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E_1933_Zeitung_Nr.068

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18 1933

18 1933 —N° 68 dem Wagen da draussen los ist Was kümmert's mich, wetift ich da nicht parken darf. Schlafen, nichts ails schlafen! Er soll morgen früh wiederkommen. Gegen die zugeschlagene Tür pochen erneut vier oder sechs Hände, allen Schlaf unmöglich machend! :«Zum Teufel nochmal», ein Glas kaltes Wasser durch die Türritze und dann noch eins verscheucht die Störenfriede, die zornig schimpfend verschwinden. Die Augen zu ! Aber es bleibt doch eine leise Unruhe. Was wohl mit dem Wagen los ist, brennt er, wurde er gestohlen?! Ich habe ja nur teilweise verstanden, was man mir mit einem Zungenschlag von 4700 Touren erzählte. Ob ich nicht doch mal ?! Die Hotelhalle ist menschenleer, die Uhr Äeigt 3 Uhr früh, die breite Tür ist weit geöffnet. Der Wagen draussen? Ströme von Schweiss fliessen bei 30° Wärme auf das. nächtliche .Pflaster, von Stirn und Rükken eines Dutzend kräftiger Männer, die meinen guten Wagen — 1, 2, 3, ruck! — Zentimeter um Zentimeter weiterschleppen, die Strasse entlang, um die Ecke herum, weil die Strasse frei sein musste für das ~ Training zum Rennen, das um 5 Uhr in der Frühe beginnen sollte und an das ich nicht gedacht hatte! Als ich 20 Minuten später, freundlich lächelnd, den Wagen aufschloss, um ihn. die letzten vier Meter mit Motorkraft zu transportieren und dann mit einem liebenswürdigen «Bon jour!» wieder zu verschwinden, lagen 12 kräftige Männer erschöpft auf der Strasse, sie waren noch müder als ich! Das war zwar keine Nacht in Monte Carlo, sondern in Nizza, aber das ist ebensogut, oder noch besser! Die zweite Geschichte spielte in Briancon oder Umgebung, wo sich eine Tankstelle der StandardgeseJlschaft aufgetan hatte und Benzin gegen Gutscheine auf Pump abgab. Die deutschen Fahrer, die keine Devisen, haben — ganz genau: etwas weniger Geld mit ins Aasland nehmen dürfen, als sie allein für Benzsin und Oel einer Alpenfahrt nötig haben — zahlten bargeldlos mit Standard-Gutscheinen. Die Holländer hatten das nicht nötig! Sie tankten gegen bare Kasse, sie konnten sich das leisten! Schwierig war es nur nach jedem Grenzübergang, wenn man noch keine Gelegenheit gefunden hatte, holländische Gulden gegen die Landeswährung umzutauschen. Aber, was hilft's, Benzin muss man trotzdem haben, und eilig ist man auch, jede Sekunde ist kostbar. Deshalb kann man 'es verstehen, wenn dem Fahrer mit frtschgefülltem Tank zunächst wichtiger ist, dass er rechtzeitig an der nächsten Kontrolle ankommt, aJs die Frage, wann der Tankfritze sein: Geld kriegt. Klar und eindeutig war die Antwort, die der Hollandmann dem Tankwart Karl gab, als er zeternd hinter dem abfah-s renden Wagen herlief, weil er noch immer kein Geld hatte. Sie lautete: «C'est la guerre !» Wenn man morgens im Hotel nicht geweckt worden ist und den ganzen Tag in heisser Sonne ungeweckt umherfahren muss, wenn das Thermometer 54 Grad C«lsius zeigt und man nur noch mit Mühe den Unterschied zwischen Diluvium und Syndetikon nachzur weisen vermag, dann naht der Augenblick, wo das Gehirn weich wird und wo man sich widerspruchslos, die Geschichte der Familie Opel erzählen lässt, die früher einmal, bevor sie im Raketenwagen nach Detroit fuhr, um den amerikanischen General Motors ihre Fabrik zu massigen Preisen anzudrehen, grosse Städtegründer gewesen sein sollen. Drei Brüder waren es, die Vorfahren der heutigen Opel, Philipp. Constantin und Adrian mit Vornamen. Gelegentlich eines Kreuzzuges wird es gewesen sein, als sie die Städte gründeten, die noch heute ihren Namen tragen: Philippopel, Constantinopel und Adrianopel. Aber dass es noch einen vierten Bruder gegeben hat, der den Vornamen «Gren» führte, das,zu entdecken blieb doch den Teilnehmern der Alpenfahrt vorbehalten, als sie bei 54 Grad Celsius dem Abendziel Gren-Oble zustrebten... Die, internationale Alpenfahrt war rund 2000 km lang. Sie war also eigentlich auch eine 2000-km-Fahrt! Nur mit dem ganzklei^ nen, unbedeutenden Unterschied, dass man für sein 2000-km-Pensum nicht 30 Stunden, sondern fünf Tage zur Verfügung hatte. Es waren auch viele der alten 2000-km-Fahrer bei den neuen 2000-km-Fahrern! Zum Beispiel auch der Graf Lurani aus- Milano,* der einzige Ausländer bei der deutschen. 2000- km-Fahrt, der seinen Ailfa Romeo in Baden- Baden zum Sieg führte. Wie das kam, hat mir ganz vertraulich der Küchenchef vom Hollandhotel in Baden-Baden erzählt. Der Graf hatte sich z. BI eine Thermos-FIasche mitgebracht, die eigentlich ein Thermos-«Kasten» genannt werden musste, denn es waren 3 (!) Flaschen darin, jede Flasche mit einem Glasröhrchen versehen, mündend indrei Gummischläuche mit einem gemeinsamen Mundstück. Die erste Flasche enthielt Kaffee, die zweite Tee, die dritte Milch. Durch' wechselweises Zudrücken ejnes Gummischlauches konnte man während des Saugehs ganz-nach Belieben mischen: Kaffee mit Milch, Tee 1 mit Sommerträume Noch ruht ein Schein des Abendlichts auf unserem grünen Haas, Die Kühe Weiden noch am Hang. Die Bäume atmen aus.. Ein Schnitter in der Grummetmahd klopft seinen Sensenstahl, und von den Kuppen rauscht das Laub in Wellen bis ins Tal. Bald ist der Abendstern erwacht, bald wird das Dunkel wehn, und aus dem Schweigen Gottes wird der Schlaf durchs Bergland gehn. Er sät mit breiter, warmer Hand der Träume Samen aus. Durchs offne Fenster fliegt das. Körn auch in das grüne Haus. In welchem Herzen findet es zu kurzer Blüte Raum ? Ob es erkeimt, obs uns verschreckt — wir selber Wissens kaum. Denn wie der Schlaf es ausgesät ins tiefe Herz hinein, so sammelt er im Morgenwind die reifen Träume ein. Mit lichtverletzten Augen stehn wir in der frühen Stund' und finden nichts und tasten viel, als lag es in der Rund. Doch draussen klingt der Sensenstein. In Chören ruft der Tag. ins kühle, wache Wasser stürzend weckt uns jäh sein Schlag! Milch oder Tee mit — Kaffee. Diese Batterie war einmal in Warm, einmal in Kalt da, je 6 Liter Inhalt. Sodann gab es die gleiche, Einrichtung, gefüllt mit Wermut. Burgunder und Selterwasser, diese Batterie jedoch nur in Kalt, nicht in Warm! Ein Thermosbehäilter enthielt gebackene und zerlegte Hähnchen warm, ein anderer kalt auf Eis.! Ausgebreitet und in Verbindung mit : Obst al-, ler Arten, belegten und unbelegten Broten, Schokolade und einer Auswahl anderer Nahrungs- und Genussmittel betrachtet, schien es die Verpflegung einer kriegsstarken Kompagnie Soldaten zu sein! Das alles hat der Graf Lurahi aufgegessen, gemeinsam mit seinem Beifahrer, in 21 Stunden, pausenlos! Bei der Alpenfahrt ist er nicht am Start erschie-, nen. Ohife Entschuldigung! Meine Diagnose:, verdorbener Magen! Aber die schönste Geschichte ist doch die von St. Moritz, dem zweiten Etappenort der internationalen Alpenfahrt,, und wie der Name St: Moritz entstanden ist! Es kommt ein Mönch, ein entzückendes junges Mädchen, ein Badeufer des St-Moritzer Sees und ein himmlisches Wunder darin vor. Aber die «Automobil-Revue» hat befohlen: kurz fassen! Also muss ich diese Geschichte wohl ein andermal erzählen. Aber nicht an dieser Stelle, denn die «Automobil-Revue» ist eine seriöse Zeitung, und da ist für solche Geschichten kein Raum! ' Hoe. V Die geheimnisvolle Seele der Geige erzielte einen Preis von 16 000 Frankea An- Instrumentenbauer spüren dem Holz Wieder glaubt ein Geigenbauer, das Ge-derheimnis des Geigentons alter Meistergeigen entdeckt zu haben. Diesmal ist es ein gewisser Norbelle. Wie der Italiener Zanieri, der erst vor kurzem seine von ihm gebauten Geigen mit der in Genua aufbewahrten) Lieblingsgeige Paganinis vergleichen Hess, so schwört auch Norbelle auf einen geheimnisvollen Lack, der den Ton veredlen und jeder gutgebauten Geige die Seele einer Meistergeige geben soll. Es muss allerdings festgestellt werden, dass in den letzten Jahren viele ähnliche Entdeckungen gemacht wurden, die sich nachher als trügerisch erwiesen haben. Ein bewunderungswürdiger Idealismus beherrscht die Gilde der Instramentenmacher. In einer Zeit, wo die Technokraten am Werk sind, die Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C.8. in gt. Park, mit eig. Strand, Tennis, Golf, Garage. Zimmer v. Fr. 3.50, Pens. Fr. 12.- an. Günstige Pauschal- n. Weekendarrangements. Prospekte in allen Verkehrs, u. Reisebüros. Telephon 21.14. Heimelige Familienpension. 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Nach dem Lack soll es der sogenannte « goldene Schnitt» ,sein, der alle Rätsel zu lösen vermag, und der jeden Geigenbauer, der sich auf ihn versteht, zur Meisterschaft eines Stradivari oder Amati verhelfen soll. Der Senior der deutschen Geigenbauer, Max Möckel, glaubt, die richtige Anwendung des goldenen Schnittes gefunden zu haben- Es handelt sich um eine Formel, die alle Dimensionen anzeigt. Möckel baut seine Geigen nach einer alten Zargenform, die angeblich vom Meister Bertolotti (Gasparo das Salo) stammt. Und der Effekt dieser Arbeit: Seine Geigen sollen nach übereinstimmenden Urteilen in der Fülle und Schönheit des Tones den alten italienischen Geigen nicht nachstehen. Nach ähnlichen Prinzipien haben übrigens der in Salzburg geborene Geigenbauer David Tecchler, einer der bedeutendsten Meister der Florentiner Schule, ferner der Wiener Meister Achatius Stadelmann, gestorben, 1744, und der Stuttgarter Nikolas Lupot ge-< baut. Ihre Instrumente beseelt zwar nicht der wundervolle Ton einer Stradivari, aber wie geschätzt ihre Instrumente sind, zeigen schon die Preise, die dafür bezahlt werden. Eine Tecchler-Geige wurde im Jahre 1924 um 12000 Franken gekauft und ein Instrument des Meisters Lupot, den man in Frankreich als den französischen Stradivari bezeichnet, nach, und bekannt ist, dass man dem unglücklichen Tiroler Meister Jakob Stainer nachsagt, seine besten Geigen hätte er aus dem Holz alter Betstühle gebaut. Ein anderes Geheimnis will ein Priester in Bayern entdeckt haben. Nach jahrelangen Studien und Untersuchungen will er bei allen Geigen der alten Meisterschulen gewisse, unter dem Lack verborgene Geheimzeichen gefunden haben. Diese Angaben werden jetzt wissenschaftlich überprüft. Bekanntlich sind die angeklebten Firmenzettel keineswegs verlässlich, und Hunderte von Geigen, die die Signaturen eines Stradivaris oder eines Amatis tragen, können ebensogut von einem Schüler ihrer Schulert oder von einem namenlosen Geigenbauer stammen, dem man soviel Meisterschaft nicht zugemutet hätte. Drei Tage Arrest — wegen langsamem Fahren. Es gibt einen gern zitierten Spruch, nach dem alles in der Welt schon einmal dagewesen sein soll, — die Bestrafung eines Autofahrers mit Gefängnis wegen zu langsamem Fahren blieb aber nun doch unserem geschwindlebenden Zeitalter vorbehalten! Wurde da eines Tages in Wien ein Automobilist ertappt, wie er gemächlich mit seinem Wagen durch die Häupfsträssen der- Stadt zuckelte. Die Polizeistrafabteilung verdonnerte den Lenker wegen dieser Todsünde zu sage und schreibe drei Tagen Arrest, mjt der Begründung, er wäre nicht so rasch gefahren, als es die Verkehrsverhältnisse und die Verkehrsvorschriften gestattet hätten. Der verdutzte Autofahrer appellierte voller Entrüstung gegen dieses Urteil und machte geltend, dass sein Wagen einen momentanen geringen Defekt gehabt hätte. Doch auch die Appellation wurde als unbegründet abgewiesen. Der Fahrer habe, so lautete der Spruch der weisen Richter, die Verpflichtung, ohne Umwege und mit entsprechender Raschheit durch ein stark benutztes Verkehrsgebiet zu fahren, gröblich missachtet und den dort bestehenden Verkehrsvorschriften nicht nachgelebt. So kam es, dass der gute Mann wegen langsamem Fahren tatsächlich drei Tage brummen musste. Wie lange, so muss man angesichts solchen Urteils fragen, wird es in unserer rasenden Zeit noch dauern, bis längs den Landstrassen nicht mehr die Tafeln «Langsam fahren», sondern die Aufschriften «Schnell fahren» zu sehen sind? bo. Napoleons Locke der Stadt Bologna zuerkannt. Eine Locke Napoleons I., die die einzige vorhandene sein soll und um deren Besitzrecht seit sieben Jahren ein heisser Kampf vor den Gerichten von Bologna und Turin geführt wurde, ist jetzt der Stadtverwaltung von Bologna zugesprochen worden. Die kleine, braune Locke, die in einem Silberkästchen aufbewahrt wird, wurde im Jahre 1820 Napoleons Schwester, der Prinzessin Pauline Bonaparte übergeben. Später bekam sie eine reiche italienische Dame, Fräulein Ada Scavini. Diese starb vor sieben Jahren. Ihr Vermögen hinterliess sie der «Gesellschaft zum Schutz der Tiere» in Bologna. Die Erblasserin hatte dabei eine Ausnahme gemacht: die Stadt Turin sollte die Haarlocke als Belohnung erhalten, falls sie die Fürsorge für alle verirrten Tiere innerhalb ihres Gebietes übernehmen würde. Da dies aber sehr viel Mittel in Anspruch genommen hätte, verzichtete die Stadt Turin auf das Locken-Vermächtnis. Daraufhin erhoben einige entfernte Verwandte von Fräulein Scavini Anspruch auf die Locke Napoleons. Auch die Stadt Bologna klagte darum und hat Jetzt den Streit gewonnen. Die Locke wurde aus dem Tresor der Bank, worin sie seit dem Tode von Fräulein Scavini aufbewahrt gewesen war, herausgenommen und in das Museum der Stadt Bologna «überführt».

1933 AUTOMOBIL-REVUE 19 EDEEU? Noch wird sie in den unteren Schulklassen nicht gelehrt. Das kommt demnächst. Alle Umwälzungen und Wandlungen unseres geschwindmarschstürmendten Lebens und viele Erfahrungen der letzten Jahre legen es dringend nahe und unsere lernbegierigen Schuljungen können nicht früh genug erfahren, wie man mit Frauen umzugehen hat. Aber da zu befürchten steht, dass Don Juan, der Einzige, der Authentisches darüber weiss, für eine Kathederstellung nicht zu gewinnen ist, wird das neue Lehrfach wieder in die Hände der Gelehrten gelegt werden und sie werden aus der Frauenkunde eine Zweigwissenschaft der Histologie machen, Arthur Kahane. L der Gewebelehre, wobei unter Geweben nicht einmal die zarten Gebilde der Toilettekunst zu verstehen sind, mit denen Frauen ihre noch zarteren Gebilde bedecken oder unbedeckt lassen. Wer von den unhistologischen Geweben der Frauenkleidung viel versteht, versteht viel vom Gewebe der Frauenseele. Und doch möchte ich mich auf die Damenschneider allein nicht verlassen. Die Damenschneider wissen viel sehr viel von der Frauenseele, aber doch nicht alles. So einfach liegt die Sache nicht, dass sie nur von einer Seite zu packen wäre. Darum ist auch der Frauenkenntnis Don Juans nicht ganz zu trauen. Er kennt sie ja auch nur von einer Seite, und zwar von seiner. Vielleicht ist es gerade Don Juan, der am wenigsten von ihnen weiss. und vielleicht besteht sein ganzer Don Juanismus grade darin, dass er darauf verzichtet, mehr von ihnen zu wissen. Wer weiss. ob er nicht, wüsste er mehr von ihnen', sofort aufhörte, Don Juan zu sein ? Da doch Bewusstsein Feige aus uns.allen macht. Der raffinierteste Frauenfäller ist doch im Grunde der ihnen am meisten Verfallene. Am wenigsten wissen die Aphoristen von der Frau. Wenn einer sein Thema mit dem geflügelten Satze : « Die Frauen sind... > beginnt, kann man ihm ruhig ins Wort fallen : «Im Gegenteil. Die Frauen sind gerade das Gegenteil», und man hat immer Recht. Was immer man von den Frauen sagt, ist richtig, aber das Gegenteil ist immer noch richtiger. Es scheint, wir wissen so wenig von den Frauen, dass wir, um überhaupt etwas von ihnen sagen zu können, vom Manne sprechen müssen. Und doch sprechen wir von nichts lieber als von den Frauen. Es ist so männlich. Oder ist die Frau nur in ihrer Wirkung auf den Mann und nur aus ihrer Wirkung auf den Mann zu erkennen ? Die früheren waren stolz darauf, die heutigen lehnen es ab. Aber wenn wir sie aus ihrer Wirkungslosigkeit auf den Mann zu erkennen versuchen, wäre es auch den heutigen nicht recht. Das Leben des Mannes besteht aus einem PARKPLATZ b. BAHNHOF Die feinsten den Gaumen A bendk leider aus Baumwolle Die Baumwollstoffe sind heuer von einer derartigen Pracht, dass kaum ein führender Salon eine Kollektion herausbringt, die nicht mindestens ein halbes Dutzend fabelhafter Modelle aus diesem Material enthielte. Da sind vor allem Musseline aller Art, Organdi, der im Grunde nichts anderes ist als besonders präpariertes Baumwollmaterial, und Pique, der in seiner zartesten neuen Ausführung hinter dem feinsten matten Seidenrips um nichts zurücksteht. Jedes dieser Modehäuser setzt sich auf seine Art mit den Baumwollstoffen auseinander. Der Pariser Heim beispielsweise kombiniert weissen Pique mit schwarzem Tüll und erzielt unerhört raffinierte Efr fekte zum Unterschied von anderen, die auf Einfarbigkeit und Pastellfarben nicht verzichten wollen und mit ihren Kreationen allzusehr an Brautjungfern und jugendliche Debütantinnen erinnern. Worth bringt ein Modell aus weissem Musselin mit breiten, handgestickten Ballonärmelchen, höchst einfach, mit einem Eock, der von den Knien abwärts breiter wird, und einem tiefen, dreieckigen Ausschnitt. Ein mit hellroter Faille abgefüttertes Musselincape ist am Halse mit zwei Strassknöpfen geschlossen. Ausseror deutlicher Beliebtheit erfreut sich in Paris der sog. Erbsmusselin, ein guter, alter Freund, aus dem bei uns Kinderkleidchen und Vorhänge fürs Kinderzimmer gearbeitet werden. Vorläufig hat noch niemand die frische Lieblichkeit dieses Materials durch Kombination mit andern Stoffen verletzt, doch ist es selbstverständlich, dass Kleider aus diesem Gewebe nur für die ganz Jungen geeignet sind. Schiaparelli erreicht eine sehr pikante Note, indem sie weisse Musselinkleider mit Taffetblenden in verschiedenen Farben ansetzt. Die Londoner Haute-couture gefällt sich in dunklen Tönen für Organdi und verwendet mit grossem Erfolg Grau, Schwarz und Dunkelviolett für Toiletten aus Organdi. Norman Hartnell führt ein dunkelviolettes Organdikleid vor, dessen ganz kurze, aus kleinen Volants gearbeitete Aermelchen durch ein Armband aus Parmaveilchen abgeschlossen sind. Kragen und Glatteile aus weissem Pique, durch handgearbeitete Ajouren zu komplizierten Mustern, zusammengestellt, sind eine entzückende Ergänzung schwarzer Organditoiletten. Abendmäntel aus weissem Pique, sehr breit, mit Eiesenärmeln, werden mit kornblumenblauem, hellgrünem oder korallenrotem Taffet gefüttert und sehen, wenn auch etwas kühn und herausfordernd, sehr schön aus. Musselin und Pique" werden übrigens sehr häufig zur Herstellung von Blüten verwendet, mit denen die Abendtoiletten geschmückt werden. Meist ausserordentlich schick und phantastisch gearbeitete Eiesenblüten, deren Blätterwald kaskaan KOche and Keller. Separates LOKAL für Gesellschaften und Konferenzen etc. heimeliges Cafe, Tea- Roptn. Telephon 339. Gebr. Witzln durststillenden, nicht reizenden In den 130 Filialen des Kaffee - Spezlal - Geschäftes Frauenkunde Beste Bedienung Für A.C.S.-Damen Sommer-Bonbons als angenehme Begleiter auf fluto-Touren „MERK U R" EP/Jft Etwas, in dem er sein eigentliches Leben sieht, und einem andern Etwas, das sein wirkliches Leben ist. Das eigentliche konzediert sie ihm mit einem unsichtbar skeptischen Lächeln, das wirkliche nimmt sie m ihre kleinen aber souveränen Hände. Käme der Mann je zu seinem eigentlichen Leben, wenn die Frau nicht die Wirklichkeiten des Lebens verstünde ? Denen sie, scheinbar abhängiger, in Wirklichkeit nur souveräner gegenübersteht. Allen kleinen Hemmungen und Widerständen des Lebens ist die Frau besser gewachsen als der Mann. Ist sie darum kleiner, kleinlicher ? Sie ist nur klüger und kennt ihre Waffen besser. Sie ist im Grunde kriegerischer, der Mann friedfertiger.. Sie parzelliert'sich das Leben, um besser, damit fertig zu werden. Wenn's aber darauf ankommt, mit der Wirklichkeit des Lebens wirklich fertig zu werden, als Totalität fertig zu werden, ist wieder der Mann der Geschicktere. Mann und Frau sind so verschieden von einander, dass immer eins das ist, was- das andere eben nicht ist, und eins das hat, was dem andern fehlt. Undl das ist gut so und wird wohl auch so bleiben, trotz allen Umwälzungen und Wandlungen unserer schnellebigen Zeit. Die Frau lebt unprogrammatisch, von Fall zu Fall (honni soit qui mal y pense !) und ihr Leben besteht aus Augenblicken, denen sie sich hingibt. Das hat sie vor dem Mann voraus. Der Mann hat vor der Frau voraus, dass er in jedem Augenblicke zugleich in seinem Ganzen lebt. Darum ist ihm der Augenblick ein Ganzes, während zum Augenblick der Frau auch ein Vorher und ein Nachher gehört, das sie auch in der grössten Hingegebenheit nicht vergisst. Jeder Augenblick des Mannes bestätigt sein Ganzes, jeder Augenblick der Frau dementiert den vorhergehenden. Und doch hat das Ganze des Mannes die Mannigfaltigkeit der grossen Welt und das Ganze der Frau die Geschlossenheit einer kleinen Welt. Was immer man von der Frau zu wissen glaubt, wird zum Paradox. " Liegt das daran, dass nur der Mann in Paradoxen denkt, oder daran, dass die Frau nur in Paradoxen lebt. Der Mann denkt so logisch, dass er den Widerspruch zweier entgegengesetzter Wahrheiten als ein Paradox empfindet, das er auflösen muss. Die Frau denkt so real, dass sie zwei entgegengesetzte Wahrheiten als ein Nebeneinander von Gegebenheiten hinnimmt, ohne ihren Widerspruch zu empfinden. Der Mann denkt um des Denkens willen, die Frau einem Resultat zuliebe. Der Mann erlebt die Welt und dfe Frau, erlebt die Welt mit der Frau, neben der sind gute Kunden! Frau, gegen die Frau.; die Frau erlebt die Welt durch den Mann. Wenn der Mann die Frau erlebt fängt er an, die Welt zu erleben, wenn die Frau den Mann erlebt, braucht sie die Welt nicht mehr zu erleben. Ist es wahr, dass der Mann polygam, die Frau monogam sei? Wahr ist. dass auch die Frau nur den einen Mann in allen Männern liebt. "Wie fesselt man einen Mann? Durch die Freiheit. Wie fesselt man eine Frau? Durch die Gebundenheit. Wie entfesselt man eine Frau? Durch die Gebundenheit. Der Mann wirbt, die Frau wählt. Die Frau wählt, aber ohne Wahl. Es ist nichts leichter, als einen Mann zu fangen, ob er will oder nicht. Es ist die Herzenshöflichkeit der Frau, im Manne den Glauben zu erwecken, dass ihre ganze Kunst dazu notwendig war, ihn zu fangen. Die Frau braucht nicht erst gefangen zu werden, sie will. Es ist die Herzensklughett der Frau, den Mann bei dem Glauben zu lassen, dass seine ganze Kunst dazu notwendig war, sie zu fangen. Den meisten Männern schwebt, da sie doch Idealisten sind, ein bestimmter Frauentypus als Ideal vor, aber wenn sie lieben, wird es dann doch immer eine andere. Seinen Typus braucht man nicht zu lieben, man hat ihn doch ohnehin. Und er verspricht den Reiz der Ueberraschung nicht, der bei der Liebe des Mannes nie ganz fehlen darf. Die Frauen sind auch darin viel weniger idealistisch und viel unprogrammatischer. Sie lieben einen Mann, weil er ihr Typ ist oder weil er ihr Typ nicht ist. Der Mann bläst Fanfare, die Frau Cha-' made. Es fragt sich nur, wer der wirkliche Sieger ist. Für den Mann ist (eingestandener) Zweck, was für die Frau nur Mittel zum Zweck und Symbol der Uebergabe ist. Aber schliesslich lässt man sich (uneingestanden) auch ein angenehmes Mittel nicht ungern gefallen. Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen, was in der Bilanz einer Liebe zunächst als positiver Faktor anzusetzen ist. Später wird's leider manchmal anders. Es gehört zu den Paradoxien des Geschlechtsphänomens, dass viele Eigenschaften, die als weiblich gelten, untrügliche Kennzeichen der echten Männlichkeit sind: Takt, Rücksicht, Zartgefühl, Schamhaftigkeit, Diskretion. Während die sogenannten männlichen Eigenschaften des Tatmenschen: dem Leben Gewachsensein, Wirklichkeitssinn, Energie, Zielbewusstsein, Zähigkeit, Errechnung der Gegebenheiten, sich Abfinden mit Notwendigkeiten, Anpassung an die Zeit, Sinn für das Erreichbare das schwache Geschlecht zieren. So ist die Frau auch in der Liebe eine Führernatur : nur dass sie es versteht, zu führen und dabei den Schein zu wahren, als ob sie sich führen Hesse. • Wer ist der Naivere? Der intellektuelle Mann oder die raffinierte Frau ? Im Grunde sind sie es nämlich Beide : der Mann, der immer etwas vom guten Jungen behält, der sich führen lässt. und die Frau, die noch im äussersten Raffinement dem Leben und der Liebe mit einer unvoreingenommenen Unbefangenheit gegenübersteht. (Schluss folgt.) Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Wasserauen Bahnhofbuffet Ia. Butterküche. - Leb. Bachforellen. Gute u. billige Mittagessen. — Garage. — Autopark. Tel. 8.55. E. Manser-Dörig, Inh. "t Hotel Hecht «* Erstes Haus am Platze. Rendezvous der Automobilisten* Neu renoviert. Feine Butterküche. Grillspezialitaten. Grosse neue Garage. F. Casanova-Wild. 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