Industrielle Automation 4/2017

industrielleautomation.net

Industrielle Automation 4/2017

19239

4

www.industrielle-automation.net

September 2017

Multifunktional und individuell –

68Sicherheitslösungen im digitalen Zeitalter

30Interview: Erfolgsrezept

Exotische

eines Robotik-Spezialisten

52

Kabellösungen

Profinet

mit echtem Nutzwert

vereinfacht die

60Integration von Taster & Co.


Time-to-Market

reduzieren

Integrated Engineering im

Totally Integrated Automation Portal

DFFA-A10223-00

Durchgängiges Engineering im Totally Integrated Automation

Portal (TIA Portal) verkürzt die Entwicklungszeiten deutlich. Durch

koordinierte Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams und das

automatische Generieren der Automatisierungslösung anstatt

manueller Programmierung wird die Time-to-Market reduziert.

Das TIA Portal ist damit der perfekte Zugang zur Automatisierung

im Digital Enterprise.

siemens.de/tia-portal


EDITORIAL

Kommunikation 4.0

Smartphones, Tablets, Notebooks – mobile Endgeräte liefern uns im

privaten und im geschäftlichen Umfeld Informationen, unabhängig

davon, wo wir uns befinden. Gleichzeitig dienen sie auch der zwischenmenschlichen

Kommunikation.

In der Industrie war es vor einigen Jahren noch üblich, dass der

Vorgesetzte die Befehlsgewalt in der Wertschöpfungskette besaß,

indem er computergestützt Informationen gesammelt, ausgewertet

und an den Mitarbeiter weitergegeben hat. Im Zeitalter von

Industrie 4.0 ist es hingegen ein Rechner, der autark Informationen

sammelt und über ein mobiles Endgerät an den Mitarbeiter weiterleitet.

Kommunikation bedeutet heute also nicht mehr nur eine

Verständigung zwischen Menschen, sondern auch zwischen Maschine

und Mensch, wodurch sich viele neue Möglichkeiten ergeben,

Pro duktionsdaten, Filme, Bilder und Grafiken nutzbar zu machen.

Darüber hinaus stellen auch smarte Objekte eine Voraussetzung für

die Realisierung von Kommunikation 4.0 dar. Sie vereinen mechanische,

sensorische, elektrische und informationstechnische Komponenten und

bringen damit Intelligenz in die Technik: Sie können drahtlos kommunizieren,

senden Informationen an übergeordnete Systeme und

verschmelzen die reale Welt mit der virtuellen.

Wie dies gelingt und über welche Lösungen die heutige Industrie

verfügt, steht im Fokus unseres Specials. Erfahren Sie, wie sich mit

Smart Devices der Betrieb von Produktionsanlagen optimieren

lässt (Seite 62) und wie sichere Netzwerke im industriellen IoT

umgesetzt werden können (Seite 58).

NICHTVON

DERSTANGE.

SONDERN VON

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Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihre Alexandra Pisek

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www.industrielle-automation.net

September 2017

INHALT

EDITORIAL

03 Kommunikation 4.0

SZENE

05 News, Aktuelles und Termine

10 INTERVIEW Networking und Interaktion – re:work 2017 – Smart

Requirements Engineering in Berlin, der Networking-Hub des Jahres

INTERVIEW: Wie das

Industrial-IoT-Upgrade für

38Bestandsanlagen gelingt

SENSORIK UND MESSTECHNIK

12 Automatisierte Chromatüberwachung im Prozessabwasser

14 Druckaufnehmer – Druckverhalten, Linearität und was sie auszeichnet

16 IO-Link ebnet den Weg in die digitale Zukunft der Sensorik

18 Überwachungssystem hat in der Pharmaindustrie die Parameter im Blick

20 3D-Umfeldsensorik erhöht die Sicherheit von Arbeitsmaschinen

22 Wie sich die klassische Rollenverteilung zwischen Kamera und Rechner verändert

24 Produkte, Technologien, Trends

STEUERN UND ANTREIBEN

30 INTERVIEW Ein Roboterhersteller auf Erfolgskurs – im Gespräch mit

Helmut Schmid, Universal Robots

35 Produkte, Technologien, Trends

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION

38 INTERVIEW Experten im Gespräch – „Wir machen Maschinen- und

Anlagenbetreiber fit für die Smart Factory“

42 Automatisiertes Energiedatenmanagement im Industrial Internet

of Things (IIoT) – Vorteile und Nutzen

44 Produkte, Technologien, Trends

Industrie 4.0 – Energie

strukturiert und

50zukunftsorientiert verteilen

KOMPONENTEN UND SOFTWARE

46 Neue Herausforderungen für Kleinbetriebe in der Klimatisierung

48 Kompakte und robuste Lösungen für Leistungsapplikationen im

Maschinen- und Anlagenbau

50 So gelingt die Energieverteilung in Zeiten von Industrie 4.0

52 Exotische Kabellösungen mit echtem Nutzwert

54 Produkte, Technologien, Trends

SPECIAL: MODERNE KOMMUNIKATIONSLÖSUNGEN

58 Analyse- und Firewall-Lösungen für sichere Netzwerke im IIoT

60 Profinet vereinfacht die Integration von Befehls- und Meldegeräten

Sichere Produktionsprozesse:

Cyber-Angriffe erkennen

58und rechtzeitig abblocken

62 Wie mit Smart Devices eine Effizienzsteigerung und Kostenreduktion

in Produktionsanlagen erreicht wird

64 WLAN-Infrastruktur bringt Schwung in die Intralogistik

65 Produkte, Technologien, Trends

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19239

4

SPECIAL: MESSE MOTEK 2017

68 TITEL Sicherheitslösungen für nahezu jede Applikation

70 Bin-Picking-Lösung mit Handlingroboter erfüllt höchste Ansprüche an

Qualität und Präzision

Multifunktional und individuell –

68 Sicherheitslösungen im digitalen Zeitalter

TITELBILD

K.A. Schmersal

GmbH & Co.

KG, Wuppertal

RUBRIKEN

63 Impressum

72 Inserentenverzeichnis

74 SERIE StartING up : Ein Unternehmen für Präzision mit Mikrowellen-Messtechnik

75 Heftvorschau 5/2017

Interview: Erfolgsrezept

Exotische

30 eines Robotik-Spezialisten

Kabellösungen

Profinet

52 mit echtem Nutzwert

vereinfacht die

60 Integration von Taster & Co.


SZENE

AMA Verband verstärkt Deutsch-

Chinesische Zusammenarbeit

Der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik (AMA) und

die chinesische Sensors and IoT Industry Association (SIA)

haben auf der Sensor+Test 2017 das Chinesisch-Deutsche

Sensor-Innovations-Forum gegründet – eine Plattform zum

Austausch von Technologie- und markstrategischer Informationen.

Die Entwicklung ressourcenschonender Automatisierungs-,

Mobilitäts- und Versorgungsstrukturen ist ohne

angepasste Sensor-Technologien nicht umsetzbar. Um Innovationen

besser zu fördern, müssen Trends bei der Nachfrage

frühzeitig erkannt und bewertet werden. Hier finden der

Hochtechnologie-Standort Deutschland und China als Land

der Digitalisierung mit großem Marktpotential, vielfältige

Optionen zur Zusammenarbeit. Als offene Diskussionsplattformen

sind das Chinesisch-Deutsche Sensor-Innovations-

Forum in Nürnberg und die International Conference on

Sensors in the Internet of Things (SIOT) in Hangzhou sowie

weitere chinesische Sensorik-Zentren geplant. In einem

gemeinsamen Memorandum vereinbaren beide Organisationen

konkrete Aktionsziele. Das Chinesisch-Deutsche Forum als

Plattform zur Förderung des Austauschs Technologie- und

markstrategischer Informationen wird im jährlichen Wechsel

in beiden Ländern realisiert.

www.ama-sensorik.de

Conrad Marketplace ist in der

Beta-Version live

Conrad Business Supplies startet nun offiziell mit der angekündigten

Beta-Version des neuen Conrad Marketplace für

B2B-Kunden. Auf den Produktdetailseiten im B2B-Shop

haben Businesskunden nun zum Produkt-Portfolio von

Conrad auch die Produkte weiterer Anbieter auf dem Marketplace

im Blick. Über den Hinweisbutton “Conrad Marketplace

– Jetzt weitere Anbieter für diesen Artikel entdecken”

findet sich der Kunde schnell zurecht. Dies ermöglicht allen

Businesskunden ein neues One-Stop-Shopping-Erlebnis und

eine Anlaufstelle mit Zugriff auf etliche

Produkte. Über 50 000 neue

Produkte einzelner Seller wurden

bereits seit dem Start des Marketplace

gelistet, zusätzlich zum umfassenden

Portfolio von Conrad

Business Supplies von 750 000 Produkten.

Neben einer umfassenden

Produktpalette plant Conrad auch die Ausweitung des Marktplatzes

auf andere Länder. Bis Ende 2017 soll das Angebot

auch in Österreich und den Niederlanden verfügbar sein und

der Roll-out 2018 europaweit vorangetrieben werden.

www.conrad.biz

Prüfstände

automatisieren

• Messwerterfassung und Prüfstandsautomatisierung

in einem System

• Erhöhung der Prüfeffizienz durch automatische

Reporterstellung aller Prüfergebnisse

• Anbindung und Integration unterschiedlicher

Subsysteme, z.B. elektrische Leistungsmessung

• Parametrierung, Visualisierung, Automatisierung

und Datenanalyse alles mit nur einer Software

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Komplettlösung. Alles aus einer Hand.

Intelligente Messtechnik

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SZENE

Embedded Vision Europe (EVE)

Konference in Stuttgart

In Zusammenarbeit mit der Leitmesse Vision hat die EMVA

(European Machine Vision Association) erstmal eine europäische

Plattform zum Informationsaustausch für das Zukunftsthema

Embedded Vision geschaffen. Die Konferenz Embedded

Vision Europe findet vom 12. bis 13. Oktober 2017 im ICS

International Congress Center Stuttgart direkt am Stuttgarter

Flughafen statt und zeigt die Einsatzmöglichkeiten von neuen

Software- und Hardware-Plattformen, erläutert die Technologie

und präsentiert Anwendungen und Märkte für Embedded

Vision. Florian Niethammer, Teamleiter Vision, Weltleitmesse

für Bildverarbeitung bei der Messe Stuttgart ist erfreut, dass

das neue Konferenzformat bereits große Zustimmung findet.

Die Teilnehmer der Konferenz werden aus den unterschiedlichsten

Branchen, darunter Robotik, Automotive, Automatisierung,

Logistik und Medizintechnik erwartet. Weitere Informationen

zur Konferenz, die in englischer Sprache abgehalten

wird sowie zur Registrierung finden sich unter:

www.embedded-vision-emva.org.

Bild: Fotolia

Broschüre hilft bei Auswahl der

Instrumentierung

Messtechnische Lösungen für den Maschinenbau stellt Wika in der

Broschüre „Applikationen und Subsysteme für den Maschinenbau“

vor. Sie orientiert sich an den Kernapplikationen der Branche, von

Kompressoren über Hydraulik- und Schmiersysteme bis zu Pumpen

und Systemen. Anwendungsbeispiele bilden die Produktauswahl

für Druck, Temperatur, Füllstand und Durchfluss ab. Über

die grafische Darstellung können alle für

die Messaufgabe passenden Geräte zugeordnet

werden. Technische Informationen

dazu werden in der Gesamtübersicht

aller Produkte (inklusive Kalibriergeräte

und Zubehör) am Ende des Hefts aufgeführt.

Die Instrumentierung für den

Maschinenbau wird durch anwenderspezifische

Lösungen komplettiert. Dienstleistungen,

zum Beispiel durch das DAkkSzertifizierte

Kalibrierlabor, ergänzen das

Angebot. Die Broschüre ist in gedruckter

Form bestellbar oder kann als E-Book heruntergeladen

werden.

www.wika.de

www.emva.org

Veranstaltung: re:work 2017 – die

Plattform für Anforderungsmanager

Effektives Requirements Engineering stellt einen integralen

Bestandteil in der Produktentwicklung und im Produktentwicklungszyklus

dar und ist für die Erfüllung von Kundenanforderungen

essenziell. Die re:work 2017 – smart requirements

engineering ist der Strategie Event auf dem mehr als 150 verantwortliche

Anforderungsmanager praktikable Konzepte zum

Handling von Produktanforderungen im Spannungsfeld

zwischen effizienter Herstellbarkeit und der Lösung komplexer

Probleme diskutieren. Teilnehmer erleben ein vielfältiges und

interaktives Programm, das eine optimale Basis zum Benchmarking

und Networking bietet. Die Veranstaltung bietet Keynotes

u. a. von Audi, Hella, Jungheinrich, Thyssen Krupp, Rittal

zu aktuellen Themen wie dem Umgang mit Komplexität, der

Anwendung von agilen Methoden und den Herausforderungen

durch die digitale Transformation. Termin ist der 28. bis

29. September 2017 im Kempinski Hotel Bristol, Berlin. Aktuelle

Informationen erhalten Sie über folgenden Link:

www.smart-requirements-engineering.de

Basler übernimmt Embedded

Computing-Spezialisten Mycable

Der Kamerahersteller Basler hat zum 1. Juni 2017 das Unternehmen

Mycable, Neumünster, übernommen. Mycable ist spezialisiert

auf die Beratung zu und Entwicklung von Embedded

Computing-Architekturen. Mit der Akquisition will Basler die

Marktdurchdringung im Bereich der Embedded-Vision-Technologie

erhöhen und den Integrationsaufwand dieser Technologien

für Kunden verringern. Mit seiner Kameramodulserie

Dart adressiert Basler diesen Bereich. Der Gründer und Geschäftsführer

von Mycable, Michael Carstens-Behrens, wird

die Geschäfte weiterhin führen. Mycable wurde 2001 gegründet

und hat 13 Mitarbeiter. Seine Kunden sind hauptsächlich in der

Automobil- und der Computer-Vision-Branche tätig. Basler

stellt digitale Industriekameras für Anwendungen in Industrie,

Medizin, Verkehr und Retail her. Das Unternehmen mit Hauptsitz

in Ahrensburg beschäftigt rund 500 Mitarbeiter.

www.baslerweb.com

6 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


SZENE

Wachstum in Österreich im Visier

Der Elektrotechnikspezialist Pfannenberg hat eine

Vertriebsniederlassung in Österreich eröffnet. Von

Ottnang am Hausruck aus werden nun Schaltschrankklimatisierungs-

und Prozesskühlungslösungen

sowie Signalgeräte auf dem österreichischen

Markt vertrieben. „Die steigenden

Umsätze und die strategische Wichtigkeit des

österreichischen Marktes waren für uns die

Hauptargumente, die uns zur Eröffnung einer

eigenen Niederlassung bewogen haben“,

so Lars Platzhoff (Bild), Geschäftsführer

von Pfannenberg Europe.

Seit 2015 arbeiten Pfannenberg-

Mitarbeiter in Österreich, bisher

im Home Office. Das Unternehmen

hatte zudem seine Vertriebstätigkeit

im Alpenland

verstärken können, indem

es dort mit M. Schurrer

einen neuen Partner gewann.

Schurrer, Spezialist

für den Import elektrotechnischer

Spezialartikel,

unterstützt Pfannenberg

nach wie vor

bei den Vertriebsaktivitäten

im Geschäftsbereich Signaltechnologie.

www.pfannenberg.com

MSR-Spezialmesse Niedersachsen

in Braunschweig

Der Veranstalter Meorga richtet seine nächste Spezialmesse

am 13. September 2017 in der Volkswagen Halle in Braunschweig

aus. Themen sind Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik,

Prozessleitsysteme sowie Automatisierungstechnik. 150 Fachfirmen

präsentieren von 8 bis 16 Uhr Geräte und Systeme,

Engineering- und Serviceleistungen sowie neue Trends im

Bereich der Automatisierung. 36 begleitende Fachvorträge

informieren den Besucher umfassend über aktuelle Themen.

Die Messe wendet sich an Fachleute und Entscheidungsträger,

die in ihren Unternehmen für die Optimierung der Geschäftsund

Produktionsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette

verantwortlich sind. Der Eintritt zur Messe sowie

die Teilnahme an den Fachvorträgen sind kostenfrei.

www.meorga.de

WIR ERÖFFNEN NEUE PERSPEKTIVEN

Mit hochwertigen Sensor-, Identifikations- und Netzwerklösungen und viel Engagement steigern

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2014 7

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SZENE

Neuer Vertriebsleiter bei Schneider-Kreuznach

Dr. Raimund Lassak ist seit 1. Mai 2017 neuer Vertriebsleiter der Jos. Schneider Optische Werke

GmbH. Der 52-jährige Ingenieur verfügt aufgrund verschiedener Managementfunktionen bei

technologieorientierten Unternehmen über weitreichende Erfahrungen mit komplexen technischen

Produkten. Er verantwortet bei Schneider-Kreuznach sämtliche Vertriebsaktivitäten weltweit.

Schwerpunkte sieht er in der internationalen Geschäftsentwicklung sowie in einer sorgfältig vorbereiteten

strategischen Herangehensweise an Zielmärkte mit kundenspezifischen Lösungen und

neuen Anwendungen. „Mit Dr. Raimund Lassak haben wir einen ausgezeichneten Vertriebsexperten

gewonnen. Wir wollen mit ihm unsere Kundenbeziehungen nicht nur ausbauen, sondern auch

gezielt neue Märkte und Regionen erschließen“, sagt Dr. Thomas Kessler, Geschäftsführer der

Schneider-Gruppe. Dr. Raimund Lassak hat an der Universität Hohenheim/Stuttgart

studiert und an der RWTH Aachen 1994 promoviert.

www.schneiderkreuznach.com

Umsatz gesteigert – Stammsitz bei Euchner wird vergrößert

www.euchner.de

Der Sicherheitstechnik-Spezialist Euchner hat 2016 seinen

Umsatz um 4,5 % gegenüber dem Vorjahr auf 140 Mio. EUR

gesteigert. Die Belegschaft des mittelständischen Familienunternehmens

wuchs auf weltweit über 700 Mitarbeiter, davon 550 in

Deutschland. Besonders erfolgreich sei man mit dem elektronischen

Zugriffs- und Verwaltungssystem EKS und transponderbasierten

Zuhaltungen wie die Sicherheitsschalter CTP und CET

gewesen. Erfolgreich sei auch die Einführung der zweiten Generation

der Schutztürabsicherung Multifunctional Gate Box

MGB2 gewesen, die durch modularen Aufbau an verschiedene

Schutztüren angepasst werden kann. Ab Ende 2017 will das

Unternehmen seinen Stammsitz in Leinfelden-Echterdingen

vergrößern und dafür rund 20 Mio. EUR investieren und u. a. ein

neues Hauptgebäude errichten. Bis 2020 sollen auf 12 000 m²

Büroflächen und Montageplätze entstehen. Auch das Lager und

das Logistikzentrum sollen erweitert werden.

E I N L A D U N G

Mittwoch, 13. Sept. 2017

8:00 bis 16:00 Uhr

Volkswagen Halle

Europaplatz 1

38100 Braunschweig

Messtechnik Steuerungstechnik Regeltechnik Prozessleitsysteme Automatisierung

Führende Fachfirmen der Branche präsentieren ihre Geräte und Systeme und zeigen neue Trends im Bereich der

Automatisierung auf. Die Messe wendet sich an Fachleute und Entscheidungsträger die in ihren Unternehmen für

die Automatisierung verantwortlich sind.

Der Eintritt zur Messe, die Teilnahme an den Fachvorträgen und der Imbiss ist für die Besucher kostenlos.

MEORGA GmbH Sportplatzstraße 27 66809 Nalbach

www.meorga.de

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8 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017



SZENE

Grundsteinlegung für neues

FSG-Werk in Zernsdorf

Sieben Wochen nach dem ersten Spatenstich sind im brandenburgischen

Königs-Wusterhausen nun die Fundamente für

zwei neue Produktionshallen des Mess- und Sensortechnikspezialisten

FSG Fernsteuergeräte aus Berlin gelegt worden. Im

August fand die feierliche Grundsteinlegung in Anwesenheit

der Geschäftsführer Klaus und Carsten Schulz statt. Dabei wurde

als Glücksbringer auch eine Zeitkapsel in den Grundstein

eingelassen. Damit ist nun der Startschuss für die Hoch- und

Rohbauarbeiten gegeben. Die Fertigstellung des vierten Standorts

des 1946 gegründeten Familienunternehmens ist für März

2018 geplant. Auf dem 44 000 m² großen Areal soll die komplette

Fertigung des Unternehmens inklusive einer Lackiererei und

Ausbildungswerkstatt konzentriert werden. Mit dem neuen

Werk werden die Kapazitäten geschaffen, die steigende

Nachfrage nach hochwertigen FSG-Produkten zu befriedigen.

Das mittelständische Familienunternehmen produziert unter

anderem Sensoren für die Bahnindustrie sowie für die Schiffsund

Kranindustrie.

www.fernsteuergeraete.de

Alexander Stricker

Technischer Kundensupport

» Wichtige Normenänderung

im Bereich

Überspannungsschutz. «

Chromasens steigt in Firmengruppe

Lakesight ein

Chromasens, ein Hersteller von Bilderfassungs- und -verarbeitungssystemen

schließt sich der Gruppe Lakesight Technologies

an. Ziel dieser Firmengruppe ist der Aufbau eines

weltweit führenden Anbieters industrieller Bildverarbeitungslösungen.

Das Konstanzer Unternehmen bleibt dabei eine

eigenständige GmbH mit den Geschäftsführern Martin Hund

und Markus Schnitzlein, die

beide zusätzlich im Board of

Directors von Lakesight vertreten

sind. Ermöglicht wurde die Integration

vom Private Equity Fund

Ambienta. Chromasens bringt

ein Portfolio an Zeilenkameras

sowie 3D- und Multispektral-

Technologien ein. Von der Zusammenarbeit

in der Gruppe

erwartet sich Chromasens eine

Förderung von Investitionen in neue Technologien, Unterstützung

bei der Entwicklung neuer Projekte mit Blue-Chip-

Kunden und den Ausbau des internationalen Vertriebs. Die

weiteren Mitglieder der Gruppe sind das italienische Unternehmen

Mairano und Miktrotron in Unterschleißheim.

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SZENE I INTERVIEW

Networking und Interaktion

re:work 2017 – Smart Requirements Engineering in Berlin, der Networking-Hub des Jahres

Das sogenannte Anforderungsmanagement (Requirements Engineering)

ist heute integraler Bestandteil in der Produktentwicklung und im

Produktentwicklungszyklus. Nur wer die Anforderungen kennt, kann

Kundenbedürfnisse effektiv und nachhaltig erfüllen. Der Kongress

re:work stellt genau das in den Mittelpunkt und gibt die Möglichkeit,

sich mit führenden Experten auszutauschen.

Im Vorfeld zur Veranstaltung re:work 2017

Smart Requirements Engineering, die vom

28. bis 29. September 2017 in Berlin stattfindet,

hat sich we.Conect mit Katrin Grothues,

Senior Product Owner Connected Drive von

BMW Group zu einem Interview getroffen.

Katrin Grothues arbeitet seit fünf Jahren als

Product Owner in agilen Entwicklungsteams.

Bei AutoScout24 hat sie Entwicklungsmethoden

kennen und lieben gelernt. Nach

einem Zwischenstopp bei HolidayCheck

widmet sie sich nun bei BMW der Entwicklung

von Digitalen Services im Auto. Getrieben

wird sie vor allem von der Frage wie es

gelingt, den theoretischen Discover-Build-

Measure-Learn-Ansatz auch außerhalb der

idealen Welt eines Start-ups in einem etablierten

und großen Unternehmen zu leben.

Vor welchen Herausforderungen stehen

Unternehmen beim Anforderungsmanagement

im Bereich physischer Produkte?

Aus meiner Sicht besteht die größte

Herausforderung in der langen Vorlaufzeit.

Physische Produkte zu erstellen hat

längere Planungszyklen, als digitale. Das

erfordert eine Anforderungssammlung

schon teilweise mehrere Jahre vor „Go

Live“ vor Kunde und stellt damit Produktmanager

vor die Herausforderung jetzt

schon wissen zu müssen, was Kunden in

mehreren Jahren benötigen. Das ist vor

allem deshalb eine Herausforderung, da

sich die Kundenbedürfnisse und Marktgegebenheiten

viel schneller entwickeln

als noch vor einigen Jahren.

Wie kann die Integration von Anforderungen

in Produktentwicklungsprozesse

gelingen? Welche Voraussetzungen sind

hierfür notwendig?

Natürlich benötigt man Tools, um Anforderungsaufnahme

und –management

halbwegs geordnet und vor allem transparent

abzuwickeln. Hier gibt es genug

Lösungen am Markt – z. B. die Produkte

von Atlassian. Entscheidend sind jedoch

nicht die Tools, sondern das Mindset der

Mitarbeiter und die Flexibilität der

Organisation. Es braucht viel Offenheit

für neue Methoden der Problem- und

Lösungs validierung, die aus meiner Sicht

zwingend notwendig sind, um Anforderungen

kundenzentriert formulieren

zu können. Und die Organisation muss

lernen, mit Unsicherheit und Veränderung

umgehen zu können.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten

Unterschiede zwischen den Methoden

des Requirements Engineering in der

Softwareentwicklung sowie in der

Entwicklung von physischen Produkten?

Aus meiner Sicht sind es Vorlaufzeit und

Flexibilität nach „Go Live“. Vorlaufzeit bei

physischen Produkten muss länger sein,

da es einfach länger dauert, Hardware

herzustellen oder einzukaufen, als

Codezeilen zu schreiben. Auch in der

Phase der Discovery kann ich schneller

Softwareprototypen bauen, als

Hardwareprototypen (auch wenn es

heutzutage mit 3-D Druck auch schon

schneller geht).

Dann die Flexibilität nach „Go Live“:

Software verteile ich in der Regel über das

Netz – sowohl B2C Produkte (Software,

Web-Anwendungen, Apps) als auch B2B

(die meisten B2B Anwendungen sind

heute Standard, die meist als SaaS

angeboten und dann auch zentral in der

Cloud gehostet werden) Produkte. Somit

kann ich leicht auf Kundenfeedback

reagieren und Anpassungen an der

Software machen.

Das fällt bei Hardware schwerer: zum

einen erfolgt die Distribution oft über die

kleinteilige Vertriebsorganisation, zum

anderen bekomme ich zu Hardware nur

schlechter Feedback von Kunden und

zum letzten kann ich Anpassungen an

den schon ausgelieferten Produkten nicht

einfach über ein Softwareupdate machen.

Entweder rufe ich Produkte zurück oder

ich statte die nächste Serie mit den

angepassten Features aus. Dann haben

aber die Kunden mit Serie 1 nichts mehr

von den Verbesserungen.

10 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


Gibt es Ansätze aus dem RE in der Softwareentwicklung, die sich

auf das Anforderungsmanagement bei physischen Produkten

übertragen lassen?

Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, auch bei physischen

Produkten Validierungsmethoden anzuwenden, um sowohl den

Problemraum als auch den Lösungsraum aus Kundensicht zu

evaluieren. Hier wird viel zu schnell eine Lösung fixiert und dann

umgesetzt, ohne wirklich sicher zu sein, dass die Lösung ein

relevantes Kundenproblem adressiert. Auch, wenn man mit mehr

Vorlauf Entscheidungen treffen muss als bei Software, kann man

dennoch in einer Discovery-Phase mit den entsprechenden

qualitativen und quantitativen Methoden sowohl Problem als

auch Lösung validieren.

Innovationszyklen können je nach Branche und Produkt

sehr kurz sein. Welche Voraussetzungen muss ein integriertes

Änderungsmanagement hier mit sich bringen, um die notwendige

Flexibilität in allen Entwicklungsstufen zu gewährleisten?

Zu allererst ist es entscheidend, dass man den Kontakt zum

Kunden und Markt hat, um sehr früh zu erkennen, dass sich hier

die Bedürfnisse ändern und damit auch Anpassungen am Produkt

notwendig sind. Anschließend muss man den Glauben ablegen,

dass das eigene Produkt so überzeugend ist, dass Kunden loyal

bleiben und nicht bei den Mitbewerbern schauen. Kunden sind

kritisch und Wissen um ihre Möglichkeiten und Alternativen.

Letztens sehe ich auch hier die größte Herausforderung im

Mindset. Entscheidend ist, dass man nicht mehr auf konkrete

Features plant und Budget verteilt, sondern eher in Clustern

denkt. Diese legen den strategischen Schwerpunkt fest, ohne

auf Feature-Ebene herunterzubrechen und erlauben somit die

Reaktion auf neue Marktgegebenheiten.

Mehr als 150 Anforderungsmanager diskutieren

praktikable Konzepte im Spannungsfeld zwischen

Kundenanforderungen und Herstellbarkeit.

09.-12. Oktober 2017

Stuttgart

Besuchen sie uns!

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das transportsystem

der nächsten

generation

www.br-automation.com/transport-technologie

Nahtlos integriert

< Perfekte Synchronisation von CNC und Robotik

Beschreiben Sie bitte kurz das Thema Ihres Beitrags, den Sie

auf der re:work 2017 vorstellen werden.

Mir liegt die Discovery-Phase sehr am Herzen. Hier sehe ich den

größten Mehrwert, den ich als Product Owner liefere. Sie hat zum

Ziel, zum einen zu prüfen, welches Problem wirklich relevant

für die Kunden ist. Anschließend geht es daran, die für dieses

Problem bestmögliche Lösung zu erarbeiten. Ich möchte diese

beiden Phasen und die geeigneten Methoden aufzeigen.

In der Praxis bewährt

< Zuverlässig im industriellen 24/7-Betrieb

Welche Themen bewegen Sie besonders, und welche Schwerpunkte

werden Ihres Erachtens besonders diskutiert werden?

Mir ist es wichtig, Kundenzentrierung zu verankern. Große, globale,

erfolgreiche deutsche Produktionsunternehmen müssen

umdenken, um nicht vom Markt zu verschwinden. Software

und digitale Produkte halten Einzug in alle Lebens- und Arbeitsbereiche.

Somit sind auch klassische Hardwareprodukte (Autos,

Maschinen, Weiße Ware etc.) zunehmend digitale Produkte. Das

führt dazu, dass vermehrt Unternehmen aktiv werden, die ihre

Wurzeln in der reinen Software-Entwicklung haben und den Markt

mit diesen kundenzentrierten Methoden bearbeiten. Ich möchte

vermeiden, dass wir hier in Deutschland Nokia-Momente erleben.

Leicht zu warten

< Einfacher und schneller Service im Feld

Fotos: we.Conect

www.smart-requirements-engineering.de


Das Liquiline System bietet eine präzise

Online-Messung für eine normenkonforme

und optimierte Chromat-Entfernung im

industriellen Abwasser

Saubere Gewässer

Automatisierte Chromatüberwachung im Prozessabwasser

Zum Schutz unserer Gewässer darf belastetes Prozesswasser nicht

unbehandelt in die Kanalisation eingeleitet werden. Moderne

Abwasserbehandlungsanlagen sorgen dafür, den Schadstoffgehalt zu

reduzieren und die Einleitgrenzwerte einzuhalten. Wir stellen Ihnen eine

präzise, normenkonforme und automatisierte Chrom(VI)-Analyse vor,

die bei ZF Friedrichshafen für höchste Prozess-Sicherheit sorgt.

Konstante Produktqualität, Prozessoptimierung,

Umweltschutz und Sicherheit

sind nur ein paar Gründe, warum die Online-

Analyse von Flüssigkeiten immer wichtiger

wird. Endress+Hauser bietet mit den Liquiline

System CA80 Analysatoren eine präzise

und normenkonforme Lösung mit Probenaufbereitung,

um vorgeschriebene Grenzwerte

zuverlässig einzuhalten. Das Hauptaugenmerk

in der Abwasserbehandlung

liegt auf dem Schutz der nachfolgenden

Gewässer und damit unserer Ökosysteme.

In Galvanikbetrieben und Gerbereien fallen

stark belastete Prozesswässer an, die nicht

unbehandelt in die Kanalisation eingeleitet

werden dürfen. Daher betreiben Unternehmen

wie die ZF Friedrichshafen AG in

Schweinfurt meist eigene Abwasserbehandlungsanlagen,

um die Schadstofffracht so

weit wie möglich zu reduzieren und die

vorgeschriebenen Einleitgrenzwerte sicher

einzuhalten. Das behandelte Abwasser wird

dann entweder direkt in ein anliegendes

Gewässer eingeleitet oder an eine kommunale

Kläranlage übergeben. Voraussetzung

dafür ist eine absolut verlässliche, präzise

Überwachung und die lückenlose Dokumentation

der Messwerte. Die ZF Friedrichshafen

AG in Schweinfurt nutzt hierfür

den Chromat-Analysator Liquiline System

CA80CR mit der Probenvorbereitung Liquiline

System CAT820 von Endress+Hauser.

Claudia Keller, Dr. Guido Mennicken,

beide Endress+Hauser Messtechnik

GmbH + Co. KG, Weil/Rhein

Veredelung der Metalle durch

Galvanisieren mit Chromsäure

Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise

1 500 galvanische Betriebe. Die ZF

Friedrichshafen AG ist der drittgrößte deutsche

Automobilzulieferer und zählt zu den

12 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


SENSORIK UND MESSTECHNIK

weltweit führenden Unternehmen auf dem

Gebiet der Antriebs- und Fahrwerktechnik

sowie der aktiven und passiven Sicherheitstechnik.

Der Standort in Schweinfurt ist Sitz

der Division E-Mobility und Produktionsstandort

für weitere Divisionen. Unter

anderem wird hier durch das galvanische

Aufbringen von Chrom auf Bauteiloberflächen

eine sehr harte Schicht erzeugt.

Durch das Galvanisieren wird insbesondere

die Verschleißfestigkeit von Grundwerkstoffen

erheblich verbessert.

Reinigungsprozess belasteter

Abwässer

Ein wichtiger Aspekt der Galvanotechnik ist

die Abwasseraufbereitung. Die Flüssigkeiten

in Prozess- und Reinigungsbädern galvanotechnischer

Betriebe müssen von Zeit zu

Zeit ausgetauscht werden. Dies kann aufgrund

einer zunehmenden Verunreinigung

erforderlich sein oder weil die Konzentration

der Wirkstoffe nicht mehr ausreicht. Diese

Abwässer sind teilweise mit problematischen

Inhaltsstoffen wie Chrom(VI)-Verbindungen

belastet, die ein großes Umweltgefährdungspotenzial

aufweisen und daher keinesfalls

unbehandelt in nachfolgende Gewässer

gelangen dürfen. Erreicht wird diese Reinigung

durch eine doppelt ausgelegte chromreduzierende

Vorbehandlung, an die sich

zwei Neutralisationsstufen anschließen.

Hier werden die Metalle als Metallhydroxide

durch Zugabe von Kalkmilch ausgefällt.

Die erhaltenen schwerlöslichen Metallhydroxide

werden danach noch mit Flockungshilfsmitteln

zu größeren Flocken ausgeflockt

und dann durch Sedimentation vom

Klarwasser abgetrennt. Der sedimentierte

Schlamm wird über eine Kammerfilterpresse

zu einem Filterkuchen gepresst. Das Klarwasser

enthält nun nur noch geringe Spuren

von Schwermetallen und wird einer kontinuierlichen

Ablaufüberwachung zugeführt.

Die gesamte Anlagensteuerung ist voll automatisiert

und alarmüberwacht.

Automatisierte Überwachung

des Chrom(VI)-Gehalts

Bevor das vollständig aufbereitete Wasser

in das angrenzende Gewässer eingeleitet

werden darf, muss im Ablauf kontinuierlich

der Chrom(VI)-Gehalt bestimmt werden.

Er darf dabei einen Grenzwert von 0,05 mg/L

nicht überschreiten. Hier hilft die standardisierte

Diphenylcarbazid-Methode dabei,

den wasserrechtlichen Regelungen zuverlässig

zu entsprechen und die ausführlichen

Logbücher des Liquiline System

01 Vorbehandlung des galvanischen Abwassers zur Reduktion von Chrom(VI) zu Chrom(III)

02 Die Ausflockung schwerlöslicher Metall -

hydroxide zählt zur Abwasser-Vorbehandlung

03 Im Sedimentationsbecken trennen sich

die Metallhydroxide vom Klarwasser

CA80CR ermöglichen eine lückenlose Dokumentation

der Cr(VI)-Werte.

Sobald ein erhöhter Cr(VI)-Gehalt gemessen

wird, wird Alarm ausgelöst, die

Ventile im Zulauf werden geschlossen und

die Anlage geht in einen sicheren Zustand.

Hier liefert der CA80 Online-Analysator

den aktuellen Prozesswert prompt und

ermöglicht so eine schnelle Reaktion auf

erhöhte Werte. Um die Grenzwerte sicher

einzu halten, ist natürlich auch die geringe

Störanfälligkeit sowie der reduzierte Wartungsaufwand

der Messstelle von entscheidender

Bedeutung. „Mit dem CA80CR

fallen außer der regelmäßigen Reinigung

des Keramikfilters bei der Probenvorbereitung

CAT820 keine weiteren Wartungstätigkeiten

an“ erläutert Hr. Dunz, Engineering

Sicherheit und Umwelt bei der ZF

Friedrichshafen AG in Schweinfurt. „Durch

die automatische Reinigung der Probenschläuche

nach jeder Messung und dank

der automatisierten Kalibrierung alle zwei

Tage können wir viel Wartungszeit einsparen.

Im Vergleich zum vorigen Messgerät,

das bis zu drei Stunden Wartungszeit

pro Tag erforderte, läuft der CA80 völlig

autark“.

Die vom CA80CR kontinuierlich analysierten

Online-Werte werden einmal täglich

durch einen Küvettentest im Labor verifiziert.

Zusätzlich wird jeden Tag eine Mischprobe

durch einen Probenehmer (alle zwei

Stunden über 24 Stunden) genommen. Die

Online-Werte stimmen dabei sehr gut mit

den Labormessungen überein.

Insgesamt kann ZF Friedrichshafen durch

den Einsatz des Chromat-Analysators Liquiline

System CA80CR eine hohe Betriebssicherheit

in der Galvanisierung gewährleisten

und den Wartungsaufwand und

daraufhin auch die Betriebskosten deutlich

verringern.

Fotos: Aufmacher + 01–03: Endress+Hauser;

sonstiges Bild Fotolia

www.endress.com

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 13


SENSORIK UND MESSTECHNIK

“Nachgefragt”

Druckaufnehmer – Druckverhalten,

Linearität und was sie auszeichnet

Der Markt bietet eine Reihe an

Drucksensoren, denen unterschiedliche

physikalische Messverfahren zu Grunde liegen.

Piezoresistive Druckaufnehmer beispielweise

zeichnen sich durch ihre hohe Empfindlichkeit aus,

sind sehr genau und lassen sich durch ihre kompakte

Bauweise in viele Systeme integrieren. Doch

wie sieht das Druckverhalten

dieser Sensoren aus und worauf

sollten Anwender achten.

Anwender piezoresistiver Druckaufnehmer

erwarten ein lineares Druckverhalten,

bei dem das Ausgangssignal proportional

zum anstehenden Druck ist. Darum soll

die Kurve im Druck-Signal-Diagramm eine

Gerade sein, deren Anfangspunkt mit Nullpunkt

und deren Steigung mit Empfindlichkeit

bezeichnet wird. Der wirkliche Verlauf

der Druck-Signal-Kurve zeigt immer mehr

oder weniger starke Abweichungen von der

idealen Geraden. Diese Abweichung ist der

Linearitätsfehler des Druckaufnehmers. Die

Steigung der Kurve entspricht dagegen der

Empfindlichkeit.

Von welchen Faktoren hängt

die Empfindlichkeit ab?

Karl-Heinz Löprich ist Verkaufsleiter bei der

STS Sensoren Transmitter Systeme GmbH

in Sindelfingen

chanische, chemische oder kombinierte Bearbeitung

festgelegt. Diese Prozesse lassen

sich nicht so genau kontrollieren, dass alle

Druckmesszellen die genau gleiche Empfindlichkeit

aufweisen. Deshalb werden Klassen

gebildet, innerhalb derer die Druckaufnehmer

für einen bestimmten Druckbereich

eingesetzt werden können. Innerhalb dieser

Klassen können die Empfindlichkeiten um

etwa ± 20 % streuen. Diese Abweichung kann

durch den Speisestrom oder den Verstärkungsfaktor

in der Elektronik kompensiert

werden (Kalibrierung).

Linearität hat ihre Tücken

Bei Linearitätsangaben in Prozent muss beachtet

werden, dass dabei meist % FS (Full

Scale, Endwert) angegeben werden. Bezogen

auf einen Messwert kann der Fehler also

durchaus stark ins Gewicht fallen, auch

wenn laut Hersteller ein sehr kleiner Wert,

aber eben als % FS, angegeben wird. Bei der

Druckmesszelle hängt die Linearität von

mehreren Faktoren ab:

n die Halbleiterwiderstände müssen genügend

klein und an der richtigen Stelle der

Siliziummembrane eindiffundiert sein,

n die Siliziummembrane muss sauber, scharfkantig

und genau am richtigen Ort sein,

n die Linearität ist unterschiedlich, ob Über-

Die Empfindlichkeit eines Druckaufnehmers

hängt im wesentlichen von zwei Faktoren

ab. Das sind der Widerstandswert der

eindiffundierten Halbleiterwiderstände und

ihr piezoresistiven Wirkungsfaktor sowie die

Dicke der Siliziummembrane. Die Dicke der

Siliziummembrane hat den größten Einfluss

auf das Druckverhalten. Sie wird durch meoder

Unterdruck gemessen wird, das heißt

ob sich die Membrane in konkaver oder

konvexer Form baucht (Zug- oder Druckbelastung),

n das Verhältnis Durchmesser zu Dicke der

Siliziummembrane muss innerhalb eines

bestimmten Bereiches sein. Sehr dünne

Membranen deformieren sich mit einer

überlagerten Streckung: Dieser Balloneffekt

führt bei Aufnehmern für tiefe Druckbereiche

zu einem typischen s-förmigen

Verlauf der Linearitätskurve,

Präzise Messtechnik

STS Sensoren Transmitter Systeme

entwickelt, produziert und vertreibt

hochwertige Druckaufnehmer,

Drucksensoren, Niveausonden und

Datenlogger sowie Messinstrumente

für unterschiedlichste Anwendungen.

Dazu zählen viele Anwendungen des

Maschinen- und Anlagenbaus, der

Chemie und in der Prozessautomation

sowie die Überwachung von

Schmutzwasser, Produkte für die

Niveau- und Druckregulierung im

Bereich der Wasserversorgung.

14 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


SENSORIK UND MESSTECHNIK

01 Piezoresistive Druckaufnehmer gibt es in zahlreichen Ausführungen,

deren hohe Zuverlässigkeit selbst bei explosionsgefährdeten

Anwendungen eine feste Konstante darstellt

n bei sehr dicken Siliziummembranen ist die beabsichtigte Struktur

der am Rand starr eingespannten Membrane nicht mehr realisierbar,

da zum Beispiel bei einem 1 000 bar Aufnehmer die

Membrane halb so dick ist wie der Chip.

Überlast und Berstdruck piezoresistiver

Druckaufnehmer

Der typische Verlauf der Linearitätskurve ist in einem großen Teil

recht linear und dann eher stark abflachend. Im Interesse eines

möglichst großen Ausgangssignals wird der größtmögliche Bereich

dieser Kurve ausgenutzt. Bis etwa zwei Drittel ist der Verlauf so linear,

dass der Fehler kleiner als 0.5 % FS ist. Darüber wird der Linearitätsfehler

schnell größer, so dass eine Grenze von der Genauigkeit her

gesetzt ist. Außer bei sehr tiefen und sehr hohen Druckbereichen

kann der Nenndruckbereich um etwa 50 % überschritten werden,

bis die Messzelle bricht.

Um die Überlastsicherheit zu erhöhen, muss auf ein hohes Nutzsignal

verzichtet werden: Man muss einen Druckaufnehmer verwenden,

der an sich für einen höheren Druckbereich bestimmt wäre.

02 Ein praktisch linearer Teil der Kennlinie wird ausgenutzt, wenn

der Aufnehmer mit geringerer Empfindlichkeit eingesetzt wird;

durch Selektion können Transmitter mit sehr geringer Nichtlinearität

(Stichwort 0.05 %FS) gebaut werden. Voraussetzung ist aber, dass

der Einsatzbereich im linearen Teil des Chips liegt.

Während beispielsweise bei kapazitiven Druckaufnehmern ein

mechanischer Anschlag für die sich unter Druck durchbiegende

Membrane vorgesehen werden kann und eine sehr hohe Überlastfestigkeit

gewährleistet wird, ist dies bei den vergleichsweise winzig

kleinen Siliziummembranen der piezoresistiven Druckmesszellen

mit ihren kleinsten Auslenkungen kaum möglich.

Bei STS ist der Berstdruck der Druck, bei dem ein Medium in den

Sensor gelangen kann, also die metallische Membrane zerstört

wird. Der Aufnehmer ist allerdings bereits vorher nicht mehr

funktionsfähig. Das geschieht bereits wenn der Chip bricht. Bei

Tauchsonden sind Gehäuse, Kabelverschraubung und Kabel

maßgebend, nicht der Berstdruck des Aufnehmers.

Fotos: Aufmacher Fotolia, sonstige STS Sensors

www.stssensors.de

IC-Haus.indd 1 18.07.2017 09:41:23

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 15


SENSORIK UND MESSTECHNIK

Richtungsweisend

IO-Link ebnet den Weg in die digitale Zukunft der Sensorik

Die Verknüpfung einer automatisierten

Fertigung mit modernen Informations- und

Kommunikationstechnologien ist ein wesentliches

Merkmal der digitalen Transformation. Realisieren

lässt sich dies allerdings nur mit intelligenten

Schnittstellen. Im Bereich der Sensorik geht

daher zukünftig kaum ein Weg an

Technologien wie IO-Link vorbei.

IO-Link ist mittlerweile ein Standard für ein

Kommunikationssystem, das Sensoren und

Aktoren an ein Automationssystem anbindet.

Bei der sicheren, herstellerunabhängigen

Punkt-zu-Punkt-Verbindung werden, abgesehen

von der IO-Link-Schnittstelle, keinerlei

Veränderungen an den Sensoren selbst vorgenommen,

sodass sie sich wie gewohnt einsetzen

lassen, mit einem entscheidenden

Unterschied: Die IO-Link-Schnittstelle macht

die Geräte intelligent, da sie nun mit einer

übergeordneten Steuerung (SPS) kommunizieren

können, um beispielsweise Prozess-,

Diagnose- und Gerätedaten für die Fertigungsautomation

zu liefern.

Warum Sensoren mit IO-Link?

Die wachsende Digitalisierung automatisierter

Produktionsprozesse ist nicht mehr

aufzuhalten. Schon alleine deshalb nicht,

weil bereits viele Firmen enorme Anstrengungen

und hohe Investitionen tätigen, um

Industrie 4.0 in die Tat umzusetzen. Sie

versprechen sich dadurch ein Plus an Produktivität

und Kosteneffizienz, z. B. durch

geringere bzw. kürzere Maschinenausfallzeiten,

die mit steigender Flexibilität sowie

Fertigungsqualität und somit höherer Wirtschaftlichkeit

einhergehen. Vor diesem

Hintergrund bieten Sensorlösungen mit IO-

Link-Schnittstelle, abgesehen von einer

problemlosen Verdrahtung, eine Reihe handfester

Vorteile. Dazu zählen eine kosteneffiziente

Standardisierung der Sensorik mit

Geräten, die sich per Plug & Play austauschen

lassen sowie eine reibungslose Kommunikation

mit automatisierten Anlagen

über ein einziges herstellerunabhängiges

Christian Fiebach ist Geschäftsführer bei der

ipf electronic gmbh in Lüdenscheid

System. Zudem liefern sie zusätzliche Diagnoseinformationen

und Parametriermöglichkeiten

im laufenden Betrieb.

Wie erfolgt der Datenaustausch

in einer IO-Link-Architektur?

In einer IO-Link-Systemarchitektur bildet

der IO-Link-Master (integriert entweder in

einer SPS-Baugruppe oder einem Feldbusverteiler)

die zentrale Schnittstelle zu einer

übergeordneten Steuerung und mehreren

IO-Link-Geräten (IO-Link-Devices). Ein

IO-Link-Master verfügt über einen oder

mehrere Ports, wobei sich an jeden Port

über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung (Parallelverdrahtung)

immer nur ein IO-Link-

Device mit einer ungeschirmten 3-adrigen

Standardleitung anschließen lässt. Das Device

selbst besitzt z. B. eine Seriennummer

oder Parameterdaten (Empfindlichkeiten,

Schaltverzögerungen etc.), die über das

IO-Link-Protokoll lesbar respektive schreibbar

sind. Zwischen IO-Link-Master und

IO-Link-Device werden drei Arten von Daten

ausgetauscht: zyklische Prozessdaten, azyklische

Gerätedaten (IO-Link-Device), z. B.

Parameter und Diagnosefunktionen, und

azyklische Daten, also Ereignisse wie etwa

Fehlermeldungen und Warnungen. Hierbei

übermittelt ein IO-Link-Device seine Daten

immer nur nach Aufforderung des IO-

Link-Masters.

01 Umfassendes

Sensor-Portfolio mit

IO-Link: Optosensoren

(links) induktive Sensoren

(Kunststoff oder Edelstahl

(mittig), Vakuum- und

Drucksensoren (rechts

oben) sowie Strömungssensoren

(rechts)

Konfiguration und IODD

Zur Parametrierung des IO-Link-Masters

und der daran angeschlossenen IO-Link-

Devices bzw. IO-Link-fähigen Sensoren wird

das sogenannte IO-Link-Konfigurationstool

benötigt. Diese Software ermöglicht die

transparente Darstellung (Visualisierung)

der jeweiligen IO-Link-Systemarchitektur.

IO-Link-Sensoren von IPF Electronic bieten

über das IO-Link-Protokoll den Zugriff auf

Prozessdaten und Variablen. Alle Eigenschaften

der Sensoren sind in der IODD (IO

Device Description) beschrieben, wobei

der Aufbau der IODD für alle IO-Link-fähigen

Geräte aller Hersteller identisch ist. Die

IODD besteht aus Bilddaten im png-Format

sowie einer oder mehrerer XML-Dateien,

die den IO-Link-fähigen Sensor beschreiben.

Sie enthält somit Informationen zu

den Kommunikationseigenschaften sowie

Geräteparametern eines Sensors, Identifikations-,

Prozess- und Diagnosedaten,

eine Abbildung des Sensors, das Hersteller-

Logo sowie in der Regel eine PDF mit allen

relevanten Informationen für den Geräteanwender.

IO-Link-fähige Sensoren für

viele Anwendungen

IPF Electronic offeriert eine Reihe an Sensoren

mit IO-Link-Schnittstelle für unter-

16 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


SENSORIK UND MESSTECHNIK

schiedliche Einsatzbereiche. Darunter sind

induktive Sensoren für Standardanwendungen

mit aktiver Fläche aus Kunststoff

und Lösungen aus Edelstahl für extreme

Umgebungsbedingungen. Zukunftsweisend

für pneumatische Anwendungen sind die IO-

Link-fähigen Vakuum- und Drucksensoren

mit Erfassungsbereichen von - 1 bis + 10 bar.

Die kompakten Sensoren im robusten

Kunststoffgehäuse verfügen über eine Ansprechzeit

von < 2,5 ms sowie eine Schaltfrequenz

von 200 Hz und ermöglichen somit

einen variablen und damit vielseitigen

Einsatz in allen erdenklichen Bereichen von

Handlings- und Automationssystemen.

Dies können Aufgaben der Drucküberwachung,

der Vakuumkontrolle bei Unterdrucktraversen

oder in der Ansteuerung

von Kompressoren sein.

Zu den jüngsten Geräten von IPF Electronic

mit IO-Link gehören Strömungssensoren,

die die Luftströmungsgeschwindigkeit

sowie Lufttemperatur in einer integrierten

Messstrecke erfassen und hierbei aus der

Durchflussgeschwindigkeit die Durchflussmenge

und den Luftverbrauch bezogen auf

einen Normzustand berechnen. Diese Sensoren

können beispielsweise Kühl- und

Ventilationssysteme sowie den Trockenlauf

von Pumpen überwachen oder zur Anwesenheitskontrolle

von Flüssigkeits- oder Gasströmungen

eingesetzt werden.

Noch in diesem Jahr wird IPF Electronic

außerdem seine optischen Sensoren der

Reihe ON43, OT43, ON33, OT33 sowie

ON45 und OT45 mit IO-Link-Schnittstelle

anbieten. Das Lösungsspektrum umfasst

hierbei Einweglichtschranken, Tast-Reflexlichtschranken

und Lichttaster.

Der Einstieg in die Zukunft der Produktion

mit IO-Link ist mit überschaubarem Aufwand

verbunden. Wie so oft, liefert vor allem

die Praxis die besten Argumente, wie folgendes

Beispiel zeigt. In einer Produktionsanlage

muss für jede verbaute und austauschbare

Komponente im Sinne einer hohen

Anlagenverfügbarkeit bei einem Defekt

oder einer Störung möglichst schnell ein

Ersatzteil zur Verfügung stehen. Eine Notwendigkeit,

die mitunter im Bereich der Sensorik

zu einer erheblichen Lagerhaltung

führt. Ein Unternehmen ersetzte daher an einem

Werkzeug konventionelle Sensoren durch

IO-Link-fähige Geräte. Das Ergebnis: Separate

Öffner- und Schließergeräte müssen nun

nicht mehr als Ersatzteile vorge halten werden.

Die Lagerkosten sanken. Darüber hinaus

lassen sich die IO-Link-Sensoren per integrierter

Ein- und Ausschaltverzögerung entprellen.

Eine Funktion, die bisher eine SPS

übernehmen musste. Die vorhandenen Anschlusskabel

konnten beibehalten werden,

da die Schnittstellenkommunikation über den

„gewöhnlichen“ Signalausgang verläuft. Entsprechend

ließ sich der Umbau des Werkzeuges

mit minimalem Aufwand realisieren.

Fotos: Aufmacher Fotolia, sonstige ipf electronic

www.ipf.de

Überzeugend: IO-Link

in der Praxis

02 Beispielhafte IO-Link-Systemarchitektur: Der Anschluss eines IO-Link-Device an den

IO-Link-Master erfolgt über eine ungeschirmte 3-adrige Standardleitung (max. 20 m); die

Kommunikation des IO-Link-Device erfolgt über den IO-Link-Master, der entweder in einer

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 17


SENSORIK UND MESSTECHNIK

Streng kontrolliert

Überwachungssystem hat in der Pharmaindustrie

die Parameter im Blick

Nur wenige Branchen sind so stark reguliert wie die Pharmaindustrie.

Sämtliche Prozesse in der Herstellung, Verpackung und Lagerung von

Arzneimitteln finden daher unter streng kontrollierten Bedingungen

statt und müssen kontinuierlich überwacht werden. Wir stellen Ihnen

ein Monitoring-System vor, das zuverlässige Messwerte liefert und

bedarfsgerecht erweitert werden kann.

Die strikten Vorschriften in der Pharmaindustrie

gewährleisten die Sicherheit

und Wirksamkeit der Arzneimittel, die in

den Verkauf kommen. Deshalb finden

sämtliche Prozesse unter streng kontrollierten

Bedingungen statt. Um potenzielle

Probleme schnell auszuräumen, sind die

Hersteller verpflichtet, diese Bedingungen

lückenlos zu überwachen. Werden Grenzwerte

überschritten, muss umgehend ein

Alarm ausgelöst und entsprechend reagiert

werden. Zudem müssen Pharmaunternehmen

in der Lage sein, Produktionschargen

gegebenenfalls zurückzuverfolgen und gegenüber

Aufsichtsbehörden nachzuweisen,

dass die Bedingungen bei Herstellung, Verpackung

und Lagerung spezifikationskonform

waren.

Diese Anforderungen sind ein Aspekt der

GMP-Vorschriften (Good Manufacturing

Practice), die für Pharmaproduzenten auf

der ganzen Welt gelten – so auch für das

schwedisch-britische Pharmaunternehmen

Astra Zeneca, das seine Produkte durch

strenge Kontrollen der Umgebungsparameter

bei der Fertigung, Verpackung und Lagerung

schützt.

Temperatur, Luftfeuchte und

Druck zuverlässig überwachen

2013 beschloss das Unternehmen, eine

neue Überwachungslösung für sein Werk

Södertälje südwestlich von Stockholm zu

implementieren. Die wichtigsten Auswahlkriterien

waren dabei die Zuverlässigkeit

der Messungen und die Unterstützung für

verschiedene Monitoring-Optionen sowie

die Möglichkeit, das System bedarfsgerecht

zu erweitern. Projektleiter Mats Andersson

war für die Auswahl und Installation des

Systems verantwortlich und entschied sich

für das automatische Überwachungssystem

viewLinc von Vaisala, dem führenden

Anbieter auf dem Gebiet von Umwelt- und

Industriemessungen. Damit lassen sich Informationen

über Temperatur, Luftfeuchte

und Differenzdruck in der Produktions­

anlage erfassen, die zur Sicherung der

Produktqualität dienen. Da das System

auch regulatorische Auflagen erfüllt, können

ohne großen Aufwand auch die nötigen

Compliance-Anforderungen gegenüber

den zuständigen Aufsichtsbehörden nachgewiesen

werden.

Automatisches Überwachungssystem

für zusätzliche Sicherheit

„Automatische Systeme sparen langfristig

Geld“, weiß Piritta Maunu, Life-Science-

Spezialistin bei Vaisala. „Die Anfangsinvestition

mag zwar hoch erscheinen, aber

ein umfassendes Überwachungssystem gewährleistet

effiziente Abläufe und einen

besseren Schutz empfindlicher Produkte.

Ändern sich die Bedingungen, wird zudem

sofort ein Alarmhinweis verschickt. So kann

die Situation geklärt werden, noch bevor

die Bedingungen die Grenzwerte überschreiten,

die für das jeweilige Produkt bzw.

für den jeweiligen Prozess gelten.“

In der Praxis werden dazu Datenlogger

an verschiedenen Stellen eines zu überwachenden

Bereichs platziert. Sie messen

Temperatur, relative Feuchte, Kohlen dioxid,

Druck und andere Größen und senden die

Messdaten an einen Server, der die Daten

speichert. Ändern sich die Bedingungen

plötzlich oder werden vorgegebene Grenzwerte

über- bzw. unterschritten, löst das

System einen Alarm aus und benachrichtigt

per SMS oder E-Mail den zuständigen Mit­

18 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


arbeiter. Diese können dann auf einen Blick

erkennen, welche Bedingungen sich verändert

haben, und gegebenenfalls das

Pro blem lösen, bevor Schäden entstehen.

„Anwendern bringt ein automatisches

Überwachungssystem zusätzliche Sicherheit,

da sie genau wissen, dass die elektronisch

gespeicherten Daten nicht verlorengehen“,

erklärt Maunu. „Darüber hinaus

können wir unsere Betriebsabläufe noch effizienter

gestalten, da die manuelle Prüfung

von Überwachungspunkten entfällt“, erklärt

Mikael Ruda, Associate Director for Maintenance

im Werk Södertälje.

Daten-Übertragung selbst

durch Mauern

Entsprechend der GDP-Leitlinien der Europäischen

Union für Pharmazeutika sind

alle Beteiligten in der Vertriebskette dafür

verantwortlich, dass vorgegebene Temperaturbedingungen

für die Arzneimittel eingehalten

werden. Dies betrifft auch den

Transport und die Zwischenlagerung von

Pharmazeutika.

Prädestiniert für derartige Messungen ist

ein neues viewLinc Monitoring System von

Vaisala, das 2018 auf den Markt kommen

wird. Damit können Daten von den Temperatur-

und Feuchte-Datenloggern drahtlos

über diskrete, proprietäre Netzwerkzugangspunkte

zum Überwachungssystem

übertragen werden. Die Datenlogger und

Zugangspunkte arbeiten mit dem ebenfalls

von Vaisala entwickelten VaiNet Funkprotokoll.

VaiNet arbeitet auf Grundlage eines

Long Range Wide Area Netzwerkprotokolls

(LoRa), das für die Kommunikation im Internet

der Dinge entwickelt wurde. Dank

der hohen Signalstärke zwischen den Netzwerkzugangspunkten

und den Datenloggern

können Daten über Entfernungen von

mehr als 100 m übermittelt werden und

damit wesentlich weiter als in einem

WLAN-Sensornetzwerk. VaiNet arbeitet dabei

mit Frequenzen von 868 oder 915 MHz,

die eine Übertragung selbst durch Mauern

oder Metallkonstruktionen wie Regalsysteme

oder Maschinenanlagen erlauben. Repeater

oder Signalverstärker sind nicht erforderlich.

Wahl der passenden

Überwachungslösung

Automatische Überwachungssysteme zur

Kontrolle verschiedenster Parameter und

Bedingungen kommen in zahlreiche Anwendungen

zum Einsatz, z. B. in Museen,

Rechenzentren, Kühl- und Gefriersystemen,

im Flugzeugbau und sogar in Atomkraftwerken.

Welche Überwachungslösung

sich eignet, hängt von den Systemanforderungen

der individuellen Umgebung ab.

Dazu zählen die Größe des zu überwachenden

Bereichs sowie die Anzahl, Entfernung

und Zugänglichkeit der Messpunkte. Wichtig

ist auch die Fragestellung, welche Reichweite

für Funksignale erforderlich ist und

ob Signalbarrieren wie Metallregale, Flüssigkeiten

oder massive Wände vorliegen.

Und letztendlich geht es darum, wer das

System nutzt – erfahrene IT-Mitarbeiter,

Laborpersonal oder Lagerarbeiter – und ob

ein Fernzugriff via Browser erforderlich ist.

Nach Klärung dieser Fragen steht dem

Einsatz eines passenden Überwachungssystems

nichts mehr im Wege.

Fotos: Aufmacher Fotolia, sonstige Vaisala

www.vaisala.de

01 Links: Die Qualität pharmazeutische

Erzeugnisse muss vor, während und nach einer

Zulassung zuverlässig kontrolliert werden

ME ASUREMENT SENSORIK UND MESSTECHNIK

COMPUTING

Autonome

internetfähige

Datenlogger

Easy to Use • Easy to Integrate

Easy to Support

WebDAQ Serie

• Remote Konfiguration und

Überwachung per PC, Tablet oder

Smartphone

• Automatisieren von Mess- und Prüfaufgaben

mit Jobs und Ablaufsteuerung

• Flexible Trigger und Alarmfunktionen

• E-Mail und SMS Benachrichtigungen

• Integrierter Webserver

• Praktisch unbegrenzter Datenspeicher

Temperatur-Datenlogger

WebDAQ 316

• 16 isolierte Thermoelement-Eingänge

• 24 Bit Auflösung, 75 Samples/s

Schwingungswächter

WebDAQ 504

• 4 IEPE Sensoreingänge, BNC

• 24 Bit Auflösung, 51,2 kSamples/s

pro Kanal

• Onboard Realtime FFT

www.mccdaq.de

02 Das schwedisch-britische Pharmaunternehmen

Astra Zeneca produziert Arzneimittel

unter strengsten Regularien

03 Das Überwachungssystem misst

Temperatur, Luftfeuchte und Differenzdruck

in der Produktionsanlage

Tel: +49 7142 9531-40

E-Mail: sales@mccdaq.de

© Measurement Computing GmbH

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 19

(vormals Data Translation GmbH)


SENSORIK UND MESSTECHNIK

Das Umfeld dreidimensional

abbilden

Rundum geschützt

3D-Umfeldsensorik erhöht die Sicherheit

von Arbeitsmaschinen

Um Effizienzsteigerung zu erreichen und Personen sowie Hindernisse

im nicht einsehbaren Bereich besser detektieren zu können, kommen

in mobilen Arbeitsmaschinen Operator Assistenzsysteme mit

3D-Umfeldsensorik zum Einsatz. Für das Design solcher Systeme und

Lösungen müssen jedoch zahlreiche Anforderungen berücksichtigt

werden, die sich in der Sensorauswahl und der Systemarchitektur

widerspiegeln.

Rund um mobile Arbeitsmaschinen gibt es

hinsichtlich der Automatisierung ihrer

Arbeitsprozesse noch eine Vielzahl von Fragestellungen,

die aufgrund ihrer technologischen

Rahmenbedingungen noch nicht

gelöst sind. Zwar profitiert dieser Markt zunehmend

von einer Technologietransition

aus dem Automotive-Sektor, aber wir sind

noch weit von vollautonomen Arbeitsprozessen

entfernt. Die Hauptaufmerksamkeit

der Branche liegt daher zurzeit auf der Generierung

von Lösungen zur Unterstützung

der Bediener von Arbeitsmaschinen, den

sogenannten Operator Assistenzsystemen.

Umfeldsensorik ist dabei ein wichtiger

Bestandteil von Operator Assistenzsystemen.

Hierbei kristallisiert sich immer mehr

heraus, dass es für die komplexen Fragestellungen

einen großen Vorteil bedeutet,

wenn diese Umfeldsensorik 3D-Daten der

direkten Umgebung der Arbeitsmaschine

liefert. So wird dem Operator ein Zugang

zu einer Vielzahl vorher nicht verfügbarer

Informationen gewährt. Zudem wird basierend

auf diesen Daten ein breites Spektrum

an Assistenzsystemen möglich, z. B. die

Detektion von Menschen in einem vom

Bediener nicht einsehbaren Bereich hinter

der Arbeitsmaschine.

M. Sc. Stefan A. Lang, Abteilungsleiter Systeme &

Lösungen, STW GmbH, Kaufbeuren

Die Wahl der richtigen Sensoren

Die Auswahl der richtigen Sensoren für die

Applikation auf mobilen Arbeitsmaschinen

ist eine wesentliche Herausforderung beim

Design von Operator Assistenzsystemen.

Wichtige Fragen richten sich z. B. nach der

Wetterfestigkeit und Störresistenz der Sensoren

oder der Entfernungs- und Winkelauflösung,

Messdauer, Leistungsaufnahme und

Schutzklassen. Es empfiehlt sich daher immer,

zuerst die Applikation genau zu untersuchen,

die relevanten Rahmenbedingungen

zu extrahieren und einen geeigneten

Kriterienkatalog aufzustellen, bevor mit der

Sensorauswahl begonnen wird. Anschließend

ist eine kontextuelle Bewertung der

Sensoren nach den gefundenen Kriterien

der Schlüssel zum Erfolg.

Als klassische Sensoren bieten sich bspw.

Ultraschall und Kamerasysteme an. Beide

Sensorarten sind mittlerweile sehr gut bekannt

und werden auch zunehmend im

Bereich der mobilen Arbeitsmaschinen eingesetzt.

Weniger bekannt sind Sensortechnologien

aus dem Automobil-Bereich und

der Industrierobotik: Abstandsradar, Lidar,

Scan-Lidar, Stereokamera. Dies hängt u. a.

damit zusammen, dass optische Sensortechnologien

(Lidar und Scan-Lidar) im Allgemeinen

sehr anfällig für Umwelteinflüsse

sind und daher von vielen Anbietern gar

nicht für diesen Markt angeboten werden.

Bei Abstandsradar und Stereokamera stellt

sich die Situation ein wenig anders dar. Abstandsradare

aus dem Automobil-Bereich

lassen sich aufgrund der auch hier geltenden

Frequenzzulassung und den sehr ähnlichen

Rahmenbedingungen problemlos

für Fahrapplikationen von Arbeitsmaschinen

einsetzen.

Zu beachten ist hier allerdings, dass durch

die gesetzliche Restriktion der verfügbaren

Frequenzbänder auch eine Limitierung der

Entfernungsauflösung in Kauf genommen

werden muss, sodass die erreichbare Entfernungsauflösung

für manche Anwendungen

nicht ausreicht. Stereokameras bieten die

Möglichkeit der dreidimensionalen Abbildung

des Umfeldes und eignen sich daher

für Anwendungen, bei denen ein 3D-Profil

zur Extraktion bestimmter Merkmale für die

Interaktion notwendig ist. Allerdings ist

die Stereokamera auf externe Beleuchter

wie die Sonne angewiesen und hat ihre

Schwächen bei Hell-Dunkel-Wechseln wie

der Dämmerung.

Generell lässt sich sagen, dass 3D-Daten

neue Möglichkeiten der Interaktion von

Bediener und Arbeitsmaschine ermöglichen.

So kann aus den Sensordaten eine

digitalisierte Szene des Umfeldes erzeugt

werden, die wiederum als Grundlage zur

Objektklassifizierung und Interaktionsab -

leitung für Operator Assistenzsysteme

dient. Oftmals muss über die Verknüpfung

mehrerer Sensoren oder Sensorarten nachgedacht

werden, um den spezifischen Rahmenbedingungen

Rechnung tragen zu

können. Hier gilt, dass die Fusion immer

dann sinnvoll ist, wenn dadurch Stärken

akkumuliert und Schwächen ausgeblendet

werden können.

Sensordaten kontextuell

interpretieren

Als nächster Schritt muss die Systemarchitektur

betrachtet werden, wobei sich dazu

die Orientierung an einem Paradigma aus

der Robotik empfiehlt: Sense-Think-Act.

Mit „Sense“ sind die Umfeldsensoren gemeint

und mit „Think“ und „Act“ werden

über zwei miteinander verbundene Regelungsschleifen

die kontextuelle Interpretation

der Sensordaten und die Umfeldinteraktion

realisiert.

Die Sensoren sind dabei an einen Assistenz-Controller

angeschlossen, der genügend

Rechenleistung zur Verfügung stellt,

um einerseits die anlaufenden Daten der

Sensoren mit einer hohen Updaterate verarbeiten

zu können und andererseits noch

genügend Kapazität bietet, um Interaktionsstrategien

aus den Sensordaten in

Verbindung mit den Bediener-Zielstellungen

ableiten zu können.

20 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


Intelligente

Messtechnik

mit IEPE

01 3D-Daten bieten neue Möglichkeiten in der Interaktion von Bediener und Arbeitsmaschine:

Umfeldsensorik-Aufbau auf einem ferngesteuerten Modellfahrzeug (unten links), Grauwertbild

der Stereokamera (oben) und gerenderte 3D-Punktewolke (rechts) von einem Radlader

Die elektronische Steuerung übernimmt die

Steuerung der Arbeitsprozesse, schaltet bspw.

die Pumpen von hydraulischen Anlagen und

erhält direktes Feedback über Druck, Temperatur

und Auslenkung unter Verwendung

der Prozesssensoren. Die Auswirkung auf

die Umgebung wird dann wiederum mit

den Umfeldsensoren erfasst und zur Verarbeitung

in den Assistenz-Controller gespeist.

Interaktionen richtig ableiten

Ein weiterer wesentlicher Aspekt bei der

Architekturauslegung ist die Kommunikation

zwischen Assistenz-Controller und elektronischer

Steuerung. Hier muss ein Master

definiert werden, der die Steuerung des

(teil-)automatisierten Arbeitsprozesses leitet,

wobei je nach Applikation sowohl der eine

als auch der andere sinnvoll sein kann. Im

hier genannten Beispiel ist der Assistenz-

Controller der Master, der somit auch ein

02 Mögliche Systemarchitektur von

Umfeldsensorik mit Assistenz-Controller,

elektronischer Steuerung und Prozesssensoren

zur Steuerung der Arbeitsprozesse

Funktionsmodell des Arbeitsprozesses benötigt,

um basierend auf seinem Input die

richtige Interaktion ableiten zu können.

Ein Beispiel für solche Interaktionen ist

die Bestimmung von Entfernung und Lage

des eigenen Maschinenwerkzeugs gegenüber

dem Umfeld des Effektors oder die Vermessung

des Effektorumfeldes (z. B. die Baggerschaufel),

um damit Schüttgutvolumen zu

bestimmen oder Greifbewegungen effizienter

gestalten zu können.

Ein weiteres Beispiel ist die Detektion

von Personen in für den Bediener nicht

einsehbaren Bereichen um seine Arbeitsmaschine

– was z. B. zu einem Not-Stopp-

Eingriff des Operator Assistenzsystems führen

kann und damit die Arbeitsmaschine

vor einem möglichen Zusammenstoß mit

der Person zum Stillstand bringt. Hierzu

werden in der Regel optische Systeme eingesetzt,

wobei es neue Sensorfusionskonzepte

zur Erhöhung der Detektionsrate in

Verbindung mit Radarsensoren gibt.

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SENSORIK UND MESSTECHNIK

Peter Keppler, Director of Corporate Sales,

Stemmer Imaging, Puchheim

Embedded Vision

Wie sich die klassische Rollenverteilung zwischen

Kamera und Rechner verändert

Embedded Vision Systeme kombinieren kompakte PCs und Kameras und

eröffnen damit zahlreiche neue Anwendungsgebiete. Wir stellen Ihnen

einen neuen GigE Vision Server vor, der genau in dieses Segment passt und

die klassische Rollenverteilung zwischen Kamera und Rechner aufhebt.

Unter Verwendung eines Standard-Softwaremoduls kann nun auch der

Rechner als Bildquelle fungieren und Bilddaten über GigE Vision an andere

Verarbeitungseinheiten schicken.

Prinzipiell besteht jedes Bildverarbeitungssystem

aus zwei grundlegenden Funktionseinheiten:

Der Bildquelle und der Bildsenke.

Als Bildquelle kommen im Umfeld

der industriellen Bildverarbeitung heut zutage

i.d.R. kompakte CMOS­ Kameras zum

Einsatz. Die Bildsenke ist die Verarbeitungseinheit,

die aus dem Bild Ergebnisse

extrahiert. Dabei handelt es sich derzeit

zumeist um klassische PC-Systeme auf

Basis von Intel-Prozessoren und dem Betriebssystem

Windows.

Vom Bild zum Ergebnis

Die Ethernet-Schnittstelle, zurzeit meist als

Gigabit-Ethernet (1 GigE) aus geführt, bietet

die Besonderheit des

Anzeige

„Full-Duplex“-Betriebes.

Über diese

Schnittstelle können

im Gegensatz zu

den erstgenannten

Schnittstellen gleichinfo@falcon-illumination.de

facekarten im Rechner erfordern wie CoaX­

Press, CameraLink oder auch CameraLink

HS. Die Definition von Bildquelle und Bildsenke

beschreibt bereits bildlich, dass die

Übertragung der Bilddaten, also des substantiellen

Datenvolumens – in der Regel unidirektional

erfolgt. Dieser Tat sache tragen

die genannten Kameraschnittstellen insofern

Rechnung, dass die Übertragungsbandbreiten

zwischen Quelle und Senke unsymmetrisch

ausgelegt sind. Die meisten Applikationen

im industriellen Umfeld kommen

allerdings mit weniger anspruchsvollen Kameras

aus, deren Daten raten eine Übertragung

über gebräuchliche und in normalen

PC-Systemen standardmäßig vorhandenen

Standardschnittstellen erlauben. Beispiele

dafür sind USB, Ethernet oder Firewire.

GigE als Hardwareprotokoll –

GenICam als Software-Interface

+49 7132 99169-0

easy-Line

Die Kommunikation zwischen Bildquelle

und Bildsenke kann über verschiedene

Schnittstellen stattfinden, die je nach Anforderungen

an Kabellänge, Datenrate und Systemtopologie

jeweils individuelle Vorteile

bieten. Hochauflösende Kameras mit beeindruckenden

Bildraten generieren ex treme

Datenmengen, die nach optimierten Schnittstellen

verlangen und somit spezielle Interzeitig

und ohne gegenseitige Beeinflussung

Daten mit voller Bandbreite empfangen

und gesendet werden. Erst bei vollständiger

Auslastung der Übertragungsbandbreiten

in beide Richtungen kann die

Übertragung des notwendigen Kontrollprotokolls

(Heartbeat-Pakete) versagen,

was zum Abbruch der Verbindung führt.

Aber selbst diesem Effekt kann mit entsprechenden

Einstellungen (Interpacket-Delay)

entgegengewirkt werden. Die Ethernet-

Schnittstelle erlaubt also die Auflösung der

klassischen Rollenverteilung von Bildquelle

(Kamera) und Bildsenke (Rechner) für die

Bildverarbeitung.

Mittlerweile haben sich fast alle Hersteller

von industriellen Kameras mit GigE-Schnittstelle

und industrieller Bildverarbeitungssoftware

auf den GigE Vision-Standard als

Hardwareprotokoll und GenICam als Software-Interface

geeinigt. Durch die Verwendung

dieser Hard- und Software standards

besteht eine umfangreiche und umfassend

getestete Kompatibilität zwischen etablierten

Kameras und Software paketen auf den

verschiedensten Rechnersystemen.

Bemerkenswert ist, dass der GigE Vision-

Standard als Hardwareprotokoll einschließlich

GenICam als Software-Interface nicht

auf die 1 GigE-Schnittstelle beschränkt ist.

Alle beschriebenen Vorzüge kommen gleichermaßen

auch beim Einsatz von Ethernet-Schnittstellen

mit höheren Bandbreiten

(z. B. 10 GigE) zum Tragen.

Rechner fungiert als Bildquelle

Mit dem CVB GigE Vision Server hat

Stemmer Imaging durch die Ausnützung

der beschriebenen Eigenschaften der

Ethernet-Schnittstelle bei voller Unterstützung

des GigE Vision-Standards und mit

entsprechender Zertifizierung die klassische

Rollenverteilung zwischen Kamera und

22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017

Falcon-5.indd 1 15.02.2017 10:44:58


Rechner aufgehoben. Unter Verwendung

des Standard-Softwaremoduls aus der Programmierbibliothek

Common Vision Blox

kann nun auch der Rechner als Bildquelle

fungieren und Bilddaten dank der Full-

Duplex-Übertragung der Ethernet-Schnittstelle

über GigE Vision an andere Bildsenken

schicken. Da es sich um eine vollständige

GigE-Vision-Unterstützung handelt, verhält

Breites Anwendungsspektrum

Die bereits vorhandene Rechenleistung der

verfügbaren SoC und die Vielfalt der unterstützten

Schnittstellen sind beeindruckend.

Durch mehrere USB3-, GigE- und Mipi-

Schnittstellen bieten sich aktuelle SoC als

dezentrale Bildverarbeitungssysteme zur

Aufnahme verschiedenster Bildquellen an.

Wir sind dabei,

wenn aus Innovation

Vorsprung entsteht.

Die Grenzen zwischen Bildverarbeitung mit „intelligenten Kameras“

und „PC-basierter Bildverarbeitung“ verschwimmen zunehmend.

sich diese Bildquelle exakt so, wie eine

„normale“ GigE Vision- Kamera und bietet

auch diesbezügliche Kommunikation – also

Bildübertragungen – zu allen GigE Visionkompatiblen

Bildsenken.

System-On-Chip-Plattformen

eröffnen neue Möglichkeiten

Gerade im Zusammenspiel mit den aktuellen

SoC-Plattformen (System-On-Chip) verschwimmen

die bisher klaren Grenzen zwischen

Bildverarbeitung mit „intelligenten

Kameras“ und „PC-basierter Bildverarbeitung“.

Nun können dezentrale, kompakte

Embedded Systeme auf Basis von hochspezialisierten

SoC (zum Beispiel Intel Cyclone

V oder Nvidia Jetson TX1) sogar die

Bilddaten von mehreren Kameras aufnehmen,

vorverarbeiten und die generierten

Ergebnisbilder wiederum als GigE Vision-

Kamera ausgeben. Dabei kann die komplette

Steuerung und Ergebnisübertragung vollkommen

transparent über die GenICam-

Funktionalität erfolgen und erfordert somit

keine proprietäre Anpassung der folgenden

Bildsenke. Zudem kann der GenICam-

Standard wiederum seine Flexibilität ausspielen:

Die Kamera teilt der Software selbst

mit, welche speziellen Features von der

Kamera zur Verfügung gestellt werden.

Mögliche Anwendungsfälle reichen von der

reinen lokalen Umsetzung einer USB- oder

Mipi-Kamera auf den GigE Vision-Standard

über die lokale Vorverarbeitung eines einzelnen

Kamerabildes auf dem FPGA, z. B.

des Intel Cyclone V und der Weitergabe des

vorverarbeiteten Kamerabildes über GigE

Vision bis hin zur Aufnahme mehrerer

Kameras und der Weitergabe kompletter

Ergebnisbilder nach rechenintensiver

Vorverarbeitung auf der lokalen GPU eines

Nvidia Jetson TX1 SoC. Auch dem Bau einer

eigenen GigE Vision-kompatiblen Kamera

unter der Verwendung des CVB GigE Vision

Servers auf einem ARM-basierten SoC steht

nichts im Wege. Lediglich ein CCD- oder

CMOS-Sensor muss noch an das System

ange bunden werden.

Je länger man sich mit den Möglichkeiten

des GigE-Vision-Servers auf SoC-Plattformen

beschäftigt, umso mehr verschwimmen

die bekannten Definitionen. Ob dieser lokale

Bildverarbeitungsknoten des Gesamtsystems

nun als „Rechner“, als „Kamera“, als „intelligente

Kamera“ oder als „Vision Sensor“

bezeichnet wird, obliegt letztendlich dem

Betrachter.

Bilder: Fotolia, Stemmer Imaging

www.stemmer-imaging.de

Hohe Empfindlichkeit, hohe

Geschwindigkeit und niedriger

Dunkelstrom – unsere Avalanche-

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Laser-Scanner optimiert.

Flexibler Bild-Server auf Basis der GigE-Vision Technologie

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 23

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SENSORIK UND MESSTECHNIK

Kompakter Farberkennungssensor

Mit dem Colorsensor CFO100 präsentiert Micro-Epsilon eine neue

Generation von Farbsensoren. Eine modulierte Highpower-

Weißlicht-LED erzeugt einen weißen Lichtpunkt, der direkt über

einen Lichtleiter auf der Prüffläche abgebildet

wird. Ein Teil des reflektierten Streulichtes

wird über denselben Lichtleiter auf ein perzeptives

True-Color-Detektorelement gerichtet

und in X = langwellige, Y = mittelwellige und

Z = kurzwellige Lichtanteile aufgebrochen und

im Anschluss in L*a*b*Farbwerte transformiert.

Die hohe Farbgenauigkeit und Graustufenerkennung

des Sensors wird mit modernen

Schnittstellen wie Ethernet und der einfachen Bedienbarkeit

kombiniert. Diese erfolgt per Tastensteuerung und über die

Anzeige-LEDs am Sensorgehäuse. In sieben Farbgruppen lassen

sich insgesamt bis zu 256 Farben einlernen.

Beleuchtung, Mittelwertbildung und Signalverstärkung

werden automatisch auf die aktuelle

Messsituation angepasst. Neben der Speicherung

von Farben sind nicht nur Toleranzanpassungen

im Sensor möglich, sondern auch

Konfigurationen über die Tastensteuerung.

www.micro-epsilon.de

Messsystem mit USB 2.0 High-Speed

Eine neue Familie von Datenerfassungssystemen mit dem sog.

iDAS-Wandler erlaubt die Verarbeitung von Eingangssignalen im

Bereich von ± 640 mV bis ± 24,576 V bei einer Auflösung von 16 Bit

und einer maximalen Summenabtastrate von 1 bis 2 MHz. Pro

Wandler stehen acht Kanäle zur Verfügung, und je nach System

ein bis zwei Wandler, die sich mit maximaler Flexibilität nutzen

lassen. So können Anwendungsfälle mit z. B. 8/16 massebezogenen

Eingängen, 4/8 echte differentielle Eingänge oder eine Kombination

aus beiden konfiguriert werden. Somit lässt sich auch eine Strommessung

per Shunt-Widerstand

leicht realisieren, bei der auf eine

Vorbeschaltung verzichtet werden

kann. Bei Bedarf besteht die

Möglichkeit einer Einspeisung

einer Offset-Spannung für Single-

Ended-Messungen. Sie erlaubt es,

einen DC Offset vor der Erfassung zu

eliminieren und den Wertebereich

des Wandlers optimal zu nutzen. An Front-Ends mit dem neuen

Wandlersystem ist nahezu jeder Sensor direkt verwendbar.

www.goldammer.de

Feuchtemessungen in feuchten und

trockenen Prozessen

Eine vielseitige Sensortechnologie für die

Prozessfeuchte sind die keramischen

Sensoren von Michell. Ihr Messbereich

deckt - 100 bis + 20 °C Taupunkt ab, was ca.

23 000 ppmV bis zu weniger als 10 ppb

Feuchtekonzentration entspricht. Das

bedeutet, dass die dynamische Messung

über einen Bereich von bis zu neun Zehnerpotenzen

mit nur einem Sensor möglich ist.

Für die Spurenfeuchtemessung in Kohlenwasserstoff-Flüssigkeiten

sind sie eine

effektive Online-Messmethode. Zudem kann man mit ihnen den

Taupunkt unter vollem Prozessdruck messen, was für Hochdruck-

Gasleitungen von Vorteil ist. Unternehmen der Gasindustrie legen

oft ein maximales Taupunktlimit unter Prozessdruck fest, das direkt

und ohne Umrechnung gemessen werden kann. Ihre Genauigkeit

von ± 1 oder ± 2 °C Taupunkt ist für die meisten Erdgas oder Kohlenwasserstoff

verarbeitenden Prozesse ausreichend.

www.michell.de

Kompaktes, stationäres

Barcode-Lesegerät

Das Unternehmen Cognex Corporation

bringt mit dem DataMan 70 eine wesentliche

Ergänzung seiner kompakten,

stationären Barcode-Lesegeräte auf den

Markt. Das Lesegeräte liefert hohe Leseraten

bei 1D- und 2D-Barcodes auf Etiketten und ist

so klein, dass es auf eine Handfläche passt.

Damit sollen Fertigungs- und Logistikunternehmen von einer

höheren Leistung als mit Zeilen- oder Rasterscannern profitieren –

und dies bei vergleichbaren Kosten. Die flexiblen Konfigurationsmöglichkeiten

und die geringe Größe machen ihn auch ideal

für den Einbau auf engstem Raum an Fertigungslinien und in

Maschinen. Das Lesegerät ist mit Barcode-Lesealgorithmen und

individuell gesteuerten LEDs ausgestattet und garantiert so

kontinuierlich hohe Leseraten. Mit einer Größe von

22,2 × 35,8 × 42,4 mm ist er ultrakompakt und dennoch leistungsstark

genug auch für die anspruchsvollsten etikettenbasierten

Barcode-Leseanwendungen.

www.cognex.com

Modernste CMOS-Sensoren und

verbesserte Kamerafunktionen

Die GigE-Machine-Vision-Kamera Blackfly S von Flir kombiniert

die moderne CMOS-Sensoren, GigE-Vision-Kompatibilität und

verbesserte Kamerafunktionen. Sie eignet sich z. B. für Displayund

PCB-Inspektionen, Mikroskopie, Robotik, 3D-Scannen und

intelligente Verkehrssysteme.

Die ersten drei Powerover-Ethernet-Modelle

sind

mit dem Sony Pregius IMX264-

Sensor mit 5 MP, dem On

Semiconductor Python

1300-Sensor mit 1,3 MP

und dem Sony Pregius

IMX265-Sensor mit 3,1 MP ausgestattet. Diese werden mit den

Blackfly S- und Spinnaker-Software Development Kits kombiniert,

die einen 240-MB-Frame Buffer für Zuverlässigkeit, IEEE 1588

Precision Timing Protocol, eine Farbkorrekturmatrix und Serial IO

umfassen. Sie weist eine kompakte Würfelform auf und

unterstützt Kabellängen bis 100 m.

www.flir.de

24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


SENSORIK UND MESSTECHNIK

Kleinste Differenzdrücke messen

Für Einsätze in der Reinraumtechnik eignet sich der Differenzdruckmessumformer

Deltafox DMU 20 D von Afriso, weil er

bereits kleinste Differenzdrücke und Filterverschmutzungen

erfasst. Er basiert auf einem Siliziumsensor, der für trockene,

gasförmige, nicht aggressive Medien geeignet ist. Bei einer

Druckbeaufschlagung wird die Differenz des Druckes zwischen

positiver und negativer Seite gebildet und in ein proportionales

Strom- und Spannungssignal mit einer Genauigkeit von ± 0,5 %

FSO BFSL umgewandelt. Über ein LC-Display kann der Messwert

in drei umschaltbaren Messbereichen und mit einem Minimal-/

Maximal-Wert parametriert werden. Der Differenzdruckmesswert

ist in mbar, bar, Pa, hPa, kPa, psi, Atm, torr oder mmHG ablesbar.

Das Gerät ist für Medium- und

Umgebungstemperaturen von 0 bis

50 °C geeignet und für Messbereiche

von 0 - 1 mbar bis 0 - 1 000 mbar

erhältlich. Ende 2017 soll es auch

mit einem Druckmessbereich von

0 - 0,25 mbar verfügbar sein.

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MIZED!

Sensor? Gehäuse? Objektivhalter?

Steckerausrichtung? Sie bestimmen!

Die uEye LE USB 3.1 Gen 1

Industriekameras

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KAMERA

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USB POWER

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OPTION: OB-

JEKTIVHALTER

SENSOREN-

VIELFALT

Mehr Transparenz für die

Schokoladenproduktion

Balluff hat für die Schokoladenproduktion mit Choc-ID eine RFIDgestützte

Softwarelösung entwickelt, die Schokoladenformen sicher

identifiziert und ihren Zustand gleichzeitig bewertet. Denn für ein

effizientes Asset-Management ist die Kenntnis der Assetqualität

ausschlaggebend. Choc-ID unterstützt den Anwender, die Formen

zum bestmöglichen Zeitpunkt auszutauschen und so die Produktion

zu optimieren. Dazu macht die Software den Waschprozess

der Schokoladenformen transparent. Denn Choc-ID erfasst die

Durchlaufzeit sowie die Häufigkeit der Waschvorgänge und gleicht

sie mit empirisch ermittelten Grenzwerten zur Formenabnutzung

ab. Der Zusatznutzen: Den Zustand

jedes Assets kann sich der Nutzer

über die Signalleuchte Smartlight

oder über ein Dashboard direkt auf

seinem Rechner anzeigen lassen.

www.balluff.com

Kundenspezifische Fertigung hochgenauer

MEMS-Inertialsensoren

First Sensor stellt hochgenaue kapazitive MEMS-Inertialsensoren

zur Messung von Neigung, Beschleunigung und Vibration vor. Sie

bestehen aus einem nach patentierten mikromechanischen Verfahren

(HARMS, AIM) hergestellten Silizium-Sensorelement in

Verbindung mit einer ASIC-Signalverarbeitung in einem hermetisch

abgeschlossenen SMD-Gehäuse. Die Inertialsensoren erreichen je

nach Bandbreite Auflösungen von 10 µg bzw. 0,0005° (2 Bogensekunden)

und können sowohl mechanisch als auch elektrisch

auf die jeweilige Kunden-anwendung angepasst werden. Typische

Anwendungen sind Geo-Engineering, Zustandsüberwachung,

Navigation, Robotik sowie Systeme zur

Ausrichtung, Positionierung und Nivellierung.

www.first-sensor.com

www.ids-imaging.de/usb3.1


SENSORIK UND MESSTECHNIK

Temperatursensor mit vergoldeten

Anschlussdrähten

Der Temperatursensor PCA EG von Jumo ist durch vergoldete

Nickel-Anschlussdrähte besonders gut zum Weichlöten, aber

auch für alle anderen gängigen Verarbeitungsmethoden geeignet.

Der Sensor ist für den Temperaturbereich von - 70 bis + 500 °C

ausgelegt. Zahlreiche Ausführungen als Pt100-, Pt500- oder

Pt1000-Temperatursensor sind lieferbar. Sondernennwerte

können auf Anfrage produziert werden. Bei der Herstellung

wird die Platinschicht der Sensoren auf einen Keramikträger

aufgebracht und im Anschluss mit einem fotolithografischen

Verfahren strukturiert. Der Feinabgleich erfolgt über ein

Lasertrimmverfahren. Zum Schutz vor äußeren Einflüssen

und zur Isolation wird danach eine spezielle Glasdeckschicht

aufgeschmolzen. Die elektrische

Verbindung wird durch

aufgeschweißte Anschlussdrähte

ermöglicht. Diese können

sowohl in der Länge als auch im

Durchmesser variieren. Eine

weitere auf der Kontaktfläche

aufgebrachte Glasschicht fixiert

die Anschlussdrähte und dient

als Zugentlastung.

www.jumo.net

Ultraschall-Sensorfamilie im

Hygienic-Design

Um sichere Erzeugnisse zu gewährleisten, stellen die Pharma- und

Lebensmittelindustrie stetig steigende hygienische Anforderungen

an die in der Produktion eingesetzten Maschinen und ihre

Komponenten. Microsonic hat mit den neuen

PMS-Ultraschallsensoren eine Sensorfamilie

in Anlehnung an die EHEDG-Richtlinien und

aus FDA-konformen Materialien entwickelt,

die den höchsten hygienischen Anforderungen

gerecht wird. Die Geometrie des

Gehäuses erfüllt eine wichtige Anforderung

des hygienegerechten Designs: Ganz gleich,

ob der Sensor bei einer Füllstandsmessung

von oben nach unten oder beim Erfassen von

Objekten horizontal messen muss, in keiner

Einbaulage hat eine Gehäusefläche eine

waagerechte Ausrichtung. So ist in jeder

Montagesituation sichergestellt, dass Reinigungsflüssigkeiten

immer vollständig ablaufen können. Mit vier verschiedenen

Tastweiten decken die Ultraschallsensoren einen breiten Messbereich

von 20 mm bis 1,3 m ab. Die Sensoren sind mit einem

Push-Pull-Schaltausgang und IO-Link in der Version 1.1 sowie

mit Analogausgang 0 - 10 V und 4 - 20 mA verfügbar.

www.microsonic.com

Präzise Datenauswertung für sichere Transporte

Umfangreiche Messdaten übersichtlich darstellen, kritische

Ereignisse rasch analysieren und beweiskräftig dokumentieren:

Diese Möglichkeiten bietet die auf Auswertungen von Schock-

Ereignissen und Stoß-Belastungen spezialisierte

Datenlogger-Software Shock Viewer von MSR.

Frachtgüter unterliegen bei Transporten oft

äußeren Einwirkungen, durch die sie Schaden

nehmen können. Mit Mini-Datenloggern und

der neuen Software können die wichtigsten

physikalischen Einwirkungen auf Transportgüter

– Beschleunigung, Temperatur, relative

Feuchte, Luftdruck, Licht – erfasst und gespeichert werden. Diese

Daten geben lückenlos Aufschluss über die Transportumstände

einer Gütersendung und erleichtern es damit, Logistik-Konzepte

zu optimieren sowie auch Haftungs- und

Qualitätssicherungs-Fragen zu klären. Sämtliche

Messwerte sind mit einem exakten Zeitstempel

versehen, anhand dessen sich der Zeitpunkt

eines Ereignisses mit Sekunden-Präzision

rekonstruieren lässt.

www.msr.ch

Labview ohne Programmierung nutzbar

National Instruments (NI) hat die erste Version der nächsten

Generation seiner Systemdesignsoftware Labview vorgestellt.

Labview NXG 1.0 schließt mit einem neuen Ansatz für die

Messautomatisierung die Lücke zwischen konfigurationsbasierter

Software und benutzerdefinierter Programmierung. Die neueste

Version wurde für vereinfachte und optimierte Arbeitsabläufe

konzipiert. Gängige Anwendungen können dabei mit einem

einfachen, konfigurationsbasierten Ansatz realisiert werden,

während für komplexere Anforderungen die vollständigen,

offenen grafischen Programmierfunktionen von Labview zur

Verfügung stehen. Die Version sorgt mit neuen, programmierfreien

Arbeitsabläufen für deutliche Produktivitätssteigerungen

bei der Erfassung und iterativen Analyse von

Messdaten am Prüfplatz. Die Arbeitsabläufe

vereinfachen Automatisierungsaufgaben, da

der nötige Programmcode im

Hintergrund erstellt wird.

ni.com/germany

Wägesteuerung für

genaue Abfüllprozesse

Eine Wägesteuerung für das hochpräzise

und wiederholgenaue Abwägen von

Granulaten und rieselfähigen Feststoffen in

Abfüll- und Absackanlagen ist die Minipond 3F

von B+L Industrial Measurements. Die EG-zugelassene, eichfähige

Wägeelektronik steuert den vollständigen Dosierablauf und kann

über sieben gespeicherte Voreinstellungen schnell auf andere Füllgewichte

oder Produkte umgeschaltet werden. Mit digitaler Filtertechnik

und Nachstromautomatik liefert sie auch bei Waagenschwingungen

oder Füllgütern mit unterschiedlicher Materialdichte

präzise Ergebnisse. An die Steuerung können bis zu bis zu vier

Wägezellen angeschlossen werden. Sie ist intuitiv bedienbar und

kann per dialoggeführtem, digitalem Abgleich als Mehrbereichswaage

oder Mehrteilungswaage konfiguriert werden. Sie lässt sich

in nahezu jedes Maschinen- und Steuerungsumfeld integrieren.

www.bl-im.de

26 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


SENSORIK UND MESSTECHNIK

Schwingungs- und Schallsignale

effizient analysieren

Die Analysesoftware IbaRotate kann so gut wie alle gängigen

Dateiformate für Schwingungssignale einlesen sowie offline

analysieren und ist somit die passende Lösung für Ingenieure,

Servicetechniker und

Entwickler, die mit

Schwingungs- und

Geräuschphänomenen

an Anlagen

mit rotierenden oder

oszillierenden Teilen

befasst sind. Die

Software eignet sich

für viele Industriebereiche

wie Automotive,

Luftfahrt, Zellstoff und Papier, Walzwerke, Energieerzeugung

oder Produktion. Zu den Anwendungsgebieten gehören u. a.

Motorenprüfstände, vorausschauende Instandhaltung, Fehlersuche

und Produktentwicklung. Besonders zur Fehlererkennung

bei sporadischen Störungen, die eine mehrstündige Überwachung

erfordern, ist IbaRotate aufgrund der messdateibasierten Arbeitsweise

geeignet. Zum weiteren Funktionsumfang gehören Signalvorverarbeitung,

Gewichtung für akustische Analyse und

Bewertung von Ganzkörper und Hand-Arm-Vibrationen für

Arbeitssicherheitsanalysen. Leistungsstarke Anzeigefunktionen

wie Trend, Wasserfall, Spektrogramm runden das Funktionsspektrum

ab.

www.iba-ag.com

Lichtgitter und Lichtvorhänge für die

Zugangs- und Gefahrenbereichssicherung

Euchner erweitert sein Programm an industrieller Sicherheitstechnik

um berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen. Die

Lichtgitter und Lichtvorhänge der Baureihe LCA finden Einsatz

bei der Zugangs- und Gefahrenbereichssicherung.

Sie sind als mehrstrahlige

Lichtgitter (2 - 4) oder als Lichtvorhänge

mit Auflösungen von 14 - 50 mm

verfügbar. Lichtgitter eignen sich für die

Zugangskontrolle, wohingegen Lichtvorhänge

zum Schutz von Finger, Hand,

Arm und Körper Anwendung finden.

Abhängig von den Anforderungen der

abzusichernden Stelle bietet Euchner

Lichtgitter und Lichtvorhänge des Typ 2

und 4 mit unterschiedlichen Schutzfeldhöhen

und Reichweiten an. Die Inbetriebnahme

sowie die Parametrierung können

direkt am Gerät vorgenommen werden.

Eine integrierte LED-Anzeige bietet

Übersicht über den Status des Gerätes.

Die schmale Bauform im robusten und

industrietauglichen Gehäuse erlaubt

eine einfache Montage auch in beengten

Einbaubereichen. Abgängig vom gewählten Typ (2 oder 4) kann

ein Performance Level PL c/SIL 1 oder ein Performance Level

PL e/SIL 3 erreicht werden.

www.euchner.de

Monolithisch integrierte CMOS-

Zeilensensoren mit 2 000 dpi

Das Unternehmen IC-Haus präsentiert seine neuen hochauflösenden

Zeilensensoren. Die 600 μm langen Pixel im 12,7-μm-

Raster (2 000 dpi) sind durch die monolithische Integration

lückenlos und verzerrungsfrei angeordnet und daher z. B. für

Triangulations- und Spektroskopie-Anwendungen geeignet.

Die integrierte Steuerlogik

benötigt nur ein Start- und ein

Taktsignal für die Ausgabe der

Licht/Spannungs-Wandlung am

Analogausgang. Dies erfolgt mit

einem Pixel-Takt von bis zu

5 MHz. Die physikalische

Auflösung von 2 000 dpi kann

elektronisch um den Faktor 2, 4

und 8 reduziert werden, um z. B.

einen schnellen Grob-Scan

durchzuführen. Die Auflösungsreduzierung erfolgt dabei

gemittelt mit gleichbleibender Verstärkung oder durch Binning

mit entsprechend höherer Verstärkung. Die Versorgungsspannung

für die IC-LFH-Serie beträgt 5 V. Zur einfacheren Anbindung, z. B.

an 3,3-V-Systeme, kann der Analogausgang aus einer zweiten,

niedrigeren Spannung versorgt werden.

www.ichaus.de

www.industrielle-automation.net

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 27

STS.indd 1 15.08.2017 08:47:36


SENSORIK UND MESSTECHNIK

Sensor2Cloud meets Industrie 4.0

Unitronics präsentiert Ultraschallsensoren des Herstellers Prowave. Einsatzgebiete

sind z. B. Bewegungsmelder für Alarmanlagen, Abstandsmessgeräte, Einparkhilfen,

Robotertechnik sowie Blutdruckmessgeräte. Um all diese Anwendungsgebiete

abzudecken, hat Prowave zahlreiche Ultraschallwandlern für den Einsatz in Luft,

Flüssigkeiten oder Feststoffen und mit diversen Leistungen und Frequenzbereichen

entwickelt. Für Bewegungsmelder und Entfernungsmessungen in der Luft nach

dem Doppler-Effekt stehen offene sowie geschlossene und damit vor Schmutz und

Wasser geschützte Sensoren mit Wandler und Empfänger zur Verfügung. Die Pulse

Transceiver sind für Entfernungsmessungen nach dem Echo-Prinzip geeignet und

sowohl offen als auch geschlossen erhältlich. Ebenfalls verfügbar sind speziell für

den industriellen Einsatz ausgelegte Ultraschallwandler zur Messung von Pegelständen.

Zudem bietet das Unternehmen ein Sonar-Entfernungsmessmodul, das

auf dem PW-0268 IC basiert. Das IC kann durch vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten

an den jeweiligen Einsatzzweck angepasst werden und liefert ein digitales

Signal mit TTL-Pegel, das direkt weiter verarbeitet werden kann.

www.unitronic.de

Sichere Prozessüberwachung von

Fluiddrücken

Prozesssicherheit und die Überwachung von Prozessen sind

essentiell in der Dosiertechnik. Dafür bietet Viscotec umfangreiche

Konzepte zur Integration des piezoresistiven Sensors

Flowplus 16 in verschiedensten Anwendungsbereichen. Der

Drucksensor wird zur Prozessüberwachung von Fluiddrücken

eingesetzt, eignet sich aber aufgrund seiner speziellen Eigenschaften

auch für Anwendungen in der Medizintechnik. Dank seines Luer-

Lock-Anschlusses und der kompakten Bauweise ist der Sensor

prädestiniert für die Integration in bestehende Systeme mit geringem

Bauraum. Alle produktberührenden Bereiche des Strömungskanals

bestehen aus chemisch hochbeständigen und FDA-konformen

Elastomeren. Zudem ermöglicht die integrierte Signalaufbereitung

eine intuitive Handhabung. Der

Sensor unterstützt die Prozessüberwachung

dank lückenloser

Drucküberwachung in statischen

sowie in dynamischen

Fluidanwendungen.

www.viscotec.de

Digitale Wägezelle für den Einsatz

in Verpackungsmaschinen

Mit der digitalen Wägezelle PW15iA stellt HBM ein praktisches

Multifunktionsprodukt u. a. für den Einsatz in Verpackungsmaschinen

vor. Die Abmessungen und Gewindeabstände der

Wägezelle folgen dem Industrie-Standard, dem sog. SP4M-Footprint.

Damit lässt sich die Wägezelle schnell auch in bestehende

Anlagen integrieren. PW15iA ist komplett aus Edelstahl gefertigt

und verfügt über Schutzart IP68/IP69K. Somit widersteht die

Wägezelle industriellen Reinigungen und ist korrosionsbeständig.

Die Kombination aus höchstmöglicher Schutzart, Komptabilität

zu den Industrie-Standardmaßen und hilfreichen Wägefunktionen

erlaubt eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten weit über

Verpackungsmaschinen hinaus, z. B. für das automatische

Dosieren bis hin zur Unterwasser-Kraftmessung.

www.hbm.com

Füllstände berührungslos erfassen

Der Laser-Füllstand-Messumformer LLT100 von ABB bietet die

kontinuierliche, berührungslose Füllstandmessung. Das Gerät

vereint laserbasierte Füllstand-Messtechnik mit Robustheit für

den industriellen Einsatz. Damit ist es möglich, präzise den

Füllstand in Silos oder Tanks sowohl von Schüttgutmaterialien

als auch von Flüssigkeiten zu erfassen – unabhängig von den

physikalischen Eigenschaften des Messmediums. Durch Verwendung

eines Pulslasers für die Laufzeitmessung ermöglicht der

LLT100 eine präzise Distanzmessung. Die Stromversorgung

erfolgt über die 4 - 20-mA-Signal-leitung. Das Gerät kann mit

einem Gehäuse aus Aluminium oder nichtrostendem

Stahl und mit einer Vielzahl von Prozessanschlüssen

ausgestattet werden. Damit erfüllt

es die Anforderungen für den Einsatz im

Ex-Bereich sowie für Applikationen mit

hohen Drücken oder Temperaturen.

www.abb.de

Condition-Monitoring-Lösungen für

dynamische und statische Geräte

Gantner Instruments bietet Überwachungslösungen für dynamische

und statische Geräte zur Schwingungsüberwachung von Pumpen,

Ventilatoren und Turbinen (dynamisch), Rohrleitungen, Behältern,

Wärmetauschern oder großen Maschinen (statisch). Sie basieren

auf Modulen der Produktserie Q.Series und dem Cloud-basierten

Webportal oder dedizierter Software. Mit der Monitoring-Lösung

werden Assets smart und liefern detaillierte Status-Informationen.

Maschinenspezifische Betriebsdaten wie Vibrationsmuster werden

von Beschleunigungssensoren erfasst. Diese Sensoren sind auch an

Orten mit hohen Oberflächen- oder Umgebungstemperaturen bis

700 °C einsetzbar. Es werden Uni- oder Triaxle-Sensoren mit IEPEoder

Ladungsausgang je nach

Überwachungsaufgabe genutzt. Das

Vibrationssignal wird mit bis zu 100 kHz

pro Kanal erfasst und kann in Echtzeit

für die Trendüberwachung oder

weitere Analysen verarbeitet werden.

www.gantner-instruments.com

28 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


Neues Evaluation-Kit für Winkel- und

Längenmessung

Sensitec bietet ein neues Evaluation-Kit an, das dem Anwender

ermöglicht, Erfahrungen mit der magneto-resistiven Sensortechnik

zur Umsetzung von Positionieraufgaben zu sammeln. Das

Kit enthält neben der Elektronik zur Signalver-arbeitung Polringe

und Linearmaßstäbe in verschiedenen Polteilungen und die dazu

passenden FreePitch und FixPitch Sensoren. So können z. B.

verschiedene Messanordnungen am Wellenende, Wellenumfang

oder Linearmessungen

realisiert werden. Die

Elektronik bietet die

Möglichkeit, die Sensorsignale

zu verstärken

oder mittels eines

parametrierbaren

Interpolatorbausteins

in Quadratursignale zu

wandeln. Das EBK7000

wurde als Erweiterungsboard

(Shield) für ein Arduino Mikrocontrollersystem (z. B.

Arduino Uno) entwickelt. Dies bietet die Möglichkeit zur

softwareseitigen Einstellung des Verstärkungsfaktors und zur

umfangreichen Parametrierung des Interpolatorbausteins. Die

analogen und digitalen Sensorsignale stehen selbstverständlich

an den entsprechenden Pins des Arduinos zur Weiterverarbeitung

zur Verfügung.

Qualität

verbindet

www.sensitec.com

Laserbasiertes Mikrofon – einzigartig

in seiner Leistung

Xarion Laser Acoustics präsentiert mit dem „Eta250 Ultra“ ein

laserbasiertes Ultraschall-Mikrofon, das mit nur einem Sensor

den kompletten Frequenzbereich zwischen 10 Hz und 1 MHz

abdeckt und eine zuverlässige Prozessüberwachung unter

Ausschluss von Umgebungsgeräuschen erlaubt. Dies wird durch

die membranfreie optische Sensortechnologie, die weltweit

patentiert wurde, ermöglicht. „Der entscheidende Vorteil von

Messungen bei sehr hohen Luft-Ultraschallfrequenzen um 1 MHz

liegt in dessen begrenzter Ausbreitung in Luft > 1 m“, erklärt

Gründer Balthasar Fischer. Das eingesetzte Messprinzip beruht

auf der Tatsache, dass Schallwellen und die damit einhergehende

Änderung des Luftdrucks die Wellenlänge des Lichtes

beeinflussen. Diese kleine Änderung lässt sich mithilfe eines

starren Interferometers zuverlässig messen. So kann komplett auf

bewegliche Teile wie Membrane verzichtet werden, welche bei

herkömmlichen Mikrofonen störende mechanische Resonanzen

erzeugen und die Bandbreite des Messbereichs einschränken.

Der optische Sensor des Mikfrofons ist über ein Glasfaserkabel

mit der zugehörigen Kontrolleinheit verbunden,

die den Laser, die Detektionseinheit

sowie einen Vorverstärker

enthält. Da das

Signal über Glasfaser

geleitet wird, sind sehr

lange Kabellängen

ohne Signalverlust

und Einstreustörungen

möglich.

www.xarion.com

© Cavotec

Rund um die Welt sind robuste Leitungen

die Lebensadern für Flugzeuge am Boden.

Cavotec Fladung vertraut bei seinen

Flugzeugversorgungssystemen auf

die 400-Hertz-Leitung von Helukabel.

Mehr unter:

www.helukabel.de/cavotec


STEUERN UND ANTREIBEN I INTERVIEW

Kollaborierend,

flexibel und sicher

Ein Roboterhersteller auf Erfolgskurs –

im Gespräch mit Helmut Schmid, Universal Robots

Moderne Industrieroboter bieten eine Vielzahl

an Vorteilen für die Industrie. Sie lassen sich für

Anwendungen einsetzen, in denen manuelle

repetitive Arbeit automatisiert werden soll, sind

flexibel und arbeiten ohne oder nur mit minimaler

Schutzvorrichtung direkt neben Bedienpersonal.

Ein Unternehmen, das ganz besonders erfolgreich

in diesem Segment ist: Universal Robots. Was

zeichnet einen Marktführer aus und was macht

er besser als andere?

Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke, Stellv. Chefredakteurin

INDUSTRIELLE AUTOMATON

Das immer engere Miteinander von „Mensch und Maschine“

dominiert den Alltag. Der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK)

kommt daher eine immer größere Bedeutung zu. Laut Universal

Robots (UR) ist vor allem Aufklärungsarbeit seitens Herstellern und

Integratoren gefragt, um der MRK-Technik in den kommenden

Jahren branchenübergreifend zum umfassenden Durchbruch zu

verhelfen. Denn obwohl die Technologie der kollaborierenden

Roboter (Cobots) immer ausgereifter wird, stehen viele Fertigungsunternehmen

– insbesondere aus dem Mittelstand – noch am

Anfang, wenn es darum geht, die Vorteile dieser Technologie für

sich zu erkennen.

Mit dem Verkauf des ersten Roboters hat UR

den Cobot bereits 2008 zur Marktreife gebracht.

Heute sind mehr als 16 000 Ihrer Produkte weltweit

im Einsatz. Wie haben Sie das geschafft?

Die Basis unseres heutigen Erfolgs ruht in erster

Linie darauf, dass wir als bislang einziger MRK-

Anbieter ein bereits lange erprobtes Produkt

30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


INTERVIEW I STEUERN UND ANTREIBEN

vorweisen können. Gleichzeitig waren wir die ersten am Markt,

die sich von vornherein und ausschließlich auf kollaborierende

Leichtbauroboter spezialisiert haben. Von diesem First-Mover-

Advantage und unserem absoluten Fokus auf unsere Produktfamilie,

bestehend aus UR3, UR5 und UR10, profitieren wir noch

immer – besonders gegenüber traditionellen Industrieroboterherstellern.

Beide Vorteile haben wir bis heute in unsere

Marktführerschaft von mehr als 50 % ausgebaut. Gleichzeitig

haben wir mit über 16 000 sich weltweit im Einsatz befindenden

UR-Robotern den „Proof of Concept“ für die kollaborative

Robotertechnologie erbracht.

Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in unserer sehr erfolgreichen

Aufklärungsarbeit der vergangenen Jahre: Vor allem über Messen

und Medien haben wir in den Köpfen unserer Zielgruppen ein

Bewusstsein für die Möglichkeiten der Mensch-Roboter-Kollaboration

geschaffen. So ist die MRK mittlerweile einer der tonangebenden

Wachstumstreiber des gesamten Robotik-Markts. Nach

der Markteinführung des UR5 Ende 2008 waren zunächst erst

einmal die ohnehin automationsaffinen Branchen Automotive

und Elektronik gegenüber kollaborierenden Roboteranwendungen

am aufgeschlossensten. Heute sehen wir etwa auch in der

Logistik einen neuen Treiber für Automatisierungslösungen mit

Leichtbaurobotern. Branchenübergreifend spüren wir besonders

bei kleinen und mittelständischen Firmen immer deutlicher, dass

das Thema MRK angekommen ist. Der Mittelstand hat erkannt,

dass sich der Einstieg in die Automatisierung bereits mit einem

geringen Investment und ohne zusätzliches Fachpersonal

realisieren lässt und sich oftmals innerhalb eines Jahres

amor tisiert. Auf Basis dieser Erkenntnis beginnen immer mehr

kleinere Unternehmen, ihre Produktion unter völlig neuen

Gesichtspunkten zu betrachten, das Potenzial für die Automatisierung

monotoner oder körperlich belastender Abläufe zu erkennen

und ihre Wertschöpfung durch den Einsatz kollaborierender

Roboter zu optimieren. Im Ergebnis kommen auch immer mehr

mittelständische Interessenten mit konkreten Anfragen bezüglich

Roboterapplikationen auf uns zu. Natürlich stehen wir hinsichtlich

der MRK in kleinen und mittelständischen Betrieben noch weit

am Anfang. Doch noch vor zwei Jahren mussten wir an dieser

Stelle deutlich mehr Aufklärungsarbeit leisten.

Auch andere Hersteller sind mit Cobots auf dem Markt präsent.

Wie grenzen Sie sich ab und wo setzen Sie mit Ihren Produkten den

Schwerpunkt? Wie positionieren Sie sich im Wettbewerbsumfeld?

01 Die kollaborierenden

Leichtbauroboter sind leicht,

platzsparend und problemlos für

verschiedene Anwendungen einsetzbar

Wir begrüßen es sehr, dass zurzeit immer neue Mitspieler auf den

Markt kommen. Somit ist Universal Robots nicht länger allein auf

weiter Flur, besonders was die Aufklärungsarbeit für die kollaborative

Robotik betrifft. So sehen wir alle neuen Markbegleiter in

erster Linie als zusätzliche Botschafter für die Mensch-Roboter-

Kollaboration. Daher erwarten wir von ihnen auch, dass sie noch

mehr Schwung in den Markt bringen und so das Bewusstsein für

die Vorteile der Technologie im Mittelstand weiter stärken. In

diesem Zusammenhang machen unsere Wachstumszahlen der

vergangenen Jahre außerdem eines besonders deutlich: Das

Marktpotenzial für die Mensch-Roboter-Kollaboration ist enorm

und bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Um uns dennoch von unseren Marktbegleitern abzuheben und

nachhaltig erfolgreich zu bleiben, verfolgt Universal Robots zwei

strategische Ansätze: Erstens ist es unser Ziel, unsere Marktführerschaft

mit dem bestehenden Produktportfolio zu halten und

weiter zu konsolidieren. Unsere Kombination aus attraktivem

niversal Robots kenne ich schon

U seit vielen Jahren und kann

mit Überzeugung sagen, dass das

Unternehmen einen wesentlichen

Beitrag zur Entwicklung der

kollaborativen Robotik geleistet hat

und dies ganz sicher auch in

Zukunft fortführen wird.

Nicole Steinicke,

Stellv. Chefredakteurin

Preis, einfacher Programmierung, Flexibilität und der schnellsten

Amortisationszeit der Branche macht uns so erfolgreich. Hier

spielt auch wieder unser First-Mover-Advantage rein: Unsere

Produkte sind solide und lange Zeit erprobt. Das überzeugt die

Kunden. Gleichzeitig bauen wir unseren technischen Vorsprung

permanent weiter aus und optimieren unsere Produkte hinsichtlich

Technologie und Qualität stetig.

Als zweiten Ansatz legen wir einen starken Fokus auf unsere

„Do it yourself“-Strategie, mit der wir Mehrwerte für die

UR-Roboter und rund um unsere Produkte schaffen wollen. Mit

Universal Robots+ und der neuen UR Academy haben wir hierfür

bereits zwei erfolgreiche Initiativen gestartet, um die Hürden für

den Einstieg in die Automatisierung weiter zu senken. Hierfür gilt

es in erster Linie, Komplexität und Kosten bei der Implementierung

noch weiter zu reduzieren. Wir wollen erreichen, dass Robotertechnologie

beziehungsweise alle Technologie rund um MRK

nicht nur einfach über Plug & Play implementiert werden kann,

sondern auch so intuitiv bedienbar und flexibel einsetzbar ist,

dass wirklich jeder damit umgehen kann.

Messebesucher interessieren sich heute nicht nur für Produkte;

sie kommen gezielt und mit konkreten Anfragen für spezifische

Applikationen. Wie begegnen Sie dieser Anforderung und wie

richten Sie Ihr zukünftiges Messekonzept aus?

Gemeinsam mit unseren Partnern verfolgen wir bei Messen

auch weiterhin das Prinzip der maximalen Kundennähe. Am

hohen Wissensstand unserer Messebesucher haben wir bereits

im vergangenen Jahr festgestellt, dass unsere Roboterarme als

Produkte hinreichend bekannt und am Markt schon lange

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 31


STEUERN UND ANTREIBEN I INTERVIEW

etabliert sind. Auf den Messen kommen Interessenten inzwischen

mit einem entsprechend anspruchsvollen und konkreten

Informationsbedarf zu uns. Dem möchten wir gerecht werden,

indem wir eine so individuelle und praxisnahe Beratung bieten

wie nie zuvor.

Für die Praxis bedeutet das, dass Universal Robots – wie auch

unsere Partner – auf Messen künftig Komplettlösungen für

konkrete Roboterapplikationen zeigen wird. Auf diese Weise

gewähren wir nicht nur praxisnahe Einblicke in die breite Spanne

an Anwendungsmöglichkeiten für unsere Roboterarme. Anhand

solcher vollständigen Beispielanwendungen gewinnen Interessenten

zudem einen besseren Eindruck davon, welche vielseitigen

Möglichkeiten es für die Prozessautomation mittels MRK gibt und

wie sich die konkreten Anwendungen auf die eigene Produktion

übertragen lassen können.

Dieses Messekonzept hat sich bereits auf der Hannover Messe in

diesem Jahr als sehr erfolgreich bewiesen. Dort haben wir uns den

Messestand mit unseren Partnern Müller Maschinenbau GmbH,

Faude Automatisierungstechnik GmbH, Dahl Automation GmbH

und Lorenscheit Automatisierungs-Technik GmbH geteilt, die

Applikationen aus den Bereichen Etikettierung, Pick&Place und

Montage präsentierten.

Für die Motek 2017 haben wir unseren Ansatz noch einmal

weiterentwickelt: In Stuttgart werden wir als Hersteller unseren

Messestand wieder allein beziehen, da unsere Partner Faude,

Müller Maschinenbau, Smart Robotics und WMV dort auf

eigenen Ständen Beispielapplikationen ausstellen werden.

Auf dem Universal Robots-Stand setzen wir daher einen

nochmals stärkeren Fokus auf Universal Robots+: Alle unsere

Messe-Roboter werden für die auf der Motek geplanten

Appli kationen mit Produkten unserer Entwicklungspartner aus

dem UR+ Showroom ausgestattet. Daran möchten wir aufzeigen,

wie einfach, vielseitig und individuell komplette Automationslösungen

mittels der Plug&Play-Komponenten unserer Partner

Realität werden können.

02 Links: Die

Roboter bei Trelleborg

ermöglichen es einem

Mitarbeiter, eine

Zelle mit acht

CNC-Maschinen auf

einmal zu bedienen –

früher schaffte ein

Mitarbeiter nur drei;

unten: die Werksarbeiterinnen

bei

Bajaj Auto arbeiten

mit Begeisterung

mit der modernen

Technologie

Mit Ihrer neuen Trainings-Plattform „Universal Robots Academy“

heben Sie sich deutlich vom Wettbewerb ab. Was genau verbirgt

sich dahinter und welches Ziel verfolgen Sie damit?

Alles ist möglich: Von der Montage bis zum

Lackieren, vom Spritzgießen bis zum Schweißen,

vom Verpacken bis zum Polieren und Etikettieren.

Die Universal Robots Academy ist neben Universal Robots+, dem

Ökosystem für Entwickler, Vertriebspartner und Endkunden, der

jüngste Bestandteil unserer bereits erwähnten „Do it yourself“-

Strategie: Ziel des neuen Online-Schulungsprogramms ist es, nach

wie vor bestehende Berührungsängste gegenüber Automationslösungen

nachhaltig zu senken und besonders kleinen und mittelständischen

Unternehmen den Einstieg in die kollaborative

Robotik noch leichter zu machen.

Mit der kostenlosen Academy eröffnen wir jedem Anwender die

Möglichkeit, sich die Grundlagen für den Umgang mit unseren

Robotern selbst beizubringen. Anhand von sechs interaktiven

Modulen bekommt jeder Schulungsteilnehmer die Basiskenntnisse

für die Installation sowie für die Programmierung unserer

Roboter innerhalb von nur 90 min. vermittelt. Die Inhalte dieser

sechsteiligen Grundlagenschulung reichen hierbei von der ersten

Inbetriebnahme und der Einweisung in die Werkzeugeinrichtung

über den Anschluss der I/Os bis hin zu ersten einfachen Programmierungen

und der Konfiguration von Sicherheitseinstellungen.

Sowohl global als auch in der Region Western Europe ist UR

weiter auf Wachstumskurs. Sie wachsen jährlich 60 - 70 % und

halten 50 % Marktanteil weltweit. Wie werden Sie der

steigenden Nachfrage weiterhin gerecht?

Mit rund 20 Partnern sind wir in Western Europe derzeit sehr

gut aufgestellt, um die Nachfrage nach Automationslösungen

mit unseren Robotern zu bedienen. Unser erklärtes Umsatzziel

bei Universal Robots ist es jedoch, bis 2020 weiterhin jährliche

Zuwächse von mehr als 50 % zu erzielen – und das weltweit.

An diesem Vorhaben richten wir auch unsere Pläne für unser

Partnernetzwerk von Distributoren und Integratoren aus: Dieses

muss natürlich entsprechend um denselben Faktor wachsen,

damit wir unsere Zielvorgaben in Form von konkreten Applikationen

in der Praxis umsetzen können.

Die im Herbst 2016 erfolgte Gründung unserer eigenen Landesgesellschaft

für Western Europe – der Universal Robots (Germany)

GmbH – zahlt ebenfalls auf die allgemeine Wachstums- und

Regionalisierungsstrategie von UR ein. Denn gerade vor dem

Hintergrund des weltweit geplanten Wachstums, ist es uns

wichtig, die regionale Nähe zu unseren Kunden und den

Austausch mit unseren Partnern zu intensivieren. Indem wir

ein noch stärkeres Verständnis für die Bedürfnisse unserer Region

entwickeln, werden wir darin wie geplant wachsen können.

Hierfür haben wir unsere regionale Vertriebsarbeit bereits

deutlich verstärkt und sind nun mit vier Business Development

Managern in Bayern/Österreich, Baden-Württemberg/Schweiz,

Niedersachsen und dem Rheinland vor Ort präsent. Diese werden

in ihren Regionen nicht nur unsere bestehenden und künftigen

Partner betreuen, sondern für die Distributoren und Integratoren

vor Ort neue Kunden akquirieren.

www.universal-robots.com

32 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


Alles unter Kontrolle

Reduktion Ihrer Betriebskosten

durch die iQ-R-Automatisierungsplattform

Mit der MELSEC iQ-R-Steuerung können Sie den gesamten Fertigungsprozess in

Echtzeit überwachen und visualisieren. Diese hochmoderne, modulare SPS der

nächsten Generation und Gewinner des renommierten Good Design Awards 2014 ist

das Kernstück Ihrer Automatisierungsumgebung. Völlig neu konzipiert und entwickelt,

reduziert die iQ-R-Serie Ihre Betriebskosten, erhöht die Zuverlässigkeit und maximiert

die Wiederverwendung bereits existierender Anlagengüter.

Diese fortschrittliche Anlagensteuerung und Plattform zur Erfassung und

Verarbeitung von Daten sind die Basis für Ihren Weg zur einfachen Realisierung von

Industrie 4.0-Konzepten.

Mit der ausgereiften MELSEC-Steuerungsqualität haben Sie garantiert alles unter

Kontrolle und werden den wachsenden Ansprüchen des Marktes gerecht.

Mehr Informationen finden Sie unter de3a.mitsubishielectric.com/fa

oder auf der Motek 2017 in Stuttgart, Halle 7, Stand 7509


Gemeinsam optimale Lösungen entwickeln.

Integriertes

Energiemanagement

Rückverfolgbarkeit

Prozess-

Management

Management der

erneuerbaren Energien

Qualitäts- und

Ausschusssicherheit

Produktionsreport

in Echtzeit

Flexibilität von kleinen

bis großen Chargen

Vom Auftragseingang,

Produktion bis zur Lieferung

Direkte Verbindung

ins MES/ERP ohne PC

Vorbeugende

Instandhaltung

Strategische Weitsicht und Innovationskraft

für die richtige Entscheidung

Industrie 4.0 stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Voraussetzung für das klare 'Ja' zu neuen Herausforderungen ist die

Zusammenarbeit mit einem verlässlichen Partner.

Genau hier setzt Mitsubishi Electric als Mitglied der e-F@ctory Alliance

an. In Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von Partnerfirmen bieten wir

ein vielfältiges Lösungsportfolio innerhalb der Fabrikautomatisierung an

und zeigen Wege auf, wie sich deren Anbindung an die IT erfolgreich für

Ihre Anforderungen umsetzten lässt.

de3a.mitsubishielectric.com/fa


STEUERN UND ANTREIBEN

Hochvolt-Module mit

hoher Leistungsdichte

Die Mitsubishi Electric Corporation

präsentiert zwei neue Hochvolt-IGBT

Module der X-Serie im neuen LV100-

Gehäuse. Sie bieten die höchste auf dem

Markt verfügbare Leistungsdichte,

wodurch sowohl Umrichter-Ausgangsleistung und -Wirkungsgrad

erhöht als auch flexiblere Konfigurationen und eine höhere

Zuverlässigkeit erreicht werden können. Eine Erweiterung der

Reihe durch Sic-Module ist geplant. Hochvolt-IGBT-Module spielen

eine vitale Rolle in leistungselektronischen Systemen für Traktion,

Energieübertragung und Industrieantrieben großer Leistung.

www.mitsubishielectric.de

Durchflussmesser unterstützen

Ethernet-Protokolle

Bürkert stellt die neue Generation präziser Massendurchflussmesser

und -regler für Gase vor. Sie haben einen Industrial Ethernet Switch

und unterstützen alle verbreiteten Industrial Ethernet-Protokolle.

Die Durchflussmesser und -Controller Typ 8741 erlauben einen

Durchsatz bis 150 lN/min, beim Typ 8745 sind es bis zu 2 500 lN/min.

Durch die große Messspanne kann dasselbe Gerät oft an verschiedenen

Stellen in der Anwendung eingesetzt werden. Bei den

Massendurchflussreglern sind direkt wirkende Proportionalventile

im Einsatz. Typ 8745 kann zudem mit einem motorgesteuerten

Ventil vom Typ 3280 bzw. 3285 kombiniert werden. Damit sind

Hochdruckanwendungen bis 22 bar möglich. Auch

lassen sich Ventilnennweiten bis DN20 realisieren

für Anwendungen mit hohen Durchflussraten,

selbst bei niedrigem

Differenzdruck. Alle Geräte sind

auch mit UL-Zulassung erhältlich.

Control Panel für den Einsatz in

explosionsgefährdeten Bereichen

Beckhoff bietet eine systemintegrierte Lösung für den Explosionsschutz

– mit einem Ex-Komponenten-Portfolio für barrierefreie

Konzepte bis in Zone 0/20. Hierzu zählen neben den Control

Panel und Panel-PCs der Serie CPX u. a. die mit eigensicheren

Schnittstellen bis in Ex-Zone 0/20 ausgerüsteten EtherCAT-

Klemmen der ELX-Serie sowie

die Steuerungssoftware

TwinCAT mit spezifischen

Prozesstechnik-Interfaces.

Das CPX-Portfolio umfasst

eine Auswahl an Formaten,

Größen, Montageoptionen

und Leistungsmerkmalen.

Die Bandbreite der Formate

reicht von 15 Zoll (4:3) und

19 Zoll (5:4) bis 21,5 Zoll

(16:9 Widescreen). Mit dieser kapazitiven Multitouch-Technologie

lassen sich optimale und intuitive Bedienkonzepte realisieren.

Den Serien CPX29xx und CPX39xx stehen zum einen Control

Panel für den Schaltschrankeinbau und zum anderen IP-65-

Stand-alone-Panel für die Tragarmmontage zur Verfügung.

Gleiches gilt für die lüfterlosen Panel-PCs der Reihen CPX27xx

bzw. CPX37xx. Ausgestattet mit einem energiesparenden Intel-

Atom-Prozessor ermöglichen sie eine zuverlässige und leistungsfähige

Anlagensteuerung.

www.beckhoff.de

www.buerkert.de

48-MPixel-CMOS-Kamera erkennt

schnell feinste Details

Mit der Erweiterung der LX-Serie um den CMV50000 CMOS-Sensor

von AMS Sensors Belgium (ehemals CMOSIS) öffnet Baumer den

Weg für Applikationen mit höchsten Anforderungen an Auflösung,

Bildrate und Bildqualität. Die neuen LX-Kameras im 60 × 60-mm-

Gehäuse liefern bei voller Auflösung von 7 920 × 6 004 Pixel bis zu

15 Bilder/s. Damit profitieren auch schnelle Prozesse wie Leiterplatten-,

Wafer-, Oberflächen- und Displayinspektion bzw. Track-

&-Trace-Anwendungen von hochaufgelösten Aufnahmen, um

feinste Details und Abweichungen zuverlässig zu erkennen. Mussten

bisher mehrere Kameras mit hoher Auflösung eingesetzt werden, um

die geforderte Genauigkeit zu erreichen, können diese nun durch

lediglich eine 48 Megapixel LX-Kamera

ersetzt werden. Das reduziert die Systemund

Integrationskosten und erhöht die

Ausfallsicherheit. Die Serienproduktion

der neuen Dual GigE und Camera Link

Kameras startet im 4. Quartal 2017.

www.baumer.com


STEUERN UND ANTREIBEN

Kraft-Momenten-Sensor für

Industrieroboter

Das ungarische Unternehmen Optoforce

verkündet seinen Eintritt in den deutschen

Markt und möchte mit seinem sechsachsigen

Kraft-Momenten-Sensor HEX-70-XE zukünftig

auch Industrierobotern im deutschen Sprachraum

einen Tastsinn verleihen. Der Sensor

soll Unternehmen neue Perspektiven in der

industriellen Automatisierung von komplexen Arbeitsabläufen

bieten. Zum Einsatz kommt er vor allem bei empfindlichen

Materialien oder in unstrukturierten Produktionsverhältnissen.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig; vor allem in

Feinmontage, Oberflächenbehandlung und der Überwachung

von Prozesskräften bieten die Sensoren Endnutzern einen

spürbaren Mehrwert. Eine Besonderheit der Sensoren ist, dass

die für unterschiedliche Anwendungen notwendige Software

gleich mitgeliefert wird. So lassen sich bspw. die Mittelpunktserkennung

von Objekten, Polieranwendungen oder die exakte

Wegaufzeichnung des Roboterarms innerhalb weniger Minuten

einrichten. Die Hardware hingegen zeichnet sich durch ihre

Robustheit und ihre hohe Auflösung von 0,1 N oder 0,001 Nm

aus. Mit 200 Gramm sind die Sensoren darüber hinaus ein echtes

Leichtgewicht.

www.optoforce.com

Moderne Servotechnik auf kleinstem Raum

Mit der Motorbaureihe 8WS von B+R sind Servoapplikationen

möglich, die hochpräzise Synchronisation und genaue Positionierung

auf kleinstem Raum erfordern. Einsatzgebiete sind z. B. Greifer,

Mess- und Prüfeinrichtungen, Abfüllsysteme und Roboterachsen.

Die bürstenlosen Motoren mit Durchmessern von 17 bis 40 mm

sind für raue Industrieumgebungen konzipiert und in den Schutzklassen

IP54 und IP66/67 erhältlich. Die Baugröße mit 40 mm

Durchmesser gibt es optional im Hygenic Design in IP69K für

Lebensmittel-Anwendungen. Die Motoren sind für eine Spannung

von 60 V DC ausgelegt und decken einen Leistungsbereich von 7

bis 205 W Dauerleistung ab. Der integrierte Absolutgeber hat eine

Auflösung von 4 096 Positionen/Umdrehung. Die schleppkettentauglichen,

doppeltgeschirmten Motorhybridkabel sind fest mit

dem Motor verbunden. Die Motoren können mit direkt angebauten

1- bis 3-stufigen Planetengetrieben ausgeliefert werden.

www.br-automation.com

Sensortelemetrie in der

Temperaturmessung

Ob Prüfstand oder Fahrbetrieb: Die hohe Leistungsdichte

moderner Elektroantriebe für Hybrid- und rein elektrisch betriebene

Fahrzeuge stellt höchste Anforderungen an die Temperaturmesstechnik

im Rotor. Sie dient der präzisen und zuverlässigen

Erfassung des Temperaturprofils des Motors in allen Betriebssituationen.

Auf Basis dieser Daten können Entwickler und Konstrukteure

sicherstellen, dass in allen Fahrzuständen keine kritischen

Temperaturen erreicht werden. Und genau hier kommen die

Stärken der Sensortelemetrie aus dem Hause Manner zum

Tragen: Temperaturfestigkeit bis 185 °C, hohe elektromagnetische

Robustheit, Ölfestigkeit und kompakter Aufbau. Es können

sowohl Thermoelemente als auch

Pt100-Temperaturfühler zum Einsatz

kommen. Die Erfassung der Messsignale

des Thermoelements erfolgt

berührungslos, die als Analog-signal mit

0 ... ± 10 V oder auch als Digitalsignal

über das CAN-Interface an das Datenerfassungssystem

übergeben werden.

www.sensortelemetrie.de

Treiber der Produktivität

Der kollaborierende Roboter Motoman HC10 von Yaskawa ist

ausgestattet mit einem MRK-Greifer und einem Schraub-

Automaten in MRK-Ausführung. Die Steuerung der Anlage mit

neuen Sicherheitstrittmatten erfolgt über ein Vipa 17"-Touch-Panel.

Sicherheit im direkten Kontakt mit dem Bediener gewährleistet der

Roboter durch eine 6-fache Kraft- und Momentenüberwachung.

Daneben stellt der Hersteller die beiden neuen kompakten und

schnellen Motoman-Modelle GP12 mit 12 kg und GP25 mit 25 kg

Tragkraft vor. Die 6-Achser wurden für besonders schnelle Füge-,

Verpackungs- und allgemeine Handhabungsapplikationen

entwickelt. Sie sind die schnellsten ihrer Klasse und

wurden bei den Handgelenksachsen in

Schutzklasse IP67 ausgeführt. Ihr

schlankes Design ermöglicht es dem

Manipulator, tief in Arbeitsbereiche

einzutauchen. Darüber hinaus

erleichtern ihre glatten Oberflächen

die Reinigung.

www.yaskawa.eu.com

Windenergieanlagen mit neuen Steuerungen ausgestattet

Die US-Niederlassung des österreichischen Steuerungsherstellers

Bachmann Electronic hat einen wichtigen Auftrag in Kanada

gewonnen. Trans Alta, ein großer kanadischer Stromversorger,

beauftragte ein Upgrade seines Melancthon

Windparks in Ontario. Er ist mit 133 Windenergieanlagen

und 200 Megawatt Leistung

einer der größten Windparks Kanadas.

Das Unternehmen Bachmann Electronic

wird eine Reihe der bestehenden GE 1.5 sle

Turbinensteuerungen auf die neue MC205-

Linie aufrüsten und ihre voll integrierten

CMS-Geräte über den gesamten Standort

installieren. Trans Alta, die ein

Branchenführer in der CMS-Implementierung und der Zustandsüberwachung

ist, hat die Entscheidung getroffen, die Turbinen

mit Bachmann CMS nachzurüsten, um die Verfügbarkeit der

Turbinen zu verbessern. „Ein vollständig

integriertes CMS bedeutet zukunftsorientierte

Systeme, die die Tür zur intelligenten

Turbinenautomatisierung durch individuelle

Turbinen-Diagnostik eröffnen", sagt

Nicholas Waters, Bachmanns Key Account

Manager in Nordamerika.


Bild: TransAlta

www.bachmann.info

36 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


Offene, Linux-basierte Multiachs-Steuerung

Bosch Rexroth erweitert das Portfolio von Hochleistungssteuerungen

um eine offene, Linux-basierte Variante.

Die Motion Control NY4114 nutzt IT-Standards wie die

Eclipse-Entwicklungsumgebung mit der Programmierung

in C und fügt sich über eine offene Ethernet-basierte

Kommunikation in vernetzte Industrie-4.0-Umgebungen

ein. Die modulare Multiachs-Steuerung führt die Lageregelung

von Servo- und Schrittmotoren mit 32 kHz aus

und verarbeitet gleichzeitig E/A-Signale. Die Steuerung

verbindet eine präzise, dynamische Bewegungs-steuerung

mit etablierten IT-Standards. Antriebsmodule ermöglichen

eine Zwischenkreisspannung für Schritt- und Servomotoren

von 15 bis 150 VDC. Kernstück der Steuerung sind Mehrkernprozessoren mit 1 GB

Arbeitsspeicher. Die Programmierung erfolgt über die Eclipse-Entwicklungs-umgebung

mit C und C++.

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Mehr Effizienz bei der Signalgenerierung

Die Inkremental-Drehgeber ENI58IL mit optischem Abtastprinzip aus dem Hause

Pepperl+Fuchs erhöhen die Effizienz bei der Signalgenerierung. Die Blue-Beam-Technologie

– blaue Sende-LEDs in Verbindung mit fein strukturierten Abtastchips – erlaubt eine

energetischere Eindringtiefe des blauen Lichtes in den Chip. Das Resultat ist eine höhere

Auflösung sowie eine optimierte Signalamplitude und Signalgüte. Damit werden z. B. die

Toleranzen der Phasenlage A zu B auf weit unter 10 % reduziert, was mehr als

eine Verdopplung der Signalgüte im Vergleich zu mit Infrarot-Technologie

erreichbaren Werten darstellt. So werden absolute Genauigkeiten auch in

höchsten Drehzahl-bereichen von bis 12 000 min -1 erreicht. Die

maximale Ausgangs-frequenz liegt bei 400 kHz. Die Drehgeber finden

überall dort Anwendung, wo die Anforderungen an die Dynamik

zunehmen, denn sie bieten Leistungsmerkmale, wie sie bisher nur in

hochperformanten Sonderlösungen realisierbar waren.

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Control-Panels mit maximaler Flexibilität

Industrie-PCs (IPC) bilden

die Grundlage einer

modularen Netzwerk-

Struktur, in der die Daten

aller Maschinen, Sensoren

und Steuerungen gespeichert,

weiterverarbeitet und

analysiert werden können.

Advantech bietet hierzu die

modularisierten Control-

Panels der Serie TPC-5000

an. Diese lassen sich durch

ihre leistungsfähige Hardware

und freie Programmierbarkeit

in beliebige Strukturen

einbinden und entsprechend anpassen. Sie sind mit Intel CoreTM i Prozessoren der

6. Generation sowie mit 8 GB DDR4-SODIMM-Speicher ausgestattet. Verschiedene

Industrie-LCDs mit Multitouch-Funktion stehen zur Verfügung. Alle Panels sind in einem

Aluminiumgehäuse verbaut und in Schutzart IP66 ausgeführt. Drei LAN-Anschlüsse und

die Unterstützung verschiedener Feldbus-Protokolle tragen zur Flexibilität bei. Darüber

hinaus lassen sich die Windows-basierten Geräte über ein Wi-Fi/NFC-Modul drahtlos ins

Netz integrieren.

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Ralf Hagen, Nestlé, und

Thomas Rienessl, B&R,

sprechen über den Einsatz der

Orange Box als Manufacturing-

Intelligence-Lösung für

Bestandsanlagen

Experten im Gespräch

„Wir machen Maschinen- und Anlagenbetreiber fit für die Smart Factory“

Möchten Unternehmen ihre

Bestandsanlagen in eine Smart

Factory umwandeln, sind moderne

Datenerfassungs- und Analysewerkzeuge

von großem Nutzen.

Ohne die existierende Hard- und

Software in bestehenden Systemen

ändern zu müssen, lassen sich

sog. Manufacturing-Intelligence-

Lösungen über eine einfache

Parametrierung installieren.

Wie damit eine Transformation

gelingen kann, erläutern Ralf

Hagen, Nestlé Deutschland, und

Thomas Rienessl, B&R.

Herr Hagen, was zeichnet in Ihren Augen

eine Smart Factory aus?

Ralf Hagen: Smart Factory heißt, dass

Komponenten auf eine bessere Art und

Weise kommunizieren und interagieren

müssen, als sie es heute tun. Bei einer

Kundenbestellung soll der gesamte

Prozessauftrag von Anfang bis Ende in

einer logischen Linie verbunden sein

und automatisch ablaufen können. Eine

Maschine soll also selbst wissen, wann

sie langsamer oder schneller fahren

muss, Material anfordert oder ablehnt.

Im Moment wird das durch die Mitarbeiter

und deren Erfahrung bewerkstelligt.

In Zukunft sollen Maschinen

autonom arbeiten können.

Was sind aus Automatisierungssicht

die Merkmale einer Smart Factory?

Thomas Rienessl: Ein Merkmal der Smart

Factory ist zweifellos die Ressourceneffizienz,

etwa ein geringer Energieeinsatz

und eine damit verbundene Reduzierung

von Kosten. Prinzipiell sind heute

sämtliche Maschinen und Anlagen

automatisiert. Die Automatisierungskomponenten

sind intelligent und die

Anlagen produzieren sehr viele Daten.

Bei der Auswertung dieser Daten geht es

indus triellen Produzenten darum, ihre

Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu

verbessern – etwa durch eine flexiblere

Fertigung, eine höhere Anlagenverfügbarkeit

oder um ungeplante Stillstandszeiten

zu verhindern.

Sind denn alle Nestlé-Fabriken bereits

„smart“?

Hagen: Nein. Das liegt vor allem an

der Unternehmensgröße, da kleinere

Fabriken eine geringere Durchschlagskraft

haben, wenn es um Innovationen,

Marktdurchdringung und Investment

geht. Außerdem gibt es eine Diversifizierung

der Fabriken hinsichtlich ihrer

Branche und Größe. Dementsprechend

groß ist die Bandbreite an Möglichkeiten,

die es gibt.

38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


INTERVIEW I INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION

Stillständen gibt, leidet darunter etwa auch die Sicherheit der

Mitarbeiter. Es kommt zu häufigeren Mensch-Maschine-Interaktionen,

die zu Verletzungen führen können. Ein wesentlicher

Aspekt ist auch der Energieverbrauch – wenn eine Anlage steht,

anläuft, steht und dann wieder anläuft, erhöht sich der Verbrauch

enorm. Zugleich sinkt die Qualität, weil sie im Anlauf- und

Abstoppverhalten oft Ausschuss produziert.

Sicherheit, Energie, Produktqualität sind also die wesentlichen

Anforderungen, die Nestlé stellt?

Hagen: Ja, das sind auch die Anforderungen, die global am

besten quantifizierbar sind.

Kennt B&R diese Anforderungen auch von anderen Kunden?

01 Die „Orange Box“ sammelt Daten von bisher unvernetzten

Maschinen und Linien, wertet diese aus und liefert die Grundlage

für den Weg zur Smart Factory

Hat sich Nestlé bereits konkrete Ziele gesetzt, was die

Fertigung betrifft?

Hagen: Bezogen auf die Kennzahlen – ja. Diese können

hinsichtlich Overall Equipment Effectiveness (OEE) am

einfachsten definiert werden. Das Ziel ist, den OEE-Wert

über einen bestimmten Zeitraum auf ein bestimmtes Level

zu bringen. Diesen definierten Level wollen wir erreichen.

Das ist also eine der größten Herausforderungen, aber hier

wird es sicher noch weitere geben?

Hagen: Definitiv, weil es Korrelationen gibt. Wenn es bei einer

Maschine zum Beispiel viele Probleme mit ungeplanten

Rienessl: Auf jeden Fall, aber die Landschaft ist sehr heterogen.

Die Kundenanforderungen hängen stark von der Branche ab, ob

Unsere Erwartungen bei der

Installation und Konfiguration

des Prototyps der „Orange Box“ im

Nestlé-Werk in Osthofen wurden,

was Geschwindigkeit und

Einfachheit betrifft,

übertroffen.

Ralf Hagen,

E&A Engineering

Manager, Nestlé

diese etwa sehr prozessnah oder eher diskret sind, und auch

davon, wie hoch der Automatisierungsgrad prinzipiell ist. Es ist

immer eine Herausforderung, die Produktion mit den gegebenen

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INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION I INTERVIEW

Mitteln zu verbessern. Das RAMI-Referenz -

modell geht davon aus, dass überall und

uneingeschränkt die beste Technologie

angewendet werden kann – nur wie viele

Neuanlagen im Gegensatz zu wie vielen

Bestandsanlagen gibt es? Die eigentliche

Die „Orange Box“ ist ein offenes,

flexibles Konzept das Daten in

Echtzeit aufnimmt, vereinheitlicht und

auswertet. Bei neuen Anforderungen

entwickelt sie sich einfach mit. Mit der

Orange Box wird es dem Maschinenbediener

ermöglicht, die relevanten

Kennzahlen vor Ort zu prüfen

und sofort einzugreifen.

Thomas Rienessl, Head of Business

Development Industries, B&R

Herausforderung besteht also darin, aus

bereits Vorhandenem mehr herauszuholen,

damit die Produktivität gesteigert wird.

einzugreifen. Wenn von einer hohen

Anlagenverfügbarkeit gesprochen wird,

muss die Abweichung sehr rasch erkannt

und sofort das Richtige getan werden.

Genau das ist mit der Orange Box möglich.

Für welchen Anwendungsfall

eignet sich die

„Orange Box“?

Rienessl: Die Orange Box

ist branchenübergreifend

einsetzbar, aber insbesondere

ist sie optimal für

Fertigungen geeignet,

wo viele Maschinen am

Produktionsprozess

beteiligt sind. Grundsätzlich

werden damit zwei

Kundentypen angesprochen:

große industrielle

Produzenten und

Maschinenhersteller.

Was sind die bisherigen Erfahrungswerte

mit der Orange Box im Nestlé-

Werk Osthofen?

keit und Einfachheit betrifft, übertroffen.

Aktuell arbeiten wir an einer

Verbesserung der Analyse und den

damit verbundenen täglich neuen

Informationen, die etwa bei der

Schichtübergabe wichtig sind.

Welche zukünftigen Ziele werden mit

dem Einsatz der Orange Box verfolgt?

Hagen: Was wir wollen ist eine intelligente

Analyse, um die Gründe die zu

einem Problem geführt haben, zu

erkennen, bevor das Problem auftritt.

Ziel ist es, in den nächsten 4 Jahren

einen Zustand zu erreichen, bei dem

uns Maschinen zum Beispiel vor einem

Maschinenstillstand warnen. Und wir

nicht bloß im Nachhinein analysieren

wie es bisher der Fall war. Es soll in

Zukunft gar keine Maschinenstillstände

mehr geben und so mit Hilfe

der Orange Box die Laufzeit der

Maschine und der Output erhöht

werden.

Vielen Dank für das Gespräch.

Herr Hagen, wie sind Sie auf B&R

als Anbieter gestoßen?

Hagen: Wir haben mit vielen potenziellen

Anbietern gesprochen, aber nur B&R

war in der Lage uns diesen Ansatz von

Struktur, Framework, Applikationen und

Modulari tät zu bieten, den wir gesucht

haben. Konkret mussten fünf Aufgaben

erfüllt werden: Wir wollten jemanden, der

ein Framework hat, das Informationen

erstellt, bündelt, evaluiert, testet und in

Betrieb setzt. Es sollte also ein fertiges

Paket sein, das auf Tastendruck so einfach

funktioniert wie eine App.

Wie sah die Lösung aus, die mit B&R

entwickelt wurde?

Hagen: Wir haben eine Lösung entwickelt,

die modular mitwächst – das ist eine

große Kunst. Orange Box ist ein offenes,

flexibles Konzept, das Daten in Echtzeit

aufnimmt, vereinheitlicht und auswertet.

Bei neuen Anforderungen entwickelt sie

sich einfach mit. Das Framework besteht

aus mapp Technology und Scalability+.

Mit der Orange Box wird es dem Maschinenbediener

ermöglicht, die relevanten

Kennzahlen vor Ort zu prüfen und

Hagen: Unsere Erwartungen bei der

Installation und Konfiguration des

Prototyps wurden, was Geschwindig-

Das Industrial-IoT-Upgrade für Bestandsanlagen

Die Orange Box setzt sich zusammen aus einer Steuerung und sogenannten

Mapps. Dabei handelt es sich um vorkonfigurierte Softwarebausteine der

Mapp-Technology von B&R. Die Steuerung sammelt Betriebsdaten einer

beliebigen Maschine über

I/O-Module oder direkt über eine

Feldbus-Verbindung. Aus diesen

Daten erzeugen die Mapps

Kennzahlen, beispielsweise

die Gesamtanlageneffektivität

(OEE), die anschließend angezeigt

werden können. Die

gewonnenen Daten und Informationen

lassen sich mit

OPC UA auch an übergeordnete

Systeme übertragen. Die bestehende

Hard- und Software

bleibt gleich, wenn die Orange

Fotos: B&R Industrie-Elektronik

www.br-automation.com

02 Die Orange Box bildet die Plattform

für Industrie-4.0-Prinzipien

Box an eine Maschine angeschlossen wird. Maschinen- und Anlagenbetreiber

erhöhen die Produktivität, ohne viel Zeit oder Geld investieren zu müssen.

40 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


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INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION

Verbrauch in

Echtzeit messen

Automatisiertes Energiedatenmanagement im

Industrial Internet of Things (IIoT) – Vorteile und Nutzen

Die Sensibilität für den Energieverbrauch wächst, nicht zuletzt durch

Vorgaben für ein systematisches Energiemanagement gemäß ISO 50001.

Aber Verbrauchsoptimierung ist nur ein Aspekt. Es gibt einige weitere

Einsatzpotenziale, die den Effekt des reinen Energiesparens übertreffen.

Christian J. Pereira ist Geschäftsführer der Q-loud

GmbH in Köln

giearten umfassen. Hierbei etablieren sich

derzeit Lösungen, welche die bestehende

Basis an Energiezählern vernetzen, kontinuierlich

Daten sammeln, zentral speichern

und verarbeiten. Zum Einsatz kommen zum

Beispiel eine Kombination aus Adaptern der

gängigen Zählerstandards (Mbus, Modbus,

RS485) oder Kameralösungen, die auf analoge

Zähler geklebt werden, den Zählerstand

fotografieren und nach einer OCR-Erkennung

den Zählerstand digital übertragen.

Strom als Fingerabdruck

von Maschinen und Anlagen

Bei der Energieeffizienz ist die Energieart

„Strom“ von besonderer Bedeutung. Hier

bietet sich gerade für Industrieunternehmen

ein attraktives Einsparpotenzial, da Strompreise

oftmals an die Spitzenlast geknüpft

werden. Diese Spitzenlasten entstehen

meist beim Anschalten bzw. Hochfahren

der Maschinen. Spitzenlasten addieren

sich damit zu einem oft unnötigen punk-

Schon seit Jahren betreibt die Industrie

ein strukturiertes Energiemanagement.

Zielsetzung ist die Steigerung der Energieeffizienz

und kontinuierliche Verbesserung

der Energienutzung, also Maßnahmen zur

Senkung des Energieverbrauchs. Viele Unternehmen

sind jedoch nach kurzer Zeit ernüchtert,

da die hohen Erwartungen an das

Energiemanagement oftmals nicht erfüllt

werden. Bunte Balken- und Tortendiagramme

sehen zwar gut aus, eröffnen aber letztlich

keine Handlungsoptionen. Kernproblem stellen

die nicht ausreichende Datenqualität

oder der hohe, manuelle Aufwand der Datenerfassung

dar. Also sollten Anlagenbetreiber

ihren Fokus auf Datenqualität und

der effizienten, möglichst automatisierten

Datenerfassung legen. Diese muss zeitnah

erfolgen und möglichst alle relevanten Enertuellen

Maximum, mit der Folge hoher

Stromkosten. Wichtig ist also, dass die Information

über die Verbräuche zeitnah zur

Verfügung steht und auch die zeitliche

Auflösung der Verbrauchsmessung hoch

genug sein muss (kleiner/gleich eine Minute).

Nur dann können Lastspitzen auch

ermittelt werden.

Unternehmen, die regelmäßig und in

Echtzeit Daten über die Stromverbräuche

sammeln, eröffnen sich nun zusätzliche

Chancen. Denn auf Basis gespeicherter

Daten können Normalverbräuche mit aktuellen

Werten verglichen und wichtige

Schlüsse abgeleitet werden: welcher Last ist

die Maschine ausgesetzt, verändert sich die

Stromaufnahme oder besteht evtl. Wartungsbedarf.

Wird die Messung nun an allen

Maschinen vorgenommen, so schaffen Unternehmen

über diesen Weg eine neue

Transparenz über die wirklichen Betriebszeiten

ihres Maschinenparks und können

somit ihre Maschinenstundensätze zuverlässiger

und korrekt kalkulieren.

Im Kontext zu Industrial

Internet of Things

Erwünschter Nebeneffekt bei solchen Vernetzungsszenarien

ist der sanfte Einstieg

in das Thema Vernetzung der Produktion –

eine Entwicklung, die auf den Aufbau eines

Industrial Internet of Things (IIoT) einzahlt.

42 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION

Der Begriff IIoT ist US-amerikanischen Ursprungs

und meint die Vernetzung von Maschinen

über das Internet-Protokoll (TCP/

IP) mit dem Ziel, die Effektivität der industriellen

Produktion zu steigern. Zusätzlich

zu den Betriebszuständen der Maschinen

lassen sich nämlich mit relativ einfachen

Mitteln auch die Ursachen der Stillstände

auslesen. So teilen beispielsweise Sensoren

mit, dass kein Material mehr vorhanden ist,

die Fehlermeldung einer Maschine vorliegt

oder ihr etwa das Öl ausgegangen ist. All

Gut gelöst: Eine auf den analogen Zähler montierte

Kamera fotografiert die Zählerstände, digitalisiert diese

und leitet sie per Funk an die IoT-Plattform weiter

01 Die Technologie EnergyCam erlaubt die

digitale Ablesung konventioneller Strom-,

Gas-, Wasser-, Öl- und Betriebsstundenzähler

dies kann über entsprechende Fehlercodes

ermittelt werden. Das Ergebnis: Fertigungsunternehmen

erhalten gute Fehlerbilder,

auf deren Basis die Optimierung der Betriebssituation

gezielt erfolgen kann. Der

reale Auslastungsgrad der Maschinen lässt

sich so oft auf bis zu 70 % erhöhen.

Die kontinuierliche Messung und Speicherung

von Verbrauchsdaten eröffnet

dauerhaft vielfältige Optionen. Die Einführung

der Systeme kann entweder über entsprechende

Messsysteme an allen Maschinen

oder zukünftig auch über eine sogenannte

Einzelgeräterkennung erfolgen, bei

welcher mit Mitteln der Datenanalyse einzelne

Geräte einer Gerätegruppe automatisch

erkannt werden und die Anzahl der

installierten Messgeräte reduziert wird.

Entsprechende Analyseverfahren befinden

sich zum Beispiel beim Fraunhofer-Institut

für Mikroelektronische Schaltungen und

Systeme IMS in der Entwicklung, welche

den Gesamtstromverbrauch über Algorithmen

auf einzelne Verbraucher aufschlüsseln.

Egal auf welches Szenario gesetzt wird,

zentrale Voraussetzung für den Erfolg ist,

dass Daten mit einer hohen Auflösung

erhoben und in Zeitreihen gespeichert

werden. Nur so sind Periodenabweichungen

nachvollziehbar.

Fotos: Aufmacher Fotolia, sonstige Q-loud

www.q-loud.de

02 Vernetzte Systeme liefern die Grundlage

für eine intelligente Energiedaten-Analyse


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION

Hilscher kündigt erste Koppler

für CC-Link IE und Profinet an

Bei der Entwicklung ihrer neuen gemeinsamen Spezifikation für

uneingeschränkte Kompatibilität von CC-Link IE und Profinet

stand der CC-Link Partner Association (CLPA) und Profibus &

Profinet International (PI) die Funktionalität eines „Koppler"-

Gerätes für die transparente Kommunikation zwischen den beiden

Protokollen im Fokus. Jetzt hat Hilscher die Marktreife der ersten

Kopplerprodukte für den nahtlosen

Informationsaustausch zwischen den

beiden Netzwerken angekündigt. So

sollen Anwender auf effiziente Weise

die Kommunikation zwischen unterchiedlichen

Teilen einer Fertigungslinie

in separaten Netzwerken herstellen

können. Die unkomplizierte

Brückenlösung zwischen den beiden

Netzwerken wird den Entwicklungsaufwand

drastisch reduzieren, der

bisher noch mit der Integration

heterogener Netzwerkarchitekturen

verbunden ist.

www.clpa-europe.com

Box-PC für die industrielle

Bildverarbeitung

Aprotech stellt mit dem Box-PC

Camcollect 61 einen Rechner vor,

der in Bezug auf Leistungsfähigkeit

und Flexibilität kaum Wünsche offen

lassen soll. Er spielt seine Stärken vor allem im

rechenintensiven Einsatzfeld Bildverarbeitung aus. Eine

Besonderheit ist die Kombination mit einer optional einsetzbaren

Nvidia-Grafikkarte. Hier kann der Kunde zwischen den Modellen

Geforce GTX 950 und Geforce GTX 1050 wählen und erhält damit

die Möglichkeit, Bildverarbeitung auf der Grafikkarte durchzuführen.

Dieses so genannte GPU-Processing ermöglicht es, Bildverarbeitungsalgorithmen

von der CPU auf die Graphikkarte auszulagern

und so die kombinierte Rechenleistung optimal auszuschöpfen.

Die vorhandene Systemleistung wird somit bestmöglich genutzt,

um Bildverarbeitungsaufgaben in kürzester Zeit zu lösen, was die

Zykluszeiten von Maschinen und Anlagen verkürzt und somit die

Effizienz steigert. Eine zweite Besonderheit der Neuvorstellung

ist ihre extreme Flexibilität: Camcollect 61 bietet bei vielen

Komponenten eine breite Auswahl an Möglichkeiten, um den

Box-PC exakt nach den vorliegenden Anforderungen zu gestalten.

www.aprotech.de

Leistungsstarke Thermografiekamera für Einsteiger

Eine leistungsstarke, handgehaltene Thermografiekamera im

Einstiegssegment ist die Compact IR 400 von Infratec. Die

ungekühlte Mikrobolometerkamera für die

Bauthermografie und vorbeugende Instandhaltung

hat einen Detektor mit dem Format

von 400 × 300 IR-Pixeln. Dies erlaubt das

exakte Erfassen und Darstellen von Temperaturverteilungen

auf der Oberfläche von Messund

Prüfobjekten. Pro Bild können so größere

Bereiche aufgenommen werden, was den

Aufwand von Messungen verringert. Ist der

zu untersuchende Bildausschnitt identisch,

basiert die Temperaturerfassung der Kamera im Vergleich zu

Kameras mit kleinerem Detektorformat auf wesentlich mehr

Messpunkten. Die Aufnahmen fallen dem zu

folge detaillierter aus. Auch die thermische

Auflösung ist sehr hoch: Temperaturunterschiede

bis zu 45 mK lassen sich zuverlässig

erkennen. Der Temperaturmessbereich reicht

bereits standardmäßig bis 800 Grad Celsius

und lässt sich optional auf 2 000 Grad Celsius

erweitern.

www.infratec.de

Modulares Feldbussystem mit Powerlink

Ventile und Ventilinseln an eine mit Ethernet Powerlink vernetzte

Fertigungsumgebung anbinden oder automatisch einen Hinweis

von evtl. Fehlern/Störungen erhalten – hierfür bietet SMC die passende

Lösung: Die SI-Einheit der Serie EX600

(EX600-SPL1-X26) unterstützt nun auch den

Ethernet-Powerlink Standard. Die modular aufbaubaren

Kommunikationsplattformen der

Serie können mit digitalen und analogen Eingangs-

und Ausgangsmodulen, einer Zählfunktion

für die Betriebszyklen sowie einer Selbstdiagnosefunktion

ausgestattet werden. Bis zu

9 E/A-Module lassen sich mit der SI-Einheit

verbinden. Mit der Schutzart IP67 sind sie auch

für den dezentralen Einsatz geeignet. Mit der

Möglichkeit, diese Kommunikationsplattform nun auch mit dem

Kommunika tionsstandard Powerlink auszurüsten, erhalten Anwender

noch mehr Freiheit in der Wahl ihrer Netzwerk-Topologie, wie

z. B. Stern, Ring oder Linie sowie Kombinationen dieser Arten.

www.smc.de

Hub für Anwendungen mit strengen

sicherheitsrelevanten Anforderungen

Der neue Profihub F1 aus dem Hause Procentec

verbindet (redundante) Profibus-Feldbusnetze

über Faseroptik und eignet sich für Anwendungen

mit strengen sicherheitsrelevanten

Anforderungen. Zudem sind mit diesem

System lange Kabelabstände kein Problem

mehr, denn Profihub F1 unterstützt bis zu

5 km zwischen zwei Glasfasersystemen. Das

System ist robust gegen elektrische und magnetische

Interferenzen, was es für die Prozessindustrie,

Tunnellüftungssysteme und Bahntechnik

bequem macht. Darüber hinaus ermöglicht das System auch

Fiberview in Kombination mit Procentec Combricks. Dies ist

ein Überwachungssystem, das speziell entwickelt wurde, um

den Status von Glasfaserstrecken zu überwachen, und ähnlich

wie eine Ampel arbeitet.

www.procentec.de

44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


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KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Effizient gekühlt

Auch in der Klimatisierung werden Kleinbetriebe

vor neue Herausforderungen gestellt

Da die IT-Anforderungen aufgrund von modernen

datenzentrierten Geschäftsmodellen stetig steigen,

gilt es zu entscheiden, wie die neue Server-Klasse gekühlt

werden soll. Denn hier reicht die bisher genutzte Luftkühlung

häufig nicht mehr aus. Zum Einsatz kommt dann ein

kältemittelbasiertes Kühlkonzept, das auch kleinen

Unternehmen ermöglicht, in die Profi-IT einzusteigen.

Beim Ausbau einer kleinen IT-Umgebung,

die bislang mit Luftkühlung arbeitet, hin

zu einer Infrastruktur mit mehreren IT-

Schränken wird oft ein neues Kühlkonzept

benötigt. In Abhängigkeit der Gebäudeinfrastruktur

und der geplanten Nutzung stellt

sich die Frage, ob eine Kühlung mit Wasser

oder mit einem Kältemittel erfolgen soll.

Prinzipiell ist auch in kleineren IT-Umgebungen

die Kühlung mit Wasser möglich.

Hierfür ist jedoch eine entsprechende

Wasserzufuhr notwendig, die gegebenenfalls

in Fabrikhallen, in der Regel aber nicht

in einem Bürogebäude, zur Verfügung steht.

Daher muss ein Kaltwassersatz bei den Investitionen

berücksichtigt werden. Dieser

Investition stehen geringere Betriebskosten

gegenüber, da zu einem großen Teil des

Jahres das Wasser über die kalte Außenluft

gekühlt werden kann. Es empfiehlt sich also,

eine Vollkostenrechnung (TCO) durchzuführen,

die neben den Investitionen auch

die Betriebskosten berücksichtigt.

Das richtige Kühlmittel wählen

Mit geringerem Investitionsaufwand gelingt

die IT-Klimatisierung durch die DX-Kühlung.

DX steht für Direct Expansion und

beschreibt die klassische kältemittelbasierte

Klimatisierung über ein Split-Gerät und

einen Kompressor. Die Kälte wird über

einen geschlossenen Kältemittelkreislauf

mit Verdampfer, Kompressor, Kondensator

und Expansionsventil erzeugt. Das Prinzip

ist einfach: Über den Verdampfer wird ein

Kältemittel verdunstet, das die Wärme aufnimmt.

Der Kompressor saugt das Kältemittel

an und verdichtet das Gas unter

hohem Druck. Im Kondensator wird das

Kältemittel wieder verflüssigt, wodurch

Wärme abgegeben wird. Über eine Drossel

oder ein elektronisches Expansionsventil

wird das Kältemittel entspannt und der

Kreislauf kann von vorne beginnen.

Die Anschaffung von Kühlsystemen mit

Kältemitteln ist in der Regel niedriger, da

Wanddurchbrüche für dünnere Kupferleitungen

günstiger herzustellen sind als für

Wasserleitungen. Allerdings sind unter

Umständen die laufenden Betriebskosten

im Vergleich zu einer Wasserkühlung höher,

da das System kontinuierlich Strom für den

Kompressor benötigt.

Kältemittelverordnung beachten

In der IT-Klimatechnik setzen viele Hersteller

als Kältemittel R-410A oder R134a ein. Diese

verfügen über eine hohe volumetrische

Kälteleistung. Daher wird auch mit kleinen

Verdichtern eine hohe Kälteleistung erzielt,

wodurch die Entwicklung sehr kompakter

Klimageräte möglich wird.

Beim Einsatz von Kältemitteln müssen

Hersteller und Kunden die Kältemittelverordnung

beachten, die in Europa je nach

Land unterschiedlich ausfallen kann. Die

Verordnung definiert u. a., welche Mengen

von welchem Klimamittel unter welchen

Bedingungen an welchen Aufstellorten verwendet

werden dürfen.

Zudem sollten Unternehmen auf ITgerechte

Systeme achten: Nur moderne

Geräte regeln kontinuierlich die Kompressorleistung

über die Temperatur der

Ser-ver-Zuluft und arbeiten mit einem

inverter geregelten Verdichter, mit dem das

Kühlgerät die Kaltluft konstant auf der eingestellten

Server-Zulufttemperatur hält. So

wird auch ein Einblasen zu kalter Luft

vermieden. Sinnvoll ist der Einsatz von

drehzahlgeregelten EC-Ventilatoren, da

diese das Luftvolumen bedarfsgerecht

steuern können. Außerdem arbeiten diese

01 Das Split-Kühlgerät

auf Kältemittelbasis sorgt

für effiziente Kühlung ohne

Raumverlust

Bernd Hanstein ist Hauptabteilungsleiter des

Produktmanagement IT; Christian Abels ist

Referent Produktkommunikation; beide bei der

Rittal GmbH & Co. KG, Herborn

46 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


Lüfter sparsam im niedrigen Energiebereich.

Wer eine hohe Ausfallsicherheit benötigt,

der greift auf vollständig redundante Lösungen

zurück: Hierbei sind alle Komponenten

wie Kompressor, Wärmetauscher und Stromzufuhr

doppelt vorhanden.

Effizienz des Gesamtsystems

als wichtiger Parameter

Bei der Systemauswahl ist auf die Außentemperatur

am Aufstellort zu achten. Bei

sehr tiefen Temperaturen, wie sie in Nordoder

Osteuropa auftreten können, ist ein

Winterset für die Außeneinheit notwendig.

Gleiches gilt für Aufstellorte mit sehr hohen

Außentemperaturen, die gegebenenfalls ein

geeignetes Außengerät benötigen. Weiterhin

sind die maximal möglichen Entfernungen

der Außeneinheit zum Serverraum

sowie ein eventueller Höhenunterschied zu

berücksichtigen, denn hiervon hängen die

Menge des Kältemittels und die Leistungsfähigkeit

ab.

Ein weiterer wichtiger Parameter ist die

zu kühlende Gesamtleistung der IT-Infrastruktur.

Die DX-basierte Kühlung ist für

kleine bis mittlere Gesamtleistungen bis

etwa 40 kW Verlustleistung bei homogener

Leistungsverteilung über die IT-Racks hinweg

gut geeignet. Ab etwa 40 bis 50 kW

Gesamtleistung lohnt sich die Installation

einer Wasserkühlung.

Die am schnellsten und einfachsten zu realisierende

Klimatisierung ist eine schrankbasierte

Kühlung mit einem DX-Klimagerät.

Hierbei wird ein Kühlgerät im IT-Rack an die

Seitenwand montiert. Ein Beispiel ist die

Lösung LCU DX (Liquid Cooling Unit) von

Rittal, die in Ausführungen bis 6,5 kW verfügbar

ist. Bei dem LCU-System kreist die

Luft horizontal, wodurch die klassische

„front to back“-Luftführung der 19"-Einbauten

unterstützt wird. Hierbei wird kalte Luft

vor die Geräte geblasen. Die durch die

Server erwärmte Luft wird im rückwärtigen

Bereich angesaugt, über den Wärmetauscher

geführt und dadurch wieder gekühlt.

Bei diesem Konzept sollte der IT-Schrank

gut abgedichtet sein, wie z. B. der TS IT von

Rittal, weil sonst Kälte entweicht und das

Gesamtsystem an Effizienz verliert. Voraussetzung

für den Einbau des LCU DX ist

ein 800 mm breiter Serverschrank.

Ein weiteres Beispiel für ein Rack-Klimagerät

ist das LCP DX (Liquid Cooling Package)

von Rittal, das für Leistung von

12 kW Verlustleistung einsetzbar ist. Das

Kühlsystem ist seitlich am IT-Schrank

montierbar, wodurch sich mit nur einem

Kühlgerät auch zwei Schränke versorgen

lassen. LCP DX gibt es auch in einer Variante,

bei der die Kaltluft nach vorne ausgeblasen

wird. Damit realisieren Unternehmen

z. B. eine Lösung mit einem Kaltgang,

in dem mehrere IT Racks gekühlt werden.

Entscheidung mit Blick

in die Zukunft fällen

Eine Besonderheit sind kompakte Dachaufbaukühlgeräte.

Solche einteiligen Lösungen

verfügen über einen Wärmetauscher

und Kompressor. Auch hier wird die

kalte Luft vor die 19"-Ebene geblasen und

dort von den IT-Komponenten angesaugt.

Hiermit lassen sich Leistungen bis etwa

3 kW kühlen. Aber: Diese Geräte blasen

die warme Abluft wieder in den Raum,

wodurch sich der Technikraum aufheizt.

Sinnvoll kann diese Lösung sein, wenn

bereits ein Raumklima gerät vorhanden ist.

Die Auswahl des Klimakonzepts erfolgt

auf Basis der vorhandenen Gebäudeinfrastruktur,

der geplanten Nutzung der IT-

Infrastruktur und einer Investitionskalkulation.

Der größte Unsicherheitsfaktor:

Wie schätze ich die zukünftige Entwicklung

der eigenen IT-Umgebung richtig

ein? Manche Unternehmen betreiben

über dimensionierte Klimalösungen, weil

der IT-Bedarf im eigenen Haus zu hoch

ein geschätzt wurde – damit wird bares

Geld verschenkt. Wer mit modularen Klimasystemen

auf Rack-Ebene arbeitet, erhält

sich langfristig die notwendige Flexibilität,

um auf geänderte Anforderungen an die

IT zu reagieren.

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02 Das Rack-

Klimagerät LCP DX

für kompakte

Schränke ist

seitlich montierbar

und führt die

Kaltluft direkt dem

Equipment zu

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 47

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KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Die M12-Steckverbinder mit den Kodierungen S, T, K oder L

unterstützen den aktuellen Trend in Richtung M12-Leistungsverdrahtung

Rundsteckverbinder

entwickeln sich zu Multitalenten

Kompakte und robuste Lösungen für Leistungsapplikationen im Maschinen- und Anlagenbau

Mit Zunahme der Feldbussysteme

und von Industrial Ethernet

übernehmen heutige Steckverbinder

auch Aufgaben im Bereich der

Datenübertragung und aktuell im

Bereich der Leistungsübertragung.

Lesen Sie, was die neuen

Multitalente leisten können und

was sie auszeichnet.

Stefan Reker, Produktmanager, Weidmüller

Gruppe, Detmold

rungen ausgestattet: Im Markt sind Steckverbinder

mit A-, B-, D-, X-, S-, T, K- und

L-Kodierungen. Die Kodierung wird durch

einen Zapfen bzw. eine Nut am Kontaktträger

oder durch das Steckgesicht realisiert.

Der A-kodierte M12-Steckverbinder ist

seit ca. 40 Jahren im Einsatz und dient zum

Anschluss von Sensoren, Initiatoren und

Lichtschranken. Durch den verstärkten Einsatz

von Feldbussystemen im Maschinenund

Anlagenbau entstanden B-, D- und

X- kodierte M12-Steckverbinder. Profibus

nutzt 2 Pole der 5-poligen B-kodierten

Steckverbinder, Profinet und EtherCat bis

100 MBit vertraut auf 4-polige Varianten.

Der 8-polige, X-kodierte M12-Cat. 6 A

-Steckverbinder

kommt in 10 GBit Ethernet-Netzwerken

zum Einsatz. Neben Kommunikationssystemen

werden M12-Steckverbinder

vermehrt zum Anschließen von elektrischen

Antrieben und Servomotoren eingesetzt.

Für diese Applikationen entstanden S-, T-,

K- und L-kodierte Steckverbinder, die im

Standard IEC61076-2-111/ Ed 1 CD ausführlich

beschrieben sind.

Steckverbinder für den

„Leistungsbereich“

Elektrische Geräte, Antriebe und Servomotoren

werden verstärkt im Feld direkt in der

Maschine bzw. Anlage eingesetzt. Zum Anschließen

und „Einschleifen“ dieser elek-

Dezentralität und modulare Bauweise

bilden die Basis der intelligenten Fabrik

von morgen. Standardisierte Schnittstellen

für Daten und Leistung ermöglichen eine

hochflexible automatisierte Fertigung nach

dem Motto „Plug & Produce“. Als Schnittstelle

für die Leistungsverdrahtung lassen

sich auf ideale Weise M12-Steckverbinder

mit den Kodierungen S, T, K oder L einsetzen.

Mit diesen Steckverbindern unterstützt

Weidmüller den aktuellen Trend in Richtung

M12-Leistungsverdrahtung. Um ein Fehlstecken

innerhalb der M12-Familie zu verhindern

sind die Steckverbinder mit Kodietrischen

Betriebsmittel finden M12-S- und

T-kodierte Rundsteckverbinder Verwendung.

Aus diesem Trend heraus offeriert

Weidmüller M12-Steckverbinder für den

„Leistungsbereich“, die mit einer Länge von

63 mm kompakt ausgeführten und für eine

Übertragung von bis zu 630 V AC bzw.

60 V DC und 12 A ausgelegt sind. Sie halten

einem Einsatz im Temperaturbereich von

- 40 bis + 85 °C stand und sind in Schutzart

IP 67 ausgeführt.

Anschluss von Servomotoren,

Feldverteilerboxen und Co.

Wenn höhere Hilfsenergien benötigt werden

oder eine kompakte Aktorik angeschlossen

werden soll, kommen Leistungssteckverbinder

mit der Kodierung L oder K zum Einsatz.

Der neue Industriestandard wird von der

AIDA (Automation Initiative of German Domestic

Automobil Manufacturers) vorangetrieben,

mit der daraus resultierenden neuen

Norm IEC 61076-2-111. Die Norm bildet die

Grundlage für den zukünftigen M12-L-kodierten

Power-Steckverbinder. Der 5-polige

Steckverbinder ist für folgende Betriebsdaten

ausgelegt: 63 V, 16 A und einer Leistung

von 0,75 kW – also bestens geeignet für

den Anschluss von kleinen Servomotoren,

Feldverteilerboxen, Netzgeräte und Ventilapplikationen.

Die PNO sieht den M12 L-

kodierten Steckverbinder als zukünftigen

48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Standardgeräteanschluss, der den Applikationsbereich

der bestehenden M12 A-kodierten

und 7/8"-Lösungen ab lösen soll.

Anwendungsfeld Antriebstechnik

Mit einer Nennspannung von 630 V und einem

Nennstrom von 16 A eignen sich die

M12-K-kodierten Power-Steckverbinder

ideal für die Antriebstechnik und den Einsatz

von Servomotoren. Da es in diesem

Applikationsfeld sehr warm bzw. auch kalt

werden kann, überzeugen die Steckverbinder

mit einem weiten Temperaturbereich

von - 30 bis + 90 °C. Weidmüller offeriert vorgefertigte

M12-Powerleitungen in verschiedenen

Längen und Ausführungen, sodass

der Maschinen- und Anlagenbauer via

„Plug & Play“ seine Verdrahtung fehlerfrei

und in kurzer Zeit vornehmen kann. Ergänzt

werden die verschiedenen M12-Powerleitungen

z. B. mit dem Motorversorgungsverteiler

SAI MVV 1:1, an dem sich bis zu

vier 400 V AC Motoren anschließen lassen.

Motorversorgungsverteiler

für vier 400-V-AC-Motoren

Der SAI MVV 1:1 ist bislang der einzige am

Markt befindliche 4-fach Motorversorgungsverteiler

für vier 400-V-AC-Motoren

und ist mit S-kodierten M12 Steckverbindern

ausgestattet. Er ermöglicht eine Verteilung

auf vier Verbraucher mit 12 A pro Phase

(4 Pole: L1; L2; L3 und PE). Im Verteiler wird

keine Sicherung benötigt, da der SAI MVV

1:1 jeweils auf 12 A ausgelegt ist – eine entsprechende

Absicherung von jeder Leitung

zum Antriebsstrang genügt. Die erforderliche

Sicherung befindet sich im Schaltschrank.

Jede Phase eines jeden Motors

lässt sich in der Verteilerhaube separat anschließen,

dadurch können Motorsteuerung

und Motorschutzschalter wahlweise

im Schaltschrank oder am Motor untergebracht

sein. Für dezentrale Anwendungen,

z. B. mit 750-W-Drehstrommotoren, eignet

sich der Motorversorgungsverteiler als gute

Alternative zu herkömmlichen Systemen

mit Verteilerkästen und Klemmen.

Der SAI MVV 1:1 empfiehlt sich für Anwendungen,

wenn Motoren ohne geschirmte

Leitung mit Steuerung laufen oder sich die

Steuerungskomponenten – Motorschütz oder

Softstarter – im Schaltschrank befinden.

Applikationsabhängig können die Steuerungskomponenten

auch am Motor sein. Ein

typisches, ideales Einsatzgebiet des Motorversorgungsverteilers

stellen Förderstrecken

dar – also etwa Band- oder Hängeförderer,

wo sich mehrere kompakte Motoren im

Feld verteilen.

Die Zukunft der

M12-Steckverbinder

Sie sind mittlerweile wahre Alleskönner

und ihre Entwicklung ist noch lange nicht

abzusehen. Die Basis für die Akzeptanz des

Steckers ist seine stetige Weiterentwicklung

und Anpassung an neue Applikationsfelder.

Warum ist der M 12 so attraktiv? Das ist einerseits

die internationale Standardisierung.

Neue Polbilder wurden in den Normungsprozess

einbezogen aber auch grundlegende

Eigenschaften des Steckverbinders blieben

über Jahre hinweg gleich. Der Steckverbinder

ist robust sowie anwenderfreundlich ausgeführt

und spezielle Kodierungen verhindern

ein Fehlstecken. Anschlussfertige Konzepte

erlauben eine schnelle und fehlerfreie Installation.

Auf der anderen Seite wurden neue

01 Verschiedenste M12-Powerleitungen,

mit M12-Steckverbindern in gewinkelter

und gerader Ausführung

02 Der bislang einzige am Markt

befindliche 4-fach Motorversorgungsverteiler

für vier 400 V AC-Motoren, ausgestattet mit

S-kodierten M12-Steckverbindern

Applikationsfelder durch eine stetige Anpassung

bei Datenrate, Polzahl, Schirmung

und Kodierung erschlossen. Dadurch deckt

der M12-Steckverbinder eine Vielzahl von

Anwendungen in Hochgeschwindigkeitsnetzwerken

und bei der Leistungsübertragung

ab.

Fotos: Weidmüller

www.weidmueller.com


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Energie strukturiert verteilen

So gelingt die Energieverteilung in Zeiten von Industrie 4.0

Dipl.-Wirt.-Ing. Thomas Korb,

Leitung Produktmanagement

bei der ESCHA GmbH & Co. KG

in Halver

Eine vollständige Vernetzung

aller Informationen einer

Automatisierungsanwendung

und größtmögliche Flexibilität in

der Auslegung und Konfiguration

einer Fertigungsinsel – dafür

steht Industrie 4.0. Zukünftig

wird Ethernet das übergreifende

durchgängige Kommunikationsmedium

sein. Jedoch setzen ein

größeres Netzwerk sowie immer

mehr verteilte Intelligenz neue

Ansätze im Bereich der

Energieverteilung voraus.

versorgungskonzepte folgen dann der Bus-

Topologie und lassen sich treffend mit

„Power follows Bus“ beschreiben.

Qualität und Verfügbarkeit

des Netzes gewährleisten

In Zeiten von Industrie 4.0 steigen auch die

Anforderungen an die Datenkommunikation

bzw. an die Energieverteilung. Eine Vernetzung

spielt nur dann ihre Vorteile aus, wenn

auch die Qualität und Verfügbarkeit des

Netzes gewährleistet werden. Das Netzwerk

bildet das Rückgrat der Automatisierung.

Ohne intelligente Kommunikation sind die

heutigen und zukünftigen Anforderungen

und Technologien nicht umsetzbar. Steigende

Datenvolumina und immer höhere

Geschwindigkeiten in der Datenübertragung

sind heute schon zu beobachten. Mainstream-Technologien

aus dem Consumer-

Bereich, wie das Ethernet, erobern auch

immer größere Bereiche der Automatisierung

– wenngleich diese Technologien erst

automatisierungstauglich gemacht werden

01 M12×1-Power-

Verteiler: T-Verteiler,

h-Verteiler, H-Verteiler

(v.l.n.r.)

Es ist noch nicht lange her, da war der

Schaltschrank das zentrale Element der

Automatisierung. Von hier aus wurden Signale

und Energie verteilt bzw. dort gebündelt.

Heute finden wir eher eine dezentrale

Verteilung der Automatisierungsinseln vor.

Das Konzept der dezentralen Verteilung ist

auf Kommunikationstechnologien ausgelegt.

Die Frage lautet also: Was ist mit der

Energieverteilung? Es scheint, als hinke die

strukturierte Energieverteilung der Kommunikationswelt

hinterher, da das Energieverteilungskonzept

vielfach noch zentral

geprägt ist. In jüngster Zeit wandeln sich

jedoch auch hier die Ansätze der Energieverteilung.

Neue Konzepte auf Basis von

M12×1 Power beginnen, sich in der Automatisierung

zu etablieren. Diese Energiemüssen.

Gerade in punkto Geschwindigkeit,

Determinismus und Verfügbarkeit des

Netzwerks kann die Consumer-Technologie

nicht eins zu eins auf die Automatisierung

übertragen werden.

Doch nicht nur die Netzwerkverfügbarkeit,

auch die Umweltbedingungen in der

Automatisierungsindustrie unterscheiden

sich grundlegend von denen im privaten

Umfeld. Steckverbinder und Kabel kommen

daher eine entscheidende Bedeutung zu.

Während das Kabel öl- und chemikalienbeständig

sein soll, sowie Störeinflüsse verhindern

und gleichzeitig flexibel bewegte

Anwendungen meistern muss, ist es wichtig,

dass der Steckverbinder robust ist und eine

hohe Schutzart aufweisen kann. Mit den

stetig steigenden Anforderungen an die

Netzwerkperformance steigen daher auch

die Qualitätsanforderungen an Steckverbinder

und Kabel. Aus simplen mechanischen

Steckverbindern werden nun Hightech-Produkte,

bei denen neben Design

und Auswahl der Materialien auch Konfektionierungsvorschriften

für die Fertigung

50 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


Teilbar

muss er sein!

DC-Anwendungen

T-Codierung 4-polig 63V/12A

L-Codierung 5-polig (4+FE) 63V/16A

AC-Anwendungen

S-Codierung 4-polig (3+PE) 630V/12A

K-Codierung 5-polig (4+PE) 630V/12A

den Ausschlag geben. Es reicht längst nicht

mehr aus, ein beliebiges Kabel an einen beliebigen

Kontakt anzuschlagen und dann zu umspritzen.

Heute müssen Steckverbinderdesigns

HF-Simulationen durchlaufen und die Materialabstimmung

muss dafür sorgen, dass die Symmetrie

des Netzes nicht gefährdet wird. Ebenso

sind bei den Powerprodukten Materialauswahl

und Design ausschlaggebend, um die Anforderungen

einer Powerverteilung zu erfüllen. Am

Ende entscheidet die Qualität der Basis über

eine gelungene Umsetzung von Industrie 4.0.

rungen für Poweranwendungen ausgerichtet

sind, gibt es seit kurzem entsprechende

Verteilertechnik. Erst durch

diese Verteilertechnik in den Bauformen

T, H und h ist eine dezentrale und strukturierte

Verkabelung möglich geworden.

Im Bereich der Sensorik sind T-Verteiler

schon lange im Einsatz. Escha hat nun

für die typischen Power-Codierungen

neben einem T-Verteiler auch einen

H-Verteiler (eine Einspeisung, drei Abgänge)

und einen h-Verteiler (eine Einspeisung,

zwei Abgänge) in den Markt eingeführt. Die

wesentlichen Alleinstellungsmerkmale aller

M12×1-Power-Produkte von Escha (Steckverbinder,

Flansche und Verteiler) sind anschließbare

Querschnitte von 1,5 bis 2,5 mm².

Diese Querschnitte sorgen insbesondere bei

Gleichspannungsverteilung dafür, den Spannungsfall

gering zu halten, und ermöglichen

demnach eine große Ausdehnung der Powerverteilung.

Strukturierte Verkabelung

dank Verteilertechnik

Der neue Standard namens M12×1 Power

erlaubt es mittlerweile, die bewährte M12×1-

Anschlusstechnik auch für die Energie verteilung

im Feld zu nutzen. Die Ener gie verteilung folgt

also strukturiert der Netzwerktopologie. Treiber

für diese neue Verdrahtungsphilosophie waren

die immer kompakter werdenden elektronischen

Geräte. Mehrheitlich fordern Gerätehersteller

eine ebenfalls kompakte Leistungsversorgung

und wollten dabei auf die industriell

erprobte M12×1-Schnittstelle zurückgreifen. Die

normative Grundlage IEC61076-2-111 unterscheidet

dabei zwischen Gleich- und Wechselspannungsanwendungen

sowie auch in der

Anzahl der Pole.

Während es bereits seit längerer Zeit umspritzte

und selbstkonfektionierbare Steckverbinder

gibt, die auf die speziellen Anforde-

Industrie 4.0 auf einem sicheren

Fundament

Wer für die Zukunftstechnologien – die Industrie

4.0 mit sich bringt – gerüstet sein will, findet

bereits heute eine gute Basis für die Verdrahtungstechnik

vor. Wer schon jetzt auf qualitative

Unterschiede bei der Basis achtet, kann sich

entspannt zurücklehnen. Denn die Infrastruktur

ist auch in Grenzbereichen der zukünftigen

Technologien noch leistungsfähig genug, um

eine hohe Verfügbarkeit und Robustheit des

Netzes zu gewährleisten, ohne dass es zu

Netzwerkausfällen oder Performanceeinbußen

kommt. Power und Bus können mit den

aktuell verfügbaren Komponenten in gleicher

Struktur durch die Anlage laufen. All dies

bildet einen Aufbau, der Industrie 4.0 auf ein

sicheres Fundament stellt.

www.escha.net

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Umgebungen

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02 M12×1-Power-Steckverbinder – links mit S-Codierung und rechts mit T-Codierung – für 630 V/12 A

Anwendungen als Kupplung und Stecker in gerader und gewinkelter Ausführung


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Thermochrome Leitungen

mit Chamäleon-Effekt

Haute Couture – auch bei

Kabeln hoch im Kurs

Exotische Kabellösungen mit echtem Nutzwert

Haute Couture gibt es nicht nur in der Modebranche.

Maßgeschneiderte Speziallösungen stehen auch bei Kabeln

hoch im Kurs. Was man allein mit dem Mantel, der äußeren

Schutzhülle eines jeden Kabels, alles zaubern kann, ist

faszinierend – und eröffnet ganz neue Einsatzmöglichkeiten.

Das klassische, flexible runde Spezialkabel

besteht aus verseilten Elementen zur

Übertragung von Energie, Signalen, Daten

oder Medien unter einem schützenden

Außenmantel. Das ist die Pflicht – bei der

Kür geht deutlich mehr! Clevere Ergänzungen

und Modifikationen unter, im und über

dem Kabelmantel lassen spezielle Funktionalitäten

mit ungeahntem Potenzial entstehen.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigen

einige innovative Kreativ-Lösungen des

Spezialkabelherstellers TKD. „Neue Ideen

entstehen nicht im Elfenbeinturm oder am

grünen Tisch, sondern mit Blick auf Märkte

und Trends sowie im Dialog und Austausch

mit Anwendern“, unterstreicht Sven Seibert,

Leiter Produktmanagement und Technik

bei TKD. „Mal geben Kundenanfragen den

Anstoß und führen zu neuen Spezialitäten –

bis hin zu Serienprodukten mit allem Drum

und Dran wie Datenblättern und Zulassungen.

In anderen Fällen sind wir in der Rolle

des Treibers bzw. Trendsetters, der mit

innovativen Konstruktionen und Prototypen

reale oder künftige Marktanforderungen

proaktiv aufgreift.“

Minusgrade eiskalt geschultert

Kabel mit klassischen PVC- oder halogenfreien

Isolationen sind normalerweise nicht

für Kälte gemacht – es sei denn, sie kommen

von TKD und gehören zu der mit großem

Erfolg gestarteten Arctic-Serie. Geheimnis

dieser für eisige Kälte von bis zu – 60 °C spezifizierten

Leitungen sind speziell entwickelte

PVC- bzw. halogenfreie Mischungen,

deren Temperaturbereiche um rund 50 K

(Kelvin) nach unten verschoben wurden.

Für die speziellen kältebestän digen Compounds

wurden sämtliche Bestandteile neu

abgestimmt. Um die spezi fizierten - 60 °C zu

gewährleisten, wird diese bei einem Temperaturspektrum

bis - 65 °C getestet.

Die neu geschaffenen Kabel schließen

die Lücke zwischen konventionellen PVCbeziehungsweise

halogenfreien Leitungen,

deren Flexibilität etwa bei PVC schon bei

- 5 °C drastisch nachlässt, und deutlich

teureren Kabeln, die kältebeständige Isolationswerkstoffe

wie thermoplastische Elastomere

oder Fluorkohlenstoff-Kunststoffe

verwenden.

Kabelkonstruktionen für

kühle Rechner

„Mit den Arctic-Kabeln ist man in den Kälteregionen

der Welt oder bei Tiefsttemperatur-Anwendungen

wie in Kühlhäusern auf

der sicheren Seite“, so Seibert. Kälte bringt

Dehnbarkeit, Biege- und Schlagfestigkeit

bei normalen PVC- bzw. halogenfreien Isolierungen

quasi auf den Nullpunkt: Bewegung

derart ‚erstarrter‘ Kabel kann die Isolation

nachhaltig schädigen, Funktion und

Sicherheit sind somit nicht mehr gewährleistet.

Selbst bei der Verlegung kann es zu

Problemen kommen, die bei konventionellen

Leitungen im arktischen Umfeld durch

Vorwärmen ausgeglichen werden müssen –

eine zeit- und kostenintensive sowie mit

Unsicherheiten behaftete Prozedur.

„Mit unserer Serie für tiefe Lager- und

Einsatztemperaturen haben wir erprobte,

kälteflexible Kabelkonstruktionen für kühle

Rechner“, bringt es Seibert auf den Punkt.

Das Portfolio umfasst Instrumentenleitungen

(Rechnerkabel) in sämtlichen Varianten,

geschirmte oder ungeschirmte vieladrige

Daten- und Steuerkabel sowie Motoranschlussleitungen

für geringe bis hohe Motorleistungen.

Für ihren Außeneinsatz bieten

die Kabel gute Öl- und UV-Beständigkeit

und schwere Entflammbarkeit (nach IEC

60332-3-22 – Cat. A). Erhöhter Flammschutz

kann mit Umwicklungen aus keramischen

MICA-Bandierungen erzielt werden. Leitungen

aus der Arctic-Serie sind kurzfristig und

schnell in kleinsten Losgrößen lieferbar.

Dabei kann TKD direkt auf sieben Fertigungsstandorte

des weltweiten Konzernverbundes

der TKH-Gruppe (Umsatz 2016:

1,372 Mrd. EUR) zurückgreifen.

Autor des Beitrages ist Christian Hohnen,

Marketingleiter, TKD Kabel GmbH, Nettetal

52 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Leuchtkabel – nicht nur cool,

sondern auch mit Signalwirkung

Leuchtende Kabel bilden eine weitere

Schöpfung der Kreativ-Abteilung von TKD.

Genutzt werden dabei Elektrolumineszenz-

Leuchtschnüre von wenigen Millimeter

Durchmesser. Sie leuchten in unterschiedlichen

Farben bei geringem Energiebedarf

und nur minimalster Erwärmung. Clever

verarbeitet werden diese Leuchtschnüre als

Verseilelement in Safelight-Kabeln, die mit

einem transparenten Außenmantel komplettiert

sind. „Mit unseren Leuchtkabeln

gehen wir buchstäblich als leuchtendes

Beispiel voran“, schmunzelt Seibert. Die

Leitungen helfen dabei, die Sicherheit in

Anlagen, Tunneln, Stollen oder auf Bühnen

zu erhöhen. Als wegweisende Leuchtkabel

bieten sie elektrische Energieübertragung

und optische Signalwirkung in einem. Dieser

Vorteil kommt besonders dort zum Tragen,

wo Fluoreszenz aufgrund nicht vorhandener

Lichtquellen ausscheidet.

Sie sind nicht nur bestens funktionierende

Wegweiser zu Notausgängen. Safelight-

Kabel, die als langgestreckte Signalleuchte

kaum zu übersehen sind, können auch rein

beleuchtungstechnisch eingesetzt werden.

„Sie sind einfach cool und können bemerkenswerte

ästhetische und dekorative

Effekte erzeugen“, so Seibert. Statt einer,

können mehrere Leuchtschnüre im Kabelverbund

verbaut werden. Außerdem können

die Leuchtkraft variiert oder ein Blinkeffekt

aktiviert werden. So lassen sich sehr individuelle

Stimmungen erzeugen.

Leitungen mit Chamäleon-Effekt

Eine weitere Innovation ist der Einsatz von

thermochromen Pigmenten im Kabelsektor.

Diese werden allein oder in Kombination

mit anderen Pigmenten zur Farbgebung

von Aderisolationen bzw. Kabelmänteln

verwendet. Der Clou: Thermochrome Pigmente

zeigen bei unterschiedlichen Temperaturen

verschiedene Farben, wobei der

Farbumschlag entweder permanent oder

reversibel sein kann. Richtig dosiert und

verarbeitet, bewirken thermochrome Pigmente

einen Farbumschlag des Kabels beim

Erreichen einer definierten Temperatur.

Thermische Überlast durch zu hohe Strombelastung

(u. a. bei Litzenbrüchen) ist sofort

erkennbar. Dies ist ein großes Plus vor allem

in sicherheitsrelevanten Bereichen wie

chemischen Anlagen, kann aber auch als

Memory-Funktion für die Instandhalter

oder als Parameter für Gewährleistungskontrolle

genutzt werden. „Das praktische

Einsatzfeld unserer ‚Chamäleon’-Leitungen

ist riesengroß“, so Seibert.

Thermochrome Kabel sind echte Speziallösungen

und erfordern fertigungstechnisches

Fingerspitzengefühl. Mit viel Geschick

lassen sich sogar Pigmentmischungen mit

mehr als zwei Farbzuständen realisieren –

das sind quasi Kabel mit Ampelfunktion!

Sehr aufwendig sind dabei die Konfiguration

und die Abstimmung mit den Herstellungsparametern.

Für jeden Einzelfall

überprüfen TKD-Konstrukteure die Verträglichkeit

der Pigment-Mischung und

-Dosierung mit dem vorgesehenen Basis-

Kunststoff sowie die auftretenden Prozesstemperaturen

bei der Kabelherstellung.

Durch spezielle Extrusionsverfahren lassen

sich thermochrome Pigmente auch bei

Einzeladern aufbringen, die so zum ‚Temperatur-Sensor’

und quasi einer aktiven

Komponente werden.

Schutz gegen Datenklau

Zu den jüngsten Prototypen von TKD gehören

sog. Antisabotage-Kabel, die gezielt vor

Datenklau geschützt sind. Konzipiert sind

sie als Spezialleitungen für Daten-Center,

Banken und ATM/Geldautomaten – alles

Anwendungen, in denen es um hochsensible

Transaktionen geht, die unbedingt

gegen unbefugten Zugriff zu sichern sind.

Um hier auf Nummer sicher zu gehen, wurden

gezielt ‚Anti-Theft’-Kabel entwickelt,

die sich permanent selbst überwachen.

Kommt es zu Unregelmäßigkeiten – sprich:

zu Anzapf-Attacken – kann das System in

01 Highlight: Die Safelight-Leuchtkabel

bieten elektrische Energieübertragung und

optische Signalwirkung in einem

Echtzeit die Location des Angriffs exakt

ermitteln, einen Alarm auslösen und den

Datenverkehr unmittelbar einstellen.

Technisch verwirklicht wurde diese Antisabotage-Funktion

durch den gezielten

Einbau spezieller optischer Elemente, deren

Aufgabe einzig und allein das Sicherheits-

Monitoring ist. Dabei erfolgt die lückenlose

Observierung mit einem optischen Zeitbereichsreflektometer

(OTDR), das zunächst

die vorliegende Grund-Reflektivität der

Überwachungsfasern ermittelt und abspeichert.

Danach startet das kontinuierliche

Monitoring.

Da die Signallaufzeit der Faser bekannt

ist, kann der Ort einer Reflektivitätsveränderung

exakt ermittelt und angezeigt werden.

Treten erhöhte Reflexionen entlang

der Überwachungs-Fasern auf, erzeugt das

OTDR ein klares Warnsignal. Wahlweise

kann das ‚Anti-Theft‘-Kabel als Kupfer-,

LWL- oder Hybridleitung ausgeführt werden.

Problemlos lässt sich das Antisabotage-

System auch zur Überwachung langer Kabelstrecken

verwenden, da entsprechend

hochwertige Sensorfasern mit geringer

Dämpfung zum Einsatz kommen. „Schon

jetzt sehen wir ein sehr großes Interesse am

Kabel gegen den Daten-Klau“, so Seibert.

„Die Markteinführung ist also nur eine

Frage der Zeit.“

Fotos: TKD Kabel

www.tkd-kabel.de

02 Die kälteflexiblen Kabel der Arctic-Serie halten eisigen

Temperaturen von bis zu - 60 °C stand, bei voller Funktionalität

03 Optische Elemente übernehmen in den Antisabotage-Kabeln das

Sicherheits-Monitoring, die damit gezielt vor Datenklau geschützt sind

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 53


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

DWG- und DXF-Datei-Viewer

Das Unternehmen DataCAD präsentiert den Glovius 2D Viewer,

einen unentgeltlichen DWG- und DXF-Datei-Viewer für alle

Anwender. Glovius ist ein modularer CAD-Viewer, der als Gesamtpaket

oder einzelne Schnittstellen erworben werden kann. Erhältlich

ist er als Arbeitsplatz-

oder Floatinglizenz.

Technische bzw.

2D-Zeichnungen sind

neben dem 3D-Modell

nach wie vor eine

gängige Art der Darstellung.

Darüber hinaus

bietet der Viewer

die Möglichkeit des

Betrachtens von

2D-Datenformaten

wie DWG, DXF und

sogar CATDrawing

und die Durchführung einzelner Abstandsmessungen. Das

kummulative Messen des Bandmaßes sowie das Exportieren

direkt auch als PDF, Drucken und Archivieren sind nun ebenfalls

realisierbar.

www.datacad.de

Konfektionierte E-Ketten-Systeme in

mehreren Graden

Vorkonfektionierte, maßgeschneiderte Energiekettensysteme

liefert Igus mit der Reihe Readychain. Je nach Grad der Konfektionierung

kann der Kunde dabei auswählen, ob er unkonfektionierte

Chainflex-Leitungen (Basic) oder vorkonfektionierte Readycable-

Leitungen in der E-Kette einsetzt (Standard). Dieses ist auch als

einbaufertiges Mehrachssystem mit Blechen erhältlich, was

Steckstellen reduziert und Anschluss- bzw. Schnittstellen optimiert

(Standard Plus). Besonders komfortabel: die Auslieferung und

Montage eines komplett konfektionierten Systems direkt an der

Maschine (Premium). Die Komplettsysteme sparen vor allem bei

langen Verfahrwegen und stark befüllten Mehrachssystemen Zeit

für Konfektionierung sowie Montage und bieten darüber hinaus

planbare Kosten. Projektmanager des Herstellers begleiten die

Systeme durch alle

Phasen. Dabei werden

z. B. Schnittstellen,

Anlieferzustand, Montageprozess

und Laufwege

ebenso beachtet wie das

Produkt selbst.

www.igus.de

Weltweit kleinste Schutz-Hardware mit

Flashspeicher

Wibu-Systems stellt den CmStick/CM, die

kleinste Schutz-Hardware mit Flashspeicher

der Codemeter-Technologie, vor. Codemeter

bietet Unternehmen, die Standard- oder

Embedded-Software für Maschinen, Anlagen

oder intelligente Geräte entwickeln, Schutz vor

Reverse Engineering und Umsetzung neuer

Geschäftsmodelle durch Lizenzierung. Der CmStick/

CM speichert sicher Lizenzen und kryptografische

Schlüssel und bietet gleichzeitig eine Flash Disk mit

8 GB Kapazität. Dank des kompakten Designs eignet er sich für

den Einsatz unter harten Bedingungen in der Industrie. Zudem

kommt bei der Schutzhardware die SIP-Technologie (System in

Package) zum Einsatz. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass

verschiedene integrierte Schaltungen und Komponenten

in ein Gehäuse integriert werden und so Kosten, Leistung und

Miniaturisierung optimiert werden. Diese Technologie stellt eine

nahtlose Verbindung zwischen USB-Stecker und dem Metallgehäuse

her und schützt die Hardware so vor Durchbiegen,

Vibrationen, Feuchtigkeit und Temperaturschocks.

www.wibu.com

Mehr Service-Funktionen für Maschinen

und Anlagen

B&R baut seinen Technologie-Baukasten Mapp Technology aus.

Mit der Funktion Mapp Tweet können Maschinenapplikationen

nun Informationen per SMS oder E-Mail senden. Die gewonnene

Eigenintelligenz erhöht die Verfügbarkeit der Maschine. Mit dem

neuen Software-Baustein verschickt eine Maschinenapplikation

bei bestimmten Ereignissen Nachrichten. Sie ist mit wenigen

Klicks eingerichtet und lässt sich mit anderen Mapp-Komponenten

verbinden. So kann die Alarm-Komponente Mapp Alarm X bei

Alarmen, die sofortiges Eingreifen erfordern, automatisch eine

Nachricht an den Wartungstechniker schicken. Sie kann auch

weitere Informationen, z. B. zur Behebung der Alarmursache

mitsenden, sodass ein

Instandhalter schnell die

Ursache findet. Ist der

Servicetechniker nicht vor

Ort, kann er mit der Fernwartungslösung

eine Ferndiagnose

durchführen, Maschinenparameter

anpassen und

die Ursachen beheben.

www.br-automation.com

Konzept vermeidet strategisch Serviceengpässe

Eine Maschine in der Produktion fällt aus, doch kein Techniker ist

verfügbar. Ein echter Albtraum – nicht nur für Anwender, sondern

auch für Hersteller und Dienstleister, die Kunden einen einwandfreien

Service bieten möchten. Ein neuer Ansatz für diese Herausforderung

kommt nun von Coresystems: Crowd Service. Das Konzept

ermöglicht es, Serviceengpässe strategisch zu vermeiden. Unternehmen

können in ihrem eigenen Ökosystem durch On-Demand-

Verteilung schnell zusätzliche Technikerunterstützung finden und

in ihren Außendienst einbinden. Als Resultat lassen sich Ressourcen

bündeln, Services verbessern und die Kundenzufriedenheit steigern.

Eine Software, die die intelligente Planung und Einteilung von

Servicekräften ermöglicht, ist die Basis für den Geschäftserfolg: Mit

der FSM-Realtime-Plattform lassen sich Serviceaufträge schneller

und effektiver verwalten und mit dem Kunden koordinieren.

www.coresystems.net

54 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Leicht montierbare

Kabeldurchführung

mit IP66

Mit dem Kabeldurchführungssystem

KDSClick aus dem

Hause Conta-Clip lassen sich

unkonfektionierte oder bereits

mit Steckern konfektionierte

Leitungen einfach durch

Gehäuse- und Schaltschrankwände

führen. Durch den

absoluten Festsitz der Dichtelemente

gewährleistet das

System eine Zugentlastung der

Leitungen gemäß DIN

EN 62444. Dabei baut das

System auf drei Grundkomponenten

auf – Rahmen, Inlays

und Dichtelementen. Der

einteilige formstabile

Kunststoffrahmen, der in vier

Abmessungen für 4, 6, 8 oder

10 Dichtelemente zur

Verfügung steht, ermöglicht

Kabeldurchführungssysteme mit Brandschutzmatten

Icotek bietet ab sofort Kabeldurchführungssysteme mit Brandschutzmatten für die Bahntechnik.

Die aufschäumenden IFPS-Brandschutzmatten basieren auf Blähgraphit und vergrößern ihr

Volumen im Brandfall um ein Vielfaches. So entsteht eine Barriere, die über eine möglichst lange

Dauer einen Durchschlag von Flammen sowie von starker Hitze von einem Raum in den anderen

verhindert, um bspw. Fahrgäste und Personal in Schienenfahrzeugen im Falle eines Brandes an

Bord zu schützen. Die Montage erfolgt auf der gegenüberliegenden Seite der Kabeldurchführung

(Brand zugewandte Seite). Die Kabeleinführungen sind mit

montierten Brandschutzmatten IPFS mit E45 und EI30 (bei Montage

auf 18 mm Brandschutzplatten) und E30 (auf 3 mm Stahlblechplatte)

gemäß DIN EN 45545-3:2013-08 und DIN EN 1363-1:2012-10

zertifiziert. Anwendung findet die Brandschutzmatte vor allem in

Schaltschränken und Gehäusen, aber auch an Trennwänden im

Bereich der Schienenverkehrstechnik.

www.icotek.com

Kalibrierservice

Zuverlässige Messergebnisse - professionell,

preisgünstig, herstellerunabhängig, schnell

»Mein Messgerät – sicher kalibriert«

Auf Ihre Messergebnisse müssen Sie sich zu 100% verlassen

können, um Ihre Arbeit richtig zu interpretieren. Conrad bietet

in Zusammenarbeit mit dem Partner Testo Industrial Services

den Kalibrierservice an.

eine schnelle Montage; die

eingeschäumte Dichtung

garantiert auch an lackierten

oder rauen Oberflächen die

hohe Dichtigkeit mit IP 66. Die

gewünschte Dimensionierung

der Rahmenöffnungen erfolgt

durch ein Einklicken von Inlays,

die als Trennwände, T-Stücke

sowie in Kreuz- und Doppelkreuzform

erhältlich sind. Auf

dieser Grundlage lassen sich

die Kabeldurchführungen je

nach Bedarf für unterschiedliche

Kabel, Leitungen,

Schläuche oder Pneumatikoder

Hydraulikleitungen

konfigurieren. Zur Abdichtung

bietet Conta-Clip 82 Dichtelemente,

deren konische

Form ein einfaches Eindrücken

auf der Innenseite der zuvor

angebrachten Inlays

ermöglicht.

www.conta-clip.de

Alle Infos finden Sie unter

conrad.biz/kalibrierservice

Wir bieten Ihnen:

Kalibrierung sämtlicher Mess- oder Labornetzgeräte aus über

30 Gerätegruppen und 100 Messgrößen – herstellerunabhängig

Schnelle und kostengünstige Kalibrierung – sowohl bei Neugeräten

als auch zur Rekalibrierung vorhandener Messgeräte

Dokumentation des Kalibrier-Ergebnisses in einem

Kalibrierzertifikat

Jetzt

informieren


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Konvektionsheizgerät

für die Ex-Umgebungen

Die Ex-Heizgeräte-Serie CREx 020 aus

dem Hause Stego ermöglicht die sichere

Beheizung von Schalt- und Steuerschränken

sowie Messeinrichtungen in

explosionsgefährdeten Umgebungen

der Zone 1 (Gasatmosphären) und

Zone 21 (Staubatmosphären) nach Ex-Schutzart Ex II 2 GD. Die

wartungsfreien Konvektionsheizgeräte stehen in drei Temperatur-

Klassen (T3/T200 °C, T4/T135 °C und T5/T100 °C) zur Verfügung

und vermeiden sicher die schädliche Bildung von Kondensat,

Temperaturschwankungen und Frost im explosionsgefährdeten

Einsatzbereich. Staub- und Spritzwasserschutz ist für diese

Geräte-Serie nach Schutzart IP66 realisiert. Die silber eloxierten

Aluminiumprofil-Heizkörper sind mit einer Hochleistungsheizpatrone

in geschlossenem Design bestückt, je nach Ausführung

werden Heizleistungen von 50 bis 250 W erzielt. Die ausgeklügelte

Geometrie der Konvektorfläche sorgt für eine optimale Temperaturverteilung

zur sicheren Vermeidung lokaler Überhitzung. Die

Heizgeräte weisen eine minimale Breite auf und eignen sich für

die klassische Heizungsmontage.

www.stego.de

Hybridkabel für den bewegten Einsatz

unter extremen Umweltbedingungen

Das Unternehmen Hradil Spezialkabel stellt mit dem neuen

CAN-Bus-High-Endurance-Kabel ein Hybridkabel für den

bewegten Einsatz unter extremen Umweltbedingungen vor.

Typische Anwendungsfelder sind z. B. Baumaschinen im Tageund

Straßenbau; hier machen hohe mechanische Anforderungen

wie Vibrationen und Zugbelastungen jedem Kabel das Leben

schwer. Der Clou: Obwohl das Hradil Kabel drei separate Einzelkabel

in einem vereint, hat es einen Außendurchmesser von nur

23,6 mm. Darüber hinaus ist es

wiederstandfähiger und langlebiger

als vergleichbare

konventionelle Einzelkabel.

Das CAN-Bus-High-Endurance-

Hybridkabel kann drei Funktionalitäten

sicherstellen: Neben

den Steuerfunktionen in

Echtzeit über den CAN-Bus sowie Überwachungs- und Sicherheitsaufgaben

über das Gigabit-Ethernet können Motoren und

Applikationen über 6 Adern á 3 × 1,5 mm 2 mit einer Spannung

bis zu 300 V versorgt werden.

www.hradil.de

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten dank

Baukastenprinzip

Die Schmersal-Gruppe präsentiert eine neue Generation von

Positionsschaltern der Bauart 1 gemäß ISO 14119. Sie dienen der

Positionserfassung und Überwachung von beweglichen Teilen an

Maschinen und Anlagen sowie von seitlich verschiebbaren oder

drehbaren Schutzeinrichtungen. Die neuen Baureihen eignen sich

für alle Einzeldisziplinen des Maschinen- und Anlagenbaus. Der

modulare Aufbau der Baureihe PS mit durchgängig einsetzbaren

Komponenten reduziert die Variantenvielfalt, verringert den Aufwand

für die Lagerhaltung und erhöht die Verfügbarkeit. Alle im

Baukastensystem verfügbaren Positionsschalter der Baureihen

PS116, PS2xx und PS3xx können als Komplettschalter mit Betätigungselement

und Basisschalter ausgewählt werden. Alle Betätigungselemente

sind in 45°-Schritten drehbar, sodass eine Anpassung

an die vorgegebene Anfahrrichtung jederzeit möglich ist.

www.schmersal.com

MULTIFUNKTIONS

DATENLOGGER

Mit USB-3.1-Typ-C-Kabelkonfektionen

Alt-Geräte optimal verbinden

Zunehmend mehr wird der USB-3.1-Typ-C-Steckverbinder in

elektronischen Geräten standardmäßig eingebaut. Jedoch bei

weitem nicht alle Anschlussgeräte sind ebenfalls mit USB-3.1-

Typ-C-Steckverbindern ausgestattet. Um Alt-Geräte weiterhin

optimal verbinden zu können, bietet W+P einen umfassenden

Strauß an USB-3.1-Typ-C-Kabelkonfektionen an. Mit Kabeln

von Typ-C auf Typ-C mit 15 Adern für High-Speed-Datenübertragungen

bis hin zu Kabeln

von Typ-C auf Mini-USB B 2.0

mit nur vier Adern werden

alle derzeit sich auf dem

Markt befindlichen USB-

Anschlussarten abgedeckt.

Das Portfolio der USB-3.1-

Typ-C-Kabelkonfektionen

umfasst neun Typen. An einem Kabelende befindet sich jeweils

der Typ-C-Steckverbinder, am anderen Kabelende gibt es folgende

Anschlussoptionen: USB A male, USB B male, USB C male, Micro

USB B male, Mini-USB B male, USB A 3.1 male, USB B 3.1 male,

USB C 3.1 male und Micro USB 3.1 male. Darüber hinaus können

Datenübertragungsstandards wie USB 2.0, USB 3.0 und USB 3.1

realisiert werden. Sämtliche Kabel können auf Wunsch in Längen

von 50 cm bis hin zu 500 cm gefertigt werden.

www.wppro.com

Multifunktions-

Datenlogger

• Temperatur, Feuchte

• WLAN/USB-Datenlogger

• LiPo Akku

• – 20...+ 60°C (+ 400°C)

• IP55

• läuft bis zu 1 Jahr

• Strom, Spannung

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56 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017

Electronic-Assembly.indd 1 18.08.2017 11:05:45


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Elektrische Verbindungstechnik

in 29 Ländern vertreten

Helukabel, Hersteller und Anbieter von Kabeln, Leitungen

und Kabelzubehör, setzt den weltweiten Ausbau seines

Vertriebsnetzes kontinuierlich fort und ist nun auch auf dem

mittel- und südamerikanischen Kontinent mit eigenen

Tochtergesellschaften vertreten. Marc Luksch, Geschäftsführer

von Helukabel: „Unser Ziel ist es, nah am Kunden zu

sein. Aber auch durch die gestiegene Nachfrage nach unseren

Produkten war jetzt der richtige Zeitpunkt, eigene Präsenzen

in Mexiko und Brasilien zu eröffnen.“ So sind alleine in

Mexiko 1.900 deutsche Unternehmen aktiv und es wird

nachhaltig in die Automobil- und Lebensmittelindustrie

investiert. Beides sind Kernmärkte von Helukabel und der

neue Standort nördlich von Mexiko City bietet durch seine

zentrale Lage eine sehr gute Infrastruktur zur Versorgung der

unterschiedlichen Industrieregionen. Die Verfügbarkeit vor

Ort war auch der Grundstein für den neuen Standort bei São

Paulo in Brasilien. Viele internationale Großkunden des

Kabelspezialisten sind schon seit Jahren in Brasilien aktiv

und auch die lokale Wirtschaft hat etablierte Unternehmen

hervorgebracht, die von Helukabel versorgt werden. Mit den

beiden neuen Standorten ist Helukabel nun in 29 Ländern

vor Ort vertreten.

www.helukabel.com

Bilder: Marc Luksch, Geschäftsführer

Helukabel; eine der neuesten

Entwicklungen ist die Steuerleitung

Multispeed 500-TPE, die als hochflexible

Schleppkettenleitung für den

Einsatz bei höchsten Beanspruchungen

geeignet ist.

RJ45-Steckverbinder mit gewinkeltem Griffkörper

Escha bietet hochwertige RJ45-Patchcords mit gewinkeltem Griffkörper an. Diese Versionen ermöglichen

auch in Applikationen mit begrenzten Platzverhältnissen eine optimale Leitungsführung. Der

umspritzte Griffkörper verhindert abgeknickte oder gebrochene Leitungen und stellt somit eine

fehlerfreie Datenübertragung nach Cat5e sicher. Die RJ45-Patchcords von Escha erfüllen die

Anforderungen der Schutzart IP20 und eignen sich für Automatisierungslösungen innerhalb des

Schaltschranks. Um allen individuellen Kundenanforderungen gerecht zu werden, bietet der Hersteller

die neuen RJ45-Patchcords in den Varianten ‚gewinkelt auf gewinkelt‘ sowie ‚gewinkelt auf gerade‘ an.

Dank UL-Zertifizierung sind die Patchcords auch auf dem nordamerikanischen Markt einsetzbar. Für

RJ45-Steckverbinder, die tief im Port sitzen und deren Entriegelungslasche nur schwer oder gar nicht

erreichbar ist, hat das Unternehmen schon seit längerer Zeit den Multiclip im Angebot. Dieser wird

ganz leicht auf den Griffkörper gesteckt und ermöglicht ein schnelles Ent- und Verriegeln.

www.escha.net

Visualisierungs-Tool zur schnellen Maschinendiagnose

Eine deutlich verbesserte Maschinen- und Anlagenwartung ganz einfach per Tablet – mit der

Schneider Electric Augmented Reality App Vijeo 360 ist dies ab sofort möglich. Die Applikation

ermöglicht es Anwendern, mithilfe von Augmented Reality, Prozessdaten und virtuelle Objekte auf

einzelne Komponenten oder die gesamte Anlage zu projizieren. Die eingebaute Kamera des Tablets

erfasst dabei alle relevanten Elemente innerhalb der Produktionsumgebung. Das aufgenommene

Live-Bild wird unmittelbar um die Echtzeitdaten der Maschine und des Produktionsprozesses ergänzt.

Anlagenbetreiber haben somit jederzeit Zugang zu wichtigen Maschinendaten und KPIs wie Energieverbräuche,

Produktivität, Prozessdaten und Maschinenzustände. Die App ermöglicht darüber

hinaus einen „virtuellen Blick“ in die Maschine – ohne diese

manuell öffnen bzw. stoppen zu müssen. Service-Techniker

können die verbauten Komponenten virtuell einsehen und

erhalten via Tablet direkten Zugriff auf Handbücher,

Datenblätter, Dokumentationen sowie Videos zu Wartung

und Reparatur.

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Innovativer Schutz für

empfindliche Elektronik!

• 8 Größen, 2 Farben

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• Sämtliche Gehäusekomponenten

aus Metall

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• Optionale Druckausgleichsfunktion

www.bopla.de

www.schneider-electric.de

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MODERNE KOMMUNIKATIONSLÖSUNGEN I SPECIAL

Cyber-Sicherheit für Produktionsprozesse

Analyse- und Firewall-Lösungen für sichere Netzwerke im IIoT

Fertigungsunternehmen vernetzen zunehmend ihre Maschinen und

Anlagen, um effizienter produzieren zu können und Wettbewerbsvorteile

zu erlangen. Das „Internet of Things“ (IoT) bietet dabei vielfältigste

Möglichkeiten, aber auch Risiken. Soll IoT ein Erfolg werden, müssen

Cyber-Angriffe und Netzwerkprobleme rechtzeitig erkannt und

konsequent abgeblockt werden.

Im Zeitalter des IoT werden Maschinen,

Werkzeuge und Steuerungsgeräte zu Trägern

digitaler Informationen. Sie sind „smart“

und können Daten verarbeiten und Befehle

weitergeben. Für die produzierende In -

dus trie entstehen mit der Entwicklung des

IoT neue Chancen. Durch die permanente

Kommunikation zwischen Betriebsanlagen,

Zulieferern und Endprodukten werden Produktionsprozesse

dynamischer und effizienter.

Gleichzeitig gehen mit der wachsenden

Anzahl der mit dem Internet verbundenen

Geräte jedoch auch Sicherheitsrisiken einher.

Cyber-Kriminelle können die Schnitt stellen

mit dem Netz als Angriffspunkt nutzen – mit

gravierenden Folgen. Diese reichen vom

Verlust sensibler Informationen über die

Sabotage einzelner Maschinen bis hin zu

Produktionsausfällen.

Anja Dienelt ist Solution Manager IoT bei

Rohde & Schwarz Cybersecurity in München

Tatsache ist: IT-Sicherheit gilt bei Unternehmen

inzwischen als wichtigstes Hemmnis

beim Thema Industrie 4.0. Das ist das

Ergebnis einer Studie der IDG Communications

Media AG zur Entwicklung von Industrie

4.0 in deutschen Unternehmen. Die

Umfrage zeigt, dass die größte Sorge von

Unternehmen Hackerangriffen oder DDoS-

Attacken gilt, gefolgt von Industriespionage

und dem daraus resultierenden Verlust der

Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig gehen

zwei Drittel der Unternehmen davon aus,

dass Industrie 4.0 innerhalb der nächsten drei

Jahre für sie wichtig oder sehr wichtig wird.

Industrienetzwerke werden

zur Blackbox

Vor allem dort, wo Maschinen und Anlagen

für den Fernzugriff mit Herstellern und

Wartungstechnikern vernetzt sind, entstehen

hohe Sicherheitsrisiken. Über Fernwartungszugänge

und Update-Interfaces an

den Maschinen entstehen Schlupflöcher,

durch die Daten unerwünscht nach außen

dringen oder schädliche Daten in das

Unternehmen gelangen können. Diesen

Gefahren haben die in den Produktionsnetzwerken

eingesetzten industriellen Leitund

Steuerungskomponenten kaum etwas

entgegenzusetzen. Denn die meisten Komponenten

der Steuerungs- und Regelungstechnik

wurden in der Vergangenheit mit

Blick auf deren Verfügbarkeit und nicht auf

deren Sicherheit entwickelt.

Durch die Industrienetzwerke fließen immer

mehr Daten, was daran liegt, dass diese

enorm schnell anwachsen und im Gegensatz

zum homogenen Office-Netz eher heterogen

sind und geprägt von unterschiedlichen

Anlagenlieferanten, die die Hoheit über

ihre Maschinen haben. Das Netzwerk wird

zur Blackbox, in der Informationen und Befehle

unbeobachtet ausgetauscht werden –

etwa für die Fernwartung von Anlagen, um

Produktinformationen an Produktionssysteme

weiterzugeben, eine permanente

Zustandsüberwachung von Anlagen zu

erlangen (Condition Monitoring) und um

Logistikprozesse zu synchronisieren. Externe

Partner haben zunehmend Zugriff auf

dieses Netzwerk. Denn Maschinenbauer

integrieren ihre eigenen IoT-Lösungen in

ihre Geräte, sodass der Anlagenbetreiber

letztlich kaum noch weiß, was auf seinem

Netz läuft. Gleichzeitig ist er darauf angewiesen,

dass die Produktion kontinuierlich

58 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


SPECIAL I MODERNE KOMMUNIKATIONSLÖSUNGEN

und ohne Unterbrechungen arbeitet. Jegliche

Latenzzeit muss vermieden werden. Nur dann

wird Industrie 4.0 für die Industrie tatsächlich

zur Chance.

Mehrstufiges

Sicherheitskonzept

Um sich vor Angriffen und Netzwerkproblemen

zu schützen, müssen

Industrieunternehmen daher Gefahren

aufdecken, Anomalien visualisieren

und das Netzwerk vor Angriffen

schützen – und zwar sehr schnell,

sodass es innerhalb der Produktionsprozesse

zu keinerlei Verzögerungen

kommt. Dafür ist ein mehrstufiges

Sicherheitskonzept notwendig, bestehend

aus Netzwerk-Sensor, Reporting-

Tool und Industrie-Firewall.

Der Netzwerk-Sensor – auch als

Probe bezeichnet – wird an mehreren

Stellen in das Netzwerk eingefügt.

Dort schneidet er den Netzwerkverkehr

mit und analysiert ihn. Auf diese

Weise lässt sich zum einen erkennen, was

in der Leitung passiert – gleichzeitig lassen

sich Angriffe finden. Kern einer solchen

Netzwerkanalyse ist eine sogenannte Deep

Packet Inspection (DPI)-Engine. Anstatt

den Datenverkehr über den genutzten

„Port“ zu klassifizieren, werden mit dem

DPI-Verfahren die Daten inhaltlich dekodiert.

Erst das ermöglicht detaillierte Einblicke

in den Datenverkehr. Auf diese Weise

werden Datenströme bis auf die Inhaltsebene

dekodiert und versteckte Angriffe auch

in erlaubten Protokollen gefunden. Eine

solche DPI-Engine ist eine moderne Softwarebibliothek,

die neueste Technologien

verwendet, um Protokolle und Applikationen

im Netzwerkverkehr zu klassifizieren. Und

zwar auch dann, wenn fortgeschrittene Verschleierungs-

und Verschlüsselungstechniken

eingesetzt werden.

Das Reporting-System aggregiert und

korreliert die gewonnenen Informationen.

Es trifft dann Aussagen zum Zustand des

Netzes, wie etwa die Kommunikationsbeziehungen

im Netz oder das Kommunikationsverhalten

einzelner Maschinen. Die gewonnenen

Daten verschaffen Unternehmen

die entscheidende Grundlage zur Sicherung

eines kontinuierlichen Betriebs und ermöglichen

darüber hinaus eine genauere

Planbarkeit hinsichtlich Netzwerkauslastung

und -dimensionierung. Es gibt sogar die

Möglichkeit, dass das Reporting Anomalien

in dem Moment visualisiert, in dem sie im

Netzwerk auftreten. Ein solches Event-Monitoring

signalisiert sofort, dass Probleme

im Netz entstehen können.

Neue Abwehrtechnologien

IT-Sicherheit gilt bei Unternehmen inzwischen als

wichtigste Hemmnis beim Thema Industrie 4.0.

01 Unternehmen können ihre Industrienetzwerke mit der Industrial Network Analytics

and Protection-Lösung zuverlässig sichern

02 Multilayer-Sicherheitskonzept zur Absicherung kritischer Energieinfrastrukturen

Die Industrie-Firewall: Auf Basis einer solchen

Netzwerk-Analyse lassen sich dann die notwendigen

Schutzmaßnahmen einrichten.

Auch für diese Abwehr braucht es neue

Technologien. Bislang wurden Prozess- und

Steuerungsnetze hauptsächlich durch klassische

Firewalls geschützt, die das Firmennetzwerk

im Ganzen vor Angriffen von außen

sichern (First Line of Defense). Solche Perimeter-Firewalls

reichen als Schutzkonzept in

komplexen Industrienetzwerken nicht mehr

aus. Benötigt werden stattdessen zusätzlich

Firewalls, die im Inneren des Netzes arbeiten

und dieses in mehrere Zonen segmentieren.

Um auch unbekannte Angreifer fernzuhalten,

braucht die Industrie zudem

Firewalls mit einer integrierten DPI-Engine.

Gegenüber dem portbasierten Ansatz hat

das DPI-Verfahren den Vorteil, dass jeglicher

Verkehr sofort eindeutig identifiziert

und validiert wird – bis hin zu einzelnen

Anwendungen, Geräten oder Benutzern.

Das DPI-Verfahren ermöglicht dadurch einen

sog. proaktiven Schutz mittels Whitelisting

und stellt sicher, dass Industrienetzwerke

nur von autorisierten Personen mit definierten

Befehlen angesteuert werden. Der

Netzwerkadministrator kann dazu einzelne

Protokolle freigeben oder sperren, indem er

für den Datenverkehr zwischen Maschinen

oder Maschinen und Menschen ein sehr

fein granulares Regelwerk erstellen lässt.

Portbasierte Firewalls arbeiten stattdessen

mit dem Blacklisting-Verfahren. Dabei werden

Viren oder Spyware erst dann identifiziert

und blockiert, wenn diese zur Blacklist

hinzugefügt werden.

Moderne Firewalls arbeiten

datenstrombasiert

Neben der Genauigkeit bei der Datenerkennung,

spielt die Zuverlässigkeit der Performance

in der Industrie eine große Rolle. Die

Datenübertragung in einem Produktionsnetzwerk

muss daher stets sofort erfolgen.

Eine effiziente Industrie-Firewall bearbeitet

die Pakete deshalb nicht sequentiell sondern

parallel. Moderne Next Generation Firewalls

arbeiten mit der „Single-Pass-Technologie“,

also datenstrombasiert. Eine Firewall für

Industrienetzwerke sollte außerdem verschiedene

Industrieprotokolle, wie Scada,

Modbus TCP oder DNP 3 unterstützen. Die

Hardware muss zudem so konzipiert sein,

dass sie auch für anspruchsvolle Einsatzorte

wie Windparks geeignet ist.

Bilder: Aufmacher Fotolia, sonstige Rohde & Schwarz

Cybersecurity

www.cybersecurity.rohde-schwarz.com

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 59


MODERNE KOMMUNIKATIONSLÖSUNGEN I SPECIAL

Der „direkte Draht“

Profinet vereinfacht die Integration von

Befehls- und Meldegeräten

Befehls- und Meldegeräte werden

gedrückt, gedreht oder signalisieren

einen bestimmten Status. Die

Verdrahtung ist rein elektrisch – wie

auch der Signalaustausch. Wir stellen

Ihnen eine Lösung vor, die es erlaubt

Taster & Co. über Profinet einfach

in die Steuerungstopologie zu

integrieren. Und das sowohl bei

der Standard-Automatisierung als

auch in der Sicherheitstechnik.

Die Welt der Befehls- und Meldegeräte

ein gutes Stück moderner machen – das

hat Siemens mit der neuen Serie „Sirius

Act“ erreicht. Vier unterschiedliche Designlinien

für Taster, Drehknebel, Schlüsselschalter,

Not-Halt-Geräte etc. bieten ein flexibles

Auswahlspektrum. Ebenso flexibel

sind die Einsatzgebiete wie Beispiele aus

dem industriellen Umfeld belegen. So betont

Christian Bufler, Abteilungsleiter Elektrotechnik

bei Wimo Hebetechnik in Woringen:

„Das Design finde ich gut.“ Hugues Le

Forestier, Prozessingenieur bei Siemens, der

sich auch um den Einsatz der modernen

Befehls- und Meldegeräte an Fertigungsanlagen

für e-Cars kümmert, geht sogar noch

einen Schritt weiter: „Die leichte Montage

mit einem Dreh sowie die Anbindung an

Grundsätzlich folgt die Entwicklung von

Sirius Act dem Leitgedanken, dass die Kommunikation

flexibel und einfach ablaufen

muss. Bei der Wahl der Befehls- und Meldegeräte

spielt es also keine Rolle, wie die spätere

Signalanbindung stattfindet: Sowohl

bei der konventionellen Verdrahtung als

auch beim busbasierten Anschluss sind

sowohl die frontseitigen Betätiger wie Taster,

Schalter, Melder als auch die rückseitigen

Halter die gleichen. Das bedeutet: Anwender

sparen in Bezug auf Engineering-Aufwand

und bezüglich der Bevorratung von

Anfang an.

Eine Einheitliche Lösung für

die Profinet-Anbindung

Die Digitalisierung industrieller Automationsprozesse

schreitet weiter voran.

Profinet gefallen mir besonders gut.“ Modernes

Design, einfache Handhabung, robuster

Aufbau für IP69 (IP69K) und nicht zuletzt

die freie Wahl der Signalanbindung bilden

die Grundlage für die optimale Konstruktion

von Maschinen und Anlagen sowie den

zuverlässigen Einsatz – selbst im härtesten

Industriealltag.

Neben der konventionellen Verdrahtung

lassen sich die Befehls- und Meldegeräte

via AS-Interface, IO-Link und nun auch per

Profinet bzw. Profisafe mit der Steuerungsumgebung

verbinden. Christian Bufler bestätigt:

„Die Profinet-Anbindung gefällt mir,

da der Verdrahtungsaufwand sinkt und die

Anbindung an die Steuerung vereinfacht

wird.“ Und auch Hugues Le Forstier bestätigt,

dass „bei Sirius Act sowohl Profinet als

auch Sicherheitstechnik möglich sind“.

Im Fall der Profinet-Anbindung mit zertifiziertem

Profinet-Teilnehmer handelt es sich

um ein Kommunikationsmodul das für

sämtliche Geräte gleich ist und mit zwei

Schnittstellen für jeweils eine siebenadrige

Flachbandleitung ausgestattet ist. Nur die

auf der Rückseite einfach aufzuschnappenden

Interface- und Terminalmodule unterscheiden

sich. Insgesamt können bis zu

21 Befehls- und Meldestellen in Reihe

geschaltet und anschließend mit dem Interfacemodul

verbunden werden. Dieses gibt

es sowohl für die Standardautomatisierung

als auch für fehlersichere Anwendungen

mit dem dazu gehörigen Not-Halt-Taster.

Im Grunde genommen folgt die dahinter

liegende Systematik dem modularen Aufbau

wie ihn Automatisierer bereits von der

dezentralen Peripherie Simatic ET 200SP

her kennen: Vorne befindet sich das Interfacemodul,

an das sich die gewünschte

Anzahl an Befehls- und Meldegeräte per

Profinet-Anbindung anreihen lässt.

Vorteile eines Profinet-Anschlusses

Häufig befinden sich in Maschinen und

Anlagen die Bedientableaus in Entfernung

zum Schaltschrank, in dem wiederum die

Steuerung sitzt. Im Gegensatz zur konventionellen

Verdrahtung, die durch viel Aufwand,

lange Kabel und dicke Kabelstränge

gekennzeichnet ist, muss hier lediglich das

typisch grüne Kabel vom Kommunikations-

Helmut Staufer, Produktmanager, Claudia Ehrler,

Marketingmanager; beide Siemens AG in Fürth

60 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


01 Bis zu 20 Taster, Drehknebel,

Leuchtmelder etc.

lassen sich per Flachbandleitung

von der Rolle an

ein Profinet-Interfacemodul

anbinden

bis

IP66

zertifiziert

modul zur Steuerung geführt werden. Dieser

Vorteil der einfachen Leitungsführung ist auch

dann spürbar, wenn viele Befehls- und Meldegeräte

in der Schaltschranktür verbaut sind.

Auch der gesamte Engineering-Prozess

wird mithilfe des Sirius Act Konfigurators vereinfacht.

Mit diesem intuitiv bedienbaren Online-Tool

lassen sich Gehäuse und Beschriftungen

individuell zusammenstellen. Besonders

einfach dank der bildbasierten Komponentenauswahl

per Drag-and-Drop-Funktion

sowie einer grafischen Vorschau.

Komfortable Maschinenintegration

Im Zuge der Digitalisierung industrieller

Prozesse wie sie gemäß Industrie 4.0 forciert

werden, fördert eine solch moderne

Signalanbindung die geforderte Maschinenintegration.

Bei Siemens gibt es drei

unterschiedliche Grundmodule: für die reine

Signalaufnahme (Taster), für die beleuchtete

Signalaufnahme (Taster + LED)

sowie Meldegeräte (LED-Leuchte). Dabei

„merkt“ die Steuerung sofort, wenn falsche

Terminalmodule installiert wurden. Bei der

Entwicklung von Sirius Act stand die Forderung

im Mittelpunkt, dass sowohl bei der Installation

als auch bei der Signal anbindung

ein möglichst geringes Fehlerrisiko vorhanden

ist.

Auch ein servicebedingter Austausch von

Befehls- und Meldegeräten ist einfach und

fehlerfrei möglich. Man öffnet lediglich die

Leitungsports, zieht die Flachbandleitungen

heraus, steckt das neue Terminal-Modul

auf das Befehls- bzw. Meldegerät auf,

kürzt die durchdrungenen Adern der Flachbandleitung

mit einer Schere und kontaktiert

sie in gewohnter Weise neu durch Verschließen

der Leitungsports.

So oder so – ob bei der Erstinstallation

und Inbetriebnahme oder im Servicefall:

Mit der busfähigen Profinet-Variante von Sirius

Act lässt sich meist mehr als die Hälfte

der Zeit sparen wie sie in der Regel bei konventioneller

Verdrahtung gebraucht wird.

Zudem zeigt sich die Kostenbilanz einer

solchen Modernisierung vergleichsweise

moderat. Denn durch die modular aufgebaute,

flexible Profinet-Anbindung können

in manchen Fällen die sonst notwendigen

E/A-Zusatzmodule an Steuerung, dezentraler

Peripherie oder die eigens für die E/A-

Anbindung notwendigen Peripheriegeräte

komplett entfallen.

Gleiches gilt bei sicherheitsrelevanten

Automatisierungslösungen. Denn das Profinet-Interfacemodul

für Sirius Act gibt es

auch fehlersicher. Dieses kann über den

Profinet-Standard und mit dem Busprofil

Profisafe mit einer fehlersicheren CPU kommunizieren.

Damit ist es möglich einen Not-

Halt-Taster, der Teil der Sicherheitskette ist,

einzubinden.

Weitere Infos: www.siemens.com/sirius-act

Bilder: Siemens AG

Kabeldurchführung

universell

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hygienisch

Die Kabeldurchführung

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für Leitungen ohne Stecker.

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hygienisches Design

bis

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IP65

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bis

IP66

zertifiziert

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02 Die Drucktaster und Leuchtmelder lassen sich über Profisafe auch in der

Sicherheitstechnik nutzen – mit all den Vorteilen einer digitalen Kommunikation

EMO

Hannover | 18.09. – 23.09.17

Halle 25 | Stand A37

www.icotek.com


MODERNE KOMMUNIKATIONSLÖSUNGEN I SPECIAL

Auf dem Weg zur optimierten Produktion

Wie mit Smart Devices eine Effizienzsteigerung und Kostenreduktion

in Produktionsanlagen erreicht wird

geladen werden. Außerdem können z. B.

Sprache oder Signalisierungsart der Alarme

als Präferenz gespeichert werden. Aufgaben

sind Alarme über Stillstände und Fehlersituationen

oder Meldungen zur Sicherstellung

des Betriebs wie Nachfüllen von

Material und Wartungsaufgaben. Den zuständigen

Mitarbeitern werden die Aufgaben

in einer priorisierten Liste angezeigt, die die

optimale Abarbeitungsreihenfolge vorgibt.

Die Priorisierung erfolgt anhand der noch

verfügbaren Zeit zur Erledigung – höchste

Priorität haben Alarme.

Datensicherheit gewährleisten

Sie sind immer dabei, ständig

online und ihre Apps sorgen dafür,

dass neue Informationen sofort

verfügbar sind – Smartphones und

Tablets sind aus unserem Alltag

nicht mehr wegzudenken. Aber

auch im industriellen Umfeld

bieten mobile Geräte viele

Möglichkeiten, Produktionsabläufe

zu optimieren. Lesen Sie, wie

auftretende Fragen sowohl

in der Entwicklung als auch im

Betrieb strukturiert und effizient

gelöst werden.

Mitarbeiter in einer Produktion sind oft

mit zeitaufwändigen Abläufen konfrontiert,

für die sie nicht ausreichend effizient

durch das Produktionssystem unterstützt

werden. So muss sich ein Maschinenbediener

Informationen auf Papierlisten oder von stationären

Bedienpanels besorgen, um bspw.

Auftragsvorbereitungen oder Wartungsarbeiten

durchführen zu können. Fehler und

zu erledigende Aufgaben werden durch

Statuslampen an den Maschinen angezeigt.

Der Maschinenbediener überblickt diese

nur in einem begrenzten Bereich der Anlage

und kann nur auf Fehler reagieren, die er

erkennt. Auch die Priorisierung von parallelen

Aufgaben erfolgt auf Basis persönlicher

Erfahrung. Beides führt häufig zu unnötigen

Stillstandzeiten.

Den Betrieb von Produktionsanlagen

optimieren

Der Schlüssel zur Effizienzsteigerung: Nicht

der Maschinenbediener muss sich erforderliche

Informationen aus verschiedenen

Quellen besorgen, sondern Apps liefern die

notwendigen, kontextspezifischen Informationen

zum richtigen Zeitpunkt. Dadurch

weiß er jederzeit, welche Aufgabe als nächstes

zu erledigen ist, um die Produktion am

Laufen zu halten. Auf dem Smartphone

werden zusätzlich detaillierte Beschreibungen

und Handlungsanweisungen angezeigt.

Die Smart Watch hingegen hat den Vorteil,

dass der Maschinenbediener beide Hände

für seine Aufgaben frei hat und durch Vibrationsalarm

trotzdem unmittelbar benachrichtigt

wird. Die Anwendung ist für beide

Gerätetypen optimiert.

Bei Schichtbeginn erhält der Maschinenbediener

sein präferiertes Endgerät, an dem

er sich über einen Login oder mithilfe des

Fingerabdrucks identifiziert. Dadurch kann

die persönliche Konfiguration wie Zuständigkeitsbereich

und anstehende Aufgaben

Die Lösung nutzt Daten in Produktionsanlagen,

die entweder über spezifische

Schnittstellen von Maschinen oder einem

MES-System zur Verfügung gestellt werden.

Eine zentrale Serverapplikation übernimmt

die Datenaufbereitung und stellt die aggregierten

Informationen in erforderlicher

Form als JSON Files über ein Rest Interface

und Web Sockets allen mobilen Geräten zur

Verfügung. Diese Serversoftware kann sowohl

auf lokaler Serverhardware in der

Produktionsanlage als auch auf Cloud­

Servern betrieben werden. Beim Betrieb auf

lokalen Servern verlassen keine Daten die

Produktion und die Datensicherheit kann

bereits durch die IT-Security in der Produktionsanlage

sichergestellt werden. Der Betrieb

des Servers in der Cloud bringt jedoch

auch zahlreiche Vorteile. Die Serverleistung

ist beliebig skalierbar, es muss keine eigene

Serverinfra struktur betrieben und gewartet

werden. Der Zugriff z. B. für Monitoring

kann von überall erfolgen und verfügbare

Dienste der Cloud-Plattform können zur

Datenauswertung genutzt werden. Die

Apps selbst sind plattformunabhängig als

Cross Compiled Apps realisiert. Gegenüber

Native Apps reduzieren sich damit die

Mehrkosten in der Entwicklung beim Einsatz

weiterer mobiler Plattform massiv.

Fragen zur Security müssen bereits in der

Designphase berücksichtigt und während

der Entwicklungsphase gelöst werden. Zur

Anwendung kommen praxiserprobte Stateof-the-Art

Technologien. Die Kommunikation

zwischen Server und Smart Device ist zu­

Dr. Klaus Wiltschi, Bereichsleiter Machinery,

Thomas Sorg, Abteilungsleiter Machinery HMI,

beide bei der in-tech industry GmbH in München

62 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


SPECIAL I MODERNE KOMMUNIKATIONSLÖSUNGEN

Der „Fahrplan zur Digitalisierung“ ermöglicht den zielgerichteten Weg zur Lösung in drei Phasen

sätzlich zur WLAN-Verschlüsselung über

TLS (https) abgesichert. Man-in-the-middle

Attacken werden zuverlässig durch den

Einsatz von Zertifikaten verhindert. Sensitive

lokale Daten werden verschlüsselt auf dem

Smart Device abgelegt – je nach Device

auch Hardware-verschlüsselt.

Maximaler Nutzen und

hohe Qualität

Bei der Entwicklung einer Lösung mit hohem

Kundennutzen sind viele Aspekte zu

berücksichtigen und Fragen zu beantworten

– die Entwicklung der App selbst ist nur

ein Teil der Lösung. Dazu gehören neben

Fragen zu Anwendungsfällen, Architektur

und Technologie auch Themen wie das Bedienkonzept.

Industrielle Projekte starten

typischerweise nicht auf der „grünen Wiese“,

deshalb muss immer die Ausgangssituation

berücksichtigt werden, die dann weiterentwickelt

werden kann. Jeder dieser Entwicklungsschritte

sollte dabei einen konkreten

Zusatznutzen bringen. Der „Fahrplan zur

Digitalisierung“ ist ein in zahlreichen Projekten

entwickeltes und bewährtes Vorgehensmodell.

In der ersten Phase werden

neben der Ausgangssituation auch die

wesent lichen Zielsetzungen definiert und

damit die Inhalte der Konzeptphase abgesteckt.

In dieser Phase wird die Lösung

definiert, Technologien, Architektur und

Bedienkonzept werden festgelegt und prototypisch

abgesichert. Dadurch ist die Basis

für die Umsetzung vorhanden, die in der

Realisierungsphase iterativ in monat lichen

Sprints in Produktqualität erfolgt.

Die Lösung mit Smartphone und Smart

Watch verbessert die Integration des Bedieners

in den Gesamtprozess und optimiert

dadurch den Betrieb von Produktionsanlagen

– Stillstände werden reduziert, weniger

Bedienpersonal ist erforderlich und eine

schnellere Einarbeitung ist möglich. Dies

führt unmittelbar zur Kostenreduktion im

Betrieb. Fragen zur Funktionalität, Interaktion,

Architektur, Sicherheit und Technologie,

die sich bei der Entwicklung von Anwendungen

für den industriellen Einsatz stellen,

werden durch den „Fahrplan zur Digitalisierung“

strukturiert und effizient beantwortet.

Damit wird sowohl der bestmögliche

Nutzen als auch die erforderliche

Qualität der Lösung erreicht.

www.in-tech.de

IMPRESSUM

erscheint 2017 im 30. Jahrgang, ISSN: 2194-1157

Redaktion

Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Dirk Schaar

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Angelina Haas, Gisela Kettenbach, Melanie Lerch,

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 63


MODERNE KOMMUNIKATIONSLÖSUNGEN I SPECIAL

Flächendeckend vernetzt

WLAN-Infrastruktur bringt Schwung in die Intralogistik

Kabeltrommel in gewünschter Stückzahl

und verbuchen sie mit einem Ringscanner

im System. Wo sich das Produkt entlang

der Lieferkette befindet, können die Mitarbeiter

jederzeit nachverfolgen. Dadurch

entfällt auch die zeitraubende Endkontrolle

durch die Kollegen in der Packstation.

WLAN bis ins letzte Hochregal

Online-Bestellungen müssen

heute für den Kunden transparent

sein und in möglichst kurzer Zeit

ausgeliefert werden. Ein Hersteller

und Systemlieferant für das

Elektro-Fachhandwerk hat daher

auf digitale Prozesse umgestellt:

Produktion und Versandlogistik

sind nun unter einem Dach, bis

in den letzten Winkel vernetzt

und mit schnellem und sicherem

WLAN ausgestattet.

Schnelle Reaktionszeiten und eine lückenlose

Transparenz sind für Endverbraucher

heute eine Selbstverständlichkeit, wenn

sie Ware online bestellen. Auch gewerbliche

Kunden stellen diese Erwartungen mittlerweile

an den Großhandel. Deshalb hat Jäger

Direkt im Mai 2016 mit der Elektrofabrik eine

neue Niederlassung in Betrieb genommen:

14 500 m² digitale Zukunft. „Wir wollten

Mirjam Hacker ist IT-Autorin in Köln

Die Digitalisierung des gesamten Prozesses erhöht

die Effizienz in der Produktion und reduziert die

Fehleranfälligkeit im Versand

nicht nur mehr Platz schaffen und die Bereiche

Logistik und Produktion unter einem

Dach zusammenführen“, sagt Jens Fischer,

Mitglied der Geschäftsleitung von Jäger

Direkt. „Sondern mithilfe der Digitalisierung

künftig schneller und produktiver

arbeiten.“

Mit Niederlassungen in Österreich und in

den Niederlanden beliefert das Unternehmen

mit Hauptsitz im hessischen Reichelsheim

heute mehr als 20 000 Fachbetriebe in

15 Ländern. 15 000 Artikel hat Jäger Direkt

im Programm – von Lichtschaltern über

Wandverteiler bis hin zu Spezialwerkzeugen.

Täglich gehen 1 200 Pakete und 60 Paletten

in den Versand. Bestellungen, die bis 17 Uhr

eingehen, verspricht Jäger Direkt noch am

gleichen Tag auszuliefern.

Vom Tablet über das Leitsystem

zum Kommissionierer

Mit dem Ziel produktiver zu werden, ist das

Unternehmen in eine Elektrofabrik umgezogen.

Herzstück ist das vollvernetzte Hochregallager,

das Kommissionieren deutlich

effizienter macht. Mussten die Mitarbeiter

früher für jeden Auftrag zum Papierbeleg

greifen, landen Kundenbestellung heute

direkt auf dem Tablet. Ein digitales Leitsystem

lotst die Kommissionierer mit dem

Gabel stabler auf direktem Weg zur richtigen

Regalreihe. Dort entnehmen sie Elektronikzange,

Ethernet-Komponente oder

Die Technik dahinter: eine schnelle

und störungsfreie WLAN-Infrastruktur,

die bis ins letzte Hochregal

reicht. Der Provider: die Deutsche

Telekom. „Sie machte uns zwar

nicht das günstigste Angebot“, sagt

Fischer. „Aber ihr trauten wir diese

anspruchsvolle Aufgabe am ehesten

zu.“ Denn der Projektplan sah vor,

die neue Halle bereits während der

Bauphase mit WLAN-Zugangspunkten

zu versehen. Ein Schritt, der

normalerweise erst dann erfolgt,

wenn die Inneneinrichtung steht.

„Bei unserer theoretischen Planung

mussten wir zahlreiche Störfaktoren

wie Regale und Maschinen berücksichtigen

ohne diese vorher messen

zu können“, sagt Falko Schwarz,

Vertrieb Großkunden und Account

Manager Region Mitte der Telekom. Mit Erfolg:

190 Access-Points sorgen nun für

WLAN-Empfang in jedem Winkel.

Effizienzsteigerung in der

Produktion

„In unserem neuen Hochregallager passen

Gabelstapler und Tablet so gut zusammen

wie der Stecker zur Steckdose“ so Fischer.

Das macht sich bereits ein Jahr nach Einweihung

deutlich bemerkbar: Allein im

Versandbereich sei die Fehlerquote um

50 Prozent gesunken. Auch in der Produktion

laufen die Prozesse 20 Prozent effizienter.

„Und das, obwohl wir uns in der neuen Umgebung

erst einmal aufeinander einspielen

mussten“, sagt Jens Fischer. „Da sehe ich

noch Potenzial für weitere Steige rungen.“

Die sind sicher willkommen – denn aus

den 50 Mio. EUR Umsatz, die das Unternehmen

2016 erwirtschaftete, sollen bis 2020

gut 100 Mio. EUR werden. Auch die Mitarbeiterzahl

von 250 soll mittelfristig auf 400

anwachsen. Roboter sollen zwischen den

Hochregalen in naher Zukunft aber nicht

zum Einsatz kommen. „Bei uns“, sagt Jäger-

Direkt-Manager Fischer, „geht immer noch

der Mensch zur Ware.“

Mehr Infos: www.geschaeftskunden.telekom.de

Fotos: Deutsche Telekom

www.telekom.de

64 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


SPECIAL I MODERNE KOMMUNIKATIONSLÖSUNGEN

Zählermodul in Schutzart IP67

AS-Interface Module verbinden Standardaktuatoren

und -sensoren mit dem weltweit

standardisierten Feldbussystem AS-i und

somit effizient mit der Steuerung. Für

spezielle Anforderungen sind die Zählermodule

von Bihl+Wiedemann prädestiniert.

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen AS-i

Zählermodulen in IP20, IP65 und IP67 hat

der Anbieter sein Sortiment jetzt um ein

weiteres Zählermodul im kleinen blauen

IP67-Gehäuse erweitert. Das Modul verfügt

über zwei einkanalige Eingänge für Standardsensoren,

die aus AS-i versorgt werden. Der Anschluss von AS-i

erfolgt über AS-i Profilkabel, für den Peripherieanschluss stehen

zwei M12-Buchsen zur Verfügung. Das Modul zählt die Impulse

auf- und abwärts und gibt das Ergebnis als einen 16-Bit-Wert über

AS-i aus. Über AS-i Parameter können der Eingang des Moduls

auf Startwert gesetzt, die Zählrichtungen festgelegt und jeder der

beiden Kanäle einzeln abgeschaltet werden.

www.bihl-wiedemann.de

Web-Oberfläche mit neuen Funktionen

Die neue Version 2.7 der MGuard Secure Cloud verbessert die

Benutzerfreundlichkeit und die Geschwindigkeit der Web-Oberfläche.

Zusätzlich stehen neue Funktionen zur Verfügung: So

unterstützt der VPNBuilder der Cloud, der die Verbindung zu den

Maschinen automatisch erzeugt, nun auch die VPN-Gateways TC

Cloud Client LAN und TC Cloud

Client 4G. Die Cloud bietet Betreibern

und Maschinenbauunternehmen

eine schlüsselfertige

VPN-Komplettlösung. Über eine

einfache Web-Oberfläche verbinden

sich Service-Mitarbeiter

schnell und sicher mit Maschinen,

Industrie-PCs und Steuerungen.

Auch ohne spezielles IT-Wissen

kann die sichere Fernwartung unabhängig von Ort und Zeit durchgeführt

werden. Die Maschinen werden über die TC Cloud Clients

sicher via Internet mit der MGuard Secure Cloud verbunden. Die

Clients bilden die preiswerte Basis für eine skalierbare Fernwartung

von Maschinen. Kunden haben dabei die Wahl zwischen TC Cloud

Clients, die Betreibernetze nutzen und Varianten, die weltweite

4G-LTE-Mobilfunknetze zur Cloud-Kommunikation verwenden.

www.phoenixcontact.de

Blaue Sende-LEDs sorgen für erhöhte

Effizienz bei der Signalgenerierung

Die Bluebeam-Technologie für Inkremental-Drehgeber mit

optischem Abtastprinzip steht für speziell entwickelte Blaulicht-

LEDs, die Pepperl+Fuchs erstmals in den Inkremental-Drehgebern

ENI58IL einsetzt und damit Leistungsmerkmale bietet,

wie sie bisher nur in hoch-performanten Sonderlösungen

realisierbar waren. Das blaue Licht der

Sende-LEDs weist bei gleicher Spaltbreite eine

verringerte Beugung gegenüber dem längerwelligen

Infrarotlicht auf und kann deshalb

schärfer abbilden. In Verbindung mit

modernen Abtastchips, mit feineren

und flacheren Strukturen, ist die

Eindringtiefe des blauen Lichtes in

den Chip kürzer bzw. energetischer.

Dies erhöht den Wirkungsgrad der Lichtquelle

so stark, dass schärfere Konturen vom

Abtastchip erzeugt werden. Das Resultat ist eine

höhere Auflösung, eine verbesserte Signalamplitude und ein

verringerter Flankenjitter. Damit werden bspw. die Toleranzen

der Phasenlage A zu B auf weit unter 10 % reduziert. Zudem

resultiert aus dem zuverlässigeren Tastverhältnis auch eine

höhere Auflösung. So garantiert die Technologie in den Drehgebern

absolute Genauigkeiten auch in höchsten Drehzahlbereichen

von bis 12 000 U/min.

www.pepperl-fuchs.com

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Robuster 32"-IPC mit Touchscreen

Anwendern von Industrie-PCs und Monitoren bietet Picos einen

großformatigen Panel-PC mit 32" Bildschirmdiagonale als Full HD

Widescreen an. Er ist ausgestattet mit einer Multitouch-Technologie

und mit Arbeitshandschuhen bedienbar. Das robuste

IP65-Gehäuse macht den Industrie-PC widerstandsfähig gegen

Feuchtigkeit, Verschmutzung oder aggressive Stoffe, wie Säuren,

Laugen oder Öle sowie gegen mechanische Beschädigung durch

Schock und Vibration. Damit eignet sich der TLSP-320B für den

Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen.

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SPECIAL I MODERNE KOMMUNIKATIONSLÖSUNGEN

Smart plastics erhöhen

Anlagenverfügbarkeit

Sensoren und Überwachungsmodule machen die Kunststoff-

Lösungen der Produktfamilie Isense von Igus fit für eine vorausschauende

Wartung. Ein System zur Überwachung des Betriebszustandes

von E-Ketten

ist Isense EC.RC, insbesondere

in Führungsrinnen

bei langen Verfahrwegen.

Sensoren

messen und überprüfen

dabei durchgehend die

Position der Kette. So

wird bei mechanischen

Störungen ein Weiterlaufen

der Anlage

verhindert. Das Modul

EC.M wird auf dem

Mitnehmer der Kette montiert und nimmt eigenständig dessen

Zustand über Beschleunigung, Geschwindigkeit, Temperatur und

zurückgelegte Zyklen auf. Daraus können die zurückgelegte Strecke

und die verbleibende Standzeit des Systems abgeleitet werden.

Mit dem Modul CF.Q werden die Daten der intelligenten

Chainflex-Leitungen gesammelt. Durch kontinuierliche Messung

der elektrischen Eigenschaften in Abhängigkeit der Umgebungstemperatur

und der Zyklenzahl wird ein Ausfall der Leitung

rechtzeitig vorhergesagt.

www.igus.de

Wireless-Safety-System mit

bidirektionaler Funkstrecke

Die Funk-Sicherheitsmodule UH 6900 der Dold Safemaster W

Reihe bieten besondere Flexibilität in Gefahrenbereichen sowie

eine hohe Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Das Wireless-Safety-

System spielt seine Stärken vor allen Dingen in mobilen und

ausgedehnten Anlagen

aus, in denen eine

Verdrahtung nicht möglich

oder sehr aufwändig ist.

Das TÜV-zertifizierte

System für Sicherheitsanforderungen

bis PL e/

Kat. 4 bzw. SIL 3 besteht

aus zwei oder mehr

kompakten Funk-Sicherheitsmodulen

mit jeweils

45 mm Baubreite. Es

zeichnet sich durch seine

sicherheitsgerichtete bidirektionale Funkstrecke aus mit einer

großen Reichweite von bis zu 800 m im freien Feld. Die Sicherheitsmodule

verfügen über jeweils drei zweikanalige Sicherheitseingänge

und je einen Sicherheitsausgang mit drei Kontaktpfaden

zur Realisierung von Sicherheitsfunktionen wie Not-Halt,

Schutztür, BWS oder Zweihand. Darüber hinaus bieten die Geräte

jeweils acht Ein- und Ausgänge für anwenderspezifische

Steueraufgaben.

www.dold.com

Daten vom Kühlgerät in die Cloud

Die Kühlgeräte und Chiller der Serie Blue E+ aus dem Hause Rittal verbrauchen nicht nur durchschnittlich

70 % weniger Energie, sondern sind auch im Industrie-4.0-Umfeld kommunikationsfähig.

So lassen sich über eine NFC-Anbindung Daten per Smartphone übertragen. Eine schnelle Unterstützung

bei Wartung und Service sowie eine Diagnose der Betriebsdaten ermöglicht die Parametrierund

Diagnose-Software Ridiag III über eine USB-Schnittstelle oder über Netzwerk. Mit dem Com-

Modul können Kühlgeräte und Chiller jetzt auch via OPC UA, Profinet, SMNP, Modbus RTU und CAN

Master mit übergeordneten Systemen kommunizieren. Auf der Hannover Messe stellte Rittal zwei

Anwendungen für die vorausschauende Wartung, Energiedaten-Management oder Ressourcenoptimierung

vor: die Einbindung der Geräte in das cloudbasierte, offene Betriebssystem Siemens

Mindsphere und die Analyse der Daten auf der cloudbasierten Data-Analytics-Anwendung IBM

Watson IoT.

www.rittal.de

Panel-PC mit flexibler Betriebssystem-Wahl

www.tl-electronic.de

Das Unternehmen TL Electronic präsentiert mit der E-Serie eine besonders vielseitige Panel-PC-Reihe mit

flexibler Betriebssystem-Wahl. Dadurch eignen sich die Bediengeräte speziell für zukunftsorientierte

Industrie-4.0-Anwendungen. Die neuen HMI-Panel-PCs sind in zwei verschiedenen Prozessorausführungen

erhältlich. Einerseits arbeitet die Serie mit dem Zweikern-Prozessor Cortex A9 i.MX6 von Freescale mit einer

Taktrate von 1 GHz. Für diese Variante lässt sich wahlweise Android, Linux Kernel oder Ubuntu als Betriebssystem

nutzen. Andererseits werden bei der Version mit dem Vierkern-Prozessor Bay Trail N2930 von Intel

verschiedene Windows-Betriebssysteme angeboten, inklusive Windows 10 IoT Enterprise. Im Gegensatz zum

32-bit-Befehlssatz des Cortex-A9-Prozessors führt der Bay-Trail-Prozessor den 64-bit-Befehlssatz aus und

taktet mit 1,83 GHz. Allen gemeinsam ist der Bedienkomfort: Die kapazitiven Multitouchscreens werden in

den Diagonalen 11 cm (4,3"), 18 cm (7"), 26 cm (10,1") und 39,5 cm (15,6") angeboten. Die robusten Displays

überzeugen mit brillanter Widescreen-Darstellung und einer wasser- sowie staubdichten Front gemäß

Schutzart IP65.

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 67


MESSE MOTEK 2017 I TITEL

Multifunktional

und individuell

Sicherheitslösungen für nahezu jede Applikation

Wirtschaftlichkeit, Produktivität und Fertigungsflexibilität – Ziele, die

Unternehmen im Zuge von Industrie 4.0 durch den Einsatz innovativer

Fertigungssysteme und Automatisierung anstreben. Dabei ist die

Sicherheitstechnik ein wesentlicher Faktor. Wir stellen Ihnen neue

technische Lösungen vor, mit denen sich wirtschaftliche Automatisierungskonzepte

umsetzen lassen und gleichzeitig die gesetzlichen Anforderungen

an die Interoperabilität von Mensch und Maschine erfüllt werden.

Im Zeitalter von Industrie 4.0 muss die

Sicherheitstechnik nicht nur flexibel, individuell

und kosteneffizient sein, sondern

auch ein höheres Maß an Diagnoseinformationen

bieten. Schmersal stellt für die

sichere Signalauswertung – je nach Komplexität

und Verknüpfungstiefe der Sicherheitskreise

– Lösungen auf der Basis

von Sicherheitsrelaisbausteinen und Sicherheitssteuerungen

mit einer Vielzahl von

Visualisierungs- und Diagnosemöglichkeiten

bereit.

Bei kleinen Maschinen, zum Beispiel mit

einer Schutztür plus Not-Halt-Funktion, ist

der Sicherheitsrelaisbaustein die kostengünstigste

Lösung. Die multifunktionalen

Relaisbausteine der Protect SRB-E-Reihe

von Schmersal sind in unterschiedlichen

Anwendungen gleichermaßen gut einsetzbar.

Jeder Baustein verfügt über mehrere

Funktionen, sodass der Kunde die gewünschte

Anwendung bzw. die gewünschte

Funktion einfach auswählen kann. Dazu

sind keine Programmierkenntnisse oder

Softwaretools notwendig.

Für etwas komplexere sicherheitsgerichtete

Aufgabenstellungen bietet sich die Sicherheitssteuerung

Protect Select an. Sie lässt

sich ganz einfach per Menüführung über

die Klartext-Anzeige an den individuellen

Einsatzfall anpassen. Dem Anwender stehen

vier Applikationsprogramme zur Auswahl,

die bereits für die gängigsten Konfigurationen

von Sicherheitsbereichen voreingestellt

sind und rund 80 % aller Anwendungsfälle

abdecken. Damit reduziert sich der nötige

Parametrieraufwand auf ein Minimum, ohne

dass die Flexibilität eingeschränkt wird.

Denn bei jedem Programm hat der Anwender

die Möglichkeit, Funktionen wie z. B. die freie

Zuweisung von Rückführkreisen (EDM),

Anlauftestung, zyklische Testung, Auto-Start

etc. einfach zu aktivieren.

Programmierung von

individuellen Sicherheitslösungen

Schnelllebige Absatzmärkte erfordern die

kosteneffiziente Fertigung von kundenindividuellen

Produkten in sehr kleinen Losgrößen.

Um kleinere Losgrößen fertigen zu

können, werden künftig modular aufgebaute

Anlagen eine größere Rolle spielen. Steuerungsfunktionen

werden auf kleinere, dezentrale

Einheiten verteilt, die miteinander

vernetzt sind. Hier bieten die neuen, modularen

Sicherheitssteuerungen der Produktfamilie

PSC von Schmersal die Möglichkeit,

individuelle Schutzsysteme zu programmieren.

Zudem ist zwischen verschiedenen

PSC-Steuerungen eine sichere Querkommunikation

über Ethernet SDDC (Safety Device-to-Device

Communication) möglich.

Dies vereinfacht den Aufbau komplexer,

mehrteiliger Anlagen mit vernetzten Sicherheitssubsystemen.

Ein weiterer Vorteil der

PSC-Familie: Über ein universelles Kommunikationsinterface

kann der Anwender

einfach per Software verschiedene Feldbusprotokolle

auswählen und einstellen. Über

die Standardbussysteme ist es auch möglich,

zusätzliche nicht-sichere Diagnosesignale

der angeschlossenen Sensorik und

der Sicherheitssteuerung an eine Automatisierungssteuerung

weiterzuleiten. Damit

können beispielsweise Signale ausgewertet

werden, die für die Vermeidung von Stillstandzeiten

bzw. die Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit

relevant sind.

Umfangreiche Diagnosedaten

Als weitere Möglichkeit zur Absicherung

komplexerer Anlagen – und gleichzeitig

zur Übermittlung nicht-sicherer Diagnosedaten

– eignen sich die Safety-Installationssysteme

von Schmersal. Dabei werden die

Christian Heller ist Leiter Produktmanagement,

Schmersal Gruppe, Wuppertal

68 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


TITEL I MESSE MOTEK 2017

02 Die Schmersal Safety Installationssysteme:

passive Verteilermodule PDM, passive Feldbox

PFB, aktive Eingangserweiterungen SRB-E (v.l.)

03 Die Sicherheitssteuerung

wird über die Software SafePLC2

programmiert und ermöglicht eine

einfache Signalverfolgung

01 Die Sicherheitssteuerung Protect PSC1

ist als modulares System konzipiert, das sich

an die jeweilige Applikation anpassen lässt

04 Sicherheitsrelaisbausteine: Die Baureihe Protect SRB-E deckt

zahlreiche Anwendungsprofile ab

Sicherheitsschalter nicht direkt mit Sicherheitssteuerungen

oder Relaisbausteinen

verbunden, sondern ganz einfach über

Verteilermodule in Reihe geschaltet. Die

pas siven Installationssysteme können

außer dem optional mit einem „Seriellen

Diagnose“(SD)-Interface für die Übertragung

nicht sicherer Daten ausgestattet

werden.

Sicherheitssensoren und -zuhaltungen in

der Reihenschaltung, die mit SD-Interface

ausgestattet sind, können umfangreiche Diagnosedaten

über das SD-Gateway und einen

Feldbus an eine Steuerung übertragen,

und die Daten können visualisiert werden.

Bei der berührungslos wirkenden magnetischen

Sicherheitszuhaltung MZM100-SD

können das beispielsweise Fehlermeldungen

sein, wie etwa „Fehler oder Querschluss

an einem Sicherheitsausgang“, „zu niedrige

Betriebsspannung“ oder „defekter Betätiger“,

sodass eine rasche Fehlerbeseitigung

ermöglicht wird.

Darüber hinaus ermöglichen diese erweiterten

Diagnosefunktionen künftig auch

die vorausschauende Wartung und die Vermeidung

von Maschinenstillständen, zum

Beispiel indem sie nicht-sicherheitsgerichtete

Statusinformationen an die Betriebssteuerung

weiter geben, etwa bei Türversatz

den Hinweis, dass die Schutztür neu justiert

werden muss.

Sichere Mensch-Roboter-

Kollaboration

In der digital vernetzten Industrie wird die

direkte Zusammenarbeit von Mensch und

Robotern ohne trennenden Schutzzaun

weiter zunehmen. Schmersal hat gemeinsam

mit namhaften Roboterherstellern Sicherheitssteuerungen

zur Überwachung

von Robotern entwickelt. Zu den Kennzeichen

des Safety Controllers, der die Basis

für die kundenindividuellen Sicherheitssteuerungen

bildet, gehören die selbsttätige

Überwachung der Position und die Geschwindigkeit

von Achsen beziehungsweise

gefahrbringenden Bewegungen. Mit dieser

Entwicklung hat Schmersal die Grundlagen

für einige der neueren Sicherheitskonzepte

ohne Schutzzaun gelegt, die heute unter

anderem von namhaften Roboterherstellern

genutzt werden. Um Innovationen in diesem

zukunftsträchtigen Bereich voranzutreiben,

unterstützt Schmersal ein auf drei Jahre

angelegtes Forschungsvorhaben der Hochschule

Bonn-Rhein-Sieg. Ziel des Projektes

„ist eine verbesserte Absicherung der Kollaboration

von Menschen und Robotern.

Mit Hilfe einer mehrstufigen Sensorik und

intelligenter Software sollen Industrieroboter

erkennen können, ob sich ein Mensch in

ihrem Bewegungsumfeld befindet oder

lediglich ein Objekt.

System- und Lösungsanbieter

für Maschinensicherheit

Aufgrund der neuen technischen Entwicklungen

im Zuge von Industrie 4.0 steigt der

Bedarf an ganzheitlichen sicherheitstechnischen

Systemlösungen, die individuell auf

die Anforderungen der jeweiligen An wendung

zugeschnitten sind. Die Schmersal-

Gruppe bietet daher mit ihrem Geschäftsbereich

Tec.nicum umfassende Beratungsdienstleistungen,

um die Hersteller schon in

der Planungsphase durch die Konzeption

individuell angepasster Schutzeinrichtungen

zu unterstützen und begleitet anschließend

den gesamten Prozess – bis zur schlüsselfertigen

Übergabe der sicherheitstechnischen

Lösung nach erfolgreicher Integration. Dieser

Entwicklungsprozess schließt oft schon im

Vorfeld Risiko-Analysen sowie sicherheitstechnische

Bewertungen vorhandener Maschinen

und Anlagen ein und endet nicht

bei der anwendungsspezifischen Programmierung

von Sicherheitssteuerungen. Als

System- und Lösungsanbieter für Maschinensicherheit

liefert Schmersal damit alles

aus einer Hand: Hardware und Software,

Know-how, Consulting und Engineering.

Fotos: K.A. Schmersal GmbH & Co. KG

www.schmersal.com

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 69


MOTEK 2017 I MESSE

Kleine Bauteile schnell und flexibel greifen

Bin-Picking-Lösung mit Handlingroboter erfüllt höchste Ansprüche an Qualität und Präzision

Vor allem die Entnahme sehr

kleiner und ungeordneter Teile aus

Transportbehältern stellt beim

roboterbasierten „Griff in die Kiste“

eine Herausforderung dar. Dieser

Aufgabe hat sich ein nordrheinwestfälisches

Unternehmen gestellt

und eine leistungsfähige Lösung

mit einem Handlingroboter

entwickelt. Dieser sechsachsige

Roboter wird vor allem in

Applikationen eingesetzt, die eine

hohe Flexibilität erfordern.

Seit über drei Jahrzehnten konstruiert,

entwickelt und produziert das Unternehmen

ASS Maschinenbau im nordrheinwestfälischen

Overath Greiferteile, Roboterhände

und Automationsanlagen für höchste

Ansprüche an Qualität und Präzision. Noch

nicht ganz so lange, aber doch schon seit

Jahren kommen dabei auch Motoman-

Roboter von Yaskawa in vielen Anlagen als

zentrale Komponente zum Einsatz.

Schnelligkeit und Prozesssicherheit

als Voraussetzung

So auch bei einem aktuellen Auftrag aus der

Automobilindustrie: Konkret ging es darum,

15 cm lange, ungeordnet angelieferte Aluminium-Rohre

für die Motorkühlung aus

einer Kunststoffbox zu entnehmen und in

definierter Lage abzulegen. Aufgrund der

angestrebten Taktzeiten und der geforderten

Flexibilität schied eine mechanisierte Vereinzelung

durch Rütteltöpfe oder Fördertechnik

dabei ebenso aus wie eine manuelle

Entnahme. Gefragt war vielmehr eine serientaugliche

Lösung, die Schnelligkeit, Bedienungsfreundlichkeit

und Prozesssicherheit

auch für das Handling dieser vergleichsweise

kleinen Bauteile gewährleistet.

Schnell war klar, dass sich diese Aufgabe

nur mit einem hochflexiblen Roboter lösen

lässt. Die Wahl fiel dabei auf den Handlingroboter

Motoman MH5LF von Yaskawa in

Kombination mit einem optischen 3D-Sensorsystem

Shapescan3D 400 von Isra und

einem Linearantrieb. Bei der „Griff in die

Kiste“-Lösung ist der Manipulator mit

einem von ASS anwendungsspezifisch entwickelten

Greifer ausgestattet.

Thilo Puchert, Leitung Automation bei der ASS

Maschinenbau GmbH in Overath

70 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


Das Kamerasystem scannt sowohl die in

dem Behälter befindlichen Werkstücke als

auch den Roboter-Greifer. Lage und Orientierung

der Werkstücke werden an den

Roboter übermittelt. Gleichzeitig kalibriert

das System über eine Schnittstelle den Greifer

und legt die anzufahrenden Punkte fest. Im

Automationszyklus fährt der Roboterarm

dann an die vorbestimmte Position, entnimmt

das Werkstück und legt es geordnet

wieder ab, bspw. in die Zuführeinrichtung

einer Werkzeugmaschine. Über den Linearantrieb

werden dabei ständig neue Behälter

nachgeschoben.

Hohe Leistungsfähigkeit

auf engstem Raum

Der sechsachsige Hochgeschwindigkeitsroboter

Motoman MH5LF ist speziell für roboterbasierte

Applikationen konzipiert, die

eine hohe Flexibilität erfordern. Für die von

ASS gestellte komplexe Aufgabe eignet er

sich damit ebenso gut wie z. B. zum Verpacken,

zur Maschinenbeschickung oder zum

Dosieren. Dabei besteht die Wahlmöglichkeit

zwischen Boden-, Wand- oder Deckeninstallation.

Außerdem kann dieses Modell

sowohl mit der Hochleistungssteuerung

DX200 als auch mit der Kompaktsteuerung

FS100 betrieben werden. „Insbesondere der

erbrachte Nachweis der Machbarkeit hat uns

von diesem Modell überzeugt“, begründet

Thilo Puchert, Leiter Automation bei ASS,

die Entscheidung für diesen Robotertyp.

Nicht zuletzt weist der MH5LF ein kompaktes,

konsequent platzsparendes Design

auf. Dadurch bietet der Roboter auf engstem

Raum eine hohe Leistungsfähigkeit. So kann

er Lasten von bis zu 5 kg mit einer Wiederholgenauigkeit

von 0,03 mm handhaben.

01 Der Manipulator ist mit einem

anwendungsspezifisch entwickelten Greifer

ausgestattet

Darüber hinaus ist der maximale Arbeitsbereich

mit 160 ° in beide Richtungen großzügig

ausgelegt. Das platzsparende Konzept

setzt sich in Form einer im Roboterarm integrierten

Medien- und Luftzu führung fort.

Dadurch werden Störquellen reduziert, die

Anlagenzuverlässigkeit wird maximiert und

die Programmierung vereinfacht.

Individuell anpassbar

Die Systemintegration ist eine der Kernkompetenzen

von ASS. So wurde auch für

den „Griff in die Kiste“ alles von der Machbarkeitsanalyse

über die Konzeption und

Projektierung bis hin zur Integration in die

Fertigungsumgebung des Kunden reali-

02 Das Kamerasystem scannt sowohl

im Behälter befindliche Werkstücke

als auch den Roboter-Greifer

siert. Die Automationsanlage kann in der

weiteren Produktion größtenteils selbstständig

vom Kunden angepasst werden.

Die intuitive Bedieneroberfläche ermöglicht

eine einfache Handhabung und individuelle

Anpassung ohne besondere Programmierkenntnisse.

Durch die intelligente

Kombination eines Handlingroboters mit

einem Kamerasystem und einem selbst

entwickelten Greifer hat ASS eine flexible

und leistungsfähige „Griff in die Kiste“-

Lösung speziell für kleinere Werkstücke

realisiert.

Fotos: ASS Maschinenbau

www.yaskawa.eu.com

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2017 71


Messe

36. Motek – Branchentreff für die Produktionsund

Montageautomatisierung

Mit rund 800 Ausstellern verzeichnet der Veranstalter dieses Jahr

wieder eine rege Teilnahme der Messe Motek, die vom 9. - 12. Oktober

2017 in der Landesmesse Stuttgart stattfindet. Die Motek

als Branchentreff für die Produktions- und Montageautomatisierung

findet mehr und mehr auch das Interesse von Anbietern

und Anwendern aus spezialisierten oder bereichsübergreifenden

Unternehmensdisziplinen. Zu nennen wären hier z. B. die Blech-,

Kunststoff- und Holzbearbeitung, die Prüf-/Testtechnik, die Verpackungs-

und Kommissionier-Technik sowie die Intralogistik.

Mit steigendem Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad sowie

dem Leistungsvermögen moderner, hoch flexibel und universell

einsetzbarer Handhabungs- und Robotersysteme ergeben sich

hier fast täglich neue Betätigungsfelder. Für die wirtschaftliche

Prozess-Automatisierung eignen sich mehrachsige Handhabungssysteme

und Industrieroboter geradezu ideal.

www.motek-messe.de

Fachforum „Sicherheit + Automation

im Rahmen der Motek 2017

Am 09. Oktober findet auf der Motek das Fachforum „Sicherheit

+ Automation“ statt. In sechs Einzel vorträgen werden Experten

über die Trendthemen der sicheren Automation referieren. Zu den

Schwerpunktthemen werden die sichere Mensch-Roboter-

Kollaboration und die sichere Antriebstechnik in der smarten Fabrik

der Zukunft gehören. In weiteren Vorträgen geben Experten Praxistipps

für die Umsetzung von Betriebssicherheitsverordnung und

CE-Prozess. Alle Vorträge können ohne Anmeldung besucht

werden und sind für Messebesucher kostenlos. Mit dem neuen Format

als Forum setzen die Veranstalter – das Automatisierungsunternehmen

Pilz und das Messeunternehmen Schall – die Reihe

„Sicher heit + Automation“ fort. In den letzten zehn Jahren hat sich

die Veranstaltung etabliert und zählte rund 1 500 Ingenieure und

Konstrukteure als Fachbesucher. Das Programm kann über folgenden

Link abgerufen werden: www.sicherheitundautomation.de.

www.pilz.com

Inserentenverzeichnis Heft 4/2017

Automation24, Essen 9

B&R Industrie-Elektronik,

Bad Homburg11

Bachmann electronic, A-Feldkirch41

Balluff, Neuhausen 7

Bopla, Bünde57

Conrad Electronic, Hirschau55

Data Translation,Bietigheim-Bissingen19

Delphin, Bergisch Gladbach 5

Electronic Assembly, Gilching56

Endress+Hauser, Weil am Rhein 27 a+b

Falcon Illumination MV, Untereisesheim22

First Sensor AG, Puchheim23

Flir, Frankfurt43

FuehlerSysteme, Nürnberg17

Goldammer, Wolfsburg21

Helukabel, Hemmingen29

iC-Haus, Bodenheim15

icotek, Eschach61

IDS Imaging Development Systems, Obersulm25

ipf, Lüdenscheid65

Meorga, Nalbach 8

Mitsubishi Electric Europe, Ratingen 33 - 34

Novotechnik, Ostfildern37

Pflitsch, Hückeswagen51

Posital Fraba, Köln47

Schubert System Elektronik, Neuhausen 3

Siemens, Nürnberg2. US

Stego, Schwäbisch Hall49

STS Sensoren Transmitter Systeme, Sindelfingen27

The Mathworks, Ismaning4. US

Turck, Mülheim39

ViscoTec, Töging E35

Beilage:

Meorga, Nalbach (Teilbeilagen)

Vollsynchronisierter Prozess in

automatisierten Prüfanlage

Eine 100-%-Kontrolle von hohlzylindrischen

Schlauchfassungen realisierte Inotec AP mit

Nera Vision. Gelöst wurde die Aufgabe mit

einer Mehrstationen-Linie, in der förder- und

lineartechnische Komponenten für die Vereinzelung

und Positionierung sorgen, während

taktile und optische Verfahren jede Schlauchfassung

vermessen. Alles geschieht vollautomatisiert

und mit einer Ausgabegeschwindigkeit

von 1,0 pps. So kann der Hersteller seine

Großserien lückenlos prüfen und gewährleistet

die Auslieferung von einwandfreien Bauteilen.

www.inotec-ap.de

72 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


Leistungsstarke Panel-PC im

Edelstahlgehäuse

Die Panel-PC der Vitam-Serie von

Wachendorff Prozesstechnik setzen

auf Qualität und ein lüfterloses

Design in einem sehr robusten

Edelstahlgehäuse. Aufgrund des

vollständig geschlossenen Gehäuses,

ausgeführt in der Schutzart IP66/

IP69k, und der rahmenbündigen

Ausführung des Displays sind diese Panel-PC vor Verunreinigungen

geschützt und daher auch für anspruchsvolle und sensible

Anwendungen im Lebensmittelbereich oder in Chemielaboratorien

geeignet. Skalierbare Prozessor-Optionen, die Vielfalt an

Display-Größen und diverse Erweiterungsoptionen machen die

Geräte zu Generalisten im industriellen Einsatz. Die Anschlüsse

zu den verschiedensten Kommunikationsschnittstellen sind mit

M12-Konnektoren ausgestattet. Hierdurch kann ein absolut

dichter Übergang zwischen Kabel und Panel-PC geschaffen

werden. Die Montage kann mittels Vesa- oder Yoke-Mount erfolgen.

Während Vesa-Mount für die Montage an einem Trage-

System geeignet ist, kann mittels Yoke-Mount eine flexible

Stand- oder Hänge-Montage realisiert werden.

www.wachendorff-prozesstechnik.de

Einstieg in die Welt der Low Cost Robotics

Schon heute sind Roboter aus der

Fertigung kaum noch wegzudenken –

und ihre Einsatzgebiete nehmen stetig

zu. Durch kontinuierliche Weiterentwicklungen

und Produktinnovationen

wird Robotik auch für kleine und mittelständische

Unternehmen zunehmend

interessant. Wie diese günstig automatisieren

können, zeigt die neue Website

low-cost-robotics.de. Auf der Webseite

erhalten Interessenten einen Überblick

über die Möglichkeiten, die diese

Technologie Anwendern bietet und

erste Entscheidungshilfen. Dr.-Ing. Sebastian Feldmann von der

Universität Duisburg-Essen, erklärt im kostenfreien E-Book „Low

Cost Robotics – Status, Chancen, Ausblick“, was Anwender bei der

Anschaffung beachten sollten. Der Robotik-Experte zeigt dabei

auf, wie hoch die Investitionskosten sind und welche Möglichkeiten

unterschiedliche Systeme bieten. Zugleich haben Interessenten

die Möglichkeit an einem von Igus gesponserten Ideenwettbewerb

teilzunehmen. Hier können unter anderem interessante

Anwendungen eingereicht werden, in der ein Robolink-

Gelenkbaukasten zum Einsatz kommt.

www.igus.de

Rollenfördersystem mit neuen Features für variablen Einsatz

Die neue Generation des Rollenfördersystems TS 5 von Bosch

Rexroth ist mit mehreren Erweiterungen nun noch variabler einsetzbar.

Dazu zählt z. B. der Tandem-Transport für Überlängen,

der insbesondere für die Automotive-Branche

interessant ist. Außerdem bietet das System

nun die Möglichkeit zur Anbindung an i4.0-

Tools, um zum Beispiel Produktionsabläufe

in Echtzeit zu visualisieren. In Verbindung

mit dem Planungstool MTpro erlaubt es die

Realisierung beliebiger Layouts, die ein Lastenspektrum

jenseits von 400 kg abbilden

können. Eine 3-Wege-Weiche, eine Dreheinheit, ein stirnseitiger

Antrieb und ein kompakter Stopperzylinder lassen sich nun auch

in das System integrieren. Dazu kommen ESD-Fähigkeit, die

Eignung für raue und ölige Umgebung oder

den Einsatz im Trockenraum. Gegenüber

Systemen mit normalem Kettenantrieb ermöglichen

der Königswellen-Antrieb und die

Rollenförderwalzen einen nahezu wartungsfreien

Produktionsprozess.

www.boschrexroth.com

3D-Simulation mit Produktivcode

Mit einem Visualisierungstool beschleunigt B&R die Entwicklung

von Automatisierungslösungen mit dem Transportsystem

Supertrak. Es visualisiert die simulierte Bewegung aller Shuttles

und synchronisierter Subsysteme wie Robotik und CNC in 3D.

So können Maschinenkonzepte und Ablaufprogramme vorab

validiert und die Inbetriebnahme beschleunigt werden. Das Tool

und umfangreiche Simulationsmöglichkeiten sind in die Software

Automation Studio integriert. Alle Simulationen basieren auf

realem Maschinencode. Im Simulationsmodus erfolgt die

3D-Visualisierung in der Entwicklungsumgebung, so dass der

Prozess bereits vor der Inbetriebnahme optimiert werden kann.

Anschließend wird der Maschinencode mit wenigen Klicks auf

die Ziel-Hardware übertragen. Zur

Laufzeit verarbeitet das Visualisierungstool

Sensorsignale in Echtzeit

und ermöglicht die Darstellung der

Maschinenbewegungen auf der

Maschinenvisualisierung.

www.br-automation.com

Effizient und schonend Teile bereitstellen

Denipro zeigt eine voll funktionierende Denisort-Anlage, die kleine

Bauteile und Schrauben für Montageprozesse sortiert und anschließend

bereitstellt. Das System kann ein AKL oft ersetzen und platzsparend

Montagestationen versorgen. Funktionen wie Sortieren,

Kommissionieren und Transportieren

lassen sich in einer einzigen

durchgängigen Anlage durchführen.

Es eignet sich für Unternehmen,

deren Serienfertigung eine hohe

Variantenvielfalt zu bewältigen hat,

z. B. in Branchen wie Automotive,

Maschinenbau, Kommunikationselektronik,

optische Industrie uvm. Das Entladen der Produkte erfolgt

schonend: Sie fallen nicht einfach aus den Schalen, sondern rutschen

behutsam und kontrolliert ihrer Destination entgegen. Deshalb

eignet sich die Technologie auch für zerbrechliche Montageteile.

In manchen Produktionsumgebungen kann eine Denisort-Linie

auch ein AKL ergänzen, indem es als Überbrückung fungiert.

www.denipro.com

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 73


Ein Unternehmen

für Präzision mit

Mikrowellen-

Messtechnik

Die Automatisierung von Prozessabläufen ist nach wie

vor ungebrochen – Anlass für MWM tec sich in diesem

Segment mit einem konkurrenzstarken Messsystem zu

etablieren. Lesen Sie, warum das Start-up mit seiner

Multifrequenztechnik die Dichte- und Konzentrationsmessung

auf ein neues Niveau bringt.

Das Mikrowellen Dichte- und Konzentrationsmessgerät Micro-

Sinus liefert exakte Messwerte in Echtzeit während des laufenden

Prozesses und eignet sich u. a. für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie,

Abwassertechnik, Papierindustrie und Chemie

Laura Aubel und Michael Deutsch gründeten 2015 die mittlerweile

international tätige Firma MWM tec (Microwave Measurement

Technology) mit Sitz in der bekannten Technologieregion Karlsruhe.

Das Team besteht aus hochqualifizierten Ingenieuren und Technikern

mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Hochfrequenztechnik.

Die Kernkompetenzen des Unternehmens liegen in der Herstellung

und im Vertrieb industrieller Messtechnik zur Online-Bestimmung

der Dichte und Konzentration von Flüssigkeiten mit einem Mikrowellen-Transmissionsverfahren.

Hinzu kommen technischer Support

und weltweite Inbetriebnahme vor Ort.

In vielen industriellen Fertigungsverfahren ist eine Aussage über

den Wassergehalt bzw. die Konzentration der Trockensubstanz in

der jeweils verarbeiteten Masse für den Fortgang des Herstellungsprozesses

und die Produktqualität entscheidend. Das gilt für Pasten,

Öle oder Molkereiprodukte in der Lebensmittelindustrie ebenso

wie für Faser- und Zellstoffe in der Papierherstellung oder Faulschlämme

in Klärwerken und vieles mehr. Zur exakten Bestimmung

des Wassergehalts in einem pastösen Medium und der anschließenden

rechnerischen Ableitung des Trockenmassegehalts wird

unter anderem Messtechnik eingesetzt, die auf dem Mikrowellen-

Transmissionsverfahren beruht. Mit dem Mikrowellen Dichte- und

Konzentrationsmessgerät MicroSinus bietet das junge Unternehmen

ein Inprocess-Instrument für die Echtzeiterfassung von Trends für

die Konzentrations- bzw. Trockenmasseüberwachung in wasserhaltigen

Medien. Die eingesetzte Multifrequenztechnologie garantiert

dabei eine präzise und zuverlässige Messung – unabhängig von

Viskosität und Farbe sowie Druck- und Fließgeschwindigkeit des zu

messenden Mediums. Damit besitzt die von MWM tec genutzte

Technologie einen entscheidenden Vorteil gegenüber am Markt

üblichen physikalischen Messmethoden zur Konzentrations- bzw.

Dichtebestimmung in flüssigen Medien.

Mit diesem Konzept ist das Start-up erfolgreich im Markt angekommen

und die Perspektiven sehen vielversprechend aus. MWMtec

verfolgt daher stringent seine Ziele, nämlich weiter zu wachsen

und neue qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen.

Langfristig möchte sich das Team Anerkennung in der Branche

verschaffen, bekannt werden und in die Welt der Marktführer eindringen.

Und dazu wird auch die Unternehmenskultur beitragen,

offen und innovativ, geprägt durch kurze Entscheidungswege und

durch die Möglichkeit der Mitarbeiter sich weiterzuentwickeln.

www.mwm-tec.de

74 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017


VORSCHAU

IM NÄCHSTEN HEFT: 5/2017

ERSCHEINUNGSTERMIN: 16. 10. 2017 • ANZEIGENSCHLUSS: 28. 09. 2017

01

02

03

01 Hohe Taktzahlen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen – wie die

Sezialleitungen von Igus eine Palettieranlage 15 Jahre wartungsfrei halten

04

02 Identifkationstechnik RFID spielt in der automatischen Wechselteilerkennung

von Verpackungsmaschinen seine Vorteile aus

03 Im Gespräch mit National Instruments: Wie die neue Generation von

LabView die Lösung von Messtechnikaufgaben erleichtert

Der direkte Weg

Internet:

www.industrielle-automation.net

E-Paper:

www.engineering-news.net

Redaktion:

n.steinicke@vfmz.de

AUTOMATION TECHNOLOGIES:

www.en.engineering-news.net

04 Berührungslose Temperaturmessung für jede Anwendung – das bieten

Pyrometer und Infrarotkamera als kombinierte Einheit

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017 75


MATLAB SPEAKS

WIRELESS

DESIGN

Sie können drahtlose

Kommunikationssysteme

direkt in MATLAB simulieren

und verifizieren.

Erfahren Sie, wie das aktuelle

MATLAB die Entwicklung von

HF-, LTE-, WLAN- und 5G-Systemen

sowie SDR-Hardware

(Software Defined Radio)

unterstützt.

mathworks.de/wireless

©2016 The MathWorks, Inc

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