Nr. 19 (III-2017) - Osnabrücker Wissen

kreativkompass

Nr. 19 (III-2017) - Osnabrücker Wissen

Wir beantworten Fragen rund um die Osnabrücker Region. Alle drei Monate als Printausgabe. Kostenlos! Und online unter www.osnabruecker-wissen.de

Nr. 19 · kostenlos · Ausgabe III / 2017

Oktober · November · Dezember

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

KOSTENLOS!

20

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Was suchte die Hase im Kanal?

Was macht Osnabrück

Seite 4

zu einem Tourismusmagnet?

29

NATUR & UMWELT

Wann lebte Megafauna in der Region?

32

LEBEN & GESELLSCHAFT

Was bedeutet „Reformation“ in Osnabrück?

42

SPORT & GESUNDHEIT

Wer erkennt Diabetes?

Foto © www.jana-fotografiert.de


IMPRESSUM

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Ein Verlagsprojekt der Medienagentur

KreativKompass, einer Marke der

sinus Wirtschaftsmanagement GmbH

Im Hamme 7

49205 Hasbergen

Telefon: +49 5405 / 80 83 216

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

Internet: www.kreativkompass.de

REDAKTION

Chefredakteur:

Dr. Thorsten Stegemann

Weitere Redaktionsmitglieder

dieser Ausgabe:

Ebba Ehrnsberger

Gordon Bell

Tom Herter

Yörn Kreib

Heiko Schulze

Michael Luttmer

Evgenij Unker

Sina-Christin Wilk

Redaktionsbeiträge

Gastbeiträge in dieser Ausgabe:

Rolf Spilker

Museum Industriekultur Osnabrück

Dr. Hermann Queckenstedt

Diözesanmuseum Osnabrück

Melanie Müller/Axel Friederichs

Stadt- und Kreisarchäologie

Svenja Vortmann

Zoo Osnabrück

Beatrice le Coutre-Bick

Literaturbüro Westniedersachsen / Osnabrück

Carina Sander

Schüler-Forschungs-Zentrum Osnabrück

Gabriele Dlubatz

Museum und Park Kalkriese

Lisa Mammitzsch

Museum am Schölerberg

Leitung Vermarktung & Mediengestaltung

Stephan Buchholz

Mediengestaltung

Laura Fromm, Hannah Ruthemeyer

Projektmanagement & Vermarktung

Igor Hafner

19

Nr.

INHALT

Welche Fragen zur Osnabrücker Region

beantworten wir in dieser Ausgabe?

TOPTHEMA

Was macht Osnabrück zu einem Tourismusmagnet? 4

Touristische Highlights in Osnabrück Stadt und Landkreis 8

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie können komplexe zusammenhänge einfach

und interaktiv erklärt weden? 11

Was trank der deutsche Mann 1960? 12

AUSBILDUNG & KARRIERE

Kann man aus Geschichten lernen? 13

Wie baut man eine Schlauchtaschenlampe? 14

Was ist ein Plagiat (Teil 1) 16

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Warum klingen neue Straßennamen

in Bramsche so archäologisch? 18

Was suchte die Hase im Kanal? 20

Wie kommt eine Ausstellung zu Ihrem Gesicht? 22

Bramsche: Rose oder Dornenstrauch? 23

Wieso gibt es einen Gesellenweg (Teil 3)? 24

Wer ging im Osnabrücker Land

mit Hitler und Stalin spazieren? 28

MOMENTAUFNAHMEN

Wo liegt das Venner Moor? 26

NATUR & UMWELT

Wann lebte Megafauna in der Region? 29

Was wächst im gefallenen Moor? 30

Welcher Neugeborene wiegt 100 Kilo? 31

LEBEN & GESELLSCHAFT

Was bedeutet "Reformation" in Osnabrück? 32

Was ist ein Team? 34

Was verbirgt der Reginenschrein? 36

HINTER DEN KULISSEN

Wie wird ein Schwimmbad gereinigt? 38

ESSEN & TRINKEN

Wo wird Handgebäck zum nachhaltigen Genuss? 40

Die besten Lebensmittel der Region:

Welches Gemüse ist niedersächsische KULTurpflanze? 41

Foto © Paul Stegemann

EDITORIAL

„Zukünftig wird es nicht mehr darauf ankommen,

dass wir überall hinfahren können, sondern ob

es sich lohnt dort anzukommen.“

Hermann Löns (1866-1914), Schriftsteller

was Besucher staunen lässt, ringt Bewohnern oft nur ein müdes

Lächeln ab. Sie kennen ja schon alles. Doch ist das wirklich

so? Können wir den touristischen Wert unserer Region richtig

einschätzen? Und wie sehen Nicht-Osnabrücker unsere vielen

Attraktionen und Besonderheiten?

Die letzte Ausgabe des Jahres 2017 stellt noch viele weitere

interessante Fragen: Was verbirgt der Reginenschrein im

Osnabrücker Dom? Wie baut man eine Schlauchtaschenlampe?

Welcher Neugeborene wiegt 100 Kilo? Und wer ging im

Osnabrücker Land mit Hitler und Stalin spazieren? Logische,

überraschende und verblüffende Antworten erwarten Sie auf

den nächsten Seiten.

Im Januar 2018 erscheint dann mittlerweile die 20. Ausgabe von

Osnabrücker Wissen“. Anlass genug, unser Lieblingsmagazin

konzeptionell, optisch und inhaltlich etwas aufzufrischen.

2018

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Die perfekte Geschenkidee:

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Projektmanagement & Distribution

Sebastian Buchholz

BILDMATERIAL

Jana Lange · www.jana-fotografiert.de

Oliver Schratz · www.blendeneffekte.de

sowie siehe Bildnachweise.

DRUCK & PRODUKTION

Levien-Druck GmbH

Eduard-Pestel-Straße 16

49080 Osnabrueck

Telefon: +49 5 41 / 9 59 29-0

Internet: www.levien.de

REDAKTIONSSCHLUSS:

September 2017

SPORT & GESUNDHEIT

Wer erkennt Diabetes? 42

Was bewegt Osnabrücker? 44

KUNST & KULTUR

Wo laufen die Klassiker? 45

Wie aristokratisch ist der Kapitalismus? 46

FAMILIE & SOZIALES

Was bringen Reisende mit? 48

HANDGEZEICHNET

Brilon als Bundeshauptstadt? 49

Seien Sie also gespannt – und bleiben Sie uns gewogen!

Dr. Thorsten Stegemann

Chefredakteur

Stephan Buchholz

Herausgeber

... und viele weitere

schicke Kalenderprojekte!

COPYRIGHT

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Veröffentlichung im Internet

oder Vervielfältigung auf Datenträgern nur nach vorheriger

schriftlicher Genehmigung der Medienagentur KreativKompass.

Trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr für eventuelle Druckfehler.

Unsere Redaktion ist selbstverständlich bemüht, alle Ansprüche

im Bereich der Urheberrechte (insbesondere der Bildrechte)

vor Drucklegung zu klären und zu berücksichtigen. Sollte uns

trotzdem einmal ein unbeabsichtigter Fehler unterlaufen, wenden

Sie sich bitte direkt an: redaktion@osnabruecker-wissen.de,

damit wir schnell eine einvernehmliche Lösung finden.

RÄTSELN & GEWINNEN

Wie viel Wissen steckt in Ihnen? Kreuzworträtsel 50

Was gibt es zu gewinnen? Preisübersicht 51

Jetzt auch online noch mehr Fragen zur Region entdecken!

Einfach „liken“ und regelmäßig weitere spannende Antworten finden:

www.osnabruecker-wissen.de/facebook

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TOPTHEMA

Das Theater Osnabrück

Nettedrom - die E-Kartbahn am Nettebad

Das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück

WAS MACHT OSNABRÜCK

ZU EINEM TOURISMUSMAGNET?

Ein facettenreiches Angebot an attraktiven Einkaufsmöglichkeiten, Kultur- und Sportveranstaltungen

sowie abwechslungsreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sorgen das ganze Jahr

über für zahlreiche Gäste in der Friedensstadt und machen den Tourismus zu einem bedeutenden

Wirtschaftsfaktor. Petra Rosenbach, Geschäftsführerin Osnabrück-Marketing und Tourismus

GmbH (OMT) und Tourismusverband Osnabrücker Land e.V. (TOL), bestätigt: „Die Stadt Osnabrück

ist touristisch im Aufwind. In der Fachwelt wird sie bereits als hidden champion gehandelt.“

Was macht Osnabrück so besonders?

Osnabrück hat einiges zu bieten, was die

Stadt zur Perle mit außergewöhnlichem

Charme sowohl für die 170.000 Einwohner

als auch für die Besucher macht. Die Friedensstadt

verbindet erfolgreich Tradition

und Moderne und gibt sich trotz der beschaulichen

Größe als weltoffene Stadt,

die am Puls der Zeit agiert und laut dem

Marketingverbund „Historic Highlights

of Germany e.V.“ zu den 17 historischen

Highlights Deutschlands zählt. Gelegen

zwischen Wiehengebirge und Teutoburger

Wald, ist Osnabrück die einzige Stadt

in Deutschland, die sich inmitten eines

Naturparks (UNESCO Global Geopark

TERRA.vita) befindet und so auch außerhalb

der Stadtgrenzen zu begeistern weiß.

Im 2.121 km² großen Osnabrücker Land

laden zahlreiche Schlösser und Burgen

zu Besuchen ein. Besonders beliebt sind

Maiwoche_Osnabrück © OMT // Theater © Uwe Lewandowski // NettedromImage © Bettina Meckel-Wolf // Felix-Nussbaum-Haus ©

Christian Finke-Ennen // CityCard Osnabrück © OMT

Schloss Ippenburg mit seinen Gartenfestivals

und Bad Iburg als Veranstalter

der Landesgartenschau 2018 vor historischer

Kulisse. Das Programm um

die Varusschlacht in Kalkriese und der

Kulturweg des Europarats „Straße der

Megalithkultur“, auf dem die Überreste

von Jungsteinzeitgräbern zu sehen sind,

stellen Angebote mit historisch-archäologischem

Alleinstellungsmerkmal dar.

Wie sieht das kulturelle Programm aus?

Für kulturbegeisterte Touristen bietet

sich die Osnabrücker CityCard an, die als

Eintrittskarte für alle Museen und als

Fahrschein für das Stadtbusnetz genutzt

werden kann. Zudem liegen Gutscheine

bei, die einen attraktiven Nachlass auf weitere

Freizeitaktivitäten bieten. Als einer

der beliebtesten Hotspots für Touristen

begrüßt alleine das Rathaus des Westfälischen

Friedens von 1648 jährlich etwa

70.000 Besucher. Noch heute gilt das Rathaus

als Symbol des Friedens - ein Attribut,

das als Leitbild für Stadt und Stadtmarketing

bekannt ist.

Dank ihrer bewegten Geschichte beherbergt

die Stadt zahlreiche Museen mit

unterschiedlichen Schwerpunkten. Wer

sich mit historischen Aspekten der Stadtgeschichte

auseinandersetzen möchte,

kommt im Diözesanmuseum und im

Kulturgeschichtlichen Museum mit

angeschlossenem Felix-Nussbaum-Haus

auf seine Kosten. Am Piesberg widmet

sich das Museum für Industriekultur u.a.

der Vergangenheit des Steinkohlebergbaus.

Naturkundeinteressierten bietet das Museum

am Schölerberg eine Dauerausstellung,

ein Planetarium wie auch ein abwechslungsreiches

Programm.

Zeitgenössische Kunst gibt es in der

ehemaligen Dominikanerkirche, die heute

als Kunsthalle dient, und in zahlreichen

kleineren Galerien zu sehen. Die ersten

Hochrechnungen zeigen, dass die Besucherzahl

en der Museen 2017 eine leicht

steigende Tendenz gegenüber 2016 (insgesamt

ca. 165.000) aufweisen.

Berühmten Söhnen der Stadt wie dem

Schriftsteller Erich Maria Remarque und

den Malern Felix Nussbaum und Friedrich

Vordemberge-Gildewart sind Dauerausstellungen

gewidmet, die Einblicke in

Leben und Wirken ermöglichen.

Wer begeistert Fachmedien?

Auch die Bühnen (Theater am Domhof,

Emma-Theater, probebühne etc.) bieten ein

breitgefächertes Programm, das über die

Stadtgrenzen hinaus wertgeschätzt wird:

In der Spielzeit 2016/2017 sind von 160.000

verkauften Karten des Theaters Osnabrück

75.000 an Besucher gegangen, die

außerhalb von Osnabrück wohnen. Dank

der positiven Resonanz der Fachmedien

hat das Haus eine erhöhte Auslastung zu

verzeichnen. Sowohl der leitende Tanzdramaturg

Mauro de Candia als auch der

Generalmusikdirektor Andreas Hotz gelten

als Ausnahmetalente, die Zeitschrift DIE

DEUTSCHE BÜHNE würdigt das Theater

Osnabrück gleich mehrfach als „bestes

Theater abseits der Zentren“.

Nadja Schulze, Referentin für Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit am Theater, resümiert:

„Besucher, die eine längere Anreise

in Kauf nehmen, zeigen, dass das Theater

Osnabrück überregionale Strahlkraft

besitzt. Die aktuell gestiegenen Auslastungszahlen

beweisen den Erfolg beim

Publikum und bestärken die jetzige

Leitung und das ganze Team in der geleisteten

Arbeit.“

Welche Freizeitaktivitäten

werden in Osnabrück geboten?

Spaß für Jung und Alt garantieren die Freizeitbäder

Schinkelbad, Moskaubad und

das Nettebad mit dem Rutschenpark (2016:

1.177.569 Besucher insg.; lt. 1. Quartal 2017

auf konstantem Niveau: 302.454), sowie

die im März 2017 eröffnete E-Kartbahn

Nettedrom (ca. 12.000 Besucher nach 100

Tagen). Dazu kommen zahllose Sportangebote

der Vereine in Stadt und Land, wobei

die Strahlkraft des VfL Osnabrück oder der

Damen-Basketballmannschaft Giro Live

Panthers weit über die Region hinausreicht.

Mit 1.020.000 Besuchern (2016) ist und

bleibt das bedeutendste Ausflugsziel der

Zoo Osnabrück, der gemäß einer Analyse

des Instituts für Tourismusforschung 13,3

Mio. Euro im Jahr zur regionalökonomischen

Wertschöpfung für Stadt und

Landkreis beiträgt, obwohl er sich aus Eintrittsgeldern

und Sponsoring finanziert.

„Über die Hälfte unserer Besucher kommt

4

Die CityCard bietet Touristen viele

Vorteile und Vergünstigungen

5


Der Weihnachtsmarkt in der Osnabrücker Altstadt

inzwischen von außerhalb der

Region Osnabrück. Die durchschnittliche

einfache

Wegstrecke unserer

Gäste beträgt 75 Kilometer.

Ohne sie könnten

wir den Zoo

nicht betreiben“,

erklärt

Lisa Josef, Pressesprecherin

Zoo Osnabrück

gGmbH.

Welche Veranstaltungen

sind Publikumsmagnete?

Als besonders attraktive Highlights gelten

die großen Volksfeste. „Weihnachtsmarkt

und Maiwoche ziehen jährlich ca. 800.000

Besucher an und sind ein wichtiger Imagefaktor

für die Stadt. Die Maiwoche zeigt

sich dabei eher als eine Veranstaltung für

Besucher aus der gesamten Region, den

Weihnachtsmarkt besuchen auch viele

Gäste aus ganz Deutschland sowie dem

Ausland, darunter Niederländer und

Amerikaner,“ berichtet Beate Krämer,

Pressesprecherin der Osnabrück - Marketing

und Tourismus GmbH.

Zwei international angesehene Festivals

haben ebenfalls jedes Jahr einen größeren

Besucherandrang zu verzeichnen. Das

„European Media Art Festival (EMAF)“

setzt sich in 37 Filmprogrammen und

über 400 Exponaten, Installationen und

Performances sowie Vorträgen und Musik

mit persönlichen und politischen Themen,

gestalterischen Experimenten und provokanten

Aussagen aus dem Spannungsfeld

„Medienkunst und Gesellschaft“

Maiwoche mit Maibaum

auseinander. Anlässlich des 30 jährigen

Bestehens wurden im April 2017 gleich

drei Preise verliehen: Der EMAF-Medienkunstpreis

der Deutschen Filmkritik, der

Dialog-Preis des Auswärtigen Amtes und

der EMAF-Award.

Weiterhin gilt das Musikkulturfestival

„Morgenland Festival Osnabrück“ (seit

2005) als „Pioneering Festival“ (Songlines

magazine, GB), das sich „[...] zu einem der

international renommiertesten Vermittler

der zeitgenössischen Musik des gesamten

Nahen und Mittleren Ostens und Zentralasiens

entwickelt hat.“ (Bernd Neumann,

Kulturstaatsminister a.D.)

Auch Pressevertreter aus dem In- und Ausland

sowie Fachleute loben die geleistete

Arbeit als „Paukenschlag in kultureller,

aber auch in politischer Hinsicht“ (ARTE

Kultur) und „kreativen‚ Clash of Cultures‘“

(Dr. Vladimir Ivanoff, Musiker und Musikwissenschaftler).

Seit 2015 lädt das zweitägige „Schlossgarten

Open Air“ unter Federführung

der Goldrush Productions GmbH zu

einem Musikfestival, das die Osnabrücker

Open Air Konzerte überregional auf ein

neues Level hebt. Auch im August 2018

erwarten die Besucher jeden Abend drei

(inter)nationale Top-Acts der Rockund/oder

Pop-Szene. Da die 12.000

Tickets pro Veranstaltungstag schnell

vergriffen sind, ist eine zukünftige

Erweiterung des Events um einen

weiteren Tag nicht ausgeschlossen.

Wie attraktiv ist die Innenstadt?

„Welkom“ heißt es auf dem Hollandmarkt mit

Niederländischen Spezialitäten

Die günstige Lage bzw. Erreichbarkeit

spiegelt sich auch in der Frequentierung

des Einzelhandels in der Innenstadt

wieder. Nicht nur an den sogenannten

Westfalentagen - Allerheiligen und Fronleichnam

-, die im benachbarten Nordrhein-Westfalen

Feiertage sind, strömen

Besucher von auswärts in die Innenstadt,

um das Angebot von Gastronomie und

Shoppingmöglichkeiten zu nutzen. So

wohnt ein Drittel der durchschnittlich 5

Millionen Besucher pro Monat nicht vor

Ort. Der Osnabrücker Handelsmonitor

wertet jährlich relevante Daten aus und

bestätigt, dass Osnabrück eine attraktive

Einkaufsstadt mit stabilem Niveau ist, die

angesichts der Größe mehr als wettbewerbsfähig

ist.

Die bundesweite Kundenstudie „Vitale

Innenstadt“ des Instituts für Handelsforschung

Köln (IfH) stützt diese Ergebnisse

mit einer Gesamtbewertung von 2,2.

Neben der Angebotsausstattung trage

vor allem das Ambiente zur Attraktivität

der Stadt bei und mache Osnabrück im

Vergleich zu Städten ähnlicher Größe zu

einem herausragenden Handelsstandort.

Weihnachtsmarkt © Joachim Viertel // maiwoche © Christian Finke-Ennen // © nextchoice // Petra Rosenbach © OMT // morgenland Festival © Andy Spyra // Osnabrück isst gut © Christian Finke-Ennen

// Frauen beim Shoppen © Jana Lange // Aussenansicht Steinberger Hotel Remarque © Steinberger Hotel Remarque // Schimpansen © Zoo Osnabrück gGmbH // Giraffe © AVD, fotolia.de

Wo lässt man es sich schmecken?

Ebenso vielfältig und attraktiv präsentiert

sich Osnabrück in kulinarischer Hinsicht

als Volltreffer. Neben zwei Weinfesten

und einem Bierfest prägen Street Food

Festivals und Veranstaltungen wie „Osnabrück

isst gut“ den Sommer und warten

mit nationalen und internationalen Spezialitäten

auf. Hinzu kommt eine ausgereifte

Kneipenkultur – teils in der lebendigen

Innenstadt gelegen, teils etwas idyllischer

außerhalb. Unter den Restaurants machen

vor allem das mit drei Michelin-Sternen

ausgezeichnete „La Vie“ und das Angebot

des traditionsreichen Vier-Sterne-Hotels

„Walhalla“ überregional von sich reden

und bescheren der Stadt prominente Gäste

und Besucher mit einer Vorliebe für

exklusives Essen.

Petra Rosenbach, Geschäftsführerin

OMT und TOL

Wie viele Gäste

übernachten in den Hotels?

Die Übernachtungszahlen bestätigen,

dass es immer mehr Besucher gleich für

mehrere Tage in die Friedensstadt und

das Umland verschlägt. Laut Landesamt

für Statistik Niedersachsen (LSN) sind

2016 insgesamt 2.087.518 Übernachtungen

in Stadt und Landkreis verbucht worden

(80.000 Gäste aus dem Ausland) – die

2-Millionenmarke wurde geknackt! Mit

470.000 Übernachtungen in Osnabrücker

Hotels war eine Steigerung von 19,7%

zum Vorjahr zu verzeichnen.

Tages- und Übernachtungsgäste brachten

bereits bei der zuletzt 2013 im Rahmen einer

DWIF-Studie erhobenen Daten einen

Bruttoumsatz von 457 Mio., von dem Einzelhandel,

Gastgewerbe und der Dienstleistungssektor

profitieren. Zurückzuführen

sind

diese Zahlen

zum einen auf die

gute Entwicklung

der Stadt als

Kongress- und

Wirtschaftsstandort,

zum anderen

greifen Maßnahmen

und erweiterte Angebote des

Stadtmarketings.

Befragte Tagungsgäste zeigen sich von

dem Kongressstandort überzeugt: "Wir

hatten vorher noch nie etwas von Osnabrück

gehört und waren erstaunt, dass

die Konferenz hier stattfindet. Bei unserem

ersten Spaziergang in die Stadt nach

unserer Ankunft ist uns sofort der gute

Mix zwischen Alt- und Neustadt aufgefallen.

[...]", berichten Leonardo Ghezzi und

Tommaso Ferraresi aus Florenz.

Dr. Christine Wilcken aus Berlin reiht sich

ein: "Ich bin tatsächlich zum ersten Mal in

Osnabrück, was ich mittlerweile als großes

Versäumnis betrachte. Osnabrück hat

einen tollen Charakter [...]. Es ist schön,

dass Osnabrück seiner Tradition treu

bleibt und bis heute das Thema Frieden

eine große Rolle im Selbstverständnis der

Stadt spielt. Das Stadtbild wirkt mit den

vielen kleinen Cafés und den jungen Menschen

sehr lebendig. Insgesamt also ein

attraktives Gesamtpaket, das den Eindruck

einer hohen Lebensqualität vermittelt!“

Wer kümmert sich

um das Stadtmarketing?

Städtepartnerschaften, Auslandsmarketing,

sowie gezielte Umsetzung von

touristischen Maßnahmen sorgen für

zunehmende Besucherzahlen. Um sowohl

Stadterlebnis als auch Freizeitaktivitäten

in der Natur optimal aufeinander abzustimmen,

stehen die OMT und der TOL in

TOPTHEMA

enger Kooperation. Zudem bringt

der Osnabrücker City Marketing

e.V. über 130 Mitglieder aus

verschiedensten Branchen zusammen,

um die Interessen der

Stadtentwicklung voranzutreiben.

„Es gilt, den Erlebnisraum Innenstadt

aktiv zu gestalten, die Qualität unserer Betriebe

auszubauen und mit Themenjahren

kulturelle Akzente zu setzen. Das ist eine

Gemeinschaftsaufgabe aller Akteure. In

der Kommunikation spielen die digitalen

Medien eine zentrale Rolle! Da sind wir gut

aufgestellt!“, versichert Petra Rosenbach.

| Sina-Christin Wilk

WISSEN KOMPAKT

REISEMAGAZIN OSNABRÜCK

Das jährlich erscheinende Reisemagazin

für die Region Osnabrück

stellt wertvolle Tipps für

einen abwechslungsreichen Aufenthalt

zur Verfügung. Neben

Sehenswürdigkeiten werden

Geheimtipps bezüglich Shopping,

Gastronomie und Wellness

gegeben.

Das Reisemagazin online und

weitere Informationen gibt es auf

www.osnabruecker-land.de im

Kunstführer, in den Kulturseiten,

im Tourismus-Blog des Osnabrücker

Landes unter: blog.osnabruecker-land.de/

und bei aboutcities.de/

Das Reisemagazin ist als Printversion in der

Tourist Information Osnabrück | Osnabrücker

Land erhältlich.

6


TOPTHEMA

Touristische Highlights

in Osnabrück Stadt und Landkreis

- Anzeigensonderseite -

Tierisches Abenteuer

Zoo Osnabrück

Natur & Umwelt · Planetarium

Museum am Schölerberg

Projektions-Biennale

lichtsicht 6

Stadtführungen von

Zeitseeing

Einmal um die Tierwelt

In den Afrika-Tierwelten „Takamanda“ oder „Samburu“ leben

Löwen, Giraffen oder Schimpansen. In „Südamerika“ warten

die Tapire und Totenkopfaffen. Im asiatischen „Angor Wat“

streifen Sumatra-Tiger durch den Bambus, während nebenan

Orang-Utan Buschi an den Seilen schwingt. Über Höhenpfade

geht es in „Manitoba“ und „Kajanaland“ vorbei an Bären,

Rentieren und Wölfen. Weitere Highlights: Der „Unterirdische

Zoo“ & die Abenteuerspielplätze.

Zoo Osnabrück gGmbH

Klaus-Strick-Weg 12 · 49082 Osnabrück

Telefon: 05 41 / 95 105 -0

E-Mail: zoo@zoo-osnabrueck.de

www.zoo-osnabrueck.de

Geöffnet/ Preise:

Winterzeit: 9 bis17 Uhr

Sommerzeit: 8 bis18.30 Uhr

(Kassenende je 1h vor Zooschluss)

Erwachsene: 20,50 €

Kinder (bis 12): 13,50 €

Ermäßigt: 17,00 €

Entdeckungsreisen in die Natur und entfernte Galaxien

Das Museum am Schölerberg ist ein Ort, an dem Natur und

Umwelt spielerisch erlebbar werden. In den Dauerausstellungen

können Besucher 300 Millionen Jahre Erdgeschichte erleben

und in die verschiedenen Ökosysteme der Region eintauchen.

Im Planetarium wird in weit entfernte Galaxien gereist! Dazu

gibt's im Museumsgarten über 800 heimische Pflanzenarten zu

entdecken. Ein lohnswerter Besuch für die ganze Familie!

Museum am Schölerberg

Klaus-Strick-Weg 10, 49082 Osnabrück

Telefon: 05 41 / 5 60 03 -0, E-Mail:

museum-am-schoelerberg@osnabrueck.de

Anz_134x235_Layout 1 31.03.17 10:03 Seite 1

www.museum-am-schoelerberg.de

Anz_134x235_Layout 1 31.03.17 10:03 Seite 1

Anz_134x235_Layout 1 31.03.17 10:03 Seite 1

Geöffnet/ Preise:

Öffnungszeiten siehe Internet.

Museum: 5 € Erw., Ermäßigte &

Erw. mit Kids: 3 Euro, Kinder: frei!

Planetarium: 6,50 € Erw. , Ermäß. &

Erw. mit Kindern: 3,50 €

Kinder ab 4 Jahren: 2,50 Euro

Visuelle Mediengeschichte & meisterhafte Projektionen

Mit einem „Best-of“ feiert die Projektions-Biennale noch bis

zum 28. Januar 2018 ihr zehnjähriges Bestehen. Bad Rothenfelde

versammelt zum sechsten Mal internationale Video- und

MedienkünstlerInnen zu einem Ereignis, das an Innovation,

Faszination wie Umfang einzigartig ist. Mehr als 50 lichtstarke

Beamer werfen Bilder auf bis zu elf Meter hohe, insgesamt über

einen Kilometer lange Gradierwände der historischen Salinen.

Öffentliche Führungen & Gruppenführungen

buchen unter Tel.: 05424 22180 oder online

unter AD-Ticket www.lichtsicht-biennale.de

Tickets gibt's auch vor Ort:

lichtsicht-Shop am Kurmittelhaus

(Kreisverkehr Hannoversche/Salinenstraße)

Geöffnet/ Preise:

Projektionszeiten bis 29. Oktober:

Immer nach Einbruch der Dunkelheit

Ab 29. Oktober 2017:

So.- Do. 17.30 Uhr - 22.00 Uhr

Fr. / Sa. von 17.30 Uhr - 23.00 Uhr

Der Besuch der Biennale ist kostenlos

Aufgeweckte Stadtgeschichte

Tourismus ohne Stadtführungen ist

wie ein Hotel ohne Betten. Mit den

aufgeweckten Stadtführern und

Stadtführerinnen von Zeitseeing

wird Stadtgeschichte lebendig

erzählt. Erleben Sie Osnabrück mit

dem Nachtwächter in den Abendstunden,

am Feierabend mit „Bier

und Wein“ oder zur Mittagszeit in

den Altstadtgassen und im historischen

Rathaus. Unsere Spezialisten

kennen sich aus mit der Reformation

in Osnabrück oder führen Sie

durch die historische Neustadt.

ZEITSEEING Stadtführungen

Bierstraße 17/18 · 49074 Osnabrück

Telefon: 0541 / 750 23 40

E-Mail: zeitseeing@osnanet.de

Alle Führungen unter:

www.osnabrueck-stadtfuehrungen.de

HERZLICH WILLKOMMEN!

Ob still bewundernd oder aktiv

genießend: was uns die letzten

300 Millionen Jahre äußerst

bewegter Erdgeschichte hinterlassen

haben, lässt sich bei

uns auf ganz besondere Weise

erleben.

FESTIVALS

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FÜHRUNGEN FESTIVALS

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FÜHRUNGEN FAMILIEN-

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UND NOCH VIEL MEHR

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Traditionsbus

Stadtrundfahrten

Entdeckungstouren im Doppeldecker

Das Angebot umfasst verschiedene Touren. Der MAN Doppeldeckerbus

aus dem Baujahr 1980 bringt Sie zu den architektonischen,

historischen und kulturellen Höhepunkten Osnabrücks.

Die Zeitreise durch die abwechslungsreiche Geschichte

beginnt und endet an der Haltestelle Lortzingstraße vis a vis

dem Lieblingskaffee am Domhof in der Nähe des Theaters.

Freizeitstandort

nettebad

Freizeitspaß und Erholung pur

Erleben Sie mit unseren Kombitickets einen aufregenden Tag

am Freizeitstandort Nettebad. Drehen Sie rasante Runden

auf unserer E-Kartbahn „Nettedrom“ oder nutzen Sie unser

Nettebad mit Norddeutschlands größtem Rutschenpark.

Erholung pur bietet unsere Loma-Sauna mit neun Themensaunen,

vielfältigen Aufgüssen und weitläufigem Saunagarten.

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www.geopark-terravita.de

Der Veranstaltungskalender

für Stadt und Landkreis Osnabrück

Der Veranstaltungskalender

für Stadt und Landkreis Osnabrück

Stand aller Daten: Oktober

Der Veranstaltungskalender

2017 / Alle Angaben ohne Gewähr.

für Stadt und Landkreis Osnabrück

Stadtwerke Osnabrück AG

Alte Poststraße 9, 48074 Osnabrück

Telefon: 05 41 / 2002 2211

www.facebook.com/Stadtwerke.Osnabrueck

www.swo.de/stadtrundfahrten

Geöffnet/ Preise:

März bis November,

immer samstags um

12 Uhr sowie 15 Uhr

Preise der einzelnen Touren

im Internet (siehe links)

Foto Osnabrücker Marktplatz: Oliver Schratz, www.blendeneffekte.de

Stadtwerke Osnabrück AG

Freizeitstandort Nettebad

Im Haseesch 6 · 49090 Osnabrück

Telefon: 05 41 / 20 02 -22 70

www.nettebad.de

Geöffnet/ Preise:

Öffnungszeiten und

detaillierte Konditionen

unter:

www.nettebad.de/

standortangebote

9


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie können komplexe

Zusammenhänge einfach

und interaktiv erklärt werden?

DAS EHEMALIGE ICO-UNTERNEHMEN COMMEO GMBH

STELLT MODULARE ENERGIESPEICHER FÜR INDUSTRIELLE ANWENDUNGEN HER. DURCH DIE VON

COMMEO ENTWICKELTEN, UNTERSCHIEDLICHEN VERSCHALTUNGSTOPOLOGIEN KÖNNEN INSBE-

SONDERE DIE SPANNUNG, DIE GESPEICHERTE ENERGIE UND DIE ABRUFBARE LEISTUNG DES

GESAMTSYSTEMS VOM KUNDEN INDIVIDUELL AUSGEWÄHLT WERDEN.

Bilder © Commeo GmbH

„Unsere Kunden und Interessenten

sollen unter unseren

unzähligen Kombinationsmöglichkeiten

schnell und

einfach die für sie optimale

Lösung finden“, war der

Wunsch des Commeo-Geschäftsführers

Michael Schnakenberg an

das Entwicklungsteam der Symbic GmbH.

Das Ergebnis ist eine Konfigurator-

Software, welche auf einem großen

Touch-Bildschirm erstmals auf der

Hannover Messe 2017 vorgestellt wurde.

In dem Konfigurator können die technischen

Anforderungen an den Energiespeicher

eingegeben werden. Die Symbic

hat ein mathematisches Modell entwickelt,

über das eine Zusammenstellung gefunden

wird, die entweder möglichst kostengünstig

ist oder den kleinstmöglichen

Platzbedarf hat. Um die trockenen, tech-

nischen Daten der gewählten Konfiguration

zu illustrieren, hat die Symbic

eine dynamische, grafische Darstellung

programmiert. Hierfür werden isometrische

Abbildungen der Speicherblöcke in

einem Bild eines Schaltschranks passgenau

platziert. Zubehör wie Türen und Wände

können vom Benutzer ein- und ausgeblendet

werden, um einen detaillierteren

Einblick ins System zu erhalten. Der Konfigurator

wurde auch für die Commeo-

Internetseite erweitert und angepasst und

kann dort von jedem ausprobiert werden.

„Weil wir auch bei einer Lösung für den

Einsatz auf Messen und Ausstellungen mit

moderner Internet-Technologie arbeiten,

gelingt uns der Transfer der Software auf

eine Website sehr schnell und einfach“,

erklärt Achim Hendriks, Mitgründer und

Geschäftsführer der Symbic GmbH, die

innovative Technik.

Symbic-Geschäftsführer Philipp

Mamat ergänzt: „Das Schönste

an solchen Projekten ist, dass

wir unsere vorhandene

Technologiebasis

effizient

auf neue Anwendungsfälle

übertragen

und so schnell Lösungen für spannende

Problemstellungen schaffen können.“

| Redaktion

www.commeo.com | www.symbic.de

Kontakt

ICO InnovationsCentrum Osnabrück GmbH

Albert-Einstein-Straße 1

49076 Osnabrück

fon +49 541 202 80 - 0

info@innovationscentrum-osnabrueck.de

www.innovationscentrum-osnabrueck.de

11


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Was trank der

deutsche Mann 1960?

Kann man aus

Geschichten lernen?

Dass man aus Märchen die eine oder andere

Lebensweisheit mitnehmen kann, ist allgemein

bekannt. Wie ist das aber bei Geschichten?

Es heißt, sie vollenden sich im Kopf des

Lesers, will sagen: Hier passiert noch etwas

über die Geschichte hinaus. Wir denken beim

Lesen mit.

AUSBILDUNG & KARRIERE

Wir stöbern erneut im Depot des Museums Industriekultur und entdecken zwei Bierkrüge

aus dem Jahr 1960. Sie sind – parallel zum Erscheinen dieser Ausgabe –

natürlich wieder im Museum zu sehen.

Als die Osnabrücker Aktien-Bierbrauerei

(OAB) 1960 ihr 100-jähriges Jubiläum

feierte, war die Welt soweit es das Biertrinken

betraf noch weitgehend „in Ordnung“.

Die statistische Kurve, die jährlich

den bundesdeutschen Bierkonsum

anzeigte, verlief stetig nach oben (1950:

35,6 Liter pro Kopf; 1960: 94,7 Liter; 1970:

141,1 Liter) und nach der Arbeit

fand die physische Reproduktion

des deutschen Mannes

noch häufig in der Gaststätte

statt.

Für die OAB gab es also

etwas zu feiern. Und so

erstreckten sich die Jubiläumsfestlichkeiten

(„Die Osnabrücker

Bier-Festwoche“)

über eine ganze Woche, nämlich vom 10.

bis zum 18. September

1960. Eine

der Attraktionen war ein sonntäglicher

Festumzug, der vom Ledenhof zur Halle

Gartlage führte, wo es ein großes Festprogramm

mit zwei Musikkapellen und Theateraufführungen

gab. Tauschbörsen für

Bierdeckelsammler, Betriebsfeiern Osnabrücker

Unternehmen

und Familienabende

rundeten

das Wochenprogramm

ab. Selbstverständlich

fanden

sich auf den

Tischen die eigens

zum Jubiläum zu Tausenden

hergestellten Bierkrüge

aus Steingut.

Inzwischen gibt es die OAB nicht

mehr, der Bierkonsum ist wieder auf

104,1 Liter pro Kopf gesunken, und neben

den Produkten der OAB (u. a. Bergquell-Pilsener,

Osnabrücker Edel-Export)

sind auch andere Biere nicht mehr

zu bekommen,

die 1960 ausgeschenkt

wurden.

So gab es z. B. das

Langenberger Pils, dessen Bierdeckel mit

der Aufschrift „Plagt dich Kummer oder

Ärger, trinke Dittmann’s Langenberger“,

heute als eine launige Randnotiz in der

Geschichte des Bierkonsums gilt. Ein

glatzköpfiger Herr war darauf zu sehen,

der, wenn man den Deckel um 180 Grad

drehte, einen mürrisch oder gut gelaunt

anschaute. Weitere Biersorten, für die an

den noch zahlreicher vorhandenen Kneipen

aufwendig gestaltete Schilder warben,

sind kaum noch bekannt: Das Isenbeck

Bier aus Hamm, Dortmunder Union,

Dortmunder Ritter Bier oder das Herrenhäuser

Pilsener. Längst sind die Brauereien

nicht mehr existent oder von anderen

übernommen worden. | Rolf Spilker

Bilder © Museum Industriekultur Osnabrück

Bilder © privat

Mittlerweile belegt auch die Forschung,

dass wir uns zum Beispiel Fakten sehr

viel besser merken können, wenn sie in

eine Geschichte eingebaut sind, weil so ein

Zusammenhang entsteht. Also nicht: Dies

ist passiert, das ist passiert, jenes ist passiert.

Sondern: Dies ist passiert, weil das

passiert ist, nachdem jenes passiert ist. Das

Storytelling macht sich diese Zusammenhänge

gezielt zunutze. Wer eine Geschichte

erzählt, bietet dem Leser eine Möglichkeit,

in eine Situation einzutauchen,

© TRÄGERGEMEINSCHAFT „500 JAHRE REFORMATION – OSNABRÜCK“

2017

?

WAS IST

sich mit ihr zu identifizieren, um Interesse

für ein Thema zu schaffen. Genau das passiert

in einem soeben erschienenen Buch,

das der in Osnabrück geborene Autor Jörg

Ehrnsberger zusammen mit der Psychologin

Katrin Hille geschrieben hat (hep

Verlag, 24 €).

Es entwickelt in unterhaltsamen Kurzgeschichten

Situationen aus dem Schulalltag,

wie etwa Lernprobleme, soziale Konflikte

oder Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben.

Die Szenen werden dann wissenschaftlich

erklärt. So

bekommt der Leser,

ob nun Lehrer oder

interessierter Elternteil

einen plastischen

und tiefreichenden Einstieg

in aktuelle Ergebnisse der Bildungsforschung

und kann anhand der in den

Geschichten auftauchenden Figuren sein

Wissen über Pädagogik auffrischen oder

auch noch erweitern. | Redaktion

Klassiker der 50er & 60er

In Petticoat und Blue Jeans serviert das Team

Gerichte der Wirtschaftswunderzeit: Toast-Hawaii,

Königsberger Klopse, Sauerbraten, Kalte Schnauze

und viele weitere Gerichte.

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12

13


AUSBILDUNG & KARRIERE

AUSBILDUNG & KARRIERE

Mit der Lochzange wird der Schlauch für die

Taschenlampe mit Löchern versehen

Betreut werden die Schülerinnen und Schülern bei den

Workshops von studentischen Tutoren und Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern vom SFZ Osnabrück

Wie baut man

eine Schlauchtaschenlampe?

Ein durchsichtiger Schlauch aus dem Baumarkt, zwei Batterien, eine LED, einen

passenden Widerstand, eine Büroklammer, zwei Holzdübel, drei Reißzwecken

und etwas Draht: Mehr Material braucht man nicht, um eine Schlauchtaschenlampe

selber zu bauen. Dann noch einen Hammer, eine Spitzzange, eine Lochzange

und eine Wasserpumpenzange und es kann losgehen.

Dieses und noch zwei weitere Module bietet das SFZ

Osnabrück als Workshop beispielsweise an Schulen

oder anderen Einrichtungen an, um bei jungen Schülerinnen

und Schülern die Lust auf Technik und Naturwissenschaften

zu wecken und zu stärken.

Bei den Workshops wird mit älteren Schülerinnen und

Ausprobieren der Programmierung bei einem Robotics-

Workshop an der Von-Ravensberg Schule Bersenbrück

Schülern auch die dahinterliegende Theorie be·sprochen.

Unter anderem wird der benötigte Widerstand

berechnet, damit die LED nicht zu viel Spannung erhält.

Und auch die Kleinen merken, dass die LED nicht

lange brennt, wenn der Widerstand nicht richtig eingebaut

wurde.

Bilder © Carina Sander, SFZ Osnabrück // Hintergrund © Davidus, fotolia.de

13 Schüler haben an einem Robotics-Workshop

in Bersenbrück teilgenommen

Und wie einfach ist es, einen

Roboter zu programmieren?

Mit LEGO © gespielt hat fast jedes Kind

einmal, manche haben sogar bereits Fahrzeuge

oder andere Maschinen und Geräte

gebaut. Bei den neuen Workshops des

Schüler-Forschungs-Zentrums Osnabrück

zum Thema Robotics geht es für die Schülerinnen

und Schüler einen Schritt weiter:

Sie können ausprobieren, wie man einen

Roboter programmiert. Die Programmierung

erfolgt auf der Basis von farbigen Blöcken,

die miteinander kombiniert werden.

Dazu muss nicht direkt eine Programmiersprache

und die dahinter stehende Syntax

von den Schülerinnen und Schülern gelernt

werden. Zunächst geht es recht einfach

los. Der Roboter soll eine Strecke von

einem Meter fahren und dann stoppen.

So lernen die Kinder auf welche Weise die

Laufdauer der Motoren eingestellt werden

kann. Weiter geht es mit der Aufgabe ein

Viereck mit einer Kantenlänge von einem

Meter zu fahren und am Ausgangspunkt

wieder anzukommen. Diese Aufgabe ist

schon schwieriger – wie bringe ich den Roboter

dazu, eine exakte 90 Grad Kurve zu

fahren? Hier kommt es darauf an, die beiden

Motoren aufeinander abzustimmen.

Mit der Aufgabe an einer schwarzen Linie

zu halten, werden schließlich die Sensoren

des Roboters miteinbezogen, die Farben

erkennen können.

Die Robotics-Workshops werden durch

eine Finanzierung der Felicitas und Werner

Egerland-Stiftung möglich gemacht

und sollen seit August verstärkt angeboten

werden. | Carina Sander

Lehrbuch zur

FDM-Schmerztherapie

Auftraggeber:

Dr. med. Wilhelm Kurz

Magazin zum

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Bramsche & Osnabrücker Land

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AUSBILDUNG & KARRIERE

Teil1

Was ist ein Plagiat?

Insbesondere im akademischen und wissenschaftlichen

Bereich sind viele Schreiber und Leser verunsichert. In

seiner dreiteiligen Artikel-Serie sorgt der Plagiatsprüfer

und Schreibcoach Evgenij Unker für

Klarheit.

Als plagium bezeichneten

die alten

Römer nichts

Geringeres als

einen Menschendiebstahl.

Heute

verstehen wir unter

Plagiat umgangssprachlich

den „Diebstahl

geistigen Eigentums“.

Eine präzisere Definition wäre: Plagiat ist

die unerlaubte Übernahme fremder Ideen

oder Inhalte ohne korrekte Angabe der

Quelle. Die Handlung beschreiben wir

mit dem Verb plagiieren, den Handelnden

schimpfen wir mit dem Substantiv Plagiator.

Plagiiert werden können – ganz oder

teilweise – Texte, Bilder, Filme, Designs,

technische Erfindungen. Kurz: alles, was

mit künstlerischer, wissenschaftlicher

oder wirtschaftlicher Tätigkeit verbunden

ist.

Warum und in welchem Kontext

ist das Thema wichtig?

In der Wirtschaft geht es um Nutzungsrechte

an bestimmten Ideen und Inhalten,

also (potentielle) Einnahmen. Im wissenschaftlichen

Kontext werden die Nachverfolgbarkeit

und Überprüfbarkeit der Quellen

sowie die Anerkennung als Pionier

großgeschrieben. Bei Prüfungsleistungen

dreht sich alles um die Vergleichbarkeit

und Fairness der Benotung. Die

Eigenleistung des

Prüflings soll in möglichst

unverfälschter

Form bewertet werden.

Was sind die wichtigsten

Plagiatsarten im akademischen Kontext?

Beim wörtlichen oder Komplettplagiat

wird ein Text auszugsweise oder ganz

ohne entsprechende Kennzeichnung

Wort für Wort aus der Originalquelle

übernommen. Die Originalquelle leicht,

etwa durch Verwendung von Synonymen,

oder sogar komplett umzuformulieren

(zu paraphrasieren) hilft allerdings nicht –

Plagiat bleibt Plagiat.

Eine unerlaubte Paraphrase stellt auch das

Übersetzungsplagiat dar, sofern die Übersetzung

aus einer fremden Sprache ohne

entsprechende Kennzeichnung erfolgt.

Beim Ideenplagiat werden entscheidende

Inhalte, beim Strukturplagiat wird der logische

Aufbau eines Textes geklaut. In Analogie

zum Schachspiel sprechen Plagiatsforscher

vom „Bauernopfer“, wenn die

wörtliche oder beinahe wörtliche Übernahme

über die Passagen hinausgeht,

die – gleichsam zur Ablenkung – als Zitat

korrekt kenntlich gemacht sind.

Wer Quellenverweise, bibliografische

Angaben oder Zitate abkupfert und damit

sich die Literaturrecherche-Arbeit

eines anderen zu eigen macht, begeht ein

Zitatsplagiat. Wer eigene veröffentlichte

oder für Prüfungszwecke bereits verwendete

Texte wiederholt und ohne entsprechende

Kennzeichnung einreicht, kann

(je nach Auslegung

bzw. Prüfungsordnung)

des Eigenplagiats

beschuldigt

werden. Werden

Bilder wie Fotos

oder Grafiken, aber auch Tabellen und

Diagramme der Form oder dem Inhalt

nach aus anderen Quellen entlehnt,

muss dies ebenfalls deutlich gemacht

werden. Sonst liegt ein Bildplagiat vor. |

Evgenij Unker

Worum geht es in

den nächsten beiden Teilen?

In der Januarausgabe beantworten wir die

Frage, welche Folgen einen überführten

Plagiator erwarten. Im April widmen wir

uns dem Thema Plagiatsvorbeugung und

-prüfung.

WISSEN KOMPAKT

ÜBER DEN AUTOR

Evgenij Unker betreibt seit

2011 die Osnabrücker Textagentur

Lektorat Unker (www.

unker.de). Mit seinem Team

bietet er Korrekturlesen, Übersetzungen,

Texterstellungen

und Plagiatsrecherchen in

zahlreichen Sprachen an.

Pro Jahr führt Lektorat Unker

über hundert Plagiatsprüfungen

und Beratungen zum korrekten

Umgang mit Quellen

durch.

Evgenij Unker © Janina Stenzel // Hintergrund © Romolo Tavani, fotolia.de

16


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Reste eines frühmittelalterlichen Holzkastenbrunnens

Warum klingen neue Straßennamen

in Bramsche so archäologisch?

„An den Grubenhäusern“, „Am Spinnwirtel“ und „Am Kumpf“, so lauten die gänzlich untypischen

Straßennamen im Neubaugebiet „Stapelberger Weg“. Warum hat sich die Bramscher Stadtverwaltung

für so ungewöhnliche Benennungen entschieden?

Zwischen August 2016 und Juni 2017

fand in Bramsche-Hesepe parallel zu den

Erschließungsmaßnahmen für das Neubaugebiet

eine archäologische Ausgrabung

statt. Insgesamt wurde eine Fläche

von annähernd zwei Hektar zusammenhängend

aufgedeckt und eingehend

dokumentiert. Auch beim Ausbaggern

eines Regenrückhaltebeckens zeigten sich

weitere Spuren aus der Vergangenheit.

Bei einer der größten Flächengrabungen,

die bislang im Arbeitsbereich der Stadtund

Kreisarchäologie Osnabrück durchgeführt

werden konnten, wurden Relikte

aus mehreren Zeitabschnitten freigelegt.

Was wurde ausgegraben?

Auf der östlichen Hälfte der Grabungsfläche

konzentrierte sich ein zentraler,

einstmals dicht besiedelter Kern einer

handwerklich geprägten Siedlung

des Frühmittelalters. Es

zeigten sich mindestens sechs

Hausgrundrisse von bis zu 25 m

Länge. Unter anderem um die

70 Grubenhäuser – halbkellerartig

in den Boden eingetiefte

kleine Handwerkerhütten –

sowie ein halbes Dutzend Brunnen

z.T. mit Holzkasteneinbau ergänzen das

Siedlungsbild. Geborgen werden konnten

zahlreiche Keramikfragmente bis hin zu

fast vollständig rekonstruierbaren Kümpfen

und Kugeltöpfen, Webgewichte, Spinnwirtel,

Steinartefakte und Metallfunde.

Die vorläufige Datierung dieser Funde

reicht vom 5. bis ins 11. Jahrhundert nach

Christi Geburt.

Aus dem letzten Jahrhundert vor Christus

stammen die Siedlungsreste aus dem Bereich

des westlich gelegenen Regenrückhaltebeckens.

Die Reste eines Langhauses,

eines Grubenhauses sowie weniger Gruben

datieren ans Ende der vorrömischen Eisenzeit.

Sie gehen der Varusschlacht des

Jahres 9. n. Chr. in Kalkriese nur um eine

oder wenige Generationen voraus. Herausragender

Fund war

eine kleine Bronzefibel,

eine Gewandschließe,

die diesen

Töpfereiabfall des 5.–3./2. Jahrhunderts v. Chr.

Zeitansatz untermauert. Noch einige Jahrhunderte

älter ist die Abwurfgrube eines

Töpfers. Ganz im Norden der Grabungsfläche

entdeckt, enthielt sie zahlreiche

Fehlbrände und andere Reste von Keramikgefäßen

der vorrömischen Eisenzeit

aus dem 5. bis 3./2. vorchristlichen Jahrhundert.

Im Umfeld erkannte man Pfostenspuren,

Gruben und andere Befunde/

Bodenverfärbungen dürften ähnlich zu

datieren sein. Die ältesten Hinterlassenschaften

der vorgeschichtlichen Bewohner

des Osnabrücker Landes waren vier

Grabstätten aus der Einzelgrabkultur.

Als jüngste Phase

Bilder © denkmal3D, Vechta // Kumpfartiges Gefäß © Stadt Bramsche // Schilder © Sir_Oliver, fotolia.de

Kumpfartiges Gefäß des

8./9. Jahrhunderts

der Jungsteinzeit in

unserem Raum

folgt diese auf

die Zeit der

Großsteingräber.

Sie

dauerte von

etwa 2.800

bis 2.000

vor Christus

an, also bis

zum Beginn der

Bronzezeit. Drei der Gräber

waren von zeittypischen Kreisgräben

eingefasst, von denen zwei als Doppelgraben

ausgeprägt waren. Die vierte Bestattung

zeigte sich als einfache Grabgrube.

Menschliche Knochen hatten sich aufgrund

der vorherrschenden Bodenverhältnisse

in keinem Fall erhalten. Es fanden

sich jedoch Scherben von vier für die Einzelgrabkultur

kennzeichnenden, schlanken

S-förmig profilierten Tongefäßen.

Alter

ist einfach.

sparkasse.de/alter

Was bleibt übrig?

Während der Ausgrabung konnten alle

Funde von der Grabungsfirma „denkmal3D“

aus Vechta geborgen und die

archäologischen Befunde wissenschaftlich

durch Fotos, Aufmessung, Zeichnungen

und Beschreibungen erfasst werden. Die

Grabungsdokumentation und die Funde

verbleiben bei der zuständigen Denkmalfachbehörde,

der Stadt- und Kreisarchäologie

Osnabrück. Zur Verdeutlichung der

Ergebnisse sind kleinere Präsentationen

und eventuell eine dauerhafte Ausstellungseinheit

im Tuchmacher Museum

Bramsche geplant. Vor Ort entsteht seit

Anfang Juli 2017 wie vorgesehen eine

Neubausiedlung mit Ein- und Zweifamilienhäusern.

In Zukunft werden aber die

Straßennamen „An den Grubenhäusern“,

„Am Spinnwirtel“ und „Am Kumpf“ dauerhaft

an die hier vor vielen Generationen

lebenden Menschen erinnern.

| Melanie Müller / Axel Friederichs

Wenn man sich

mit der passenden

Vorsorgestrategie

auch bei niedrigen

Zinsen auf die Zukunft

freuen kann.

Sprechen Sie mit

uns.

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Teilfläche der Grabung in Hesepe

Postadresse: Bierstraße 17/18 49074 Osnabrück

Tel. 0541-750 23 40 Fax 0541-20 20 622

zeitseeing@osnanet.de

www.osnabrueck-stadtfuehrungen.d e

Inh. Renate Frankenberg

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19


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Was suchte die Hase im Kanal?

präsentiert: Osnabrück in den 50er und 60er Jahren

Dezember 1960: Nach tagelangen Regenfällen liegt der Pegelstand der Hase 2,50 Meter über

dem Wasserspiegel des Stichkanals. Der Damm, der beide Gewässer voneinander trennen soll,

bricht zusammen. Ein reißender Strom wälzt sich Richtung Hollager Schleuse.

Die Fluten zerstören Böschungen und

Uferbefestigungen und treffen mit voller

Wucht auf die Schleuse, die den Wassermassen

nichts entgegenzusetzen hat.

Pumpenhaus und Betriebsgebäude werden

weggerissen, das Wohnhaus des Schleusenwärters

bricht auseinander - eine Hälfte

versinkt in der Tiefe. Einen Tag später dokumentieren

die Osnabrücker Zeitungen

eine „Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes“

und zitieren fassungslose Augenzeugen:

„Wir wussten nicht, wo wir zuerst hinsehen

sollten. Das Pumpenhaus brach zusammen.

Das Reservetor wirbelte weg. Mauern

platzen auseinander. Es war fast wie bei einem

Erdbeben.“

Bramsche – eine

Siedlung am See?

Durch die Niederschläge kam es in weiten

Teilen Nord- und Westdeutschlands

zu schweren Überschwemmungen. In

der Region war folgerichtig nicht nur die

Hollager Schleuse betroffen, denn neben

der Hase traten auch Düte, Nette oder

Wierau über die Ufer. Sowohl in der Altstadt,

am Pappelgraben und in der Wüste

als auch in vielen umliegenden Gemeinden

verursachte das Wasser Schäden in Millionenhöhe.

Die Große Straße in Dissen

verwandelte sich laut „Osnabrücker Tagespost“

in einen reißenden Fluss, aber auch

in Oesede, Wissingen, Melle, Bad Rothenfelde

oder Hilter liefen Straßen, Gärten,

Ställe und Keller voll.

Bild oben links © Unbekannt (1960-12-06) / Bundesanstalt für Wasserbau // Bilder rechts © Stadtwerke Osnabrück // Wohnzimmer © arcona LIVING

Am Oberlauf der Hase wurden die Wiesen

bis nach Malgarten überspült. Bramsche

gleiche nun einer „Siedlung am Ufer eines

Sees“, befand das „Osnabrücker Tageblatt“.

Noch während des Hochwassers begann

die Diskussion über die Ursachen und

dabei spielten nicht nur Maulwurfsgänge

und Kaninchenbauten eine Rolle, die möglicherweise

den Damm zwischen Hase und

Kanal unterminiert hatten. Nach der Verlegung

von Flussläufen sei der Hochwasserschutz

sträflich vernachlässigt worden,

monierten Kritiker. Ein (technisch und

geografisch allerdings kaum vermeidbarer)

Fehler lag möglicherweise bereits

ein halbes Jahrhundert zurück. Denn als

der Stichkanal, die Verbindung zwischen

Hafen und Mittellandkanal, gebaut wurde,

verlegte man die Hase auf einer Länge von

1,2 Kilometern. Im Dezember 1960 strömte

sie in ihr altes Flussbett zurück.

Wann war der Hafen

wieder betriebsbereit?

Trotz der gewaltigen Schäden gab es auch

positive Nachrichten. Das Hochwasser

forderte kein Todesopfer und die Aufräumarbeiten

kamen so schnell voran,

wie man es in Zeiten des Wirtschaftswunders

erwarten konnte. Feuerwehr, Polizei,

Technisches Hilfswerk, Bauunternehmen,

Belegschaften und Freiwillige waren im

Dauereinsatz. Auch die britischen

Streitkräfte, die beispielsweise

3.000 Sandsäcke

nach Oesede brachten, beteiligten

sich am Kampf gegen

die Fluten.

So konnte der Osnabrücker

Hafen den Schifffahrtsbetrieb

nur zwei Monate später, am 5.

Februar 1961, wiederaufnehmen.

Es blieb nicht die einzige

positive Schlagzeile dieses

Jahres. Aber es gab auch andere

… | Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

KINDERGELD

1961 wurde die Auszahlung des

Kindergeldes in Deutschland

ein weiteres Mal reformiert. Monatlich

zahlte der Bund nun 25

Deutsche Mark – allerdings erst

ab dem zweiten Kind. Nicht bezugsberechtigt

waren Familien

mit einem Jahreseinkommen von

mehr als 7.200 DM sowie Beschäftigte

im öffentlichen Dienst. Erst

14 Jahre später wurde die staatliche

Zuwendung auch für das erstgeborene

Kind gewährt. Aktuell

liegt sie bei 192 Euro.

Schlagzeilen

des Jahres 1961

Das Wirtschaftswunder steht in voller

Blüte: 1961 beträgt die Arbeitslosenquote

in Deutschland 0,8 %, die Löhne steigen um

rund 9 %.

6. März

Die Deutsche Mark wird um 4,75 % aufgewertet,

um die Wirtschaftsbeziehungen zwischen

Deutschland und seinen wichtigsten Handelspartnern

auszubalancieren.

12. April

Juri Gagarin fliegt als erster Mensch in den

Weltraum.

1. Juni

In Deutschland wird die „Anti-Baby-Pille“

zugelassen.

13. August

In Berlin beginnt die DDR mit dem Bau

der Mauer.

1. August

Samstags geschlossen! Die Banken

führen die Fünf-Tage-Woche ein.

14. November

Nach der Wahl im September bilden CDU,

CSU und FDP die neue Bundesregierung.

Mit Elisabeth Schwarzkopf, die das Gesundheitsressort

übernimmt, wird erstmals eine

Frau Ministerin.

20

Das "Wohnzimmer" im Osnabrücker acrona LIVING,

eingerichtet im original Stil der Wirtschaftswunderzeit.

Schleuse Hollage nach Hochwasser der Hase

21


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wie kommt eine

Ausstellung zu Ihrem Gesicht?

Wenn der Museumsgast durch die Ausstellung läuft, fasziniert von den Objekten, eingefangen

von ihrer Geschichte und dabei die Zeit vergisst – dann hat das Ausstellungsteam seine Arbeit

gemacht.

Ganz am Anfang der Planung stehen das

Thema, die Exponate und – natürlich die

Idee.

Die Gestaltungsarbeit beginnt mit der

Entwicklung des Raumes. Der Einklang

von Ausstellungsthema, Fundobjekten

und Geschichte bestimmen das Raumgefühl.

Liegt eine thematisierte Epoche

weit zurück, kann der Raum aus der

Gegenwart gelöst zu einer Art Zeitinsel

werden. Diese „Insel“ ist in Kalkriese ein

abgeschirmter Raum, der alle Sinne auf

das richtet, was in ihm ist. Innerhalb dieses

Rumes lassen Licht, Farbe und Flächen

neue Räume entstehen. Akzentuierungen

leiten den Besucher durch Themenkomplexe

und lenken die Aufmerksamkeit auf

Objekte und dazugehörige Informationen.

Lichte, farbige oder auch dunkle Passagen,

in denen ausgeleuchtete Exponate „wie

von selbst“ strahlen, stehen in spannungsvoller

Wechselwirkung zueinander.

Steht der Raum, folgt das Konzept für die

grafische Gestaltung. Ihm voraus geht

eine umfassende Materialrecherche zu

allen Themen der Ausstellung. Sind die

Schriften- und Gestaltungsregeln festgelegt,

werden Textmengen und Informationsebenen

abgestimmt. Dabei und bei

der Entwicklung grafischer Schaubilder

arbeiten Gestalter und Kuratoren eng zusammen.

Weiter geht es in die eigentliche

22

Entwurfsphase. Gestaltet werden die in

dem Ausstellungsraum geplanten Flächen

mit Bildern Texten und Grafikelementen.

Hinzu kommen zahlreiche Objekte wie

auf Exponate abgestimmte Vitrinen,

Leuchtkörper, Möbel und in den Raum

konstruierte Installationen. Eine Fülle

aufeinander abgestimmter Komponenten

mit vielen Herausforderungen im Detail.

Der große Moment für den Ausstellungsgestalter

ist, wenn in der spannenden

Phase des Aufbaues alles nach dem

Vorstellungsvermögen Geplante und auf

dem Bildschirm Entworfene nach und

nach in den Raum gebracht wird und

seine Wirkung entfaltet. Sind alle Objekte

an ihrem Platz entscheidet sich, ob die

Planung aufgegangen ist. Oft wird dann

noch bis spät in die Nacht geräumt und

geschoben und an Details gewerkelt, bis

alles so ist, wie das geschulte Auge und

ästhetisches Empfinden es wollen.

Und dann, wenn die Türen sich endlich

öffnen, steht im Mittelpunkt der Eindruck

des Besuchers … | Gabriele Dlubatz

Museum und Park Kalkriese

Venner Str. 69 | 49565 Bramsche

Telefon: 05468 / 92 040

www.kalkriese-varusschlacht.de

Ausschnitte aus den Ausstellungen: „Neues

Gold aus Kalkriese“ und „15 Jahre Archäologie“

Bilder © Varusschlacht im Osnabrücker Land

Ab 18 Jahren. Ausweispflicht. Suchtrisiko.

Bilder © Ebba Ehrnsberger // Wappen © Stadt Bramsche

Das Stadtwappen: Die Bramscher Rose

Orte in Stadt und Land (12)

Bramsche: Rose oder Dornenstrauch?

Die Farbe Rot hat Bramsche einmal europaweit bekannt gemacht. Ihren Ursprung hat die

Tuchmacherstadt in einem kleinen mittelalterlichen Dorf, ihren Namen verdankt sie einer Pflanze.

Zur Zeit Karls des Großen gab es am

westlichen Ausläufer des Wiehengebirges,

an der linken Seite der Hase, bereits eine

hölzerne Kirche, die St. Martins-Kirche.

Unweit davon wurde in einer Urkunde von

1097 eine kleine Siedlung mit Meierhof

und Wassermühle beschrieben. Sie trug

den Namen „Bramezche“.

Im Spätmittelalter entwickelte sich dieser

Ort zu einem Zentrum des Tuchmacherhandwerks.

Die Textilwirtschaft blieb über

Jahrhunderte der entscheidende Wirtschaftsfaktor

für die Stadt. Eine Blütezeit

erlebte Bramsche gegen Ende des

18. Jahrhunderts mit der Schönfärberei.

Das „Bramscher Rot“ bescherte den Textilbetrieben

der Hasestadt reißenden Absatz.Wie

die Tuchmacher dem ganzen Ort

ihren Stempel aufgedrückt haben, können

Theodor-Heuss-Platz 6–9

Tel. 0541 33546-0

www.spielbank-osnabrueck.de

Besucher im Tuchmachermuseum erfahren.

Als Stadtwappen dient heute noch die

Bramscher Rose. Sie wurde dem Bleisiegel

des Bramscher Tuchmacheramts entnommen.

Warum gerade eine Rose als Qualitätssiegel

diente, ist nicht bekannt.

Bekannt ist aber, dass die Herkunft des

Ortsnamens ebenfalls in der Pflanzenwelt

zu finden ist. Aus dem erstmals erwähnten

„Bramezche“ (1097) entstanden im Laufe

der Zeit die Varianten „Brametske“ (1221)

und „Bramezghe“ (1240). Erst 1274 tauchte

der heutige Name Bramsche auf.

Der vordere Teil des Wortes „bram“ weist

auf Ginster - bzw. Brombeersträucher hin.

Im Altsächsischen bezeichnete man mit

„bram“ einfach den Dornenstrauch, der

dichte Hecken bildete und einen natürlichen

Schutz bot (Dr. K. Casemir). Der

hintere Abschnitt ist von „esch“ abzuleiten,

womit ein Acker gemeint ist, der im

Laufe der Zeit immer höher wurde, weil

er mit Plaggen und Mist gedüngt wurde.

Die Erklärung des Ortsnamens Bramsche

ist dann vermutlich „ein Feld, das von

einer dichten Dornenhecke umgeben ist.“

| Ebba Ehrnsberger

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STADT- & LANDGESCHICHTEN

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Teil 3

Wieso gibt es einen „Gesellenweg“?

Vor den Sommerferien wurde in der Gartlage, jenem Waldabschnitt

zwischen Schinkel und Dodesheide, direkt am

Haster Weg eine Informationstafel aufgestellt. Sie

erinnert an den blutig verlaufenen "Osnabrücker

Gesellenaufstand" von 1801. Heiko Schulze

hat in seinem Roman „Geplatzte Kragen“

dieses wichtige Ereignis beschrieben. Im

3. Teil unserer kleinen Serie geht Schulze

der Frage nach, wie sich das blutige Kampfgeschehen

in der Gartlage entwickelte und weshalb

das Ereignis bis heute einen wichtigen Platz in

der allgemeinen Historie wie auch in der Stadtgeschichte

besitzt.

Postkarte © Medienzentrum Osnabrück // Bild Tafel © Thorsten Stegemann // Zeitungsausschnitt © Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Osnabrück

Warum wurde das Gasthaus in

der Gartlage zum "Streiklokal"?

Das Traditionsgasthaus in der Gartlage, betrieben

vom katholischen Elite-Gymnasium Carolinum, lag

außerhalb der Stadtgrenzen und somit außerhalb der

Gerichtsbarkeit der Stadt. Zudem lag es innerhalb

eines angenehmen Ambientes, beherbergte Belustigungen

wie eine Kegelbahn und garantierte eine

ordentliche Bewirtung durch einen Hausverwalter,

der "Colon Dierker" genannt wurde.

Was hatte man gegen "Rotröcke"?

In Zeiten, in denen es noch keine Kasernen gab, mussten

Soldaten in Privathäusern des "gemeinen Volks"

beherbergt und beköstigt werden. Begüterte Osnabrücker

konnten sich von dieser Pflicht freikaufen, ärmere

nicht. Auch dies schürte die Ablehnung der in knallrote

Uniformen gesteckten Waffenbrüder, was sich

immer wieder in Form von Gezänk im Alltag zeigte.

Gab es eine "Waffengleichheit"?

Keineswegs. Die Rotröcke der hannoverschen Armee

waren mit 120 Mann, Musketen und Bajonetten

angerückt. Für alle Fälle hatten sie sogar eine Kanone

in Stellung gebracht, die mehrere Pferde in die Gartlage

gezogen hatten. Der Truppe gegenüber standen

lupenreine Zivilisten: Männer, Frauen und Kinder.

Überliefert ist, dass die sich hauptsächlich auf Steine,

allenfalls auf Kugeln und Kegel der ortsansässigen

Kegelbahn stützen konnten.

Was passierte

im Kampfgeschehen?

Alles begann mit Beschimpfungen, Gerangel und

sonstigen Turbulenzen. Gesellen hakten sich unter und

widersprachen laut der Aufforderung, sofort wieder

zu arbeiten. Militärs sagten später vor Gericht aus, bei

Aufständischen sei Branntwein im Spiel gewesen.

Entscheidend war aber, dass der befehlshabende

Hauptmann Langrehr irgendwann den Befehl gab,

zunächst die Bajonette aufzupflanzen und dann in die

Reihen der Gegner zu feuern. Heftige Kämpfe und ein

erbittertes Abschlachten der Unbewaffneten folgten.

Am Ende bedeckten zahllose Schwerverletzte und

zehn Tote, darunter auch ein Kind, den blutgetränkten

Boden der Gastlichkeit.

Wie ging es in die Stadt zurück?

Die Verzweifelten und Empörten verluden Tote und

Schwerverletzte auf Fuhrwerke, Karren oder gar Leitern

und schleppten sie zum Markt vor das Rathaus. Die

Stadtoberen sollten sehen, was sie in den Augen der

Protestierenden angerichtet hatten. Ein Toter wurde direkt

im Rathaus aufgebahrt, andere im alten Rathaus,

das dort stand, wo heute die Stadtbibliothek zu finden ist.

Was geschah danach?

Das im Stadtbild massiv auftretende Militär garantierte

den Herrschenden, dass jede weitere Unruhe im Keim

erstickt werden konnte. Voller Empörung fanden in den

folgenden Tagen Bestattungen der Toten statt. Aufwändige

Prozesse verurteilten etliche Beteiligte zu hohen

Geldstrafen und auch zu vielen Jahren Festungshaft.

Allein die streikenden Wandergesellen wurden unbestraft

mit dem Versprechen aus der Stadt gelassen,

einen "Schimpf" über Osnabrück zu verhängen.

Warum ist das

Thema bis heute brisant?

Der Osnabrücker Gesellenaufstand von 1801 bildet bis

heute den blutigsten Arbeitskampf der Stadtgeschichte.

Dabei ging es um Rechte, die für heutige Arbeitnehmer

selbstverständlich erscheinen, aber von den Gewerkschaften

im Verlauf von zwei Jahrhunderten erst mühsam

erkämpft werden mussten: Um das Streikrecht,

um das Recht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes, um

Konfliktregelungen ohne Einmischung von außen, um

selbstverwaltete Hilfskassen und um die Anerkennung

einer eigenen Interessenvertretung. | Heiko Schulze

«

Bericht in den Wöchentlichen Osnabrückischen

Anzeigen vom 25. Juli 1801

Postkarte von 1904

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MOMENTAUFNAHMEN

Wo liegt das Venner Moor?

Verwechslung keineswegs ausgeschlossen: Venne ist ein Ortsteil

der Gemeinde Ostercappeln, gehört – 15 Kilometer südwestlich

von Münster - aber auch zur Gemeinde Senden im Kreis Coesfeld.

Um den Ortsunkundigen komplett zu verwirren, liegt in beiden

Regionen ein sehenswertes Naturschutzgebiet mit dem Namen

„Venner Moor“.

Das Moor bei Senden umfasst 147 Hektar, der Namensvetter aus

dem Osnabrücker Land, den unser Fotograf Oliver Schratz hier

ins Bild gesetzt hat, kommt auf 218 Hektar. Dafür avancierte das

kleinere Naturschutzgebiet bereits zum Filmschauplatz. Hier

wurde in „Der dunkle Fleck“, dem ersten Münster-Tatort überhaupt,

eine Moorleiche entdeckt. | Redaktion

Foto © Blendeneffekte.de, | Oliver Schratz

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STADT- & LANDGESCHICHTEN

NATUR & UMWELT

Wer ging im Osnabrücker Land mit

Geschichte(n) aus dem

Hitler und Stalin spazieren?

Bernard Law Montgomery (1887-1976) besiegte Erwin Rommels Afrikakorps in

Ägypten und war maßgeblich an der alliierten Landung in der Normandie beteiligt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Oberbefehlshaber der britischen

Besatzungstruppen und nahm Quartier im Osnabrücker Land.

Auf Gut Ostenwalde

führte Montgomery

seine Hunde

spazieren, die er während

des Krieges nach Hitler

und Stalin genannt hatte. Das Pferd

seines früheren Erzfeindes hieß folgerichtig

Rommel und wurde ebenfalls im

Grönegau bewegt. Vielleicht nutzte Montgomery

gerade seine karge Freizeit, um

über eine erfolgversprechende Zukunftsstrategie

im besiegten Deutschland nachzudenken.

Tatsächlich änderte er sie offenbar innerhalb

kurzer Zeit. Diesen Eindruck vermitteln

jedenfalls die persönlichen Botschaften

an die deutsche Bevölkerung, die am

10. Juni und 6. August 1945 veröffentlicht

und vom Niedersächsischen Landesmagazin

wieder zugänglich gemacht wurden.

Das erste Schreiben steht noch ganz unter

dem Eindruck des beispiellosen Vernichtungskrieges,

der 1939 von deutschem Boden

ausgegangen war. Eine Freundschaft

zwischen Besiegten und Besatzern sei

nach Lage der Dinge unmöglich, schrieb

Montgomery. „Unsere Soldaten haben

gesehen, wie ihre Kameraden niedergeschossen,

ihre Häuser in Trümmerhaufen

verwandelt wurden und wie ihre Frauen

und Kinder hungerten. Sie haben in den

Ländern, in die Eure Führer den Krieg

trugen, schreckliche Dinge gesehen.“ Der

Feldmarschall schloss mit den Worten:

„Dies sollt ihr Euren Kindern vorlesen,

(…). Erklärt ihnen, warum sich englische

Soldaten nicht mit ihnen abgeben.“

Zwei Monate später sah die Situation

offenbar anders aus. Noch war

Deutschland kein Bündnispartner

in einem sich abzeichnenden kalten

Krieg, doch „die ersten Schritte

zur Rehabilitierung“ seien getan,

meinte Montgomery. Man könne

nunmehr zum „zweiten Stadium

der alliierten Politik“ übergehen

und den Empfängern (die in diesem

Schreiben gesiezt wurden)

„Hoffnung auf die Zukunft“

geben. Der Oberbefehlshaber

der britischen Besatzungstruppen

versprach den Deutschen

unter anderem mehr Pressefreiheit,

die Bildung demokratischer

Parteien, eine Neugestaltung des

Rechtssystems und Hilfe für den

absehbar schweren Winter

1945/46.

Ein weitreichendes Friedensangebot,

das allerdings nicht

bis zum anderen Ende der

Welt reichte. An eben diesem

6. August 1945 explodierte die

Atombombe über Hiroshima.

| Thorsten Stegemann

Persönliche Botschaften des

britischen Feldmarschalls

Montgomery an die deutsche

Bevölkerung vom 10. Juni und

6. August 1945

Persönliche Botschaften © Niedersächsisches Landesarchiv // Portrait © Bernard Law Montgomery

Bild unten links © Francie Neinhuis // Bild Megafauna © commons.wikimedia.org

Wann lebte Megafauna in der Region?

Vor etwa 110.000 Jahren begann im nördlichen Europa die letzte Eiszeit, auch Weichsel-Kaltzeit

genannt. Zu dieser Zeit breitete sich von Skandinavien ein riesiger Eisschild aus. Seine Ausdehnung

reichte unter anderem bis nach Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Brandenburg.

Vom Begriff „Eiszeit“ sollte man sich

allerdings nicht in die Irre führen lassen, da

es auch gemäßigtere Perioden mit Waldwuchs

gab. In dieser Zeit entwickelten sich

besonders große Tiere (wissenschaftlich:

Megafauna): Das Wollhaarmammut, das

Wollnashorn, der Riesenhirsch, das Steppenwisent

und der Höhlenlöwe. Das Vorkommen

einiger dieser Tiere wurde auch

in Osnabrück beim Rubbenbruchsee mittels

fossiler Funde nachgewiesen. Obwohl

eher selten zu finden, sind im Museum am

Schölerberg einige Zahn- und Knochenfossilien

von Mammut und Co. ausgestellt.

Mammut und Steppenwisent sowie Elch

und Rentier sind typische kälteliebende

Tierarten. Das Wollhaarmammut beispielsweise

stammt ursprünglich aus

Sibirien. Von dort breitete es sich mit dem

Voranschreiten der Eiszeit in Richtung

Mitteleuropa aus. Es war zwar ein typischer

Bewohner von offenen Landschaften

wie Steppen, aber es konnte ebenso in

Gebieten mit Waldwuchs leben. Mit seinem

dichten Fell, seiner etwa 10 cm dicken

Fettschicht und den großen Stoßzähnen

zum Beseitigen von Schnee für die Nahrungssuche

war es hervorragend an ein

Leben in der Kälte angepasst.

Seine Zähne waren lamellenartig aufgebaut

und damit für die harte Nahrung

der Steppe (Gräser, Seggen, Kräuter und

Sträucher) bestens geeignet. Wie heutige

Elefanten besaßen auch Mammuts nur

eine begrenzte Anzahl an Zähnen, die sich

aufgrund von Abnutzung im Kiefer von

hinten nach vorn schoben. War der letzte

Zahn ausgefallen, musste das Tier verhungern.

Mit einer zunehmenden Erwärmung

am Ende der letzten Eiszeit vor etwa

11.500 Jahren starben viele Vertreter der

Megafauna aus (Mammut) oder wanderten

in nordische Regionen ab (Rentier,

Elch). Damit begann das Zeitalter des sogenannten

Holozän, das bis heute andauert.

| Lisa Mammitzsch

Museum am Schölerberg

Natur & Umwelt - Planetarium -

Umweltbildungszentrum

Klaus-Strick-Weg 10

49082 Osnabrück

Telefon: 0541 56003-0

Öffnungszeiten:

Montag: geschlossen · Dienstag: 9 bis 20 Uhr

Mittwoch bis Freitag: 9 bis 18 Uhr

Samstag: 14 bis 18 Uhr · Sonntag: 10 bis 18 Uhr

www.museum-am-schoelerberg.de

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29


NATUR & UMWELT

Welcher Neugeborene

wiegt 100 Kilo?

Mit rund zwei bis fünf Tonnen bringen ausgewachsene Elefanten ein stolzes Gewicht auf die

Waage – kein Wunder also, dass auch ihr Nachwuchs bei der Geburt in der Regel schon rund

100 Kilogramm wiegt und etwa einen Meter groß ist. So auch Minh-Tan: Der kleine Asiatische

Elefant kam am 4. Juli im Zoo Osnabrück zur Welt.

Was wächst im gefallenen Moor?

Inmitten großer Felder liegt nordöstlich von Bramsche ein Landstrich, der seit 80 Jahren unter

Naturschutz steht. Schwingrasen, Weidenbüsche, Farne und Bruchwälder haben hier einen

seltenen Lebensraum geschaffen.

Wann genau aus diesem versteckten Ort

ein „gefallenes Moor“ wurde, ist nicht

bekannt. Experten gehen davon aus, dass

im Mittelalter unterirdische Salzlager

vom Grundwasser aufgeweicht wurden,

sodass die Erdoberfläche um mehrere

Meter einbrach. Erdfälle ereigneten sich in

der Region häufiger – durch ein ähnliches

Phänomen entstanden auch Darn- und

Feldungelsee, die Mulde bei Astrup oder

das „Icker Loch“.

Im Zentrum des Vallenmoors befindet

sich ein kleiner See, der von Verlandungszonen

umgeben und von einem Bach

durchflossen wird, welcher in den Nonnenbach

mündet. Wer das Vallenmoor

besuchen will, braucht von fast allen Seiten

etwas Geduld und festes Schuhwerk.

Von der Malgartener Straße zweigt allerdings

auch ein schmaler Waldweg ab,

der am Naturschutzgebiet entlangführt.

| Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

DAS VALLENMOOR IN DEN

SCHLAGZEILEN

„Gruselfund bei Osnabrück - Jäger

entdeckt Leiche im Moor“ titelte

eine große deutsche Boulevardzeitung

im Februar 2017. Über den

Fall wurde bundesweit berichtet,

bei dem Toten handelte es sich

um einen Mann aus Bad Essen,

der seit Oktober 2016 vermisst

wurde.

Bilder © Paul Stegemann

Bilder oben © Zoo Osnabrück // Bild Elefanten unten © misspin, fotolia.de

Elefantenkühe tragen ihr Jungtier 22 Monate

in sich, bevor sie es auf die Welt bringen.

Für die 29-jährige Douanita ist Minh-Tan

bereits das fünfte Jungtier – für den Zoo

Osnabrück dagegen ist die Elefantengeburt

in 81 Jahren Zoogeschichte und 56 Jahren

Elefantenhaltung eine Premiere.

Was müssen junge Elefanten lernen?

Junge Elefanten können bereits kurz nach

der Geburt stehen und machen direkt ihre

ersten Laufversuche. Weil die Herden auf

der Suche nach Futter und Wasser oft lange

Strecken zurücklegen, müssen die Jungtiere

von Anfang an mithalten können. Sie selbst

trinken in den ersten sechs Lebensmonaten

allerdings ausschließlich Muttermilch.

Dabei ist jedoch häufig der Rüssel im Weg –

mit ihm umzugehen müssen Elefanten erst

lernen. Kein Wunder, denn so ein Rüssel besitzt

rund 40.000 Muskeln, die menschliche

Hand im Vergleich nur 33. Obwohl der Rüssel

eines Elefanten sehr massig ist, können

die Dickhäuter extrem geschickt damit

umgehen – sie können mit der Rüsselspitze

sogar einen einzelnen Grashalm vom

Boden aufheben. Auch Minh-Tan muss erst

noch lernen wie er seinen Rüssel einsetzen

kann und probiert dabei viel aus: Er greift

beispielsweise nach kleinen Stöckchen und

schleppt diese dann auch mal quer über die

Anlage.

Wer zieht die jungen Elefanten auf?

In der Wildbahn leben Elefantenkühe –

meist Mütter, Schwestern und Töchter –

zusammen mit ihren Jungtieren in Herden.

Mit rund fünf Jahren verlassen Bullen dann

die Herde und bilden sogenannte Jungbullengruppen.

Geschlechtsreife Bullen sind

eher Einzelgänger und schließen sich meist

nur zur Paarung einer Herde an. In Osnabrück

lebt der kleine Minh-Tan momentan

mit Mutter Douanita und seiner 4-jährigen

Schwester Sita zusammen. Junge Elefantenkühe

lernen die Jungenaufzucht von ihren

Müttern und Tanten – auch Sita schaut sich

bereits eine Menge von Douanita ab und

hat ebenfalls ein wachsames Auge auf ihren

kleinen Bruder.

Was haben Zuchtbücher mit

Elefanten zu tun?

Asiatische Elefanten sind stark gefährdet,

weil der Mensch zunehmend ihren Lebensraum

zerstört. Um die Art zu erhalten, wird

in Zoos für eine stabile Population der Tiere

gesorgt. Sollte der Lebensraum der Dickhäuter

langfristig gesichert werden können,

könnte diese Population der Grundstein

für eine Auswilderung sein. Die Zucht wird

im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms

(EEP) wissenschaftlich

begleitet und koordiniert. Damit es beispielweise

nicht zu Inzucht kommt, gibt es

ein sogenanntes „Zuchtbuch“. Darin sind

alle Vertreter einer Tierart, die in den teilnehmenden

Zoos leben, dokumentiert. Der

Zuchtbuchkoordinator kann anhand dieses

Zuchtbuches Empfehlungen für mögliche

Verpaarungen aussprechen und hilft somit

eine stabile Population aufzubauen.

| Svenja Vortmann

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LEBEN & GESELLSCHAFT

LEBEN & GESELLSCHAFT

Was bedeutet

„Reformation“ in Osnabrück?

1517 sorgte der Mönch Martin Luther mit seinen Thesen

für Aufsehen. 500 Jahre später feiern die evangelischen

Kirchen in Deutschland gemeinsam mit der katholischen

Kirche die Reformation. Osnabrücker Wissen

hat bei dem ev.-luth. Superintendenten Dr.

Joachim Jeska und dem röm.-kath. Stadtdechant

Dr. Bernhard Stecker nachgefragt,

was das historische Ereignis 500

Jahre später für Osnabrück bedeutet.

Interview mit dem ev.-luth. Superintendenten Dr. Joachim Jeska

(rechts) und dem röm.-kath. Stadtdechant Dr. Bernhard Stecker (links)

Hallo Herr Dr. Jeske und Herr

Dr. Stecker! Was bedeutet Reformation

für Sie persönlich?

Jeska: Reformation ist natürlich erstmal die

Gründung der protestantischen Kirchen.

Ohne sie säße ich heute nicht hier als protestantischer

Geistlicher. Daneben halte

ich aber den Grundansatz der Reformation

für zentral, auch in unserer Zeit immer

wieder nach den eigenen Wurzeln und den

Grundlagen des Glaubens zu fragen und

nicht zuletzt danach, wie sich Kirche heute

verändern muss, damit ihre Botschaft in der

Gesellschaft gehört wird.

Stecker: Zwar komme ich aus einem katholischen

Umfeld, aber auch für uns bedeutet

Reformation, sich den Herausforderungen

der heutigen Zeit zustellen und das Evangelium

glaubwürdig zu verkündigen. Dahinter

steht die Frage, wie wir heute Strukturen,

Personen und Wege finden, das zu sagen,

was neue Sprachen und Formen braucht.

Wie leben Sie in unserer Stadt – 500 Jahre

nach der Reformation - die Gemeinschaft

der Kirchen?

Jeska: In erster Linie zeichnet das Miteinander

der Kirchen in Osnabrück aus, dass wir

uns auf Augenhöhe begegnen. Das ist sehr

auffällig. Ich bin schon in anderen Regionen

der Republik unterwegs gewesen, in denen

das ganz anders war. Hier herrscht eine sehr

große Offenheit. Das führt auch dazu, dass

man die Kirchen in den Dialogen der Stadt

und der Gesellschaft wiederfindet. Wir werden

nach unserer Meinung gefragt und können

so das einbringen, wofür wir stehen.

Bilder Interview © Sebastian Buchholz // Luther Statur oben © ArTo // Hintergrund © eleonora_77; fotolia.de

Zum Beispiel?

Stecker: Wir erleben eine gute Zusammenarbeit

bei den Kindertagesstätten. Beide

Kirchen sind Träger einer ganzen Reihe solcher

Einrichtungen. Die Stadt ist froh, dass

wir uns als Kirchen gut verstehen und so die

Kooperationen einfacher sind. Außerdem

finden am „Runden Tisch der Religionen“

interreligiöse Gespräche in Osnabrück statt.

Dort können Themen wie Integration und

Ausgrenzung angegangen werden. Das hat

auch Ausstrahlungskraft über die Stadt hinaus.

Jeska: Ich würde gerne noch die Bereiche

Diakonie und kulturelle Angebote ergänzen.

Auch hier sind wir wichtige Akteure in der

Stadtgesellschaft.

Anlässlich des Reformationsjubiläums

gibt es eine Reihe von Veranstaltungen in

Osnabrück und Umland. Was waren ihre

Highlights?

Jeska: Für mich war das ganz klar der Versöhnungsgottesdienst

in der St. Katharinen-Kirche.

Ich habe ihn als einen historischen

Moment erlebt, da sowohl unser

evangelischer Bischof Ralf Meister als auch

Bischof Bode ihren Dank und ihre Wertschätzung

gegenüber der jeweils anderen

Konfession ausgedrückt haben. Hier sind

Grenzen weiter abgebaut geworden.

Stecker: Es gibt viele kleinere Veranstaltungen

und Aktionen, das Erzählcáfe beispielsweise.

Aber der Versöhnungsgottesdienst

war schon etwas Besonderes.

Welche Reformation gab es in

Ihrer Kirche 2017 hier in Osnabrück?

Stecker: Wir befinden uns in einem enormen

Wandlungsprozess bezogen auf unsere

Leitungsmodelle. Wir haben z.B. unseren

Beerdigungsdienst neu aufgestellt, der nun

auch von Laien und damit von Männern

und Frauen durchgeführt werden kann. Wir

wollen, dass Ehrenamtliche mehr Verantwortung

übernehmen können und unsere

Kirche nicht mehr so priesterzentriert strukturiert

ist.

Jeska: Wir öffnen uns weiter dem Sozialraum

und schaffen bestimmte Angebote in

den Quartieren. Das erfordert unter anderem

konkrete bauliche Veränderungen. Wir

fragen uns, wie wir nah bei den Menschen

sein können. Das bedeutet eben auch Neues

zu schaffen und Altes zu lassen.

Nach welcher Reformation

sehnen Sie sich in Osnabrück?

Jeska: Ich sehe großen Handlungsbedarf

beim Verkehr und der Infrastruktur. Als leidenschaftlicher

Radfahrer wünsche ich mir

mehr Sicherheit und weniger Chaos auf Radwegen

und Kreuzungen.

Stecker: In Osnabrück wie an anderen Orten

wollen wir uns gegen Ausgrenzung und

Segmentierungen einsetzen. Es gibt immer

weniger Überschneidungen zwischen

einzelnen Lebenswelten. Kirche kann ein

wichtiger Ort sein, an dem unterschiedliche

Menschen zusammen kommen und

miteinander im Gespräch sind. Das ist

gleichzeitig eine große Herausforderung,

der wir uns stellen möchten.

Zum Schluss: Wie müsste sich die

jeweils andere Kirche reformieren?

(beide lachen)

Jeska: Das müssen sie selber entscheiden, das

kann ich ihnen nicht diktieren. Ich sehe große

Öffnungen und die Bereitschaft auf uns zuzugehen.

Aber ich diktiere keine Agenda. Ich

würde die Frage sogar gerne umdrehen: Was

kann ich denn von der katholischen Kirche

lernen?

Stecker: Früher gab es viele Vorbehalte. Aber

die sind heute so nicht mehr vorhanden. Wir

merken viel stärker, dass wir gemeinsam

auftreten müssen. Auch mit den Freikirchen

und den kleineren Kirchen vor Ort. Wir

wollen nicht mehr nur unser konfessionelles

Süppchen kochen. Klar ist die Zusammenarbeit

mal schwer, das liegt aber nicht daran,

dass wir katholisch oder evangelisch sind.

| Tom Herter

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LEBEN & GESELLSCHAFT

Persönlichkeits-Ratgeber | Teil 5

Was ist ein Team?

Nach einer allgemein gültigen Definition ist ein Team eine Gruppe, die miteinander ein gemeinsames

Ziel verfolgt. In einem Team gibt es Regeln und es wird miteinander kommuniziert. Teams gibt es im

Sport, in der Freizeit, auf der Arbeit und auch die Familie ist eins. Jeder ist Mitglied in einem Team und

nimmt in unterschiedlichen Teams auch unterschiedliche Rollen ein.

Wie löse ich

Konflikte in einem Team?

Viele Konflikte können im Vorwege

vermieden werden. Indem der Teamleiter

durch Gespräche mit den Teammitgliedern

klärt, was ihre persönlichen Ziele in

dem Team sind und die Mitglieder dementsprechend

einsetzt. Im Sport macht es

keinen Sinn jemanden ins Tor zu stellen,

der gerne Tore schießt. Im Job gibt es diejenigen,

die sich durch ein Projekt profilieren

wollen um Karriere zu machen, und es gibt

den, der im Moment ganz andere Sorgen

hat und daher nur Dienst nach Vorschrift

machen will oder kann.

Wenn der Teamleiter das weiß und mit

diesem Wissen Aufgaben verteilt, können

Konflikte vermieden werden. Allerdings

können sich die persönlichen Ziele im Laufe

der Zusammenarbeit verschieben, daher

sollte es vermieden werden für Andere,

zu denken. Stattdessen sollte mit ihnen

gesprochen werden. „Ich dachte, du hast

freitagsnachmittags immer frei, darum

haben wir dich nicht zur Sitzung eingeladen.“

„Ich dachte, dir ist das Alles zu viel,

daher haben wir dir keine Aufgaben übertragen.“

Sollten doch Konflikte entstehen,

ist es wichtig, dass alle Konfliktparteien an

einer Lösung interessiert und auch bereit

sind einen Kompromiss einzugehen. Eine

Moderation von einem Unbeteiligten mit

einem „Rollentausch“ der Konfliktparteien

kann Wunder wirken. Wenn Sie in

einem Konflikt Partei ergreifen führt das

häufig zu neuen Konflikten. Reibereien in

einem Team gehören dazu und können

das Team erfolgreicher machen.

Wen brauche ich

in meinem Team?

Ich verzichte darauf, Typen oder Eigenschaften

aufzählen, die in keinem Team

fehlen sollten, da jedes Team

und jedes Teammitglied

ganz individuell sind.

Der Chef sollte seine

Teammitglieder

gut kennen,

dies kann man

durch persönliche

Gespräche

erreichen. Spielen

funktioniert noch

besser. Wenn ich früher

„Mensch ärgere dich nicht“

oder etwas Anderes gespielt habe, ist es

irgendwann zu dem Punkt gekommen,

dass die liebste Oma plötzlich heimlich

geschummelt hat, nur um Opa um den

Sieg zu bringen. Kennen Sie das? Konfuzius

sagte: „In einem Spiel über eine Stunde

lernt man sein Gegenüber besser kennen

als in einem Gespräch über 1.000 Stunden“.

Aus diesem Grund ist der Betriebssport

ein so erfolgreiches Mittel. Sie können

die Teammitglieder nochmal besser

kennen lernen. Das persönliche Gespräch

sollte hierbei trotzdem nicht zu kurz

kommen.

Was hat ein Zoo mit

meinem Team zu tun?

Überlegen Sie sich, welches Teammitglied

könnte aufgrund seiner Eigenschaften

welches Tier sein? Haben Sie

vielleicht einen Elefanten dabei, der

sich nicht aus der Ruhe bringen

lässt? Oder eine fleißige

Ameise oder einen schlauen

Fuchs? Vielleicht verbinden

Sie auch andere Eigenschaften

mit Tieren. Überlegen

Sie, welches Tier bereits in

Ihrem Team ist und welches

Tier Ihnen noch fehlt. Vielleicht

brauchen Sie ja einen sturen Esel

oder einen lustigen Affen, der für gute

Stimmung sorgt. Wenn Sie wissen, welche

Tiere Ihnen in Ihrem Zoo noch fehlen um

erfolgreich zu sein, ist es Ihre Aufgabe, sich

um diese Tiere zu bemühen.

Herzlichst, Ihr

Gordon Bell

Quid agis* GmbH

Scharfe Hegge 35 · 49086 Osnabrück

E-Mail: info@quid-agis.de

Telefon: 05 41 / 58 05 78-10

www.danielabensaid.com

Portrait Gordon Bell © Bildreich / Mölln, Gordon Bell // Football Team © 103tnn, Team Hände © REDPIXEL, Team am Tisch © Robert Kneschke

Wir verlosen Buch und

Hörbuch „Die Farben

des Fortschritts" -

Neun neue Strategien

gegen das Schwarz-

Weiß-Denken“

beim Gewinnspiel

am Magazinende

auf Seite 50 / 51.

Quid agis* Akademie

Der Beitrag von Gordon Bell setzte unsere Kooperation

mit der Quid agis-Akademie fort. Bell treibt

sein Teram seit 20 Jahren als Spieler, Kapitän,

Trainer und Spielertrainer zu sportlichen Höchstleistungen

an. In den Funktionen als Jugendleiter,

DOSB-Übungsleiter, Fachtrainer für Business und

Consulting und als Geschäftsstellenleiter führ ter

seit über 10 Jahren Gruppen und Teams zum Erfolg.

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34


LEBEN & GESELLSCHAFT

Blick in das Innere des Reginenschreins

Was verbirgt der Reginenschrein?

Eines haben der gallische Comic-Held Asterix und die heilige Regina gemeinsam: Sie standen

in einer ganz besonderen Beziehung zum Ort Alesia. Während Asterix auf der Suche nach

dem Arvernerschild nur Zeitgenossen begegnet, die den Schauplatz der gallischen Niederlage

gegen Julius Caesar aus dem Gedächtnis getilgt haben, ist Alesia für Regina der Ursprungsort

ihrer Heiligenverehrung.

In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts

soll die junge Frau hier den Märtyrertod erlitten

und bereits wenige Jahrzehnte später

im Ruf einer Heiligen gestanden haben.

Über ihrem Grab errichteten die merowingischen

Frankenkönige im 7. Jahrhundert

eine Basilika, doch Kaiser Karl der Kahle

übertrug die sterblichen Überreste am 22.

März 1866 in die nahegelegene

Benediktinerabtei

Flavigny-sur-Ozerin.

Vielleicht kamen in jenen

Jahren andere Gebeine

Reginas nach Osnabrück,

wo sie zusammen mit

den Reliquien der heiligen

Schuhmacher Crispin

und Crispinian zu den bedeutendsten

Heiligtümern der Domkirche St. Petrus

gehören und im 14. Jahrhundert in einen

besonders großen und aufwändigen Reliquienschrein

gebettet wurden. Der sogenannte

Reginenschrein ist 1,19 Meter lang,

86 Zentimeter hoch, 65 Zentimeter breit

und befindet sich ständig im vergoldeten

Hochaltar vor der Ostwand des Domes. Er

birgt zudem Gebeine der Heiligen Prokopius

und Hermagoras sowie anderer Heiliger.

Eine weitere Reliquie Reginas befindet

sich noch heute im Haupt Christi des über

Dr. Hubert Pelleter öffnet ein kleines Knochenpaket zur anatomischen

Begutachtung während die Kirchenhistoriker Dr. Wolfgang Seegrün und Dr.

Heinrich Bernhard Kraienhorst das Siegel einer anderen Packung betrachten.

Bilder © Diözesanmuseum Osnabrück, Michael Hehmann

sechs Meter messenden Triumpfkreuzes

zwischen den Vierungspfeilern des Domes.

Der Reginenschrein lockte auch Wallfahrer

in den Dom, sodass der Fürsprache Reginas

dem Vatikanischen Archiv in Rom zufolge

16 Wunderheilungen zugeschrieben

werden. Sie galt als Helferin gegen Fieber,

Fallsucht, verrenkte Glieder und Blindheit

sowie bei schweren Geburten, in deren

Verlauf man die Pilgerfahrt in den Dom

gelobte

Als schwedische Truppen 1633 nach ihrem

Einmarsch in Osnabrück vom Domkapitel

eine Sondersteuer forderten, war dieses

nach zermürbenden Kriegsjahren zahlungsunfähig.

Die Domherren beschlossen

daher den Besatzern silberne Gefäße und

Kunstwerke aus dem Domschatz zu übergeben,

unter denen sich auch der Figurenschmuck

des Reginenschreines befand.

Leider wurden die meisten dieser Stücke

eingeschmolzen und als Sold für die

Soldaten vermünzt, sodass sie unwiederbringlich

verloren sind.

Im Sommer 2001 musste

der Reginenschrein

gründlich gesäubert

und teilweise restauriert

werden. Um dabei

die Würde der Heiligen

zu wahren, wurden die

insgesamt sechs Knochenpakete

und vier

Schädel in einem feierlichen

Gottesdienst in

der Domschatzkammer

aus dem Schrein

entnommen. Dieser

Akt sowie die Öffnung eines der Knochenpakete

wurde seinerzeit fotografiert

und gefilmt und ist daher auf den Monitoren

im heutigen Diözesanmuseum sowie

im seinerzeitigen Sonderausstellungskatalog

„Heilige Helfer“ nachzuvollziehen.

Heute schlägt Regina nicht die einzige

Brücke zwischen Alesia und dem Osnabrücker

Land. Seit einigen Jahrzehnten

vergleichen Schlachtfeldarchäologen die

dortigen Ausgrabungen mit den archäologischen

Befunden von Kalkriese und

bemühen sich so um grundlegende wissenschaftliche

Erkenntnisse zum Militär

unter Caesar und Augustus, die weit in die

Zeit vor Regina zurückreichen. | Hermann

Queckenstedt

37


Gruppenführungen

Die Besucherführungen der Stadtwerke Osnabrück ermöglichen

regelmäßige Einblicke hinter die Kulissen von

Verkehrsbetrieb, Wasserwerk und Co. Die nächste

Führung im Nettebad findet am 20. November um 16 Uhr statt.

Die Führungen sind kostenlos.

Anmeldungen unter www.swo.de/besucherfuehrungen

HINTER DEN KULISSEN

Wie wird ein Schwimmbad gereinigt?

Osnabrück im Juli 2017: Badleiter Tilo Schölzel blickt in eine große Leere des Nettebads und

seufzt. Denn dort, wo sich normalerweise Familien zum Badevergnügen tummeln, Schwimmer

Bahnen ziehen und Waghalsige ihre Sprünge vom Dreimeterbrett mit artistischen Einlagen

krönen, blicken Besucher in ein trocken gelegtes Sportbecken.

Dabei scheint die Mittagssonne in die Schwimmhalle;

Stadt und Land warten sehnsüchtig aufs

Wochenende, um „ins Bad“ zu fahren und

einander „Alltag adieu“ zu wünschen.

Höchste Zeit für Badefreizeit also –

beinahe rund um die Uhr und selbst

an hohen Feiertagen, denn das

Bad an der Nette ködert Besucher

mit großzügigen Öffnungszeiten.

1.000 gute Gründe auch für Badegäste

aus dem benachbarten NRW,

den Grenzübertritt zu wagen

und im Nettebad

ins kühle Nass zu

hüpfen.

„Das ist bei Revisionsarbeiten

leider nur eingeschränkt

möglich“,

sagt Schölzel,

während er

seine Mitarbeiter bei Reinigungsarbeiten beobachtet

und anspornt. Denn einmal im Jahr, meistens zur Jahresmitte,

seien Revisionsarbeiten im Sportbad nötig,

um etwaige Materialschäden zu beheben, technische

Anlagen unterhalb der Hebebühnen zu warten und

alle Kacheln - am Grund und an den Beckenseiten -

gründlich zu desinfizieren.

Wie lange dauert die Revision?

Eine wichtige Arbeit, die man umfassend planen

müsse, zumal Riesenbecken, wie zum Beispiel das

des Sportbades, nicht im Handumdrehen geleert werden

könnten. Und so nimmt man sich in der Regel

vier Tage Zeit, um die 2.600 Kubikmeter Wasser des

50 Meter langen und etwa 21 Meter breiten Sportbeckens

auszupumpen und fachgerecht zu entsorgen.

Wäre das in einem „Rutsch“ geschehen, hätte man

unter Umständen Schäden im Becken in Kauf nehmen

müssen, denn Wasser, erläutert Schölzel, sei zwar

ein quirlig-leichtes Element, könne aber in Massen

Bauten erheblich schaden – wie auch hier: Zumal das

Entlasten das Personal: Die „Miniroboter“ reinigen die Beckenböden

nach oben strebende Grundwasser unterhalb

des Sportbads so mächtig auf dessen

Beckengrund drücke, dass ein zu rasch

schwindendes Gegengewicht Risse im Boden

verursachen könnte. „Ein vermeidbarer

Fehler“, findet Schölzel, der an einem

reibungslos funktionierenden Badbetrieb

an beinahe 365 Tagen des Jahres interessiert

ist.

Wenn die große Leere wieder geflutet

werden kann, ist das Bad nach drei Tagen

wieder betriebsbereit. Gut so, denn

das Nettebad gehört zu den beliebtesten

Schwimmbädern im Land und belegt bei

den Jahresbesucherzahlen den fünften

Platz im bundesweiten Vergleich.

An normalen Schwimmwochenenden

sind hier samstags und sonntags rund

2.700 Besucher zu Gast, während der „Revisionswoche“

sinkt der Schnitt auf 1.700.

Dieser Besucherschwund auf Zeit ist für

Schölzel allerdings kein Grund, die Revision

als solche in Frage zu stellen oder sie

fortan nach dem Prinzip „Oberflächigkeit

statt Genauigkeit“ abzuwickeln. Denn „Si-

cherheit“ und „Hygiene“

stehen oben auf der Agenda

des Nettebades; und diesen

Prinzipien sieht sich Schölzel als Badleiter

allemal verpflichtet.

Wer arbeitet im

Schwimmbad nach 23 Uhr?

Genauso wie gründliche Revisionsarbeiten

für ihn selbstverständlich sind, besteht

er auf der Tagesreinigung des Bades nach

Toresschluss um 23.00 Uhr. Speziell zusammengestellte

Teams wienern und desinfizieren

bis 3.00 Uhr morgens Sanitäranlagen,

Umkleiden und den Barfußbereich

des Bades. Gespenstisch leer sei es deshalb

im Nettebad so gut wie nie, sagt Schölzel

– „Selbst zur Geisterstunde nicht!“. Ein

absolutes Vakuum gebe es nur zwischen

3.00 und 5.00 Uhr morgens. Dann aber

erscheinen bereits die ersten Techniker zur

Frühschicht, um das hoch technisierte Bad

startklar zu machen. Oder um Kontrollrundgänge

zu absolvieren. Gelegentlich

führt sie ihr Weg auch ins

Sportbad, in dessen Becken

die 2,6 Millionen Liter Wasser

auf Frühschwimmer warten. | Michael

Luttmer

WISSEN KOMPAKT

Reinigungsteams des Nettebads lassen

zu vorgerückter Stunde Miniroboter

auf die Beckenböden sinken,

um auf Grund gesunkenen Unrat

wie Haare, Pflaster oder Sand aufzusaugen.

Die kleinen Helfer fahren

dann Nacht für Nacht ihre Bahnen

ab und werden morgens „vollgesogen“

geborgen. Sie leisten ihren unverzichtbaren

Beitrag zur Hygiene

im Bad und entlasten das Personal,

weil sie vollkommen selbstständig

operieren.

Weitere Informationen z. B. zur Reinigung der

Rutschen finden Sie auch im Blog der Stadtwerke

Osnabrück unter www.swo.de/blog

Bilder Schwimmbad © Stadtwerke Osnabrück AG // Blasen © sester1848, fotolia.de

39


ESSEN & TRINKEN

Die besten

lebensmittel

der

region

ESSEN & TRINKEN

Wo wird Handgebäck

zum nachhaltigen Genuss?

-Anzeigensonderseite-

Ein Handgebäck kommt selten allein. Häufig tritt es in Begleitung eines Brotkönigs oder eines

MunterMachers auf. Hinter ihnen steht ein ganzes Familienunternehmen. Die Drei sind der sichtbarste

Beleg für das Engagement der Bäckerei Brinkhege um nachhaltigen Genuss.

„Bei uns kommen Brot und Brötchen beim

Kauf in einem unserer aktuell 42 Fachgeschäfte

in natronbraune Papiertüten“, erklärt

Wiebke Schwegmann vom Marketing

der Bäckerei. Seit Herbst 2016 stammt

das Holz für dieses Papier aus

PEFC-zertifizierten nachhaltigen

Wäldern. Besonders stolz

ist die Bäckerei auf den seit

kurzem eingesetzten Brotkönig.

Dabei handelt es sich um

eine braune wiederverschließbare

Papiertüte, die innen mit einer Frischhaltemembran

versehen ist. Der Brotkönig

kommt zum Einsatz, wenn die Kunden geschnittenes

Brot wünschen und ist die Alternative

für bisher verwendete Plastiktüten.

Zusammen mit den übrigen Einkäufen lässt

sich der Brotkönig bequem im Handgebäck

nach Hause transportieren. Das „Handgebäck“

ist eine seit kurzem in allen Brinkhege-Geschäften

für 1,50 € zu erwerbende

praktische Baumwolltasche mit extra langen

Trägern.

Was kann Osnabrücker

munter machen?

Ohne den schnellen Coffee to go auf dem

täglichen Weg zur Arbeit, zur Schule oder

zur Uni läuft für viele Menschen gar nichts.

Der beliebte Muntermacher ist ein Muss. Mit

fatalen Folgen: Riesige Müllberge und enormer

Ressourcenverbrauch. Brinkhege hat

deshalb den „MunterMacher“ kreiert.

Der handliche Mehrwegbecher

besteht zu 70 % aus Bambus,

10 % aus Maisstärke und 20 %

aus Melamin. Banderole und

Deckel aus Silikon sorgen dafür,

dass sich der Kunde nicht

am heißen Getränk die Finger

verbrennt. Der Becher kostet nur 6,95 €

und der Käufer erhält gleichzeitig einen Gutschein

für eine Gratisbefüllung mit Kaffee

oder Tee nach Wahl. Und auch wer seinen eigenen

Kaffeebecher zum Befüllen mitbringt,

wird von Brinkhege für sein Engagement in

puncto Nachhaltigkeit ebenfalls mit einem

Rabatt in Höhe von 0,20 € belohnt.

Abfall vermeiden - mit der praktischen

Baumwolltasche

Wie nachhaltig

ist die Produktion?

Brinkhege nutzt die Abwärme der Kälteanlagen

und Backöfen zur Beheizung der

Büros und anderer Räume, zur Erhitzung

von Wasser der großen Spülanlagen in der

Produktion, für Fußbodenheizungen und

einiges mehr. Der Einsatz von LED-Leuchten

reduziert den Energieverbrauch. Wo

möglich, werden Rohstoffe aus der Region

bezogen. „Bei dem von uns verwendeten

Kaffee haben wir uns ganz bewusst für einen

qualitativ hochwertigen und verantwortungsbewusst

angebauten und gehandelten

Kaffee entschieden“, erzählt Heike Brinkhege,

Geschäftsführerin des Familienbetriebs.

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, das

die Firmenentscheidungen auch in Zukunft

wesentlich beeinflussen wird. | Yörn Kreib

Weiter geht´s

Freuen Sie sich auf den nächsten Teil unserer

Brinkhege-Serie, in dem es um das Thema

Ausbildung gehen wird.

„Muntermacher“ - Der handliche Mehrwegbecher

05402-60 80 90

Bilder © Brinkhege

Bilder Essen unten © Sina-Christin Wilk // Bild im Kreis © commons.wikimedia.org // Grünkohl oben groß © PhotoSG, fotolia.de

präsentiert von

www.dransmann.com

Welches Gemüse ist niedersächsische KULTurpflanze?

Ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet und seit 400 v. Chr. bekannt,

hat eine der ältesten Kulturpflanzen so manche Region erobert und zählt auch in

Norddeutschland zum kulinarischen Brauchtum mit Kultstatus: Der Grünkohl – auch

bekannt als Braunkohl, Krauskohl, Winterkohl oder „Oldenburger Palme“.

Niedersachsen sorgt mit einem Ertrag von

7534 t (Stand 2016) auf einer Anbaufläche

von 456 ha jedes Jahr für ein Drittel der deutschen

Ernte. Auch im Landkreis Osnabrück

bedienen gleich mehrere Gemüsebauern die

Wochenmärkte, um der großen Nachfrage

von Privat- und Geschäftskunden nachzukommen.

Denn der Verzehr der norddeutschen

Spezialität mit Kollegen, Familie oder

im Verein ist Tradition und fester Bestandteil

der regionalen Restaurant-Speisepläne.

Klassisch zubereitet wird das beliebte Gemüse

im Osnabrücker Land mit Bratkartoffeln,

Kasseler und Kohlwurst. Seit 1952 richtet

der Verkehrsverein Osnabrück Stadt und

Land (VVO) die Männer-Mahlzeit mit politischem

Beigeschmack aus, bei der ein offizieller

Kohlkönig gekrönt wird. 2016 wurde

eine Rekordteilnehmerzahl von 1.300 Grün-

kohl-Genießern verzeichnet.

In der Kohltourhauptstadt Oldenburg

geht die Gemüse-Liebe sogar so weit, dass

Kohlfahrten – winterliche Spaziergänge –

mit regionalen Spielen wie Boßeln verbunden

werden. In der Grünkohlakademie

widmet man sich zudem dem Erhalt des

kulturellen und kulinarischen Erbes.

In den USA und Australien wird die Nährstoffbombe

als Superfood gehandelt: Eine

Portion Grünkohl deckt den Tagesbedarf

an Vitamin C, enthält so viel Kalzium

wie zwei Gläser Milch und der Vitamin A

Gehalt liegt höher als bei einer vergleichbaren

Menge Möhren. So finden auch in

unserer Heimat vermehrt kreative Zubereitungsvarianten

wie Smoothies, Salate,

Pesto und Gemüsechips zahlreiche Fans.

| Sina-Christin Wilk

Einkaufsliste

150 g Crème fraîche

Geriebene Schale: ½ Zitrone

1 TL Chiliflocken

Salz

1 Pck. Flammkuchenteig

125 g Bacon

200 g Grünkohlblätter

2 EL Olivenöl

30 g Parmesan

Zubereitung

„Flammkuchen mit

Grünkohl“

1) Backofen vorheizen:

E-Herd 220 °C/Umluft: 200 °C.

2) Crème fraîche, Zitronenschale, Chili verrühren

und mit Salz abschmecken. Teig auf

einem Backblech entrollen, darauf die Crème-fraîche-Mischung

verstreichen und mit Bacon

belegen. Im unteren Drittel backen.

2) Grünkohl putzen, waschen und in Stücke

zupfen. In kochendem Salzwasser 2 Min.

blanchieren, abgießen, abschrecken und trocken

tupfen. Grünkohl mit Öl und etwas Salz

mischen. Nach ca. 10 Min. Backzeit auf dem

Flammkuchen verteilen.

3) Nach weiteren 10 Min. aus dem Ofen nehmen

und mit Parmesan bestreuen.

Wir wünschen Guten Appetit!

Der "Brotkönig" - Brinkheges neue Brotverpackung

41


SPORT & GESUNDHEIT

Freudenberg. „Über 100 Mitarbeiter

haben sich an jeweils zweitägigen Fortbildungen

beteiligt, damit auf allen

Stationen genug geschultes Fachpersonal

vorhanden ist. Letztlich haben wir in dem

Prozess in allen medizinischen Bereichen

ganz neue Standards für den Umgang mit

Diabetes-Patienten erarbeitet und eingeführt.“

optimale weiterführende Behandlung zu

sichern. „Das Diabetes-Team besteht zur

Zeit aus Frau Dr. Stefanie Tesche und Dr.

Hildegard Wiggershaus, die nach Vorgaben

der DDG speziell weitergebildet wurden.

Wir betreiben also mehr Aufwand,

aber unter dem Strich verbessern wir die

Versorgung der Patienten und sparen auch

noch Kosten“, bilanziert Freudenberg.

Wer erkennt Diabetes?

Nach Einschätzung der Deutschen Diabetes-Hilfe leben in Deutschland derzeit mehr

als 6 Millionen Menschen mit Diabetes. Jeder Fünfte weiß allerdings überhaupt

nichts von seiner Erkrankung. Im Klinikum Osnabrück werden nun alle

Patienten, die über die Notaufnahme kommen, schon bei der Aufnahme

routinemäßig getestet.

Wissenschaftliche Untersuchungen

zeigen, dass eine Krankenhaus-

Behandlung, die exakt auf eine

mögliche Diabetes-Erkrankung

abgestimmt ist, entscheidende Vorteile

für die Patienten mit sich bringt.

Folgeerkrankungen wie etwa Wundheilungsstörungen

treten deutlich seltener

auf und die Dauer der Klinikaufenthalte

verkürzt sich.

-Anzeigensonderseite-

Eben deshalb hat das Klinikum am Finkenhügel

ein umfangreiches Maßnahmenpaket aufgelegt.

Sämtliche Patienten werden schon bei der Aufnahme

untersucht, ob bei ihnen ein Diabetes

mellitus vorliegt. Wenn das der Fall sein sollte,

stellen neue Behandlungsstandards sicher, dass

Operationen, Narkosen oder Medikamente

individuell auf die jeweiligen Diabetes-Erkrankungen

abgestellt werden. Darüber hinaus

arbeiten auf allen 35 Stationen mindestens

Spritze © Africa Studio // Blutzuckersensor © b4producer // Titelbild oben © Photographee.eu //

Blutzuckermessung © Robert Kneschke // Zucker © Thomas von Stetten; fotolia.de

zwei Schwestern und Pfleger, die zur

diabetes-versierten Pflegekraft ausgebildet

wurden.

Zwei Jahre lang hat das Klinikum unter

der Leitung von Oberarzt Dr. Martin

Freudenberg (Klinik für Allgemeine

Innere Medizin) an neuen Standards

gearbeitet, die von der „Deutschen

Diabetes Gesellschaft“ (DDG) schließlich

mit dem Siegel „Klinik für Diabetespatienten

geeignet“ honoriert wurden.

„Das Verfahren war wirklich sehr aufwändig“,

erinnert sich der Diabetologe

Neben den bereits erwähnten Routineuntersuchungen

gehören zu den Neuerungen

u.a. genauere Kontrollen bei

Schwangeren, besondere Regeln für

operationsbegleitendes Diabetesmanagement,

eine disziplinübergreifende

Abstimmung von medizinischen Therapien,

eine detaillierte Dokumentation und

genau festgeschriebene Notfall-Abläufe

für den Umgang mit Patienten bei Blutzucker-Entgleisungen

(also akute Überoder

Unterzuckerung) sowie eine Abklärung

von Diabetes-Folgeerkrankungen.

Außerdem wurde ein „Diabetes-Team“

zusammengestellt, das auf alle Patienten

zugeht, bei denen ein schlecht eingestellter

oder neu entdeckter Diabetes festgestellt

wurde. Es berät die Betroffenen, leitet aber

auch Diabetes-Therapien ein und vernetzt

sich mit Haus- und Fachärzten, um eine

Klinikum Osnabrück GmbH

Am Finkenhügel 1 · 49076 Osnabrück

Telefon: : 0541 405 0 · Fax: 0541 405 4997

E-Mail: info@klinikum-os.de

www.klinikum-os.de

Die Klinik für Allgemeine Innere

Medizin plant unter der Leitung von

Prof. Dr. Bernhard Högemann, nach

den positiven Erfahrungen, eine weitere

DDG-Qualifikation zu erwerben, die

auch zur Ausbildung von Diabetes-

Fachärzten berechtigt. | Redaktion

WISSEN KOMPAKT

DIABETES MELLITUS

Bei der sogenannten Zuckerkrankheit

handelt es sich um eine chronische

Stoffwechselerkrankung,

die zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel

führt. Man unterscheidet

zwischen dem seltenen Typ 1 und

dem viel häufigeren Typ 2. Es gibt

aber auch Sonderformen, etwa die

Schwangerschaftsdiabetes. Im Klinikum

Osnabrück liegt bei etwa 20

Prozent aller Patienten ein Diabetes

mellitus als Nebenerkrankung

vor. Bei jedem zehnten wurde die

Diabetes-Erkrankung vorher nicht

festgestellt.

42 43


SPORT & GESUNDHEIT

KUNST & KULTUR

Susanne Guder leitet die Gesundheitswanderkurse

der Bergschule Osnabrück

Wo laufen

die Klassiker?

Was bewegt die Osnabrücker?

Etwa die Hälfte der Bevölkerung legt täglich nicht mehr als 1-2 Kilometer zu Fuß zurück, genauso

viele Menschen klagen über Stress. Bewegungsmangel und Stress sind folgenschwere Gesundheitskiller

und ein erheblicher Kostenfaktor im Gesundheitswesen. Der Deutsche Wanderverband

(DWV) fordert deshalb zum Gesundheitswandern auf: „Let’s go – jeder Schritt hält fit!“.

Was ist

Gesundheitswandern?

„Es unterscheidet sich vom Wandern

durch die ergänzten Präventionsmodule

(Aufwärmen, Dehnen, Rotationsübungen

u.a., gemäß den Richtlinien des DWV)“,

erläutert Matthias Guder, Leiter der

Osnabrücker Bergschule, gegenüber

Osnabrücker Wissen“. Die Gesundheitswanderkurse

des Reiseveranstalters

erstrecken sich über sechs Wochen mit

steigenden Anforderungen. Zu Beginn

geht es durch das Heger Holz, die Abschlusswanderung

führt über den Hüggel.

Das Angebot richtet sich an Osnabrücker,

die aktiv sein wollen bzw. müssen, aber

keine Lust auf Indoorsport haben.

Wer kann Gesundheitswanderführer

werden?

Die Kurse der Bergschule leitet Susanne

Guder, Krankenschwester und zertifizierte

Gesundheitswanderführerin. Ausbildungsträger

der fünftägigen Zertifizierungskurse

ist der DWV in Kassel.

Zur Teilnahme berechtigt sind ausgebildete

Wanderführer, Natur- und Landschaftsführer

sowie Sportwissenschaftler,

Krankengymnasten/Physiotherapeuten,

Sportlehrer und Ärzte. Jedoch nur die

Teilnahme an den von medizinisch ausgebildeten

Gesundheitswanderführern

angebotenen Kursen werden von einigen

Krankenkassen als präventive Maßnahme

nach §20 Präventionsgesetz anerkannt

und bezuschusst.

Wo können Osnabrücker

Gesundheitswandern?

Zum einen bei der Bergschule Osnabrück,

deren Kurse jedoch seit Anfang

2017 nicht mehr von den Krankenkassen

bezuschusst werden, „da die Qualifikation

Krankenschwester merkwürdigerweise

nicht mehr berücksichtigt wird“, wundert

sich Guder. Sie wird diese Kurse aber auch

weiterhin anbieten. Das Feedback der bisherigen

Teilnehmer sei einfach sehr gut

gewesen. Insgesamt werden in der Liste

des DWV in der Region Osnabrück aktuell

sechs zertifizierte Gesundheitswanderführer

gelistet.

Wo wurde das Gesundheitswandern

entwickelt?

„Das Konzept des Gesundheitswanderns

wurde 2009 in einer Kooperation des

DWV mit Prof. Dr. Christoff Zalpour

vom Institut für Physiotherapie an der

damaligen Fachhochschule Osnabrück

entwickelt“, erklärt Jürgen Wachowski

vom DWV. Die gesundheitliche Bedeutung

des Programms wurde inzwischen

mehrfach (u.a. vom Institut für Leistungsdiagnostik

und Gesundheitsförderung

e.V. / Uni Halle) nachgewiesen. Einen

Run auf die entsprechenden Angebote

hat dies bisher aber nicht ausgelöst, wie

Anke Brämer von der Barmer in Osnabrück

berichtet. Dabei sei die Barmer

neuen Angeboten gegenüber generell sehr

aufgeschlossen – bisher aber fragen die

Osnabrücker eher nach Yoga, Rückenschule

und Entspannungsübungen.

| Yörn Kreib

www.gesundheitswanderfuehrer.de

www.bergschule-osnabrueck.de

(Termine und Preise auf Anfrage)

Angebote der zertifizierten Gesundheitswanderführerin

und Gymnastiklehrerin

Marita Fehr in Bad Laer auf

Anfrage unter: www.solevital.de

Leitung der Kurse © Bergschule // Teilnehmer bei einer Übung unten © Peter Dickel / www.diwandertouren.de // Übung © Bergschule

-Anzeigensonderseite-

Plakate © Filmpassage Osnabrück // Kamera © fergregory // Kinosessel © peych_p; fotolia.de

Wer Lust auf Popcornkino der besonderen Art hat, sollte sich das Programm der Filmpassage näher anschauen.

Denn jeweils am letzten Donnerstag des Monats werden im Oktober, November und Dezember preisgekrönte Filmklassiker

gezeigt, die für Spaß und/oder Nervenkitzel sorgen. Spannende Hintergrundinformationen gibt es bei uns!

26.10.

Wo sorgen Schmusekatzen

für blanken Horror?

Bekannt für seine Horror-Romane gilt Stephen

King mit über 400 Millionen verkauften Büchern

als einer der erfolgreichsten Autoren der

Gegenwart. Mit einer FSK 18-Altersfreigabe erschien

die Bestseller-Verfilmung „Der Friedhof

der Kuscheltiere“ 1989 gespickt mit düsteren

Thriller-Elementen unter der Regie von Mary

Lambert. Weil ein alter Indianerfriedhof verstorbene

Haustiere wieder zum Leben erweckt,

sollen hier auch geliebte Menschen vom Tod

zurückgeholt werden. Ein fataler Plan, von dem

sich Stephen King in einem Cameo-Auftritt

persönlich ein Bild macht und als Priester eine

Beerdigung vornimmt.

Filmpassage

Osnabrück

Malte Wegmann

(Betriebsleitungsassistent)

30.11.

Wer quasselte sich

zum Star?

„Nur 48 Stunden“ gibt Regisseur Walter Hill

seinen Protagonisten, dem Polizisten Jack

Cates (Nick Nolte) und dem Gangster Reggie

Hammond (Eddy Murphy), um eine Lösegeldforderung

unblutig zu beenden. 48 Stunden, die

Eddy Murphy gut zu nutzen wusste. Obwohl

der damals 21-jährige das erste Mal vor der Kamera

stand, wurde er direkt als „New Star of the

Year“ für einen Golden Globe nominiert und

legte mit der Buddy-Rolle als dauerquasselnder

Ganove den Grundstein für seine Schauspielkarriere.

Jeden letzten

Donnerstag im

Monat | 20.30 Uhr

Eintritt:

6 €

28.12.

Welcher Leinwand-Polizist

wurde als Mörder angeklagt?

Als Slapstick-Komödie mit Kultstatus gilt „Die

nackte Kanone“, welche 1988 die Kinoleinwände

eroberte. Als ZAZ bekannt, ließen die drei

Filmemacher David Zucker, Jim Abrahams und

Jerry Zucker hier einen skurrilen Gag auf den

nächsten folgen und verhalfen Leslie Nielsen

alias Lieutenant Frank Drebin zu Weltruhm.

Sein Kollege O. J. Simpson, ein ehemaliger

Football-Profi, schaffte als Polizist Nordberg

ebenfalls den internationalen Durchbruch. Im

wahren Leben wechselte Simpson kurz nach

dem Dreh des dritten Teils die Seiten, als er

1994 in einem aufsehenerregenden Prozess des

Mordes an seiner Ex-Frau angeklagt wurde. |

Sina-Christin Wilk

Johannisstraße 112-113

49074 Osnabrück

Hotline: 03871 – 211 40 40

www.filmpassage.de

45


KUNST & KULTUR

Ida Boy-Ed an ihrem 60. Geburtstag

Ein gutes Jahr später kehrte Boy-Ed auf Druck der Familie nach Lübeck zurück

und begann später eine leidenschaftliche Affäre mit dem rebellischen Naturalisten

Georg Michael Conrad. Die Schriftstellerei gab sie nicht mehr auf. Im Gegenteil,

nach dem Bankrott ihres Mannes sorgte Ida Boy-Ed für den Lebensunterhalt.

„Wunderlicher Kreislauf der Dinge: Die einst so verhöhnte und verachtete Feder

umschrieb nun die bürgerliche Existenz mit der Linie der Sicherheit“, notierte sie

nicht ohne Genugtuung.

Vergessene Bücher (7): Ida Boy-Eds Roman „Ein königlicher Kaufmann“

Wie aristokratisch ist der Kapitalismus?

Zwei Kaufleute bewerben sich in der altehrwürdigen Hansestadt Lübeck

um die Nachfolge des verstorbenen Senators Leitolfs. Was die bessere

Gesellschaft, die das Duell mit zunehmender Spannung verfolgt, nicht

ahnt: Jakob Bording, der aussichtsreichste der beiden Kandidaten, unterhält seit sechs Jahren

ein Verhältnis mit der Frau seines Konkurrenten.

Allerdings nicht mehr lange. Noch vor der

entscheidenden Wahl geht Bording daran,

sein Leben neu zu ordnen. Er trennt sich

von der Geliebten und heiratet aus wohlerwogenen

strategischen Gründen die

kluge und warmherzige, aber durchaus

unscheinbare Therese. Dann widmet sich

Bording wieder seinen Geschäften, die der

passionierte Autofahrer, Fabrikbesitzer

und Gründer von Aktiengesellschaften

weit erfolgreicher betreibt als seine traditionsbewussten

Mitbürger. Schließlich hat

es der umtriebige Kapitalist „zu fürstlicher

Größe“ gebracht, die ihm gesellschaftliches

und soziales Engagement erlaubt –

oder selbiges von ihm fordert. Alles läuft

46

Cover einer Buchausgabe von 1920

nach Plan. Bis Therese herausfindet, dass

ihre Liebe gekauft wurde. Nun driften die

Unternehmungen des Senators in schwieriges

Fahrwasser …

Im Leben mutiger

als im Roman?

„Ein königlicher Kaufmann“ erschien

1910, erreichte eine Auflage

von 60.000 Exemplaren und

wurde nicht selten in einem

Atemzug mit den „Buddenbrooks“

genannt. Tatsächlich

hat Ida Boy-Eds Roman mit

dem weltberühmten Werk

des von ihr geschätzten und

lange Zeit protegierten Thomas Mann

nicht nur Thematisches gemein. Auch

ihr gelingt ein zwar sympathisierender,

aber durchgehend kritischer Blick in eine

Gesellschaft, die sich durch Selbstüberschätzung,

Doppelmoral und zwielichtige

Geschäftspraktiken auf gefährliches

Terrain begibt. „Ein königlicher Kaufmann“

überzeugt deshalb als souverän

inszenierter, psychologisch interessanter

und streckenweise höchst unterhaltsamer

Roman. Und irritiert trotzdem. Denn das

Frauenbild der Autorin kreist allzu oft um

häusliche Fragen oder die anspruchslose

Begleitung des gefeierten Gatten - und

bleibt somit in Klischees stecken, die Ida

Boy-Ed im „wirklichen Leben“ längst

überwunden hatte.

Immerhin sorgte die 1852 in Bergedorf

geborene Tochter des Zeitungsverlegers

und Reichstagsabgeordneten Christoph

Marquard Ed einst selbst für handfeste

Skandale. 1878 verließ sie ihren Mann Karl

Johann Boy und drei gemeinsame Kinder,

um mit ihrem Sohn Karl nach Berlin zu

ziehen. Hier verkehrte sie in den von ihren

Schwiegereltern verhassten Künstlerkreisen

und tat, was ihr, der verheirateten Frau

und Mutter, ausdrücklich untersagt worden

war: Schreiben.

Die Hanse

Lübeck war lange Zeit die Führungsmacht

der Hanse, die im Mittelalter zum mächtigen

Handelsbündnis aufstieg. Osnabrück

wurde 1482 Mitglied des Städtebundes

und gehörte zu den Mitbegründern der "Internationalen

Hanse der Neuzeit" im Jahr

1980. 2006 fand hier des 26. Internationale

Hansetag statt.

Bilder © commons.wikimedia.org

Außerdem machte sie sich als Förderin junger Künstler einen Namen und

unterstützte neben dem bereits erwähnten Thomas Mann auch Dirigenten wie

Wilhelm Furtwängler oder Hermann Abendroth. Als Ida Boy-Ed 1928 in

Travemünde starb, hinterließ sie rund 70 Romane und Erzählbände sowie biografische

Studien über Charlotte von Kalb, Charlotte von Stein oder Germaine de Staël. |

Thorsten Stegemann

Ida Boy-Ed mit ihrem Sohn Karl

WISSEN KOMPAKT

IDA BOY-ED LESEN

Das umfangreiche Werk der Autorin

wurde teilweise digitalisiert

und in Form (oft kostenloser

eBooks) wieder zugänglich gemacht.

Die Qualität dieser Neuausgaben

lässt mitunter aber zu

wünschen übrig. “Ein königlicher

Kaufmann“ gibt es auch in einer

Buch-Neuausgabe, allerdings weder

in Uni-noch Stadtbibliothek.

Gemälde von Max Slevogt aus Anlass des 75.

Geburtstages von Ida Boy-Ed

Gratis-

Zustellservice!

Die nächste Ausgabe von

Osnabrücker Wissen“ erscheint

im Januar 2018.

Um zukünftig keine Ausgabe mehr zu verpassen,

einfach für unseren kostenlosen Zustellservice

unverbindlich online anmelden unter:

www.os-wissen.de

Redaktions- und Anzeigenschluss:

30. November 2018

redaktion@osnabruecker-wissen.de

Telefon: 0 54 05 / 80 83 216


FAMILIE & SOZIALES

HANDGEZEICHNET

Brilon als Bundeshauptstadt?

Der Gedichtband "Glockenluft" der Autorin

Daniela Boltres

Daniela Boltres, Lyrikerin und Sprachaktivistin, wurde 1971 in

Rumänien geboren. Sie emigrierte 1987 nach Deutschland und

lebt nach Stationen in Dormagen, Freiburg, Tübingen, Berlin,

Rostock bzw. Jassy und Kronstadt / Rumänien, seit 2015 in

Osnabrück.

Die engagierte Autorin schreibt nicht nur

Lyrik und Prosa auf Deutsch, Rumänisch

und Siebenbürgisch-Sächsisch, sondern

gestaltet auch Installationen und partizipative

Projekte im öffentlichen Raum.

Seit 2012 ist sie in dem mehrsprachigen

Lyrikprojekt „Wer versteht das schon?“

mit Geflüchteten und Migranten aktiv.

Darüber hinaus leitet sie mehrsprachige

Erzähl- und Schreibwerkstätten und gibt

Kurse für Kreatives und Biografisches

Schreiben.

Daniela Boltres ist Mitglied des VS

Verbandes Deutscher Schriftstellerinnen

und Schriftsteller sowie der autorinnenvereinigung

und arbeitet freiberuflich als

Netzwerkerin und interkulturelle Trainerin

für öffentliche Institutionen im

Bereich Internationales, Flucht und Versöhnung.

Aktuell arbeitet Daniela Boltres

an ihrem zweiten Gedichtband, an einem

Theaterstück für Kinder und an einem Libretto

zum Thema Flucht zusammen mit

der Komponistin Dörte Heidecker.

Einen anonymen Stolperstein

für meine Mutter

Einen anonymen Stolperstein Versenke ich.

In meine Biobibliographie.

Da bin ich weder Ein Lese-, noch ein Hör-,

Kein Bild-, und auch kein Schreibtyp:

Meiner gekreuzigten Mutter

Den anonymen Juden Abzuziehen! Ihre Haut

Da schimmern die ungezählten Varianten ihrer

Geschichte durch, in der ich mich beim täglichen

Ankleiden beharrlich Verheddere.

Der Buchtipp für

Ausflugsziele wird

präsentiert vom

Am 11. November 2017 (15.00 – 18.00 Uhr)

bietet Daniela Boltres im Rahmen der

„Impulstage für Schreibfans“ der VHS

Osnabrück und des Literaturbüros Westniedersachsen

in ihrer Schreibwerkstatt

Raum dafür, Erfahrungen des Neuanfangs

in Deutschland zu Papier zu bringen.

| Beatrice le Coutre-Bick

Anmeldung: VHS, Bergstraße 8,

Tel.: 0541/ 323-2243

Bilder oben © Daniela Boltres // Buch unten © tomertu, fotolia.de

Karikatur © Marcus Wolf, www.Fritz-Wolf.de

Mit dem sogenannten „Hauptstadtbeschluss“ entschied der Deutsche Bundestag am

20. Juni 1991, den Regierungssitz von Bonn nach Berlin zu verlegen. Parteiübergreifend

votierten 338 Abgeordnete für Berlin, 320 stimmten für die alte Hauptstadt am Rhein.

Vorausgegangen war eine kontroverse, oft hitzige Debatte über das Für und Wider, die

Höhe der Kosten, die historische Signalwirkung und den technischen Ablauf.

Fritz Wolfs humoristischer Kommentar aus eben diesem Jahr wurde (leider?) nie ernsthaft

in Erwägung gezogen. | Thorsten Stegemann

Bild: Fotolia/Westend61

Es ist Zeit ...

... für eine kurze „Vollzeit“,

die man sich leisten kann.

WISSEN KOMPAKT

KARIKATURIST FRITZ WOLF

Fritz Wolf wurde 1918 in Mülheim

an der Ruhr geboren.

Er starb am 23. Dezember 2001

in Bad Rothenfelde. Im Vorfeld

seines 100. Geburtstages erinnert

Osnabrücker Wissen“ in

jeder Ausgabe an den großen

Karikaturisten.

WISSEN KOMPAKT

ZUM NACHLESEN

Boltres Gedichtband „Glockenluft“

ist in Osnabrück in den

Altstädter Bücherstuben erhältlich

oder auch unter:

www.mueckenschwein.de/

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Eine echte Wahl hat man nur, wenn man es sich leisten kann.

Wir halten einen tariflich geregelten, ausreichenden Entgeltausgleich

für eine zeitgemäße Sozialleistung des Arbeitgebers. Zeit für Kinder

und Pflege gehören mit zur gesellschaftlichen Verantwortung.

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48

49


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Berühmter

Platz in Berlin

Bestandteil

von Schmuck

oder einer

Kette

Etwas stark

beschädigen

5

Eine Gruppe,

die miteinander

ein

gemeinsames

Ziel hat

Bierbrauerei

die 1860

gegründet

wurde

Stechmücken

Anderes wort

für Toilette

Wichtiger

Imagefaktor

für die Stadt

Osnabrück

Ortsteil in

Osnabrück

1

Wo klingen

neue Straßennamen

archäologisch?

Kleidungsstück

für den

Fuß

Ein kleines

Bild oder

Piktogramm

Was ist

unteranderem

der Weihnachtsmarkt

in OS

4

Liebenswürdigkeit

Sinn eines

Putsch in der

Politik

10

Das rhythmische

Schlagen

des Herzens

(mehrzahl)

3x 1 Familien-

Jahreskarte

für den Zoo

Osnabrück

für das Jahr 2018

1x eine exklusive

Spezialpolitur

in der

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Anteil der Tiere,

welcher die körperlich

größten

Organismen

stellt.

3

Lösungswort:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Bitte Kontaktdaten nicht vergessen ...

Auch dieses Mal können Sie mit dem

regionalen Kreuzworträtsel Ihr (vielleicht

gerade erst neu gelerntes?) Wissen testen und

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Sie sogar einen der attraktiven Preise, die

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50

12

Der Punkt,

an dem zwei

Linien oder

Kanten zusammenstoßen

9

Der Fluss der

in der Hase

endet

Druck, der

niedriger

ist als der

Luftdruck

Bestimmte

Strecke, die man

zurücklegen

muss, um ein

Ziel zu erreichen

Eine verlobte

Frau bis zum

Tag nach der

Hochzeit

Veranlassen,

dass jmd. oder

etwas seinen

Aufenthaltsort

wechselt.

Eine

französische

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militärischer

Dienstgrad

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2

Sachverstand,

Fähigkeiten

Eine Kopie

Derjenige ,

der ein literarisches

Werk

aufnimmt

Einsendeschluss: 29. Dezember 2017

Die Gewinner werden benachrichtigt. Sollten

mehr richtige Antworten eingehen als Preise

zur Verfügung stehen, entscheidet das Los.

Das Redaktionsteam wünscht viel Erfolg!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Auszahlung der Preise in bar.

Mitarbeiter und Angehörige der teilnehmenden Unternehmen sind

von der Verlosung ausgeschlossen.

Üblicher Austragungsort

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geschlossene

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Schicken Sie uns einfach das Lösungswort

sowie Ihre Kontaktdaten per E-Mail an:

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Alternativ auch gerne per Post:

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Vorstellung der

„Kultklassiker“

nach Wahl! Immer

jeden letzten

Donnerstag im

Monat (20.30 Uhr)

1x 1 Frühstücksgutschein

für 2 Personen

bei der Bäckerei

Brinkhege

(2 Frühstücke nach

Wahl, einzulösen in

jedem Brinkhege

Fachgeschäft)

1x 1 Gutschein

für ein

Brunchbuffet

in der

Weinwirtschaft

im Steigenberger

Hotel Remarque

Wert: 64 €

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Buches &

Hörbuches

"Die Farben des

Fortschritts" von

Herausgeberin

Daniela A.

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Tipp zur Gewinnspiel-Teilnahme: Geben Sie beim Lösungswort auch gerne mit an,

welche(n) der Preis(e) Sie am liebsten gewinnen möchten. Bei der Auslosung versuchen

wir daraufhin, die Preise den Gewinnern möglichst passend zuzuordnen.

51

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