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Tassilo, Ausgabe November/Dezember 2016 - Das Magazin rund um Weilheim und die Seen

Eisschwimmen, ein cooles Hobby - Marianne Sägebrecht auf der Roten Couch - Lüftlmaler Jürgen Schütt - So macht man Autos winterfest - Der Bahnhof Murnau, Touristentreff mit Sofa-Charme - Edith Eckbauer, Bronzesiegerin bei Olympia 1976 - die Mobile Umweltschule Pähl - Schlossmuseum Murnau - Umweltstreit in Pähl - Heimaträtsel mit Wappenkunde - Kegelbahnen im Tassiloland - Adventsmärkte der Region - Kunsthandwerk, ein ganzer Leonhardizug in Miniaturformat u.v.m.

Eisschwimmen, ein cooles Hobby - Marianne Sägebrecht auf der Roten Couch - Lüftlmaler Jürgen Schütt - So macht man Autos winterfest - Der Bahnhof Murnau, Touristentreff mit Sofa-Charme - Edith Eckbauer, Bronzesiegerin bei Olympia 1976 - die Mobile Umweltschule Pähl - Schlossmuseum Murnau - Umweltstreit in Pähl - Heimaträtsel mit Wappenkunde - Kegelbahnen im Tassiloland - Adventsmärkte der Region - Kunsthandwerk, ein ganzer Leonhardizug in Miniaturformat u.v.m.

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<strong>Ausgabe</strong> 9<br />

<strong>November</strong> / <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong><br />

®<br />

<strong>Das</strong> <strong>Magazin</strong> <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>Weilheim</strong> <strong>und</strong> <strong>die</strong> <strong>Seen</strong><br />

Eine Produktion von<br />

Titelbild: Mauritius Images, Martin Siepmann<br />

Aidlinger Höhe<br />

mit Veranstaltungskalender für zwei Monate<br />

Illusion an der Wand<br />

Der Lüftlmaler Jürgen Schütt<br />

Ausführliche Übersicht in <strong>die</strong>ser <strong>Ausgabe</strong>:<br />

im <strong>Tassilo</strong>land<br />

Auf der Roten Couch<br />

Marianne Sägebrecht erzählt


Erleuchtend<br />

War das großartig! Mit dem<br />

„1. Lichtkunst-Festival“ t-<br />

s haben<br />

<strong>die</strong> <strong>Weilheim</strong>er imer<br />

Bürger, <strong>die</strong> sich<br />

im veranstaltenden al<br />

ten Verein engagieren,<br />

gi<br />

en, ihre<br />

Stadt <strong>r<strong>und</strong></strong><strong>um</strong><br />

beschenkt — in allen Facet-<br />

ten wörtlich zu<br />

nehmen: Die<br />

vielen en tausend Zuschauer, <strong>die</strong> an<br />

den magisch erhellten Fassaden aden<br />

ihre Altstadt in ganz<br />

neuem Licht entdecken ecke<br />

durften ebenso, enso<br />

wie jene aus<br />

dem ganzen <strong>Tassilo</strong>land, l <strong>die</strong> sich Mitte Oktober nach<br />

<strong>Weilheim</strong> aufgemacht hatten. Sie erlebten ein Fest der<br />

Sinne, das weit über <strong>die</strong> Stadtmauern hinausstrahlte.<br />

Auch <strong>die</strong> Lichtkünstler selbst waren begeistert — <strong>und</strong><br />

das hellauf! Kurator Philipp Geist, in <strong>Weilheim</strong> geboren<br />

<strong>und</strong> für <strong>die</strong> Auswahl der in seiner Heimatstadt<br />

auftretenden Kollegen verantwortlich, schwärmt auf<br />

seinem Facebook-Profil „Videogeist“ von „zwei fantastischen<br />

Nächten“ — samt Ausrufezeichen. Dabei wird<br />

er <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> den Globus für seine junge Kunstform<br />

gefeiert. Er sei „so dankbar <strong>und</strong> glücklich“, schreibt<br />

Geist. Und gibt ein Versprechen, an das ihn der Lichtkunstverein<br />

bitte rechtzeitig erinnern möge: „Auf ein<br />

nächstes Mal 2018!“ Übrigens — Geist hatte noch mehr<br />

„<strong>Weilheim</strong>“ im Gepäck: Der Elektroso<strong>und</strong> zu seiner<br />

Installation am Marienplatz stammte von einem<br />

weiteren, stilprägend, heimischen Kunstpionier: Musiker<br />

<strong>und</strong> DJ Martin Gretschmann alias „Acid Pauli“.<br />

Lustigerweise bedankte sich Geist beim bayerischen<br />

Künstler-Kollegen auf Englisch für seine „amazing<br />

music“. Eine andere hätte in <strong>Weilheim</strong> selbstredend<br />

nicht laufen dürfen! Besser als mit dem Lichtkunst-Festival<br />

kann eine Stadt für sich überregional<br />

als (Kultur-)Standort <strong>und</strong> angehendes „Oberzentr<strong>um</strong>“<br />

nicht werben!<br />

So geht das <strong>Tassilo</strong>and hell erleuchtet in <strong>die</strong> Jahreszeit<br />

der kurzen Tage <strong>und</strong> langen Nächte. Damit alle<br />

Fre<strong>und</strong>e des „tassilo“ den Durchblick behalten, wohin<br />

ein Abstecher einmal lohnenswert wäre, finden<br />

Sie im hinteren Heftteil eine ausführliche Adventsmarkt-Übersicht.<br />

Doch wo <strong>die</strong> anderen Tage oder<br />

Abende verbringen? Beim Studi<strong>um</strong> unseres stets<br />

aktuellen <strong>und</strong> mit viel Fleiß recherchierten Veranstaltungskalenders<br />

dürfte Ihnen immer wieder ein Licht<br />

aufgehen. Die Übersicht ist heiß begehrt, wie wir<br />

inzwischen wissen. Der „tassilo“ wird (mindestens)<br />

zwei Monate lang nicht z<strong>um</strong> Altpapier — es könnte<br />

Ärger mit Mitlesern geben ...<br />

Als inhaltliche „Leuchttürme“ sei Ihnen an <strong>die</strong>ser<br />

Stelle mithin jede Geschichte <strong>die</strong>ser <strong>Ausgabe</strong> ans<br />

Herz gelegt: „Eiskalt erwischt“ haben wir Eisschwimmer;<br />

was „aufgefischt“ wird, kann in Paterzell abgegeben<br />

werden; <strong>und</strong> wir haben zwei Bauernhöfe<br />

besucht, auf denen möglichst nichts „entwischen“<br />

sollte. Überhaupt geht es tierisch zu in <strong>die</strong>sem Heft,<br />

vom Weißstorch bis z<strong>um</strong> Borkenkäfer. Weshalb unser<br />

Themen-Mix mit Geothermie <strong>und</strong> Eisenbahn auch<br />

<strong>die</strong> Technik, mit einem Lüftlmaler das Handwerk <strong>und</strong><br />

einer Olympia-Medaillengewinnerin den Sport <strong>um</strong>fasst,<br />

<strong>und</strong>, <strong>und</strong>, <strong>und</strong>.<br />

Gar ein Weltstar aus Bayern nahm Platz auf der<br />

„Roten Couch“ für ein „tassilo“-Exklusiv-Interview:<br />

Marianne Sägebrecht. Doch wer erwartet, <strong>die</strong> Schauspielerin<br />

<strong>und</strong> Buchautorin schwelge nur in ruhmreichen<br />

Zeiten, kann sich mit der Lektüre der vielen Zeilen<br />

vom Gegenteil überzeugen: Die Anfangs-Siebzigerin<br />

sprüht nur so vor Lebensenergie <strong>und</strong> Zukunftsplänen —<br />

<strong>und</strong> ist damit ein weiteres „Highlight“ in unserem<br />

neuen „tassilo“.<br />

Tobias Sch<strong>um</strong>acher<br />

> > > AUS DEM INHALT<br />

Seite 4<br />

Ein „cooles“ Hobby —<br />

Eisschwimmen in<br />

Starnberger See & Co.<br />

Seite 9<br />

Schauspielerin Marianne<br />

Sägebrecht im Interview auf<br />

der Roten Couch<br />

Seite 14<br />

Die ungewöhnliche<br />

Karriere des Lüftlmalers<br />

Jürgen Schütt<br />

Seite 18<br />

<strong>Das</strong> Auto winterfest machen —<br />

Kfz-Spezialisten plaudern aus<br />

dem Winter-Nähkästchen<br />

Seite 20<br />

Touristentreff mit Sofa-Charme:<br />

Der Bahnhof Murnau ist ein<br />

echtes Schmuckstück<br />

Seite 34<br />

Edith Eckbauer erinnert sich:<br />

Die Tutzingerin gewann Bronze<br />

im Rudern bei Olympia 1976<br />

Seite 42<br />

Heimatunterricht vor der<br />

Haustüre mit der Mobilen<br />

Umweltschule aus Pähl<br />

Seite 46<br />

Ein Besuch lohnt sich!<br />

<strong>Das</strong> Schlossmuse<strong>um</strong> im<br />

Zentr<strong>um</strong> Murnaus<br />

Seite 50<br />

Gemäht oder gemulcht?<br />

Ein Streit in Pähl geht<br />

in <strong>die</strong> nächste R<strong>und</strong>e<br />

Seite 58<br />

Wer kennt <strong>die</strong> Wappen?<br />

Bade-Gutscheine im<br />

Heimaträtsel zu gewinnen!<br />

Seite 61<br />

Eine ruhige Kugel schieben:<br />

Unterwegs auf den<br />

Kegelbahnen im <strong>Tassilo</strong>land<br />

Seite 64<br />

Da kommt der Nikolaus<br />

ins Schwitzen: Adventsmärkte<br />

in der Region<br />

Seite 70<br />

Bayerisches Kunsthandwerk:<br />

ein ganzer Leonhardi-Zug<br />

im Miniatur-Format<br />

Seite 72<br />

Besinnlich, lustig, fetzig:<br />

Der Veranstaltungskalender für<br />

<strong>November</strong>/<strong>Dezember</strong><br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 3


Eisschwimmen im Starnberger See & Co.<br />

Eiskalt erwischt<br />

Kontakt:<br />

M. & T. Schlittenbauer<br />

Sulz 2<br />

82362 Peißenberg<br />

01 71/8 53 37 99<br />

Catering - Kochkurse // Rosmarincatering Peißenberg<br />

4 | tassilo<br />

Starnberg / Taufkirchen | Wie bei so<br />

vielen Sportarten spielt — neben<br />

der Fitness — auch das Mentale<br />

eine große Rolle: Kann man sich<br />

vorstellen, einen Marathon zu laufen?<br />

Kann der Gegner im direkten<br />

Gegenüber, im Kampf geschlagen<br />

werden? Spielt der Körper mit, <strong>die</strong><br />

Kondition, der Geist? Im Falle der<br />

hier vorgestellten Sportart stellen<br />

sich unweigerlich Bilder im Kopf<br />

ein, <strong>die</strong> es dann — in der tatsächlichen<br />

Praxis — nicht nur mental,<br />

sondern auch körperlich zu überwinden<br />

gilt: Schwimmen in eiskaltem<br />

Wasser, sprich Eisschwimmen.<br />

Eher durch Zufall kam der Taufkirchner<br />

Martin Beck mit <strong>die</strong>sem<br />

Sport in Kontakt. Ein Rückenleiden<br />

war der Auslöser, was ihm damals<br />

zu schaffen machte. Auf der Suche<br />

nach einer therapeutischen Lösung<br />

stolperte er über <strong>die</strong> Behandlung<br />

mittels flüssigem Stickstoff. Sehr<br />

gute Ergebnisse seien damit bei<br />

der Behandlung des Bewegungsapparates<br />

erzielt worden. Allerdings<br />

sollte sich eine Therapie für<br />

ihn als schwierig erweisen, da zu<br />

aufwendig <strong>und</strong> fahrtechnisch zu<br />

weit weg. Alternativ, überlegte<br />

Martin Beck, müsste doch<br />

auch eisiges Wasser <strong>die</strong><br />

Bedingungen von Stickstoff<br />

erfüllen, <strong>die</strong> zur Linderung<br />

seiner Rückenbeschwerden<br />

notwendig wären.<br />

Wasser als geistigklärendes<br />

Element<br />

Er hat es ausprobiert — <strong>und</strong> bis<br />

heute nicht bereut. An sein „erstes<br />

Mal“ kann sich Beck noch gut<br />

erinnern. „<strong>Das</strong> eiskalte Wasser<br />

brennt auf der Haut“, schildert er.<br />

„<strong>Das</strong> muss man aushalten können.“<br />

Idealerweise hat das Wasser<br />

unter sieben Grad Celsius, „dann<br />

friert man nicht mehr“, erklärt<br />

der Extremschwimmer. <strong>Das</strong> liege<br />

daran, dass der Körper auf Überlebensmodus<br />

schalte; <strong>die</strong> Kälte<br />

werde als enorme Hitze wahrgenommen<br />

— <strong>und</strong> fast euphorische<br />

Gefühle kämen auf. <strong>Das</strong> eigentlich<br />

Beste am Eisschwimmen komme<br />

jedoch hinterher, meint Martin<br />

Beck. „Schon nach dem ersten<br />

Versuch überraschte mich <strong>die</strong> unglaubliche<br />

Entspannung, <strong>die</strong> sich<br />

in mir breitmachte“, erinnert er<br />

sich. Eine fast schon buddhistische<br />

Ruhe sei der Lohn für <strong>die</strong> Strapaze<br />

gewesen, <strong>die</strong> es dank der Temperaturen<br />

<strong>und</strong> der Vorbereitungszeit<br />

dann doch sei. „Bildlich gesprochen<br />

bleibt <strong>die</strong> Anspannung im<br />

Fluss“, schmunzelt Beck. <strong>Das</strong> Wasser<br />

als geistig-klärendes Element,<br />

sozusagen. Jetzt lacht Beck: „Und<br />

der restliche Tag wird dem friedlichen<br />

Schlaf gewidmet!“<br />

Mittlerweile trifft er sich mit drei<br />

Gleichgesinnten z<strong>um</strong> regelmäßigen<br />

Schwimmen in kalten Gewässern<br />

oder Flüssen. Auch der Starnberger<br />

See war bereits ein Ziel der<br />

unerschrockenen Sportler — wie<br />

<strong>Seen</strong> überhaupt sehr geeignet seien<br />

für Eisschwimmer. Denn gerade<br />

Gewässer mit Strömungen sollten<br />

von Anfängern gemieden werden.<br />

Ob man <strong>die</strong> Erlaubnis der Kommunen<br />

z<strong>um</strong> Eisschwimmen in deren<br />

Gewässern braucht, wird Martin<br />

Beck oft gefragt. „Es versteht sich<br />

natürlich von selbst, dass man<br />

nicht in Naturschutzgebieten unterwegs<br />

ist“, sagt er, „<strong>und</strong> dass<br />

das Baden am gewünschten Ort<br />

primär erlaubt ist“. Ansonsten sei<br />

ihm noch kein Verbot untergekommen<br />

— war<strong>um</strong> auch? „Eisschwimmen<br />

ist ja kein Flächensport. Viele<br />

Menschen haben wahrscheinlich<br />

noch nie einen von uns zu sehen<br />

bekommen.“<br />

Hier wird ein Eispickel z<strong>um</strong> Einsatz kommen.<br />

Selbst das stellt kein Hindernis<br />

für einen Eisschwimmer dar.


Vorsichtig tastet sich Martin Beck voran.<br />

Bei steinigem Unterg<strong>r<strong>und</strong></strong> greift er<br />

auf Neopren-Badeschuhe zurück.<br />

> > >INFORMATIONEN<br />

Tipps <strong>und</strong> Einblicke ins<br />

Eisschwimmen geben u.a.<br />

<strong>die</strong> Internetseiten<br />

www.eisschwimmer.de<br />

oder https://chlorhuhn.<br />

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Wer sich vorstellen kann, in eiskaltem<br />

Wasser zu schwimmen, dem<br />

möchte Martin Beck ein paar Tipps<br />

zur Vorbereitung mit auf den Weg<br />

geben.<br />

Vor dem Schwimmen,<br />

nach dem Schwimmen<br />

Er selbst fängt bereits im Herbst<br />

mit seinen Übungen an, <strong>um</strong> gut<br />

gerüstet ins eiskalte Wasser gehen<br />

zu können. „Man kann mit<br />

den Jahreszeiten trainieren; im<br />

Sommer vielleicht laufen gehen,<br />

Sauna <strong>und</strong> kaltes Duschen dazunehmen.“<br />

Die Lehren des „Wasserdoktors“<br />

Sebastian Kneipp seien<br />

dafür ein guter Ratgeber, verrät<br />

der Sportler. Denn <strong>die</strong> Haut müsse<br />

sich beim Eisschwimmen schnell<br />

<strong>um</strong>stellen können, von Kälte auf<br />

Wärme <strong>und</strong> <strong>um</strong>gekehrt. Hierfür<br />

könne man viel im Vorfeld tun.<br />

Geht es dann ans Schwimmen<br />

selbst, solle man idealerweise<br />

anfänglich nicht alleine unterwegs<br />

sein; auch ein Handy sollte<br />

griffbereit am Ufer liegen, <strong>um</strong><br />

bei Notfällen schnell handeln zu<br />

können. „Etwa 15 Minuten Aufwärmen<br />

vor dem Gang ins Wasser<br />

muss sein“, sagt Beck. <strong>Das</strong> <strong>die</strong>ne<br />

zur Auflockerung der Muskulatur<br />

<strong>und</strong> stärke <strong>die</strong> Durchblutung.<br />

Man dürfe nur nicht dabei ins<br />

Schwitzen kommen, denn „der<br />

Kreislauf geht ansonsten von Null<br />

auf H<strong>und</strong>ert“, sobald das eiskalte<br />

Wasser dazukommt. Ganz wichtig:<br />

auch an das Danach denken!<br />

Handtuch, Wechselkleidung, Mütze<br />

<strong>und</strong> Handschuhe bereit legen,<br />

denn nach dem Schwimmen muss<br />

es schnell gehen. Kalte Luft sorge<br />

für eine sehr schnelle Wasserverdunstung<br />

auf der Haut — komme<br />

dann noch Wind dazu, könne es<br />

„höllisch“ werden, erklärt Beck.<br />

„Bei Böen <strong>und</strong> besonders eisigen<br />

Außentemperaturen rate ich vom<br />

Eisschwimmen ab.“<br />

Auch das eine oder andere Loch<br />

haben der Sportler <strong>und</strong> seine<br />

Mitstreiter schon in <strong>die</strong> Eisdecken<br />

von Gewässern geschlagen. Ein<br />

Eispickel oder eine Säge zählt<br />

deshalb mit zur Ausrüstung der<br />

Eisschwimmer. Gerade in unmittelbarer<br />

Nähe eines Steges lasse<br />

es sich prima ins Wasser gehen,<br />

der Rucksack mit Wechselkleidung<br />

kann trocken gelagert werden.<br />

So einsam <strong>die</strong>se Sportart in der<br />

Regel noch betrieben wird, so<br />

viel überraschtes Publik<strong>um</strong> finde<br />

sich ein, sobald ein Eisschwimmer<br />

entdeckt werde, erzählt Beck.<br />

Bew<strong>und</strong>erung <strong>und</strong> Entsetzen zugleich<br />

zeige sich in manchen Gesichtern.<br />

Über Erfahrungsberichte<br />

anderer Eisschwimmer würde<br />

sich <strong>die</strong> kleine Gruppe <strong>um</strong> Martin<br />

Beck freuen. Eine eigens geschaffene<br />

Internetseite solle, nach dem<br />

Wunsch des Betreibers, irgendwann<br />

<strong>die</strong> Plattform für Eisschwimmer<br />

deutschlandweit werden. Momentan<br />

t<strong>um</strong>melt sich darauf: nur<br />

Martin Beck.<br />

rp<br />

Dann geht es los — <strong>die</strong> Erfahrung<br />

ist für Martin Beck jedes Mal aufs<br />

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november / dezember <strong>2016</strong> | 5


Heidi Rothwinklers Auffangstation in Paterzell<br />

Reine Form.<br />

Pure Schönheit.<br />

Eine Fre<strong>und</strong>in der Tiere<br />

Paterzell | Egal ob Reh, Marder,<br />

Igel oder Hase: Seit über 20 Jahren<br />

ist Heidi Rothwinklers Auffangstation<br />

eine Anlaufstelle für<br />

Tierschutzfälle jeglicher Art. „Vom<br />

Frosch bis zur Fledermaus pflege<br />

ich eigentlich alles“, beschreibt<br />

Rothwinkler, <strong>die</strong> in ihrer Paterzeller<br />

Heimat ein beachtliches Gehege<br />

mit Käfigen <strong>und</strong> Freiläufen eingerichtet<br />

hat, <strong>um</strong> möglichst vielen<br />

pflegebedürftigen Tieren z<strong>um</strong>indest<br />

vorübergehend ein Zuhause<br />

bieten zu können. Ideal liegt ihre<br />

Auffangstation am Rande eines<br />

Waldes, was insbesondere <strong>die</strong><br />

Auswilderung entsprechender<br />

Tierarten erleichtert. Denn: „Ein<br />

Wildtier gehört raus!“, betont sie.<br />

Lediglich bestimmte Verletzungen<br />

werden im Haus behandelt.<br />

Eine Heimat<br />

auf Zeit<br />

Heidi Rothwinkler wird dann gerufen,<br />

wenn jemand ein verletztes<br />

Wildtier entdeckt — ihre N<strong>um</strong>mer<br />

Ein großer Schluck für ein kleines Tier: Weit über 30 Katzen ohne Zuhause<br />

konnte Heidi Rothwinkler heuer schon vermitteln.<br />

ist auf zahlreichen Handys gespeichert.<br />

Z<strong>um</strong>eist bekomme sie<br />

Textnachrichten „da ich Zuhause<br />

keinen Handy-Empfang habe“,<br />

wie sie schmunzelnd verrät. Ein<br />

Schwerpunkt in der Auffangstation<br />

für Tierschutzfälle sind Katzen.<br />

Ausgesetzt oder verletzt kommen<br />

sie in Rothwinklers Obhut, wo <strong>die</strong><br />

Tiere wieder fit gemacht werden.<br />

Einige Tage verbringen <strong>die</strong> Katzen<br />

in eigenen Boxen, so kann festgestellt<br />

werden, ob sie Krankheiten<br />

oder etwa Flöhe haben. Ist dem<br />

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6 | tassilo


Zahlreiche Rehe hat Heidi Rothwinkler ges<strong>und</strong> gepflegt. Sie bleiben<br />

aber nur solange, bis sie sich wieder selbst versorgen können.<br />

nicht so, können sie sich je nach<br />

Zustand im Gelände frei bewegen.<br />

<strong>Das</strong>s es nur eine Heimat auf Zeit<br />

ist, zeigt <strong>die</strong> Tatsache, dass <strong>die</strong><br />

passionierte Tierexpertin heuer<br />

bereits weit über 30 Katzen vermittelt<br />

hat. Aber nicht ohne sich<br />

auch <strong>um</strong> <strong>die</strong> zukünftige Betreuung<br />

zu kümmern: Zwar bezahlen<br />

<strong>die</strong> neuen „Besitzer“ kein Geld für<br />

ihr Haustier, müssen jedoch einen<br />

Vertrag unterzeichnen, der Aspekte<br />

wie <strong>die</strong> tierärztliche Vorsorge<br />

oder Haftung regelt.<br />

Die Sprache<br />

der Rehe<br />

Ein weiterer Großteil ihrer Arbeit<br />

ist <strong>die</strong> Versorgung verletzter Rehe.<br />

„Sobald <strong>die</strong> Landwirte anfangen<br />

zu mähen, habe ich schon ein<br />

ungutes Gefühl“, beschreibt Heidi<br />

Rothwinkler, schließlich komme es<br />

dabei oft zu Unfällen. Erst kürzlich<br />

war ein Rehbock mit einem Oberschenkelbruch<br />

bei ihr. Gar nicht so<br />

einfach, denn „Böcke sind weitaus<br />

wilder“. Derzeit versorgt sie zwei<br />

zahme Rehe, <strong>die</strong> im angrenzenden<br />

Wald heimisch sind. Selbst bei<br />

der Geburt von deren Kitzen griff<br />

sie unterstützend ein, da sowohl<br />

<strong>die</strong> Jungtiere als auch <strong>die</strong> Mutter<br />

es sonst nicht geschafft hätten.<br />

„<strong>Das</strong> war eine heikle Situation. Ich<br />

habe schon gemerkt, dass da was<br />

nicht stimmt“, blickt sie zurück.<br />

Beobachtet man den Umgang von<br />

Heidi Rothwinkler mit den Rehen,<br />

dann scheint es, als spreche sie<br />

<strong>die</strong> Sprache der Tiere. Einige kurze<br />

Töne — <strong>und</strong> schon kommen sie,<br />

<strong>um</strong> sich an kalten Tagen ihre Nahrung<br />

abzuholen. Obwohl einige<br />

der Wildtiere auf Heidi Rothwinkler<br />

fixiert bleiben, sei es wichtig,<br />

sie individuell wieder auszuwildern.<br />

Igel etwa wandern meist<br />

von selbst nach kurzer Zeit wieder<br />

aus, während Rehe <strong>r<strong>und</strong></strong> ein Jahr<br />

in der Nähe bleiben, bis sie sich<br />

komplett selbst ernähren können.<br />

Damit <strong>die</strong> Zutraulichkeit der Tiere<br />

nicht z<strong>um</strong> Nachteil wird, hat Heidi<br />

Rothwinkler ihnen eigene Halsbänder<br />

<strong>um</strong>gehängt. „Die Jäger<br />

wissen Bescheid“, sagt sie über<br />

ihr generell gutes Verhältnis zu<br />

ihnen. Sie werde mitunter bis aus<br />

Buchloe oder Fuchstal kontaktiert.<br />

Ein Marder<br />

als treuer Begleiter<br />

Während Heidi Rothwinkler auf<br />

der Suche nach „ihren“ Rehen<br />

durch den angrenzenden Wald<br />

spaziert, verfolgt sie Marder<br />

„Knattl“, der ka<strong>um</strong> von ihrer Seite<br />

zu weichen scheint. Bei <strong>die</strong>sem<br />

Anblick, <strong>und</strong> dem nicht von der<br />

Hand zu weisenden Gespür für<br />

Tiere, möchte man ka<strong>um</strong> glauben,<br />

wie rational Heidi Rothwinkler<br />

ihre Aufgabe sieht: „Es sollte alles<br />

ausgeglichen sein. Alles<br />

was zu extrem ist, lehne<br />

ich ab“, sagt sie <strong>und</strong><br />

spricht damit an, dass<br />

Tiere natürlich auch einmal<br />

eingeschläfert werden<br />

müssen. Damit sie ihre<br />

Arbeit ausüben darf, hat sie<br />

eigens eine Prüfung abgelegt,<br />

sonst hätte sie <strong>die</strong> Erlaubnis<br />

vom Veterinäramt nicht bekommen.<br />

Unterstützung erhält sie<br />

bisweilen von Tierärztin Susanne<br />

Gabler-Kau, in deren Marnbacher<br />

Praxis (bei <strong>Weilheim</strong>) sie als<br />

Assistentin tätig ist. Finanzielle<br />

Hilfe bekommt sie indes von der<br />

Tierhilfe Oberland, <strong>die</strong> einige der<br />

Rechnungen übernimmt. Dennoch<br />

bleibt es ein kostspieliges<br />

Engagement, bedenkt man <strong>die</strong><br />

immensen Kosten etwa für Futter<br />

oder so manchen Gang z<strong>um</strong><br />

Tierarzt. „Ich rauche nicht, ich<br />

trinke nicht. Die Aufzucht ist mein<br />

Hobby, auch wenn es viel Geld<br />

<strong>und</strong> Zeit kostet“, sagt Heidi Rothwinkler<br />

über ihre Aufgabe, <strong>die</strong><br />

sie komplett ehrenamtlich betreibt.<br />

Für Beobachter stellt sich bei<br />

so viel Tierliebe nur <strong>die</strong> Frage,<br />

ob es überhaupt Arten<br />

gibt, <strong>die</strong> Heidi Rothwinkler zu<br />

pflegen ablehnt: „Ein Schlangenfre<strong>und</strong><br />

bin ich nicht gerade“,<br />

gibt sie zu. Als sie<br />

jedoch einst eine verletzte<br />

Ringelnatter auf der Straße<br />

entdeckte, hat sie auch <strong>die</strong>se<br />

wieder aufgepäppelt — ganz<br />

selbstverständlich.<br />

tis<br />

Marder „Knattl“ weicht<br />

ka<strong>um</strong> von Heidi Rothwinklers<br />

Seite. Allzu lange<br />

wird er dennoch nicht<br />

bleiben dürfen, denn<br />

<strong>die</strong> Tierexpertin sagt:<br />

„Ein Wildtier gehört raus!“<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 7


291 m<br />

99 m<br />

10 nm<br />

2962 m<br />

Gipfelstürmern bieten wir<br />

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Roche in Penzberg ist aktiver Teil der<br />

Life-Science-Region Greater Munich.<br />

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dem Willen zur Lösung drängender<br />

Ges<strong>und</strong>heitsfragen <strong>und</strong> gelebter<br />

kultureller Vielfalt arbeiten wir global<br />

vernetzt an den Ges<strong>und</strong>heitslösungen<br />

von morgen.<br />

From Science to Patients.


Auf der Roten Couch<br />

Marianne<br />

Sägebrecht<br />

<strong>und</strong> das<br />

versöhnende<br />

Leben<br />

Fürs Foto-Shooting auf der Roten Couch wählte Marianne Sägebrecht das „Atelier Artfor<strong>um</strong>“ von Bildhauer<br />

<strong>und</strong> Maler Leonard Lorenz. Dessen Bilder mit Segelschiffen hinten an der Wand sind für <strong>die</strong> Schauspielerin eine<br />

prophetische Vorausschau auf ihre Reise nach Surinam — gemäß ihrem Leitspruch: „Was der Schöpfer plant, muss das<br />

Leben halten.“ In Lorenz‘ Atelier bei Schäftlarn pflegen vielfältig kulturell interessierte Menschen einen regen Austausch.<br />

Foto: Johann Jilka<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 9


Dein <br />

Weg z<strong>um</strong> Schwarzgürtel<br />

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Sicherheit für Kinder<br />

<strong>und</strong> Erwachsene<br />

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10 | tassilo<br />

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Starnberg | Der Regisseur <strong>und</strong><br />

Produzent Percy Adlon machte sie<br />

1986 als Jasmin Münchgstettner in<br />

seinem Film „Out of Rosenheim“<br />

fast über Nacht z<strong>um</strong> Weltstar aus<br />

Bayern: Marianne Sägebrecht.<br />

Sieben Jahre zuvor hatte er <strong>die</strong><br />

1945 in Starnberg Geborene in<br />

der Münchner Kleinkunst-Szene<br />

selbst entdeckt. Bis heute sind<br />

sie in Fre<strong>und</strong>schaft verb<strong>und</strong>en.<br />

Adlon sollte, was ges<strong>und</strong>heitliche<br />

Umstände verhindern, auch ein<br />

Projekt begleiten, das Sägebrecht<br />

2015 in einem Buch vorgestellt<br />

hat: Die 71-Jährige ist — so der<br />

Titel — „Auf dem Weg nach Surinam“.<br />

Wie lange <strong>die</strong> Pläne schon<br />

gären <strong>und</strong> war<strong>um</strong> überhaupt, was<br />

das Schauspielen für sie bedeutet<br />

<strong>und</strong> war<strong>um</strong> sie wohl nie eine gute<br />

Mörderin abgeben wird, das verrät<br />

sie im „tassilo“-Interview auf der<br />

Roten Couch.<br />

Marianne Sägebrecht, am 3. <strong>November</strong><br />

kommt „<strong>Das</strong> schönste Weihnachten<br />

überhaupt“ in <strong>die</strong> Kinos,<br />

der zweite „Pettersson & Findus“-<br />

Film, in dem sie mitspielen. Wollen<br />

Sie schon etwas verraten?<br />

Ich spiele wieder Beda Andersson.<br />

Die Frauenfigur entspricht<br />

mir <strong>r<strong>und</strong></strong><strong>um</strong>: Sie lebt alleine <strong>und</strong><br />

ist behände mit dem Fahrrad unterwegs,<br />

sie kümmert sich <strong>um</strong><br />

Pettersson <strong>und</strong> hat ihm übrigens<br />

Findus geschenkt, damit er nicht<br />

allein ist. Würde jemand wie Pettersson<br />

in meiner Nachbarschaft<br />

wohnen, könnte etwas Ähnliches<br />

im realen Leben passieren. Schon<br />

als Kind habe ich viel verschenkt.<br />

Einmal wurde meine Mutter sauer<br />

<strong>und</strong> hat gesagt: „Wenn Dein Arsch<br />

nicht angewachsen wäre, würdest<br />

Du den auch verschenken.“ Ich<br />

habe erwidert: „<strong>Das</strong> kommt doch<br />

alles zurück.“ Davon bin ich bis<br />

heute überzeugt. Jetzt geht’s an<br />

Weihnachten bei Findus wieder<br />

<strong>um</strong>s Schenken.<br />

Was gefällt Ihnen neben <strong>die</strong>sem<br />

Thema noch an dem Film?<br />

„Vivat, crescat, floreat — lebe, wachse, blühe! <strong>Das</strong> Wesen des Menschen<br />

ist eine permanente Entwicklung hin zur Freiheit der Entfaltung, z<strong>um</strong><br />

Aufblühen“: In <strong>die</strong>sem Satz ließe sich das Gespräch von „tassilo“-Redakteur<br />

Tobias Sch<strong>um</strong>acher mit Marianne Sägebrecht zusammenfassen.<br />

Ich spiele gerne in Kinderfilmen,<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Kinder lieben Beda, ich<br />

werde oft von Ihnen gefragt, wo<br />

Beda wohnt. Der Film ist teilweise<br />

animiert, mit dem Szenario wurde<br />

vorgearbeitet. Für mich war Findus<br />

nur eine blaue Kugel, <strong>die</strong> mich<br />

unterstützt hat bei meiner Imagination.<br />

Ähnlich wurde seinerzeit beim P<strong>um</strong>uckl<br />

gearbeitet ...<br />

Genau. Ich weiß jetzt, was Gustl<br />

Bayrhammer bei den Dreharbeiten<br />

Großartiges geleistet hat.<br />

Wie bereitet man sich auf so eine<br />

Rolle vor?<br />

Mir kommt zugute, dass ich ein fotografisches<br />

Gedächtnis habe, das<br />

ich sogar beruflich schulen konnte.<br />

Nach meiner Scheidung habe ich<br />

für einen Fotoverlag gearbeitet.<br />

Ich habe in der Technik der Mehrfachbelichtung<br />

fotografiert. Etwa<br />

<strong>die</strong> Geiger oder <strong>die</strong> Goldmänner<br />

vom Zirkus Roncalli. Dafür musste<br />

ich mir genau merken, wie ihre<br />

Körperhaltung war, <strong>um</strong> <strong>die</strong> Fotos<br />

später überlagern zu können. Bei<br />

den Findus-Einstellungen lief das<br />

ähnlich.<br />

Ihre Fotos wurden damals zur Eintrittskarte<br />

in <strong>die</strong> Münchner Kulturszene.<br />

Ja, sie führten zu einer Ausstellung<br />

im Schwabinger „Mutti-Bräu“, wo<br />

ich später Geschäftsführerin war,<br />

bis <strong>die</strong> Kneipe verkauft wurde.<br />

Dann entstand meine „Opera Curiosa“,<br />

quasi in Untermiete im „Marienkäfer“,<br />

wo Maria <strong>die</strong> Chefin war<br />

<strong>und</strong> ich das Programm machte. An<br />

einem Abend standen teilweise 40,<br />

50 Künstler auf der Bühne. Sie wurden<br />

zu meiner Regenbogenfamilie<br />

mit Künstlern aus allen kulturellen<br />

Ebenen: klassische Opernsänger<br />

<strong>und</strong> Schauspieler, Feuerspucker,<br />

Seiltänzer <strong>und</strong> andere Künstler.<br />

Sogar Konstantin Wecker trat mit<br />

seinem Song „Willy“ auf.<br />

Was Ist aus <strong>die</strong>ser bunten Zeit geblieben?<br />

Fre<strong>und</strong>e in aller Welt — <strong>und</strong> <strong>die</strong><br />

Ursehnsucht, mein Urtrieb, verschiedene<br />

kulturelle <strong>und</strong> religiöse<br />

Gruppen zusammenzubringen! <strong>Das</strong><br />

treibt mich jetzt auch <strong>um</strong> bei den<br />

Plänen für Surinam. In dem Land<br />

gibt es Hinduismus, Buddhismus,<br />

den Islam, <strong>die</strong> ich stu<strong>die</strong>ren will,<br />

auch <strong>die</strong> extremistischen Aus-


wüchse im Islamismus, <strong>um</strong> zu<br />

wissen, wor<strong>um</strong> es in den Religionen<br />

geht. Für mich selbst bin ich<br />

zu dem Punkt gekommen, dass<br />

ich eine heidnische Christin bin ...<br />

— Jesus Christus ist mein symbolischer<br />

Bruder. Ich bin überzeugt,<br />

er war neben seiner göttlichen<br />

Seele auch ein sehr elementarer<br />

Mensch. Bei ihm ging es nicht nur<br />

<strong>um</strong> linke Wange, rechte Wange, er<br />

war auch in der Lage, <strong>die</strong> Priester<br />

aus dem Tempel zu schmeißen.<br />

Was steckt — neben Biografi schem<br />

<strong>und</strong> den gewohnt leckeren Kochrezepten<br />

— hinter dem Buchtitel „Auf<br />

dem Weg nach Surinam“?<br />

Ich koche seit meinem zwölften<br />

Lebensjahr bayerisch-surinamisch.<br />

Surinam durchzieht mein Leben,<br />

seit ich ein Kind war. <strong>Das</strong> Land in<br />

Südamerika ist erst seit 1975 unabhängig.<br />

Früher war es eine niederländische<br />

Sklavenkolonie, aus der<br />

noch im Jahr der Unabhängigkeit<br />

40 000 bis 50 000 Menschen aus<br />

Angst vor weiterer Unterdrückung<br />

vor allem nach Amsterdam geflohen<br />

sind. Vor 15 Jahren wurde ein<br />

großes Schutzgebiet im Amazonas-Regenwald<br />

z<strong>um</strong> Weltkulturerbe<br />

erklärt.<br />

Wie entstand Ihr Interesse?<br />

Es begann mit meinem Großvater,<br />

der in Ebenhausen eine Gärtnerei<br />

leitete, wo ich mit meiner Mutter<br />

bis zu meinem dritten Lebensjahr<br />

gelebt habe. Er war <strong>um</strong> <strong>die</strong> Welt<br />

gekommen, hatte als Gärtner <strong>und</strong><br />

Fischer in San Remo gearbeitet,<br />

viel mit Pferden zu tun, bis der<br />

Erste Weltkrieg kam, der ihn fast<br />

verst<strong>um</strong>men ließ. Dabei hatte er<br />

so viel zu erzählen! Mit mir, dem<br />

Kind, hat er gesprochen. Er erzählte<br />

von Mangrovenbä<strong>um</strong>en,<br />

Krokodilen, Korallenriffen <strong>und</strong> vor<br />

allem vom Regenwald. Schon damals<br />

machte er sich große Sorgen<br />

wegen der Abholzung, weil er <strong>um</strong><br />

seine Bedeutung als ‚Lunge der<br />

Welt‘ wusste. <strong>Das</strong> hat mich als<br />

Kind schon sehr berührt. Irgendwann<br />

fiel das Wort „Surinam“. Ab<br />

da war das mein Land.<br />

<strong>Das</strong> Sie bisher nie betreten haben?<br />

Nicht physisch, aber in Gedanken<br />

<strong>und</strong> Trä<strong>um</strong>en war ich unzählige<br />

Male dort. Meiner Mutter habe ich<br />

als Kind erzählt, dass ich nachts in<br />

Surinam war <strong>und</strong> im Tra<strong>um</strong> mit<br />

den bunten Menschen, den roten,<br />

gelben, schwarzen, weißen<br />

gesprochen habe. Sie hat mir geglaubt<br />

<strong>und</strong> gesagt: „Ja freilich, <strong>und</strong><br />

jetzt bist‘ wieder zu mir geflogen.“<br />

Mein Vater ist im Krieg gefallen,<br />

<strong>und</strong> mit meinem späteren Stiefvater<br />

hatte ich es nicht einfach. Als er<br />

in mein Leben trat, habe ich intensiv<br />

vom Regenwald geträ<strong>um</strong>t.<br />

Ihre Art als Kind, mit einer schwierigen<br />

Situation <strong>um</strong>zugehen?<br />

Ja — <strong>und</strong> mit Phantasie! Mein geliebter<br />

Teddybär hieß Suri, den<br />

habe ich vorausgeschickt. Ich habe<br />

ihn in einen Karton in den Bach bei<br />

uns <strong>um</strong> <strong>die</strong> Ecke gesetzt mit einem<br />

Brief, in dem stand: Suri baut ein<br />

Haus in Surinam für meine Mutter,<br />

meine Schwester <strong>und</strong> mich, <strong>und</strong><br />

mein Stiefvater bekommt unsere<br />

Wohnung. <strong>Das</strong> war sein Auftrag,<br />

fast wie ein Testament, <strong>und</strong> jeder<br />

sollte es wissen. Mit acht Jahren,<br />

vor meiner Kommunion, habe ich<br />

unserem Pfarrer von Surinam erzählt.<br />

Er hat mir z<strong>um</strong> ersten Mal<br />

auf einem Globus gezeigt, wo das<br />

Land überhaupt liegt, <strong>und</strong> gesagt:<br />

„Du bist eine alte Seele. Du bist<br />

von weit hierhergekommen, <strong>um</strong><br />

den Menschen zu helfen, <strong>und</strong> Du<br />

kommst dort auch wieder hin.“<br />

<strong>Das</strong> hat mich geerdet <strong>und</strong> beruhigt,<br />

weil er mir das als katholischer<br />

Priester geglaubt <strong>und</strong> so<br />

erklärt hat. Er wurde damals mein<br />

bester Fre<strong>und</strong> <strong>und</strong> Schutzpatron.<br />

Pfarrer spielten überhaupt eine<br />

große Rolle in ihrer Kindheit...<br />

Ja, mit zehn, elf Jahren habe ich<br />

in Aufkirchen jeden Sonntag in<br />

der Kirche <strong>die</strong> Apostelbriefe vorgelesen,<br />

mit großer Wonne etwa<br />

den Korintherbrief von Paulus. <strong>Das</strong><br />

hat mir Mut gemacht, vor Menschen<br />

zu treten <strong>und</strong> zu lesen. In<br />

der Realschule hatte ich wieder<br />

einen tollen Kaplan. Er war zuvor<br />

lange in China <strong>und</strong> betrachtete<br />

<strong>die</strong> katholische Lehre aus buddhistischer<br />

Sicht. Bei ihm habe<br />

ich erstmals Theater gespielt. Und<br />

wir sind mit ihm ins Krankenhaus<br />

nach Wolfratshausen gefahren, wo<br />

Mitschülerinnen <strong>und</strong> ich sterbenskranken<br />

Patienten vorgelesen <strong>und</strong><br />

sie in den Arm genommen haben.<br />

Ein erster Wink Ihrer medizinischtechnischen<br />

Ausbildung?<br />

Die war vorbestimmt. Ich wollte<br />

zunächst Hebamme werden. Die<br />

Berufsberaterin hatte aber einen<br />

Fre<strong>und</strong>, einen H<strong>um</strong>boldtianer, der<br />

vorher in China <strong>und</strong> am Amazonas<br />

war <strong>und</strong> sich grade als Arzt<br />

in München selbstständig machte.<br />

Ich habe Arzthelferin gelernt <strong>und</strong><br />

war über zehn Jahre bei ihm, bis<br />

ich schwanger wurde. Ganzheitlich<br />

habe ich in <strong>die</strong>ser Zeit unglaublich<br />

viel gelernt. Er war seiner Zeit weit<br />

voraus, hat psychotherapeutisch<br />

beispielsweise mit dem Innenkind<br />

gearbeitet, mit Musik, einem warmen<br />

Kräuterbad, wohltuendem<br />

Licht, Farbe, Klang. Die Behandlung<br />

begann er mit dem Satz:<br />

„Stell‘ Dir vor, Du bist bei Deiner<br />

Mama.“ Indem er zu ihr eine Verbindung<br />

schuf, brachte er Ruhe in<br />

<strong>die</strong> Patienten, nach 15, 20 Minuten<br />

ging es ihnen besser. Er arbeitete<br />

mit Placebo-Effekten wie Umarmungen,<br />

dem „big hugh“ — so,<br />

wie wir ein Baby halten <strong>und</strong> dabei<br />

<strong>die</strong> Stelle zwischen den Schulterblättern<br />

reiben. <strong>Das</strong> beruhigt das<br />

Rückenmark. Er hat unglaubliche<br />

Heilungen hinbekommen als Internist,<br />

Osteopath — <strong>und</strong> auch H<strong>um</strong>orist.<br />

Er hatte sogar eine eigene<br />

Sternwarte, wo er Astronomie <strong>und</strong><br />

Astrologie für sich in Einklang<br />

brachte.<br />

Und sie wieder auf <strong>die</strong> Spur nach<br />

Surinam…<br />

Mit 19 Jahren habe ich in seinem<br />

Wartezimmer Maria Sibylla Merian<br />

entdeckt, <strong>die</strong> Naturforscherin<br />

<strong>und</strong> Künstlerin, meine Schmetterlingsfrau.<br />

Sie lebte von 1647 bis 1717,<br />

von ihrem Leben erzähle ich in meinem<br />

Buch. In Frankfurt am Main<br />

geboren, begann sie schon als<br />

13-Jährige, Pflanzen <strong>und</strong> Insekten<br />

naturgetreu zu malen <strong>und</strong> Seidenspinnerraupen<br />

zu züchten. Von ihrem<br />

Stiefbruder lernte sie das Kupferstechen,<br />

das sie später, als sie in<br />

den Niederlanden lebte, in Perfektion<br />

beherrschte. Merian hat Raupen,<br />

Schmetterlinge, Falter <strong>und</strong> ihre<br />

Metamorphose genau beobachtet<br />

<strong>und</strong> dargestellt. Von 1699 bis 1701<br />

unternahm sie eine Forschungsreise<br />

— nach Surinam! Als Frau, allein<br />

mit ihrer Tochter, über ein halbes<br />

Jahrh<strong>und</strong>ert vor dem Weltreisenden<br />

<strong>und</strong> Naturforscher Alexander von<br />

H<strong>um</strong>boldt! Zurück kam sie mit h<strong>und</strong>erten<br />

von Skizzen, Zeichnungen<br />

<strong>und</strong> Entwürfen, aus denen in Amsterdam<br />

68 Kupfertafeln entstanden<br />

für ihr Hauptwerk, das „Metamorphosis<br />

insector<strong>um</strong> Surinamensi<strong>um</strong>“.<br />

<strong>Das</strong> Buch brachte ihr höchste<br />

Anerkennung als Künstlerin.<br />

Was fasziniert Sie an ihr?<br />

Unsere Leben haben immer wieder<br />

Schnittpunkte: Ich bin als bayerische<br />

Schauspielerin weltweit<br />

bekannt, auch was Merian tat,<br />

war für eine Frau ihrer Zeit eigentlich<br />

<strong>und</strong>enkbar. <strong>Das</strong> Arbeiten als<br />

Kunstmalerin war einer Frau in der<br />

ständischen Gesellschaft verboten.<br />

Die intensive Beschäftigung mit<br />

der Metamorphose, <strong>die</strong> den Menschen<br />

noch unerklärlich war — in<br />

einer Zeit, als Frauen noch als Hexen<br />

verbrannt wurden…! Sie hat<br />

Tagebuch geführt, ein Exemplar<br />

existiert an der Universität in Erlangen,<br />

ich habe es gelesen. Inzwischen<br />

betreibe ich seit fünf Jahren<br />

Quellenarbeit.<br />

Woher <strong>die</strong>se Ausdauer?<br />

Sibylla <strong>und</strong> Surinam sind einfach<br />

meine Geschichte. 2017 werde<br />

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ich mit einer Fre<strong>und</strong>in, einer Surinamesin,<br />

<strong>und</strong> einem Kameramann<br />

durch Surinam reisen. Ich möchte<br />

<strong>die</strong> Mangroven- <strong>und</strong> Moringa-<br />

Bä<strong>um</strong>e sehen, von denen mir<br />

mein Großvater erzählt hat, von<br />

denen ich als Kind geträ<strong>um</strong>t habe.<br />

Ich will <strong>die</strong> indigenen Stämme<br />

besuchen, <strong>die</strong> Heger <strong>und</strong> Pfleger<br />

des Regenwaldes. Ich interessiere<br />

mich für ihre Urwald-Medizin, ihren<br />

Schamanismus. Ich werde Tagebuch<br />

führen <strong>und</strong> fotografieren.<br />

Angesichts der Gesamtkomplexität<br />

des Themas ist das, was ich vorhabe,<br />

vergleichbar mit einer Seminararbeit.<br />

Einer fi lmischen?<br />

Mit Schauspielerei hat das nichts<br />

zu tun. Ich werde Merian nicht<br />

spielen oder sprechen, trotz Angeboten,<br />

es wird kein Merian-Film<br />

entstehen — selbst wenn sich 2017<br />

ihr Todestag z<strong>um</strong> 300. Mal jährt.<br />

<strong>Das</strong> ist mir zu vordergründig. Ich<br />

habe zwölf Bücher über sie durchforstet.<br />

Sie erlitt einen Schlaganfall<br />

<strong>und</strong> saß bis zu ihrem Tod zwei Jahre<br />

im Rollstuhl. Als ich das gelesen<br />

habe, bekam ich Herzschmerzen.<br />

Sie wurde in Amsterdam in einem<br />

Armengrab bestattet, weil ihr<br />

angehender Schwiegersohn ihre<br />

Mappen verkauft hatte, an den<br />

russischen Zarenhof <strong>und</strong> an <strong>die</strong><br />

Windsors. Den Gewinn zweigte er<br />

vermutlich ab. Deshalb wollen wir<br />

auch Merians Originale in Sankt<br />

Petersburg besuchen <strong>und</strong> in den<br />

Niederlanden eine Büste aufstellen,<br />

<strong>die</strong> an <strong>die</strong> große Frau aus<br />

Amsterdam erinnert. Sie ist meine<br />

Seelenschwester, ich spüre sie.<br />

Für mich ist wichtig, nochmal mit<br />

ihr zu reisen — in unser Surinam.<br />

Wie würden Sie sich heute charakterisieren?<br />

Sind sie Schauspielerin,<br />

Autorin, Künstlerin, Forscherin?<br />

Ich bin eine vielschichtige Persönlichkeit.<br />

Prozentual lässt sich<br />

das nicht ausdrücken, wobei das<br />

Schreiben <strong>und</strong> <strong>die</strong> Schauspielerei<br />

sicher stark ausgeprägt sind. Ich<br />

spiele etwas nicht, ich erlebe es.<br />

Auf Englisch heißt das „method<br />

acting“: Der Schauspieler arbeitet<br />

mit Erinnerungen an eigene<br />

Erlebnisse <strong>und</strong> mit Entspannungstechniken.<br />

Dafür habe ich eine<br />

Begabung. Ich verfüge über große<br />

Empathie <strong>und</strong> kann mich in<br />

<strong>die</strong> Gefühlsebene hineinfinden,<br />

<strong>die</strong> für eine Rolle gebraucht wird.<br />

<strong>Das</strong> ist für mich das Wichtigste.<br />

Ich nehme Worte, <strong>die</strong> ich spreche,<br />

richtig wahr. Für mich gibt es keine<br />

Fiktion. Deshalb kann ich keine<br />

Figur spielen, <strong>die</strong> das außer Kraft<br />

setzen würde. Ich wurde immer<br />

wieder gefragt: „Willst Du nicht<br />

mal eine Mörderin spielen, eine<br />

Giftmischerin?“ <strong>Das</strong> ginge nur,<br />

wenn ein Drehbuch eine Katharsis<br />

beinhalten würde, <strong>die</strong> meiner<br />

Persönlichkeitsstruktur entspricht.<br />

<strong>Das</strong> war bisher nicht der Fall,<br />

meist sind <strong>die</strong> Rollen nur vordergründig<br />

auf Spektakel angelegt.<br />

Wie muss eine Rolle aussehen, damit<br />

Sie zusagen?<br />

Wie <strong>die</strong> eingangs erwähnte Beda<br />

Andersson; oder Frau Holle, <strong>die</strong><br />

ich 2008 gespielt habe. Ich sehe<br />

eine Rolle in der Kontinuität eines<br />

Menschen, der heranwächst, eine<br />

Entwicklung durchläuft, bis ein<br />

Wendepunkt kommt, an dem etwas<br />

passiert, wo <strong>die</strong> Rolle beginnt, der<br />

Film. Hier stelle ich mir <strong>die</strong> Frage:<br />

War<strong>um</strong> erzähle ich <strong>die</strong> Geschichte?<br />

Wenn ich <strong>die</strong> Chance habe, <strong>die</strong>se<br />

Wandlung als eine Folge von Ursache<br />

<strong>und</strong> Wirkung darzustellen,<br />

kann ich eine Person spielen. Wenn<br />

nicht, muss ich gestehen: <strong>Das</strong> Zeug<br />

zu <strong>die</strong>ser Rolle habe ich nicht. <strong>Das</strong><br />

schließt viele Rollen aus.<br />

Ihre Paraderolle war …<br />

… Jasmin Münchgstettner in „Out<br />

of Rosenheim“, ohne Frage! Wenn<br />

ich in eine Person wie sie schlüpfen<br />

kann, dann entfaltet sich meine<br />

Vielfalt, meine Phantasie <strong>und</strong><br />

Lebensenergie. Wenn ich so jemanden<br />

darstellen kann <strong>und</strong> darf,<br />

macht mich das glücklich! Wichtig<br />

für meine persönliche Entwicklung<br />

war aber genauso der Ausstieg<br />

nach dem weltweiten Hype<br />

<strong>um</strong> den Film.<br />

Den haben viele nicht verstanden,<br />

Hollywood stand Ihnen offen. War<strong>um</strong><br />

haben Sie sich entzogen?<br />

Dafür gibt es viele Gründe. Nur<br />

ein Beispiel: Im Film spiele ich<br />

eine Putzszene. Hinterher fragte<br />

der Putztuchhersteller, ob ich das<br />

für einen weltweiten Werbespot<br />

nochmal machen würde. Es wäre<br />

ein riesen Deal gewesen. Ich habe<br />

abgelehnt, weil man den Film zerschnippelt<br />

<strong>und</strong> zerstört hätte, <strong>die</strong><br />

zuvor geschilderte Entwicklung.<br />

Später sollte der Film in Amerika<br />

zur Serie werden, in der Whoopi<br />

Goldberg aus kommerziellen Gründen<br />

Brenda spielen sollte. Im Film<br />

ist <strong>die</strong> Rolle mit Carol Christine Hilaria<br />

alias „CCH“ Po<strong>und</strong>er besetzt.<br />

Zu ihr hatte ich eine sehr tiefe Verbindung<br />

aufgebaut, sie war mit ein<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>, war<strong>um</strong> ich mich auf Jasmin<br />

Münchgstettner so komplett einlassen<br />

konnte. Nur sie <strong>und</strong> ich haben<br />

Brenda <strong>und</strong> Jasmin beim Publik<strong>um</strong><br />

weltweit verankert. Deshalb habe<br />

ich das Serienangebot abgelehnt.<br />

Ich habe gesagt: „Ich verehre<br />

Whoopi, aber Brenda ist nicht ihre<br />

Rolle.“ Außerdem ist CCH in Guyana<br />

geboren, einem Nachbarland<br />

von Surinam. Die Inspiratoren der<br />

Milchstraße haben CCH <strong>und</strong> mich<br />

für den Film gecastet. Im „Bagdad<br />

Café“ entsteht eine neue Situation<br />

des Zusammenlebens. Schlüsselpunkte<br />

sind Liebe <strong>und</strong> Phantasie.<br />

<strong>Das</strong> Titellied „Calling you“ erzählt<br />

davon — ich rufe Dich. Unterschiedliche<br />

Menschen kommen<br />

zusammen, Frauen sind sich gut<br />

gesinnt, Jasmin <strong>und</strong> Brenda lernen<br />

zaubern, <strong>die</strong> Phantasie wird z<strong>um</strong><br />

Ich in höchster Vollendung. Vorher<br />

fehlte Brenda <strong>die</strong> Kommunikation<br />

mit einem Du: Jasmin. Sie musste<br />

<strong>die</strong> Einsamkeit erleben, <strong>um</strong> <strong>die</strong><br />

Zweisamkeit ersehnen zu können.<br />

<strong>Das</strong> hätte eine Serie nie zeichnen<br />

können, selbst nicht mit Whoopi.<br />

12 | tassilo


Wie sehen Sie Ihren damaligen<br />

Ausstieg heute?<br />

Auch wenn ihn mir manche nicht<br />

verziehen haben, ist er für mich<br />

bis heute richtig. Ich bin zufrieden<br />

<strong>und</strong> jammere einer vielleicht verpassten<br />

Chance auf Reicht<strong>um</strong> nicht<br />

nach. Ich bin reich, weil meine<br />

Phantasie reich ist. Durch meine<br />

eigenen Initiativen geht es immer<br />

weiter. Z<strong>um</strong> Glück steckte ich nie<br />

in einem starren Management. Ich<br />

gehöre mir selbst <strong>und</strong> hatte das<br />

Recht z<strong>um</strong> Ausstieg. Außerdem<br />

war es <strong>die</strong> richtige Zeit für den<br />

Rückzug.<br />

Inwiefern?<br />

Ich halte es mit König Salomon:<br />

Alles hat seine Zeit. Ich bin überzeugt,<br />

dass man mit der Geburt<br />

einen Lebensplan unter den Arm<br />

geklemmt bekommt, in dem es<br />

Stationen gibt, <strong>die</strong> vorbestimmt<br />

sind. Dort kann ich Ja oder Nein<br />

sagen. Wenn man älter wird,<br />

denkt man vielleicht mehr darüber<br />

nach, war<strong>um</strong> man welche Entscheidung<br />

gefällt<br />

hat. Wenn sie aber gefallen<br />

ist, sollten wir durch eine Tür auch<br />

gehen, selbst wenn wir Angst haben<br />

— nach dem Motto: „Mach’s,<br />

dann hast Du’s hinter Dir.“ <strong>Das</strong> ist<br />

eine Form der Determination, <strong>die</strong><br />

mir jedenfalls hilft.<br />

Dafür braucht es Kraft <strong>und</strong> Mut —<br />

woher haben Sie <strong>die</strong>?<br />

Mich hat stark gemacht, dass meine<br />

Mutter mir immer vertraut hat.<br />

Wenn ich als Vierjährige gesagt<br />

habe, ich gehe nach Surinam,<br />

hat sie gesagt: „<strong>Das</strong> machst Du<br />

schon.“ Mit zwölf Jahren bin ich<br />

über einen Dachfirst balanciert,<br />

eine Nachbarin hat entsetzt meine<br />

Mutter gerufen, sie kam aus<br />

dem Haus <strong>und</strong> hat nur gemeint:<br />

„Gell, schön wie <strong>die</strong> Marianne das<br />

macht.“ — Hier auf der Erde ist unsere<br />

Arena. Es ist egal, wie man<br />

eine Aufgabe löst, durch Kampf<br />

oder Vereinigung. Ich nehme jeden<br />

Tag an wie er ist, <strong>um</strong> meine<br />

Aufgaben zu lösen. Und bevor ich<br />

schlafen gehe, mache ich eine<br />

Meditationsübung, tion<br />

ng, <strong>die</strong> ich „brainless<br />

diving“ nenne:<br />

Ich lasse<br />

den Tag noch<br />

einmal vorüberziehen<br />

<strong>und</strong><br />

sende meine<br />

Gedanken gezielt<br />

hinaus,<br />

etwa, indem ich<br />

ein Gebet spreche<br />

für Leute,<br />

<strong>die</strong> mir etwas<br />

bedeuten. Dann<br />

gebe ich mir<br />

<strong>die</strong><br />

Anweisung:<br />

„Mein Körper<br />

darf jetzt ruhen.“<br />

Zuletzt<br />

überlege<br />

ich,<br />

was meine<br />

geistige<br />

Ebene<br />

nachts für mich<br />

tun<br />

könnte. Dann<br />

taucht, heute noch,<br />

immer<br />

me wieder,<br />

mein<br />

Opa auf, der<br />

Gärtner <strong>und</strong> Schamane,<br />

ganz stark meine Mutter,<br />

<strong>und</strong> mein Vater…<br />

… den Sie nie erlebt haben!<br />

Mein Vater war auch Gärtner, er<br />

hat in Stuttgart gelernt, wie man<br />

Rosen veredelt. Diese Tatsache ist<br />

ein Zufall, den ich „Vor-Fall“ nenne<br />

— denken Sie an <strong>die</strong> Filme, <strong>die</strong><br />

mich berühmt gemacht haben:<br />

Out of Rosenheim, Rosalie Goes<br />

Shopping, Rosenkrieg. Mit der<br />

Rose hat mein Vater mein Leben<br />

begleitet, auch wenn er nicht bei<br />

mir war. Von seiner Mutter, seinen<br />

Schwestern <strong>und</strong> Tanten wusste ich,<br />

wer <strong>und</strong> wie er war, sie haben mir<br />

von seiner w<strong>und</strong>erbaren, sanften<br />

Persönlichkeit erzählt. So hatte ich<br />

ein Bild von ihm.<br />

Hängt Ihre innere Ruhe, trotz Weltruhm,<br />

auch mit Ihrem Wohnort hier<br />

am Starnberger See zusammen,<br />

der Gegend Ihrer Kindheit?<br />

Nachdem meine Mutter gestorben<br />

war, bin ich 1996 aufs Land gezogen.<br />

Hier kann ich mich <strong>um</strong> meine<br />

Kräuter kümmern, Kinderfilme<br />

drehen, Bücher schreiben. Oder<br />

an Drehbüchern mitarbeiten wie<br />

für <strong>die</strong> drei „Marga Engel“-Filme.<br />

Sie sind auch ein Beispiel, wie sich<br />

mein Wesen <strong>und</strong> meine Persönlichkeit<br />

mit einer Rolle vereinen.<br />

Die Filme waren für mich so etwas<br />

Schönes — bis <strong>die</strong> Verantwortlichen<br />

<strong>die</strong> Geschichte wieder in <strong>die</strong><br />

Endlosschleife schicken wollten.<br />

Aber ich habe gesagt: „<strong>Das</strong> ist<br />

meine, sie ist abgeschlossen, ich<br />

habe sie erzählt.“ Jetzt machen <strong>die</strong><br />

„Pettersson & Findus“-Filme richtig<br />

Spaß <strong>und</strong> es kommen wieder<br />

richtig spannende Angebote.<br />

Sogar in Nebenrollen prägen Sie<br />

Filme ...<br />

Ein ganz wichtiger Film war 2014<br />

„Der Kreis“. Er gewann auf der<br />

Berlinale den „Teddy-Award“, den<br />

weltweit einzigen Transgender-<br />

Preis, <strong>und</strong> den Publik<strong>um</strong>spreis für<br />

Dok<strong>um</strong>entarfilme. Ich spiele <strong>die</strong><br />

Mutter eines Sohnes, der in der<br />

Schweiz der 1960er-Jahre seine<br />

Homosexualität zu leben versucht.<br />

Zu meinen homosexuellen Fre<strong>und</strong>en<br />

habe ich eine ganz besondere<br />

Beziehung. Sie sind meine Eltern.<br />

Jetzt durfte ich eine Mutter in <strong>die</strong>sem<br />

Umfeld spielen, eine, <strong>die</strong> ihren<br />

Sohn annimmt wie er ist, ganz<br />

gleich, ob er schwul ist. In <strong>die</strong>ser<br />

Art sollten sich alle Menschen annehmen.<br />

<strong>Das</strong> ist <strong>die</strong> Botschaft von<br />

„Der Kreis“, weshalb ich mit ihm<br />

auch <strong>um</strong> <strong>die</strong> Welt gereist bin.<br />

Mit welchen Erfahrungen?<br />

Ganz besonders war es in San Francisco.<br />

Mit einer guten Fre<strong>und</strong>in, der<br />

Jazzsängerin Ruth Cameron, Frau<br />

des legendären Jazzbassisten Charlie<br />

Hayden, saß ich bei der Premiere<br />

im Castro Theater, da passen<br />

2 400 Leute rein. Schon nach zwei,<br />

drei Szenen, in denen ich zu sehen<br />

war, hat das Publik<strong>um</strong> im Saal<br />

nach mir gerufen. Stellen Sie sich<br />

das vor — fast drei Jahrzehnte nach<br />

Out of Rosenheim oder Der Rosenkrieg<br />

mit Michael Douglas! <strong>Das</strong> hat<br />

mich zu Tränen gerührt.<br />

Was bedeuten Ihnen <strong>die</strong> USA?<br />

Früher war ich drei Monate im<br />

Jahr drüben. Jetzt war ich acht<br />

Jahre nicht mehr in Los Angeles,<br />

im April will ich im Rahmen der<br />

Surinamreise wieder in meine<br />

Pappendeckelstadt, <strong>die</strong> ich liebe,<br />

weil sie sich immer wieder verwandelt.<br />

Es gibt <strong>die</strong> Wüste, <strong>die</strong><br />

Berge, das Meer, man fährt fast<br />

immer in der Sonne Auto, <strong>und</strong> <strong>die</strong><br />

Menschen fahren trotzdem diszipliniert.<br />

Auch Santa Moncia finde<br />

ich sehr angenehm. Dort trifft man<br />

viele Studenten, <strong>die</strong> politische Gesinnung<br />

ten<strong>die</strong>rt zu den Demokraten,<br />

<strong>die</strong> Menschen sind fre<strong>und</strong>lich<br />

<strong>und</strong> helfen einander. Hier daheim<br />

wechsle ich beim Einkaufen <strong>die</strong><br />

Ortschaften ab — mal Berg, mal<br />

Icking, mal Starnberg, damit keine<br />

Gewohnheit aufkommt. Vor allem<br />

nicht bei den Anderen, damit mir<br />

keiner sagen kann: „Schaust Du<br />

heute aber müde aus.“ (lacht).<br />

Wenn man sich der Gewohnheit<br />

hingibt, ist man ausgeliefert.<br />

Liefern Sie sich als Schauspielerin<br />

nicht auch Menschen aus?<br />

Ausschließlich mit der Rolle. Als<br />

Mensch bin ich eher eine Heilerin,<br />

eine Versöhnerin: Ich habe einen<br />

Sohn zurück zu seiner Mutter gebracht,<br />

der schwul war <strong>und</strong> mit<br />

ihr gebrochen hatte, weil sie ihn<br />

mit fünf Jahren ins Klo gesperrt<br />

hatte. Er überlebte nur, weil er<br />

aus dem Klo trank. <strong>Das</strong> hat er ihr<br />

nicht verziehen. Mir ist gelungen,<br />

dass beide sich aussprachen, wobei<br />

sie ihm erklärte, dass sie ihn<br />

eingesperrt hatte, <strong>um</strong> ihn vor dem<br />

Vater zu schützen, der ein Sexist<br />

war <strong>und</strong> ihm irgendwann Gewalt<br />

angetan hätte. Sie sperrte ihn ein,<br />

weil sie ihn so sehr liebte <strong>und</strong> sich<br />

nicht zu helfen wusste. Heute haben<br />

alle drei wieder eine Beziehung<br />

zueinander.<br />

Wie fi nden Sie solche Menschen?<br />

Ich denke, sie spüren meine<br />

Schwingungen. Ich gebe Menschen<br />

Schutz, weil ich <strong>die</strong> Menschen<br />

liebe. Bei mir kriegt jeder<br />

seinen Platz, der Gescheite, der<br />

D<strong>um</strong>me, der Reiche, der Arme.<br />

Ich kann mich nicht sattsehen an<br />

Menschen! Ich mag z<strong>um</strong> Beispiel<br />

Leute, <strong>die</strong> Gerüste bauen. Sie haben<br />

H<strong>um</strong>or, sind mutig in den Lüften<br />

unterwegs, mich interessiert,<br />

was sie sich zurufen — das ist total<br />

spannend, denen muss ich zuhören.<br />

Für mich ist jeder Mensch ein<br />

Tempel, der heilig ist. Mein Leitspruch<br />

stammt von Rainer Maria<br />

Rilke: „Was der Schöpfer plant,<br />

muss das Leben halten.“<br />

ts<br />

november vember/dezember <strong>2016</strong> | 13


Die ungewöhnliche Karriere des Illusionsmalers Jürgen Schütt<br />

Hochdeutsche Lüftlmalerei<br />

Polling I Sechs Jahre lang arbeitete<br />

Jürgen Schütt als Bauzeichner<br />

in einer Behörde. „Eine ewig lange<br />

Zeit“, sagt er rückblickend. Ironisch.<br />

Sarkastisch. Schmunzelnd.<br />

Er habe sich unterfordert gefühlt.<br />

Tagaus, tagein. Sechs Jahre können<br />

sich ziehen, „wenn man ständig<br />

Kaffee holen geht“. Zwischen<br />

Aufbrühen <strong>und</strong> Abspülen lief <strong>die</strong><br />

Kaffeetasse 1985 buchstäblich<br />

über — es musste sich etwas ändern<br />

im Leben des Bürozeichners:<br />

Jürgen Schütt wurde Kunstmaler.<br />

„Angefangen habe ich mit Aquarellen,<br />

Portraits, Landschaftsbildern.“<br />

Mit denen er natürlich<br />

ungleich weniger ver<strong>die</strong>nte als im<br />

Behördenjob. Spitzwegs „Armer<br />

Poet“ kommt in den Sinn, wenn<br />

der Pinselvirtuose von „Eisplatten<br />

am Fensterbrett“ seines Domizils<br />

erzählt, weil er nicht heizen konnte,<br />

von spartanischen Verhältnissen,<br />

wenig zu essen. Erinnerungen.<br />

Vergangenheit. Sarkasmus.<br />

Augenzwinkern.<br />

Zungenschlags. Doch seine Kunstfertigkeit<br />

spricht Bände.<br />

Im großen Festsaal vom „Gasthof<br />

zur Post“ in Eberfing komponierte<br />

er für das Bühnenbild an der<br />

Wand <strong>die</strong> Farben z<strong>um</strong> Wettersteingebirge.<br />

In Salzburg war ein<br />

von Bismarck sein Auftraggeber,<br />

„der viele Häuser hatte, mir dann<br />

aber leider einfach wegstarb“, bedauert<br />

Schütt mit dem ihm eigenen,<br />

subtilen H<strong>um</strong>or. Ganze zwei<br />

Jahre verbrachte er mit Aufträgen<br />

für Illusionsmalerei in Oberfranken.<br />

In einem Bayreuther Altersheim<br />

bemalte er Wände eines<br />

Aufenthaltsra<strong>um</strong>es mit mediterranen<br />

Küstenlandschaften. Auf eine<br />

Mauer im Vorderg<strong>r<strong>und</strong></strong> drapierte<br />

er ein Spiegelei. Ein Senior verletzte<br />

sich bei dem Versuch, das Ei<br />

zu entfernen, er hielt es für echt.<br />

Schütt amüsiert das bis heute.<br />

Als Höhepunkt in Oberfranken<br />

gilt ihm <strong>die</strong> Ausmalung des<br />

Schwimmbades im Privathaus eines<br />

ehemaligen B<strong>und</strong>esministers<br />

von dort: <strong>die</strong> Skyline von New York<br />

auf mehr als zehn Metern Wandfläche.<br />

Den Minister <strong>und</strong> seine<br />

Familie setzte Schütt analog des<br />

weltberühmten Schwarz-Weiß-<br />

Fotos „Lunch atop a Skyskraper“<br />

auf einen Stahlträger oben rechts<br />

ins Gemälde. „Aber ich musste<br />

jedes Fenster der Wolkenkratzer<br />

einzeln malen“, stöhnt Schütt.<br />

Und schmunzelt.<br />

Ein Wandbild mit<br />

Adam <strong>und</strong> Eva<br />

Um Fenster ging es <strong>die</strong>sen Sommer<br />

wieder: Am Para<strong>die</strong>shof von<br />

Melanie Kleider <strong>und</strong> Norbert<br />

Weimann in Forst (siehe Bericht<br />

Auch als Restaurator<br />

arbeitet Jürgen Schütt,<br />

hier überarbeitet er einen<br />

Wohnhauserker in Krün.<br />

14 | tassilo<br />

Erst Illusionsmalerei,<br />

dann Fassadengestaltung<br />

Denn seit er sich vor <strong>r<strong>und</strong></strong> 15 Jahren<br />

erst der großflächigen Illusionsmalerei<br />

<strong>und</strong> schließlich der Fassadengestaltung<br />

südbayerischer<br />

<strong>und</strong> österreichischer Prägung zuwandte,<br />

führt <strong>die</strong> Erfolgsspur steil<br />

bergan. Von Oberfranken bis z<strong>um</strong><br />

Alpenrand. Der im winzigen Ort<br />

C<strong>um</strong>losen in Brandenburg geborene,<br />

in Boch<strong>um</strong> aufgewachsene<br />

<strong>und</strong> nun in Polling lebende Jürgen<br />

Schütt ist z<strong>um</strong> <strong>um</strong>worbenen,<br />

gefragten, vielbeschäftigten Illusions-<br />

<strong>und</strong> Lüftlmaler geworden.<br />

Letzteres ist ka<strong>um</strong> zu glauben<br />

angesichts seines hochdeutschen<br />

Dieses Haus mit der von Jürgen Schütt bemalten Giebelfront steht in<br />

seiner Heimatgemeinde Polling.


Fassadengestaltungen wie <strong>die</strong>se an einem Haus in Krün machen Jürgen Schütt zu einem begehrten Maler —<br />

<strong>und</strong> sind beste Werbung für den Meister seines Faches, lustigerweise ein Norddeutscher.<br />

in <strong>Tassilo</strong>-<strong>Ausgabe</strong> 8) <strong>um</strong>fasste er<br />

<strong>die</strong> Fensteröffnungen mit gemaltem<br />

Mauergesims <strong>und</strong> gestaltete<br />

ein Wandbild mit Adam <strong>und</strong> Eva.<br />

Wobei Schütt seinen Auftraggeber<br />

beneidete, weil der zuvor<br />

<strong>die</strong> Fassade g<strong>r<strong>und</strong></strong>iert hatte: „Ich<br />

weißle auch gerne, weil ich dabei<br />

nicht denken muss, bei der Kunst<br />

brauche ich schöpferische Pausen<br />

— aber ich mache generell alles,<br />

was angemalt werden muss.“ <strong>Das</strong><br />

macht Schütt z<strong>um</strong> gefragten Maler.<br />

Wie <strong>die</strong> Selbsteinschätzung,<br />

dass man ihn „überall einsetzen<br />

kann — aber ich habe keine Zeit“.<br />

Denn sein Beruf habe einen großen<br />

Nachteil: „Man muss immer<br />

alles selber machen.“<br />

„kämpfen, dass es ruhiger wird“.<br />

<strong>Das</strong> Jahr <strong>2016</strong> sei früh verplant<br />

gewesen. Denn Lüftlmalerei, <strong>die</strong><br />

Arbeit an Außenfassaden, sei bessere<br />

Werbung als jede Ausstellung,<br />

<strong>die</strong> ein Maler „mit seinen<br />

Bildchen“ bestreite. <strong>Das</strong> habe er<br />

auch schon gemacht — „<strong>und</strong> gehasst,<br />

r<strong>um</strong>zusitzen, zu erklären, zu<br />

warten“. An den Häusern sehen<br />

Passanten <strong>und</strong> Nachbarn, was er<br />

kann: „Ich bekomme meine Aufträge<br />

unterm Arbeiten.“ In Krün<br />

etwa wird er inzwischen von Haus<br />

zu Haus weiterempfohlen. Und<br />

natürlich auf einen Kaffee eingeladen.<br />

Auch das ist ein Fortschritt.<br />

Ohne Witz.<br />

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Lüftlmalerei ist <strong>die</strong><br />

beste Werbung<br />

In den Anfangszeiten sei er<br />

dankbar gewesen, wenn er „ein<br />

Häuschen anmalen“ konnte. Erst<br />

nach <strong>und</strong> nach habe er bemerkt,<br />

dass <strong>die</strong> Pausen dazwischen weniger<br />

wurden. Heute müsse er<br />

Weite erzeugen in beengten Ra<strong>um</strong>verhältnissen — das gelingt Jürgen<br />

Schütt mit seiner Illusionsmalerei.<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 15


Borkenkäfer nach Orkan Niklas: Wie Befall funktioniert <strong>und</strong> bekämpft wird<br />

Kleiner Käfer, großer Schaden<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Borkenkäfer gibt es<br />

auf der ganzen Welt, in Bayern<br />

sind vor allem Buchdrucker <strong>und</strong><br />

Kupferstecher bedeutsam. Die<br />

kleinen Käfer fressen vorwiegend<br />

an Fichten <strong>die</strong> Rinde <strong>und</strong> das<br />

Kambi<strong>um</strong>, <strong>die</strong> Wachst<strong>um</strong>sschicht<br />

der Bä<strong>um</strong>e — besonders gern<br />

nach Stürmen mit Bruchholz. Die<br />

letzten großen Borkenkäfer-Kalamitäten<br />

folgten auf „Vivian“ <strong>und</strong><br />

„Wiebke“ 1992 <strong>und</strong> das extrem<br />

Eine dürre, befallene<br />

Fichte zwischen Buchen.<br />

heiße <strong>und</strong> trockene Jahr 2003.<br />

Deshalb ließ Orkan Niklas 2015<br />

Schlimmes befürchten — eine Bestandsaufname.<br />

Laut Peter Graser, stellvertretender<br />

Leiter des Forstbetriebs<br />

Landsberg der Bayerischen<br />

Staatsforsten, war <strong>2016</strong> in dessen<br />

südlichen Revieren <strong>um</strong> den Ammersee<br />

kein Kupferstecherbefall<br />

<strong>und</strong> „eher moderater“ Buchdruckerbefall<br />

feststellbar. Dennoch<br />

gibt der erfahrene Forstmann keine<br />

Entwarnung: „<strong>Das</strong> Spiel wird<br />

im Frühjahr 2017 neu gemischt“.<br />

Nach wie vor gebe es von Niklas<br />

„angerissene“ Ba<strong>um</strong>bestände.<br />

Und <strong>die</strong> „Ausgangspopulation“<br />

des Buchdruckers erwartet er im<br />

Frühjahr höher, weil sich <strong>die</strong>sen<br />

September eine dritte Generation<br />

eingebohrt hat. Ab April 2017<br />

suchen Graser <strong>und</strong> seine Kollegen<br />

wieder gründlich nach befallenen<br />

Bä<strong>um</strong>en.<br />

Massenvermehrung<br />

in der „Rammelkammer“<br />

Der größere, dunkelbraune Buchdrucker<br />

erreicht fünf bis acht Millimeter<br />

Körpergröße. Der mit 1,6<br />

bis drei Millimeter kleinere Kupferstecher<br />

wurde benannt nach<br />

seinen kupferfarbenen Flügeldecken,<br />

er trägt ein dunkles Halsschild.<br />

Normalerweise befallen<br />

Buchdrucker geschwächte Fichten,<br />

deren Wurzeln durch Stürme<br />

beschädigt sind <strong>und</strong> deshalb Probleme<br />

mit der Wasserversorgung<br />

haben; oder, wenn in langer Trockenheit<br />

nicht genug Wasser im<br />

Boden ist, etwa an Waldrändern<br />

in Sonnenlage.<br />

Der Kupferstecher reagiert dagegen<br />

auf Duftsignale, <strong>die</strong> kranke<br />

oder durch Sturm, Schneebruch<br />

<strong>und</strong> Buchdruckerbefall vorgeschädigte<br />

Bä<strong>um</strong>e verströmen.<br />

Bei „käfergünstigen“ Bedingungen<br />

vermehren sich beide Arten<br />

innerhalb einer Vegetationsperiode<br />

des Waldes in Massen <strong>und</strong><br />

befallen auch ges<strong>und</strong>e Bä<strong>um</strong>e,<br />

<strong>die</strong> absterben. Bei starkem Befall<br />

über mehrere Jahre können ganze<br />

Waldgebiete absterben — kleine<br />

Käfer, große Schäden.<br />

Ab April <strong>und</strong> bei Temperaturen<br />

über 16,5 Grad verlassen <strong>die</strong> Käfer<br />

ihr Winterquartier unter der Rinde<br />

<strong>und</strong> in der Bodenstreu. Die Männchen<br />

fliegen geeignete Bä<strong>um</strong>e an,<br />

bohren sich in <strong>die</strong> Rinde ein <strong>und</strong><br />

legen eine Begattungskammer<br />

an. Der Buchdrucker bohrt sich<br />

in untere Stammbereiche älterer<br />

Fichten mit dicker Rinde.<br />

Der Kupferstecher befällt junge<br />

Fichten oder <strong>die</strong> oberen Kronenbereiche<br />

älterer Fichten mit dünner<br />

Rinde.<br />

In der Begattungskammer, auch<br />

„Rammelkammer“ genannt, begattet<br />

das Männchen mehrere<br />

Weibchen, <strong>die</strong> dann zwischen<br />

Holz <strong>und</strong> Rinde Muttergänge fressen<br />

<strong>und</strong> darin ihre Eier ablegen.<br />

<strong>Das</strong> dabei entstehende, braune<br />

Bohrmehl schieben <strong>die</strong> Weibchen<br />

nach draußen. Auf Rindenschuppen,<br />

in Spinnweben <strong>und</strong> der Bodenvegetation<br />

am Stammfuß ist<br />

es das untrügliche Zeichen für den<br />

Befall. Kupferstecherbohrmehl<br />

bleibt den Blicken eher verborgen,<br />

da <strong>die</strong> Käfer in den Ba<strong>um</strong>kronen<br />

aktiv sind.<br />

Sind <strong>die</strong> Larven geschlüpft, fressen<br />

sie Larvengänge, an deren<br />

Ende sie sich verpuppen. So<br />

entsteht das für jede Borkenkäferart<br />

charakteristische Brutbild.<br />

Ein ausgewachsener Buchdrucker entsteigt seinen Fraßgängen.<br />

Geschlüpfte Käfer stärken sich<br />

beim „Reifungsfraß“ <strong>und</strong> bohren<br />

sich dann ins Freie, Buchdrucker<br />

etwa sechs Wochen nach<br />

der Begattung. Ist <strong>die</strong> Witterung<br />

günstig, schwärmen <strong>die</strong> Käfer<br />

aus, <strong>um</strong> eine nächste Generation<br />

zu begründen. Weibchen tanken<br />

über mehrere Wochen beim Regenerationsfraß<br />

Kraft, bevor sie<br />

erneut begattet werden <strong>und</strong> Eier<br />

ablegen, <strong>die</strong> Geschwisterbrut.<br />

In günstigen Jahren können sich<br />

zwei, im Extremfall drei Käfergenerationen<br />

entwickeln — <strong>und</strong> zwei<br />

Geschwisterbruten. Bei schon hohem<br />

Ausgangsbestand im Frühjahr<br />

bedeutet <strong>die</strong>s: Massenvermehrung.<br />

Gegen leichten Befall wehrt sich<br />

ein Ba<strong>um</strong>, indem er Fraßgänge<br />

<strong>und</strong> Brut verharzt. Bei starkem<br />

Befall — sobald sich ein Käfer eingebohrt<br />

hat, produziert er Lockstoffe<br />

(Aggregations-Pheromone),<br />

<strong>die</strong> weitere Artgenossen anlocken<br />

— stirbt der Ba<strong>um</strong> ab, weil Käfer<br />

<strong>und</strong> Larven den Saftstrom in der<br />

Rinde unterbrechen. Ist ein Ba<strong>um</strong><br />

„voll besetzt“, produzieren <strong>die</strong> Käfer<br />

Antiaggregations-Pheromone,<br />

damit sie nicht zu viele werden.<br />

In einer einzigen Altfichte können<br />

sich trotzdem über 20 000 Jungkäfer<br />

entwickeln, <strong>die</strong> im Schnitt 20<br />

weitere Fichten befallen!<br />

Was ist zu unternehmen,<br />

wie wird vorgebeugt<br />

Die einzige Möglichkeit, den Wald<br />

vor großflächigen Schäden zu bewahren,<br />

ist eine „saubere Waldwirtschaft“.<br />

<strong>Das</strong> heißt einerseits,<br />

möglichst wenig bruttaugliches<br />

Material im Wald zu belassen<br />

wie vom Sturm „angeschobene“<br />

Bä<strong>um</strong>e, frisch geschlagenes<br />

Stammholz (das der Buchdrucker<br />

befällt), Gipfelstücke <strong>und</strong> sonstiges,<br />

„kupferstecherfängisches“<br />

Restholz. Andererseits müssen<br />

bereits befallene Bä<strong>um</strong>e vor dem<br />

Ausschwärmen der Käfer gefällt,<br />

abtransportiert <strong>und</strong> mindestens<br />

500 Meter vom nächsten Fichten-<br />

16 | tassilo


estand entfernt gelagert werden,<br />

<strong>um</strong> weiteren Befall zu verhindern.<br />

Alternativ können <strong>die</strong> Stämme befallener<br />

Fichten entrindet werden,<br />

aber nur, sofern keine braunen<br />

Käfer zu finden sind. Sollten bereits<br />

erste, noch weiße Jungkäfer<br />

vorhanden sein, muss <strong>die</strong> Rinde<br />

auf Haufen geschoben <strong>und</strong> mit<br />

einer Plane abgedeckt werden,<br />

damit Brut <strong>und</strong> Jungkäfer im darunter<br />

einsetzenden Gärprozess<br />

eingehen; oder <strong>die</strong> Rinde wird<br />

verbrannt. Auch Gipfelmaterial,<br />

Äste <strong>und</strong> sonstiges Restholz sollte<br />

verbrannt oder gehackt werden,<br />

<strong>um</strong> einem Kupferstecherbefall<br />

vorzubeugen. Nur Vorsicht: Waldbrandgefahr!<br />

Es gilt also, bereits befallene Bä<strong>um</strong>e<br />

rechtzeitig zu finden, etwa anhand<br />

des Buchdruckerbohrmehls.<br />

Später fällt Rinde ab <strong>und</strong> <strong>die</strong> Krone<br />

verfärbt sich braun, von unten<br />

nach oben. Auch noch grüne Nadeln<br />

können abfallen. Bei Kupferstecherbefall<br />

verfärbt sich <strong>die</strong><br />

Krone rotbraun, von oben nach<br />

unten, <strong>die</strong> Nadeln fallen ab. In älteren<br />

Wäldern ist das oft schwer<br />

zu erkennen.<br />

Trotz intensiver Forschung<br />

keine Abhilfe in Sicht<br />

Obwohl zur Borkenkäferproblematik<br />

intensiv geforscht wurde <strong>und</strong><br />

wird, gibt es zur „sauberen Waldwirtschaft“<br />

bislang keine echte Alternative.<br />

In Rinde gelagertes Holz<br />

kann <strong>und</strong> darf zwar mit „Kontaktinsektiziden“<br />

behandelt werden, <strong>die</strong><br />

Tiere abtöten, <strong>die</strong> damit in Berührung<br />

kommen. Der Schutz ist aber<br />

unvollkommen: Unter der Rinde<br />

geschützte Käfer <strong>und</strong> Brut kommen<br />

nach Abklingen der Wirkung eventuell<br />

doch z<strong>um</strong> Ausschwärmen.<br />

Die vollkommene Benetzung der<br />

Stämme ist zudem nicht möglich,<br />

weil in der Regel gepoltertes Holz<br />

gespritzt wird. Und: Insektizide<br />

bergen Gefahren für andere Lebeewesen<br />

<strong>und</strong> das G<strong>r<strong>und</strong></strong>wasser.<br />

Auch Pheromonfallen, <strong>die</strong> lange<br />

Zeit als erfolgversprechend galten,<br />

haben sich letztlich als ungeeignet<br />

zur direkten Bekämpfung<br />

erwiesen, da sie nur kleine Teile<br />

einer vorhandenen Population<br />

on<br />

abschöpfen. Trotzdem leisten sie<br />

wertvolle Dienste: Anhand der<br />

Fangzahlen in einem Pheromon-<br />

onfallennetz,<br />

das sich über ganz<br />

Bayern erstreckt, können <strong>die</strong> Borkenkäfer<br />

überwacht werden. Die<br />

Fallen liefern Informationen unter<br />

anderem darüber, welche Arten<br />

wann zu schwärmen beginnen, nen<br />

en,<br />

wann der Höhepunkt der jewei-<br />

eiligen<br />

Schwärmzeit ist, sowie über<br />

Anzahl <strong>und</strong> Schwärmzeiten von<br />

Folgegenerationen <strong>und</strong> Geschwisefe<br />

r.<br />

terbruten. Auf www.borkenkaefer.<br />

org, einem Portal der Bayerischen<br />

Landesanstalt für Wald- <strong>und</strong><br />

Forstwirtschaft (LWF), sind <strong>die</strong>se<br />

Infos zu finden.<br />

ts/cr<br />

Detailansicht eines Buchdrucker-Fraßbildes mit Puppen.<br />

Wir machen jetzt auf<br />

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DRUCK!<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 17


Kfz-Spezialisten plaudern aus dem Winter-Nähkästchen<br />

86.<br />

Tutzinger<br />

Patientenfor<strong>um</strong><br />

09. 23. <strong>November</strong> <strong>2016</strong><br />

<strong>um</strong> 19.00 Uhr<br />

ATEMNOT – VENENBEDINGT?<br />

REFERENT<br />

Prof. Dr. med. Malte Ludwig<br />

Chefarzt Angiologie & Phlebologie <strong>und</strong> Innere Medizin<br />

MODERNE UNTERSUCHUNGS- UND<br />

BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN<br />

DES KRAMPFADERLEIDENS<br />

Mit fettem Lippenstift &<br />

feuchtem Katzenstreu<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Damit Autofahrer sicher<br />

durch den Winter kommen,<br />

hat sich „tassilo“ in Autohäusern<br />

<strong>und</strong> Kfz-Werkstätten <strong>um</strong>gehört,<br />

worauf Servicemitarbeiter bei der<br />

„Wintersicherheit“ achten. Abseits<br />

der weitgehend ähnlichen Standardchecks<br />

kamen nützliche Tipps<br />

zusammen, mit denen Autofahrer<br />

auch nach dem Werkstattbesuch<br />

gegen Ärger in Kälte <strong>und</strong> Frost gewappnet<br />

sind.<br />

„G<strong>r<strong>und</strong></strong>sätzlich gilt, das Fahrzeug<br />

am besten in der Fachwerkstatt<br />

checken zu lassen“, betont Ingrid<br />

Wegele von Motoren-Bauer in<br />

<strong>Weilheim</strong>. Der Bosch Car Service<br />

Motoren Bauer prüft Fahrzeuge<br />

prüft Fahrzeuge nach der<br />

Winter-<br />

Checkliste von<br />

Bosch.<br />

„<strong>Das</strong><br />

erfolgt automaatisch<br />

beim<br />

Räderwech-<br />

sel — an speziellen el<br />

len Aktionstagen<br />

samt Gebäck <strong>und</strong><br />

Kaffee für <strong>die</strong> K<strong>und</strong>en“, sagt Wegele<br />

<strong>und</strong> hat weitere Tipps parat: Wer<br />

auch im Winter <strong>die</strong> Klimaanlage<br />

laufen lässt, sorgt neben Wärme<br />

für trockene <strong>und</strong> saubere Luft im<br />

Auto. Wer keine besitzt, kann Stoffsäckchen<br />

mit Katzenstreu ins Auto<br />

legen, auch <strong>die</strong> binden Feuchtigkeit.<br />

Türdichtungen mit Hirschtalg<br />

einzuschmieren hilft gegen deren<br />

Einfrieren. Unabdingbar im Auto<br />

seien Abdeckfolie, Eiskratzer, Wolldecke,<br />

Handschuhe, Taschenlampe,<br />

Antibeschlagtuch, Starthilfekabel.<br />

Dagegen sollte der Türschlossenteiser<br />

in Mantel- oder Handtasche<br />

griffbereit sein. „Durchaus zweimal<br />

pro Woche <strong>die</strong> Klimaanlage laufen<br />

lassen“, empfiehlt ehlt<br />

auch Michael<br />

Bastin, säßen vier<br />

Menschen<br />

in einem Pkw,<br />

lasse se <strong>die</strong><br />

Atemluft irgendwann<br />

<strong>die</strong><br />

Scheiben<br />

anlaufen. „<strong>Das</strong> kennt jeder“,<br />

sagt der Servicetechniker bei Opel<br />

Häusler in Starnberg. Und: „Bei<br />

Minustemperaturen unter 10 Grad<br />

nie über Nacht <strong>die</strong> Handbremse<br />

anziehen, gerade Trommelbremsen<br />

können dann leicht einfrieren“,<br />

warnt Bastin. Besser sei, den Gang<br />

einzulegen: „Außer, das Gelände<br />

ist abschüssig.“<br />

Mit fettem Lippenstift <strong>und</strong><br />

feuchtem Katzenstreu<br />

Martin Lautner, Werkstattmeister<br />

bei Auto Stanglmair in Murnau,<br />

Peugeot-Vertragspartner mit fünf<br />

Niederlassungen im Oberland,<br />

mahnt ebenfalls, enfa<br />

den<br />

Pkw<br />

im<br />

Winter trocken zu halten: „Fußbodendämmmatten<br />

m<br />

te<br />

n können bis<br />

zu 15 Liter Wasser aufnehmen,<br />

en,<br />

jede Fußmatten allein einen hal-<br />

ben Liter — das bekommt man im<br />

REFERENT<br />

Dr. Jan Kemke, Chefarzt Gefäßchirurgie<br />

Um Anmeldung wird gebeten unter T 08158 23-143.<br />

Benedictus Krankenhaus Tutzing,<br />

Bahnhofstraße 5, 82327 Tutzing<br />

18 | tassilo


<strong>Das</strong> Überprüfen der Frostschutzflüssigkeit in Kühler <strong>und</strong> Scheibenwaschanlage<br />

gehört vor <strong>und</strong> während dem Winter z<strong>um</strong> A <strong>und</strong> O.<br />

Winter nicht mehr raus.“ G<strong>um</strong>mimatten<br />

im Fußra<strong>um</strong> beugen vor:<br />

„Ich kann das Tauwasser ausleeren<br />

oder Eis abklopfen.“ Auch<br />

mit Reis gefüllte Säckchen binden<br />

Wasserdampf. Sollten Scheiben<br />

trotzdem innen vereisen, helfe<br />

neben der Klimaanlage das<br />

Lüften, wenn <strong>die</strong> Sonne scheint.<br />

Von einem Wischen mit Tüchern<br />

oder Eiskratzern rät Lautner ab:<br />

„Durch <strong>die</strong> Schmierspuren sieht<br />

man nichts mehr, wenn <strong>die</strong> Sonne<br />

tief steht, das kann gefährlich<br />

werden.“ Gegen einfrierende Türdichtungsg<strong>um</strong>mis<br />

empfahl ihm<br />

eine K<strong>und</strong>in übrigens fetthaltigen,<br />

farblosen Lippenstift.<br />

Den kann sich sparen, wer den<br />

Wintercheck beim Bernbeurener<br />

Autohaus Heuberger durchläuft:<br />

„G<strong>um</strong>midichtungen <strong>und</strong> Türscharniere<br />

werden bei uns genauso geschmiert<br />

wie <strong>die</strong> Radnaben beim<br />

Reifenwechsel“, schildert Serviceleiter<br />

Anton Niggl. Talg sei früher<br />

verwendet worden, heute gebe es<br />

spezielle Schmiermittel von Volkswagen<br />

oder Audi. Auch empfiehlt<br />

er, „<strong>die</strong> Original-Scheibenwaschmittel<br />

der Hersteller“ zu verwenden,<br />

weil sie auf <strong>die</strong> Materialien<br />

am Auto abgestimmt sind. Als<br />

Frostschutzmittel habe er schon<br />

„puren Alkohol <strong>und</strong> Spiritus erlebt<br />

— das machen viele Ärzte“, weiß<br />

Niggl. Spritzdüsen oder Schläuche<br />

gingen so aber schneller kaputt:<br />

„<strong>Das</strong> Zeug ist zwar günstig, aber<br />

aggressiv.“<br />

Ein klitzekleiner<br />

Tankwegweiser<br />

Die Marken der Volkswagen AG —<br />

<strong>und</strong> anderen Marken auch — prüft<br />

ebenso <strong>die</strong> „Auto & Service Pia<br />

GmbH“ in <strong>Weilheim</strong> — samt Wintercheck<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> Beleuchtung,<br />

Flüssigkeiten, Batterie, Bremsen<br />

<strong>und</strong> alles Notwendige sonst. Und<br />

Esther Haubold, Assistentin der<br />

Serviceleitung, verrät ebenfalls<br />

nützliche Kleinigkeiten: Etwa,<br />

dass das Alter der Reifen an ihnen<br />

ablesbar ist: „Steht auf ihnen<br />

‚1316‘, bedeutet <strong>die</strong>s als Herstellungsdat<strong>um</strong><br />

Kalenderwoche<br />

13 im Jahr <strong>2016</strong>.“ Und Haubold<br />

beugt unnötigem Rangieren an<br />

der Tankstelle vor: „Was Wenige<br />

wissen: Die Spitze des kleinen<br />

Dreiecks neben der Kraftstoffanzeige<br />

am Armaturenbrett zeigt zu<br />

jener Seite, auf der der Tankdeckel<br />

ist — bei allen Fabrikaten“,<br />

verrät sie. Nächster Radwechseltag,<br />

nach telefonischer Voranmeldung,<br />

ist am 5. <strong>November</strong>.<br />

Wischwasser geht meist unerwartet<br />

zur Neige. Wer nachfüllt,<br />

sollte den Gefrierpunkt prüfen. An<br />

Tankstellen gibt es dazu günstige<br />

Frostschutz-Spindeln: Unterdruck<br />

p<strong>um</strong>pt durch ein Röhrchen<br />

das Spritz- oder Kühlwasser in<br />

eine transparente Kammer, an<br />

der eine Skala angibt, bis wie<br />

viel Grad <strong>die</strong> Flüssigkeit schützt.<br />

„Flüssigkeitsstände zu prüfen ist<br />

das A <strong>und</strong> O“, unterstreicht Sven<br />

Schröfl-Wolf, Service-Berater im<br />

BMW-Autohaus Widmann & Winterholler<br />

in <strong>Weilheim</strong>. Er hat eine<br />

zusätzliche Aufgabe: Geschwindigkeitsaufkleber<br />

im Wageninnern<br />

anbringen, wenn <strong>die</strong> Winterreifen<br />

auf 210 St<strong>und</strong>enkilometer ausgelegt<br />

sind, <strong>die</strong> Limousine aber<br />

240 Sachen hergibt — theoretisch.<br />

Peter Wittig, Inhaber des gleichnamigen<br />

Auto-Service-Centers<br />

in <strong>Weilheim</strong>, erinnert an eine<br />

Empfehlung z<strong>um</strong> Waschen <strong>und</strong><br />

Korrosionsschutz im Winter. Darin<br />

rät Hans Medele, Obermeister der<br />

Kfz-Innung München-Oberbayern:<br />

„Der Schmutz muss weg, <strong>und</strong> zwar<br />

schnell.“ Er meint verflüssigtes<br />

Streusalz, das sich in Lack, G<strong>um</strong>mi,<br />

Kunststoff, Al<strong>um</strong>ini<strong>um</strong> frisst<br />

oder sicherheitsrelevante Teile<br />

wie <strong>die</strong> Bremsen schädigt. Groben<br />

Schmutz in Radkästen <strong>und</strong> Felgen<br />

entfernen Hochdruckreiniger vorab,<br />

alles andere <strong>die</strong> Waschstraßen,<br />

möglichst wöchentlich. Einmal im<br />

Monat empfiehlt Medele Heißwachs<br />

<strong>und</strong> Unterbodenwäsche.<br />

Wichtiger Tipp gegen Vereisung:<br />

Türschlösser vorher mit Klebeband<br />

abkleben, danach Wischblätter<br />

<strong>und</strong> G<strong>um</strong>midichtungen trocken<br />

wischen.<br />

ts<br />

Die Profiltiefe sollte gemessen werden — hier an einem Sommerreifen<br />

vor dem Radwechsel. So weiß ein Autofahrer schon jetzt, ob im Frühjahr<br />

eine neue Bereifung her muss. Zu wenig Profil auf den Reifen gefährdet<br />

<strong>die</strong> Sicherheit <strong>und</strong> zieht eventuell sogar ein Bußgeld nach sich.<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 19<br />

Durchschnittliche<br />

Steuererstattung:<br />

901,- €*<br />

Ihre<br />

Steuererklärung<br />

ist unser Job!<br />

Wir beraten Mitglieder<br />

gemäß § 4 Nr. 11 StBerG.<br />

Daniela Heine<br />

Beratungsstellenleiterin<br />

Am Weidenbach 6<br />

82362 <strong>Weilheim</strong><br />

Tel.: (0881) 9232283<br />

*Für alle Steuerpflichtigen mit ausschließlich nichtselbst. Einkünften im Falle<br />

einer Erstattung (Quelle: Statistisches B<strong>und</strong>esamt VZ 2012, Stand 07/<strong>2016</strong>).<br />

www.heine.altbayerischer.dew


Schmuckstücke für Pendler, Gäste <strong>und</strong> Urlauber<br />

Touristentreff<br />

mit Sofa-Charme<br />

Murnau | <strong>Das</strong> matte Dunkelgrün<br />

der historischen Lokomotive ist ein<br />

sympathischen Blickfang vor der<br />

hellroten Fassade des Murnauer<br />

Bahnhofsgebäudes, das sich nur<br />

etwa 500 Meter vom Seeufer des<br />

Staffelsees befindet. Die zweiachsige<br />

Denkmal-Lok am Bahnhofsvorplatz<br />

erinnert mit nostalgischem<br />

Charme an <strong>die</strong> guten alten<br />

Zeiten, in denen Bahnreisen ein<br />

vornehmes Vergnügen der feinen<br />

Gesellschaft war <strong>und</strong> bereits frühzeitig<br />

Gäste <strong>und</strong> „Sommerfrischler“<br />

in <strong>die</strong> beliebte Urlaubsregion<br />

lockte.<br />

Vollautomatische Züge der Zukunft<br />

sind für Josef Führer <strong>und</strong>enkbar.<br />

Seit Juni <strong>die</strong>ses Jahres steht der<br />

ehemalige Lokführer für Geschichten<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> den historischen<br />

Bahnhof zur Verfügung. Seine<br />

Führungen sind für ihn ein Heimspiel,<br />

denn noch bis 1977 chauffierte<br />

er selbst <strong>die</strong> historische Lok: Die<br />

E 6904, vom Personal „Johanna“<br />

genannt, galt als Pionier bei der<br />

Elektrifizierung normalspuriger<br />

Vollbahnen. Bereits 1879 fuhr der<br />

erste Zug auf der von <strong>Weilheim</strong><br />

kommenden Bahnlinie, zehn Jahre<br />

später wurde <strong>die</strong> Strecke nach<br />

Garmisch-Partenkirchen verlängert.<br />

Führer erinnert sich: „Die<br />

Lokalbahn startete ihren Betrieb<br />

mit Beginn des Umsteigebahnhofs<br />

nach Oberammergau <strong>und</strong><br />

wurde seit 1905 mit Einphasen-<br />

Wechselstrom betrieben. Anlässlich<br />

der Passionsspiele 1934 wurde<br />

sie bis zu ihrer Pensionierung auf<br />

der Bahnlinie Murnau — Bad Kohlgrub<br />

— Oberammergau eingesetzt.“<br />

Der 69-Jährige kann sich noch gut<br />

an manch alte Geschichte auf seiner<br />

Stammstrecke erinnern: „Im<br />

Gegensatz zur heutigen Technik<br />

waren <strong>die</strong> rein mechanischen Lokomotiven<br />

fast immer fahrbereit.<br />

Hatte man nicht gerade ein Rad<br />

verloren, waren Reparaturen meist<br />

unproblematisch <strong>und</strong> man wusste<br />

sich immer irgendwie zu helfen.“<br />

Auch das Bahnfahren als solches<br />

war etwas sehr persönliches, fast<br />

schon familiär. „Jeder kannte jeden<br />

<strong>und</strong> wenn mal einer der regelmäßig<br />

Mitfahrenden nicht einstieg,<br />

machte man sich Gedanken,<br />

wartete oder schaute auch schon<br />

mal nach dem Rechten. Zudem erlaubte<br />

<strong>die</strong> Höchstgeschwindigkeit<br />

von 60 Kilometer pro St<strong>und</strong>e auch<br />

20 | tassilo


Die historische Lokomotive erinnert an <strong>die</strong> „guten alten Zeiten“.<br />

eigenwillige Aktionen. So hatte<br />

manch einer während der Fahrt<br />

beispielsweise einen geeigneten<br />

Christba<strong>um</strong> entdeckt, sprang vom<br />

Zug, knickte den Ba<strong>um</strong> ab <strong>und</strong><br />

warf ihn auf den Wagen.“<br />

Ein halbes Jahrh<strong>und</strong>ert später ist<br />

der knapp 8 000 Quadratmeter<br />

große Murnauer Bahnhof z<strong>um</strong><br />

Schmuckkästchen für Staffelsee-<br />

Reisende <strong>um</strong>gebaut worden. Von<br />

der Auszeichnung „Bahnhof des<br />

Jahres“ profitieren seit 2013 Pendler,<br />

Gäste <strong>und</strong> Urlauber. Mit seinen<br />

vier Gleisen ist er ka<strong>um</strong> mehr<br />

wiederzuerkennen. R<strong>und</strong> 60 Züge<br />

fahren <strong>die</strong> Murnauer Station täglich<br />

an, <strong>die</strong> Regionalbahnen zwischen<br />

München <strong>und</strong> Mittenwald<br />

verkehren im St<strong>und</strong>entakt. Darüber<br />

hinaus passieren regelmäßig neun<br />

ICE-Züge den Ort von freitags bis<br />

sonntags. Etwa 3000 Reisende <strong>und</strong><br />

Berufspendler kreuzen täglich <strong>die</strong><br />

Bahngleise 1 bis 4. Ihnen <strong>und</strong> zahlreichen<br />

positiven Rückmeldungen<br />

an <strong>die</strong> Eisenbahn-Lobby „Allianz<br />

pro Schiene“ ist es zu verdanken,<br />

dass der beliebte Bahnhof nach<br />

aufwendigen Ba<strong>um</strong>aßnahmen<br />

durch <strong>die</strong> Marktgemeinde Murnau<br />

<strong>und</strong> der Bahn im Jahr 2013 z<strong>um</strong><br />

Bahnhof des Jahres gewählt wurde.<br />

Den Preisrichtern für den Sonderpreis<br />

Tourismus gefielen <strong>die</strong><br />

attraktive Fassade, Aufzüge <strong>und</strong><br />

Bahnsteigerhöhungen, das gemütliche<br />

Café <strong>und</strong> <strong>die</strong> durchdachte<br />

Infrastruktur. Ebenfalls positiv beurteilt<br />

wurden der direkte Zugang<br />

z<strong>um</strong> Bahnsteig, Busbahnhof <strong>und</strong><br />

Taxiplätze, Car-Sharing, überdachte<br />

Fahrradparkplätze, Park&Ride-<br />

Parkplatz sowie Wohnmobilplätze<br />

mit Wasser <strong>und</strong> Strom.<br />

Viel persönliches Engagement<br />

investierte auch der gebürtig aus<br />

Schongau stammende Unternehmer<br />

Andreas Holzhey, der 2011<br />

von Berlin aus das fast 450 Quadratmeter<br />

große Bahnhofsgebäude<br />

übernommen <strong>und</strong> es mit <strong>r<strong>und</strong></strong> 1,3<br />

Millionen Euro Investitionss<strong>um</strong>me<br />

in ein Schmuckstück verwandelt<br />

hat. <strong>Das</strong> Engagement in seine Heimatregion<br />

hat sich für Holzhey vor<br />

allem in ideeller Hinsicht gelohnt:<br />

„Insgesamt zehn Jahre hat der<br />

Umbau gedauert, <strong>und</strong> nun gibt es<br />

hier am Alpenrand einen deutschlandweit<br />

einzigartigen Bahnhof,<br />

der <strong>die</strong> Herzen der Menschen<br />

höher schlagen lässt.“ Hohe Gewinne<br />

seien für den 48-jährigen<br />

Unternehmer nicht zu erwarten<br />

gewesen. „Die Investition war für<br />

mich eine Herzensangelegenheit<br />

<strong>und</strong> sicherlich auch viel Idealismus<br />

dabei.“<br />

Ein Kiosk mit<br />

besonderem Charme<br />

Ebenfalls ein Herzensprojekt ist<br />

das „Café-Kiosk-Chocolat“ unmittelbar<br />

an Gleis 1. Mit viel wohnlichem<br />

Ambiente bietet Sabine<br />

Heilrath ihren Gästen zwischen<br />

Montag <strong>und</strong> Freitag Kaffee der<br />

regionalen Kaffeerösterei, belegte<br />

Semmeln, Flammkuchen,<br />

Croissants, hausgemachtes Gebäck,<br />

Pizza <strong>und</strong> Eis an. In privater<br />

Wohnzimmeratmosphäre gibt es<br />

darüber hinaus eine große Auswahl<br />

von Büchern, Grußkarten,<br />

Reiseführern <strong>und</strong> Zeitschriften,<br />

Schmuck, Handarbeiten sowie<br />

Schokolade <strong>und</strong> Pralinen.<br />

Den ungewöhnlichen Kiosk hat <strong>die</strong><br />

50-jährige Fremdsprachenkorrespondentin<br />

vor <strong>r<strong>und</strong></strong> 13 Jahren<br />

übernommen: „Es war auch ein<br />

wenig so wie <strong>die</strong> Jungfrau z<strong>um</strong><br />

Kind, doch der Bahnhof hatte es<br />

mir schon als junges Mädchen<br />

angetan <strong>und</strong> den Kiosk habe ich<br />

immer sehr geliebt. Neben dem<br />

typischen Kiosksortiment versuche<br />

ich immer wieder auch Murnauer<br />

Künstler mit ins Boot zu holen.<br />

Weil wir damit automatisch immer<br />

mehr Reklame für den Ort<br />

machen, sind wir fast schon eine<br />

ausgelagerte Touristinformation.“<br />

Womit <strong>die</strong> Bedeutung des Bahnhofs<br />

auch für den Markt Murnau<br />

nicht nur ein rein touristisches<br />

Arg<strong>um</strong>ent ist. Ulrich Bittlinger,<br />

Wirtschaftsförderer der Marktgemeinde,<br />

sieht viel Wachst<strong>um</strong>spotenzial<br />

für <strong>die</strong> Region: „Freilich ist<br />

der Bahnhof <strong>die</strong> Visitenkarte eines<br />

Urlaubsortes. Abgesehen von der<br />

touristischen Bedeutung ist ein<br />

Bahnhof stets so etwas wie ein<br />

privater <strong>und</strong> geschäftlicher Treffpunkt<br />

unterschiedlichster Generationen<br />

<strong>und</strong> Einkommensschichten.<br />

Mal abgesehen vom Rauch der<br />

Bahn könnte ich mir eine Dampflokomotive<br />

auf der Strecke München<br />

— Murnau aus touristischer<br />

Sicht sehr gut vorstellen.“. sc<br />

Kaffee aus der regionalen Rösterei, belegte Semmeln, Flammkuchen<br />

<strong>und</strong> vieles mehr bietet Sabine Heilrath im „Café-Kiosk-Chocolat“ an.<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 21


ALLERLEI IM TASSILOLAND<br />

Kunst, Konzerte <strong>und</strong> Akrobatik<br />

Volksbühne am Staffelsee mit neuem Stück — Kartenverlosung<br />

Fortissima — Jetzt wird’s tropisch<br />

Murnau | Die Volksbühne am Staffelsee<br />

wurde im Juni 1998 von zwölf Theaterfre<strong>und</strong>en<br />

gegründet — mittlerweile sind 39<br />

Mitwirkende im Verein aktiv. Seitdem wird<br />

jedes Jahr ein Theaterstück mit H<strong>um</strong>or <strong>und</strong><br />

Hinterg<strong>r<strong>und</strong></strong> aufgeführt. Seit einigen Jahren<br />

stets ab Weihnachten bis Mitte Januar.<br />

<strong>Das</strong> <strong>die</strong>sjährige Stück „Da Weltverdruss“<br />

handelt von drei Vagab<strong>und</strong>en, <strong>die</strong> von einem<br />

Leben in der „Haute Volée“ trä<strong>um</strong>en.<br />

Für einen könnte <strong>die</strong>s schon bald Realität<br />

werden, schließlich hat sich <strong>die</strong> Tochter<br />

einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie<br />

in ihn verliebt.<br />

Mit einer Notlüge<br />

stellt „Apolonia“<br />

kurzerhand ihren<br />

Weltverdruss als<br />

„Freiherr von Weltverdruss“<br />

vor, da sie<br />

weiß, ihre Mutter<br />

würde einen solchen Straßenmusiker niemals<br />

als Schwiegersohn akzeptieren. Ob<br />

<strong>die</strong> Hochzeit letztlich stattfindet oder <strong>die</strong><br />

Lüge auffliegt, wird am 30. <strong>Dezember</strong> <strong>um</strong><br />

20 Uhr im Murnauer Kultur- <strong>und</strong> Tagungszentr<strong>um</strong><br />

zu sehen sein. Weitere Termine:<br />

31.12. (16 Uhr), 5.1. (20 Uhr), 8.1. (18 Uhr),<br />

13.1. (20 Uhr), 14.1. (20 Uhr), sowie 15.1.<br />

(18 Uhr). Der Einlass ist jeweils eine St<strong>und</strong>e<br />

vor Beginn. Kartenvorbestellungen werden<br />

telefonisch unter 08841 / 4857980 oder<br />

online (www.volksbuehne-am-staffelsee.<br />

de) entgegen genommen. Zudem verlost<br />

„tassilo“ für das neue Stück 2 x 2 Karten.<br />

Wer sie gewinnen möchen, schickte eine<br />

Postkarte mit dem Stichwort „Volksbühne“<br />

an „tassilo“, Birkland 40, 86971 Peiting.<br />

Liedern <strong>und</strong> Texten von Bittlinger <strong>und</strong> Burkert.<br />

Die beiden Protagonisten kennen sich<br />

seit vielen Jahren <strong>und</strong> haben zu <strong>die</strong>sem<br />

Thema unter anderem einen ZDF-Fernsehgottes<strong>die</strong>nst<br />

gestaltet. Ihr Dialog macht<br />

deutlich, dass eine naturwissenschaftliche<br />

Weltsicht <strong>und</strong> der Glaube an Gott als<br />

den Schöpfer sich nicht widersprechen,<br />

sondern gerade im Staunen über <strong>die</strong> faszinierende<br />

Komplexität <strong>und</strong> überwältigende<br />

Schönheit des Weltalls neu begegnen.<br />

Eintrittskarten z<strong>um</strong> Preis von 13 Euro (mit<br />

Rabatt: 8 Euro) sind im Vorverkauf im Gemeindebüro<br />

der evangelischen Kirchengemeinde<br />

Penzberg <strong>und</strong> in der<br />

Buchhandlung Rolles (Penztiberg)<br />

erhältlich.<br />

Oder eine E-Mail an info@tassilo.de. Einsendeschluss<br />

ist der 15. Novemzlicber.<br />

Bitte geben sie zusätzlich<br />

einen Wunsch-Termin an. tis<br />

Polling | Seit 2002 gibt es <strong>die</strong> Show- <strong>und</strong><br />

Akrobatikgruppe „Fortissima“. Seither<br />

erfreuen sich <strong>die</strong> Akrobaten einer stetig<br />

wachsenden Beliebtheit. Ob in der Olympiahalle<br />

München, beim B<strong>und</strong>esfinale<br />

„Tuju-Star“, bei der „Eurogym“ in Dänemark<br />

oder beim Festival „Tollwood“ — sie<br />

haben bereits zahlreiche Wettkämpfe<br />

<strong>und</strong> Auftritte absolviert. Anfang <strong>November</strong><br />

zeigen <strong>die</strong> derzeit 26 Mädchen <strong>und</strong><br />

Frauen im Alter von 10 bis 26 Jahren ihre<br />

neueste Show. Bei „Jetzt wird’s tropisch“<br />

entdecken <strong>die</strong> Zuschauer zusammen mit<br />

Tropenforscherin „Professore Wobbellini“<br />

ein einzigartiges Showerlebnis hinter den<br />

Pollinger Klostermauern. Die Akrobatikgruppe<br />

verwöhnt ihrer Gäste dabei mit<br />

Ringsgwandl-Kammermusik & Chor-Power<br />

einem kulinarischen<br />

Drei-Gänge-Menü <strong>und</strong><br />

stimmungsvoller Musik.<br />

Showeinlagen mit<br />

Schauspiel, Tanz, Vertikaltuch,<br />

Wurfakrobatik<br />

sowie eine <strong>um</strong>fangreiche<br />

Getränkekarte<br />

einschließlich Pollinger Wi Weine <strong>r<strong>und</strong></strong>en den<br />

Abend ab. Der Einlass am 2., 3., 4. <strong>und</strong> 5.<br />

<strong>November</strong> in der Tiefenbachhalle ist <strong>um</strong> 18<br />

Uhr. <strong>Das</strong> Menü startet <strong>um</strong> 18.30 Uhr. Karten<br />

gibt es im Vorverkauf — soweit noch<br />

vorhanden — am Dienstag (1.11.) zwischen<br />

18.30 <strong>und</strong> 20 Uhr falls in der Tiefenbachhalle. alle.<br />

eben-<br />

Festen auf.<br />

tis<br />

Urknall <strong>und</strong> Sternenstaub in Iffeldorf<br />

Iffeldorf | Eine spannende, multimediale<br />

Reise z<strong>um</strong> Beginn der Zeit erleben Besucher<br />

des Gemeindezentr<strong>um</strong>s Iffeldorf am<br />

5. <strong>November</strong> ab 20 Uhr. Dann heißt es<br />

„Urknall <strong>und</strong> Sternenstaub“, das besondere<br />

multimediale Konzert mit Pfarrer <strong>und</strong><br />

Liedermacher Clemens Bittlinger <strong>und</strong> Prof.<br />

Dr. Andreas Burkert vom Department für<br />

Physik an der LMU München. Atemberaubende<br />

Sternbilder, bunt schimmernde Astralnebel<br />

z<strong>um</strong> Staunen<br />

auf der Großleinwand,<br />

eingebettet in <strong>die</strong> sinfonischen<br />

Klangteppiche<br />

des Schweizer<br />

Keyboarders David<br />

Plüss im Wechsel mit<br />

Starnberg | Es wird, verspricht Georg<br />

Ringsgwandl, „amtlich musiziert“ werden<br />

am 28. <strong>November</strong> <strong>um</strong> 20 Uhr, <strong>und</strong> „tassilo“<br />

verlost wieder Karten. In der Reihe<br />

„All that Jazz“ in der Starnberger Schlossberghalle<br />

zeigt das bayerische Kunst-Chamäleon<br />

eine weitere Facette seiner musikalischen<br />

Wandlungsfähigkeit. Begleitet<br />

von „Schorschs Kammerjägern“ spielt er<br />

sein erstes reines Musikprogramm „Woanders“<br />

— ausgewählte Songs vom gleichnamigen<br />

Alb<strong>um</strong>. Ringsgwandl (Foto) singt<br />

von Liebe <strong>und</strong> Leid, Freude <strong>und</strong> Trauer;<br />

menschlich, berührend <strong>und</strong> schwebend<br />

über dem Gitarren- <strong>und</strong> Mandolinenspiel<br />

von Daniel Stelter, geerdet in den Tönen<br />

von Christian Diener auf E- <strong>und</strong> Kontrabass,<br />

fest verzurrt vom Schlagzeug- <strong>und</strong><br />

Percussions-Spiel von Tommy Baldu.<br />

„tassilo“ verlost für das Ringsgwandl-<br />

Konzert 3 x 2 Tickets.<br />

Und außerdem für das<br />

„All that Jazz“-Konzert<br />

am 22. <strong>Dezember</strong>,<br />

wenn der 25-köpfige<br />

Chor „Voices in Time“<br />

mit Rock- <strong>und</strong> Jazz-Hits<br />

<strong>und</strong> weihnachtlichen<br />

Swing-Titeln einstimmt<br />

auf <strong>die</strong> Festtage — ganz<br />

„a capella“. Wer Karten<br />

für eines der beiden Konzerte gewinnen<br />

möchte, schickt eine Postkarte an „tassilo“,<br />

Birkland 40, 86971 Peiting (oder eine<br />

E-Mail: info@tassilo.de) mit dem Stichwort<br />

„Starnberg-Jazz“. Einsendeschluss<br />

ist der 15. <strong>November</strong>. <strong>Das</strong> Los entscheidet,<br />

der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Unter www.muenchenticket.de et.de sind für<br />

<strong>die</strong>jenigen Tickets erhältlich, h, <strong>die</strong><br />

bei unserer Verlosung leider<br />

kein Glück hatten.<br />

ts<br />

22 | tassilo


Aquarell-Ausstellung von Hans Rehbehn<br />

Murnau | Wer sich von der zauberhaften Welt der<br />

Aquarellmalerei einfangen lassen möchte, kann<br />

<strong>die</strong>s vom 7. <strong>November</strong> bis z<strong>um</strong> 2. <strong>Dezember</strong> im<br />

Foyer der Sparkasse in Murnau tun. Dort stellt der<br />

Hobbykünstler Hans Rehbehn seine stimmungsvollen<br />

Bilder aus. Besonders <strong>die</strong> Transparenz der<br />

Farben, <strong>die</strong> Weichheit der Farbverläufe, aber auch<br />

effektvolle Kontraste <strong>und</strong> Lichtspiele faszinieren <strong>die</strong><br />

Liebhaber <strong>die</strong>ser Maltechnik. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner<br />

lebt seit 30 Jahren in Schongau <strong>und</strong><br />

ist den Bewohnern aus <strong>Weilheim</strong>-Schongau seit<br />

Jahren als Pressesprecher des Landkreises bekannt.<br />

In seiner neuesten Ausstellung zeigt er verschiedene<br />

Aquarelle z<strong>um</strong> Thema „Berge <strong>und</strong> Me(h)er“.<br />

„Die Natur ist <strong>die</strong><br />

Quelle meiner<br />

Inspiration“, erklärt<br />

Rebehn. Insbesondere auf f seinen Reisen i gab<br />

es viele unvergessliche Momente, Begegnungen,<br />

bizarre oder einmalige Naturerscheinungen <strong>und</strong><br />

besondere Augenblicke, <strong>die</strong> es festzuhalten galt.<br />

Bilder, <strong>die</strong> er gerne originalgetreu mit seiner Digitalkameras<br />

abbildete. Doch der Künstler wollte sich<br />

mehr ausdrücken, was ihm mit dem Malen gelang.<br />

Die Ausstellung „Berge <strong>und</strong> Me(h)er er — Impressionen<br />

in Aquarell“ ist in der Sparkasse<br />

Murnau (Untermarkt 4) zu den bekanntiten<br />

Öffnungszeiten zu sehen.<br />

Weihnachtsoratori<strong>um</strong> in Tutzing<br />

14 glückliche Gewinner<br />

Tutzing | Mit dem verheißungsvollen Ruf „Jauchzet,<br />

frohlocket, auf, preiset <strong>die</strong> Tage“ beginnt<br />

das Weihnachtsoratori<strong>um</strong> von Johann Sebastian<br />

Bach. Am vierten Adventssonntag <strong>um</strong> 19 Uhr ist es<br />

in der Tutzinger Pfarrkirche St. Joseph zu hören.<br />

Die Leitung hat Helene von Rechenberg (Foto), <strong>die</strong> Kirchenmusikerin<br />

ik i<br />

der Pfarrei. Zur Begleitung ihres Kirchenchors St. Joseph hat sie ein<br />

Ensemble engagiert, das auf historischen Instr<strong>um</strong>enten spielt. Z<strong>um</strong><br />

ersten Mal wurde das Weihnachtsoratori<strong>um</strong> in Leipzig aufgeführt. Im<br />

Tutzinger Konzert erklingen <strong>die</strong> Kantanten I bis III, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Ereignisse<br />

<strong>um</strong> Christi Geburt am ersten, zweiten <strong>und</strong> dritten Weihnachtstag z<strong>um</strong><br />

Inhalt haben. Die Solisten sind Mechthild Kiendl (Sopran), Daniela<br />

Treffner (Mezzosopran), Alfons Brandl (Tenor) <strong>und</strong> Peter Cismarescu<br />

(Bass). Karten für das Oratori<strong>um</strong> gibt es im Vorverkauf für<br />

17 <strong>und</strong> 22 Euro im Pfarrbüro St. Joseph, in der Buchhandtilung<br />

Held <strong>und</strong> beim Tutzinger Tourismusbüro.<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Während sich Angela Albrecht aus Andechs, Christl Höfler<br />

aus Tutzing <strong>und</strong> Ute Redl aus Starnberg über je zwei „All that<br />

Jazz“-Karten freuen durften, erlebten Nadja Irlinger aus Feldafing<br />

<strong>und</strong> Birigt Ritter aus Dießen einen Comedy-Abend mit Michi Marchner.<br />

Die „PrimaTonnen“ besuchten Renate Habsch (<strong>Weilheim</strong>), Verena<br />

Heirler (Tutzing) <strong>und</strong> Werner Möst (Wessobrunn). Beim Kammerkonzert<br />

der Tutzinger Brahmstage waren Jutta Bauer (Tutzing)<br />

<strong>und</strong> Sybille Leiner (Pöcking) dabei. Ein Exemplar der <strong>Seen</strong>bücher<br />

gewannen Johanna Marks (Iffeldorf), Norbert Reutter-Arnthof<br />

(Peißenberg), Susanne W<strong>und</strong>erlich (Starnberg) sowie<br />

Maria Zahler (Eberfing).<br />

tis<br />

Die ERGO Kfz-Versicherung<br />

Hauptagentur<br />

Petra Wittmann<br />

Schongauer Str. 32, 82380 Peißenberg<br />

Tel 08803 6325590, Fax 08803 6325591<br />

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Weil jeder ein anderes<br />

Sicherheitsbedürfnis hat.<br />

Sicher unterwegs. Mit den flexiblen Bausteinen<br />

der neuen Kfz-Versicherung der ERGO.<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 23


Die Klinik für Orthopä<strong>die</strong> <strong>und</strong> Unfallchirurgie<br />

Mehr als nur G<strong>r<strong>und</strong></strong><strong>und</strong><br />

Regelversorgung<br />

Sonderveröffentlichung der<br />

24 | der altlandkreis<br />

<strong>Weilheim</strong> / Schongau | Die Häuser<br />

der Krankenhaus GmbH in <strong>Weilheim</strong><br />

<strong>und</strong> Schongau sind Krankenhäuser<br />

der G<strong>r<strong>und</strong></strong>- <strong>und</strong> Regelversorgung.<br />

In einigen Abteilungen<br />

geht das Spektr<strong>um</strong> jedoch weit<br />

über <strong>die</strong>se Anforderungen hinaus,<br />

was z<strong>um</strong> Beispiel <strong>die</strong> standortübergreifende<br />

Klinik für Orthopä<strong>die</strong><br />

<strong>und</strong> Unfallchirurgie<br />

unter<br />

der Leitung<br />

von Dr. Thomas<br />

Löffler<br />

beweist.<br />

Nachdem er<br />

<strong>die</strong> Klinik vor<br />

anderthalb Jahren<br />

als Chefarzt übernommen<br />

hatte, konnte schon einiges bewirkt<br />

werden. Unter anderem<br />

werden mittlerweile zahlreiche<br />

nicht alltägliche <strong>und</strong> hochkomplexe<br />

Eingriffe mit einem enormen<br />

technischen Aufwand bei der<br />

Krankenhaus GmbH durchgeführt.<br />

Beckenchirurgie, Wirbelsäulenunfälle<br />

oder komplexe Endoprothetik<br />

sind nur einige Bereiche aus dem<br />

Leistungsspektr<strong>um</strong>, welches nahezu<br />

gleichermaßen in den Kliniken<br />

Schongau <strong>und</strong> <strong>Weilheim</strong> angeboten<br />

wird. „Mittelfristig kann es<br />

durchaus sein, dass wir <strong>die</strong> ein<br />

oder anderen Schwerpunkte setzen“,<br />

verrät Dr. Löffler, auch wenn<br />

sich <strong>die</strong>se „erst noch herauskristallisieren“.<br />

Damit meint Dr. Löffler<br />

ohnehin nur speziellere Fälle,<br />

schließlich ist es ihm wichtig, dass<br />

<strong>die</strong> Versorgung sowohl in Schongau<br />

als auch in <strong>Weilheim</strong> sichergestellt<br />

ist. Auffällig ist <strong>die</strong> Tatsache,<br />

dass <strong>die</strong> Medizin einerseits immer<br />

komplexer, andererseits aber auch<br />

<strong>die</strong> Medizintechnik immer fortschrittlicher<br />

wird, so dass für <strong>die</strong><br />

Patienten immer individuellere Lösungen<br />

gef<strong>und</strong>en werden können.<br />

„Hier ist dann vor allem Kreativität<br />

gefragt“, so Dr. Löffler. Wie bedeutend<br />

<strong>die</strong>se Forderung ist, zeigen<br />

stellvertretend drei Fälle aus der<br />

Krankenhaus GmbH.<br />

Ein 3D-geprinteter<br />

Beckenteilersatz<br />

Seit Monaten hatte der 84-jährige<br />

Dominikus Graf extreme Schmerzen<br />

im Bein, war seit zwei Monaten<br />

bettlägerig — praktisch ein<br />

Pflegefall. Über Umwege gelangte<br />

der Uffinger schließlich in <strong>die</strong><br />

Orthopä<strong>die</strong> <strong>und</strong> Unfallchirurgie<br />

von Dr. Thomas Löffler, der den<br />

Rentner nach einer Röntgenaufnahme<br />

gleich da behielt. „Was<br />

ich sah, gefiel mir ganz <strong>und</strong> gar<br />

nicht“, blickt Dr. Löffler<br />

zurück. Es stellte<br />

sich heraus, dass ein<br />

vor mehreren Jahren<br />

implantiertes künstliches<br />

Hüftgelenk locker<br />

geworden war<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> gelockerte<br />

Komponente durch<br />

<strong>die</strong> ständige Bewegung<br />

einen schweren<br />

knöchernen<br />

Defekt im Beckenskelett<br />

verursacht<br />

hatte. Kurz<strong>um</strong>, den<br />

kompletten Knochen<br />

„aushöhlte“. Die Prothese<br />

musste schnellstmöglich<br />

gewechselt werden. Durch den<br />

bereits verursachten Schaden war<br />

jedoch eine schwierige Situation<br />

entstanden. Dr. Löffler <strong>und</strong> sein<br />

Team ließen sich anhand einer<br />

durchgeführten Computertomographie<br />

ein Modell vom Becken<br />

des Patienten in einem 3D-Drucker<br />

ausdrucken (Foto links) <strong>und</strong> planten<br />

zusammen mit Ingenieuren<br />

einer Firma aus Oberpfaffenhofen<br />

<strong>und</strong> Belgien ein individuell auf<br />

den Patienten abgestimmtes Implantat,<br />

in welchem das Kugelgelenk<br />

der Hüftprothese zukünftig<br />

Platz finden sollte. Besonderes Augenmerk<br />

wurde dabei auf <strong>die</strong> Verankerung<br />

des Implantats im noch<br />

vorhandenen Knochen gelegt. In<br />

einer ersten Operation musste<br />

Dominikus Graf zunächst das alte<br />

Hüftgelenk entfernt werden. Es<br />

folgten ein paar Wochen im Liegen.<br />

In <strong>die</strong>ser Zeit wurde das Implantat<br />

nicht nur geplant, sondern<br />

<strong>Das</strong> Implantat aus dem 3D-Drucker, welches<br />

Knochen <strong>und</strong> Prothese zukünftig verbindet.


ereits mittels eines Titan-3D-Druckers<br />

hergestellt. In einer vierstündigen<br />

Operation implantierten <strong>die</strong><br />

Ärzte es dem Patienten schließlich,<br />

zusammen mit dem Wiedereinbau<br />

des Prothesenschaftes. <strong>Das</strong> Modell<br />

des Beckens <strong>die</strong>nte Dr. Löffler <strong>und</strong><br />

seinen Assistenten während der<br />

gesamten OP als unterstützendes<br />

Anschauungsobjekt.<br />

„Mittlerweile habe ich gar keine<br />

Schmerzen mehr“, freut sich Graf,<br />

nachdem er im Mai <strong>die</strong>sen Jahres<br />

operiert worden war. Nach dem<br />

Eingriff wurde er weitere zehn<br />

Tage stationär in der Klinik behandelt,<br />

ehe es für vier Wochen auf<br />

Reha ging. „Es wurde von Tag zu<br />

Tag besser“, bestätigt Grafs Ehefrau.<br />

Einzig das Wetter in <strong>die</strong>ser<br />

Zeit bedauert sie rückblickend:<br />

„Leider regnete es so viel, sonst<br />

hätten wir noch weitaus mehr<br />

Ausflüge gemacht.“ Wie lange ein<br />

solches Implantat hält, kann nicht<br />

abschließend vorhergesagt werden.<br />

„Es macht einen soliden Eindruck“,<br />

bekräftigt Dr. Löffler, der<br />

aber auch erklärt, dass es immer<br />

darauf ankomme, wie das Implantat<br />

mit dem Knochen verwächst.<br />

Die Titanwabenstruktur sei dafür<br />

ideal. Solche „Spezialfälle“, wie<br />

Dr. Löffler sie nennt, seien zwar<br />

<strong>die</strong> Ausnahme, aber stets eine<br />

große Herausforderung. „<strong>Das</strong> erfüllt<br />

einen persönlich schon mit<br />

Stolz, wenn man einem Patienten<br />

derart helfen kann“, erklärt er. „In<br />

<strong>die</strong>sem Fall hat alles auf den Millimeter<br />

gepasst“, betont Dr. Löffler<br />

gerade deshalb, weil er weiß, dass<br />

„man als Chirurg nicht alles in der<br />

eigenen Hand hat“. Es gibt viele<br />

Parameter, <strong>die</strong> mit einberechnet<br />

werden müssen, schließlich sei<br />

<strong>die</strong> Komplikationsrate von 20 bis<br />

30 Prozent bei einer solchen OP<br />

enorm hoch. Letztlich freute sich<br />

selbstverständlich insbesondere<br />

Dominikus Graf, der dem Krankenbett<br />

rasch entflohen ist <strong>und</strong> bereits<br />

nach wenigen Wochen praktisch<br />

beschwerdefrei gehen konnte. Und<br />

auch sein Schuhmacher freut sich<br />

über den positiven Ausgang, da<br />

sich Graf, <strong>um</strong> <strong>die</strong> Hüftschmerzen<br />

ein wenig zu lindern, jeweils einen<br />

seiner Schuhe hatte erhöhen<br />

lassen, was nun wieder rückgängig<br />

gemacht werden muss. „<strong>Das</strong><br />

macht aber nichts, ich bin mit meinem<br />

Schuhmacher gut befre<strong>und</strong>et“,<br />

schmunzelt Dominikus Graf.<br />

Oberschenkelersatz samt<br />

Hüft- <strong>und</strong> Kniegelenk<br />

Vor Jahren hatte eine Patientin bereits<br />

ein künstliches Knie eingesetzt<br />

bekommen. Wegen eines Sturzes<br />

vor <strong>r<strong>und</strong></strong> zwei Jahren hatte sie sich<br />

den Oberschenkel oberhalb der<br />

Prothese gebrochen <strong>und</strong> wurde<br />

infolgedessen mehrere Male operiert.<br />

Zuletzt klagte sie seit Wochen<br />

über zunehmende Schmerzen. Die<br />

letztendlich einzige Alternative war<br />

der Ersatz des gesamten Oberschenkelknochens<br />

inklusive Hüftgelenk<br />

<strong>und</strong> Übergang in ein neues<br />

Kniegelenk. Solch eine OP zählt zu<br />

den kompliziertesten <strong>und</strong> schwersten<br />

Eingriffen <strong>und</strong> geht in der Regel<br />

Diese Oberschenkelprothese wurde<br />

der Patientin eingesetzt.<br />

über <strong>die</strong> Kompetenz eines Kreiskrankenhauses<br />

hinaus — nicht so<br />

bei der Krankenhaus GmbH. Dr.<br />

Löffler <strong>und</strong> zwei Assistenten setzten<br />

der Patientin in einer vierstündigen<br />

Operation <strong>die</strong> 40 Zentimeter lange<br />

Prothese samt Kniegelenk ein. Die<br />

Patientin überstand den schwer<br />

belastenden Eingriff sehr gut <strong>und</strong><br />

ist mittlerweile auf Reha.<br />

Navigationssystem für<br />

höhere Patientensicherheit<br />

Bei bestimmten Operationen, bei<br />

denen Schrauben oder Platten<br />

eingebracht werden müssen, ist<br />

<strong>die</strong> Darstellung über Röntgenbildwandler<br />

im Operationssaal<br />

sehr schwierig, da es sich <strong>um</strong><br />

komplexe, dreidimensionale Knochen<br />

handelt, <strong>und</strong> eine Röntgenaufnahme<br />

auf zwei Ebenen beschränkt<br />

ist. Dies führt manchmal<br />

zu Fehllagen der eingebrachten<br />

Schrauben, da <strong>die</strong> richtige Position<br />

so nur ganz schwer zu erkennen<br />

ist. Im schlimmsten Fall wird etwa<br />

ein Nervenkanal „angebohrt“ —<br />

das Bein kann nicht mehr bewegt<br />

werden. Deshalb verwenden Dr.<br />

Thomas Löffler <strong>und</strong> sein Team bei<br />

einigen Eingriffen ein Navigationssystem,<br />

so z<strong>um</strong> Beispiel bei<br />

bestimmten Beckenbrüchen, bei<br />

denen <strong>die</strong> Stabilität des Beckenrings<br />

nicht mehr gewährleistet<br />

ist. Solche Patienten sind immobil<br />

<strong>und</strong> haben starke Schmerzen.<br />

Dabei wird der Computertomographiedatensatz<br />

— <strong>die</strong> Patienten<br />

liegen bei der CT exakt wie bei der<br />

späteren OP — in das System eingespeist<br />

<strong>und</strong> während der Operation<br />

mit dem Ist-Zustand im OP-Saal<br />

abgeglichen. <strong>Das</strong> heißt, es werden<br />

mit einem sogenannten Pointer<br />

bestimmte Punkte des Beckenskeletts<br />

abgegriffen <strong>und</strong> mit dem<br />

Datensatz abgeglichen. Schlussendlich<br />

kann auf den Millimeter<br />

genau, ohne Röntgenstrahlen,<br />

über den Monitor des Navigationssystems<br />

<strong>die</strong> Schraube exakt dort<br />

positioniert werden, wo der Chirurg<br />

sie haben will. „<strong>Das</strong> erleich-<br />

Ein Navigationssystem erleichtert<br />

tert <strong>die</strong> Arbeit für uns Chirurgen <strong>die</strong> Arbeit der Chirurgen — <strong>und</strong> erhöht<br />

<strong>die</strong> Patientensicherheit.<br />

enorm“, bestätigt Dr. Löffler.<br />

So erging es auch einer Patientin.<br />

Sie hatte sich das Sitz- <strong>und</strong> Schambein<br />

gebrochen, außerdem das<br />

Kreuzbein. Sie war vollkommen<br />

immobil bettlägerig <strong>und</strong> hatte<br />

starke Schmerzen. Nach der Operation<br />

konnte sie sofort an Krücken<br />

aufstehen <strong>und</strong> mit dem Laufen beginnen.<br />

Dies ist vor allem bei älteren<br />

Patienten wichtig, da sie nur<br />

noch einen Bruchteil der früheren<br />

Muskelmasse besitzen <strong>und</strong> durch<br />

<strong>die</strong> Immobilität täglich zusätzlich<br />

im Prozentbereich daran verlieren,<br />

wie Dr. Löffler erklärt. Die Technologie<br />

mit dem Navigationssystem<br />

verbessert <strong>die</strong> Patientensicherheit<br />

wesentlich, weswegen <strong>die</strong>se auch<br />

bei Dr. Florian Soldner in der Wirbelsäulenchirurgie<br />

z<strong>um</strong> Einsatz<br />

kommt.<br />

tis<br />

Wenige Wochen nach der OP: Dr.<br />

Thomas Löffler freut sich gemeinsam<br />

mit seinem Patienten, Dominikus<br />

Graf, über <strong>die</strong> Fortschritte.<br />

> > > KONTAKT<br />

Klinik für Orthopä<strong>die</strong> <strong>und</strong> Unfallchirurgie<br />

Sekretariat <strong>Weilheim</strong>: Telefon: 0881 / 188-593, Telefax: 0881 / 188-679<br />

E-Mail:ch-sek-wm@kh-gmbh-ws.de<br />

Sekretariat Schongau: Telefon: 08861 / 215-292, Telefax: 08861 / 215-693<br />

E-Mail: sgunfallchirurgie@kh-gmbh-ws.de<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 25


Dr. Solveig Groß — neue Chefärztin bei der Krankenhaus GmbH<br />

Eine wertschätzende<br />

Frauenheilk<strong>und</strong>e <strong>und</strong> Geburtshilfe<br />

Der Storch am Eingang des<br />

Krankenhauses vermeldet <strong>die</strong><br />

neugeborenen Kinder.<br />

Sonderveröffentlichung der<br />

<strong>Weilheim</strong>/Schongau | Dr. Solveig<br />

Groß ist ab 15. <strong>November</strong> neue<br />

Chefärztin der Gynäkologie <strong>und</strong><br />

Geburtshilfe bei der Krankenhaus<br />

GmbH Landkreis <strong>Weilheim</strong>-Schongau.<br />

Zuvor wird sie knapp zwei<br />

Monate lang ihren „winzig kleinen<br />

Beitrag für eine bessere Welt<br />

leisten“, wie sie es nennt. Ende<br />

September machte sie sich auf den<br />

Weg nach Myanmar, <strong>um</strong> dort für<br />

„Ärzte ohne Grenzen“ zu arbeiten.<br />

Nach einer dreimonatigen Tätigkeit<br />

in Pakistan ist es bereits ihre zweite<br />

„Reise“ für <strong>die</strong> unparteiische,<br />

h<strong>um</strong>anitäre Hilfsorganisation, <strong>die</strong><br />

sich bewusst in Ländern mit einer<br />

hohen Kinder- <strong>und</strong> auch Müttersterblichkeitsrate<br />

engagiert. Dort<br />

wird mit westlichem Know-how<br />

versucht, neben der medizinischen<br />

Betreuung auch Aufklärungsarbeit<br />

zu leisten. Eine Herzensangelegenheit<br />

für Solveig Groß, Mutter dreier<br />

Kinder. Wieder in der Heimat, will<br />

sie dann als neue Chefärztin das<br />

Vertrauen der Landkreis-Politik in<br />

<strong>die</strong> Geburtshilfe zurückzahlen, wie<br />

sie im „tassilo“-Interview verrät. Dr.<br />

Solveig Groß spricht zudem über<br />

das Leistungsspektr<strong>um</strong> in <strong>Weilheim</strong><br />

<strong>und</strong> Schongau, wie sie <strong>die</strong> Krankenhaus<br />

GmbH sieht, <strong>und</strong> was sie<br />

sich für <strong>die</strong> Zukunft wünscht.<br />

Dr. Groß, am 15. <strong>November</strong> treten<br />

Sie <strong>die</strong> neue Stelle als Chefärztin<br />

der Gynäkologie <strong>und</strong> Geburtshilfe<br />

bei der Krankenhaus GmbH an. Mit<br />

welchen beruflichen Erfahrungen?<br />

Meine fachärztliche Ausbildung<br />

habe ich in Kaufbeuren <strong>und</strong> Landsberg<br />

absolviert. Im Klinik<strong>um</strong> Dachau<br />

war ich als Oberärztin tätig <strong>und</strong><br />

seit Januar 2012 bin ich bereits als<br />

Belegärztin bei der Krankenhaus<br />

GmbH. Parallel dazu leite ich eine<br />

Praxis für Frauenges<strong>und</strong>heit in Tutzing,<br />

<strong>die</strong> es auch weiterhin geben<br />

wird. Eine neue Kollegin wird mich<br />

dort zukünftig unterstützen.<br />

Können Sie uns einen Einblick in<br />

das Leistungsspektr<strong>um</strong> der Gynäkologie<br />

geben?<br />

Wir bieten sozusagen eine komplette<br />

Gynäkologie jeglicher Art an<br />

<strong>und</strong> machen alle Standardeingriffe.<br />

Wir arbeiten interdisziplinär, was<br />

hervorragend funktioniert, <strong>und</strong><br />

haben zudem alle Möglichkeiten<br />

der Diagnostik. Ein Steckenpferd<br />

ist <strong>die</strong> sogenannte Myom-Therapie.<br />

Myome sind Muskelknoten,<br />

<strong>die</strong> oft mit Beschwerden, wie etwa<br />

starken Blutungen einhergehen.<br />

Folgen davon sind Blutarmut,<br />

Leistungsschwäche oder Müdigkeit.<br />

R<strong>und</strong> 30 Prozent der Frauen<br />

zwischen 30 <strong>und</strong> 55 Jahren leiden<br />

darunter — eine gewaltige Zahl.<br />

Wir verfolgen einen integrativen<br />

Ansatz <strong>und</strong> schauen, was für <strong>die</strong><br />

Frau am günstigen ist. Chirurgisch,<br />

medikamentös oder radiologisch<br />

— aus <strong>die</strong>sem Pool schöpfen wir.<br />

Immer vor dem Hinterg<strong>r<strong>und</strong></strong>, das<br />

Organ — <strong>die</strong> Gebärmutter — zu erhalten.<br />

Zudem setzten wir auf eine<br />

minimalinvasive Chirurgie.<br />

Welchen medizinischen Ansatz verfolgen<br />

Sie in der Geburtshilfe?<br />

Wir bieten eine frauenorientierte,<br />

wertschätzende Geburtshilfe an.<br />

Wir wollen <strong>die</strong> Frauen darin bestärken,<br />

eine natürliche, physiologische<br />

Geburt geschehen zu lassen.<br />

Die werdenden Mütter möchten<br />

das maximale Sicherheitsgefühl für<br />

sich <strong>und</strong> ihr Kind. Diesen Spagat<br />

gilt es zu schaffen. Es soll wieder<br />

mehr Geburtshilfe anstatt Geburtsmedizin<br />

sein, daher sehen wir uns<br />

generell eher als Begleiter.<br />

Wie viele Geburten sind es jährlich<br />

bei der Krankenhaus GmbH?<br />

2015 waren es 363 Mädchen <strong>und</strong><br />

374 Buben. Es sieht so aus, als<br />

würden <strong>die</strong> Zahlen heuer übertroffen<br />

werden. Die Kreißsäle werden<br />

sehr gut von der Bevölkerung angenommen.<br />

Wir sind an 365 Tagen<br />

24 St<strong>und</strong>en für <strong>die</strong> Frauen da.<br />

Welche besonderen Möglichkeiten<br />

bietet <strong>die</strong> Krankenhaus GmbH für<br />

werdende Mütter?<br />

Wir haben hier eine „Eins-zu-Eins-<br />

Betreuung“, was ka<strong>um</strong> eine der<br />

größeren Kliniken leisten kann.<br />

<strong>Das</strong> heißt, für jede werdende Mutter<br />

ist auch eine Hebamme anwesend.<br />

Wir gewährleisten hier eine<br />

familiäre Geburtshilfe, stärken<br />

<strong>die</strong> Frauen <strong>und</strong> versuchen ihnen<br />

<strong>die</strong> Angst zu nehmen. Zudem gibt<br />

es bei uns selbstverständlich <strong>die</strong><br />

Möglichkeiten einer Wassergeburt,<br />

einer Peridualanästhesie oder eines<br />

Kaiserschnittes.<br />

Da Sie das Thema ansprechen: Wie<br />

viele Frauen entscheiden sich heutzutage<br />

für einen Kaiserschnitt?<br />

In Deutschland sind es über 30<br />

Prozent Kaiserschnitte. Wobei laut<br />

der Weltges<strong>und</strong>heitsorganisation<br />

lediglich <strong>r<strong>und</strong></strong> 15 Prozent medizinisch<br />

notwendig wären. Ein Kaiserschnitt<br />

sollte nur bei eindeutigem<br />

Vorteil durchgeführt werden<br />

<strong>und</strong> keinesfalls als Alternative zur<br />

Spontangeburt angesehen werden,<br />

schließlich ist ein Kaiserschnitt<br />

nicht risikolos. Neben Schmerzen<br />

<strong>und</strong> Infektionen gibt es bei Folgeschwangerschaften<br />

mehr Fehlgeburten,<br />

<strong>und</strong> es dauert oft länger,<br />

Dr. Solveig Groß (3.v.r.) <strong>und</strong> ihr<br />

Team der Gynäkologie <strong>und</strong> Geburtshilfe<br />

26 | der altlandkreis


„Eine Frau, wenn sie gebiert, so hat sie Schmerzen, denn ihre<br />

St<strong>und</strong>e ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat,<br />

denkt sie nicht mehr an <strong>die</strong> Angst <strong>um</strong> der Freude willen,<br />

dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.“ (Johannes, Buch 16, Vers 21)<br />

bis <strong>die</strong> Frau wieder schwanger<br />

wird. Die Reise durch den Geburtskanal<br />

ist förderlich für eine gute<br />

Lungenfunktion der Kinder <strong>und</strong><br />

Untersuchungen zeigen, dass <strong>die</strong>se<br />

Kinder auch stressresistenter sind.<br />

Deshalb möchten wir, wie schon<br />

erwähnt, Frauen darin bestärken,<br />

eine natürliche Geburt anzunehmen.<br />

Jede Geburt ist ein Unikat!<br />

Man weiß nie genau, ob oder welche<br />

Risiken eintreffen. Jedenfalls<br />

sind wir auf alles vorbereitet.<br />

Welche Ursachen für einen Kaiserschnitt<br />

gibt es?<br />

> > > INFORMATION UND KONTAKT<br />

Es gibt Situationen, in denen das<br />

Kind nicht so gut versorgt wird<br />

oder wenn der Mutterkuchen vor<br />

dem Gebärmutterm<strong>und</strong> liegt. Zudem<br />

gibt es ganz spezielle — wenn<br />

auch sehr seltene — Schwangerschaftsvergiftungen.<br />

Sollte ein Kind im Mutterleib sitzen,<br />

wird häufig fälschlicherweise<br />

von „verkehrt her<strong>um</strong>“ gesprochen.<br />

In solch einem Fall kann das Kind<br />

dennoch ganz normal auf <strong>die</strong> Welt<br />

kommen. Oftmals wird hier ein<br />

Kaiserschnitt gemacht, obwohl es<br />

gar nicht nötig wäre.<br />

Kreißsaalbesichtigung Schongau<br />

In der Klinik Schongau haben werdende Eltern <strong>die</strong> Möglichkeit, bereits<br />

vor der Geburt einen Eindruck von den Rä<strong>um</strong>lichkeiten der<br />

Geburtshilfestation zu erhalten. Dies kann z<strong>um</strong> einen im Rahmen<br />

eines geburtsvorbereitenden Kurses geschehen oder auch zu einer<br />

anderen Zeit. Gerne wird auch der Kreißsaal gezeigt. Ein individueller<br />

Termin kann mit einer Hebamme unter der Telefonn<strong>um</strong>mer<br />

08861 / 215-130 (vormittags) vereinbart werden.<br />

Kreißsaalführung <strong>Weilheim</strong><br />

Alle zwei Monate am zweiten Mittwoch im Monat <strong>um</strong> 20 Uhr findet<br />

in der Klinik <strong>Weilheim</strong> ein Informationsabend für werdende Eltern<br />

statt. Hebammen, Geburtshelfer, Kinderärzte <strong>und</strong> Anästhesisten<br />

informieren dann über das Konzept der ganzheitlich-familienorientierten<br />

Geburtshilfe <strong>und</strong> zeigen selbstverständlich im Rahmen des<br />

Informationsabends den Kreißsaal. Eine gesonderte Anmeldung ist<br />

nicht erforderlich. Der nächste Termine ist am 14. <strong>Dezember</strong>.<br />

Kontakt Schongau:<br />

Tel.: 08861 / 215-278 (Sekretariat)<br />

Tel.: 08861 / 215-164 (Station)<br />

Tel.: 08861 / 215-130 (Kreißsaal)<br />

Fax: 08861 / 215-279<br />

Kontakt <strong>Weilheim</strong>:<br />

Tel.: 0881 / 188-418 (Sekretariat)<br />

Tel.: 0881 / 188-165 (Station)<br />

Tel.: 0881 / 188-173/174/175 (Kreißsaal)<br />

Fax: 0881 / 188-613 (Sekretariat)<br />

E-Mail: m.kroenauer@kh-gmbh-ws.de<br />

Wie sehen Sie allgemein <strong>die</strong> Betreuung<br />

der Eltern vor der Geburt?<br />

Generell funktioniert <strong>die</strong> Schwangerschaftsbetreuung<br />

in Deutschland<br />

sehr gut. Wir können Risiken<br />

gut filtern, <strong>und</strong> viele Krankheiten<br />

können so schon im Vorfeld therapiert<br />

werden. <strong>Das</strong> alles lässt das<br />

Geburtsrisiko deutlich sinken.<br />

Welche weiteren Leistungen während<br />

<strong>und</strong> nach der Geburt können<br />

Eltern erwarten?<br />

Es gibt <strong>die</strong> Möglichkeit der ambulanten<br />

Geburt. Jedoch bleiben <strong>die</strong><br />

meisten Frauen drei Tage hier, da<br />

am dritten Tag nach der Geburt<br />

ein Stoffwechselscreening <strong>und</strong> <strong>die</strong><br />

kinderärztliche Untersuchung gemacht<br />

wird. Anschließend begleiten<br />

wir weiterhin <strong>und</strong> helfen dort,<br />

wo uns <strong>die</strong> Eltern brauchen. Uns<br />

liegt besonders am Herzen, dass<br />

<strong>die</strong> Mütter ihre Kinder stillen.<br />

Wie hat sich <strong>die</strong> Rolle der Väter während<br />

der Geburt ihrer Meinung nach<br />

in den letzten Jahren verändert?<br />

Heutzutage ist praktisch immer ein<br />

Vater bei der Geburt dabei. <strong>Das</strong> ist<br />

äußerst positiv, da es ein wichtiger<br />

Augenblick im Leben einer Familie<br />

ist. Allerdings gibt es auch Fälle,<br />

in denen <strong>die</strong> Frau entspannter ist,<br />

wenn der Mann vor der Tür wartet.<br />

So oder so sollte es <strong>die</strong> eigene<br />

Entscheidung der Familie bleiben.<br />

Man darf sich nicht gesellschaftlich<br />

gezwungen fühlen. Für uns<br />

Geburtshelfer spielt das nur eine<br />

untergeordnete Rolle, ob ein Mann<br />

dabei ist.<br />

Was zeichnet Ihrer Meinung nach<br />

<strong>die</strong> Krankenhaus GmbH aus <strong>und</strong><br />

was unterscheidet sie von anderen<br />

Kliniken?<br />

Wir haben hier ein sehr gutes<br />

Team. Es herrscht eine gegenseitige<br />

Verantwortung <strong>und</strong> ein respektvoller<br />

Umgang. Wir können<br />

eine sehr gute Versorgung auf modernstem<br />

Niveau anbieten. Außerdem<br />

sind Patienten bei uns nicht<br />

nur eine N<strong>um</strong>mer. Denn: Ab einer<br />

gewissen N<strong>um</strong>mer verliert man<br />

zwangsläufig den Überblick. Wir<br />

können uns hier <strong>um</strong> jeden Patienten<br />

individuell kümmern. Zudem<br />

sind <strong>die</strong> Wege enorm kurz. Wir<br />

sind alle in der Region verwurzelt,<br />

treffen unsere Patienten<br />

beispielsweise beim Einkaufen<br />

oder auf dem Fußballplatz.<br />

Die Distanz ist daher nicht so<br />

groß. Und natürlich eine große<br />

Motivation, es besonders<br />

gut zu machen.<br />

Was wünschen Sie sich für<br />

<strong>die</strong> Zukunft?<br />

Weiterhin <strong>die</strong> Wertschätzung<br />

der Bevölkerung.<br />

Wir haben so qualifizierte<br />

Leute <strong>und</strong> Experten hier,<br />

dass es gar keinen G<strong>r<strong>und</strong></strong><br />

gibt, extra weit zu fahren.<br />

Noch dazu, wo man<br />

dann gar nicht weiß,<br />

wer einen operiert. <strong>Das</strong><br />

medizinische Niveau<br />

braucht sich vor keiner<br />

Klinik verstecken.<br />

Es ist der Wunsch der<br />

Landkreis-Politik, dass<br />

<strong>die</strong> Geburtshilfe weiterhin<br />

an beiden Standorten<br />

angeboten wird. Dieses<br />

Vertrauen möchten wir<br />

zurückzahlen. Die Geburtshilfe<br />

ist meiner<br />

Ansicht nach besonders<br />

schützenswert. Wenn es<br />

mein Beitrag ist, dass<br />

wieder mehr Schongauer<br />

<strong>und</strong> <strong>Weilheim</strong>er zur<br />

Welt kommen, freue ich mich<br />

sehr.<br />

tis<br />

Dr. Solveig Groß, ab dem<br />

15. <strong>November</strong> neue<br />

Chefärztin der Gynäkologie<br />

<strong>und</strong> Geburtshilfe bei der<br />

Krankenhaus Gmbh.<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 27


Ausbildung bei der Krankenhaus GmbH — jetzt bewerben!<br />

Eine ausgezeichnete Perspektive<br />

Schongau | Die Berufsfachschulen<br />

der Krankenhaus GmbH blicken<br />

auf eine sehr lange Tradition zurück.<br />

Bereits seit 1958 wird hier<br />

z<strong>um</strong> examinierten Ges<strong>und</strong>heits<strong>und</strong><br />

Krankenpfleger ausgebildet<br />

— seit 1990 auch z<strong>um</strong> Pflegefachhelfer<br />

(Krankenpflege). Seit dem<br />

Bestehen haben weit über 1 000<br />

Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler einen<br />

Pflegeberuf in den Berufsfachschulen<br />

Schongau erlernt. „Es ist<br />

ein hochwertige Ausbildung mit<br />

einem guten Abschluss, der gefragt<br />

ist“, erklärt Bernhard Bölt,<br />

stellvertretender Schulleiter. <strong>Das</strong><br />

zeigt auch <strong>die</strong> Tatsache, dass<br />

ehemalige Schüler mittlerweile<br />

z<strong>um</strong> Teil in ganz Europa verstreut<br />

sind. Noch mehr freut Schulleiter<br />

Klaus Fenzl jedoch, dass sich<br />

viele Absolventen dafür entscheiden,<br />

bei der Krankenhaus GmbH<br />

zu bleiben, <strong>und</strong> das, „obwohl<br />

viele Einrichtungen nach Pflegepersonal<br />

suchen“. Nahezu allen<br />

Schulabgängern kann ein unbefristeter<br />

Arbeitsvertrag angeboten<br />

werden. Von der Abschlussklasse<br />

<strong>2016</strong> wurden kürzlich 14 der<br />

19 Absolventen übernommen,<br />

wobei sich <strong>die</strong> fünf, welche <strong>die</strong><br />

GmbH verlassen, aus freien Stücken<br />

für einen anderen Weg entschieden<br />

haben. Gute Aussichten<br />

also, denn: Angesichts des sich<br />

abzeichnenden demographischen<br />

Wandels werden laut des Statistischen<br />

B<strong>und</strong>esamtes bis 2025<br />

sogar 152 000 Pflegekräfte fehlen.<br />

Damit gehören <strong>die</strong> Pflegeberufe<br />

zu den krisensichersten. Aber<br />

nicht nur das: Eine Tätigkeit in der<br />

Pflege ist sehr vielfältig <strong>und</strong> bietet<br />

zahlreiche Möglichkeiten der Weiterqualifikation.<br />

So kann man sich<br />

nach erfolgreichem Examen als<br />

Ges<strong>und</strong>heits- <strong>und</strong> Krankenpfleger<br />

etwa zur Fachkrankenschwester/<br />

z<strong>um</strong> Fachkrankenpfleger für den<br />

Operations<strong>die</strong>nst oder <strong>die</strong> Intensivpflege<br />

weiterbilden. Auch eine<br />

akademische Weiterqualifizierung<br />

in den Stu<strong>die</strong>nfächern Pflegemanagement<br />

oder Pflegepädagogik<br />

ist dann möglich. Während der<br />

Ausbildung an der Berufsfachschule<br />

<strong>und</strong> den Einrichtungen des<br />

Klinikverb<strong>und</strong>s <strong>Weilheim</strong>-Schongau<br />

wird den Schülern das nötige<br />

Rüstzeug mitgegeben, damit sie<br />

eigenverantwortlich Pflege planen<br />

<strong>und</strong> durchführen.<br />

Voraussetzungen<br />

Für <strong>die</strong> einjährige Ausbildung z<strong>um</strong><br />

Pflegefachhelfer ist ein Mindestalter<br />

von 17 Jahren Voraussetzung.<br />

Bei entsprechender Eignung, <strong>die</strong><br />

in einem Vorgespräch ermittelt<br />

wird, ist der Start unter Umständen<br />

auch schon mit 16 Jahren<br />

möglich. In jedem Fall wird ein<br />

Mittelschulabschluss (ehemals<br />

Hauptschule) vorausgesetzt. Für<br />

<strong>die</strong> dreijährige Ausbildung z<strong>um</strong><br />

Ges<strong>und</strong>heits- <strong>und</strong> Krankenpfleger<br />

gibt es hingegen keine Altersgrenze.<br />

Allerdings ist hierfür<br />

ein mittlerer Schulabschluss, also<br />

M-Zug auf der Mittelschule, Mittlere<br />

Reife der Realschule oder <strong>die</strong><br />

Vollendung der 10. Klasse auf dem<br />

Gymnasi<strong>um</strong> notwendig. Sollte <strong>die</strong><br />

Ausbildung z<strong>um</strong> Pflegefachhelfer<br />

bereits erfolgreich abgeschlossen<br />

sein, hat man ebenfalls <strong>die</strong> Berechtigung,<br />

sich als Ges<strong>und</strong>heits<strong>und</strong><br />

Krankenpfleger ausbilden zu<br />

lassen. Gleiches gilt, sofern bereits<br />

anderweitig eine zweijährige<br />

Ausbildung durchlaufen wurde.<br />

Für beide Ausbildungswege ist<br />

ein mindestens einwöchiges Vor-<br />

Praktik<strong>um</strong> bei der Krankenhaus<br />

GmbH Pflicht. „<strong>Das</strong> ist wichtig,<br />

<strong>um</strong> den Berufswunsch zu festigen.<br />

Und so sehen beide Seiten,<br />

ob es funktioniert“, erklärt Schulleiter<br />

Klaus Fenzl. Die Freude am<br />

Umgang mit Menschen sowie ein<br />

einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis<br />

gelten ohnehin als<br />

selbstverständlich.<br />

Bewerbungsphase<br />

Eine Bewerbung ist generell jederzeit<br />

auf postalischem Weg möglich.<br />

Gerne können <strong>die</strong> Unterlagen<br />

auch persönlich vorbei gebracht<br />

werden. Zusätzlich kann sich über<br />

einen extra Link auf der Homepage<br />

der Krankenhaus GmbH beworben<br />

werden. Die Unterlagen sollten<br />

vollständig sein: Bewerbungsanschreiben,<br />

Lebenslauf mit Lichtbild,<br />

letztes Schulzeugnis sowie,<br />

falls vorhanden, Arbeitszeugnisse<br />

<strong>und</strong> Praktik<strong>um</strong>sbescheinigungen.<br />

„Es sollte nichts fehlen <strong>und</strong> eine<br />

saubere Form haben“, empfiehlt<br />

Klaus Fenzl. Zudem sollte<br />

aus dem Anschreiben <strong>die</strong><br />

Motivation für den Pflege-<br />

Anfang Oktober<br />

ging es los: <strong>die</strong><br />

<strong>die</strong>sjährige Ausbildungsklasse<br />

zu Ges<strong>und</strong>heits<strong>und</strong><br />

Krankenpflegern<br />

mit<br />

Klassenleiter<br />

Bernhard Bölt<br />

(rechts)<br />

Sonderveröffentlichung der<br />

28 | der altlandkreis


Schulleiter Klaus Fenzl (links) mit dem Team der Berufsfachschule für<br />

Krangenpflege <strong>und</strong> Krankenpflegehilfe.<br />

beruf hervorgehen. „Man merkt,<br />

dass <strong>die</strong> jungen Leute hier immer<br />

mehr Schulungen bekommen“,<br />

spricht der Schulleiter das generell<br />

gestiegene Niveau von Bewerbungen<br />

an. Gleichzeitig möchte er<br />

aber auch ältere Berufseinsteiger<br />

oder -<strong>um</strong>steiger motivieren: „Eine<br />

Altersgrenze nach oben gibt es<br />

nicht. Auch heuer startet eine<br />

42-Jährige ihre Ausbildung bei<br />

uns.“<br />

Die ersten Bewerbungen für das<br />

kommende Schuljahr 2017 / 18 sind<br />

bereits eingetroffen. Eine Vielzahl<br />

geht erfahrungsgemäß im <strong>November</strong><br />

<strong>und</strong> <strong>Dezember</strong> ein, einen offiziellen<br />

Bewerbungsschluss gibt es<br />

nicht, da es auch immer wieder zu<br />

kurzfristigen Absagen seitens der<br />

Bewerber kommt. Wer seine Unterlagen<br />

offiziell eingereicht hat,<br />

bekommt immer ein Eingangsschreiben,<br />

<strong>um</strong> für Gewissheit zu<br />

sorgen. Anschließend kommt es<br />

zu einem Bewerbungsgespräch —<br />

auch hier sind <strong>die</strong> ersten bereits<br />

im <strong>November</strong> angesetzt. <strong>Das</strong> Treffen<br />

findet in Gesprächsform vor<br />

einem Dreier-Gremi<strong>um</strong> statt, „ein<br />

erstes Kennenlernen“, wie Fenzl<br />

es nennt. Den Bewerbern will er<br />

aber gleich <strong>die</strong> Angst vor einem<br />

solchen Vorstellungstermin nehmen:<br />

„Es ist ein <strong>r<strong>und</strong></strong> zwanzigminütiges<br />

Gespräch in lockerer Atmosphäre.<br />

Es gibt keinen Test oder<br />

ähnliches.“ Eine Zu- oder Absage<br />

seitens der Berufsfachschule erfolgt<br />

relativ zeitnah, damit <strong>die</strong> Bewerber<br />

Planungssicherheit haben;<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> 14 Tage nach dem Gespräch.<br />

Die Unterlagen samt Arbeitsvertrag<br />

werden dann wegen des<br />

Verwaltungsaufwandes ein wenig<br />

zeitversetzt verschickt.<br />

1. Schultag<br />

Während <strong>die</strong> Pflegefachhelfer<br />

jedes Jahr am 1. August in das<br />

neue Ausbildungsjahr starten, beginnt<br />

<strong>die</strong> Ges<strong>und</strong>heits- <strong>und</strong> Krankenpfleger-Ausbildung<br />

jeweils<br />

z<strong>um</strong> 1. Oktober. Zunächst steht<br />

ein Kennenlernen der Mitschüler<br />

<strong>und</strong> des Klassenleiters, dem<br />

Hauptansprechpartner, auf dem<br />

Programm. Fotos für den Schülerausweis<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Akten werden<br />

gemacht. Außerdem müssen alle<br />

neuen Schüler z<strong>um</strong> Betriebsarzt,<br />

schließlich werden sie zukünftig<br />

in einem hochsensiblen Arbeits<strong>um</strong>feld<br />

tätig sein. Anschließend<br />

startet ziemlich rasch der Unterricht,<br />

jede der acht Lehrkräfte an<br />

der Berufsfachschule unterrichtet<br />

dabei bestimmte Fächer. Für <strong>die</strong><br />

angehenden Pflegefachhelfer beginnt<br />

bereits nach dem ersten<br />

Kennenlernen wegen des früheren<br />

Ausbildungsbeginns der erste<br />

größere Praxis-Block. Da <strong>die</strong> Berufsfachschule<br />

für Krankenpflege<br />

dem bayerischen Schulrecht<br />

unterliegt, beginnt auch hier der<br />

theoretische Schulunterricht erst<br />

nach den Sommerferien.<br />

Lerninhalte<br />

Beide Ausbildungszweige sind im<br />

Blocksystem angelegt. <strong>Das</strong> heißt,<br />

der theoretische Unterricht an der<br />

Schule <strong>und</strong> <strong>die</strong> praktische Ausbildung<br />

auf der Station erfolgen im<br />

Wechsel. Bei den Pflegefachhelfern<br />

liegt der Schwerpunkt auf<br />

der G<strong>r<strong>und</strong></strong>versorgung, der Pflege<br />

<strong>und</strong> Betreuung, schließlich „ist es<br />

später mal eine Helfertätigkeit“,<br />

wie Bernhard Bölt feststellt. Die<br />

einjährige Ausbildung <strong>um</strong>fasst<br />

drei praktische Blöcke: Chirurgie,<br />

Innere Medizin <strong>und</strong> Altenpflege.<br />

Dazwischen ist <strong>die</strong> theoretische<br />

<strong>und</strong> fachpraktische Ausbildung,<br />

<strong>die</strong> 600 St<strong>und</strong>en <strong>um</strong>fasst <strong>und</strong> an<br />

der Berufsfachschule stattfindet.<br />

Zu den Unterrichtsfächern zählen<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>lagen der Pflege, Pflege <strong>und</strong><br />

Betreuung, Sozial- <strong>und</strong> Rechtsk<strong>und</strong>e<br />

sowie Deutsch <strong>und</strong> Kommunikation.<br />

Die dreijährige Ausbildung z<strong>um</strong><br />

Ges<strong>und</strong>heits- <strong>und</strong> Krankenpfleger<br />

geht, allein schon wegen des<br />

zeitlichen Aspekts, wesentlich<br />

mehr in <strong>die</strong> Tiefe. Schwerpunkte<br />

hier sind Medizin, Medizintechnik<br />

<strong>und</strong> Organisation. Zudem werden<br />

<strong>die</strong> Schüler der Schongauer<br />

Schule in sämtlichen Abteilungen<br />

der Krankenhaus GmbH während<br />

ihrer Ausbildung eingesetzt; sogar<br />

auf der Intensivstation <strong>und</strong> im<br />

OP, obwohl das laut<br />

Lehrplan gar nicht<br />

vorgesehen wäre.<br />

„Wir möchten, dass<br />

<strong>die</strong> Auszubildenden<br />

einen <strong>um</strong>fassenden<br />

Einblick bekommen“,<br />

erklären Fenzl <strong>und</strong><br />

Bölt unisono. In welcher<br />

Abteilung <strong>die</strong><br />

Schüler zu welcher<br />

Zeit eingesetzt werden,<br />

plant <strong>die</strong> Schulleitung. Wie<br />

in jeder Schule gibt es in beiden<br />

Zweigen schriftliche <strong>und</strong> mündliche<br />

Prüfungen, am Ende der<br />

Ausbildung steht eine staatliche<br />

Prüfung über mehrere Tage.<br />

Ausblick<br />

Wird <strong>die</strong> jeweilige Prüfung bestanden,<br />

ist man berechtigt, den<br />

Namen Pflegefachhelfer (Krankenpflege)<br />

beziehungsweise Ges<strong>und</strong>heits-<br />

<strong>und</strong> Krankenpfleger<br />

zu tragen. Durch <strong>die</strong> <strong>um</strong>fassende<br />

Ausbildung ist ein Wechsel in<br />

verschiedenste Bereiche möglich.<br />

Eher technisch versiert oder mehr<br />

im Management — das kommt<br />

ganz auf <strong>die</strong> Interessen <strong>und</strong> Talente<br />

der Absolventen an. Neben den<br />

ausgezeichneten Chancen auf eine<br />

Übernahme direkt bei der Krankenhaus<br />

GmbH ist es „ein Sprungbrett<br />

für viele Möglichkeiten“,<br />

wie Bernhard Bölt erklärt. „<strong>Das</strong><br />

gute ist, dass eine Karriere in der<br />

Krankenpflege relativ gut planbar<br />

ist“, skizziert Bölt einen möglichen<br />

Weg folgendermaßen: Examen,<br />

> > > KONTAKT<br />

Monatliche Ausbildungsvergütung (Stand: 29.02.<strong>2016</strong>):<br />

Einjährige Ausbildung in der Pflege<br />

z<strong>um</strong>/zur Pflegefachhelfer/in (Krankenpflege)<br />

— im Ausbildungsjahr: . . . . . . . . . . . . . 800,65 Euro<br />

Dreijährige Ausbildung in der Pflege<br />

z<strong>um</strong>/zur Ges<strong>und</strong>heits- <strong>und</strong> Krankenpfleger/in<br />

— im 1. Ausbildungsjahr: . . . . . . . . . . . . 975,69 Euro<br />

— im 2. Ausbildungsjahr: . . . . . . . . . . . . 1 037,07 Euro<br />

— im 3. Ausbildungsjahr: . . . . . . . . . . . . 1 138,38 Euro<br />

Berufsfachschule für<br />

Krankenpflege/Krankenpflegehilfe<br />

Marie-Eberth-Straße 8, 86956 Schongau<br />

Telefon: 08861 / 215-580<br />

Telefax: 08861 / 215-249<br />

E-Mail: info-schule@kh-gmbh-ws.de<br />

Station, stellvertretende Stationsleitung,<br />

Stationsleitung, Weiterbildung.<br />

Da <strong>die</strong> Pflege immer noch<br />

eine von Frauen dominierte Domäne<br />

ist, sei es zudem von Vorteil,<br />

dass Frauen auch nach der Geburt<br />

meist relativ schnell wieder unterkommen.<br />

„Wir haben auch viele<br />

ehemalige Schüler, <strong>die</strong> sich nach<br />

einiger Zeit selbstständig gemacht<br />

haben“, berichtet Klaus Frenzl, der<br />

aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> des neuen, ab 1. Januar<br />

2017 geltenden Tarifvertrages in<br />

der Krankenpflege weitere positive<br />

Nachrichten vermelden kann: „Ich<br />

gehe davon aus, dass <strong>die</strong> Auszubildenden<br />

dann etwas mehr ver<strong>die</strong>nen<br />

werden.“ Ausgezeichnete<br />

Aussichten also.<br />

tis<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 29


Social Management (B.A.) & Ges<strong>und</strong>heits- <strong>und</strong> Krankenpfleger<br />

Duale Ausbildung in der Pflege<br />

Schongau | Seit dem 1. Oktober<br />

2014 ist neben der Ausbildung<br />

z<strong>um</strong> Pflegefachhelfer (Krankenpfleger)<br />

<strong>und</strong> z<strong>um</strong> Ges<strong>und</strong>heits<strong>und</strong><br />

Krankenpfleger auch eine<br />

duale Ausbildung an der Berufsfachschule<br />

für Krankenpflege in<br />

Schongau möglich. In dreieinhalb<br />

Jahren können Auszubildende<br />

dann eine Doppelqualifikation<br />

erlangen: das Examen z<strong>um</strong> Ges<strong>und</strong>heits-<br />

<strong>und</strong> Krankenpfleger<br />

<strong>und</strong> den Bachelor-Abschluss Social<br />

Management (B.A.) im Wahlpflichtbereich<br />

„Healthcare Services“.<br />

Für <strong>die</strong>se duale Ausbildung<br />

hat <strong>die</strong> Berufsfachschule eine<br />

Kooperation mit der Steinbeis-<br />

Hochschule Berlin (SHB) geschlossen.<br />

Die SHB ist eine staatlich anerkannte<br />

private Hochschule <strong>und</strong><br />

steht für den Kompetenztransfer<br />

zwischen Wissenschaft <strong>und</strong> Wirtschaft.<br />

Dort werden derzeit über<br />

6 000 Stu<strong>die</strong>rende von mehr als<br />

1 800 Lehrkräften praxisorientiert<br />

ausgebildet. „Eine gute Sache“,<br />

findet Schulleiter Klaus Fenzl <strong>und</strong><br />

ergänzt: „Kliniken brauchen eine<br />

gute Organisationsstruktur.“<br />

Vorbereitung auf<br />

eine Leitungsfunktion im<br />

Ges<strong>und</strong>heitswesen<br />

Mögliche Berufsfelder für einen<br />

Absolventen <strong>die</strong>ser dualen<br />

Ausbildung liegen in der Klinik<br />

beispielsweise in der Pflegediagnostik,<br />

was unter anderem <strong>die</strong><br />

Einzelfallsteuerung, Pflegeplanung<br />

<strong>und</strong> das Entlassmanagement der<br />

Patienten <strong>um</strong>fasst. Wirkungsfelder<br />

außerhalb von Kliniken liegen etwa<br />

in Ges<strong>und</strong>heitsämtern, in der Verwaltung<br />

von Sozialeinrichtungen<br />

oder in der Organisation <strong>und</strong> Leitung<br />

von Pflegestützpunkten. Die<br />

Berufsfachschule für Krankenpflege<br />

stellt jedes Jahr zwei Ausbildungsplätze<br />

für <strong>die</strong> duale Ausbildung zur<br />

Verfügung. Während der dreieinhalbjährigen<br />

Ausbildung erhalten<br />

<strong>die</strong> Stu<strong>die</strong>renden <strong>die</strong> normale Ausbildungsvergütung.<br />

Der Eigenanteil<br />

der Stu<strong>die</strong>ngebühren für das sechssemestrige<br />

Studi<strong>um</strong> beträgt gesamt<br />

1 360 Euro. <strong>Das</strong> sind lediglich zehn<br />

Prozent der eigentlichen Kosten —<br />

für den Rest kommt <strong>die</strong> Krankenhaus<br />

GmbH auf. Eine Ratenzahlung<br />

ist selbstverständlich möglich.<br />

Stu<strong>die</strong>n- <strong>und</strong><br />

Ausbildungsverlauf<br />

Im ersten halben Jahr steht zunächst<br />

<strong>die</strong> Ausbildung z<strong>um</strong> Ges<strong>und</strong>heits-<br />

<strong>und</strong> Krankenpfleger im<br />

Vorderg<strong>r<strong>und</strong></strong>. Ab April jeden Jahres<br />

wird der Stu<strong>die</strong>ngang berufs<strong>und</strong><br />

ausbildungsintegriert gestartet,<br />

der für eine Regelstu<strong>die</strong>nzeit<br />

von 36 Monaten konzipiert ist.<br />

Stu<strong>die</strong>ninhalte<br />

Die G<strong>r<strong>und</strong></strong>lagenphase des Stu<strong>die</strong>ngangs<br />

gliedert sich in zwei Teile:<br />

Zu den G<strong>r<strong>und</strong></strong>lagen der Sozialwissenschaften<br />

gehören Inhalte<br />

wie Wissenschaft <strong>und</strong> Methoden,<br />

Projektmanagement oder Casemanagement.<br />

Die G<strong>r<strong>und</strong></strong>lagen der<br />

Wirtschaftswissenschaften <strong>um</strong>fassen<br />

Unternehmensteuerung <strong>und</strong><br />

Qualitätsmanagement, Marketing,<br />

Personalwirtschaft, Finanzmanagement<br />

<strong>und</strong> Recht. In der Vertiefungsphase<br />

entscheiden sich <strong>die</strong><br />

Studenten je nach beruflichem Hinterg<strong>r<strong>und</strong></strong>,<br />

angestrebter beruflicher<br />

Position oder Projektschwerpunkt<br />

für ein Wahlfach des Wahlpflichtbereiches<br />

„Healthcare Services“.<br />

Lernmethoden<br />

Die Inhalte werden den Studenten<br />

in Form von praxisnahen Präsenzseminaren<br />

in München sowie Selbstlernphasen<br />

<strong>und</strong> Transfertagen, <strong>die</strong><br />

der individuellen Projektberatung<br />

<strong>und</strong> dem Feedback <strong>die</strong>nen, vermittelt.<br />

Neben einer intensiven Betreuung<br />

erhalten <strong>die</strong> Stu<strong>die</strong>renden<br />

zur Unterstützung speziell aufgearbeitete<br />

Lehrbücher <strong>und</strong> Skripte<br />

der Dozenten. Dem Stu<strong>die</strong>nkonzept<br />

eines Projekt-Kompetenz-Studi<strong>um</strong>s<br />

folgend, wird während der gesamten<br />

Stu<strong>die</strong>nzeit großer Wert auf <strong>die</strong><br />

Verzahnung von Theorie <strong>und</strong> Praxis<br />

gelegt. So bearbeiten <strong>die</strong> Stu<strong>die</strong>renden<br />

während des Studi<strong>um</strong>s unter<br />

wissenschaftlicher Anleitung ein<br />

Projekt in der Krankenhaus GmbH,<br />

in dem <strong>die</strong> vermittelten Inhalte unmittelbar<br />

angewendet werden. Mit<br />

einer Stu<strong>die</strong>narbeit weisen <strong>die</strong> Studenten<br />

ihre Fähigkeit z<strong>um</strong> wissenschaftlichen<br />

Arbeiten nach. In der<br />

abschließenden „Bachelor Thesis“<br />

dok<strong>um</strong>entieren sie das bearbeitete<br />

Unternehmensprojekt. <strong>Das</strong> Studi<strong>um</strong><br />

schließt mit dem akademischen<br />

Grad „Social Management (B.A.)<br />

Wahlpflichtbereich Healthcare Services“<br />

ab.<br />

Zugangsvoraussetzung<br />

<strong>und</strong> Bewerbung<br />

Neben der Freude am Umgang<br />

mit Menschen <strong>und</strong> der psychischen<br />

<strong>und</strong> ges<strong>und</strong>heitlichen Eignung<br />

sollten angehende Studenten<br />

ein hohe Lernbereitschaft <strong>und</strong><br />

überdurchschnittliches Engagement<br />

mitbringen. Schließlich „ist<br />

es mit dem berufsbegleitendem<br />

Studi<strong>um</strong> eine Dreifachbelastung“,<br />

wie der stellvertretende Schulleiter<br />

der Berufsfachschule Bernhard<br />

Bölt festhält. Abitur ist zudem Voraussetzung.<br />

Die duale Ausbildung<br />

startet jedes Jahr am 1. Oktober.<br />

<strong>Das</strong> Auswahlverfahren beginnt ein<br />

Jahr zuvor. Zu einer vollständigen<br />

Bewerbung gehören <strong>die</strong> üblichen<br />

Unterlagen wie Anschreiben,<br />

Lebenslauf mit Lichtbild, letztes<br />

Schulzeugnis <strong>und</strong>, falls vorhanden,<br />

Arbeitszeugnisse <strong>und</strong> Praktik<strong>um</strong>sbescheinigungen.<br />

tis<br />

Sonderveröffentlichung der<br />

30 | der altlandkreis


Generalsanierung in <strong>Weilheim</strong> soll bereits ein Jahr früher (2019) abgeschlossen sein<br />

In <strong>die</strong> Zukunft mit über 200 Betten<br />

<strong>Weilheim</strong> | Im <strong>Dezember</strong> 2014<br />

war am <strong>Weilheim</strong>er Krankenhaus<br />

bereits ein Interimsbau für Patientenzimmer<br />

aufgestellt worden,<br />

Anfang September <strong>die</strong>ses Jahres<br />

wurde er nun mit neun weiteren<br />

Modulen aufgestockt. Dafür war<br />

ein 500-Tonnen-Kran erforderlich,<br />

der alleine 160 Tonnen Ballast benötigt.<br />

Ein Modul wiegt etwa 20<br />

Tonnen, <strong>die</strong> Module wurden aus<br />

Cadolzburg in Franken angeliefert.<br />

Der Zusammenschluss der Module<br />

erfolgte in den Wochen darauf.<br />

Lediglich ein paar Tage später<br />

konnten <strong>die</strong> Patienten aus dem Untergeschoss<br />

des Interimsgebäudes —<br />

sie waren für <strong>die</strong> Aufstockung<br />

kurzfristig verlegt worden — wieder<br />

zurück ziehen. Der Modulbau soll<br />

während der gesamten Generalsanierung<br />

des <strong>Weilheim</strong>er Krankenhauses<br />

als Ausweichmöglichkeit<br />

<strong>die</strong>nen. Dem Landkreis <strong>Weilheim</strong>-<br />

Schongau sind seine Krankhäuser<br />

wichtig. <strong>Das</strong> zeigt sich auch daran,<br />

dass der Kreisrat den Ankauf der<br />

zusätzlichen Module mit dem Kostenpunkt<br />

von 2,5 Millionen Euro<br />

bewilligte, obwohl <strong>die</strong>ser relativ<br />

kurzfristig beantragt worden war.<br />

Mittlerweile konnte eine komplette<br />

34-Betten-Station aus dem<br />

Alt- in den Interimsbau <strong>um</strong>ziehen.<br />

Während der Zeit der Klinik-Umba<strong>um</strong>aßnahmen<br />

werden dort also<br />

insgesamt 68 Übergangsbetten untergebracht<br />

sein.<br />

Ein Krankenhaus<br />

im Krankenhaus<br />

„Wir bauen ein Krankenhaus im<br />

Krankenhaus“, spricht Geschäftsführer<br />

Thomas Lippmann <strong>die</strong> Tatsache<br />

an, dass „ein Krankenhaus<br />

von Veränderungen lebt“. Er erklärt<br />

weiter: „Wenn man irgendwo<br />

fertig ist, ist an anderer Stelle<br />

schon wieder Bedarf, schließlich<br />

dreht sich <strong>die</strong> Erde immer weiter.“<br />

Auch wenn <strong>die</strong> Patienten von den<br />

bisherigen Maßnahmen wenig<br />

mitbekamen <strong>und</strong> sich das auch für<br />

<strong>die</strong> kommenden nicht ändern soll,<br />

ist ein Umbau sicherlich immer mit<br />

Schwierigkeiten verb<strong>und</strong>en, was<br />

Prof. Dr. Andreas Knez, Ärztlicher<br />

Direktor am <strong>Weilheim</strong>er Krankenhaus,<br />

bestätigt: „Wir jonglieren<br />

etwas mit den Betten, <strong>und</strong> belegen<br />

<strong>die</strong>se schon interdisziplinär.“ Dr.<br />

Peter Ba<strong>um</strong>ann etwa, seit kurzem<br />

Chefarzt der Gefäß- <strong>und</strong> Endovaskularchirurgie,<br />

belegt „aus dem<br />

Stand“, wie Lippmann es nennt,<br />

bereits zehn bis zwölf Betten täglich.<br />

Es scheint also der richtige<br />

Weg zu sein, dass das Leistungsspektr<strong>um</strong><br />

in einigen Bereichen<br />

weit über <strong>die</strong> eines normalen Haus<br />

der G<strong>r<strong>und</strong></strong>- <strong>und</strong> Regelversorgung<br />

hinausgeht. „<strong>Das</strong> Krankenhaus<br />

nimmt eine sehr positive Entwicklung,<br />

man sieht dass <strong>die</strong> Menschen<br />

nach <strong>Weilheim</strong> wollen“, freut sich<br />

Thomas Lippmann.<br />

Zukünftig über<br />

200 Betten<br />

Daher soll das Krankenhaus <strong>Weilheim</strong><br />

auch weiter wachsen: Ziel ist<br />

es, dass zukünftig über 200 Betten<br />

Platz finden. Bisher war das<br />

Haus auf 160 Betten ausgerichtet,<br />

inzwischen aber bereits auf 180<br />

angewachsen. Doch damit nicht<br />

genug, denn der Geschäftsführer<br />

der GmbH hat kürzlich bereits ein<br />

weiteres Vorhaben angekündigt:<br />

Die <strong>r<strong>und</strong></strong> 35 Millionen Euro teure<br />

Generalsanierung der Klinik soll<br />

ein Jahr früher als ursprünglich<br />

geplant — also bereits 2019 — abgeschlossen<br />

sein. „Die Bauzeitverkürzung<br />

ist enorm wichtig für uns<br />

Mediziner“, sagt Prof. Dr. Andreas<br />

Knez. Selbstverständlich, schließlich<br />

finden <strong>die</strong> Arbeiten während<br />

des laufenden medizinischen<br />

Betriebs statt. Damit <strong>die</strong> Bauzeit<br />

allerdings verkürzt werden kann,<br />

müssen noch einige Hürden genommen<br />

werden. Weitere Container<br />

als Ausweichquartiere für Patientenzimmer<br />

müssen angeschafft<br />

werden. Als Platz dafür könnte der<br />

Wirtschaftshof <strong>die</strong>nen, Gespräche<br />

dazu müssen jedoch noch geführt<br />

werden. Die Landkreispolitik muss<br />

zudem für das Vorhaben weiter<br />

mitspielen. „Wir sind sehr froh,<br />

dass der Landkreis bisher immer<br />

so toll mitgezogen hat“, zeigt sich<br />

Lippmann hoffnungsvoll.<br />

Investitionen<br />

in <strong>die</strong> Medizin<br />

Nachdem im Interimsgebäude der<br />

1. Stock des Modulbaus bezogen<br />

wurde, begannen <strong>die</strong> Arbeiten für<br />

<strong>die</strong> vier neuen Operationssäle <strong>und</strong><br />

<strong>die</strong> Notaufnahme, wie Bauleiter<br />

Lothar Ragaller erklärt. OP <strong>und</strong><br />

Notaufnahme finden zukünftig an<br />

Patientenzimmer im Modul-Interimsbau<br />

einem anderen Ort ihren Platz, so<br />

können etwa <strong>die</strong> alten OP-Säle bis<br />

zuletzt am Netz bleiben. Im <strong>November</strong><br />

startet <strong>die</strong> Sanierung des<br />

OP-Aufzuges, ehe — laut Zeitplan<br />

— von Januar bis April 2017 der Sterilflur<br />

errichtet wird. Etwa zu <strong>die</strong>ser<br />

Zeit wird auch der Haupteingang<br />

an der Johann-Baur-Straße<br />

geschlossen <strong>und</strong> vorübergehend<br />

in den Innenhof verlegt werden.<br />

Die Sanierung des Bettenhauses<br />

folgt ab April 2017. Doch damit<br />

nicht genug, denn: „Wir<br />

möchten auch weiterhin in<br />

<strong>die</strong> Medzin investieren", verspricht<br />

Thomas Lippmann. tis<br />

Thomas Lippman, Prof. Dr. Andreas Knez<br />

<strong>und</strong> Bauleiter Lothar Ragaller<br />

> > > INFORMATIONEN<br />

Regelmäßige aktuelle Informationen<br />

z<strong>um</strong> Baufortschritt gibt es auf:<br />

www.ges<strong>und</strong>heitsversorger2020.de<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 31


Checkliste für Hobbygärtner & Co.<br />

Winterschlafzeit für den Garten<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Der Herbst hat Einzug<br />

gehalten; <strong>die</strong> Tage werden<br />

kürzer, <strong>die</strong> Nächte länger — <strong>und</strong><br />

vor allen Dingen: kälter. Nicht<br />

nur der menschliche Organismus<br />

schaltet nun langsam auf Wintermodus<br />

<strong>um</strong>. Auch <strong>die</strong> Vegetation<br />

im Garten passt sich <strong>die</strong>sen Gegebenheiten<br />

an <strong>und</strong> fällt in den<br />

Schongang. Damit im Frühjahr<br />

alles wieder in voller Pracht z<strong>um</strong><br />

Leben erwachen kann, sollten einige<br />

wichtige Arbeiten im Garten<br />

erledigt werden. Unsere kleine<br />

Checkliste hilft dabei, <strong>die</strong> Übersicht<br />

zu behalten.<br />

Die Sache<br />

mit dem Laub<br />

> > > ZUM THEMA<br />

Ba<strong>um</strong>schnitt-Kurs<br />

Leise fallen <strong>die</strong> Blätter — <strong>und</strong> müssen<br />

natürlich eingesammelt werden.<br />

Idealerweise wartet man dafür<br />

den ersten Frost ab, weil ab da<br />

<strong>die</strong> meisten Blätter von den Bä<strong>um</strong>en<br />

fallen. Falls Gehwege davon<br />

betroffen sind, müssen <strong>die</strong>se allerdings<br />

regelmäßig gekehrt werden<br />

— sonst droht Rutschgefahr.<br />

Um den eigenen Rasen vom Laub<br />

zu befreien, kann man auf <strong>die</strong><br />

Hilfe des Rasenmähers zurückgreifen.<br />

Auf höchster Mähstufe<br />

eingestellt, landet das „geschredderte“<br />

Blattgut im Auffangkorb —<br />

schneller geht’s wohl nicht. Nur<br />

ein laubfreier Rasen kann garantieren,<br />

dass es im Frühjahr keine<br />

braunen Kahlstellen gibt. Auf<br />

Beeten kann das Laub verbleiben,<br />

bietet es doch natürlichen Schutz<br />

vor dem Frost. Hier kann es zusätzlich<br />

mithilfe von Reisig beschwert<br />

werden. Wer an ruhigen<br />

mit Gärtnermeister Georg Schmötzer am Samstag, 19. <strong>November</strong>,<br />

ab 8.30 Uhr, Pfarrsaal Seehausen, anschließend praktischer Teil.<br />

Anmeldung nicht erforderlich — Kontakt unter Telefon 08841 / 1364<br />

Der erste Frost im Garten: Auch <strong>die</strong> Pflanzen stellen sich jetzt auf <strong>die</strong> kühlen Temperaturen <strong>um</strong>.<br />

Stellen im Garten einen Laubhaufen<br />

bereithält, verschafft dem Igel<br />

ein gemütliches Winterquartier.<br />

Vorsicht nur mit Kastanienlaub,<br />

in dem <strong>die</strong> Miniermotte nistet! Im<br />

nächsten Jahr kann sie den Ba<strong>um</strong><br />

dann befallen.<br />

Die Kunst des<br />

richtigen Schneidens<br />

Geben <strong>die</strong> meisten Ratgeberseiten<br />

im Internet nun den „Befehl“<br />

z<strong>um</strong> Schneiden von Obstbä<strong>um</strong>en,<br />

Hecken <strong>und</strong> Sträuchern, rät Gärtnermeisterin<br />

Elisabeth Hlawatsch<br />

davon eher ab. „Wir haben im<br />

Oberland extreme Temperaturschwankungen,<br />

<strong>die</strong> natürlich auch<br />

den Pflanzen zu schaffen machen.<br />

Ein Herbstrückschnitt sollte deshalb<br />

nicht gemacht werden.“<br />

War<strong>um</strong> das so ist, erklärt <strong>die</strong> Expertin<br />

vom Gartenmarkt Sauer in<br />

Murnau gerne. „Wichtige Inhaltsstoffe<br />

der Pflanzen werden in den<br />

Wurzeln abgespeichert. Wer Äste<br />

zu tief schneidet, setzt sie dem<br />

Frost aus, <strong>und</strong> den vertragen nicht<br />

alle.“ Sie rät daher, nur verblühte<br />

Blütenstände zu entfernen <strong>und</strong><br />

soviel am Gewächs zu lassen, wie<br />

möglich. „Erst im Frühjahr, wenn<br />

<strong>die</strong> Nächte wieder milder werden,<br />

32 | tassilo


Gärtnermeisterin Elisabeth Hlawatsch,<br />

„damit wird das Anwachsen<br />

perfekt vorbereitet.“<br />

sollte geschnitten werden“, so <strong>die</strong><br />

Gärtnermeisterin. Einen Tipp hat<br />

Elisabeth Hlawatsch auch parat —<br />

<strong>und</strong> der bezieht sich auf den Boden.<br />

„Wenn <strong>die</strong> Versorgung aus<br />

dem Boden stimmt, das Bodenleben<br />

aktiviert wird, machen <strong>die</strong><br />

Pflanzen dann eigentlich alles<br />

alleine.“ Sie empfiehlt dafür den<br />

Einsatz von Mikroorganismen <strong>und</strong><br />

Helferpilzen. Gartenmarkt Sauer<br />

führt sie im Sortiment <strong>und</strong> klärt<br />

auch über <strong>die</strong> Anwendung auf.<br />

„Ideal sind unsere Obstba<strong>um</strong>pflanzpakete“,<br />

sagt <strong>die</strong> erfahrene<br />

Ein Winterkleid<br />

für Pflanzen<br />

Beete sollten, wie eingangs erwähnt,<br />

mit Laub oder Reisig abgedeckt<br />

werden. Denn nicht alle<br />

Pflanzen vertragen direkten Frost.<br />

Auch ein Gartenvlies kann dafür<br />

eingesetzt werden. Kübelpflanzen,<br />

<strong>die</strong> nicht ins Haus gebracht<br />

werden können, brauchen ein<br />

wärmendes Gewand. Dabei <strong>die</strong><br />

Krone der Pflanze mit Vlies <strong>um</strong>wickeln,<br />

Reisig <strong>um</strong> den Stamm legen,<br />

den Topf mittels Noppenfolie<br />

schützen <strong>und</strong> mit einem Leinenoder<br />

Rupfensack <strong>um</strong>manteln. Hilfe<br />

leistet zusätzlich eine Styroporplatte<br />

unter dem Topf.<br />

Der Garten<br />

wird kahler<br />

Den Garten winterfit machen, bezieht<br />

sich auch auf <strong>die</strong> Gerätschaft.<br />

Darunter fallen Rasenmäher, Gartenschlauch,<br />

aber auch Teichp<strong>um</strong>pe<br />

<strong>und</strong> Co. Sie sollten vor dem Verstauen<br />

im Gartenhaus oder Keller<br />

gründlich gereinigt <strong>und</strong> eventuell<br />

gewartet werden. Auch Gartenmöbel<br />

<strong>und</strong> empfindliches Dekor<br />

freuen sich auf einen gemütlichen<br />

Platz in Keller oder Garage. rp<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 33


Die neuen Sterne<br />

am KIA Himmel.<br />

Tutzingerin gewann erste Olympia-Medaille im Rudern<br />

Krebse fangen in Kanada<br />

Der neue Kia Optima Sportswagon<br />

<strong>und</strong> der neue Kia Niro<br />

Abbildung zeigt kostenpflichtige<br />

Sonderausstattungen.<br />

So sehen Technologieträger aus: der neue Kia Optima Sportswagon <strong>und</strong> der neue<br />

Crossover Hybrid Kia Niro. Entdecken Sie jetzt unsere neuesten Modelle.<br />

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Energieeffizienzklasse: D. Kraftstoffverbrauch Kia Niro 1,6 GDI Edition7 in l/100 km:<br />

innerorts 3,8; außerorts 3,9; kombiniert 3,8. CO 2<br />

-Emission: kombiniert 88 g/km.<br />

Energieeffizienzklasse: A+.<br />

Nach dem vorgeschriebenen Messverfahren (VO/EG/715/2007 in der aktuellen<br />

Fassung) ermittelt.<br />

Tutzing | Mit <strong>2016</strong> geht ein olympisches<br />

Jahr zu Ende, das bei einer<br />

Olympionikin im <strong>Tassilo</strong>land viele<br />

Erinnerungen wach gerufen hat:<br />

Wie es damals war vor 40 Jahren,<br />

1976 im kanadischen Montreal,<br />

als Edith Eckbauer, <strong>die</strong> in Tutzing<br />

geboren wurde <strong>und</strong> nach wie vor<br />

dort lebt, <strong>die</strong> erste Medaille überhaupt<br />

für das b<strong>und</strong>esdeutsche<br />

Frauenrudern gewann. Mit ihrer<br />

Partnerin Thea Einöder belegte sie<br />

im „Zweier ohne Steuerfrau“ den<br />

dritten Platz hinter Booten aus<br />

Bulgarien <strong>und</strong> der DDR.<br />

Eckbauer ist dem Sport bis heute<br />

verb<strong>und</strong>en: „Ich bin immer noch<br />

ein Bewegungs-Junkie, ich brauche<br />

Sport als Ausgleich zwischen<br />

Gehirn <strong>und</strong> Körper.“ Die 67-Jährige<br />

arbeitet als Fitness-Trainerin, gibt<br />

Privat- <strong>und</strong> seit 34 Jahren auch<br />

an der Volkshochschule Kurse in<br />

<strong>Weilheim</strong>: „Es fing mit Aerobic<br />

an — mein Gott, was für Klamotten<br />

wir anhatten! — <strong>und</strong> heute ist<br />

es Wirbelsäulen-Gymnastik, <strong>und</strong><br />

tatsächlich sind Teilnehmerinnen<br />

von damals immer noch dabei.“<br />

Was wohl auch daran liegt, dass<br />

<strong>die</strong> Diplom-Sportlehrerin „immer<br />

am Puls des Geschehens war, ich<br />

habe auf Fortbildungen geschaut,<br />

was medizinisch <strong>und</strong> trainingswissenschaftlich<br />

Einzug hält in den<br />

aktiven Bereich“.<br />

des Passauer Rudervereins wurde<br />

er jeweils Zweiter bei den Deutschen<br />

Meisterschaften 1967 <strong>und</strong><br />

1969, als Dritter verpasste er 1968<br />

knapp <strong>die</strong> Qualifikation für Olympia<br />

in Mexiko. Seine Frau pendelte<br />

zwischen dem „Einer“ — den sie<br />

rückblickend-scherzhaft „wahnsinnig<br />

langweilig fand, weil ich<br />

Keine zur Sau machen oder mit ihr<br />

feiern konnte“ — <strong>und</strong> Booten mit<br />

Partnerinnen. Allerdings habe es<br />

nicht viele Ruderinnen gegeben,<br />

„<strong>die</strong> international etwas hätten erreichen<br />

können“.<br />

<strong>Das</strong> änderte sich, als sie bei der<br />

Europameisterschaft 1973 in Moskau,<br />

wo Eckbauer Dritte im Einer<br />

wurde, Thea Einöder kennenlernte.<br />

Die stu<strong>die</strong>rte Tiermedizin<br />

in München <strong>und</strong> saß im „Zweier<br />

ohne“, laut Eckbauer <strong>die</strong> „technisch<br />

schwierigste Bootsklasse,<br />

weil man psychisch <strong>und</strong> körperlich<br />

gut aufeinander eingestimmt<br />

sein muss“. Jede Frau im Boot hat<br />

nur ein Ruder, synchrone Schläge<br />

sind das A <strong>und</strong> O. Ein Erfolgs-Duo<br />

hatte sich gef<strong>und</strong>en <strong>und</strong> trainierte<br />

sieben Tage <strong>die</strong> Woche auf der Regattastrecke<br />

in Oberschleißheim,<br />

worüber <strong>die</strong> Tutzingerin bis heute<br />

den Kopf schüttelt: „Was ich für<br />

Strecken zurückgelegt habe! Es<br />

gab ja noch keine S-Bahn! Und<br />

am Wochenende haben wir zweimal<br />

trainiert …!“<br />

<strong>Das</strong> unschlagbare<br />

Duo aus Bayern<br />

Doch <strong>die</strong> beiden Sportlerinnen<br />

„dachten wie ein Gehirn, wir haben<br />

im olympischen Jahr immer<br />

das Gleiche geredet“, erinnert<br />

sich Eckbauer. <strong>Das</strong> wiederholte<br />

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2 Bluetooth®-Wortmarke <strong>und</strong> -Logos sind eingetragene Marken der Bluetooth SIG, Inc. Bluetooth®- bzw.<br />

iPod®-Verbindung nur mit kompatiblen Geräten.<br />

Keine z<strong>um</strong> „zur Sau<br />

machen“ oder feiern<br />

Als aktive Ruderin habe sie noch<br />

„mehr nach Gefühl trainiert —<br />

aber Olympia 1976 was das Ziel<br />

schlechthin!“ Trainer war ihr Ehemann<br />

Robert Eckbauer, seinerzeit<br />

ebenfalls ein erfolgreicher Regatta-Ruderer:<br />

Mit dem „Achter“<br />

34 | tassilo<br />

Ein „Bewegungs-Junkie“, der prächtig durchs Leben rudert: Bis heute<br />

ist Edith Eckbauer ihre <strong>r<strong>und</strong></strong><strong>um</strong> positive Lebenseinstellung anzusehen.<br />

Vom Balkon ihres Hauses in Tutzing hat sie — natürlich — freien Blick<br />

aufs Wasser des Starnberger Sees


Fast unschlagbar: Edith Eckbauer<br />

<strong>und</strong> ihre Partnerin Thea Einöder<br />

(hinten) im „Zweier ohne“.<br />

sich übrigens 2012: Anlässlich des<br />

40. Geburtstags der Olympiade in<br />

München setzten sie sich wieder<br />

in ein Boot, „als ob dazwischen<br />

nichts geschehen wäre <strong>und</strong> als wir<br />

ausstiegen, sagten wir im gleichen<br />

Moment den gleichen Satz“.<br />

1976 seien sie „total auf den Wettkampf<br />

fokussiert“ gewesen, hätten<br />

aber „vielleicht nur ein Drittel von<br />

dem trainiert, was Andere absolvierten“.<br />

Eckbauer <strong>und</strong> Einöder<br />

waren ein unschlagbares Duo,<br />

das <strong>die</strong> Qualifikation für Montreal<br />

„nie gefährdet“ sah: „Gymnastik,<br />

Dehnen, das Boot einstellen, das<br />

Rennen durcharbeiten, gemeinsame<br />

Dynamik der Ruderbewegung,<br />

Blattneigung, Antretwinkel,<br />

das Gleiten — alles hat gestimmt“,<br />

schwärmt Eckbauer.<br />

So gingen <strong>die</strong> Bayerinnen in Montreal<br />

zuversichtlich an den Start:<br />

„Wir hatten das Rennen im Kopf,<br />

jeden Schlag, <strong>die</strong> Schlagzahl, den<br />

Rhythmus, Thea gab den Startruf:<br />

‚Zehn Dicke‘, wir lagen zur Überraschung<br />

aller vor den Ostblock-<br />

Booten, bis ich 250 Meter vor<br />

dem Ziel einen ‚Krebs gefangen‘<br />

habe“, sagt Eckbauer. Der Begriff<br />

benennt einen Ruderschlag ins<br />

Leere. Sie führt ihn auf eine Welle<br />

zurück, den Wind an der Zuschauertribüne<br />

aufgeworfen hatte. „Die<br />

Anderen zogen an uns vorbei, wir<br />

brauchten einen kompletten Neustart<br />

— <strong>und</strong> haben das Feld nochmal<br />

aufgerollt.“<br />

Wie feiert ein<br />

gedopter Sieger?<br />

Die Tutzingerin ist sicher: „Wenn<br />

das Rennen noch 100 Meter länger<br />

gewesen wäre, wären wir wieder<br />

vorne gewesen. Aber wir waren<br />

heilfroh, dass es überhaupt zu einer<br />

Medaille gereicht hat.“<br />

Die wurde gefeiert: „Ich habe so<br />

wenig geschlafen wie noch nie in<br />

meinem Leben“, erinnert sich Eckbauer<br />

an <strong>die</strong> Tage danach, „wobei<br />

man nur so feiern kann, wenn man<br />

vorher <strong>die</strong> Anspannung gehabt hat<br />

— <strong>die</strong>se Momente sind wichtig. Daher<br />

frage ich mich, wie andere ihre<br />

Siege einschätzen vor dem Hinterg<strong>r<strong>und</strong></strong><br />

ihrer Dopingkarriere“.<br />

Zu <strong>die</strong>sem Thema hat Eckbauer<br />

eine klare Meinung: „Mit der<br />

Welt-Anti-Doping-Agentur ist es<br />

trost- <strong>und</strong> hoffnungslos.“ Auch an<br />

IOC-Präsident Thomas Bach lässt<br />

sie kein gutes Haar. „Der macht<br />

nur Mist: Die Russen dürfen trotz<br />

Staatsdoping nach Rio de Janeiro,<br />

aber <strong>die</strong> Whistleblowerin wird<br />

ausgeschlossen, er zeigt sich nicht<br />

bei den Paralympics — das geht<br />

einfach nicht!“ Zudem bedrohe<br />

<strong>die</strong> Aufnahme immer neuer Sportarten<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Zulassung von Profis<br />

<strong>die</strong> Olympische Idee insgesamt.<br />

Mit früheren Sportkollegen denkt<br />

sie über ein Olympia-Muse<strong>um</strong> in<br />

München nach. Es könnte ein Ort<br />

der Erinnerung werden — an wirklich<br />

große Zeiten des Sports. ts<br />

Pure Freude in Montreal: Einöder <strong>und</strong> Eckbauer tragen 1976 <strong>die</strong> erste<br />

Medaille überhaupt fürs Frauenrudern in der damaligen „BRD“ <strong>um</strong> den<br />

Hals, das damals erstmals „olympisch“ war. Diesen Moment kann den<br />

beiden Ruderinnen bis heute keiner nehmen.<br />

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november / dezember <strong>2016</strong> | 35


Wissenswertes aus der Geschäftswelt<br />

Traditionelle, italienische Küche<br />

DAS „IL CAMINO“ SEIT ÜBER EINEM JAHR UNTER NEUER LEITUNG<br />

Peißenberg | Knapp 30 Jahre waren Stella<br />

<strong>und</strong> Enzo Lisante Inhaber des Restaurants<br />

„Il Camino“ in Peißenberg. Mit kulinarischen<br />

Spezialitäten Italiens machten sie<br />

sich Mitte der Achtzigerjahre auf, <strong>die</strong>se<br />

in Oberbayern zu verbreiten. Über Ismaning<br />

<strong>und</strong> Ohlstadt landeten sie schließlich<br />

in Peißenberg, wo sie sich von Anfang<br />

an wohl fühlten. Am 11. September 2015<br />

übernahm Luciano Bevagna das Lokal<br />

<strong>und</strong> führt es seitdem seit über einem<br />

Jahr im Sinne der Familie Lisante mit<br />

traditioneller italienischer Küche weiter.<br />

Mittelpunkt des „Il Camino“ ist sicherlich<br />

der Holzofen, in dem täglich zahlreiche<br />

frische Pizzen gebacken werden. Bevor<br />

der 30-jährige Luciano Bevagna das<br />

„Il Camino“ übernommen hat, arbeitete<br />

er drei Jahre lang im Restaurant seines<br />

Bruders in Mühldorf am Inn. Mittlerweile<br />

beschäftigt er gemeinsam mit seiner Ehefrau<br />

Vanessa selbst fünf Mitarbeiter. <strong>Das</strong><br />

„Il Camino“ hat täglich — bis auf Montag<br />

— von 11.30 bis 14.30 Uhr <strong>und</strong> 17.30 bis 23<br />

Uhr geöffnet. Ab <strong>Dezember</strong>, in der Vorweihnachtszeit,<br />

fällt auch der Ruhetag<br />

weg. Für Privat- <strong>und</strong> Firmen-Weihnachtsfeiern<br />

bietet Luciano Bevagna <strong>um</strong> Voranmeldung.<br />

Er bietet hierfür spezielle<br />

Menüs an.<br />

tis<br />

Ein ver<strong>die</strong>nter Ausbilder<br />

BAUUNTERNEHMEN JOSEF ERHARD GEEHRT<br />

Rottenbuch | <strong>Das</strong> Bauunternehmen Josef<br />

Erhard aus Rottenbuch ist ein mittelständisches<br />

Bauunternehmen mit derzeit<br />

knapp 40 Mitarbeitern. Als familiärer<br />

Handwerksbetrieb ist es das Ziel, durch<br />

<strong>um</strong>fassende Betreuung, Planung <strong>und</strong><br />

Ausführung zur Zufriedenheit der K<strong>und</strong>en<br />

beizutragen. Egal ob Einfamilienhaus,<br />

Doppelhaus oder große Wohn- <strong>und</strong><br />

Geschäftsgebäude. <strong>Das</strong> im April 1979 von<br />

Josef Erhard gegründete Unternehmen<br />

deckt vom Rohbau bis hin z<strong>um</strong><br />

Schlüsselfertigbau <strong>die</strong> komplette<br />

Palette ab. 2003 übernahm Christian<br />

Erhard <strong>die</strong> Geschäftsführung<br />

der Josef Erhard GmbH, <strong>die</strong> derzeit<br />

fünf Lehrlinge im Maurer-<br />

Handwerk ausbildet. Er durfte<br />

auch kürzlich <strong>die</strong> Ehrenurk<strong>und</strong>e,<br />

überreicht von Brigitta Brunner,<br />

Regierungspräsidentin von Oberbayern<br />

sowie Handwerkskammerpräsident<br />

Franz Xaver Peteranderl<br />

(Foto), in Empfang nehmen. <strong>Das</strong><br />

Bauunternehmen wurde als „ver<strong>die</strong>nter<br />

Ausbilder“ ausgezeichnet. Einen weiteren<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong> zur Freude hatte <strong>die</strong> Firma Mitte<br />

Oktober beim Hebauf-Fest der Mehrgenerationen<br />

Wohnanlage der Maro-Wohngenossenschaft<br />

im Herzen Peitings, für<br />

<strong>die</strong> <strong>die</strong> Josef Erhard GmbH verantwortlich<br />

ist. Bürgermeister Michael Asam würdigte<br />

das Unternehmen in seiner Rede als „eine<br />

der besten Baufirmen der Region“. tis<br />

Drei Azubis unter den besten Oberbayerns<br />

IHK EHRT AUSZUBILDENDE MIT DEN BESTEN ABSCHLUSSNOTEN<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau | Insgesamt 18 725 junge Erwachsene<br />

aus ganz Oberbayern haben in der Winterprüfung 2015/16<br />

<strong>und</strong> der Sommerprüfung <strong>2016</strong> ihre Abschlussprüfung in<br />

einem der <strong>r<strong>und</strong></strong> 200 unterschiedlichen IHK-Berufe abgelegt.<br />

Die besten 119 Azubis mit der Note „Sehr gut“ wurden<br />

nun von der IHK für ihre außergewöhnlichen Leistungen<br />

in Ingolstadt ausgezeichnet. Unter ihnen auch drei Absolventen<br />

aus dem Landkreis <strong>Weilheim</strong>-Schongau. „Die<br />

heutigen Preisträger haben sich mit der beruflichen Qualifikation<br />

für das Richtige entschieden <strong>und</strong> alles fantastisch<br />

gemeistert. Dieser Erfolg war kein Selbstläufer — denn z<strong>um</strong><br />

Prüfungsbesten wird niemand geboren. Voraussetzung<br />

war <strong>die</strong> Bereitschaft für Disziplin, Fleiß, Bemühen, Konzentration<br />

<strong>und</strong> Lernen“, so Kathrin Wickenhäsuer-Egger,<br />

Vizepräsidentin der IHK für München <strong>und</strong> Oberbayern.<br />

Gemeinsam mit Herbert Klein, dem Vorsitzenden des IHK-<br />

Regionalausschusses <strong>Weilheim</strong>-Schongau, hat sie <strong>die</strong> Prämierung<br />

vorgenommen. Martin Degele (Biologielaborant,<br />

Roche Diagnostics GmbH), Simon Forschner (Elekroniker<br />

für Geräte <strong>und</strong> Systeme, Agfa-Gevaert HealthCare GmbH)<br />

<strong>und</strong> Evi Geiger (Industriekauffrau, ept GmbH) wurden aus<br />

dem Landkreis <strong>Weilheim</strong>-Schongau ausgezeichnet. Einen<br />

Ratschlag gab Wickenhäuser-Egger den Ausgezeichneten<br />

noch mit auf den Weg: „Ausgelernt hat man nie. Langfristiger<br />

Erfolg im Beruf verlangt ständige Weiterbildung. Mit<br />

den weiterührenden IHK-Abschlüssen wie Fachwirt, Meister<br />

oder geprüfter Betriebswirt stehen Sie auf einer Stufe<br />

mit Hochschul-Absolventen. Sie sehen also: Die Chancen<br />

liegen bei Ihnen!“ In Oberbayern bilden derzeit insgesamt<br />

9700 IHK-Mitgliedsunternehmen aus, <strong>die</strong> Abschlussprüfungen<br />

werden von über 7900 ehrenamtlichen Prüferinnen<br />

<strong>und</strong> Prüfer durchgeführt.<br />

tis<br />

Herbert Klein (Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau) <strong>und</strong> Kathrin Wickenhäuser-Egger<br />

(IHK-Vizepräsidentin) gemeinsam mit den Absolventen.<br />

36 | tassilo


iologisch wirksam durch Auszüge der<br />

Ölessenzen von Zitrone, Lavendel <strong>und</strong> Eukalyptus<br />

Benefizabend des Zonta Clubs Fünf-<strong>Seen</strong>-Land für Lebenshilfe & Frauennotruf<br />

Schmachten mit Stefan Wilkening<br />

Feldafing | Für einen Abend „z<strong>um</strong><br />

Schmunzeln, Schwelgen <strong>und</strong><br />

Schmachten“ kommt Stefan Wilkening<br />

am 12. <strong>November</strong> <strong>um</strong> 19 Uhr<br />

in den Bürgersaal von Feldafing.<br />

Der Schauspieler besetzte unter<br />

Dieter Dorn an den Münchner<br />

Kammerspielen diverse Rollen,<br />

war von 2000 bis 2011 festes Ensemblemitglied<br />

am Bayerischen<br />

Staatsschauspiel. Im Fernsehen<br />

war er im „Tatort“ <strong>und</strong> bei den<br />

„Rosenheim-Cops“ zu sehen, auch<br />

spielte er in Volker Schlöndorffs<br />

Film „Diplomatie“. Immer wieder<br />

arbeitet er als Sprecher in Radio<strong>und</strong><br />

Hörbuchproduktionen.<br />

Veranstalter des Benefizabends<br />

für Jedermann unter dem Motto<br />

„Alles liebet, alles scherzet“ ist<br />

der Zonta Club Fünf-<strong>Seen</strong>-Land. Er<br />

wurde 1998 gegründet <strong>und</strong> zählt<br />

aktuell 42 Mitglieder, allesamt<br />

Frauen. Sie unterstützen derzeit<br />

zwei soziale Projekte im <strong>Tassilo</strong>land:<br />

Einmal <strong>die</strong> Lebenshilfe<br />

Starnberg, <strong>die</strong> mehrfach-behinderten<br />

Kindern ermöglicht, in den<br />

Urlaub zu fahren. „Die Mütter sind<br />

fast zu 100 Prozent alleinerziehend,<br />

so haben sie entweder eine<br />

Z<strong>um</strong> Vorstand des Zonta Clubs Fünf-<strong>Seen</strong>-Land gehören Claudia Waizenhöfer, Antje<br />

Rheinbay-Sick, Präsidentin Carola Ullrich, Tatjana Emmerich, Elke Lünstedt <strong>und</strong> Iris von<br />

Hoiningen-Hüne (v.l.n.r.). Alle zwei Jahre werden ein neuer Vorstand <strong>und</strong> eine neue<br />

Präsidentin gewählt. Ullrich ist <strong>die</strong> neunte in der Club-Geschichte.<br />

In Feldafing können Frauen (<strong>und</strong> Männer) mit Stefan Wilkening schmachten —<br />

<strong>und</strong> mit dem Besuch des Benefizabends zugleich Gutes tun.<br />

Auszeit oder können<br />

mitfahren“, erklärt<br />

Carola Ullrich, seit<br />

1. Juni <strong>2016</strong> neue<br />

Präsidentin des hiesigen<br />

Zonta-Clubs.<br />

Zweiter Nutznießer<br />

ist der „Frauen<br />

helfen Frauen e.V.“<br />

in Herrsching, der<br />

einen Frauennotruf<br />

unterhält. Frühere<br />

Projekte unterstützten<br />

etwa <strong>die</strong><br />

Nachbarschaftshilfe<br />

Feldafing, <strong>die</strong> zwei<br />

Frauen in Altersarmut<br />

unterstützte,<br />

<strong>und</strong> das Mutter-<br />

Kind-Haus in Gilching.<br />

Zonta ist ein weltweiter<br />

Zusammenschluss<br />

von Frauen<br />

in leitenden oder<br />

selbstständigen Positionen,<br />

<strong>die</strong> sich<br />

z<strong>um</strong> Dienst am Menschen<br />

verpflichten.<br />

Ihr Ziel ist, <strong>die</strong> Stellung der Frau<br />

im rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen<br />

<strong>und</strong> beruflichen Bereich<br />

zu verbessern. Der Name der<br />

1919 in Buffalo, USA, gegründeten<br />

Organisation, <strong>die</strong> heute weltweit<br />

1200 Clubs zählt, ist der Symbolsprache<br />

der Sioux entlehnt. Zonta<br />

bedeutet „ehrenhaft handeln, vertrauenswürdig<br />

<strong>und</strong> integer sein“.<br />

In Europa sind <strong>die</strong> Frauen seit 80<br />

Jahren aktiv, der erste deutsche<br />

Club wurde in Hamburg gegründet,<br />

inzwischen gibt es 128 mit<br />

4600 Mitgliedern. Zonta International<br />

hat seit 1945 konsultativen<br />

Status bei den Vereinten Nationen<br />

(mehr dazu auf www.zonta.org).<br />

Im <strong>Tassilo</strong>land kommen <strong>die</strong> Engagierten<br />

jeden dritten Donnerstag<br />

im Feldafinger Hotel Kaiserin<br />

Elisabeth zusammen. An den<br />

Abenden sprechen verschiedenste<br />

weibliche <strong>und</strong> männliche Referenten<br />

über kulturelle, politische<br />

<strong>und</strong> gesellschaftliche Themen.<br />

„Wir sitzen nicht zusammen als<br />

Kaffeekränzchen sondern mit<br />

dem Netzwerk-Gedanken“, erklärt<br />

Präsidentin Ullrich. „Im Vorderg<strong>r<strong>und</strong></strong><br />

stehen Austausch, Hilfe <strong>und</strong><br />

Frauen-Power“, so erzählte eine<br />

Flugkapitänin einmal aus ihrem<br />

30-jährigen Berufsleben.<br />

Z<strong>um</strong> Zonta Club Fünf-<strong>Seen</strong>-Land<br />

gehören — das schreibt <strong>die</strong> Satzung<br />

vor — Frauen aus unterschiedlichsten<br />

Berufen wie Juristinnen,<br />

Lehrerinnen, Ärztinnen; Ullrich<br />

ist selbstständige Unternehmensberaterin.<br />

Mitglieder können sich<br />

nicht bewerben, sondern werden<br />

aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> ihres beruflichen oder<br />

gesellschaftlichen Engagements<br />

vorgeschlagen.<br />

ts<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 37<br />

Zirbenholzbett<br />

+ ProNatura Schlafsysteme<br />

Schlafen mit Wohlgefühl<br />

<strong>Das</strong> sagen <strong>die</strong> unabhängigen Therapeuten<br />

<strong>und</strong> Rückenexper-ten des<br />

IGR über das biologische Schlafsystem<br />

von ProNatura:<br />

<strong>Das</strong> biologische Schlafsystem<br />

von ProNatura<br />

<br />

fähigkeit für den Rücken<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

ProNatura-Schlafberater:<br />

86956 Schongau<br />

Weinstraße 3–5<br />

Tel. 08861-2695<br />

www.pronatura-voelk.de<br />

Öffnungszeiten:<br />

Do. Fr. 10-12+14-18:00h


Weißstörche im Winter — <strong>und</strong> was Andere unternehmen<br />

Vögel im Reisefieber<br />

03.12. Marzadro Grappa Verkostung<br />

10.12. Etter Obstbrand Verkostung<br />

Öffnungszeiten im Advent:<br />

Montag – Freitag 9 – 19 Uhr, Samstag 9 – 18 Uhr<br />

jeweils<br />

von 12 bis<br />

18 Uhr<br />

<strong>Tassilo</strong>land | „Auf unsrer Wiese<br />

gehet was, watet durch sie Sümpfe...“<br />

<strong>Das</strong> Kinderlied kennt jeder.<br />

Es besingt den Weißstorch, der<br />

am Ammersee regelmäßig zu beobachten<br />

ist. Und auch wieder in<br />

Gemeinden im <strong>Tassilo</strong>land. Die<br />

Storchenkarte vom Landesb<strong>und</strong> für<br />

Vogelschutz LBV (Link auf www.lbv.<br />

de, ganz unten rechts) verzeichnet<br />

für <strong>2016</strong> alleine in Raisting zehn<br />

Storchenpaare. Im Nest auf einem<br />

Wohnhaus in Pähl-Vorderfischen<br />

wurden im Juli zwei Jungstörche<br />

flügge, einer in einem neuen<br />

Nest auf dem Turm der Feuerwehr<br />

von Obersöchering. Auch auf der<br />

Emanuel-von-Seidl-G<strong>r<strong>und</strong></strong>schule<br />

in Murnau brütete heuer ein Paar.<br />

Eine Besonderheit sind <strong>die</strong> Störche<br />

am nördlichen Stadtrand von <strong>Weilheim</strong>,<br />

für deren Nest eigens eine<br />

Fichte gekappt wurde. Sie überwinterten<br />

von 2015 <strong>und</strong> brachten<br />

<strong>die</strong>ses Jahr vier Junge ins Leben<br />

<strong>und</strong> in <strong>die</strong> Lüfte. Im Winter in<br />

Bayern blieb ebenso das Paar auf<br />

einem Kamin im Pollinger Klosterareal,<br />

bei<br />

dem<br />

der<br />

LBV<br />

zwei Nachkommen<br />

vermutete.<br />

t Eigentlich verbringen n Weißstörche<br />

<strong>die</strong> kalte Jahreszeit in Afrika, denn<br />

in unseren en<br />

Breiten en<br />

ist<br />

der<br />

Winter<br />

eine<br />

harte Zeit: <strong>Das</strong><br />

Nahrungsanngebot<br />

wird knapp, ist unter Schnee<br />

<strong>und</strong> Eis für viele Lebewesen ka<strong>um</strong><br />

erreichbar. reic<br />

Deshalb ziehen en im<br />

Herbst bei<br />

uns<br />

brütende, e,<br />

Insekten<br />

en fressende ende<br />

Singvögel,<br />

aber<br />

auch Greif-, Wat-<br />

<strong>und</strong> Schreitvögel, el, zur<br />

Überwinterung erun<br />

in<br />

Gebiete, et<br />

e, wo<br />

sie<br />

in wärmerem Klima genug Nahrung<br />

finden: Kurzstreckenzieher<br />

wie Zilpzalp, Star oder Kiebitz in<br />

den Mittelmeerra<strong>um</strong> <strong>und</strong> nach<br />

Nordafrika; <strong>die</strong> Langstreckenzieher,<br />

etwa Waldlaubsänger, Rauchschwalbe,<br />

Nachtigall, Turteltaube,<br />

Flussseeschwalbe <strong>und</strong> eben der<br />

Weißstorch, in Savannen <strong>und</strong> an<br />

Küsten südlich der Sahara <strong>und</strong> ins<br />

tropische Afrika, wo auch Flussregenpfeifer<br />

<strong>und</strong> Kuckuck überwintern.<br />

Gar bis Südafrika ziehen<br />

Mehlschwalbe, Neuntöter, Ba<strong>um</strong>falke<br />

— <strong>und</strong> auch der Weißstorch.<br />

Die Langflüge <strong>und</strong><br />

Kurzstrecken nach Afrika<br />

Auch <strong>die</strong> gefiederten Fre<strong>und</strong>e<br />

kennen Reisefieber! Rückt <strong>die</strong><br />

Abflugzeit näher, erfasst Zugvögel<br />

<strong>die</strong> sogenannte Zugunruhe.<br />

Langstreckenzieher reisen einzeln<br />

oder in kleinen Gruppen.<br />

Ihre Brutplätze verlassen sie jedes<br />

Jahr <strong>um</strong> <strong>die</strong> gleiche Zeit, <strong>und</strong> sie<br />

kehren auch zur selben Zeit zurück.<br />

Kurzstreckenzieher reck<br />

enzi<br />

zieh<br />

eher<br />

er brechen<br />

en<br />

oft gemeinsam m auf <strong>und</strong> sind<br />

in<br />

Schwärmen unterwegs. egs.<br />

Ihre Zugzeiten<br />

en<br />

variieren, en,<br />

etwa<br />

abhängig von<br />

Nahrungsangebot<br />

ngeb<br />

<strong>und</strong><br />

Witterung.<br />

<strong>Das</strong> Phänomen Vogelzug wird<br />

schon lange untersucht. Bei einzelnen<br />

Arten sind Zeiten, Routen,<br />

Brut-, Winter- oder Rastplätze z<strong>um</strong><br />

Auffüllen der Energiespeicher erforscht.<br />

Die tausende Kilometer<br />

langen Reisen bewältigen Vögel<br />

mit Energieeffizienz. Dafür haben<br />

sie Strategien entwickelt. So lassen<br />

sich Störche von morgendlicher<br />

Thermik empor tragen <strong>und</strong><br />

verfolgen dann ihre Richtung im<br />

kraftsparenden Segelflug. Thermik<br />

entsteht tagsüber über sich erwärmenden<br />

Landmassen, weshalb<br />

„Thermiksegler“ möglichst nur<br />

kurze Strecken übers Meer ziehen<br />

— bei Sonnenschein.<br />

Mitten durch Deutschland verläuft<br />

eine sogenannte Zugscheide.<br />

Störche, <strong>die</strong> westlich davon<br />

brüten, ziehen über Spanien <strong>und</strong><br />

<strong>die</strong> Meerenge von Gibraltar nach<br />

Westafrika. „Östliche“ Störche<br />

überqueren Balkan, Bosporus,<br />

Israel <strong>und</strong> Ägypten, wo sie dem<br />

Niltal nach Ostafrika folgen, manche<br />

reisen bis nach Südafrika. Die<br />

Website www.nabu.de w.<br />

.de<br />

beglei-<br />

tet manche, weil einige ige Störche<br />

Sender er<br />

vom<br />

Naturschutzb<strong>und</strong><br />

Deutschland tragen. Wissenschaft-<br />

ler möchten so mehr erfahren<br />

über Routen, Rast <strong>und</strong> Risiken.<br />

Weitere ere Strategien: tegi<br />

en<br />

Kraniche<br />

fliegen i<br />

in<br />

V-Formation <strong>und</strong><br />

schwächere he<br />

Vögel hinten, n,<br />

<strong>um</strong> von<br />

Aufwinden zu profitieren, en, <strong>die</strong> der<br />

Flügelschlag der<br />

Vögel vor ihnen<br />

verursacht. rsac<br />

Kleinere Vogelarten<br />

nutzen Rückenwind, meist nachts,<br />

<strong>um</strong> Kraft zu sparen <strong>und</strong><br />

Turbulen-<br />

zen am Tag<br />

zu entgehen.<br />

ehen<br />

en.<br />

Auch den<br />

heimischen hen Kuckuck zieht es während<br />

des Winters in<br />

wärmere re<br />

Regionen.<br />

n.<br />

38 | tassilo


Der Weißstorch überwintert<br />

bis südlich der Sahara.<br />

Nächster Punkt — zielgenaue<br />

Navigation. Sicher<br />

ist, dass sich einige Arten<br />

an Sternen, Erdmagnetfeld,<br />

Position der Sonne bei Auf- <strong>und</strong><br />

Untergang oder Landmarken wie<br />

Flüssen <strong>und</strong> Gebirgen orientieren.<br />

Vermutet wird inzwischen, dass<br />

Vögel auch gelernt haben, nachts<br />

hell erleuchtete Großstädte oder<br />

Autobahnen zur Orientierung zu<br />

nutzten. Forschung ist spannend.<br />

Und etliche Arten, <strong>die</strong> im Sommer<br />

in Nord- oder Nordosteuropa<br />

brüten, überwintern in Südbayern.<br />

Am Ammersee sind dann in<br />

großer Zahl Reiherenten zu beobachten.<br />

Auch Schell-, Tafel- <strong>und</strong><br />

Kolbenenten gehören zu hiesigen<br />

Wintergästen. Sie kommen im hohen<br />

Norden, wenn <strong>die</strong> Gewässer<br />

zufrieren, nicht mehr an ihre Nahrung:<br />

Wasserpflanzen <strong>und</strong> kleine<br />

Wassertiere wie Muscheln oder<br />

Insektenlarven. Auch Bergfinken<br />

überwintern hier. Sie ernähren<br />

sich von Bucheckern oder besuchen<br />

Futterstellen.<br />

In der Natur ist alles im Fluss: Bei<br />

manchen Arten wie dem Weißstorch<br />

wird verändertes Zugverhalten<br />

beobachtet. Und Christian<br />

Niederbichler, Vogelschutzgebietsbetreuer<br />

am Ammersee, weiß,<br />

dass bei den monatlichen Wasservogelzählungen<br />

seit knapp zwei<br />

Jahrzehnten etliche weitgereiste,<br />

nordische Gastvögel mengenmäßig<br />

zurückgingen: „Reiherenten,<br />

vor allem aber Schellenten <strong>und</strong><br />

Tafelenten.“ Internationale<br />

Wasservogelzählungen<br />

würden zudem belegen,<br />

„dass <strong>die</strong>se Arten nicht mehr<br />

so weit fliegen <strong>und</strong> ein Teil der<br />

Population weiter im Norden den<br />

Winter verbringen kann“. Früher<br />

habe es am Ammersee ab <strong>Dezember</strong><br />

stets größere Trupps Schellenten<br />

gegeben, heute seien sie<br />

nur noch vereinzelt anzutreffen.<br />

Ein ganz anderes Beispiel ist der<br />

Zilpzalp, ein kleiner Laubsänger:<br />

„Er bleibt deutlich länger bei uns,<br />

manche harren bis in den <strong>Dezember</strong><br />

aus, <strong>und</strong> sie kommen auch<br />

fast zwei Wochen früher zurück als<br />

vor 20 Jahren“, sagt Niederbichler.<br />

Rotmilane habe er 2015 das<br />

ganze Jahr gesehen: „Einige sind<br />

überhaupt nicht weggezogen.“<br />

Die globale Klimaerwärmung<br />

<strong>und</strong> Veränderungen im Brut- oder<br />

Überwinterungsgebiet könnten<br />

verantwortlich sein, dass manche<br />

Arten früher ankommen, andere<br />

später. <strong>Das</strong> könnte Folgen für das<br />

heimische Artengefüge haben:<br />

Kleinere Singvögel haben schon<br />

Nester gebaut <strong>und</strong> Eier gelegt,<br />

wenn der Kuckuck kommt, meist<br />

in der zweiten Aprilhälfte. Dann<br />

legt er Eier in ein bereits bebrütetes<br />

Nest. Sein Reproduktionserfolg<br />

könnte sinken, wenn <strong>die</strong> Ankunftszeiten<br />

nicht mehr synchron<br />

sind mit jenen der Ausbrüter. Um<br />

möglichst viele Daten z<strong>um</strong> Kuckuck<br />

zu erhalten, hat der LBV das<br />

Projekt „Kuckuck melden“ initiiert.<br />

Auf www.lbv.de kann jeder<br />

eintragen, wann <strong>und</strong> wo der Kuckuck<br />

im Frühjahr erstmals zu<br />

hören ist <strong>und</strong> bayernweite Ergebnisse<br />

einsehen. Auch überwinternde<br />

Störche können gemeldet<br />

werden.<br />

Fangnetze <strong>und</strong><br />

Feuchtgebiete<br />

Weltweit sind jedes Jahr 50 Milliarden<br />

Zugvögel unterwegs! Alleine<br />

aus Deutschland begeben sich<br />

100 Millionen Vögel von 80 Arten<br />

auf eine gefahrvolle Reise. Ihre<br />

Zahl scheint unerschöpflich, doch<br />

sind viele Arten in ihrem Bestand<br />

gefährdet. Im Mittelmeerra<strong>um</strong><br />

werden <strong>die</strong> Vögel geschossen, mit<br />

Leimruten <strong>und</strong> Netzen gefangen.<br />

Die Fangnetze an der Küste Ägyptens<br />

erstrecken sich aktuell über<br />

700 Kilometer. Etwa 140 Millionen<br />

Zugvögel finden dort den Tod <strong>und</strong><br />

werden zur „Delikatesse“. Statistisch<br />

verendet jeder 17. Zugvogel<br />

aus Europa auf seinem Weg nach<br />

Afrika in einem ägyptischen Netz.<br />

Für viele Zugvogelarten ist <strong>die</strong>ser<br />

jährliche Aderlass bestandsbedrohend.<br />

Ein Problem ist aber<br />

auch der Verlust von geeignetem<br />

Lebensra<strong>um</strong> im Brutgebiet, im<br />

Winterquartier, an tra<strong>die</strong>rten Rastplätzen.<br />

Es sind auch <strong>die</strong> Feuchtgebiete,<br />

Wälder, Wiesen <strong>und</strong> Hecken<br />

im <strong>Tassilo</strong>land.<br />

ts/cr<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 39


Satz & Druck Molnar seit Mai im neuen Firmengebäude<br />

Starker Druck aus Wielenbach<br />

Wielenbach | Bei einem Blick in<br />

<strong>die</strong> neuen Rä<strong>um</strong>lichkeiten der<br />

Firma Satz & Druck Molnar im<br />

Wielenbacher Gewerbegebiet fällt<br />

eines auf: Es ist viel Platz vorhanden.<br />

Gerä<strong>um</strong>ig <strong>und</strong> organisiert<br />

sind der Drucksaal samt Weiterverarbeitung<br />

im Erdgeschoss, <strong>die</strong><br />

Werbetechnik auf der Empore im<br />

ersten Stock sowie <strong>die</strong> Büros <strong>und</strong><br />

<strong>die</strong> Sozialrä<strong>um</strong>e für <strong>die</strong> neun Mitarbeiter.<br />

1988 hatte Peter Molnar<br />

sein Unternehmen in Huglfing gegründet.<br />

Um der steigenden Auftragslage<br />

gerecht zu werden, folgte<br />

bereits 1998 ein erster Umzug<br />

in größere Rä<strong>um</strong>e nach Tutzing.<br />

Doch auch hier waren bald <strong>um</strong>fassende<br />

Umbauten nötig, wie etwa<br />

ein Kellerdurchbruch, <strong>um</strong> Platz für<br />

mehr Mitarbeiter, Maschinen <strong>und</strong><br />

Reichlich Platz ist vorhanden:<br />

Allein der Bereich für <strong>die</strong><br />

Werbetechnik (oben) ist jetzt<br />

fast so groß wie <strong>die</strong> alte Druckerei.<br />

Dazu kommt, neben<br />

den Büro- <strong>und</strong> Sozialrä<strong>um</strong>en,<br />

auch der neue, gerä<strong>um</strong>ige<br />

Drucksaal (rechts).<br />

Materialien zu schaffen. Seit 2006<br />

be<strong>die</strong>nt Druck & Satz Molnar neben<br />

dem klassischen Offsetdruck<br />

auch Digitaldruck, 2009 kam das<br />

Arbeitsfeld digitale Werbetechnik<br />

dazu. Investitionen in <strong>die</strong> Automatisierung<br />

ermöglichten es, noch<br />

leistungsfähiger auf K<strong>und</strong>enwünsche<br />

einzugehen. Im Mai <strong>2016</strong><br />

folgte nun der Umzug von Tutzing<br />

in <strong>die</strong> neuen Geschäftsrä<strong>um</strong>e nach<br />

Wielenbach. Auf <strong>r<strong>und</strong></strong> 1 200 Quadratmetern<br />

werden dort <strong>die</strong> Aufträge<br />

der K<strong>und</strong>en nach modernen<br />

<strong>und</strong> nachhaltigen Maßstäben produziert.<br />

Vor dem Umzug wurde<br />

der gesamte Bau energetisch <strong>um</strong>fassend<br />

saniert. Dazu gehört eine<br />

hocheffiziente Wärmedämmung,<br />

der Einbau von Schallschutzfenstern<br />

in Dreifachverglasung <strong>und</strong><br />

<strong>die</strong> Umstellung auf verbrauchsarme<br />

LED-Beleuchtung. Als aktiven<br />

Beitrag zur Ressourcenschonung<br />

wird der beim Drucken verbrauchte<br />

Strom komplett aus Ökostrom<br />

abgedeckt.<br />

Automatisierung<br />

ist Tr<strong>um</strong>pf<br />

Ein wahrer Blickfang im Wielenbacher Gewerbegebiet: <strong>Das</strong> neue Firmengebäude<br />

von Satz & Druck Molnar.<br />

Der Druckmarkt ist hart <strong>um</strong>kämpft,<br />

<strong>die</strong> großen Onlinedruckereien<br />

machen es den kleineren<br />

nicht einfach — das ist auch Peter<br />

Molnar bewusst. „Aber wir sind<br />

zuversichtlich, sonst hätten wir<br />

das nicht gemacht“, resümmiert<br />

er. R<strong>und</strong> fünf Jahre suchte er nach<br />

einem passenden Objekt, bei dem<br />

nicht nur <strong>die</strong> Rä<strong>um</strong>lichkeiten,<br />

sondern auch <strong>die</strong> Lage stimmen.<br />

Elf Gebäude hatte er sich bereits<br />

angesehen, ehe er in Wielenbach<br />

<strong>die</strong> neue Heimat für seine Firma<br />

fand. „Allein der Bereich für <strong>die</strong><br />

Werbetechnik ist jetzt fast so groß<br />

wie unsere alte Druckerei“, freut<br />

sich Molnar. Hier realisieren er<br />

<strong>und</strong> seine Mitarbeiter alle gängigen<br />

Produkte aus dem Leistungsgebiet<br />

der Werbetechnik wie etwa<br />

Acrylschilder, Autobeschriftungen,<br />

Banner oder Displays. Im Drucksaal<br />

eine Etage tiefer werden<br />

in der Offsetdruckmaschine fast<br />

alle K<strong>und</strong>enwünsche, egal ob<br />

ein- oder mehrfarbig, aufs Papier<br />

gebracht. Um kleinere <strong>und</strong> personalisierte<br />

Auflagen günstiger<br />

<strong>und</strong> schneller abwickeln zu können,<br />

ist der Digitaldruck längst<br />

eine Alternative. Neben zahlreichen<br />

Privatpersonen besteht der<br />

K<strong>und</strong>enstamm von Satz & Druck<br />

Molnar aus Geschäftsk<strong>und</strong>en<br />

wie Agenturen oder Wiederverkäufern.<br />

Allein drei Druckereien<br />

aus München lassen kleinere<br />

Auflagen <strong>und</strong> ihre Werbetechnik<br />

in Wielenbach produzieren. Ein<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong> dafür ist der reibungslose<br />

<strong>und</strong> schnelle Arbeitsablauf, worauf<br />

Peter Molnar besonders wert<br />

legt. Die Konkurrenz mit den großen<br />

Druckereien scheut er hierbei<br />

keineswegs, in den sogenannten<br />

„Work-Flow“ investiert er nur zu<br />

gern. So können beispielsweise<br />

K<strong>und</strong>en ihre Druckdaten ganz<br />

bequem online hochladen. Bei<br />

wiederkehrenden Großaufträgen<br />

ist <strong>die</strong> Automatisierung individuell<br />

noch weiter fortgeschritten.<br />

Weiterverarbeitung — auch Falz<strong>und</strong><br />

Broschürenmaschine laufen<br />

automatisch — <strong>und</strong> Veredelungen<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong>en das Angebot der „Full-<br />

Service-Druckerei“ ab.<br />

Investitionen in<br />

Maschinen <strong>und</strong> Personal<br />

Ende Oktober bekam Satz & Druck<br />

Molnar eine weitere neue Druckmaschine,<br />

eine neue Schneidmaschine<br />

folgt im <strong>November</strong> — eine<br />

Investition in <strong>die</strong> Zukunft. Und<br />

nicht nur der Maschinenpark wird<br />

ausgebaut, erst kürzlich wurde<br />

ein neuer Mitarbeiter eingestellt.<br />

„Wir sind aber auch schon wieder<br />

auf der Suche nach einer weiteren<br />

Fachkraft“, berichtet Peter Molnar,<br />

dessen Ziel es ist, das Personal<br />

weiter auszubauen. Platz dafür<br />

hat er im Wielenbacher Gewerbegebiet<br />

mittlerweile genug. tis<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 41


Kommt überall hin: <strong>die</strong> Mobile Umweltschule Pähl<br />

Heimatunterricht vor der<br />

Haustüre & viele Fragen<br />

www.muse<strong>um</strong>derbayerischenkoenige.de Telefon 08362-887250<br />

Alpseestraße 27, 87645 Hohenschwangau<br />

Auftaktveranstaltung<br />

26. <strong>November</strong> <strong>2016</strong><br />

ab 16.00 Uhr<br />

Eintritt: € 12,00<br />

42 | tassilo<br />

WITTELSBACHER<br />

CHORWEIHNACHT<br />

an allen Samstagen im Advent<br />

Wir beginnen mit einer Andacht<br />

in der Christkönigkapelle mit dem Schwangauer Kirchenchor.<br />

Im Anschluss erzählt Ihnen Klaus Reichold im<br />

Muse<strong>um</strong> der bayerischen Könige von den Weihnachtsvorbereitungen<br />

der Königsfamilie <strong>um</strong> König Ludwig II. <strong>und</strong> Königin Marie von Bayern.<br />

Nachfolgend singt der 1. Allgäuer Nichtsängerchor in der Ausstellung<br />

des Muse<strong>um</strong>s, <strong>die</strong> an <strong>die</strong>sem Abend für Sie geöffnet ist.<br />

Pähl | Schulzeit-Erinnerungen: Stillsitzen,<br />

Zuhören, Mitschreiben,<br />

Prüfungen — in der „Mobilen Umweltschule“<br />

in Pähl ist das anders.<br />

Für Kindergärten, Schulklassen,<br />

Jugendgruppen, etwa im Ferienprogramm,<br />

aber auch für Lehrkräfte<br />

<strong>und</strong> Erzieherinnen bieten<br />

Raphaela <strong>und</strong> Markus Blacek ein<br />

jeweils auf deren Interessen zugeschnittenes<br />

Programm: Exkursionen<br />

in Wald <strong>und</strong> Wiesen, an<br />

Hecken <strong>und</strong> Wasser oder Aktionstage,<br />

an denen „richtig gearbeitet“<br />

wird. Firmlinge haben Bä<strong>um</strong>e<br />

gepflanzt, Schulklassen junge<br />

Bä<strong>um</strong>e mit Verbiss-Schutz gegen<br />

Rehe <strong>und</strong> andere Tiere versehen,<br />

Schutzzäune für Forstkulturen errichtet,<br />

Insektenhotels gebaut.<br />

Wer mitmacht, erlebt <strong>die</strong> Natur<br />

mit allen Sinnen. Wenn <strong>die</strong><br />

beiden Umweltschul-Lehrer im<br />

Wald mit Kindern beispielsweise<br />

„Eichhörnchen“ spielen, müssen<br />

<strong>die</strong> fleißigen „Tiere“ einen Winterfuttervorrat<br />

sammeln. Prompt<br />

tauchen Fragen auf: Wie fühlt sich<br />

eine Eichel an, eine Buchecker, ein<br />

Fichtenzapfen? Wie schmecken<br />

junge Kieferntriebe? Wie riecht ein<br />

Pilz? Den frisst das Eichhörnchen<br />

zwar nicht, aber interessant ist der<br />

F<strong>und</strong> allemal, weil er neue Fragen<br />

aufwirft: Ist der giftig? Oder vielleicht<br />

essbar?<br />

Klebrige Tannenzapfen<br />

<strong>und</strong> tote Schnecken<br />

Brom-, Him- oder Walderdbeeren<br />

sind auf jeden Fall lecker. Und ideal<br />

für <strong>die</strong> Brotzeit in der weichen<br />

Wiese oder auf dem gemeinsam<br />

gebauten Sofa aus Zweigen, Rinde<br />

<strong>und</strong> Moos. Die behalten kleine wie<br />

große „Schüler“ lange in Erinnerung.<br />

Besonders fleißige „Eichhörnchen“<br />

haben <strong>die</strong> Taschen voll,<br />

wenn sie nach Hause kommen.<br />

Wieder Fragen: Was sagen Mama<br />

<strong>und</strong> Papa, wenn <strong>die</strong> „Kurzen“ vom<br />

Wald schwärmen? Schimpfen sie,<br />

wenn in der Hosentasche ein harziger<br />

Zapfen klebt? Oder eine tote<br />

Schnecke z<strong>um</strong> Vorschein kommt?<br />

Noch mehr Fragen beim Spielen,<br />

Beobachten <strong>und</strong> Arbeiten: Wovon<br />

ernährt sich das Eichhörnchen,<br />

wovon andere Tiere? Was passiert<br />

mit versteckten Samen, <strong>die</strong> ein<br />

Tier nicht wiederfindet? Wie verbreiten<br />

sich Samen generell? Was<br />

passiert mit Eichhörnchen <strong>und</strong> anderen<br />

Tieren, Pflanzen, überhaupt<br />

dem Ökosystem Wald, wenn Menschen<br />

Bä<strong>um</strong>e fällen? Was ist nachhaltige<br />

Holznutzung? Eine Frage<br />

bedingt <strong>die</strong> nächste. Sie können<br />

an Ort <strong>und</strong> Stelle erforscht, diskutiert<br />

<strong>und</strong> dann meist selbst<br />

Forstwirtschaftler Markus Blacek erklärt <strong>die</strong> Fraßspuren von Borkenkäfern<br />

an einem toten Aststück, das <strong>die</strong> Kinder im Wald gef<strong>und</strong>en haben.


Lehrmaterial bringen <strong>die</strong> Blaceks<br />

mit: Von der einfachen Becherlupe,<br />

<strong>die</strong> schon Kindergartenkindern<br />

hilft, <strong>die</strong> Welt winziger Lebewesen<br />

zu erforschen, bis z<strong>um</strong> teuren Mikroskop,<br />

mit dem <strong>die</strong> Größeren<br />

etwa ein Wassertropfenunivers<strong>um</strong><br />

durchqueren. Exkursionen <strong>und</strong><br />

Aktionstage laufen das ganze Jahr<br />

hindurch. Geeignete Ziele wählen<br />

Schulen, Kindergärten <strong>und</strong> Gruppen<br />

in Absprache mit der Umweltschule<br />

selbst aus <strong>und</strong> holen<br />

bei G<strong>r<strong>und</strong></strong>stückseigentümern <strong>die</strong><br />

nötige Erlaubnis ein. Gruppenpreise<br />

<strong>und</strong> Zeitfenster sind variabel<br />

gestaffelt. Die Aktivitäten der<br />

Umweltschule erstrecken sich in<br />

der Regel über einen halben oder<br />

ganzen Tag. Daneben entwickeln<br />

<strong>die</strong> Blaceks aber auch Ideen <strong>und</strong><br />

Konzepte für längerfristige Projekte<br />

zur Umweltbildung. Damit es<br />

nicht bei einer Idee bleibt, packen<br />

sie selbst mit an.<br />

Wenn <strong>die</strong> Umweltschule ausrückt, können Kinder mit Mikroskopen sogar<br />

das Univers<strong>um</strong> eines Wassertropfens erforschen.<br />

beantwortet werden. Raphaela<br />

<strong>und</strong> Markus begleiten den Weg<br />

zur Lösung kompetent. Sie haben<br />

Forstwissenschaften stu<strong>die</strong>rt <strong>und</strong><br />

sind seit vielen Jahren auch in der<br />

forstlichen Praxis tätig. Vorrangig<br />

ist Markus aber seit 20 Jahren in<br />

der Umweltbildung aktiv. 1999 hat<br />

er <strong>die</strong> „Mobile Umweltschule“ gegründet.<br />

Raphaela, <strong>die</strong> auch staatlich<br />

zertifizierte Waldpädagogin<br />

ist, ist seit 2010 mit dabei.<br />

Die Schule nennt sich „mobil“,<br />

weil sie zu den Interessierten<br />

kommt, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Natur ihrer Heimat,<br />

vor der Haustüre erleben wollen.<br />

Selbst im Winter wird der Unterricht der Umweltschule in der<br />

freien Natur abgehalten — <strong>und</strong> möglichst am Heimatort der Kinder.<br />

Kochrezepte mit<br />

Ammerseebezug<br />

Die Umweltschule realisiert Projekte<br />

— meist ideell getragen von<br />

der „Schutzgemeinschaft Deutscher<br />

Wald “ <strong>und</strong> gefördert vom<br />

Bayerischen Umweltministeri<strong>um</strong><br />

— oder betreut sie über einen längeren<br />

Zeitra<strong>um</strong>. So entstand 2014<br />

<strong>die</strong> Website www.lernort-ammersee.de,<br />

<strong>die</strong> nicht nur über Natur,<br />

Kultur, Wirtschaft <strong>und</strong> Zusammenleben<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> den Ammersee<br />

informiert. Sie lädt auch interaktiv<br />

ein, Exkursionsvorschläge, Materialien<br />

für den Schulunterricht<br />

oder Kochrezepte mit „Ammerseebezug“<br />

auf der Plattform zu<br />

veröffentlichen <strong>und</strong> mit anderen<br />

zu teilen.<br />

Mit Regelschule hat <strong>die</strong> Umweltschule<br />

nichts gemein. Trotzdem<br />

ist sie eine Schule, in der sich <strong>die</strong><br />

„Schüler“ mit eigenem Erleben<br />

<strong>und</strong> Tun Wissen aneignen <strong>und</strong> erwerben:<br />

über Tiere <strong>und</strong> Pflanzen<br />

in ihrem Lebensra<strong>um</strong>; zu Verflechtungen<br />

<strong>und</strong> Wechselwirkungen,<br />

auch mit menschlichen Aktivitäten;<br />

soziale Kompetenzen wie Kooperieren<br />

statt Ausgrenzen. Und<br />

alles in einer Schule, <strong>die</strong> vor allem<br />

Freude bereiten soll.<br />

ts/cr<br />

> > > KONTAKT<br />

Mobile Umweltschule<br />

Obere Burgleite 10, 82396 Pähl<br />

Telefon 08808 / 1456<br />

E-Mail: markus.blacek@t-online.de<br />

www.<strong>um</strong>weltbildung-ammersee.de<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 43<br />

— Ihr Spezialist für Wärmep<strong>um</strong>pen —<br />

Wir wünschen Ihnen eine ruhige <strong>und</strong><br />

besinnliche Vor- <strong>und</strong> Weihnachtszeit im<br />

Kreise Ihrer Liebsten.<br />

Vielen Dank für Ihr Vertrauen.<br />

Ein herzliches Vergelt's Gott an mehr als<br />

1.300 K<strong>und</strong>en, <strong>die</strong> seit 1979 auf uns setzen.<br />

Wir freuen uns auch 2017 für Sie im Einsatz<br />

zu sein.<br />

www.wechner.de<br />

Wielenbachstr. 13 I 86956 Schongau<br />

08861 4187 I info@wechner.de


Ein Besuch auf Gut Kerschlach <strong>und</strong> in seiner bewegten Geschichte<br />

Bio-Landwirtschaft z<strong>um</strong> Anfassen<br />

Pähl | Von der B<strong>und</strong>esstraße <strong>Weilheim</strong>-Starnberg<br />

führt oberhalb<br />

des Hirschbergs eine Kastanienallee<br />

zu Christbä<strong>um</strong>en — genauer:<br />

z<strong>um</strong> Gut Kerschlach. Dort werden<br />

biozertifizierte Nordmanntannen<br />

herangezogen <strong>und</strong> jedes Jahr an<br />

den Wochenenden vor Weihnachten<br />

frisch geschlagen verkauft.<br />

„Höhepunkt ist der Kerschlacher<br />

Adventsmarkt am dritten Adventswochenende“,<br />

sagt Gutsverwalterin<br />

Bettina Pieczynski.<br />

Für <strong>die</strong>ses Jahr rechnet sie mit 65<br />

Ausstellern, überwiegend aus der<br />

Region. Auf Kinder warten Kutschfahrten,<br />

Ponyreiten, Bienenwachskerzenziehen,<br />

Filzen <strong>und</strong><br />

Isarkiesel-Bemalen. Und natürlich<br />

gibt es <strong>die</strong> gutseigenen Spezialitäten,<br />

von der Biobratwurst bis z<strong>um</strong><br />

Kerschlacher Adventsstollen.<br />

Die Christbä<strong>um</strong>e stammen aus<br />

Kulturen auf den <strong>r<strong>und</strong></strong> 200 Hektar<br />

„PEFC“-zertifiziertem Wald, was<br />

bedeutet, dass <strong>die</strong> Leitlinie bei der<br />

Waldbewirtschaftung das Prinzip<br />

der Nachhaltigkeit ist: nicht mehr<br />

Holz nutzen als nachwächst.<br />

Ein Gutsbesuch lohnt sich das<br />

ganze Jahr hindurch: <strong>Das</strong> Gutscafé<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Bäckerei Kasprowicz sind<br />

in einem Anbau hinter dem denkmalgeschützten,<br />

sogenannten<br />

Herrenschlösschen untergebracht.<br />

Ebenso <strong>die</strong> Gutsverwaltung. Wer<br />

Pieczynski besuchen möchte, läuft<br />

durch aromatischen Backduft.<br />

Die gelernte Hotelfachfrau weiß<br />

<strong>um</strong> <strong>die</strong> lange <strong>und</strong> wechselvolle<br />

Geschichte von Gut Kerschlach:<br />

Nach einer ersten urk<strong>und</strong>lichen<br />

Nennung im Jahr 1159 gab es viele<br />

Besitzer der Ansiedlung, <strong>die</strong> zunächst<br />

aus einigen wenigen Höfen<br />

bestand, deren Bewirtschaftung<br />

aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> des rauen Klimas <strong>und</strong><br />

der mehrheitlich nassen Böden<br />

stets schwierig war.<br />

Kerschlach wurde als „Viehweide<br />

im S<strong>um</strong>pfgebiet“ erwähnt, <strong>die</strong><br />

1599 das Kloster Andechs übernahm.<br />

Im Dreißigjährigen Krieg<br />

wurde <strong>die</strong> Ansiedlung 1632/33<br />

völlig zerstört, 1633/34 fielen <strong>die</strong><br />

Bewohner der Pest z<strong>um</strong> Opfer, <strong>die</strong><br />

Höfe wurden aufgegeben. Ab 1645<br />

entstand eine Schweige — ein<br />

landwirtschaftlicher Betrieb mit<br />

Sennerei <strong>und</strong> Pferdezucht, <strong>und</strong><br />

Kerschlach erlebte eine erste kleine<br />

Blütezeit, <strong>die</strong> mit der Säkularisation<br />

1803 ein jähes Ende fand.<br />

Zwei Unternehmer<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Landwirtschaft<br />

Die Schweige wechselte mehrfach<br />

den Besitzer, bis sie Ende<br />

des 19. Jahrh<strong>und</strong>erts der Industrielle<br />

Theodor von Cramer-Klett<br />

erwarb. Er verpachtete den Besitz<br />

1908 an <strong>die</strong> Missionsbenediktinerinnen<br />

von Tutzing, <strong>die</strong> hier ihren<br />

Bedarf an landwirtschaftlichen<br />

Erzeugnissen decken wollten.<br />

<strong>Das</strong> Gut, das <strong>die</strong> Klosterschwestern<br />

1934 erwarben, erlebte trotz<br />

der schwierigen Zeiten während<br />

zweier Weltkriege <strong>und</strong> Rückschlägen<br />

beispielsweise durch <strong>die</strong><br />

Maul- <strong>und</strong> Klauenseuche, seine<br />

zweite Blütezeit <strong>und</strong> entwickelte<br />

sich zu einem prosperierenden<br />

landwirtschaftlichen Betrieb.<br />

Den kaufte 1997 der Verleger Werner<br />

Mützel mit der Vision, einen<br />

ganzheitlich wirtschaftenden Betrieb<br />

aufzubauen. Die ökologisch<br />

erzeugten landwirtschaftlichen<br />

Produkte wurden in einer gutseigenen<br />

Metzgerei, einer Bäckerei,<br />

einer Sennerei <strong>und</strong> einer Imkerei<br />

weiterverarbeitet <strong>und</strong> vermarktet.<br />

Wirtschaftlich war <strong>die</strong>ses Konzept<br />

nicht von Erfolg gekrönt, so dass<br />

eine Umstrukturierung ab 2006<br />

folgte, <strong>die</strong> indes <strong>die</strong> ganzheitliche<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>idee nicht infrage stellen<br />

sollte: Die Metzgerei wurde an<br />

<strong>die</strong> Herrmannsdorfer Landwerkstätten<br />

verpachtet, <strong>die</strong> seither das<br />

Kerschlacher Vieh schlachten <strong>und</strong><br />

zu Bio-Fleisch- <strong>und</strong> Wurstwaren<br />

verarbeiten. Die Bäckerei mit<br />

Gutscafé wurde von der Bäckerei<br />

Kasprowicz gepachtet, <strong>die</strong> ihre<br />

gesamte Produktpalette, Bio- <strong>und</strong><br />

Bettina Pieczynski, Gutsverwalterin<br />

in Kerschlach<br />

konventionelle Backwaren, hier<br />

produziert.<br />

Gut Kerschlach hat heute drei<br />

Standbeine: Pachteinnahmen, <strong>die</strong><br />

ökologische Land- <strong>und</strong> Forstwirtschaft<br />

<strong>und</strong> den Pferdepensionsbetrieb.<br />

In der vom Verband „Naturland“<br />

zertifizierten Landwirtschaft<br />

wird Milchvieh gehalten, durchschnittlich<br />

110 Kühe in einem<br />

Blick über Gut Kerschlach<br />

44 | tassilo


Laufstall, der seit <strong>2016</strong> mit zwei<br />

Melkrobotern ausgestattet ist.<br />

Mit den Kälbern, <strong>die</strong> auf Stroh im<br />

Kälberhof aufwachsen, <strong>und</strong> dem<br />

Jungvieh leben auf Gut Kerschlach<br />

etwa 300 Rinder. Die Milch wird in<br />

der Molkerei Scheitz in Andechs zu<br />

Bio-Milchprodukten verarbeitet.<br />

Borstenvieh gedeiht<br />

in kleinen Gruppen<br />

Sonnensegel beschatten, den Außenbereich. Die empfindlichen Tiere<br />

bekommen sonst Sonnenbrand.<br />

Daneben steht der Schweinestall.<br />

Hier wachsen <strong>die</strong> Tiere nach den<br />

Richtlinien der ökologischen Tierhaltung<br />

heran <strong>und</strong> werden nach<br />

dem Schlachten zu Bio-Würstchen<br />

<strong>und</strong> -Fleischwaren „veredelt“.<br />

<strong>Das</strong> Borstenvieh wird in kleinen<br />

Gruppen, mit bis zu 15 Schweinen<br />

je Gruppe, ein halbes Jahr lang<br />

gemästet. Jede Gruppe nennt ein<br />

Stallabteil mit Außenbereich ihr<br />

eigen, bei dem ein Sonnensegel<br />

nicht fehlen darf — Schweinehaut<br />

ist lichtempfindlich. Auch<br />

<strong>die</strong> Milchkühe <strong>und</strong> das Jungvieh<br />

haben stets Zugang zu Auslaufbereichen<br />

im Freien, wie auch der<br />

überdachte Kälberhof viel Frischluft<br />

bietet. So können Gutsbesucher<br />

<strong>die</strong> Tiere jederzeit sehen,<br />

<strong>und</strong> so manches Fleckvieh-Rind<br />

lässt sich zwischen den Hörnern<br />

kraulen. Denn: In der Regel dürfen<br />

<strong>die</strong> Kühe ihre Hörner behalten.<br />

Auf 40 Hektar Ackerland wird Futter<br />

für <strong>die</strong> Schweine angebaut.<br />

Von den 160 Hektar Grünland wird<br />

ungefähr auf der Hälfte der Fläche<br />

Heu <strong>und</strong> Silage zur Winterfütterung<br />

der Rinder gewonnen, <strong>die</strong><br />

auf der anderen Flächenhälfte<br />

weiden, sobald es das Wetter zulässt.<br />

Auch für <strong>die</strong> Pferde gibt es<br />

ausgedehnte Koppeln, den Pferdehaltern<br />

wird auf Gut Kerschlach<br />

viel geboten: Die meisten Pferdeboxen<br />

haben einen Außenbereich,<br />

Paddock genannt, andere stehen<br />

in einem Laufstall mit angrenzendem<br />

Auslauf. Dort sind eine<br />

Stuten- <strong>und</strong> eine Wallachherde<br />

untergebracht. Nutzen können<br />

<strong>die</strong> Reiter eine Reithalle, einen<br />

Spring-, einen Dressur- <strong>und</strong> einen<br />

überdachten Longierplatz <strong>und</strong><br />

sechs Kilometer gesandete Reitwege.<br />

ts<br />

Der Pensionsstall für Pferde, der unterteilte Auslaufbereich wird als Paddock bezeichnet.<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 45


<strong>Das</strong> Schloßmuse<strong>um</strong> im Zentr<strong>um</strong> von Murnau <strong>und</strong> seine „fündige“ Geschichte<br />

Visuelles Gedächtnis des Künstlerortes<br />

Murnau | Vom Finden handelt <strong>die</strong><br />

Geschichte des Schlosses Murnau<br />

— <strong>und</strong> <strong>um</strong>s Finden dreht es sich<br />

auch in der heutigen Bestimmung<br />

des Hauses, der eines Muse<strong>um</strong>s.<br />

Doch erst einmal der Reihe nach.<br />

Keramikf<strong>und</strong>e bei Grabungen in<br />

den Jahren 2009 / 2010 belegten<br />

eine Datierung des Schlosses,<br />

<strong>die</strong> weiter zurückreichte, als ursprünglich<br />

angenommen: Bis ins<br />

12. <strong>und</strong> wahrscheinlich sogar ins<br />

11. Jahrh<strong>und</strong>ert reicht <strong>die</strong> Bauabfolge<br />

der Gesamtanlage des<br />

Schlosses Murnau zurück, das<br />

sich aus einer ursprünglichen<br />

Burg entwickelte. Es sollte also<br />

das Finden <strong>die</strong>ser Keramiken das<br />

Gedächtnis derer sichtbar machen<br />

<strong>und</strong> bewahren, <strong>die</strong><br />

dem Schloss <strong>und</strong> seinem<br />

Umfeld eine Geschichte,<br />

eine Identität gaben.<br />

Eine weitere Entwicklung<br />

in Sachen „Finden“<br />

ereignete sich<br />

1989. Denn da fand <strong>die</strong><br />

Gemeinde Murnau<br />

mit dem Umbau des<br />

Schlosses eine gelungene Möglichkeit,<br />

den damals leerstehenden<br />

Rä<strong>um</strong>lichkeiten neues Leben<br />

einzuhauchen: <strong>Das</strong> Muse<strong>um</strong> ward<br />

geboren. Hier, in historischer Kulisse,<br />

finden sich seitdem <strong>die</strong> Besonderheiten<br />

Murnauer Kunst, <strong>die</strong><br />

Geschichte <strong>und</strong> Volksk<strong>und</strong>e des<br />

Ortes — als visuelles Gedächtnis,<br />

sozusagen.<br />

1993 konnte das Schloßmuse<strong>um</strong><br />

eröffnet werden — <strong>und</strong> bald Erfolge<br />

vorweisen. Für <strong>die</strong> Konzeption<br />

wie auch <strong>die</strong> ergänzenden Sonderausstellungen<br />

wurde es 1995 mit<br />

dem Bayerischen Muse<strong>um</strong>spreis<br />

ausgezeichnet <strong>und</strong> machte sich<br />

damit auch über <strong>die</strong> Landesgrenze<br />

hinaus bekannt. Im Zentr<strong>um</strong> der<br />

Ausstellung stehen Werke Gabriele<br />

Münters, ergänzt von Künstlerarbeiten<br />

des „Blauen Reiters“ <strong>und</strong><br />

der „Neuen Künstlervereinigung<br />

München“. Über 80 Gemälde,<br />

Zeichnungen <strong>und</strong> Grafiken<br />

aus der Zeit zwischen 1902<br />

<strong>und</strong> 1962 geben Einblick in<br />

<strong>die</strong> Schaffenskraft Gabriele<br />

Münters, vertreten<br />

sind damit all ihre Werkphasen.<br />

Ihr illuster zur Seite gestellt finden<br />

sich Werke Kandinskys, Franz<br />

Marcs, Heinrich Kampendonks<br />

<strong>und</strong> Max Beckmanns, <strong>um</strong> nur einige<br />

zu nennen.<br />

Von Wilhelm Busch<br />

bis Gerhard Richter<br />

<strong>Das</strong>s auch norddeutsche Maler<br />

den Reizen der Voralpenlandschaft<br />

des Murnauer Ra<strong>um</strong>s nicht widerstehen<br />

konnten, belegen Werke<br />

von Wilhelm Busch <strong>und</strong> Christian<br />

Morgenstern, <strong>die</strong> in der Abteilung<br />

Malerei des 19. Jahrh<strong>und</strong>erts<br />

vertreten sind. Ein heimliches<br />

Highlight findet sich in der Hinterglaskunstsammlung,<br />

<strong>die</strong> neben<br />

Sammlungen von Udo <strong>und</strong> Hedi Dammert als auch Wilhelm Gartner<br />

haben ihre Heimat im Schloßmuse<strong>um</strong> Murnau gef<strong>und</strong>en.<br />

regionalen Exponaten aus dem<br />

Staffelseegebiet <strong>und</strong> Augsburg<br />

auch Hinterglasmalregionen aus<br />

dem Ausland <strong>um</strong>fasst. Modernes<br />

<strong>und</strong> Zeitgenössisches auf <strong>die</strong>sem<br />

Gebiet ist mit Werken von<br />

renommierten Künstlern wie<br />

Paul Klee, August Macke, Oskar<br />

Schlemmer, aber auch Gerhard<br />

Richter vertreten. Letzterem<br />

ist ein größerer Ra<strong>um</strong> gewidmet.<br />

„Something New, something borrowed,<br />

something blue“, nennt<br />

sich <strong>die</strong> bevorstehende Sonderausstellung,<br />

<strong>die</strong> von 1. <strong>Dezember</strong><br />

<strong>2016</strong> bis 5. März 2017 im Murnauer<br />

Schloßmuse<strong>um</strong> zu sehen sein<br />

wird. Sie zeigt ausgewählte Stücke<br />

des „Blauen Reiters“ aus Schenkungen,<br />

Dauerleihgaben, <strong>und</strong> —<br />

man staune — als auch Ankäufe.<br />

rp<br />

> > > INFORMATIONEN<br />

Schloßmuse<strong>um</strong> Murnau<br />

Schlosshof 4 - 5,<br />

82418 Murnau am Staffelsee<br />

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sontag<br />

10 bis 17 Uhr, Montag geschlossen,<br />

an Feiertagen geöffnet (auch montags);<br />

<strong>Dezember</strong>: Dienstag bis Freitag 13 bis<br />

17 Uhr, Wochenende 10 bis 17 Uhr<br />

(24. <strong>und</strong> 31. <strong>Dezember</strong> geschlossen)<br />

46 | tassilo


Landratsamt <strong>und</strong> Caritas — zwei Anlaufstellen für Ehrenamtliche<br />

Doppelt gemoppelt?<br />

<strong>Weilheim</strong> | Landkreis <strong>und</strong> Caritas-Verband<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau<br />

begleiten ehrenamtlich Engagierte<br />

in Zukunft getrennt: Nach<br />

dreijähriger Pilotphase der gemeinsamen<br />

Freiwilligen-Agentur<br />

(FWA; siehe „tassilo“-<strong>Ausgabe</strong><br />

3, Seite 46) hat der Landkreis <strong>die</strong><br />

Kooperation beendet. Bereits im<br />

Februar <strong>2016</strong> beschloss der Kreisausschuss,<br />

dass „Ehrenamtskarte<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> künftige Ehrenamtsarbeit<br />

wieder in Zuständigkeit im Landratsamt<br />

wahrgenommen werden“<br />

soll, erklärt Landrätin Andrea<br />

Jochner-Weiß auf Nachfrage des<br />

„tassilo“. Es sei „der politische<br />

Wille gewesen, Aufgaben, <strong>die</strong> ursächlich<br />

in der Zuständigkeit der<br />

Landkreisverwaltung liegen, ins<br />

Haus zurückzuholen“ <strong>und</strong> künftig<br />

„mit den bisher eingesetzten<br />

Mitteln <strong>die</strong> Abwicklung in eigener<br />

Zuständigkeit“ durchzuführen.<br />

Sie erinnert daran, dass „Leader-Förderung<br />

<strong>und</strong> Anschubfinanzierung“<br />

für <strong>die</strong> FWA — mit damaliger<br />

Zustimmung der Caritas —<br />

bis Ende 2015 begrenzt gewesen<br />

seien. Und: „Nach dem<br />

Auslaufen hat der Caritas-Verband<br />

anders als geplant keine<br />

schlüssige Anschlussfinanzierung<br />

vorgelegt“, heißt es wörtlich seitens<br />

Landratsamt-Pressestelle.<br />

Caritas-Kreisgeschäftsführerin Monika<br />

Funk erzählt <strong>die</strong> Geschichte<br />

anders — wobei sie zuvorderst<br />

betont, dass <strong>die</strong> Caritas-FWA<br />

„mit Vollgas“ weiterläuft, wenn<br />

auch mit anderen Schwerpunkten<br />

<strong>und</strong> „nur vorerst begrenzt auf<br />

den Sozialra<strong>um</strong> <strong>Weilheim</strong>“. Als<br />

Stichworte nennt sie Inklusion<br />

<strong>und</strong> Integration, über Details wie<br />

„Sprachpaten“ <strong>und</strong> „Kulturbud<strong>die</strong>s“<br />

informiert <strong>die</strong> Website www.<br />

anpacken-mit-herz.de. <strong>Das</strong> von<br />

der FWA initiierte landkreisweite<br />

„Vereinsfor<strong>um</strong>“ werde es nach<br />

dem Ausstieg des Landkreises<br />

dagegen nicht mehr geben.<br />

Funk betont rückblickend, dass<br />

über einen Zeitra<strong>um</strong> von sechs<br />

Monaten „ausführliche <strong>und</strong><br />

gute Gespräche“ mit dem Regionalmanagement<br />

<strong>und</strong> auch<br />

der Landrätin persönlich geführt<br />

wurden: „Die Fortführung einer<br />

gemeinsamen FWA war dabei<br />

ein zentrales Element.“ Es seien<br />

sowohl „Möglichkeiten einer<br />

gemeinsamen Profilschärfung“<br />

wie auch der Weiterfinanzierung<br />

nach der Anschubförderung<br />

diskutiert<br />

worden. Im Ra<strong>um</strong><br />

stand laut Funk<br />

sogar ein „konkreter<br />

Sockelbetrag“<br />

des Landkreises.<br />

Über dessen<br />

Höhe äußern sich<br />

beide Seiten nicht.<br />

Dem Caritas-Verband sei<br />

schließlich vorgeschlagen worden,<br />

vom Regionalmanagement eine<br />

Empfehlung einzuholen, anhand<br />

derer der Kreistag über <strong>die</strong> Weiterfinanzierung<br />

der FWA entscheiden<br />

sollte. „Wir hofften auf <strong>die</strong>se Empfehlung“,<br />

sagt Funk. Doch dann<br />

habe es in zwei Sitzungen des<br />

Kreisausschusses eine für <strong>die</strong> Caritas<br />

„komplette Kehrtwende“ gegeben:<br />

„Wir waren wie vor den Kopf<br />

gestoßen“, sagt Funk.<br />

Sie ist überzeugt, dass <strong>die</strong> Caritas<br />

„als Wohlfahrtsverband mit Kompetenz<br />

im Ehrenamt“ 2011 mit der<br />

FWA beauftragt worden war, „<strong>und</strong><br />

weil wir mit Gabi Königbauer seit<br />

2005 eine kompetente Ansprechpartnerin<br />

haben“. Die FWA-Koordinatorin<br />

wieder<strong>um</strong> betont: „Unsere<br />

Arbeit ist nur gelobt worden.“<br />

Gabriele Königbauer Monika Funk Andrea Jochner-Weiß<br />

So habe etwa das „Vereinsfor<strong>um</strong>“<br />

bei 18 Veranstaltungen über 500<br />

Ehrenamtliche aus 160 Vereinen<br />

<strong>und</strong> Initiativen erreicht. Jeweils<br />

„zwischen 30 <strong>und</strong> 50 Personen,<br />

vom Hasenzüchterverein bis z<strong>um</strong><br />

Kammerorchester“, hätten sich<br />

über „F<strong>und</strong>raising, Kassenprüfung<br />

<strong>und</strong> Revision, Öffentlichkeitsarbeit“<br />

informiert, schildert<br />

Königbauer — <strong>und</strong> vor allem z<strong>um</strong><br />

in der Flüchtlingsarbeit wichtigen<br />

Thema „Nähe <strong>und</strong> Distanz“. <strong>Das</strong>s<br />

der Landkreis aussteigt, bedauern<br />

beide Caritas-Mitarbeiterinnen:<br />

„Wir hätten uns eine weitere<br />

Zusammenarbeit gut vorstellen<br />

können.“<br />

Landrätin Andrea Jochner-Weiß<br />

betont, der Landkreis sehe es<br />

„als eine der maßgeblichen Aufgaben<br />

der Kreisentwicklung an,<br />

<strong>die</strong> bestehende Anerkennungskultur<br />

auszubauen sowie eine<br />

nachhaltige Infrastruktur für das<br />

bürgerschaftliche Engagement zu<br />

schaffen“, das „eine lange, gewachsene<br />

Tradition“ besitze <strong>und</strong><br />

wo „zahlreiche Vereine, Verbände<br />

<strong>und</strong> Organisationen in verschiedensten<br />

Formen <strong>die</strong> Möglichkeit<br />

bieten, sich zu engagieren“. Die<br />

Bürger nähmen <strong>die</strong>s „mit großer<br />

Bereitschaft“ an. Ab Januar 2017<br />

plane der Landkreis „<strong>die</strong> Einrichtung<br />

einer Koordinierungsstelle<br />

für Bürgerschaftliches Engagement<br />

(KOBE) im Aufgaben- <strong>und</strong><br />

Zuständigkeitsbereich der Kreisentwicklung“.<br />

Die Ausschreibung<br />

für <strong>die</strong>se „halbe Stelle“ mit einem<br />

klaren „Aufgaben- <strong>und</strong> Anforderungsprofil“<br />

werde derzeit<br />

vorbereitet.<br />

ts<br />

<br />

lip-Flop <strong>und</strong> Hausschuhe nach Ma<br />

<br />

<br />

Benjamin Schwarz<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

november <br />

/ dezember <strong>2016</strong> | 47<br />

inlagen nach Ma


Haarmoden Salon Bräu in Murnau — Spezialist für Zweithaar<br />

Die eigene Identität erhalten<br />

Murnau | Es gibt viele Gründe,<br />

eine Perücke zu tragen. Im Alltag<br />

werden sie z<strong>um</strong>eist aus ästhetischen<br />

Gründen gewählt, etwa<br />

bei Haarlosigkeit in Folge einer<br />

Chemotherapie — oder weil das<br />

eigene Haar zu dünn, zu spärlich<br />

oder stellenweise gar nicht mehr<br />

vorhanden ist. Alle Träger von<br />

Haarteilen <strong>und</strong> Perücken eint, so<br />

ist zu vermuten, dass sie natürlich<br />

aussehen <strong>und</strong> nicht „enttarnt“<br />

werden möchten.<br />

Die Thematik „Zweithaar“ gehört<br />

schon lange zur Tradition des<br />

Haarmoden Salons Bräu in Murnau.<br />

Gründer Benno Bräu hatte<br />

wohl damals schon „den richtigen<br />

Riecher“, wie Enkel Jochen Bräu<br />

bestätigt, der <strong>die</strong> dritte Generation<br />

im Salon in der Schloßbergstraße<br />

12 stellt. „Er war ein sehr guter<br />

Friseur“, so Bräu. Mittlerweile hat<br />

sich der Salon mit der „Nische“<br />

48 | tassilo<br />

Zweithaar zu einer gefragten Anlaufstelle<br />

entwickelt; nicht nur aus<br />

dem Murnauer Umland, sondern<br />

aus dem Ammertal <strong>und</strong> Pfaffenwinkel<br />

kommen K<strong>und</strong>en zu Jochen<br />

Bräu, der weiß, dass er damit eine<br />

sensible Aufgabe übernommen<br />

hat. Wer mit <strong>die</strong>sem Thema zu<br />

ihm kommt, bringt z<strong>um</strong>eist auch<br />

eine Geschichte mit — <strong>und</strong> bedarf<br />

einer vertrauensvollen Beratung.<br />

Dafür nimmt sich Bräu viel<br />

Zeit, in einem separaten Bereich<br />

des Salons, z<strong>um</strong>eist gegen Ende<br />

der Öffnungszeiten. Damit bietet<br />

er, neben der Beratung, viel geschützten<br />

Ra<strong>um</strong> für das Gespräch.<br />

Die eigene<br />

Identität wahren<br />

Der Markt für Perücken ist groß,<br />

wirkliche Qualität daher oft nur<br />

von fachlicher Seite erkennbar.<br />

Jochen Bräu vor dem Salon in der Murnauer Schloßbergstraße<br />

Jochen Bräu arbeitet mit zwei<br />

Anbietern zusammen, <strong>die</strong> in<br />

Handarbeit das täuschend echte<br />

Zweithaar herstellen lassen. Er rät<br />

in der Regel zu einem Modell, das<br />

zu 40 Prozent aus Echthaar <strong>und</strong> zu<br />

60 Prozent aus Kunsthaar besteht.<br />

Eine einfache Pflege <strong>und</strong> Alltagstauglichkeit<br />

sind damit sehr<br />

gut gegeben. „Die Auswahl ist<br />

enorm“, bestätigt er, „sogar ein<br />

dunkler Haaransatz <strong>und</strong> Farbverläufe<br />

sind möglich.“ Auch sorgen<br />

Schnittkollektion <strong>und</strong> Farbauswahl<br />

dafür, <strong>die</strong> richtige Wahl für<br />

den K<strong>und</strong>en treffen zu können,<br />

immer im Rahmen einer persönlichen<br />

Beratung.<br />

Zu einem gewissen Grad fungiert<br />

Jochen Bräu als eine Art Seelsorger.<br />

Verständlich, blickt man auf<br />

den vielleicht markantesten Teil<br />

seiner Beratung. „Um <strong>die</strong> gewählte<br />

Perücke auch tragen zu können,<br />

muss das restliche<br />

Haupthaar des<br />

K<strong>und</strong>en dafür abrasiert<br />

werden.<br />

Spätestens dann<br />

bekommt <strong>die</strong><br />

Krankheit ein Gesicht“,<br />

erzählt Jochen<br />

Bräu. Schön,<br />

sehr schön dagegen<br />

sind <strong>die</strong> Momente,<br />

wenn das<br />

Kunsthaar wieder<br />

Stärke verleiht,<br />

<strong>und</strong> Normalität.<br />

„Die Betroffenen<br />

möchten ja nicht<br />

anders aussehen<br />

in <strong>die</strong>ser Zeit, sondern<br />

ihre Identität<br />

behalten.“ Er sei<br />

— ein Stück weit —<br />

auch Begleitung,<br />

sagt Bräu. „Sehr oft bleiben <strong>die</strong>se<br />

K<strong>und</strong>en uns auch danach treu,<br />

wenn das Haar wieder gewachsen<br />

ist.“<br />

Dem Haarkranz ein<br />

Schnippchen schlagen<br />

Auch Männer zählen z<strong>um</strong> Klientel,<br />

<strong>die</strong> aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> der Entscheidung,<br />

ein Toupet tragen zu wollen, in<br />

den Salon Bräu kommen. „Die<br />

erste Frage lautet immer: Hält<br />

das auch?“, verrät Bräu. Er kann<br />

das bejahen. Selbst Cabriofahren<br />

ist möglich! Diverse Techniken<br />

sorgen dafür. Auch hier findet<br />

<strong>die</strong> Beratung auf diskrete Art <strong>und</strong><br />

Weise statt. Ein offensiver Umgang<br />

mit einer drohenden Kahlheit<br />

begegnet ihm immer wieder<br />

einmal. „Manche Toupetk<strong>und</strong>en<br />

fahren ohne in den Urlaub oder<br />

legen es im Familien- <strong>und</strong> Fre<strong>und</strong>eskreis<br />

ab.“ Dennoch kann ein<br />

gut gemachtes Haarteil so dezent<br />

wirken, dass dem Umfeld gar keine<br />

„haarige“ Veränderung auffällt.<br />

„Du siehst so verändert aus,<br />

heißt es dann“, lacht Bräu. Dann<br />

weiß er, dass er als Ansprechpartner<br />

<strong>und</strong> Fachmann alles richtig<br />

gemacht hat.<br />

Wer lichtes Haar, oder einfach<br />

Lust auf mehr hat, dem könne er<br />

„Haarextensions“, also Haarverlängerung<br />

ans Herz legen. Auch<br />

das ist im Leistungsangebot seines<br />

Salons in Murnau enthalten.<br />

Ein Vorteil: <strong>die</strong> dazu gewählten<br />

Haarsträhnen lassen sich lösen<br />

<strong>und</strong> wiederverwenden. Auch<br />

kann im Freizeitbereich so gut<br />

wie alles damit gemacht werden.<br />

„Extensions sind übrigens keine<br />

Frage des Alters“, verrät der Fachmann.<br />

„Die eigenen Haare damit<br />

verdichten zu lassen, wird von fast<br />

allen Jahrgangsstufen gewählt.“<br />

Und unbezahlbar ist es auch nicht.<br />

Jochen Bräu: „Für ein gutes Ergebnis<br />

ist man schon mit etwa 200<br />

Euro dabei!“<br />

rp


Start-Up „Sono Motors“ stellt Prototyp vor<br />

Mobiler Stromspeicher<br />

auf vier Rädern<br />

<strong>Weilheim</strong>/München I Fast könnte<br />

man ihn smart nennen, aber nein<br />

— den Namen haben <strong>die</strong> Kollegen<br />

mit dem Stern am Kühler bereits<br />

für sich belegt. Smart ist es dennoch,<br />

das Elektroauto „Sion“, das<br />

vom Start-Up Sono Motors mit Sitz<br />

in München entwickelt wurde. Hinter<br />

der Sono Motors GmbH stehen<br />

<strong>die</strong> drei Gründer Jona Christians,<br />

Navina Pernsteiner <strong>und</strong> Laurin<br />

Hahn. Die <strong>Weilheim</strong>erin Navina<br />

Pernsteiner lernte ihre Mitstreiter<br />

während des Studi<strong>um</strong>s an der<br />

Fachhochschule München kennen.<br />

Der Stu<strong>die</strong>nzweig Elektromobilität<br />

sollte sie nicht nur fachlich aneinander<br />

binden, auch häuslich teilen<br />

sich alle drei eine Wohnung.<br />

Mag <strong>die</strong> Entwicklung ihres Start-<br />

Ups am heimischen Küchentisch<br />

— oder in einer Garage — ihren<br />

Anfang genommen haben oder<br />

nicht: Etwas Innovatives ist auf<br />

jeden Fall daraus hervorgegangen.<br />

Gemeinsam entwickelten sie<br />

im Zeitra<strong>um</strong> der letzten vier Jahre<br />

den Prototypen eines Elektroautos,<br />

<strong>um</strong> das Handling in Alltag<br />

<strong>und</strong> Praxisnähe testen zu können.<br />

Denn trotz des Auftriebs in Sachen<br />

Elektromobilität sehen alle drei<br />

derzeit den Markt für alltagstaugliche<br />

<strong>und</strong> kostengünstige Fahrzeuge<br />

Selbst Langstrecken <strong>und</strong> Urlaubsfahrten<br />

sollen dank des Selbstladesystems<br />

problemlos machbar sein.<br />

Als mobiler Stromspeicher kann<br />

das Auto in unzähligen Anwendungsbereichen,<br />

etwa im Camping-<br />

oder Baustellenbereich, Benzingeneratoren<br />

ersetzbar machen.<br />

in <strong>die</strong>sem Bereich eher unbesetzt.<br />

Mittlerweile zählen zu ihrem Team<br />

Designer, Entwickler, Techniker,<br />

<strong>die</strong> teilweise über langjährige Erfahrung<br />

in der Automobilbranche<br />

verfügen, <strong>und</strong> auch Studenten. Mit<br />

dem „Sion“ sei ihnen ein familienfre<strong>und</strong>liches<br />

Elektroauto gelungen,<br />

dass dank seiner Reichweite von<br />

250 Kilometern <strong>und</strong> einem Preis<br />

von 16 000 Euro gerade für den<br />

Mittelstand interessant sein könne.<br />

Der Fünftürer verfügt über 30 kWh<br />

Batteriekapazität <strong>und</strong> eine Schnellladeleistung,<br />

verspricht also größtmögliche<br />

Unabhängigkeit auch auf<br />

längeren Fahrten. Die besondere<br />

Raffinesse steckt für das Start-Up-<br />

Unternehmen im Selbstladesystem<br />

mit Namen „viSono“. Denn es lädt<br />

den „Sion“ über Solarzellen durch<br />

<strong>die</strong> Sonne auf; während der Fahrt,<br />

aber auch in der Standzeit. <strong>Das</strong><br />

sich so selbst aufladende Elektroauto<br />

ermöglicht gleichzeitig eine<br />

Stromentnahme für alle gängigen<br />

Elektrogeräte „an Bord“. Der<br />

durchdachte Innenra<strong>um</strong> mit zwei<br />

mal drei Sitzen <strong>und</strong> einem großen<br />

Kofferra<strong>um</strong> war dem Entwicklerteam<br />

ebenso wichtig, wie <strong>die</strong> technischen<br />

Finessen des Elektroautos.<br />

Auch hier zeigen <strong>die</strong> Entwickler,<br />

was möglich sein könnte: Eine<br />

spezielle, pflegefreie Moosart im<br />

Luftfilter sorgt für <strong>die</strong> Filterung<br />

von Feinstaub aus der Luft. Wer<br />

weitere Produktdaten über den<br />

„Sion“ erhalten möchte, wird auf<br />

der Internetseite der Sono Motors<br />

GmbH unter www.sonomotors.<br />

com fündig.<br />

Bis sich der „Sion“ allerdings serienmäßig<br />

in den Verkehr auf unseren<br />

Straßen reihen kann, ist noch<br />

ein Weg zu beschreiten. So bietet<br />

das Start-Up über eine Crowdf<strong>und</strong>ing-Kampagne<br />

Unterstützern <strong>die</strong><br />

Möglichkeit, neben Spendensätzen<br />

den „Sion“ unverbindlich für 100<br />

Euro vorzubestellen. Damit möchte<br />

Sono Motors genügend Kapital<br />

für <strong>die</strong> Produktion mehrerer Prototypen<br />

generieren. Jeder Spender<br />

hätte dann <strong>die</strong> Option, nach einer<br />

Probefahrt den „Sion“ verbindlich<br />

zu erwerben. <strong>Das</strong> Ziel: Diese sogenannte<br />

Pre-Sale-Strategie soll<br />

eine hohe Stückzahl-Produktion<br />

gemeinsam mit bestehenden Autoherstellern<br />

realisierbar machen,<br />

so dass kein eigener Produktionsstandort<br />

nötig sein wird. Ab 2018<br />

könnte dann der smarte „Sion“ auf<br />

den Straßen zu sichten sein. Informationen<br />

über <strong>die</strong> Crowdf<strong>und</strong>ing-<br />

Kampagne stehen ebenso auf der<br />

Internetseite bereit.<br />

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november / dezember <strong>2016</strong> | 49


Nächste R<strong>und</strong>e im Streit zwischen Gemeinde Pähl <strong>und</strong> B<strong>und</strong> Naturschutz<br />

Gemäht oder gemulcht?<br />

Früher ein beliebtes Ausflugsziel<br />

von Naturfre<strong>und</strong>en:<br />

der Wasserfall am Ende der<br />

Pähler Schlucht. Heute warnt<br />

der BN vor Spaziergängen<br />

wegen zunehmendem Steinschlag<br />

nach dem Holzeinschlag.<br />

Pähl | Am südlichen Ammersee<br />

sind sich Lokalpolitiker <strong>und</strong> Naturschützer<br />

nicht grün: <strong>Das</strong> zeigte<br />

ein emotionaler Ortstermin am<br />

Hirschberg, zu dem <strong>die</strong> Kreisgruppe<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau vom<br />

B<strong>und</strong> Naturschutz (BN) geladen<br />

hatte. G<strong>r<strong>und</strong></strong>: Auf Veranlassung<br />

von Pähls Bürgermeister Werner<br />

Grünbauer hatte der Maschinenring<br />

Starnberg den unter Naturschutz<br />

stehenden Magerrasen im<br />

Juli bearbeitet: Mit einem „Schlegelmähgerät<br />

gemäht“, betont<br />

Grünbauer, der BN nennt es „gemulcht“.<br />

Jahrelang war der 1. August Stichtag<br />

in einer Pflegevereinbarung<br />

zwischen BN <strong>und</strong> Gemeinde im Vertragsnaturschutzprogramm<br />

(VNP-<br />

Vertrag). Der soll gefährdete <strong>und</strong><br />

seltene Pflanzen-, Bl<strong>um</strong>en- <strong>und</strong><br />

Insektenarten am Hirschberg<br />

schützen. Grünbauer hatte den<br />

Vertrag gekündigt: „<strong>Das</strong> war fast<br />

einstimmiger Wille im Gemeinderat.“<br />

Danach war am Hirschberg<br />

nicht mehr gemäht worden. Die<br />

Untere Naturschutzbehörde (UNB)<br />

im Landratsamt sah auf „tassilo“-<br />

Nachfrage darin <strong>die</strong> Gefahr, dass<br />

„<strong>die</strong> außerordentlich artenreichen<br />

Wiesen durch Verbuschung ernsthaft<br />

Schaden nehmen“. Der BN<br />

bezeichnet <strong>die</strong> jetzige Mahd als<br />

„völlig unsachgemäß“.<br />

Wertvollste Wiese<br />

ihrer Art im Landkreis<br />

Dr. Helmut Herrmann, Vorsitzender<br />

der BN-Kreisgruppe, warf<br />

Grünbauer „Umwelt-Vandalismus<br />

auf einer der wertvollsten Wiese<br />

ihrer Art im nördlichen <strong>Weilheim</strong>er<br />

Land“ vor. Zwar sei der Mähtermin<br />

im unteren Bereich, dem<br />

sogenannten Amphitheather, nicht<br />

zu beanstanden. Im oberen Bereich<br />

wüchsen indes als gefährdet<br />

geltende Pflanzen wie Kalkastern,<br />

Berglauch <strong>und</strong> Ragwurz-Orchideenarten.<br />

Sie verschwänden, wenn<br />

zu früh gemäht werde. <strong>Das</strong> „Mulchen“<br />

habe auf 10 000 Quadratmetern<br />

Fläche „tausende Insekten<br />

„sinnlos geschreddert“, <strong>die</strong> auf<br />

der Roten Liste besonders schützenswerter<br />

Arten stehen; <strong>und</strong><br />

jene, <strong>die</strong> überlebten, fänden keine<br />

Nahrung mehr, unterstrich Hermann.<br />

Der BN mähte mit Balkenmähern,<br />

was den Insekten eine<br />

Flucht ermöglicht, <strong>und</strong> beließ 20<br />

Prozent der Fläche als Nahrungsquelle<br />

im Sommer ungemäht.<br />

Diese Ausführungen nannte Grünbauer<br />

„Reagenzglasnaturschutz“.<br />

Er war ebenfalls erschienen.<br />

Hermann wollte ihn von der Begehung<br />

zunächst ausschließen,<br />

woraufhin Pressevertreter drohten,<br />

zu gehen. Erst der Einwand,<br />

dass es für Berichterstatter hilfreich<br />

wäre, wenn konträre Ansichten<br />

vor Ort ausgetauscht würden,<br />

Helmut Hermann <strong>und</strong> Reinhard Grießmeyer vor dem „Amphitheater“ am<br />

Hirschberg: Beide liegen im gerichtlichen Clinch mit der Gemeinde Pähl.<br />

bewog Hermann z<strong>um</strong> Einlenken.<br />

Wie zerrüttet sein Verhältnis zu<br />

Grünbauer ist, war am Hirschberg<br />

offensichtlich. Eine Insiderin, <strong>die</strong><br />

ihren Namen nicht nennen möchte,<br />

weil sie mit beiden beruflich zu<br />

tun hat, regte gegenüber „tassilo“<br />

eine Mediation an. Grünbauer<br />

steht auch der Steuerungsgruppe<br />

vor, <strong>die</strong> über Leader-Projekte am<br />

Ammersee <strong>und</strong> damit den Fluss<br />

von Fördergeldern entscheidet.<br />

Politik <strong>und</strong> Naturschutz begegnen<br />

sich hier fast täglich.<br />

Was Hermann besonders erzürnte,<br />

war, dass der Maschinenring<br />

offensichtlich nicht über <strong>die</strong> Besitzverhältnisse<br />

am Hirschberg informiert<br />

war: Er bearbeitete auch<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> 2 000 Quadratmeter, <strong>die</strong> dem<br />

BN selbst oder dem Gartenbauverein<br />

Pähl gehören. Der BN gebraucht<br />

hier Begriffe wie: „ohne<br />

Erlaubnis traktiert“ <strong>und</strong> „rücksichtslos“.<br />

Für <strong>die</strong> zwei Flächen<br />

existieren gesonderte Verträge,<br />

weshalb der BN von einem „Verstoß<br />

gegen VNP-Bestimmungen“<br />

spricht, den er beim Amt für Ernährung,<br />

Landwirtschaft <strong>und</strong><br />

Forsten (AELF) <strong>und</strong> der UNB habe<br />

melden müssen, „<strong>um</strong> Strafen zu<br />

entgehen“, betonte Herrmann.<br />

Die Spuren des „Mulchers“ am<br />

28. Juli im „Amphitheater“: Helmut<br />

Hermann bemängelte beim<br />

Ortstermin auch, dass Mähgut liegengelassen<br />

wurde, dessen Fäule<br />

Pflanzen darunter abtötet.<br />

50 | tassilo


Der Zwist zwischen Grünbauer <strong>und</strong><br />

BN war 2014 eskaliert, als Teile der<br />

unter Naturschutz stehenden Pähler<br />

Schlucht abgeholzt wurden.<br />

Die Aktion ging in ganz Bayern<br />

durch <strong>die</strong> Presse, zog Ermittlungen<br />

der Staatsanwaltschaft nach<br />

sich, <strong>die</strong> Rechtmäßigkeit ist noch<br />

nicht geklärt. Der BN kritisiert<br />

deshalb, dass Grünbauer in einer<br />

Gemeinderatssitzung im Juli aus<br />

einem Gutachten zitierte, das <strong>die</strong><br />

Auswirkungen des Holzeinschlags<br />

als „nicht erheblich“ einstuft. <strong>Das</strong><br />

Gutachten wurde im Zuge des Gerichtsverfahrens<br />

erstellt, ist allerdings<br />

noch nicht öffentlich. Dem<br />

BN als Prozessbeteiligtem liegt es<br />

bis heute nicht vor. Trotzdem zitierte<br />

<strong>die</strong> Tagespresse bereits ausführlich<br />

daraus. Hermann ergänzt,<br />

dass ein erstes Gutachten vom Juli<br />

2014 „<strong>die</strong> Waldschäden als erheblich<br />

eingestuft“ habe.<br />

<strong>Das</strong> einstige Ausflugsziel Hirschberg gibt sich abweisend mit Parkverbotsschildern.<br />

Schwarz gekleidete Securityleute beobachten Autofahrer,<br />

<strong>die</strong> auf dem Parkplatz anhalten. Im früheren Hotel leben Asylbewerber.<br />

Auf „tassilo“-Nachfrage schreibt<br />

<strong>die</strong> UNB, sie sehe es „als erfreulich<br />

an, dass <strong>die</strong> Wiesen wieder<br />

gepflegt wurden“. Man habe<br />

„<strong>die</strong> Flächen in Augenschein genommen“,<br />

wobei der BN-Kritik<br />

„zuzugestehen ist, dass <strong>die</strong> Verwendung<br />

eines Balkenmähers<br />

geeigneter gewesen wäre“. Fachleute<br />

schätzten „<strong>die</strong> Folgen aber<br />

weniger schwerwiegend ein, ein<br />

nachhaltiger Schaden ist nicht entstanden,<br />

der positive Effekt durch<br />

<strong>die</strong> Pflege überwiegt“, schreibt<br />

<strong>die</strong> UNB. Auch liege „kein Verstoß<br />

gegen den gesetzlichen Biotopschutz<br />

vor“ <strong>und</strong> <strong>die</strong> UNB habe<br />

„keinen G<strong>r<strong>und</strong></strong>, an der Kompetenz<br />

der Gemeinde Pähl zu zweifeln“.In<br />

der Biotopflege könne es mehrere<br />

Pflegeansätze geben, <strong>die</strong> sich unterscheiden,<br />

„deshalb aber nicht<br />

falsch sein müssen“; <strong>und</strong> auch,<br />

was den zeitlichen Ablauf angehe:<br />

Wenn früh <strong>und</strong> spät blühende<br />

Pflanzen auf einer Fläche stünden,<br />

sei „der Schnittzeitpunkt auch<br />

davon abhängig, welche Pflanzenart<br />

besonders gefördert werden<br />

soll.“ G<strong>r<strong>und</strong></strong>sätzlich berieten<br />

UNB-Fachleute „gerne jedermann<br />

bei der Pflege von Biotopen“, <strong>die</strong><br />

nun „mit der Gemeinde Pähl ein<br />

Pflegekonzept abstimmen, <strong>um</strong> <strong>die</strong><br />

besondere Artenvielfalt an Hirschberg<br />

zu erhalten <strong>und</strong> zu fördern“.<br />

Streit eskalierte mit<br />

der Pähler Schlucht<br />

Entschuldigung<br />

beim B<strong>und</strong> Naturschutz<br />

Grünbauer verteidigte sein Vorgehen<br />

am Hirschberg: Schon früher<br />

habe es Jahre gegeben, in denen<br />

der BN dort „mit der Mahd ausgesetzt“<br />

habe, weil „kein Geld“<br />

vorhanden gewesen sei. Schon<br />

damals habe der Magerrasen<br />

Schaden erlitten, weshalb „der<br />

Gemeinderat beschlossen hat,<br />

dem BN <strong>die</strong> Flächen zu entziehen<br />

<strong>und</strong> derzeit keine Möglichkeit für<br />

vertragliche Verhältnisse mit dem<br />

BN“ sehe. Grünbauer ergänzte,<br />

er sei „kritisch vom Gemeinderat<br />

gefragt worden, war<strong>um</strong> ich nicht<br />

mähen lasse“, woraufhin er „mit<br />

den Behörden eine einvernehmliche<br />

Lösung im Hinblick auf <strong>die</strong><br />

Gesamtsituation im Gemeindegebiet<br />

gef<strong>und</strong>en“ habe. <strong>Das</strong> Landratsamt<br />

sei informiert gewesen,<br />

„dass wir mähen“. Wegen der<br />

BN-Flächen wandte sich Grünbauer<br />

an Hermann persönlich<br />

<strong>und</strong> sagte: „Wenn mehr gemäht<br />

worden ist, tut mir das Leid, das<br />

war keine böse Absicht.“ Der BN<br />

möge Regressansprüche von VPN-<br />

Vertragspartnern, wenn sie gestellt<br />

würden, „an <strong>die</strong> Gemeinde Pähl<br />

rüberleiten“.<br />

ts<br />

Ein früherer Streitpunkt, <strong>die</strong> Pähler<br />

Schlucht im Frühjahr <strong>2016</strong>: Bis<br />

heute steht <strong>die</strong> richterliche Entscheidung<br />

aus, ob Abholzung <strong>und</strong><br />

Naturschutz vereinbar waren.<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 51


Die Umgehung könnte bald amtlich sein<br />

Hohenpeißenberger Modelleisenbahn<br />

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<strong>Weilheim</strong> — drunter,<br />

drüber oder dr<strong>um</strong>her<strong>um</strong>?<br />

<strong>Weilheim</strong> | Wenn sich der B<strong>und</strong>estag<br />

in den kommenden Wochen<br />

<strong>und</strong> Monaten intensiv mit der<br />

Beschlussfassung über <strong>die</strong> letztendlich<br />

im Bedarfsplan festzuschreibenden<br />

Maßnahmen beschäftigt,<br />

dürften in <strong>Weilheim</strong><br />

etliche Bürgerinnen <strong>und</strong> Bürger,<br />

Politiker <strong>und</strong> auch Mitarbieter des<br />

staatlichen Bauamtes mit Spannung<br />

auf das Ergebnis warten.<br />

Bereits „seit Jahrzehnten“ wird,<br />

so Bürgermeister Markus Loth in<br />

einem Bürgerbrief, in der Kreisstadt<br />

das Thema Umgehung diskutiert,<br />

<strong>und</strong> vor einigen Jahren<br />

wurde <strong>die</strong> sogenannte Ost<strong>um</strong>gehung<br />

an das B<strong>und</strong>esverkehrsministeri<strong>um</strong><br />

gemeldet mit der Bitte,<br />

in den „vordringlichen Bedarf“<br />

aufgenommen zu werden.<br />

Eine Lösung ist<br />

zwingend erforderlich<br />

Laut Staatlichem Bauamt <strong>Weilheim</strong><br />

habe aber <strong>die</strong>se Meldung<br />

einer bestimmten Variante keinen<br />

Einfluss auf eine intensive Diskussion<br />

über alle vorliegenden <strong>und</strong><br />

möglichen Trassenvorschläge, <strong>die</strong><br />

aktuell im Gespräch sind. Vielmehr<br />

sei eine Festlegung auf eine<br />

Lösung zwingend erforderlich,<br />

<strong>um</strong> überhaupt in den „vordringlichen<br />

Bedarf“ aufgenommen zu<br />

werden. Erst wenn <strong>die</strong>s per B<strong>und</strong>estagsbeschluss<br />

fixiert ist, könne<br />

das Bauamt offiziell damit beginnen,<br />

Voruntersuchungen über <strong>die</strong><br />

Trassenalternativen anzustellen,<br />

in denen dann <strong>die</strong> Bedürfnisse<br />

der Autofahrer, der Stadt, der<br />

Anwohner, aber auch Belange<br />

des Umwelt- <strong>und</strong> Landschaftsschutzes<br />

entsprechend gewürdigt<br />

werden. Aus <strong>die</strong>ser Gesamtabwägung<br />

ergibt sich dann<br />

eine Variante, der man näher<br />

treten könne. Aktuell sind insgesamt<br />

vier potenzielle Lösungen<br />

52 | tassilo


auf dem Tisch: Eine West<strong>um</strong>gehung,<br />

<strong>die</strong> an <strong>die</strong> Trifthofspange<br />

anschließt, im Westen <strong>Weilheim</strong>s<br />

durch den instabilen Moosg<strong>r<strong>und</strong></strong><br />

führt <strong>und</strong> zwischen Unterhausen<br />

<strong>und</strong> Wielenbach wieder in <strong>die</strong><br />

bestehende B2 einfädelt. Dieser<br />

unsichere Unterg<strong>r<strong>und</strong></strong> nährt bei<br />

den Befürwortern der West<strong>um</strong>fahrung<br />

<strong>die</strong> Angst, <strong>die</strong>se Variante<br />

werde nicht mehr geprüft <strong>und</strong><br />

weiterverfolgt; eine Ost<strong>um</strong>gehung,<br />

<strong>die</strong> ebenfalls <strong>die</strong> Südspange<br />

verlängert — allerdings in Richtung<br />

Osten <strong>und</strong> mit einer Untertunnelung<br />

des<br />

Gögerls. Diese Variante<br />

verläuft dann<br />

zwischen Deutenhausen<br />

<strong>und</strong> <strong>Weilheim</strong><br />

<strong>und</strong> schleift<br />

außerhalb des Narbonner<br />

Rings wieder<br />

auf <strong>die</strong> B2 ein.<br />

Massive Eingriffe<br />

in das Landschaftsbild<br />

dürften sich<br />

bei <strong>die</strong>ser Lösung<br />

nicht vermeiden<br />

lassen. Die Variante<br />

der Unterfahrung<br />

der B2 würde bedeuten,<br />

dass <strong>die</strong><br />

bestehende B2 sozusagen<br />

tiefergelegt<br />

<strong>und</strong> mit einem<br />

„Deckel“ versehen<br />

werden würde. Der<br />

Verkehr verliefe<br />

dann weiterhin auf<br />

der bestehenden<br />

Trasse durch <strong>Weilheim</strong>,<br />

nur eben sozusagen<br />

im Keller.<br />

Die vierte Variante<br />

ist ebenfalls eine<br />

Tunnellösung, <strong>die</strong><br />

jedoch von der<br />

südlichen B2 geradlinig<br />

unter der<br />

Stadt bis zu einem<br />

nördlichen Anschluss<br />

an <strong>die</strong> B2<br />

gegraben werden<br />

müsste. Dieser Tunnel<br />

würde in etwa dem Verlauf<br />

Krottenkopf-/Römerstraße folgen.<br />

Bei beiden unterirdischen<br />

Lösungen wäre <strong>die</strong> Natur sowohl<br />

im Osten als auch im Westen<br />

der Stadt am meisten geschont,<br />

<strong>die</strong> zu erwartenden Kosten <strong>und</strong><br />

tatsächliche Effizienz dürften jedoch<br />

gerade bei <strong>die</strong>sen Lösungen<br />

sicher spannend werden. Laut<br />

Stadt <strong>Weilheim</strong> <strong>und</strong> Staatlichem<br />

Bauamt sei aber jetzt zunächst<br />

wichtig, überhaupt offiziell in<br />

den Bedarfsplan aufgenommen<br />

zu werden. Selbst wenn <strong>die</strong>s<br />

gelänge, sei mit einem Zeitra<strong>um</strong><br />

von etwa 15 Jahren zu rechnen,<br />

bis ein Baubeginn erfolgen kann.<br />

Unsere nebenstehende Grafik<br />

zeigt den Ablauf der notwendigen<br />

Prozesse für ein solches<br />

Vorhaben im Überblick. Im Juli<br />

hatten beide Behörden ein Informationsblatt<br />

an alle <strong>Weilheim</strong>er<br />

Haushalte herausgegeben, das<br />

auch noch im Rathaus erhältlich<br />

ist. Hierin werden einige der<br />

wichtigsten Fragen aus Sicht der<br />

Verantwortlichen beantwortet.<br />

<strong>Das</strong>s <strong>die</strong>se Antworten von etlichen<br />

Umgehungsgegnern als<br />

unvollständig bezeichnet werden<br />

oder gar eine Trassendiskussion<br />

gefordert wird, noch bevor eine<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>satzentscheidung über den<br />

„vordringlichen Bedarf“ gefallen<br />

ist, ist ebenfalls Fakt.<br />

Weiter Hoffen<br />

<strong>und</strong> Bangen<br />

Aber auch <strong>die</strong> Gegner betonen auf<br />

ihrer Website, es sei korrekt, dass<br />

das Staatliche Bauamt mit den Voruntersuchungen<br />

zu den Varianten<br />

erst beginnen könne, wenn sozusagen<br />

der „Auftrag“ dazu durch<br />

den B<strong>und</strong>estagsbeschluss gegeben<br />

wird. Insofern dürfen alle,<br />

<strong>die</strong> das tägliche Verkehrsdebakel<br />

in <strong>Weilheim</strong> miterleben müssen<br />

(ob nun als Anwohner oder als<br />

Verkehrsteilnehmer), weiter hoffen<br />

<strong>und</strong> bangen, ob <strong>Weilheim</strong> als<br />

„vordringlicher Bedarf“ gesehen<br />

wird, wie es im Entwurf vorgesehen<br />

ist. Richtig spannend wird dann<br />

im Anschluss aber erst <strong>die</strong> Diskussion<br />

<strong>und</strong> Bewertung der einzelnen<br />

Varianten.<br />

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november / dezember <strong>2016</strong> | 53


<strong>Das</strong> Hofgut Guggenberg zwischen Peißenberg, Polling <strong>und</strong> Oberhausen<br />

Wo Himmel <strong>und</strong> Erde sich berühren<br />

Peißenberg | <strong>Das</strong> Hofgut Guggenberg<br />

ist auf dem Guggenberg zuhause,<br />

einem von der Ammer <strong>um</strong>strömten<br />

Höhenzug am Fuße des<br />

Hohen Peißenbergs — <strong>und</strong> damit<br />

mitten im Herzen des Pfaffenwinkels.<br />

Bei einem R<strong>und</strong>gang über<br />

das Gelände reicht der Blick von<br />

den Tölzer Bergen über das Blaue<br />

Land zu den Ammergauer <strong>und</strong> Allgäuer<br />

Alpen, bis z<strong>um</strong> nördlich gelegenen<br />

Starnberger Fünf-<strong>Seen</strong>-<br />

Land, Raisting sowie Andechs; es<br />

ist zweifellos eine der schönsten<br />

Gegenden Deutschlands. Ein etwa<br />

4,5 Hektar großer Park mit altem<br />

Ba<strong>um</strong>bestand <strong>und</strong> Naturteich<br />

<strong>um</strong>gibt den Berghof mit seinen<br />

drei freistehenden Gebäuden. Als<br />

ehemaliger Gutshof beherbergt<br />

das Hofgut Guggenberg<br />

heute, neben<br />

dem<br />

Seminar- <strong>und</strong> Kulturzentr<strong>um</strong>, den<br />

Sitz der Firma CP Organisationsberatung<br />

GmbH <strong>und</strong> <strong>die</strong> gemeinnützige<br />

CP Kunst- <strong>und</strong> Kulturstiftung.<br />

2010 erwarb Geschäftsführerin<br />

Christa Probst das Hofgut mit<br />

sämtlichen Stallungen, Nebengebäuden<br />

<strong>und</strong> den <strong>um</strong>liegenden<br />

Ländereien, hat es von G<strong>r<strong>und</strong></strong> auf<br />

renoviert <strong>und</strong> auf ökologische<br />

Landwirtschaft <strong>um</strong>gestellt. Die<br />

Planungen sind aber längst nicht<br />

abgeschlossen, eventuell soll noch<br />

das eine oder andere Waldstück<br />

zugekauft werden.<br />

Ein etablierter<br />

Outsourcing-Partner<br />

Die CP Organisationsberatung<br />

GmbH ist ein etablierter Outsourcing-Innovationspartner<br />

für kaufmännische<br />

Dienstleitungen. Der<br />

Schwerpunkt liegt dabei in der<br />

Prüfung von Rechnungsbelegen,<br />

der Abrechnung von Reisekosten<br />

<strong>und</strong> der internationalen Vorsteuervergütung.<br />

Gegründet wurde<br />

das Unternehmen im Jahr 1999,<br />

nachdem Christa Probst bereits<br />

seit 1978 als freiberufliche Beraterin<br />

für mittelständische Unternehmen<br />

bei der Umstellung von<br />

EDV-Systemen tätig war. Nach<br />

mehreren Umzügen hat <strong>die</strong> CP Organisationsberatung<br />

2010 auf dem<br />

Hofgut Guggenberg ihre neue Heimat<br />

gef<strong>und</strong>en.<br />

Seminar- <strong>und</strong><br />

Kulturzentr<strong>um</strong><br />

Mit kleineren Seminaren für Geschäftspartner,<br />

K<strong>und</strong>en <strong>und</strong> Mitarbeiter<br />

begann Christa Probst mit<br />

der Investition in das zweite Standbein,<br />

das Seminar- <strong>und</strong> Kulturzentr<strong>um</strong>.<br />

Seit dem Umzug 2010 auf<br />

Die unterschiedlichsten Rä<strong>um</strong>e werden für Seminare vermietet.<br />

das Hofgut werden unterschiedliche<br />

Rä<strong>um</strong>lichkeiten auch für<br />

externe Tagungen <strong>und</strong> Seminare<br />

angeboten <strong>und</strong> vermietet. Als Gast<br />

darf man sich eingeladen fühlen,<br />

Kraft <strong>und</strong> Inspiration für neue Gedanken<br />

<strong>und</strong> Ideen zu entwickeln<br />

<strong>und</strong> an verschiedenen Plätzen zu<br />

verweilen. <strong>Das</strong> Poolhaus am Naturteich,<br />

das Kaminzimmer im<br />

54 | tassilo


Haupthaus wie auch ein Seminarra<strong>um</strong><br />

in einem der Nebengebäude<br />

sind bereits in Betrieb. Ein weiterer<br />

Ra<strong>um</strong> im dritten freistehenden<br />

Gebäude wird ab Frühjahr 2017<br />

den Gästen des Hofguts zur Verfügung<br />

stehen. Für jede Veranstaltung<br />

findet sich in <strong>die</strong>ser Umgebung<br />

der geeignete Ra<strong>um</strong>. Somit<br />

könnte das Hofgut Guggenberg<br />

schon bald zu einer ersten Adresse<br />

für Tagungen <strong>und</strong> Seminare in der<br />

Region werden.<br />

Zur Förderung von<br />

Kunst <strong>und</strong> Kultur<br />

Die Verbindung von Alltag, Geschäftsleben<br />

<strong>und</strong> Kunst ist ein<br />

wichtiger Aspekt der Firmenphilosophie.<br />

„Die Kunst unterstützt<br />

<strong>die</strong> Kommunikation <strong>und</strong> setzt kreative<br />

Potenziale frei“, sagt Christa<br />

Probst <strong>und</strong> ergänzt, dass „der<br />

kraftspendende Aspekt der Kunst<br />

keineswegs aus dem Geschäftsleben<br />

ausgeklammert werden<br />

soll“. Aus <strong>die</strong>sem G<strong>r<strong>und</strong></strong> gründete<br />

sie 2007 <strong>die</strong> gemeinnützige CP<br />

Kunst- <strong>und</strong> Kulturstiftung. Der Stiftungszweck<br />

ist <strong>die</strong> Förderung von<br />

Kunst <strong>und</strong> Kultur auf nationaler<br />

<strong>und</strong> internationaler Ebene sowie<br />

<strong>die</strong> Heimat- <strong>und</strong> Braucht<strong>um</strong>spflege<br />

einschließlich der Erhaltung<br />

alter gefährdeter Wild-, Haus- <strong>und</strong><br />

Nutztierrassen. So stößt man auf<br />

dem Spaziergang über das Gelände<br />

auf eine kleine Herde mit<br />

„Murnau-Werdenfels-Rindern“<br />

<strong>und</strong> auch auf eine alte Hühnerrasse<br />

mit Geschichte, das „Augsburger<br />

Huhn“. Platz, <strong>um</strong> unmittelbar<br />

z<strong>um</strong> Erhalt <strong>die</strong>ser Tierrassen<br />

beitragen zu können, ist auf dem<br />

riesigen Anwesen ausreichend<br />

vorhanden.<br />

Eine von Gott<br />

gesegnete Natur<br />

Die Lage des Hofgutes Guggenberg<br />

hat Besitzer <strong>und</strong> Besucher<br />

schon seit jeher fasziniert, was<br />

Der Ausbilick vom Poolhaus, das Platz für <strong>r<strong>und</strong></strong> zehn Personen bietet, ist beeindruckend.<br />

nicht zuletzt ein Artikel im „Lech-<br />

Isar-Land“ aus dem Jahr 1936<br />

beweist. „Vom Hohenpeißenberg<br />

abgesehen, gibt es in unserem<br />

Gebiet nur wenige Punkte, von<br />

denen aus man eine so herrliche,<br />

<strong>um</strong>fassende R<strong>und</strong>schau genießen<br />

kann — <strong>und</strong> davor, wie ein bunter<br />

Teppich hingebreitet, das liebliche<br />

Voralpenland mit seinen Wiesen<br />

<strong>und</strong> Matten, <strong>Seen</strong> <strong>und</strong> Wäldern,<br />

Dörfern <strong>und</strong> Weilern“, heißt es<br />

Bilder: Gregor M. Schmid<br />

dort. Einige Zeilen später wird der<br />

Autor dann regelrecht poetisch:<br />

„Fast kann sich das Auge nicht<br />

satt schauen an all dem Reicht<strong>um</strong><br />

einer von Gott gesegneten Natur.“<br />

tis<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 55


<strong>Das</strong> Muse<strong>um</strong> der Bayerischen Könige in Hohenschwangau<br />

Foto Melanie Fürst<br />

FOTOCREDIT<br />

Zwei wie wir Theater Abo<br />

Eine romantische Komö<strong>die</strong> von Norm Foster.<br />

Mit Judith Gorgass <strong>und</strong> Yusuf Demirkol. Regie: Eileen<br />

Schäfer, Loisachhalle Wolfratshausen, Eintritt: 30,00 €;<br />

26,00 €, 23,00 €, erm. 16,00 €, zzgl. Gebühren,<br />

Stadt Wolfratshausen, Karten über München Ticket<br />

Klaviertrio mit Klarinette<br />

mit Werken von L. van Beethoven, F. Mendelssohn Bartoldy<br />

<strong>und</strong> J. Brahms, Michelle Carulli - Klarinette<br />

Loisachhalle Wolfratshausen, Eintritt: 18,00 €;<br />

erm. 14,00 €; zzgl. Gebühren, Stadt Wolfratshausen,<br />

Karten über München Ticket<br />

Heye`s Society<br />

Finest New-Orleans Jazz-Stomp.<br />

Loisachhalle Wolfratshausen,<br />

Eintritt: 19,00 €; erm. 15,00 €; zzgl. Gebühren,<br />

Stadt Wolfratshausen, Karten über München Ticket<br />

Drei Nüsse für Aschenbrödel<br />

Familienmusical in drei Akten. Nach dem DEFA-Film von<br />

Václav Vorlíek <strong>und</strong> František Pavlíek – Exklusiv bei<br />

a.gon mit der Original Filmmusik von Karel Svoboda;<br />

LH Wolfratshausen, Eintritt: 30,00/26,00/23,00 €, erm.<br />

16,00 €, zzgl. Gebr, Stadt Wolfratshausen, Karten MT<br />

KONZERT & AUFTAKT<br />

Werke von Corelli, Sibelius, Mozart <strong>und</strong> Tschaikowski.<br />

Erich Höbarth, Violine. Hariolf Schlichtig, Viola. Philharmonisches<br />

Orchester Isartal. Leitung: Christoph Adt, LH<br />

Wolfratshausen, Eintritt: 24,00 €, erm. 12,00 €; zzgl.<br />

Gebühren, Konzertverein Isartal e. V., Karten MT<br />

Die Legende vom heiligen Trinker<br />

Theater Abo, Schauspiel mit Musik nach Joseph Roth.<br />

Mit Wolfgang Seidenberg, Ernst Konarek, Lisa Wildmann.<br />

Regie Silvia Armbruster. Loisachhalle Wolfratshausen,<br />

Eintritt: 30,00 €; 26,00 €, 23,00 €, erm. 16,00 €;<br />

zzgl. Gebühren, Stadt Wolfratshausen, Karten über MT<br />

Auszug Programm<br />

Nov.-Dez. 16<br />

Freitag<br />

11.11.<br />

20:00 Uhr<br />

Einlass:<br />

19:00 Uhr<br />

Samstag<br />

12.11.<br />

19:00 Uhr<br />

Einlass:<br />

18:00 Uhr<br />

Freitag<br />

18.11.<br />

20:00 Uhr<br />

Einlass:<br />

19:00 Uhr<br />

Freitag<br />

02.12.<br />

19:30 Uhr<br />

Einlass:<br />

18:30 Uhr<br />

Samstag<br />

03.12.<br />

20:00 Uhr<br />

Einlass:<br />

19:15 Uhr<br />

Donnerstag<br />

08.12.<br />

20:00 Uhr<br />

Einlass:<br />

19:00 Uhr<br />

Monarchen auf<br />

dem Silbertablett<br />

Hohenschwangau I Mancherorts<br />

im Pfaffenwinkel ist <strong>die</strong> Rede davon,<br />

das Allgäu sei für Oberbayern<br />

ein weißer Fleck auf der Ausflugs-<br />

Landkarte — „Terra Incognita“. Sie<br />

vernachlässigen damit eins der<br />

modernsten <strong>und</strong> architektonisch<br />

bemerkenswertesten Museen im<br />

Freistaat: das „Muse<strong>um</strong> der Bayerischen<br />

Könige“ in Hohenschwangau.<br />

Es steht direkt am Ufer des<br />

Alpsees in der grandiosen Alpenkulisse<br />

des Königswinkels <strong>und</strong><br />

wurde im September 2011 eröffnet.<br />

Wer <strong>die</strong> Geschichte der Wittelsbacher<br />

<strong>und</strong> damit den Aufstieg<br />

Bayerns vom Herzogt<strong>um</strong> z<strong>um</strong> Königreich<br />

auf einem Silbertablett<br />

serviert bekommen möchte, gar<br />

interaktiv, kommt an dem Muse<strong>um</strong><br />

nicht vorbei. Die Rä<strong>um</strong>e des<br />

früheren Hotels „Alpenrose“ sind<br />

gefüllt mit kostbaren Exponaten: Im<br />

Original zu sehen ist beispielsweise<br />

der berühmte, blaue, hermelinbesetzte<br />

Königsmantel von Ludwig II.;<br />

oder das <strong>r<strong>und</strong></strong> 2000 Teile <strong>um</strong>fassende<br />

Krönungsservice für König<br />

Ludwig III., gefertigt in der Nymphenburger<br />

Porzellanmanufaktur,<br />

dem ein ganzer Ra<strong>um</strong> gewidmet<br />

ist. Es wurde nie benutzt! Denn<br />

bevor der Monarch den Thron besteigen<br />

konnte, endete das Königreich<br />

Bayern im Jahr 1918. Dies sind<br />

nur zwei Beispiele der teilweise<br />

ra<strong>um</strong>greifenden Inszenierungen,<br />

<strong>die</strong> 1918 längst nicht enden: Die Geschichte<br />

der Wittelsbacher wird bis<br />

in <strong>die</strong> Gegenwart erzählt.<br />

Berliner Büro baut<br />

gelungen in Bayern<br />

Ein h<strong>um</strong>origer Randaspekt ist angesichts<br />

der historischen Beziehungen<br />

zwischen Bayern <strong>und</strong> Preußen,<br />

dass den Umbau des Hotels z<strong>um</strong><br />

Muse<strong>um</strong> Berliner Architekten realisiert<br />

haben — Preußen sozusagen.<br />

Dabei fand sich das Büro Staab<br />

Architekten auf beeindruckendbehutsame<br />

Art in <strong>die</strong> einmaligen<br />

Gegebenheiten zu Füßen der Königsschlösser<br />

Hohenschwangau<br />

<strong>und</strong> Neuschwanstein ein. Mehr<br />

noch: <strong>Das</strong> „Kernstück“, ein futuristisch<br />

anmutendes, transparentes,<br />

dreistöckiges Verbindungsgewölbe<br />

zwischen den kernsanierten Gründerzeitbauten<br />

des Hotels, eine neu<br />

errichtete Konstruktion aus Stahl<br />

<strong>und</strong> Glas, bezieht <strong>die</strong> Landschaft<br />

— Schlösser, See, Berge, Wälder —<br />

als eigenes Exponat hinter einer<br />

riesigen Panoramascheibe in <strong>die</strong><br />

Ausstellung mit ein. Der Bau erhielt<br />

mehrere Architektur-Preise.<br />

Drinnen führt vom weitläufigen<br />

Muse<strong>um</strong>sfoyer in modernem Design<br />

zunächst ein breiter, barrierefreier<br />

Aufgang hinauf in <strong>die</strong> erste<br />

Kartenverkauf:<br />

www.muenchenticket.de, Tel. 089 / 54 81 81 81*<br />

Bürgerbüro/Touristinfo, Wolfratshausen, Tel. 08171 / 2140,<br />

www.wolfratshausen.de, geöffnet: Mo-Mi, Fr 8-12.30 Uhr,<br />

Do 8-18 Uhr, Sa 10-12 Uhr<br />

Alle Karten für Veranstaltungen der Stadt Wolfratshausen<br />

an der Abendkasse zzgl. € 4,00<br />

(*€ 0,14 aus dt. Festnetz, ggf. abweichende Preise aus<br />

Mobilfunk – Preisänderungen vorbehalten)<br />

Irrt<strong>um</strong> + Änderungen vorbehalten · Gestaltung: www.hahn-littlefair.de<br />

Weitere Veranstaltungen unter<br />

www.wolfratshausen.de www.loisachhalle.de<br />

56 | tassilo<br />

Kultur.Tourismus.Wolfratshausen<br />

#wirsindwor<br />

Blick aus dem<br />

Panoramafenster im<br />

ersten Stock auf den Alpsee.


schönem Wetter sei aber genauso<br />

angeraten: Dann ist der Blick über<br />

den Alpsee aus dem Verbindungsbau<br />

oder von der Restaurant-Terrasse<br />

direkt neben den Gebäuden<br />

atemberaubend.<br />

<strong>Das</strong> frühere Hotel „Alpenrose“ beherbergt seit 2011 das „Muse<strong>um</strong> der<br />

Bayerischen Könige“ mit über 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche<br />

zu einer der ältesten Dynastien Europas"<br />

Etage. An den Wänden ein Stammba<strong>um</strong><br />

mit den wichtigsten Familienmitgliedern<br />

der Wittelsbacher<br />

<strong>und</strong> den Verästelungen der bayerischen<br />

<strong>und</strong> kurpfälzischen Linie,<br />

deren „Überleben“ das Königreich<br />

Bayern überhaupt erst möglich<br />

machte. Die altbayerische Wittelsbacher-Linie<br />

war ausgestorben.<br />

Anschließend stellt der „Saal der<br />

Könige“ <strong>die</strong> für Hohenschwangau<br />

wichtigsten Monarchen, Maximilian<br />

II. <strong>und</strong> seinen Sohn Ludwig II.,<br />

in den Mittelpunkt. Von Bautätigkeit,<br />

Kunstsinnigkeit <strong>und</strong> Prunksucht<br />

zeugen <strong>die</strong> Königsschlösser<br />

draußen genauso wie der Nibelungen-Tafelaufsatz<br />

als zentrales,<br />

bei weitem nicht einziges Exponat.<br />

In <strong>um</strong> den Saal gruppierten<br />

Rä<strong>um</strong>en wird dann deutlich, wie<br />

aufgeschlossen <strong>die</strong> Wittelsbacher<br />

waren für Wissenschaft, Kunst <strong>und</strong><br />

technische Innovation. Zeichnungen,<br />

Skizzen oder frühe Fotografien<br />

erzählen von den Veränderungen<br />

vor allem in der Landeshauptstadt<br />

München, <strong>die</strong> damit einhergingen:<br />

Maximilianstraße, Dampfmaschine,<br />

Eisenbahn, Elektrizität, Stahlbau.<br />

Breiten Ra<strong>um</strong> nimmt zuletzt <strong>die</strong><br />

Rolle des Herrscherhauses in der<br />

bayerischen Gesellschaft, im Verfassungsstaat<br />

des Deutschen Reichs<br />

<strong>und</strong> der europäischen Politik überhaupt<br />

ein — selbstverständlich der<br />

„Mythos Ludwig II.“, aber auch <strong>die</strong><br />

Rolle der Wittelsbacher nach dem<br />

Ersten Weltkrieg oder in der Zeit<br />

des Nationalsozialismus. Durch<br />

alle Abteilungen hindurch vermitteln<br />

tragbare Audio-Guides zusätzlich<br />

z<strong>um</strong> Sichtbaren viel Wissenswertes.<br />

Wer sich der Informationsfülle<br />

stellt, kann jederzeit einen kompletten<br />

tristen Herbsttag im Muse<strong>um</strong><br />

verbringen. Ein Besuch bei<br />

Nur Kinder dürfen<br />

Kronen basteln<br />

<strong>Das</strong> Muse<strong>um</strong> hat sieben Tage <strong>die</strong><br />

Woche von 9 bis 17 Uhr geöffnet —<br />

außer an den beiden Weihnachtsfeiertagen<br />

<strong>und</strong> Neujahr. Für Kinder<br />

werden ganztags <strong>und</strong> ohne zeitliche<br />

Vorgaben Führungen angeboten,<br />

ebenso für Gruppen bis 35 Personen<br />

nach Voranmeldung, <strong>und</strong> für<br />

Erwachsene — nur dürfen <strong>die</strong> keine<br />

Königskrone basteln.<br />

Übrigens: <strong>Das</strong> 1852 erstmals erwähnte<br />

Hotel „Alpenrose“ zog<br />

in Gebäude vom früheren Neuen<br />

Bräuhaus ein, das seit 1780 existierte.<br />

Eine Brauerei gibt es heute<br />

wieder im Nachbarort mit dem<br />

Schlossbrauhaus in Schwangau.<br />

Wem außerdem jetzt das Wasser<br />

des Alpsees zu kalt ist, was nicht<br />

verw<strong>und</strong>ern würde, kann den Muse<strong>um</strong>sbesuch<br />

in der wohligen Wärme<br />

der Kristalltherme Schwangau<br />

ausklingen lassen.<br />

ts<br />

Der Saal der Könige vereint Exponate <strong>und</strong> Informationen der wichtigen<br />

Wittelsbacher-Monarchen.<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 57


DAS TASSILO-HEIMATRÄTSEL<br />

Wappenk<strong>und</strong>e<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Ein Wappen steht als<br />

Symbol für einen Ort, mit dem sich<br />

<strong>die</strong> einheimischen Bewohner z<strong>um</strong>eist<br />

identifizieren — ein Emblem<br />

zur Wiedererkennung. Bisweilen<br />

gehen <strong>die</strong> Wappen deutscher Städte<br />

bis in das 11. Jahrh<strong>und</strong>ert zurück.<br />

Beschäftigt sich jemand mit der<br />

Heraldik, der Wappenk<strong>und</strong>e, stößt<br />

er nicht selten auf erstaunliche<br />

Bedeutungen einzelner Symbole.<br />

Meist geben <strong>die</strong>se bereits erste<br />

Auskünfte über <strong>die</strong> Stadtgeschichte<br />

oder einzelne Ereignisse. Erst im<br />

16. Jahrh<strong>und</strong>ert entwickelte sich<br />

hingegen <strong>die</strong> begriffliche Trennung<br />

von „Waffe“ als Kampfgerät <strong>und</strong><br />

„Schild“ als Schutzwaffe zu dem<br />

Begriff Wappen in seiner heutigen<br />

Bedeutung. Daher sind <strong>die</strong> bekannten<br />

Wappen häufig ein schildförmiges<br />

Zeichen, in Anlehnung an<br />

den Schild als Schutzwaffe. Bei der<br />

Gestaltung eines Wappens für eine<br />

Stadt müssen feste Bestimmungen<br />

bezüglich Gestaltung, Bedeutung<br />

<strong>und</strong> Benutzung eingehalten werden.<br />

<strong>Das</strong> Regelwerk geht auf <strong>die</strong><br />

Heraldik zurück.<br />

So auch bei den zahlreichen Wappen<br />

der Städte <strong>und</strong> Gemeinden im<br />

<strong>Tassilo</strong>land. Wie etwa bei unserem<br />

Wappen A, in Gold gehalten, mit<br />

einem Eber samt roter Zunge über<br />

einen mit zwei silbernen Pfeilen<br />

belegten blauen Schräglinksbalken.<br />

Seit 1979 führt <strong>die</strong>se Ortschaft<br />

ein eigenes Wappen. Oder etwa<br />

Wappen B, bei dem unter einem<br />

silbernen Schildhaupt, darin ein<br />

grüner Erlenzweig, in Blau ein<br />

schreitender, herschauender Löwe<br />

abgebildet ist. Ganz anders sieht<br />

da unser Wappen C aus: Der heilige<br />

Georg steht da in silberner<br />

Rüstung mit rotem Kreuz <strong>und</strong> rotem<br />

Waffenrock. Seine rechte Hand<br />

stützt er auf einen silbernen Schild<br />

mit rotem Kreuz. Seine linke Hand<br />

hält das Kreuzbanner. Daneben ein<br />

senkrecht gestellter blauer Fisch.<br />

Apropos Fisch: Wappen D zeigt einen<br />

waagerechten Fisch vor blauem<br />

Hinterg<strong>r<strong>und</strong></strong>. Darunter ein Erdbeerstock<br />

mit zwei roten Früchten.<br />

Völlig ohne Tiere kommt dagegen<br />

unser Wappen E aus. In der amtlichen<br />

Wappenbeschreibung heißt<br />

es: „Über blauem Wellenschildfuß,<br />

darin ein kleeförmig ausgeschnittenes<br />

silbernes Seeblatt, in Silber<br />

ein von Schwarz <strong>und</strong> Rot geteilter<br />

Schrägbalken, darüber eine blaue<br />

heraldische Lilie.“<br />

Wappen A<br />

Wappen B<br />

In unserem aktuellen Heimaträtsel<br />

möchten wir von Ihnen also wissen,<br />

zu welchen Gemeinden im<br />

<strong>Tassilo</strong>land das jeweilige Wappen<br />

gehört.<br />

Wenn Sie <strong>die</strong> Abbildungen richtig<br />

zuordnen können, schicken Sie bis<br />

15. <strong>November</strong> eine Postkarte an<br />

„tassilo“, Birkland 40, 86971 Peiting.<br />

Oder eine E-Mail an info@<br />

tassilo.de. Dabei bitte <strong>die</strong> vollständige<br />

Absenderadresse nicht<br />

vergessen.<br />

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen,<br />

wie immer entscheidet das<br />

Los. Für ausgeprägtes Fachwissen<br />

über Wappen aus dem <strong>Tassilo</strong>land<br />

gibt es <strong>die</strong>smal wieder fünf<br />

Badewelt-Familienkarten für das<br />

„Plantsch — Badespaß <strong>und</strong> Saunaland“<br />

in Schongau zu gewinnen.<br />

Wir wünschen allen Teilnehmern<br />

viel Glück.<br />

tis<br />

Wappen C<br />

Wappen D<br />

Wappen E<br />

> > > DES LETZTEN RÄTSELS LÖSUNG<br />

Obwohl fast <strong>die</strong> gesamte Seefläche des Staffelsees zur am Ostufer<br />

gelegenen Gemeinde Seehausen gehört <strong>und</strong> im Norden <strong>und</strong> Westen<br />

<strong>die</strong> Gemeinde Uffing Anteile am Seeufer hat, genauso wie der<br />

Markt Murnau im Südosten, sind <strong>die</strong>se nicht <strong>die</strong> Eigentümer des<br />

Sees. <strong>Das</strong> ist nämlich der Freistaat Bayern, wobei <strong>die</strong> Bayerische<br />

Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten <strong>und</strong> <strong>Seen</strong> für dessen<br />

Verwaltung zuständig ist. Diese korrekte Antwort wussten unter<br />

anderem Marc Kemmer aus Bernried, Barbara König aus Murnau,<br />

Angelika Rittner aus Untersöchering, Familie Rohrmoser aus <strong>Weilheim</strong>,<br />

sowie Susanne Schuhmacher aus Peißenberg. Alle hatten<br />

Glück, setzten sich in unserem Losentscheid durch <strong>und</strong> freuten sich<br />

so über eine Familienkarte für das „Plantsch“.<br />

> > > IMPRESSUM<br />

„tassilo“<br />

„tassilo“ ist ein Medi<strong>um</strong> von<br />

Birkland 40, 86971 Peiting<br />

Telefon: 08869 / 91 22-26<br />

Fax: 08869 / 91 22-27<br />

Mail: info@tassilo.de<br />

Stand bei Drucklegung im Oktober <strong>2016</strong>.<br />

Änderungen <strong>und</strong> Fehler vorbehalten.<br />

Auflage: 58000 Exemplare<br />

Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie<br />

Erscheinungstermine <strong>und</strong> weitere technische Angaben<br />

finden Sie auf unserer Webseite www.tassilo.de<br />

Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose Verteilung<br />

an alle Haushalte <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>Weilheim</strong> <strong>und</strong> <strong>die</strong> <strong>Seen</strong> —<br />

Auslegestellen im Verteilgebiet <strong>und</strong> in Penzberg.<br />

Herausgeber: Peter Ostenrieder<br />

Redaktion: Tobias Sch<strong>um</strong>acher, Tim Schmid, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)<br />

Mitarbeiter <strong>die</strong>ser <strong>Ausgabe</strong>: Regine Pätz, Rosi Geiger, Stefanie Creutz, Caroline Rappold<br />

Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler, Andreas Jennerwein, Tim Schmid<br />

Satz, Layout & Anzeigengestaltung: Peter Ostenrieder, Kurt Zarbock, Irmgard Gruber,<br />

Christian Lechner, Tim Schmid, Jonas Desche<br />

Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, Martin-Moser-Straße 23, 84503 Altötting<br />

Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Weidenbach 8, 82362 <strong>Weilheim</strong><br />

Geplanter Erscheinungstermin der nächsten <strong>Ausgabe</strong> Januar/Februar 2017:<br />

Freitag, 23. <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> (Anzeigenschluss: 5. <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong>)<br />

Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung sowie keine Erscheinungsgewähr übernommen.<br />

Fotos: Mauritius Images, Johann Jilka, Jürgen Schütt, Tobias Sch<strong>um</strong>acher, Rosi Geiger, Regine Pätz,<br />

Peter Ostenrieder, Stefanie Creutz, Caroline Rappold, Kurt Zarbock, Tim Schmid, Wolfgang Stuhler,<br />

Martin Beck, Markus Rothwinkler, Buchverlage LangenMüller Herbig Nymphenburger terra magica,<br />

Allianz pro Schiene, Andreas Holzhey, PHT Airpicture GmbH, Volksbühne am Staffelsee, Pressefoto<br />

Clemens Bittlinger (Erika Hemmerich <strong>und</strong> Georg Leupold), Fortissima Polling, Christian Kaufmann, Hans<br />

Rehbehn, Mark Haslinger, Krankenhaus GmbH <strong>Weilheim</strong>-Schongau, Dr. Thomas Löffler, Edith Eckbauer,<br />

Schuhmann, IHK für München <strong>und</strong> Oberbayern/Bonifatius Ametsbichler, Susanna Mattes, Satz & Druck<br />

Molnar, Mobile Umweltschule Markus Blacek, Alfred Küng, Cartiasverband für den Landkreis <strong>Weilheim</strong>-<br />

Schongau e.V., Landratsamt <strong>Weilheim</strong>-Schongau, Haarmoden Salon Bräu, SONO MOTORS GmbH, Staatliches<br />

Bauamt <strong>Weilheim</strong>, Gregor M. Schmid (www.gregorschmid.com), Wittelsbacher Ausgleichfonds/<br />

Muse<strong>um</strong> der Bayerischen Könige/Vanessa Richter, Wittelsbacher Ausgleichfonds/Muse<strong>um</strong> der Bayerischen<br />

Könige/Jörg Sattelberger, Wikipedia, Erdwärme Oberland GmbH, KSC Gut Holz Eberfing, Markus Geier,<br />

Rosi Geiger, Florian Warnecke — Part of Nature, Florian Werner, Gemeinde Andechs, Florian Raff, Bezirk<br />

Oberbayern Archiv FLM, Gemeinde Polling, Gut Achberg, Andreas Tralmer, Alois Bernhard, Fotolia<br />

58 | tassilo


DAS „MAKING-OF“ DER ROTEN COUCH ...<br />

Fototermin im Atelier<br />

NATUR<br />

PUR<br />

HOLZHAUSBAU<br />

So geht Holzbau heute<br />

-<br />

-<br />

<br />

-<br />

<br />

<br />

-<br />

<br />

<br />

Besuchen Sie uns in der<br />

Niederlassung Eresing<br />

<strong>und</strong> erleben Sie das ange-<br />

<br />

<br />

Nutzen Sie <strong>die</strong> Möglichkeit zur persönlichen Fachberatung<br />

über Holzhausbau, Baubiologie, Energie-<br />

<br />

<br />

richtig gut bauen - seit über 45 Jahren<br />

Sonnleitner-Niederlassung Eresing<br />

Frietingerstr. 1 | D-86922 Eresing<br />

Tel. 08193 9386-41 | Fax DW -50<br />

eresing@sonnleitner.de | www.sonnleitner.de<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 59


Energiegewinnung via Geothermie in <strong>Weilheim</strong><br />

Hitze aus dem Erdinneren<br />

<strong>Weilheim</strong> / Lichtenau | Schon 2007<br />

hatten erste geologische Untersuchungen<br />

des geothermischen<br />

Reservoirs im Ra<strong>um</strong> <strong>Weilheim</strong><br />

gezeigt, dass sich <strong>die</strong> Lichtenau,<br />

nordwestlich der Kreisstadt gelegen,<br />

als ein Gebiet mit besten Bedingungen<br />

in Sachen Erdwärme<br />

entpuppen könnte. Aus <strong>die</strong>sem<br />

Ergebnis heraus folgte 2012 <strong>die</strong> Errichtung<br />

eines ersten Bohrplatzes.<br />

Die Reform des Gesetzes erneuerbarer<br />

Energien (EEG-Reform 2014)<br />

brachte das Projekt jedoch 2013 ins<br />

Stoppen. Zu unklar sollte sich <strong>die</strong><br />

Fortsetzung staatlicher Unterstützung<br />

auf <strong>die</strong>sem Gebiet erweisen.<br />

Nach Übernahme der Mehrheit an<br />

der Erdwärme Oberland GmbH<br />

durch das italienische Unternehmen<br />

Enel Green Power Ende 2015<br />

wurde das Geothermie-Projekt<br />

<strong>Weilheim</strong> wieder aufgenommen;<br />

sollten <strong>die</strong> Probebohrungen, <strong>die</strong><br />

Mitte Oktober <strong>2016</strong> gestartet wurden,<br />

erfolgversprechend sein <strong>und</strong><br />

den Bau des geplanten Heizkraftwerkes<br />

in der Lichtenau damit<br />

realisierbar machen, könnten bis<br />

zu 26 Megawatt Strom daraus resultieren<br />

— womit etwa der Stromverbrauch<br />

von <strong>r<strong>und</strong></strong> 60 000 Haushalten<br />

abgedeckt werden könnte.<br />

Geothermie — was ist<br />

das eigentlich?<br />

Je tiefer man in das Innere der Erde<br />

vordringt, desto wärmer wird es<br />

dort. Geothermie ist eine Technik,<br />

<strong>um</strong> <strong>die</strong> Hitze aus dem Erdinneren<br />

nutzbar machen zu können. Dabei<br />

setzt man Bohrungen ein, <strong>um</strong><br />

<strong>die</strong> Erdwärme über heißes Wasser<br />

an <strong>die</strong> Oberfläche zu holen; dort<br />

wird sie in Strom oder Heizenergie<br />

<strong>um</strong>gewandelt. <strong>Das</strong> Projekt selbst<br />

durchläuft dabei vier Phasen:<br />

Zuvorderst findet eine geologische<br />

Erk<strong>und</strong>ung der Erdwärme-<br />

Lagerstätte statt, dann werden<br />

Probebohrungen durchgeführt.<br />

Sie liefern <strong>die</strong> entscheidenden Informationen<br />

über <strong>die</strong> zu erwartende,<br />

förderbare Wassermenge wie<br />

auch <strong>die</strong> Temperatur des Thermalwassers.<br />

Erst eine ausreichende<br />

Wassermenge zieht dann den Bau<br />

einer Energiezentrale oder eines<br />

Heizkraftwerkes nach sich. <strong>Das</strong> erzeugt<br />

dann Strom oder Wärme aus<br />

der gewonnenen Energie, <strong>die</strong> dem<br />

heißen Wasser entzogen wird.<br />

Befürworter treffen<br />

auf Bedenkenträger<br />

Im Falle <strong>Weilheim</strong>s soll ein ein<br />

luftgekühltes, binäres Geothermie-<br />

Kraftwerk z<strong>um</strong> Einsatz kommen. Es<br />

ermöglicht <strong>die</strong> Nutzung von geothermischen<br />

Reservoiren unter<br />

200 Grad Celsius. Da es sich dabei<br />

<strong>um</strong> ein geschlossenes System handelt,<br />

werden keine Dämpfe oder<br />

Gase in <strong>die</strong> Atmosphäre abgeleitet,<br />

es trägt also nicht zur globalen Erwärmung<br />

bei. Befürworter <strong>die</strong>ser<br />

Art der Energiegewinnung führen<br />

auch optische Gründe an. Im Vergleich<br />

zu erneuerbaren Energien<br />

wie Windparks oder Solaranlagen<br />

werde für <strong>die</strong> Geothermie weniger<br />

Fläche beansprucht, ragen<br />

also keine Windräder oder Paneele<br />

in <strong>die</strong> Umgebung. Ein weiterer<br />

Pluspunkt der Befürworter liegt<br />

im Verzicht fossiler<br />

Brennstoffe, <strong>um</strong><br />

Energie zu gewinnen.<br />

<strong>Das</strong>s eine Verunreinigung<br />

des G<strong>r<strong>und</strong></strong>wassers<br />

mittels der<br />

sogenannten Fracking-Technologie<br />

eintreten könne,<br />

ruft <strong>die</strong> Gegner auf<br />

den Plan. Sie sehen<br />

<strong>die</strong> Gefahr im Einsatz der Chemikalien,<br />

<strong>die</strong> in der Frackingflüssigkeit<br />

enthalten sind — <strong>und</strong> damit<br />

etwa eine erhöhte Radonbelastung<br />

des G<strong>r<strong>und</strong></strong>wassers. Auch stünden<br />

Befürchtungen im Ra<strong>um</strong>, es könnten<br />

durch das Bohren seismische<br />

Schäden entstehen, sich <strong>die</strong> Bodendecke<br />

des Geländes anheben.<br />

Transparenz durch<br />

Bürgerdialog<br />

Um Bedenken <strong>und</strong> Unklarheiten<br />

zu begegnen, hatten <strong>die</strong> Betreiber<br />

Erdwärme Oberland GmbH<br />

<strong>und</strong> Enel Green Power im Vorfeld<br />

Informationsveranstaltungen<br />

abgehalten. So heißt es aus den<br />

Reihen der Verantwortlichen, dass<br />

weder <strong>die</strong> Technik des Frackings<br />

eingesetzt werde, noch Gefahr<br />

für das G<strong>r<strong>und</strong></strong>wasser bestehe. Um<br />

weiteren Dialog mit den Bürgern<br />

zu gewährleisten, kann auf der<br />

Internetseite www.erdwaermeoberland.de<br />

Kontakt mit dem<br />

Unternehmen aufgenommen <strong>und</strong><br />

Antworten zu persönlichen Fragen<br />

unter der Rubrik „Fragen & Antworten“<br />

gef<strong>und</strong>en werden.<br />

Sollten <strong>die</strong> Probebohrungen Mitte<br />

Oktober erfolgversprechend verlaufen<br />

sein, kann <strong>die</strong> Erdwärme<br />

Oberland GmbH beim Bergamt<br />

Südbayern eine Bohrlizenz beantragen<br />

<strong>und</strong> mit dem Bau des Kraftwerks<br />

voraussichtlich im Herbst<br />

2017 beginnen. Eine Inbetriebnahme<br />

könnte dann z<strong>um</strong> Ende des<br />

Jahres 2018 möglich sein. rp<br />

Etwa 4 100 Meter vertikale Bohrtiefe, etwa 5 300 Meter<br />

Bohrstrecke <strong>und</strong> bis zu 200 Liter pro Sek<strong>und</strong>e Schüttung<br />

pro Bohrung mit einer Temperatur von etwa 141 Grad<br />

Celsius verspricht das geplante Geothermie-Kraftwerk in<br />

der <strong>Weilheim</strong>er Lichtenau.<br />

60 | tassilo


Unterwegs auf den Kegelbahnen im <strong>Tassilo</strong>land<br />

Eine ruhige Kugel schieben<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Obwohl auch beim<br />

Kegeln „das R<strong>und</strong>e“ eine Rolle<br />

spielt, zählt es nach wie vor zu den<br />

Nischensportarten. Dabei geht es<br />

hier <strong>um</strong> eine ehrliche Disziplin, bei<br />

der noch das Ergebnis des Einzelnen<br />

zählt, im Kampf Mann gegen<br />

Mann; natürlich auch Frau gegen<br />

Frau. Ob man sich dem Wettkampf<br />

eher amateurhaft oder in einem<br />

der zahlreichen Kegelvereine<br />

stellt, <strong>die</strong> sich im sogenannten<br />

Zugspitzkreis organisieren, unterscheidet<br />

sich durch zwei eklatante<br />

Punkte: Zeit — <strong>und</strong> Talent!<br />

Zeitintensive Trainings<br />

<strong>und</strong> Wettkämpfe<br />

R<strong>und</strong> vier St<strong>und</strong>en Training pro<br />

Woche plus ein Wettkampf am<br />

Wochenende schlagen für den<br />

Sportkegler zu Buche; seit sich<br />

der Modus der Wettkämpfe von<br />

„4 x 50 Schub“ auf heute „4 x 30<br />

Schub“ reduzierte, sind zwar auch<br />

<strong>die</strong> Wettkämpfe an <strong>und</strong> für sich<br />

kürzer geworden. Bis ein Turnier<br />

durchlaufen ist, kommen insgesamt<br />

dennoch <strong>r<strong>und</strong></strong> drei bis vier<br />

St<strong>und</strong>en zusammen. Die Hin- <strong>und</strong><br />

Rückfahrt wie auch <strong>die</strong> Bahnpflege<br />

sind da noch nicht mitgerechnet.<br />

Alle vier Wochen müssen <strong>die</strong><br />

Bahnen ent- <strong>und</strong> gewachst werden,<br />

tägliches Staubsaugen tut<br />

ebenfalls Not.<br />

Und dann wäre da noch <strong>die</strong> Sache<br />

mit dem Talent. Einer, der das wissen<br />

muss, ist Peter Fischer. Er ist<br />

seit 36 Jahren Erster Vorsitzender<br />

beim SKC Gut Holz Eberfing, war<br />

allein <strong>r<strong>und</strong></strong> zehn Jahre Sportwart<br />

seines Vereins. Einen professionellen<br />

Trainer können sich allerdings<br />

nur — wenn überhaupt — <strong>die</strong><br />

B<strong>und</strong>esligamannschaften leisten.<br />

Denn <strong>die</strong> kosten richtig Geld. Da<br />

bleibt den meisten regionalen<br />

Vereinen nur der Weg, Wissen<br />

untereinander auszutauschen <strong>und</strong><br />

gemeinsam Entwicklungen voranzubringen.<br />

<strong>Das</strong>s Kegeln mancherorts<br />

als „Wirtshaussport“ gilt, weil<br />

oftmals Gastwirte <strong>die</strong> Betreiber<br />

von Kegelbahnen sind, ist mittlerweile<br />

eigentlich unbegründet.<br />

Fischer sagt: „Während der Kämpfe<br />

herrscht totales Alkoholverbot“!<br />

Daran werde nicht gerüttelt, das<br />

gelte gerade für <strong>die</strong> Jugendlichen.<br />

Auch dass zwischenzeitlich Rauchverbot<br />

in Gast- <strong>und</strong> Vereinsstätten<br />

gilt, habe dem Image des Sports<br />

gut getan. Vielleicht gibt es tatsächlich<br />

so etwas wie ein „Kegel-<br />

Gen“, denn viele Nachwuchsspieler<br />

kommen aus dem Milieu, weil<br />

ein Elternteil oder Familienmitglied<br />

bereits im Kegelsport aktiv<br />

war oder ist. Peter Fischer hat im<br />

Alter von 17 Jahren mit dem Kegelsport<br />

begonnen. Als der damalige<br />

Wirt des Gasthauses „Zur Post“ in<br />

Eberfing eine Kegelbahnanlage<br />

bauen ließ, hat Fischer nicht lange<br />

gezögert <strong>und</strong> sich der dafür<br />

neu gegründeten Sparte Kegeln<br />

angeschlossen. Auch seine Söhne<br />

folgten den Fußstapfen des Vaters<br />

— mittlerweile kegelt sogar der<br />

achtjährige Enkel Fischers, natürlich<br />

mit einer kleineren Kugel<br />

als <strong>die</strong> „Großen“. <strong>Das</strong>s sich damit<br />

der Nachwuchs nicht zwangsläufig<br />

von selbst einstellt, ist schnell<br />

erklärt. Kegeln ist eben eine Nischensportart<br />

— <strong>und</strong> kann, anders<br />

als etwa beim Fußball — nicht bereits<br />

im Kleinkindesalter erlernt<br />

werden. Nachwuchsprobleme<br />

kennen wohl alle Vereine, nicht<br />

nur <strong>die</strong> Kegler. Fischer: „Wir sind,<br />

neben Seeshaupt <strong>und</strong> Huglfing,<br />

noch recht gut aufgestellt.<br />

14 Jugendliche gehören momentan<br />

z<strong>um</strong> Verein. Doch etwa 70 Prozent<br />

der Vereine haben gar keine Jugendmannschaft<br />

mehr.“ <strong>Das</strong>s sich<br />

Eberfing in <strong>die</strong>ser<br />

— noch — veritablen<br />

Situation befindet,<br />

kann dem<br />

Engagement des<br />

Vereines zugeschrieben<br />

werden.<br />

„Man muss<br />

schon etwas tun,<br />

<strong>um</strong> <strong>die</strong> Jugendlichen<br />

bei der<br />

Stange zu halten“, erklärt der<br />

Vorsitzende, „bei uns werden sie<br />

narrisch gefördert!“ Derzeit habe<br />

man mit Ramona Resch einen<br />

„Stern am Himmel“, sagt Fischer<br />

stolz. Die 15-Jährige zählt momentan<br />

zu den besten Bayernkader-<br />

Spielerinnen.<br />

Viele Vereine weichen<br />

in Nachbarorte aus<br />

Um in einer der Ligen spielen<br />

zu können, <strong>die</strong> sich — angefangen<br />

von der Kreisklasse (C, B, A)<br />

<strong>und</strong> Bezirksliga (B, A) über <strong>die</strong><br />

Ramona Resch gilt als eine der<br />

besten Bayernkader-Spielerinnen.<br />

Bezirksoberliga, Regionalliga<br />

Schwaben-Oberbayern, Landesliga<br />

Süd — letztlich bis zur Bayern-<br />

<strong>und</strong> B<strong>und</strong>esliga aufbauen,<br />

ist man als Kegelsportverein ab<br />

der Bezirksoberliga auf eine Anlage<br />

mit mindestens vier Bahnen<br />

angewiesen. Verfügen doch einige<br />

Gaststätten über eigene, kleinere<br />

Kegelbahnanlagen, reicht das im<br />

oberen Sportkegelbereich nicht<br />

aus. <strong>Das</strong> erklärt denn auch, war<strong>um</strong><br />

manche Mannschaften nicht<br />

in ihrem Heimatort trainieren.<br />

Zwei Sportkegelvereine aus Peißenberg,<br />

TSV <strong>und</strong> KSV, trainieren<br />

etwa in Huglfing; <strong>die</strong> Damenmannschaft<br />

der <strong>Weilheim</strong>er in<br />

Seeshaupt. Gerade Seeshaupt <strong>und</strong><br />

Eberfing können sich rühmen,<br />

<strong>die</strong> derzeit modernsten Bahnen<br />

innerhalb des Zugspitzkreises zu<br />

besitzen. In Eberfing machte <strong>die</strong>s<br />

<strong>die</strong> Spende einer mittlerweile<br />

verstorbenen Gönnerin möglich.<br />

Sie wollte, dass der Kegelsport in<br />

der Gemeinde weiterhin Bestand<br />

hat. Die Gemeinde investierte<br />

3,5 Millionen in <strong>die</strong> Anlage!<br />

Relativ erfolgreich behaupten sich<br />

<strong>die</strong> regionalen Kegelsportvereine<br />

in den diversen Ligen des Kreises.<br />

So gehören Seeshaupt 1, Eberfing<br />

2 wie auch Peiting 2 zur Bezirksoberliga,<br />

Schongau 1 <strong>und</strong> Penzberg<br />

1 gar zur Regionalliga. Mit<br />

ihrem Platz in der Landesliga Süd<br />

<strong>und</strong> damit noch zwei Ebenen vom<br />

Aufstieg in <strong>die</strong> B<strong>und</strong>esliga entfernt,<br />

finden sich Gut Holz Eberfing<br />

1 <strong>und</strong> Frischauf <strong>Weilheim</strong> 1.<br />

Durch den Aufstieg würden natürlich<br />

auch <strong>die</strong> Kosten eines Vereins<br />

steigen. Gerade <strong>die</strong> Fahrten zu<br />

weiter entfernten Wettkampfstätten<br />

schlagen finanziell deutlich<br />

zu Buche, vom Zeitaufkommen<br />

noch gar nicht zu sprechen. „Da<br />

muss man schon Herzblut für den<br />

Sport mitbringen“, fasst Fischer<br />

zusammen. Nichts desto trotz gehört<br />

der Ehrgeiz <strong>und</strong> damit der<br />

Klassenerhalt schon auch zur Ehre<br />

eines Vereins. Und wünschenswert<br />

wären dazu ebenso enso<br />

ambitionierte<br />

Zuschauer, <strong>die</strong><br />

es<br />

zu schätzen wissen, einem<br />

ehrlichem Kampf<br />

beizuwohnen — <strong>und</strong><br />

das so nahe, wie es<br />

ka<strong>um</strong> eine andere<br />

Sportart zulässt. rp<br />

Die Kegelsportanlage im Gasthaus Zur Post Eberfing zählt zu den modernsten,<br />

<strong>die</strong> derzeit im Zugspitzkreis zu finden sind.<br />

november / dezember er <strong>2016</strong> | 61


<strong>Das</strong> „tassilo“-Weihnachtsmenü aus dem Kloster Andechs<br />

Kalbsfilet im Blätterteig<br />

Andechs | Denkt man im kulinarischen<br />

Sinne an das Kloster<br />

Andechs, so fallen einem sofort<br />

Schweinshax’n, Wurstsalat oder<br />

Obazda ein. Doch innerhalb der<br />

Klostermauern kann auch anders<br />

gekocht werden. Markus Geier ist<br />

Küchenchef in der Konventküche,<br />

er versorgt <strong>die</strong> Geistlichkeit, Angestellte,<br />

Wallfahrer <strong>und</strong> Übernachtungsgäste.<br />

Natürlich gibt es<br />

an Weihnachten ein besonderes<br />

Gericht. Dem „tassilo“ verrät er<br />

sein Rezept für „Kalbsfilet im Blätterteig<br />

eig an napierter e grüner Pfeff-<br />

f-<br />

ersauce“.<br />

e“<br />

Seit dem 12. Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

besteht <strong>die</strong> Wallfahrt auf<br />

den Heiligen Berg, heute<br />

sind es <strong>r<strong>und</strong></strong> 30000<br />

Wallfahrer aus über 130<br />

Gemeinden, <strong>die</strong> jedes Jahr<br />

nach Andechs kommen.<br />

Für Suchende, Männer<br />

jeden Alters, bieten <strong>die</strong><br />

Benediktiner mehrmals<br />

im Jahr Tage der Einkehr<br />

im Kloster. Außerdem<br />

besteht seit 2003 ein<br />

„Münchner Jakobsweg“,<br />

dessen en Pilger auch<br />

in Andechs<br />

Station machen <strong>und</strong><br />

der sich<br />

wachsender<br />

Beliebtheit eb<br />

ei<br />

t erfreut.<br />

Die Übernachtungsmöglichkeiten<br />

sind begrenzt, deshalb<br />

empfiehlt es<br />

sich, rechtzeitig<br />

mit dem Kloster<br />

Kontakt aufzunehmen.<br />

Wer <strong>die</strong> Ruhe <strong>und</strong><br />

Besinnung in den<br />

ehrwürdigen Klostermauern<br />

sucht, der<br />

wird<br />

von Küchenmeis-<br />

ter Markus Geier kulinarisch<br />

In der Konventküche des Klosters Andechs<br />

bereitet Küchenmeister Markus Geier ein<br />

Weihnachtsmenü zu.<br />

verwöhnt. Für unser <strong>Magazin</strong> gibt<br />

er nun eines seiner beliebtesten<br />

Rezepte preis.<br />

Die Zubereitung<br />

<strong>Das</strong> Kalbsfilet kalt waschen, trocken<br />

tupfen, anschließend salzen,<br />

pfeffern <strong>und</strong> leicht mit Mehl einstäuben.<br />

In einer heißen Pfanne<br />

mit Butterschmalz von allen Seiten<br />

kurz <strong>und</strong> scharf anbraten. <strong>Das</strong> Filet<br />

entnehmen <strong>und</strong> ruhen lassen.<br />

Zutatenliste<br />

für<br />

..<br />

..<br />

1 Kalbsfilet<br />

3 Platten Blätterteig<br />

4 Scheiben gekochter Schinken<br />

4 Scheiben würziger Bergkäse<br />

4 Stangen Lauchzwiebeln<br />

500 ml Kalbs-Bratenfond<br />

1 Becher Sahne<br />

1 Dose grüne Pfefferkörner<br />

in Salzlake<br />

4 cl Sherry<br />

1 Ei<br />

Butterschmalz<br />

Stärke z<strong>um</strong> Abbinden<br />

Salz, Pfeffer, Mehl<br />

Mit dem in<br />

der Pfanne ne<br />

befindlichen iche<br />

n Braten-<br />

fttdi fett <strong>die</strong> Sauce ansetzen. Dazu wird<br />

der dunkle Kalbsfond aufgegossen;<br />

etwas reduzieren lassen. An-<br />

Lauchzwiebeln,<br />

eln,<br />

den restlichen Käse <strong>und</strong> Schinken<br />

darüber. „Es ist ratsam, <strong>die</strong> Reihenfolge<br />

schließend grüne Pfefferkörner<br />

genau so einzuhalten“,<br />

hinzugeben <strong>und</strong> etwa 15 Minuten<br />

leicht köcheln lassen. Mit einem<br />

empfiehlt der Küchenchef, damit<br />

es später auch optisch wirkt. Ein<br />

Becher Sahne aufgießen, mit Eigelb mit etwas Sahne verquirlen<br />

Stärke abbinden, einen Schuss<br />

Sherry <strong>und</strong> Gewürze nach Belieben<br />

dazu, dann warmstellen. „Die<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Seitenränder des Teiges<br />

einstreichen. Den Blätterteig einschlagen,<br />

<strong>die</strong> Ränder andrücken<br />

Sauce darf nicht kochen, sonst <strong>und</strong> <strong>die</strong> Oberfläche ebenfalls bestreichen.<br />

flockt sie aus“, rät Markus Geier.<br />

Nun <strong>die</strong> Lauchzwiebeln waschen,<br />

in Streifen schneiden <strong>und</strong> in einer<br />

Pfanne mit Butterschmalz anschwitzen,<br />

würzen <strong>und</strong> warmstellen.<br />

Im vorgeheizten Back-<br />

ofen bei 180 Grad mit Umluft circa<br />

35 Minuten goldgelb backen.<br />

In Andechs werden dazu Herzoginkartoffeln,<br />

glasierte Karotten<br />

Drei Platten Blätterteig auf <strong>und</strong> Speckbohnenbündchen serofen<br />

einer leicht eingemehlten Fläche<br />

ausrollen, in <strong>die</strong> Mitte des Teiges<br />

zwei Scheiben Schinken legen,<br />

viert. Z<strong>um</strong> Anrichten empfiehlt<br />

Markus Geier, das Kalbsfilet in da<strong>um</strong>endicke<br />

Scheiben zu schneiden,<br />

darauf zwei Scheiben Bergkäse mit den Beilagen auf vorgewärmte<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Hälfte der angeschwitzten<br />

Lauchzwiebeln. <strong>Das</strong> Filet auf <strong>die</strong><br />

Teller zu legen <strong>und</strong> leicht mit der<br />

Sauce zu übergießen. Einen guten<br />

Füllung legen, dann <strong>die</strong> restlichen Appetit!<br />

rg<br />

Modestoffe &<br />

Accessoires<br />

Patchworkstoffe<br />

<strong>und</strong><br />

Zubehör<br />

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Telefon 08 81/24 67 <br />

62 | tassilo


Florian Warnecke, Inhaber von „Feinkost Pölt“ <strong>und</strong> „Part of Nature“<br />

Traditioneller Laden,<br />

moderne Fotografie<br />

> > >KALENDER-VERLOSUNG<br />

Murnau | Den im wahrsten Sinne<br />

des Wortes kleinen aber feinen<br />

„Feinkost Pöltl“ gibt es bereits<br />

seit knapp 100 Jahren. Historische<br />

Fotos erinnern genauso wie eine<br />

Figur am Hauseck des Feinkostladens<br />

an <strong>die</strong> Zeit der Kolonialwarengeschäfte.<br />

An jene Zeit, in<br />

der Kaffee, Kakao oder Schokolade<br />

zusammen mit anderen Waren<br />

aus fernen Ländern kamen <strong>und</strong><br />

gemeinsam in besonderen Fachgeschäften<br />

als „Feinkost“ gehandelt<br />

wurden.<br />

Feinkost in der<br />

vierten Generation<br />

Heutzutage bietet Florian Warnecke<br />

im Feinkost Pöltl Wurstspezialitäten,<br />

Lebensmittel <strong>und</strong> Spirituosen<br />

an. Er führt den Laden gemeinsam<br />

mit seiner Mutter bereits<br />

in der vierten Generation, seine<br />

Urgroßeltern hatten ihn einst<br />

eröffnet. Laut Florian Warnecke<br />

war sein Urgroßvater zudem einst<br />

der erste Fotograf in Murnau, der<br />

Laden war zweigeteilt in Lebensmittel<br />

<strong>und</strong> Fotografie. Seine<br />

Großeltern in der Folge konzentrierten<br />

sich ausschließlich auf den<br />

„tassilo“ verlost drei Kalender für das Jahr 2017 mit den beeindruckenden<br />

Bildern von Florian Warnecke — „Part of Nature“. Wer einen<br />

davon gewinnen möchte, sendet eine Postkarte mit dem Stichwort<br />

„Part of Nature“ an „tassilo“, Birland 40, 86971 Peiting. Oder eine<br />

Mail an info@tassilo.de. Bitte auch hier mit vollständiger Adresse,<br />

da <strong>die</strong> Kalender ihre neuen Besitzer auf postalischem Weg erreichen.<br />

Lebensmittelbereich. Sein Großvater<br />

fuhr zweimal am Tag nach<br />

München, <strong>um</strong> <strong>die</strong> Waren zu holen,<br />

manchmal sogar bis nach Hamburg<br />

z<strong>um</strong> Hafen wegen des Kaffees<br />

oder ähnlichem. Auch selbst<br />

geröstet hatte der Opa bereits.<br />

Heute hat Florian Warnecke beide<br />

Familienzweige wieder vereint.<br />

Z<strong>um</strong> einen führt er den Laden,<br />

an dem er besonders schätzt,<br />

dass man alle z<strong>um</strong> Leben nötigen<br />

Lebensmittel bekommt, man in<br />

Ruhe einkaufen, ratschen oder<br />

auch ein Schnäpschen probieren<br />

kann. Seine andere Leidenschaft<br />

gehört der „Wildlife“- <strong>und</strong> Landschaftsfotografie,<br />

<strong>die</strong> er unter dem<br />

Namen „Part of Nature“ betreibt.<br />

Fotografie<br />

als Berufung<br />

Seine Fotografie sieht er weniger<br />

als Job oder gar Zeitvertreib,<br />

sondern als Berufung. „Ich denke,<br />

mein Urgroßvater hat mir<br />

über Generationen das fotografische<br />

Gespür vererbt, wenn man<br />

so will“, schmunzelt Warnecke.<br />

In der Nähe von Tieren zu sein,<br />

erfüllt ihn mit einer Freude <strong>und</strong><br />

Ausgeglichenheit,<br />

<strong>die</strong> er<br />

sonst nirgends<br />

findet. „Wenn n<br />

einen <strong>die</strong> Tiere e<br />

in ihre Welt<br />

lassen <strong>und</strong> ich<br />

an deren Leben en<br />

teilhaben darf,<br />

empfinde ich das persönlich als<br />

große Ehre <strong>und</strong> Privileg“, erläutert<br />

der passionierte Fotograf. Mit der<br />

Kamera treibt es den Abenteurer<br />

immer wieder in Länder mit<br />

atemberaubenden Landschaften.<br />

Neben einzigartigen Ausblicken<br />

beobachtet er auch immer wieder<br />

Tiere, <strong>die</strong> er, wie er zugibt, sonst<br />

nur aus Dok<strong>um</strong>entationen kannte.<br />

Außerdem „bringt mich das mit<br />

interessanten Menschen in Kontakt,<br />

<strong>die</strong> <strong>die</strong> gleiche Leidenschaft<br />

teilen“. Island, <strong>die</strong> Shettlandinseln<br />

oder kürzlich das Verzascatal<br />

in der Schweiz sind nur<br />

einige der Ziele seiner bisherigen<br />

Fotoreisen. Gleichwohl gibt<br />

Warnecke aber zu bedenken, dass<br />

<strong>die</strong> Reise in tolle Länder allein<br />

keine Garantie für gute Bilder ist.<br />

Gerade in der Wildlife-Fotografie<br />

hängt viel vom Glück des Tüchtigen<br />

ab: Sind <strong>die</strong> Tiere da, wo vermutet?<br />

Spielt ihr Vertrauen einem<br />

in <strong>die</strong> Karten? Und stimmt der<br />

Wind <strong>und</strong> das Wetter? Um andere<br />

an seinen Erfahrungen <strong>und</strong> Kenntnissen<br />

teilhaben zu lassen, bietet<br />

Florian Warnecke Fotoworkshops<br />

in der Natur an, entweder einzeln<br />

oder in der Gruppe. Einzelheiten<br />

dazu auf seiner Homepage.<br />

www.part-of-nature.com<br />

Teile seiner er<br />

Arbeiten<br />

veröffentlicht er zudem jährlich im<br />

„Part of Nature“-Kalender. tis<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 63


Weihnachtsmärkte im <strong>Tassilo</strong>land<br />

Viel zu tun für den Nikolaus<br />

<strong>Tassilo</strong>land | „Ho, ho, ho ...“ wird<br />

in der Vorweihnachtszeit wieder<br />

durch zahlreiche Orte im <strong>Tassilo</strong>land<br />

schallen. Dann, wenn<br />

Gemeinden oder Vereine ihre<br />

Dorfplätze, Fußgängerzonen oder<br />

ähnliches weihnachtlich dekoriert<br />

haben <strong>und</strong> Gäste aus Nah <strong>und</strong> Fern<br />

zu den heimischen Weihnachts-,<br />

Christkindl- oder Adventsmärkten<br />

einladen. Jedenfalls gibt es einige<br />

Möglichkeiten, sich in <strong>die</strong> richtige<br />

Stimmung zu bringen, wie unser<br />

Überblick beweist.<br />

<strong>Weilheim</strong><br />

Festlich geschmückt <strong>und</strong> geschmackvoll<br />

beleuchtet werden<br />

sie wieder sein z<strong>um</strong> <strong>die</strong>sjährigen<br />

Christkindlmarkt: der Marien- <strong>und</strong><br />

der Reinhard-Schmid-Platz. Geschäfte<br />

<strong>und</strong> Fieranten laden <strong>die</strong><br />

Besucher z<strong>um</strong> Schnuppern <strong>und</strong><br />

Kosten, z<strong>um</strong> Treffen mit Fre<strong>und</strong>en<br />

<strong>und</strong> z<strong>um</strong> Ratschen ein. Mit<br />

gebrannten Mandeln, heißen<br />

Maroni, Früchtebrot <strong>und</strong> anderen<br />

kulinarischen Köstlichkeiten gestärkt,<br />

schlendert es sich gleich<br />

beschwingter durch <strong>die</strong> Innenstadt<br />

— unter den mit h<strong>und</strong>erten Glühkerzen<br />

geschmückten Christba<strong>um</strong><br />

hindurch, über den Marktplatz,<br />

vorbei an den festlich dekorierten<br />

Weihnachtshütten. Neben dem Nikolaus<br />

warten auch <strong>die</strong> Krippe vor<br />

dem Muse<strong>um</strong> mit lebenden Schafen<br />

<strong>und</strong> das Hexenhaus sowie eine<br />

weitere, 20 Quadratmeter große<br />

Krippe in der Stadtpfarrkirche auf<br />

Jung <strong>und</strong> Alt. Der Markt ist vom 1.<br />

bis 3. <strong>Dezember</strong> ab 10 Uhr geöfffnet,<br />

am 2. Adventssonntag so<br />

nnta<br />

(4. De-<br />

zember) ab 11 Uhr. Bei<br />

Glühwein,<br />

Jagertee oder Kinderpunsch nsch<br />

wird<br />

man rasch in vorweihnachtliche<br />

iche<br />

Stimmung versetzt, das Nachmittagsprogramm<br />

wechselt täglich.<br />

Peißenberg<br />

Der Weihnachtsmarkt der Peißenberger<br />

Vereine auf dem Vorplatz<br />

der Tiefstollenhalle ist längst eine<br />

liebgewonnene Tradition. Ebenso<br />

wie <strong>die</strong> zeitgleiche Ausstellung<br />

der ortsansässigen Hobbykünstler<br />

<strong>und</strong> -handwerker im Innenbereich<br />

der Halle. Passend z<strong>um</strong> 1. Advent<br />

öffnet der Markt am 27. <strong>November</strong><br />

von 13 bis 19 Uhr. Für 17 Uhr hat<br />

der Nikolaus seinen Besuch angekündigt<br />

<strong>und</strong> wird Schokolade an<br />

den Nachwuchs verteilen.<br />

Dießen<br />

Am Wochenende des 3. <strong>und</strong> 4. <strong>Dezember</strong>,<br />

jeweils von 10 bis 18 Uhr<br />

wird der 38. Dießener Weihnachtsmarkt<br />

vor dem Marienmünster<br />

<strong>und</strong> im Taubenturm wieder seinen<br />

Dießenen<br />

Zauber versprühen. Da es sich <strong>um</strong><br />

keinen Händlermarkt, sondern n <strong>um</strong><br />

einen Kunsthandwerkmarkt handelt,<br />

bieten hier etwa 30 Künstler<br />

<strong>und</strong> Handwerker aus Dießen, aber<br />

auch aus der weiteren Umgebung, g,<br />

Winterliches <strong>und</strong> Weihnachtliches<br />

an. Sie verkaufen ihre Produkte<br />

selbst <strong>und</strong> sind immer gerne zu<br />

einem Gespräch bereit. Auf elektrisches<br />

Licht wird weitgehend verzichtet,<br />

nur Kerzen <strong>und</strong> Petrole<strong>um</strong>lampen<br />

erleuchten den Markt, was<br />

das besondere Flair ausmacht. Am<br />

Samstag kommt nach Einbruch der<br />

Dunkelheit der Nikolaus vorbei <strong>und</strong><br />

verteilt Süßigkeiten an <strong>die</strong> Kinder.<br />

Sicherlich würde er sich über das<br />

eine oder andere Weihnachtslied<br />

freuen — z<strong>um</strong>indest über eine Strophe.<br />

Riederau<br />

Der <strong>die</strong>sjährige Riederauer Adventsmarkt<br />

ist bereits <strong>die</strong> zehnte<br />

Auflage. Traditionell <strong>und</strong> gemütlich<br />

geht es am Samstag, 19. <strong>November</strong>,<br />

im Schulanger zu. Der<br />

Platz zwischen Feuerwehr <strong>und</strong><br />

Kinderhaus wird von 15 bis 20<br />

Uhr z<strong>um</strong> beliebten Treffpunkt von<br />

Groß <strong>und</strong> Klein. In einem Karree<br />

aus über 20 Ständen finden <strong>die</strong><br />

Besucher eine Auswahl an weihnachtlichem<br />

Adventsschmuck, besonderes<br />

Kunsthandwerk <strong>und</strong> viel<br />

Selbstgemachtes sowie kulinarische<br />

Köstlichkeiten. Fünf ortsansässige<br />

Vereine (Freiwillige Feuerwehr,<br />

Kinderhaus, Pfarrgemeinde,<br />

Sportverein <strong>und</strong> Schützenkranz)<br />

organisieren den Adventsmarkt.<br />

Für <strong>die</strong> jüngeren en Gäste gibt es ein<br />

Kinderprogramm ramm<br />

im Kinderhaus<br />

direkt gegenüber. enüb<br />

er<br />

Bei Anbruch der<br />

Dunkelheit sorgen weihnachtliche<br />

Musikeinlagen in<br />

für eine sinnliche Stimmung.<br />

mung<br />

be-<br />

Starnberg<br />

Der Starnberger r Christkindlmarkt<br />

inklusive ive romantischem Fichten-<br />

wald<br />

<strong>und</strong> tollem Kunsthandwerk<br />

wird in <strong>die</strong>sem Jahr bereits am<br />

Donnerstag, 1. <strong>Dezember</strong>, <strong>um</strong> 18<br />

Uhr auf dem Kirchplatz eröffnet<br />

<strong>und</strong> dauert bis Sonntag, 4. <strong>Dezember</strong>.<br />

Es werden sich erneut<br />

viele Starnberger Vereine engagieren.<br />

Besucher dürfen sich über<br />

eine Kinderwerkstatt, den Nikolaus,<br />

stimmungsvolles Bühnenprogramm<br />

<strong>und</strong> Drehorgelspieler<br />

in der Stadt freuen. Donnerstag<br />

von 18 bis 21, Freitag von 13 bis 20<br />

Uhr, Samstag von 11 bis 20 Uhr <strong>und</strong><br />

Sonntag von 11 bis 19 Uhr steht der<br />

Kirchplatz im Zeichen des Christkindlmarktes.<br />

Ausschank im Fichtenwald<br />

ist täglich bis 21 Uhr.<br />

Penzberg<br />

Weihnachtlich geschmückt mit<br />

stimmungsvollen Adventsdekorationen,<br />

traditionellem Schmuck,<br />

zahlreichen Geschenkideen <strong>und</strong><br />

duftenden Leckereien werden <strong>die</strong><br />

Murnau<br />

Stände am Samstag, 26.<br />

<strong>November</strong> er von<br />

11 bis 20<br />

Uhr in der<br />

Penzberger Innenstadt<br />

t sein. Dann lädt der Christkindlmarkt<br />

wieder z<strong>um</strong> B<strong>um</strong>meln<br />

<strong>und</strong> Verweilen ein. Eine lebende<br />

Krippe mit Ochs, Esel, Ziegen,<br />

Schafen <strong>und</strong> den Hirten am Lagerfeuer<br />

wird ebenso zu sehen sein.<br />

Musikalisch <strong>um</strong>rahmt wird der<br />

Markt von Kindern ortsansässiger<br />

Schulen, der Musikschule <strong>und</strong> den<br />

Musikvereinen. Die Geschäfte öffnen<br />

zudem von 9 bis 18 Uhr.<br />

Murnau<br />

Auf dem Murnauer Christkindlmarkt<br />

der Vereine erwartet <strong>die</strong><br />

Besucher neben einer lebendigen<br />

Krippe auch stimmungsvolle musikalische<br />

Unterhaltung. Zahlreiche<br />

Stände bieten Geschenkideen<br />

<strong>und</strong> zauberhaftes Bastelwerk<br />

an. Am 3. Adventswochenende<br />

(10. / 11. <strong>Dezember</strong>), wenn sich der<br />

Christkindlmarkt durch Ober- <strong>und</strong><br />

Untermarkt erstreckt, ist der B<strong>um</strong>mel<br />

in der denkmalgeschützten<br />

Fußgängerzone besonders reizvoll.<br />

Auf <strong>die</strong> Kinder warten der<br />

Nikolaus mit dem Pferdeschlitten,<br />

echte Alpakas z<strong>um</strong> Streicheln <strong>und</strong><br />

64 | tassilo


Glen<br />

entl<br />

tlei<br />

ten<br />

zu dem auch ein Eine-Welt-Verkauf<br />

gehört, von den Bernrieder<br />

Landfrauen. Aussteller sind erneut<br />

<strong>die</strong> örtlichen Vereine. Eine gute<br />

Gelegenheit also, <strong>um</strong> sich mit<br />

Glühwein oder Feuerzangenbowle<br />

auf <strong>die</strong> Festtage einzustimmen.<br />

in Schlehdorf am Kochelsee<br />

Durchgehend<br />

warme Küche<br />

11-22 Uhr!<br />

Kein Ruhetag!<br />

Eglfing<br />

ein Kinderkarussell. Beginn ist an<br />

beiden Tagen <strong>um</strong> 11 Uhr.<br />

Glentleiten<br />

Auf dem Glentleitner Christkindlmarkt<br />

hoch über dem Kochelsee<br />

mit Blick auf <strong>die</strong> <strong>um</strong>liegenden<br />

Berge erlebt man eine unverwechselbare<br />

Atmosphäre zur Einstimmung<br />

auf den Advent. Regionaltypische,<br />

handgefertigte Produkte,<br />

stimmungsvolle Adventsmusik,<br />

geheizte Stuben, Vorführungen<br />

<strong>und</strong> ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm<br />

für Kinder werden<br />

geboten. Freitag <strong>und</strong> Samstag<br />

(25. <strong>und</strong> 26. <strong>November</strong>) hat der<br />

Markt von 10 bis 20 Uhr geöffnet.<br />

Sonntag (27. <strong>November</strong>) von 10<br />

bis 18 Uhr. Der ermäßigte Eintritt<br />

z<strong>um</strong> Freilichtmuse<strong>um</strong>, in dem der<br />

Christkindlmarkt in <strong>und</strong> zwischen<br />

den Gebäuden integriert ist, kostet<br />

für Erwachsene fünf Euro.<br />

Andechs<br />

Der Andechser Christkindlmarkt<br />

wird heuer bereits z<strong>um</strong> 40. Mal<br />

traditionell am Gelände des Klosters<br />

auf dem „Heiligen Berg“<br />

veranstaltet. Der stimmungsvolle<br />

Markt mit 26 Verkaufsständen, <strong>die</strong><br />

sich auf zwei Bereiche verteilen,<br />

hat als besonderen Höhepunkt<br />

eine lebende Krippe, <strong>die</strong> mit Darstellern<br />

aus dem Ort <strong>und</strong> lebenden<br />

Tieren besetzt ist. In den festlich<br />

geschmückten „Standln“ werden<br />

hauptsächlich hlic<br />

handwerkliche <strong>und</strong><br />

kunsthandwerkliche kliche<br />

Waren überwiegend<br />

von Andechser Bürgern<br />

<strong>und</strong> Institutionen gefertigt <strong>und</strong><br />

verkauft, wie etwa Weihnachtskarten,<br />

Adventsdeko, Klosterarbeiten,<br />

Strickwaren, Kerzen, Spanschachteln,<br />

Bienenwachsprodukte, selbst<br />

verzierte Schachteln, Schmuck,<br />

Bestickungen, Schwibbögen, Krippen<br />

mit Zubehör <strong>und</strong> noch viele<br />

weitere Weihnachtsartikel. Für<br />

das leibliche Wohl ist ebenfalls<br />

bestens gesorgt. Z<strong>um</strong> Christkindlmarkt<br />

wird ein <strong>um</strong>fangreiches<br />

Beiprogramm mit Auftritten von<br />

ortsansässigen Musik- <strong>und</strong> Gesangsgruppen<br />

organisiert <strong>und</strong><br />

Schüler der Carl-Orff-Volksschule<br />

<strong>um</strong>rahmen <strong>die</strong> Eröffnung am Freitag,<br />

2. <strong>Dezember</strong>. Der Markt, der<br />

auch mit dem öffentlichen Bus gut<br />

zu erreichen ist, geht bis Sonntag,<br />

4. <strong>Dezember</strong>. Öffnungszeiten: jeweils<br />

von 12 bis 20 Uhr.<br />

Bernried<br />

Der Bernrieder Weihnachtsmarkt<br />

im Klosterhof öffnet heuer am 4.<br />

<strong>Dezember</strong> von 12 bis 18 Uhr seine<br />

Tore. Organisiert wird der Markt,<br />

Andechs<br />

Der Weihnachtsmarkt am Platz vor<br />

dem Feuerwehrhaus in Oberegelfing<br />

wird jedes Jahr federführend<br />

von einem anderen Ortsverein<br />

organisiert — <strong>die</strong>smal vom Sportverein<br />

ASV. Der Markt öffnet am<br />

11. <strong>Dezember</strong> von 11 bis 17 Uhr. Der<br />

Nikolaus wird kommen <strong>und</strong> <strong>die</strong><br />

Eglfinger Musikkapelle spielt zur<br />

Unterhaltung auf.<br />

Oberhausen<br />

Der Frauenb<strong>und</strong> Oberhausen richtet<br />

mit Unterstützung der Ortsbäuerinnen<br />

z<strong>um</strong> wiederholten Male<br />

den Weihnachtsmarkt am Rathaus<br />

aus. Dieses Jahr am Samstag, 26.<br />

<strong>November</strong> von 15 bis 20 Uhr. Es<br />

gibt dekorative Gestecke, Adventskränze<br />

<strong>und</strong> lauter Handgemachtes<br />

wie etwa Getöpfertes, Gestricktes,<br />

Gebasteltes, Marmeladen, Liköre,<br />

Feuerzangenbowle, handgemachte<br />

Plätzchen, Bauernbrot aus dem<br />

Holzofen, leckere Gulaschsuppe,<br />

Glühwein oder Punsch. Neben<br />

einer Überraschungs-Kinderaktion<br />

kommt <strong>um</strong> 16 Uhr der Nikolaus,<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 65<br />

Augustiner-Biergarten auch an<br />

milden Wintertagen immer für Sie geöffnet!<br />

Altholz-Stüberl<br />

für Ihre <br />

• Hubertus-Stüberl (EG)<br />

für 16 Personen<br />

• Eichsee- & Karpfsee-Stüberl<br />

(EG) für je 8 Personen<br />

• Renken-Stüberl<br />

mit Märchenhütte für Kinder<br />

(1. Stock) 32 Personen<br />

• Hecht-Stüberl (1. Stock)<br />

30 Personen mit Renken-Stüberl<br />

kombiniert 62 Personen<br />

• Gastra<strong>um</strong> EG - bis zu 60 Personen<br />

WOCHEN<br />

Südtiroler-Wochen<br />

noch bis 13. <strong>November</strong><br />

Fondue-Wochen<br />

19.11. - 8.1.2017<br />

auch für Ihre Weihnachtsfeier<br />

geeignet auf Wunsch mit<br />

Punsch-Empfang am Lagerfeuer!<br />

Alle Festtage<br />

geöffnet –<br />

nur Hl. Abend<br />

geschlossen!<br />

Candle-Light-Dinner ab 18 Uhr!<br />

Nur 5 Autominuten von der A95-Ausfahrt Murnau-Kochel, der<br />

Glentleiten oder dem Franz-Marc-Muse<strong>um</strong> in Kochel entfernt!<br />

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Gut Achberg<br />

überreicht kleine Geschenke an<br />

<strong>die</strong> Kinder <strong>und</strong> verbreitet vorweihnachtliche<br />

Stimmung.<br />

Gut Achberg bei Oberhausen<br />

Der „Stadlchristkindlmarkt“ auf Gut<br />

Achberg hat Tradition. Seit über 25<br />

Jahren richtet ihn Florian Pfütze<br />

auf dem Gelände seines land- <strong>und</strong><br />

forstwirtschaftlichen tsch<br />

Betriebes aus,<br />

heuer am<br />

Wochenende des 3. <strong>und</strong><br />

4.<br />

<strong>Dezember</strong>s, embe<br />

jeweils von 10 bis<br />

18 Uhr. Zahlreiche Austeller bieten<br />

ihre handwerklichen Produkte<br />

aus Holz, Filz oder Schafswolle an.<br />

Zudem gibt<br />

es Keramik, Schmuck,<br />

Hutdesign <strong>und</strong> vieles mehr. Wer<br />

Kulinarisches bevorzugt, kann sich<br />

mit Wildprodukten aus dem eigenen<br />

Revier er oder geräuchertem<br />

Biolachs aus Schottland eindecken.<br />

Am Sonntag wird ab 12<br />

traditionell Hirschgulasch serviert<br />

— solange der Vorrat reicht.<br />

Maxlried<br />

Am Wochenende vom 19. <strong>und</strong> 20.<br />

<strong>November</strong> findet der alljährliche<br />

„Weihnachtliche Markt in Maxlried“<br />

im Hof der Torwirtschaft „la<br />

Cantina“ statt. Am Samstag von 13<br />

bis 20 Uhr <strong>und</strong> am Sonntag von 13<br />

bis 18 Uhr können sich <strong>die</strong> Besucher<br />

über ein Büffet mit hausgemachtem<br />

Kuchen, fair gehandeltem Kaffee,<br />

Glühwein <strong>und</strong> Gulaschsuppe<br />

am Lagerfeuer freuen. Außerdem<br />

wird ein buntes Angebot an selbstgemachtem<br />

Kunsthandwerk <strong>und</strong><br />

diversen Leckereien an verschiedenen<br />

Ständen angeboten. Der komplette<br />

Erlös der Bewirtung <strong>und</strong> ein<br />

Großteil der Einnahmen nahm<br />

aus<br />

dem Kunsthandwerk kommt<br />

sozialen Projekten en in Ecuador,<br />

Guatemala ala <strong>und</strong> Uganda zugute.<br />

Iffeldorf<br />

Der besondere Platz — überschaubar<br />

<strong>und</strong> zentral — macht den Reiz<br />

des Iffeldorfer Christkindlmarkts<br />

aus. Längst hat er sich zu einem<br />

winterlichen Treff für Einheimische<br />

<strong>und</strong> Menschen aus der<br />

Umgebung entwickelt. Heuer<br />

findet er am 1. Adventssonntag<br />

(27. <strong>November</strong>) von 11 bis 20 Uhr<br />

wie immer auf dem St. Vitus Platz<br />

statt. Unter der Beteiligung vieler<br />

Iffeldorfer Vereine wird der Markt<br />

vom CSU-Ortsverband organisiert.<br />

Der Erlös kommt den jeweiligen<br />

Vereinen zugute. Adventsgestecke<br />

<strong>und</strong> Kränze, eine große Tombola,<br />

Misteln, Plätzchen, Stollen, Crêpes<br />

<strong>und</strong> Waffeln sowie Kaffee <strong>und</strong> Kuchen<br />

werden angeboten. Der Nikolaus<br />

schaut am Nachmittag vorbei<br />

<strong>und</strong> zur Unterhaltung spielen<br />

<strong>die</strong> jungen Iffeldorfer Musikanten.<br />

Gut Kerschlach<br />

Am 3. Adventswochenende, 10.<br />

<strong>und</strong> 11. <strong>Dezember</strong>, findet der alljährliche<br />

Adventsmarkt mit großem<br />

Christba<strong>um</strong>verkauf statt — an<br />

beiden Tagen jeweils von 10 bis 19<br />

Uhr. Man kann sich in Ruhe einen<br />

schönen Ba<strong>um</strong> aussuchen, <strong>die</strong> alle<br />

aus dem eigenen Kerschlacher<br />

Forst stammen, biozertifiziert sind<br />

<strong>und</strong> laufend frisch nachgeschlagen<br />

werden. Währenddessen kann<br />

man bei Glühwein oder Punsch in<br />

weihnachtliche Stimmung kommen.<br />

Selbstverständlich wird auch<br />

für das leibliche Wohl gesorgt sein.<br />

Bei den ausstellenden Künstlern<br />

<strong>und</strong> Handwerkern findet sich sicherlich<br />

das eine oder andere fehlende<br />

Weihnachtsgeschenk. Über<br />

65 Aussteller <strong>und</strong> Attraktionen wie<br />

etwa Kutschfahrten, Ponyreiten,<br />

Nikolaus am<br />

Nachmittag, Bienenwachskerzenziehen,<br />

nwa<br />

Filzen<br />

für <strong>die</strong> Kinder, Isarkiesel bemalen<br />

oder<br />

Reitvorführungen werden<br />

gewiss für Unterhaltung sorgen.<br />

Pähl<br />

Poll<br />

ing<br />

Der Duft von frischen Kiacherl, gebrannten<br />

Mandeln <strong>und</strong> Glühwein<br />

liegt in der Luft <strong>und</strong> lädt am Sonntag,<br />

27. <strong>November</strong>, am Kirchberg<br />

beim Pfarr- <strong>und</strong> Gemeindezentr<strong>um</strong><br />

z<strong>um</strong> Verweilen ein. Musikalisch<br />

wird der 34. Adventsmarkt von der<br />

Trachtenkapelle ab 10.30 Uhr eröffnet.<br />

Wie mühselig das Schmiedehandwerk<br />

früher war, können <strong>die</strong><br />

Besucher auch <strong>die</strong>ses Jahr hautnah<br />

erleben: Ein Schmied wird auch<br />

heuer wieder seine Arbeit am Amboss<br />

vorführen. Zwei Spinnerinnen<br />

werden alte Handwerkskunst<br />

darbieten <strong>und</strong> mit dem Spinnrad<br />

Schafwolle zu feinem Garn zwirbeln.<br />

Neben reichlich Auswahl für<br />

schöne Weihnachtsgeschenke gibt<br />

es Selbstgestricktes <strong>und</strong> Gehäkeltes,<br />

selbst gemachte Marmelade<br />

<strong>und</strong> allerlei Eingemachtes. Gegen<br />

13 Uhr besucht der Nikolaus den<br />

Adventsmarkt. Ein Teil des Erlöses<br />

kommt den beiden kirchlichen<br />

Gemeinden St. Laurentius in Pähl<br />

<strong>und</strong> St. Pankratius in Fischen für<br />

<strong>die</strong> Arbeiten <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>die</strong> Kirchengemeinde<br />

zugute. Ein<br />

weiterer Teil geht wieder er<br />

an soziale Zwecke.<br />

Pöcking<br />

Seit 1996 öffnet der Christkindlmarkt<br />

Pöcking, organisiert von<br />

der Stiftung für Pöcking, bereits<br />

z<strong>um</strong> 21. Mal seine Tore. Der Markt<br />

bietet 22 kunsthandwerkliche <strong>und</strong><br />

kulinarische Stände, <strong>die</strong> von ortsansässigen<br />

Vereinen <strong>und</strong> privaten<br />

Anbietern gestaltet werden. <strong>Das</strong><br />

Begleitprogramm <strong>um</strong>fasst eine<br />

Kunstausstellung <strong>und</strong> ein Marionettentheater<br />

für Kinder ab drei<br />

Jahren. Ebenso können <strong>die</strong> Kleinen<br />

im Keller des Gemeindekindergartens<br />

im Keller basteln, während<br />

<strong>die</strong> Eltern sich in Ruhe den Markt<br />

anschauen oder eine Tasse Glühwein<br />

trinken. Musikalisch wird der<br />

Tag von den Flötenkindern von Lisa<br />

Stiehler, dem Gospelchor <strong>und</strong> der<br />

Blaskapelle <strong>um</strong>rahmt. Los geht es<br />

im Kirchhof der St. Pius-Kirche am<br />

Samstag, 26. <strong>November</strong>, <strong>um</strong> 14 Uhr<br />

(Ende circa 21 Uhr).<br />

Polling<br />

Die Eröffnung des 31. Adventsmarktes<br />

am Sonntag, 27. <strong>November</strong><br />

<strong>um</strong> 9.30 Uhr ist wie jedes Jahr<br />

am Kirchplatz.<br />

66 | tassilo


We<br />

ssob<br />

obru<br />

runn<br />

Raisting<br />

Seit einigen Jahren t<strong>um</strong>meln sich<br />

Besucher <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> den Gasthof<br />

Drexl am Wochenende des ersten<br />

Advents beim „altbayerischen<br />

Christkindlmarkt“, von Freitag, 25.<br />

<strong>November</strong>, bis Sonntag, 27. <strong>November</strong>.<br />

Freitag <strong>und</strong> Samstag hat<br />

der Markt von 16 bis 21 Uhr geöffnet,<br />

am Sonntag von 11 bis 20 Uhr.<br />

Die lebende Krippe, der Besuch<br />

des Nikolaus’, schwedische Fackeln,<br />

kleine duftende Schmankerl<br />

an jeder Ecke <strong>und</strong> natürlich ein<br />

bunt gemischtes Sammelsuri<strong>um</strong><br />

an typischen Christkindlmarktständen<br />

schaffen eine Atmosphäre,<br />

<strong>die</strong> jedes Jahr eine große Zahl<br />

an Gästen anlockt.<br />

Seeshaupt<br />

Stets am 1. Adventssonntag — in<br />

<strong>die</strong>sem Jahr also am 27. <strong>November</strong><br />

— lädt der 1979 gegründete Trachtenverein<br />

er „Würmseer Seeshaupt-<br />

St. Heinrich“ z<strong>um</strong> altbayerischen<br />

Christkindlmarkt ein. Hauptsächlich<br />

<strong>die</strong> Ortsvereine bieten von 10 bis<br />

18.30 Uhr an<br />

insgesamt 26 Ständen<br />

am<br />

Parkplatz vor der Schule viel<br />

Weihnachtliches iches<br />

an. Ab 13 Uhr wird<br />

im halbstündigen Rhythmus<br />

der Nikolaus zu Gast<br />

sein. Der Kirchenchor <strong>und</strong><br />

ebenso en<br />

<strong>die</strong><br />

Kapelle wer-<br />

den<br />

Weihnachtslieder z<strong>um</strong><br />

Besten en<br />

geben. en. Und auch eine<br />

lebende Krippe pe wird zu sehen<br />

sein.<br />

Tutzing<br />

Die Aktionsgemeinschaft Tutzinger<br />

Gewerbetreibender e.V. ist Veranstalter<br />

des Adventsmarktes „<strong>r<strong>und</strong></strong><br />

<strong>um</strong> das Rathaus“ in der Kustermannstraße.<br />

Von 11 bis 19 Uhr<br />

präsentieren sich überwiegend<br />

heimische Vereine, <strong>die</strong> so <strong>die</strong> Möglichkeit<br />

haben, ihre Vereinskasse<br />

aufzubessern. Um circa 16 Uhr wird<br />

der Nikolaus zu Besuch sein.<br />

Wessobrunn<br />

Die historische Dorfweihnacht in<br />

Wessobrunn verspricht auch in<br />

<strong>die</strong>sem Jahr wieder ein ganz besonderes<br />

vorweihnachtliches Erlebnis<br />

zu werden. Am Sonntag, 11.<br />

<strong>Dezember</strong>, wird <strong>um</strong> 11.30 Uhr <strong>die</strong><br />

Dorfweihnacht mit festlichem Glockengeläut<br />

<strong>und</strong> den Turmbläsern<br />

eröffnet. R<strong>und</strong> <strong>um</strong> den Kirchplatz<br />

<strong>und</strong> im Kloster scharen sich dann<br />

<strong>die</strong> zahlreichen, liebevoll geschmückten<br />

Buden von Vereinen<br />

<strong>und</strong> Geschäften aus dem Klosterdorf,<br />

garniert mit einem kulinarischen<br />

<strong>und</strong> kulturellen Angebot. In<br />

der stimmungsvollen Kulisse zwischen<br />

den Flügeln des Klosters, der<br />

Pfarrkirche <strong>und</strong> dem mächtigen<br />

Römerturm sowie den Budenbetreibern<br />

in historischen Gewändern<br />

scheint <strong>die</strong> Zeit <strong>um</strong> einige Jahrh<strong>und</strong>erte<br />

zurückgedreht. Wildspezialitäten,<br />

Kesselfleisch <strong>und</strong> Pizza<br />

aus dem mehr als 130 Jahre alten<br />

Holzofen sind nur einige der angebotenen<br />

Ga<strong>um</strong>enfreuden. Bastel-<br />

<strong>und</strong> Handarbeiten, n, raffinierte<br />

Holzarbeiten en <strong>und</strong><br />

vieles mehr sind<br />

an den Ständen der Wessobrunner<br />

so<br />

ner<br />

Dorfweihnacht zu finden. d n.<br />

Wer<br />

also<br />

noch kein Weihnachtsgeschenk<br />

sc<br />

hen<br />

nk<br />

hat, wird hier bestimmt t fündig.<br />

Zudem hat der Nikolaus sein Kommen<br />

zugesagt. gt. Ein Märchentheater<br />

heat<br />

er<br />

für Kinder, ein Adventskonzert im<br />

<strong>Tassilo</strong>saal <strong>und</strong> <strong>die</strong> Alphornklänge<br />

läng<br />

Pfaffenwinkel sorgen für<br />

ein<br />

ansprechendes<br />

Rahmenprogramm.<br />

ramm<br />

mm.<br />

Der Erlös der Dorfweihnacht wird<br />

für kirchliche <strong>und</strong> soziale Zwecke<br />

sowie <strong>die</strong> Vereinsarbeit rbei<br />

verwendet.<br />

en<br />

Wielenbach<br />

Neben einer lebenden Krippe<br />

begeistern beim Wielenbacher<br />

Weihnachtsmarkt am 3. Advent (11.<br />

<strong>Dezember</strong>) ab 11 Uhr besonders<br />

<strong>die</strong> vielen musikalischen Darbietungen<br />

auf dem Dorfplatz vor dem<br />

Rathaus: von den Jagdhornbläsern,<br />

den Wielenbacher Musikanten, der<br />

Jugendkapelle <strong>und</strong> dem Chor der<br />

Volksschule. Der Nikolaus hat sich<br />

bereits angekündigt <strong>und</strong> es soll<br />

eine „Packerlversteigerung“ geben.<br />

Keine Garantie auf Vollständigkeit<br />

der Aufzählung — Änderungen <strong>und</strong><br />

Fehler vorbehalten.<br />

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november / dezember <strong>2016</strong> | 67


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Weihnachtliche Geschenktipps s des „tassilo“<br />

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<strong>Tassilo</strong>land | Aufmerksame Leser<br />

des „tassilo“ können sich jedes<br />

Jahr vorweihnachtlichen Stress<br />

sparen. Nämlich dann, wenn es<br />

dar<strong>um</strong> geht, seinen Liebsten ein<br />

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etwas gibt — <strong>und</strong> Handtücher<br />

braucht sowieso jeder.<br />

Thomas Schelle, stellvertretender Geschäftsleiter <strong>und</strong><br />

Uhrmachermeister bei Uhren Lutz in <strong>Weilheim</strong><br />

„Mein absoluter Favorit für das Weihnachtsfest <strong>2016</strong> ist eine<br />

Smartwatch von Fossil oder Michael Kors. Diese Digitaluhren<br />

bieten modernste Technik ähnlich einer Apple Watch, <strong>und</strong><br />

haben trotzdem ein ansprechendes Design. <strong>Das</strong> Besondere<br />

ist, dass sie wie eine klassische Uhr aussehen, aber Internetfunktion,<br />

E-Mail-Empfang, Laufaufzeichnung <strong>und</strong> vieles<br />

mehr bieten. <strong>Das</strong> Ziffernblatt lässt sich farblich wechseln,<br />

so dass es zu jedem Outfit passend gemacht werden kann.<br />

Uhren Lutz gibt es seit über 70 Jahren am <strong>Weilheim</strong>er Rathausplatz; wir bieten<br />

von Trendmarken bis hin z<strong>um</strong> edlen Diamanten eine Vielzahl an Schmuckstücken, <strong>die</strong><br />

gut unter den Christba<strong>um</strong> passen. Ein Highlight ist heuer sicher auch <strong>die</strong> personalisierte<br />

Thomas Sabo Kollektion. Diese Armbänder oder Ketten kann man mit einer individuellen<br />

Gravur versehen lassen, was bei uns im Preis inbegriffen ist.“<br />

Zefix, jetzt hat<br />

er auch noch<br />

Schmuck!<br />

Filialleiter Christian Müller <strong>und</strong> Mitarbeiter Finn Jungermann<br />

(Bild) von Endress Motorgeräte in <strong>Weilheim</strong><br />

„Wenn man seinem Liebsten etwas Gutes tun möchte, dann<br />

sorgt man für seine Sicherheit im Wald! Ein guter Helm ist<br />

ein sehr wichtiges Utensil für <strong>die</strong> Waldarbeit, auch wenn<br />

man nur hobbymäßig im Holz arbeitet. Wir bieten n neben<br />

Schnittschutzhosen, Jacken oder Sicherheitsschuhen auch<br />

komplette Schutzkleidung bei der Arbeit mit der Motorsäge.<br />

Im<br />

<strong>Weilheim</strong>er Trifthof befindet sich eine von 22 Filialen der<br />

Endress Mt Motorgeräte GmbH. Wir vertreiben erstklassige Markengeräte e von<br />

Stihl, Viking, John Deere, Kärcher, Honda oder Sabo — <strong>und</strong> natürlich gehört<br />

bei uns eine fachk<strong>und</strong>ige Beratung mit dazu.“<br />

68 | tassilo


Erika <strong>und</strong> Bianca Hoyer von Spielwaren<br />

Hoyer in Tutzing<br />

„Bildhauen nach Farben — das ist ein ganz<br />

neuer Trend. Kinder <strong>und</strong> Jugendliche können<br />

so das Schnitzen spielerisch erlernen. Der<br />

weiße Klotz aus Kartoffelstärke verändert<br />

beim Abtragen Schicht <strong>um</strong> Schicht seine<br />

Farbe, so dass man am Ende zu einem<br />

w<strong>und</strong>erbaren, selbst geschnitzten Tiermotiv<br />

gelangt. Als geeignet sehen wir es für Kind-<br />

er ab fünf Jahren mit Unterstützung eines Erwachsenen an, ab zwölf Jahren<br />

kann es eigenständig versucht werden. Neu im Programm haben wir auch <strong>die</strong><br />

‚Willow Tree‘ Schutzengel. Jede <strong>die</strong>ser Figuren soll eine Eigenschaft oder ein<br />

Gefühl widerspiegeln, z<strong>um</strong> Beispiel Hoffnung, Wünsche oder Courage. Damit<br />

kann man dem Beschenkten auch eine Botschaft weitergeben.“<br />

Karoly Szabo von der Sport- <strong>und</strong> Kampfkunstschule<br />

Szabo<br />

„Ich halte hier einen Schnupperst<strong>und</strong>en-Gutschein utschein<br />

für einen Monat Karate in Händen. Mit <strong>die</strong>sem<br />

Kampfsport werden Konzentration, Koordination,<br />

Disziplin <strong>und</strong> Ges<strong>und</strong>heit gefördert, das bedeutet<br />

wirklich viel Sicherheit für Ihr Kind. Wir trainieren<br />

regelmäßig an den Standorten Maisach, Seefeld,<br />

Starnberg, Tutzing <strong>und</strong> <strong>Weilheim</strong>. Ich selbst mache<br />

schon seit über 30 Jahren Karate <strong>und</strong> trage einen<br />

Schwarzgürtel mit drei Dan. Wer schon zu meinen<br />

Schülern zählt, freut sich bestimmt auch über einen<br />

Gutschein für einen neuen Karate-Anzug.“<br />

Florian Seidler von Handtuch & Co in Polling<br />

„Mein persönliches Lieblingsstück ist <strong>die</strong>ser schöne<br />

Bademantel, ganz aus natürlicher Walkfrottier-Qualität.<br />

Ba<strong>um</strong>wolle saugt gut <strong>und</strong> ist kuschelig weich, trotzdem<br />

ist der Mantel sehr leicht <strong>und</strong> damit ideal für Saunagänger.<br />

Es gibt ihn in verschiedenen Farben, für<br />

Männer <strong>und</strong> Frauen. Seit 2012 betreibe ich einen Online-Handel<br />

für alle Frottier-Artikel, vom Waschhandschuh<br />

bis z<strong>um</strong> Strandtuch, außerdem Geschirrtücher,<br />

Bettwäsche, Decken <strong>und</strong> Berufsbekleidung. Ich achte<br />

sehr auf Qualität, auf eine sozialgerechte <strong>und</strong> ökologische<br />

Herstellung <strong>und</strong> auf Langlebigkeit. Trotz meines<br />

Online-Shops ist mir <strong>die</strong> persönliche Beratung wichtig; man kann sich<br />

gerne telefonisch bei mir über <strong>die</strong> Produkte informieren. Bestellen kann<br />

man übrigens ab einem Stück.“<br />

Hubert Nold, Landuhrmachermeister<br />

aus Peißenberg<br />

„Mein Geschenktipp ist ein Schmuckset, ent-<br />

weder ganz modisch oder passend zur Tracht.<br />

<strong>Das</strong> kann man komplett schenken oder in Etap-<br />

pen, z<strong>um</strong> Beispiel zu Weihnachten das Collier,<br />

z<strong>um</strong> Muttertag den Ring <strong>und</strong> <strong>die</strong> Ohrringe am<br />

Geburtstag. Oder auch eine klassische Uhr, das<br />

kommt immer gut an: für Damen sehr modische<br />

<strong>und</strong> allergiefreie Modelle in leichtem Titan, für Herren kann man auch mal an<br />

eine Taschenuhr zur Tracht denken. Ich betreibe seit 27 Jahren das Uhren- <strong>und</strong><br />

Schmuckfachgeschäft in Peißenberg <strong>und</strong> bezeichne mich immer als Landuhrmachermeister.<br />

Denn genauso wie ein Landarzt sich vielen Krankheiten annimmt,<br />

so repariere ich alles, was ticken <strong>und</strong> glänzen soll.“<br />

An Weihnachten & Silvester noch nichts geplant?!<br />

Kommen Sie doch zu uns!<br />

An beiden Weihnachtsfeiertagen verwöhnen wir Sie mit 4 ausgewählten<br />

Menüs, welche musikalisch von unseren Stubenmusikern untermalt<br />

werden.<br />

Zu Silvester servieren wir ein 6 Gänge Gala-Menü, inklusive Aperitif &<br />

anschließendem Feuerwerk.<br />

Wir wünschen frohe Festtage <strong>und</strong> freuen uns, Sie bald bei uns begrüßen<br />

zu dürfen.<br />

Ihr<br />

Moritz Link <strong>und</strong> das Team<br />

vom Landgasthof Osterseen<br />

Hofmark 9, 82393 Iffeldorf<br />

Tel. 0 88 56/9 28 60<br />

Fax 0 88 56/92 86 45<br />

landgasthof@osterseen.de<br />

www.landgasthof-osterseen.de<br />

november / dezember <strong>2016</strong> | 69


Alois <strong>und</strong> Helga Bernhard mit bayerischen Kunstwerken<br />

Ein ganzer Leonhardi-Zug<br />

im Miniatur-Format<br />

Spatzenhausen | Vorreiter, Leonhardi-Wagen,<br />

Ba<strong>um</strong>schlitten oder<br />

Gaiwagerl — <strong>die</strong> Eheleute Alois<br />

<strong>und</strong> Helga Bernhard haben schon<br />

über 20 aufwändig geschmückte<br />

<strong>und</strong> mit Trachtlern besetzte Festwagen<br />

gebaut. Alles im Verhältnis<br />

eins zu zehn. H<strong>und</strong>erte St<strong>und</strong>en<br />

Handarbeit haben <strong>die</strong> beiden<br />

Spatzenhausener dafür investiert.<br />

Dabei ist ihnen jedes Gespann so<br />

ans Herz gewachsen, dass sie es<br />

nur an <strong>die</strong> eigenen Kinder oder<br />

zu<br />

ganz besonderen Anlässen im<br />

näheren Bekanntenkreis weitergegeben<br />

geb haben.<br />

Will<br />

man <strong>die</strong> Geschichte erzählen,<br />

wie der 76-jährige Rentner<br />

dazu kam, solch schöne Gespanne<br />

zu bauen, dann muss man bis in<br />

seine Jugend zurückschauen. Mit<br />

14<br />

Jahren kam er als Knecht auf<br />

einen Bauernhof, wo sechs Pfer-<br />

de im Stall standen. „Der Bauer<br />

Alois <strong>und</strong> Helga Bernhard aus Spatzenhausen haben zusammen schon<br />

über 20 Fuhrwerke in Miniaturform gebaut.<br />

70 | tassilo<br />

war ein Rossnarr <strong>und</strong> er hat mir<br />

alles gezeigt“, erzählt Alois Bernhard,<br />

der schon in jungen Jahren<br />

den Umgang <strong>und</strong> das Gespür für<br />

Pferde erlernte. Doch Bauernknecht<br />

bleiben, das war ihm zu<br />

wenig. Er machte eine Zimmererlehre,<br />

arbeitete zunächst auf dem<br />

Bau <strong>und</strong> dann über 30 Jahre bei<br />

den Isar-Amper-Werken. Bei einem<br />

Urlaub in Tirol sah er einen<br />

Heuwagen in Miniaturformat, der<br />

ihn auf <strong>die</strong> Idee brachte, so etwas<br />

(vielleicht noch ein wenig raffinierter)<br />

nachzubauen. Es gelang<br />

ihm recht gut, denn mit dem Heu<br />

war <strong>die</strong> Gestaltung des Wagens<br />

relativ einfach. Der zweite Versuch<br />

war ein Gaiwagerl, also ein<br />

Pferd mit Fuhrmann <strong>und</strong> einer Art<br />

Kutsche, auf deren Ladefläche ein<br />

toter Hirsch transportiert wurde.<br />

Dann folgte ein Ba<strong>um</strong>wagen <strong>und</strong><br />

davon auch <strong>die</strong> Ausführung im<br />

Winter mit Schlitten. Die Pferde<br />

schnitzt er nicht selber, <strong>die</strong> lässt er<br />

sich von einem Schnitzer in Südtirol<br />

machen. „65 Rösser hab ich<br />

schon geholt“, verrät Alois Bernhard,<br />

woraus man schließen kann,<br />

dass bei zwei- oder vierspännigen<br />

Fuhrwerken schon gut 20 <strong>die</strong>ser<br />

Kunstwerke entstanden sind. Auch<br />

zwei Ochsen hat er sich aus Südtirol<br />

besorgt, <strong>die</strong> wieder einen klassischen<br />

Heuwagen ziehen. Alles<br />

weitere, <strong>die</strong> Wagen, <strong>die</strong> Speichenräder<br />

oder das Geschirr der Pferde,<br />

wird von dem Hobbybastler<br />

maßstabsgetreu <strong>und</strong> mit viel Liebe<br />

z<strong>um</strong> Detail nachgebaut.<br />

70 Arbeitsst<strong>und</strong>en<br />

für <strong>die</strong> Einkleidung<br />

Sechs Fuhrwerke samt Vorreiter hat Alois Bernhard auf einem Festwagen<br />

als Froschhausener Leonhardifahrt gestaltet <strong>und</strong> ist damit bei dem<br />

echten Umritt mitgefahren.<br />

Um <strong>die</strong> Personen auf den Wagen<br />

oder <strong>die</strong> Fuhrleute kümmert sich<br />

derweil Helga Bernhard. Die gelernte<br />

Schneiderin hat früher bei<br />

H<strong>um</strong>melsheim in der Schnittabteilung<br />

gearbeitet <strong>und</strong> verfügt<br />

dadurch über das Wissen, wie<br />

man einen Schnitt auf <strong>die</strong>se Miniaturgröße<br />

verkleinert. Kopf <strong>und</strong><br />

Hände sind von Krippenfiguren,<br />

denen Helga Bernhard dann einen<br />

Körper verpasst <strong>und</strong> entsprechend<br />

einkleidet. „Die Krippenfiguren<br />

haben oft zu lange Haare, da muss<br />

mein Mann nachschnitzen“, erzählt<br />

sie von den Schwierigkeiten,<br />

dass man eigentlich nur zwei oder<br />

drei brauchbare Köpfe zur Auswahl<br />

hat. Auf einem der w<strong>und</strong>erschönen<br />

Leonhardiwagen sitzen<br />

dann drei Fuhrleute <strong>und</strong> zwölf<br />

Frauen in Tracht, für deren Einkleidung<br />

sie mindestens 70 Arbeitsst<strong>und</strong>en<br />

investiert. Um <strong>die</strong> Hüte<br />

der Personen stilecht hinzukriegen,<br />

fuhren <strong>die</strong> Eheleute extra zu<br />

einem Hutmacher an den Tegernsee,<br />

der ihnen <strong>die</strong> Arbeitsschritte<br />

erklärte. Dann schnitzte sich<br />

Alois eine Miniatur-Holzform, auf<br />

<strong>die</strong> der Filz wie bei den großen<br />

Hüten aufgezogen werden kann.<br />

„Ich kann halt jeden Tag nur einen<br />

Hut machen“, erzählt er, denn der<br />

Filz wird aufgezogen, mit Stärke<br />

getränkt <strong>und</strong> über Nacht getrocknet,<br />

damit der Hut seine Form behält.<br />

Auf dem Schutzengel-Wagen<br />

laufen zwei knapp zehn Zentimeter<br />

große Kinder in gestrickten<br />

Westen. „Die Jacken hab ich mit<br />

Rouladenspießen gestrickt, weil<br />

es keine so dünnen Stricknadeln<br />

gibt“, erklärt Helga Bernhard.<br />

Über <strong>die</strong> Jahre hinweg hat der agile<br />

Rentner auch einen Brautwagen,<br />

einen Ernte- oder einen Festwagen<br />

mit einer ganzen Musikkapelle gebaut.<br />

Zu <strong>die</strong>sem Fuhrwerk verrät<br />

Alois zugleich eine nette Anekdote:<br />

„Die Mini-Instr<strong>um</strong>ente habe


ich alle hier bekommen — bis<br />

auf<br />

den Bass, den fanden meine Kin-<br />

der online in Berlin“, erzählt er.<br />

Dazwischen hat er auch mal ein<br />

großes Kreuz für den örtlichen<br />

Friedhof oder einen echten Leonhardiwagen<br />

für <strong>die</strong> Wallfahrt in<br />

Froschhausen bei Murnau gezimmert.<br />

Überhaupt liegt ihm <strong>die</strong>se<br />

Leonhardifahrt sehr am Herzen. In<br />

seinem Wohnzimmer stehen drei<br />

Vorreiter mit der originalgetreu<br />

gestickten Leonhardi-Standarte<br />

des Nachbarortes, ein vierspänniger<br />

Leonhardiwagen, den ein Bekannter<br />

bäuerlich bemalte; oder<br />

ein Festwagen mit der Darstellung<br />

einer Mariengrotte. Sechs <strong>die</strong>ser<br />

Gespanne hat er auf einem echten<br />

Festwagen zu einem Zug formiert<br />

<strong>und</strong> dazu auch <strong>die</strong> Leonhardi-Kirche<br />

samt Häusern von Froschhausen<br />

nachgebaut.<br />

„Mittlerweile stresst es mich,<br />

wenn da was fuchst bei den winzigen<br />

Teilen“, gesteht Alois; seine<br />

Schaffenskraft wird langsam weniger.<br />

Doch beim Anblick <strong>die</strong>ser bayerischen,<br />

bodenständigen Kunstwerke<br />

kann man nur hoffen, dass<br />

<strong>die</strong> beiden ihrem außergewöhnliches<br />

Hobby noch lange nachgehen<br />

können.<br />

rg<br />

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Augsburgerstr.1<br />

Ecke Pöltnerstraße<br />

82362 <strong>Weilheim</strong><br />

In <strong>die</strong>sen vierspännigen Festwagen<br />

hat Alois Bernhard weit über<br />

100 Arbeitsst<strong>und</strong>en investiert, sei-<br />

ne<br />

Frau Helga für <strong>die</strong> Einkleidung<br />

der Personen gut 70 St<strong>und</strong>en.<br />

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Fax: 08 81 / 61777<br />

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november / dezember <strong>2016</strong> | 71


NOVEMBER /<br />

M. HASEITL


Veranstaltungskalender<br />

1. <strong>November</strong> bis 31. <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong><br />

WEILHEIM<br />

DI 01.11.<br />

Allerheiligen<br />

8.30 bis 13.00 Uhr<br />

Wochenmarkt auf dem Kirchplatz<br />

WEILHEIM<br />

MI 02.11.<br />

17.30 Uhr<br />

Schafkopf<strong>r<strong>und</strong></strong>e im Geisenhofer-Treff.<br />

Anmeldung unter<br />

0881 / 909590-15<br />

PÄHL<br />

14.30 Uhr<br />

Kaffeekranzl im Kerschlach Café<br />

RAISTING<br />

19.00 Uhr<br />

Künstlerstammtisch im Café Ibiza<br />

POLLING<br />

14.00 Uhr<br />

Seniorennachmittag im Pfarrsaal<br />

des Klosters<br />

18.30 Uhr<br />

Dinner & Show „Jetzt wird’s<br />

tropisch“ mit der Akrobatikgruppe<br />

Fortissima in der Tiefenbachhalle.<br />

Einlass ab 18 Uhr. Siehe Seite 22<br />

WEILHEIM<br />

DO 03.11.<br />

16.00 bis 20.00 Uhr<br />

Blutspenden im BRK-Haus<br />

PEISSENBERG<br />

7.00 bis 13.00 Uhr<br />

Wochenmarkt am Glückauf-Platz<br />

PENZBERG<br />

20.00 Uhr<br />

50 Jahre seit Bergwerksschließung<br />

— Vortrag „Kohlebergbau<br />

<strong>und</strong> Aufbereitung weltweit“ von<br />

Dipl.-Ing. Andreas Hees in der<br />

Stadtbücherei. Eintritt: 1 €<br />

MURNAU<br />

15.00 Uhr<br />

Führung durch das Schloßmuse<strong>um</strong>.<br />

Treffpunkt an der Muse<strong>um</strong>skasse.<br />

Kosten: 10 €. Siehe Seite 46<br />

18.00 Uhr<br />

Horváth-Tage — Auftakt mit<br />

Präsentation „Vom Taufschein<br />

z<strong>um</strong> Totenschein“ der Horváth-<br />

Gesellschaft im Schloßmuse<strong>um</strong><br />

20.00 Uhr<br />

Horváth-Tage — Lesung „Suchers<br />

Leidenschaften: Ödön von<br />

Horváth“ von Angela H<strong>und</strong>sdorfer<br />

<strong>und</strong> Michael Grimm im<br />

Schloßmuse<strong>um</strong>. Karten: 20 € / 15 €<br />