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E_1933_Zeitung_Nr.044

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o AUTOMOBIL-REVUE

o AUTOMOBIL-REVUE 1933 44 kus dem Le (Ohn« Verantwortlichkeit der Redaktion.) Die Erdrosselung eines Bergtales. Von Reichtabach, einer Station der Linie Bern-Lötschherg-Simplon, zieht sich ein kleines stilles Tal gegen Süden, dem Fusse der Blümlisalp. Vielen Schweizerbürgern und vielen ausländischen Besuchern ist es bekannt und beliebt geworden. Es ist das Kiental. Seine Gäste suchten dieses Tal auf, weil es, vom Verkehr völlig abgelegen, Erholungsbedürftigen Ruhe, reine Luft und Sonnenschein bot. Andere aber mieden dieses stille Tal, weil sie es mit ihren Motorfahrzeugen nicht aufsuchen konnten. Vor ein paar Sommern, aber wurde unsere alte gelbe Postkutsche als unmodern erklärt und von Amtes wegen abgeschafft. Ein reger Postautoverkehr begann sich zu entwickeln, und alle Opposition der bäuerlichen Bevölkerung gegen das moderne Verkehrsmittel war fruchtlos. Das Auto war nicht mehr zu bannen. Alles was erreicht wurde, war, dass der Staat Bern gegen eine Entschädigung, die die Gemeinde Reichenbach zu leisten hatte, die frühere Gemeindestrasse übernahm, so dass der Strassenunterhalt in Zukunft dem Staate zufallen wird. Die Abfindungssumme sollte zur Strassenverbesserung und -Verbreiterung verwendet werden. Ein Teil dieser Summe ist auch bereits verbaut worden. Im Laufe der Zeit gewöhnte sich die Ä Bevölkerung an den Postautoverkehr, der im Sommer zuweilen ein sehr reger ist. Viele Gäste aber blieben aus, da der Strassenstaub auf der Bergstrasse eine arge Belästigung ist. Hoffnungen, die auf den verbesserten Postverkehr gesetzt wurden, sind Enttäuschungen geworden. Der Landmann sah sich benachteiligt, denn seine Händler wollten nicht mit dem Postauto kommen und ihre Privatwagen in Reichenbach stehen lassen. Den Waldbesitzern und den Gewerblern erging es ebenso, denn die Käufer bevorzugten Orte, die leichter erreichbar sind als das Kiental. Die Hotels sind noch vereinsamter geworden. Für die Gäste, die wegen des vermehrten Postverkehrs im Kiental wegblieben, ist kein Ersatz mehr gekommen, während andererseits die Privatautos zufolge des Fahrverbotes nicht kommen können. Da aber das Auto nun doch einmal ins Tal gekommen ist, so erscholl der Ruf nach Oeffnung der Strasse für alle Motorfahrzeuge; es sollte zu gewissen Zeiten die Einfahrt in das Tal, zu anderen Stunden die Ausfahrt aus dem Tale bewilligt v werden. Eine Weile schien es, dass. der Staat diesem Rufe einer bedrängten Bergbevölkerung Verständnis entgegenbringen wollte und eine Oeffnung der Kientalerstrasse zu- bewilligen geneigt wäre. Plötzlich wurde es über diesem Projekt ruhig, als ob die bis jetzt gepflogenen Verhandlungen im Sande verlaufen seien. Eine grosse Stille herrscht über der ganzen Angelegenheit, nachdem bereits alle in Betracht kommenden Behörden sich in. zustimmendem Sinne geäussert hatten. Soll das kleine Kiental weiterhin vom Verkehr abgeschnitten bleiben und soll ihni versagt sein, was jedem andern Schweizerort eine Selbstverständlichkeit ist? Was für besonder© Interessen spielen da eine- solch grosse Rolle, denn irgend eine Veranlassung muss doch für die weitere Aufrechterhaltung des Verbotes bestehen? Es geht ein Gerücht im Tale, es gelte ein paar Privatinteressen zu schützen, die Hilferufe der Bergbevölkerung im Kampfe um ihre magere Existenz aber verhallen unbeachtet. S. R. Hierzu erhalten wir folgende Mitteilung aus Clubkreisen: Die Bemühungen des Verkehrsvereins Reichenbach-Kiental zwecks Erschliessung der Strasse Reichenbach-Käental für den Automobil-Verkehr sind in letzter Zeit in vermehrtem Masse an die Oeffentlichkeit gedrungen. Nachdem es anfänglich den Anschein hatte, dass dem Begehren der Kientaler unter gewissen Bedingungen entsprochen würde, ist dem Projekt mittlerweile eine ernsthafte Opposition erwachsen, mit dem Resultat, dass die Freigabe der Kientalerstrasse zum mindesten für das Jahr 1933 nicht zu erwarten ist. Der Vorstand der Sektion Bern des A C. S. hat nun in einer kürzlichen Sitzung zu den beidseitigen Argumenten Stellung genommen und dabei grundsätzlich sein Interesse an der Oeffnung der Kientalstrasse für den Automobil-Verkehr bekundet. Gleichzeitig erachtete es aber die Leitung des Berner Clubs als notwendig, dass vor der Uebergabe der Strasse die für das Jahr 1934 vorgesehenen letzten baulichen Verbesserungen durchgeführt würden, da die Strasse in ihrer heutigen Anlage für ortsunkundige Fahrer nicht ganz ungefährlich ist. Im weiteren wurde die Wünschbarkeit betont, dass der Automobil-Verkehr auf das ganze Kiental ausgedehnt würde, also bis Griesalp, deren Zufahrtsstrasse bei Anwendung des zeitweisen Einbahn-Verkehrs ohne Gefährnisse befahren werden kann. Im gleichen Zusammenhang hielt es der Vorstand der Sektion Bern des A.C. S. für angezeigt, die Oberländer Initianten auf die misslichen Zufahrtsverhältnisse an der Strasse Spiez-Frutigen aufmerksam zu machen und deren ungesäumte Instandstellung anzuregen. Wer in letzter Zeit die Kandertalstrasse befahren hat, wird den letzteren Wunsch voll und ganz verstehen und auch begreifen, dass eine «leichzeitige Verbesserung der einzigen Zufahrtsstrasse mit der geplanten Erschliessung des Kientals für das Automobil angezeigt ist. Abgabe der neuen Schilder Im Kanton Wallis. Das Justiz- und Polizeidepartement des Kantons Wallis bringt den Motorfahrzeugbesitzern zur Kenntnis, dase die neuen Kontrollschilder und Führerscheine auf der kantonalen Automobilkontrolle aufliegen. Diese Schilder und Führerscheine sind vom 15. Mai bis zum 15. Juni 1933 jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag, vormittags zu folgenden Bedingungen erhältlich : Automobilschilder zu Fr. 6.—; MotorradecMlder zu Fr. 5.—, Führerscheine zu Fr. —.20. Nach Ablauf obigen Datums werden die gleichen Schilder zu folgenden Preisen verabfolgt: Automobilschilder Fr. 15.—; Motorradschilder Fr. 10.—; Führerscheine Fr. 2.20. Oeffentlicht Verdankuno. Der schon mehrfach erwähnte ungenannt eein wollende Blindenfreund aus Rorsohach hat uns wieder sein «Blindenkässeli > überbracht, das er auf allen seinen Fahrten mitführt und dazu verwendet, seine Fahrgäste zu veranlassen, an Stelle von Entschädigungen des Fahren s durch Einladungen zum Trinken, etwas ins Blindenkässeli einzulegen. Es enthielt wieder .Fr. 10.—. Damit sind die Einnahmen aus dieser willkommenen Quelle auf Fr. 25.75 gestiegen. Wenn noch recht viele Autofahrer diese gute Gewohnheit auf sich nehmen und solche « Blindenkässeli » von den Blindenanstalten kommen Hessen, so würde unsere Sorg« sich verringern, wie den unvermeidlichen Defiziten der Blindenfürsorge abgeholfen werden kann. Im Jahre 1932 belief sich das Vereinsdefizit für die Unterstützungen von 340 auswärtigen Blinden auf Fr. 43.079.— Das. Defizit für den Betrieb der drei Blinden-Anstalten für 140 interne Blinde Fr. 48.936.— Und das Geschäftsdefizit infolge mangelndeT Aufträge in unsern Werkstätten Fr. 32.658.— Total haben wir für die Ostschweiz. Blinden-Fürsorge Defizite abzuarbeiten im Gesamtbeträge von Fr. ,124.673.— Welcher Autofahrer trägt zur Tilgung etwas bei? Für die Direktion der Ostscbweizerißchen Blindenanstalten: Victor Altherr. i*o - Revue m Service Frage 115. Werkverkehr. Was versteht man unter dem sogenannten Werkverkehr? B. in D. Antwort: Eine einheitliche Definition für dfesen Begriff besteht auf alle Fälle für unsere schweizerischen Verhältnisse noch nicht. Unter dem Werkverkehr, wie er zur Zeit Gegenstand der Verhandlungen zwischen Bahn- und Automobilinteressenten ist, wird folgende Auslegung richtig sein : Als Werkverkehr gilt die Beförderung von Gütern für eigene Bedürfnisse, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: a) die Güter müssen zum Verbrauch, zur Verarbeitung oder zur Wiederveräusserung bestimmt oder vom Werk gefördert oder hergestellt sein. b) die Lastwagen müssen dem Werk gehören oder von ihm auf Abzahlung gekauft oder derart angemietet sein, dass das Werk während der Dauer der Miete die ausschliessliche Verfügung über die Lastwagen hat und den gesamten Betriebsaufwand einschliesslich der Unterhalts-, Verzinsungs. und Tilgungskosten trägt. c) die Lastwagen müssen vom Werkunternehmer selbst oder von Leuten bedient werden, die nicht selbständige Unternehmer oder Angestellte anderer Unternehmer sind. » In dieser Definition ist der sogenannte KonzernveTkehr nicht inbegriffen. Es gibt Fälle, wo Ci., S. A., Lugano, Carrosseriefabrik. In der Ge- Fabbrica Svizzera di Carrozze A. Chiaffone & ein Werk in engem Zusammenhang mit einem andern arbeitet und an diesem finanziell auch bequidation dieser Gesellschaft beschlossen und E. neralversammlung vom 18. April wurdg die Liteiligt ist. So haben fast alle grössern Chokolade- uTaddey, Kaufmann. fabriken eigene Sägewerke für die Erstellung ihrer Kisten usw. Die, Bierbrauereien sind massgebend bei den Mineralwasserfirmen beteiligt. Es wäre nun nicht richtig, wenn in diesem Falle die Brauerei nicht gleichzeitig mit ihren Lasten auch, die Mineralwasserkisten befördern könnte. Der Begriff Konzernverkehr muss also noch festgelegt werden. Im weitern muss noch festgelegt werden, dass der Werkverkehr gelegentliche Gefälligkeitstransporte ausführen kann. Diese .müssen selbstverständlich unentgeltlich sein. ' ' z. lo Neugründungen: Garage des Entrepöts S. A., Lausanne. Unter dieser Firma wurde eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von Fr. 1000 gegründet. Zweck der Unternehmung ist der Betrieb einer Garage und Reparaturwerkstatt, sowie der Handel in Automobilen und Zubehör. Dem V.R. gehören an E. Hess und Oh. Engler, beide von Beruf Mechaniker, in Lausanne. Geschäftsdomizil: Rue des Entrepöts. Personelles: Robert Bosch A.-G., Zürich. Dr. A. H. Wach ist aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden und dessen Unterschrift erloschen. An dessen Stelle wurde Dr. A. ab Yberg, Advokat, Schwyz, gewählt. Der Genannte führt Kollektivunterschrift mit einem der bisherigen Verwaltungsrats-Mitglieder. Kapital-Aenderungen: Naphfag Produkte A.-G., Zurich-Aftstetten. In ihrer ausserotdentlichen Generalversammlung haben die Aktionäre die Zusammenlegung der 60 Namenaktien zu je Fr. 500.— in 30 Namenaktien zu je Fr. 1000.— beschlossen. Ferner wurde das Aktienkapital von Fr. 30.000.— auf Fr. 100.000.— erhöht. Zweck der Gesellschaft ist der Handel mit Benzin und andern Mineralölprodukten. M. Kälin, Kaufmann, Herrliberg. ist Präsident des V.R. Als weiteres Mitglied wurde G. Freymond, Kaufmann, Zürich gewählt. Beide führen Einzelunterschrift. Geschäftsdomizil: beim Bahnhof in Altstetten. Eintragung Ins Handelsregister: Schneller & Müller, Garage, Bazenheid. E. Schneller und W. Müll-er, beide in Bazenheid, haben unter dieser Firma eine Kollektivgesellschaft eingegangen, welche am 1. Juli 1932 ihren Anfanj nahm. Auf Grund der Verfügung des Handels-;^ registersamtes erfolgt Eintragung von Amtes we- '• gen. Zweck der Unternehmung ist der Betrieb einer Garage mit Reparatur-Werkstätte, sowie der Oceasionshandel mit Autos. FirmenlBschungen: Schützengarage A.-G., Basel. Diese Firma wurde infolge Konkurses aufgelöst und von Amtes" wegen gelöscht. Fridolin Ruckstuhl, Lausanne, Garage. Die Firma wird infolge Handänderung des Geschäftes gelöscht. Rudolf Hügi, Nlederbipp, Garage. Die Firma ^ wird infolge Konkurses des Inhabers von Amtes wegen gelöscht. Firmenauflösung: E. Morel, Industrieller und P. Molinari, Kauf-_ x mann, alle in Lugano, als Liquidatoren bestell' Sie zeichnen kollektiv je zu zweien. Die Funkti» nen der Verwaltungsräte, Dr. A. Bertola, G. C. und F. Torricelli, sowie von L. Rezzonico, Direktor, sind erloschen, ebenso ihre Zeichnungsberechtigung. Schluss des Konkursverfahrens: Max Sfuder, Autoöle, Bern. Das Konkursverfahren wurde mit Datum des 6, Mai 1933 geschlossen. v BLUM BREMSE *Pat. und D. R.P. «seh die automatisch! Anhängerbremse in Einfachheit und Wirkung unerreicht. (Reines Schweizerfabrikat.) Unverbindliche Offerten durch ROB. BLUM, Maschinen-und AnhlneerbiB. 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N°44 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE SEKTION AARGAU. Fahrt an den Bodensee. Trotz drohendem Himmel hatte sich am 6. Mai eine unternehmungslustige Gesellschaft in Baden eingefunden zur Bluestfahrt in den Thurgau. Das Sekretariat hatte eine Anzahl Routen zusammengestellt, und jeder konnte wählen, was ihm am besten behagte, aber treffen wollte man sich in Winterthur zu einem kurzen Halt. Von dort ging's an den Untersee, wozu die meisten die lohnende Route von Frauenfeld über den Seerücken nach Ermatingen wählten. Wo man durchfuhr, Regen fiel überall und reichlich, aber um so leuchtender hoben sich die in schönster Blüte stehenden Obstbäume vom saftigen Grün der Wiesen und Wälder ab. Im «Adler» zu Ermatingen stand ein heimeliger Saal zu unserem Empfang bereit, und bald wurde gegessen, gelacht und geschwatzt. Unterbrechungen gab's nur, damit Ehrenpräsident und Präsident sich ihre abweichenden Ansichten über Reklamationsrecht der Mitglieder und Pflichten des Vorstandes mitteilen konnten, Ansichten, die wie Tennisbälle sicher, aber fröhlich über die Tische flogen. Im gleichen Haus hielt zufällig die Sektion Thurgau ihre Generalversammlung ab und durfte dabei auch Herrn Bundesrat Häberlin begrüssen. Das ihm gebrachte Ständchen erfreute auch uns. Als weitere Ueberraschung sahen wir dann plötzlich in nächster Nähe den silberglänzenden Zeppelin mit hell erleuchteter Gondel seine nächtliche Amerikareise antreten. — Die Sektion Thurgau hatte uns durch Aufstellung ihrer grün-weissen Fanions' willkommen geheissen, und nachher wurden wir noch durch ihren Präsidenten in liebenswürdiger Weise negrüsst. — Am Sonntag lockte die Sonne zu neuen Taten. Eine kleine Gruppe mit höheren Zielen zog nach Appenzell, die Hauptmacht aber fuhr mit einem Motorboot am malerischen Schloss Gottlieben vorbei nach Konstanz und nach kurzem Aufenthalt über den inzwischen stürmisch gewordenen Untersee nach Ermatingen zurück. Dann hinauf zur Besichtigung des reizenden Schlosses Arenenberg, wo Napoleon III. einst eine Zuflucht gefunden und eeine kunstsinnige Mutter Königin Hortense ihre letzten Stunden verbracht hatte. — Inzwischen war man ordentlich hungrig geworden, also rasch zum Mittagessen nach Stein und dann, zufrieden mit 'dem guten Verlauf der Reise, wieder heim. Braucht man zum Reisen Sonnenschein? Bei Regen kann man grad so fröhlich seinl —i— A.CS. SEKTION BERN. Generalversammlung. Nachdem Generalversammlungen mit einem umfang» Plateau mit entsprechender Widmung. reichen geschäftlichen Teil sich ganz allgemein nicht einer besonderen Popularität erfreuen und fast die ganze Eidgenossenschaft sich angesicht« des prächtigen Wetters bereits am Samstag schon in eine grosse Festhütte zu verwandeln begann, um all die vielen Veranstaltungen aufnehmen zu können, wäre es eigentlich nicht verwunderlich gewesen, wenn der Vorstand ganz allein in Thun getagt hätte. So weit geht nun freilich die Festfreude der Berner A. C.isten nicht, und selbst der Ländermatch, welcher Abertausende von Auswärtigen nach der Bundesstadt brachte, vermochte nicht eine stattliche Gruppe von Mitgliedern davon abzuhalten, dem A. C. S. ihr Interesse zu bekunden. Die Behandlung der Geschäftsliste, welche keine ausserordentlichen Traktanden aufwies und in Beachtung der seinerzeit an der a.-o. Generalversammlung gefassten Beschlüsse eigentlich noch in deren Schatten stand, zeitigte deshalb weder hohe Wellen der Bewegung noch eine entsprechende Brandung in der Diskussion. Man wäre versucht gewesen zu glauben, die Diskussions- und Redelust habe mit der denkwürdigen Sitzung im Dezember ihren vollständigen Abschluss gefunden, wenn sich nicht aus den Abstimmungsergebnissen über die einzelnen Geschäfte und der diskussionslosen Genehmigung der einzelnen Traktanden eine vollkommene Uebereinstimmung der Versammlung mit der Geschäftsführung des Vorstandes ergeben hätte. So wurde die Sitzung zu einem eindrücklichen Vertrauensvotum für den Sektionsvorstand und vorab auch dessen Präsidenten, eine Uebereinstimmung zwischen Mitgliedschaft und Clubleitung, welche die beste Gewähr für eine weitere erfolgreiche Entwicklung der Sektion bietet Protokoll und Jahresbericht fanden stillschweigende Zustimmung. Dem vielseitigen und recht sorgfältig abgefassten Bericht des Präsidenten war zu entnehmen, dass die Sektion Ende des Jahres 860 Mitglieder zählte und damit einen den Zeiten entsprechenden bescheideneren Zuwachs registrieren konnte. Im abgelaufenen Jahre wurde auch die erste Ortsgruppe in Langenthai gegründet, der bereits mehr als ein halbes Hundert Mitglieder angehören und die eine rege regionale Tätigkeit entfaltet hat. Die verschiedenen Institutionen, so das Sekretariat, die Rechteauskunftstelle und das Touristikbureau sind fortlaufend stark beansprucht worden. Die Einführung des neuen Gesetzes brachte hauptsächlich dem Rechtsberater, Dr. von StÜTler, eine wahre Arbeitsfluß Das Sekretariat ißt nach Rücktritt von Herrn Direktor 0. R. Wagner gemäss den Beschlüssen der a. o. Generalversammlung in eine vollamtliche Institution umgewandelt worden, welche Sekretariat, Touristikbureau und Kasse vereinigt und von einem BerufssekTetär samt Personal verwialtet wird, die auf 1. FebruaT 1933 ihre Tätigkeit aufgenommen haben. Herr Oberst Marbach würdigt in überzeugenden Worten die Verdienste des scheidenden Sekretärs, der volle 25 Jahre seinen Posten ehrenamtlich zum Wohle der Sektion versehen hat. Als äueseres Zeichen der Dankbarkeit überreicht deT Präsident Herrn Wagner ein prachtvolles silbernes In bunter Reihenfolge ziehen nochmals all die mit Erfolg durchgeführten Veranstaltungen sportlicher, touristischer und geselliger Art an unserem geistigen Auge vorüber und zeugen von der vielseitigen Clubtätigkeit Ahschliessend orientiert der Bericht auch über die für den grossen Preis bereits geleisteten Vorarbeiten und bleibt nur zu hoffen, dass diese Veranstaltung, welche sowohl der Stadt Bern wie der Sektion zum Vorteil gereichen müssen; im nächtten Jahr auch tatsächlich zur Durchführung gelangen wird. Ebenso erfreuliche Kunde vermittelt der Kassier, dessen JahTesrechnung trotz einer aueserordentlichen Rückstellung von mehreren tausend Franken für die kommenden Bedürfnisse des Sekretariates, mit einem zufriedenstellenden Aktivsaldo abschliesst. Die Rechnung wird gemäss Anträgen der Revisoren einstimmig verabschiedet. Das Sport- und Touristikprogramm ist wiederum recht vielseitig Die ersten Anlässe, so die Gymkhana, sind bereits bei grösster Beteiligung absolviert worden und stehen noch folgende Veranstaltungen bevor: 3.-5. Juni: Pfingstfahrt in den Neuenburger und Waadtländer Jura; 18. Juni: Alpenrosenfahrt und Aelplerchilbi auf Alp Schweinsberg; Juli: Grimselfahrt; August: Picknickfahrt in ein Strandbad; September: Ballondistanzfahrt; November: Tanzabend, Dezember: Soiree Choucroute als Herrenabend. Dazu kommt noch die traditionelle Ausfahrt des Asyles Gottesgnad, sowie die Beteiligung der Sektion am Automobiltag der kommenden Berner Lichtwoche. Durch Ausfall des für den August vorgesehenen Rundstreckenrennens hat die Sektion in dieser Saison ausser der Ballonverfolgung keine sportliche Veranstaltung grösseren Stiles mehr auf dem Programm. Dagegen werden die Vorarbeiten für den Grossen Preis zielbewusst weitergeführt und besteht berechtigte Aussicht, dass die Sektion nächstes Jahr dieses Rennen wird ausschreiben können, das später zu einer internationalen Konkurrenz ausgebaut werden soll. •Obwohl wir im Zeichen des Abbaues leben, so erachtete es die Versammlung angesichts der vielseitigen Aufgaben, welche dem neuen Sekretariat harren, als gegeben, den Jahresbeitrag auf Fr. 40.— zu belassen, wobei der Vorsitzende der bestimmten Erwartung Ausdruck gibt, dass in den nächsten Jahren eine Reduktion des Beitrages eintreten könne. Um aber den neu eintretenden Mitgliedern entgegenkommen zu können, wird beschlossen, die Eintrittsgebühr um die Hälfte, auf Fr. 10.—, zu reduzieren und gleichzeitig das erste Clubzeichen gratis zu verabfolgen. Gemäss Antrag aus der Versammlung treten diese Vergünstigungen bereits auf 1. Juni in Kraft. Es erfolgt darauf die Proklamation von 12 Veteranen, von denen einige das Ehrenzeichen persönlich vom Vorsitzenden in Empfang nehmen können. Unter Varia teilt Herr Oberst Marbach in bezug auf die Miete der neuen Sekretariatsräumlichkeiten mit, dass verschiedene zum Teil langfristige Verträge mit Untermietern zustande kamen, so dass die Rechnung künftig für diesen Posten kaum stärker Die nächste Nummer beansprucht werden muss, als bisher. Abschliessend äussert der Präsident seine Befriedigung über das Zustandekommen der Motion im Grossen Rat betreffend* der vierteljährlichen Bezahlung der Automobilsteuer (siehe Bericht unseres parlamentarischen Mitarbeiters an anderer Stelle), und gibt der bestimmten Hoffnung Ausdruck, dass dieses langjährige Postulat der Motorfahrzeugbesitzer bald seine Verwirklichung finde. Mit seinem Schlusswort leitet der Vorsitzende zum unterhaltenden Teil über, der im Beau-Rivage mit einem gemeinsamen Nachtessen eröffnet wurde. Die Unterhaltungskommission hatte sich ein flottes Orchester, sangeskundige Jodler von Thun, sowie eine vielversprechende, junge Tänzerin verschrieben, welche mit ihren Darbietungen den Abend verschönern halfen. Nach einer humorvollen Ansprache des Präsidenten, in welcher er vor allem liebenserscheint des Auffahrts-Tages wegen erst am Freitag Nachmittag. würdige Worte für den Kranz eleganter Damen fand, begrüsste Herr Dir. Schmid, als Vertreter der Thuner Stadtbehörden, die Tafelrunde. Man entnahm seinen Ausführungen mit Befriedigung, welches Verständnis die dortigen Behörden dem Motorfahrzeug entgegenbringen und welch erfreuliches Interesse der Sache des Clubs gilt. Erst in vorgerückter Stunde lichteten sich die Reihen und noch knge folgten frohe Paare der unermüdlichen Aufforderung des Saxophons zum. Tanze, bis auch die letzten sich zur Heimfahrt in der wundervollen Maiennacht entschlossen. Ausfahrt Asyl Gottesgnad bei IHigen. Einen bösen Strich durch die Rechnung machten die Eisheiligen der nach Auvernier vorgesehenen traditionellen Ausfahrt vom 13. Mai mit den Pfleglingen der Anstalt Gottesgnad bei Ittigen. Im Momente, da über 35 Wagen für den Transport der etwa 120 Insassen sichergestellt waren, entschloss sich die Anstaltsleitung, wegen anhaltender kalter Witterung die Fahrt abzusagen. Dieselbe ist auf unbestimmte Zeit verschoben; die freundlichen Wagenbesitzer haben sich jetzt schon bereit erklärt, ihre Automobile zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Verfügung zu stellen, was sowohl vom Asyl wie vom Sektionsvorstand mit besonderer Anerkennung vermerkt wurde. SEKTION LUZERN. Die Bluestfahrt. Es war eine ungewöhnlich grosse Anzahl unserer Automobilistengemeinde, die sich vergangenen Samstag um 2 Uhr vor dem Bahnhof Luzern versammelte. Eine Bluestfahrt ins Seethal, verbunden mit einer Besichtigung der Brauerei der Herren Gebr. Wyss in. Hochdorf stund auf der Einladung unseres Sektions-Vorstandes, Nicht eingeladen waren hingegen die Regenwolken, die dräuend um den Pilatus herum strichen. In-langer Kolonne ging es gegen Rothenburg, Münster zu, wo uns auch die ersten Regenschauer überraschten. Herrlich waren j«doch auch gerade in dieser Gegend die weissen und rötlichen Blüten der Apfel- und Birnbäume, die mit dem saftigen Grün des nassen Grases wunderbar kontrastierten. Weiter ging die Fahrt an den einzigartigen Gestaden des Hallwyler- und Baldeggersees entlang, In animieTtester Stimmung versammelten sich in Hochdorf sämtliche Teilnehmer im Hofe der Brauerei, wo wir in herzlichster Weise von Herrn Oberst Wyss begrüsst und vorerst in das Sudhaus geführt wurden. In leicht verständlicher Weise führte uns hieT Herr Oberst Wyss in die Entstehungsgeschichte dieser modernen Brauerei ein. Nach den einführenden Erklärungen begann der Rundgang durch die Brauerei. Schon im Sudhaus erregten die blitzblankgescheuerten Kupferkessel berechtigte Aufmerksamkeit, die modern-sachliche Innenarchitektur machte auf alle einen imposanten Eindruck. Es folrte nun ein eineinhalbstündigeT Rundgang. Peinlichste Sauberkeit herrschte im Betrieb. Wir konnten den technischen Betrieb einer Brauerei bis ins Detail kennen lernen; dann wurden wir im Aufzug in die oberste Etage befördert. In luftiger Höhe, mit einem unvergleichlichen Blick auf die Alpen- •> (Fortsetzung Seite 11) Velllez ä ce que la dynamo Charge; l'accumulateur LECLANCHE fera le reste. LaBougie Mondiale Exigez une batterle fabriquöe ä Yverdon adoptee ou recommandee par plus de 200 COHSTRUCTEURS Vente en gros: Suisse frangaise ARSA, 5, rue Gutenberg, Geneve Suisse allemande et italienne WEWERKA. Zürich - Berns - Bäle PRAGA 6 Zyl. Qualitätslastwagen niedere Steuer, minimer Benzin- und Oel- Verbrauch. Grosse Ladefähigkeit, saubere Ausführung, massige Preise. Prospekte, Besichtigung und Probefahrt beim Vertreter: GARAGE RÜEGG, Badentrstrasse 360, ZÜRICH 4. Tel. 33.084. VOLLWERTIGES ANGEBOT I Hispano-Suiza OCCASIONI Herrsch. 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