Gewinner zum Traunsee unterwegs. BMW stellt

ihnen für das Wochenende ein heißbegehrtes Auto kostenlos zur Verfügung: das nagelneue

Regattaszene, James Spithill. Der heute 27-jährige Australier hat das BMW 1er Cabrio. Auf Knopfdruck öffnet sich das Verdeck innerhalb von nur 22 Sekunden –

erste Mal aufhorchen lassen, als er als Teenager als Steuermann bei auch während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h. Selbstverständlich ist das

Sydney-Hobart den dritten Platz herausfuhr. Und das im Katastrophenrennen,

bei dem im Sturm sechs

Super-Cabrio mit allen technischen Finessen ausgestattet. So reisen unsere OCEAN7 Gewinner

22_Ocean7_12_22_210x140 09.04.2008

Segler starben.

15:27 Uhr Seite 1

als echte VIPs zu ihrem VIP-Traunsee-Wochenende.

Wo genau liegt Deutschlands modernstes Yachtcentrum?

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Sie anlegen, um Ihre neue Bavaria Yacht kennen zu

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102

TexT IngebOrg WALDInger foTo rObert breSSAnI

Boten und vorBoten:

die Möwen

Sinnbild. Die Autorin Ingeborg Waldinger schreibt über die Möwe als Symbol der Freiheit, der

unendlichen Weite der Ozeane – und der „Linha azul”, der blauen Metrolinie in Lissabon.

Kategorien wie Silber-, Sturmoder

Lachmöwe interessieren

den Vogelkundler; dem

Dichter Christian Morgenstern

waren sie völlig einerlei: „Die

Möwen sehen alle aus, / als ob sie

Emma hießen …“, scherzte dieser in

seinem „Möwenlied“. Den Namen

Emma hatte er natürlich nicht als

Synonym für Emanze gesetzt: Die

Gründerin der gleichnamigen Frauenzeitschrift,

Alice Schwarzer, war noch

nicht einmal geboren. Nein, der Poet

verneigte sich vor den kühnen Seglern

im „weißen Flaus“, deren Flugkunst

der Mensch nie erreichen würde.

Ganz anders sah dies Richard Bach,

seines Zeichens US-Luftwaffenpilot,

Schriftsteller und Erfinder der Super-

Möwe „Jonathan Livingstone Seagull“.

Diese segelt – in Bachs gleichnamigem

Roman aus dem Jahr 1970 - auf esoterischen

Luftpolstern. Sie überwindet

die Trägheit des eigenen Schwarms,

schwingt sich zu Höchstleistungen

auf, kann denken und sprechen. Nach

ihrem physischen Tod vollzieht sie die

Wandlung zum „spirit in the sky“, zur

diffusen Erlösergestalt. Ihre Heilsbotschaft:

Du kannst es, wenn du nur

willst! In der Filmversion wurde „Die

Möwe Jonathan“ (Soundtrack: Neil

Diamond) zum Kassenhit.

Auf denkwürdige Möwen stößt man

auch im Volksglauben. Nach einer russischen

Sage schlüpft eine Witwe in die

Gestalt einer Möwe, um die Überreste

ihres – von Tartaren ermordeten –

Mannes aufzuspüren. Die Vogelperspektive

erleichtert das Manöver, die

fliegende Witwe wird fündig. Im norddeutschen

Wismar wiederum glaubte

man, kreischende Möwengeschwader

am Schiffsheck verkörperten die Seelen

ruheloser Seefahrer.


larus argentatus. So nennt sie der Fachmann:

Silbermöwe im Prachtkleid.

OCEAN7

essay

essay

103

Immer schon meinte man zu wissen:

Möwen sind Boten – und Vorboten;

jeder Küstenfischer vermag ihr Gastspiel

zu deuten. Kreisen sie unruhig

über dem Dorfe, verheißt dies Sturm.

Picken sie am Strand nach Würmern,

nahen Regen oder Kälte. Auf offener

See wiederum leisten die Luftakrobaten

(sie firmieren als internationales

Symbol der Segelflieger!) wertvolle

Lotsendienste, denn sie zeigen Fanggründe

an, aber auch nahende Katastrophen.

Führten sie nicht auf die Spur

jenes Pottwals, dem Herman Melvilles

Romanheld hinterherjagte wie einem

Phantom? – Kapitän Ahab war außer

sich: Hier tauchte der „große Gott“,

hier tauchte Moby Dick. Andere Geschichten

rühmen Möwen als Künder

der rettenden Küste. Erblicken Schiffbrüchige,

die hilflos auf offener See

treiben, auch nur eine einzige Möwe,

schöpfen sie neuen Mut und mobilisieren

die letzten Kräfte. Hoffnung macht

auch eine österreichische Organisation

namens „möwe“ – sie bietet misshandelten

Kindern Hilfe und Halt.

Möwen an Land sind ein eigenes Kapitel:

Sie beschaffen ihr Futter an Stränden,

in Häfen – und in menschlichen

Behausungen: Offene Küchenfenster

haben etwas Unwiderstehliches! Selbst

Abfall verschmähen die Gesellen nicht.

Ganze Geschwader durchsuchen unsere

Müllhalden. Dabei stoßen sie immer

weiter in den Kontinent, in die

Städte vor, und bleiben oft das ganze

Jahr. In Zürich erhob man die findigen

Nahrungsverwerter in den Rang eines

Warenzeichens: Sie stehen Pate für

die Gastronomiekette „Mövenpick“.

Ihr massenhaftes Auftreten gibt jedoch

nicht nur Anlass zur Freude. Die kalkigen

Kotspuren verursachen hohe

Reinigungskosten. Die Kommunen

rücken den Plagegeistern mit allen

denkbaren Mitteln zu Leibe: In Dieppe

an der französischen Ärmelkanalküste

zog man gar einen Falkner bei. Doch

als dieser seinen Greifvogel losließ,

gruppierten sich die Möwen bloß und

hoben zu einem ohrenbetäubenden

Gekreische an. Worauf der Falkner

seinen Scharfmacher zurückpfiff. Mehr

Erfolg zeitigte schließlich das Sterilisieren

der Möweneier. Andere Länder,

andere Sitten: In Norddeutschland galten

Möweneier als Delikatesse. Selbst

Otto von Bismarck schwor auf diese

Leckerbissen. Auf der Möweninsel vor

der Stadt Schleswig schützte ein nominierter

„Möwenkönig“ die Gelege vor

Dieben, sammelte die Eier einst für

die fürstliche Tafel, später für die Feinkostläden.

1989 war Schluss mit dem

Brauch – die Schleswiger Möweneier

wiesen zu hohe Schadstoffbelastungen

auf.

Alle Zeiten überdauert indes das romantische

Bild der Möwe. Dieser

Fernwehvogel weckt Sehnsüchte nach

grenzenloser Freiheit. In Anton Tschechows

melancholischem Schauspiel

„Die Möwe“ wird das Freiheitssymbol

allerdings abgeschossen – aus tödlicher

Langeweile.

Boten und Vorboten: die Möwen


104 TexT yvonne Kienesberger foTos www.amazon.de, www.wiKipedia.de

Entwurf_neu_fertig.qxd 21.01.2008 16:24 Seite 1

Österreichs größte Seefahrtsbuchhandlung

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schiffbruch

Das wahrscheinlich Schlimmste, das einem passieren kann auf hoher

see: man verliert sein schiff, seine yacht, kann sich gerade noch retten.

auf ein rettungsboot, eine nussschale, die in den meterhohen wellen

des meeres treibt. was dann noch bleibt, ist warten und Hoffen …

in seinem Roman „Moby Dick“ ein

epochales Denkmal gesetzt. Nur wenige

wissen, dass er dafür eine Vorlage

hatte – ein furchtbares Schiffsunglück,

das tatsächlich stattgefunden hat. In

seinem Buch „Im Herzen der See“

erzählt Nathaniel Philbrick, gestützt

auf authentische Quellen und moderne

wissenschaftliche Erkenntnisse, von

dieser Katastrophe: dem Untergang

des Walfängers ESSEx, völlig zerstört

von einem wütenden Pottwal – und

dem darauf folgenden Überlebenskampf

der Männer in einem Rettungsboot,

tagelang, monatelang auf hoher

See. Es ist eine gruselige Geschichte,

ein Albtraum auf hoher See, nichts für

schwache Nerven – und daher womöglich

nicht die richtige Lektüre für

den romantischen Ankerplatz in einer

kleinen Bucht.

Ludwig Giesebrecht

Der Lotse

„Siehst du die Brigg dort auf den Wellen?

Sie steuert falsch, sie treibt herein

und muss am Vorgebirg zerschellen,

lenkt sie nicht augenblicklich ein.

Ich muss hinaus, dass ich sie leite!“

„Gehst du ins offne Wasser vor,

so legt dein Boot sich auf die Seite

und richtet nimmer sich empor.“

„Allein ich sinke nicht vergebens,

wenn sie mein letzter Ruf belehrt:

Ein ganzes Schiff voll jungen Lebens

ist wohl ein altes Leben wert.

Gib mir das Sprachrohr. Schifflein, eile!

Es ist die letzte, höchste Not!“ -

Vor fliegendem Sturme gleich dem Pfeile

hin durch die Schären eilt das Boot.

Jetzt schießt es aus dem Klippenrande!

„Links müsst ihr steuern!“ hallt ein Schrei.

Kieloben treibt das Boot zu Lande,

und sicher fährt die Brigg vorbei.

„Beschütze du mich

vor dem Land, dann

beschütze ich dich

vor dem Wasser.“

(sagt das schiff in einem alten seemannsspruch

zu seinem kapitän)

Kampf

Im Jahr 1821 war der Pazifische Ozean

eine schier endlose Fläche voll

warmblütiger Ölquellen, auch Pottwale

genannt. Die größten lebenden

Zahnwale waren aber nicht einfach zu

fangen. Dazu mussten sechs Mann in

einem vom Schiff ausgesetzten kleinen

Boot auf ihr Opfer zurudern, es

harpunieren und ihm anschließend

die Lanze in den Leib stoßen. Das war

nicht ungefährlich, denn mit einem

einzigen kurzen Flukenschlag konnte

das Sechzig-Tonnen-Tier das Walboot

zerschmettern und die Männer,

oft meilenweit vom Schiff entfernt,

in das eiskalte Wasser schleudern.

Herman Melville hat dem Walfang

überlebenswille

Motorschiffe sind längst Standard

im Jahr 1932, trotzdem bricht ein altersschwacher

Schoner vom Hafen

Candelaria in Uruguay auf, um Kap

Hoorn zu umsegeln. An Bord El Cenizo

und seine Frau Dolores, die sich

damit einen lang gehegten Wunsch

erfüllen, sowie ein paar einfache Männer,

die alle unerfüllte Sehnsüchte

mit sich tragen. Vor ihnen liegt ein

Kampf auf Leben und Tod gegen

das stürmische Meer und die Furcht

vor den Elementen, denen sie hilflos

ausgeliefert sind. Schließlich gelingt

die Umrundung des Kaps, aber gerade

als man sich in Sicherheit wiegt,

läuft das Schiff auf Grund. Eduardo

Belgrano Rawson erstellt in dem

Roman „Schiffbruch der Sterne“

ein eindringliches und behutsames

Psychogramm der einzelnen Figuren

und erzählt mit realistischen Bildern,

durchzogen von poetischen Stimmungslagen,

von ihrem Überlebenskampf

auf hoher See.


Bücherschapp

105

AlbtrAum. Tagelanges Treiben

auf einem kaputten Floß, Wasser

und Nahrung werden knapp …

Halluzinationen

Dieses Buch ist witzig, man muss

sehr viel lachen und oft auch den

Kopf schütteln, während man sich

denkt: „Wie kommt der Autor da bloß

drauf?“ Dieses Buch ist spannend.

Man findet sich in einer Geschichte

wieder, die ganz nahe am Rande von

Schein und Wirklichkeit balanciert.

Man ist ständig versucht zu denken:

„Da schwindelt er jetzt aber ein bisschen,

der Yann Martel, das kann

es gar nicht geben – oder vielleicht

doch?“ Aber was dieses Buch vor allem

macht: es berührt. „Schiffbruch mit

Tiger“ ist der eindeutige OCEAN7

Favorit in diesem Bücherschapp. Eine

kurze Zusammenfassung gefällig?

O.k., also: Ein indischer Junge, Sohn

eines Zoobesitzers, erleidet Schiffbruch

– gemeinsam mit einer Hyäne,

einem Orang-Utan, einem verletzten

Zebra und einem 450 Pfund schweren

Bengalischen Tiger namens Richard

Parker. Mehr sage ich dazu nicht. Bitte

einfach selber lesen!

Strandung

Er ist der Inbegriff eines „Seebären“:

Tristan Jones. Der Waliser Seefahrer

erzählt in seinen Werken, wie er mit

14 Jahren die Schule verlässt und auf

einem Lastkahn anheuert, um danach

den größten Teil seines Lebens auf

See zu verbringen – als ein verwegener

Segler, der immer wieder nach neuen

Abenteuern sucht. Jones ließ mehr als

450.000 Seemeilen in seinem Kielwasser.

Den größten Teil davon alleine auf

seinem Segelboot THE SEA DART.

Er überquerte den Atlantik mindestens

20-mal (davon 9-mal allein). Seine Bücher

sind lesenswert, vor allem deshalb,

weil er nie das macht, was von ihm

erwartet wird (eindrucksvoll ist mir in

Erinnerung, dass er im Südafrika der

Apartheid einen schwarzen Jungen auf

seinem Schiff anheuern lässt, was ihm

den Hass aller vornehmen Yachtclubmitglieder

vor Ort einbringt).

Tristan Jones ist nur auf dem Meer

wirklich zu Hause, in einem kleinen

Film auf www.tristanjones.org meint

er: „At this time we have been one entity

– the wind, the sea, the ship and me.“

Was gibt es für diesen Seemann folglich

Schlimmeres als den Verlust seines

Bootes? In dem Buch „Treibgut“

erzählt er uns davon. Landratten vom

britischen Zoll beschlagnahmen seine

SEA DART, weil er die Einfuhrsteuer

nicht bezahlen kann. Damit sitzt er auf

dem Trockenen. Um sein Schiff zu befreien,

ist er gezwungen, jeden Job anzunehmen,

den er bekommen kann. Das

bringt ihn auf einen Kurs mitten durch

den schwierigsten Ozean der Welt: die

menschliche Gesellschaft.

EMPFEHLUNGEN

Nathaniel Philbrick

Im HerzeN der See. dIe

letzte FaHrt deS Wal-

FäNgerS eSSex.

OCEAN7 findet: Spannender

geht es nicht!

Taschenbuch: 350 Seiten

Verlag: Btb (August 2002)

ISBN-10: 3442729718

eduardo Belgrano rawson

ScHIFFBrucH der SterNe

OCEAN7 hört den Herzschlag

der Protagonisten – auch

über die tobende

See hinweg!

Gebundene Ausgabe:

216 Seiten

Verlag: C.H.Beck; Auflage:

1 (20. Februar 2001)

ISBN-10: 3406471250

Yann martel

ScHIFFBrucH mIt tIger

OCEAN7 meint: fantastisch,

verwegen, grausam und

vor allem berührend.

Broschiert: 384 Seiten

Verlag: Fischer (Tb.),

Frankfurt; Auflage:

1 (1. Oktober 2007)

ISBN-10: 3596510112

tristan Jones

treIBgut. geStraNdet IN

NeW York

Man muss Jones gelesen

haben, um einen wahren

„Seebären” zu kennen …

Gebundene Ausgabe:

288 Seiten

Verlag: Pietsch Verlag

Stuttgart (September 2001)

ISBN-10: 3613503824


106 leserbriefe/impressum

Auch für Frauen

Schon beim Durchblättern in der Trafik hat mich der Artikel über Venezuela sehr angesprochen!

Endlich eine österreichische Segelzeitschrift, die auch das weibliche Geschlecht

anspricht – tolle Bilder und interessante Beiträge! Gratulation – weiter so!

Sonja Eder, 8480 Mureck

Weiter so

Dem gesamten OCEAN7 Team meine Gratulation zu dieser gelungenen und wirklich hervorragenden

Yachtzeitschrift. Für mich die beste österreichische Yachtzeitschrift! Ich kann

nur sagen: Weiter so! Mit seglerischen Grüßen,

Josef Schößwendter, Skipper der Segelyacht THOMANU

www.sailaway.freespaceway.com

Thema Energie

Mit Freude lese ich jedes Mal Ihre Zeitschrift, die eine abwechslungsreiche und informative

Lektüre zum schönsten Hobby der Welt liefert. Auch den Artikel von Mag. Köhler

„Stromversorgung an Bord Teil 3” (04/08) lese ich als Yachtie und zukünftiger Eigner mit

großem Interesse. Vor allem, da hier ja Erfahrungswerte und Tipps aus der Praxis angeführt

sind, und nicht das Messegewäsch oder technische, gut gemeinte Ratschläge. Das macht

es ungemein wertvoll und ich möchte meine Anerkennung und Bewunderung gleichermaßen

für das Werk von Mag. Michael Köhler zum Ausdruck bringen. Allerdings muss

ich im Bezug auf die angegebenen Werte und Einheiten als ausgebildeter Ingenieur der

Elektrotechnik die eine oder andere Anmerkung anbringen. Die (SI-)Einheit für Leistung ist

noch immer W, die für Strom A und die für Energie Wh oder Kapazität Ah. Und nicht „Amp”

und „Amph”. Trotz des Meckerns: Nur weiter so, ich finde es großartig!

Ing. Tom Ondrisek, Wien

Thema Mehrrumpfboot

Wir verfolgen die erfreuliche Entwicklung Ihrer Zeitschrift seit der 1. Ausgabe und sind von

der Qualität der Beiträge im Aprilheft sehr beeindruckt. Als ehemalige Dart-Segler und

jetzige Fahrtensegler hat uns der Bericht über die Kat-Reise der SLEIPNIR 2 besonders

gefallen. Bitte betreiben Sie auch weiterhin Aufklärungsarbeit zum Thema Mehrrumpfboot

durch glaubwürdige Eigner wie Wirtl/Strahser. Herzlichen Dank und weiterhin viel Erfolg,

Ernst und Ursula Tonkovitsch

Yacht-Pool

Durch einen technischen Fehler wurde die Anzeige von Yacht-Pool in unserer April-Ausgabe

nicht vollständig abgedruckt. Die korrekte Anzeige finden Sie auf Seite 77.

OCEAN7 gratuliert den glücklichen Gewinnern!

Gewinner eines 75-ml-Flakons des legendären CHROME LEGEND, Gewinnspiel in der

OCEAN7 Ausgabe 04/08: Martin Domänig, 8020 Graz; Elisabeth Winkler, 1130 Wien;

Hans-Peter Gruber, 4840 Vöcklabruck.

PARtNER GEsuCHt!

Nach Ableben meines Gatten suche ich dringend einen ungebundenen Segler oder eine

Seglerin zwischen 55 und 60 Jahren mit guter Segelerfahrung (B-Schein erwünscht),

genügend Freizeit und Niveau für die heurige Segelsaison am Neusiedler See und in der

Zukunft ev. für einen Segeltörn am Meer. Mein Boot ist eine Sunbeam 27 und hat den

Liegeplatz in Rust. Solltest du mit mir in Kontakt treten wollen, so schicke mir bitte ein Mail

unter Aniko1@aon.at oder rufe mich bitte unter 0676/3653166 an. Danke!

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Fahrtensegler, gepflegter Zweitbesitz, Baujahr 1964,

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das sich an yachtsportinteressierte Österreicher richtet.

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OCEAN7 1_Juli 2007:

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Verbreitete Auflage Inland: 24.518

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