Nr. 16 (IV-2016) - Osnabrücker Wissen

kreativkompass

Nr. 16 (VI-2016) - Osnabrücker Wissen

Wir beantworten Fragen rund um die Osnabrücker Region. Alle drei Monate als Printausgabe. Kostenlos! Und online unter www.osnabruecker-wissen.de

Nr. 16 · kostenlos · Ausgabe IV / 2016

Dezember · Januar · Februar

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

KOSTENLOS!

19

AUSBILDUNG & KARRIERE

Wo werden Roboter von Schülern programmiert?

Wer löscht

OSNABRÜCK?

28

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Warum verschwand die Straßenbahn?

38

LEBEN & GESELLSCHAFT

Was wird aus den guten Vorsätzen für 2017?

55

FAMILIE & SOZIALES

Für wen schiebt man einen Kaffee auf?


CROSS-SELLING.

CROSS-THINKING.

CROSSING SOON.

Foto © Paul Stegemann

EDITORIAL

„Leicht wird ein kleines Feuer ausgetreten,

das – erst geduldet – Flüsse nicht mehr löschen.“

William Shakespeare (1564-1616): Heinrich VI.

Sortierst Du auch ständig

Buchstaben zu Wörtern?

Am 1. Januar 2017 startet CROSS COMMUNICATION - die Osnabrücker Agentur für crossmediale

Kommunikation von kleinen und mittleren Unternehmen. Im Verbund der metacrew group

arbeiten wir für Ihren Erfolg mit 6 Unternehmen und 65 kreativen Cross- und Querdenkern.

wenn es brennt, sind sie da. Aber nicht nur dann. Die Feuerwehren in Stadt und

Land helfen bei Unfällen, Naturkatastrophen und in vielen anderen brenzligen

Situationen. Für die letzte Ausgabe des Jahres 2016 haben wir einen Blick auf

Geschichte und Gegenwart der Osnabrücker Feuerwehren geworfen, viele

engagierte Menschen getroffen und technische Gerätschaften bewundert, die

nicht nur Kinderherzen höherschlagen lassen.

Außerdem geben wir einmal mehr Antworten auf faszinierende Fragen: Wie alt

ist eigentlich die Osnabrücker Neustadt? Was genau sind Löwendlinnen? Wie

kam ein Schwergewichtsboxer an den Vornamen eines Friedensnobelpreisträgers?

Und was macht ein Press-Schnecken-Separator bloß mit Elefantengras?

Darüber hinaus starten wir in dieser Ausgabe, auf der Doppelseite 28 & 29,

eine neue Rubrik, die sich mit Themen aus den 50er und 60er Jahren beschäftigt.

Zum Auftakt geht es um die legendäre Straßenbahn, die im Mai 1960

ihre letzten Runden durch Osnabrück drehte.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern und Entdecken, das nötige

Quäntchen Glück bei unserem Gewinnspiel (S. 58) – und natürlich erholsame

Feiertage und einen gut gelaunten Jahreswechsel. 2017 lesen wir uns wieder!

Dann suchen wir vielleicht genau Dich!

Für unser Magazin „Osnabrücker Wissen

und andere aufregende Medienprojekte

verstärken wir unser Redaktionsteam und

suchen ab dem 1. Quartal 2017:

Redaktionsassistent/in

Teil- oder Vollzeit

Zur Koordination der Redaktion, Betreuung sowie

Neu- und Weiterentwicklung von Schreibprojekten

und Unterstützung von Vertriebsmaßnahmen.

(freie) Redakteure

auf Honorarbasis

Für die Umsetzung einzelner Storys.

Spezialität des Hauses: Auf digitalen Kanälen reale Geschäftskontakte anzubahnen. Und Ihr

Budget so einzusetzen, dass die Investition pro Neukunde messbar geringer ausfällt .

Dr. Thorsten Stegemann

Chefredakteur

Stephan Buchholz

Herausgeber

Herausgeber von

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Erste Infos zu mehr Effizienz im Marketing gibt es hier:

www.cross-communication.de

Jetzt auch online noch mehr Fragen zur Region entdecken!

Einfach „liken“ und regelmäßig weitere spannende Antworten finden:

www.osnabruecker-wissen.de/facebook

Medienagentur KreativKompass GmbH

Herrn Stephan Buchholz

Im Hamme 7 · 49205 Hasbergen

E-Mail: buchholz@kreativkompass.de


IMPRESSUM

16

Nr.

INHALT

Welche Fragen zur Osnabrücker Region

beantworten wir in dieser Ausgabe?

TOPTHEMA

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Ein Medienprojekt der

Medienagentur KreativKompass GmbH

Geschäftsführer: Stephan Buchholz

Im Hamme 7

49205 Hasbergen

Telefon: +49 5405 / 80 83 216

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

Internet: www.kreativkompass.de

REDAKTION

Chefredakteur:

Dr. Thorsten Stegemann

Weitere Redaktionsmitglieder

dieser Ausgabe:

Ebba Ehrnsberger

Dr. Christof Spannhoff

Heiko Schulze

Sina-Christin Wilk

Kristina Hoffmann

Eva Specker

Julia Eismann

Carsten Neyer / Werner Beermann

Gastbeiträge in dieser Ausgabe:

Daniela A. Ben Said

Quid agis* GmbH, Redner-Agentur

Barbara Kahlert

Museum Industriekultur Osnabrück

Marie Meierhofer

Zoo Osnabrück

Bodo Zehm

Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

Beatrice le Coutre-Bick

Literaturbüro Westniedersachsen / Osnabrück

Carina Sander

Schüler-Forschungs-Zentrum Osnabrück

Dr. Heidrun Derks

Museum und Park Kalkriese

Lisa Mammitzsch

Museum am Schölerberg

Leitung Vermarktung & Mediengestaltung

Stephan Buchholz

Mediengestaltung

Laura Fromm

Projektmanagement & Vermarktung

Igor Hafner

Projektmanagement & Distribution

Sebastian Buchholz

BILDMATERIAL

Jana Lange · www.jana-fotografiert.de

Oliver Schratz · www.blendeneffekte.de

sowie siehe Bildnachweise.

Grundmotiv Titelfoto © Smileus, Fotolia.de -

Collage Medienagentur KreativKompass

DRUCK & PRODUKTION

Levien-Druck GmbH

Eduard-Pestel-Straße 16

49080 Osnabrueck

Telefon: +49 5 41 / 9 59 29-0

Internet: www.levien.de

REDAKTIONSSCHLUSS:

November 2016

COPYRIGHT

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Veröffentlichung im

Internet oder Vervielfältigung auf Datenträgern nur nach

vorheriger schriftlicher Genehmigung der Medienagentur

KreativKompass GmbH. Trotz sorgfältiger Prüfung keine

Gewähr für eventuelle Druckfehler. Unsere Redaktion ist

selbstverständlich bemüht, alle Ansprüche im Bereich der

Urheberrechte (insbesondere der Bildrechte) vor Drucklegung

zu klären und zu berücksichtigen. Sollte uns trotzdem einmal ein

unbeabsichtigter Fehler unterlaufen, wenden Sie sich bitte direkt

an: redaktion@osnabruecker-wissen.de, damit wir schnell eine

einvernehmliche Lösung finden.

TOPTHEMA

Wer löscht Osnabrück? 5

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Warum wurde der Augustaschacht in

Hasbergen-Ohrbeck erbaut? 10

Wer brachte das "Kino in Kleinformat" in die Kinderzimmer? 12

Wie integriert man neue Maschinen in einen Flugplan? 13

Was ist Löwendlinnen? 14

Warum fließt kein Öl in den Kanal? 16

Wann steht ein Auto im Kino? 17

Was ist in der Osnabrücker Startup-Szene los? 18

AUSBILDUNG & KARRIERE

Wo werden Roboter von Schülern programmiert? 19

Was macht ein Press-Schnecken-Separator

mit Elefantengras? 20

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Hinten im Wald oder vor dem Berg? 22

Hatten die Römer ein lockeres Verhältnis zum Geld? 23

Wie alt ist die Neustadt? 24

Wie kam Presse aus der Presse? (Teil 2: 1864 bis heute) 26

Warum verschwand die Straßenbahn? 28

Wie hoch ist Osnabrück? 32

MOMENTAUFNAHMEN

Wie frostig ist die Region? 30

LEBEN & GESELLSCHAFT

Wie schafft man einen Schrank(t)raum? 35

Wer feiert Gottesdienst im Ledenhof? 36

Was wird aus den guten Vorsätzen für 2017? 38

SPORT & GESUNDHEIT

Wer sorgt für mehr Patientensicherheit? 40

Welcher Schwergewichtsboxer wurde nach einem

Friedensnobelpreisträger benannt? 42

DIE BESTEN KÖCHE DER REGION

Wo treffen sich Frische und Vielfalt aus der Region? (Teil 2) 43

NATUR & UMWELT

Wer kennt die prachtvollste Antilope Afrikas? 44

Wie holt man die Natur ins Museum? 45

HINTER DEN KULISSEN

Wer gibt grünes Licht in der City? 46

KUNST & KULTUR

Warum spricht die Justiz kein Recht? 48

Wer fotografiert Bücher? 50

Was tun, wenn Pamina krank wird? 52

FAMILIE & SOZIALES

Wo drohen soziale Schieflagen? 54

Für wen schiebt man einen Kaffee auf? 55

SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

Hallo, wie geht‘s? 56

Wer trug sich ins Goldene Buch ein? 56

HANDGEZEICHNET

Was wurde aus dem sauren Regen? 57

RÄTSELN & GEWINNEN

Wie viel Wissen steckt in Ihnen? Kreuzworträtsel 58

Was gibt es zu gewinnen? Preisübersicht 59

Gründerfoto © Feuerwehr Osnabrück // BIld oben © Kzenon; fotolia.de // flammen © irontrybex; fotolia.de // falmmen © irontrybex; fotolia.de

Wer loscht Osnabruck?

Bereits kleine Kinder lernen, dass sie im Notfall die 112 wählen sollen. Nur wenig später rückt

die Feuerwehr an, um bei Bränden und Unfällen zu Hilfe zu eilen. Was für uns selbstverständlich

geworden ist, erfordert jedoch ein komplexes Zusammenspiel vieler einzelner Faktoren.

Osnabrück, 1864: Eine Stadt war in Aufruhr - es brannte! Die Flammen

schlugen mehrere Meter hoch. Herbei eilten über 200 Männer

zwischen 18 und 60 aus den angrenzenden Straßen, allesamt zum

Löschdienst verpflichtet, um mit Hilfe von Ledereimern den Brand

zu löschen. Aber auch die bereits 1772 angeschaffte Feuerspritze

kam nicht gegen die Feuersbrunst an. So brannte das Kaffeehaus

Bellevue vollständig ab. Schlimmeres konnte nur durch das beherzte

Eingreifen der Turner, die in der Nähe trainierten, abgewendet

werden. Diesem

Beispiel von disziplinierter

Zusammenarbeit

war es

zu verdanken, dass

Gründungsfoto der Turnerfeuerwehr

auch Osnabrück dem allgemeinen Trend der Zeit folgte und

die Gründung einer professionellen Feuerwehr mit festgelegten

Statuten ins Auge fasste. Ab 1865 trieb die Turner-

Feuerwehr die personelle und technische Ausstattung voran, um

den Brandschutz der wachsenden Stadt zu gewährleisten.

Eine straffe interne Organisation setzte sich alsbald durch, die

eine klare Aufgabenteilung gemäß der militärisch anmutenden

Satzung vorsah. 1909 wurde erstmalig ein hauptamtlicher Brandmeister

eingestellt, der den Löschtrupp anführte. Mit der zunehmenden

Industrialisierung kam auch effizienteres Lösch-Equipment

auf den Markt: Die Stadt investierte trotz knappem

Budget 1912 in eine Motorspritze und orderte 1919 erstmalig ein

5


TOPTHEMA

Pumpe-Verteiler © Jennewein Photo; fotolia.de // flammen © irontrybex; fotolia.de // Bilder oben © Sina-Christin Wilk

motorisiertes Lösch-Fahrzeug. Seit 1926

verfügt die Stadt Osnabrück über eine

ordentliche Berufsfeuerwehr – mittlerweile

verlangt das Niedersächsische Brandschutzgesetz

dies von allen Kommunen

mit mehr als 100.000 Einwohnern.

Wer ist wer?

Wenngleich die Stadt allerorten sparen

muss, verfügt die Feuerwehr Osnabrück,

welche sich aus Berufsfeuerwehr (BF) und

Freiwilliger Feuerwehr (FF) zusammensetzt,

über die notwendige Ausstattung.

Zuständig sind sie für Notfälle wie Brände

und Unfälle, aber auch bei Kleinsteinsätzen

wie dem klassischen Fall der Katze auf

dem Baum.

Der Fuhrpark besteht aus 40 Fahrzeugen,

deren jeweiliger Anschaffungspreis

zwischen 20.000 Euro für einen PKW über

300.000 Euro (Löschfahrzeug) bis hin zu

1,1 Mio. Euro (Fahrzeug mit Drehleiter)

liegt. Alle vier Jahre wechseln zwei Löschfahrzeuge

vom Bestand der Berufsfeuerwehr

in den der Freiwilligen Feuerwehr.

Eine Besonderheit in Osnabrück stellt

die enge Verzahnung von Berufsfeuerwehr

und Freiwilliger Feuerwehr dar. Die

Einsätze im Bereich Brandschutz werden

stets gemeinsam gefahren, denn wie

Stadtbrandmeister Markus Bergen aus

Erfahrung zu berichten weiß, „können

die Einsätze weder ausschließlich von der

Berufsfeuerwehr noch von der Freiwilligen

Feuerwehr abgedeckt werden“. Grundsätzlich

werden die BF und die Ortsfeuerwehr

alarmiert, die am nächsten gelegen sind.

Je nach Situation umfasst die Zusammenarbeit

sogar weitere Einheiten wie Polizei,

THW und Ordnungsamt. Beispiele hierfür

sind die Sondereinsatzgruppe (SEG),

die bei Massenunfällen von Verletzten

zum Einsatz kommt, und die vorbildliche

Kooperation im Falle von Bombenräumungen.

„Da seit 1998 regelmäßig

Blindgänger aufgespürt und entschärft

werden, haben wir inzwischen ein

eingespieltes Team aus allen Hilfsorganisationen

zusammengestellt, das routiniert

und souverän für eine schnelle und sichere

Räumung sorgt“, erklärt Klaus Fiening,

Sachgebietsleiter vom Vorbeugenden

Brandschutz.

Was ist eine Bunte Leitstelle?

Die „Bunte Leitstelle“ im Kreishaus am

Schölerberg koordiniert die Einsätze von

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei

in Osnabrück-Stadt. Auch wenn es - wegen

akut erhöhtem Personalbedarf oder

Bedarf an spezieller Ausrüstung - zu

einer Zusammenarbeit der Feuerwehr

OS und der Kreisfeuerwehr, die im Landkreis

zuständig ist, kommt, wird diese hier

organisiert. Zudem bilden die Hilfskräfte

aus Stadt und Landkreis gemeinsam zwei

Gruppen des Umweltschutzes mit den

Schwerpunkten „Messen von Gefahrstoffen“

und „Gewässerschutz“.

Die Zuständigkeit der „Bunten Leitstelle“

endet jedoch nicht an den Grenzen des

Landkreises, denn die Einsätze für die

Kreise Grafschaft Bentheim, Emsland und

Leer fallen ebenfalls in ihre Verantwortlichkeit.

Falls sich jemand in Osnabrück in einer

Gefahren- oder Notsituation verwählt,

stellt dies kein Problem dar: Alle Notrufe,

die über 110 und 112 eingehen, werden

zentral verwaltet und an die passenden

Stellen weitergeleitet. Einer exakten

Alarm- und Ausrückordnung entsprechend

werden 95 % aller Notrufe mit

bestimmten Codewörtern abgedeckt, die

für jeden spezifischen Fall genau festlegen,

wer alarmiert wird und welche Ausrüstung

- wie beispielsweise spezielle Wasserwerfer,

DLRG oder Hundestaffel - benötigt

wird. Wird ein Alarm bei der BF ausgelöst,

fahren die Tore der Garagen automatisch

hoch, die Feuerwehrleute schlüpfen in

ihre vorbereitete Einsatzkleidung und der

Löschzug fährt innerhalb von einer Minute

vom Hof. Kommt es zu einem Ausfall

der Leitstelle, wie es im November

2016 der Fall war, wird innerhalb einer

Viertelstunde das Notprogramm in Kraft

gesetzt: Alle Gerätehäuser und Wachen

werden besetzt und die Notrufe auf Notleitstellen

umgeleitet. Die Kommunikation

zwischen den einzelnen Feuerwehrkräften

erfolgt über Telefon und Funk. Die

durchstrukturierte Koordination der Leitstelle

ermöglicht es in 65% der Einsätze,

das angepeilte Schutzziel einzuhalten und

somit innerhalb von acht Minuten am

Einsatzort zu sein. Da dies in den östlich

gelegenen Stadtteilen Lüstringen, Gretesch

und Darum nicht ohne weiteres möglich

ist - hier gibt es keine Ortsfeuerwehr -,

besteht eine Kooperation mit einer der drei

7


TOPTHEMA

Große Schläuche im Anhänger

Werkfeuerwehren (WF) in Osnabrück.

Die WF der Firma Schöller steht der BF

unterstützend zur Seite und rückt aus,

wenn hier Alarm gegeben wird. Diese

Zusammenarbeit ist keinesfalls selbstverständlich

und deutschlandweit in

dieser Form nur dreimal anzutreffen. Der

Grundstein für eine weitere Besserung

der Versorgungssituation ist bereits gelegt:

2016 fand ein Realisierungswettbewerb

statt, durch den in absehbarer Zeit der

Neubau der „Feuerwache Nordstraße“ in

Angriff genommen wird.

Auch der „Rendezvous-Einsatz“ ist eine

Besonderheit des Rettungsdienstes. Dabei

wird der Rettungswagen alarmiert,

der sich in nächstgelegener Position zum

abgesetzten Notruf befindet – unabhängig

davon, ob es sich um einen Wagen der

Feuerwehr oder eines anderen Rettungsdienstes

handelt. Zusätzlich wird das

Einsatzfahrzeug mit einem Notarzt losgeschickt,

der dann vor Ort auf das Team des

Rettungswagens trifft.

Wie ist der Dienstplan

der Feuerwehr aufgebaut?

Die Dienstpläne der Führungskräfte der

Berufsfeuerwehr werden bereits ein Jahr

im Voraus abgestimmt. Die weiteren

Mitarbeiter bekommen erst kurz vor

Monatsbeginn ihre Dienste verbindlich

zugeteilt, haben hier aber ein Mitspracherecht,

soweit alle erforderlichen Funktionen

besetzt sind, die täglich abgedeckt

werden müssen. Die Mitarbeiter werden

in 24-Stunden-Dienste in die rotierenden

Kesselbrand: Gelöscht wird mit Löschschaum

Wachschichten A und B eingeteilt, die

jeweils über einen Pool von 55 Leuten

verfügen. Pro Schicht werden 16 Leute

für den Löschzug, 5 Leute für Sonderfahrzeuge

und 6 Leute (3 Notärzte und 3

Rettungskräfte) für den Rettungsdienst

vorgehalten. So genannte „Verfüger“, zwei

Personen aus dem mittleren Dienst, stehen

zudem mit Rufbereitschaft auf dem

Plan. Je nach Lage werden sie innerhalb

von einer Stunde nach Dienstbeginn

telefonisch zur Schicht gerufen oder haben

frei. Die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr

haben keinen geregelten Dienstplan,

müssen aber im Falle eines Notrufs vom

Arbeitgeber freigestellt werden. Die

Freiwillige Feuerwehr ist verpflichtet, zu

jeder Tages- und Jahreszeit mindestens

sechs Kräfte einsatzbereit zu halten, um

die Berufsfeuerwehr zu unterstützen.

Übungswagen für Feuerwehrleute

Was lernen junge Feuerwehrleute?

Nachwuchssorgen hat die Feuerwehr in

Osnabrück nicht. Bereits bei Kindern ab

sechs Jahren erfreut sich die Mitgliedschaft

in der Freiwilligen Feuerwehr großer

Beliebtheit. Die drei Kinderfeuerwehren

in Osnabrück haben lange Wartelisten,

sodass bereits die Einrichtung einer

vierten Gruppe in Planung ist. Aus vielen

Nachwuchskräften werden erwachsene

Feuerwehrleute, einige bewerben

sich dann später bei der Berufsfeuerwehr.

Die Kräfte der FF kommen aus allen

Berufs- und Gesellschaftsschichten,

während es für den Eintritt in die BF

Voraussetzung ist, zuvor einen handwerklichen

Beruf gelernt zu haben. Die Ausbildungsinhalte

sind für beide Gruppen

relativ gleich, wenngleich die Ausbildungszeit

bei der FF länger dauert, da sie

berufsbegleitend erfolgen muss.

Gelernt werden sämtliche Tätigkeiten eines

Rettungssanitäters, außerdem gibt es

Atemschutzschulungen und Feuerlöschprüfungen

oder Unterrichtseinheiten zur

Fahrzeugtechnik und zum Bedienen der

Fahrzeuge.

Bis zu einem Alter von 50 muss alle drei

Jahre die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung

„G 26.3“ als bestanden

bescheinigt werden, ab 50 erfolgt diese

Untersuchung sicherheitshalber jährlich.

Darüber hinaus muss die Fitness

durch das Ablegen des Deutschen Sportabzeichens

und des DLRG-Rettungsschwimmscheins

in Silber gesichert sein.

Regelmäßiger Dienstsport bzw. Gruppensport

gehört zum Pflichtprogramm einer

jeden Feuerwehrkraft. Hierfür werden

seitens der Stadt sowohl Sporthallen zur

Verfügung gestellt als auch ein begrenzter,

kostenloser Zugang zu den städtischen

Sportschwimmbädern ermöglicht.

Die Kräfte der Berufsfeuerwehr steigen

in den mittleren Dienst ein und können

sich in weiterführenden Lehrgängen an

der Niedersächsischen Akademie für

Brand- und Katastrophenschutz in Celle

für den gehobenen Dienst qualifizieren. In

den Führungspositionen sind außerdem

Akademiker vertreten, die vorwiegend

organisatorische und strategische Aufgaben

übernehmen.

falmmen © irontrybex; fotolia.de // Schläuche; Auto © Sina-Christin Wilk // Kesselbrand © KlausFiening

flammen © irontrybex; fotolia.de // Schutzanzüge © Sina-Christin Wilk // Feuerwehrauto im Wasser © JanSüdmersen

Womit wird gelöscht?

Jede Kommune ist verpflichtet, den

Grundschutz an Löschwasser zu stellen.

Konkret heißt das, dass (Trink-)Wasser

aus Kanälen, Flüssen, Löschwasserteichen,

Wasserstellen und Zisternen entnommen

wird. Wird Wasser aus Unterflorhydranten

genutzt, laufen 800l/ Min. mithilfe von

Druckerhöhungspumpe in die Schläuche.

Oberflorhydranten stehen unter Dauerdruck

und liefern bis zu 8000 l/Minute. Je

nach Größe des Objekts muss allerdings

ein Betreiber von beispielsweise Gewerbe-,

Industrie- oder Veranstaltungsräumlichkeiten

gemäß der Ordnung „Objektschutz“

einen Vorrat von 48, 96 oder 192 Kubikmeter

Wasser gewährleisten. Ggf. wird dem

genutzten Wasser Löschschaum zugefügt.

Die Schläuche bestehen aus einem

gummierten Kunstfasergewebe, das je

nach Verwendungszeck und Druck durch

die Flüssigkeiten in unterschiedlichen

Längen (bis zu 80m) und Durchmessern

(bis 11cm) vorhanden ist. In der Schlauchwerkstatt

werden die Schläuche nach jeder

Nutzung gewartet und repariert. Bevor sie

wieder zum Einsatz freigegeben werden,

werden sie zudem in einer Waschstraße

gereinigt und in den Schlauchturm zum

Trocknen aufgehängt.

Hochwasser-Einsatz:

Ein Feuerwehrwagen in

Osnabrück kämpft sich durch

die Wassermassen

Wann löste der Oberbürgermeister

Katastrophenalarm aus?

2010 blieb dem Stadtoberhaupt – erstmals

seit dem Zweiten Weltkrieg – keine

andere Wahl. Innerhalb von 48 Stunden

strömte so viel Regen auf Osnabrück wie

sonst im Zeitraum von drei Monaten. Hase

und Düte traten über die Ufer, der Starkregen

flutete Umschaltwerke, das Wasser

stand auf den Straßen und die Keller

liefen voll. Abpumpen war aussichtslos, man

versuchte den Schaden durch den

Einsatz von 2.000 Menschen (auch das

THW wurde bundesweit zu Hilfe gerufen)

abzuwenden und die Infrastruktur

weitgehend aufrecht zu erhalten. Am Ende

bekamen die Helfer die Lage in den Griff.

„Außergewöhnliche Wetterphänomene

können aber auch in Zukunft immer

häufiger unvorhersehbare Gefahrensituationen

verursachen“, sagt Guido Maunert,

Sachbearbeiter der Berufsfeuerwehr und

Freiwilligen Feuerwehr.

Schutzanzüge:

Die Anzüge schützen

die Feuerwehrleute vor Säure

Wer hilft den Helfern?

Zahlreiche Einsätze stellen eine mentale

Belastungsprobe für Feuerwehrleute

dar. Deshalb finden nach jedem größeren

Einsatz Gesprächsrunden statt. „Manchmal

tut es einfach gut, darüber zu reden“,

erklärt Bergen. Doch weder die Feuerwehrleute

noch Betroffene an den Einsatzorten

werden alleine gelassen: Psychologen und

speziell geschulte Seelsorger kümmern

sich darum, dass die Menschen, die für die

Sicherheit anderer alles stehen und liegen

lassen, auch in Zukunft tatkräftig ihrer

verantwortungsvollen Rolle nachkommen

können. | Sina-Christin Wilk

WISSEN KOMPAKT

EINSÄTZE 2015

Brände und Brandmeldungen: 652

Rettungsdienst: 11.978

Technische Hilfsleistungen: 2147

MITGLIEDER

Berufsfeuerwehr (18-60 Jahre):

140, davon 7 Frauen

7 Freiwillige Feuerwehren

(18-63 Jahre): 300, davon 30 Frauen

7 Jugendfeuerwehren

(10-17 Jahre): 100

3 Kinderfeuerwehren

(6-10 Jahre): 45

Gemeinsame Altersabteilung:

ca. 50

Feuerwehr- und Rettungsleitstelle

Nobbenburger Straße 4

49076 Osnabrück

www.osnabrueck.de/feuerwehr

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WIRTSCHAFT & TECHNIK

Warum wurde der

Augustaschacht

in Hasbergen-Ohrbeck erbaut?

„Dornröschenschlaf“, aus dem sie erst ab 2002 mit der

Einrichtung einer Gedenkstätte wiedererwachte. Bereits

im Jahre 2000 gründeten Bürger aus Stadt- und Landkreis

Osnabrück einen Verein zur Errichtung einer

Gedenkstätte im ehemaligen Lagergebäude. Für einen

symbolischen Betrag überließ die Georgsmarienhütte

GmbH dem Verein das vor allem im Inneren stark

sanierungsbedürftige Augustaschachtgebäude.

Der Hüggel spielte eine zentrale Rolle in der Bergbaugeschichte des Osnabrücker Landes.

Carsten Neyer und Werner Beermann, die den Weg des Erzes vom Abbau über den Transport

bis hin zur Verarbeitung in Georgsmarienhütte in einem neuen Bildband mit dem Titel „Vom

Hüggelerz zum Hüttenstahl“ beschrieben haben, lassen für „Osnabrücker Wissen“ drei

besonders spannende Kapitel lebendig werden. Wir beginnen mit dem Augustaschacht in

Hasbergen-Ohrbeck.

Das Vorkommen von Eisenerz am

Hüggel war eine der Voraussetzungen

für die Gründung des Eisenhüttenwerkes

Georgsmarienhütte im Jahr 1856.

Der Abbau der Erze erfolgte in Tage- und

Untertagebauen in den Gemeinden

Ohrbeck und Hasbergen. Bis zur

Fertigstellung der Hüggeleisenbahnstrecke

1866 wurde es mit Pferdefuhrwerken

zum etwa vier Kilometer östlich

errichteten Hüttenwerk transportiert. Zur

Entwässerung der ausgedehnten Abbaufelder

wurde mit dem Bau des Mathildenstollens

begonnen, der das in erheblichen

Mengen anfallende Grubenwasser mit

natürlichem Gefälle zu Tage leitete.

Wie viel PS braucht eine Pumpe?

Mit fortschreitendem Erzabbau in

tieferen Lagen musste jedoch eine andere

Lösung zur Entwässerung gefunden werden.

Man trieb hierfür 20 Meter unter

der Mathildenstollensohle einen Entwässerungsstollen

bis zum Augustaschacht

vor. Dort wurde zwischen 1874 und 1876

der etwa 30 Meter tiefe Wasserhaltungsschacht

abgeteuft und darüber das heute

noch im Original erhaltene Pumpenhaus

mit einem Dampfkesselhaus daneben

errichtet. In dem aus Hüttenschlackensteinen

erbauten Pumpenhaus

installierte man eine dem damaligen

Stand der Technik entsprechende

große dampfbetriebene Kolbenpumpe

mit einem riesigen Schwungrad.

Die 300 PS leistende Wasserhaltungsmaschine

förderte bei fünf bis sechs Hüben

pro Minute etwa sechs Kubikmeter

Grubenwasser zu Tage. Nach dem Bau

eines Elektrizitätswerkes im Hüttenwerk

in Georgsmarienhütte von 1907 bis 1908

wurde eine 1.650 Volt Starkstromleitung

zum Augustaschacht verlegt. Nach ca. 30

Jahren Betrieb ersetzte man die bisherige

dampfbetriebene Pumpe durch eine Elektrische.

Wie wurde aus der Bergwerksanlage

eine Gedenkstätte?

Das Dampfkesselgebäude wurde um

1922 zu Wohnungen für Werksangehörige

und ihre Familien umgebaut.

Während des Zweiten Weltkrieges gab

es am Augustaschacht zunächst ein

Lager für französische Kriegsgefangene,

die im Hüttenwerk arbeiten mussten.

Von Januar 1944 bis April 1945 wurde das

Pumpenhaus als das berüchtigte Arbeitserziehungslager

Ohrbeck von der Gestapo

Osnabrück genutzt. Nach Kriegsende

wurden die beiden Augustaschachtgebäude

für ausgebombte Osnabrücker und Flüchtlingsfamilien

hergerichtet. Im ehemaligen

Kesselhaus lebten auch weiterhin Familien

von Werksangehörigen, später wurde

es abgerissen. Mit dem Bau von Werkswohnungen

in Oesede und Holzhausen

von 1952 bis 1960 wurden die Wohnungen

am Augustaschacht später geräumt.

Viele Jahre lag die ehemalige

Bergwerksanlage dann in einer Art

Bilder © Archiv Beermann

2002 begannen die Mitglieder des Vereins, unterstützt von

einer Vielzahl freiwilliger Helfer und Förderer, mit den Sanierungs-

und Ausbauarbeiten. Nach und nach richtete man die

über die Grenzen des Osnabrücker Landes hinaus bekannte

Gedenkstätte Augustaschacht ein, die am 6. April 2008

eröffnet wurde. Heute erinnert sie in Verbindung mit der

Gedenkstätte Gestapokeller an Überwachung, Terror

und Gewaltausübung der Gestapo im Grenzgebiet zu den

Niederlanden. | Carsten Neyer / Werner Beermann

Osnabrücker Wissen

verlost zwei

Exemplare des sehens-,

aber auch lesenswerten

Bildbandes -

siehe Seite 59.

WISSEN KOMPAKT

NEUER BILDBAND IM

GEWINNSPIEL

Das Buch „Vom Hüggelerz zum

Hüttenstahl. Hasberger Erz für die

Georgsmarienhütte“ ist 2016 im

Sutton Verlag erschienen und kostet

19,99 EUR.

1605_TV_Anzeige_Image_111x150mm_pfad.indd 1 03.05.2016 17:10:24

Ab März 2017 -

In der nächsten Ausgabe!

Lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie,

wie Eisenerz, Kalkstein sowie Kohle zum Hüttenwerk

transportiert wurden.

10

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WIRTSCHAFT & TECHNIK

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wer brachte das „Kino in

Kleinformat“ in die Kinderzimmer?

Zum letzten Mal im Jahr 2016 werfen wir einen Blick in das Depot

des Museums Industriekultur und finden einen Spielzeugprojektor, der

Comic-Helden der 70er auf einen Verpackungsdeckel wirft. Das

Kult-Gerät ist – parallel zum Erscheinen dieser Ausgabe – im Museum

zu sehen.

Das DUX elkino 900 ist klein, leicht und

kompakt, bringt aber etwas ganz Großartiges

in die Kinderzimmer der 1970er Jahre.

Mit dem Spielzeugprojektor

können Kinder

spannende wie lustige

Filme selber

abspielen. Das

Gerät lässt

sich spielend

leicht bedienen:

Stecker

rein, Film

rein, Knopf

drücken und

schon beginnt

für die Kleinen das

Kinoerlebnis. Als Leinwand

dient die Innenseite des

Verpackungsdeckels. Die Filmauswahl ist

groß, es gibt Filme in Schwarz-Weiß und

in Farbe, in 1,5 bis 3 Minuten Länge. Unter

den Disney-Filmen finden sich vor allem

die Klassiker, zum

Beispiel Mickey Mouse, Donald Duck,

Pinocchio, Bambi oder Schneewittchen.

Deutsche Märchen wie Aschenputtel sind

im Sortiment und zahlreiche andere Filme.

Es gibt Heidi, Biene Maja, Sindbad,

Tom und Jerry und natürlich Dick und

Doof. Ist die Auswahl erst einmal getroffen

und die Filme laufen, lassen sich die

Kinder nur schwer von ihren Comic-Helden

trennen.

Allerdings ist das Gerät mit 72,50 DM

nicht preiswert und viele Eltern können

ihrem Kind diesen Wunsch nicht erfüllen.

Auch wenn es die Filme Max und

Moritz–Streich 1 und 2 gratis gibt, müssen

weitere Filme zusätzlich finanziert werden.

Sie kosten je nach Filmlänge bis zu 11 DM,

was in den 1970er Jahren viel Geld ist.

Welcher Hersteller macht sich um

die Unterhaltung der Kleinsten

verdient?

Dies verrät die kleine Schwalbe, die auf

dem für die 70er typisch orangefarbenen

Kunststoffgehäuse abgebildet ist. Es ist das

Firmenzeichen des Lüdenscheider Unternehmens

Markes & Co alias Dux, gegründet

von Carl Markes im Jahre 1904. Zu Beginn

fertigt das Unternehmen nur Bauteile

für den Hersteller von Stabilo-Baukästen

an, bis es 1933 mit der Produktion von

eigenem Blechspielzeug startet.

1935 wagt die Firma etwas Neues. Sie

bringt ein von dem spanischen Ingenieur

Nebel entwickeltes optisches Spielzeug

auf den Markt – das erste Modell der sogenannten

Dux Kinos. Gab es zuvor mit

der Laterna Magica nur optisches Spielzeug

mit stehenden Bildern, kommt nun

Bewegung ins Spiel. Anders als der DUX

elkino 900, der mit einem Motor angetrieben

wird, müssen die Filme der ersten

Modelle allerdings noch mit einer

Handkurbel zum Laufen gebracht werden.

| Barbara Kahlert

Bilder © Maren Kiupel

Bilder Crew und Passagiere © Germania // Flugzeugstart © FMO // Flugplan © Fotolia.de, zhu difeng

Wie integriert man neue

Maschinen in einen Flugplan?

Die Sonne liegt so nah: Nur wenige Kilometer von der Osnabrücker Fußgängerzone entfernt

kann man am Flughafen Münster/Osnabrück in den Urlaub starten. Wer aufs Rollfeld blickt und

die verschiedenen Fahrzeuge beobachtet, bekommt eine Idee, welch enormer Aufwand im

Hintergrund abläuft. Nun stationiert die Germania ein weiteres Flugzeug am FMO. Grund für

uns, neugierig zu werden.

Aktuell starten am FMO im Sommerflugplan

10 Fluggesellschaften. Das bedeutet

pro Tag etwa 120 Starts und Landungen

für Passagiere. Ab 2017 bietet

die Fluggesellschaft Germania mit einer

zweiten Maschine mehr als doppelt

so viele Plätze in Richtung

Urlaub an. Kapazität

und Frequenz auf beliebten

Destinationen

wie Mallorca, den

Kanaren, Malaga und

Kreta werden deutlich

ausgeweitet. Neu

kommt Faro an der

Algarve hinzu.

Wer bestimmt die Ziele?

„Wir erkennen Wunschziele aus unseren

Analysen, aber auch aus der Kommunikation

mit Fluggästen. Diese

schlagen wir dann den Airlines vor und

erarbeiten gemeinsam Erweiterungen

im Streckennetz oder Ausweitungen

der Frequenzen auf bestimmte Ziele“,

erklärt Andres Heinemann, Leiter

Marketing und Kommunikation am

FMO. Die Airlines – in diesem Fall die

Germania – ermitteln ebenfalls, zu welchen

Zielen sie Potential sehen. Im Dialog

mit dem Flughafen entsteht dann

die Strecken- und Flugplanung.

Auch sollte dabei berücksichtigt

werden, dass die

Crews entsprechend ihrenjeweiligen

Arbeitszeiten

getauscht werden

müssen und wo das

jeweils am besten geschehen

kann.

„Das Plus an Passagieren

muss vorbereitet werden“,

berichtet Dirk Helf, Director Scheduling

bei Germania. Die Airline

schließt dafür Verträge mit Catering-

Firmen oder für die Räumlichkeiten am

Flughafen und der Abfertigung.

Auch in der Flugplanung wächst

der Aufwand, schließlich müssen

die Flugzeuge mit allen Himmels-

bewegungen koordiniert werden. Mehrarbeit

gibt es ebenso für die Techniker

in der Wartung und natürlich für

Piloten und Pilotinnen und die Flugbegleiter.

Woher kommt das Personal

fur das neue Flugzeug?

Es gibt festes Personal, das im Osnabrücker

Land wohnt. Für die Spitzenzeiten

verstärken übergangsweise Cockpit- und

Kabinenmitglieder von anderen Stationen.

Gemeinsam mit den Airlines erreicht

der FMO nicht zuletzt durch die schnelle

Erreichbarkeit, entspannte Atmosphäre,

gute Parkmöglichkeiten und den Ausbau

des Flugplans wieder wachsende Beliebtheit

bei den Fluggästen.

| Julia Eismann

13


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Frauen beim Flachsriepen und Flachsboken

Was ist Löwendlinnen?

Vom 22. Mai bis zum 28. August wurde im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück die

Sonderausstellung „true born Osnabrughs – Leinen 2016“ gezeigt. Sie war das Ergebnis

eines Studienprojektes zum Thema „Leinen und Flachs“, das an der Universität Osnabrück,

Fachbereich 1 Textiles Gestalten, unter der Leitung von Prof. Dr. Bärbel Schmidt in Kooperation

von Dr. Eva Berger, Direktorin des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück, durchgeführt

wurde. Neben der heutigen Nutzung von Leinen thematisierte die Ausstellung auch die

besondere historische Bedeutung, die das Gewebe für die Entwicklung Osnabrücks hatte.

Die Herstellung und der Vertrieb von

Leinenstoff war bis in das 19. Jahrhundert

hinein ein wichtiger Faktor der

Osnabrücker Wirtschaft – sowohl in der

Stadt wie auch auf dem Lande. Für den

Osnabrücker Landtag stellten Leinenproduktion

und -handel seit 1766 sogar

die „vornehmsten Mittel der Nahrung

und des Gelderwerbs in verschiedenen

Distrikten und Gegenden des Hochstifts

Osnabrück“ dar.

Mitte des 18. Jahrhunderts war es allerdings

aufgrund ausländischer Konkurrenzprodukte,

minderwertiger heimischer

Fertigung und den Folgen des Siebenjährigen

Krieges (1756–1763) zu einer

Depression des Leinengewerbes gekommen.

Deshalb bemühte sich in der Folge

kein Geringerer als der Jurist, Staatsmann,

Historiker und Literat Justus Möser (1720–

1794), das Leinengewerbe in Stadt und

Textilverarbeitung (Kupferstich) aus den

„Georgica Curiosa Aucta“

Hochstift Osnabrück wiederzubeleben.

Und seine Maßnahmen, die von der Qualitätskontrolle

des Saatgutes über verbesserte

Methoden des Flachs- und Hanfanbaus,

der Vereinheitlichung des Herstellungsprozesses

bis hin zur Gütekontrolle des

fertigen Stoffes reichten, hatten Erfolg: Seit

1770 stand Osnabrücker Leinen wieder

hoch im Kurs. Das Osnabrücker Rad als

Gütesiegel war erneut zu einem weltweit

anerkannten Markenzeichen geworden.

Flachsbreche mit Holzschienen

Woraus wurde

Leinen gefertigt?

Das Osnabrücker Leinen wurde sowohl

aus Hanf als auch aus Flachs gefertigt. War

ursprünglich mehr Flachs zur Produktion

genutzt worden, so verwendete man am

Ende des 18. Jahrhunderts hauptsächlich

Hanf zur Herstellung des Leinens, weil

dessen Anbau eine sichere Ernte versprach,

mehr Garn aus den Hanfpflanzen gewonnen

werden konnte und die Hanffaser

stabiler war. Aus dem Osnabrücker Leinen

wurde neben Bettwäsche und Segelstoff

vor allem Alltagskleidung, z.B. Hemden

und Hosen, gefertigt, die vor allem in

wärmeren Klimazonen sehr beliebt war.

Um das Leinen weiß zu bekommen, wurde

es in Asche gekocht und später gebleicht.

Wo wurde „Löwendlinnen“

hergestellt und wohin

wurde es vertrieben?

Das Produkt, das zumeist in häuslichem

Nebenerwerb von der unterbäuerlichen

Bevölkerung hergestellt und dann

von Leinenhändlern aufgekauft oder

direkt im Verlagssystem gefertigt wurde,

nannte man im Osnabrücker Land

„Löwendlinnen“. Dieser Stoff wurde weit

über die Grenzen des Hochstifts geschätzt,

wie der Ibbenbürener Leggemeister Friedrich

Meese 1792 im dritten Band des

Kupferstich © Daniel Chodowiecki; Haspel und Krone, Spinnrad und Webstuhl © Kreisarchiv Steinfurt; Flachsbreche mit Holzschienen © Roemer Visscher, Sinnepoppen; Flachsverarbeitung

(Kupferstich) aus den „Georgica Curiosa Aucta“ © Wolf Helmhardt von Hohberg

Neuen Westphälischen Magazins zur Geographie,

Historie und Statistik berichtet:

„Unter den verschiedenen und mancherley

Arten von Leinwand, welche in Westphalen

gemacht, und von da aus weit und breit

verführet wird, verdienet unter anderem

auch das Löwendlinnen, welches man auch

in einigen Provinzen Lauendlinnen heißt,

eine Beschreibung […]. Diese Linnen

werden vornehmlich im Osnabrückschen,

Tecklenburgschen und Ravensbergschen,

der übrige weit geringere Theil in Diepholtschen,

Mindenschen, der Obergrafschaft

Lingen [Brochterbeck, Ibbenbüren,

Mettingen und Recke], und in ein

paar Kirchspielen im Münsterlande

an den Grenzen der Obergrafschaft

Lingen verfertigt.“ Das Osnabrücker

Leinen, das laut Meese über

Bremen, Amsterdam und Hamburg

größtenteils nach Spanien, Portugal,

England, aber auch nach Schottland und

Frankreich – und über diese Länder auch

in deren Kolonien in Amerika, Ostindien

und Nordafrika – exportiert wurde, trug

also die Bezeichnung „Löwendlinnen“.

Haspel und Krone zur Vorbereitung des Garns zum Weben

Essen ist fertig!

Woher kommt der Begriff?

Es ist die Ansicht vertreten worden, das

Löwendlinnen habe seinen Namen von

einem Löwenbild auf dem Leggestempel

erhalten. Mit einem Stempelabdruck

auf dem Leinenstoff wurde – je nachdem,

an welcher Stelle er angebracht war

– die Qualität des Leinens eingestuft und

bestätigt. Diese Prüfung wurde in der

sogenannten „Legge“ vorgenommen.

Der Begriff Legge kommt übrigens von

niederdeutsch leggen ‚legen‘, weil das

Leinen zur Begutachtung auf einem

langen Tisch „ausgelegt“ wurde. Doch zeigen

die überlieferten Leggestempel keinen

Löwen im Bild, sondern das Wappen der

jeweiligen Region – in Osnabrück natürlich

das Rad – oder eine Krone. Der Begriff

„Löwendlinnen“ hat auch ursprünglich

nichts mit dem Löwen zu tun. In seinem

Bestandteil „Löwend“ steckt vielmehr der

alte, mittelniederdeutsche Begriff Lowand,

Luwand, Lawand, Louwend, der nichts

Flachsverarbeitung (Kupferstich)

WIRTSCHAFT & TECHNIK

anderes als ‚Leinwand‘ bedeutet, also das

Leinen selbst bezeichnet. Das zeigen auch

weitere mittelniederdeutsche Zusammensetzungen

wie Louwenthose ‚Hose

aus Leinen‘ oder die Bezeichnungen für

den Leinwandhändler: Louwantkoper

‚Leinwandkäufer‘, Louwantsnider ‚ Leinwandschneider‘,

Louwantstriker ‚ Leinwandstreicher,

Tuchmesser‘. Darüber gibt

das sechsbändige Mittelniederdeutsche

Wörterbuch von Karl Schiller und August

Lübben Auskunft, das zwischen 1875 und

1881 erschienen ist, aber noch immer unersetzlich

ist. Der Ausdruck „Löwendlinnen“

ist also eine Tautologie, eine Wiederholung

des ersten Wortbestandteiles wie etwa

heute in La-Ola-Welle, Guerillakrieg oder

Salsa-Sauce, die entstanden ist, weil man

in späterer Zeit das Wort Löwend nicht

mehr verstanden hat. Löwendlinnen heißt

also übersetzt lediglich ‚Leinwand-Leinen‘.

| Christof Spannhoff

Männer beim Flachsboken. Buchmalerei eines

flämischen Stundenbuches um 1520

Längst vergessene Speisen kommen hier wieder auf den

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14

15


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wann steht ein

Auto im Kino?

Sie gehören bei einem Kinobesuch einfach dazu: Kaum

nimmt man im gemütlichen Sessel Platz und genießt die

ersten Popcornflocken, flimmern Werbespots über die

Leinwand. Eine Werbeform, an der man nicht so einfach vorbeikommt und die

mitunter bereits Kultstatus erlangt hat. „Osnabrücker Wissen“ wollte wissen, was es darüber

hinaus noch für Werbeformen in Lichtspielhäusern gibt.

Warum fließt kein Öl in den Kanal?

Mehr als 100 Schiffe steuern alljährlich den Osnabrücker Hafen an, um hier Heiz- und Dieselöl

zu verladen. Während die Fracht durch eine Pipeline über die Elbe- und Brückenstraße in drei

Hochtanklager gepumpt wird, sorgt ein ebenso einfaches wie effektives System für Sicherheit.

Wenn die Schiffe die Hollager Schleuse

hinter sich haben, drehen sie im Piesberger

Wendebecken und fahren rückwärts

in den Osnabrücker Ölhafen. Dieser

wird seit 1966/67 durch eine sogenannte

Pressluftölsperre gesichert. Sie besteht aus

einem Düsenrohr, das von einem Kompressor

angetrieben wird und Luftblasen

in das Hafenwasser drückt. An der

Oberfläche teilt sich die aufsteigende Luft

in zwei horizontale, leicht schäumende

Strömungen, die schwimmendes Öl und

treibende Stoffe daran hindern, in andere

Hafenbereiche oder in den Stichkanal zu

fließen.

Die Ölsperre hat sich in Osnabrück

vielfach bewährt. „Es kommt immer mal

wieder zu kleineren Leckagen – vor allem

beim Verladen der Kraftstoffe.

Mitunter muss dann sogar die

Wasserpolizei gerufen und das

ausgelaufene Öl von einem professionellen

Entsorgungsunternehmen beseitigt

werden“, erzählt Maik Medlitz, Leiter des

Bereichs Infrastruktur, Bau und Unterhaltung

bei der Eisenbahn- und Hafenbetriebsgesellschaft

Region Osnabrück

(EHB). Mit großen, folgenschweren Unfällen

habe man bislang allerdings – Gott

sei Dank – nichts zu tun gehabt. Damit

das so bleibt, gelten im Ölhafen umfassende

Sicherheitsbestimmungen. Das

Becken darf immer nur von einem Schiff

angesteuert werden. Außerdem bleibt die

Pressluftölsperre während der rund sechsstündigen

Entladung durchgehend eingeschaltet.

Kein Wunder also, dass sie selbst

regelmäßig gewartet werden muss.

2010 wurde die Anlage für 50.000 Euro

generalüberholt, alle zwei Jahre kommt

der Kompressor auf den Prüfstand und

einmal im Jahr machen sich DLRG-

Taucher daran, das Düsenrohr von

Schlamm und Muscheln zu befreien. Ein

reibungsloser Betrieb der wichtigen Anlage

ist somit garantiert. | Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

DER ÖLHAFEN

Öl wird nur in einem Teil des

Osnabrücker Hafens umgeschlagen,

die Zahlen sind trotzdem

imposant: Im Jahr 2015 entluden

129 Schiffe hier 142.000 Tonnen

Heiz- und Dieselöl. Die Pressluftölsperre

kam so in 12 Monaten auf

rund 774 Betriebsstunden.

Bilder © Thorsten Stegemann

Auto © Filmpassage // Vorhang © razoomanetu, fotolia.de // Scheinwerfer © SkyLine, fotolia.de

Die klassischste Variante in einem Kino

ist natürlich zunächst die Leinwandwerbung.

Ein Spot im Kino dauert in der Regel

zwischen 30 und 45 Sekunden und transportiert

in dieser Zeit eine konkrete

Botschaft. Hier wird vor allem auf die Langversionen

von Werbespots zurückgegriffen,

die deutlich länger sind als im TV. Moderne

Digitaltechniken ermöglichen, dass Spots

schnell und zielgenau geschaltet werden.

Filmabhängig, dem Genre und der

Zielgruppe entsprechend, wird die Werbung

im Kino abgespielt. Somit sind Spots sowohl

regional als auch überregional auf den Leinwänden

zu sehen. Doch auch in kleineren

Bildschirmformaten lässt sich Werbung im

Kino platzieren. Auf Monitoren, die sich im

Foyer der Kinos befinden, können Imagefilme

abgespielt werden. Während des täglichen

Spielbetriebes werden damit Besucher

erreicht, die sich in den gemütlichen Wartezonen

aufhalten. „Gut gemachte Werbung

erreicht den Kinobesucher sekundenschnell,

das heißt für den Werbespot: lieber kurz und

knackig als ausführlich und langweilig“,

weiß Anja Thies, geschäftsführende Gesellschafterin

der Filmpassage Osnabrück.

Auch die Kinotickets sind ein interessantes

Werbemedium, das jeder Kunde in die

Hände bekommt. Viele Cineasten nehmen

sie sogar gerne mit nach Hause und sammeln

damit zahlreiche Werbebotschaften.

Auf der Rückseite der Karte können Werbepartner

des Kinos ihre Unternehmen und

Produkte in Szene setzen. Hierbei wird die

Werbung im Wechsel auf jedes zweite Ticket

gedruckt, da Kinogänger in der Regel Paare

oder Gruppen sind und somit eine höhere

Streuwirkung erzielt wird. Vom Gutschein

für einen Kakao im naheliegenden Café bis

hin zum Aktionsangebot eines Fahrradhändlers

ist hier (nahezu) alles denkbar.

In der Filmpassage Osnabrück gibt es noch

weitere spannende Werbeformen. Die vielen

Plakatrahmen, Schaukästen und Glasgalerien

auf den Gängen und im Eingangsbereich

des Kinos können ebenfalls als Werbeplattform

genutzt werden. Große DIN

A1-Rahmen werden mit interessanten Unternehmens-Plakaten

bestückt. Tiefe Schaukästen

mit spezieller Beleuchtung ermöglichen

zudem eine dreidimensionale Präsentation.

Auch außergewöhnliche Promo-Aktionen

oder Ausstellungen sind im Kino an der

Johannisstraße möglich, in dem Produkte

für einen bestimmten Zeitraum gezielt

platziert werden. Zum Beispiel könnte bei

Betreten des weitläufigen Foyers der Blick

direkt auf einen schicken Aston Martin

fallen, während im Kinosaal daneben gleich

der neue James Bond gezeigt wird. Oder ein

silberner DeLorean wartet auf die Besucher,

um zurück in die Zukunft zu reisen.

Wer möchte da nicht

gerne einsteigen?

Des Weiteren bieten Kinos großformatige

Bannerwerbung als Präsentationsfläche an.

Außerdem können Flyer und Give-Aways

nach Rücksprache mit dem Kinobetreiber

entweder an der Kasse ausgegeben oder auf

Tischen platziert werden. Auch die hauseigenen

Programm-Folder eines Kinos bieten

Platz für Anzeigen. Nicht zuletzt ist Werbung

auf der Dienstkleidung der Kinomitarbeiter

oder den Sesselhussen, die im Saal über

die Bestuhlung gezogen werden, möglich.

Firmenlogos können ganz einfach auf

den Stoff gestickt werden und sind

somit für jeden Besucher gut sichtbar. Das

Saalbranding, also die Benennung eines oder

mehrerer ganzer Kinosäle, stellt ebenfalls

eine wirksame Werbemöglichkeit dar.

Nicht zu vergessen ist natürlich das bekannte

Popcorntüten-Branding. Wer sich im Kino

eine Portion schmecken lässt, hält nebenbei

noch eine gängige Werbeform in der Hand,

die ins Auge sticht. | Kristina Hoffmann

Filmpassage

Osnabrück

Maik Medlitz, Leiter des Bereichs Infrastruktur, Bau und

Unterhaltung bei der Eisenbahn- und Hafenbetriebsgesellschaft

Region Osnabrück, vor dem Osnabrücker Ölhafen

17


WIRTSCHAFT & TECHNIK

AUSBILDUNG & KARRIERE

Wo werden Roboter von Schülern programmiert?

Alle auf die Bühne! Preisträger und Akteure trafen sich natürlich auch zum Gruppenbild

Was ist in der Osnabrücker

Startup-Szene los?

Eine gute Geschäftsidee, viel Engagement und große Leidenschaft sind

die wesentlichen Zutaten für ein erfolgreiches Startup. Und natürlich

braucht man auch ein gutes Netzwerk. Für all das gibt es in Osnabrück

eine beachtliche Szene, die sich im November 2016 zum sechsten Mal

zur Verleihung des innovate-Awards im Theater traf.

Hier in der Region tut sich viel Innovatives

und es gibt gute Vorraussetzungen für

Gründer und Starter von Unternehmen.

Repräsentativ dafür hielt Jens Bormann

den zentralen Vortrag über Unternehmertum.

Bormann ist einer der Gründer von

buw, die das Unternehmen im Spätsommer

2016 für weit über hundert Millionen

Euro verkauft haben. Im Umfeld von

InnovationsCentrum und Hochschule

haben die neuen Ideen fruchtbaren Boden.

Die innovate bestärkt diesen Schwung

und kooperiert mit weiteren Hochschulen

im Umfeld. Mit den beiden Award-

Kategorien zeigt die innovate die

Bandbreite unternehmerischer Entwicklungskraft:

Der Campus-Award belohnt

Ideen aus dem Hochschulumfeld, die kurz

vor oder in der Gründung stehen. Er ging

in diesem Jahr an Valispace. Valispace ist

die erste Ingenieurssoftware, die es Teams

von Ingenieuren erlaubt kollaborativ

komplexe Produkte zu entwickeln. Der

Company-Award geht an bereits etablierte

Unternehmen, die innovative

Lösungen bereit halten. In 2016 war das

das Osnabrücker Unternehmen Infomantis,

das mit dem Sensellite ein Armband

für Menschen an Risikoarbeitsplätzen

entwickelt hat. Via Sensoren meldet das

Preisübergabe: Tobias Eismann(metacrew)

gratuliert Marco Witzmann vom Gewinner-

Unternehmen Valispace zum Sieg

Wearable dem Träger etwa Temperaturen

oder auch Werte für bestimmte Gase und

Luftverunreinigungen. Im Notfall löst es

direkt Alarm aus und meldet den Standort

des Trägers an die Rettungskräfte. In

beiden Fällen wurden als Preisträger

Teams und Unternehmen ausgezeichnet,

die auf ihrem Gebiet völlig neu

gedacht haben und mit der erarbeiteten

Innovation Verbesserungen herbeiführen.

Bestimmt hätte Steve Jobs auch einen

innovate Award bekommen – wenn, ja

wenn er doch nur bis ins Osnabrücker

Theater gekommen wäre … | Redaktion

Bilder © Moritz Melzheimer

Bilder Kinder © Carina Sander // Bild Nahaufnahme © golubovy, fotola.de

Besucht man am Freitagnachmittag das Gebäude SP der Hochschule Osnabrück auf dem

Campus Westerberg, begegnet man nicht wie üblich Studierenden, sondern trifft auf etwa 35

Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 19 Jahren, die dort in Teams an Robotern bauen

und diese programmieren.

Die nehmen am Angebot „Robotics“ des

Schüler-Forschungs-Zentrums (SFZ)

Osnabrück teil und treffen sich in der

Schulzeit jeden Freitag, um im Team an

den Robotern zu arbeiten. Die Teams

bereiten sich unter anderem auf die

Teilnahme am RoboCup Junior vor, dem

Schülerwettbewerb des internationalen

RoboCup.

Wie kann ein „ pfer“ von

einem Roboter gefunden

werden?

In der Disziplin „Rescue“ des RoboCup

Juniors haben die SchülerInnen die

Aufgabe den Robotern beizubringen, ein

„Opfer“ zu finden. Diese Such- und

Bergeaufgaben sind vereinfachte Fragestellungen,

die auch bei der Erforschung

und Entwicklung „echter“ Such- und

Rettungsroboter gelöst werden müssen.

Dazu bringen die SchülerInnen den Robotern

in der Unterdisziplin „Line“ bei, im

Parcours einer Linie zu folgen, die über aufund

absteigende Rampen verläuft. Auf der

Linie stehende Hindernisse müssen die

Roboter erkennen, umfahren und die Linie

wiederfinden, um schließlich die

„Opfer“ in Form von Metallkugeln

zu erkennen und zu bergen. In der

Unterdisziplin „Maze“ haben die Roboter

die Aufgabe sich in einem Labyrinth

mit mehreren Räumen und Ebenen zu

orientieren und die „Opfer“ in Form von

Heizelementen an den Wänden des

Labyrinths zu erkennen.

Wie kann ein Roboter einer

Linie folgen?

Die SchülerInnen statten ihre Roboter

mit Licht- bzw. Farbsensoren zur Linienerkennung

aus. Damit der Roboter der

Linie folgt, muss der Sensor hinsichtlich

der Abweichung zum Kurs sowie der

Abweisungsrichtung ausgelesen werden

und die Ergebnisse müssen den Motor

des Roboters entsprechend steuern. Das

Programm wird zu Beginn des Parcours

einmal gestartet, danach müssen die

Roboter der Linie selbstständig folgen.

Wichtig ist dabei, dass der Roboter der

Linie ohne starke Regelschwingungen,

das heißt Hin- und Herschwanken von

rechts nach links, folgt.

Wie lernen die SchülerInnen

die Programmierung der

Roboter?

Die SchülerInnen können zum einen

LEGO® Mindstorms-Roboter konstruieren

und programmieren. Die Mindstorms

haben eine eigene Programmiersprache.

Diese funktioniert mit Symbolen, die

als Befehle hinter- bzw. nebeneinander

gehängt werden. Für die ASURO-

Roboter, die komplett selber gebaut

werden, wird die Programmiersprache

C verwendet. Die SchülerInnen arbeiten

in kleinen Teams an ihren Robotern und

helfen sich gegenseitig bei Problemen

oder Fragen. Unterstützt werden sie von

der Lehrerin Dr. Katrin Lückmann vom

Gymnasium in der Wüste und

Danuta Prasse sowie von studentischen

Hilfskräften der Hochschule Osnabrück.

| Carina Sander

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AUSBILDUNG & KARRIERE

Was macht ein Press-Schnecken-Separator mit Elefantengras?

VOR FÜNF JAHREN ENTWICKELTE DIPL.-ING. AGR. MARTIN PAULUS, GESCHÄFTSINHABER DER IM ICO

OSNABRÜCK ANSÄSSIGEN FIRMA TECNOTRANS, IN ZUSAMMENARBEIT MIT EINEM SÜDDEUTSCHEN

UNTERNEHMEN EINE HIGH-TECH-MASCHINE MIT AUSSERGEWÖHNLICHEN

FÄHIGKEITEN.

Der sogenannte Press-Schnecken-Separator

trennt kontinuierlich und vollautomatisch

Feststoffe von Flüssigkeiten

und funktioniert sowohl

bei dünn- als auch bei

dickflüssigen Gemischen.

Seine vielfältigen

Anwendungsmöglichkeiten

beweist

er seit kurzem in der

niederländischen Papierfabrik

„VanHoutum“, in der ein besonderer

Rohstoff verarbeitet wird.

An der niederländischen Küste setzt man

auf Elefantengras. Das auch als Chinaschilf

oder Chinagras bekannte, schnellwüchsige

und anspruchslose Gewächs

wird hier extensiv kultiviert. Wegen

seiner starken Zuwächse bei minimalem

Input und geringem Nährstoffentzug

bietet es ideale Voraussetzungen für die

Nutzung als hochwertiger nachwachsender

Rohstoff.

In der Papierfabrik „VanHoutum“ wird

das Elefantengras verschiedenen verfahrenstechnischen

Prozessen unterzogen,

bevor es als Ersatz für herkömmliche

Zellulose verwertet werden kann. Nach

einer mechanischen und thermischen

Behandlung werden die Pflanzenfasern

aus dieser Biomasse in einer wässrig alkalischen

Lösung aufgeschlossen.

Anschließend erfolgt die Feststoff-Flüssigkeitstrennung

mit dem Separator der

Firma TECNOTRANS: Die in der Lösung

befindlichen Fasern werden herausgefiltert,

gleichzeitig hochgradig entwässert

und dann auf eine Papiermaschine

geführt, die Toilettenpapier-Rollen in

Serie fertigt. Ein nachhaltiges und umweltbewusstes

Produktionsverfahren, das

Rohstoffe vor der eigenen Haustür nutzt,

findet so seinen Abschluss. | Redaktion

Weitere Infos unter:

www.hydro-tecnotrans.de

Bilder © TECNOTRANS

+++ Motion Media GmbH - stolp+friends kooperiert mit

Motion Media. Zusammen bewerben und vermarkten

die Partner die Websoftware WoWi 360 in der Wohnungswirtschaft.

Die innovative Websoftware ermöglicht

die Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung

von virtuellen Wohnungsbesichtigungen. Damit wird

die Immobilienvermarktung für Wohnungsunternehmen

deutlich einfacher. Weitere Informationen unter

www.wowi360.de +++ Forestage Technologies GbR - 3D-

Daten in der Virtual Reality erleben - in Sekunden.

Das bietet die von der im ICO ansässigen Firma Forestage

Technologies entwickelte, gleichnamige Softwarelösung

Forestage. Weitere Informationen auf

www.forestage.de +++ K-os Engineering - Neuer 3D-Drucker

im Bau für große ABS und PLA Modelle im

FDM Verfahren - mit Dualextruder und Druckbettgröße

700 x 800 x 460mm. Die Fertigstellung ist

für Januar 2017 geplant, um Formen und Fahrradrahmen

im Rapid-Prototyping günstig anbieten zu

können. Anfragen: kontakt@k-os.info +++ KÖLNDATA -

am 17./ 18.01.2017 findet im ICO ein Seminar zur

Vorbereitung auf die Zertifizierung „Professional

Scrum Master“ (PSM) statt. Wer agiles Projektmanagement

kennenlernen will und/ oder die Zertifizierung

zum PSM anstrebt, ist hier genau richtig. Mehr

Infos auf www.koelndata.de +++

Kontakt

ICO InnovationsCentrum Osnabrück GmbH

Albert-Einstein-Straße 1

49076 Osnabrück

fon +49 541 202 80 - 0

info@innovationscentrum-osnabrueck.de

www.innovationscentrum-osnabrueck.de

20

Heimat genießen!

www.spirit49.de


STADT- & LANDGESCHICHTEN

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Orte in Stadt und Land (9)

Hinten im Wald oder vor dem Berg?

Hatten die Römer ein lockeres Verhältnis zum Geld?

Himbergen hat 134 Einwohner, aber keinen Einkaufsladen,

keine Kirche, keine Gaststätte und schon lange keinen

Bürgermeister mehr. In dem kleinen Ort an den

Ausläufern des Teutoburger Waldes gibt es aber einen Treffpunkt,

doch der erfordert einen besonderen Anlass. Bei Hochzeiten zieht es Brautpaar und

Gäste zur Rundbank an der alten Eiche.

Der Ort Himbergen mit seinen nur noch sechs Bauernhöfen

ist ein alter Flecken Erde in der Gemeinde Bissendorf. Seinen

Ursprung datiert der Heimatforscher Günther Wrede auf das 12.

Jahrhundert. Der Name war allerdings im Laufe der Vergangenheit

vielen Veränderungen unterworfen. Aus Hembergen (1200)

wurde zunächst Himberghe (1350), dann Lymberghen (1412) und

schließlich Hymbergen (1412). Im 15. Jahrhundert bekam der

kleine Ort seinen heute noch bekannten Ortsnamen Himbergen.

Es gibt zwei Theorien, die die Bedeutung des Namens erklären.

Beim Heimatforscher Hermann Jellinghaus kann man nachlesen,

dass das Bestimmungswort „hind“ mit der Präposition „hinten“

gleichzusetzen sei. Das Grundwort „bergen“ könnte im

Ursprung von „bere“ abgeleitet werden. Jellinghaus, ebenso

wie Wrede, bezeichnen „bere“ als einen aus Eichen und

Buchen bestehenden Fruchtwald. Auch „him“ würde

vor dem Panorama der Holter Berge einen Sinn ergeben.

Damit ist ein mächtiger Stamm gemeint, der zum Himmel

ragt und den Fruchtwald schützt.

Die zweite These stammt vom Namensforscher Jürgen

Udolph. Allerdings ist damit Himbergen im Landkreis

Uelzen gemeint. In diesem Falle steht der Ortsname für

„hinter dem Berge“, eine Erklärung, die augenscheinlich

auch auf Himbergen bei Bissendorf zutreffen könnte. Das

wäre dann allerdings der Blickwinkel, mit dem die Ritter

von der Holter Burg auf Himbergen geschaut haben - und

nicht aus Bissendorf. | Ebba Ehrnsberger

Bilder © Ebba Ehrnsberger

Münzen unten links © Varusschlacht im Osnabrücker Land, Hermann Pentermann // Münzen unten rechts © Varusschlacht im Osnabrücker

Land, Karten Keune // Münze oben Varusschlacht im Osnabrücker Land, Manfred Pollert

Seit mehreren Jahrzenten wird in Kalkriese intensiv archäologisch geforscht. Das Ergebnis kann

sich sehen lassen. Wer allerdings glaubte, dass mittlerweile das Ende in Sicht käme, hat sich

geirrt, wie dieser Sommer einmal mehr zeigte.

In diesem Jahr fanden die Ausgrabungen

in den nördlich angrenzenden Waldschneisen

im Park des Museums statt.

Der Park ist in dem bisher bekannten

Fundareal von rund 30 Quadratkilometern

die archäologische Kernzone

mit den konkretesten Hinweisen auf

das Schlachtgeschehen, darunter neben

tausenden römischer Funde die

berühmte römische Gesichtsmaske oder

die menschlichen Knochen mit Spuren

tödlicher Verletzungen. Der andauernde

Regen machte die diesjährige Ausgrabung

allerdings zu einer Schlammschlacht:

der Boden war tiefgründig aufgeweicht,

überall sammelte sich das Wasser und

Baufahrzeuge fuhren sich fest. Schnell

war klar, dass unter diesen Bedingungen

mehr zerstört als geborgen werden würde.

Zwei Lösungen boten sich an: Abbrechen

oder anstatt kleiner Teilbereiche die

gesamte Waldschneise, rund 1000 Quadratmeter,

untersuchen. Die Entscheidung

fiel auf letzteres. Zum Glück, wie sich

wenig später erweisen sollte! Am 9. Juni,

gerade war mit der Baggerschaufel eine

weitere Schicht Erde abgenommen

worden, weckte ein ungewöhnliches

Glitzern die Aufmerksamkeit der Archäologen.

Kein Kaugummipapier, kein Rest

einer Cola-Dose, kein Glimmerkram!

Was da wenig später auf der Kelle lag, war

eine Goldmünze aus der Zeit des Kaisers

Augustus – und mit jedem weiteren

Bodenabtrag traten weitere Goldmünzen

zutage. Am Abend des 10. Juni konnten

die Ausgräber die Entdeckung von

acht römischen Goldmünzen bilanzieren.

Die Münzen wurden um 2 v. Chr. in

Lugdunum, dem heutigen Lyon, geprägt

und zeigen auf der Rückseite

Augustus‘ Enkel und Adoptivsöhne

Gaius und Lucius. Mit

dieser Münze gab Augustus im ganzen

Reich die Namen der von ihm auserkorenen

potentiellen Nachfolger bekannt.

Leider sollte keiner der beiden das Amt

antreten, sie verunglückten lange bevor

Augustus starb.

Für Kalkriese ist dieser Fund in mehrfacher

Hinsicht bemerkenswert. Zum

einen erhöht sich die Zahl der bisher bekannten

Goldmünzen beträchtlich. Zum

anderen wird einmal mehr deutlich, dass

Kalkriese ein wirklich besonderer Fundplatz

ist. Mittlerweile wurden hier so viele

römische Münzen entdeckt wie sonst nur

an wirklich langjährigen Lagerstandorten

– und das will doch was heißen. Ob die

Münzen einfach nur verloren oder aber

gezielt versteckt wurden, ist allerdings

weiterhin unklar. Nur eines ist gewiss:

Römische Legionäre warfen nicht mit

Geld um sich, dazu hatten sie es sich zu

hart verdient. | Heidrun Derks

WISSEN KOMPAKT

AUSSTELLUNG IN KALKRIESE

Die Goldmünzen und ihre Bedeutung

sind auch Thema der aktuellen

Kabinettausstellung „Neues

Gold aus Kalkriese“. Sie ist noch bis

zum 15. Januar 2017 in Kalkriese zu

sehen.

23


Plan des Historikers Karsten

Igel von der Lage der

Alt- und Neustadt um 1250.

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Sie verfügen darüber hinaus heute auch

über naturwissenschaftliche Datierungsmöglichkeiten,

die wie im Falle der

Dendrochronologie (Baumringmethode)

sogar eine jahrgenaue Altersbestimmung

ermöglichen. Doch das Ganze hat eine

entscheidende Schwachstelle: Sie datieren

damit nur einen Ausschnitt aus der damaligen

Sachkultur, nicht aber ein Ereignis

oder eine Botschaft, wie es durch Schriftquellen

dokumentiert wird.

Archäologische Ausgrabungen liefern

daher nur Anhaltspunkte für die Altersbestimmung

der Ansiedlung, zu der diese

Sachkultur gehört. Bei Schriftquellen

handelt es sich dagegen in der Regel um

eine Botschaft oder eine Darstellung mit

der Absicht des Verfassers, anderen etwas

mitteilen zu wollen. Schriftquellen sind

daher wesentlich besser geeignet, ein

Gründungsdatum, ein besonderes Ereignis

oder eine wichtige Entwicklungsstufe

zu belegen.

Bei den Ausgrabungen an der Großen Rosenstraße wurden

verschiedene spätmittelalterliche bis frühneuzeitliche Gebäudereste

freigelegt. Ihre Bewohner waren als Wollweber tätig und

produzierten den „Rosenstrater“, eine um 1600 sehr beliebte

Tuchware.

Wie alt ist die Neustadt?

Wenn historische Schriftquellen fehlen, bleibt als letzte Hoffnung

für die Frage nach dem Alter einer Siedlung oder einer Stadt

die archäologische Ausgrabung. Denn Archäologen können

recht genau das Alter der in diesem Bereich vorkommenden

Fundstücke bestimmen.

Welche Dokumente liegen über

die Entstehung der Osnabrücker

Neustadt vor?

Genau wie im Falle der Altstadt ist auch

die Entstehung der Neustadt nicht direkt

über Schriftquellen datierbar. Es gibt nur

eine Ausnahme: Das Alter der Kirche

St. Johann ist auf den Tag genau bekannt.

Sie wurde als Stiftskirche auf Veranlassung

des Osnabrücker Bischofs Detmar am 13.

Juli 1011 gegründet. Die dazugehörigen

Stiftsgebäude gruppierten sich in einem

großen Bogen um dieses Zentrum, der heute

noch am Straßenverlauf im Umfeld der

Johannisfreiheit ungefähr erkennbar ist.

Die Johanniskirche wird zwar gerne als

historisches Zentrum und als Keimzelle

der Neustadt gesehen, aber bei genauerer

Betrachtung des Stadtplans fällt auf,

dass es innerhalb dieses Gesamtkomplexes

zwei deutlich unterschiedliche

Bereiche gibt - einen Kernbereich rund um

St. Johann mit der bogenförmigen

Umfassung und einen großflächigen

Siedlungsbereich westlich und südlich

von St. Johann, der wie eine planmäßige

Gründung aussieht. Hier verlaufen die

Kommenderiestraße, die Johannisstraße

und die Holtstraße etwa parallel mit

fast gleichen Abständen zueinander und

werden von den Nebenstraßen etwa rechtwinklig

geschnitten.

Über die Gründung dieser Planstadt

existiert keine Urkunde, doch der Historiker

Karsten Igel konnte rekonstruieren,

dass das Ganze gegen Ende der Amtszeit

des Osnabrücker Bischofs Konrad

zwischen 1236 und 1238 erfolgt sein muss.

Die erste urkundliche Erwähnung der

Neustadt stammt aus dem Jahre 1248.

Ergänzend dazu konnte die Stadtund

Kreisarchäologie die Errichtung

des einzigen Neustädter Stadttores,

des Johannistores, in das Jahr 1249

datieren. Über den Zusammenschluss

zwischen Alt- und Neustadt existiert eine

Urkunde aus dem Jahre 1307.

Die Gründung von St. Johann erfolgte

ursprünglich weit abseits der Altstadt,

durch eine etwa 300 bis 500 Meter breite

unbesiedelte (?) Landschaft und die mehr

als 30 Meter breite Niederung des Wiesenbachs

voneinander getrennt. Als um 1237

die Neustadt entstand, ist zu vermuten,

Karte (links) © Kartografie Grundlage: Klaus Meinert // Karte rechts © Stadt Osnabrück, Fachbereich Geodaten //

Ausgrabung © Daniel Lau, Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück // Kirche © wikimedia.org

dass auch sie zunächst jenseits der Wiesenbachniederung

lag, also ebenfalls deutlich

abseits der Altstadt. Über die Nutzung des

Geländes dazwischen, d. h. zwischen dem

heutigen Neumarkt und dem Wiesenbach,

existierten weder historische Dokumente

noch archäologische Forschungsergebnisse.

Die Ausgrabungen der Stadt- und Kreisarchäologie

von Juli bis September 2016 an

der Großen Rosenstraße waren daher die

letzte Gelegenheit, dieser Frage auf einer

zusammenhängenden Fläche nachzugehen,

Wohlfühlen

ist einfach.

sparkasse.de

Der Verlauf des Wiesenbachs (gestrichelt) ist

heute noch als Fußwegverbindung zwischen

Schlossstraße und Johannisstraße erkennbar.

bevor der gesamte Bereich durch den nachfolgend

geplanten Bau des Einkaufszentrums

unwiederbringlich zerstört wird. Dabei

zeigte sich, dass hier tatsächlich keine Siedlungsspuren

vorkommen, die eine intensive

Nutzung des Geländes im 12. oder

frühen 13. Jahrhundert beweisen. Mit anderen

Worten: die planmäßig angelegte

Neustadt war ursprünglich tatsächlich eine

eigene, von der Altstadt räumlich getrennte

bauliche Einheit. Ihre Nordgrenze, d. h.

die Grenze in Richtung Altstadt, war der

Wenn man einen

Immobilienpartner

hat, der von Anfang

bis Eigentum an

alles denkt.

© TRÄGERGEMEINSCHAFT „500 JAHRE REFORMATION – OSNABRÜCK“

Wiesenbach. Er floss dort, wo heute eine

Fußgängerverbindung von der Schlossstraße

zur Johannisstraße verläuft, und von

da aus weiter, wo sich ein Fußgängerdurchgang

neben dem Modehaus Sinn-Leffers

in Richtung Hase befindet. Doch bereits

spätestens um 1300, d. h. innerhalb von

gut 50 Jahren, war der Zwischenraum

zwischen Alt- und Neustadt zugebaut. Die

Ausgrabungen bestätigten anhand von

verschiedenen Fundstücken, dass sich hier

überwiegend Wollweber angesiedelt hatten.

Ihr Siedlungsgebiet, die Große Rosenstraße,

wurde erstmals 1306 als „platea rosarum“

erwähnt. Das von ihnen produzierte Tuch

wurde unter dem Namen „Rosenstrater“

zum beliebten Handelsgut. Mit dem offiziellen

Zusammenschluss von Alt- und Neustadt

im Jahre 1307 war dieser städtebauliche

Entwicklungsprozess abgeschlossen.

Von nun an war nicht mehr der Wiesenbach,

sondern der Neue Graben die Grenze

und ist es bis heute auch geblieben.

| Bodo Zehm

2017

WAS

KOMMT

?

500 JAHRE REFORMATION | REGION OSNABRÜCK

www.2017osnabrueck.de

24

25


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Logo_Zeit

Teil 2: 1864 bis heute

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Farbvariante

orange: CMYK 0/50/100/0 RGB 221/160/47 # dda02f

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Wie kam Presse aus der Presse?

„Wöchentliche Osnabrückische Anzeigen“ stand auf dem ersten Osnabrücker Presseerzeugnis,

das vor 250 Jahren das Licht der Welt erblickte. Wahrlich Anlass genug, auf ein Vierteljahrhundert

Zeitungsgeschichte zurückzublicken. Heiko Schulze, Autor eines neuen Buches zum

Thema, hat sich in der vorherigen Nummer von „Osnabrücker Wissen“ mit der Zeit zwischen

1766 und der Mitte des 19. Jahrhunderts befasst. In dieser Ausgabe schildert er Blätter und

Ereignisse bis zur heutigen Zeit.

Wann endete die

Tablet-Grösse?

Logo_Zeit+OS_orange

Literatur und das Osnabrücker Theaterleben.

Schon 1866 muss Liesecke sein

Kontakt

Justus Mösers „Wöchentliche Osnabrückische

Projekt jedoch aus wirtschaftlichen Gründen

Anzeigen“ (seit 1766, Maße: 16x26 cm) aufgeben.

Stadt Osnabrück | Projektbüro im Fachbereich Kultur | Anke Bramlage, E-Mail: bramlage@osnabrueck.de, Tel. 0541 323-4211

www.100tagezeit.de

bis hin zu Carl Rosenthals „Tageblatt“ (1848-

1851,19x24 cm) und Carl Stüves „Volksblatt“

Was reizt am

(1848-1853,20x26 cm) sind dünn und Generalanzeiger?

winzig. Alle Blätter sind höchstens so groß Mit dem neuen „Osnabrücker Tageblatt“

wie ein modernes Tablet. 1864 kommt es tritt 1884 eine Zeitung auf den Plan, die zum

zum Bruch dieser Tradition: Die Leser ersten Mal bewusst auf eine parteipolitische

studieren erstmals die „Osnabrücker

Ausrichtung verzichtet. Kommunales

Zeitung“ im „Doppelfolio“-Format“ das Geschehen, nicht das Parteiprogramm

30x43 cm misst. Jene Größe wird richtungsweisend

steht im Vordergrund. Wirtschaftlich wird

für alle späteren Blätter. Inhaltlich all dies zum eigentlichen Erfolgsrezept:

setzt die von Alexander Liesecke produzierte

Die Einnahmen aus großen Anzeigen und

Zeitung Maßstäbe. Der Leser findet eine privaten Inseraten sprudeln. Die Leserschaft

nie dagewesene Themenfülle: politische, wächst schnell. Und der Preis lässt sich aus

Amts- und Landes-Nachrichten, Lokalmeldungen,

all diesen Gründen konkurrenzlos gering

vermischte Nachrichten, Neues von halten.

Handel und Verkehr, Feuilleton-Meldungen

und Inserate, Aufsätze zur Osnabrücker

Stadtgeschichte, über Wissenschaft,

Klappt Crowdfunding aus

der schmalen Lohntüte?

Ja. Und zwar auch für Zeitungsfreunde mit

kleinem Geldbeutel. Die sozialdemokratische

Freie Presse kann im Jahre 1920 nur

deshalb gegründet werden, weil die zumeist

als einfache Arbeiter tätigen Parteianhänger

Schuldscheine im Wert von 5, 30 oder gar 50

Reichsmark erwerben. Mit dem eingesammelten

Geld werden Räume hergerichtet,

Druckmaschinen angeschafft und Papierrollen

besorgt. Als Trägerin der Zeitung

gründen die Unterstützer eine eingetragene

Druckereigesellschaft. Immerhin 9.000

Exemplare werden es anno 1929 sein, die auf

dieser Basis in Stadt und Umland gelesen

werden können.

Wann gab es die meisten

Tageszeitungen?

In der Weimarer Republik (1919-1933) wetteiferten

fünf (!) Tageszeitungen um die hiesige

Leserschaft: Die Osnabrücker Zeitung

ist lange nationalliberal, ab 1931 die Hauspostille

der NSDAP. Die Osnabrücker Volkszeitung

ist das örtliche Zentrumsorgan. Als

Generalanzeiger begegnet uns das Osnabrücker

Tageblatt. Die Freie Presse ist sozialdemokratisch.

Die Osnabrücker Allgemeine

Zeitung bedient letztendlich die altkaisertreuen

und nationalistischen Strömungen.

Redaktion des Osnabrücker Tageblatts © Medienzentrum Osnabrück // Demütigung von Josef Burgdorf © Landesarchiv Osnabrück //

Portrait © wikimedia.org

Was wissen Nachbarn und

der Briefträger?

Parteipolitisch geprägte Blätter bringen es

mit sich, dass Briefträger und Nachbarn

die politische Gesinnung vieler Menschen

bereits an der Zeitung im Briefkasten erkennen.

Dies wiederum scheint zigtausenden

von Lesern jahrzehntelang aber nicht viel

auszumachen.

Gab es prominente

Schreiber?

Über den von Goethe verehrten Justus

Möser haben wir bereits in der letzten

Nummer berichtet. Der Jurist, Historiker,

zeitweilige Hannoversche Innenminister

und Bürgermeister Johann Carl Bertram

Stüve verschafft sich immer wieder mit

Zeitungsprojekten wie den „Blättern gegen

Branntwein und Berauschung“ oder der

Osnabrücker Volkszeitung“ sein Lesepublikum.

Chef-Kolumnist der Osnabrücker Zeitung

ist von 1864-1866 kein Geringerer als der

Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie,

Wilhelm Liebknecht. Seine Beiträge

muss er von fern übermitteln, weil er aus

politischen Gründen polizeilich verfolgt

wird. Wegweiser der deutschen Geschichte

werden auch zwei sozialdemokratische

Verfassungsväter aus Osnabrücker

Redaktionsstuben: Otto Vesper (Osnabrücker

Abendpost) gehört zu den Autoren der

Weimarer Verfassung von 1919. Hans

Wunderlich (Freie Presse bzw. Nordwestdeutsche

Rundschau) gilt anno 1949 wie

64 weitere Mitglieder des Parlamentarischen

Rats als ein Vater des Grundgesetzes.

Karl Kühling (CDU), zuletzt Chefredakteur

der Neuen Tagespost und Träger der

Mösermedaille, wird wiederum zum Autor

zahlreicher wegweisender stadtgeschichtlicher

Bücher.

Gab es Wutbürger im

Blatt-Format?

Von 1929 bis 1931 übergießt der „Reformmediziner“

Dr. Heinrich Schierbaum

Osnabrücks Ärzteschaft - immer heftiger

auch Stadtverwaltung, örtliche Zeitungen

und Parteien - mit wahren Schimpfkanonaden.

Jeder, der sich wegen angeblich

ungerechter Behandlung benachteiligt fühlt,

findet in Schierbaums Wochenzeitung

„Der Stadtwächter“ sein Forum. Besonders

hetzerisch gebärdet sich Schierbaum gegen

jüdische Mitbürger. Zunächst enger Bündnispartner,

macht sich der Zeitungsmacher

allerdings später bei den Nazis unbeliebt,

weil er gegen sie eine ebenfalls faschistische

„Weiße Wehr“ aufbauen will. Er stirbt 1934.

Wann ging die

Meinungsfreiheit unter?

Hier spiegelt sich in Osnabrück wider, was

in Deutschland landauf, landab geschieht:

Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) lassen

kaiserliche Zensurbehörden

keine Kritik am

Kriegsgeschehen zu. In

der NS-Zeit (1933-1945)

wird die Freie Presse

sofort verboten. Die

katholische Osnabrücker

Volkszeitung wird

schrittweise gleichgeschaltet

und 1935 mit

der Osnabrücker Zeitung

zum offiziellen NSDAP-

Organ „Neue Volksblätter“

zusammengelegt.

1943 wird auch das

Osnabrücker Tageblatt

bis 1945 in das Nazi-Blatt

einverleibt.

Wie kam es zur

einen Zeitung?

Im Jahre 1967 ist es mit

dem bis dahin bestehenden

„Dreiklang“ aus sozialdemokratischer

Freier

Presse, der konservativ-

katholischen Osnabrücker Tagespost und

dem unabhängigen Osnabrücker Tageblatt

vorbei. Die Freie Presse wird als Ortsausgabe

der Bielefelder Neuen Westfälischen bis Ende

1967 ersatzlos eingestellt. Tagespost und

Tageblatt fusionieren zur Neuen

Osnabrücker Zeitung. | Heiko Schulze

Redaktion des Osnabrücker Tageblatts im Jahr 1910

Postadresse: Bierstraße 17/18 49074 Osnabrück

Tel. 0541-750 23 40 Fax 0541-20 20 622

zeitseeing@osnanet.de

www.osnabrueck-stadtfuehrungen.d e

Inh. Renate Frankenberg

27


STADT- & LANDGESCHICHTEN

1906 fährt die Straßenbahn erstmals durch

Osnabrück. Hier die Haltestelle Lotterstraße.

Eine Träne zum Abschied: 1960 endet das

Zeitalter der Straßenbahn in Osnabrück.

Schlagzeilen

des Jahres 1960

präsentiert: Osnabrück in den 50er und 60er Jahren

14. März

Im New Yorker Hotel Waldorf Astoria

treffen sich der deutsche Bundeskanzler

Konrad Adenauer und der

israelische Ministerpräsident David

Ben Gurion zum ersten Mal persönlich.

Warum verschwand die Straßenbahn?

Die Popularität der Straßenbahn hat ihre letzte Fahrt schon 66 Jahre überdauert. Und auch in

Zukunft wird kaum eine Diskussion über den Osnabrücker Nahverkehr auf sie verzichten.

Die Geschichte der „Elektrischen“

begann 1906. Pferdeomnibusse, mit denen

sich die Osnabrücker schon im späten 19.

Jahrhundert kutschieren ließen, genügten

den modernen Ansprüchen nicht mehr und

so wurde ein 5.110 Meter langes Streckennetz

entworfen, das auf zwei Linien durch

die Innenstadt führte. Mit bis zu 15 km/h

brachte die „blaue“ Route ihre Fahrgäste

vom Hauptbahnhof zum Neumarkt, folgte

der Großen Straße und steuerte schließlich

über den heutigen Rißmüllerplatz

die Lotter Straße an. Die rote Linie führte

vom Hasetor durch die Hasestraße, nahm

dann ebenfalls Kurs auf die Große Straße

und ratterte anschließend durch die

Johannisstraße bis zum Rosenplatz. In den

folgenden Jahren wurde das Streckennetz

ausgebaut, auch im Schinkel und an der

Hastermühle konnten die Osnabrücker

nun die „Elektrische“ benutzen. Das

beliebte Verkehrsmittel war allerdings

schon in diesen Anfangsjahren Gegenstand

hitziger Debatten. Die Wirtschaftskrise

nach dem Ersten Weltkrieg erzwang

1922 eine vorübergehende Einstellung

des Betriebs, selten frequentierte

Strecken mussten mit öffentlichen Geldern

subventioniert werden und Anfang der

1930er Jahre störten die nun schon wieder

altertümlichen Metallschleifbügel den

Empfang der nagelneuen Radiogeräte und

mussten auf Kohleschleifbügel umgerüstet

werden.

Wer kam der

Elektrischen in die Quere?

Anderthalb Jahrzehnte später lagen die

Schuttberge des Zweiten Weltkriegs auch

auf den Straßen Osnabrücks. Überdies

musste Strom gespart werden, auch bei

der Elektrischen, die ihre Runden nun mit

größeren, oft unvorhersehbaren Unterbrechungen

drehte. Trotzdem beförderte

sie bald wieder bis zu 70.000 Fahrgäste am

Tag. Doch das Wirtschaftswunder, das

in den 50er Jahren einen überraschend

schnellen Weg aus der Krise bahnte, stellte

das scheinbar unverwüstliche Vehikel

vor noch größere Probleme. Die Straßenbahnen

waren schließlich an ihre Schienen

gebunden und mussten sich den Platz

mit immer mehr Autos teilen, die vor,

hinter und neben der Elektrischen durch

die engen Osnabrücker Straßen wollten.

Ein Blick auf die gesamtdeutsche Situation

verdeutlicht die dramatischen Veränderungen:

Zwischen 1957 und 1960

konnten die deutschen Pkw-Hersteller

ihre Inlandsproduktion von rund einer

Million auf 1,8 Millionen Fahrzeuge nahezu

verdoppeln. 1958 rang sich der Stadtrat

zu einer weitreichenden verkehrspolitischen

Entscheidung durch: Die Straßenbahn

sollte abgeschafft und durch Oberleitungsbusse

ersetzt werden, die bereits

seit 1948 unterwegs waren. Osnabrücks

beliebteste Bahn fuhr am 29. Mai 1960

zum letzten Mal in ihr Depot, doch ihr

Nachfolger überlebte sie nicht lange. Die

Masten und Stromleitungen für die unflexiblen

und wenig wirtschaftlichen

Bilder Straßenbahnen © Stadtwerke Osnabrück // Wohnzimmer © arcona LIVING

O-Busse wurden 1968 wieder abgebaut.

Die Zukunft gehörte den frei

beweglichen Bussen, die in Osnabrück

übrigens schon seit 1929 im

Einsatz waren. Andere Kommunen folgten

nicht der Osnabrücker Linie. So setzte

beispielsweise die Nachbarstadt Bielefeld

weiter auf die Schiene. Sie verfügt heute

über ein modernes Stadtbahnsystem, das

ständig ausgebaut wird.

Kommt die

Elektrische zurück?

Könnte die Straßenbahn nicht auch im 21.

Jahrhundert eine sinnvolle Alternative im

Osnabrücker Personennahverkehr sein?

Ja, meint die Stadtbahn-Initiative, und

das nicht nur aus ökologischen Gründen.

Aber auch einer der besten Kenner der

Osnabrücker Verkehrsgeschichte, der

sämtliche Modelle der hier eingesetzten

Elektrischen eigenhändig nachgebaut hat,

hält ein Comeback des ratternden Kultobjekts

zumindest für möglich. „Technisch

ist das absolut machbar und auch

wirtschaftlich würde sich die Wiedereinführung

der Straßenbahn – allein wegen

des sogenannten „Schienenbonus, also

der deutlich höheren Fahrgastzahlen –

auf lange Sicht rentieren. Unsere Partnerstadt

Angers hat ja vorgemacht, dass so

etwas funktionieren kann“, sagt Alfred

Spühr auf Nachfrage von „Osnabrücker

Wissen“. Trotzdem ist der Experte davon

überzeugt, dass es nicht dazu kommen

wird. „In Osnabrück fehlt einfach der

politische Wille, um so eine Maßnahme

konsequent umzusetzen.“

| Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

HAUSHALTE IN DEN

FRÜHEN 60ERN

Haushaltsgeräte, die heute zum

Standard gehören, waren noch

Luxusgüter, als die Osnabrücker

Straßenbahn ihre letzten Runden

drehte. Das Wirtschaftswunder

sollte daran bald Entscheidendes

ändern, aber Anfang der 60er

besaßen nur 14 % aller westdeutschen

Haushalte ein Telefon.

Einen Fernseher konnten sich

34 % leisten, Kühlschränke gab

es bei 52 %. 47 % der Haushalte

verfügten allerdings über mechanische

Nähmaschinen.

30. März

Die Bundesrepublik vereinbart

Anwerberegelungen für "Gastarbeiter"

mit Griechenland und Spanien.

1955 hatte es bereits eine Vereinbarung

mit Italien gegeben, in den 60ern

folgen weitere mit der Türkei, Marokko,

Portugal, Tunesien oder Jugoslawien.

Das Osnabrücker Traditionsunternehmen

Karmann hatte 1959 mit

der Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer

begonnen und beschäftigte

ein Jahr später 180 Mitarbeiter aus

Italien und 20 aus Spanien.

21. Juni

Der deutsche Sprinter Armin Hary

läuft in Zürich als erster Mensch der

Welt die 100 Meter in zehn Sekunden.

8. Juli

Arbeitgeber und IG-Metall einigen

sich auf die schrittweise Einführung

der 40-Stunden-Woche.

9. August

Das Jugendarbeitschutzgesetz untersagt

die Beschäftigung von Kindern

unter 14 Jahren. Auch die Akkord- und

Fließbandarbeit für Jugendliche wird

verboten. Für diese Regelung hatte

auch die Osnabrücker Arbeiterschaft

jahrzehntelang gekämpft. Schon 1890

entsandte sie eine entsprechende

Resolution an den Deutschen

Reichstag.

8. November

John F. Kennedy wird der jüngste

Präsident der USA.

28

Das "Wohnzimmer" im Osnabrücker acrona LIVING,

eingerichtet im original Stil der Wirtschaftswunderzeit.

29


MOMENTAUFNAHMEN

Wie frostig

ist die Region?

Stimmungsvolle Winterlandschaften, wie sie

unser Fotograf Oliver Schratz in der Nähe von

Jeggen gefunden hat, sollten wir genießen! Seit

1989 bescherten uns nur vier Winter mehr als

20 Dauerfrost-Tage mit einer Höchsttemperatur

unter 0,0°C. Im Gegenzug blieb die Region in

der kalten Jahreszeit zumeist von Wetterkatastrophen

verschont. Die letzte hatte es freilich in sich

und ging als „Münsterländer Schneechaos“ in die

Geschichte ein. Am 25. November 2005 fielen

vom Emsland über Osnabrück und Münster bis

hinunter ins Bergische Land und ins Ruhrgebiet

streckenweise 50 Zentimeter Schnee. Es gab rund

2.000 Unfälle und Schäden in Millionenhöhe.

Außerdem waren 250.000 Menschen vom größten

Stromausfall in Deutschland seit Ende des

Zweiten Weltkriegs betroffen. | Thorsten Stegemann

Foto © Blendeneffekte.de, Oliver Schratz

30


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Das höchste Gebäude in Osnabrück:

Der Fernmeldeturm auf dem Schinkelberg

WIE HOCH IST OSNABRÜCK?

Auch wenn die New Yorker oder Londoner Skyline wahrscheinlich mehr hermacht, muss

Osnabrück sich mit seinen zum Teil schon historischen Bauwerken nicht verstecken. In luftiger

Höhe lassen sich einige Kirchen, aber auch andere Gebäude antreffen.

Mit einer Höhe von 47 Metern ist die

Herz-Jesu-Kirche das elfthöchste Bauwerk

in der Friedensstadt. Zudem ist sie

die erste römisch-katholische Kirche,

die nach der Reformation in Osnabrück

errichtet wurde. Die Filialkirche, also

Nebenkirche, sollte den angebundenen

Dom St. Peter entlasten und wurde so auf

einem Grundstück der Domschule erbaut.

Vier Meter höher ist der Turm der Hauptkirche,

des Doms. Das jahrhundertealte

Bauwerk fällt mit seinen Doppeltürmen

beim Spaziergang durch die Altstadt direkt

ins Auge. Der Dom St. Peter war nach

der Bistumsgründung

durch

Karl den Großen die erste Kirche in Osnabrück.

Dicht danach folgt die Pauluskirche

im Stadtteil Schinkel mit 53 Metern. Die

evangelisch-lutherische Kirche besticht

mit seinen auffälligen schwarzen Dach

und dem schlanken Kirchturm.

Auf Platz acht folgt die 56 Meter hohe

St. Joseph Kirche mit der größten Kuppel

Nordwestdeutschlands. Nach einer aufwendigen

Renovierung der Kirche an der

Miquelstraße befindet sich ebenfalls das

Gemeindehaus in der Kirche.

Einen Meter mehr verzeichnet die

Johanniskirche. Mit ihrem Doppelturm

erinnert die katholische Kirche spontan an

den Dom. Doch St. Johann wurde deutlich

später erbaut und ist durch seinem langgestreckten

Hauptteil eine Hallenkirche.

Vielen Osnabrückern ist es bekannt:

Das Iduna-Hochhaus am Erich-Maria-

Remarque-Ring. Auf 67 Metern Höhe und

21 Etagen ergeben sich zahlreiche Wohnmöglichkeiten.

Was in den 1970er-Jahren

noch revolutionär war, steht mit seiner

graubraunen Außenfassade inmitten der

Innenstadt. Das höchste Haus Osnabrücks

prägt das Stadtbild jedoch ungemein. Auf

dem nächsten Platz tummeln sich gleich

zwei Osnabrücker Bauwerke. Mit 81

Metern konkurrieren die Marienkirche

und der Turm der Lackierhalle von VW

Osnabrück um den vierten Platz. Direkt

Luftbild © Frank Wollinger // Fernemeldeturm Schinkel © Deutsche Telekom AG

am Marktplatz, neben

dem Osnabrücker Rathaus, befindet sich

eins der bedeutendsten Baudenkmäler

der Stadt. Die evangelisch-lutherische

Marienkirche ermöglichte archäologische

Grabungen, durch die sich die Baugeschichte

nachvollziehen ließ. So konnten

mindestens drei Vorgängerbauten nachgewiesen

werden.

Im Industriegebiet Fledder ragt der VW-

Turm in die Höhe. Anlass für die Montage

des strahlende VW-Emblems war der Besuch

des ehemaligen Bundespräsidenten

Christian Wulff im Jahr 2011. Die

Katharinenkirche knackt die Hundertermarke!

Mit 103 Metern ist die

Hallenkirche die höchste Kirche in

Osnabrück. Der letzte Luftangriff auf die

Hasestadt Ende des Zweiten Weltkrieges

traf St. Katharinen hart. Aber es verging

nicht viel Zeit, bis die Kirche 1950 wieder

eingeweiht werden konnte.

Auch auf dem Siegertreppchen stehen

die drei Windkraftanlagen im Windpark

am Piesberg mit jeweils 109 Metern

Nabenhöhe. Mit einer Rotorgeschwindigkeit

von bis zu 300 km/h und der Alt-

Anlage aus dem Jahr 2002 können 3.900

Osnabrücker Haushalte allein durch den

Piesberger Ökostrom versorgt werden.

Unangefochten an der Spitze der

Osnabrücker Skyline ist der Fernmeldeturm

auf dem Schinkelberg. Das eigentliche

Bauwerk bringt es hierbei auf 126

Meter, zählt man die Antenne hinzu, ragt

der Funkturm sogar in 158 Meter Höhe.

Auf 550 Treppen geht es sportlich nach

oben in das Betriebsgeschoss. Ein Aufzug

schafft die Strecke in 100 Sekunden.

Die Top Eleven der höchsten Bauwerke

in Osnabrück können sich in jedem Fall

sehen lassen. Wer hoch hinaus will, kann

sonntags von 11.30 bis 13 Uhr sein Durchhaltevermögen

unter Beweis stellen.

Wer die Treppen zum Marienkirchturm

besteigt, kann sich auf einen atemberaubenden

Ausblick freuen. | Eva Specker

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06

Deutschland verändert sich:

Was für Folgen hat der

demografische Wandel?

10

Steuerberater Marc Gösling verrät:

Welche Steuervorteile können

Immobilien bringen?

KOMPASS

PFLEGEIMMOBILIEN

Ratgeber für Interessenten & Investoren

Top-Thema:

WANN WIRD DIE IMMOBILIE

ZUR ALTERSVORSORGE? 04

19

Förderungen und Qualitätssiegel:

Was bedeutet der Begriff

„KfW-Standard“?

21

Pflegeimmobilien als sichere

Kapitalanlage

Barrierefrei bauen in nur 12 Monaten:

Wie individuell ist der Bau von

Pflegeeinrichtungen?

33


LEBEN & GESELLSCHAFT

Entdecken Sie neue Wohn(t)räume!

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Wie schafft man einen Schrank(t)raum?

Wenn die Klamotten wieder einmal eher zerknittert als tragfähig sind und Ordnung weit entfernt scheint, entsteht

schnell der Wunsch nach einem größeren, komfortableren oder vielleicht sogar begehbaren Kleiderschrank.

7 hilfreiche Tipps für mehr

Ordnung im Kleiderschrank

1. Überblick verschaffen!

Was hat man? Was kann weg? Kleidung, die seit

einem Jahr nicht mehr getragen wurde, kann

(wirklich!) in die Altkleidersammlung wandern.

2. Logistische Meisterleitung

Was möchte man hängen und was wird

zusammengelegt? Wie viele Kleiderbügel,

Regale, Kästen oder Schubladen braucht man

für seine Kollektion? Planung ist die halbe Miete

beim Neuanfang im Kleiderschrank.

3. Alles Wichtige im Blick

Lieblingsteile, die man oft trägt, griffbereit nach

vorne hängen - was wenig zum Einsatz kommt,

findet weiter hinten, ganz oben oder unten

seinen Platz.

Clevere Schranklösungen. Vom klassischen Schwebetüren- oder

Drehtürenfunktionsschrank über passgenaue Einbauschränke

bis hin zu individuellen Schrägenlösungen werden Sie in der

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Bilder © Kluso Möbelgalerie

Dabei ist ein geordneter Schrank überhaupt

nicht schwer zu realisieren, wie der

Schlafraumspezialist Andreas Sommer

von der Kluso Möbelgalerie erklärt.

Sogar sieben einfache Tipps für

zukünftige Ordnung im Kleiderschrank

verrät er im Info-Kasten rechts.

Machen begehbare Kleiderschränke

nur in einer großen Villa Sinn?

In nahezu jeder Wohnung und allen Zimmern

ist es möglich, mit den richtigen

Schrankkonstruktionen und für oft schon

kleines Budget Ordnung zu schaffen. Schaut

man sich genau um, werden selbst in einer

kleinen Wohnung Nischen und Ecken

sichtbar, die ungenutzt sind – perfekte

Plätze für moderne Schranksysteme. Vor

allem Schiebetüren sind bei Schranklösungen

oft von Vorteil. Da sie sich zur

Seite öffnen lassen, nehmen sie wenig Platz

weg. „Außerdem kann man zwischen

verschiedenen Materialien und Optiken

aus zum Beispiel Holz, Glas, Tapete

oder Stoff wählen“, erklärt Andreas

Sommer und fügt hinzu: „Mit einem

aufgedruckten Wunschmotiv auf den

Elementen wird der Schrank sogar schnell

zu einem individuellem Unikat“.

Wie löst man schräge Situationen?

Schrägen sorgen für Gemütlichkeit, können

aber auch einengen und verwehren

Standardlösungen schnell den nötigen

Platz. Hier können maßgenaue Einbauschränke

und Schiebetürelemente helfen.

Die Führungsschienen, durch die die

Schiebetüren leise hin- und hergleiten

können, werden hierbei einfach maßgefertigt

vom Fachmann in die Schräge

integriert. Zusätzlich passen sich abgeschrägte

Türflügel ganz genau

dem Winkel an. So kann auch trotz

schwieriger Dachschrägen erstaunlich viel

Stauraum erreicht werden.

Ob mit oder ohne Schräge konstruiert - für

Sommer steht fest: „Auf Maß angefertigte

Konstruktionen wirken um ein vielfaches

eleganter und durch Lösungen vom Boden

bis zur Decke oder von einer zur anderen

Wand wirkt der Raum stets deutlich aufgeräumter.“

Können maßgefertigte

Schränke umziehen?

Auch dies ist laut Sommer nicht so schwer,

wie oft angenommen. Wer sich von seinem

Schranksystem beim Umzug nicht trennen

kann oder zwecks Übernahme des Nachmieters

oder Immobilien-Käufers keine

Einigung findet, kann das System in der

Regel auch mitnehmen. Natürlich passen

die extra angefertigten Konstruktionen

bei einem Umzug mit hoher Wahrscheinlichkeit

nicht 1:1 in den neuen Raum. Die

Elemente können aber meist gekürzt oder

gekonnt vom Spezialisten verlängert,

erneut individuell eingepasst und so auch

im zukünftigen Zuhause weiter optimal

genutzt werden. | Kristina Hoffmann

4. Die Sortierung macht‘s

Die Kleidungsstücke nach Farbe, Art oder Saison

ordnen - erleichtert nach dem Winter das

Wiederfinden der Frühlingsmode und nach dem

Sommer das der warmen Kleidungsstücke.

5. Licht ins Dunkel bringen

Damit Kleidungsstücke in hinteren Ecken nicht

in Vergessenheit geraten, kann man durch

LED-Leuchten sowohl außerhalb des Schranks

als auch im Inneren für gute Ausleuchtung

sorgen. Und sieht schick aus!

6. Schal-T(r)ick

Kann man sich vor Schals und Tüchern kaum

retten, können auch mal einfache Handtuchstangen

helfen. Innen angebracht bieten sie

eine praktische Möglichkeit, um die Halswärmer

aufzuhängen.

7. Living in a box

Um (nicht nur) Schuhe vor dem Zustauben zu

retten, kann man durchsichtige Kunststoffboxen

nutzen. So sieht man auch direkt, was

drin ist. Alternativ sollten blickdichte Aufbewahrungsboxen

immer beschriftet werden.

35


LEBEN & GESELLSCHAFT

LEBEN & GESELLSCHAFT

Wer feiert Gottesdienst im Ledenhof?

Die christlichen Kirchen haben seit Jahren ein Problem: Ihre Gemeindemitglieder und

Gottesdienstbesucher werden immer weniger. 2015 verzeichnete allein das Bistum Osnabrück

3.010 Kirchenaustritte. Doch es gibt Menschen, die den Trend stoppen und Glauben und Kirche

neu gestalten wollen.

„Schön, dass Du da bist!“ heißt es an der

Eingangstür des Ledenhofs in weißer

Kreide auf einer großen, schwarzen Tafel.

Hier findet ein Gottesdienst statt, doch an

Kirche, Gebete und Messe denkt man

nicht unbedingt, wenn der Blick auf das

Buffet mit Kaffee, Kuchen und Leckereien

fällt. Blumensträuße zieren die kleinen

Tische. Vorne steht ein Flügel - Gitarre,

Beamer und Laptop sind ebenfalls

aufgebaut.

Findet hier wirklich ein Gottesdienst statt?

„Ja, klar“, sagt Tom Herter, Gemeindegründer

und Pastor der Freien evangelischen

Gemeinde Osnabrück (FeG). „Man

muss sich in einer Gemeinde wohlfühlen

und locker über das Thema Glauben

sprechen können.“

Wer dient wem?

Nur noch wenige Christinnen und

Christen gehen sonntags zum Gottesdienst

oder beten das Vaterunser. Was

früher ein Event für die ganze Familie

war und ausschließlich in schicker

Garderobe besucht wurde, ist heute oft

nur noch eine Gewohnheit der älteren

Generation. Für viele junge Menschen

werden Gottesdienste schnell langweilig

und ermüdend. „Die Kirche muss dem

Menschen dienen und nicht der Mensch

der Kirche“, sagt Tom Herter und ergänzt:

„Man beschäftigt sich im Laufe des Lebens

zwangsläufig mit den unterschiedlichsten

Themen. Und nicht nur die Themen ändern

sich, sondern auch der Mensch selbst. In

einer Gemeinde, in der sich nichts tut,

fühlt sich niemand wohl.“

Aus diesem Grund stehen neue Aspekte

im Vordergrund der FeG-Gottesdienste,

die einmal im Monat stattfinden. Mal

geht es um Beziehung, Partnerschaft

und Sexualität, ein anderes Mal um die

Berufswelt und die Frage, was der

christliche Glauben damit zu tun hat.

„Eine flexible Gemeinde, in der der

Glaube authentisch gelebt wird und

nichts peinlich sein muss“, schmunzelt

Herter. Das klingt schon weniger nach

einem müden Gähnen auf der Kirchenbank

zwischen Predigt und Fürbitte.

Wie funktioniert eine

Gemeindegründung?

Die Gründung einer Gemeinde ist

vergleichbar mit dem Beginn eines

Bilder © Philipp Eifler; nia-wortmusik.de

Start-Up-Unternehmens. Dabei gibt es

keine Prototypen. Die persönliche Überzeugung,

der christliche Glaube, aber

vor allem das Engagement stehen im

Vordergrund. Doch eine Gemeindegründung

ist kein Einzelprojekt. Tom Herter

bestätigt, dass Menschen, die ehrenamtlich

mitmachen und selbst gestalten

wollen, das wichtigste Element sind.

Außerdem müsse man schnell online sein

und viral mitmischen. „Wir laden Euch

zu unserem Gottesdienst nächste Woche

ein!“ oder „Unsere Gemeinde verändert

sich. Und damit auch unsere

Homepage!“ – die FeG

ist natürlich auch bei

Facebook.

Die Freie evangelische Gemeinde

finanziert sich ausschließlich über

Spenden. Der größte Teil kommt von

der Inland-Mission, die zum Bund

Freier evangelischer Gemeinden

gehört. Aber auch einige private Spenden

gehen auf das Konto der Gemeinde ein.

Es ertönt die bis gerade noch schweigsame

Gitarre im Ledenhof. In seiner

Predigt spricht Tom Herter über moderne

Themen und alltägliche Situationen. Da

geht es auch schon mal um „Apps auf dem

Smartphone“, „Sich im Club kennenlernen“

oder „Pille und Pornografie“.

Und nach dem Gottesdienst

klappern dann wieder

die Kaffeetassen.

| Kristina Hoffmann

WISSEN KOMPAKT

EVANGELISCHE FREIKIRCHEN

Freikirchliche Gemeinden befürworten

die Trennung von Kirche

und Staat. Aus diesem Grund wird

auch keine Kirchensteuer erhoben,

die Mitglieder spenden freiwillig.

Außerdem sehen die meisten Freikirchen

von der Säuglingstaufe ab.

Jeder Mensch soll als Erwachsener

frei entscheiden können, ob, wie

und wann er getauft wird. Gemeindemitglieder

können gleichzeitig

Engagierte sein, die ihre Gemeinde

selbst gestalten.

Die evangelischen Freikirchen

teilen das Erbe der Reformation,

betonen die Verantwortung des

Gewissens des Einzelnen und

die Selbstständigkeit der Ortsgemeinde.

Gleichzeitig sind sie untereinander

und mit anderen Kirchen

verbunden.

Mehr gibt es hier: www.feg.de

und www.feg-osnabrueck.de

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37


Neue

Coaching-Serie

mit der Quid agis* -

Akademie exklusiv

in Osnabrücker

Wissen!

LEBEN & GESELLSCHAFT

Persönlichkeits-Ratgeber | Teil 1

Was wird aus den

guten Vorsätzen für 2017?

Diät! Mehr Sport!! Mit dem Rauchen aufhören!!! Früher ins Bett gehen!!!! Weniger Alkohol!!!!! Die

Liste der guten Vorsätze ist immer lang. Gerne am 1.1. des Jahres sagen wir: Ab jetzt wird alles

anders ... und dann?

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Quid agis* Akademie

Dieser Beitrag von Daniela A. Ben Said

eröffnet eine neue Kooperation mit der

Quid agis*-Akademie. Sie bildet seit

2013 Coaches, Trainer und Speaker

aus. Ab 2017 handelt es sich um eine

Fern-Ausbildung, sodass Interessentinnen

und Interessenten zu jeder Zeit und

völlig unabhängig von beruflichen oder weiteren

Verpflichtungen in eine neue Karriere

starten können.

Ab sofort steuern Daniela A. Ben Said und

ihre Speaker zu jeder Ausgabe einen Artikel

für „Osnabrücker Wissen“ bei.

Bild oben © Visions-AD, fotola.de // Workshop Bilder © Quid agis*, Daniela A. Ben Said

Die Diät weicht der Schokolade, der

Sport macht keinen Spaß, die Serie am

Abend war dann doch zu spannend

und so ein Glas Wein mit Freunden

soll man sich auch nicht verwehren.

Würden wir nur die Hälfte der guten

Vorsätze umsetzen, dann wären wir heute

wahrscheinlich ein gesunder, sportlicher

und gut ausgeschlafener Mensch.

Doch warum versuchen wir eigentlich

immer wieder, zum Beginn eines neuen

Jahres unser Leben umzukrempeln? Und

warum scheitern wird damit in schöner

Regelmäßigkeit?

Warum werden wir schwach?

Weil es oft gar nicht unsere Ziele sind,

sondern nur Ziele von denen wir glauben,

dass wir das tun sollten. Vor einer Hochzeit

kann fast jede Frau die Disziplin eines

Olympioniken aufbringen, weil sie will,

dass die Hochzeitsbilder auf dem Kaminsims

einfach wunderschön sind. Das ist

dann ihre eigene Motivation. Wenn es nur

darum geht, „man müsste sich mal gesünder

ernähren“ ist einfach die Motivation

nicht hoch genug.

Wie schaffe ich es

denn nun doch?

1. Konkrete Ziele ins Auge fassen

Setzen Sie sich ein ganz klares Ziel: Was

will ich wie genau bis wann erreicht haben.

Formulieren Sie ihr Ziel positiv (also nicht:

ich will nicht mehr so viel Fast food essen

– sondern – ich ernähre mich täglich mit

Gemüse und Eiweiß.) Fragen Sie sich auch,

was so gut daran ist, wenn Sie das Ziel erreicht

haben und wie Sie sich dann fühlen.

Sie müssen Bock auf ihr Ziel haben! Dann

wird’s auch was mit der Umsetzung.

2. Wer schreibt, der bleibt

Das wussten unsere Großeltern schon:

Wer schreibt, der bleibt. Es ist dann verbindlicher

– so eine Art Vertrag mit uns

selbst. Ein kleiner Zettel am Kühlschrank

appelliert ans schlechte Gewissen und

kann so daran erinnern, dass man sich

heute eigentlich noch bewegen wollte.

Hilfreich sind auch Tagebücher, in denen

Erfolge und Misserfolge festgehalten

werden.

3. In kleinen Schritten zum Erfolg

Viele Menschen setzen sich die Ziele

zu hoch oder wollen zu viel auf einmal.

Beginnen Sie mit einem perfekten Tag

pro Woche und wenn das klappt – dann

kommt der 2 Tag dazu usw. Wer alles auf

einmal umsetzen will, hat das Scheitern

schon vorprogrammiert.

4. Sich regen, ist Segen! Und darüber

reden bringt den Erfolg.

Sprechen Sie mit Freunden und Bekannten

über die Ziele. So fühlen Sie sich gleich

stärker verpflichtet. Sinnvoll ist es auch,

sich Gleichgesinnte zu suchen oder die

ganze Familie miteinzubinden.

5. Belohnen Sie sich!

Belohnen Sie sich, auch für kleine Erfolge!

Das streichelt die Seele, sorgt für Glücksmomente

und motiviert, sein Ziel weiter

zu verfolgen.

Werden diese Tipps umgesetzt, stehen die

Chancen nicht schlecht, dass die guten

Vorsätze sogar den Februar erleben. Bei

allen Vorsätzen ist es immer gut, sie sich

zu setzen, da die Reflektion über sich selbst

ein erster Schritt ist, um Dinge zu verändern.

Und das können wir an 365 Tagen

im Jahr jeden Tag wieder neu üben.

Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

Und sollte ein Vorsatz sein, glücklicher zu

sein, besuchen Sie unsere Tournee:

www.allendorfundriehl-live.de/

tickets/tickets-daniela/

Herzlichst, Ihre

Daniela A. Ben Said

Quid agis* GmbH

Scharfe Hegge 35 · 49086 Osnabrück

E-Mail: info@quid-agis.de

Telefon: 05 41 / 58 05 78-10

www.danielabensaid.com

39


SPORT & GESUNDHEIT

Hier werden koordinierte Fehleranalysen

durchgeführt, außerdem beschäftigen sich

Arbeitsgruppen mit Fragen des Risikomanagements,

OP-Checklisten, Armbändern

zur Patientenidentifizierung, Notfalltrainings,

Medikationsplänen und anderen

Aspekten der Qualitätssicherung. Am Ende

geben die Experten praktische Empfehlungen

zur Verbesserung der Patientensicherheit,

die von allen Krankenhäusern frei

genutzt werden können.

Auf dem Finkenhügel profitiert man schon

seit geraumer Zeit von der Arbeit des

Aktionsbündnisses. Etwa bei den vielfältigen

Sicherheitsvorkehrungen einer

bevorstehenden Operation sowie der zweifelsfreien

Identifikation von Patienten

in jeder Situation. Außerdem führte das

Klinikum das von dem Aktionsbündnis

initiierte Meldesystem für sicherheits-

relevante Ereignisse im Krankenhaus ein.

Das „Critical Incident Reporting System“

sammelt Behandlungsfehler und erforscht

präventive Maßnahmen, um eine Wiederholung

auszuschließen.

„Nach den vielen positiven Erfahrungen

mit diesem Netzwerk möchten wir uns

auch selbst engagieren und mit unseren

Experten an Methoden zur Verbesserung der

Patientensicherheit arbeiten“, erklärt Steffen

Jaeger. „Als aktiver Teil des Bündnisses

sind wir außerdem noch enger mit den

Themen befasst und können Optimierungspotentiale

schneller erkennen und umsetzen.“

| Redaktion

WISSEN KOMPAKT

WAS IST PATIENTENSICHERHEIT?

Das Aktionsbündnis definiert den

zentralen Begriff als „Abwesenheit

unerwünschter Ereignisse“.

Darunter sei „ein schädliches

Vorkommnis“ zu verstehen, „das

eher auf der Behandlung denn auf

der Erkrankung beruht. Es kann

vermeidbar oder unvermeidbar

sein.“

- Anzeigensonderseite -

Wer sorgt für mehr Patientensicherheit?

Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer

entschieden im Jahr 2015 insgesamt 7.215 Mal

über mutmaßliche Behandlungsfehler bundeseweit. In 2.132

Fällen lag tatsächlich ein Fehlverhalten von Seiten des medizinischen

Fachpersonals vor - für 1.774 Patienten ergab sich

Im Herbst 2016 ist das Klinikum Osnabrück dem „Aktionsbündnis

Patientensicherheit“ beigetreten. In dem bundesweiten

Experten-Netzwerk, das als gemeinnütziger Verein fungiert,

engagieren sich Krankenhäuser, Fach- und Berufsverbände,

Patientenorganisationen, Krankenkassen, Haftpflichtversicherungen

und andere Akteure aus dem Gesundheitswesen.

Ihr gemeinsames Ziel lautet: Aus Fehlern lernen und so mehr

Sicherheit in der medizinischen Versorgung schaffen!

daraus ein Anspruch auf Entschädigung. Im Vergleich zu den

rund 700 Millionen ambulanten und stationären Behandlungsfällen

bewegt sich die Zahl der Fehler im Promillebereich. Doch

Steffen Jaeger, der Leiter des Qualitäts- und Risikomanagements

am Klinikum Osnabrück, weiß, dass diese Zahlen die Realität nur

Bild außen rechts OP Raum, Bild oben groß © Klinikum Osnabrück, //

Armband © praisaeng, fotoila,de // Klemmbett © Peter Atkins; fotolia.de

unvollständig abbilden.

„Strittige Fälle sind hier ebenso wenig

berücksichtigt wie diejenigen, die durch

einen Vergleich beigelegt werden. Außerdem

gibt es deutschlandweit im

Bereich der Behandlungsfehler eine

Dunkelziffer. Von all dem abgesehen ist

natürlich jeder Fehler einer zu viel, weil er

für die Betroffenen schwerwiegende Folgen

haben kann“, sagt Jaeger.

Es gibt also gute Gründe, das Thema

Patientensicherheit noch stärker als bisher

in den Fokus zu rücken. Das Aktionsbündnis

bietet dafür eine optimale Basis.

Klinikum Osnabrück GmbH

Am Finkenhügel 1 · 49076 Osnabrück

Telefon: : 0541 405 0 · Fax: 0541 405 4997

E-Mail: info@klinikum-os.de

www.klinikum-os.de

40 41


SPORT & GESUNDHEIT

Welcher Schwergewichtsboxer wurde nach

einem Friedensnobelpreisträger benannt?

4. September 1949: Rund 10.000 Besucher

drängen sich auf dem Gelände des OTV, um

den Kampf des Osnabrücker Schwergewichtlers

Wilson Kohlbrecher gegen seinen Berliner Konkurrenten

Hans-Joachim Drägestein zu verfolgen. Doch auch der

Unparteiische erregt das Interesse des Publikums: Es ist

kein Geringerer als Weltmeister Max Schmeling.

Die Besten köche

der

region

ESSEN & TRINKEN

präsentiert von

Drägestein ist zwei Jahre zuvor noch

selbst gegen Schmeling angetreten und

kennt auch seinen aktuellen Kontrahenten

gut. Beide haben sich bereits mit wechselndem

Erfolg im Ring gegenübergestanden.

Doch an diesem Tag nutzt Kohlbrecher

den Heimvorteil. An der Jahnstraße,

wo sich heute das Uni-Sportzentrum

erstreckt, besiegt er Drägestein nach

Punkten.

Ein knappes Jahr später kämpft

Wilson Kohlbrecher auf der Berliner

Waldbühne. Doch gegen den

amtierenden Deutschen Meister

steht er auf verlorenem Posten.

Hein ten Hoff streckt den Herausforderer

schon in der 2. Runde auf

den Ringboden. 1952 bekommt

Kohlbrecher eine weitere große

Chance. In der Dortmunder

Westfalenhalle kämpft er gegen

Heinz Neuhaus um die Europameisterschaft

im Schwergewicht.

Aber auch diesmal geht

der schlagstarke Osnabrücker

k.o. – allerdings erst in der vierten

Runde. Wilson Kohlbrecher

wurde am 9. November

1918 in Hannover geboren. Der weltpolitisch

interessierte Vater, der sein Geld

als „Klempner“ verdiente, soll ihn nach

dem amerikanischen Präsidenten Woodrow

Wilson benannt haben, dem wegen

seiner Verdienste um die Gründung des

Völkerbundes der Friedensnobelpreis

verliehen wurde. Kohlbrecher Jr. setzte

allerdings eher auf handfeste Argumente.

Nach einer erfolgreichen Zeit als Amateur

wurde er 1947 Profiboxer. Die Osnabrücker

Klempner-Firma Kohlbrecher habe

nun Aussicht, „mit erheblichem Kapitalaufwand

ausgebaut zu werden“, schrieb

„Der Spiegel“, denn figürlich sei Wilson

immerhin ein deutscher Joe Louis: „Keine

Unze Fett auf den Rippen; dafür aber mit

unwahrscheinlichen Muskelpaketen

gesegnet.“ Max Machon übernahm

schließlich die Betreuung des Schwergewichtlers.

Er wolle Kohlbrecher so

herausbringen, „wie er es verdient“,

gab der langjährige Manager von Max

Schmeling zu Protokoll. Bis 1954 absolvierte

der Boxer 45 Kämpfe, 26 Mal

verließ er den Ring als Sieger. Doch zehn

Niederlagen verhinderten den ganz großen

Durchbruch. Nach dem Ende seiner

Laufbahn war er – in Deutschland und den

USA – noch lange Jahre als Catcher

aktiv. Wilson Kohlbrecher starb am

1. September 1972. | Thorsten Stegemann

Autogrammkarte © Privatarchiv

Bilder © Steigenberger Remarque

www.dransmann.com

Wo treffen sich Frische und Vielfalt aus der Region?

Teil 2: Rotweinschaumsuppe mit Lammfilet und Artischocken

Klassische Stilelemente im modernen Ambiente - seit August 2016 präsentiert sich

das Restaurant im Steigenberger Hotel Remarque in ungewohnter Optik. Showküche

und die Weinwirtschaft erstrahlen in neuem Glanz. Eines aber ist gleich

geblieben: Das Haus gehört weiter zu den festen Größen der Osnabrücker

Gastronomieszene.

Küchendirektor Andreas Klatt und Küchenchef

Jürgen Kloester sind seit 18 Jahren die

Garanten für kulinarische Erlebnisse der besonderen

Art. Und das kommt nicht von Ungefähr.

„Regional trifft bei uns auf regional. z.B.

beziehen wir den Spargel aus Damme. Unsere

Küche ist einfach und jeder findet hier etwas“,

erläutert Jürgen Kloester.

Nachdem Andreas Klatt in unserer letzten

Ausgabe in Rotwein geschmorte Ochsenbäckchen

präsentierte, verrät uns Kloester heute

das Rezept für Rotweinschaumsuppe mit

Lammfilet und Artischocken. | Redaktion

Einkaufsliste (für 4 Personen)

0,75 l Rotwein

0,25 l roter Portwein

10 g Zucker

300 g Wurzelgemüse

(Schalotten, Sellerie, weißer Lauch)

0,6 l Geflügelbrühe

0,4 l Sahne

etwas Piment

Wacholder

Estragon

4 Lammfilets

4 Artischocken

Butter

Rosmarin & Thymian

Salz & Pfeffer

Zubereitung

„Rotweinschaumsuppe“

mit Lammfilet und Artischocken

Rot- und Portwein zusammen mit dem

Zucker auf 0,1 l reduzieren. Wurzelgemüse

putzen, schneiden, anschwitzen

und mit Brühe, Sahne auffüllen. Gewürze

dazugeben und köcheln lassen, anschließend

durch ein feines Sieb passieren.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die

Rotwein-Reduktion zugeben und aufmixen.

Artischocken putzen, vierteln und in

Salzwasser blanchieren. In Butter mit

Rosmarin & Thymian braten.

Lammfilets ebenfalls in Butter mit Rosmarin

& Thymian braten, mit Salz & Pfeffer würzen.

Lammfilets aufschneiden, zusammen mit

den Artischocken in einem Teller arrangieren,

mit der Suppe angießen.

Wir wünschen Guten Appetit!

42


NATUR & UMWELT

Wer kennt die prachtvollste

Antilope Afrikas?

Die Großen Kudus gehören als eine von insgesamt sechs

Antilopenarten im Zoo Osnabrück sicherlich zu den ruhigeren, unauffälligeren Tieren unter den

Zoobewohnern. Dabei sind sie aber alles andere als langweilig:

Geschichte(n) aus dem

NATUR & UMWELT

Sie leben zusammen mit den Netzgiraffen,

Straußen und verwandten Antilopen wie den

Impalas und Ellipsenwasserböcken auf der

großen Anlage in der afrikanischen Tierwelt

„Samburu“. Ursprünglich kommen Große

Kudus aus Zentral-, Ost- und Südafrika.

Dort leben sie zumeist in geschützten Gebieten

oder auf privaten Farmen. Ihr Bestand

wird derzeit als nicht gefährdet eingestuft.

Woher stammt der

Name „Großer Kudu“?

Der Große Kudu wird als Paarhufer eingeordnet

und gehört zur Familie der Hornträger.

Mit einer Schulterhöhe von bis zu

1,70 Meter gehören sie zu den mächtigsten

und schönsten Antilopen Afrikas. Die Bullen

tragen eindrucksvolle, schraubenförmig

geschwungene Hörner, die bis zu 1,80 Meter

lang werden. Damit haben sie die größten

Gehörne aller Waldböcke. Es kann vorkommen,

dass sich zwei Männchen im Kampf

mit ihren Hörnern so ineinander verkeilen,

dass sie sich nicht mehr befreien können und

die Begegnung für beide tödlich endet. Die

Fellfarbe reicht von einem hellen braun bis

zu einem hellen grau. Besonders auffällig

ist die Fellzeichnung der Großen Kudus:

Dünne, weiße, vertikale Streifen zieren ihre

Flanken. Die Männchen unterscheiden sich

nicht nur durch ihre Hörner von den Weibchen,

sie tragen eine deutlich erkennbare

Halsmähne. Das Körpergewicht von Großen

Kudus liegt zwischen 180 Kilogramm und

310 Kilogramm, wobei die Männchen deutlich

schwerer sind als die Weibchen.

Nach einer Tragezeit von circa 280

Tagen gebären die Weibchen ein

Kalb, welches zwischen 15 und

20 Kilogramm wiegt. Nach einer

Säugezeit von sechs Monaten

steigt der Nachwuchs auf eine

rein pflanzliche Ernährung um.

Hauptsächlich fressen Große Kudus Blätter,

Kräuter, Früchte, Blüten und Gräser, die sie

in den lichten Waldgebieten sowie Baumund

Buschsavannen suchen.

Wie schützen sie ihre

Jungtiere vor Fressfeinden?

Der Nachwuchs bleibt insgesamt zwei Jahre

lang bei der Mutter. Dabei leben die Weibchen

und Jungtiere in Gruppen von bis zu

25 Individuen. Die Männchen bilden lockere

Junggesellengruppen und suchen die Weibchen

nur in der Brunftzeit auf. Die Jungtiere

sind sogenannte „Ablieger“. Das bedeutet,

dass sie sich an einem gut geschützten Ort

ablegen und dort warten, während die Mutter

auf Nahrungssuche geht. Erst nach rund

zwei Wochen, wenn sie kräftig und schnell

genug sind, laufen sie mit der Herde mit.

Wie überlebt der Große Kudu in der

trockenen und warmen Savanne?

Große Kudus sind wahre Überlebenskünstler.

Unter günstigen Bedingungen können sie

ihren gesamten Wasserbedarf allein durch

die in ihrer Nahrung enthaltene Feuchtigkeit

decken. Lediglich in dürren Zeiten, wenn

die Vegetation sehr trocken ist, sind sie auf

Wasserstellen angewiesen. Dies ist eine besondere

Anpassung an ihren ursprünglichen

Lebensraum, die trockenen Savannen Afrikas.

In diesem Zusammenhang bezeichnet

man die Großen Kudus auch als Kulturfolger,

weil sie künstlich angelegte Brunnen zu

nutzen gelernt haben. Da sie sehr gut springen

können, müssen die Zäune um derartige

Brunnen, auf privaten Farmen beispielsweise,

schon deutlich höher als zwei Meter sein, damit

die Großen Kudus sie nicht überspringen

können.

Viele der in Afrika lebenden Antilopenarten,

so auch die Großen Kudus, sind mit sehr

großen Ohren ausgestattet. Diese dienen auf

der einen Seite dem besseren Gehör, auf der

anderen Seite folgt dieses Merkmal der sogenannten

Allenschen Regel: Tierarten in wärmeren

Gebieten haben größere Gliedmaßen

als ihre Artverwandten in kälteren Gebieten.

Indem sie überschüssige Wärme über die

große Oberfläche der Ohren abgeben, können

sie ihre Körpertemperatur besser regulieren.

Wer die Großen Kudus im Zoo Osnabrück

besucht, trifft auf den Bock Malabo

und seine zwei Weibchen Louna und Nadra

sowie den dreifachen Nachwuchs der Gruppe.

Das Weibchen Nakia ist bereits im Jahr

2015 im Osnabrücker Zoo geboren, die anderen

beiden Sprösslinge, Lutalo und Nakawa,

kamen im August und September 2016 zur

Welt. | Marie Meierhofer

Bilder © Zoo Osnabrück // Afrika Hintergrund © canvasoflight, fotolia.de

Sonnenstrahlen © Bernhard Volmer // Frosch © Hans-Detlev Kampf

Wie holt man die Natur ins Museum?

Die Natur und ihre Phänomene lösen immer wieder große Begeisterung bei uns Menschen aus.

Doch wie kann man Sonnenstrahlen einfangen oder Tiere, die normalerweise menschenscheu sind,

aus der Nähe betrachten? Museen und ihre Ausstellungen machen dies möglich.

In der Dauerausstellung des Museums am

Schölerberg werden Abbilder der echten

Natur inszeniert und zeigen Ausschnitte

aus der direkten Umwelt von Osnabrück.

So kann man unter anderem durch den

Wald spazieren und die dortigen Pflanzen

und Tiere dieses komplexen Ökosystems

einmal genauer kennenlernen. Der eher

selten zu sehende Dachs ist einer dieser

Waldbewohner. Doch es werden nicht

nur Abbilder dieser Natur geschaffen,

sondern auch vertiefende Zusammenhänge,

wie Waldnutzung und Waldschäden,

dargestellt. Zudem kann man sich „unter

die Erde“ begeben. Dort begegnet man

Lebewesen, denen wir Menschen sonst

nur auf dem Kopf herumlaufen. Dazu

gehören vor allem Springschwänze,

Pseudoskorpione

und

Regenwürmer. Um diesen

regionalen Bezug etwas

zu erweitern, werden in

regelmäßigen Abständen

verschiedenste

Sonderausstellungen

gezeigt. Neben den erwähnten Inszenierungen

und klassischen „Vitrinen-Ausstellungen“

lässt sich die Natur mit ihren

Phänomenen auch auf andere Art und

Weise darstellen - mit Hilfe der Naturfotografie.

In Osnabrück haben sich hierfür Fotografen

zusammengetan, die sich in ihrer

Freizeit unter anderem Lichtphänomenen

der Natur gewidmet haben. Das Licht ist –

neben dem Wasser – ein enorm wichtiger

Faktor für einen Großteil der Organismen

dieser Erde. Pflanzen könnten nicht wachsen,

es gäbe keinen Tag-Nacht-Rhythmus,

keinen Regenbogen oder keine Nordlichter.

Es ist übrigens nicht selten, dass auch

Nicht-Wissenschaftler einen

wichtigen Beitrag zur

Museumsarbeit leisten

(sog. „Citizen

Science“). Diese

Form der Zusammenarbeit

zwischen Wiss-

Museum am Schölerberg

Natur & Umwelt -

Planetarium -

Umweltbildungszentrum

Klaus-Strick-Weg 10

49082 Osnabrück

Telefon: 0541 56003-0

Öffnungszeiten:

Montag: geschlossen · Dienstag: 9 bis 20 Uhr

Mittwoch bis Freitag: 9 bis 18 Uhr

Samstag: 14 bis 18 Uhr · Sonntag: 10 bis 18 Uhr

www.museum-am-schoelerberg.de

enschaftlern und der (oft unterschätzten)

Expertise von Menschen, die sich neben

ihrem Beruf der Natur und ihrer

Vielfalt berufen fühlen, bringen immer

wieder neue Aspekte in ein Museen ein.

| Lisa Mammitzsch

WISSEN KOMPAKT

BILDER VON OSNABRÜCKER

NATURFOTOGRAFEN

Die Sonderausstellung „NATURlicht“

zeigt einzigartige Momentaufnahmen

der Naturschätze

des heimischen Gartens, des

Osnabrücker Landes, Helgolands,

Islands, der afrikanischen Savanne,

den Sümpfen Floridas bis hin

zu den rauen Küsten der Falklandinseln.

Präsentiert werden diese

großformatigen Bilder von den

Osnabrücker Naturfotografen.

Dauer der Sonderausstellung:

9.Dezember 2016 bis 4. Juni 2017

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HINTER DEN KULISSEN

HINTER DEN KULISSEN

Wer gibt grünes Licht in der City?

Viele Osnabrücker Autofahrer kennen das: Nach einem stressigen Arbeitstag möchte man schnell

nach Hause und die Füße hochlegen. Die Chancen dazu stehen gut, wenn man zur entsprechenden

Zeit die „Grüne Welle“ auf dem Stadtwall erwischt. Wer entscheidet dabei über Rot, Gelb oder Grün?

Wie wird die

Ampelschaltung geregelt?

Burghard Albers vom städtischen

Fachdienst Verkehrsanlagen betritt

morgens keine riesige Schaltzentrale

mit unzähligen Rechnern. Es gibt

keine Knöpfe oder Hebel, mit denen er

die Ampeln auf Grün oder Rot stellen

kann. Das wäre bei 205 Ampelanlagen

im Osnabrücker Stadtgebiet

auch wahrlich zu kompliziert. Vielmehr

unterstützen ihn spezielle EDV-

Programme bei der Arbeit. In einem

Signalzeitenplan werden die Längen

jeder Ampelphase festgelegt. Es entsteht

ein mehrzeiliges Konstrukt, aus dem

Burghard Albers bei der Arbeit

ersichtlich ist, wie viele Sekunden jede

Ampel einer Anlage rot bzw. grün ist.

Vorher werden allerdings die Wege zu

den Konfliktpunkten der verschiedenen

Fahrtrichtungen gemessen. „Daraus

ergibt sich für jeden Knotenpunkt

eine Zwischenzeitenmatrix“, sagt

Albers und erläutert: „In ihr ist die Zeit

festgelegt, die zwischen dem Ende der

Grünzeit des räumenden Verkehrsstromes

und dem Beginn der Grünzeit

eines einfahrenden Stromes bestehen

muss, damit es nicht im schlimmsten

Fall zu Kollisionen auf der Kreuzung

kommt.“ Sind Signalzeitenplan und

Zwischenzeitenmatrix für eine Ampelanlage

erstellt und durch Computer-

programm und mehrere Gegenkontrollen

freigegeben, gehen diese an

die Versorgungskästen der jeweiligen

Anlage. Monteure geben die Pläne in

ein spezielles Computerprogramm

auf dem Rechner des Kastens ein und

schon wird der Straßenverkehr einwandfrei

geregelt. Gibt es Störungen

bei einer bestimmten Ampelanlage,

kann Burghard Albers dies direkt auf

seinem Bildschirm im Büro mitverfolgen.

Schaltet eine Ampel

immer gleich?

Ist eine Ampelanlage im sogenannten Festzeitprogramm,

gibt es vier verschiedene

Signalpläne, die den Verkehr regeln.

Bilder © Kristina Hoffmann // Grafiken © Burghard Albers // Foto Ampel / Gewerkschaftsgebäude © blendeneffekte.de, Oliver Schratz

Signalplan 1 greift bei „normalem“

Verkehr, also außerhalb der Stoßzeiten.

Wenn morgens der Berufsverkehr

vermehrt in die Stadt gerichtet ist, wird

automatisch Signalplan 2 geschaltet.

Signalplan 3 regelt dies in umgekehrter

Weise - wenn Autofahrer zum Feierabend

die Stadt wieder verlassen. Das vierte und

letzte Programm ist für die Nachtzeiten

bestimmt. Jede zweite Ampelanlage im

Stadtgebiet von Osnabrück geht nachts

jedoch aus. Darüber hinaus gibt es noch

verkehrsabhängige Schaltungen. Diese

reagieren beispielsweise auf Signale durch

Induktionsschleifen oder Videokameras.

So funktionieren auch die meisten Fußgängerampeln:

Passanten machen sich

durch den Druckknopf am Ampelmast

bemerkbar, um kurz darauf Grün zu

sehen.

Woher kommt das Licht

in der Ampel?

In Lichtsignalanlagen befinden sich

lediglich weiße Glühbirnen. Die Lichtgeber

des markanten Rot-, Gelb- und

Grüntons sind tatsächlich die Gläser. Hier

werden aber keine einfachen Gläser oder

Kunststoffscheiben verwendet, sondern

Material, dass eine gute Lichtdurchlässigkeit

gewährleistet. Neben den montierten

Abschirmblenden wirkt das Glas ebenfalls

gegen „Phantomlicht“, das durch starke

Sonneneinstrahlung entsteht. Außerdem

wird hinter der Glühbirne oft ein Spiegel

angebracht, um die Lichtausbeute zu

optimieren. Bei der neueren LED-Technik

wiederum wird jede einzelne LED-Leuchte

in ihrer jeweiligen Farbe dargestellt.

Wo stand Osnabrücks

erste Ampel?

Auf der Kreuzung Neumarkt/ Große

Straße/ Johannisstraße. Im Dezember

1936 schmückte erstmals eine sogenannte

Heuerampel den heutigen Neumarkt.

Gleichzeitig mussten Osnabrückerinnen

und Osnabrücker von nun an mit ihren

fahrbaren Untersätzen warten oder beim

Spaziergang auch auf der Kreuzung

Wittekindstraße/ Möserstraße innehalten,

bis der Zeiger auf Grün stand und den Weg

freigab. | Kristina Hoffmann

WISSEN KOMPAKT

HEUERAMPELN

Von 1930 bis in die 60er-Jahre

wurden in Deutschland unter

anderem auch Heuerampeln als

Lichtsignalanlagen verwendet.

Die würfelförmigen Ampeln hingen

über der Mitte einer Straßenkreuzung

an Drahtseilen. Rote

und grüne Kreissegmente

zierten eine Drehscheibe, in deren

Mitte ein Zeiger die jeweilige Rotbeziehungsweise

Grünphase

signalisierte.

Hasetor-Grafik mit Signalzeitenplan

2015-09-21_Stadtblatt-Campus.indd 1 21.09.15 15:45

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KUNST & KULTUR

KUNST & KULTUR

Warum spricht die

Justiz kein Recht?

Vergessene Bücher (4): Günther Weisenborns Roman „Der Verfolger“

Er bekämpfte den Faschismus nicht nur literarisch, sondern unterstützte mitten in Berlin die Widerstandsgruppe

„Rote Kapelle“. 1942 wurde Günther Weisenborn verhaftet, erst zum Tod und dann – nach einer

entlastenden Zeugenaussage – zu zehn Jahren Festungshaft verurteilt. Die Kurzgeschichte „Die Aussage“,

in der er die dramatischen Erlebnisse in der Todeszelle beschreibt, ist bis heute Schullektüre, aber auch sein

einziges Werk, das die Jahrzehnte überdauert hat.

Dabei gehörte Günther

Weisenborn, der 1902 in

Velbert geboren wurde

und 1969 in Berlin starb,

zu den profiliertesten

deutschen Autoren des

20. Jahrhunderts. Schon

seit erstes Theaterstück

„U-Boot S 4“, das 1928

zeitgleich in Berlin

(wo Heinrich George

eine der Hauptrollen

übernahm) sowie in

Oldenburg, Bonn und

Stuttgart uraufgeführt

wurde, stellte bohrende

Fragen nach

der politischen und

gesellschaftlichen

Verantwortung für

Krieg und Gewalt. Es

war das erste, aber

nicht das letzte Weisenborn-Drama,

das

in der rechtsnationalen

Presse einen

Sturm der Entrüstung

provozierte.

1933 wurden seine

Bücher verboten.

Weisenborn

ging zunächst in Exil, kehrte dann

aber nach Deutschland zurück und

begann ein gefährliches Doppelleben.

Er arbeitete im nationalsozialistischen

Kulturbetrieb und unterstützte gleichzeitig

die Gruppe um Harro Schulze-Boysen

und Arvid Harnack, die zur

„Roten Kapelle“ gehörte und zahlreiche

Widerstandsaktionen durchführte.

Nach Kriegsende war Weisenborn, der

sich immer wieder mit dem haltlosen

Vorwurf ein sowjetischer Spion zu sein

konfrontiert sah, an der Gründung des

Hebbel-Theaters und der Zeitschrift

„Ulenspiegel“ beteiligt.

„Ich leb nicht für etwas … ich will auch

nicht für etwas sterben, auch nicht fürs

Vaterland!“

Zitat aus „U-Boot S4“

Er widmete sich aber vor allem der

Geschichte des deutschen Widerstands,

dem er in dem Schauspiel „Die

Illegalen“ (1946), das innerhalb von

zwei Jahren angeblich auf 350 Bühnen

gespielt wurde, in dem bahnbrechenden

Dokumentarband „Der lautlose

Aufstand“ (1953) oder in dem Drehbuch

zu Falk Harnacks Film „Der 20.

Juli“ (1955) ein Denkmal setzte.

Bilder © wikimedia.org // Zitat-Quellen © Günther Weisenborn: Theater, Bandd 3: Frühe Stücke, Henschelverlag Berlin 1967, S. 37 Günther Weisenborn: Memorial / Der Verfolger, Aufbau-Verlag Berlin 1962, S.369/381

Sechs Jahre später erschien

der Roman „Der Verfolger“

mit dem Untertitel „Die

Niederschrift des Daniel

Brendel“. Hier thematisiert

Weisenborn ein dunkles

Kapitel der deutschen

Nachkriegsgeschichte.

Es beginnt um drei Uhr

morgens in einem parkenden

Auto. Am Steuer

wartet ein Mann auf

den Spitzel, der seine

Widerstandsgruppe „Die

silberne Sechs“ einst an

die Gestapo verraten

hat. Daniel Brendel will einen tödlichen

Unfall vortäuschen, doch Paul

Riedel, der Denunziant, lässt exakt

61 Minuten auf sich warten. In dieser

Zeit rollt Brendel den Fall ein

letztes Mal auf. Die Leser begleiten

ihn durch die Bombennächte des

Zweiten Weltkriegs, zu konspirativen

Treffen, in die Gefängniszelle

und vor Gericht. Sie werden aber

auch Zeugen, wie Brendel nach 1945

vergeblich versucht, die Juristen der

Bundesrepublik in den Dienst der

Gerechtigkeit zu zwingen. Richter,

Verteidiger und Staatsanwälte

wollen mit der braunen Vergangenheit,

die auch ihre eigene ist,

nichts mehr zu tun haben. Akten

und Zeugen seien unauffindbar,

befindet Brendels Rechtsbeistand

und folgert: „Wir müssen die Akten

schließen, so leid es mir tut.“ In

den Erfahrungen seiner Hauptfigur

spiegeln sich die von Günther

Weisenborn, der nach dem Krieg

versucht, einen Prozess gegen Manfred

Roeder, den Chefankläger der

„Roten Kapelle“, anzustrengen. Die

Ermittlungen gegen den fanatischen

Nationalsozialisten, der stolz

darauf ist, „dem Führer etwa 90

Köpfe zur Verfügung gestellt“ zu

haben, werden aber verschleppt und

schließlich eingestellt.

Das Gros der deutschen Bevölkerung

hat freilich ebenfalls kein Interesse

daran, sich intensiver mit

seiner Geschichte auseinanderzusetzen:

„Wollten sie, die uns damals vergessen

hatten, als wir in die Keller des Todes

hinabgeschleudert wurden, wollten sie

wirklich nicht erfahren, was sich damals

zugetragen hatte? Nein, sie wollten

nichts wissen. Sie fragten nicht.

Sie liefen durch die Ruinenfelder und

jagten nach einem Stück Brot oder Zigaretten.“

Zitat aus „Der Verfolger“

Hat Daniel Brendel deshalb das

Recht, Selbstjustiz zu üben? Seine

frühere Weggefährtin Eva schlägt

ihm eindringlich andere Wege vor,

um Vergangenes zu bewältigen und

Zukunft zu gestalten. Doch Brendels

Entscheidung fällt erst um 4.01

Uhr …

1955 kauften Günther Weisenborn

und seine Frau Joy ein kleines Haus

in Aragone. Der Landstrich im

Tessin erwies sich als Treffpunkt

der (antifaschistischen) Dichter

und Denker. In der näheren Umgebung

hatten auch die in Osnabrück

geborenen Schriftsteller Erich

Maria Remarque und Heinz Liepman

eine Bleibe gefunden. Zum

Freundeskreis gehörten überdies

Autoren wie Alfred Andersch

oder Robert Neumann.

| Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

WEISENBORN LESEN

Die genannten und alle anderen

Werke sind heute nur

noch antiquarisch erhältlich.

In der Stadt- und Unibibliothek

finden sich einige wenige

Bücher Weisenborns –

„Der Verfolger“ ist allerdings

nicht dabei.

49


KUNST & KULTUR

Der Kalender-Tipp

wird präsentiert vom

Für

Für

Stadtlichter.

Stadtlichter.

Wer fotografiert Bücher?

Bücher und ihre ästhetische Faszination sind das Thema des 1960 geborenen Osnabrücker

Fotografen und Pädagogen Richard Otten-Wagener, der seine Arbeiten seit 2005 bereits in

zahlreichen Ausstellungen präsentiert und als Kalender-Editionen veröffentlicht.

Durch kreativen Lichteinsatz und bewusst

klare Strukturen, die das Auge gekonnt

leiten, lässt Otten-Wagener den Betrachter

mit seinen künstlerischen Aufnahmen

das Buch als Phantasie- und Inspirationsquelle

ganz neu entdecken. Mithilfe von

Perspektive, grafischen Elementen oder

Lichteinfall macht der Fotograf aus Dingen

des alltäglichen Lebens Kunst-Objekte,

die zum Staunen einladen. Es gelingt

ihm so, das Buch zum

Symbol für freie Gedanken, Träume und

Fantasien werden zu lassen. Auch der

Kalender „Offene Bücher“ für das Jahr

2017 ist wieder von Monat zu Monat ein

wahrer Augenschmaus - nicht nur für

Bibliophile. Für 2017 hat Richard Otten-

Wagener außerdem zwei Foto-Kalender

im Format DIN A3 zu den Themen

„Mohn“ und „Sinnbilder“ zusammengestellt.

Auf der Homepage des Fotografen werden

alle drei Kalender im Detail vorgestellt:

www.otten-wagener.de

Sie können hier zum Preis von 20 € bestellt

werden. | Beatrice le Coutre-Bick

Osnabrücker Wissen“ verlost zwei

Exemplare des Kalenders „Offene

Bücher“ für das Jahr 2017.

Mehr auf Seite 59!

Bilder © Richard Otten-Wagener

Der Fotograf

Richard Otten-Wagener

WISSEN KOMPAKT

AUSSTELLUNG IM JANUAR UND

FEBRUAR 2017

Vom 9. Januar 2017 bis zum 16.

Februar 2017 ist eine Ausstellung

mit Bildern von Otten-Wagener

in der Katholischen Familien-

Bildungsstätte (Große Rosenstr.18

49074 Osnabrück) zu sehen. Sie

trägt den Titel „Sinnbilder – Die

Impression des Vertrauten“.

50


KUNST & KULTUR

Was tun, wenn Pamina krank wird?

Als Lisa-Marie Oliva um neun Uhr morgens ihr Büro im Theater am Domhof betritt, leuchtet

bereits der kleine eckige Briefkasten auf ihrem Telefon. Unter den vielen Anrufen ist auch eine

Sängerin, die in der Oper „Die Zauberflöte“ eine Hauptrolle verkörpert. Lisa-Marie Oliva, Leiterin

des Künstlerischen Betriebsbüros, wird nervös, denn ein Anruf eines Darstellers heißt oft nichts

Gutes. Die Vermutung bestätigt sich. „Paminas“ Stimme funktioniert nicht, wie sie sollte. Sie wird

am Abend nicht auf der Bühne stehen können. Und nun?

Jetzt muss Lisa-Marie Oliva schnell handeln.

Am Theater Osnabrück gibt es für

diese Partie keine feste Zweitbesetzung, die

mal eben einspringen kann. Ist vor Beginn

der Spielzeit schon sicher, dass dieser oder

jener Sänger an einem Auftrittstermin

verhindert sein wird, lässt sich im Vorfeld

leicht ein Gast organisieren. Doch wenn

ein wichtiger Darsteller kurzfristig ausfällt,

wünschen sich die Leiterin des Künstlerischen

Betriebsbüros und ihre Kollegin

Patricia Vieregg schon mal eine Kristallkugel

auf ihrem Schreibtisch. In einem

solchen Fall muss unverzüglich das

gesamte Team informiert werden. Dazu

zählen vor allem der Intendant des

Theaters, der musikalische Leiter und der

Regieassistent. Zusammen wird überlegt,

ob für die Aufführung eine geeignete

Sängerin aus einer anderen Stadt nach

Osnabrück geholt werden kann. Intendant

Dr. Ralf Waldschmidt schlägt einige

ihm bekannte Optionen vor. Es wird telefoniert,

Kontakte werden hergestellt, doch

keiner antwortet oder hat Zeit.

Ein Glück, es ist nicht Sonntag! Das

heißt, Lisa-Marie Olivia kann sich an die

ZAV-Künstlervermittlung (Zentrale Auslands-

und Fachvermittlung) wenden und

zwischen Künstlerinnen wählen, die „ihre“

Pamina vertreten könnten. Wieder wird

telefoniert. Niemand hat Zeit, niemand

kann die gespielte Fassung auswendig.

Langsam wird die Angelegenheit zur Zitterpartie.

Dann wirft die Chefdisponentin

einen Blick auf die ellenlangen Listen, auf

denen alle Darstellerinnen verzeichnet

sind, die für eine bestimmte Rolle in Frage

kommen. Richtig! Bei einer Sängerin aus

Hamburg haben sie es noch nicht versucht.

Es tutet, der Anruf geht durch und Volltreffer!

Sie beherrscht den Text und kann

Bild © Uwe Lewandowski

in den nächsten drei Stunden in Osnabrück

sein. Erleichterung! Das Theater Osnabrück

hat für solche Fälle, die immer einmal wieder

vorkommen, auch wenn wir diesen speziellen

frei erfunden haben, einen Notfalletat. Fahrt,

Übernachtung und natürlich die Abendgage

der „Ersatz-Pamina“ werden daraus bezahlt.

Hier werden keine Kosten und vor allem

Mühen gescheut, denn fest steht: Ohne

Pamina keine „Zauberflöte“! Eine abgesagte

Vorstellung hätte dann nicht nur Einnahmeeinbußen,

sondern vor allem ein enttäuschtes

Publikum zur Folge. Gerade in der Winterzeit

ist das Krankheitsrisiko natürlich höher. Dass

deswegen ein Stück ausfallen muss,

kommt trotzdem sehr selten vor. „Der

Vorhang muss einfach aufgehen“, weiß

Chefdisponentin Patricia Vieregg. Und

genau das macht der Vorhang auch: Es

kann gespielt werden! Der Abend ist

gerettet. | Kristina Hoffmann

WISSEN KOMPAKT

SPIELTERMINE IM

THEATER AM DOMHOF

So., 18.12.2016 | 15:00 Uhr

Di., 20.12.2016 | 19:30 Uhr

Fr., 23.12.2016 | 19:30 Uhr

Mo., 26.12.2016 | 19:30 Uhr

Do., 16.03.2017 | 19:30 Uhr

Mi., 22.03.2017 | 19:30 Uhr

So., 09.04.2017 | 15:00 Uhr

Mo., 17.04.2017 | 15:00 Uhr

Weitere Informationen unter:

www.theater-osnabrueck.de

53


FAMILIE & SOZIALES

FAMILIE & & SOZIALES

Für wen schiebt man

einen Kaffee auf?

Gesamtindex Soziale Ungleichheit

Die Überlagerung von Statusindex und Dynamikindex

lässt sich in einer Karte darstellen. Um

die verschiedenen Ausprägungen grafisch zu

veranschaulichen wird hierbei auf eine Kreuztabelle

zurückgegriffen. Durch die Kombination

der vier Statusindex-Gruppen („hoch“, „mittel“,

Wo drohen soziale Schieflagen?

„niedrig“ und „sehr niedrig“) und der drei Dynamikindex-Gruppen

(„positiv“, „stabil“ und „negativ“)

kann jeder statistische Bezirk entsprechend

des so gebildeten Gesamtindex soziale

Ungleichheit (Status/Dynamik-Index) einer der

zwölf Kategorien zugeordnet werden.

Abbildung 2: Gesamtindex Soziale Ungleichheit - Kreuztabelle

Mitte Oktober stellte Status die 2015Stadt Osnabrück ihr Sozialmonitoring für das Jahr 2015 vor und

hoch mittel niedrig sehr niedrig

konstatierte positiv eine alles in allem „stabile Gesamtsituation“. Doch in 11 von 118 untersuchten

Dynamik

stabil

Bezirken sah die Lage anders aus.

2014-2015

negativ

Überträgt man diese Systematik auf eine Karte,

ergibt sich das unten dargestellte Bild. Statistische

Bezirke, die über keine farbliche Füllung

verfügen, wurden aus der Berechnung ausgenommen,

da sie über zu wenig Einwohner

verfügen (eine Auflistung findet sich im Anhang

2). Die Kombination hoher Status und positive

Dynamik sowie hoher Status und negative Dynamik

sind im Fall Osnabrücks nicht vergeben.

Abbildung 3: Gesamtindex Soziale Ungleichheit - Räumliche Verteilung

Gesamtindex Soziale Ungleichheit

Für Gebiete der Stadtteile Schinkel, Fledder, Widukindland,

Eversburg, Hafen, Darum-Gretesch-Lüstringen und Dodesheide

bestehe ein „besonderer sozialer Aufmerksamkeitsbedarf“ stellten

die Autoren fest. Hier leben gut 21.000 Menschen, die überdurchschnittlich

häufig von (Langzeit)arbeitslosigkeit sowie Kinderoder

Altersarmut betroffen sind und entsprechende Transferleistungen

beziehen.

Die Überlagerung von Statusindex und Dynamikindex

lässt sich in einer Karte darstellen. Um

die verschiedenen Ausprägungen grafisch zu

veranschaulichen wird hierbei auf eine Kreuztabelle

zurückgegriffen. Durch die Kombination

der vier Statusindex-Gruppen („hoch“, „mittel“,

„niedrig“ und „sehr niedrig“) und der drei Dyna-

Da die Entwicklung in vielen Bezirken schon seit

Jahren anhält, befürchten Experten, dass sich hier

dauerhaft „soziale Problemlagen“ bilden könnten.

Abwärtstrends lassen sich freilich auch umkehren

– etwa durch eine zielgerichtete Wohnungsbaupolitik

oder eine Intensivierung der Sozialarbeit vor

Ort. Auch Wolfgang Griesert will sich nicht mit

der aktuellen Situation zufrieden geben. Im Vorwort

zum „stabil“ neuen Sozialmonitoring und „ne-

verspricht der

mikindex-Gruppen („positiv“,

gativ“) kann jeder statistische Oberbürgermeister Bezirk entsprechend

des so gebildeten Gesamtindex soziale

weitere Anstrengungen – im

Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts „Migration

und Teilhabe“, beim Handlungsprogramm

Ungleichheit (Status/Dynamik-Index) einer der

„Bezahlbarer Wohnraum“ oder auch bei der

zwölf Kategorien zugeordnet Bewerbung werden. um die Fortführung des Programms

„Soziale Stadt“ im Osnabrücker Stadtteil Schinkel.

| Redaktion

Schützende Hände © Photocreo Bednarek, fotolia.de // Grafik © Stadt Osnabrück

Bilder Kaffee © Sina-Christin Wilk // alter Mann mit Kaffee Tasse © Alextype, fotolia.de

Als Carlos Tomas, Geschäftsführer der Kaffeerösterei „Kaffee 1871“, 2013 auf einer Messe in

Triest war, lernte er das Projekt „Suspended Coffee Supporter“ kennen. Die Idee ist ebenso

einfach wie überzeugend: Kunden, die im Ladengeschäft einkaufen oder sich in den Cafébereich

setzen, können einen Kaffee, den sie selbst nicht trinken, bezahlen. Dieser wird dann als

spezieller Gutschein zur Verfügung gestellt und an Bedürftige ausgegeben.

Das Angebot wird auch in Osnabrück

positiv aufgenommen, erzählt Tomas.

Einige (Stamm)Gäste bezahlen regelmäßig

einen zweiten Kaffee, andere zeigen sich

gerade zur Oster- oder Weihnachtszeit

besonders spendabel.

Wer trinkt den

„aufgeschobenen Kaffee“?

In der Szene der Obdachlosen, an die sich

das Angebot hauptsächlich richtet, ist

das Projekt samt Anlaufstellen bekannt.

Mund-zu-Mund-Propaganda scheint hier

die beste Werbung zu sein. Gelegentlich

gehen die Mitarbeiter des „Kaffee 1871“

auch zu den bekannten Hotspots der

Innenstadt und liefern das Getränk frei

Haus. Wenngleich die Zielgruppe überaus

dankbar für eine wärmende Tasse

Kaffee ist, sei die Hemmschwelle recht

groß, das Angebot aktiv in Anspruch

zu nehmen, berichtet Tomas. „Häufig

sehen wir Menschen, die vor unserem

Ladenfenster stehen und versuchen, auf

sich aufmerksam zu machen.“

Was motiviert zur

Teilnahme?

Tomas, der brasilianische und portugiesische

Wurzeln hat, hält optimistisch an

der Idee des „aufgeschobenen Kaffees“ fest

und engagiert sich darüber hinaus mit dem

Verkauf seiner Feinkostprodukte der Marke

„Genuss-Mafia“ für wohltätige Zwecke

in der Region. Aus seinem privaten Umfeld

seien ihm Not und Elend bekannt, deshalb

wisse er, dass man Menschen selbst

mit kleinen Gesten eine große Freude

bereiten könne. Eben deshalb sei er 2014

kurzentschlossen Mitglied im Verband

„Suspended Coffees Germany“ geworden,

um die Aktion nach Osnabrück zu holen.

Inzwischen haben sich in ganz

Deutschland weitere Cafés angeschlossen,

eine Übersicht gibt es auf der

Homepage: www.suspendedcoffee.de

| Sina-Christin Wilk

WISSEN KOMPAKT

SUSPENDED COFFEE

Seinen Ursprung hat der Suspended

Coffee in Italien: Im Ersten Weltkrieg

verloren viele Menschen ihre wirtschaftliche

Grundlage. Da der Kaffee

einen besonderen Stellenwert hatte,

wurde die Tradition begründet, bedürftigen

Mitmenschen aus Solidarität

ein Heißgetränk zu spendieren

– den „Caffè Sospeso“.

Weitere Infos: www.kaffee1871.de

Abbildung 2: Gesamtindex Soziale Ungleichheit - Kreuztabelle

16

Dynamik

2014-2015

positiv

stabil

negativ

Status 2015

hoch mittel niedrig sehr niedrig

Überträgt man diese Systematik auf eine Karte,

ergibt sich 54 das unten dargestellte Bild. Statistische

Bezirke, die über keine farbliche Füllung

verfügen (eine Auflistung findet sich im Anhang

2). Die Kombination hoher Status und positive

Dynamik sowie hoher Status und negative Dy-

55


Wer trug sich ins

Goldene Buch ein?

Teil 16: Günter Grass

Er war einer der bedeutendsten, aber auch einer der streitbarsten

deutschen Schriftsteller des 20. und frühen Jahrhunderts. Und so wird

sein Name mit der „Blechtrommel“, „Katz und Maus“ oder dem „Butt“,

verbunden bleiben, aber auch mit dem bizarren Gedicht „Was gesagt

werden muss“ oder dem späten Geständnis, als 17-Jähriger Angehöriger

der Waffen-SS gewesen zu sein.

Bei seinen drei Besuchen in Osnabrück zeigte sich Günter Grass (1927-

2015) ebenfalls äußerst diskussionsfreudig. Zum ersten Mal kam der

Literatur-Nobelpreisträger am 12. Juni 2002 in die Hasestadt, um aus

seiner Novelle „Im Krebsgang“ zu lesen. Seine letzte Visite datiert vom

Januar 2014, als Grass eine Ausstellung seiner Grafiken im Kunstquartier

des BBK eröffnete und in der OsnabrückHalle Ausschnitte aus

dem Roman „Hundejahre“ vortrug. | Thorsten Stegemann

56

SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

Postkarte: Privatarchiv

Hallo, wie geht‘s?“

"

GRÜSSE AUS DER REGION!

Im Mai 1930 reiste Lilly Vogel mit ihren Kindern nach Osnabrück

und ließ den „lieben Verwandten“ im heimischen Erzgebirge herzliche

Grüße zukommen. Die Natur stehe hier zwar in voller Blüte, es sei aber

immer noch ziemlich kühl.

Die Vorderseite der Postkarte zeigt das bis heute unveränderte „Brautportal“

der Marienkirche. Die Figuren links und rechts stellen das

Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen aus dem Matthäus-

Evangelium dar – über dem Portal ist die Krönung der Gottesmutter

Maria zu sehen.

Empfänger des Grußes war die Familie Karl August Gläser, die in

Drehbach eine Strumpffabrik betrieb. Das 1925 errichtete, inzwischen

denkmalgeschützte Gebäude dient heute als Bürgerhaus.

| Thorsten Stegemann

Günter Grass beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Archivfoto © Kurt Löckmann, Presse- und Informationsamt Stadt Osnabrück // Unterschriftenbild © Stadt Osnabrück | Postkarte: Privatarchiv

Karikatur © Marcus Wolf

Was wurde aus dem sauren Regen?

Im Haus durften sie nicht nadeln, draußen konnten sie es nicht mehr, weil der saure

Regen die deutschen Wälder zum Massensterben verurteilt hatte. Die hitzige Diskussion,

die Fritz Wolf 1984 zu einem boshaften Weihnachtsgruß inspirierte, hat sich

inzwischen beruhigt. Heute gibt es in Deutschland gut elf Millionen Hektar Waldfläche,

deutlich mehr als in den frühen 80ern. War die Sorge vor dem ökologischen Raubbau

deshalb übertrieben? Oder verdankt der Wald seine vorläufige Erholung einem veränderten

gesellschaftlichen Bewusstsein und schärferen Umweltgesetzen?

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