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E_1931_Zeitung_Nr.102

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22 AUTOMOBIL-REVUE —

22 AUTOMOBIL-REVUE — No 102 Weihnacht und nichts zu fressen.» Auch sie Sie betet. Wenn das ihre Genossinnen friert in dem engen leichten Kleide und dem wüssten! Lolotte unter den Heiligen! Was hauchdünnen Mäntelchen. Ach, ihr armes, kümmert sie der Spott? Lolotte trocknet ihre elendes Leben! Tränen und verlässt das Gotteshaus. Da Da tönen Orgelklänge an ihr Ohr. Die sieht sie das Kind des Ausgestossenen. Christmette beginnt. « Man könnte sich mal Hungrig und flehend sehen die Kinderaugen wärmen », denkt Lolotte. Und leise schleicht zu ihr auf. sie in das schon so lange gemiedene Heiligtum. ein blinkendes Etwas in die blaugefrorene • Lolotte greift in ihr Täschchen und lässt Aber, o Wunder, der feierliche Gesang, der Hand des Kindes gleiten. Klang der Orgel lösen ganz seltsame Empfindungen in ihr aus. Sie sieht sich zurücklassen das Gotteshaus. Auch die Ausgestos- Die heilige Handlung ist aus. Alle verversetzt in die Tage ihrer Kindheit, sieht sich senen gehen. Aber ganz anderen Mutes, denn unter ihren Mitschülerinnen bei der Konfirmation, sie denkt an die weisen Ratschläge ach — der Louis der Schande, gereinigt und in der Hand des Kindes glänzt der Louis.— ihrer guten Mutter. Kindheit, Kindheit... geheiligt durch die Liebe. « 0, mere, pardonne », schluchzt sie auf und Ein Strahl vom Himmel fiel auf die Ausgestossenen. Leise fiel Schnee aus dunklem sinkt weinend in einen Stuhl. Dunkel lastet im hohen Schiff der Kathedrale. Weihnachtshimmel. Das Weihnachtsauto Jeden Tag, wenn Konrad erwacht, blickt er auf den Wandkalender; dann wendet er den Kopf ein wenig nach rechts und sieht sein Gesicht im Spiegel. Und er muss bemerken, dass er seit dem letzten Morgen eine Sorgenfalte mehr besitzt. «Wenn sich das so weiterentwickelt, kann ich im Zirkus als Faltenmensch auftreten; man wird vor lauter Falten mein Gesicht nicht wahrnehmen!» So seufzt Konrad und kratzt sich über der neuen Falte. Es ist auch kein Wunder; denn der Kalender belehrt ihn, dass Weihnachten, das Fest der Geschenke, wieder einen Tag näher gekommen ist. Ja, Fest der Geschenke! Was soll er nur Daisy, seiner jungen, reizenden Frau heuer schenken? Während er grübelt, wird er zum Frühstück gerufen. Er erscheint unmutig, müde. «Hast du schlecht geschlafen, Liebling?» empfängt ihn Daisy; sie sieht in dem flamingofarbenen Pyjama entzückend aus. Konrad lächelt. «Ja, Daisy! Ich habe Sorgen.» «Sorgen? Im Geschäft vielleicht?» Und sie F^uill^ton Weihnachten eines jungen Menschen Novellette von E. W. (Fortsetzung von Seite 16) ihm von Atemzug zu Atemzug mehr 'den Anschein machen, er sei wahrhaftig ringsum von lautet Glück umtürmt, die Luft fremd and doch zutraulich mit Gnade beladen; alle sorglos im Raum gelagerten Dinge verschenkten unaufhörlich ein festlich gehobenes, von innen heraus froh strahlendes Lächeln, und sie waren der schimmernde Spiegel seines eigenen Selbst. Von neuem begab es sich, dass das Wunder des,Heiligen Abends die Stunde, die Welt, den Menschen verzauberte. Ernst rief sich die fromme Geschichte von Bethlehem iris Gedächtnis und die hohe Botschaft jener Stunde, die bis auf unsere Tage hinauf nichhts von ihrer Leuchtkraft und Heiligkeit eingebüsst hat, weil sie im holdesten Zeichen, im erhabensten Sternbild geschah, das auf unsere arme Erde tröstlich niederblickt: unter der Gnade der Liebe, des Herzens. Ernst Wendner geriet förmlich in Ekstase: «Das Herz, das Herz! Welchen Frieden umschliesst jetzt dieses sonst so stürmische Ding. Welche Macht wohnt diesem Glück inne ! Weihnacht! Sie ist wie eine mystische Kette, eine Riesenkette, die die ganze Von Josef Robert Harrer. küsst ihn so zärtlich, dass Konrad vor Rührung einen plötzlichen Entschluss fasst. «Nein, Daisy, nicht im Geschäft!..- Ich sorge mich um dich. Oh, nur nicht erschrekken!... Die Sorgen sind, sind » «Nun, Konrad, sprich dich aus! Was macht dir Sorgen?» «Daisy, du bist kein Kind mehr; du weisst, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, sondern » «Ja, Konrad, der Weihnachtsmann bist du!» «Aber ich bin nicht so schlau wie der Weihnachtsmann im Märchen, der alle Wünsche kennt und » «Sie nicht erfüllt, weil er... Ach, Konrad, ich verstehe. Du machst dir Sorgen, was du mir zu Weihnachten schenken sollst.» Konrad atmet auf. «Ja, Kind, du hast es erraten. Du machst es mir nun sehr leicht. Ich dachte immer, du wolltest überrascht sein. Ich bin glücklich, dass du mir sagen willst, was du dir wünschest. Sag' es mir, Daisy!» Die junge Frau wird verlegen; sie streicht Menschheit umspannt. Alle Wesen umschliesst der Duft dieses Festes und bringt die Welt der irdischen Seligkeit vollkommen nahe. Jetzt gibt es keine Bettler und keine 'Armen mehr, jetzt gibt es nur Reiche und Glückliche, nur Gütige und Frohe, Zufriedene und Satte, Wunschlose und lächelnd Gestillte. In dieser Sturide ist der Mensch dem anderen Menschen nahe wie nie sonst, eine Brücke von Glück verbindet gross und klein und alle Herzen der Erde strecken einander die Hände entgegen. Ueberall, in diesem Hause und drunten bei allen Nachbarn, hier und dort und weiterhin, bei hoch und niedrig, brennen jetzt Lichter an Bäumen in den Stuben, und die Flammen leuchten in Tausende von Menschenaugen und Menschenherzen, in denen das Reis der Liebe unter der Winterstarrheit frisch hervorknospet und tausendmal verschönt aus den Augensternen blüht. Die Liebe überspringt Länder und Meere, überbrückt Ferne und Nähe und-macht an diesem Wundertage die Erde zu einem Himmel, der sich in jeder Menschenseele spiegelt. Das Herz heiligt die Welt, das Herz schafft die Welt neu. Mit ihm steigt die Menschheit, mit ihm fällt sie. Neben ihm gibt es nichts von Bedeutung. Das Herz ist Anfang und Ende, Triumph und Sieg; das Herz ist der Himmel, das Paradies auf Erden.» Ernst Wendner hatte trotz allem tiefen Nachsinnen sein Bäumchen keinen Moment aus den Augen gelassen. Kaum bemerkte er nun, wie sich gerade vor ihm eine rote Kerze schief neigte, erste Tropfen auf den Boden über ihre braunen Locken und sagt endlich mit leiser Stimme: «Ach, Konrad, es ist nicht leicht, von seinen Wünschen zu sprechen. Man kann so leicht unbescheiden erscheinen... Frag' mich doch lieber und ich werde antworten!» Inzwischen haben die beiden jungen Menschen Kaffee getrunken; jetzt zündet Konrad eine Zigarette an und beginnt das Verhör: «Sag', Daisy, soll ich dir die grosse Ganzlederausgabe von Goethes Werken schenken?» «Ich würde mich darüber masslos freuen, Konrad! Aber Bücher sind so teuer... Und Goethe ist mir in letzter Zeit so, so, wie soll ich nur sagen...?» «Erledigt, mein Kind!... Vielleicht wird dich ein neuer Grammophon mehr freuen, einen mit elektrischem Antrieb?» «Das wäre reizend von dir, Konrad! Aber bedenke nur, die Platten sind so teuer, besonders wenn du mir gleich einige hundert Stück neben den neuen Apparat legst, der auch sein Geld kostet. Und dann » «Erledigt, Daisy!... Zwar ist mir nichts zu teuer, was du dir wünschest, aber mein Vorschlag hat dich eben nicht gefreut!... Wie wäre es mit einem Brillantring? Nun, deine Augen leuchten!» «Herrlich, Konrad! Aber Liebling, ein schöner Ring ist wahnsinnig teuer... Und ich habe doch anderen Schmuck und ausserdem » «Also nicht! Nun, und ein neuer Pelzmantel?» «Du bist die Güte selbst, Konrad! Nein, das kann ich nicht annehmen. Es genügt mein Pelz vom Vorjahr. Und dann » «Du brauchst nur Ja oder Nein zu sagen, Daisy! Ich will wissen, was dich wirklich freut... Soll ich vielleicht eine neue Schlafzimmereinrichtung kaufen? Ich sah kürzlich eine aus Kirschenholz; in einem solchen Schlafzimmer muss man wie im Paradies ruhen.» «Du bist ein Verschwender, Konrad!... Du weisst, dass ich so sehr für Kirschenholz schwärme... Aber du darfst dich nicht so in Unkosten stürzen... Nein, Konrad, und dann » fallen Hess und das ihr zunächsthängende Zweiglein mit der Flammenzunge zu belecken anfing, da war er auch schon aufgesprungen, hinzugetreten und brachte mit einigen raschen Griffen die Ausreisserin zur früheren Ordnung zurück, so dass sie bald wieder unbeweglich geradestand und schön aufrecht wie zuvor brannte. Dann machte Ernst ein paar Schritte durch das Zimmer, das wahrhaft zu tiefst von innen herausbeseelte, von lauterer Freude glühende Jünglingsantlitz bald zur Decke, bald auf das Bäumchen, die Geschenke und dann wieder zu Boden oder in die Luft gewandt. Schliesslich blieb er am Fenster stehen, gegen das der Wind grosse Flocken trug. Ernst schien aufmerksam hinauszuspähen. Die freie Sicht über die Dächer der halben Stadt ging weit. Aber diese Dinge berührten ihn nun nicht. Er spann an seinem Gedankenfaden von vorhin und ward nicht müde, ihn weiterzuspinnen: «Dieser Weihnachtsabend! Keiner von den vielen erlebten hat so wie dieser da an sein Innerstes gerührt. Es sit der schönste Abend meines Lebens, weil es der reinste ist. Wie ich das ganz aus der Tiefe meiner Brust heraus empfinde! Und das Schönste von allem: Ich bin nicht allein. Eine ungeheure Zahl von Herzen durchlebt jetzt in dieser Stadt, in diesem Lande, über die ganze Erde weg dieselbe Stunde, dieselbe Weihe, dasselbe Glück. Unzählig viele sind in diesem heilig verzauberten Augenblick ganz in derselben Richtung der Wünsche, Freuden und Hoffnungen vereinigt. Konrad ist innerlich verzweifelt. Wie konnte er nur auf den Gedanken kommen, Daisy um ihre Wünsche zu fragen? Wusste Daisy überhaupt, was sie wollte? Vielleicht doch; denn sie hat etwas Aengstliches im Blick, als fände sie nicht den Mut, ihren wahren Wunsch zu äussern. Konrad raucht bereits die dritte Zigarette und sagt: «So kommen wir nicht weiter, Daisy... Ich bitte dich, Kind, deute wenigstens an, was dir Freude machen würde!» «Andeuten? Nun, wenn du nicht raten kannst, muss ich dir helfen... Konrad, ich friere im Winter so entsetzlich, ich » «Oh, einen neuen Ofen wünschest du dir?» «Nein, Konrad! Unsere Oefen sind ausgezeichnet... Aber ich friere schon, wenn ich die grauen Schneewolken sehe. Und dann der Sturm! Und doch ist nicht in weiter Ferne ein Land, in dem es nach Weihnachten blauen Himmel gibt, leuchtendes Meer...» «Endlich, Daisy! Du wünschest dir also eine Reise nach dem Süden. Vielleicht an die Riviera! Erraten, Liebling?» Daisy hat sich auf Konrads Schoss gesetzt und küsst ihn stürmisch. «Ja, Konradehen, erraten!... Und » «Gemacht ! Ich kaufe zwei Billette. Wir fahren im Jänner auf drei Wochen an die Riviera... Warum blickst du plötzlich so sorgenvoll?» «Ach, Konrad, ich dachte, wie unangenehm im Winter die Reise im Eisenbahnzug ist... Ich denke, im eigenen Auto wäre alles viel schöner. Denk' nur, Konrad, im eigenen Auto, es braucht nur 10 000 Franken zu kosten, an die Riviera zu fahren!... An die Sonne!... Ich werde in Monte Carlo bestimmt 10 000 g Franken beim Spiel gewinnen, so dass wir ' das Auto eigentlich geschenkt haben. So ersparen wir sogar die Kosten für die Eisenbahnfahrt ... Ja, ich kann wahrscheinlich noch viel mehr gewinnen, so dass wir jetzt schon daran denken können, die neue Schlafzimmereinrichtung zu kaufen... Ein neuer Pelz allerdings wäre auch notwendig; denn wenn man ein neues Auto hat, braucht man...» Konrad hat die Empfindung, dass in sei- O Weihnachten! Holdestes Fest. Dein Echo wiederhallt im Härtesten und Weichsten wie ein frommer Glockenton, herfallend aus der Ewigkeit und weitergetragen bis in die Ewigkeit. Weihnacht ist die süsseste Speise für unser Herz. Wunder begeben sich allerorten: Das Böse schmilzt zur Güte, die Gotteskindschaft auf Erden nimmt ihren ersten Anfang. Die Erde ist weiss, sündenrein, ein feierlicher Atemzug schlingt sich an den andern, ein und derselbe gute Wille trägt alle, die ganze Erde, die ganze Welt. Hier endet der Fluch des Irdischen in der Seligkeit; jetzt schweigt die Hölle, jetzt mündet der Mensch in Gott. O dass doch alle Stunden Weihnachtsstunden wären, dann lebte es sich auf Erden wie im Paradies!» Bei den letzten Gedankengängen hatte sich Ernst wieder vom Fenster weggewandt und war auf das Bäumchen zugeschritten. D; und dort rückte er eine Kerze zurecht, rieh tete Zweige und machte sich mit einer Für sorglichkeit an diese Arbeit, als gelte es eil heiliges Werk. Und wie er sich da in zart licher Bedachtsamkeit über den brennende! Tannenbaum neigte, da wäre es schwer zi sagen gewesen, was in diesem Augenblicl heller und schöner glänzte und strahlte, di< warmen Kerzenlichter am Weihnachtsbaun oder die von Inbrunst verheissungsvol! blit zenden Augen in Ernst Wendners männlicl entschlossenem Gesicht, das sich an diesen einsamen Weihnachtsabend mit neuem Mut< stärkte für das Leben, das auf ihn wartete. (Ende.) Jetit ist es jedermann möglich, sich eine Selbstaufzug-Uhr anzuschaffen, denn die AUTORIST zieht sieh durch die Bewegungen Ihres Handgelenkes selbst auf und Ist trotzdem billiger als manche gewöhnliche gute Uhr. Ein 2-3-stündiges Tragen genügt, um der Autorist eine Gangreserve von ober 30 Stunden zu verschaffen. Wer eine Autorist trägt, braucht sich nie mehr über vergessenes Aufziehen und dessen lästige Folgen zu ärgern. Mit der Autorist besitzen Sie zudem eine zuverlässige Präzisionsuhr mit einem erstklassigen 15 Rubis-Ankerwerk. welches ouf 2 Jahre hinaus für guten Gang garantiert ist.

N° 102 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE 23 Nirgendwo ist der Mensch so allein und so verlassen wie in der Grossstadt. Eine Fülle von Glanz und Prunk, von Elend und Not, von guten und bösen Menschen umgibt ihn. Hotels feiern Weihnachten, in Kirchen, in Bahnhöfen, auf Plätzen und in vielen hundert Sälen stehen die Tannen und Fichten, mit Kerzen besteckt, mit Lametta behängt — die Bäume für alle, für die Einsamen und die, die allein sind. Und viele werden im Innersten berührt von den Strahlen der Kerzen, dem feierlichen Hallen der Weihnachtsglokken. Von den Verkaufsbuden kommen die Gerüche von Pfefferkuchen, Marzipan, Christstollen. Eine Stimmung überkommt jeden — eine nicht zu beschreibende Stimmung von Glück, Frieden, Ruhe, und niemand kann sich diesen plötzlichen, manchmal bedrückenden, manchmal beglückenden Gefühlen entziehen. Und zwischen all der Feierlichkeit, dem Glänzen, den Gerüchen, den freudigen Stimmen schreiten Menschen einher, denen es vielleicht nicht so froh und beschwingt ums Herz ist, wie vielen, wie wohl den meisten der andern. Sie fühlen sich in diesem Trubel noch einsamer, noch mehr allein, als sonst, an ruhigen, unfestlichen, unfrohen Tagen. Sie denken an die Jugendjahre, an die Klingel, die sie als Kinder zur Bescherung rief, an die Bratäpfel, an Krachmandeln, an Geschenke . -. und das liegt alles so weit zurück. Schwer haben es jetzt die Menschen, die niemanden auf der Welt haben, der gut und lieb zu ihnen ist, zu denen sie lieb sein dürfen und gut. Und zumal in den Grossstädten nem Gehirn eine Umwälzung stattfindet Er lacht wie ein Clown und sagt plötzlich: « braucht man auch einen neuen Ring, der so schön leuchtet und funkelt, wenn du die Hand an den Volant legst... Und ein neuer Grammophon mit zehntausend Platten und » «Du machst dich lustig über mich, Konrad! Nein, ich habe gar nicht gesagt, dass ich die Lederausgabe von Goethes Werken ebenfalls brauche, wenn du mir das Auto schenkst, um das ich dich bat... Wenn schon unbedingt aus Leder etwas dabei sein muss, dann kannst du mir einen eleganten roten Ledermantel in das neue Auto legen. Das spielt doch keine Rolle mehr, nicht wahr, mein Engel von einem Ehegatten?» Konrad hat fieberhaft gerechnet. Wenn er alles das schenkt und Goethe weglässt, erspart er sich 200 Franken, welche aber der Ledermantel verschlingen wird... Doch er kann nicht böse sein; Daisy blickt ihn so glücklich an, dass er nur sagt: «Warum habe ich nicht gleich gefragt, ob du dir ein Auto wünschest? Warum musste ich auf Umwegen, von Goethe über den Grammophon, den Brillantring, den Pelzmantel, die Schlafzimmer-Einrichtung, die Rivierareise, zum Auto kommen?» «Weil du das Muster eines Ehemannes bist und weil du sofort gewusst hast, dass ich mir ein Auto wünsche. Du wolltest mir nur diskret andeuten, dass ich ausser dem Auto noch andere schöne Dinge erhalten werde. Nicht wahr, Konrad?» «Ja!» seufzt Konrad und ist glücklich, dass er nicht noch zehn andere Dinge genannt hat, die auch zum Auto passen würden. Weihnachten eines Einsamen Von Peter Omm. leben diese Einsamen und Alleinstehenden, die weder gute Freunde, noch Verwandte noch Familie haben und kennen. Ich kenne unter den vielen Tausenden jener einsamen, alleinbleibenden Junggesellen einen, der Weihnachten auf eine besondere Art feiert und ich könnte mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die sich gern über seine Art und Weise, das Fest der Liebe und des Friedens zu feiern, berichten lassen. Viele Wochen vorher beginnt er, den weder das Leben noch der Beruf mit Glücksgütern überschüttet, zu sparen. Groschen für Groschen legt er zurück. Und am Weihnachtstage geht er am späten Nachmittag durch die Budengassen des Christmarktes und wo er glühende, hungrige, staunende Kinderaugen sieht, da fragt er die Kleinen, was sie sich von all den aufgestapelten Herrlichkeiten wünschen. Die Dinge, die nur kleine Summen ausmachen, oftmals nur geringe Beträge, kauft er dann und ist glücklich über das Glück der Kleinen, die stumm vor Staunen sind und deren Dank im Strahlen der Augen liegt. Dann denkt er an sich, kauft ein paar Kleinigkeiten, die er braucht und einige, die er nicht braucht, die ihm Freude machen, ein wenig Konfekt, gute Zigaretten, wenige, aber auserwählte Zigarren, eine Kleine Flasche des von • ihm so geliebten Eierlikörs, und dann kommt die Hauptsache: der Gang in die Buchhandlung — das ist das, worauf er sich das ganze Jahr schon freut. Unter zwei. Stunden verlässt er den Laden schwerlich; in modernen Farben IANDOLT- Der Weihnachts- Teddy das Stöbern, Suchen, Abwägen — das ist ein Teil seines Festes. Und mit einem dicken Pack Bücher, Almanachen, Zeitschriften Zeitungen und Katalogen verlässt er den Laden. In einem guten Restaurant isst er Karpfen. Das war schon zu Hause so, als die Eltern noch lebten, damals, in glücklichen, zufriedenen Zeiten. Und wenig später geht er in ein Hotel. Immer zu Weihnachten flieht er aus seinem kleinen möblierten Zimmer und logiert sich für drei Feiertage in einem netten, kleinen, seiner aufmerksamen Bedienung wegen bekannten Hotel ein. Er zündet zwei Kerzen an, packt behaglich seine Pakete aus, knabbert ein Stück Kuchen, raucht eine Zigarre, trinkt einen Likör und macht sich dann über die Bücher und Zeitschriften her. Nun ist Weihnachten für ihn. Er geht zu Bett Der Bücherpacken liegt auf dem Nachttisch und auf einem Stuhl. Er denkt an das, was einmal schön und herrlich war, ans Kindsein, an die Eltern — und wenn erfühlt dass ihn das traurig macht, greift er zu den Büchern. Morgen — das stellt er mit einem Lächeln fest— bringt man ihm das Frühstück ans Bett (nun braucht er einmal nicht seinen dünnen Tee zu kochen), er kann spazieren und ins Theater gehen, am nächsten Tage kann er wieder lesen, rauchen, Spazierengehen. Manchmal wird ihm weh ums Herz... so viele Menschen haben gute Freunde, Menschen, die sie lieben. Dann ärgert und neckt er sich selbst, denkt daran, dass er vielleicht Onkels und Tanten besuchen, Lausbuben von Neffen, Rangen von Nichten beschenken, ihm gemachte lächerliche Geschenke umtauschen und Klatsch und Tratsch von vielen anhören müsste. Und wenn er dann an die Kinder denkt, denen er kleine Teddybären gekauft hat oder Zuckerstangen oder Stehaufmännchen oder buntgekleidete Puppen, dann schläft er ein und im Schlafen gleitet über seine Züge jenes Leuchten und verwunderte Strahlen, das die Gesichter der Kinder zeigten, die er am Nachmittag so gern beschenkt hat. 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