Der Ostalbkreis - ganz persönlich

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Der Ostalbkreis ganz persönlich


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Ostalbkreis

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Ostalbkreis

Der

ganz persönlich

Landratsamt Ostalbkreis

in Zusammenarbeit mit der

neomediaVerlag GmbH


4 I Impressum

Impressum

Herausgeber:

Landratsamt Ostalbkreis

Stuttgarter Straße 41

73430 Aalen

Tel. 07361 503-0

info@ostalbkreis.de

www.ostalbkreis.de

neomediaVerlag GmbH

Industriestraße 23

48653 Coesfeld

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www.neomedia.de

Redaktion/Lektorat:

Landratsamt Ostalbkreis,

Susanne Dietterle

Joachim Ostowski, Ostalbpresse

neomediaVerlag GmbH, Günter Poggemann,

Brigitte Lichtenthaeler

Projektakquise:

Matthias Kurz

Bildnachweis:

Stadt Aalen, Willi Anderl, Kerstin Melanie Artinger,

Achim Auchter, Albert Bader, Anton Bäuerle,

Günther Bayerl, Harald Berlinger, Helmut

Bernert, Vince Bianco, Hans Brinning, Dr. Michael

Dietterle, Martin Eberhardt, Ralph Endreß,

Heiko Fischer, Jan Fleck, Ernst Friedrich, Christian

Frumolt, Andrea Hafner, Peter Hageneder,

Martin Hauber, Dr. Bernhard Hildebrand, Frank

Holzapfel, Manuel Hommel, Lukas Hug, Elke

Kautz, Otmar Kehrer, Gerd Keydell, Eduard Kolb,

Christa Kopitz, Monika Krecsmar, Hermann

Kuon, Günter Kurz, Andrej Lässig, Ulrich Mayr,

Andreas Meier, Erika Mertsch, Peter Müller-Krejcir,

Wolf Noack, Anette Oertel, Jürgen Pfleiderer,

Jutta Rieger, Joachim E. Röttgers, Werner Riek,

Johannes Rodi, Ulrich Rund, Werner Saupp,

Karl-Heinz Scheide, Michael Schnell, Uwe

Schwenk, Jochen Staudacher, Justus Strauß,

Bettina Stritz, Josef Tuschl, Matthias Wassermann,

Dr. Ingrid Weber

Printed in Germany 2011

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den Beiträgen der

Autoren Darstellungen und Bilder der Firmen

und Einrichtungen zugrunde, die mit ihrer finanziellen

Beteiligung das Erscheinen des Buches ermöglicht

haben. Sie sind im Anhang aufgeführt.

Druck:

Paus Medien GmbH

Bibliographische Information der

Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte Daten sind im Internet über

http://dnb.dbb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-63-5


Inhalt I 5

Ostalbkreis

Der

ganz persönlich

12 Willkommen im Ostalbkreis!

Landrat Klaus Pavel

16 Grußwort des Ministerpräsidenten

Winfried Kretschmann

18 Ein Menschenschlag,

den man mögen muss

Dr. Pius Angstenberger

20 Mut zu Neuem, Kreativität und

Offenheit sind spürbar

Richard Arnold

22 Der Ostalbkreis ist mein Heimathafen

Andreas Beck

24 Raum für Talente und Patente

Dr. Ursula Bilger

26 Mein Ostalbkreis

eine späte Liebe

Dr. h. c. Rudolf Böhmler

28 Die Wurzeln bleiben unvergessen

Dieter Braun

30 Schwäbische Mentalität weiß sich zu

behaupten

Dr. Dieter Brucklacher

34 Aalen schaff Zukunft

Stadt Aalen

36 Seit 100 Jahren in den Motoren

der Welt zu Hause

Maschinenfabrik ALFING Kessler GmbH

38 Hochleistungsdämmstoffe aus

Abtsgmünd

aprithan Schaumstoff GmbH

39 Moderne Abfallwirtschaft

Gesellschaft im Ostalbkreis für

Abfallbewirtschaftung mbH

40 Der Ostalbkreis – ein

unverwechselbares Markenzeichen!

Georg Brunnhuber

42 Die Integration kann nicht

dem Zufall überlassen werden

Bilal Dincel

45 Erste Eindrücke eines Neulings

Ralf Drescher

46 Ein Weg, den ich nie bereut habe

Professor Dr. Immo Eberl

48 Ich wohne dort, wo andere

Urlaub machen

Udo Effenberger

50 Ich möchte nirgendwo anders

wohnen und leben

Lisa Elser

52 forschen, entwickeln, messen

fem

54 Präzisionstechnik nach Maß

DSM Messtechnik GmbH

56 Vom Produktionsstandort zur

weltweiten Firmenzentrale

C. & E. FEIN GmbH

58 Wer sich engagiert, verändert

Annemarie Engelhardt

60 Erinnerungen an originelle,

kantige, bisweilen auch

kauzige Persönlichkeiten

Bischof Dr. Gebhard Fürst


6 I Inhalt

62 Ein Landkreis mit vielen Gesichtern

Dr. Alfred Geisel

66 Die Ostalb –

ein Glücksfall und eine Liebe

Harald Gentsch

68 Eine zukunftsorientierte und

prosperierende Region

Martin Gerlach

70 Internationales Flair in Bopfingen

Henkel AG & Co. KGaA

72 Motor für die Region

EnBW Ostwürttemberg DonauRies

Aktiengesellschaft

73 In der Region fest verankert –

weltweit vernetzt

Hochschule Aalen

74 Der Ostalbkreis

meine Erfolgsgeschichte

Professor Dr. Astrid Beckmann

78 Zukunft gestalten –

mit Design zum Erfolg

Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd

80 Wo die Gestaltung der Zukunft eine

schöne Aufgabe ist

Erich Göttlicher

82 Journalismus wurde in Aalen

erfunden

Markus Grill

84 Schloss Kapfenburg – Innovation in

alten Gemäuern

Erich W. Hacker

86 Ein Landkreis, der Sicherheit und

Verlässlichkeit gibt

Thomas Halder

88 Rund-um-Versorgung auf

hohem Niveau

Ostalb-Klinikum Aalen

89 Der Mensch im Mittelpunkt

Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd

90 Hoch spezialisierte Medizin in

Wohlfühlatmosphäre

St. Anna-Virngrund-Klinik

92 Kirchen, Kreis, Kommunen

und Kulturbürger

Thomas Haller

94 Dynamisch, flexibel, traditionsbewusst

Michael Hankel

98 Die „Sturm- und Drang“-Jahre

im Ostalbkreis

Otto Hauser

100 Meine Ostalb –

ein Bekenntnis aus der Ferne

Jochen Hieber

102 Gemeinsamer Versorgungsauftrag

von Landkreis und Stadt Ellwangen

Karl Hilsenbek

104 Ein positives Grundgefühl

Dieter Hoeneß

105 Qualität „made in Waldstetten“

auch international in der

Spitzenklasse

LEICHT Küchen AG


Inhalt I 7

Ostalbkreis

Der

ganz persönlich

106 Mutiges Unternehmertum im

ländlichen Raum

Industrie Buchbinderei Ostalb GmbH

108 Schaumstoffösungen im Zeichen

der „Blauen Technologie“

ISO-Chemie GmbH

110 Lebensmittel auf höchstem Niveau

Max Ladenburger Söhne Heimatsmühle

GmbH & Co. KG

111 Produkte und Lösungen,

die funktionieren

INNEO Solutions GmbH

112 Meine Heimat ist einmalig

und fasziniert mich

Patriz Ilg

114 Nicht nur das raue Klima hat

uns geprägt

Cemal Isin

116 Wer seine Heimat nicht liebt,

wird heimatlos

Dr. Philipp-Hariolf Jenninger

118 Gut für die Menschen und die Region

Kreissparkasse Ostalb

120 Vom „Bohrerspitzen“ zum Tool-

Management

Leitz GmbH & Co. KG

122 Europas führender Textilveredler

Lindenfarb Textilveredlung

124 Selbstbestimmtes Leben gestalten –

miteinander und mittendrin

Stiftung Haus Lindenhof

126 Willkommen in Schwäbisch Sibirien!

Michael Kausch

128 Weg vom Schuss und mittendrin

Peter Kirsch

130 Ich fühle mich nach wie vor als

Schwäbisch Gmünder

Vincent Klink

132 Alles unter einem Himmel

Hans Kloss

134 Schon als Kind habe ich ihn lieb

gewonnen

Monsignore Erwin Knam

137 Schuhhändler aus Leidenschaft

Schuh Kauffmann GmbH

138 Der mittelständische Globalplayer

von der Ostalb

LMT GmbH & Co. KG

140 Die gebraute Lebensfreude

Löwenbrauerei Wasseralfingen

141 Ein internationaler Brillenhersteller

mit Stammsitz in Schwäbisch Gmünd

Ferdinand Menrad GmbH + Co. KG

142 Von der Schreinerei zur

Möbel-Erlebniswelt

Möbel Mahler Einrichtungszentrum

GmbH & Co. KG

144 „Da bekommt man schon

mal Gänsehaut“

Rainer und Werner Koczwara

146 Ostalb – Augenblicke

Monsignore Sieger Köder


8 I Inhalt

150 Ich fühle mich als „Ostälbler“

Hans Kolb

152 Ein Leben auf der Ostalb

Dr. Dieter Kress

155 Kultur-Kreis Ostalb

Katharina Kreuzhage

156 Industriedesign und Designkunst

Reiner Moll

158 Der Premiumhersteller von

Dekorpapieren

Munksjö Paper GmbH

160 Ein Pionier unter den

Großverbrauchermärkten

OMEGA SORG GmbH

161 Der Partner für individuelle

Sonderlösungen im Bereich Sägen,

Schneiden und Prüfen

August Mössner GmbH + Co. KG

162 Multimedial wie eine Großstadt

Claus Liesegang

164 Bin ich nun ein schwäbischer

Franke oder ein fränkischer Schwabe?

Jürgen Mädger

166 „Schee“ ist es hier ohne Witz!

Ernst Mantel

168 Der Ostalbkreis: ein vielfältiger

Landkreis in Baden-Württemberg

Stefan Mappus

170 Der Ostalbkreis

weltoffen und bodenständig

Geert Müller-Gerbes

172 „Mein Heimathaus“

Theresia Nagler

174 Lautsprecher, die Maßstäbe setzen

Nubert electronic GmbH

176 Handwerkliche Exzellenz für die

Leichtbaulösungen der Zukunft

Prototechnik GmbH & Co. KG

177 Komponenten und Systeme

für anspruchvollste

Hygieneanforderungen

Pentair Südmo

178 Der innovative Partner für die

Fahrzeugentwicklung

PTS GmbH – Prototypen- und Systemtechnik

180 Ostälber ist man, weil man hier wohnt

Immanuel J. A. Nau

182 Jahre, die unvergessen sind

Dr. h. c. Klaus Naumann

186 Soziales und kulturelles

ehrenamtliches Engagement als

Markenzeichen

Tilo Nitsche

188 Was ich meiner Heimat wünsche…

Dr. Helmut Ohnewald

190 Das Glück, in einer so schönen

Region aufzuwachsen

Elias Leonard Opferkuch


Inhalt I 9

Ostalbkreis

Der

ganz persönlich

192 Der weltweit führende Hersteller

von Loseblatt-Bindesystemen

Chr. Renz GmbH

193 Die Pioniere des öffentlichen

Personennahverkehrs im Ostalbkreis

OVA-Omnibus-Verkehr Aalen

194 Von der regionalen Öl- und Getreidemühle

zum „Global Player“ in

Sachen funktionale, pflanzliche

Faserstoffe

J. RETTENMAIER & SÖHNE GmbH+Co.KG

196 Der strategische Partner

in der Zerspanungstechnik

ROKU-Mechanik GmbH

197 „Mobilität ist unser Ziel“

Paramobil GmbH

198 Meine Zeit in Bopfingen

Professor Dr. Hans H. Pässler

200 Gemeinsam in einem Boot:

Landkreis und Große Kreisstadt

Ulrich Pfeifle

202 Der Ostalbkreis – reich an

archäologischen Hinterlassenschaften

Professor Dr. Dieter Planck

206 Eine Zeit vieler Begegnungen mit

interessanten Menschen

Dr. Martin Redenbacher

208 Hilfe, die von Herzen kommt

Samariterstiftung Behindertenhilfe Ostalb

210 Einmalig frisches Bier seit mehr

als 300 Jahren

Ellwanger Rotochsen Brauerei

211 Innovation und Präzision

von der Ostalb

Maschinenbau Schmidt GmbH

212 Recycling – der Umwelt zuliebe

Scholz AG

213 Viele Eisen im Feuer

Scholz Edelstahl GmbH

214 Die Holzmühle im Spiegel der

industriellen Veränderungen über

130 Jahre

Josef Rettenmaier sen.

216 Im Ostalbkreis weht ein frisches

Lüftchen

Ursula Richter

218 Ostalb nackt

Wolfgang Roth

220 „Römische Schwäbin“ oder

„schwäbische Römerin“?

Christina Salerno

222 Was macht den Ostalbkreis für

mich zur Heimat?

Karl-Heinz Scheide

224 Der Ostalbkreis

ein Vorzeigelandkreis

Johannes Schmalzl


10 I Inhalt

226 Die Region hat eine herausragende

Ausgangsposition für die Zukunft

Professor Dr. Gerhard Schneider

228 Malerisch, ein wenig mediterran,

aber auch äußerst kreativ und

innnovativ

Stadt Schwäbisch Gmünd

230 Qualität als durchgängiger Prozess

SHW Werkzeugmaschinen GmbH

232 Kompetenter Dienstleister für

Energie und vieles mehr

Stadtwerke Aalen GmbH

233 Weltmarktführer mit schwäbischem

Erfindergeist

Maschinenfabrik Seydelmann KG

234 Es macht wahnsinnig viel Spaß,

etwas für die Jugend zu bewegen…

Sarah Susan Schneller

236 Tief verwurzelt in der Region

Berndt-Ulrich Scholz

238 Eine spannende Mischung aus

Landschaft, Kultur, Wirtschaft,

Bildung und engagierten Bürgern

Dr. Wolfgang Schuster

240 Wir im Ostalbkreis haben alles

Meinrad Sigg

242 Der innovative

Verkehrsdienstleister

gestern, heute und in Zukunft

Severin Abt GmbH und Co. KG

244 Für Lebensqualität rund

um die Uhr

Stadtwerke Schwäbisch Gmünd GmbH

245 Der Mensch im Vordergrund

SRH Fachkrankenhaus Neresheim gGmbH

246 Wo die Römer auf den Schrank

kamen …

Steelcase Werndl AG

247 Dessous und Bademoden zum

Verlieben

SUSA-Vertriebs-GmbH+Co

248 Geprägt von der versteckten

Schönheit dieser Gegend

Professor Dr. Dr. E.h. Werner Sobek

250 Der Ostalbkreis als musikalische

Inspiration

Hans-Peter und Volker Stenzl

252 Fast ein wenig heimelig

Dr. Gerhard Thiele

254 Die Bindung hält ein Leben lang

Carl Trinkl

258 Ein Pionier der Windenergie

Uhl Windkraft

260 Sondermaschinenbau in Perfektion

VAF GmbH

262 Innovations- und Technologieführer

in der Batterietechnologie

VARTA Microbattery GmbH


Inhalt I 11

Ostalbkreis

Der

ganz persönlich

264 Neustrukturierung der

Krankenhauslandschaft war

eine Meisterleistung

Professor Dr. Dr. Bernd Ultsch

266 Traditionen, die mich faszinieren

Alexander Veit

268 Ich wollte Aalen als meine Heimat

nie aufgeben

Dr. h.c. Gustav Wabro

272 Heimat ist eben Heimat

Stefan Waldenmaier

274 Eine Top-Adresse für die

Automobilindustrie

voestalpine Polynorm GmbH & Co. KG

276 Die ZukunftsBank vor Ort

Volksbank Schwäbisch Gmünd eG

278 Aus der Region – für die Region

VR-Bank Aalen eG

280 Auch Menschlichkeit wird aus

dem Ostalbkreis exportiert

Anton Weber

284 Eine Gegend, in der man das Leben

genießen kann

Dr. Gerald Weber

288 In der Welt zu Hause –

auf der Ostalb daheim!

Hans-Peter Weber

292 „Da bin ich daheim!“

Alfons Wenger

295 Sport hat mein Leben geprägt

Dr. Siegfried Wentz

296 90 Jahre im Einklang mit Mensch

und Natur

Weleda AG

298 Technologische Weltklasse –

mitten in der Landschaft

Carl Zeiss AG

300 Der Technologieführer

für Lenkungstechnik

ZF Lenksysteme GmbH

302 Verwurzelt und verwachsen

im Ostalbkreis

Reiner Wieland

304 Die schönste Zeit meines Lebens

Dr. Diethelm Winter

306 Mehr als 30 Jahre Begleiter der

Landwirtschaft im Ostalbkreis

Christoph von Woellwarth

310 Dankbar, ein „kantiger

Ostalbschädel“ zu sein

Professor Dr. Hubert Wolf

312 Natur – Sport – Kultur ... alles pur!

Thomas Zander

314 Der Weg nach Schwäbisch Gmünd

Dr. Andreas Zielonka

316 Übersicht der PR-Bildbeiträge


12 I Klaus pavel

Willkommen im Ostalbkreis!

BIografIe

Klaus pavel

geb. 1953 in Göppingen, verheiratet,

zwei Söhne

Praktische Ausbildung für den

gehobenen nichttechnischen

Verwaltungsdienst bei der Stadt

Eislingen, anschließend Studium

an der Fachhochschule für

Öffentliche Verwaltung Stuttgart

Berufliche Stationen:

Stellvertretender Leiter beim Amt

für Schul- und Straßenwesen

des Landratsamtes Göppingen,

Kämmerer der Gemeinde Süßen,

Bürgermeister der Gemeinde Boll

und Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbandes

Raum

Bad Boll

Seit 11. September 1996 Landrat

des Ostalbkreises

Schon seit alters her verbinden sich mit

dem zentral in Süddeutschland im Dreieck

zwischen Stuttgart, Würzburg und

Ulm gelegenen Ostalbkreis prominente

Persönlichkeiten.

So hatte bereits im fünften Jahrhundert vor

Christus ein namentlich nicht bekannter keltischer

Fürst seinen Sitz auf dem Ipf bei Bopfingen,

Anfang des dritten Jahrhunderts nach

Christus unternahm der römische Kaiser Caracalla

von hier aus seinen siegreichen Feldzug

gegen die Germanen, dem wir die Errichtung

einer Prunkfassade am Dalkinger Limestor

verdanken. Irene von Byzanz, Tochter des

Kaisers Isaak II. Angelos und Schwiegertochter

von Kaiser Friedrich Barbarossa, fand im

staufischen Hauskloster Lorch ihre letzte Ruhestätte.

Mächtige Feldherren und Herrscher

wie Albrecht von Wallenstein und Napoleon

Bonaparte führten ihre Feldzüge hierher.

Große Bildhauer, Dombaumeister, Maler und

Kupferstecher wie Peter Parler und Hans Baldung

entstammen dem heutigen Ostalbkreis

und erlangten nationale und internationale

Berühmtheit.

Waren es früher Kaiser, Heerführer oder Baumeister,

die auf dem Gebiet des Ostalbkreises

geboren oder aufgewachsen sind oder ihr Leben

hier verbracht haben, so sind es heute Architekten,

Ingenieure und Wissenschaftler,

Führungskräfte in Politik und Unternehmen,

Sportler und Journalisten, die die Region hervorgebracht

oder in ihren Bann gezogen hat.

Viele namhafte Persönlichkeiten haben hier

im Kreis wichtige Stationen ihres Lebens verbracht,

die möglicherweise für die Zukunft

prägend waren.

Altbundespräsident Horst Köhler etwa leistete

seinen Wehrdienst beim Panzergrenadierbataillon

in Ellwangen ab, wo viele Jahre später

der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr,

Klaus Naumann, Kommandeur der Panzergrenadierbrigade

war. Bischof Gebhard

Fürst wurde in der Ellwanger Basilika St. Vitus

zum Priester geweiht, Dieter Hoeneß verdiente

sich beim VfR Aalen seine ersten Sporen im

Profifußball und IG-Metallvorsitzender Berthold

Huber verbrachte einige Jahre seiner

Schulzeit in Ellwangen. Ehemals Chefredakteur

und Herausgeber der „Zeit“, startete Theo

Sommer seine journalistische Karriere in

Schwäbisch Gmünd bei der Remszeitung.

Neben diesen und vielen anderen prominenten

Köpfen sind es die Menschen in den 42 Städten

und Gemeinden zwischen Lorch und Riesbürg,

zwischen Waldstetten und Wört, die den

Ostalbkreis zu etwas ganz Besonderem machen,

die ihn geprägt haben und ihm eine unverwechselbare

Identität geben.

Herbert Grönemeyer singt „Heimat ist kein

Ort, Heimat ist ein Gefühl!“ – für all diejenigen,

die in diesem Buch zu Wort kommen, verbindet

sich das Gefühl der Heimat mit einem

Ort, einem Raum, nämlich dem Ostalbkreis.

Und was diesen zur Heimat werden lässt, mit

all seinen Stärken und Schwächen, das haben

hier viele prominente Autorinnen und Autoren

in teils sehr bewegenden Beiträgen stellvertretend

für die rund 310.000 Einwohner des

Kreises beschrieben:

Die prosperierende Wirtschaft im drittgrößten

Kreis des Landes mit weltbekannten Markenherstellern,

Weltmarktführern, Innovationspreisträgern,

überdurchschnittlich vielen hid-


Klaus pavel I 13

Für all diejenigen, die in diesem

Buch zu Wort kommen, verbindet

sich das Gefühl der Heimat mit

einem Ort, einem Raum, nämlich

dem Ostalbkreis.

den champions, erfolgreichen mittelständischen

Betrieben und einem soliden Handwerk,

die gemeinsam durch ihr unternehmerisches

Engagement und ihre Innovationsstärke

und Patentintensität für qualitativ hochwertige

Arbeitsplätze und einen hohen Beschäftigungsgrad

sorgen.

Die vielfältige Hochschullandschaft mit der

Hochschule für Technik und Wirtschaft Aalen,

der Pädagogischen Hochschule und der Hochschule

für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd

sowie weiteren Hochschul-, Forschungs- und

Weiterbildungseinrichtungen, die Basis und

maßgeblichen Erfolgsfaktor für die Aus- und

Fortbildung unserer jungen Menschen und für

den Wirtschaftsstandort darstellen.

Ein umfassendes schulisches Angebot, beginnend

von den allgemein bildenden über berufliche

und Sonderschulen bis hin zu Bildungszentren,

Abend- und Volkshochschulen, das

jedem Kind, Jugendlichen und Erwachsenen

die Möglichkeit einer völlig individuellen, auf

die jeweilige Begabung zugeschnittene Bildungskarriere

gibt.

Eine dezentrale und wohnortnahe medizinische

Versorgung an den kreiseigenen Kliniken

Ostalb-Klinikum Aalen, St. Anna-Virn-

Landratsamt Aalen


14 I Klaus pavel

Kalter Markt

grund-Klinik Ellwangen und Stauferklinikum

in Mutlangen, die kontinuierlich dem medizinischen

Fortschritt angepasst werden und sich

neue Kompetenzfelder erschließen.

Ein dichtes soziales Netz, das die Betreuung

von Kindern, alten, kranken und behinderten

Menschen sicherstellt, das Menschen in Notlagen

in Form von offenen Hilfen, ambulanten

oder (teil-)stationären Angeboten – teils mit

großem ehrenamtlichem Engagement – unterstützt

und Menschen unterschiedlicher kultureller

Herkunft bei ihrer Integration begleitet.

Eine abwechslungsreiche und ausdruckskräftige

Landschaft mit Anteilen an der Schwäbischen

Alb, am fruchtbaren Albvorland und

am hügeligen und waldreichen Keuperbergland,

wo Naturschutz, land- und forstwirtschaftliche

Nutzung und naturnaher Tourismus

Hand in Hand gehen.

Imposante Baudenkmale und das UNESCO-

Weltkulturerbe Limes, der UNESCOGeopark

Schwäbische Alb, eine der größten und vielfältigsten

Museumslandschaften des Landes,

überregional bedeutende Kulturevents, eine

reiche Theater-, (Klein-)Kunst-, Musik- und Literaturszene

und mehrere Hundert Sportvereine

bieten für jeden etwas.

Das traditionelle Brauchtum, das im Jahreslauf

viele Höhepunkte erfährt und ein unglaubliches

Zusammengehörigkeitsgefühl stiftet –

angefangen vom Kalten Markt, vom bunten

Faschingstreiben über Osterbräuche wie das

„Spitzarschen“, Maibaumfeste, das Einbringen

von Erntewagen, Kirchweih´, Blutritte und

Heiligenfeste bis hin zu althergebrachten Messen

und Stadtfesten.

Und schließlich der liebenswerte und ganz eigene

Menschenschlag, der durch seinen ganz

typischen schwäbischen Dialekt an jedem Ort

der Welt als Ostälbler zu erkennen ist.

All das und sicher noch viel mehr macht den

nun fast schon ins Schwabenalter gekommenen

Ostalbkreis aus. Als Symbol für diese

Besonderheiten, für den Zusammenhalt der

Ostälbler, für die zahlreichen Netzwerke und

das Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik,

Sport und Kultur, Bildung und Sozialem haben

wir auf dem Umschlag unseres Buches das

Werk „KraterMond“ gewählt, das übrigens im

Kreishaus in Aalen zu sehen ist. Der aus Unterschneidheim-Nordhausen

im Nordosten des

Ostalbkreises stammende Bildhauer Josef A.

Schaeble hat es aus Suevit, einem Impactgestein

des Ries-Meteoriten, geschaffen. Aus


Klaus pavel I 15

eben diesem Material wurden seit der Römerzeit

unzählige Bauwerke erstellt und heute

noch findet es Verwendung bei der Zementherstellung

– ein besonderer Kitt also, wie auch

die Menschen der Ostalb, die tief mit ihrer Heimat

verwurzelt sind.

Diese oft lebenslange Verbundenheit kommt in

den Beiträgen der Autorinnen und Autoren,

die ich mit großer Freude gelesen habe, wunderbar

zum Ausdruck. Deshalb möchte ich an

dieser Stelle allen, die einen Beitrag für unser

Buch geleistet haben – sei es durch sehr persönliche

Texte oder durch interessante Unternehmensporträts

und Firmengeschichten –

recht herzlich danken. Nur dank dieser wertvollen

Unterstützung ist uns gelungen, auf

über 300 Seiten neue Perspektiven des Ostalbkreises

zu erschließen, die neugierig machen

und anregen, hier immer wieder auf Entdeckungsreise

zu gehen.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserin und lieber

Leser, dass Sie mit viel Vergnügen eine gedankliche

Reise durch unseren lebens- und liebenswerten

Ostalbkreis unternehmen und inspiriert

durch Wort und Bild zu neuen Ansichten

gelangen.

Herzlichst

Ihr

Klaus Pavel

Landrat des Ostalbkreises


62 I Dr. alfreD geIsel

Ein Landkreis mit vielen Gesichtern

BIografIe

Dr. alfred geisel

geb. 1931 in Tübingen, aufgewachsen

in Reutlingen

1951 - 1955 Studium der Rechtswissenschaften

in Tübingen und

Bonn, 1960 Promotion an der

Universität Tübingen

1960 - 1968 Richter am Amtsgericht

Bad Mergentheim und

Landgericht Ellwangen

1968 - Mai 1972 Erster Staatsanwalt

bei der Staatsanwaltschaft

Ellwangen

1972 - Mai 1996 Mitglied des Landtages

von Baden-Württemberg

1980 - Mai 1996 Erster Stellvertretender

Präsident des Landtages

von Baden-Württemberg

Seit 1996 Mitglied des engeren

Bundesvorstandes der Vereinigung

„Gegen Vergessen – Für

Demokratie e.V.“

Die erste, freilich zwiespältige Begegnung

mit dem damals noch eigenständigen

Landkreis Aalen hatte ich

am 15. Februar 1960. Dieses Datum

ist mir deshalb bleibend in Erinnerung, weil ich an

diesem Tag meinen Dienst als Gerichtsassessor am

Amtsgericht Bad Mergentheim antreten, zuvor

aber noch meinen Amtseid vor dem Landgerichtspräsidenten

in Ellwangen ableisten musste. Bei der

Bahnfahrt von meiner Heimatstadt Reutlingen

hatte ich in Aalen eine knappe Stunde Aufenthalt,

die ich zu einem Bummel in die Altstadt nutzte.

Die dort gewonnenen Erkenntnisse waren freilich

mehr als ernüchternd: Ich fand eine Kleinstadt ohne

eigenes Gesicht und Gepräge mit vielen alten

renovierungsbedürftigen Häusern vor, durch die

sich ein nicht enden wollender Strom von Fahrzeugen

aller Art hindurchwälzte – wahrlich keine einladende

Atmosphäre! Einen wesentlich besseren

Eindruck bekam ich von Ellwangen mit seinen vielen

barocken Bauten, mit der romanischen Basilika

und dem schmucken Marktplatz, den Theodor

Heuß einst als einen der schönsten Marktplätze in

Deutschland gepriesen hatte.

Ich hätte mir damals – vor mehr als 51 Jahren –

nicht im Traum vorstellen können, dass diese beiden

Städte einmal zu meiner zweiten Heimat werden

würden. 34 Jahre hatte ich in Ellwangen meinen

Wohnsitz. Dort sind meine vier Kinder geboren,

aufgewachsen und haben am ehrwürdigen

Peutinger-Gymnasium ihr Abitur gemacht. In den

16 Jahren meiner Tätigkeit im Ellwanger Gemeinderat

und den knapp 30 Jahren Kreisratsarbeit im

Parlament des Ostalbkreises habe ich die Besonderheiten

dieser Stadt und die Mentalität ihrer Bürgerschaft

hinreichend kennengelernt. Ich verhehle

nicht, dass ich – zumindest anfänglich – meine

Schwierigkeiten hatte, sachgerecht damit umzugehen.

In einer liberalen ehemaligen freien Reichsund

bedeutenden Industriestadt aufgewachsen,

musste ich erst Zugang zu einer Kommune finden,

die nach meinem Empfinden noch stark von ihrer

fürstpröpstlichen Vergangenheit und damit katholischen

Tradition geprägt ist und als Beamtenstadt

noch immer unter dem Verlust wichtiger kommunaler

Einrichtungen – der Kreisregierung im Jahre

1924, des Oberamts im Jahre 1938 und später anderer

bedeutender staatlicher Behörden – litt. Dass

ich mich mit all diesen Gegebenheiten schwertat,

mochte auch mit meiner evangelischen Konfession

und meiner aktiven Mitgliedschaft in der sozialdemokratischen

Partei zusammenhängen. Insoweit

fiel mir und meiner Familie die Eingewöhnung in

Aalen, wohin ich 1996 meinen Wohnsitz verlegte,

wesentlich leichter, kam ich doch in eine Stadt, die

sich vor allem in der Ära Pfeifle zu einer attraktiven

Mittelstadt mit einem umfassenden kulturellen

und sozialen Angebot gemausert hatte und

in der man immer wieder etwas von der weltoffenen

reichsstädtischen Tradition zu spüren vermag.

24 Jahre – von 1972 bis 1996 – hatte ich die Ehre,

den Wahlkreis Aalen als Abgeordneter im badenwürttembergischen

Landtag zu vertreten. In dieser

Zeit habe ich die Städte und Gemeinden meines

Wahlkreises und ihre Bürgerinnen und Bürger mit

ihren Anliegen umfassend kennengelernt. Schon

bald wurde mir klar, dass eine sachgerechte Interessenvertretung

vor allem die Beseitigung struktureller

Mängel und die wirtschaftliche, soziale

und kulturelle Weiterentwicklung zum Ziel haben

musste. Auch galt es einiges zu tun, um das Ansehen

und den Bekanntheitsgrad Ostwürttembergs

und seiner Entwicklungspotenziale bei der Stuttgarter

Bürokratie zu mehren. Dass hier manches

im Argen lag, mag folgende kleine Begebenheit zeigen,

die mir im ersten Jahr meiner Abgeordnetenzeit

widerfuhr: Als ich wegen eines unerledigten

Anliegens der Gemeinde Pflaumloch – heute Riesbürg

– im Innenministerium vorsprach, entgeg-


uBrIK I 63

Abendstimmung auf dem Schönenberg, Ellwangen

nete mir der zuständige Beamte, was ich eigentlich

wolle, Pflaumloch läge doch im benachbarten Bayern….

Mir war auch klar, dass man die erwähnten

Anliegen und Ziele nur gemeinsam im Zusammenwirken

mit allen maßgebenden politischen Kräften

des Wahlkreises erreichen konnte. Dass dies von

der parteipolitischen Konkurrenz nicht immer so

gesehen wurde, war für mich damals eine schmerzliche

Erfahrung.

Gleichwohl kann aus heutiger Sicht mit Befriedigung

festgestellt werden, dass sich in den zurückliegenden

40 Jahren in unserer Region vieles zum

Positiven verändert hat. Die Kreis- und Gemeindereform

am Beginn der 1970er-Jahre hat – von

wenigen Ausnahmen abgesehen – leistungsfähige

Gebietskörperschaften geschaffen, die ihre Chancen

zu nutzen wussten.

Die gesunde Mischung von größeren und kleineren

Betrieben hat die strukturellen und ökonomischen

Veränderungen besser bewältigt als in manch anderen

Gebieten unseres Landes. Die Elektrifizierung

der Kocher- und Teilen der Jagstbahn, der

Bau der Autobahn A 7 von Ulm nach Würzburg

und der – leider noch immer nicht vollendete –

Ausbau der B 29 haben durch die dadurch bewirkte

bessere verkehrliche Anbindung an die Zentren des

Landes maßgebend dazu beigetragen. Etliche neue

Arbeitsplätze vor allem in zukunftsorientierten

Die gesunde Mischung von größeren und kleineren

Betrieben hat die strukturellen und ökonomischen

Veränderungen besser bewältigt als in

manch anderen Gebieten unseres Landes.

Wirtschaftszweigen konnten geschaffen werden –

als Beispiele seien nur die Firma Carl Zeiss in

Oberkochen oder die Firma MAPAL in Aalen genannt.

Hier und auf anderen Sektoren hat sich die

Hochschule für Technik in Aalen als innovative

Bildungseinrichtung segensreich ausgewirkt. Auch

der vom Landkreis betriebene systematische Aus-


64 I Dr. alfreD geIsel

bau des Berufschulwesens hat seinen Teil zu dieser

positiven Entwicklung beigetragen. Dass freilich

auch einige renommierte Altfirmen dem rasanten

strukturellen Wandel zum Opfer gefallen sind,

darf nicht verschwiegen werden. Das allgemein bildende

Schulwesen hat in den letzten Jahrzehnten

manche Höhen und Tiefen erlebt. Dies ist angesichts

der bisweilen „holprigen“ Bildungspolitik des

Landes nicht weiter verwunderlich. Ob das Experiment

„Werkrealschule“ die Aushöhlung des –

überholten – dreigliedrigen Schulwesens abzustoppen

vermag, wird die nähere Zukunft erweisen.

Unser Landkreis ist im Begriff, zu einem begehrten

Freizeit- und Naherholungsgebiet zu werden. Eine

verbesserte Gastronomie und Hotellerie, ein attraktives

Rad- und Wanderwegenetz sind dafür

wichtige Indikatoren. Vieles ist geschehen –

manches kann noch gemacht werden. Der Phantasie

sind auf diesem Gebiet kaum Grenzen gesetzt:

Der Alterungsprozess in unserer Gesellschaft

schreitet weiter fort und stellt uns immer wieder

vor neue Herausforderungen. Dies gilt insbesondere

auch für die vielen älter werdenden ausländischen

Mitbürger der ersten Zuwanderungsgeneration.

Hier die Notwendigkeiten rechtzeitig zu

erkennen, mehr junge Menschen für die steigenden

Bedürfnisse des Pflegedienstes zu gewinnen, sind

über das bereits Erreichte hinaus ein wichtiges Feld

vorsorgender und fürsorgender Politik.

„Nichts ist so gut, als dass es nicht noch besser gemacht

werden könnte“, sagt ein altes Sprichwort.

Deshalb möchte ich noch einige Probleme ansprechen,

die mich umtreiben und beunruhigen:

Konkurrenz kann auch im kommunalen Wettstreit

ein belebendes Element sein. Neidvolle Konkurrenz

und Eifersüchteleien jedweder Art bewirken

indes das Gegenteil. Ich werde den Eindruck nicht

los, dass diese „negative“ Konkurrenz bisweilen das

politische Leben in unserer Region beherrscht und

lähmt. Der neu entbrannte unsägliche Streit über

den Sitz eines sogenannten Oberzentrums, das in

seiner Bedeutung maßlos überschätzt wird, ist dafür

ein signifikantes Beispiel. Manche dieser Eifersüchteleien

mögen ihre Ursache in unterschiedlichen

historischen Entwicklungen haben und so

begriffen werden. Sinnvoll werden sie dadurch freilich

nicht.

Der Goldberg bei Riesbürg-Pflaumloch


Dr. Jur. alfreD geIsel I 65

Wochenmarkt Schwäbisch Gmünd

Ein Zweites: Die Dezentralisierung bestimmter öffentlicher

Aufgaben kann in einem so vielschichtigen

Gebilde, wie es der Ostalbkreis darstellt,

durchaus sinnvoll sein. Man darf sie aber nicht

übertreiben. Sie muss dort ihre Grenzen finden, wo

sie zu einer „Zerfledderung“ des angestrebten

Zieles führt. Es gibt Einrichtungen, die als Kristallisationspunkt

für eine ganze Raumschaft zu dienen

haben und nur so ihre Wirkung entfalten können.

In den 1960er-Jahren ist einmal die Idee einer

„Gesamthochschule Ostwürttemberg“ geboren,

aber leider nie verwirklicht worden. Ich trauere

dieser negativen Entwicklung noch heute nach.

Und als Letztes: Über all die Jahre hinweg ist immer

wieder die Stärkung eines Regionalbewusstseins

beschworen worden – bisher allerdings mit

sehr mäßigem Erfolg. Nach meinem Empfinden

spielen insoweit wieder die beklagten Eifersüchteleien

und das negative Konkurrenzdenken eine

Rolle. Wenn es in der Zukunft nicht gelingt, diese

Geisteshaltung zu überwinden, wird auch das eingeforderte

Regionalbewusstsein eine Fata Morgana

bleiben.

Welches Fazit ziehe ich persönlich aus all diesen

Fakten, Überlegungen und Empfindungen? Auch

wenn nicht alles Gold war, bin ich für die zurückliegenden

50 Jahre sehr dankbar. Es hat sich gelohnt,

hier zu leben und zu arbeiten. Wenn mich

heute ein junger tatendurstiger Mensch fragen

würde, ob er auf der Ostalb ein Unternehmen

gründen solle, würde ich ihm uneingeschränkt zuraten.

Denn er könnte sich bei allen Schwierigkeiten

auf eines mit Sicherheit verlassen: Auf den

Fleiß und auf die Verlässlichkeit der hier lebenden

Menschen.


100 I JoChen hIeBer

Meine Ostalb – ein Bekenntnis

aus der Ferne

BIografIe

Jochen hieber

geb. 1951 in Aalen

Studium der Germanistik,

Geschichte und Philosophie in

Göttingen

Ab 1976 Kulturkorrespondent

der „Süddeutschen Zeitung“ für

Norddeutschland sowie freier

Mitarbeiter der Wochenzeitung

„Die Zeit“ und des Deutschlandfunks

in Köln

Seit 1983 Feuilleton-Redakteur,

Literatur- und Medienkritiker der

„Frankfurter Allgemeinen Zeitung“,

von 2001 bis 2005 zudem

Moderator des „Weimarer Salons“

im MDR-Fernsehen, von 2003 bis

2006 im Auftrag der Bundesregierung

Kulturbeauftragter für die

Fußball-WM in Deutschland

1996 veröffentlichte er die erste

kommentierte Ausgabe der „Buddenbrooks“.

2010 wurde ihm der Hessische Verdienstorden

am Bande verliehen.

Bürger des Ostalbkreises war ich nie. 1973,

als er entstand, lebte ich längst in Göttingen,

wo ich vom Wintersemester 1970/71

an studierte. Nicht ein einziges Mal also

habe ich an der Wahl des Kreistages teilgenommen,

mit keiner Behörde und keiner Dienststelle hatte ich

je zu tun – die freundliche Einladung, zu diesem

Buch beizutragen, war tatsächlich mein erster Kontakt.

Dass man zu Landkreisen überhaupt eine Gefühlsbeziehung

entwickeln kann, bezweifle ich ohnehin.

Ich hatte jedenfalls keine zum Landkreis Göttingen,

in dem ich immerhin dreizehn Jahre lang lebte, auch

zum Wetteraukreis, dessen Bürger ich seit 1984 bin,

pflege ich eine rein sachliche, zudem seltene Verbindung.

Nicht einmal vom Altkreis Aalen kann ich

behaupten, dass er in mir Emotionen hervorrief. Eine

Ausnahme von der Regel: Als ich im Frühherbst

1969 vom Landratsamt meiner Heimatstadt den ersten

Führerschein erhielt, empfand ich das als Riesensache.

Im Stufenbau unseres föderalen Gemeinwesens haben

die Kreise ganz gewiss eine sinnvolle und wichtige

Funktion, für den Stufenbau der individuellen

Identität jedoch kaum. Ich bin Aalener, ich bin

Schwabe und Württemberger, ich bin jetzt auch

mehr als zweieinhalb Jahrzehnte lang Wahl-Niddaer

und Wahl-Oberhesse. Als Wahl-Wetterauer fühle

ich mich nicht, zumal das Dorf Stornfels, in dem ich

leidenschaftlich gerne lebe, als kleinster Ortsteil der

Gesamtgemeinde Nidda zwar politisch und verwaltungstechnisch

zur Wetterau, geographisch aber

zum Vogelsberg gehört. Und just über den Vogelsberg

lässt sich dann auch der Gefühlsbogen zur

Ostalb schlagen.

Mir gefällt die auf den ersten Blick eher bürokratisch

anmutende Teildefinition eines Landkreises

sehr: Er ist, neben manch anderem, eine Gebietskörperschaft.

Gebiete nehme auch ich körperlich wahr.

Und das Gebiet, das sich seit 1973 im Ostalbkreis

verkörpert, ist nichts weniger als die Landschaft

meiner Kindheit und Jugend. Es ist überdies, wie der

Vogelsberg, eine Mittelgebirgsgegend. Und so sehr

ich bei den wichtigsten Lebensdingen – der Liebe,

der Literatur, den Künsten und dem Sport – das

Mittlere zugunsten des Emphatischen und Absoluten

fliehe, so sicher fühle ich mich, wenn ich dabei

existentiell Mittelgebirgsboden unter den Füßen habe.

Ich neige zu Höhenangst und schaue mir die sehr

hohen Berge deshalb am liebsten von unten an. Ich

habe eine Tiefenphobie, weshalb mir das Meer

grundlos erscheint. Ausflüge aufs Kalte Feld oder

den Hornberg habe ich jedoch stets so genossen wie

das Schwimmen etwa in den Ellwanger Seen. Meine

Identität als Ostälbler ist mithin eine gebietskörperliche.

Alle Höhen und Tiefen meiner bisherigen Biographie

waren möglich oder blieben erträglich,

weil sie von einem geographisch verlässlichen, also

mittleren Grund aus stattgefunden haben.

Es mag Zufall, es mag Fügung sein: Jedenfalls führt

das heutige Kreisgebiet von Westen nach Osten sehr

genau über die Fixpunkte meiner Ostalb-Identität.

Sie heißen Lorch, Schwäbisch Gmünd und natürlich

Aalen, sie heißen Beurener Heide und Neresheim,

wollen nun aber nicht von West nach Ost, sondern

in zeitlicher Reihe gestreift sein. Aalen also zunächst.

Wer, wie ich und meinesgleichen, das nahezu unglaubliche

historische Glück hatte, erst ein gutes

halbes Jahrzehnt nach der furchtbarsten Epoche der

deutschen Geschichte im Westen des geteilten

Landes als Bürgerkind und in einer zunehmend

prosperierenden Mittelstadt auf die Welt zu kommen,

konnte und durfte sich, wenn ihn das Schicksal

nicht mit frühem persönlichen Leid schlug, auf eine


JoChen hIeBer I 101

Ich neige zu Höhenangst und schaue mir die sehr

hohen Berge deshalb am liebsten von unten an.

Ich habe eine Tiefenphobie, weshalb mir das Meer

grundlos erscheint. Ausflüge aufs Kalte Feld oder

den Hornberg habe ich jedoch stets so genossen

wie das Schwimmen etwa in den Ellwanger Seen.

Weise frei entfalten, wie es sie in Deutschland noch

nie gegeben hatte – ohne Hunger, ohne Not, ohne

Bildungsschranken: „Schick’ dein Kind länger auf

bessere Schulen!“ lautete die fabelhafte Parole meiner

schwäbischen Kindheit. Meine Eltern sind ihr

zu meinem Glück gefolgt, das Schubart-Gymnasium

ließ sie Wirklichkeit werden. Dieser besseren Schule

wegen habe ich Aalen nie als eng empfunden.

Mit dem DKW meines Vaters, oft auch mit der

Härtsfeldbahn, der Schättere, ging es an den Wochenenden

regelmäßig nach Waldhausen und von

dort aus wandernd durch die Beurener Wachholderheide.

Dort habe ich im Frühjahr 1970 – dank des

landratsamtlichen Führerscheins war ich nun transportautonom

– auch fürs mündliche Abitur gelernt,

selbst mein lautes Aufsagen von Mathe-Formeln

und französischen Vokabeln ertrug die stille Heide

gnädig.

Im Sommer davor war der Klotzenhof bei Lorch Ziel

des Begehrens. Dort besaß die Familie meiner ersten

Freundin ein Wochenendhaus. Als die Eltern von L.

auf Geschäftsreise und meine in Urlaub waren, haben

wir uns ein paar Mal dorthin geschlichen, vom

Bahnhof Lorch aus unvergessen heimliche Wege suchend

und findend. Ein Lebensweg wurde nicht daraus,

aber das ist keine Ostalb-Geschichte.

Bleiben Neresheim, sein Kloster und sein so herrlich

restauriertes Abteikirchenwunder – ein hocherhabener

Ort auch für einen Protestanten wie mich. Die

Klosterkonzerte zumindest einmal im Jahr zu besuchen,

im Hospiz zu übernachten und im Gasthaus

zu tafeln, ist unübertreffiche Ostalb-Freude.

Man muss mithin kein Bürger dieses Kreises sein,

um sich mit ihm in gedeihlichen Verhältnissen zu

befinden. Wahrscheinlich hilft es sogar. Es ist ein

Verhältnis der Nähe, das von Fremde und Ferne

profitiert. Um mich aus der Ferne für diese Zeilen

überhaupt zu qualifizieren und mein Raumgefühl

für den Gebietskörper zu erneuern, habe ich vor ein

paar Wochen eine Landkarte des Ostalbkreises erstanden.

Von ihr kann ich mich seither kaum losreißen.

Denn mit den Straßen und Städten, den Flüssen,

Bächen und Seen, den Wegen und Fluren sind

nun auch die Namen wieder da, die auf den Jugendlichen

einst etwas kurios wirkten, nun aber tatsächlich

nach Heimat klingen: Affalterried, Birnhäusle,

Espachweiler, Falschengehren, Freudenhöfle,

Hirschreute, Ramsenstrut, Sarlache, Saverwang,

Schlipfenwald, Täferrot, Trogflecken, Unterriffngen.

Man könnte lange fortfahren. Es gäbe, mit

Friedrich Hölderlins wunderbarem Gedicht, stets

einen „Gang aufs Land“, der zugleich „freudig“ und

„fernhintreffend“ wäre.

Im Ramnestweg von Schwäbisch Gmünd wohnt,

nun hochbetagt, der wahrhaft große Doktor Wolfgang

Hegele. Sein Deutsch- und Geschichtsunterricht

am Aalener Gymnasium hat den geistigen

Grund für alles Spätere gelegt, seine Lust an politischer

Debatte und philosophischem Räsonnement

prägen bis heute. Er hat uns als Klassenlehrer noch

zum und durchs Abitur geführt und war dann bis

zur Pensionierung Rektor am Parler-Gymnasium in

Gmünd. Im Ramnestweg durfte ich ihn, eine Ehre,

einige Male besuchen.


144 I Werner KoCZWara

„Da bekommt man schon

mal Gänsehaut“

BIografIe

Werner Koczwara

geb. 1957 in Schwäbisch Gmünd,

verheiratet, zwei Kinder, studierte

Amerikanistik, Politik, Publizistik

in Freiburg, München, Berlin

1988 erstes eigenes Kabarett-Bühnenprogramm,

seitdem Kabarett-

Auftritte in ganz Deutschland und

angrenzenden Ländern, Autor für

Harald Schmidt „Verstehen Sie

Spaß?“ und „Wetten dass“

Sein Programm „Am achten Tag

schuf Gott den Rechtsanwalt“

ist mit über 1.000 Vorstellungen

das meistgespielte Kabarett im

deutschsprachigen Raum, das Buch

zu diesem Programm stand fünf

Monate auf der SPIEGEL-Bestsellerliste,

seine Radio-Kolumne „Ein

Schwabe erklärt die Welt“ läuft

seit 2009 täglich auf SWR4, seit

Oktober 2010 Mitglied im Team der

monatlichen SWR-TV-Show „Spätschicht

- die Comedy-Bühne“

Als wir gebeten wurden, für die vorliegende

Veröffentlichung einen Beitrag

zu schreiben, haben wir uns zu einer

kurzen Vorbesprechung zusammengesetzt.

Nach diesem Gespräch haben wir festgestellt:

das hätte man eigentlich mitschreiben müssen,

dann wäre der Beitrag fertig gewesen. Wir geben

das Gespräch nun als Gedächtnisprotokoll

wieder.

Rainer: Werner, Du als Kabarettist, was fällt Dir

denn zum Kabarett- und Kultur-Standort Ostalbkreis

ein?

Werner: Lass mich kurz etwas weiter ausholen. Der

deutsche Humor insgesamt hatte in den vergangenen

35 Jahren zwei schwere Schicksalsschläge

zu verkraften: nämlich den Tod von Heinz Erhard

und die Geburt von Oliver Pocher. Erfreulicherweise

hat der Ostälbler beides sehr gut verkraftet.

Hier tobt der Kabarettbär.

Rainer: Zum Beispiel?

Werner: Zum Beispiel das „April-Inferno“ Anfang

des Jahres 2010 in Schwäbisch Gmünd. Da trafen

sich fünf deutsche Spitzenkabarettisten im gerade

mal 90 Plätze fassenden Cafe Spielplatz zu einer

fulminanten Komik-Sause. Das Publikum war völlig

aus dem Häuschen und das zu Recht: etwas Derartiges

gibt‘s in keiner Großstadt.

Rainer: Wobei man das Cafe Spielplatz getrost als

Nukleus der Ostalb-Kleinkunstentwicklung bezeichnen

kann. Es gibt praktisch niemand von

Rang und Namen, der dort nicht aufgetreten ist:

Harald Schmidt, Konstantin Wecker, Hanns-Dieter

Hüsch, Hannes Wader, Ottfried Fischer, Dirk

Bach, Dieter Nuhr und und und ...

Werner: Weil die Kollegen eben wegen der besonderen

Atmosphäre im mittelalterlichen Präzeptoratshaus

kommen. Ähnlich ist es ja auch beim Kapfenburg-Festival.

Rainer: Genau. Das Festival gibt es nun schon seit

dem Jahr 2000 und die historische Burganlage bietet

für Künstler einen ganz speziellen Reiz. Unter

anderem deswegen bekomme ich als Festivalleiter

Künstler auf die Burg wie BAP, Milow, Gianna

Nannini – das sind Headliner, die ansonsten in

weitaus größerem Rahmen auftreten.

Werner: Wobei die Ostalb aber ja auch die ganz

großen Acts von Weltformat bietet. Im Aalener

Waldstadion Grönemeyer, Maffay auf dem Gmünder

Schießtalplatz, Die Ärzte, ZZ Top, Santana.

Man muss als Ostälbler nicht ständig nach München

ins Olympiastadion fahren.

Rainer: Im Gegenteil. Ich glaube, da kommen einige

Bayern eher zu uns.

Werner: Du übertreibst mal wieder.

Rainer: Ja, aber nicht granatenmäßig. Nehmen wir

mal das „Summer-Breeze“ in Dinkelsbühl. Da

kommen Jahr für Jahr aus ganz Deutschland

40.000 Leute. Erfunden wurde dieses Event allerdings

im Ostalbkreis, nämlich in Abtsgmünd, wo

es auch jahrelang stattfand. Oder die Kulturschiene

in Heidenheim. Du siehst, der „Kulturgedanke

Ostalb“ ist ein Exportschlager geworden. Was gibt

es Schöneres als Belohnung, wie wenn eine Idee

Kinder bekommt.

Werner: Kulturschiene, da wären wir ja wieder zurück

im Kleinkunstsektor. Da hat die Ostalb ja

auch jede Menge Eigengewächse vorzuweisen. Die

Kleine Tierschau, Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle

...


aIner KoCZWara I 145

Rainer: ... nicht zu vergessen der Herr, mit dem ich

mich gerade unterhalte.

Werner: Auch wieder wahr. Aber da möchte ich

jetzt nicht zurückblicken, sondern nach vorne. Ich

bin zuversichtlich, dass mit meiner mit Ernst Mantel

frisch gegründeten Kabarett-Boygroup, dem

„Vereinigten Lachwerk Süd“, ein weiterer Ostalb-

Exportschlager in den Startlöchern steht. Wie

siehst Du als Veranstalter die Zukunft?

Rainer: Es sieht gut aus. Ich bin in ständigem Kontakt

zu den großen Konzertagenturen, um zu

schauen, ob sich in den Tourneeplänen bekannter

Künstler Freitermine auftun, um sie dann für ein

Gastspiel im Ostalbkreis zu begeistern. Da fallen

dann schon mal Namen wie Crosby, Stills, Nash

oder Pink. Und was mich am meisten positiv sein

lässt: die Zusammenarbeit im Ostalbkreis zwischen

Veranstalter, Verwaltung und Wirtschaft funktioniert

vorbildlich. Ein Paradebeispiel hierfür war

2007 die Verleihung des europäischen Kabarettpreises

„Salzburger Stier“ hier im Ostalbkreis. Noch

nie war dieser wichtige Preis auf dem Lande verliehen

worden, immer nur in Städten wie Wien, Düsseldorf

oder Zürich. Nur dieser oben erwähnten

vorbildlichen Zusammenarbeit war es gedankt,

dass ich diesen Event auf die Ostalb holen konnte.

Werner: Du bist also nach 30 Berufsjahren wunschlos

zufrieden?

Rainer: Die Eagles als Open-Air, das wär’s! Nein,

natürlich hat man immer noch ein paar Wünsche

offen. Es müssen aber nicht die Großen sein. Ich

wünsche mir zum Beispiel mal wieder einen Abend

wie jenen, an dem die „Flying Pickets“ nach der

Vorstellung in der Stadthalle noch im Cafe Spielplatz

auftauchten und spontan ein mitternächtliches

Zusatzkonzert gaben. Da bekommt man als

Kulturtreibender dann schon mal eine Gänsehaut.

BIografIe

rainer Koczwara

geb. 1955 in Schwäbisch Gmünd,

zwei Kinder, ein Enkelkind, studierte

Mathematik an der Ludwig-Maximillian-Universität

München

Gründer der Konzertagentur im&k

(Initiative für Musik und Kleinkunst),

des Programmkinos KKF, der Kleinkunstbühne

Cafe Spielplatz, Organisator

der kulturellen Eröffnungsfeier

der olympischen Spiele 1992 in Barcelona,

entwickelte das erste bimediale

TV-Radio-Format „Komik & Comedy“

für den SDR, Mitbegründer des

„Wunderlands“ (Zusammenschluss

der 14 größten Sommerfestivals

Baden-Württemberg)

Organisator und Programmgestalter

diverser Kleinkunstabonnements

und Kleinkunsttage, örtlicher

Veranstalter zahlreicher Comedy-

Größen, Planer und Tourneeleiter

von Großkonzerten und Open-air-

Veranstaltungen, Festivalleiter

Schloss Kapfenburg, Engagement

im Theater- und Kulturausschuss

der Stadt Schwäbisch Gmünd


146 I monsIgnore sIeger KöDer

Ostalb – Augenblicke

BIografIe

monsignore sieger Köder

geb. 1925 in Wasseralfingen

Studierte 1946 bis 1947 Ziselieren

und Silberschmieden, danach bis

1951 Malerei und Kunstgeschichte,

1954 bis 1965 Kunsterzieher

am Schubart-Gymnasium in

Aalen

Dann Studium der Katholischen

Theologie, 1971 zum Priester geweiht,

ab 1975 Pfarrer in Hohenberg

und Rosenberg, 1985 päpstlicher

Ehrentitel Monsignore,

seit 1995 im Ruhestand, lebt und

arbeitet seitdem in Ellwangen

1997 Ernennung zum Professor

honoris causa, 2003 Verleihung

der theologischen Ehrendoktorwürde

Die ganze Ostalb ist es überall, aber

dann gibt es da und dort doch Orte,

die für den einen oder die andere

ganz besondere Orte geworden sind

– da, wo das Allgemeine zum Besonderen wird und

das jedermann Zugängliche zum Persönlichen.

Kleine Brennpunkte, in denen die Wurzeln des Erlebten

tiefer gehen und Heimat noch mehr Heimat

wird und und und...

Bildstöckle

Und das Bildstöckle ist ein solcher Punkt. Auf dem

Braunenberg, nicht weit vom Fernsehturm, ist ein

kleiner Steinbruch im Weißen Jura. Manchmal suchen

da noch Wasseralfinger Buben nach den ersten

Bewohnern der Ostalb, versteinerte Schnecken

im Jura. Der verlassene Steinbruch ist heute eine

kleine Mulde. In der Mitte erhebt sich noch einmal

ein kleiner Hügel. Da haben wir einst, auch mit

Steinen aus dem Steinbruch, ein Bildstöckle gebaut

und einer von uns schnitzte ein Marien-Bild. Der

Bildstöcklessteinbruch wurde unser Treffpunkt bei

Tag und noch mehr in der Nacht – „die anderen“

merkten das natürlich auch, und eines Tages war

alles ziemlich zerstört. Bald kam der Krieg, und

wir hatten auch in unserer Gruppe gefallene

Freunde zu betrauern. Wir schnitzten ihre Namen

in eine Holzplatte und legten sie zum Bildstöckle.

Vor dem Andenken an die Gefallenen hatten auch

„die anderen“ Ehrfurcht und dann geschah nichts

mehr. Die Toten schützten das Bildstöckle. Nach

dem Krieg, und auch heute noch, kommen wir da

wieder zusammen. Die Forstverwaltung erlaubt es

den jetzt alten Knaben und alten Mädchen, per Auto

auf den Braunen zu kommen.

Und als Wasseralfinger Frauen damit anfingen, in

der Stefanskirche eine neue große Krippe zu bauen,

da wählten sie als Vorbild für ihre Krippenlandschaft

den Bildstöcklessteinbruch, dieses Mal natürlich

aus Maschendraht und Kleisterpapier. Da

ist jetzt aber ein Unterschied: statt des eigentlichen

Bildstöckles sitzen da jetzt Maria und Josef und das


monsIgnore sIeger KöDer I 147

Christkind, und die Hirten und die Heiligen Drei

Könige eilen im Maßstab 1:20 oder so ähnlich auf

sie zu. Und manche Aalener und Wasseralfinger

haben über die Steinbruch-Krippe das Bildstöckle

auf dem Braunen wieder- oder überhaupt erst entdeckt

und gehen hinauf zum Braunenberg.

Blick vom Hohenberg

Und auf dem Hohenberg. Die Jakobuskirche steht

mitten auf dem Friedhof. Auf der Abdeckplatte der

südlichen Friedhofsmauer ist eine Metallplatte eingefügt,

auf der wir die Entfernungen zu den großen

Pilgerkirchen der Christenheit ablesen können:

nach Jerusalem 2840 km, nach Rom 812 km und

nach Compostela 1583 km. Vor uns, den Berg hinab,

breitet sich das Ellwanger Land aus. Ich bin

natürlich ein wenig befangen, aber für mich ist gerade

an dieser Stelle der schönste Blick, den man

auf der Ostalb haben kann: die Berge, die die

Ostalb nach Süden abschließen. Das beginnt ganz

links im Osten mit dem Ipf, und dann wandert unser

Blick nach Westen über die Kapfenburg, den

Braunenberg, den Rosenstein, und dann vor allem

zu den Kaiserbergen, dem Stuifen, dem Rechberg,

dem Hohenstaufen, und manchmal, wenn die Witterung

dafür stimmt, ganz im Südwesten, die Teck.

Unsere Gedanken machen da ja nicht halt. Wir

denken über die Mauer hinaus: hinter Bargau steigt

der Jakobsweg auf die Schwäbische Alb, und dann

geht er da weiter in die Schweiz, nach Burgund, in

die Auvergne, in die Meseta nach Compostela.

Wie viele sind von hier oben schon in Gedanken

diesen Weg gegangen, und in unserer Zeit haben

nicht wenige die Pilgerschuhe wirklich angezogen

und sind bis Finisterrae gegangen, und zu ihren

eigenen Horizonten und zum Horizont Gottes.

Michaelskapelle in der Basilika

Und in der Basilika. Es hat sich so getroffen, dass

der Dekan von Ellwangen, Patriz Hauser, und ich

einmal ein paar Wochen im Krankenhaus in einem

Zimmer lagen und viel Zeit hatten, um über alles

Mögliche und Unmögliche zu reden – auch über

ein Problem in der Basilika. Nach allem, was man

aus alten Urkunden und anderen Quellen noch


148 I monsIgnore sIeger KöDer

wissen konnte, war früher im Westturm in dem

Raum hinter der Orgel eine Michaelskapelle. Im

Westen geht die Sonne unter, vom Westturm her

bedrohen die Mächte der Dunkelheit die Stadt

Gottes. Gerade deshalb hat man oft den Westturm

dem Hl. Michael geweiht, weil man ihm am meisten

zutraute, von diesem Bollwerk aus Tod und

Teufel besiegen zu können. So wohl auch in Ellwangen

– und jetzt war dies ein leerer Raum. Man

konnte noch Pfeiler und Säulen und Kapitelle in

den Ecken sehen, aber sonst – nichts. Und so überlegten

wir, diesem Raum seine alte Weihe wiederzugeben

– und ich durfte das machen: zuerst unten

ein alter Altartisch aus Holz, auf dessen vergoldete

Stirn- und Seitenplatten ich alle Ellwanger Stiftsheiligen,

die aus Rom und Langres, malte und auch

noch eine Stelle freiließ, falls der gute Pater Philipp

doch noch eines Tages heiliggesprochen werden

sollte. Für die Altartisch-Deckplatte hatten wir in

der Sakristei einen alten Weihestein, den einmal

ein Augsburger Weihbischof Adelmann von Adelmannsfelden

konsekriert hatte.

Das südliche Fenster, dem Marktplatz zu, wurde

das Michaelsfenster. Aber da sollte der Erzengel

nicht mehr wie früher im Panzer und mit Lanze

und Schwert den unter ihm liegenden Satan durchbohren

– das kann man sich heute so schwer vorstellen.

Aber, und das gilt heute noch: Sein Name!

Da gilt heute noch: „Michael“ – „Wer ist wie Gott?“

Die Frage, die dieser Name uns stellt, gilt heute

noch. Diesem Namen entgegen, vom unteren Rand

des Fensters her, wird in allen Sprachen die große

Versuchung des Menschen geflüstert: „Ihr werdet

sein wie Gott!“ Und man kann die Türme von Babylon

entdecken, die so diesem Engelnamen entgegenwachsen.

Und schließlich dem Westen zu das große Abendfenster,

wie es dann der Dekan getauft hat. Ein Bild

vom Lobgesang des alten Simeon, den die Kirche

jeden Abend betet, und ein Bild aus der Apokalypse

mit dem Alpha und dem Omega, das erst auf der

nächsten, der letzten Seite des letzten Buches erscheinen

wird. Über allem im dunkelnden Blau der

Abendstern, der gleiche Stern, der als Morgenstern

im neuen Tag der Ewigkeit wieder aufgehen wird.

So ist dieser Raum, in dem man vielleicht noch am

meisten das 12. und 13. Jahrhundert spüren kann,

seiner ehemaligen Bestimmung und Bedeutung

wiedergegeben worden, und ich habe etwas vom

Glück gespürt, mehr als sonst, dass ich in der Spur

der Baumeister und Steinmetze und Glasmaler der

schon vergangenen Jahrhunderte schaffen und ihre

Pläne und ihre Theologie mit den Mitteln unserer

Zeit fortführen durfte.


monsIgnore sIeger KöDer I 149

Wasseralfingen – Altes Kirchle

Und in Wasseralfingen im „Alten Kirchle“, wie die

Wasseralfinger dazu sagen. Diese Kapelle steht bei

der unteren Kocherbrücke und ist eine Stiftung der

Ahelfinger, die ihr Wasserschloss bei der oberen

Kocherbrücke hatten. Die Kapelle ist dem Hl. Stefanus

geweiht, und da steht im sanften Licht der

Fenster von Helmut Schuster der Schaffner-Altar.

In der Mitte des goldenen Schreins steht die Gottesmutter

mit ihrem Kind. Über ihrem Haupt

schweben zwei Engel, die eine Krone halten. Zu ihren

Füßen knien als kleine Figuren die Stifter:

Wolfgang von Ahelfingen und seine Ehefrau Margaretha

von Rechberg. Alle anderen Gestalten sind

gemalt. In der Predella die Hl. Ursula und die

Apostelfürsten Petrus und Paulus, auf den Flügeln

die Hl. Anna selbdritt und Johannes der Täufer.

Wenn die Flügel geschlossen werden, in der Advents-

und Fastenzeit, sehen wir, ebenfalls gemalt,

den Hl. Christophorus, die Hl. Margaretha, die Hl.

Katharina und den Hl. Georg. Martin Schaffner

lebte in einer Zeit reformatorisch-religiöser Spannungen.

In Ulm war ein Bildersturm. Auch die politisch-sozialen

Verhältnisse veränderten sich. Das

Mittelalter ging zu Ende und damit auch die Ulmer

Altarkunst, von der wir hier ein letztes großartiges

Zeugnis haben.

Noch andere Kunstmale sind im Alten Kirchle: ein

Bernhards-Altar und vor allem im rechten Seitenaltar

das schöne Vesperbild, die Mutter Maria am

Abend des Karfreitags mit dem toten Sohn auf ihrem

Schoß.

Gerade diese Figur mag uns daran erinnern, dass

das Alte Kirchle für die Wasseralfinger zuallererst

kein Kunst-Raum, sondern immer zuerst eine Kirche

ist. Zu dieser Pieta sind besonders im Krieg

immer wieder die Frauen und Mütter gekommen

und haben für ihre Männer und Söhne gebetet.

Vorne beim Schaffner-Altar ist der Tabernakel und

leuchtet das Ewige Licht. Hier haben wir jede Woche

in aller Herrgottsfrühe Jugendgottesdienst gehalten,

die Hl. Messe, vorne der Vikar am Altar

lateinisch, und wir unten – schon etliche Jahre vor

dem Konzil – auf deutsch. Dann sind wir auseinandergegangen,

die einen ins Hüttenwerk und ins

Alfing, die anderen in die Realschule und ins Gymnasium...

Und, wenn ich mich dunkel, aber recht

erinnere, vielleicht habe ich als kleiner Ministrant

vor dem Schaffner-Altar auch ein paar Mal davon

geträumt, wie schön es wäre, wenn ich auch einmal

einen Flügel-Altar malen könnte...

Aalen – St. Johann

Und in Aalen die St. Johann-Kirche auf dem alten

Aalener Friedhof – vielleicht vermutlich wahrscheinlich

das älteste christliche Gotteshaus in unserem

Land weit und breit. Steine in ihren Mauern

reichen weit hinab in die Geschichte: Steine aus

dem römischen Kastell am Limes, einer sogar ein

Weihestein für den römischen Jupiter Dolicenus.

Wie viele der 65.000 Einwohner von Aalen wissen

noch, was für einen Schatz sie da haben? Sicher, die

evangelische Gemeinde, die hier samstags und

sonntags Gottesdienst feiert. Aber sonst? Vermutlich

wenige! Man weiß es einfach nicht. Ich selbst

muss es bekennen (und mich ein wenig dafür schämen):

Ich habe zehn Jahre lang nur ein paar hundert

Meter von St. Johann entfernt im Schubart-

Gymnasium Kunst unterrichtet und bin nicht ein

einziges Mal mit einer Klasse dorthin gegangen.

Weil ich es einfach nicht wusste.

Wie es wohl wäre, wenn diese Kirche tagsüber geöffnet

wäre? Wenn man sich erst den Schlüssel besorgen

muss, geht man halt leicht weiter. Und wenn

bei den vielen Sitz-Stühlen ein paar Bet-Stühle wären,

auf denen man knien könnte. Manche Menschen

wollen lieber auf den Knien beten. Und wie

schön wäre es, wenn jedes Aalener Schulkind bald

nach seinem Anfang in der Schule ein gutes farbiges

Abbild des Abendmahls in St. Johann bekäme:

das älteste Abendmahlbild weit und breit, und

vielleicht auch überhaupt die älteste Malerei weit

und breit.

Kinder fangen bald an zu fragen: „Mama, und was

sind die kleinen Fische in den kleinen Tellern?“

Und die Mama: „...?...“ Für die zukünftigen Fragen

wird sie sich besser vorbereiten. So könnte es anfangen,

dass die Menschen in der Ostalb den verborgenen

Schatz im (Gottes-)Acker finden ...


316 I Pr-bilDbEiträGE

Übersicht der PR-Bildbeiträge

Wir danken den folgenden Firmen, Einrichtungen und Verbänden, die mit ihren

Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches möglich gemacht haben.

Stadt Aalen

www. aalen.de 34

Maschinenfabrik Alfing Kessler GmbH

www.alfing.de 36

aprithan Schaumstoff GmbH

www.aprithan.de 38

DSM Messtechnik GmbH

www.dsm-messtechnik.de 54

EnbW Ostwürttemberg Donauries AG

www.odr.de 72

C. & E. FEin GmbH

www.fein.de 56

Forschungsinstitut Edelmetalle

www.fem-online.de 52

Gesellschaft im Ostalbkreis für

Abfallbewirtschaftung mbH

www.goa-online.de 39

Max ladenburger Söhne Heimatsmühle

GmbH & Co. KG

www.heimatsmuehle.de 110

Henkel AG & Co. KGaA

www.henkel.com 70

Hochschule Aalen

www.htw-aalen.de 73

Hochschule für Gestaltung

Schwäbisch Gmünd

www.hfg-gmuend.de 78

ibO industriebuchbinderei

Ostalb GmbH

www.ibo-ostalb.de 106

inneo Solutions GmbH

www.inneo.com 111

iSO-Chemie

www.iso-chemie.de 108

Schuh Kauffmann

www.schuh-kauffmann.de 137

Kreissparkasse Ostalb

www.ksk-ostalb.de 118

leicht Küchen AG

www.leicht.de 105

leitz GmbH & Co. KG

www.leitz.org 120

lindenfarb textilveredlung

www.lindenfarb.de 122

Stiftung Haus lindenhof

www.haus-lindenhof.de 124

lMt GmbH & Co. KG

www.lmt-tools.com 138

löwenbrauerei Wasseralfingen

www.wasseralfinger.de 140

Möbel Mahler

www.moebel-mahler.de 142

Ferdinand Menrad GmbH & Co. KG

www.menrad.de 141

August Mössner GmbH & Co. KG

www.moessner-kg.de 161

MunksJö Paper GmbH

www.munksjo.com 158

nubert electronic GmbH

www.nubert.de 174

OMEGA SOrG GmbH

www.omega-sorg.de 160

Ostalb Klinikum Aalen

www.ostalb-klinikum.de 88

OVA-Omnibus Verkehr Aalen

www.ova.de 193

paramobil GmbH

www.paramobil.com 197

Pentair Südmo

www.suedmo.de 177

PtS Systemtechnik GmbH

www.pts-systemtechnik.de 178

Prototechnik GmbH & Co. KG

www.prototechnik.de 176

Chr. renz GmbH

www.renz-germany.de 192

J. rettenmaier & Söhne GmbH & Co. KG

www.jrs.de 194

rOKu-Mechanik GmbH

www.roku-germany.de 196

Ellwanger rotochsen brauerei

www.rotochsenbrauerei.de 210

Samariterstift behindertenhilfe Ostalb

www.samariterstiftung.de 208

Schmidt Maschinenbau GmbH

www.schmidt-cnc.de 211

Scholz AG

www.scholz-ag.de 212

Scholz Edelmetall GmbH

www.scholz-edelstahl.de 213

Stadt Schwäbisch Gmünd

www.schwaebisch-gmuend.de 228

Maschinenfabrik Seydelmann

www.seydelmann.com 233

SHW Werkzeugmaschinen GmbH

www.shw-wm.de 230

SrH Krankenhaus neresheim gGmbH

www.fachkrankenhaus-neresheim.de 245

Stadtbus Gmünd

Severin Abt GmbH & Co. KG

www.stadtbus-gmuend.de 242

Stadtwerke Aalen GmbH

www.sw-aalen.de 232

Stadtwerke Schwäbisch Gmünd GmbH

www.stwgd.de 244

St. Anna-Virngrund-Klinik

www.klinik-ellwangen.de 90

Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd

www.stauferklinkum.de 89

Steelcase Werndl AG

www.steelcase.de 246

Susa-Vertriebs-GmbH+Co

www.susa-vertrieb.de 247

uhl Windkraft

www.uhl-windkraft.de 258

VAF GmbH

www.vaf-bopfingen.de 260

VArtA Microbattery GmbH

www.varta-microbattery.com 262

voestalpine Polynorm GmbH & Co. KG

www.voestalpine.com/polynorm 274

Volksbank Schwäbisch Gmünd

www.volksbank-gmuend.de 276

Vr-bank Aalen eG

www.vrbank-aalen.de 278

Weleda AG

www.weleda.de 296

Carl Zeiss AG

www.zeiss.de 298

ZF lenksysteme GmbH

www.zf-lenksysteme.de 300

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