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E_1934_Zeitung_Nr.021

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE 1934 -N 21 Schweizerische Rundschau Osterfeiertage und Steuertermin. Au Grund der uns von kantonalen Stellen zugegangenen Mitteilungen haben wir bereits in Nr. 19 der « A.-R.» eine erste Liste von Kantonen veröffentlicht, welche mit Rücksicht darauf, dass der 1. April auf Ostern fällt, die Verkehrsausweise ab diesem Datum bereits einige Tage früher ausgeben Die Ausgabe erfolgt durchwegs ohne Steuerzuschlag, dagegen wird ein Ausweis verlangt, nach welchem feststeht, dass die Haftpflichtversicherung mit dem gleichen Tag in Kraft tritt, mit welchem des Fahrzeug in Verkehr gesetzt wird. In der Zwischenzeit sind uns aus nachstehenden Kantonen die Anordnungen für die Einlösung der Verkehrsbewilligung zugegangen : Kanton Thurgau. Die Erneuerung wird ab Donnerstag, den 29. März, vorgenommen bei rechtzeitiger Zustellung der Ausweispapiere und Einzahlung der Dreivierteljahrestaxe und sofern die obligatorische Haftpflichtversicherung ebenfalls mit diesem Tage in Kraft tritt. Die Motorfahrzeughalter werden dringend ersucht, ihre Ausweispapiere rechtzeitig zur Erneuerung der kantonalen Automobilkontrolle zuzustellen. Kanton Zürich. Fahrzeughalter, welche ihr Fahrzeug auf den 1. April in den Verkehr bringen wollen, ohne die Steuer für den Monat März bezahle"n zu müssen, werden angehalten, ab sofort und wenn immer möglich bis zum 27 März a. c. ihre Fahrzeug- und Führerausweise zu erneuern. Bei der Erneuerung sind mitzubringen oder bei Einzahlung der Gebühren (% der Jahressteuer sowie Fr. 10.— für den Motorwagen-Führerausweis oder Fr. 5.— für den Motorrad-Führerausweis) auf Postscheckrechnung VIII/1902 sind gleichzeitig einzusenden: 1. Der zu erneuernde Fahrzeugausweis sowie der Führerausweis; 2. der Haftpflichtversicherungsnachweis mit Gültigkeit ab 31. März 1934 bis 31. Januar 1935. Wer den neuen eidgenössischen Führerailsweis auf Grund des B. G. vom 15. März noch nicht besitzt, hat eine neue Passphoto abzugeben. Die erneuerten Ausweise werden dem Halter sofort wieder zugestellt. Am Samstag den 31. März können gegen Vorweisung des erneuerten Fahrzeugausweises und der Quittung für die bezahlte Steuer die Kontrollschilder auf der Motorfahrzeugkontrolle in Empfang genommen werden. Die Bureaux der Motorfahrzeugkontrolle sind am Samstag vor Ostern ausnahmsweise von 8—12 und 2—4 Uhr lediglich für die Abgabe von Kontrollschildern für bereits erneuerte Fahrzeugausweise geöffnet, andere Verrichtungen werden nicht vorgenommen. Kanton Basel-Stadt. Die Verkehrsabteilung beginnt ab 26. März mit der Abgabe der Kontrollsehilder. Dabei sind folgende reduzierte Gebühren zu entrichten: für Automobile Fr. 3.—, für Motorräder Fr. 1.50. Die Zuschlagsgebühr wird nur berechnet, wenn die Kontrollschilder vor 1. April be- ' zogen werden. Die Verkehrsabteilung bleibt auch am 1. April von 8—12 Uhr offen. Am Gründonnerstag und Ostersamstag ist das Bureau nur morgens geöffnet. Kanton Basel-Land, Die Ausweise und Kontrollschilder werden ab 29, März ausgegeben, und zwar mit einem Zuschlag von Fr. 5.— bei Automobilen bis 10 PS und von Fr. 10.— bei Wagen über 10 PS. Kanton Luzern. Die Bewilligungen werden mit Gültigkeit ab 28. März erneuert, ohne dass dadurch die Motorfahrzeughalter der Steuervergünstigung für das erste, nichtbenützte Quartal verlustig gehen. Der Vollständigkeit halber wiederholen wir, dass überall die Abgabe der Schilder erstens von der Bezahlung der Dreivierteljahressteuer, zweitens vom Abschluss einer rechtzeitig in Kraft tretenden Haftpflichtversicherung und drittens von der frühzeitigen Anmeldung zum Bezug der Verkehrsausweise abhängig gemacht wird. Bei Durchsicht der bisher publizierten Bestimmungen von etwa der Hälfte der Kantone wird man mit Befriedigung festgestellt haben, dass es sich bei der frühzeitigen Ausgabe der Verkehrsausweise um ein tatsächliches Entgegenkommen der betreffenden kantonalen Verwaltungen handelt, in dem Sinne, dass diese nicht etwa von der Bezahlung einer besonderen Gebühr abhängig gemacht wird. Einzig die beiden Basler Halbkantone konnten es sich nicht verkneifen, auch diese Gelegenheit finanziell zu missbrauchen und den Motorfahrzeughaltern eine Sondertaxe von 3 bis 10 Fr. zuzumuten. Dieses Ansinnen wird besonders im Kanton Baselland mit Recht um so mehr als eine ungesetzliche Ueberforderung der Automobilisten empfunden, als die Fahrzeughalter, welche ihren Wagen im ersten Quartal nicht benützt hatten, für diese Zeit nicht etwa vollständig steuerfrei ausgehen, sondern für diese Pause noch 15 Prozent der Quartalssteuer zu entrichten haben. Es wird hier also unerechtfertigterweise vom Staat ein Betrag eingezogen, für den absolut keinerlei Gegenwert besteht. Man hätte nun füglich erwarten dürfen, dass es bei diesem Aufschlag sein Bewenden gehabt hätte. Offenbar hat man aber die fiskalische Mentalität der betreffenden Verwaltung gewaltig unterschätzt, da sich diese nicht schämt, die Datenkollision an Ostern dazu zu benützen, um den Automobilisten nochmals extra 5 oder 10 Fr. abzuknöpfen. Die Basellandschäftler scheinen offenbar keinen grossen Wert auf den Osterreiseverkehr zu legen, und man sollte aus Solidarität mit den dortigen Kollegen ostentativ von einer Einbeziehung baslerischen Gebietes in den Osterausflug absehen,, ,^ß Von der Alpenstrassenlnitiative. Der Erfolg dieser Initiative nimmt immer deutlichere Formen an, indem sich, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, die Zahl der Unterschriften sich langsam aber stetig der Hunderttausend-Grenze nähert. Es ist dies um so erfreulicher, als den Initianten nur ganz unbedeutende Mittel zur Verfügung standen, so dass sich die Propaganda in sehr bescheidenem Rahmen abspielen musste. Wie in der letzten Ausgabe mitgeteilt, ha sich der Bundesrat und das Departement des Innern im besondern mit der Angelegenheit bereits zum voraus befasst. Den äusseren Anlass mag die Behandlung der Motion Pfister gegeben haben, da es nahe liegt, bei der Aufstellung eines eidgenössischen Arbeitsbeschaffungsprogrammes auch den Ausbau der Strassen, der ja zu einem grossen Teil als Notstandsarbeit erfolgen wird, miteinzubeziehen. Das Departement hat schon verschiedentlich die Gelegenheit wahrgenommen, sowohl mit Vertretern der kantonalen Baudirektorenkonferenz als auch der Vereinigung der Strassenfachmänner und den leitenden Persönlichkeiten der Verkehrsliga Fühlung zu nehmen. Die für die Behandlung der Initiative massgebenden Instanzen haben sich der Notwendigkeit eines Ausbaues der Alpenrouten und ihrer Zufahrtsstrassen erfreulicherweise nicht verschlossen und es ist anzunehmen, dass die Initiative in empfehlendem Sinne vom Bundesrat weiterbehandelt wird. Allerdings scheinen die Meinungen in bezug auf die finanziellen Leistungen der Eidgenossenschaft und die Aufbringung der hiefür notwendigen Mittel noch sehr weit auseinanderzugehen. Wir hatten bereits Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass sogar die Möglichkeit einer Erhöhung des Benzinzolles in den Kreis der Betrachtungen gezogen wird. Dabei sei aber gleich bemerkt, dass hier die Rechnung ohne den Wirt gemacht wurde und der praktische Erfolg der ganzen Alpenstrassen-Initiative vollständig in Frage gestellt würde, wenn eine Verkuppelung dieser Materie mit irgendwelchen fiskalischen Gelüsten erfolgen sollte. Einer weiteren Erhöhung des Benzinzolles würden sich nicht nur die Motorfahrzeughalter, sondern weite Kreise der Wirtschaft und des Gewerbes, welche an einem billigen Strassenverkehr alles Interesse haben, mit geschlossener Energie widersetzen. Bundesrat und Parlament können sich aber in der heutigen Situation wohl kaum weitere Nieten leisten! ß Pevsonel »s Der Rücktritt von Herr Bundesrat Dr. Häberlin hat in automobilistischen Kreisen einen ebenso grossen Eindruck hervorgerufen wie in den verschiedenen politischen Lagern. Als Chef des eidg. Justiz- und Polizeidepartements hat er sich auch um das schweizerische Automobilwesen verdient gemacht, indem wir ihm die Vereinheitlichung des Verkehrsrechtes und seine Zusammenfassung im eidg. Automobilgesetz zu verdanken haben. Der erste Entwurf aus dem Jahre 1927 hat zwar bekanntlich den Beifall der Verkehrsinteressenten nicht gefunden und hielt auch vor dem Souverän nicht stand. Herr Bundesrat Häberlin hat aus der damaligen Kritik an der Vorlage die nötigen Konsequenzen gezogen und ein neues Projekt vorgelegt, das sehr viel für sich hatte. Wenn es sich im Verlaufe der parlamentarischen Behandlung noch allerlei Korrekturen und Verschlimmbesserungen gefallen lassen musste, so ist dies gewiss nicht dem Konto des verehrten Magistraten anzukreiden. Er hat sich mit der Kraft seiner ganzen Persönlichkeit für den Entwurf eingesetzt und versucht, das Automobilgesetz allen Einflüssen zu entziehen, die mit der Materie selbst nichts zu tun hatten. Ohne uns auf das der «Automobil-Revue» durchwegs fernliegende Gebiet der Politik begeben zu wollen, bedauern auch wir die Umstände, welche Herr Bundesrat Häberlin zu seinem Rücktritt veranlasst haben. Er hat, ohne dass durch den jüngsten Volksentscheid seine Person tangiert gewesen wäre, die ihm als senkrechtem Staatsmann notwendig erschienene Konsequenz gezogen und damit eine Charakterstärke dokumentiert, die leider manchem aus seiner näheren und weiteren beruflichen Umgebung abzugehen scheint. B. Die Rückkehr von Prof. Delaquis nach der Schweiz, welche von uns kürzlich gemeldet wurde, bestätigt sich. Wie bereits mitgeteilt, wird dieser prominente Jurist seine Kennt-, nisse der Zentralverwaltung des T.C.S. zu* Verfügung stellen, wo er sich vor allem den zahlreichen Rechts- und Verwaltungsfragen widmen wird. Allerdings wird Herr Delaquis auch bereits wieder in Zusammenhang mit Kandidaturen im eidgenössischen Staatsdienst genannt, welche dort infolge verschiedener Rücktritte in den letzten Tagen besprochen wurden. 47.000 Km. 42 Landungen 27 Länder Wie anno 1927, anlässlich seiner denkwürdigen Ozean- Ueberquerung verwendete Lindbergh Mobiloil für seinen neulichen Flug, dessen regelmässiger Verlauf wiederum die Bewunderung der ganzen Welt für den glorreichen Piloten hervorgerufen hat. 47.000 Km. über Meere und Kontinente, 42 Landungen in 27 Ländern. Der unerschrockene Flieger, welcher schon anno 1927 mit gründlicher Sachkenntnis Mobiloil gewählt hatte, wusste, dass einzig dieses den Erfolg seines neuen Unternehmens sicherstellen würde : — ein Oel, das überall auf seinem Wege und ohne Vorbereitung greifbar war ; — ein Oel, dessen Beschaffenheit und vorzügliche Qualität in allen Ländern genau dieselben sind und auf dessen Zuverlässigkeit der Flieger bei allen Temperatur-und Betriebsverhältnissen rechnen konnte. Nur die Weltorganisation der Vacuum Oil Company, nur Mobiloil, konnten ihm diese Garantien bieten. Mobiloil ist wegen seiner gleichförmigen hochwertigen Qualität das bevorzugte Oel der Automobilisten aller Länder. Verlassen Sie sich auf den der Qualität

N°21 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE '•* K«ainfr«>n Ein zünftiges SchlldbürgerstUck scheint man sich, nach einer Mitteilung im « Freien Rätier», in Chur im Zusammenhang mit der Besetzung der Stelle eines zweiten Automobilexperten geleistet zu haben. Laut Ausschreibung im kantonalen Amtsblatt verlangte man von den Anwärtern automobiltechnische Fachkenntnisse und eine umfassende Fahrpraxis, um die notwendigen Kontrollen an den Fahrzeugen selbst vornehmen und diese auch gründlich ausprobieren zu können. In Anbetracht der Wichtigkeit einer fachmännischen Besetzung dieses für den Strassenverkehr so wichtigen Postens haben auch die kantonalen Verkehrsverbände in einer Eingabe an die Regierung zu der vorzunehmenden Wahl Stellung genommen. Es lag ihnen dabei vor allem daran, die Regierung von der Notwendigkeit zu überzeugen, dass nur eine hochqualifizierte Kraft für diesen Posten gerade noch gut genug sei. Die bedeutend erhöhten Anforderungen, welche der heutige Strassenverkehr an den Fahrzeugführer im besonderen stellt und die durch die Neuregelung der Geschwindigkeitsvorschriften im eidg. Automobilgesetz notwendige sorgfältige Auswahl der Fahrer, haben es den kantonalen Motorfahrzeugkontrollen überall zur Pflicht gemacht, die Bedingungen der Fahrerprüfung ganz erheblich zu steigern. Jeder verantwortungsbeWüsste Automobilist und Motorradfahrer ist mit den verschärften Prüfungsbestimmungen durchaus einverstanden, da es nicht so sehr auf die Steigerung der Quantität als vielmehr auf die Hebung der Qualität ankommt. Dies setzt aber voraus, dass die mit den Prüfungen betrauten Beamten auch tatsächlich Experten im besten Sinne des Wortes sind. Man traut nun seinen Augen kaum, wenn in dem vorerwähnten Bericht zu lesen ist, ^-ass der nunmehr gewählte Experte, welcher oereits am 1. März seine Stelle angetreten hat, nur im Besitze einer Lernfahrbewilligung des Kantons Solothurn ist, also selbst noch zu den ausgesprochenen Laien und Anfängern in. der Autofahrpraxis zählt. Woher ein solcher «Fachmann» die Kompetenz und die notwendige Autorität nimmt, um andere andere angehende Automobilisten in fahrtechnischer Hinsicht auf Herz und Nieren zu prüfen,„das,,.wissen die .Götter,,. Dem hohen Regierungsrat scheint es, als diese Tatsache bekannt wurde, selbst nicht mehr recht geheuer gewesen zu sein und bestimmte daher, dass der neue Experte sich in Zürich einer Fahrprüfung unterziehe. Das Resultat dieses hochnotpeinlichen Examens in Zürich war nun ein geradezu katastrophales, indem der neubestellte kantonal-bündnerische Automobilexperte mit Glanz durchfiel. Man muss sich allen Ernstes fragen, ob es sich bei dieser Wahl nicht um einen verfrühten, aber um so schlechteren Aprilscherz handelt. Auf alle Fälle scheint den Wahlbehörden das Verständnis für die Notwendigkeiten des modernen Strassenverkehrs vollständig abzugehen. Es braucht sich aber niemand zu verwundern, wenn auf Grund solcher Vorfälle das Ansehen der Experten ins Wanken gerät. Man kann dem entrüsteten Einsender in der bündnerischen Presse nur beipflichten, wenn er erklärt, sich oder seinen Wagen unter keinen Umständen einem derartigen Amateur für eine Prüfung zur Verfügung zu stellen. Ganz abgesehen davon, dass durch diesen Missgriff der bewährte und langjährige erste Experte des Kantons unverdienterweise selbst noch in ein schiefes Licht gerät. Wenn die obengemeldeten Missstände wirklich den Tatsachen entsprechen, Woran zu zweifeln wohl kein Grund vorhanden ist, so bleibt für die Wahlinstanz nur eine Möglichkeit, diese gründliche Blamage dadurch so rasch wie möglich aus der Welt zu schaffen, dass diese Berufung rückgängig gemacht wird und der betreffende neugebackene Beamte eine Stelle erhält, die seinen automobilistischen Erfahrungen eher entspricht. Vielleicht versucht er sein Glück einmal als Hilfsfahrer im kantonalen Wagenpark ! ß Zürcher Verkehrsgesetz. Die Liga der Verkehrsinteressenten dös Kantons Zürich hat in zwei Sitzungen zum neuen Entwurf für das Verkehrsgesetz Stellung genommen. Die verschiedenen Postulate wurden in einer Eingabe an die kantonsrätliche Kommission, die unter dem Vorsitz von Herrn Polizeivorstand Büchi, Winterthur, steht, weitergeleitet, mit dem Ersuchen, den sicherlich berechtigten Verlangen bei der Beratung des Gesetzes Folge zu geben. Hinsichtlich der Höhe der Motorfahrzeugsteuern und Gebühren wurde beantragt, eine durchgehende Herabsetzung der Ansätze um einen Drittel vorzunehmen und gleichzeitig verlangt, dass die Erträgnisse aus dem Motorfahrzeugverkehr nur für "den Bau und Unterhalt der Hauptverkehrsstrassen und der Strassen erster Klasse Verwendung finden sollen. Ueber die weitern Begehren ist an dieser Stelle bereits berichtet worden, es ist nun nur zu wünschen, dass die kantonsrätliche Kommission und das Plenum selbst so viel Einsicht gegenüber den modernen Verkehrsforderungen an den Tag legen, dass die Gesetzesvorlage auch von den Verkehrsinteressenten als annehmbar bezeichnet werden kann. Andernfalls wird man rechtzeitig die notwendigen Massnahmen für die Verwerfung des Gesetzes treffen müssen, denn es darf nicht übersehen werden, dass, wenn einmal verkehrsfeindliche oder finanziell untragbare Vorschriften im Gesetz verankert sind, eine Aenderung derselben keine leichte Sache ist. V Die Basler Wettsteinbrücke als Verkehrshindernis. Auf der vielbefahrenen Wettsteinbrücke haben sich in letzter Zeit neuerdings die Verkehrsunfälle gehäuft, so dass es verständlich ist, wenn im Grossen Rat des Kantons Baselstadt diesbezüglich eine Interpellation folgenden Inhalts eingereicht wurde: Ist der Regierungsrät angesichts der Gefährlichkeit der Fahrbahn der Wettstoinbrücke bereit, dem Grossen Rat sobald als möglich Projekt und Ausführungsbeschluss für die Verbreiterung dieser Brücke vorzulegen? In Basler Verkehrskreisen, in der Presse wie auch im Grossen Rat sind die unhaltbaren Verhältnisse auf der Wettsteinbrücke besprochen worden. Entscheidende Massnahmen wurden hingegen bis heute keine ergriffen, mit Ausnahme einer Verbreiterung der Zufahrten. In Basel wird deshalb die Meinung vertreten, dass innert kürzester Zeit durch Verbreiterung der Brücke dem Uebel. an der Wurzel beizukommen versucht werden müsse. Wie aus den jüngsten Unfällen hervorgeht, genügen die bisher ergriffenen provisorischen Massnahmen nicht vollkommen den hinsichtlich an die Verkehrssicherheit zu stellenden Anforderungen. Als Präventivmittel gegen Unfälle auf der Brückenfahrbahn sind bis heute ergriffen worden ein ständiger Plantondienst der Polizei, eine Herabsetzung der Fahrgeschwindigkeit, Verbot des Ueberholens von Fahrzeugen bei einer Geschwindigkeit von über 10 km/St, und Erhöhung der Trottoirrandsteine. Hindernd wirkt jedoch besonders die eingleisige Tramlinie, wodurch bei speziellen Anlässen auf kleinbaslerischem Gebiet (Mustermesse) auf der Brücke ein starker Verkehr einsetzt und irrVerbindung damit entstehen oft gefährliche Situationen. Bereits sollen eingehende Vorarbeiten hinsichtlich einer Brückenverbreiterung abgeschlossen sein, die sich auf Belastungsproben, statische Untersuchung über Tragfähigkeit der Fundamente und Brückenpfeiler bezogen haben. Fundamente und Brückenpfeiler sollen die Last für eine Verbreiterung der Brücke in dem Sinne ohne Verstärkung aufnehmen können, dass die jetzige ganze Brückenbreite als Fahrbahn benutzt Werden könnte und die beidseitigen Trottoirs über das heutige Profil hinausverlegt würden inkl. der dadurch entstehenden Mehrbelastung durch zusätzlichen Verkehr. Aku4