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E_1931_Zeitung_Nr.052

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Tempo und LSrm. Der

Tempo und LSrm. Der Verkehr auf der Strasse entwickelt sich in zusehendem Masse. Die Eroberung der Strasse durch das Automobil ist noch nicht beendigt. Im Zusammenhange damit steht die Entwicklung des Strassenlärms. Die Dichtigkeit des Verkehrs bedingt ein vermehrtes Signalgeben, ein Hupen und Sirenen. Dies war wenigstens die Ansicht bis vor kurzer Zeit. Dem genauen Beobachter des Strassenverkehrs kann es jedoch nicht entgangen sein, dass der aus dem Verkehr stammende Lärm eher gedämpft statt erhöht wurde. Betreffend unnötigen Hupens und Signalgebens seitens des Automobilisten kann wohl mit Genugtuung konstatiert werden, dass gerade hierin eine wesentliche Besserung eingetreten ist. Der Automobilist ist gerade infolge der wachsenden Verkehrsschwierigkeiten sicherer und auch vorsichtiger geworden. Er ist sich seiner grossen Verantwortung voll und ganz bewusst und sucht heute da, wo ihm das Signalgeben nicht ausdrücklich vorgeschrieben ist, dieses zu vermeiden. Polizeivorschfiften haben nachgeholfen und dienen dem Jüngern, noch unerfahrene^ Autolenker als Richtlinie. Zur Bekämpfung unnötigen Lärms kann selbstverständlich das übrige Publikum ausserordentlich viel beitragen. Es hängt dieses Moment von der Strassendisziplin der Bevölkerung ganz wesentlich ab. Je vorsichtjger der Fussgänger wird, je mehr sich auch die Pferdegespanne an die Vorschriften des Strassenverkehrs halten, ie genauer die Verkehrsbestimmungen eingehalten werden, desto mehr wird auch der Automobilist vom Signalgeben Umgang nehmen können. Mit Freude .sei konstatiert, dass gerade diesbezüglich doch gewisse Fortschritte zu ver- .zeichnen sind. Die unermüdliche Aufklärungsarbeit unserer grossen Automobilistenverbände, aber auch der in manchen Städten eingesetzte Verkehrsunterricht haben alle dazu beigetragen, die Verkehrsdisziplin bereits unter der Jugend zu heben und ihre Aufmerksamkeit in grö^serem Masse auf die Gefahren der Strasse zu lenken. Die Fälle vermindern sich doch, da Kinder in unvorsichtiger Weise zum Opfer der Strasse werden. Die Strasse ist heute, in dieser Beziehung freier und die, fortwährenden Belehrungen und Bemühungen, wie sie gerade in diesen Tagen vom T. C. S. an Hand genommen worden sind, müssen in vermehrtem Masse nutzbringend sein. Dabei ist nicht'zu vergessen, dass • die Technik nicht stillesteht und wir heute erfreulicherweise auch über Motorlastwagen verfügen, die so ruhig wie jedes andere Fahrzeug ihre Bahn ziehen können. Die rumpelnden und polternden Lastautomobile gehören zu einem grossen Teil der Vergangenheit an. Viel lärmender wirkt heute noch das Gekreisch der Strassenbahnen, deren Signalgebung nicht weniger angenehm als jedes andere Strassengeräusch ist. Die Bekämpfung des Stadtlärms ist auch zu einer Aufgabe des schweizerischen Städteverbandes geworden. In seiner letzten Jahresversammlung hat er sich einlässlich damit befasst. In richtiger Weise hat man erkannt, dass neben den Verkehrsvehikeln auch die Grammophon- und Lautsprecherapparate die Nerven des Menschen zum Aufruhr bringen können. Nicht ohne Grund wurde damals von Polizeihauptmann Müller in einer Beilage zum Geschäftsbericht des Vorstandes eine These niedergelegt, deren Inhalt folgendermassen lautete: «Zur Bekämpfung des Wohnlärms werden Verordnungen erlassen, die das Musizieren, in Betriebsetzen von Grammophon- und Lautsprecherapparaten bei offenen Fenstern oder im Freien, sowie lästiges Hundegebell, Teppichklopfen usw. einschränken und verbieten. Die Einschränkung oder das Verbot hat sich mindestens auf die Nachtzeit und auf bestimmte Tagesstunden auszudehnen (z. B. über die Mittagspause). Die Verwendung von Musikinstrumenten, Grammophonen usw. während der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel sowie auf öffentlichen Ruhe- und Badeplätzen ist zu verbieten.» Diese gut gemeinte und dringend notwendige These wird, in die Praxis umgesetzt, zur' Bekämpfung des Lärms stark beitragen. Die meisten Städte haben diesbezügliche Verordnungen erlassen. Man ist dieser eigentlichen Unart des Lärmens mit Erfolg zu Leibe gerückt. Mit Recht, denn es lag und liegt wirklich im Interesse unserer sowieso schneilebenden Zeit und unseres nervenerregenden und nervenverbrauchenden Hastens, dass auf der ganzen Linie gegen das unnötige Lärmen und Musizieren auf Strassen und öffentlichen Plätzen vorgegangen wurde. Auch in dieser Frage zeigt sich ganz deutlich, wie sich das Automobil die Anerkennung der Öffentlichkeit errungen hat. Es ist noch nicht so lange her, dass man glaubte, dauernd in der Presse auf den Automobilisten als Lärmmacher hinweisen zu dürfen. Von den übrigen lärmenden Menschen und lärmenden Maschinen wurde geflissentlich nichts geschrieben. Heute ist man eines Bessern belehrt. Der Fussgänger von einst muss als Automobilist von heute die ganze Entwicklung von objektiverer Warte aus betrachten. In der Bekämpfung des Strassenlärms ist noch nicht alles erreicht. Allein er kann gewiss auf ein Minimum herabgedämpft werden, sofern nach wie vor alle dazu berufenen Instanzen, sei es die Behörde, die Schule oder der Verband, an der Aufklärung und an einer weitern Verbesserung der Strassendisziplin arbeiten. D Durchgangsverkehr im Suhrental. Drei Projekte und ein Priifungsbegehrea. Im aargauischen Suhrental wogt gegenwärtig eine ergiebige Diskussion über die Frage des durchgehenden Verkehres, die ihre Auswirkungen im ganzen Kanton Aargau zeitigt. Zur Erinnerung sei gesagt, dass von den beiden vorliegenden Projekten das eine, die Verlängerung der Normalspurbahn Sursee- Triengen bis Oberentfelden oder Kölliken in Vorschlag bringt, währenddem im andern Projekt die Verlängerung der Strassenbahn Aarau-Schöftland bis Triengen vorgesehen ist. Der Regierungsrat des Kantons Aargau erwog in der Botschaft vom 8. August 1930 noch eine dritte Variante, die Errichtung eines Trolleybusbetriebes. Das Expertengutachten der aargauischen Baudirektion entschied sich für die Einrichtung eines Autobusbetriebes Schöftland-Triengen und für die Verlängerung der Strassenbahn. Nach diesem Gutachten würden durch das gleiche Tal drei verschiedene Traktionsarten sich ergänzen. Zu diesen drei Projekten kam kürzlich noch ein Prüfungsbegehren, für das als Verfasser Ingenieur Peter in Zug zeichnet und einige Industrielle des Suhrentales als Initianten ihren Namen gegeben haben. In diesem Prüfungsbegehren wird gewünscht, man möchte durch das Suhrental eine moderne Strasse bauen und von Aarau aus einen durchgehenden Personen- und Güterverkehr mit Hilfe von Rohöl-Autobussen einrichten. Das Gutachten von Ingenieur Peter weist die nachstehenden Schlussfolgerungen auf: « Die Frage der Umwandlung der bestehenden Bahnen in Autobusbetriebe ist nicht gelöst. Die Berechnungen zeigen, dass ein Atztobasbetrteb auf der Sahrentalstrecke Aaratt- ScKöfiland-THengen den Verkehrsanfofde^ rangen voll entsprechen und wirtschaftlich geführt werden kann. Durch Ausbaa des Autobusbetriebes für beide Täler würde der finanzielle Erfolg ver- Exp. = Experte, M = Motonragendienst. AUTOMOBIL-REVUE 1931 — Resultate des Gurnigelrennens 1931 Klasse B a n g F a h r e r M a r k e | | Z 3 f " Zeiten Bemerkungen Tonrenwagen 500-750 CC L G . BiglerExp. M.Austin4240015.46,6 Klassenrekord 2.C. Z a h n E x p . A u s t i n 4 2 4 0 0 1 6 . 0 9 , 6 «aufgestellt 750-1100 CC SoloE. M e y e r „ R e n a u l t 4 9 5 1 1 9 . 1 2 , 8 11004500 CC SoloA. K e l l e r „ A l f a Romeo6148210.40,8 Beste Zeit der Tourenwagen (ex aeq.) 1500-2000 cc SoloE. H i r t M M a t h i « 6 1 9 9 7 1 2 . 5 2 , 2 Stundenmittel 50,5 km.NeuerKa- 2000-3000 cc. 1.„Netlochs"AmateurLancia4257012.12,8 tegorie- und 2.Frau Dold-Uster„Bugatti8299012.15,6 Klassenrekord 3.P. Straumann„ M.Talbot6250513.17,2 SoloE. FankhauserExp. M.Amilcar8238014.04 i 3000-5000 ec. 1.A. Soheibler " „ M.Chrysler6440010.40,8 Beste Zeit d. Tou- 2.A. M u f f „ C h r y s l e r 8 3 9 0 0 1 0 . 4 3 , 6 renw»gen (ex aeq.) 3.R. D u v a l „ C h r y s l e r 6 4 0 7 7 1 1 . 4 4 , 6 Std.-Mitt. 50,5 km 4.Ch. E s t l e r „ N a s h 8 3 3 4 8 1 2 . 3 9 , 8 Neuer Kategorie- 6.E. S o h n e t z „ M.Mathis6406012.48,6 u. Klassenrekord 6.H. S c h m i d t „ H u m b e r 6 3 4 9 8 1 2 . 4 9 7.H. B i g l e r „ F o r d 4 3 2 6 0 1 2 . 5 3 , 8 8.F. K r e b s M F o r d 4 3 2 6 0 1 3 . 4 5 , 8 9.W. R ö s l i n N a s h 8 3 7 1 0 1 3 . 5 8 , 8 10.J. Plattner*Willys6314713.59,2 Sportwagen 500-760 cc. SoloC. G r a f E x p . B . M. W.474313.18,4 Klassenrekord aufgestellt 1100-1500 cc 1.E. Schneider„ M.Derby4141511.04,4 2.P. H e r c o d „ M.B. N. C.4138011.20,2 1500-2000 cc 1.Graf L u r a n i » A l f a Romeo6192010.12 2.J. W a e n y H B u g a t t i 8 1 9 9 2 1 0 . 2 3 , 2 3.H. K l e i n e r „ M.Alfa Romeo6175011.56,4 2000-3000 cc SoloH. WehrliAmateurAlfa Romeo6175010.08,2 1.Dr. J. KarrerExp. M.Bug»tti82590 9.13,6 Beste Zeit d. Sport- 2.Graf R u s c a „ A l f a Romeo62275 9.48,6 wagen, Stunden- 3.P. V i l l a r s „ M.Alfa Romeo62275 9.57 mittel 58,5 km 4.J. Strittmatter„Bugatti8299011.02,8 Ueb.3000cc SoloF. Cafliseh»Mero.-Benz6920010.08,6 Rennwagen 500-750 cc SoloM. Markiewicz„ M.Austin474810.46 Klaesenrekord aufgestellt 750-1100 cc. 1.H. K e s s l e r „ M.Amilcar61092 9.37,6 Neuer Klassen- 2.F. B e n o i t „ A m i l c a r 6 1 0 9 2 9.43,4 rekord 1100-1500 cc 1.E. R o n s * B u g a t t i 4 1 4 9 5 9.02,2 Neuer Klassen- 2.C. T a u b e r „ A l f a Romeo61487 9.10 rekord 1500-2000 cc. 1.H. S t u b e r „ B u g a t t i 8 1 9 8 0 2.W. O b i „ B u g a t t i 8 1 9 8 0 8.40,2 9.44 Beste Tageszeit, beste Zeit d. Rennwagen, Stunden- 2000-3000 cc. SoloFrl. M ü n z » B n g a t t i 8 2 2 9 2 1 0 . 3 2 , 4 mittel 62,5 km üeber 8000cc SoloH. S t u c k „ M e r o . - B e n z 6 9 2 0 0 8.53,2 Klassenrekord aufgestellt grössert und dadurch die Möglichkeit geboten, die Fahrpreise zu ermässigen. Vom verkehrstechnischen Standpunkt aus wäre es zu begrüssen, wenn die Strassen im Suhren- und Wynental nach den modernsten Grundsätzen und in genügender Breite so erstellt würden, dass sie als internationale Automobilstrassen gelten können. Dadurch würde die beste Strassenverbindung zwischen Basel- Aarau-Luzern und der Innerschweiz und der kürzeste Verkehrsweg zwischen den aargaatschen Gemeinden, der untern Rheingegend und des Fricktales, der Kantonshauptstadt und der Innerschweiz, geschaffen. Es wäre wünschenswert, wenn die Bahnen nicht allein von der Strasse verlegt, sondern vor allem auch aus dem Innern der Ortschaften verschwinden würden, wo sie stets eine Behinderung und Gefährdung des Verkehrs bilden.» Als Hauptargument der Vorschläge von Ingenieur Peter wird erwähnt, Aarau habe vor rund 80 Jahren die direkte Verkehrsverbindung Basel-Aarau^-Innerschweiz auf dem Schienenstrang verfehlt u. müsse darum sein striktes Interesse auf den Ausbau einer Autostrasse Aarau-Schöftland - Triengen - Luzern konzentrieren. Als Verlängerung dieser Autostrasse in Richtung Basel würde die Strasse über die Staffelegg in Betracht fallen. Obschon die Vorschläge des Verfassers nur als Prüfungsbegehren gedacht sind, verdienen diese Ausführungen volle Aufmerksamkeit go. Bestrafung von Strolchenfahrern. Wie Glärus mit Strolchenfahrern abrechnet. Wir haben bereits in letzter Nummer kurz auf eine Verurteilung zweier Strolchenfahrer im Kanton Glarus hingewiesen, die nach einer aufregenden Fahrt nur mit Hindernissen gestellt werden konnten, dafür aber mit 14 Monaten Zuchthaus resp. mit 6 Monaten Arbeitshaus ganz gehörig bestraft wurden. Das Urteil hat in der Folge in der glarnerischen Presse ein ziemlich heftiges Echo gefunden. Wir können an dieser Stelle nicht auf die rein juristischen Erwägungen eintreten, welche Gegenstand der Diskussion in der dortigen Presse waren. Wir gehen allerdings mit der Auffassung einig, dass das Urteil überraschend scharf mit den beiden Fehlbaren ins Gericht geht. Diese Autostrolchenfahrt ist unseres Wissens eine der ersten, welche sich auf dem Glatter Kantonsgebiet ereignet hat, auf alle Fälle hat sie durch ihre besonderen Begleitumstände die Oeffentlichkeit am meisten beschäftigt. Wenn daher das Gericht gleich das erstemal scharf zugegriffen hat, so geschah dies sicher in der sehr begrüssenswerten Absicht, dieser Art von Vergehen von allem Anfang an einen kräftigen Riegel zu stossen. Das Obergericht hat sich denn auch der Auffassung der unteren Instanz in allen wesentlichen Punkten angeschlossen und so werden die beiden Lausbuben nun genügend Zeit erhalten, über die Unterschiede zwischen Mein und Dein nachzudenken. Der ganze Fall zeigt einmal mehr, wie dringend eine selbständige Regelung des Tatbestandes im Strafgesetzbuche geworden ist. Bekanntlich sieht der Entwurf zu einem eidgenössischen Verkehrsgesetz eine einheitliche Regelung vor. Wer sich ein Motorfahrzeug rechtswidrig zum Gebrauch aneignet, ohne dass der Tatbestand des Diebstahls erfüllt ist, würde mit Gefängnis bis zu einem Monat oder einer Busse bis zu Fr. 1O0O.— bestraft. In schweren Fällen oder bei Rückfall könnte der Richter auf Gefängnis bis zu einem Jahr und Busse bis zu Fr. 3000.— erkennen. Eine Regelung, die den nie ganz befriedigenden Konstruktionen, zu denen man heute noch Zuflucht nehmen muss, um die Strolchenfahrer zu bestrafen, erübrigen und einen genügend weit gespannten Strafrahmen dem Richter zur Verfügung stellen würde. 1. Der schweizerische Verkehrsrat "wurde anlässlich der Generalversammlung der Nationalen Vereinigung zur Förderung des Reiseverkehrs erweitert durch die Wahl von Nationalrat Dr. Meuli, Chur, dem Präsidenten der parlamentarischen Gruppe für Verkehr und Touristik, und Ständerat Dr. G. Keller, Aarau, der bekanntlich vom Bundesrat zum Präsidenten der Zentralkommission für die Vereinheitlichung der schweizerischen Verkehrswerbung ernannt worden ist. ß Zusammenarbeit der französischen Eisenbahnen mit dem Automobil. Wir haben dieser Tage in den Spezialtarif Einsicht genommen, welchen die französischen Eisenbahnen für Familien, welche mit ihrem Auto reisen, aufstellten, und wir können nicht umhin, die geschickte Art der Eisenbahnverwaltung zu bewundern, mit welcher sie die Autotouristen auch für die Eisenbahn interessiert. Wir möchten besonders die Aufmerksamkeit unserer beiden grossen Automobilverbände auf diese Tarifbestimmungen lenken und zweifeln nicht, dass sie ihren Einfluss bei der Direktion der S. B. B. geltend machen, um ähnliche Erleichterungen erzielen zu können. Wir lassen auszugsweise die interessantesten Bestimmungen folgen : Diejenigen Personen, welche ihre Ferien allein oder mit ihrer Familie in Fremden- und Kurorten zu verbringen wünschen und ihr Automobil für Exkursionen mitzunehmen beabsichtigen, können von den besonders vorteilhaften Transportbedingungen des Tarifes für beschleunigte Fracht Nr. 28—128 (Kapital IV und V) Gebrauch machen. Um in den Genuas dieses Tarifes zu kommen, müssen die betreffenden Reisenden Retourbilletts laut Spezialtarif besitzen. Diese Billets werden an die Mitglieder einer nämlichen Familie oder Einzelpersonen in Begleitung abgegeben. Ihre Gültigkeit variiert zwischen 33 Tagen und .vier Monaten, je nach dem Datum der Ausgabe, indem die Familienbilletts, welche zwischen 1. Juli und 3. Oktober und die Einzelbilletfa, die zwischen 15. Juni und 17. August ausgegeben werden, bis zum 5. November Gültigkeit haben. Der Preis der Familien-Kollektivbilletts ist gegenüber den Normaltaxen wesentlich reduziert, dio Transportkosten für den Wagen sind je nach seiner Grosse und der Zahl der mitfahrenden Personen abgestuft. Die nachfolgenden Zahlenbeispiele beweisen, dass auf diese Weise die Reise per Eisenbahn bedeutend billiger zu stehen kommen, als die Fahrt im Automobil. Die Ansätze für die Transportkosten für eine dreiköpfige Familie für Billetts II. Klasse und des Wagens bis zu 11 PS sind für verschiedene Distanzen die nachstehenden: 600 km: 610 Fr., 1000 km: 950 Fr.. 1500 km: 1375 Fr., 2000 km 1800 Fr., wobei diese Distanzen immer das Total einer Hin- und Rückfahrt darstellen. Die Formalitäten, für den Transport des Automobils per Eisenbahn, sind dio denkbar einfachsten. Die verladenen Wagen werden mit Schnellzügen befördert, so dass der Mitreisende in kürzester Zeit nach der Ankunft wieder über seinen Wagen verfügen kann. Das Auf- und. Abladen des Automobils geschieht nach Wunsch des Reisenden durch äie Angestellten der Eisenbahn oder durch ihn selbst. Sofern die Reisegesellschaft mehr als 6 Personen umfasst, so kann für je weitere \—6 Personen ein weiterer Wagen zu den nämlichen Ausnahmetaxen befördert werden. Das nennen wir wahre Zusammenarbeit zwischen Eisenbahn und Auto, welche bestimmt bessere Resultate erzielen wird als alle Broschüren « Caveant» zusammen ! M. Och. Englische Postchauffeure und Safety-First. Die englische Safety-First-Vereinigung führt seit Jahren unter Chauffeuren einen Wettbewerb durch, wobei Auszeichnungen für eine bestimmte Anzahl unfallfreie Jahre ausgerichtet werden. Vergangenes Jahr konnten sich erstmals mit Erlaubnis des Postministers die Postchauffeure beteiligen. Diese brachten dem Wettbewerb grösstes Interesse entgegen, meldeten sich doch insgesamt 4000 Postwagen-Führer. Diese glänzende Beteiligung und auch der schöne Erfolg veranlasste das kompetente Ministerium, die Chauffeure auch für dieses Jahr zur Teilnahme aufzufordern, B.

N°52 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrieht3sa Das Gurnigel-Rennen Trotz der Ungunst der Witterung bietet das Rennen hervorragenden Sport. — Hans Staber, Bugatti, neuerdings Tagessieger und beste Zeit der Rennwagen. — Dr. J. Karrer, Bugattl, fährt beste SportwagenzeJt. — Scheibler, Chrysler, und Keller, Alfa Romeo, teilen sich fn den Sieg bei den Tourenwagen. — Bei tadelloser Organisation und einem Besuch von 8000 Zuschauern erlebt der Gurnigel einen neuen, grossen Erfolg. Vom Training. Gurnigel, den 20. Juni 1931. Das Gurnigel-iHotel hat wieder einmal Rennbesuch! Wer es nicht sehen sollte, der hört es auf alle Fälle, wenn die Motoren bei der letzten Kontrolle in der Boxe oder auf der Strecke ihre vielfach widerhallende Symphonie durch die nahen Wälder, den Felswänden empor ertönen lassen. Früher als sonst stellen sich die ersten Fahrergäste samt Gefolge ein. Den Organisatoren ist es gelungen, sechs ausländische Fahrer von Ruf, die* drei Nachbarnationen vertreten, für das Rennen zu interessieren, zu denen sich noch, der heimattreue Schweizer Caf lisch aus Neapel gesellt. Ihnen allen ist der Gurnigel neu und sie gedenken mit Recht, möglichst frühzeitig freundschaftliche Bekanntschaft mit der Strecke zu schliessen, die sich mit Ihren zahlreichen und heiklen Kurven in eine mehr als spröde, beinahe gefährliche Reserve hüllt Zu ihnen gesellt sich bald ein Trupp schweizerischer Fahrer und so liegt über dem Gurnigelgebiet wieder einmal die erwartungsvolle Atmosphäre der Renntage. Mit 43 Namen,» einer Rekordzahl, schliesst die Nennliste ab, wobei alle drei Kategorien stattlich beschickt sind. Nationale und internationale, Zivil- und Militärfahrer, haben in erfreulicher Zahl der Einladung des A. C. S. Bern Folge geleistet, dessen Sportkommission unter der zielbewussten Leitung ihres Präsidenten, Herr Huber, auf die eifrige Mitarbeit von über 50 Mitgliedern bauen kann, damit die Veranstaltung nicht nur guter Tradition treu bleibe, sondern sie wenn möglich noch übertreffe. Gleich der erste Trainingstag zeitigt Resultate, die alle Erwartungen übersteigen •und wenn sich auch in- und ausländische Fahrer im Urteil einig sind, dass der Gurnigel wegen seiner Eigenheiten nur mit Vorsicht zu geniessen sei, so werden doch alsbald die bestehenden Bestzeiten samt und sonders überratmt. Freilich, das Rennen 1929 hatte unter bedenklichen Witterungsbedingungen stattgefunden, weshalb man füglich bei schönem Wetter sportliche Fortschritte erwarten darf, aber die Strecke lässt sich auch Sekunden nur schwer abringen. Für neue Tagesrekorde stehen Stuck und Stuber im Vordergrund des Interesses. Ihre Zeiten werden gewissenhaft und für alle Streckenabschnitte von eifrigen Aamateurchronometrenren dutzendfach festgehalten und verständnisvoll tauscht man sein Zahlenmaterial ans. Aber auch im übrigen Lager hat man sich mit Verve, der die ausländische Beteiligung einen tüchtigen Schuss Pfeffer mitgibt, auf das Training verlegt. Es gilt als abgemacht, dass die Chronisten über nichts anderes als über neue Rekorde aller Schattierungen zu berichten hätten. Bei strahlendem Himmel und fast ungemütlicher Hitze gehen die beiden Vortage dahin. Die Strasse ist so ausgedörrt, dass jeder Fahrer eine lange Staubfahne hinter sich her zieht und eine kleine Abkühlung samt staubbindendem Himmelsguss scheint recht begehrenswert. Dem Barometer wird ursprünglich wenig Ehre ansretan: es kommt nur schönes Wetter in Frage! Als aber am Samstag abend der Wind abdreht und die Temperatur stetig sinkt, da häufen sich die Besuche vor dem Wetterglas, das vorsichtig beklopft wird und die Hoffnungen für den Sonntag bestätigen soll. So verdichten sich am Vorabend die Wettersorgen, zu denen sich noch der Stimmungsdämpfer eines Trainingsunfalles gesellt, der dem sympathischen P. Kessler zugestossen ist. Infolge Pneudefekt in einer Kurve wurde der Wagen aus der Bahn über ein Bord hinausgeschleudert, wo er nach mehrmaligem Ueberschlag, die Räder nach oben, an einer Tanne hängen blieb und in Brand geriet. Mit grosser Geistesgegenwart und doch mit knapper Not konnte sich der Fahrer aus dem Sitz herausarbeiten und kam glücklicherweise mit erstaunlich unbedeutenden Schürfungen davon, während die Maschine ein hoffnungsloser Raub der Flammen wurde, trotzdem sich insbesondere die Polizeimannschaft mit grösster Tapferkeit für die Löscharbeiten einsetzte. Der gesellige Abend, unter der geschickten Regie des akkreditierten Maitre de PlaisiT, Herr Dr. Perlet, vermochte dann glücklicherweise die Wolken grösstenteils zu verscheuchen. Wir nehmen an, dass die fröhliche Gesellschaft es besonders deshalb in der Bar solange aushielt, um die sehnlichst erwartete Witterungsstabilisation noch erleben und als bestes Schlafmittel für die wenigen verbleibenden können ! Ruhestunden mitnehmen zu Das Rennen. nisation, die man hier gewohnt ist und ebenfalls wieder erwarten durfte; auch der Telephondienst war wieder gewohnt gut eingerichtet. So vergingen die ersten Morgenstunden, man suchte sich ein trockenes Plätzchen, ergab sich ins unvermeidliche Schicksal des tropfenden Unglücks und erwachte erst aus dumpfen Träumereien, als weit im Tale unten geheimnisvoll ein Boschhorn aufheulte. * • • Wer irgendwie an der Organisation beteiligt gewesen war und seit Wochen auf den grossen Tag hin redlich mitgearbeitet hatte, der konnte auch als guter Christ kaum einen Fluch verwinden, als der Sonntag mit so trüben Aussichten anhub. Dass damit die berechtigten Hoffnungen auf neue sportliche Spitzenleistungen gleichzeitig ins Wasser fielen, war jedem klar, der sich mit seinem Wagen abmühte, in vorsichtigem Tempo irgendeinen besonders interessanten Abschnitt der Strecke oder gar das Ziel zu erreichen. Die Strasse glich einer schmutzigen Teigpaste, und es war fast ein Rätsel, wie sich die Fahrer aus der Affäre ziehen könnten. Von den zur Abnahme am Samstag erschienenen 42 Wagen entfielen laut Nennliste 22 auf die Tourenwagenkategorie. Nach einigen durch die technische Kommission veranlassten «Versetzungen», wovon aber diejenige von Scheibler auf Chrysler und erzielte, hat es auch, seitdem er c unter die Experten ging >, an nichts fehlen lassen und wartete auch diesmal wieder mit einer neuen Bestzeit auf. Mit 10.40.8 unterbot er den bestehenden Tourenwagenrekord um mehr als 7 Sekunden, was am Sonntag allerhand heissen wollte. Das «ungeteilte Glück» wurde ihm aber nicht zuteil, denn Scheibler, der erstmals den Chrysler führte, den Zwimpfer vergangenes Jahr erfolgreich für die Meisterschaft fuhr, stellte sich mit der nämlichen Zeit ein und beanspruchte damit seinen redlichen Teil an den Lorbeeren. JDer Lausanraer Hirt hatte derart mit Vergaserstörungen zu kämpfen, dass er auf halber Strecke zum Anhalten gezwungen war und schon ans Aufgeben dachte. Er Hess sich aber erfreulicherweise nicht unterkriegen und ertrotzte sich das Ziel, wenn auch unter beträchtlichen Schwierigkeiten. Zu seinem eigenen Leidwesen behinderte er gleichzeitig Lt. Kleiner, der auf seinem Alfa rasch nachrückte und nur der kritischen Strassenverhältnisse wegen ein Vorfahren keinesfalls wagen durfte. Er musste sich so dem verlangsamten Tempo seines Vormannes auf längere Strecke sehr wider seinen Willen anschliessen. Im übrigen wurde sein Programm nochmals durchkreuzt, als er aus der Tourenwagenkategorie zu den Sportwagen zurückversetzt wurde und zu allem Pech trotzdem mit Ballast gefahren war. «Netlochs», der sein Inkognito nicht gelüftet zu . •.,;. ^•MBjMK'JWIP •. * • Es ist wohl eine unverzeihliche und leicht- , *„ - • - • • •; - \., ~^PP^^/,\. •„- sinnige journalistische Haltung, einen Renn- " •- . •;* \.^ '^^iM^SW^^^^^M^- j bericht mit dem traditionellen Wetter zu be- , - -";,>•• l- T??. .-f^^k' : -'V-^*Sfe 1 ginnen... ' " „ "*-'.- .,"*•'- "\ -„ " * "" '* ' ^W* 1 Zeichen mangelnder Ideen? Vielleicht? .. " "**" ***-*-•-—- -' —'• i ~ : ^a—' Trotzdem — die Erinnerung an den-feucht,,,., Stuher auf Bugatti. der Tagesaiegex. fahrt im Nebel äaroh die oberste Kurve vor dem Ziel, kühlen Morgen über der Stadt Bern, das (Photo Auto-Revue.) fuf d?cken N i\t\r S^? n e Min wSirSHSf KWner wI AIfa Romeo * eder **8«iigl* ^aben wünscht, obwohl es für äc ««ästen Tnk&e^^th^ZZf^ gemacht wurden, erschienen 19 Mann am Start, ein offenes Geheimnis ist, setzte sich auf strerkf rf.n S^enschmutz auf der * enn - f Bei den Sportwagen stellten sich 12 Konkur- Lancia in rassiger Fahrt an die Spitze sei- Ä Ä rr^^Slw/ renten d€m Starter und neun R^nmaschinen ner Klasse, dicht gefolgt von der einen der verl P „^t^rHf n tLnt ' S bildeten d€n Sdlluss der Serie - « Nennun - **iden Amazonen, Frau Dold. Sie steuerte EJrTlr!!tn n , A gen, 40 Konkurrenten am Start und 40 Fah- mit erstaunlicher Forschheit ihren Bugatti rer am Ziel und dazu bei Zechen unter £ m TwilifSS l 2" vorerwähnten über die Strecke und begoss dann die müh- Rennstrecke eiiÄte V^. I £ der sich , a ^ ^ hinein al/ ebenso begann seine üurmgelfahrt. offnetf die dieses Attribut weniger durch ihTe gewiegter Motorradrennfahrer auszeichnet. Des Wetters ungeachtet drängte sich über- äusseren Masse, als durch die Kleinheit ihres Die übrigen Wagen folgten sich in kurzen all, unter Bäumen, in Tüchern verpackt, Pu- Kraftantriebes verdienen. Die dabei von bei- Zeitabständen und legten durchwegs Ehre blikum, an den Kurven wuchs es dick an den den Fahrern erzielten Zeiten stellen diesen für ihre Marken ein, besonders, wenn sie r-elsblocken und Halden empor und in den englischen Neuankömmlingen am Gurnigel noch, wie der Hurriber von Schmid oder der Autos drängten sich fröstelnde Gestalten, ein flottes Zeugnis aus. A. Keller, der letztes Willys von Plattner, als Limousine karos- Boschhorne erinnerten an die tadellose Orga- Mal die beste Katesroriezeit eines Amateurs siert waren.