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E_1934_Zeitung_Nr.021

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20 AUTOMOBIL-REVUE

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Obwohl zu jener Zeit — es sind nunmehr 8V 2 Jahre seither — der Versand eher mit einer Pferde-Alpenpost verglichen werden darf, im Verhältnis zu den heutigen Leistungen der Flugpost, freut es mich, feststellen zu dürfen, dass ich schon in den ersten Jahren erhebliche Fortschritte in der Ablieferung meiner Ware erreichen konnte. 1 Heute besitze ich das grösste Lager für alle Ersatzteile italienischer Automobile in der Schweiz; ich achte besonders auf fehlerfreie, gut passende Ware und rasche Bedienung. Dadurch habe ich das Vertrauen meiner sehr grossen Kundschaft in der ganzen Schweiz erworben. Ich bin ihr dafür erkenntlich und werde, wie bis dahin, ausser den erwähnten Vorteilen auch die sehr massigen Preise beibehalten. A. SEMPREBON ZÜRICH KANZLEISTR. 122 • TEL. 37.492 LAUSANNE TEL. 32.O0

Bern, Freitag, 16. März 1934 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 21 Gottlieb Daimler Erfinder, musste auch Gottlieb Daimler erst hart um die Anerkennung seiner Erfindung ringen. Gottlieb Daimler und sein getreuer Freund Wilhelm Maybach wurden sogar eines Nachts, als sie in ihrer kleinen Cannstatter Versuchswerkstatt hinter verhängten Fenstern am ersten Automobilmotor der Welt arbeiteten, von der Polizei überrascht, weil man in ihrem geheimnisvollen Treiben Falschmünzerei vermutete! Zuerst galt das Auto als Unsinn, als Hexenwerk der Neuzeit. Erst als es vor allem auch von Frankreich aus propagiert wurde, da war es, um im Stile der damaligen Zeit zu sprechen, auf einmal «totchic»; nun gehörte es zum guten Ton, eine «Motorkutsche» zu haben. Das Auto war zunächst tatsächlich nichts anderes als eine der üblichen Pferdekutschen ohne Deichsel, in die der noch recht unförmige Motor eingebaut wurde. Erst um die Jahrhundertwende streifte es diese Aehnlichkeit mit dem Fuhrwerk ab und gewann allmählich ein eigenes Aussehen, um von da ab in rascher Entwicklung zum richtigen Motorfahrzeug zu werden. Heute können wir uns kaum noch vorstellen, was es zu jener Zeit bedeutete, «nur» den Automotor zu erfinden, also einen schnelllaufenden Verbrennungsmotor, der leicht genug war, um in ein Fahrzeug eingebaut werden zu können und doch auch stark genug, um es rascher als mit Pferden vorwärts zu bewegen. Schon um die Wende des 18. Jahrhunderts arbeiteten Ingenieure und Sportleute in Frankreich am selbstfahrenden Wagen. Alles hat man versucht; besonders Dampffahrzeuge wurden mit grosser Zuversicht gebaut; jedesmal wurde man aufs neue enttäuscht und kehrte wieder reumütig zum Hafermotor zurück. Noch als man durch die deutsche Erfindung des ortsfesten Gasmotors bereits einen motorischen Antrieb von offensicht- Zum 100, Geburtstag am 17. März 1934. Amerika rühmte sich, freilich zur Zeit der jetzt auch dort entschwundenen «Prosperity», dass drüben jeder Arbeiter sein eigenes Auto habe. In allen Weltteilen, selbst in den entferntesten Gebieten der Erde, fahren Gelbe, Schwarze und Rothäute mit der gleichen Selbstverständlichkeit im Omnibus oder Personenwagen, wie wir im alten Europa. Ueberall laufen Automobile, Motorräder und Lastwagen. Millionen von Arbeitern, Ingenieuren und Angestellten finden ihren Lebensunterhalt in der Motorfahrzeug- und Zubehörindustrie. Sie alle verdanken ihr Brot der geistigen Schöpferkraft und der handwerklichen Tüchtigkeit eines einzigen Mannes, des württembergischen Büchsenmachers und spä- lichem Wert besas's, mühte man sich mit dem teren Ingenieurs Gottlieb Daimler aus demDampfwagen ab und kam doch nicht weiter. kleinen Remstalstädtchen Schorndorf, dessen Erst Gottlieb Daimler fand die richtige Geburtstag sich am 17. März dieses Jahres Lösung! Er war gelernter Büchsenmacher, zum hundertsten Mal'jährt. also an sorgfältigste Arbeit gewöhnt. An der Das Auto und sein Motor, der erst den Polytechnischen Schule zu Stuttgart, der heutigen Technischen Hochschule, hatte er sich, «Selbstfahrer» ermöglichte, waren nicht — wie so häufig in der Geschichte grosse Erfindungen — Zufallsentdeckungen. Beide und und Ausland, theoretisches Wissen angeeig- nach weiterer praktischer Ausbildung im In- all die vielen konstruktiven Einzelheiten sind net. Zehn Jahre lang war er dann technischer vielmehr mühsam errungene Früchte einer Leiter der Deutz'scher Gasmotorenfabrik, der planvollen schöpferischen Arbeit, die sich mit er zu Weltruf verhalf. Dort kam er auf den handwerklicher Erfahrung paarte. In unendlich mühevoller Kleinarbeit mussste das schon motor in eine kleine, leichte Kraftquelle zu Gedanken, den ortsfesten, schweren Gas- Beginn der eigentlichen Erfindertätigkeit verwandeln und in die verschiedenartigsten Klar erkannte Ziel schrittweise erreicht werden. Als man endlich so weit war, begann So begann er 1882 in seiner Heimat, und Gefährte einzubauen. ein neuer, schwerer Kampf. Wie viele andere zwar in Cannstatt, eine kleine Versuchs-, F E U I L L E T O N 3. '^^•••••'^•^•••^••^••••^••^^^••••^•••i In dumpfer Oede schleppten sich die Tage, nin oiuino M/ahrhoit unc^ das einzige, das ihn aufrichtete, waren uie ewige wanrneiT. ihre Worte> die ihm immer wieder in den Roman von Oskar Sonnlechner. Ohren klangen: «Ich freue mich auf das (ll. Fortsetzung) nächste Mal.» «Vielleicht... vielleicht... heute in einer Als sie sich an dem verabredeten Tage Woche. Am besten um die gleiche Zeit wie trafen, Jul in lachender Fröhlichkeit, sie in heute.» ihrer ruhigen, beherrschten Aeusserlichkeit, «Geht es nicht früher, gnädige Frau? Et- da schmiedeten sie zuerst, auf seine Anrewas früher?» Sie schüttelte den Kopf, ohne gung, einen grossen Kriegsplan für ihre ihn anzusehen. «Es geht nicht. Leben Sie kommende Arbeit. Wie sie es nannte. Er wohl. Keinesfalls begleiten Sie mich nach lud sie ein, auf einer Bank in einer Park- werkstätte einzurichten. Schon nach einem Jahr hatte er dort die Lösung gefunden. Seine Erfindung der Glührohr Zündung ermöglichte es, den Motor viel rascher laufen zu lassen und ihn so bei kleineren Abmessungen leichter und leistungsfähiger zu gestalten. Dazu kamen natürlich auch noch verschiedene andere wichtige Dinge. Kurzum, dieser am 16. Dezember 1883 durch ein Patent geschützte Motor war der erste Automobilmotor der Welt, wenn ihn Daimler auch zuerst in ein Fahrrad einbaute. Diese «Fahrmaschine» lief zum erstenmal am 10. November 1885 durch die nächtlichen Strassen Cannstatts. Dann wurde derselbe Motor erfolgreich in ein Boot und 1886 in eine vierrädrige Kutsche eingebaut. Der Motor von nur VA Pferdestärken verlieh dem unförmigen Kutschwagen bereits eine Geschwindigkeit von 18 km/St. Das war für Daimler selbst, erst recht aber für die ahnungslosen Fussgänger eine geradezu phantastisch erscheinende Geschwindigkeit. Bald folgte der Bau einer Schienenmotorbahn und der Einbau in einen Eisenbahnwagen, der als erster Motortriebwagen der Welt wirklich gut lief. Die nachfolgenden marokkanischen Erlebnisse — es werden gelegentlich noch zwei weitere folgen — stammen au« der Feder eines Schweizers, der jahrelang im tiefsten Innern dieses Landes lebte. Der gleiche sympathische Mann, der hier von den ergötzlichsten Abenteuern erzählt, ist vielen Lesern bereits persönlich begegnet: heute fährt er als T. C. S.-Agent durch unser Land. Die Red. Nicht immer ist es ein besonderes Vergnügen, mit dem Auto den Kunden nachgehen zu müssen. Jedenfalls musste ich das während der Regenzeit in Marokko zur Ge>» nüge erfahren. Und das kam so.. • In- Kenitra, einer kleinen Stadt im nördlichen Marokko, stand ich im Dienst einer grossen Importfirma für Automobile und Traktoren. Ich hatte im Umkreis von 150 km die Farmer auf ihren oft weitabgelegenen Höfen zu besuchen. Im Sommer ist dies mehr oder weniger ein Vergnügen; während der Regenzeit aber sieht die Geschichte doch anders aus. Es war an einem Montagmorgen. Der sintflutartige Regen, welcher seit einer Woche den nördlichen Teil von Französisch-Marokko einweichte, hatte in der letzten Nacht aufgehört. Es war beinahe unmöglich, über Land zu fahren, da der Regen den Boden überall die Schatten des sinkenden Abends gespensterhaft durch das Zimmer krochen. Zuerst würden sie die Sehenswürdigkeiten des Stadtbildes zu Ende besichtigen. Darüber würde wohl der Winter vergehen, dem sie sich nicht zu sehr auszusetzen wage, denn sie sei das Klima nicht gewöhnt. Er möge bedenken, sie habe einen richtigen Schneewinter noch nie mitgemacht. Sie freue sich schon darauf. Wenn dann im Frühjahr das grosse Erwachen komme, sie hoffe, um diese Zeit noch .hier zu sein, dann wolle sie hinaus in die grünenden Auen und Wälder, die die Stadt wie ein Kranz umschliessen. Hause, ich bin nicht so unselbständig. Aber anläge Platz zu nehmen, um alles mit ihr Aber Berge besteigen? Sie lachte. Vielleicht zum Abschied bin ich Ihnen grossen Dank zu besprechen. Da sassen sie nun undeinen oder den anderen Hügel vor den Toren der Stadt, mehr sicherlich nicht... sie schuldig und sage Ihnen, ich freue mich auf schwätzten und schwätzten, und als die das nächste Mal.» Sie hob den Kopf und sah Stunde des Abschiednehmens schlug, da schüttelte den Kopf. ihm durch die halbgeschlossenen Lider in merkten sie lachend, dass sie die Zeit verdie Augen. bummelt und nichts gesehen hatten. Aber chen. Zum Schlüsse musste er sie noch in So hatten sie alles für die Zukunft bespro- «Auf Wiedersehen!» Und verschwand in sie waren sich einig, dass ihnen nichts dader Menge vonlief. Sie hatten sich so in den Eifer hin- ihr so am Herzen lagen. ihren musikalischen Wünschen beraten, die Wie betäubt folgten ihr seine suchenden eingeredet. Aber er bestand darauf, dass sie Auch musste er ihr versprechen, ihr einen Blicke. Wie geistesabwesend stolperte er das Versäumte schon morgen nachholen, Klavierlehrer zu versorgen. Als Lehrmeister seines Weges, unbewusst rannte er einen al- nicht erst vielleicht in einer Woche. Dann brauche er nichts zu verstehen, das sei ihr Noch weiter sah Daimler voraus; er baute eine Motorfeuerspritze, die auf dem Deutschen Feuerwehrtag in Hannover im Jahre 1888 ungeheures Aufsehen erregte. Trotz allem ging aber die Sache geschäftlich nicht vorwärts. Nur die Franzosen erkannten den Wert dieser Erfindungen und erwarben die Bauerlaubnis. Mit der Gründung der Daimler-Motoren-Gesellschaft im Jahre 1890 kam dann zu dem Erfinder und Techniker der Kaufmann und damit allmählich auch der geschäftliche Erfolg. Als bald darauf, beim ersten internationalen Strassenrennen von Paris nach Rouen, der sechspferdige Daimler-Wagen alle anderen Strassenfahrzeuge ganz überlegen besiegte, war endlich das Eis gebrochen. Von da ab begann der unerhörte Siegeszug des Automobils. Die Daimler- und später die Mercedes-Werke erlebten als älteste Automobilfabrik der Welt einen gewaltigen Aufschwung. Daimler schuf mit seiner genialen Erfindung die Grundlage zu einer riesigen Weltindustrie in allen Erdteilen. Der Name des grossen Konstrukteurs bleibt für immer mit dem Automobil verbunden. aufgeweicht hatte und die tiefgelegenen Pisten *) unter Wasser standen. Ich hatte meinen alten Wagen gerade in der Kur, denn die letzten Wochen hatten ihn sehr stark mitgenommen. Er sah wahrhaft jämmerlich aus und trug von der Windschutzscheibe bis an die Räder einen gleichmässigen «Besenwurf» auf sich. Ja, meine Kutsche, die ohnehin an Altersschwäche litt, war durch die jahrelange, harte Beanspruchung derart mitgenommen, dass sie jetzt in diesem Zustand nur noch wie ein Wrack aussah. Die Kotflügel waren überall verbeult und eingedrückt, die Motorhaube konnte nur noch mit einem Lederriemen festgehalten werden, die zwei Vorderräder waren von einem markenfremden Genossen gepumpt, dieStossstangen hatten die Form eines Fragezeichens — armer Wagen! Das einzige Gute daran war der 12-PS-Motor, welcher mich, dank seiner guten Pflege, bis dahin durch dick und Menschen ausfindig gemacht, Meisterschule am Konservatorium. Einen Kerl, der die längsten Haare und den kürzesten Verstand hatte, dem der Hunger aus den Augen sah. Aber spielen konnte er. Er selbst hatte ihn geprüft. Mondscheinsonate. Fabelhaft! Butterfly, Kirschenbaumszene. Noch fabelhafter! Mozart, Phantasie in A-Dur. Am fabelhaftesten ! Begeistert nahmen Enid van der Witte und Jul ihre Wanderungen auf. Sie begannen einmal, in der Woche, aber sehr bald wurden die Zwischenräume kürzer, bald trafen sie sich an zwei Tagen der Woche, dann an drei Tagen, und gar bald gab es kaum einen Tag, an dem sie sich nicht zu finden wussten. Die ersten Winterstürme jagten durch die Strassen und trieben die letzten, verwelkten Blätter im Wirbeltanz vor sich her. Und eines Morgens erwachte die Stadt im weissen Winterkleide. Gerade an diesem Tage hatten sie sich nicht verabredet. Da rief sie ihn freudig schon des Morgens an... er müsse ihr heute zu ihrem ersten Winterspaziergang Gesellschaft leisten... ausnahmsweise dürfe er sie vom Hause abho- Nebensache. Sie wisse, sie werde es nie zu ten Herrn an, hörte mit halbem Ohr etwas einigten sie sich auf übermorgen, etwas bringen. Aber ihre lieben Hauskonzerte wolle sie fortsetzen. Mit einem glücklichen Lächeln eilte sie len... von jungen Leuten, die einen anständigen Zu Hause angekommen, legte sich Jul der Rock tragen und Manieren wie Hausknechte Länge nach nieder und Hess alles, was er Und tags darauf hatte er einen jungen ihm schon im Vorgarten entgegen. Sie stapf- haben, aber für den Augenblick war er für mit ihr besprochen, im Geiste an sich vor- Beieidieuneen nicht empfänglich. übergehen. Und so lag er und träumte, bis Auto-Erlebnisse in Marokko I. Die Fahrt ins Nasse. ) Ein Kamelpfad, der von Autos benutzt und nie unterhalten wird. Ver Stumpen und Zigarren raucht, schützt schweizerische Handarbeit