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E_1948_Zeitung_Nr.017

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10 AUTOMOB1L.REVUE

10 AUTOMOB1L.REVUE MimrOCH, 7. APRIL 194» - Nr. 17 DEUTSCHLAND Deutsche Rohöl- und Benzinsorgen In Deutschland herrscht heute ein schwerer Mangel an flüssigen Treibstoffen aller Art, der sich auf das Fortschreiten des Wiederaufbaues sehr ungünstig auswirkt. Am deutlichsten gebt dies aus den Transportschwierigkelten hervor, mit denen 1 heute überall in Deutschland gekämpft wird. Mehr und mehr schmilzt der bisher zugelassene Bestand an Nutzfahrzeugen und Personenwagen zusammen, weil die Treibstoffzuteilung ständig knapper wird. In der amerikaniseh-britiscbfen Zone betrug der Benzin- und Oelverbrauch im Jahr« 1946 noch 25 % des Vorkriegskonsums, um dann im Laufe des folgenden Jahres eine ganz wesentliche Herabsetzung zu erfahren. Von den 900000 Tonnen flüssiger Treibstoffe, über welche die deutsche Wirtschaft im Jahre 1946 verfügen konnte, mussten 700000 Tonnen gegen Bezahlung in Dollar importiert werden. Der Rest von 200 000 Tonnen wurde aus der eigenen Erzeugung gedeckt. Hierin mag der Hauptgrund der dauernden Kürzung der Zuteilungen liegen, denn die deutsche Wirtschaft kann es sich heute unmöglich leisten, auf die Dauer Treibstoffimporte solchen Umfanges zu tätigen. Ein eindrückliches Bild der gegenwärtigen Verkehrelage in der britisch-amerikanischen Zone gewährt folgende Gegenüberstellung: Während im Jahre 1933 der Gesamtverbrauch Deutschlands an flüssigen Treibstoffen rund 3,3 Mill. t betrug, stieg er bis 1938 auf 7,2 Mill. t an. womit nicht weniger als 3,15 Millionen Motorfahrzeuge betrieben wurden, Mitte 1947 standen in der britisch-amerikaniechen Zone nur noch rund 689 000 Automobile im Verkehr. Es bestünde die Möglichkeit, Deutschlands heutigen Verbrauch an flüssigen Treibstoffen restlos aus eigenen Quellen zu decken. 1938 schon wurden aus einheimischen Rohstoffen 2,169 Mill. t Benzin und Oel erzeugt, was 30 % des damaligen Bedarfes entsprach. Möglich wurde das zur Hauptsache durch die Produktion sder Hydrierwerke und der mit der Herstellung synthetischer Treibstoffe beschäftigten Industrien, deren Fabrikation nach 1938 fn steiler Kurve anstieg, zusammen mit den Erträgen aus deutschen Oelquellen, den deutschen Kriegsbedarf an Treibstoffen grösstenteils deckte. Der heutige Mangel an flüssigen Treibstoffen ist hauptsächlich bedingt durch die weitgehende Stillegung der Hydrier- und Syntheseanlagen sowie durch das Verbot der Benzolerzeugung und die In den Kreisen der englischen Automobilisten hofft man zuversichtlich, dass die Benzingrundration, welche die Regierung Ende vergangenen Septembers mit einem Federstrich annulliert hatte, binnen kurzem wieder erstehe. Anfänglich suchten die Behörden diese Massnahme mit dem Hinwels darauf zu entschuldigen, es gelte Dollars zu sparen; später aber bestritten sie, dass sie sich bei ihrem Entschluss noch von einem anderen Grund haben leiten lassen: von der Tätsache nämlich, dass Benzin in rauhen Mengen auf den Schwarzen Markt gelangte, wodurch das ganze Rationierungssystem aus dem Gleichgewicht geriet. Es wurde deshalb eine unter dem Vorsitz eines prominenten Juristen stehende Kommission eingesetzt und mit der Aufgabe betraut, zu untersuchen, ob eine Möglichkeit bestehe, die Rationierung «wasserdicht» zu machen. Wie man hört, befindet sich der Kommissionsbericht nunmehr in den Händen des Brenn- und Treibstoffministers, und nach allem, was davon durchgesickert ist, scheint dieseij Bericht auch den Vorschlag zu enthalten^ den Kampf gegen den Schwarzen Markt aufzunehmen] weil er mit Aussicht auf Erfolg geführt •»ferderi 6tark eingeschränkte Erdölförderung. Die vier Hydrierwerke und sechs Syntheseanlagen der westlichen Besetzungszonen wären gegenwärtig wieder in der Lage, jährlich 1,15 Mill. t Benzin oder Dieselöl hervorzubringen. Von den sechs Synthesewerken 6tehen jedoch im Augenblick nur zwei in Betrieb. Sie produzieren aber kein Benzin, sondern Paraffin. Die vier erwähnten Hydrierwerke waren 1947 big auf ein einziges stillgelegt, das ebenfalls kein Benzin, sondern Methanol fabrizierte. Die auf eine Wiederaufnahme der Treibstoffproduktion gerichteten Aufträge haben bisher bei den westlichen Militärregierungen kein Gehör gefunden, und ebenso konnte keine Genehmigung zur Treibstoffproduktion aus der Verarbeitung ausländischer Erdölrückstände erlangt werden, obwohl das gegenüber dem Benzinimport aus dem Ausland eine Devisenersparnis von ungefähr 40 % bedeutet hätte. ENGLAND • Ein Teil der heutigen Treibstoffproduktion stützt sich auf die Ausbeutung einheimischer* Erdölquellen. Nach Angaben des Amtes für Bodenfbrschung beträgt die Erdölförderung in Nordwest- Deutschland gegenwärtig noch rund 500 000 t gegenüber 643 000 t im Jahre 1946. Dieser Rückgang beruht zu einem kleineren Teil in der Erschöpfung einzelner Quellen; viel stärker wirken eich der Mangel an Elektrizität,, an Stahl für neue Bohrgeräte sowie die ungenügende Ernährung der Ar* heiter auf die Förderungsleistungen aus. Der Wiederaufbau der Treibstoffversorgung Deutschlands ist' von erstrangiger Bedeutung für den allgemeinen Wiederaufbau, weil die Entwicklung der Wirtschaft und deren TransporUyetem weitgehend vom Vorhandensein flüssiger Treibstoffe abhängt. Londoner Brief Baldige Wiedereinführung der Benzingrundration in Sicht ? (Von unserem Londoner Korrespondenten) könnte. In nächster Zeit ( erwartet man nun eine Schlusserklärung der Regierung hierüber. Vielleicht hiesse es die Hoffnungen etwas zu hoch schrauben, reflektierte man auf die Rückkehr zur ungeschmälerten früheren Grundration, die für eine monatliche Fahrleistung von etwa 320 km ausreichte und entsprechend nach der Pferdestärke der Wagen abgestuft war. Immerhin sollte die Regierung der Wiedergewährung wenigstens eines Teils der einstigen « basic ration » günstig gesinnt sein, sofern «ich Mittel und Wege dazu finden lassen. Was für eine Gegenaktion gegen den Schwarzmarkt die obenerwähnte Kommission eigentlich ins Auge fasst, darüber liegt derzeit ein dichter Schleier von Geheimnissen. Zu welchem Modus operandi sie aber schliesslich greift, um besagtes Gegenmittel zur Wirkung zu bringen, erscheint als ziemlich belanglos und nebensächlich, verglichen mit dem wichtigen Moment, dass der Automobilist bei der Rückkehr zur Grundraiion seinen Wagen wieder zu jedem beliebigen Zweck verwenden dürfte. Heute hat er — wiewohl der grösste Teil der Automobilbesitzer eine zusätzliche Treibstoff- Zuteilung erhält — ständig zu gewärtigen, da*s ihm Plackereien und Scherereien insofern blühen, ak er riskiert, eich über seine Anwesenheit wo immer es sei legitimieren zu. müssen, wenn es einem Polizisten einfällt, ihn dazu aufzufordern. Namentlich für die Hotelerie bedeutete die Aufhebung der Grundration einen schweren Schlag, und viele praktisch nur mit dem Automobil erreichbare Fremdenplätze haben ihre Umsätze sozusagen auf den Nullpunkt staken gesehen. Schlimm bestellt ist es ausnahmslos auch bei den Garagen, und die allmählich heraufsteigende Drohung einer Arbeitslosigkeit bildet wohl eines/ gewichtigen Faktor beim Entscheid der Regierung, ihre Hefte in dieser Angelegenheit zu revidieren. Wieviel Benzin erhalt der «wlandiiche Automobilist? Was die fremden Gifte anbelangt, die mit ihren Wagen da« Vereinigt« Königreich besuchen, eo ist eben ein Beschlues ergangen, der eine ansehnliche Erhöhung der Treibstoffmenge vorsieht, auf die sie bei ihrer Ankunft Anspruch haben. Tatsächlich reicht jetzt diese Zuteilung für eine Fahrstrecke von 600 Meilen (960 km) wahrend der ersten vierzehn Tage eines Englandau^enthalt« und für weitere 400 Meilen (640 km) wahrend des Restes des ersten Monats aus, wobei die Bewilligung der letzteren Zuteilung jedoch nur auf Gesuch hin erfolgt Für den zweiten und dritten Monat ißt die Zuteilung so bemessen, dass sie für je 300 Meilen (480 km) genügt Ueber all das hinaus erhält der ausländische Automobilist noch Benzincoupon« nach Massgabe der Distanz vom Ankunftshafen zum entferntesten Punkt seiner Reiseroute und zurück. Der Gast, der ohne Wagen eintrifft, kann einen solchen mieten und braucht in diesem Falle überhaupt keine Einschränkungen seiner Bewegungsfreiheit in Kauf zu nehmen, sehr im Gegensatz zum englischen Automobilisten, dessen Aktionsradius heute auf einen Umkreis von 20 Meilen von seinem Wohnsitz begrenzt ist. Obendrein wird dem fremden Besucher ein Couponheft für den Kauf von rationierten Kleidern und Schuhen in die Hand gedrückt. Wer diese Hefte abgibt? Die Banken, und zwar gegen Vorweisung des Passes und Umwechslung eines 25 £ entsprechenden Betrages in der Landeswährung des Gastes. Fremde Devisen können uneingeschränkt nach England mitgebracht werden, und dem Einkauf rationierter Textilien über die ersten 25 Pfund hinaus steht denn auch nichts entgegen, nur dürfen diese Dinge im vorliegenden Falle nicht gleich mitgenommen, vielmehr müssen sie an die auswärtige Adresse des Käufers gesandt oder ihm selbst bei der Abfahrt auf dem Schiff oder dem Flugzeug abgeliefert werden. Dudley Noble. 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