Aufrufe
vor 3 Monaten

E_1930_Zeitung_Nr.056

E_1930_Zeitung_Nr.056

s» •«1 II.

s» •«1 II. Internationale St. Morltzer Automobilwoche. (lr.) Um das einmal klarzustellen: die diesjährige internationale St. Moritzer Automobilwoche nimmt ihren Anfang Montag den 18. August und endet Sonntag den 24. So und nicht anders lautet der Termin der St. Moritzer Veranstaltung; das in früheren Publikationen angegebene Datum vom 17.—23. August entspricht den Tatsachen nicht. Mit voller Absicht hat man den Zeitpunkt der Automobilwoehe so fixiert, dass eine Kollision mit andern Veranstaltungen vermieden wird. Vor allem wird es interessieren zu vernehmen, dass das St. Moritzer Tournier durchaus nicht mit dem Freiburger Bergrekord zusammenfällt, der am 17. August von Stapel geht. Aber St. Moritz hat dennoch dafür Vorsorge getragen, um jede Inkonvenienz,. die sich aus der zeitlichen Annäherung seines Meetings an den A.D.A.C.-Bergrekord ergeben könnte, aus der Welt zu schaffen. Um nämlich den Teilnehmern und Besuchern des deutschen Bergrekordes zu ermöglichen, auch an der St. Moritzer Sternfahrt mitzukonkurrieren, ist für sie die Neutralisierung des Aufenthaltes in Freiburg beschlossen worden. Die Strecke Freibung i. B—St. Moritz lässt sich bequem als Tagesetappe erledigen, zumal nach dem Reglement die Wertung für die Sternfahrt erst Montag den 18. August, um 6 Uhr abends, geschlossen wird. Die Genfersee-Autavia. * Die am letzten Samstag stattgefundene Genfersee-Autavia, organisiert von den Sektionen Genf und Waadtland des A. C. S. und den Ortsgruppen Genf und Lausanne der Autavia, brachte den Veranstaltern einen schönen Erfolg. Auf dem Lausanner Flugplatz Blecherette entwickelte sich ein lebhaftes Treiben, als eich die 15 Flugzeuge, 30 Autos und 90 Konkurrenten zum Start bereitstellten. Major Edgar Primault, Mitglied der Zentralverwaltung des A. 0. S., erteilte die letzten Weisungen an die Konkurrenten, elf Equipen der Sektion Waadtland des A. 0. S. und vier Genfer Gruppen. Um 3 Uhr nachmittags wurden Flugzeuge und Autos freigelassen. Sechs Equipen lösten die gestellten Aufgaben richtig. Leider ereigneten sich auch zwei Unfälle. Das Flugzeug von Leutnant Zulauf wurde bei einer Notlandung in Moudon beschädigt (Propellerbruch und abgerissener Flügel). Nach der Keparatur der Maschine konnte der Pilot nach 8 Uhr abends seinen Flug wieder fortsetzen. Auf einem Kornfeld von Echallens überschlug sich die Maschine von Leutnant Pierroz. Die beiden Flieger konnten sich beizeiten in Sicherheit bringen. Das Klassement der Autavia ist folgendes: 1. Hauptmann Henri Strub, Präsident der Section Romande des Ae. G. S.; Beobachter: Leutnant Leyvraz; 1. Auto : Robert Faillettaz und Imhof , 2. Auto: Baumgartner und Chamorel. 3 Std. 34' 1". 2 Leutnant IMer, Auto: Pierre Renaud und Madame Guendet, Genf, 4 Std. 43' 4" 3. Leutnant Thiebaud; Auto: G. Chappuis (Martigny) und Wisswald, 5 Std. 16' 42". 4. Leutnant Baccilieri; Auto: Jonet und Pahud, 5 Std. 29' 18" 5. Oberleutnant Tardy; Auto: Ch. Tardy und A. Zeiher. 7 Std. 12' 18". 6. Oberleutnant Gousser ; Auto : Canton und Laurent, 7 Std. 25'26". Das Rennen Cuneo—Colle della Maddalena. Eine Rekordleistung Nuvolaris auf Alfa Romeo ! — Caracciola gewinnt bei den Sportwagen. — Schwerer Unfall. Ein weiteres grosses Bergrennen gehört der Vergangenheit an. Der zweite Anlauf zur diesjährigen europäischen Bergmeisterschaft, zugleich das grösste Bergrennen in Italien, sah einen Gewalthaufen von Fahrern, deren Namen besten Klang in der internationalen Sportswelt haben. Vor allem war man darauf gespannt, ob die Italiener als Routinier der langen Strassen sich auch bei diesem Bergrennen zu "behaupten wüssten, oder ob die europäischen Grossen der Bergrennen hier ihren ausschlaggebenden Einfluss siegreich geltend machen könnten. Das Ergebnis des grossen Rennens über den Colle della Maddalena hat keine eindeutige Antwort gegeben. Beinahe alles, was in der grossen Welt des Automobilsportes Bedeutung hat, versammelte sich am Samstag in Cuneo, das eingebettet in die wilden Berg© jener Gegend liegt. Aufregung und Bewegung überall — der Ort Wutde-für- wenige StundenTfSfüTlnft" AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 56 und umstritten. Die Fahne knallte lustig im Wind© vor dem Gebäude des Automobilclubs, das eine grosse Menge sah, die nach den grossen Sportheroen fieberte, die aufrücken sollten. Da kamen sie schon herangedonnert, die einen flink und wendig, die andern bedächtiger und schwerer. Plötzlich waren alle da, bereit zur Wagenabnahme, die Campari, Caracciola, Stuck, Arcangeli, und das Volk staunte ehrfürchtig diese Helden der neuen Zeit an. Erst zu später Nachmittagsstunde hatte die letzte der 46 Maschinen, die Abnahmekommission passiert. Was würde wohl der Kampf bringen ? Der Begriff eines Bergrennens ist nicht ohne weiteres auf Cuneo-Colle della Maddalena anzuwenden. Von der 66 km langen Strecke sind 40 km eigentlich so beschaffen, dass man vergeblich nach einer «Bergstrasse» sucht, erst die letzten 26 km werden dann steiler und führen bis auf 2000 m Höhe, wobei die Steigung aber nicht einmal 7 Prozent überschreitet. Kritisch wirkten sich dafür die Kurven aus, die an die Fahrtechnik ungemein hohe Anforderungen stellten. Eine riesige Zuschauermenge säumte auf lange Strecke hin die Strasse. Unter den Anwesenden waren auch Mitglieder der Königl. Familie vertreten. Um 9 Uhr wurde der Start für die aussichtsreichsten Konkurrenten freigegeben. Fieberhaft verfolgte das Publikum nun die grossen Momente. Fagioli, der auf Maserati fuhr, weckte gleich die erste Begeisterung, indem er ohne besondere Schwierigkeiten gleich zu Anfang den alten Rekord um neun Minuten schlug. Grosse Spannung, als Varzi kommen sollte — noch grössere Enttäuschung, als bekannt wurde, dass Kolbenbruch ihn zum Aufgeben zwang. Um 10 Uhr schoss Nuvolari mit einer fabelhaft kurzen Zeit dem Ziel entgegen. Staunend stand man, als man erfuhr, dass er den alten Rekord um volle zehn Minuten geschlagen hatte. Seine durchschnittliche Geschwindigkeit betrug damit 103,771 km. Erzielten also die Italiener solche fabelhafte Zeiten, wie musste es da mit den ausländischen Gegnern und Bergfahrern stehen? Stuck war angesagt Klar scholl aus dem Lautsprecher der Bericht über den Start seiner flotten Fahrt, die vielversprechend begann, als nach dem durchfahrenen 20. km sein Wagen eine Mauer streifte. Unabänderliches Ergebnis war ein Kolbenbruch. So schied der grosse und hervorragende Meister der Berge früh aus den Reihen aus, ohne sein Körinen eigentlich entwickelt zu haben. Arcangeli brauste nach Stuck über die Maddalena, kurz nachher verkündete der Lautsprecher ein grosses Unglück. Der Bugatti-Fahrer Avanateo schoss gegen eine Mauer an und überschlug sich in voller Fahrt. Fahrer und Mechaniker wurden unter den Trümmern begraben. Der Pilot wurde schwer hergenommen, sein Zustand soll hoffnungslos sein. Besser erging es dem Mechaniker. Das Rennen der Sportwagen eröffnete der einzige Mercedes-Benz-Fahrer Campari, dem dann Caracciola folgte, mit einer .Fahrtechnik, die einfach hinriss. Seine Leistung blieb die beste bei den Sportswagen : 41' 24,4". Mit dieser Zeit hat Caracciola einen neoen Rekord in seiner Klasse aufgestellt, ein Resultat, das die sportlichen Italiener zu neidlosem, südlichem Jubel hinriss. Besonders gespannt waren wir auf tmsern einzigen Landsmann Pedrazzini. Fieberhaft verfolgte man die Ankündigungen des Lautsprechers, wonach der Schweizer in rasender Fahrt die Strecke zurückleget Sang- und klanglos endete die Sache unerwartet in einem Rasen neben der Strasse, wodurch unsere berechtigten hochgespannten Hoffnungen mit einem Schlag zunichte wurden. Bei den Sportwagen bis zu 1500 ccm wurde der Rekordinhaber Gola von dem jungen Mechaniker Ciena auf Alfa Romeo einwandfrei geschlagen. Die beiden Sieg© von Caracciola vad Nuvolari sind erstaunlichen Spitzenleistungen zn verdanken. Vor allem Caracciola, der noch Le Mans in den Knochen hatte, muss seine Glanzleistung hoch angerechnet werden, die Ruhe, mit welcher der Fahrer die Strecke erledigte, wirkte wahrhaft spannend. Die Resultate des vorzüglich organisierten Rennens, bei dem der Streckendienst zufolge eines mit äusserster Strenge durchgeführten Ordnungsdienstes vorzüglich klappte, sind die folgenden : Rennwagen über 1100 ccm Zylinderinhalt: i. Nuvolari anf Alfa Romeo, 38:21,4 (Rekord). 2. Fagioli auf Maserati, 39:25. 3. Arcangeli auf Alfa Romeo, 40:43. 4. Pastore auf Maserati, 41:05. 5. Sartorio auf Maserati, 42:57,5. — Kategorie bis 1100 ccm: 1. Olerici auf Salmson, 48:55 (Rekord). 2. Moradei auf Salmson, 48:56,4. Sportwagen, Kategorie über 1500 ccm: 1. Caracciola auf Mercedes, 41:24,2 (Rekord). 2. Piombetti auf BugattL, 42:30,8- 3. Campari auf Alfa Romeo, 42:44. 4. Canayesi auf Alfa Romeo, 42:48. — Kategorie 1100—1500 ccm: 1. Ciena auf Alfa Romeo, 44:43 (Rekord). — Kategorie bis 1100 ccm: 1. Marret auf Salmsoa, 48:23. Die Tourenwagen waren nnr durch fünf Fiat Modell 514 vertreten. 1. Gilera, auf Fiat, 49' 38". O ooo o oooooooOhne Oel ist der Motor tot Wirksame Federung, sinnreicht Stossdämpf er schätzen das Paktjestett Ihres Wagens ; denn such der Stahlbau könnte hccton einen direkten Angriff der FahrstSsse widerstehen. Genau wie das Chassis Ihres Wagens benSHgt aueh der Reifen einen Stossdämpfer ; derselbe wird in der Bauart Goodrich durch ein Speziahchutzband gebildet Dieser Reifen ist mit einem Stossdämpfer versehen ! zäh und widerstandsfähig das Geebe Ihres. Reifens auch sein mag, ist es nicht genügend geschützt, so wird sich die Bereifung vorzeitig abnützen, Stoss- und Schleuderkräfte werden di» rekt die innere Struktur des Reifens angreifen. Deshalb ist jeder Goodrich« Reifen mit einem wirksamen Stossdämpfer ausgerüstet, der durch ein festes und zähes Schutzband gebildet wird« Diese Verstärkung des Reifenumfanges arbeitet alt idealer Schutz des Reifens direkt unter dem Laufband. Das starke Gewebe mit Goodrich-Gummi im« pcftgniert, widersteht , härtester Fahl* beanspruchung. Seitenkräfte, welche das Radleren der Reifen verursachen, sowohl wie plötzlich» Stösse werden abgefangen und gedämpft bevor sie die Gewebefasern erreichen. Der Goodrich-Reifen GENEVE, 11, nie General Dufoor Zürich, Löwenstrasse 30 Oel allein tut es nicht Oeliges Oel muss es sein DUROLGERM PROCESSOIL ISTOELIGEH, well reicher an aktiven Schmierkörpern. Praktische Erfahrung und wissenschaftliche Unter» suchungen haben bewiesen, dass „Durol Germ" einen elastischglatten, schmiegsamen dauerhaften Oelfllm bildet, der die Reibung reduziert. Mit „Durol Germ" können Sie langer auskommen als mit gewöhnlichem gutem Auto-Oel. Tanken Sie das nächste Mali GERMOIL H. R. KOLLER & Co. WINTERTHUR Ysrlaf, Adminirtraöon, Druck und Oicherie; HALLWAQ Ä.-G. Hallersche Buchdruckerd, und Wagntrtch« yerhftuistaltj Bern.

5ft — 1930 Schonheltskonkurrenz für Automobile in Luzern. Zum dritten Male findet am 2. August 1930 in Luzern eine internationale Schönheitskonkurrenz statt, die wie die beiden vorhergehenden Veranstaltungen, den Aussichten nach zu urteilen, zu einem vollen Erfolg des Automobiles zu werden verspricht. Das soeben erschienene Reglement orientiert über die nähern Einzelheiten der Konkurrenz. Am Vormittag findet durch die Jury eine Vorbeurteilung der Fahrzeuge statt, der am Nachmittag sodann die Vorführung der besetzten Fahrzeuge vor dem Preisgericht und dem Publikum folgt. An der Veranstaltung können Sport- und Tourenwagen teilnehmen, wobei Privatpersonen, Automobil- und Karosseriefaforiken und Automabilhändler des In- und Auslandes teilnahmeberechtigt sind. Die konkurrierenden Fahrzeuge werden eingeteilt in Privatfahrzeuge und Fahrzeuge der Automobilindustrie, und diese wiederum in solche mit Special- und Serienkarosserien. Die Wagen sind in Gruppen eingeteilt: Offene-, Kombinationswagen, Wagen mit weicher Bespannung und geschlossene Wagea Ein Preisrichterkollegium aus kompetenten Fachleuten beurteilt die Wagen vor allem nach den folgenden Gesichtspunkten: 1. Aeusserer Eindruck des Wagens in bezug auf Schönheit, Linienführung, Stileinheit und Farbenharmonie. 2. Zweckmässigkeit. 3. Bequemlichkeit. 4. Innen-Ausstattung. 5. Zweckmässige Bekleidung der Insassen, dem Charakter des Wagens angepasst. 6. Harmonie und Eleganz des Qesamteindruckes. Als Preise werden vorgesehen: Goldene Plakette für den bestbeurteilten Wagen sämtlicher Gruppen, und sodann für jede Unterabteilung wieder silbervergoldete Plaketten, silberne und bronzene Plaketten. Besondere Speziaipreise für bestbeurteilte Wagen von speziellen Gesichtspunkten aus, werden ebenfalls ausgerichtet. Abends 9 Uhr, des gleichen Tages, beginnt der Ball, an dem die Preisverteilung stattfindet. Die Nennungen für die Teilnahme sind an das Sekretariat der Sektion Luzern des A. C. S., Löwenstrasse 3, Luzern, zu richten. Ueber die nähern Einzelheiten der Veranstaltung orientiert das Reglement, das vom Sekretariat bezogen werden kann. mb. Die XVIII. Hauptversammlung der Vereinigung Schweiz. Strassenfachmänner. Der Vorstand der Vereinigung hatte die Mitglieder auf die Tage vom 20. und 22. Juni zur ordentlichen Hauptversammlung im Kanton Aargau aufgeboten. In gewohnt zahlreichem Aufmarsch wurde der Einladung Folge gegeben; die Zahl 300 wurde wiederum, wie in den frühern Jahren, überschritten. Am Bankett im « Aarauerhof» sprach der Vertreter des Gemeinderates von Aarau, Herr Ingenieur Dr. G. Lüscher, Worte der Begrüssung und der Anerkennung für die Strassenfachmänner und ihre Vereinigung. Der Freitag Nachmittag brachte eine Besichtigung aargauischer Kantonsstrassen und bot den Teilnehmern reichlich Gelegenheit, sich darüber Gewissheit zu verschaffen, dass hier unter kundiger technischer Leitung und vor allem auch dank einer weitsichtigen Einstellung der Behörden ein Netz modern ausgebauter Strassen im Entstehen begriffen ist, das sich schon heute sehen lassen darf, in Zukunft aber in noch ausgedehnterem Masse den gesteigerten Anforderungen des Verkehrs wird zu genügen vermögen. Trotz sehr guter Erfolge mit der Oberflächenbehandlung ging man auf den Hauptverkehrsstrassen allmählich mehr zum Einbau eigentlicher Fahrbahnbeläge über. Der Grund zu dieser Umstellung liegt teils in wirtschaftlichen Erwägungen, teils aber auch darin, dass man auf den Hauptstrassen den Nachteil wiederholter Verkehrserschwerungen durch die innert verhältnismässig kurzer Zeit notwendigen Nachbehandlungen auszuschalten trachtet. Um dennoch mit möglichst geringen Mitteln und rasch vorwärtszukommen, hat man zu leichten und mittelschweren Decken gegriffen, die sich unter den heutigen Verkehrsverhältnissen, und wohl noch auf lange Sicht hinaus, unbedingt als wirtschaftlich erweisen. Der Samstag war in erster Linie ein ernster Arbeitstag. Er wurde eingeleitet durch eine Besichtigung der Betriebe der A.-G. Brown, Boweri & Co. Von 9 bis 11 Uhr tagten die Herren Kantonsingenieure. Sie hörten zunächst ein Referat an über das Ergebnis der Verkehrszählungen, die 1928/29 erstmals nach einem einheitlichen Schema und gleichen Instruktionen hätten durchgeführt werden sollen. Leider haben einige Kantone sich an der Zählung nicht oder nur in ganz ungenügendem Masse beteiligt. Andere hatten sich nicht entschliessen können, den Instruktionen nachzuleben und das vorgeschriebene Zählformular zu benützen. Die Auswertung der Ergebnisse verursacht darum ziemlich Mühe. Trotz dieser Schwierigkeiten soll aber das vorhandene Material verarbeitet und dabei rechtzeitig das Nötige vorgekehrt werden für eine Wiederholung auf einwandfreier Grundlage. — Dann nahm die Konferenz Mitteilungen über den Entwurf zu einer neuen Karte der Durchgangs-und Hauptverkehrsstrassen entgegen. Es handelt sich dabei um eine gründliche Revision der im Jahre 1920 aufgestellten Karte, deren Neubearbeitung zweifellos einem grossen Bedürfnisse entspricht. Der Entwurf geht nun in erster Linie an die zuständigen kantonalen Amtsstellen zur Ueberprüfung und Begutachtung. — Im Auftrage der Bau- AUTOMOBIL-REVUE direkforenkonferenz hatte der Vorstand derV.S.S. durch eine Spezialkommission Normalien für den Ausbau der Strassen ausarbeiten lassen. Das Ergebnis dieser Vorarbeiten wurde der Konferenz vorgelegt. Die Vorschläge sollen in einer demnächst stattfindenden zweiten Versammlung eingehend besprochen und dann als Vorlage für die Baudirektorenkonferenz ausgearbeitet werden. Zu gleicher Zeit hielten die Vertreter von städtischen und Gemeindebauverwaltungen ihre übliche Tagung ab. Bei derselben berichtete der Chef des städtischen Leitungsbureaus Luzern, Herr Girtanner, über die Notwendigkeit und Zweckmässigkeit genau nachge-' führter Leitungspläne. Die verschiedenen Arbeiten der Vereinigung über Grabarbeiten im öffentlichen Strassengebiet und die möglichste Beseitigung ihrer üblen Folgen, fanden mit diesem Bericht ihren Abschluss. — Ingenieur S c h u 1 e r. Zürich, gab einen ausführlichen und instruktiven Bericht über einen Besuch beim Tiefbauamt der Stadt München. — Die Herren Strasseninspektor B o s s a r d (Luzern) und Ingenieur P e r r e t (Neuchätel), orientierten in einem" durch Lichtbilder anschaulich gemachten Referat über die Stuttgarter Tagung der deutschen Fuhrparkdirektoren und über die mit derselben verbundene Ausstellung von Maschinen für Strassenbau und Strassenreinigung. Um 11 Uhr versammelten sich die Teilnehmer an den beiden Sonderveranstaltungen zur Entgegennahme einer interessanten Mitteilung von Strasseninspektor Spychiger (St. Gallen) über «Fahrbahnbeläge in steilen Strassen». Der im Auftrage der Kommission für Angelegenheiten des städtischen Tiefbaues ausgearbeitete Bericht vermittelt wertvolle Erfahrungen verschiedener Bauverwaltungen in dieser wichtigen Frage. Er wird, noch etwas erweitert, in nächster Zeit veröffentlicht. — Anschliessend machte Ingenieur Piot (Lausanne) mit grossem Interesse gehörte Mitteilungen über eine im Frühjahr 1929 durchgeführte Studienreise nach Württemberg und Bayern, wobei er es sehr gut verstand, die Beobachtungen verschiedener Reiseteilnehmer zu verwerten und daraus wertvolle Schlüsse auf die Verhältnisse in unserm Lande zu ziehen. — Der deutsche Bericht über diese Studienreise konnte der vorgerückten Zeit wegen nicht verlesen werden. Er soll indessen möglichst bald durch Veröffentlichung in der «Schweiz. Zeitschrift für Strassenwesen» einem weitern Interessentenkreis zur Kenntnis gebracht werden. In der 1. Mitgliederversammlung vom Samstag nachmittag referierte Ingenieur Hohl, Vizedirektor der «Sesa>, über den Ersatz projektierter und die Möglichkeit des Ersatzes bestehender Eisenbahnlinien durch Kraftwagenkurse, mit besonderer Berücksichtigung der Erfahrungen beim Betrieb der Surbtallinie. Umfassende Kenntnis auf diesem Spezialgebiete unserer Verkehrswirtschaft und reiches Zahlen- und Tatsachenmaterial, das dem Referenten zur Verfügung stand, boten zum vorneherein GewähT für eine tiefgründige und aufschlussreiche Beleuchtung dieser Frage. Die Teilnehmer kamen voll auf ihre Rechnung. Da uns bekannt ist, dass auch die Leser der «Automobil- Revue» Gelegenheit haben werden, den Vortrag kennen zu lernen, wird auf eine auszugsweise Wiedergabe verzichtet, — Der zweite Referent dieser Nachmittagsversammlung, Stadtschreiber Dr. Raschle (Baden), verstand es, in launigem und auf I gründlicher Kenntnis der Verhältnisse aufgebautem Votum die Zuhörer über die wechselvolle Geschichte der Bäder von Baden zu orientieren. Für Teilnehmer, die erst am Samstag eingerückt waren, wurde hierauf eine etwas abgekürzte Fahrt über aargauische Staatsstrassen ausgeführt, die allst sehr befriedigte. Damit war der reichlich ausgefüllte erste Versammlungstag vorüber, und im vollen Bewusstsein, den ersten Teil der Veranstaltung pflichtgemäss erledigt zu haben, fanden sich die Strassenfachmänner mit ihren Freunden und Gästen am Abend im Kursaaltheater ein, wo das Organisationskomitee einen Genuss ganz besonderer Art, wie er nocfi an keiner Versammlung geboten worden ist, vorbereitet hatte. Der reiche Beifall, der den Darbietungen an. dieser Abendunterhaltung folgte, bewies am besten, dass alle Anwesenden auf ihre Rechnung gekommen waren und sich köstlich unterhielten. Der Sonntag Vormittag wurde durch verschiedene Besichtigungen neueste* technischer Schöpfungen der Stadt Baden (neues Bezirksschulhaus, Hochbrücke, Sportanlage) eröffnet ṪJm 9 Uhr 45 begann sodann unter der bewährten Leitung des Präsidenten der Vereinigung Schweiz. Strassenfachmänner, Herrn Kantonsingenieur M 6 a n (Neuchätel), die Hauptversammlung. Sie erledigte bei etwas mehr als einstündiger Dauer interne Vereinsgeschäfte und genehmigte den Bericht über die Verbandstätigkeit, sowie die Rechnung für das abgelaufene Jahr und den Voranschlag für 1930. Der Präsident, sowie die eine Wiederwahl annehmenden Vorstandsmitglieder wurden für eine neue dreijährige Amtsdauer bestätigt. An Stelle der zurücktretenden Herren Kantonsoberingenieur T r e c h s e 1 (Bern) und Bauverwalter K e 1 - 1 e r (Ölten) wurden die Herren Kreisoberingenieur Wa 11her (Thun) und Bauinspektor Dauwalder (Interlaken) in den Vorstand gewählt. Als Versammlungsort für 1931 beliebte Vevey, das sich schon für 1929 und 1930 beworben und in liebenswürdigster Weise die Einladung erneuert hatte. Den Schluss der Hauptversammlung bildeteü zwei Referate. Wasserrechtsingenieur Osteiwalder (Aarau) sprach über «Die Rhein-tAare-ScMfüfahrt und der Ausbau der Zufahrtsstrassen zum Umschlaghafens Seine Ausführungen gipfelten in der Feststellung, dass für die Schweiz in erster Linie Schiffbarmachung der wichtigen Flüsse bis zu gewissen, in der Nähe' grosser Verbrauchszentren liegenden Umschlaghafen, in Betracht komme. Von diesen aus hätte ein richtig ausgebautes Strassennetz, eventuell ein Netz besonderer Güter-Autostrassen, die Verbindung mit den grossen Zentren herzustellen. Eisenbahn, Schiffahrt und Strasenverkehr müssten sich auf diese Weise im Interesse der Volkswirtschaft und des ganzen Landes ergänzen. — Architekt Prof. F a v r e aus Genf gab sodann in einer geistvollen Plauderei ein Bild über die Entwicklung der öffentlichen Plätze und ihre Bedeutung in den Städten, um daran anschliessend die Frage der Platzgestaltung, wie sie durch den modernen Verkehr bedingt und beeinflusst wird, zu behandeln. Mit einem offiziellen Bankett schloss die Ver< anstaltung. i Während der beiden Versammlungstage wareing sehr gut beschickte Ausstellung von Maschinen ( Geräten und Baustoffen für Strassenbau und Strassenunterhalt organisiert, die lebhaftes Interesse fand. a. Fortschritte in der Pneu-Industrie: 1893 Vollguntmi 1898 Hochdruck 1921 Ballon 1930 FISK-AIR-FLIGHT FISK-PNEUMATIK Aktiengesellschaft ZÜRICH Tel. Selnau 91.22 Stauffacherstr. 41 Telegr.: „Fisktire"