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E_1931_Zeitung_Nr.102

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE COflTinErtTflL 1931 - W 102 CAROSSER Das Neueste! DOPEND DES PIECES DERECHANGE utilfsees pour la röaaraiion devotre JountaSulssesapprennentl'Allemand et toutes les sciences commerclaies dans la Nouvelle Ecole sup&rieure de Commerce ä Calw(wurtemberg) fendieen 1908 — Pensionnats pour fils et fllie» — Prospectus avec röferences suisses par I« Directeur Karl Zügel mit Garantie, 6-Zylinder bevorzugt. Aelterer Wagen müsste an. Zahlung genommen werden. 52441 A. Kohm, Höfen (Schafft.) nfflinf! Gesucht neueres KLEIN-AUTO A vendre Fiat 501 torpÄdo luxe, 4/5 places, tres bon e"tat, roule 49 000 km. Prix fr. 1700. 52394 Case 6585, Neuchätel. A vendre HOCHWERTI&B KU/CHBI UND DRUCKSACHEN SPENGLEREI KDSTERER Kons f abriquons s Reservoirs a benzine Appareils pour la mise en bouteilles Appareils a mesurer et pompes ä huiles avec ou Sans compteur, pour tous les liquides. Plaques mstalliques gravees et en couleurs p. völos, motos, autos, etc. Appareils et ricipients en fönt©, Bpecialitos en acier super inoxydables, en acier antirouille cuivre, aluminium pour tous les usages. Sutter & Cie., Reiden Fabrique d'appareils. Tel. No. 3. •••»••»••»»••••» CABRIOLET Plusieurs conduites inlerieures BERLIET neuves, k prix d'occasion. Garage DUMOULIN Place du Tunnel LAUSANNE \l Berliet a 1 etat de neuf, pour döcapotable, 2/4 pl., revisö, BIANCHI S.4. — S'adr. garanti, Fr. 3500.— Auto-Occasion Holrie G. Ounand, carrosserie. Bulle (Frib.). 52397 TORPEDO Pontiac Berliet FIAT Mod. 514, off. Zweisitzer, 9 CV, etat neuf, pouvant 1928, 6 cyl., 15 CV, 5 pl., nur 13 500 km gefahren, faire camionnette, 48 000 km. Offerte au plus weg. Abreise ins Ausland Fr. 2800.— offrani — S'adr.: Pension nat Chopard, 5, Flori- Offerten unter Chiffre sofort zu verkaufen. $2457 Amilcar mont, Lausanna. 52412 Z 2142 an die AutomobilnifiiDiinniiiiiiiiiiiiiiiüniiüiniiiiiimiiiiiiin Revue, Bureau Zürich. grand sport, dernier modele, peu roule\ Fr. 2500.- Agence BERLIET. Telephone 25.591. Ouvert la nuit. R^parations. BELLE OCCASION ! NASH IlMtlil Dilz Die Itarke für zuverlässige Qualität. Es gibt nur ein Spritzverfahren, das iedooh für Nitrozellulose-Farben aller Marken gemeinsam ist. aber es gibt wenige Marken, mit denen erstklassige Resultat« erzielt werden. Unter diesen wenigen ist eine Marke: DITZ-LAC diejenige, welche dm-oh Schönheit der Farben und hervorrasende Qualität entzückt. Die bedeutendsten Automobilfabriken Amerikas wie:Packard, Chrysler, Lincoln, Dodge u. 8. w. benutzen DITZ-LAC. Dltzler Automobilfarben. Auskunft und Beratung durch die GENERALVERTRETUN G AUTOCGLOR A.-G., ZÜRICH 8 Dufouratrasse 197 Telephon 49.669 2 Occasions sensationnelles A vendre faute d'emplol 1 VOITURE Isotta - Fraschini torpe'do, 4 places, grand sport, type 8-B, voiture sortant de revision de l'usine, moteur super-sport n'ayant roule que 6000 km., chässis et carrosserie ä l'e'tat de neuf, ayant coüte Fr. 50000.—, cedee ä Fr. 15 000.— 1 CAMION Röchet - Schneider 2% tonnes, ayant roule 15 000 km., en parfait eiat, peinture et 4 pneus neufs, ayant coüte Fr. 16 500.—, ci§d

Bern, Dienstag, IS. Dez. 193T III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 102 Weihnacht des alten Mannes Von Herrmann Hesse. Als ich ein Knabe war, in Weihnachtszeiten, Wie war ich selig da und unersättlich, Im Duft der Kerzen mit dem neuen Spielzeug Zu spielen unterm Tannenbaum: dem Ross, Dem Bilderbuch, der Eisenbahn, der Violine! Und wenn auch jedes Spielzeug bald erlosch Und Alltag wurde, jeder Weihnachtsbaum War wieder neu, war Fest und Wunder, Umfing mich wieder mit dem Zaubernetz. Heut' iveiss ich keine neuen Spiele wehr, Erschöpft sind Glanz und Lust, der lange Weg Liegt hinter mir, zerbrochenen Spielzeugs voll, Die Scherben klirren. Doch die Sehnsucht malt Mir einen letzten, höchsten Zauber noch In holden Farben aus: das letzte Fest, Den Ausgang aus der Spiel- und Kinder - weit, Den Eingang in die nächste, tief ersehnt. Dein denk ich, wenn die leer gewordne Welt Um mich mit ihren farbigen Scherben flirrt, Dein denk ich, letztes Spiel: geliebter Tod! Aufglänzen wird noch einmal Kinderlust. Noch einmal wird der dürre Christbaum blüh'n Und Wunder strahlen, dass im dunkeln Schacht Das Herz vor neuer Wonne bang erquillt. Und zwischen Kerzenglanz und Tannenduft Und all dem Wust zerbrochener Spielerein Wird aus dem wonnevollen Dunkel Die ferne Stimme meiner Mutter rufen. Weihnachtsschnee HH WinterlandsehÄft bei St. Monte. (Photo Alb. Steiner, St. Moritz.) Rund um Weihnachten Bei den Germanen trug man einen Tannenbaum in den Wohnraum hinein, um von der Natur im Winter nicht gänzlich abgeschnitten su sein. Das Christentum hat diese heidnische Sitte religiös verbrämt und den Geburtstag Christi mit dem Sinnbild des Tannenbaums verknüpft. Mit der Zeit verlor er aber seine symbolische Bedeutung, und heute hat er oft nur noch eine dekorative Wirkung. Die Volksphantasie treibt an ihm ihr Spiel. Jede Familie verrät dabei ihren eigenen Geschmack. Nicht unberührt bleibt natürlich der Stil des Christbaums von den künstlerischen Tendenzen: die neue Sachlichkeit hat mitunter auch mit dem bunten Farbengewirr aufgeräumt und einen kühlen, unbefrachteten Baum hingestellt. Indes pflegen wir von einem bürgerlichen, einem bäuerlichen und einem aristokratischen Christbaumstil zu reden: der bäuerliche Stil dokumentiert sich in den vielen Süssigkeiten, den vielfarbigen Kerzen, der bürgerliche Stil schwärmt für weisses Engelshaar und die Aristokratie begnügt sich mit einer Weisstanne, auf die man weisse oder rote Kerzen steckt. Sie ist ein Feind allen bunten Wirrwarrs, an dem Volk und Bauer sich berauschen. Nur mitunter ist der Christbaum noch ein Pentagramm für böse Geister und Kobolde und beschivört alle versöhnlichen Geister heraus und herab. Wenn die Kerzen aufzucken, werden die Erwachsenen wie Kinder. Sie erleben zuweilen eine Art Walpurgisnacht: alte Erinnerungen ziehen wie ein Geisterzug vorüber, sie versetzen sich in verklungene und auch künftige Zeiten und lassen sich von Wehmut packen. Das Leben, das sonst mit unversöhnlicher Härte die Menschen knetet, gewinnt um die Weihnachtszeit herum einen irdischen und himmlischen Glanz. Alle Menschen sind für eine Gefühlsbereitschaft zugänglich, wie die Landschaft dem Mondschein. Die Eltern besinnen sich auf die Kinder und die Kinder auf die Eltern: es wird gefragt, gerätselt, denn alle erwar- F^Ulll^ton Weihnachten eines jungen Menschen Novellette von E. W.*) Motto: Das Härteste und Zarteste: das Hera. Das Befremden und Wundern erwies sich bald als berechtigt. Dieses Erlebnis mit einer Schönheit, einer Dame, jung und begehrt, war wie der Duft von einem besseren Leben und daher eine Liebe ohne Bestand. Sie kam, und, wie Ernst Wendner in seiner jugendlichen Torheit eben an Dauer zu glauben wagte, war sie schon weg, gehörte bereits einem anderen, und zwar endgültig, denn der Auserwählte war eine sehr gute Partie, wie man zu sagen pflegt, und Lucie liess in Ernsts bescheidenem Leben nichts zu" rücK ars grausam vertiefte Einsamkeit und wehmutsvolle Bilder einer Erinnerung, die an ihm nagte, auch wenn er es sich nicht mehr eingestand, und ihn fortan alle Frauen voller Argwohn fliehen liess. Ernst verwünschte jetzt die dumme Begegnung um so mehr, weil sie ausgerechnet in diesem Augenblicke erfolgte: Er, der Junggeselle, mit einem *) Siehe Nr. 100, «Autler-Weihnachten». Weihnachtsbäumchen in der Hand, lief Gefahr, in diesem Aufzuge der Lächerlichkeit zu verfallen. Seine Augen senkten sich deshalb in einer Regung von unerklärlichem Schamgefühl. Sonderbar schwer wog plötzlich das bisher geringe Gewicht des armseligen Tannenbäumchens, das er sich in einer Anwandlung von Sentimentalität und Jugenderinnerungen an das Vaterhaus für seine Einsamkeit am heiligen Abend erstanden hatte. Die Müdigkeit und Trauer eines dürftigen Daseins übermannten ihn und ergriffen für eine Weile vollständig Besitz von ihm. Welche Torheit, dieses Tannenbäumchen, dachte er, und das Elend seiner einsamen Feier, welcher er entgegenging, trieb ihm einen feuchten Glanz in die Augen, gegen den er sich freilich sofort zur Wehr setzte. Erst als er die Frau weit hinter sich wusste, liess das Würgen in der Kehle nach und die Knie griffen wieder tapferer aus. Die Beherrschung seiner selbst kehrte mit jedem Schritt froher wieder, und als er zu Hause ankam, fühlte er sich irel. • &tiri«'dt3 »3 glücklich wie zuvor. 5. Als Ernst Wendner drei Tage später, am Spätnachmittag des heiligen Abends, sein Zimmer betrat, zeigte sich zu seinem grossen Erstaunen, dass die Post ein Paket ge- bracht hatte. Das war nicht ganz mit rechted Dingen zugegangen, denn Ernst stand, von ein paar weitläufigen Verwandten abgesehen, allein in der Welt da, seit seine Mutter gestorben war. Und der unbedeutende Schreiberposten, den er zu dieser Zeit in einem aus dem letzten Loch pfeifenden Reklamebureau versah, gestattete ihm zwar ein leidliches Auskommen, keineswegs aber jene ergiebige Pflege von allerhand lustigen und leichtsinnigen Freundschaften, die hernach dem freiherzigen Spender als Gegengeschenk wiederum kleine Andenken und Ueberraschungen eintrugen. Ernst wog das Paket mehrmals In der Hand, drehte es um und um, beroch es, schloss dabei die Augen, schüttelte den Kopf und riet weiter hin und her, mutmasste das Entfernteste und Abenteuerlichste und kam doch zu keinem vernünftigen Schluss. Die Adresse war mit der Maschine geschrieben, des Absenders Name und Wohnort ein offensichtlicher Schwindel. Als Ernst sich endlich unter lebhafte* Herzklopfen und voller Neugier ans Oeffnen des Paketes machte, Hülle und Schachtel erbrach, da fand er die 'Bestätigung dessen, was er halb und halb vorausgeahnt und sich dunkel eingestanden hatte: Auch hier kein einziges Wort, auch hier keine Zeile. Aber wie er dann die Schachtel gänzlich ausge- packt und den Inhalt vor sich auf den Tisch ausgebreitet hatte — Blumen obenauf, darnach Orangen, Aepfel, Schokolade, Zigarren, Zigaretten, Kuchen und Bretzel, eine richtige, gewichtige, appetitlich duftende, reiche Weihnachtsbescherung, alles teuerste und beste Ware — da wusste er mit einem Schlage in untrüglicher Sicherheit, woher ihm alle diese köstlichen Sachen zugekommen waren. Sein ganzes Gesicht erglühte in tief purpurener Röte, ihm wurde so selig schwach zumute, dass die Knie und Beine ihren Dienst versagten und er sich setzen musste. Lucie ! Nachdem sich die Erregung gelegt hatte, war ihm die Kammer zu eng, die Luft zu. dick und zu warm. Hinaus, in die Abendkühle! Bis 7 Uhr, bis zum Einläuten des Heiligen Abends mit allen Glocken, wollte er ins Freie. Ein Spaziergang am Christnachtabend musste wohltun, musste entspannen, musste seine heimlich Freude in Einklang bringen mit der Weihe des Abends, der bevorstand. 6. Ernst Wendner erging sich vor der Stadt, indessen die Dämmerung in die Nacht überging und das freie Feld immer dichter umhüllte. Er dachte im Schreiten: Nun ist es Weihnacht, Winter und kalt, C^ Flocken fallen, hüllen die Welt mit weissem