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E_1938_Zeitung_Nr.066

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 16. August 1938 — N° 66 Rennmotoren Während Im allgemeinen Automobilmotorenhau heute mehr und mehr -wirtschaftliche und kommerzielle Gesichtspunkte •wegleitend werden, so steht dem Konstrukteur im Rennmotorenbau ein Betätigungsfeld offen, wo er, ungehindert durch finanzielle Rücksichten, technische Höchstleistungen vollbringen kann und soll. Verhältnismässig wenig wird über dies Gebiet veröffentlicht; denn unter jenen Firmen, deren Produkte sich auf der Rennhahn messen, herrscht erklärlicherweise das Beetreben, möglichst wenig über Konstruktionseinzelheiten bekannt zu geben — es soll dem Gegner der Weg, der zu eigenen Höchstleistungen führt, nicht aufgedeckt werden. Diese strenge Hütung der Fabrikgeheimnissa webt einen dichten Schleier um Einzelheiten und Leistungsangaben der Rennwagen, einen Schleier, der selten gelüftet wird und unter Unbeteiligten den Eindruck erweckt, als ob ein Rennmotor vom Normalmotor grundsätzlich verschieden sei. Der Unterschied erwischen Renn- und Tourenmotor liegt indessen nur darin, dass bei der normalen Maschine in erster Linie Anforderungen an Zuverlässigkeit auf lange Frist, geringe Herstellungs- und Betriebskosten und Geräuschlosigkeit gestellt werden, während der Entwurf für einen Rennmotor nur auf Leistungsfähigkeit bei bestimmter, begrenzter Lebensdauer achtet. Leistung und Leistungssteigerung. Grosse Leistungen können durch hohe Drehzahlen, hohe Arbeitsdrücke und grosses Hubvolumen erzielt werden. Die internationalen Rennformeln sorgen dafür, dass im letzteren Punkt nicht über die Schnur gehauen wird; so beschränkt sich die Entwicklungsarbeit des Konstrukteure auf die beiden erstgenannten Faktoren. Hohe Drehzahlen sind an und für eich leicht erreichbar; schwieriger ist es, den Motor längere Zeit störungslos drehen zu lassen und auch den entsprechenden Leistungsgewinn zu erzielen. Exakteste Ausbalancierung sämtlicher hin- und hergehenden und rotierenden Organe ist notwendig; so jnufis vor allem die Kurbelwelle im ganzen Drehzahlbereich genau dynamisch ausbalanciert werden, eine zeitraubende und langwierige Arbeit, die eich auf jedes einzelne Stück erstreckt. Die Kurbelwelle darf auch nicht allzulang sein, da eonst der Ausschlag bei Torsionsschwingungen zu gross wird. Die Forderung nach grosser Zylinderzahl, die weiter unten noch näher begründet wird, führt deshalb zum Bau von V-Motoren. Auch die anderen Organe sollen, in Balance sein; um gleich schwere Pleuelstangen zu erhalten, werden diese auf der ganzen Oberfläche bearbeitet. Hohe Drehzahl bedeutet hohe Beanspruchung von Ventilen und Ventilführungen; falsche SWahl von Zum 24-Stundenrennen von Le Mans der schwierigsten Dauerprüfung der Weif. Seit das 24-Stundenrennen von Le Maas besteht, haben nur 6 Wagen die 130 St./km-Grenze über- «chritten, wovon 4 Delahaye-Serien-Wagen. Der Erfolg der Delahaye-Wagen am 24-Stun- Iflenrennen von Le Mans 1938 ruft nach einigen näheren Angaben. In erster Linie eei erwähnt, dass die erst-, «weit- und viert-klassierten Delahayes dieser schwierigsten Prüfungsfahrt (von 42 Teilnehmern beendeten nur 15 das Rennen) 6-Zylinder-Serien-Wagen Typ 135 Competition waren, die durch ihre Besitzer gemeldet wurden. Es waren Gross-Tourenwagen; der Siegerwagen der E

W 66 —• DIENSTAG, '16. August 1938 AUTOMOBIL-REVUE flcchnlscke (Details muex QHand=3Uix=V)aqm Der Nockenwellen antrieb beim neuen Aufo-Union- Rennwagen. Man erkennt die drei Nockenwellen und ihren Antrieb, weiter den geöffneten Roots-Komp ressor und die Anordnung der Vergaser. ohne ueberlader noch nicht m Leistungen ober 60 PS/1 führt Rennformeln und Konstruktion. Wie schon weiter oben angedeutet, ist die Gestaltung des Rennwagens jeweils in erheblichem Masse von der augenblicklich gültigen Rennformel abhängig. Der Zweck dieser Formeln ist eigentlich eine bewusste Beeinflussung des Rennmotorenbaus im Sinne der WeiterentwiMung des Normalmotors. Eine kurze Rekapitulation der letzten Rennformeln ist hier von Interesse. Vor dem Weltkrieg und kurz nachher wurden in bunter Abwechslung Minimal- und Maximalgewichte, auch Hubvolumenbegrenaungen, allerdings in sehr beträchtlicher Höhe, vorgeschrieben. 1925 kam die Begrenzung des Zylinderinhaltes auf 2 Liter (Bugatti, Fiat, Alfa Romeo). Im Interesse einer Reduktion der Maximalgeschwindigkeit wurde die Grenze 1926 bis 1927 auf \Vi Liter herabgesetzt, ohne dass das gewünschte Ziel erreicht wurde (Talbot, Delage), 1928 bis 1933 versuchte man durch die «freie FormeU und weitere Vorschriften eine stärkere Beteiligung der Fabriken zu erreichen (Bugatti, Alfa Romeo, Maserati). 1934 sah dann mit der Maximalgewichtsbegrenzung von 750 kg eine Reihe interessanter Neukonstruktionen entstehen. Da diese Formel, die bis 1937 in Kraft blieb, der Motorengrösse keine obere Grenze setzte, lag das Bestreben der Konstrukteure darin, möglichst grossvolumige, leichte Motoren zu bauen. In welchem Masse das gelang, zeigt die Entwicklung der Mercedesmotoren in diesem Zeitraum: Jahr Hubvolumen Max.-Leistuna PS/1 1934 3360 cem 800 PS 94 1934 3710 » 350 > 94 1935 4300 * 410 » 95 1936 4740 « ; ' 450 » 95 1937 5660 M ! 580 » 103 Durch die grossen Hubvolumina Hess sich «ina grosse Leistung auch ohne allzuhohe Arbeitsdrücke erzielen; auch die Drehzahlen kamen kaum auf 6000 in der Minute. Darin lag eine gewisse Erleichterung in der Auswahl der Baustoffe. Die seit Anfang des t Jahres gültige Formel hatte eigentlich den Zweck,' wiederum eine Reduktion der Maximalgeschwindigkeiten, die unter dem Regime der letzten Formel rapid angestiegen waren, zu erzielen. Deshalb wurde das maximale Hubvolumen auf 3 Liter für Gebläsemotoren und 4K Liter für kompressorlose Motoren beschränkt Die Formel hat ihren Zweck nicht erfüllt; schon heuta leisten 3-Litermotoren 350 PS und darüber, und zweifellos ist eine weitere Leistungssteigerung zu gewärtigen. Hand in Hand mit den Hubvolumenbegrenzungen lief der Versuch, durch Abstufung der Minimalgewichte auch kleineren Motoren Erfolgsmöglichkeiten zu eröffnen; in der richtigen Voraussicht der Zwecklosigkeit eines solchen Unterfangens hat sich noch keine Firma mit kleinvolumigen Motoren an Grand-Prix-Rennen beteiligt. Die neue Rennformel hatte ein sprunghaftes Ansteigen der Drehzahlen zur Folge. Während die grossen letztjährigen Motoren zum Teil nur 4500 bis 5000 Touren drehten, und ein Fahren im direkten Gang auch bei langsameren Geschwindigkeiten zuliessen, drehen die neuen Mercedesmotoren bis 7500 (kurze Zeit 7800). und den Leistungscharakteristiken dieser Motoren entsprechend müssen diese Wagen zum Teil mit Fünfganggetrieben ausgerüstet werden. Neben der hier skizzierten Entwicklung der Grand-Prix-Motoren traten eine Anzahl Fabriken mit dem lH-Litermotor auf den Plan; die dabei verfolgten Konstruktions-Tendenzen waren durch hohe Drehzahlen und Drücke charakterisiert. An der Spitze dürfte heute der E.R-A.-Motor stehen, der bei 7500 Touren erheblich über 200 PS leistet und einen Kompressordruck von maximal 1,8 atü hat. R. B. Das Antriebsaggregat d«r neuen Mercedes-Rennwa gen. Man beachte die Bauart der Einzelabfederung der Vorderräder, das Vorderende des rohrförmigen Rahmen-Längsträgers und die gedrungene Form des Motors die von der Motorhaube ensr umschlossen wird. STEYR ezyi. Type 12, 8 PS, Vollscheibenräder, bestens geeignet für Lieferwagen, zu verkaufen Preis Fr. 400.—. 13756 STEYR-Automobile, Zürich 3. Architekt kauft AUTO in Gegenrechnung Offerten unter Chiffre 6920 an die (66 Automobil-Revue, Bern. OLYMPIA Modell 1936, Limousine, grau, 4 Plätze, 7 St.-PS. Zustand wie neu. Nehme reparaturbedürftigen Citroen Vorderradantriebwagen an Zahlung. Offerten unter Chiffre 6924 an die (66,67 ESSEX-Cabrlolet, 13 FS, Baujahr 1930, 2/4-Sitzer, ledergepolst., in erstklass. 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Nun zn den Vorwärtsgängen (Fig. 7, 8, 9). Wenn die Klauenkupplung (0) nach rechts verschoben wird und ihre Zähne in die des Zahnkranzes (E) rutschen, ist das Planetengetriebe des Rückwärtsganges auser Betrieb gesetzt und wirkt einfach als Klauenkuppluni, welche (N) und (E) fest miteinander verbindet. Die Wahl des Ganges hängt somit einzig davon ab, welche Elektromagnetkupplungen unter Strom gesetzt und dadurch eingeschaltet werden. Sie wirken dann auf die verschiedenen Organe der beidseitigen Planetengetriebe eo ein, dass die gewünschte Uebersetzung zustande kommt. Insgesamt sind vier Elektromagnetkupplungen vorgesehen. Ihre Wirkungsweise besteht darin, dass ein durch den elektrischen Strom erregter Ringmagnet eine Eisenscheibe (in Fig. 7 G und I, in neue, aller Marken und Sorten, neugummierte und Occaslonspneus, kaufen Sie zu konkurrenzlosen Preisen beim Pneuhaus NICK, Büron (Luz). Tel. 56.627. LANCIA- Lambda Cabriolet FIAT-VIOTTI 4 PL, neuestes Modell, ganz neu, besonderer Verhältnisse wegen sehr günstig abzugeben bei Daler Freres, route Neuve 4, Freiburg. 6894 (66 Zu verkaufen FordVS 3 Tonnen •wegen Abreise Fig. 8 und 9 X und Y genannt) an eich zieht, worauf eine Kraftübertragung zwischen diesen Teilen möglich ist, die wie Kupplungsscheiben fest aneinander liegen. Die Elektromagnete sind paarweise angeordnet Jedes Paar wirkt auf eine gemeinsame Scheibe ein, die zwischendrin liegt und je nach dem gewählten Gang an den einen oder andern gezogen wird. Beide Elektroma«netpaare bestehen aus einem fest mit dem Getriebegehäuse verbundenen und daher stillstehenden Magnetring (B bzw. G), sowie einem drehbar gelagerten Elektromagneten (A bzw D). Die Stromzufuhr zu den einzelnen Magnetspulen macht bei den feststehenden Elektromagneten keinerlei Schwierigkeiten. Dagegen sind dafür bei den drehbaren Ringmagneten Schleifkontakte und Schleifringe nötig, wie man sie an der Seite der äussern Elektromagnete angeordnet findet. Wird ein feststehender Elektromagnet unter Strom gesetzt, so dass er die Eisenscheibe an sich zieht und festhält, so wird mit ihr auch der angeschlossene Teil am Drehen verhindert. Zieht sie Günstige AUTO-OCCASIONEN BUICK, 1933, 24 PS, 8 Zyl., erosse Limousine, Fr. 1800.— WILLYS-KNIGHT, 1933, 14 PS, 6 Zyl., Limousine, 4 Türen, Fr. 2000.— FIAT 522, 6 Zyl., 12,8 PS, Limousine, 4 Türen, Fr. 1000.— 1 VAUXHALL, Mod. 37/38, 9 PS, 6 Zyl., Schiebedach, Fr. 4800.— 1 OPEL, 1936, 6 Zyl., 9 PS, Limousine, Fr. 2900:— 1 TERRAPLANE, Cabriolet, Modell 33, 16 PS, 6 Zyl., neu gespritzt, Fr. 2600.- 1 TALBOT, Cabriolet, 12 PS, 6 Zyl., neues Verdeck, neu gestrichen, Fr. 1200.— 1 FIAT 514, Limousine, 7 PS, 4 Zyl., Fr. 750.— 1 MARTINI-Lieferungswagen, 6 Zyl., mit neuer Brücke und Kabine, Fr. 1600.— 8. 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