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E_1934_Zeitung_Nr.040

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - IG $ür Automobile $ür HTotorräuct Der Zweck wird entscheiden. Zürich: Bern: Basel: Lausanne: Geneve: Winterthur: Luzern: Brugg: Solothurn: welches der prachtvollen OOOGE-Modelle 1934 Sis wählen werden. Je nach seiner Bestimmung wird's ein Sedan, Brougham, Coach oder Cabriolet sein. Die 2-, 4- und 6-plätzigen Karosserie-Varianten des OOOGE 1934 werden jedem Wunsch, jede« Anforderung gerecht. Alle DODGE-Modelte sind in der vornehmen Linienfuhrung und luxuriösen Ausstattung vorbildlich und in konstruktiver Hinsicht vollendet. Der Kostenpunkt richtet sich selbstverständlich nach dem bevorzugten Modell, entspricht aber grundsätzlich .dem vielgerühmten DODGE-Prinzip: eh) vollkommener Wagen zo niedrigstem Preis. Ein OOOGE 1934 wartet für eine Probefahrt. Generalvertreter für die Schweiz: Fratelli Ambrosoli - Locarno A.B.C.-Garage A.-G. Gebr. Marti. Ed. Contelly. W. Zweigart. Ch. Hoff er. H. Rons. Auto-Handels A.-G. F. Zulauf. W. Bircher, Auto-Garage. VERTRETER: Sion: Langenthai: Fleurier: St. Gallen: Bellinzona: Locarno: Baar: Vevey: Wohlen: Revaz Freres. Moser & Cie. R. Gammeter. Widler & Hürsch. Grand Garage S. A. E. Broggini. Stierli & Cie. (camions). Auto-Stand (camions). J. Henggi. I/hxs sottj&t, XeistenZ Continental Caoutchouc Co. A.-G. Genf Zürich St. Gallen Zu verkaufen DODGE 5 Tonnen; Motor-Dreiseiten-Kippwagen Baujahr 1930. Preis Fr. 11500.—. Daselbst ist ein LATIL-TRAKTOR mit Vierradantrieb günstig abzugehen. 11097 Anfragen erbeten unter Chiffre 14353 an die Automobil-Revue, Bern. »•••••»•••••••••• [••••• Alfa Romeo-Kompressor 2 PL, Sportwagen, mit allem Zubehör, in sehr gutem Zustande, äusserst günstig abzugeben. Titan A.-G., Stauffacherstrasse 45, Zürich. Telephon 58.633. % 9617 »••••••••••••••»•••••»••••••••»•• Per sofort zu mieten gesucht Lastwagen 5 Tonnen 3seitig kippbar, in gutem, fahrbereitem Zustande und vorschriftsgemäss ausgerüstet. Ungelöster Wagen käme eventuell, auch in; Frage. Offerten unter Chiffre 14349 an die 11072 Automobil-Revue, Bern. ADLER Super-Trumpf 9 PS, Limousine, garantiert, fabrikneu, rassiger Wagen, ansserordentlich billig abzugeben. 10500 FRANZ A.-G., ZÜRICH, Badenerstrasse 313. OCCASIÜNS WAGEN dm vorteilhaftesten bei der Oenerolvertretung' WERNER R1SCH ZÜRICH Seltene Occasion! CHRYSLER «8», Mot). 1933 8 Zylinder, Sedan, 4/5pl., mit schwebendem Motor, hydr. Vierradbrems.,. Freilauf, Antiquietsch- Federung etc., nur einige tausend Kilometer gefahren, umständehalber sehr günstig abzugeben. Anfragen unter Chiffre Z 2941 an die 10047 Automobil-Revue, Bureau Zürich. ••••••••••••••••ET' Zu verkaufen oder zu tauschen: 1 FIAT, 12 PS, 6-Plätzer, Limousine, für 1934 gelöst. 1 PIC-PICi mit 6-Zyl.-Motor, grosser Ladebrücke. 1 MOTOSACOCHE, mit Seitenwagen, gegen einen 6-Zylinder, 6/7-Plätzer, Limousine, eventuell mit Giel ouvert. 63330 Offerten an F. Zahnd, Garage, Riggisberg. ll HEUAMFERTICiUIlGErt uttD- - REPARATUREM Zürich - Zürichsee Wenn Sie sich zur Anschaffung eines Occasionswagens entschlossen haben, dann stellen Sie an diesen auch gleich eine Reihe von Anforderungen : Carrosserieform, Motor, Benzinverbrauch, Leistungsfähigkeit usw. Um einen wirklich passenden Wagen zu finden, sollten Sie eineentsprechende Auswahl zur Verfügung haben. Ein Kaufsgesuch in der „Automobil- Revue" verschafft Ihnen sofort geeignete Offerten — denn Sie können schon im Inserat alle Einzelheiten genau stipuHeren — und damit eine äusserst interessante Auswahl, unter der ein in jeder Hinsicht passender Wagen leicht gefunden werden kann. MINERVAWAGEN REVISIONEN; REPARATUREN; REQLAQE ANKAUF; EXPERTISEN| VERKAUF In rachmänn. Aulführung Obernimmt Franz Häinle. Zürich Birmenstorferstrasse 71- Telephon 32.S93 Zürich LZURLCfc Empfehlenswerte Garagen AUTO-SATTLEREI Neuanfertigung und Reparaturen sämtlicher Sattlerarbeiten. Polsterüberzüge nach Mass. Tel. 39.252. FRANZOSWALD. WESTSTR. 75. ZÜRICH 8 B.FRICK&CO. PNEUMATIK-HAUS DDfoiirstr.-EckeKreuzstr.15 Telephon 21.333 Bremsendienst In unseren Geschäften findet der Garagist ausser dem ausgezeichneten Bremsbelag « Amerikan. Bremsblock» ein vollst. Lager in: Bremstrommeln, Bremszugkabeln, Regulierschrauben und Zugfedern, sowie sämtlichen Originalbestandteilen für « Lockheed », hydraulische Bremsen, wie z. B. Oel, Zylinder, Schläuche, Dichtungen, Kolben usw. — Zusammen mit dem kostenlosen Belegen der Bremsen und Kupplungen mittels elektr. Nietmaschinen, leisten wir so einen guten und raschen Kundendienst, wie er heute gewünscht wird. WEWERKA Spazialhaus für Auto-Ersatzteile ZÜRICH Tel. 41.626, Seehofstr. 3 BASEL Tel. 47.977, Leonhardstr. 34 BERN "r«i-2S.finn lunhim«.».!. o« yerlag, Administration, Druck und Glicherie: HALLWAG A.-G. Hallereehe Buchdruckerei und Wagnersche Verlagsanstalt, Bern.

Bern, Dienstag, 15. Mai 1934 III. Blatider„Automobil-Revue" No.40 Blüten um Pfingsten Jedes grosse Fest des Jahres ist in seinem tiefsten Sinn untrennbar mit den Wandlangen der Natur verbunden. So wie an Weihnachten in dunkler Nacht und kalter Leblosigkeit das ewig-gültige Wort der Liebe auferklingt, so lodert an Pfingsten der schöpferische Weltgeist in tausend Blütenflammen auf. Wahre Pfingsten erlebt man überall, wo man jetzt das Aufbrechen einer neuen, gewältigen Lebenskraft in der Natur empfinden kann. Jeder Gang über Land führt durch die beglückende Welt schaffender Kräfte, die an Baum und Strauch, in Wiese und Feld in berauschenden Farben wirken. Welche Blicke eröffnen sich jetzt dem für Schönheiten geöffneten Auge, wenn es langsam über die Täler und Höhen dahingleitet, in denen sich der Frühling als ein neues Leben ausbreitet! Er ist in der Luft zu spüren, die in schwachem Hauch sich bewegt, und voll erregender Weichheit und Wärme ist. Schon zittert sie über den weiss, gelb und grün besprenkelten Matten. Mit den hellen Wolken, die wie grosse, schwere Schiffe in die Ferne segeln, schaukelt die erste Verheissung des Sommers — der Erfüllung — heran. Die Bäume sind zu silbernen Herolden des Frühlings geworden. Ihre weissen Fackeln brennen stumm in den blauen Tag. Manchmal zieht der Wind schwach durchs Geäst, dann taumeln müdgewordene Blütenblättchen ins erste hohe Gras. Die Maiblumen sind üppiger als je hervorgebrochen, zum Entzücken der Kinder, die mit vollen Sträussen den Frühling in die Stuben tragen. Das junge Laub, das noch keinem Winde trotzte, keinem Sturme sich versagte, und über das noch kein sommerliches Gewitter seine rollende Majestät dahinziehen Hess, ist unberührt und zart wie ein neugeborenes Kind. Wenn man unter diese buschigen Riesensträüsse tritt, dann geniesst das Auge mit reinem Entzücken das herrliche Spiel des Irischen Grüns im stillen, sanfteren Blau des Himmels. Die Wege, auf denen der Fuss des Pfingstwanderers geht, der aus dem Schaffen der Natur das Wesen einer' gewaltigen, schöpferischen Kraft heraushört, die sich im Wachsen jeder Blume und jedes Grases offenbart, führen weiss und in vielen Windungen über den nächsten Hügel geradewegs in den Himmel hinein. Der Horizont ist von zartem Dunst umwölkt, so als wäre über das Grün der jenseitigen Hügel ein zarter Schleier gebreitet. Die Morgen sind noch voller Kühle, die aus der Nacht herauf schauert, und in den Abenden verfliesst die Wärme des Tages rasch im offen ausgebreiteten Himmelsgewölbe. Dann leuchten durch das Dunkel mit magischer Kraft die weissen Sträusse der Blütenbäume, und vom Hang herab trägt der Wind herben Geruch frischen Grases und offenen Flieders. Die Sterne und die Blüten werden zum schweizenden Glanz dieser Nächte, auch sie sind Künder eines schaffenden pfingstlichen Geistes. bo. Lindenblüten Von Hermann Hesse. Jetzt blühen wahrhaftig schon die Linden wieder, und am Abend, wenn es zu dunkeln beginnt und wenn die schwere Arbeit getan ist, kommen die Weiber und die Jungfern daher, steigen an der Leiter die Aeste hinauf und pflücken sich ein Körblein voll Lindenblüten. Davon machen sie späterhin, wenn jemand krank wird und Nöte hat, einen heilsamen Tee. Sie haben recht; warum soll die Wärme, die Sonne, die Freude und der Duft dieser wundersamen Jahreszeit so ungenützt vergehen, warum soll nicht in Blüten oder sonstwo etwas davon verdichtet und greifbar hängenbleiben, dass wir es holen, heimtragen und später einmal in kalten und bösen Zeiten einen Trost daran haben können? Wenn man nur von allem Schönen so einen Beutel voll aufbewahren und für bedürftige Zeiten aufsparen könnte! Freilich, es wären doch nur künstliche Blumen, mit künstlichem Duft! Alle Tage rauscht die Fülle der Welt an uns vorüber, alle Tage blühen Blumen, strahlt das Licht, lacht die Freude. Manchmal trinken wir uns daran dankbar satt, manchmal sind wir müde und verdriesslich und mögen nichts davon wissen, immer aber umgibt uns ein Ueberfluss des Schönen, dessen wir nicht wert sind. Das ist das Herrliche an jeder Freude, dass sie unverdient kommt und niemals käuflich ist, sie ist frei Das ist des Jahres hohe Zeit, Wenn leis aus Frühling Sommer wird; Es ist mit eins zum Ernst bereit, Derweil sein Kleid noch bunt geziert. «Gott — lass den Anger ewig blühn!» Singt majicher Mund in lieber Not, *Der Buchen, junges Blätter grün Ist urisrer Seelen Licht und Brot!» Pfingsten Von Alfred Huegenberger. jymT7H7T7* 0 warte, bis der Sommertag Aus seines Morgens Tiefe steigt! 0 warte, bis dem Wachtelschlag Das goldne Gerstenfeld sich neigt! Erfüllung ist des Wunders Sinn. Hast du der Mutter Glück erlauscht, Die, reich an seligstem Gewinn, Mit ihrem Kindlein Liebe tauscht? und ein Gottesgeschenk für jedermann, wie der wehende Duft der Lindenblüte. Die Weiber, die emsig in den Aesten hocken und einsammeln, die haben hernach einen Tee für Atemnot und Fieber, aber das Beste und wahrhaft Feine davon haben sie nicht. Das haben nicht einmal die sommerabendlichen, lustwandelnden Liebespaare in ihrer süssen, dumpfen Trunkenheit; aber der Wanderer hat es, der vorübergeht und tiefer atmet. Der Wanderer hat das Beste und Zarteste von allen Genüssen, weil er neben dem Schmekken auch noch das Wissen von der Flüchtigkeit aller Freuden hat. Ihn kümmert es wenig, dass er nicht an jedem Börnlein trinken kann, und der Ueberfluss ist ihm gewohnt; dafür schaut er auch dem Verlorenen nicht lange nach und begehrt nicht an jedem Orte, wo es einmal gut sein war, gleich Wurzeln zu schlagen. Es gibt solche Lustreisende, die gehen Jahr für Jahr an denselben Ort, und es gibt viele, die können von keinem schönen Anblick Abschied nehmen, ohne dass sie beschliessen, recht bald wieder herzukommen. Das mögen gute Leute sein, aber gute Wanderer sind sie nicht. Sie haben etwas von der dumpfen Trunkenheit der Liebesleute und etwas von dem sorglichen Sammlersinn der Lindenblütenpflückerinnen. Aber den Wandersinn haben sie nicht, den stillen, ernst^ fröhlichen, immer abschiednehmenden. Hier ist gestern einer durchgewandert, ein reisender Handwerksbursche, der grüsste in seiner fröhlichen Bettlerfreiheit die Sammler und Bewohner auf eine spöttische Art. Er nahm an der grossen Linde, die voller Weibsleute war, die Leiter weg und ging davon, und obwohl ich selber den Frauen die Leiter wieder hingetragen und ihr Schmähen besänftigt habe, hat der Streich mich doch gefreut. O ihr Wanderburschen, ihr fröhlichen Leichtfüsse, jedem von euch, auch wenn ich ihm einen Fünfer geschenkt habe, sehe ich wie einem König nach, mit Hochachtung, Bewunderung und Neid. Jeder von euch, auch der Verlottertste, hat eine unsichtbare Kroneauf, jeder von euch ist ein Glücklicher und ein Eroberer. Auch ich bin euresgleichen gewesen und weiss, wie Wanderschaft in der Fremde schmeckt. Sie schmeckt trotz Heimweh und Mangel und Unsicherheit gar süss. Und immerzu strömt der innigsüsse Duft aus den alten Bäumen den Weg entlang durch den lauen Sommerabend. Kinder singen unten am Strande und spielen mit Windmühlen aus rotem und gelbem Papier, Liebespaare spazieren langsam und lässig an den Hecken hin, und durch den rotgoldenen Staub der Strasse surren Bienen und Hummeln in verzückten Kreisen und mit goldenem Getöne. Wahrlich, ich beneide die Liebespaare an den Hecken nicht um ihre süsse, dumpfe Trunkenheit, so wenig ich die spielenden Kinder um ihre rechenschaftslose Seligkeit beneide oder die schwärmenden Bienen um ihren taumelnden Flug. Nur die Wanderburschen beneide ich. Die haben den Duft und die Blüte von allem. Noch einmal jung, unwissend, ungebunden, frech und neugierig in die Welt hineinzulaufen, hungrige Kirschenmahlzeiten am Strassenrande zu halten und bei den Kreuzwegen das Rechts oder Links an den Rockknöpfen abzuzählen! Noch einmal kurze, laue, duftende Sommernächte unterwegs im Heu verschlafen, noch einmal eine Wanderzeit in harmloser Eintracht mit den Vögeln des Waldes, mit den Eidechsen und Käfern leben! Das wäre wohl einen Sommer und ein Paar neue Stiefelsohlen wert! Aber es kann nicht sein. Es hat keinen Wert, die alten Lieder zu singen, den alten Wanderstab zu schwingen, die alten, lieben, staubigen Strassen zu gehen und sich einzubilden, man sei nun wieder funsr. und alles sei, wie es damals war. Nein, das ist vorbei. Nicht, dass ich alt oder ein Philister geworden wäre! Ach, ich bin vielleicht törichter und zügelloser als je, und zwischen mir und den klugen Leuten und ihren Geschäften ist noch immer kein Verständnis und Bündnis aufgekommen. Ich höre immer noch, wie in den drängendsten Jünglingszeiten, die Stimme des Leben in mir rufen und mahnen, und ich habe nicht im Sinn, ihr ungetreu zu werden. Aber sie ruft nicht mehr zu Wanderschaft und Freundschaft und zu Zechgelage mit Fackeln und Gesang, sondern sie ist leise und dringlich geworden und führt mich immer einsamere, dunklere, stillere Wege, von denen ich noch nicht weiss, ob sie in Lust oder in Leide enden sollen, die ich aber gehen will und gehen muss. Ich hatte mir als junger Mensch das Mannesalter ganz anders vorgestellt. Nun ist es auch wieder ein Warten, Fragen und Unruhigsein, mehr Sehnsucht als Erfüllung. Die Lindenblüten duften und Wanderburschen, Sammelweiber, Kinder und Liebespaare scheinen aiJe : einem Gesetz zu gehorchen und wohl zu wissen, jvas sie zu tun haben. Nur ich weiss nicht, was ich zu tun habe. Ich weiss nur: weder die rechenschaftslose Seligkeit Veni Creator Spiritus Lied zu Pfingsten. Komm, Heiliger Geist, du Schöpfer da, Sprich deinen armen Seelen zu; Erfüll mit Gnaden, süsser Gast, Die Brust, die du geschaffen hast. Der da der Tröster bist genannt, Des allerhöchsten Gottes Pfand, Des Lebens Brunn, der Liebe Brunst, Die Salbung, wesentliche Gunst. Da siebenfaches Gnadengut, Da Finger Gotts, der Wunder tat; Du gibst der Erde, dass sie fliesst So mild, als du verheissen bist. Zünd unsern Sinnen an dein Licht, Die Herzen füll mit Liebespflicht; Stärk unser schwaches Fleisch und Blut, Durch deiner Gottheit starken Mut. Den Feind von uns treib fern hinweg, Und bring uns zu des Friedens Zweck, Dass wir, durch deine Huld geführt, Vermeiden, was uns nicht gebührt. Mach ans durch dich den Vater kund, Wie auch den Sohn für uns verwund t; Dich aller beider Geist und Freud, Lass uns verehren zu jeder Zeit. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn, Und seinem Sohn, dem Lebensstern; Dem Heilgen Geist in gleicher Weis Sei jetzt und ewig Lob und Preis. Umdichtung von Angelus Süeslus. (1624 -1677.) der spielenden Kinder, noch das gleichmütige Vorübergehen der Wanderer, weder die dumpfe Trunkenheit der Liebesleute, noch der sorgliche Sammelsinn der Blütenpflfikkerinnen ist mir beschieden. Beschieden ist mir, der Stimme des Lebens zu folgen, die in mir ruft, ihr zu folgen, auch wenn ich ihren Sinn und ihr Ziel nicht zu erkennen vermag und auch wenn sie mich immer mehr von der fröhlichen Strasse hinweg in das Dunkle und Ungewisse führen will. Der heilige Jahres-Reigen Von Bruno Brehm. Mit den weissen Schneeglöckchen hebt das Lied an, noch befangen von winterlicher Blässe, duftlos, leise, eine stille Weise vor Morgengrauen. Ein Stück Himmel fällt auf die Erde, zerflattert in das braune Laub, Leberblümchen erheben ihr Haupt. Vom Wegrain her weht Veilchenduft und an sonnigen Hingen atmet der Seidelbast die gefährliche Süsse der Erde aus. Nun erschliessen die Marillenbäume ihre Knospen, Pfirsich- und Mandelblüten stehen als Boten einer schöneren Welt, umwölkt von Abendglühen, in den braunen Weinbergen. In den weissen Trauben der überreichen Kirschbäume wiederholt das Summen der Bienen den Gesang der Engel des Himmels in irdischem Nachhall. Nun wachen die Apfelblüten mit rotwangigen Knabengesichtern auf und die bleichen Mädchenwangen der Birnblüte ersehnen das milde Licht des Mondes. Der Flieder wächst, der Gast aus dem fernen Osten, das Geschenk der Liebenden und die Lockung der Gärten. Die weissen Kastanien entzünden ihre Kerzen und die roten brennen vor Leben. Jetzt fliesst das Jahr über in taumelnder Lust, der Mensch legt die Hände in den Schoss und kann sich vor Schönheit nicht fassen Wie es wächst, wie es die braunen, die verblassten, schneegebleichten Räume füllt, wo erst vor kurzem die Veilchen scheu am Wegrand geduftet und die Leberblümchen mit blauen Augen wie ein Kind, das sich auf die Zehen stellen muss, um über den Tisch der Grossen zu blicken, in die noch wartenden Wälder geäugt haben. Aber nun hat sich das Jahr schon selbst an den gedeckten Tisch gesetzt, sein Haar fällt ihm in die Stirn, seine blanken Augen leuchten und Wolkenschatten verdunkeln und erhellen im Kommen und Gehen das Antlitz. In den Gärten erzählen japanische Zierkirschen und blühende Magnolien von der Schönheit fremder Länder, aber sie schwätzen zu laut, mit zu grossen Worten für unser stilles Land, wir hören sie gerne an, finden ein wenig Prahlerei dabei und wenden uns