Aufrufe
vor 11 Monaten

blu März 2018

MUSIK KLUBMUSIK Zurück

MUSIK KLUBMUSIK Zurück zum Kern: Fritz Kalkbrenner Fritz Kalkbrenner war der, der sang bei den Kalkbrenner-Brüdern, die mit „Sky and Sand“ zusammen den Durchbruch schafften, sich dann aber recht unterschiedlich weiterentwickelten. FOTO: C. BLAKE Beide waren höchst erfolgreich, Paul Kalkbrenner mit meist instrumentalen technoiden Tracks und lustigen Liednamen (u. a. „Der Buhold“), Fritz war ungleich housiger und seine Lieder kamen mit Gesang und einer großen Portion Melancholie daher. Und beim letzten Album auch noch Bläser, etwa beim Hit „Back Home“. Das ist jetzt anders. „Wenn du so einen richtigen Stomper hast, musst du nicht auf Teufel komm raus einen Text dazu suchen. Da habe ich gesagt: Scheiß drauf, das mach ich jetzt nicht mehr“, verrät er. Ohnehin hat Fritz nie zuerst den Text geschrieben, zuerst kamen die Beats. „Da existieren so (Text-)Fragmente, die man sich da so raufbiegen kann. Aber bei manchen Sachen passt das einfach nicht. [...] In der Beliebigkeit oder im Pomp wollte ich nicht enden. Wo man sagt: Da hätten auch 18 Spuren weniger gereicht. Da hat es geklemmt. Dann sitzt du da und bist genervt und frustriert. Dann sagte ich: O. K., kehren wir doch mal zu dem Kern der Sache zurück.“ Sprich: zur instrumentalen Musik. Und das funktioniert hervorragend! Sein neues – fünftes – Album „Drown“ überzeugt mit klubbigen und extremst hörbaren Tracks, unsere Anspieltipps sind „Enter“, „Run“, „Lose“ und „Seek“. *rä www.blu.fm/gewinne BARDE Soulig: George Ezra poprockt „Meine Arbeitsweise beim Songwriting ist: einfach die Klappe halten und machen“, sagt er schulterzuckend. „Das Gleiche gilt auch für Auftritte. Ich werde nicht nervös, ich gehe einfach auf die Bühne und singe. Ich hebe doch jetzt nicht ab, nur weil ich Musiker bin. Ich bin nur ein Typ mit einer Gitarre, nicht mehr. Wenn dann irgendwann alles schiefgeht, komme ich auch nicht so sehr wie ein Depp rüber.“ Zum Deppen macht sich der Mann mit der kernigen Stimme nie. Auch das neue Album „Staying at Tamara’s“ unterhält und überzeugt vollauf. Klasse! *rä KLUBMUSIK George FitzGerald Sein zweites Album „All That Must Be“ ist wirklich ein Werk, das die Messlatte für all die anderen – ungleich populistischeren – House- und Elektro-Produzenten sehr hoch legt. Der Brite zeigt auf Stücken wie „The Echo Forgets“, wie man Melancholie tanzbar verarbeitet, ohne dabei als Drama Queen unterzugehen. Besonders hervorzuheben ist auch „Half Light“ mit Tracey Thorn, der Ex- Sängerin des Duos Everything but the Girl. Sie singt auf einem der wenigen Stücke mit Text (Vocal-Spielereien gibt es durchweg), was das housige Album wunderbar abrundet. Unsere weiteren Anspieltipps sind „Two Moons Under“ und „Frieda“. *rä DIVA Annie Lennox auf Vinyl Gleich zwei der Alben der Eurythmics- Sängerin erscheinen auf LP. Beide Alben, „Medusa“ und „Diva“, warfen eine Reihe großer internationaler Hits ab, u. a. „No More I Love You’s“, „Why“ und „Little Bird“, die zeigten, dass Annie auch nach den Eurythmics eine stimmstarke Größe ist, mit der man rechnen kann und auch will. Und jetzt gibt es Annies Solowerke nach und nach auf Vinyl, denn Kunst will gesammelt werden – und zelebriert. *rä

TOUR Songwriterin Antje Schomaker Seit ihrer Kindheit spielt Antje Schomaker Klavier und singt. Jetzt kommt sie auf Tour. Vor einigen Jahren verschlug es Antje vom Niederrhein an die Elbe nach Hamburg. Nachdem sie lange Zeit alleine Lieder geschrieben hatte und aufgetreten war, traf sie auf den Straßen St. Paulis auf Musiker, die wie sie selbst auf der Suche nach ehrlichem und kreativem Austausch waren. Die Lieder auf dem neuen Album „Von Helden und Halunken“ sind immer genau beobachtete Geschichten aus dem Innenleben – eingespielt mit akustischen Instrumenten und einem oft treibenden Beat. Tourdaten 27.2. Hannover, MusikZentrum, 28.2. Köln, Blue Shell, 1.3. Dortmund, FZW Club, 2.3. Stuttgart, Club Cann, 3.3. Heidelberg, Halle 02, 4.3. Wiesbaden, Kesselhaus, 6.3. München, Strom, 8.3. Leipzig, Neumanns, 9.3. Berlin, Musik und Frieden, 10.3. Hamburg, Uebel & Gefährlich FOTO: COLUMBIA/SONY MUSIC COMEBACK Judas Priest 2018 Es gibt nur wenige Heavy-Metal-Bands, deren Karriere derart reich an Höhepunkten ist wie die von Judas Priest. Ihr bislang letztes Album „Redeemer of Souls“, das im Juli 2014 erschien, bescherte der Band die höchsten Chartplatzierungen ihrer fast 40-jährigen Karriere. Nach ihrer Nominierung für die „Rock ’n’ Roll Hall of Fame” im vergangenen Jahr kehren Judas Priest nun am 9. März mit ihrem 18. Studioalbum „Firepower“ zurück, das von Andy Sneap (Accept, Saxon, Opeth, Amon Amarth, Megadeth, Kreator etc.) und Legende Tom Allom (Judas Priest, Black Sabbath, Def Leppard, Genesis etc.) produziert wurde. „Tom Allom hat dieses Classic-Metal-Ding einfach drauf“, erklärt Sänger Rob Halford.