Nr. 17 (I-2017) - Osnabrücker Wissen

kreativkompass

Nr. 17 (I-2017) - Osnabrücker Wissen

Wir beantworten Fragen rund um die Osnabrücker Region. Alle drei Monate als Printausgabe. Kostenlos! Und online unter www.osnabruecker-wissen.de

Nr. 17 · kostenlos · Ausgabe I / 2017

März · April · Mai

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

KOSTENLOS!

12

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie funktioniert die Erdgasumstellung?

Wie erfinderisch

sind Osnabrücker?

Seite 4

26

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wer konnte den Osnabrückern (fast) alles verkaufen?

33

ESSEN & TRINKEN

Wer backt mit gutem Gewissen?

40

SPORT & GESUNDHEIT

Wer fährt nach dem Basketball die Krallen aus?


IMPRESSUM

17

Nr.

INHALT

Welche Fragen zur Osnabrücker Region

beantworten wir in dieser Ausgabe?

EDITORIAL

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Ein Medienprojekt der

Medienagentur KreativKompass GmbH

Geschäftsführer: Stephan Buchholz

Im Hamme 7

49205 Hasbergen

Telefon: +49 5405 / 80 83 216

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

Internet: www.kreativkompass.de

REDAKTION

Chefredakteur:

Dr. Thorsten Stegemann

Weitere Redaktionsmitglieder

dieser Ausgabe:

Ebba Ehrnsberger

Julia Eismann

Nina Herrmann

Tom Herter

Yörn Kreib

Carsten Neyer / Werner Beermann

Heiko Schulze

Dr. Jessica Stegemann

Sina-Christin Wilk

Gastbeiträge in dieser Ausgabe:

TOPTHEMA

Wie erfinderisch sind Osnabrücker? 4

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie wurde Eisenerz, Kalkstein und Kohle

nach Georgsmarienhütte transportiert? 8

Woher stammen die Seifenformen? 10

Wo laufen die Klassiker? 11

22 Schaltbezirke und 49 neue Schieber -

Wie funktioniert die Erdgasumstellung? 12

Was passiert beim Hackathon?

14

AUSBILDUNG & KARRIERE

Wo werden Schüler zu Fahrzeugkonstrukteuren? 15

LEBEN & GESELLSCHAFT

Wie kam die Reformation nach Osnabrück? 16

Wie wird man vom Stressjunkie zum Superhelden? 18

Totentanz am Fußballhimmel -

Wie erschließt ein Museum kirchliche Kultur?? 20

Foto © Paul Stegemann

„Das Geheimnis aller Erfinder ist,

nichts für unmöglich anzusehen.“

Justus Liebig, Chemiker (1803-1873)

Barbara Kahlert

Museum Industriekultur Osnabrück

Dr. Hermann Queckenstedt

Diözesanmuseum Osnabrück

Marie Meierhofer

Zoo Osnabrück

Beatrice le Coutre-Bic

Literaturbüro Westniedersachsen / Osnabrück

Carina Sander

Schüler-Forschungs-Zentrum Osnabrück

Dr. Stefan Burmeister

Museum und Park Kalkriese

Lisa Mammitzsch

Museum am Schölerberg

Leitung Vermarktung & Mediengestaltung

Stephan Buchholz

Mediengestaltung

Laura Fromm

Projektmanagement & Vermarktung

Igor Hafner

Projektmanagement & Distribution

Sebastian Buchholz

BILDMATERIAL

Jana Lange · www.jana-fotografiert.de

Oliver Schratz · www.blendeneffekte.de

sowie siehe Bildnachweise.

Grundmotiv: Glühlampe © nnerto // Schultafel Hintergrund

© sabdesign85 // Stein Hintergrund © Juhku;

fotolia.de - Collage Medienagentur KreativKompass

DRUCK & PRODUKTION

Levien-Druck GmbH

Eduard-Pestel-Straße 16

49080 Osnabrueck

Telefon: +49 5 41 / 9 59 29-0

Internet: www.levien.de

REDAKTIONSSCHLUSS:

März 2017

COPYRIGHT

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Veröffentlichung im

Internet oder Vervielfältigung auf Datenträgern nur nach

vorheriger schriftlicher Genehmigung der Medienagentur

KreativKompass GmbH. Trotz sorgfältiger Prüfung keine

Gewähr für eventuelle Druckfehler. Unsere Redaktion ist

selbstverständlich bemüht, alle Ansprüche im Bereich der

Urheberrechte (insbesondere der Bildrechte) vor Drucklegung

zu klären und zu berücksichtigen. Sollte uns trotzdem einmal ein

unbeabsichtigter Fehler unterlaufen, wenden Sie sich bitte direkt

an: redaktion@osnabruecker-wissen.de, damit wir schnell eine

einvernehmliche Lösung finden.

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wer führt Königinnen durch die Osnabrücker Geschichte? 22

Ist der Piesberg Pyes Berg? 24

Was verbindet Kalkriese mit Pompeji und der Titanic? 25

Wer konnte den Osnabrückern (fast) alles verkaufen? 26

Wieso gibt es bald einen „Gesellenweg“? 28

Wer präsentiert Osnabrücker

Industriegeschichte von oben? 30

FAMILIE & SOZIALES

Wie überwinden Kinder ihre Ängste? 32

ESSEN & TRINKEN

Die besten Lebensmittel der Region:

Wer backt mit gutem Gewissen? 33

Wie kam Leopold nach Hellern? 34

NATUR & UMWELT

Brillenkaimane - Frühstarter mit kurzer Zündschnur? 36

Was macht Karl Kochs Herbarium so wertvoll? 37

SPORT & GESUNDHEIT

Wem hilft DaVinci? 38

Wer fährt nach dem Basketball die Krallen aus? 40

Wann bot TuS Haste dem VfL Paroli? 42

Wer trinkt im Weltkulturerbe Kaffee? 43

KUNST & KULTUR

„Wer wird denn da herumlaufen mit schiefen

Absätzen und zerbrochener Seele?“ 44

Wie klingt das Lied der Nacht? 46

SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

Hallo, wie geht‘s? 48

Wer trug sich ins Goldene Buch ein? 48

HANDGEZEICHNET

Was wird aus der deutsch-französischen Freundschaft? 49

RÄTSELN & GEWINNEN

Wie viel Wissen steckt in Ihnen? Kreuzworträtsel 50

Was gibt es zu gewinnen? Preisübersicht 51

in der Geschichte unserer Stadt gab es Erfinder, die im wahrsten Sinne des

Wortes Bahnbrechendes auf den Weg gebracht haben. Doch auch heute

vergibt das Deutsche Patentamt noch Jahr für Jahr zahlreiche seiner begehrten

Zertifikate nach Osnabrück. Wie erfinderisch sind wir? Lesen Sie die Antworten

im ersten Topthema des Jahres 2017!

Natürlich beschäftigen uns auch diesmal wieder viele weitere Themen aus der

Region. In dieser Ausgabe gehen wir unter anderem den Fragen nach, was

Kalkriese mit Pompeji und der Titanic verbindet, wie die Gasumstellung in

Osnabrück organisiert wird und warum das Theater eine Oper einstudiert, die

seit 87 Jahren auf keiner Bühne mehr zu sehen war.

Das Diözesanmuseum verstärkt ab dieser Ausgabe die namhafte Reihe unserer

Kooperationspartner. Zum Auftakt klärt Direktor Dr. Hermann Queckenstedt

die Frage, wie man – im Spannungsfeld von „Totentanz“ und „Fußballhimmel“ –

kirchliche Kultur erschließen kann.

Wir wünschen Ihnen nun erneut viel Freude beim Lesen und laden sie zur

Teilnahme an unserem Gewinnspiel (Seite 50/51) ein. Auch diesmal haben wir

mit unseren Partnern viele attraktive Preise für Sie zusammengestellt.

Dr. Thorsten Stegemann

Chefredakteur

Stephan Buchholz

Herausgeber

Jetzt auch online noch mehr Fragen zur Region entdecken!

Einfach „liken“ und regelmäßig weitere spannende Antworten finden:

www.osnabruecker-wissen.de/facebook


Christian Newton, Patent- und

Schutzrechtsbeauftragter der

Uni und Hochschule Osnabrück

TOPTHEMA

TOPTHEMA

Das InnovationsCentrum Osnabrück sitzt

bezeichnenderweise an der Albert-Einstein-Straße

Der Bremsprellbock ist eine Erfindung des

Osnabrückers Franz Rawie (Anfang des 20. Jhd.)

Nicht nur praktisch für Küchen oder Kliniken: Die

berührungssensitive Holzwerkstoffplatte von Schöller

Technocell aus Osnabrück-Lüstringen

Labor in den „Räumen für Erfindergeist“ an der Hochschule Osnabrück

Wie erfinderisch

sind Osnabrücker?

Genie oder Wahnsinn, die Grenzen sind oft nicht eindeutig

zu ziehen. Fiktive Erfinder wie Viktor Frankenstein oder

Daniel Düsentrieb sind zu internationalen Stars geworden.

Erfindungen können Türen öffnen in eine bisher

unbekannte Welt. Sie können dem Erfinder sowohl den

wirtschaftlichen Erfolg als auch den Ruin bescheren.

Osnabrücker Wissen“ spürte dem Erfindungsreichtum

der Friedensstadt nach.

Wer arbeitet bei Albert Einstein?

Seine „Allgemeine Relativitätstheorie“ revolutionierte 1915 die Grundlagen

der Physik. Und auch wenn es um Erfindungen aus Osnabrück geht, kommt

man an Albert Einstein nicht vorbei. Denn in der nach ihm benannten

Straße eröffnete 2015 das InnovationsCentrum Osnabrück und residiert

seitdem der Wissens- und Technologie-Transfer der Universität und

Hochschule Osnabrück (WTT). Er existiert seit nunmehr 30 Jahren und

ist als gemeinsame Einrichtung zweier Hochschulen bundesweit einzigartig.

Labor © Hochschule Osnabrück, O. Pracht //ICO/WTT – Straßenschild Albert-Einstein-Straße © Yörn Kreib // Holzwerkstoffplatte © Schoeller

Technocell GmbH & Co. KG // Schultafel Hintergrund © sabdesign85, fotolia.de // Stein Hintergrund © Juhku, fotolia.de

Patentberatung Meiners © IHK // Christian Newton © Wissens- und Technologie-Transfer (WTT) der Uni und Hochschule Osnabrück // Materialschichten © Schoeller Technocell GmbH & Co. KG //

Hochschule Osnabrück Räume © Hochschule Osnabrück, O. Pracht // Portait Dr. Wolfgang Schmidt © Schoeller Technocell GmbH & Co. KG

Hauptaufgabe des WTT ist die Zusammenführung

der Wissenschaft mit der Wirtschaft

und Gesellschaft (d.h. in aller Regel

mit mittelständischen Unternehmen). Dafür

arbeiten Experten aus allen Fachrichtungen

zusammen. „Wir führen Menschen

zusammen und erzielen einen Mehrwert

für die Region“, sagt der Geograf Christian

Newton, zentrale Anlaufstation für alle

Patent- und Schutzrechtsfragen der Uni

und Hochschule Osnabrück. Und dafür

benötigen die insgesamt sieben Mitarbeiter

viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen.

„Hochschule und Wirtschaft

ticken einfach anders“, betont der Physiker

Dr. Gerold Holtkamp, Leiter des WTT.

Was ist eine Erfindung?

Etwa 10 bis 15 Erfindungen aus den Osnabrücker

Hochschulen landen jährlich auf

Newtons Schreibtisch. Er prüft sie auf formale

Richtigkeit und inhaltliche Kriterien.

Die Erfindungen kommen zum größten

Teil aus der Hochschule (Ingenieurwissenschaften,

z.B. Informatik, Elektrotechnik/

Agrarwissenschaften), aber auch aus der

Universität (Chemie, Physik, Biologie).

Christian Newton arbeitet intensiv mit einer

Patentverwertungsagentur in Hannover,

dem Erfinderzentrum Norddeutschland

(EZN GmbH), zusammen. Dort wird

recherchiert, ob die Idee auch wirklich innovativ

und vermarktungsfähig

ist. Ein Patent

kann gemäß dem

deutschen Patentgesetz

(PatG) „für Erfindungen auf allen Gebieten

der Technik“ nämlich nur erteilt werden,

„sofern sie neu sind, auf einer erfinderischen

Tätigkeit beruhen und gewerblich

anwendbar sind.“

Doch auch nicht-technische Ideen bergen

ein großes Innovationspotenzial. 2014

wurde deshalb aus der Technologie-Kontaktstelle

der Wissens- und Technologietransfer.

Ideen werden nun mit gleicher

Wertigkeit betrachtet wie technische

Erfindungen. Ein Beispiel sind die Kooperationspartner

für die Theaterpädagogen,

die an der Entwicklung von Methoden

zur Konfliktlösung mit Hilfe

theatralischer Darstellungsformen

arbeiten.

Wer patentiert eigentlich?

Für die Erteilung eines Patentes sind entweder

das Deutsche Patentamt (nationales

Patent) oder das Europäische Patentamt

(europäisches Patent), beide mit Sitz in

München, zuständig. Nach Einreichen der

Anmeldung folgt eine zwölfmonatige Frist,

in der die Sinnhaftigkeit und die Erfolgschancen

der Erfindung sorgfältig geprüft

werden. „Die Kosten des Verfahrens zur

Patenterlangung belaufen sich auf ca. 5.000 €,

von denen die Hochschulen aber bis zu 60 %

über Fördermittel gegenfinanzieren können“,

erläutert Newton.

Welchen Sinn hat

das Patenrecht?

„Eigentlich ist das Patentrecht ein Verbietungsrecht.

Es untersagt die Nachahmung

bestimmter Verfahren für einen Zeitraum

von 20 Jahren“, sagt Dr. Wilhelm Schmidt,

Leiter der Patentabteilung des Osnabrücker

Unternehmens Schoeller Technocell

GmbH & Co. KG. Für Unternehmen sei

dies ein wichtiges Instrument, um selbst in

den Genuss der Früchte einer langjährigen

kostspieligen Forschung zu kommen. Zwei

bis sieben Erfindungen von Schoeller-Mitarbeitern,

häufig in Kooperation mit Forschungsinstituten

und Hochschulen, meldet

das Unternehmen jährlich zum Patent

an. Zu den erfinderischen Mitarbeitern

zählt auch Schmidt

selbst.

So präsentierte Schoeller 2014 die von ihm

mit entwickelte berührungssensitive, funktionale,

hochglatte Holzwerkstoffplatte, die

sich in Möbeloberflächen zum Beispiel für

Küchen oder im Klinikbereich einsetzen

lässt. Sie verfügt über einen Schalter, der

völlig unsichtbar in die Möbeloberfläche

integriert ist und zum Beispiel Licht oder

Radio an- und ausschaltet.

Wer weist den

Weg zum Patent?

Erster Ansprechpartner für Osnabrücker

Erfinder (Unternehmer und Privatpersonen)

ist Andreas Meiners, Innovationsberater

bei der Industrie- und Handelskammer

(IHK). Um die Entdecker zu informieren

und vor unnötigen Kosten zu bewahren,

bietet die IHK in Zusammenarbeit mit

Patentanwälten aus aktuell drei verschiedenen

Kanzleien regelmäßig gemeinsame

Sprechtage an. Pro Jahr nehmen rund 40

bis 50 Erfinder an der IHK-Erfinder- und

5


TOPTHEMA

Patentberatung teil. Rund 20 weitere nutzen

ausschließlich die telefonische Beratung.

„Dadurch, dass die Patentanwälte

die Beratungen ehrenamtlich durchführen,

können wir diese kostenfrei anbieten.

Die Teilnahme ist grundsätzlich auf ein

Gespräch pro Person begrenzt. Gleichzeitig

können sich die Teilnehmer hier über

die Möglichkeiten finanzieller Förderung

informieren, das gilt aktuell allerdings nur

für Unternehmer“, erklärt Meiners.

Was ist top secret?

Wesentlicher Bestandteil der Gespräche

sei die Einschätzung, ob eine Idee bzw.

Erfindung grundsätzlich schutzfähig

ist, d.h. ob sie erstens neu und zweitens

erfinderisch ist. Dazu wird in der Regel

mit dem Erfinder auch ein gemeinsamer

Blick in das Elektronische Patentdokumentenarchiv

geworfen. Ein großer

Teil der vorgestellten Erfindungen wird hier

bereits gefunden, denn nur weil ein Produkt

am Markt nicht verfügbar ist, heißt dies

nicht, dass es nicht schon vorher einmal

erfunden wurde.

In diesem Fall ist die Erfindung nicht neu,

sondern gehört zum „Stand der Technik“,

d.h., ein Versuch diese beim Patentamt anzumelden,

wäre nicht erfolgreich und nur

mit unnötigen Kosten verbunden. Solange

die Erfindung noch nicht angemeldet

ist, muss

sehr sorgfältig auf die Geheimhaltung geachtet

werden. Kann ein Dritter eine Vorveröffentlichung

der Erfindung vor dem

Anmeldetag nachweisen, fehlt ebenfalls

die Neuheit als Schutzvoraussetzung.

Wer ist erfinderischer -

Männer oder Frauen?

Ein Blick in die Datenbank des Deutschen

Patentamtes weist für unsere Region

fast ausschließlich männliche Erfinder

aus. Die Beobachtungen von Andreas

Meiners bestätigen dies: „In die Patentberatung

kommen vornehmlich Männer

(rund 80%).“ Das Altersspektrum der Erfinder

reiche dabei vom Schüler („Jugend

forscht“) bis zum Rentner, der die Idee

manchmal schon mehrere Jahrzehnte

mit sich herumgetragen habe. Auch an

den Osnabrücker Hochschulen scheinen

Erfindungen (noch?) Männersache zu

sein. Sie zeichnen für über 90 Prozent der

Erfindungen verantwortlich. Die Ursache

sei strukturell bedingt, betont Christian

Newton. Die technischen Studiengänge

sind eben immer noch eine Männerdomäne.

Wer beschleunigte

das Brotbacken?

1912 revolutionierte der Osnabrücker

Bäcker Wilhelm Schröer das traditionelle

Handwerk des Bäckers. Für seine „Teigformpresse“,

mit deren Einsatz er bei der

Herstellung von Brot Arbeitszeit sparen

wollte, erhielt er das preußische Patent.

„Das Objekt symbolisiert sehr schön den

Übergang vom Handwerk zur Industrieproduktion“,

ordnet Dr. Thorsten Heese

dieses Ausstellungsstück aus der Sammlung

des Kulturhistorischen Museums

Osnabrück ein.

Was erfanden

Osnabrücker noch alles?

Doch die Menschen aus unserer Region

entdeckten noch viel mehr. 1882 gründete

Franz Rawie die „Fabrik für Eisenbahnbedarf

A. Rawie“.

Großer Schwebeprüfstand © Archiv H. Kemper GmbH & Co. KG // Bremsprellbock von Rawie © Archiv A.

Rawie GmbH & Co. KG // Brotpresse; Backstube; Patenturkunde © Felix-Nussbaum-Haus /

Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück // Stempel © ©, fotolia.de

Fledermaus © chamnan phanthong, fotolia.de // Schiefer Teller © Crimex GmbH // Das kleine Gespenst © Kosmos Verlag //

Kicker © Live-Kicker // Reinhold Tiling © Sammlung Martin Frauenheim

Mit seinen Erfindungen (Bremsprellböcke

und Signalanlagen) legte er den Grundstock

für einen Global Player. Prägend für

den Schienenverkehr waren auch die Erfindungen

und Patente im Bereich des Eisenbahnoberbaus

(z.B. Eisenbahnschienen)

von August Haarmann.

Auf Schloss Ahrenhorst bei Bohmte

experimentierte der Kunstflieger und

Raketentechniker Reinhold Tiling mit

Raketen- und Flugzeugtypen. Er starb

im Oktober 1933 bei einer Explosion in

seinem Labor.

Ebenfalls ein tragisches Ende nahm die

Erfindung des Nortruper Ingenieurs

Hermann Kemper. Ohne seine Erfindung

der Magnetschwebebahn (1934) wäre

der Transrapid im Emsland undenkbar

gewesen. Doch am 22. September 2006

besiegelte ein Unfall mit 23 Toten auf der

Versuchsstrecke bei Lathen das Ende des

Transrapid in Deutschland.

Jährlich werden vom Deutschen Patentamt

etwa 10 bis 30 Patente nach Osnabrück

vergeben. | Yörn Kreib

INFOS ZU PATENTEN IM INTERNET:

Deutsches Patent- & Markenamt:

www.dpma.de

IHK-Erfinder- & Patentberatung:

www.osnabrueck.ihk24.de

Wissens- & Technologie-Transfer

(WTT), gemeinsame Einrichtung

der Hochschule & Uni Osnabrück:

www.wtt-os.de

Patentgesetz (PatG):

www.gesetze-im-internet.de/

bundesrecht/patg/gesamt.pdf

WISSEN KOMPAKT

CLEVERE ERFINDUNGEN

„MADE IN OSNABRÜCK“

SIND AKTUELLER DENN JE:

Schiefe Teller (Gewinner reddot

award 2016), Fledermausschutzgeräte,

Live-Kicker (Tischkicker

mit patentiertem Klicksystem),

Wursthüllen mit Aufreißhilfe, über

150 Spiele des Rechtsanwalts

und Spieleautors Kai Haferkamp,

Verfahren und Vorrichtungen

zur zerstörungsfreien Ermittlung

der Innenmaße von Schuhen –

oder auch für Laien so unverständlich

scheinende Erfindungen wie

das „Kapillar-Nanodruck-Verfahren“

zum Auftragen kleinster Flüssigkeitsvolumina

auf Oberflächen

(z.B. in der Medizintechnik) haben

ihren Ursprung in der innovativen

Heimatstadt Osnabrück ...

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WIRTSCHAFT & TECHNIK

Das 1856 in der ursprünglichen Gemeinde

Malbergen gegründete Eisenhüttenwerk

des Georgs-Marien-Bergwerks- und Hütten-Vereins

kurz GMBHV benötigte für

die Produktion von Roheisen große Mengen

an Eisenerz, Kalkstein und Kohle.

Die Lagerstätten von Eisenerz und Kalkstein

befanden sich vier bis fünf Kilometer

westlich des Hüttenwerks am Höhenzug

Hüggel in den damals noch eigenständigen

Gemeinden Hasbergen und Ohrbeck.

Die benötigten Mengen an Kohle lieferten

der vom Werk neu angelegte Glückaufschacht

in Oesede und die sechs bis sieben

Kilometer östlich gelegenen Kohlegruben

in Borgloh-Wellendorf.

Zusätzlich benötigte Kohle wurde von

Kohlenzechen aus dem Ruhrgebiet

gekauft, die mit der 1855 gerade bis Osnabrück

fertiggestellten Hannoverschen

Westbahn angeliefert wurde. Der Transport

der Kohle vom Osnabrücker Bahnhof

zum Hüttenwerk erfolgte mit Pferdefuhrwerken.

Auch das produzierte

Roheisen wurde so nach Osnabrück

Wie wurde Eisenerz,

Kalkstein und Kohle

nach Georgsmarienhutte transportiert?

Der Hüggel spielte eine zentrale Rolle in der Bergbaugeschichte des Osnabrücker Landes.

Carsten Neyer und Werner Beermann, die Autoren des Bildbandes „Vom Hüggelerz zum Hüttenstahl“,

lassen für „Osnabrücker Wissen“ drei ereignisreiche Kapitel lebendig werden. Im zweiten

Teil geht es um herausfordernde Transportfragen.

transportiert. Für das junge Unternehmen

ergaben sich aufgrund der damals

schlechten Straßenverhältnisse ungeahnte

Schwierigkeiten. Ebenfalls waren ca. 200

Pferdegespanne unterwegs, um Eisenerz

und Kalkstein auf teilweise großen

Umwegen vom Hüggel zum Hüttenwerk

zu befördern. Die Fuhrleute mit ihren

Gespannen wurden größtenteils aus dem

Harz angeworben, wo sich der Erzbergbau

damals im Niedergang befand.

Warum fuhr die

Eisenbahn zum Huggel?

Zwar hatte die Werksleitung schon bei

der Gründung eine Eisenbahnverbindung

zum Hüggel geplant, jedoch blockierten

Grundstückseigentümer und Behörden

zehn Jahre lang den Bau der Werkseisenbahn.

Als dann endlich 1865/66 nach

etlichen Kompromissen die normalspurige

Hüggeleisenbahn bis zum Luisenschacht

in Hasbergen in Betrieb ging, verringerten

sich die Transportkosten erheblich.

Die Hüggelbahn wurde nur als öffentliche

Eisenbahn zugelassen, d.h. neben

den Transporten für den GMBHV

mussten auch

Güter Anderer sowie die Personenbeförderung

angeboten werden.

Man hatte jetzt auch im Winter eine

sichere Transportverbindung, um Rohstoffe

nach Georgsmarienhütte zu liefern.

Große Probleme bereitete der Hütte aber

noch die Versorgung mit Kohle, nachdem

der Glückaufschacht in Oesede 1866

wegen nicht zu bewältigender Grubenwasserzuflüsse

geschlossen werden musste.

Das Werk war nun fast ganz auf den Bezug

von Kohle aus dem Ruhrgebiet angewiesen.

Eine für das Hüttenwerk entscheidende

Verbesserung der Verkehrsverhältnisse

brachte die Eisenbahnverbindung

Venlo-Hamburg, die sich 1869 im Raum

Münster-Osnabrück im Bau befand. Dank

eines Vertrags mit der Köln-Mindener

Eisenbahn-Gesellschaft wurde die Herstellung

des Streckenabschnittes Hasbergen-Osnabrück

beschleunigt in Angriff

Güterzug nahe Augustaschacht © Hugo Mittelberg // Drahtseilbahn Holpedorp & Hüggel, Güterzug in Hasbergen © Archiv Carsten Neyer; Werner Beermann // Portrait © Petra Pieper

genommen und auch die 4,5 Kilometer lange Verbindungsbahn

„Hütteneisenbahn“ von Hasbergen bis zum

Augustaschacht mit Anschluss an die Hüggelbahn nach

Georgsmarienhütte fertiggestellt. Ab August 1870 konnte die

dringend benötigte Kohle aus den westfälischen Kohlefeldern

ab Bahnhof Osnabrück mit werkseigenen Lokomotiven über

Hasbergen zur Georgsmarienhütte transportiert werden.

Nach Inbetriebnahme der Strecke Münster-Osnabrück lieferte

die Köln-Mindener Bahn die Kohlenzüge aus dem Ruhrgebiet

direkt am Bahnhof Hasbergen an. Der GMBHV hatte somit

Anschluss an das deutsche und internationale Verkehrsnetz.

Um die Versorgung mit Eisenerzen auf eine breitere Basis

zu stellen, erwarb der Georgs-Marien-Bergwerks- und

Hütten-Verein um 1880 zwei am südlichen Schafberg bei

Ibbenbüren gelegene Eisenerzgruben, die schon früher von

anderen Unternehmen betrieben worden waren. Für den

Abtransport der gewonnenen Erze musste von der Hüttenbahn

vom Hasberger Bahnhof Wulfskotten ausgehend eine

etwa 11 Kilometer lange Verbindungsbahn gebaut werden, die

1886 in Betrieb ging und als „Permer Bahn“ bezeichnet wurde,

benannt nach der Eisenerzzeche Perm. Die Bahn war bis zur

Schließung der Zeche 1921 in Betrieb. Der Großteil der Trasse

wurde im Zweiten Weltkrieg ab 1944 in eine Umgehungsbahn

der Reichsbahn integriert, die den Zügen auf der Nord-Süd-

Strecke die Umfahrung des kriegswichtigen Eisenbahnkreuzes

im Osnabrücker Hauptbahnhof bei Beschädigung durch

Bombenangriffe ermöglichte. Ab 1949 erfolgte der Rückbau

der Umgehungsbahn.

Wie entstand der Silbersee?

Eine neue technische Einrichtung für den Transport von

Kalkstein für den Hochofenbetrieb und das Zementwerk war

1927/28 der Bau einer etwa 875 Meter langen Drahtseilbahn,

die im Auftrag des Hüttenwerks von der Firma Pohlig, Köln,

über den rund 228 Meter hohen Hüggel errichtet wurde. Sie

beförderte das Gestein von einem Kalksteinbruch am Südhüggel

über den Berg zur Nordseite, wo sich eine Entladeanlage

befand. Von hier wurde der Kalkstein auf die Hüggelbahn verladen

und zum Werk transportiert.

Nach knapp zehnjähriger Betriebszeit wurde der Kalksteinabbau

am Südhüggel eingestellt. Die etwa 20 Meter tiefe Ta-

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Osnabrück

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Buchungen und Informationen in unseren Kundenzentren

Tel.: 0541 2002 2211 und bei der Neuen

Osnabrücker Zeitung oder unter

www.swo.de/stadtrundfahrten

www.facebook.com/Stadtwerke.Osnabrueck

gebaugrube füllte sich nach und nach mit Wasser und bildete

den sogenannten Silbersee. Derzeit ist in der Grube, an der

sich ein verschlossener Stollen befindet, nur selten Wasser zu

finden. Seit 2014 kann der Stollen im Rahmen angemeldeter

Führungen bei TERRA.vita besichtigt werden.

Kalksteinabbau in Holperdorp - ein Drahtseilakt?

Inzwischen hatte das Hüttenwerk einen neuen Kalksteinbruch

in Holperdorp bei Lienen erschlossen. Für den

Abtransport der Kalksteine errichtete die Firma Bleichert, Leipzig,

in nur neun Monaten Bauzeit von Sommer 1936 bis März 1937

eine 6,3 Kilometer lange Drahtseilbahn bis zur Hüggelbahn beim

Augustaschacht in Ohrbeck. An der dortigen Verladeanlage übernahm

dann die Hütteneisenbahn den weiteren Transport zum

etwa 3,5 Kilometer entfernten Hüttenwerk. Mit dieser wirtschaftlich

sehr günstigen Massengut-Transporteinrichtung wurden in

den 30 Jahren Betriebszeit bis zur Schießung des Steinbruches in

Holperdorp im Jahre 1967 rund 5 Millionen Tonnen Kalkstein

transportiert. | Carsten Neyer und Werner Beermann

Ab Juni 2017 -

In der nächsten Ausgabe!

Lesen Sie im dritten Teil unserer Serie, wie Roheisen im

Hüttenwerk erzeugt wurde.

8

Güterzug in Hasbergen

9


WIRTSCHAFT & TECHNIK

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Woher stammen

die Seifenformen?

Seifenfabrik Frömbling in der Rehmstraße 5 in Osnabrück

Wo laufen

die Klassiker?

Beim nächsten Besuch im Depot des Museums Industriekultur entdecken wir aus Messing gegossene

Seifenformen, die für die Ewigkeit gemacht sind. Noch heute könnten hiermit wohlduftende und schön geformte

Seifenstücke hergestellt werden. Allein beim der Klang der Namen wie „Schwarzwald-Fichtenbalsam“, „Blumen-

Seife“, „Lavendel-doppelt parfümiert“ oder der extra feinen Seife “Oma“, bekommt man Lust, sich die Hände zu

waschen. Bevor das allerdings möglich ist, müssen die Seifen erst einmal produziert werden. Das geschieht in der

Osnabrücker Seifenfabrik Frömbling mithilfe der massiven „Werkzeuge“ aus Messing.

Die Seifenfabrik wird 1895 von Fritz Frömbling

sen. an der Rehmstraße 5 in Betrieb

genommen. Hier werden Kern- und Toilettenseifen

sowie Seifenflocken produziert.

Betrachtet man das rasch wachsende

Hygienebewusstsein in der zweiten Hälfte

des 19. Jahrhunderts, scheint die

Unternehmensgründung zum

rechten Zeitpunkt erfolgt zu

sein. Die seinerzeit typischen

Ausgangstoffe,

die bei der Herstellung

benötigt

werden, sind

pflanzliche und tierische

Fette, Pottasche,

Soda, Lanolin und Parfüme.

Zum 25-jährigen Jubiläum 1920

beschäftigt die Seifenfabrik rund

67 Mitarbeiter und hat sich beachtlich

erweitert. Neben dem ersten Produktionsgebäude

gibt es eine große Seifensiederei

und einen Raum mit Seifenpressen. Dort

erhalten die einzelnen

Seifenstücke

ihren Aufdruck, wozu die Formen dienten.

Und wenn auf einer der besonders alten

Formen der Schriftzug „Bleichseife“ zu

entdecken ist, verweist das darauf, dass der

Betrieb Produkte nicht nur zum Händewaschen

hergestellt hat, sondern auch dafür,

um vergilbte Stoffe aufzuhellen.

1911 legt sich Fritz Frömbling

ein weiteres Standbein

zu. Er gründet

mit seinem Partner

Rode die

Rode & Frömbling

Reis-Stärkefabrik

mbH in Osnabrück

an der Atterstraße

in Eversburg. 1924

verschmelzen die Seifenund

die Reisstärkefabrik

zu einer Gesellschaft, deren

Geschäfte mittlerweile von Fritz Frömbling

jr. gelenkt werden. Nach dem Zweiten

Weltkrieg stehen weitere Veränderungen

an. In erster Linie gehört dazu, dass

ab 1952 keine Seife und keine Stärke mehr

hergestellt wird.

Frömbling wechselt von der Produktion

zum Handel und nimmt sich der

Geschäftsführung des “Seifen-Spezialgeschäftes

Wilhelm Puls“ aus Rastede

an. Dieses führt bereits 37 Geschäftsfilialen

und bis zur Jahrhundertwende, als

der Name längst von „Seifen-Puls“ über

„Seifen-Platz“ schließlich in „Ihr Platz“

geändert wird, werden es 700 sein. Das

Sortiment ist unüberschaubar groß, aber

immer noch zählen Seifen dazu. Das

Ende der Firmengeschichte Frömbling

wird 2007 eingeläutet. „Ihr Platz“ geht

an Schlecker und das Lager in Eversburg

wird geschlossen und weiterhin von der

Firma Hellmann genutzt. Das Gebäude

der Seifenfabrik an der Rehmstraße/Ecke

Parkstraße ist bis heute teilweise erhalten.

| Barbara Kahlert

Die Seifenformen und die Fotografie des

ersten Firmengebäudes der Seifenfabrik

Frömbling von 1936 sind parallel zum

Erscheinen dieser Ausgabe im Museum

Industriekultur zu sehen.

Seifenfabrik © R. Lichtenberg, 1936 // Seifenform © Museum Industriekultur Osnabrück; Dauerleihgabe der Familie Frömbling, Osnabrück; M. Kiupel, 2017

-Anzeigensonderseite-

Plakate © Filmpassage Osnabrück // Kamera © fergregory // Kinosessel © peych_p; fotolia.de

An jedem letzten Donnerstag im Monat lässt die Filmpassage die großen Regisseure der

Filmgeschichte und ihre Meisterwerke wieder lebendig werden. So auch im März, April und Mai,

wenn ein Leinwandepos der Brüder Coen und zwei Klassiker von Francis Ford Coppola auf dem

Programm stehen. Wir steuern drei Antworten auf spannende Fragen zu einem gelungenen

Kinoabend bei!

30.03.

Wo spielt Stille die Musik?

Obwohl Joel und Ethan Coen für ihren

oscarprämierten Film „No Country

for Old Men“ ein ganzes Sound-Team

beschäftigten, verzichtet der Film beinahe

vollständig auf musikalische Effekte.

Stattdessen sorgt demonstrative Stille für

zusätzliche Gänsehaut. Umso deutlicher

hallen dann Radiogeräusche, das Pfeifen

des Windes und natürlich Pistolenschüsse

im Ohr des Betrachters.

Filmpassage

Osnabrück

Malte Gertje

(Betriebsleitungsassistent)

Johannisstraße 112-113

49074 Osnabrück

Ticket-Hotline: 0 18 05 / 67 62 27 *

www.filmpassage.de

27.04.

Warum musste der

Pate geschient werden?

Francis Ford Coppola und sein Kameramann

Gordon Willis verzichteten in der

„Godfather“-Trilogie bewusst auf viele schon

Anfang der 70er bekannte „Special-Effects“.

Raffinierte Ausleuchtung, überraschende

Kamerafahrten und scharfe Bildgegensätze

sorgten mit einfachen Mitteln für

verblüffende Ergebnisse. So auch bei Marlon

Brandos Darstellung des Mafiabosses Vito

Corleone in „Der Pate I“: Schon während des

Vorsprechens stopfte sich Brando Watte in die

Backentaschen und erzeugte so die legendäre

Mimik, die ihn außerdem noch zu einer

flüsternden, undeutlichen Aussprache

zwang. Bei den Filmaufnahmen wurde dann

allerdings auf technisch ausgefeilteres Equipment

gesetzt: Die von einem Zahntechniker

angefertigte Schiene, die sich Brando

zwischen die Zähne klemmen konnte, ist

heute im „American Museum of the Moving

Image“ in New York zu bestaunen.

25.05.

Welche Fortsetzung stahl

dem Original die Show?

Mit „Der Pate II“ gelang Regisseur Francis

Ford Coppola, was noch kein ‚Zweiter Teil‘

geschafft hatte: Wie der Vorgänger im Jahr

1973 erhielt auch der zweite Teil 1975 einen

Oscar als „Bester Film“. Mit fünf weiteren

Auszeichnungen gingen insgesamt aber

doppelt so viele Trophäen an die Fortsetzung.

Mit einem Budget von rund 13

Millionen US-Dollar war er übrigens auch

doppelt so teuer. Er dauert aber nur vier

Minuten länger ... | Jessica Stegemann

Jeden letzten

Donnerstag im

Monat | 20.30 Uhr

Eintritt:

6 €

*(0,14€/Min. aus dem deutschen Festnetz,

Mobilfunk max. 0,42€/Min.)

11


WIRTSCHAFT & TECHNIK

22 Schaltbezirke und 49 neue Schieber -

Wie funktioniert die Erdgasumstellung?

Am 1. April 2019 wird erstmals H-Gas durch die Osnabrücker Leitungen strömen. Das größte

Infrastrukturprojekt seit dem Zweiten Weltkrieg stellt die Stadtwerke und ihre Tochtergesellschaft,

die SWO Netz GmbH, vor besondere Herausforderungen. Denn mit der Umrüstung von rund

65.000 Geräten ist es nicht getan – das gesamte Gasnetz wird neu organisiert.

Dieser Umstand ermöglicht es nämlich,

vorübergehend beide Gassorten einzuspeisen,

ohne dass es zu Überschneidungen

oder Ausfällen in der Versorgung kommt.

Die Fachleute bilden 22 Schaltbezirke, die

sich nicht an den Stadtteilen, sondern am

Aufbau des Gasnetzes orientieren. Um die

einzelnen Bezirke voneinander zu trennen,

bauen sie 49 neue „Schieber“ zusammen

mit Straßenkappen in das Netz ein. Mit

Hilfe dieser Absperrarmaturen kann

während der Erdgasumstellung exakt

gesteuert werden in welche Schaltbezirke

das H-Gas fließen soll - und durch welche

nicht. „Insgesamt müssen über 100

vorhandene und neue Schieber betätigt

werden um die einzelnen Bereiche im Gasnetz

manuell abgrenzen zu können“, so

Wichmann.

Beauftragte Monteure sind bis 2019 unterwegs,

um sämtliche Gasgeräte in Haushalten

und Unternehmen zu prüfen. So

wird vor Ort festgestellt, ob Geräte vor

der Einleitung des H-Gases oder erst

danach umgerüstet werden müssen. Einige

werden sich selbst umstellen, sodass keine

weiteren Arbeiten nötig sind. Auch die

Monteure arbeiten auf der Basis des neuen

Gasnetzes, gehen also von Schaltbezirk zu

Schaltbezirk.

Was passiert 2019?

Über Strang 1 strömt H-Gas zunächst

in die Schaltbezirke, die dann in Teilen

bereits auf das neue Gas eingestellt wurden.

Dann folgen Bezirke mit Geräten, die

erst nach der Einleitung angepasst werden

müssen.

Mitte des Jahres werden die ersten Schaltbezirke

umgerüstet sein. Die Hälfte

der Stadt verbrennt nun bereits H-Gas,

während die restlichen Schaltbezirke

– über den zweiten Strang – weiterhin mit

L-Gas beliefert werden können. Bis Ende

2019 sind dann alle 22 Schaltbezirke umgestellt.

| Redaktion

WISSEN KOMPAKT

L-GAS UND H-GAS

Da die L-Gasvorkommen in den

Niederlanden und in Deutschland

zur Neige gehen, muss der

bislang mit L-Gas versorgte Nordwesten

Deutschlands auf H-Gas

umgestellt werden. Osnabrück ist

2019 als eine der ersten größeren

Städte an der Reihe. Verantwortlich

für den gesamten Umstellungsprozess

ist der jeweilige Verteilnetzbetreiber

– für Osnabrück

ist das die SWO Netz GmbH.

Weitere Infos zur Erdgasumstellung: www.swo-netz.de/gasumstellung

Der "Gaskugelhahn DN100". Abhängig von der Dimension

der Leitung werden als Absperrarmaturen Kugelhähne

oder Schieber eingebaut.

Armatur, die von 15bar Hochdruck

auf 8bar Hochdruck runterregelt

Bis das H-Gas alle Haushalte in Osnabrück

und Teile von Lotte erreicht, müssen im

wahrsten Sinne des Wortes viele Schalter

umgelegt werden. Denn die Umbauarbeiten

an den einzelnen Geräten laufen im Jahr

2019 noch auf Hochtouren, während das

neue Gas an anderen Stellen bereits ins

Netz eingespeist wird.

12

Erdgasübergabestation Luisenstraße

Wahrlich keine leichte Aufgabe für

René Wichmann und seine Kolleginnen

und Kollegen. Doch die Projektgruppe

„Konzept und Planung“ macht sich eine

Besonderheit der Osnabrücker Gasversorgung

zunutze. Die Hasestadt ist durch

zwei Stränge mit dem vorgelagerten Netzbetreiber

„Open Grid Europe“

verbunden. Der nördliche

führt zu den Erdgasübergabestationen

Eversburg,

Kiefernweg und Luisenstraße.

Der südliche wird von der

Erdgasübernahmestation an

der Schellenbergbrücke abgezweigt.

„Dass wir über zwei

Stränge mit den Transportleitungen

verbunden sind,

ist ein Glücksfall für die

Erdgasumstellung“, erklärt

Wichmann.

Bilder © Stadtwerke Osnabrück

2015-09-21_Stadtblatt-Campus.indd 1 21.09.15 15:45

13


WIRTSCHAFT & TECHNIK

AUSBILDUNG & KARRIERE

Wo werden Schuler

zu Fahrzeugkonstrukteuren?

Was passiert bei einem Hackathon?

DIESE FRAGE WURDE DEN 80 TEILNEHMERN DER VERANSTALTUNG „HACKOS“ IM INNOVATIONSCENTRUM OSNABRÜCK

ANFANG DES JAHRES BEANTWORTET. DIE OSNABRÜCKER STARTUPS BITNAMIC, ADAPTVIS, FORESTAGE TECHNOLOGIES

UND VIRTUAL SPICE LUDEN EIN, UM GEMEINSAM IN GRUPPEN SPANNENDE THEMEN RUND UM DIE AUGMENTED UND

VIRTUAL REALITY ZU ERARBEITEN.

„Leider wird der Begriff Hack durch

Medien und Cyberkriminalität negativ

besetzt“, erklärt Krzysztof Izdebski

von Virtual Spice. „Der Begriff ist jedoch

keineswegs negativ zu bewerten“, sagen

Fabian Schlarmann (Forestage) und Erik

Wittkorn (Adaptvis). “Vielmehr bedeutet

es Probleme auf eine besondere Art und

Weise zu lösen.“ Tatsächlich treffen sich

auf Hackathons Spezialisten

aus der Software- oder

Hardwareentwicklung

ebenso wie Begeisterte, um

gemeinsam an Projekten zu arbeiten.

Genau darum ging es auch auf dem

„HackOS“. Die Teilnehmer konnten sich

zunächst einen Eindruck von aktuellen

Technologien verschaffen. Das Teilnehmerfeld

bestand aus interessierten Besuchern,

Studierenden und Spezialisten der

Hard-und Softwareentwicklung, die später

gemeinsam an neuen, spannenden Projekten

arbeiteten. Im Fokus stand das Thema

Virtual und Augmented Reality (VR/AR).

Durch spezielle „Brillen“ kann durch VR

ein Umfeld vollständig simuliert werden,

wohingegen mit AR die tatsächliche Umgebung

durch 3D-Modelle erweitert wird.

nehmen!“, führt Alexei Kolesnikow von

Bitnamic aus. Aus diesem Grund wurde die

Veranstaltung auch von Unternehmen aus

der Wirtschaft (FRIMO, Testia, Salt&Pepper

und Anlagenbau Habeck) unterstützt.

An den jeweiligen Ständen der Veranstalter

und Partner wurden die zahlreichen

Möglichkeiten demonstriert. An der Veranstaltung

beteiligten sich zudem das InnovationsCentrum

Osnabrück und das

iuk Unternehmensnetzwerk Osnabrück.

Kontakt

Die kostenlose Veranstaltung fand bei den

Besuchern großen Zuspruch. Nach spannenden

Workshops zur Themenfindung

wurden gemeinsam kleine Projekte (bis

spät in den Abend) entwickelt, um zum

Beispiel virtuell durch ein Flugzeug zu gehen,

Schuhe anzuprobieren oder die Montage

einer Maschine durchzuführen.

Der Erfolg der Veranstaltung lässt nur

einen Schluss zu: Die „HackOS#2“ wird

folgen! Ein genauer Termin steht derzeit

noch nicht fest, der (späte) Sommer wird

angestrebt. | Redaktion

Weitere Infos:

www.hackos.de

ICO InnovationsCentrum Osnabrück GmbH

Albert-Einstein-Straße 1

49076 Osnabrück

fon +49 541 202 80 - 0

info@innovationscentrum-osnabrueck.de

www.innovationscentrum-osnabrueck.de

Bilder © InnovationsCentrum Osnabrück

Modell zusammen bauen Header-Bild © stockphoto-graf, fotolia.de // andere Bilder © Carina Sander, SFZ Osnabrück

Beim Angebot „Mobilität“ des Schüler-Forschungs-Zentrums (SFZ) Osnabrück beschäftigen sich

Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 16 Jahren in der Schulzeit jeden Montagnachmittag an

der BBS Brinkstraße mit der Fahrzeugkonstruktion. Unter der Verwendung von Modell-Baukästen

lernen sie die mechanischen Grundlagen der Fahrzeugtechnik kennen.

Wer Großes erreichen will, muss klein

anfangen. Gestartet wird im Kurs

„Mobilität“ in der Regel zunächst in klein

mit dem Bau selbst entwickelter, ferngesteuerter

LEGO® Technic-Modelle. Je nach

festgelegter Anforderung müssen diese

Fahrzeuge entweder einen schwierigen

Hindernis-Parcours mit schiefen Ebenen,

Steigungen und Bodenwellen oder eine

Strecke besonders schnell befahren können.

Auch für ein kleines Turnier, bei dem am

gegnerischen Fahrzeug befestigte Luftballons

mit einer Nadel zerstochen werden

mussten, haben die Jungforscherinnen

und Jungforscher des SFZ Osnabrück

bereits Fahrzeuge gebaut. Erst durch diese

speziellen Situationen zeigt sich, ob das

konstruierte Fahrzeug den Anforderungen

genügt und stabil ist.

Was ist bei der Konstruktion

von Fahrzeugen zu beachten?

Durch das Experimentieren und Ausprobieren

lernen die Schülerinnen und Schüler

spielerisch, was bei der Fahrzeugkonstruktion

wichtig ist. Sind Verstrebungen

oder Federungen nötig, damit das

Fahrzeug bei Bodenwellen stabil weiterfahren

kann? Sollte die Reibung reduziert

werden, damit das Fahrzeug den

Parcours schnell bewältigt? Dies lösen

die Schülerinnen und Schüler entweder

durch die Wahl der passenden Reifen oder

durch eine Achsschenkellenkung und das

sogenannte „Ackermann-Prinzip“. Diese

ist schwieriger umzusetzen als die

Schwenkachslenkung mit starrer Achse,

die als einfache Lenkung beispielsweise

in Seifenkisten oder alten Pferdewagen

verwendet wird.

Wie mussen Fahrzeuge aussehen,

die auf dem Mond fahren?

Das große Ziel ist es, ein Fahrzeug zu bauen,

das auf dem Mond fahren kann – einen

Moonbuggy also. Dabei orientieren sich

die Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb

„Human Exploration Rover Challenge“.

Die Herausforderungen für den

NASA-Wettbewerb haben es in sich. Das

Fahrzeug muss von zwei Personen mit

Muskelkraft betrieben werden, von ihnen

über eine kurze Strecke getragen werden

können und zusammengefaltet in einen

Würfel von 1,2 Metern Kantenlänge passen.

Der Parcours mit mondoberflächenähnlichen

Hindernissen muss schließlich

so schnell wie möglich befahren werden.

Dafür werden mithilfe von Infento, einem

größeren Baukasten-System, die vorher

erstellten LEGO®-Modelle lebensgroß

nachgebaut.

Die bereits gesammelten Erfahrungen

werden dann genutzt, um im fortgeschrittenen

Bereich ein CAD-Modell am

Computer zu entwickeln. Die besten

Entwürfe sollen in einer Werkstatt verwirklicht

werden. Unterstützt werden die

Jungforscherinnen und Jungforscher dabei

von Andreas Kahmann, einem Lehrer der

BBS Brinkstraße, und Studierenden, die

an der Hochschule Osnabrück Ingenieurwissenschaften

studieren. | Carina Sander

„Es ergeben sich völlig neue Einsatzszenarien

für Konsumenten und Unter-

Ein zusammengebautes

Modell der Schüler

14

15


LEBEN & GESELLSCHAFT

VERANSTALTUNGEN 2017

Wer wagt Glauben und lebt Vielfalt?

Das Motto „Glauben wagen – Vielfalt leben“, unter dem das Reformationsjahr

2017 in der Region steht, soll ein weiterer Mosaikstein

dieser Geschichte sein. Unter Federführung des Evangelischen

Kirchenkreises Osnabrück hat sich eine Trägergemeinschaft aus

Evangelischer Kirche in Stadt und Land, Bistum, Stadt und Landkreis,

Universität sowie dem Landschaftsverband Osnabrücker

Land e.V. gebildet, die gemeinsam das Projekt „500 Jahre Reformation

– Region Osnabrück“ verantwortet und durchführt.

SO. 19.03.2017

Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte

Bestseller aller Zeiten - Vortrag und Lesung mit Petra Gerster

und Christian Nürnberger. Kirche St. Petri, Melle, 17.00 Uhr.

Kontakt und Karten: Buchhandlung Sutmöller - Tel.

05422/930333 oder Kirchengemeinde Petri, Melle, Tel.

05422/5659.

SA. 25.03.2017

„Gesucht – Hermann Bonnus“ - Ein Großvater und seine

Enkel auf der Suche nach Information zu Hermann Bonnus,

dem "Osnabrücker Reformator". Szenische und musikalische

Darstellung ausgewählter Lebensstationen. Chor, Band,

Cembalo und Gemshorn. Bonnuskirche, Osnabrück, 17.00

Uhr.

Wie kam die Reformation nach Osnabrück?

1517 sorgte der Mönch Martin Luther mit seinen Thesen erst deutschland-, dann europa- und

schließlich weltweit für Aufsehen. Was machte die Reformation in Osnabrück besonders und wie

wird das Jubiläum heute, 500 Jahre später, gefeiert?

Erste Anläufe nahm die Reformation in

Osnabrück wie an anderen Orten auch:

Es traten vereinzelt Mönche und Prediger

auf, die vom reformatorischen Gedankengut

Martin Luthers begeistert waren

und davon erzählten. In Osnabrück

bekam die neue Lehre darüber hinaus

Unterstützung von höchster Stelle. Fürstbischof

Franz von Waldeck

sympathisierte

als Oberhaupt des katholischen Fürstbistums

ebenfalls mit dem, was durch

Martin Luther angestoßen wurde. 1543

rief er gemeinsam mit dem Rat den

Reformator Hermann Bonnus in die Stadt.

Bonnus – gebürtig aus Quakenbrück und

Student Luthers – hatte zuvor schon in

Lübeck erfolgreich für die Reformation

geworben und war nun damit beauftragt,

eine lutherische Kirchenordnung zu erstellen.

Nachdem sie eingeführt wurde,

hörte man wenig später in den Kirchen

überwiegend evangelische Predigten.

Vollständig setzte sich die Reformation

an der Hase allerdings nicht durch, da

Franz von Waldeck schon fünf Jahre später

alle reformatorischen Veränderungen

widerrief, nachdem die Protestanten

im „Schmalkaldischen Krieg“ eine

Niederlage hinnehmen mussten. Der

Widerruf verhinderte zwar die Durchsetzung

der Reformation durch die

Obrigkeit, konnte jedoch die Ausbreitung

des evangelischen Glaubens in Osnabrück

Stadt und Land nicht stoppen. Bis heute

sind die Osnabrücker Christen etwa je zur

Hälfte katholisch und evangelisch.

Ein Jahrhundert später war – neben

Münster – das Osnabrücker Rathaus Austragungsort

der Friedensverhandlungen,

die den „Dreißigjährigen Krieg“ beendeten.

Der Frieden sollte nicht nur auf dem

Papier stehen, er wurde durch die sog.

„alternierende Sukzession“ (Wechsel

katholischer und evangelischer Bischöfe)

in die Tat umgesetzt. Zwischen 1648 und

1802 regierte also immer abwechselnd

ein katholischer und evangelischer Fürstbischof.

Prof. Dr. Martin Jung, Professor

für Historische Theologie an der Universität

Osnabrück, sieht in der Osnabrücker

Reformationsgeschichte und ihren Auswirkungen

einen „wichtigen Mosaikstein

frühneuzeitlicher Toleranzgeschichte.“

Bilder © Dr. Martin Jungs

Diese Kooperation trage den besonderen historischen Auswirkungen

der Reformation auf unsere Region Rechnung und sei

in der Hannoverschen Landeskirche einzigartig, so Dr. Birgit

Klostermeier, Landessuperintendentin für den Sprengel Osnabrück

der ev.-luth. Landeskirche Hannover. Mit den zahlreichen

Veranstaltungen rund um das Reformationsgedenken wolle man

erreichen, dass von der Friedensstadt Osnabrück ein Signal in

Richtung eines Miteinanders der großen, im Einwanderungsland

Deutschland präsenten Religionen ausgeht, betont Klostermeier.

So bleibt zu hoffen, dass das Reformationsjubiläum nicht nur ein

nostalgischer Blick in die Vergangenheit wird, sondern wichtige

Impulse für Frieden, Gerechtigkeit, Toleranz und Verantwortung

setzt. Impulse, die heute so aktuell sind wie vor 500 Jahren.

| Tom Herter

Franz von Waldeck

SO. 23. APRIL /MI., 03. MAI 2017

„Der beste Gott“ – Musiktheater. Kooperationsprojekt des

Musiktheater Lupe und des Büros für Friedenskultur mit

Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterschiedlicher

Religionen und Weltanschauungen über „den besten Gott".

Aufführungen: Haus der Jugend, Osnabrück, 19.00 Uhr.

02. - 23. MAI 2017

„Religramme - Gesichter der Religionen“

Die Wanderausstellung spiegelt anhand von 20 persönlichen

Portraits die multireligiöse Realität, die die bi-konfessionelle

Religiosität abgelöst hat. St. Katharinen, Osnabrück.

SO. 21.05. BIS ENDE OKTOBER 2017

„Osnabrück im Zeitalter der Reformation“ - Die Ausstellung

wurde gemeinsam mit Jugendlichen konzipiert. Sie zeigt die

Anfänge und regionalen Besonderheiten der Reformation

in Osnabrück und ordnet sie in den historischen Kontext

des Zeitalters der Konfessionalisierung ein. Felix-Nussbaum-Haus

/ Kulturgeschichtliches Museum, Osnabrück.

SA/SO. 17./18. JUNI 2017

„Jeanne d‘ Àrc au bûcher“ - Das szenische Oratorium von

Arthur Honegger wird als ökumenisches Chorprojekt aller

Innenstadtchöre gemeinsam mit dem Osnabrücker Sinfonieorchester

als 8. Sinfoniekonzert Open Air vor dem Dom

aufgeführt. Domplatz, Osnabrück, jeweils 20:30 Uhr.

ALLE VERANSTALTUNGEN ONLINE:

www.2017osnabrueck.de

17


LEBEN & GESELLSCHAFT

Persönlichkeits-Ratgeber | Teil 2

Wie wird man vom

Stressjunkie zum Superhelden?

Wer bringt Licht ins Dunkel?

Informieren Sie unterhaltsam & lehrreich über Ihre

Produkte & Dienstleistungen im smarten

Redaktionsumfeld von „Osnabrücker Wissen“!

Mögliche Werbeformen & -kanäle:

Klassiche

Print-Werbeanzeigen

Content-Marketing

(print / online)

Rubriken-Sponsoring

(print / online)

Umschlagwerbung

beim kostenlosen Zustellservice

Exklusive Beilagen

(Gesamtauflage oder Postzustellung)

[...]

Osnabrücker Wissen ist ein Magazin der

Medienagentur KreativKompass GmbH

Im Hamme 7 · 49205 Hasbergen

Ansprechpartner: Stephan Buchholz

Telefon: +49 5405 / 80 83 216

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

Quid agis* Akademie

Der Beitrag von Nina Herrmann setzte unsere

Kooperation mit der Quid agis-Akademie fort.

Herrmann wurde 1978 in Osnabrück geboren.

Die Expertin für Stressmanagement arbeitet

vorwiegend direkt in Unternehmen und bringt

den Mitarbeitern auf humorvolle und motivierende

Art und Weise Strategien für mehr

Erfolg und Gelassenheit näher. Ihre unterhaltsamen

Vorträge hält sie auch auf Tagungen

und Kongressen und sorgt immer wieder für

heldenhafte AHA-Momente.

www.nina-herrmann.de

Bilder Nina Herrmann © Nina Hermann // Superhelden © Bluehousestudio // Stadt © Krolone // WOW © Ron Dale; fotolia.de

Weniger Stress, mehr Gelassenheit – diesen Wunsch haben Viele. Lernen wir doch einfach mal

von den Superhelden, wie es geht!

Gibt es Helden im

Osnabrücker Land?

Aber klar. Auch Sie haben sicher Bilder

oder Namen im Kopf. Arminius zum

Beispiel, der Held der Varusschlacht oder

die Rettungskräfte, die für uns im Einsatz

sind. Die Freiwilligendienste des Bistums

Osnabrück suchen aktiv nach Alltagshelden

und meinen damit ehrenamtliche

Helfer.

Was können wir

von Helden lernen?

Alle Helden haben drei Dinge gemeinsam:

1. Helden sind sich ihrer

Superkräfte bewusst

Oft beneiden wir die Helden um ihre

Talente. Dabei vergessen wir aber, dass wir

alle Superkräfte haben. Ja, auch Sie! Schreiben

Sie sich darum alle Ihre Talente und

Stärken auf. Machen Sie sich ein Heldenprofil.

Fragen Sie dazu Familie und

Freunde. Genießen Sie

das wunderbare Gefühl

beim Hören

oder Lesen der

Antworten und

seien Sie sich

bewusst, wie

stark Sie sind.

2. Helden

kämpfen nie

alleine

Batman hat Robin, Asterix

hat Obelix und selbst Derrick

hatte seinen Harry. Fällt Ihnen was auf?

Jeder echte Held hat jemanden an seiner

Seite. Die Natur hat uns nicht als Einzelkämpfer

vorgesehen. Darum wird im

Stress, neben den typischen Stresshormonen

wie Adrenalin und Cortisol, auch das

Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet.

Das sorgt dafür, dass Sie die Nähe zu anderen

suchen – hören Sie auf Ihre Hormone.

3. Helden bleiben immer gelassen

Selbst wenn die Welt bedroht wird, Helden

bleiben cool. Und das macht auch Sinn,

denn nur dann fällt uns eine Lösung ein.

Sobald wir in Stress geraten, geht unser

Gehirn in den Neandertalermodus und

wir suchen nur noch den einfachsten Ausweg

– nicht aber die beste Lösung. Für

kreatives Denken brauchen wir Entspannung,

Ruhe und Gelassenheit.

Warum sollte ich für

Stress sogar dankbar sein?

Ihr Herz schlägt schneller, Sie schwitzen,

das Atmen fällt schwer ... Herzlichen

Glückwunsch! Ihr Stress will dafür sorgen,

dass Sie überleben und die nächste Herausforderung

meistern. Ohne Stress jedoch

hätten wir einen Zustand der ewigen

Ruhe, und den möchte niemand schon

zu Lebzeiten, oder? Erst durch

Stress können wir Erfolgserlebnisse

haben.

Dieses gute Gefühl,

eine Herausforderung

gemeistert zu

haben. Stress macht

das Leben bunt, abwechslungsreich

und

lebendig. Danke!

Wie kann ich mich im Alltag

heldenhaft entspannen?

1. Konzentrieren Sie sich

auf Ihre Atmung.

Einfach ein bis zwei Minuten nur auf

die Atmung konzentrieren. Das gibt ein

Signal an Ihr Gehirn, dass aktuell keine

Lebensgefahr, also kein Stress, besteht und

der Körper sich entspannen kann.

2. Achten Sie auf Ihre Zunge

Klebt Ihre Zunge manchmal oben am

Gaumen? Das ist ein Zeichen für Anspannung.

Lassen Sie Ihre Zunge bewusst

locker im Mund liegen. Auch dies sorgt für

Entspannung.

3. Nutzen Sie die Superheldenpose

Nehmen Sie für zwei Minuten eine „starke“

Haltung ein. Strecken Sie zum Beispiel die

Arme wie ein Sieger nach oben. So eine

Körperhaltung verändert die Hormone.

Stresshormone sinken und Testosteron

steigt an. Damit fühlen Sie sich nicht nur

stärker, sondern strahlen auch mehr Stärke

und Gelassenheit aus. Besonders vor

wichtigen Terminen eine tolle Übung.

Herzlichst, Ihre

Nina Hermann

Quid agis* GmbH

Scharfe Hegge 35 · 49086 Osnabrück

E-Mail: info@quid-agis.de

Telefon: 05 41 / 58 05 78-10

www.danielabensaid.com

Osnabrücker Wissen verlost 1x 1Ticket

für das Superheldinnen-Seminar (nur für

Frauen) von Nina Herrmann sowie

3 handsignierte Bücher.

Mehr zum Gewinnspiel auf Seite 51.

www.osnabruecker-wissen.de

19


LEBEN & GESELLSCHAFT

Blick in die neue Domschatzkammer

mit Reliquienschreinen und dem

kostbaren Kapitelkreuz aus dem

11. Jahrhundert ...

Einblick in die vielfältige Museumspädagogik:

Ein Kindergeburtstag mit

Zeitreisegefühl nach dem Motto

„Kleider machen Leute“.

Totentanz im Fußballhimmel –

Wie erschließt ein Museum kirchliche Kultur?

„Totentanz“ heißt es derzeit im Diözesanmuseum Osnabrück: Das bezieht sich jedoch keinesfalls

auf schlechte Besucherzahlen, sondern mit der Sonderausstellung „Im Angesicht des Todes“

spürt das Museum bis Ende Juni Vorstellungen vergangener Generationen über einen guten Tod

und eine nachhaltige Erinnerung nach. Das Diözesanmuseum ist neuer Kooperationspartner in

Sachen „Osnabrücker Wissen“ und nicht nur für seine erlesene Sammlung, sondern auch für

seine nachhaltige Museumspädagogik bekannt.

Als Bischof Dr. Franz-Josef Bode das

Diözesanmuseum nach dem jüngsten

Umbau am 19. April 2008 mit einer Segnungsprozession

wiedereröffnete, durchschritt

er in insgesamt sieben Schauräumen

zwölf Jahrhunderte Osnabrücker Bistums-

und Domgeschichte. Der Besucher

betritt das Museum von Westen

durch das Forum am Dom und wird im

ersten Raum mit dem Bistumsgründer

Karl dem Großen und der spannenden

Domarchäologie konfrontiert. Am Eingang

steht er der kunstvoll gearbeiteten

Taubenfibel gegenüber, die um 800 einer

der ersten Christinnen unserer Region

gehörte und damit eines der ältesten

ausgestellten Stücke ist. Bemerkenswert

sind zudem ein Reliquiar mit der rechten

Elle Karls des Großen, sein angebliches

Schachspiel, die in den Boden eingelassene

Rekonstruktion eines Bischofsgrabes

mit originalen Grabbeigaben sowie

ein Dommodell, das die Baugeschichte

der Kathedrale nachvollziehbar macht.

Vorbei am kostbaren Priestergewand

Bischof Bennos II. aus dem 11. Jahrhundert

durchschreitet der Besucher

die Heiligenfiguren des Meisters

von Osnabrück sowie die Fragmente des

Chorgestühls der Osnabrücker Dominikanerkirche,

bis ihn im Obergeschoss die

Touch-Screen-Bildschirme, Bücher und

eine gemütliche Sitzecke zum Verweilen

und Vertiefen einladen. Den Höhepunkt

des Museumsrundgangs markiert die

Domschatzkammer, die der Architekt

Christian Bauer aus Luxemburg inmitten

der ehemaligen Margaretenkapelle

aufgeständert hat. Erlesene Kostbarkeiten

wie das Kapitelkreuz aus dem frühen

11. Jahrhundert, die vier Schreine mit

den Reliquien der Heiligen Crispin und

Crispinian, Cordula und Permerius oder

der Kelemann-Kelch gehören einerseits

zum europäischen Kulturerbe. Zugleich

Domschatzkammer © Hermann Pentermann // Kindergeburtstag © Hermann Pentermann // Stühle © Hartwig Wachsmann

sind sie - wie weitere Stücke aus dem

Domschatz - nach wie vor in maßvollem

gottesdienstlichen Gebrauch.

Im letzten Raum geht es um Wiederherstellung

des Bistums Osnabrück Mitte

des 19. und den Schrecken des 20. Jahrhunderts

sowie die Bischöfe dieser Zeit,

während eine Bildschirmpräsentation am

Schluss zum elektronischen Blick in das

geistliche, caritative, erzieherische und

gesellige Leben der Diözese einlädt. Fast

genau über der Taubenfibel im Erdgeschoss

verweist eine Video-Stele hoch

symbolisch auf die Bandbreite des kirchlichen

Lebens im Bistum Osnabrück und

vermittelt so eine deutliche Botschaft:

Auf dem Fundament seiner über 1.200-

jährigen Geschichte gestaltet das Bistum

aktiv und kreativ seine Gegenwart, um in

einer Zeit des beschleunigten Wandels wie

des rapiden Verfalls traditioneller Werte

und Lebensformen den Schatz des christlichen

Glaubens an künftige Generationen

im dritten Jahrtausends weiterzugeben.

Neu ist an dieser zum 97. Deutschen

Katholikentag fertiggestellten Dauerausstellung,

dass die Objekte nicht mehr nach

den kunsthistorischen Sparten Gemälde,

Skulpturen, Goldschmiedearbeiten oder

geistliche Gewänder ausgestellt werden,

sondern durch deren zeitliche Zusammenschau

und inhaltliche Schwerpunktsetzung

kultur- und kirchengeschichtliche

Zusammenhänge geschaffen werden. Der

fast 90 Quadratmeter große Raum für

Sonderausstellungen ermöglicht kleine

pointierte Projekte, die den Horizont eines

Diözesanmuseums erweitern.

Den Anfang machte 2008 das Projekt

„Um Himmels willen, was ist los da unten?

- Der Karikaturist Fritz Wolf und die

Kirche“. Und 2010 stellte die Sonderausstellung

„Im Fußballhimmel und

auf Erden“ dar, was Fußball und Kirche

verbindet. Nicht nur damals strömten

viele (Fußball-)Fans in einem Alter in das

Museum, in dem man gewöhnlich solche

Kulturorte meidet. | Hermann Queckenstedt

Zur Vergegenwärtigung klösterlichen Lebens in

Osnabrück werden Äbtissinnenstuhl aus St. Vincentius

in Bersenbrück und Chorgestühl aus der

Dominikanerkirche in Osnabrück präsentiert.

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STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wer führt Königinnen durch die

Osnabrücker Geschichte?

Obwohl wesentlich jünger als die Reformation, feiert 2017 auch das Unternehmen Zeitseeing

Jubiläum. Bereits seit 20 Jahren begleiten die Stadtführer Interessierte von außerhalb sowie

Einheimische durch die Osnabrücker Stadtgeschichte und spüren auf unkonventionelle Art ihren

Besonderheiten nach.

Eher beschaulich hat alles seinen Anfang

genommen. Im Januar 1997 wurde die

Firma von den beiden Gründern Renate

Frankenberg und Carsten Lehmann als

Gewerbe angemeldet. Zunächst gab es ein

Handy, das wöchentlich zwischen den beiden

Gründern hin- und hergereicht wurde,

denn ein Büro existierte noch nicht. Erste

Konzepte wurden ausgearbeitet, Plakate

in Eigenregie gestaltet und Schulen angeschrieben.

Inzwischen hat sich einiges getan. Lehmann

zog sich 2011 wegen beruflicher Veränderungen

aus dem Unternehmen zurück,

seither hat Frankenberg die alleinige

Leitung inne und Zeitseeing zu

einem etablierten Teil des Osnabrücker

Kulturprogramms weiterentwickelt. Heute

arbeiten 53 Honorarkräfte mit unterschiedlichsten

Hintergründen und fünf

Angestellte für das Unternehmen.

Was muss ein guter

Stadtführer mitbringen?

Wenngleich sich einiges während der

letzten Jahre verändert hat, eins ist dennoch

gleichgeblieben: Der enorm hohe

Anspruch an die Inhalte der Führungen.

Die Mitarbeiter werden von Frankenberg,

der studierten Theologin und Historikerin,

in Eigenregie ausgebildet und tragen

ihren individuellen Teil zur Gestaltung

der Führungen bei. Die grundlegende

Ausbildung mit dem Schwerpunkt Altstadt

erhalten die Mitarbeiter in einem

sechstägigen Blockseminar, welches durch

mehrere einzelne Veranstaltungen ergänzt

wird. Jeder Stadtführer begleitet Veranstaltungen

von Kollegen, um sich das

nötige Handwerkszeug anzueignen, bevor

er oder sie selbst in Aktion tritt.

Bei Zeitseeing wird größter Wert auf

Details gelegt, daher erhält jeder Mitarbeiter

Zugang zu einer hauseigenen

Bibliothek, um historische

Fakten

gründlich recherchieren

und inhaltlich aufbereiten

zu können.

Gemeinsam werden

»

Renate Frankenberg

präsentiert ein Porträt

Bilder © Zeitseeing Stadtführungen

Konzepte mit Mehrwert entwickelt, denn

es geht auch darum, mit historischen

Irrtümern, Mythen und Vorurteilen aufzuräumen.

Gleichwohl steht bei den Führungen der

Unterhaltungsfaktor im Vordergrund.

„Ein guter Stadtführer ist ein Geschichtenerzähler“,

sagt Frankenberg. „Schwierige

Aspekte müssen gut und verständlich aufs

Wesentliche runtergebrochen werden.“

Eine besondere Herausforderung stellen

hierbei die Umweltbedingungen dar,

denn auch während der Maiwoche oder

bei schlechtem Wetter muss es gelingen,

die Teilnehmer in vergangene Zeiten zu

entführen.

Die Führungen werden in bis zu elf Sprachen

angeboten und individuell auf die

Bedürfnisse kleiner und großer Besucher,

Firmen und Privatpersonen abgestimmt.

Es gibt nicht nur Führungen mit solch

sprechenden Titeln wie „Vom Pesthaus

zum OP“ oder „Mord und Totschlag“,

bei denen entsprechende Örtlichkeiten

besucht werden. Die Veranstaltungen

Nachtwächter mit Gruppe im Bucksturm

werden zudem mit Utensilien und Verkleidungen

gespickt und so zu einem Rundum-Erlebnis

aufgewertet: Kinder vermessen

mit Alltagsgegenständen die Dicke

der Dommauern, gemeinsam mit dem

Nachtwächter werden mittels historischer

Laternen verborgene Gänge in Brücken

und Teilen der Stadtmauer erkundet.

Welche besonderen

Erlebnisse gab es?

Mehrere tausend Führungen mit

verschiedenen Schwerpunkten haben

in den letzten beiden Jahrzehnten Menschen

die Stadtgeschichte nahegebracht.

Interessante Begegnungen waren dabei,

an die sich Frankenberg noch gerne erinnert.

Ein älteres, jüdisches Ehepaar sei zu

einer Chagall-Ausstellung angereist, das

den Künstler persönlich kannte. Auch

einige Moderatoren und Politiker hat

Frankenberg schon persönlich durch die

kleinen Gassen der Altstadt und durch die

Kirchen geführt: Den bereits verstorbenen

Alt-Bundespräsidenten Johannes Rau zum

Beispiel oder auch die Moderatoren Ina

Müller und Carlo von Tiedemann.

DAS IDEALE EQUIPMENT FÜR TEILNEHMER

Wer festes und bequemes Schuhwerk sowie dem

Wetter entsprechende Kleidung trägt, ist bestens

vorbereitet, um an einer Zeitseeing-Stadtführung

teilzunehmen. Empfehlenswert sind zudem ein

paar Taschentücher und eine kleine Flasche Wasser,

wenngleich es sicherlich keine Durststrecken gibt ...

Die wohl beeindruckendste Begegnung

fand 1998 im Rahmen einer Gedenkfeier

zum 350jährigen Jubiläum des Westfälischen

Friedens statt. Der damalige Oberbürgermeister

Hans-Jürgen Fip empfing

im Rathaus eine illustre Gesellschaft des

europäischen Hochadels. Frankenberg

berichtete der schwedischen Königin Silvia

gerade von der Hexenverfolgung in

Osnabrück, als Königin Beatrix der

Niederlande, die mit einem Ohr zugehört

hatte, sich zu den beiden gesellte und man

entspannt ins Plaudern geriet. „Das war

mein absolutes Highlight in 20 Jahren

Zeitseeing“, schmunzelt Renate Frankenberg.

| Sina-Christin Wilk

WISSEN KOMPAKT

20JÄHRIGES JUBILÄUM

Um das Jubiläum gebührend zu

begehen, ist das Repertoire um

einige Veranstaltungen erweitert

worden: Erstmalig werden Radtouren

und eine Neustadt-Führung

angeboten, Ausflüge und

Abendveranstaltungen würdigen

die Nachbarschaftspflege der

Kulturschaffenden („Zeitseeing

on Tour“) und eine Themenführung

berichtet, wie Osnabrücker

die Zeit der Reformation erlebt

haben.

Zeitseeing

Stadtführungen

Renate Frankenberg

Bierstr. 17 | 18 49074 Osnabrück

zeitseeing@osnanet.de

www.osnabrueckstadtfuehrungen.de

23


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Fundstück: Litui

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Was verbindet

Kalkriese mit Pompeji

und der Titanic?

Orte in Stadt und Land (10)

Ist der Piesberg Pyes Berg?

Pye ist der nördlichste und zugleich höchstgelegene Stadtteil von Osnabrück. Bei gutem Wetter

ist es möglich, bis nach Lingen zu sehen. Lange Zeit war Pye ein eigenständiges Dorf im

Landkreis Osnabrück, 1972 wurde es eingemeindet.

Mit 2.991 Einwohnern ist Pye zu klein für

einen Supermarkt, und es gibt nur noch

eine Kneipe. Aber der Piesberg, auf dessen

Gipfel sich vier Windräder drehen, sorgt an

Wochenenden dafür, dass viele Menschen

diesen Ort besuchen. Schon immer

bildeten Pye und der Piesberg eine Einheit.

Mit einer Höhe von 188 m überragt er die

Landschaft, aber bei näherem Hinsehen

erinnert der Berg an einen hohlen Zahn.

Hier wurde bis ins 20. Jahrhundert Kohle

unter Tage abgebaut, und die älteren

Osnabrücker erinnern sich noch an die

große Mülldeponie von Stadt und Landkreis,

die bis 2006 betrieben wurde.

Wie kam das Dorf Pye

zu seinem Namen?

Die Vermutung, dass der Piesberg von

„Pyes Berg“ abzuleiten ist, liegt auf der

Hand. Der Historiker Herrmann Jellinghaus

verweist auf eine Quelle von 1160,

in der Pye erstmals beschrieben wurde,

allerdings in der ursprünglichen Form

von „pythe“. Im Laufe der Jahrhunderte

unterlag dieser Name weiteren Veränderungen,

nämlich von „pithe“ (1209)

zu „pede“ (13. Jahrhundert) über „piehe“

(1650), bis endlich der jetzige Name „pye“

(1772) auftaucht. Der Gleichklang von

„pythe“ und Pütt verlockt dazu, einen Zusammenhang

herzustellen. Der erscheint

auch nicht ganz abwegig, da der Kohleabbau

in offenen Gruben, also Pütten,

in Pye schon sehr früh nachgewiesen ist.

Urkundliche Zeugnisse finden sich zwar

erst 1461, eine frühere Nutzung der

Piesberger Anthrazitkohle ist jedoch nicht

unwahrscheinlich.

Auch Günther Wrede, der die überlieferten

Zeugnisse kritisch untersucht hat, ist auf

die Ortsnamen „pithe“ (1160) und „pede“

(13. Jahrhundert) gestoßen. Er deutet

diesen Begriff im Sinne von zähem Tonlehm.

Demnach könnte der Name des

Piesberges aus dem Namen Pedeske-Berg

hervorgegangen sein.

Einen anderen Ursprung vermutet

die Sprachwissenschaftlerin

Kirstin Casemir. Sie weist auf

ein Schriftstück aus dem Kloster

Corvey (15. Jahrhundert) hin,

wo der Name „pathi“ auftaucht.

Dieser Beleg wird dort zu Pye

gestellt. Pathi wiederum ist mit

dem Wort Pfad verwandt, was

auf einen begehbaren Weg deutet. Im

weitesten Sinn wäre dann Pfad auch für

ein schwieriges Gelände oder hügeliges

Gebiet anzuwenden. Und da könnte sich

der Kreis zum Piesberg schließen, der aller

Wahrscheinlichkeit nach Pyes Berg war

und ist. | Ebba Ehrnsberger

Bilder © Ebba Ehrnsberger

Litui © VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land gGmbH, Dave Ziegenhagen // Greifenkopf © VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land gGmbH, Christiane Matz // Ausgrabung © mrks_v, fotolia.de

2017 blickt das Museum Kalkriese auf eine dreißigjährige Forschungsgeschichte zurück. Damals

wurden die ersten Funde in einer archäologischen Ausgrabung geborgen – der Startschuss für

eine Erfolgsgeschichte. Heute steht in Kalkriese ein gut besuchtes und renommiertes Museum,

finden regelmäßig Ausgrabungen statt und die seit Jahrhunderten gesuchte Örtlichkeit der

Varusschlacht scheint gefunden. In 2017 startet ein neues Forschungsprojekt, das einige der

vielen noch offenen Fragen klären soll.

„Forschung im Museum“ heißt ein

Förderprogramm der Volkswagenstiftung.

Zu den glücklichen Antragstellern

gehörte in der vorerst letzten Ausschreibungsrunde

auch die »Varusschlacht

gGmbH – Museum und Park Kalkriese«,

die mit ihrem Projekt »Kalkriese als Ort der

Varusschlacht? – eine anhaltende Kontroverse«

Gutachter und Jury überzeugte und

nun für ihr Forschungsvorhaben gemeinsam

mit der Ludwig-Maximilians-Universität

München und dem Deutschen

Bergbau-Museum Bochum in den kommenden

drei Jahren rund 430.000 Euro

Forschungsmittel erhält. Bisher standen

insbesondere die antiken Texte zur

Schlacht, die Topographie der Landschaft,

die lokale Befundlage sowie der numismatische

Bestand bzw. die sich hieraus

ergebende Datierung des Fundortes im

Fokus der Forschung. Erstmals sollen nun

die Funde von dem historischen Schlachtfeld

eingehend untersucht und in ihren

kulturhistorischen Kontext eingefügt werden.

Der archäologische Fundbestand ist

aufgrund seiner spezifischen Entstehungsgeschichte

einzigartig. Im Gegensatz zu den

Funden langjähriger Lagerstandorte entstand

das Kalkrieser Fundensemble in sehr

kurzer Zeit, wie man dies ansonsten nur

von Katastrophen aus Pompeji und Herkulaneum

oder jüngeren spektakulären

Ereignissen wie dem Untergang der

Titanic kennt. Alle in Kalkriese bisher gefundenen

Objekte gelangten annähernd

gleichzeitig in den Boden. Damit gibt

der Fundbestand wie kaum eine andere

Sammlung Aufschluss darüber, was alles

gleichzeitig in Gebrauch war und was die

römische Armee tatsächlich so mit sich

führte. Natürlich ist auch dies nur ein

kleiner Ausschnitt. Nicht nur germanische

Plünderer, sondern auch der Zahn der Zeit

forderten ihren Tribut und dürften das

ursprüngliche Fundaufkommen drastisch

reduziert haben. Noch ist längst nicht

alles ausgegraben, wie die neusten Funde

in Kalkriese - etwa die im Juni 2016

entdeckten Goldmünzen - eindrücklich

zeigen. | Stefan Burmeister

Osnabrücker Wissen verlost 5x eine

Familienkarte für die Römer- und

Germanentage am 04. & 05.Juni 2017

Mehr zum Gewinnspiel auf Seite 51.

24

25


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Schlagzeilen

des Jahres 1955

Außenansicht des Kaufhauses Merkur gegenüber des Neubaues der

Stadtsparkasse Osnabrück an der Wittekindstraße.

präsentiert: Osnabrück in den 50er und 60er Jahren

Wer konnte den Osnabrückern (fast) alles verkaufen?

Sommer 1955: „Ganz Paris träumt von der Liebe“, behauptet Caterina Valente, die sich seit

Monaten an der Spitze der deutschen Charts tummelt. Derweil gießt man fernab der französischen

Hauptstadt einen eher prosaischen Traum in Beton. Nach 99 Tagen Bauzeit steht das

„modernste Kaufhaus Europas“ mitten in Osnabrück.

Als das Kaufhaus „Merkur“ am 7. Juli 1955

seine Pforten öffnete, schienen die entbehrungsreichen

Nachkriegsjahre endgültig

vorüber zu sein. Zehntausende Osnabrücker

machten sich auf den Weg in die

Wittekindstraße und standen plötzlich in

einem Einkaufsparadies, das alle bekannten

Dimensionen sprengte.

Auf einer Verkaufsfläche von 6.800 Quadratmetern

wurden rund 60.000 Artikel

angeboten. Das Spektrum reichte von

„Waren des täglichen Bedarfs“ über Kleidung,

Radio- und Elektrogeräte bis hin

zu Teppichen und Möbeln. Das Kaufhaus

„Merkur“ verfügte außerdem über ein

hauseigenes Restaurant, eine Milchbar

und eine Phonobar, in der mit hoher

Wahrscheinlichkeit auch von Caterina

Valente und der Liebe in Paris geträumt

wurde. Eine der größten Attraktionen,

die der vom „Osnabrücker Tageblatt“ zum

„Magnet der Großstadt“ gekürte Einkaufstempel

zu bieten hatte, war die nagelneue

Rolltreppe. Sie konnte zwar vorerst

nur nach oben fahren, fand aber sofort

begeisterte Anhänger. Für die Verkäuferinnen

und Kassiererinnen gab es reichlich zu

tun, doch auch die Personalstärke war seinerzeit

rekordverdächtig: 600 Mitarbeiter

kümmerten sich um Kunden, Artikel und

den ordnungsgemäßen Zustand der Registrierkassen.

Viele mittelständische Unternehmen sahen

die Konkurrenz „mit einer gewissen

Beklemmung“, wie Günther Stucke,

Kaufhaus Merkur (unten rechts) © Sammlung Rudolf Lichtenberg; Museum Industriekultur Osnabrück // Schaufenstergestaltung © Sammlung Foto Strenger/Grovermann;

Museum Industriekultur Osnabrück // Kaufhaus Merkur (oben) © Sammlung Georg Bosselmann; Museum Industriekultur Osnabrück // Wohnzimmer © arcona LIVING

Hauptgeschäftsführer der Industrie- und

Handelskammer in seiner Eröffnungsansprache

zugab. Er sei allerdings optimistisch,

dass der Wohlstand in Deutschland

weiter wachse und damit auch der

Gesamtumsatz des Handels steige.

Stucke behielt Recht, zumindest in den

folgenden Jahren. 1964 bekam das Kaufhaus

dann einen neuen Namen, ein

modernisiertes Sortiment und einen Fassadenaufsatz

aus 9.000 Keramikteilen, die als

„Hortenkacheln“ in die Geschichte eingingen.

Die Wabenfassade überlebte nicht

nur ihren Erfinder, den 1970 verstorbenen

Architekten und Designer Egon Eiermann,

sondern auch den Warenhauskonzern,

für den sie ihr stilisiertes „H“ zeigte.

1995 übernahm Kaufhof das Gebäude in

der Wittekindstraße. | Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

Schaufenstergestaltung des Kaufhauses Merkur um 1960.

WER WAR MERKUR?

Die von den jüdischen Brüdern

Salman und Simon Schocken geleitete

Schocken AG wurde 1938

„arisiert“ und in „Merkur Aktiengesellschaft“

umbenannt. Merkur

war in der römischen Mythologie

nicht nur Götterbote und Schutzpatron

der Händler, sondern auch

der Gott der Diebe.

AUF DEM WEG ZUR

VOLLBESCHÄFTIGUNG

Das Wirtschaftswunder macht´s möglich:

Innerhalb von fünf Jahren kann

die Zahl der Arbeitslosen in Westdeutschland

nahezu halbiert werden.

1955 sind noch etwa eine Million

Menschen ohne Job, die Arbeitslosenquote

liegt bei 5,6 Prozent. In den

60er Jahren wird sie bis auf 0,7 Prozent

sinken.

Kaufhaus Merkur Teilansicht der Fassade,

Rückseite, um 1955.

2. Januar

Im Fernsehen läuft zum ersten Mal

„Was bin ich?“ Bis 1989 geht Robert

Lemke mit seinem Rateteam 337 Mal

auf Sendung.

3. Januar

Als „Vorkämpfer der modernen Malerei“

erhält der in Osnabrück geborene

Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart

die höchste Auszeichnung der

Stadt. Mit ihm bekommt der Numismatiker

Karl Kennepohl, Verfasser des

Buches „Die Münzen von Osnabrück“,

die Justus-Möser-Medaille.

13. Februar

Heinrich Böll besucht Osnabrück. Der

große Schriftsteller und spätere Literatur-Nobelpreisträger

liest im Ratsgymnasium

aus seinem gerade erschienenen

Roman „Haus ohne Hüter“.

1. April

Zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg

nimmt die Lufthansa ihren

Betrieb wieder auf.

5. Mai

Mit dem Inkrafttreten der „Pariser

Verträge“ wird die Bundesrepublik

Deutschland ein souveräner Staat.

15. Juli

In Lindau geben 18 Nobelpreisträger,

unter ihnen die deutschen Physiker

Max Born, Werner Heisenberg und der

Chemiker Otto Hahn, die „Mainauer

Erklärung“ ab. Darin heißt es: „Alle Nationen

müssen zu der Entscheidung

kommen, freiwillig auf die Gewalt als

letztes Mittel der Politik zu verzichten.

Sind sie dazu nicht bereit, so werden

sie aufhören, zu existieren.“

8. September

Bundeskanzler Konrad Adenauer verhandelt

in Moskau über die Rückkehr

der letzten etwa 10.000 Kriegsgefangenen.

Im Oktober treffen die ersten

600 Spätheimkehrer in Friedland ein.

26

Das "Wohnzimmer" im Osnabrücker acrona LIVING,

eingerichtet im original Stil der Wirtschaftswunderzeit.

27


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Gibt es einen Anlass?

Ja. Am 30. August letzten Jahres hat

der Osnabrücker Stadtrat auf Initiative

der beiden Schinkeler Bürgervereine

(Schinkel und Schinkel-Ost) einstimmig

beschlossen, angesichts der blutigen

Ereignisse des Jahres 1801 einen Waldweg

inmitten der Gartlage „Gesellenweg“

zu nennen und eine Erklärungstafel aufzustellen.

Erinnert werden soll dabei an

einen blutig niedergeschlagenen Arbeitskampf

Osnabrücker Handwerksgesellen,

dem sich seinerzeit große Teile der Osnabrücker

Bevölkerung anschlossen. Die Informationstafel

soll in naher Zukunft am

Haster Weg in Höhe des alten Forsthauses

beheimatet werden. Das vielgelesene Buch

„Geplatzte Kragen“ dürfte in den letzten

Jahren dazu beigetragen haben, dass die

Erinnerung an die damaligen Ereignisse

wieder wach wurde.

Hier, am Standort Haster Weg in Richtung Dodesheide,

Höhe ehemaliges Forsthaus, soll die Tafel stehen.

Wieso gibt es bald

einen „Gesellenweg“?

Voraussichtlich noch in diesem Frühjahr wird inmitten der Gartlage, jenem

Waldabschnitt zwischen Schinkel und Dodesheide, eine Informationstafel

eingeweiht. Sie erinnert an den sogenannten Osnabrücker „Gesellenaufstand“

von 1801. Heiko Schulze, Autor des - jene Ereignisse beschreibenden - Romans

„Geplatzte Kragen“, geht in zwei Nummern von „Osnabrücker Wissen“ der Frage nach, was es

mit diesem „Aufstand“ auf sich hatte und warum er bis heute eine große Bedeutung besitzt.

Was trieb die alten Gesellen an?

Wandernde Handwerksgesellen, für

Außenstehende heute eine eher trachtenhaft

anmutende Berufsgruppe, besitzen in

Europa eine jahrhundertealte Tradition.

Wer seinerzeit Meister werden wollte, um

einen Handwerksbetrieb zu führen, musste

Wanderjahre und Arbeitsnachweise

vorweisen. Attestiert wurden diese von

Meistern, in deren Betrieben der Geselle

sein handwerkliches Können erweiterte.

Zugleich gelang es den unbehausten

Wanderern, auf ihrer „Walz“ einen großen

Zusammenhalt zu pflegen, der viele erkämpfte

Rechte, eigene Begriffe und ein

eigenes Liedgut umfasste. All dies führte

zu einem großen Selbstbewusstsein der sogenannten

„Bruderschaften“, die sich stets

mit einem gewissen Stolz präsentierten.

Feierabend, Schmacht, Polyp:

Wie beeinflussten die Gesellen

unsere Sprache?

Jede Menge! Allein schon der vieldiskutierte

Begriff „Gesellschaft“ führt sich auf

die alten Gesellen zurück. Zahllose Volksund

Wanderlieder, viele davon immer

wieder von der Obrigkeit verboten, sind

bis heute elementarer Bestandteil des deutschen

Liedgutes und werden an Schulen

und in Chören reichhaltig gepflegt. Hinzu

kommen die Spuren aus der alten „Szenesprache“

der jungen Handwerker. Kostproben

des reichhaltigen Vokabelheftes

sind der „Krauter“ (Chef und Meister), der

„Feierabend“ als Arbeitsende, „Beuteln“

und „Hänseln“ beschrieb eine unfeine Behandlung

zum Bestehen von Mutproben.,

„In Schale werfen“ umschrieb das Anlegen

feiner Kleidung, „Kaff“ den anzusteuernden

Ort, „Mampfen“ oder „Schmausen“

das genüssliche Essen, „Schmacht“ das

genaue Gegenteil. „Penne“ hieß die Übernachtungsmöglichkeit,

„toff“ war prima,

„Knast“ oder „Kittchen“ das Gefängnis

und „Polyp“ der Polizist oder Gendarm.

Und „Tapern“ beschrieb letztendlich das

regelmäßige Wandern.

Gemäldei © Künstler Henning Heigl // restliche Bilder © Heiko Schulze

Wer erkämpfte sich

„Blaue Montage“?

Die Gewerkschaften sollten später etliche

Jahrzehnte benötigen, um solche Rechte

für Arbeitnehmer zu erkämpfen, welche

sich die Handwerksgesellen bereits

Jahrhunderte zuvor mühsam gegen ihre

Meister erstritten hatten: Wandergesellen

besaßen ihre eigene „Gerechtsame“, innerhalb

derer sie interne Streitigkeiten ohne

Einfluss von außen lösen konnten. „Altgesellen“

waren Sprecher ihrer jeweiligen

Bruderschaften und so etwas wie frühe Betriebsräte.

Als „Blaue Montage“ galten über

viele Jahre hart erkämpfte freie Arbeitstage.

Kontrakte über Arbeitszeiten, Kündigungsfristen

und Entlohnungen waren

die Vorläufer späterer Tarifverträge. Die

eigenen Herbergen, in denen übernachtet,

gegessen und gezecht werden konnte, unterstanden

der Selbstverwaltung der Gesellen.

Selbstverwaltete Kassen schützten

Gesellenbrüder gegen Arbeitslosigkeit und

sorgten für Arztkosten bei Erkrankungen.

In „Aufständen“, zuletzt immer häufiger

auch „Streiks“ genannt, gab es die ersten

Streikerfahrungen.

Warum galten Gesellen

als die „Wissenden“?

Da die Wandergesellen im Zuge ihrer Märsche

viel herumkamen und sich mit ihren

„Brüdern“ auf der „Walz“ austauschten,

wussten sie weit mehr vom überregionalen

Geschehen als die alteingesessene Bevölkerung.

Erzählungen wandernder Zeitgenossen

produzierten auf Märkten oder in

Wirtshäusern so manchen Pulk neugierig

lauschender Dorf- oder Stadtbewohner.

Besondere Beachtung fanden dabei auch

solche Berichte, die sich auf Aufstände gegen

Obrigkeiten oder gar revolutionäres

Geschehen (wie

das in Frankreich

anno 1789) bezogen.

Was führte

zum

Osnabrücker

Aufstand?

Als sich im Juli

© TRÄGERGEMEINSCHAFT „500 JAHRE REFORMATION – OSNABRÜCK“

1801 Gesellen

aller Osnabrücker

Handwerke

anlässlich ihres

Streiks im Gasthaus

Gartlage einfanden,

ging dem

ein heftiger Streit

um die versuchte

Beschneidung eigener

Rechte voraus.

Eine Rangelei

unter Schuhmachergesellen

um

Vorschriften einer

alten Kleiderordnung

(es ging um

das Schließen des Rocks während einer

Feierstunde, weshalb der spätere Roman

auch „Geplatzte Kragen“ heißen sollte)

bildete den Ausgangspunkt: Meister

schritten ein und verhängten Entlassungen

sowie hohe Strafgelder.

Da der interne Streit die Meister aber gar

nichts anging, begann ein Streik, dem sich

im Nu alle anderen Gesellenbruderschaften

der Stadt anschlossen. Auch große Teile

der Osnabrücker

Bevölkerung revoltierten

dagegen, dass

sich die Stadtspitze

um Bürgermeister

Heinrich David Stüve

gegen die Streikenden

gestellt hatte.

Eine tiefe Kluft zwischen

Armen und

Reichen, zwischen

Rechtlosen und Privilegierten

verschärfte

die Spannung. Stüves

2017

?

WAS IST

500 JAHRE REFORMATION | REGION OSNABRÜCK

www.2017osnabrueck.de

Bündnis mit den ortsansässigen, schwer

bewaffneten Hannoverschen Soldaten war

geschuldet, dass es schließlich zu einem

blutigen Kampfgeschehen in der Gartlage

kam, das bis heute ein trauriges Ereignis in

der Stadtgeschichte darstellt. | Heiko Schulze

In der nächsten Ausgabe beleuchtet

Osnabrücker Wissen“ ausführlicher das

örtliche Geschehen.

Protestzug der Gesellen mit Opfern vor dem Rathaus.

In den 1980er Jahren gemalt vom Osnabrücker Künstler

Henning Heigl.

Der lange Weg zu Meisterehren

28 29


Wer präsentiert Osnabrücker

Industriegeschichte von oben?

Er ist aus dem Osnabrücker Stadtbild nicht mehr wegzudenken: Der leuchtend gelbe MAN Doppeldeckerbus

aus dem Jahr 1980. Bis zu 80 Personen finden darin einen Sitzplatz. Im vergangenen

Jahr stiegen über 4.500 Gäste ein, um an einer der vier Stadtrundfahrten teilzunehmen. In diesem

Jahr können sich Interessierte bei drei der vier angebotenen Touren auf ein neues Highlight freuen.

Seit Mitte Februar hat jeder die Möglichkeit, Tickets für eine der vier Stadtrundfahrten zu kaufen und

damit Osnabrück mal ganz anders, nämlich von oben zu entdecken.

Hintergrund © Yörn Kreib // Bus © Stadtwerke Osnabrück AG / Dr. B. Schneider // Hellmann Bilder Hellmann © Worldwide Logistics

Egal ob man sich für die City-, die Osnabrück-

oder die Industrie-Tour entscheidet,

in allen Fällen führt die Fahrt durch

den Osnabrücker Hafen, der 2016 seinen

100. Geburtstag feiern konnte (vgl.

Osnabrücker Wissen Nr. 13). Fachkundige

Stadtführer der Firma Zeitseeing sorgen

für spannende Informationen rund um die

Entstehungsgeschichte der Friedensstadt.

Welcher weiße Fleck wird

erstmals angesteuert?

Jeder kennt das Logo samt Schriftzug

der von Carl Heinrich Hellmann 1871 in

Osnabrück gegründeten gleichnamigen

Firma. Das Ein-Mann-Unternehmen

spezialisierte sich auf die Beförderung von

Gütern mit Pferdefuhrwerken. Diese wurden

1925 erfolgreich durch Güterwagen

ersetzt. Heute arbeitet das Unternehmen

Hellmann Worldwide Logistics an seinem

Sitz im Osnabrücker Hafen mit einem Verkehrsmix

aus LKW und Bahn. Das etwa

119.000 qm große Firmengelände auf dem

sich diese Verkehrswege kreuzen und auf

dem täglich ca. 500 LKWs abgefertigt werden,

war bisher für normale Osnabrücker

„Terra incognita“. Ab Ende März heißt es

auf den Stadtrundfahrten jetzt regelmäßig

„Nächster Halt Firma Hellmann / Wendebecken

Osnabrücker Hafen“.

Schrott oder Gold?

Für den Doppeldeckerbus öffnen sich die

Schranken in der Elbestraße. Nach einer

kurzen Fahrt über das Firmengelände

legt der Bus einen etwa 10-15-minütigen

Stopp am Wendebecken des Osnabrücker

Hafens ein. Der Blick fällt auf die gegenüber

aufgetürmten Schrottberge, das

Osnabrücker Gold“. Hier stellt die Rohstoff

Recycling Osnabrück GmbH (RRO), eine

100%ige Tochter der Georgsmarienhütte

Holding, den gewünschten Schrottcocktail

zusammen, der dann per Bahn

ins Werk nach GM-Hütte transportiert

und direkt in den Elektroofen geschüttet

wird. Eine beeindruckende Architektur

bietet der ehemalige Getreidespeicher III,

der heute von Hellmann als Bürogebäude

genutzt wird. Kirsten Willenborg, Leitung

PR & Marketing, sieht die neuen Stadttouren

„auch als Angebot für die eigenen

1.280 Mitarbeiter, die auf diese Art mit

der ganzen Familie den Arbeitsplatz in

Augenschein nehmen können“.

Welche Global-Player

stehen auf dem Programm?

Dabei reiht sich die Firma Hellmann in

eine illustre Reihe weltweit agierender

Unternehmen ein, die bei der Industrie-

Tour nicht nur angefahren, sondern auch

durchfahren werden: Die KME AG (ehemals

Kabelmetall), mit ihrer historischen

Industriearchitektur, die Papierfabrik

Felix Schoeller, die weit mehr als Fotopapiere

im Programm hat, die Stadtwerke

Osnabrück AG mit ihrer Busflotte, sowie

der Hafen mit seinen unterschiedlichen

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Gewerbezweigen. Die Fahrt führt weiter

über das Gelände der "Spedition Koch

International" und bietet somit einen Blick

auf ein weiteres Unternehmen der Osnabrücker

Industriegeschichte.

| Yörn Kreib

WISSEN KOMPAKT

WANN GEHT’S LOS?

Offizieller Saisonstart der Stadtrundfahrten,

die auch in diesem

Jahr vier unterschiedliche Touren

anbieten, ist der 25. März.

Die Stadtrundfahrten sind eine

Kooperation der Stadtwerke

Osnabrück, des Vereins Traditionsbus

Osnabrück e.V., der

Tourist-Information Osnabrück /

Osnabrücker Land und der Zeitseeing

Stadtführungen. Neben den

drei bereits erwähnten Touren

führt eine vierte direkt auf den

Piesberg.

Start ist jeweils Samstag (City-,

Osnabrück-, Industrietour) bzw.

Sonntag (Piesbergtour) an der

Haltestelle Lortzingstraße, Ecke

Dielingerstraße und Große Straße.

Dauer: 2 – 3 Stunden

Preis: Erwachsene ab 13 €

Kinder: ab 6 €

Familienkarten erhältlich.

Info & Anmeldung:

www.swo.de/stadtrundfahrten

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FAMILIE & SOZIALES

Wie uberwinden Kinder ihre Ängste?

Der Kinder- und

Jugendbuchtipp wird

präsentiert vom

Die besten

lebensmittel

der

region

ESSEN & TRINKEN

Angst haben – das kennen wir alle. Doch manchmal werden die Ängste überwältigend groß. So

leidet Cordula seit einiger Zeit verstärkt an Panikausbrüchen - vor allem größere Höhen machen

ihr zu schaffen. Lars-Olaf leidet unter einer Spinnen-Phobie und Katla aus Island hat nachts oft

schlimme Albträume.

Auf dem Jansenhof im emsländischen

Werpeloh sollen die Kinder in den Ferien

lernen, sich ihren Ängsten zu stellen.

Dabei soll ihnen das ebenso kluge und einfühlsame

wie gutmütige Islandpferd Talisman

helfen.

Zunächst geht es auf dem Hof ganz friedlich

zu: Mit Talisman erleben die Kinder

schöne Stunden und blühen regelrecht

auf. Aber bald merken sie, dass hier etwas

nicht ganz geheuer ist. Werden die Kinder

mit ihren Phobien etwa gezielt zu etwas

benutzt? Weshalb werden sie in einen einsamen

Wachholderhain gebracht? Dinge

verschwinden plötzlich, außerdem dringen

aus dem Keller Musik und merkwürdige

Geräusche. Ist dort vielleicht jemand

Das Buch: Talisman

und die blauen Rätsel

gefangen? Cordula, Katla und Lars-Olaf

müssen ihre Ängste überwinden, damit sie

den Geheimnissen mit der Hilfe von Talisman

auf die Spur kommen.

Der Osnabrücker Autorin Miriam Rademacher

ist es gelungen, mit ihrer Mutmach-Geschichte

ein ernstes und aktuelles

Thema nachdenklich und humorvoll zugleich

anzupacken. Die jungen Leserinnen

und Leser lernen beim Schmökern ganz

nebenbei, wie wichtig es ist, sich seinen

Ängsten zu stellen und damit umgehen zu

lernen. | Beatrice le Coutre-Bic

Miriam Rademacher: Talisman und die

blauen Rätsel. Hildesheim: Verlag Monika

Fuchs, 2016. 136 S., Euro 12,90.

WISSEN KOMPAKT

DIE AUTORIN

Miriam Rademacher, geboren 1973,

verbrachte ihre Kindheit auf einem

kleinen Barockschloss im Emsland.

Schon früh interessierte sie sich für

das Schreiben. Heute lebt sie mit

ihrer Familie in Osnabrück, wo sie an

ihren Büchern arbeitet und zudem

Tanz unterrichtet. Kein Wunder, dass

die Hauptfigur ihrer in Mittelengland

spielenden, spannend-skurrilen

Krimi-Reihe, Colin Duffot, Tanzlehrer

ist.

In den letzten Jahren hat Miriam

Rademacher zahlreiche Kurzgeschichten,

Fantasy-Romane, Krimis

und ein Kinderbilderbuch, „Krebs

in Knoblauch“, veröffentlicht, das

2012 in Österreich mit dem Goldenen

Kleeblatt gegen Gewalt ausgezeichnet

wurde.

Osnabrücker Wissen verlost zusammen mit

dem Literaturbüro Westniedersachsen 2x

das Buch „Talisman & die blauen Rätsel“ -

mehr beim Gewinnspiel auf Seite 50/51.

Porträt © Miriam Rademacher

Bilder © "Die Gemüsegärtner"

präsentiert von

www.dransmann.com

Wer backt mit gutem Gewissen?

Es ist Frühjahr, das Fest aller Eier wird gefeiert. Grund genug, dem Ei mal etwas auf die Schale zu

rücken. 233 Eier essen die Deutschen im Jahr. Ja, auch die Osnabrücker, spezielle regionale Zahlen

sind dabei jedoch nicht bekannt. Deutschlandweit teilt sich der Markt wie folgt auf: 11,7% der Eier

sind Bio-Ware. 26,1% stammen aus Freilandhaltung, 60,7 aus Bodenhaltung und die restlichen

1,5% aus Kleingruppenhaltung. Der Trend zum Bio-Ei ist dabei ständig steigend.

Udo Engelke von den Gemüsegärtnern aus

Kalkriese versorgt die Osnabrücker auf

Wochenmärkten und mit seinem Biokisten-

Lieferservice. Bio-Eier aus regionaler

Produktion setzen sich durch, so der Trend,

den auch er beobachtet. Dabei sind die Eier

der artgerecht lebenden Legehennen, die mit

Getreide, Ackerbohnen oder Erbsen gefüttert

werden, deutlich teurer als die Konkurrenz

aus dem konventionellen Supermarkt.

10 Bio-Eier können schon mal 4,50 € kosten.

Bei der Nachzucht von Hennen geht’s den

Hähnchenküken an den Kragen. Da sie

natürlich keine Eier legen können, landen sie

oft im Schredder. Der ernährungsbewusste

Osnabrücker hilft mit seinem Eier-Kauf

dabei, die sogenannte Bruderhahninitative

(www.bruderhahn.de) zu unterstützen:

Jedes gekaufte Bio-Ei bringt einen Cent

dafür, dass männliche Küken nicht mehr

geschreddert werden, sondern als Nutztiere

aufwachsen dürfen. Gleiches bietet

auch der Superbiomarkt in allen drei Filialen

an. Hier ist der Mehrpreis 4 Cent pro

Ei, die direkt in ein eigenes Projekt mit

gleicher Zielsetzung fließen. Eier von

glücklichen Hühnern – gehören dazu

nicht auch glückliche Hähne?

Mit so gestärktem Gewissen geht es erstmal

auf den Markt: Eier kaufen für den

leckeren Mandelkuchen. | Julia Eismann

Udo Engelke versorgt die

Osnabrücker auf

den Wochenmärkten

Einkaufsliste

150 g Butter

200 g Zucker

2 EL Milch

200 g gem. Mandeln

50 g helles Mehl (getestet mit Dinkel)

1 Ei

2 Eiweiß, sehr steif geschlagen

1 P Backpulver

Zubereitung

„Mandelkuchen“

Zuerst die Eiweiße zu sehr steifem Eischnee

schlagen und zur Seite stellen. Butter und

Zucker cremig rühren, Milch und Ei untermengen,

dann Mandeln, Mehl und Backpulver

hinzugeben und unterrühren. Nun den

Eischnee mit einem Teigschaber unterheben.

Für eine kleine Springform (18cm) ergibt

dieser Teig einen sehr hohen Kuchen. Dafür

bei 160°C ca. 30 Minuten backen. Es empfiehlt

sich eine Stäbchenprobe in der Mitte

des Kuchens. Bei einer großen Springform

muss die Backzeit entsprechend angepasst

werden.

Die Autorin:

Miriam Rademacher

Wir wünschen Guten Appetit!

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ESSEN & TRINKEN

Herausgeber von

Lieber Rainer!

Das Café Poldi in München war ein absolutes Muss auf den zahlreichen Reisen, die Rainer Schaper

bis in den Iran führten. Hier machte er Station und traf sich mit guten Freunden. Vor 27 Jahren wurde

der Voxtruper Weltenbummler in Hellern sesshaft. Mit seinem 1990 eröffneten Restaurant „Pizza Poldi“

knüpft er zumindest vom Namen her an sein ehemaliges Münchner Stammcafé an.

Was ist das besondere

an Pizza Poldi?

Carlotta, die quirlige Servicekraft, geschickt

zwei Vorspeisenteller balancierend, überlegt

nicht lange und antwortet lachend:

„Der verrückte Chef!“ Dieser nimmt die

Antwort seiner Angestellten grinsend

zur Kenntnis. Mit Kopfschütteln quittierten

sicher bereits 1990 viele Osnabrücker seine

Entscheidung, die alte stillgelegte Gärtnerei

an der Lengericher Landstraße zu einem

italienischen Restaurant umzubauen. Doch

der Gartenhauscharakter sorgt auch heute

noch für den unverwechselbaren Charme

des Hauses. Wer hier einmal im Frühjahr

unter der dann mit blauen Blüten übersäten

Glyzinie seine Pizza gegessen hat, wird

die geradezu verzauberte Stimmung kaum

wieder vergessen.

Was sorgt fur schwarze

Rander an der Pizza?

Kenner sehen es sofort. Die Pizza kommt

hier aus dem Holzofen. Zu diesem hat Rainer

eine ganz besondere Beziehung. Nicht nur,

dass er den Ofen selbst gebaut hat, er ist auch

überzeugt, dass die Zubereitung, trotz aller

Widrigkeiten, für ein ganz besonderes

Aroma sorgt. „Offenes Feuer ist für mich

Urenergie“, sagt er, während sich die

Flammen beim Öffnen der Ofenklappe

in seinen Augen spiegeln. Pizza aus dem

Elektroherd kann er sich nicht vorstellen.

Das Backen und Kochen mit Holzofen

erfordert sehr viel mehr Arbeit und Fingerspitzengefühl

bei der Zubereitung der

Speisen. Es dauert etwas länger und hinterlässt

an den Pizzarändern schwarze Spuren.

Wo kommt das Holz her?

„Wenn es Nacht wird und dunkel, dann

streife ich durch die Wälder Westfalens,

um Holz zu sammeln“, erzählt

Schaper augenzwinkernd. Der Holznachschub

darf nicht versiegen, denn

ohne ihn bliebe der Ofen aus. Bereits

drei Stunden vor Öffnung des Restaurants

wird angeheizt. Alle zwei Monate

stehe der Schornsteinfeger vor der Tür,

um die Anlage und die Holzfeuchte

zu überprüfen. Holz

begeistert Schaper. Wenn

er nicht am Pizzaofen steht,

arbeitet er in seiner Tischlerei

in Westerkappeln und tüftelt an

trendigen Küchen- und Tisch-

Pizza im Ofen; Rennrad © Yörn Kreib // Außenansicht; Theke; Porträt Rainer Schaper, Nachtisch, Innenansicht © Stefanie Ludwig // Hintergrund © vadim_fl, fotolia.de

Pizza aus einem holzbefeuerten

Steinofen - Rainer Schaper lädt

eine/n Leser/in von Osnabrücker

Wissen mit Begleitung ein!

Mehr beim Gewinnspiel am

Magazinende auf Seite 50/51!

accessoires wie Kochbuchhaltern,

Salzstreuern und Brotschneidebrettern.

Einige dieser Kreationen hat er sich inzwischen

als Geschmacksmuster schützen

lassen.

Was macht ein Rennrad

vor der Theke?

Blickfang beim Eintreten ist die Theke.

Dahinter agiert der Chef, leicht zu erkennen

an seinem Markenzeichen, der Wollmütze.

Davor fällt der Blick auf ein Fahrrad der

Marke Porsche. Das sei ein klares Signal

an die Gäste, erklärt Schaper. „Es soll deutlich

machen, dass auch eine gute Pizza

nicht für 2,50 € zu haben ist.“ Ihm gehe es

um Lebensmittel, deren sorgfältige Zubereitung

in Handarbeit sowohl seinen Preis

habe als auch seine Zeit brauche. Gäste, die

bereits zehn Minuten nach Aufgabe ihrer

Bestellung an der Theke stehen und

ungeduldig quengeln, sind bei Pizza Poldi

sicher an der falschen Adresse.

Wo bleibt der Mainstream

vor der Tur?

Schaper hat seine eigene Vorstellung

von Gastfreundschaft. Er nimmt

sich Zeit für jeden Gast. Begrüßung

durch den Chef ist selbstverständlich.

Für einen neu eintreffenden

Gast im Rollstuhl werden bereits sitzende

Gäste gebeten,

doch bitte

an einen anderen

Tisch zu wechseln.

Einer Damengruppe, die verzweifelt

nach einem scheinbar unter die Bank

gerutschten Briefumschlag sucht, hilft

Schaper mit einer Taschenlampe aus.

Kommentare zur allgemeinen politischen

und wirtschaftlichen Lage gibt es ebenfalls

häufig gratis dazu. Das muss man

mögen – und eben auch die nötige Zeit

und Geduld mitbringen. Wer beides hat,

darf sich auf einen Abend fernab jeglichen

Mainstreams freuen. | Yörn Kreib

Pizza Poldi, Inh. Rainer Schaper

Lengericher Landstraße 17

49078 Osnabrück

Telefon: 0541-443964

info@pizza-poldi.de

www.pizza-poldi.de

Öffnungszeiten:

Mittwoch bis Sonntag

jeweils ab 18 Uhr

Danke für Deine stetige

Gastfreundschaft

und die bisherigen

schönen Augenblicke

bei Pizza Poldi.

Das gesamte Team

der Medienagentur

KreativKompass und

die Redaktion von

Osnabrücker Wissen

freuen sich auf viele

weitere kreative

Meetings & Redaktions-

Sitzungen in gemütlicher

Atmosphäre mit

exzellenten Speisen bei

Dir & Deiner Crew.

Auf ganz bald!

Originelle Ideen,

klassische Werbung,

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(regionale) Wissensmedien.

Interesse geweckt?

Medienagentur

KreativKompass GmbH

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kontakt@kreativkompass.de

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www.osnabruecker-wissen.de

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NATUR & UMWELT

Geschichte(n) aus dem

NATUR & UMWELT

Brillenkaimane

FrUhstarter mit kurzer ZUndschnur?

Nördliche Brillenkaimane, wie sie im Osnabrücker Zoo im Tetra-Aquarium leben, werden aufgrund

ihrer Körperform auch Krokodilkaimane genannt. Beheimatet sind sie in Mittelamerika und

im nördlichen Südamerika.

Die im Durchschnitt 2 Meter langen und

rund 60 Kilogramm schweren Reptilien

bevorzugen schlammigen Boden und

sumpfige Bereiche wie Teiche und Kanäle.

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen

sie regungslos im Wasser, wo sie ihrer

Beute auflauern. Je nachdem was ihnen

ihr Lebensraum bietet, ernähren sie sich

von Fischen, Amphibien, Muscheln und

Weichtieren. Auch im Zoo fressen die

Brillenkaimane Fisch und Fleisch. Kaimane

können mit bis zu über 60 Jahren ein hohes

Alter erreichen. Ausgewachsen sind sie mit

circa 5 Jahren – doppelt so schnell wie alle

anderen Krokodilarten.

Tragt dieser Zoobewohner

wirklich eine Brille??

Die Nördlichen Brillenkaimane gehören

zur Gattung der Echten Kaimane. Im

Tetra-Aquarium des Zoos leben ein Weibchen

und ein Männchen. Wer die beiden

besucht, stellt jedoch fest, dass sie nicht

wirklich eine Brille tragen. Ihren Namen

verdanken sie vielmehr einer verknöcherten

Erhebung vor den Augen, die wie ein

Brillensteg aussieht. Liegen Kaimane – wie

die meiste Zeit – im Wasser, sind sie farblich

kaum davon zu unterscheiden. Auch im

Zoo sind die dunkelgrünen Raubtiere in

ihrem Becken gut getarnt und manchmal

erst auf den zweiten Blick zu entdecken.

Die Bauchseite ist mit hellen Grün- oder

Gelbtönen deutlich heller als der Rest

ihres Körpers. Kaimane sind für ihr

aggressives Verhalten bekannt. Sind sie

gereizt, kann sich ihre Schuppenfarbe

aufhellen. Für Menschen sind sie in der

Regel ungefährlich, da sie eher scheu

sind. Männchen und Weibchen sind

anhand äußerlicher Merkmale sehr gut

zu unterscheiden: Männchen werden

größer als Weibchen und besitzen einen

breiteren Kopf und Schwanz.

Wie funktioniert die

naturliche „Brutmaschine“

der Kaimane?

Kaimane legen im Schnitt 10 bis 40

Eier. Die Weibchen legen ihre Eier in

Nester, die sie zuvor mit abgestorbenem

Pflanzenmaterial auspolstern. Dieses

erhitzt sich durch den Verrottungsprozess

so stark, dass die Eier ohne weiteres

Zutun der Eltern ausgebrütet werden.

Dabei kommt es durchaus vor, dass

sich zwei Weibchen ein Nest teilen. Da

Kaimane erst im ausgewachsenen Zustand

keinen natürlichen Feind haben, beschützen

die Muttertiere die Nester vor Angreifern.

Fressfeinde für Eier und Jungtiere

sind andere Reptilien, Raubfische oder

große Vögel.

Die einzige Bedrohung für ausgewachsene

Kaimane besteht durch den Menschen.

Kaimane werden aufgrund ihrer Haut

gejagt, die im Lederhandel hohe Preise erzielt.

Erschwerend kommt hinzu, dass sie

wie viele andere Tiere auch stetig an Lebensraum

verlieren, sodass mittlerweile einige

Arten vom Aussterben bedroht sind –

der Brillenkaiman zählt erfreulicherweise

noch nicht dazu. | Marie Meierhofer

Brillenkaimane © Zoo Osnabrück // Kaimane in Landschaft © aussieanouk, fotolia.de

Bilder © Museum am Schölerberg

Was macht Karl Kochs

Herbarium so wertvoll?

Das Museum beherbergt neben seinen zoologischen und geologischen Sammlungen auch

eine beachtliche Zahl an konservierten Pflanzen. Eine spezielle Form der Haltbarmachung von

Pflanzen stellt das sogenannte Herbarium dar.

Darunter versteht man eine Sammlung

von getrockneten und gepressten Pflanzen

bzw. Pflanzenteilen. Diese werden auf

speziellen Papierbögen („Herbarbögen“)

fixiert und in Schachteln gesammelt oder

zu einem Buch gebunden. Wie alle anderen

Objekte in einem Museum werden

sie mit einer Inventarnummer und den

entsprechenden Informationen, wie

Fundort und Funddatum, versehen. Auf

diese Weise kann das zusammengetragene

Wissen erhalten und weitergegeben

sowie für wissenschaftliche Zwecke verwendet

werden. Eines der wertvollsten

Herbarien des

Museums erstellte

der Osnabrücker

Karl Koch

(1875 – 1964).

Koch war Lehrer,

Botaniker,

Naturschützer

und Vorsitzender

des Naturwissenschaftlichen

Vereins Osnabrück

(1947 - 1958). Mit großer Leidenschaft

und Sorgfalt widmete er sich der Erforschung

und Dokumentation der heimatlichen

Pflanzenwelt, indem er Pflanzen aus

dem Osnabrücker Raum sammelte und

bestimmte. So umfasst seine Sammlung

eine beachtliche Anzahl von 15.000

Belegen.

Mithilfe des Koch´schen Herbariums lassen

sich die Veränderungen der Flora von

Osnabrück und Umgebung der letzten

Jahrzehnte wissenschaftlich belegen. Aus

diesem Grund ist es sehr wertvoll für das

Museum und seine Arbeit im Bereich der

Umweltbildung. Während seiner Amtszeit

als Bezirksbeauftragter und mithilfe

seiner gesammelten Daten konnten etliche

Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler

gesichert werden. Zudem war er verantwortlich

für die Errichtung und Betreuung

des ersten Botanischen Gartens in

Osnabrück, der im Zweiten Weltkrieg

allerdings zerstört wurde. Sein Engagement

in der Botanik und dem Natur- und

Landschaftsschutz wurde mit verschiedenen

Auszeichnungen honoriert. Dazu

gehörten unter anderem die Justus-Möser-

Medaille der Stadt Osnabrück und

das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

| Lisa Mammitzsch

Museum am Schölerberg

Natur & Umwelt -

Planetarium -

Umweltbildungszentrum

Klaus-Strick-Weg 10

49082 Osnabrück

Telefon: 0541 56003-0

Öffnungszeiten:

Montag: geschlossen · Dienstag: 9 bis 20 Uhr

Mittwoch bis Freitag: 9 bis 18 Uhr

Samstag: 14 bis 18 Uhr · Sonntag: 10 bis 18 Uhr

www.museum-am-schoelerberg.de

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37


SPORT & GESUNDHEIT

- Anzeigensonderseite -

Wem hilft DaVinci?

Jahr für Jahr erkranken in Deutschland mehr als 60.000 Patienten an

Prostatakrebs. Das Karzinom ist damit der häufigste bösartige Tumor bei

Männern. Im Rahmen eines traditionellen chirurgischen Eingriffs muss

die Bauchdecke auf einer Länge von 10-15 Zentimeter geöffnet

werden, um die erkrankte Prostata zu entfernen. Dem Roboter

DaVinci reichen dagegen fünf kleine Einschnitte.

Das System, das im Klinikum

Osnabrück erstmals im November

2011 zum Einsatz kam, besteht aus

vier Armen mit schmalen, um 720

Grad frei beweglichen Instrumenten,

die von einer Bedienungskonsole aus

gesteuert werden. Sie können dabei deutlich

präziser arbeiten als es mit jeder anderen

Form der minimalinvasiven Operation innerhalb

der Bauchhöhle möglich wäre. Eine hochauflösende

Kamera gewährt dem Arzt während des

Eingriffs einen vollständigen, stark vergrößerten

und dreidimensionalen Blick auf das Operationsfeld.

Für die Patienten, die nach offenen Operationen

oft unter erheblichem Blutverlust,

starken Schmerzen oder Einschränkungen der

Biler © Klinikum Osnabrück

Blasen- und Sexualfunktion leiden,

bringt die neue Methode zahlreiche

Vorteile. „Der medizinische Nutzen

für den Patienten ist beträchtlich“, sagt

Prof. Dr. Hermann van Ahlen, Chefarzt

der Klinik für Urologie und Kinderurologie

am Klinikum Osnabrück. „Neben

der erheblichen Reduktion des Blutverlustes

führen Operationen mit DaVinci zu

weniger postoperativen Schmerzen, einer

schnelleren Mobilisierung und Entlassung

aus der stationären Behandlung und damit

zu einer rascheren Wiedereingliederung in

den Alltag.“

Der minimal-invasiven Medizin gehört

die Zukunft, auch wenn über den Preis

für hochtechnisierte OP-Verfahren weiter

gestritten werden dürfte. Pro Behandlung

kostet der ohnehin schon zwei Millionen

Euro teure OP-Roboter zwischen 1.000

und 2.000 Euro, die durch das Krankenhausfinanzierungssystem

nicht zusätzlich

vergütet werden. Auch

am Klinikum musste

eine Zeit lang auf

DaVinci verzichtet werden

– im Juni 2015

nahm der Roboter seinen

Betrieb wieder auf.

Sehr zur Freude von

Prof. van Ahlen: „Die

wirtschaftlichen Probleme

des Gesundheitssystems

schränken

die Möglichkeiten

aller Akteure und

damit auch die eines Krankenhausträgers

maßgeblich ein. Trotzdem macht der

Einsatz von DaVinci absolut Sinn“, sagt

der Chef-arzt und erklärt: „In erster Linie

profitieren die Patienten, aber auch für die

Ärzte macht sich die geringere körperliche

und feinmotorische Belastung positiv

bemerkbar. Über ein hochmodernes

System zu verfügen, ist aber auch von

strategischer Bedeutung. Kliniken, die mit

Klinikum Osnabrück GmbH

Am Finkenhügel 1 · 49076 Osnabrück

Telefon: : 0541 405 0 · Fax: 0541 405 4997

E-Mail: info@klinikum-os.de

www.klinikum-os.de

dieser Technologie arbeiten, können ihre

Zahlen halten oder ausbauen und gleichzeitig

die Technologie für viele andere

Indikationsgebiete und zum Wohle des

Patienten nutzen.“ Tatsächlich wird

DaVinci am Klinikum Osnabrück nicht

nur bei Prostata-Operationen eingesetzt.

Der Roboter hat sich auf dem Gebiet der

Urologie auch im Rahmen der Nierentumorchirurgie

und bei unterschiedlichen

plastisch-rekonstruktiven Eingriffen

bewährt. Seit der Wiederinbetriebnahme

im Sommer 2015 wird das System auch in

zunehmendem Umfang in der Allgemeinund

Viszeralchirurgie und der Gynäkologie

eingesetzt. | Redaktion

WISSEN KOMPAKT

MENSCH ODER MASCHINE?

Auch wenn DaVinci mit mehr als

650.000 Operationen im Jahr der

erfolgsreichste Chirurgie-Roboter

der Welt ist, müssen Patienten nicht

befürchten, von den „Entscheidungen“

einer Maschine abhängig zu

sein. Im Operationssaal bestimmen

allein die Ärzte, für die der Roboter

letztlich nur ein Werkzeug ist -

wenn auch ein höchst komplexes.

„DaVinci handelt nicht autonom.

Das ist ein rein assistierendes

System, eine artifizielle Verlängerung

des Armes des Operateurs“,

erklärte Janina Loh, Technikphilosophin

an der Universität Wien,

jüngst in der Wochenzeitung „Die

Zeit“.

38 39


SPORT & GESUNDHEIT

Joe und Emily Enochs präsentieren

die Giro-Live Karte

Der Sportclub OSC vereint eine große Bandbreite an unterschiedlichsten Sportarten unter

seinem Dach. Besonders viel Kampfgeist zeigt die Abteilung Damenbasketball: Die Mannschaft

mit dem klingenden Namen „Girolive Panthers“ spielt seit geraumer Zeit konstant auf den vorderen

Tabellenplätzen der 2. Damenbasketball-Bundesliga Nord. Als Drittplatzierte starten sie mit

einem Auswärtsspiel in die Playoffs um den Meistertitel der Saison 2016/17.

Die Förderung des (hauseigenen) Nachwuchses für eine der begehrten

Positionen in der Mannschaft wird beim Verein genauso

großgeschrieben, wie die internationale Talentsichtung.

Bunt zusammengewürfelt bilden die 14 Spielerinnen

ein buchstäblich eingespieltes Team mit unterschiedlichsten

Hintergründen. Etwa die Hälfte

wird als Profis beschäftigt, die Amateurspielerinnen

besuchen größtenteils noch die Schule

oder studieren nebenbei. „Unser Ziel ist es, die

Panthers soweit als Verein zu etablieren, dass wir

für den Profisektor ein attraktiver Standort mit

speziellen Entwicklungsmöglichkeiten werden“, berichtet

Marketingleiter Hendrik Witte.

40

Mikaela Gustafsson und Milica Milošev

beim Training

Spieleinlauf: Melli Knopp

Korbleger von Tonia Dölle

Der Alltag der Spielerinnen gestaltet sich je nach beruflichen oder

ausbildungsbedingten Verpflichtungen recht unterschiedlich,

spielt sich aber im Wesentlichen als Gemeinschaft auf dem Gelände

des OSC ab. Hier treffen sich alle zum Austausch, gemeinsamen

Mahlzeiten und natürlich zu intensiven Trainingseinheiten.

Der Besuch eines Heimspiels macht schnell klar, wie fit die Spielerinnen

sein müssen. Schnelle Sprints und Ballwechsel, taktisches

Agieren, das bei der Geschwindigkeit kaum mit bloßem Auge

nachzuverfolgen ist, und ambitionierte Angriffe auf den gegnerischen

Korb stellen einen enormen Anspruch an die körperliche

Leistungsfähigkeit.

Spielszenen ; Einlauf Melli Knopp © Guido Wietheuper // Schiff © Jana Lange // VFL-Tribüne: Girolive EC-Karten, Joe Enochs und Emily Enochs © Sparkasse Osnabrück // Training © OSC //Basketball © BillionPhotos.com

Auf dem Trainingsplan stehen neben

abendlichen Trainingseinheiten mit der

gesamten Mannschaft ganzheitliche

Programme, welche von den Trainern

und Physiotherapeuten individuell auf die

Bedürfnisse der jungen Frauen zwischen

16 und 29 abgestimmt werden. Unter

Berücksichtigung von professionell

gestützten Reha-Maßnahmen und gründlicher

Anamnese trainieren alle Spielerinnen

täglich Kondition, Kraft und

Koordination im hauseigenen Fitnessstudio

„Aktivital“. Zudem werden Technik

und taktische Spielzüge mit dem gesamten

Team (weiter)entwickelt. Zahlreiche Lehrgänge

und Trainingscamps bieten den

Spielerinnen Möglichkeiten zur Entfaltung

ihres Könnens und bereiten sie gezielt

auf ihre Positionen vor.

Bereits jetzt setzt sich das Team aus

namhaften Ausnahmetalenten der Liga

zusammen, von denen viele in den Nationalmannschaften

ihrer Heimatländer

aktiv sind. So ist die 16-jährige Jenny

Strozyk aus Herne - ein Neuzugang der laufenden

Saison - auf der Position des „Point

© 2017 www.kreativkompass.de

Kurz

... und Schmerz los!

Dr.

Wir haben etwas

gegen Schmerzen!

... und Schmerz los!

Guard“ („Spielmacherin“oder auch

„verlängerter Arm“ des Trainers)

in der deutschen U16-Nationalmannschaft

verpflichtet und hat

bereits EM-Silber geholt. Die

Forward-Spielerin („Flügel-/Angriffsspielerin“)

Milica Milošev

aus Montenegro wurde ebenfalls erst vor

kurzem in den Kader nach Osnabrück geholt,

wie auch die beiden US-Amerikanerinnen

N‘dea Bryant (Position: Forward)

und Promise Amukamara (Position: Point

Guard). Promise, übrigens die Schwester

des berühmten Superbowl-Spielers Prince

Amukamara, bereichert das Team nicht

nur durch ihr strategisches Können und

hohe Trefferquoten. Sie stelle den Verein

auch vor eine Herausforderung, erzählt

Witte augenzwinkernd. Eher untypisch

für diesen Sport haben ihre beiden Vorgängerinnen

die Spielernummer „0“ auf dem

Trikot getragen. Promise hat diese Tradition

beibehalten und sich somit gleich in

mehrfacher Hinsicht einen Sonderstatus

gesichert. Denn aus technischen Gründen

kann diese Nummer von der Anzeigetafel

in der OSC Halle A nicht angezeigt werden

und wird durch die Ziffer 1 ersetzt.

Doch dieser Umstand trübt die ausgelassene

Stimmung während der elf Heimspiele

keineswegs. Die Partien sind in der

Regel gut besucht und die Mannschaft wird

lautstark angefeuert, wenn die Panthers

zum Angriff brüllen: „Let´s rooaah!“

| Sina-Christin Wilk

PRIVATPRAXIS

Dr. med. Wilhelm Kurz

WISSEN KOMPAKT

DAMEN BASKETBALL

Die Damen-Basketball-Bundesligen

GmbH (DBBL) besteht aus

drei Spielgruppen zu jeweils zwölf

Teams: 1. DBBL, 2. DBBL Nord und

2. DBBL Süd. Die Ligaspiele werden

an 22 Spieltagen ausgetragen.

Die 1. Liga ermittelt einen

Meister und zwei Absteiger, während

sich die beiden Meister der

2. DBBL ein Aufstiegsrecht für die

kommende Saison erspielen. Für

das Regelwerk zeichnet sich der

Schweizer Weltbasketballverband

„Fédération Internationale de

Basketball (FIBA)“ verantwortlich.

Osnabrücker Sportclub/

MTV 1849

OTV 1861 - OSC 1849 e.V.

Halle A

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49080 Osnabrück

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41


SPORT & GESUNDHEIT

Helmut Spielmeyer © Thorsten Stegemann // Spielszene © Privatarchiv

Wann bot TuS Haste

dem VfL Paroli?

Mitte der 1960er Jahre lief ein Stadtteilverein zu großer Form auf. Die

Fußballer des TuS Haste feierten den Aufstieg in die höchste Amateurklasse,

ein Jahr später stieß man in die 1. Runde des DFB-Pokals

vor. 1967 gelang dem Klub der Sprung in die seinerzeit zweitklassige

Regionalliga Nord – hier traf Haste auf den großen Stadtrivalen.

Helmut Spielmeyer, hier noch im Dress

des VfL, im Spiel gegen den Hamburger SV

Der Aufstieg des Vereins, der 1945/46 schon

einmal die Stadtmeisterschaft gewonnen und

den VfL-Vorgänger 1. FSV Osnabrück hinter

sich gelassen hatte, ist eng mit dem Namen

Helmut Spielmeyer verbunden. Der zweikampfstarke

Außenläufer kam 1951 von TuS

Haste zum VfL Osnabrück und bestritt 179

Spiele für die Lila-Weißen, ehe er 1963 an seine

alte Wirkungsstätte zurückkehrte.

Spielmeyer nahm auf der Trainerbank Platz,

baute seinen Verein zum ernstzunehmenden

Stadtrivalen des VfL auf und feierte mit dem

Team um die drei Fieselmann-Brüder Erhard,

Herbert und Reinhold 1967 den sensationellen

Aufstieg in die Regionalliga Nord.

Am 27. August des Jahres kam es dann zum

Aufeinandertreffen mit dem haushohen Favoriten

von der Bremer Brücke. „Der VfL

musste eine Zeitlang um seine Vorherrschaft

fürchten“, erinnert sich der heute 82-jährige

42

Helmut Spielmeyer (82),

VfL-Legende und

Haster Aufstiegstrainer

Helmut Spielmeyer,

und einem Teil der

12.000 Zuschauer

ging es damals ähnlich.

Sie fieberten

dem Stadtderby entgegen,

das ganz anders

verlief als es sich

die meisten Osnabrücker vorgestellt hatten.

Zwar gingen die Lila-Weißen schnell mit 2:0

in Führung, doch Theo Menkhaus, der später

beim Karlsruher SC unter Vertrag stand,

erzielte erst den Anschlusstreffer und nach

dem Ausgleich durch „Jonny“ Leiber sogar

die Führung für den Underdog.

Herbert Schröder konnte fünf Minuten vor

dem Abpfiff die Blamage abfedern, aber

Haste blieb auch im Rückspiel ein unbequemer

Gegner für den VfL. Trainer Spielmeyer

gab seinen einsatzfreudigen Mannen

erneut die richtige Marschroute mit auf den

Weg, und so kam der VfL auch in der Osterhaus-Kampfbahn

nicht über ein 1:1-Unentschieden

hinaus.

Haste bezwang in dieser Saison sogar die

Aufstiegsanwärter Arminia Hannover

und Göttingen 05, doch zum Klassenerhalt

reichten die Achtungserfolge nicht.

Trotzdem blieb Spielmeyer noch bis 1971

beim Verein seiner Jugend und kümmerte

sich unter anderem um zwei hoffnungsvolle

Nachwuchskicker, die an der „Bremer

Brücke“ noch von sich reden machen sollten:

Detlev Hegekötter und Lothar Gans. |

Thorsten Stegemann

06

Deutschland verändert sich:

Was für Folgen hat der

demografische Wandel?

10

Steuerberater Marc Gösling ve rät:

Welche Steuervorteile können

Immobilien bringen?

19

Förderungen und Qualitätssiegel:

Was bedeutet der Begriff

„KfW-Standard“?

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Bilder Horses an Dreams © Thomas Hellmann und Stefan Lafrentz // Kaffeetasse © grafikplusfoto //

Flagge auf Tasse © uniyok // Flagge oben © erllre; fotolia.de

Vom 26. April bis zum 1. Mai laden Paul Schockemöhle und Ullrich Kasselmann zum Reitsport-Event

„Horses & Dreams“. Das diesjährige Gastland Österreich sorgt für ordentlich Lokalkolorit. Was hat die

Alpenrepublik neben beliebten Skipisten und idyllischen Bergseen alles so zu bieten?

Österreich ist nur 84.000 km² groß, weist

aber eine Bevölkerungsdichte von 104

Einwohnern pro km² auf. Zum Vergleich:

Im ländlichen Niedersachsen sind es

durchschnittlich 42 Einwohner mehr - auf

den Quadratkilometer hochgerechnet.

Die österreichische Gebirgslandschaft

eignet sich bestens für ausgiebige

Outdoor-Aktivitäten. Skisportanlagen,

Wanderwege durch Weinbaugebiete und

Europas größtes Reitwegenetz sind hier

zu finden und lassen die Herzen aller

Natur- und Sportbegeisterten höherschlagen.

Aber auch in den Städten präsentiert

sich Österreich als traditionsverbunden

und weltoffen

zugleich. Obwohl nur noch

wenige Österreicher stilecht

Walzer tanzen,

gibt man sich jedes

Jahr die Ehre und lädt

seit 1814/15 rund 5.000

Gäste zum international

renommierten Wiener

Opernball. Die kulturprägende Affinität

zu Literatur, Theater und klassischer Musik

sorgt mit zahlreichen bekannten Festspielen

regelmäßig für internationales

Wer trinkt im

Weltkulturerbe Kaffee?

Aufsehen. Wenngleich gerade die jüngeren

Leute bevorzugt Schlager, Rockmusik oder

aber Austropop mit volkmusikalischem

Einschlag hören.

Wo trafen sich Berühmtheiten

zum Diskutieren?

Eine besondere Errungenschaft ist die

Wiener Kaffeehauskultur. Eines der ersten

Lokale wurde bereits 1685 von dem

Armenier Johannes Theodat gegründet.

Um 1900 gab es allein in Wien rund 600

Kaffeehäuser, doch hier ging es nicht nur

um für die koffeinhaltigen Getränke,

einen kleinen Plausch oder nette

Gesellschaftsspiele. In den

stilvoll und gemütlich eingerichteten

Lokalen

trafen sich Künstler

und Intellektuelle.

Man studierte das

Tagesgeschehen in Zeitungen

und diskutierte,

fertigte Skizzen für das nächste

Bild an, komponierte Operetten oder

schrieb an einem neuen Bestseller. Große

Künstler wie Arthur Schnitzler, Gustav

Klimt und Stefan Zweig waren hier

Stammgäste.

Die Lokale wurden auch in anderen

Städten populär und luden Menschen zum

Verweilen und Genießen ein – traditionell

bei Wiener Melange, Palatschinken und

Apfelstrudel. Seit 2011 zählt die Wiener

Kaffeehauskultur nicht zuletzt durch ihre

Funktion als intellektueller und künstlerischer

Schmelztiegel zum immateriellen

Kulturerbe der UNESCO.

| Sina-Christin Wilk

WISSEN KOMPAKT

DIE VERANSTALTUNG

„Horses & Dreams“ ist längst zu

einem der populärsten und

außergewöhnlichsten Reitsportturniere

im deutschsprachigen

Raum geworden. Doch das Event

bietet noch viel mehr. Neben

internationalem Spitzensport

lockt Hagen unter anderem mit

Kultur und Entertainment durch

den Einbezug des Gastlandes,

einer Lifestyle-Ausstellung und

diversen Charity-Veranstaltungen.

Familiäres Ambiente mit

internationalem Flair ist das

Ergebnis, das jährlich 70.000

Besucher lockt.

www.horses-and-dreams.de

43


KUNST & KULTUR

WISSEN KOMPAKT

Szenen aus dem „Cyankali-Film“ von 1930

WOLF LESEN

Neuere Ausgaben von „Cyankali“

sucht man vergebens, ein 2004 im

Aufbau-Verlag erschienenes Buch,

das auch „Professor Mamlock“

enthält, ist aber noch lieferbar.

Außerdem gibt es Ausgaben des

Stückes in der Osnabrücker Unibibliothek.

Vergessene Bücher (5): Friedrich Wolfs Drama „Cyankali“

„Wer wird denn da herumlaufen mit

schiefen Absätzen und zerbrochener Seele?“

Als Friedrichs Wolfs „Cyankali“ 1929 in Berlin uraufgeführt wurde, nahm einer der größten Theaterskandale

des 20. Jahrhunderts seinen Lauf. Hitzige Debatten, Massendemonstrationen und handfeste

Auseinandersetzungen begleiteten den Weg eines Stückes, dessen Autor gegen den „Abtreibungsparagraphen“

218, vor allem aber gegen die Notsituation einer ganzen Bevölkerungsschicht protestierte.

Das Arbeiterpaar Hete und Paul lebt in

ärmlichen Verhältnissen. Aber wenigstens

haben beide eine Anstellung, sodass

Hetes Schwangerschaft allenfalls ein Problem

für die moralisierende Nachbarschaft

wäre. Doch als Paul ausgesperrt wird, nach

und nach auf die schiefe Bahn gerät und

schließlich auch Hete ihre Stellung verliert,

ändert sich die Situation dramatisch.

Die junge Frau sucht Hilfe – bei der Familie,

Freunden, dem schmierigen Hausverwalter

Prosnik und dem Arzt Dr. Möller,

der Gesellschaftsdamen durchaus zu einer

Abtreibung verhilft, wenn die Schwangerschaft

ihre Teilnahme an einem Hockeyturnier

in Davos gefährdet. Doch für

Hete hat Möller nur Worthülsen auf Lager.

So landet sie schließlich bei Madame

Heye, die Verständnis für junge Mädchen

„mit schiefen Absätzen und zerbrochener

Seele“ heuchelt. Sie gibt Hete ein

Fläschchen: „Das ist Gift, eigentlich

… aber nur ´ne ganz schwache

Lösung, und in kleinen Mengen

da hilft´s … das Cyankali.“

Für Friedrich Wolf - den Sohn

eines jüdischen Kaufmanns, promovierten

Mediziner und überzeugten

Kommunisten - war die Kunst

„kein Erbauungsmittel in der Hand von

Pädagogen, Studienräten und Rauschebärten“,

sondern „Scheinwerfer und Waffe“

im Kampf um eine bessere Gesellschaft.

Auch „Cyankali“, dieses brodelnde Stück

Zeitgeschichte, wurde von der bitteren

Realität inspiriert. Der Deutsche Ärztetag

schätzte die Zahl der Abtreibungen in

Deutschland 1926 auf 500.000 bis 800.000

pro Jahr. Rund 10.000 Frauen überlebten

den - damals illegalen und bis heute

nur unter bestimmten Voraussetzungen

straffreien – Eingriff nicht.

Wolfs Plädoyer für eine neue, humane

Gesetzgebung rief alsbald die Staatsmacht

auf den Plan: 1931 wurde er selbst wegen

des Vorwurfs illegaler und gewerbsmäßiger

Abtreibungen verhaftet und erst nach

massiven öffentlichen Protesten wieder

freigelassen.

Bilder Film / Filmplakat © www.absolutmedien.de

Was kann das Theater?

Erich Kästner kommentierte die Berliner Aufführung im

September 1929 für die „Neue Leipziger Zeitung“ und berichtete

seinen Lesern von ungeahnten Wirkungsmöglichkeiten

des Theaters. Vielleicht sei es der Literatur ja doch möglich,

das Leben zu verändern.

Wolfs außergewöhnlicher Erfolg war nicht nur seinem politischen

Engagement, sondern vor allem seinem theatralischen

Talent geschuldet. Überzeugende Geschichten, starke, lebensechte

Figuren und pointierte Dialoge verhinderten, dass

er im Ideologischen und Agitatorischen steckenblieb. Stücke

wie „Cyankali“, das in der Saison 1930/31 auch am Theater

Osnabrück aufgeführt wurde, „Die Matrosen von Cattaro“

(1930) oder „Professor Mamlock“ (1933), eine bis heute aufrüttelnde

Analyse des deutschen Antisemitismus, fanden

weltweit ihr Publikum und eroberten schließlich sogar die

Leinwände.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Wolf vor allem im Ostblock

und in seiner „Wahlheimat“ DDR erfolgreich, doch auch in

Westdeutschland hatte seine Stimme Gewicht - insbesondere

während der Massenproteste gegen den Paragraphen 218 in

den 70er Jahren. Das öffentliche Interesse an Friedrich Wolf

hat seitdem gelitten, doch vergessen wurde der umstrittene

Kämpfer für Frieden und Menschenrechte (noch) nicht. Die

vor 25 Jahren gegründete Friedrich-Wolf-Gesellschaft ist bemüht,

die Erinnerung an Leben und Werk lebendig zu halten.

Unterstützt wird sie dabei unter anderem vom Filmmuseum

Potsdam, dass beim Label „absolut MEDIEN“ jüngst eine

umfangreiche Dokumentation zur Geschichte des Theaterstücks

„Cyankali“ veröffentlicht hat. Auf 2 DVDs sind auch

die beiden Verfilmungen aus den Jahren 1930 und 1977 zu

sehen.

Wie machten Wolfs Söhne Karriere?

Aus Wolfs zweiter Ehe mit Else Dreibholz gingen zwei Söhne

hervor, die auf sehr unterschiedliche Weise von sich reden

machten. Konrad (1925-82) wurde einer der profiliertesten

Filmregisseure der DDR und setzte neben „Professor Mamlock“,

einem der meistgespielten Theaterstücke seines Vaters,

auch Christa Wolfs Roman „Der geteilte Himmel“ in Szene.

Markus (1923-2006) leitete 34 Jahre lang die Hauptverwaltung

Aufklärung im Ministerium für Staatssicherheit und ging als

Spionagechef der DDR in die Geschichte ein.

| Thorsten Stegemann

Postadresse: Bierstraße 17/18 49074 Osnabrück

Tel.

0541-750 23 40 Fax 0541-20 20 622

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Inh. Renate Frankenberg

Cover der Buchausgabe (1929)

44

45


KUNST & KULTUR

Oper

„Das Lied der Nacht“

AUFFÜHRUNGSTERMINE

29. April 2017 (Premiere) &

5./ 10./ 12./ 14./ 23. & 25. Mai

Großes Haus am Domhof

Die Vorstellung am 14. Mai

beginnt um 15.00 Uhr,

alle anderen um 19.30 Uhr.

Osnabrücker Wissen verlost gemeinsam mit dem

Theater Osnabrück 2x zwei Tickets für die

Vorführung am 23. Mai 2017 - mehr auf Seite 50/51.

Wie klingt das Lied der Nacht?

Er galt als eine der großen musikalischen Begabungen des frühen 20. Jahrhunderts, doch heute

sind die Werke des österreichischen Komponisten, Dirigenten und Schriftstellers Hans Gál

nahezu vergessen. Das gilt auch für seine Oper „Das Lied der Nacht“, die am 29. April im Theater

Osnabrück Premiere feiert. Es ist die erste Aufführung seit 87 Jahren.

Hans Gál © https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hans_Gal.jpg // Andreas Hotz © Kruszewski // Mascha Pörzgen © Johannes Gramm //

theater-bei-nacht © Uwe Lewandowski // Mauer © vulcanus, fotolia.de

Der Komponist Hans Gál

wollen sich deshalb von der Traumwelt

der Hauptfigur inspirieren lassen und den

Bühnen- in einen facettenreichen Seelenraum

verwandeln.

Dass die Oper überhaupt auf dem Spielplan

des Theaters steht, ist Generalmusikdirektor

Andreas Hotz zu verdanken.

Intensive Recherchen und die Analyse des

Aufführungsmaterials gingen der Entscheidung

voraus. „Ich habe sicher eine

archäologische Ader in mir und glaube

auch, dass ein öffentliches Theater dem

Publikum unbekannte oder vergessene

Stücke wieder nahebringen muss“, sagt

Hotz im Gespräch mit „Osnabrücker Wissen“.

„Ausschlaggebend ist aber in jedem

Fall die musikalische Qualität.“ „Das Lied

der Nacht“ überzeugte den Dirigenten auf

Anhieb und auch wenn Andreas Hotz

wenig davon hält, Musik mit nüchternen

Generalmusikdirektor Andreas Hotz

Worten zu beschreiben oder gar zu vergleichen,

gerät er ins Schwärmen, sobald

er auf die Partitur zu sprechen kommt.

„Die Instrumentierung ist unglaublich

raffiniert – so gelingt es Gál immer wieder,

außergewöhnliche Stimmungen zu erzeugen.

Das gilt vor allem für die Auftritte der

´steinernen Äbtissin´, die zu den Höhepunkten

der Oper zählen.“ Hotz sieht den

Komponisten als Erben der Romantik, der

den tonalen Rahmen nie verlassen, aber

trotzdem zu einem völlig eigenständigen,

wunderbar lyrischen

und sehr

strukturierten Stil

gefunden hat.

Keine leichte,

aber eine überaus reizvolle Aufgabe für

das Osnabrücker Symphonieorchester,

dem sein Dirigent eine große Offenheit

für ungewöhnliche Herausforderungen

attestiert. „Unbekannten Werken, aber

auch Uraufführungen begegnen wir mit

der größtmöglichen Unvoreingenommenheit.“

Bisher traf Hotz damit den Nerv des

Regisseurin Mascha Pörzgen

Osnabrücker Publikums, das Paul Hindemiths

Triptychon ebenso feierte wie Walter

Braunfels´ „Die Vögel“ oder Manfred Gurlitts

„Die Soldaten“.

Ob Hans Gáls Oper nach dieser Aufführungsserie

einen Platz im Repertoire finden

kann, lässt sich derzeit freilich noch

nicht abschätzen. „Die Musikgeschichte ist

leider nicht gerecht“, sagt Hotz nachdenklich.

„Aber diese Produktion wird viele

Menschen neugierig machen – auch Journalisten,

Intendanten, Dramaturgen oder

Regisseure. Insofern hoffen wir schon, dass

wir der Verbreitung der Werke Hans Gáls

einen kleinen Schub geben können.“ Mascha

Pörzgen sieht das ähnlich: „Die Werke

der vertriebenen Komponisten müssen

erst wieder ans Licht geholt werden, ehe

wir wissen, ob sie künstlerisch bestehen

können.“

Genau diese Chance wird das Theater

dem „Lied der Nacht“ wieder eröffnen …

| Thorsten Stegemann

Hans Gál wurde 1890 in der Nähe von

Wien geboren und schon im Alter von 25

Jahren mit dem österreichischen Staatspreis

für Komposition ausgezeichnet. Seine

Werke fanden zunehmend Beachtung

- allen voran die Oper „Die heilige Ente“,

die 1923 in Düsseldorf uraufgeführt und

umgehend von sechs weiteren Theatern

auf den Spielplan gesetzt wurde. 1929

übernahm Gál die Direktion des Mainzer

Konservatoriums, doch nur vier Jahre

später musste er sein Amt wieder aufgeben.

Die Nationalsozialisten verboten die

Werke des jüdischen Komponisten, der

1938 nach England emigrierte. Als Dozent

der Universität Edinburgh, Komponist

von Symphonien, Konzerten, Vokal- und

Kammermusik sowie Autor geistreicher

Bücher über Franz Schubert, Johannes

Brahms, Richard Wagner oder Giuseppe

Verdi blieb Hans Gál der Musik bis ins

hohe Alter verbunden. Er starb 1987 in

Edinburgh.

Das Theater Osnabrück sorgte in den

letzten Jahren mehrfach für Aufsehen erregende

Wiederentdeckungen. Doch hat

auch die symbolträchtige Geschichte der

Prinzessin Lianora, die ihren unbekannten

Verehrer in den Selbstmord treibt,

nachdem er sich als unstandesgemäßer

Bootsmann entpuppt hat, eine Chance

beim heutigen Publikum? „Ganz bestimmt“,

meint Mascha Pörzgen, die das

rund zweistündige Werk in Osnabrück inszeniert.

„Die Personen und Konflikte sind

überhaupt nicht zeitgebunden, sie liegen

vielmehr in der Natur des Menschen.“

Die Regisseurin sieht in der Oper trotz

ihres märchenhaften Anstrichs ein „faszinierendes

tiefenpsychologisches Drama,

das die Sehnsucht nach Liebe und persönlicher

Erfüllung, aber auch die Angst vor

der Verantwortung und dem Leben thematisiert.“

Mascha Pörzgen und ihr Bühnen-

und Kostümbildner Frank Fellmann

Essen ist fertig!

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SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

Hallo, wie geht‘s?“

"

GRÜSSE AUS DER REGION!

Was wird aus der deutschfranzösischen

Freundschaft?

HANDGEZEICHNET

Zwei „Fräuleins“ aus Hannover

bekamen im April 1911 diese

Postkarte von „Fritzchen“, der

seine Grüße aus dem „heißen“

Osnabrück auch auf der Vorderseite

notierte und eine baldige

Kleider-Lieferung in Aussicht

stellte. Im Gegenzug freue er

sich über einen Brief, schrieb

der Absender.

Als Motiv wählte er eine der

imposantesten Wehranlagen

Osnabrücks, die im Laufe ihrer

langen Geschichte nicht nur

militärischen Zwecken diente.

Der 1471 errichtete Barenturm

und die im 17. Jahrhundert ausgebaute Vitischanze fungierten als Restaurant, Bunker, Flüchtlingsunterkunft, Spielbank,

Heimat des Schachvereins „SV Osnabrück von 1919 e.V.“ und des Studiengangs „Industrial Design“. Die Hochschule zog allerdings

im März 2017 aus – ein neuer Mieter stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. | Thorsten Stegemann

Bild Heuss © Stadt Osnabrück // Unterschrift © Thorsten Stegemann | Postkarte: Privatarchiv

Karikatur © Marcus Wolf, www.Fritz-Wolf.de

Jahrzehntelang beobachtete Fritz Wolf die Entwicklung der deutsch-französischen

Beziehungen. Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, welche die historische Allianz

1962 durch ihren gemeinsamen Auftritt in der Kathedrale von Reims begründeten,

kamen dabei zumeist besser weg als ihre Nachfolger. Gerhard Schröder und Jacques

Chirac interessieren sich auf dieser Karikatur aus dem Jahr 2000 jedenfalls mehr für

kalorienhaltige Traditionsgerichte als für die Verwicklungen der Weltpolitik. Adenauer

und de Gaulle, die das Geschehen von einer Wolke aus beobachten, denken derweil an die

guten alten Zeiten. Am 23. April findet die nächste Präsidentschaftswahl in Frankreich

statt. Auch dazu wäre dem legendären Zeichner sicher einiges eingefallen. | Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

KARIKATURIST FRITZ WOLF

Fritz Wolf wurde 1918 in Mülheim

an der Ruhr geboren.

Er starb am 23. Dezember 2001

in Bad Rothenfelde. Im Vorfeld

seines 100. Geburtstages erinnert

Osnabrücker Wissen“ in

jeder Ausgabe an den großen

Karikaturisten.

Wer trug sich ins

Goldene Buch ein?

Teil 17: Theodor Heuss

Unsere Stadt verleiht ihre höchste Auszeichnung an Personen, „die sich

um Osnabrück oder die Region verdient gemacht haben“. Für den ersten

deutschen Bundespräsidenten, der entscheidend dazu beitrug, sein

Land in den Kreis der zivilisierten Völker zurückzuführen, dürfte diese

Voraussetzung in jedem Fall erfüllt sein.

Der Stadtrat hatte aber auch einen besonderen Grund, sich im November

1955 einstimmig für die Verleihung der Justus-Möser-Medaille an

Theodor Heuss zu entscheiden. Schließlich hatte der liberale Politiker

und Journalist auch besagtem Justus Möser in seinem 1947 erschienenen

Buch „Deutsche Gestalten. Studien zum 19. Jahrhundert“ ein

Denkmal gesetzt. Theodor Heuss nahm die Ehrung am 26. Juni 1956

entgegen und trug sich bei dieser Gelegenheit in das Goldene Buch ein.

| Thorsten Stegemann

Theodor Heuss bei seinem Besuch in Osnabrück

Eigene Solaranlage ohne

selbst zu investieren:

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»Wenn die Sonne lacht,

lachen wir mit.

Dank unserer Stadtwerke.«

Jochen (44) und Tim (10) aus Osnabrück

48


Wie viel Wissen

steckt in Ihnen?

Flüssigkeit, die

mit Duftstoffen

versehen

ist und angenehm

riecht.

Gegenteil

von schwer

Künstlerisches

Werk das lange

als Vorbild

wirkt

Englisches

wort für

Geheimniss

etwas

verbotenes

Größeres

Gewässer, das

auf allen Seiten

von Land

umgeben ist

7

Die

erstmalige

Schaffung

von etwas

Personalpronom

Theoritischer

Physiker

Lösungswort:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Bitte Kontaktdaten nicht vergessen ...

Auch dieses Mal können Sie mit dem

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Womit wurde

z.B. Eisenerz

und Kohle

transportiert

Deutsches

Wort für

Silhouetten

Was wurde

nach Georgsmarienhütte

transportiert

10

3

Vorname

von Herrn

Heus

Dialekt

13

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Der Preis

für eine

Lieferung

oder Dienstleistung

Gewerbliches

Schutzrecht

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Erfindung

12

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4

etwas nicht

mehr

weitermachen

Anderes Wort

füt Noten

Einsendeschluss: 31. Mai 2017

Die Gewinner werden benachrichtigt. Sollten

mehr richtige Antworten eingehen als Preise

zur Verfügung stehen, entscheidet das Los.

Das Redaktionsteam wünscht viel Erfolg!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Auszahlung der Preise in bar.

Mitarbeiter und Angehörige der teilnehmenden Unternehmen sind

von der Verlosung ausgeschlossen.

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Organ des

menschlichen

Verdauungssystems

Lebensphase

zwischen

Kindheit und

Erwachsen

sein

Computerprogramm

für Tabellen

Ein Gebiet

über das

man noch

nichts weiß

Wo findet man

in Osnabrück

"Nördliche

Brillenkaimane"?

Abkürzung

für

Turn- und

Sportverein

Bedruckte

Papierbögen

in

eimem

Umschlag

Tier das sich

kriechend

fortbewegt

Betrag mit

MwSt.

Anderes

Wort für

Großvater

Inliegender

Bereich

Figuren die

außergewöhnliche

Taten

vollbringen

Deutschsprachige

Ein weitestgehend

vom Meer

Musik zum

getrenntes

mitsingen Gewässer

1

5

9

11

12 13

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für die Vorstellung

„Das Lied der

Nacht“

am 23.05. im

Theater Osnabrück

Tipp zur Gewinnspiel-Teilnahme: Geben Sie beim Lösungswort auch gerne mit an,

welche(n) der Preis(e) Sie am liebsten gewinnen möchten. Bei der Auslosung versuchen

wir daraufhin, die Preise den Gewinnern möglichst passend zuzuordnen.

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1x 1 Ticket für das

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