SOCIETY 355 / 2010

Villaflora23aa

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE ■ WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

03|10

SEIT 1945 | 65. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. 355_HERBST 2010

WWW.SOCIETY.AT

P.B.B. GZ 03Z034905M, ERSCHEINUNGSORT, VERLAGSPOSTAMT 1140,2120, PREIS ¤ 4,–

ALBERTINA

MICHELANGELO

LÄNDERSCHWERPUNKT

KASACHSTAN


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510 pS, 625 nm

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Surround-Klangsystem *

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mit Lenkradschaltwippen

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Karosserie

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Die Faszination des Cabriofahrens gepaart mit überragender Motorleistung

in bester britischer Sportwagentradition: Das ist das XK Cabriolet.

Seine extrem leichte Vollaluminiumkarosserie gewährleistet präzises

handling und optimale Beschleunigung. Ihr verdankt es auch seinen

geringen Verbrauch, verbesserte Bremsleistungen und einen niedrigen

Schadstoffausstoß. Öffnen Sie das edle Stoffverdeck und erleben Sie,

wie das XK Cabriolet auch dem himmel einen hauch von Luxus verleiht.

gesamtverbrauch: 11,2 l/100 km, CO 2

-emission: 264 g/km


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• 5.0 Liter V8 Supercharged

• 510 pS (375 kW) Leistung

• 625 nm Drehmoment

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• adaptive-Dynamics-Fahrwerk

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am intensivsten spürt man die Liebe von Jaguar zum Motorsport im

neuen XKr. Denn bei all seiner eleganz ist der XKr ein wahrer hochleistungssportwagen.

erleben Sie einen echten grand tourer im stilvollen

Design eines 2+2-Sitzer-Coupés oder Cabrios, dessen Beschleunigungsund

Bremsleistungswerte man zuvor nur im rennsport fand. angetrieben

von einem 510 pS starken Kompressormotor fährt sich

der XKr souverän in das herz seines Fahrers und bietet zugleich den

allumfassenden Komfort im alltag, der für Jaguar typisch ist.

gesamtverbrauch: 12,3 l/100 km, CO 2

-emission: 292 g/km


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Jeder Jaguar verfügt über ein umfassendes garantie- und Servicepaket:

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Wien: Jaguar Wien, 1230 Wien, tel. 01/601 99-319 | Denzel Kundencenter erdberg, 1030 Wien,

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Steiermark: Jaguar & Land rover Center graz, 8020 graz, tel. 0316/72 43 43-16 | Kärnten:

Jaguar & Land rover Center Klagenfurt, 9020 Klagenfurt, tel. 0463/31 85 68-12 | Oberösterreich:

autohaus Seipl, 4060 Linz-Leonding, tel. 0732/67 00 27-0 | Jaguar & Land rover Center gmunden

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u nterberger, 6020 Innsbruck, tel. 0512/33 23-749 | Salzburg: Jaguar Frey Salzburg, 5033 Salzburg,

tel. 0662/623 581-286

Wichtiger hinweis: Jaguar ist ein eingetragenes Warenzeichen der Jaguar Cars Ltd. Jaguar automobile

werden ständig weiterentwickelt und verbessert. alle angaben zur technik, Leistung und

ausstattung, Liefer- und Leistungsumfang sowie Änderungen des Katalogs wegen Druckfehlern

bleiben ausdrücklich vorbehalten. Bei den abgebildeten Modellen handelt es sich um Symbolfotos.

Für die persönliche Beratung steht Ihnen jeder Jaguar Vertragspartner gerne mit detaillierten

Informationen zur Verfügung. printed in austria. Das papier dieses Katalogs wurde aus chlorfrei

gebleichtem Zellstoff hergestellt.

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EDITORIAL

Integration findet statt

Aufklärung über das Fremde

Dass alles Fremde Angst auslöst und beunruhigt,

ist eigentlich ein Commonplace. In

Wahrheit ist in Europa der interkulturelle Dialog

mehr denn je im Gange. Wenn wir als international

angelegtes Magazin mit unseren Veranstaltungen

und Publikationen ein wenig zum

gegenseitigen Verständnis beitragen können,

dann sind wir auf dem richtigen Weg. Begleiten

Sie uns!

***

Veranstaltungen

Mit der Auftaktveranstaltung unserer Eigeneventsaison

haben wir im Bank Austria Kunstforum

mit dem Preview zur Frida Kahlo und dem darauf

folgenden Empfang im Hilton Vienna Plaza einen

fulminanten Erfolg mit mehr als 150 Gästen aus der internationalen

Diplomatie, Wirtschaft und Kultur verzeichnen können.

Einen „kaiserlichen“ und edlen Rahmen konnten wir im Prunksaal

des Hotel Imperial unseren neu akkreditierten Botschaftern aus

allen Kontinenten zeigen, und am 5. November wird unser Veranstaltungsquartal

durch einen Empfang im Tresor des Bank Austria

Kunstforums für die Junior-Diplomaten, (das sind jene, die in Wien

erst seit kurzem tätig sind) stilvoll abgerundet werden. Weiters berichten

wir wie immer über die interessanten Veranstaltungen aus

den genannten Bereichen.

***

Länderschwerpunkt Kasachstan

Lassen Sie sich ein auf unsere Recherche über Kasachstan und

die vielfältigen Berichte über das Land! Der Anlass zu diesem Fokus

ist der Vorsitz Kasachstans bei der OSZE und die Abschlusskonferenz

in Astana im Dezember 2010, zu der unser Bundespräsident

Fischer mit einer großen Wirtschaftsdelegation fahren

wird. Wir bringen Eindrücke und Meinungen über Kasachstan,

das bedeutende Land in Zentralasien, von dem wir heuer sicher

noch viel hören werden. SOCIETY – immer den Ereignissen ein wenig

voraus. Lesen sie die Interviews von Außenminister Michael

Spindelegger, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und

vielen anderen.

***

Coverstory

Unser Titelblattthema ist dieses Mal Michelangelo

und Picasso – zwei Meister, eine Ausstellung

gewidmet. Die beiden Ausstellungen in der

Albertina über Picasso und Michelangelo besuchen

wir sowohl redaktionell als auch im Rahmen

einer Veranstaltung, die anlässlich der Finissage

stattfinden wird. Es ist beeindruckend,

wie Wien immer mehr zur Drehscheibe für hochwertigen

Kulturaustausch wird.

***

Wirtschaft und Wissenschaft

Die Österreichische Staatsdruckerei zeigt uns den

hohen internationalen Standard ihrer Produkte.

So genannte „Oikocredite“ faszinieren uns vom sozialen Grundgedanken

her ebenso wie Carl Djerassi im Interview über sein

Lebenswerk: die Pille und mehr.

Madlena Zepter, die Kunstmäzenin aus Serbien bringen wir

nunmehr in einem ausführlichen Gespräch anlässlich unseres

Besuches in Belgrad.

Wenn wir mit unseren Aktivitäten und dem Magazin zum

interkulturellen Dialog beitragen können, haben wir unser Ziel

erreicht, und wir freuen uns, wenn sie daran teilhaben wollen.

Besuchen sie uns auch auf „society 02/10“ als app für das iPad,

auf facebook und unter www.society.at, dort finden sie stets aktuell

sowohl die jüngste SOCIETY-Ausgabe digital zum Durchblättern

als auch eine stets aktuell gepflegte Fotogalerie über

interessante Veranstaltungen.

Wir nützen den Tag: Carpe diem!

Herzlich Ihre

Gerti Tauchhammer

COVER: MICHELANGELO BUONARROTI, „MÄNNLICHER RÜCKENAKT (VERSO)“, UM 1504, © ALBERTINA, WIEN

SOCIETY 3_10 | 11


INHALT

HERBST | 2010

SOCIETY EVENTS

Botschafterempfang im Hotel Imperial ........ 50

Champagnerempfang im Diagnostik Plus Zentrum ........ 75

Botschafter-Preview: Frida Kahlo im BA Kunstforum ........100

■ KASACHSTAN

Länderporträt ................ 16

„Ein gutes Tandem“: Botschafter Yerzhan Kazykhanov ................ 20

OSZE: Interview mit Botschafter Kairat Abdrakhmanov ................ 24

Kasachstan im Mittelpunkt: Interview mit Michael Spindelegger ................ 26

WKO: Christoph Leitl über die Chancen in Kasachstan ................ 28

Astana Economic Forum ................ 30

Drehscheibe Kasachstan: Größte Volkswirtschaft Zentralasiens ................ 32

Kommentar: Hermine Schreiberhuber ................ 34

Fußball in Kasachstan ................ 37

■ DIPLOMATIE UND POLITIK

Diplomatenkarussell ................ 38

Cultural Diplomacy ................ 44

ÖGAVN: Veranstaltungshighlights ................ 46

„America, the beautiful“ von Monika Türk ................ 49

Kommentar: Simon Inou über kulturelle Vielfalt ................ 52

Highlights der Diplomatie-Events ................ 56

■ WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT

Österreichische Staatsdruckerei: Sicherheit im Druck ........ 60

Oikocredit: Rendite mit gutem Gewissen ........ 62

World Diversity Leadership Summit in den USA ........ 63

Herbert Pietschmann: Was ist Bildung? ........ 64

20 Jahre Europäische Akademie der Wissenschaft und Künste ........ 66

Georg Zanger über das europäische Fremdenrecht ........ 68

Carl Djerassi, die „Mutter“ der Pille im Interview ........ 70

■ LIFE UND STYLE

Kaiserball in der Hofburg ........ 76

Legendäre Salzburger Einladungen bei „Manni“ ........ 78

Schönheit für Körper und Geist ........ 82

Wellness für Kinder ........ 83

Die Geheimcodes der Accessoires von Ingrid Chladek ........ 86

Die Stadt Neapel und ihre Inseln ........ 88

Pia Antonia: Markenmode ab Größe 42 ........ 90

Der Schokologe in der Schoko-Loge ........ 96

■ KUNST UND KULTUR

Madlena Zepter: Kunstmäzenin aus Serbien ........102

Mozarteum: Eine Orgel für alle Fälle ........106

Kulturhauptstadt Pécs ........108

Kolumne von Gerhard Gutruf ........ 111

Coverstory: Zwei Meister in der Albertina ........ 114

IMPRESSUM

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE

WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

MEDIA EVENTS NETWORKING

ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich

PREIS: Jahresabonnement ¤ 16,--, zzgl. ¤ 7,-- Versand

Einzelheft: ¤ 4,--

BESTELLUNG: abo@society.at

MEDIENINHABER, VERLEGER ZU 100%: Tauchhammer KG

HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN:

Mag. Gertrud Tauchhammer

LEITUNG REDAKTION:

Mag. Stephan Hofstätter

REDAKTIONELLE MITARBEIT:

Anthony Jacobson, Stephan Lahodynsky

AUTOREN DIESER AUSGABE:

Mag. Ingrid Chladek, Prof. Gerhard Gutruf, Gerhard von

Lentner, Mag. Eva von Schilgen, Wolf von Schilgen, Dr. Susanne

Scholl, Mag. Hermine Schreiberhuber, Mag. Tanja

Tauchhammer

NEW YORK AUSLANDSKORRESPONDENZ: Lea Millesi

ANZEIGENVERKAUF: G. Tauchhammer

GESTALTUNG: Hermann Stöckl, www.hermannsgrafik.at

REDAKTIONSADRESSE: Villa Flora, A-1140 Wien,

Hüttelbergstraße 23A,

TELEFON: 01-914 77 44-0, Fax: 01-914 77 44-8

E-MAIL: mail@society.at

www.society.at

FOTOS: Katharina Schiffl, B.Sc., Katherine Prokofieff,

Heeresbild- und Filmstelle, 1070 Wien, Stiftgasse 2a,

Tel.: 01/5200-37240; UNOV, CTBTO, UNIDO Wagramerstraße

5, 1400 Wien

DRUCK: Druckerei Berger, Wienerstraße 80, 3580 Horn,

Tel.: 02982/4161-0 www.berger.at

HERAUSGEBERIN: Kommerzialrat Honorarkonsulin

Mag. Gertrud Tauchhammer

in Kooperation mit der

ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR AUSSEN-

POLITIK UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

Seit 1945

VORSTAND (SEIT DEZEMBER 2008)

PRÄSIDENT:

Altbundeskanzler NRAbg. Dr. Wolfgang Schüssel

VIZEPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Bot. i.R. Dr. Peter Jankowitsch

Bot. i.R. Dr. Gregor Woschnagg

BM a.D. NRAbg. Herbert Scheibner

NRAbg. Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen

EHRENPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Dr. Willibald Pahr

Bot. i.R. Dr. Wolfgang Schallenberg

GENERALSEKRETÄR: Michael F. Pfeifer

VERTRETER DER ZWEIGVEREINE:

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker (Landessektion Steiermark)

Gregor Waldhauser (AFA)

WEITERE VORSTANDSMITGLIEDER:

Bot. i.R. Dr. Alexander Christiani

Bot. Dr. Johannes Kyrle (als Generalsekr. für ausw. Angel.)

Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny

Bot. i.R. Dkfm. Dr. Karl Peterlik

BM a.D. NRabg. Dr. Ursula Plassnik

Gen Mag. Raimund Schittenhelm

Mag. Liselotte Waldheim-Natural

Dr. Axel Wüstenhagen

SOCIETY IST OFFIZIELLER MEDIENPARTNER

DER ÖGAVN

BLATTLINIE: SOCIETY berichtet über Top-Ereignisse aus

Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.

SOCIETY informiert außerdem in Zusammenarbeit

mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die

Vereinten Nationen über Einrichtungen der Vereinten Nationen.

Jede Ausgabe ist einem Fokusland gewidmet. Durch die Zusammenarbeit

mit der jeweiligen Botschaft in Österreich trägt

SOCIETY wesentlich zur Kommunikation zwischen Österreich

und dem Fokusland bei und ist dadurch ein medialer Multiplikator

der Spitzenklasse in Österreich und in der ganzen Welt.

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Betreuerin oder Ihrem Betreuer. Genau darauf setzt unser neues Beratungsmodell Private Portfolio PREMIUM.

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GASTAUTOREN

HERBSTAUSGABE

Partner von SOCIETY

Qualität verbindet

Zahlreiche prominente Gastautoren schreiben in der aktuellen Herbstausgabe von SOCIETY

zu den unterschiedlichsten Themen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Lifestyle.

Herbert Pietschmann Hermine Schreiberhuber Simon Inou Gerhard Gutruf Susanne Scholl

***

Prof. HERBERT PIETSCHMANN ist

Emeritus am Institut für theoretische Physik

der Universität Wien und Buchautor. Er

verbrachte viele Jahre als Forscher im Ausland.

Seit fünf Jahren schreibt er für SO-

CIETY über Themen der Wissenschaft,

Philosophie und Gesellschaft. In dieser

Ausgabe macht er sich Gedanken über das

Wesen der Bildung.

***

Mag. HERMINE SCHREIBERHUBER

war stellvertretende Ressortleiterin der

Außenpolitik bei der APA. Für die SOCIETY-

Länderschwerpunkte verfasst sie regelmäßig

politische Analysen und Hintergrundberichte

mit den Schwerpunkten

Kaukasus, Zentralasien, Lateinamerika

und EU. Dieses Mal nimmt sie den OSZE-

Vorsitz von Kasachstan genau unter die Lupe.

***

SIMON INOU stammt aus Kamerun, studierte

Soziologie und ist Journalist (z. B. Radio

Afrika International) mit dem Schwerpunkt

interkultureller Medienarbeit. Er

ist Mitbegründer von www.afrikanet.info

und Projektleiter von M-Media. Für seine

Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen

bekommen, u. a. vom Land Steiermark

und der EU. Im SOCIETY-Kommentar plädiert

er für mehr Vielfalt in allen Bereichen

der Gesellschaft.

***

Prof. Gerhard Gutruf studierte an der

Akademie der Bildenden Künste in Wien.

1976 präsentierte er seine „Hommage à

Vermeer“. Bei seinen zahlreichen Studienreisen

lernte er den mexikanischen Maler

Rufino Tamayo kennen, der eine Gutruf-

Ausstellung in Mexiko-Stadt anregte. Sein

Gastartikel dieser Ausgabe ist eine Betrachtung

über die Größe Österreichs auf

messtechnischer und kultureller Ebene...

***

Dr. SUSANNE SCHOLL ist weithin als

ORF-Korrespondentin in Moskau bekannt,

wo sie ab 2000 das ORF-Büro leitete. In

zahlreichen Publikationen (u. a. „Russisches

Tagebuch“ und „Töchter des Krieges“)

beschäftigt sie sich mit dem Thema

Russland. Die Trägerin des Österreichischen

Ehrenkreuzes für Wissenschaft und

Kunst und ausgezeichnete Journalistin des

Jahres 2009 fragt in ihrer Kolumne, ob unser

Wohlstand durch Immigranten bedroht

ist.

***

Mag. INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin

der Dresscode Company und Head von

Dressforsuccess. Sie berät in Fragen Business-

Outfit, Image, Stil und Styling. Ihr Wissen

präsentiert sie anhand von Prominenten-Styling-Checks.

In dieser Ausgabe verrät sie

uns, was Accessoires über eine Person aussagen.

***

Dr. GEORG ZANGER ist als Rechtsanwalt

u. a. auf Wettbewerbs-, Urheber- und Medienrecht

spezialisiert. In China hat er ein

Netzwerk mit 25 Rechtsanwaltskanzleien

geschlossen, um Investitionen nach Österreich

zu bringen. Als kritischer Beobachter

des Zeitgeschehens beschäftigt er sich in

dieser SOCIETY-Ausgabe mit dem Asylrecht

in Europa.

***

GERHARD VON LENTNER blickt für

SOCIETY in die Sterne. Der mediale Berater,

Kartenleger, Heiler und Buchautor beschäftigt

sich intensiv mit Lebensberatung

und verrät den SOCIETY-Lesern in jeder

Ausgabe, wohin Österreich und die Welt

steuern und was die Sterne in Beruf, Liebe,

Finanzen und Gesundheit für jeden bereithalten.

***

WOLF und EVA VON SCHILGEN sind

langjährige Stammschreiber für SOCIETY.

Die Unternehmerin, Kulturmanagerin und

Journalistin Eva von Schilgen ist das

SOCIETY-Standbein in Salzburg und berichtet

mit viel Elan über Kultur und Gesellschaft

abseits der österreichischen

Bundeshauptstadt. Der „lachende Satiriker“

und Ehemann Wolf von Schilgen, gefeierter

Buchautor, beschließt jede SOCIETY-

Ausgabe mit seinen Satiren und zaubert ein

Lächeln auf die Lippen der SOCIETY-Leser.

Ingrid Chladek Georg Zanger Gerhard von Lentner Wolf und Eva von Schilgen

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Demner, Merlicek & Bergmann

WWW.SCHNEIDERS.COM


KASACHSTAN

LÄNDERPORTRÄT

Das Herz Eurasiens

Kasachstan als Staat gibt es erst seit dem Jahr 1991. Es ist das größte Land und die stärkste

Wirtschaftsmacht in Zentralasien – und dennoch ist Kasachstan in Europa noch zu wenig

bekannt. 2010 hält es den Vorsitz der OSZE und möchte dies nützen, um politisch und wirtschaftlich

einen weiteren Schritt nach vorne zu machen.

Kasachstan ist so groß wie Westeuropa

und doch so unbekannt. Das Land in

Zentralasien (das in seinem äußersten

Westen in der Nähe der Wolgamündung

noch zu Osteuropa gezählt werden kann) ist

erst seit 1991 ein eigenständiger Staat. Es

liegt ziemlich genau in der Mitte des eurasischen

Kontinents und steht an neunter

Stelle der größten Staaten der Welt – knapp

hinter Argentinien, hat aber weniger Einwohner

als die Niederlande (Platz 62). Das

ergibt eine Bevölkerungsdichte von nur

sechs Einwohnern pro Quadratkilometer,

womit Kasachstan zu den am dünnsten besiedelten

Gebieten der Erde gehört. Das Bildungssystem

ist beachtlich, die Analphabetenrate

ist so niedrig wie in westlichen

Industriestaaten. Die Wirtschaft ist stärker

als die aller anderen zentralasiatischen Länder

zusammengenommen. Zu den größten

Herausforderungen des Landes zählen

die Bildung eines nationalen Gefüges; die

Diversifizierung der Wirtschaft, die zum

Großteil von Öl- und Gasexporten abhängt;

die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit

und die Verbesserung der Beziehungen zu

den Nachbarstaaten im Süden des Landes.

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FACTS IN BRIEF

Was man erlebt haben muss

Das Ustjurt-Plateau am westlichen Ende

des Aralsees ist das größte und am besten

geschützte Naturschutzgebiet Kasachstans.

Es wurde 1984 geschaffen und erstreckt

sich auf einem Gebiet von 2.200 Quadratkilometern.

Erreichbar ist das Gebiet entweder

über hunderte Kilometer mit dem

Jeep oder per Hubschrauber. Beeindruckend

sind die Kalk-Cliffs, Tschinks genannt,

die von Karsthöhlen gesäumt sind. Im

Frühjahr stehen weite Teile der Ebene unter

Wasser und im Juni blüht das Steppengras.

Der markanteste Punkt ist wohl das

weiße Kalkmassiv Bozzhira. Im Naturschutzgebiet

lebt eine einzigartige Fauna

an großen Vögeln und Huftieren.

Das Siebenstromland im Südosten des

Landes beeindruckt durch seine atemberaubende

Schönheit und Vielfalt an Flora.

Insbesondere das Turgen-Tal ist eines der

malerischsten Täler des Zailijskij Alatau, einem

Teilgebirge des Tien Schan Gebirgszuges.

Hier findet man Misch- und Fichtenwälder

sowie subalpine und alpine

Wiesen, die für Beeren- und Kräutersammler

ein wahres Paradies darstellen. Auf dem

sich dort befindlichen Assy-Plateau trifft

man in den Sommermonaten mit Sicherheit

Nomaden mit ihren Jurten und Herden

an. Ein weiteres faszinierendes Naturspektakel

stellen die vielen Wasserfälle mit

einer Fallhöhe von bis zu dreißig Metern

dar. Sogar bis zu den Gletschern ist es möglich

zu wandern. Dort wird man seinen Augen

nicht trauen, wenn man den Tschin-

■ LÄNDERNAME: Republik Kasachstan

■ FLÄCHE: 2.724.900 km 2

■ KLIMA: Kasachstan unterliegt einem

kontinental geprägten Klima.

Nach kalten Wintern folgen ohne

Übergang heiße lange Sommer. In

den Wüstengebieten herrschen extreme

klimatische Bedingungen mit

Temperaturunterschieden zwischen -

40°C und +40°C.

■ LAGE: Kasachstan ist der größte

Binnenstaat der Erde und liegt in

Zentralasien. Es grenzt im Norden an

Russland, im Osten an China und im

Süden an Kirgistan, Usbekistan und

Turkmenistan. Im Westen ist das

Land durch das Kaspische Meer, das

als Binnensee gilt, begrenzt.

■ HAUPTSTADT: Astana (692.000

Ew.)

■ BEVÖLKERUNG: ca. 16 Millionen

Einwohner; 57,2% Kasachen, 27,2%

Russen, 3,1% Ukrainer, 2,7% Usbeken,

1,6% Deutsche, 1,6% Tataren, 1,5% Uiguren

■ SPRACHEN: Kasachisch, Russisch

■ WÄHRUNG: Tenge (KZT),

1 EUR = 194 KZT

■ RELIGIONEN: 65% Muslime, 35%

Christen (v.a. Orthodoxe)

■ NATIONALFEIERTAG: 16. Dezember,

Unabhängigkeitstag

■ STAATSFORM: Präsidialrepublik,

(Verfassung von 1995); Wahl des

Parlamentes alle 5 Jahre, Wahl des

Präsidenten alle 7 Jahre

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-

RUNG: Staatspräsident Nursultan Ä.

Nasarbajew (seit 1990), Regierungschef

Kärim Mässimov (seit 2007)

■ UNABHÄNGIGKEIT: 25.10.1990 von

der Sowjetunion, Proklamation am

16.12.1991

■ VERWALTUNG: 14 Regionen, 2

Städte mit Sonderstatus (Almaty

und Astana) und Sonderbezirk Baikonur

■ MITGLIED IN INTERNAT. ORGANI-

SATIONEN: OSZE, UNO, EAEC, ECO

SOCIETY 3_10 | 17


KASACHSTAN

LÄNDERPORTRÄT

BUCHTIPPS

Dagmar Schreiber

Kasachstan

Dagmar Schreiber, Trescher

Nomandenwege zwischen Kaspischem Meer und Altaj

Verlag, 3. Auflage 2009

Das Reisehandbuch bietet viele

interessante Hintergrundinformationen

über Land und Leute.

Er stellt alle Regionen des Landes

detailliert vor und gibt zahlreiche

Tipps für organisierte Touren und Individualreisende.

Ausführliche Kapitel zu Geschichte und Kultur

machen Lust auf die Entdeckung eines noch weitgehend

unbekannten Reiseziels.

Trescher Verlag

Apples Are From Kazakhstan

– The Land that Disappeared

Christopher Robbins,

Atlas & Co., 2008

Der amerikanische Journalist

Christopher Robbins erfährt zufällig,

dass der Ur-Apfel aus

Kasachstan stammt. Er beschließt,

das riesige aber unbekannte Land kennen zu lernen,

und schildert in seinem überaus spannend geschriebenen

Reisebericht seine eigenen Erfahrungen kombiniert

mit erhellenden geschichtlichen Darstellungen und Minibiographien.

Das Buch ist ein Muss für jeden, der über Kasachstan

Bescheid wissen will.

BERÜHMTE PERSÖNLICHKEITEN

■ Al-Farabi (870-950): Universalgelehrter, studierte in

Bagdad und Aleppo, wo er mit den Lehren der griechischen

Philosophie in Berührung kam. Genannt der

„Zweite Aristoteles“.

■ Schokan Walichanov (1835-1865): Bereiste Kasachstan

und sammelte historische, geografische und ethnografische

Daten. Freundschaft mit Dostojewski. Er starb mit

Dreißig an Tuberkulose.

■ Achmet Bajtursynuly (1872-1937): Intellektueller. 1913 bis

1918 Herausgeber der Zeitung „Kasakh“. Analysierte die

kasachische Sprache und erstellte einen Stammbaum der

Turksprachen. Von Stalin verbannt und 1937 erschossen.

■ Nursultan Nazarbajev (*1940): Erster Präsident der Republik

Kasachstan, im Oblast Almaty geboren, begann seine

Karriere als Metallurgiearbeiter. Studium in Wirtschaftswissenschaften.

Sein politisches Leben begann 1969 im sowjet.

Jugendverband Komsomol, später Erster Sekretär der

Kommunistischen Partei der Unionsrepublik Kasachstan.

■ Toqtar Äubäkirow (*1946): Erster kasachischer Kosmonaut.

Flog gemeinsam mit dem Österreicher Franz Viehböck

und dem Russen Alexander Wolkow für acht Tage

in den Weltraum. Später Generaldirektor der kasachischen

Luft- und Raumfahrtagentur und Abgeordneter im

Parlament.

■ Alexander Nikolajewitsch Winokurow (*1973): Kasachischer

Radprofi, der aktuell dem Team Astana angehört.

Sieg bei der Vuelta a España 2006, Silbermedaille im

olympischen Straßenrennen von Sydney 2000 und Bronzemedaille

im Zeitfahren bei der Weltmeisterschaft 2006.

Der Präsidentenpalast in Astana

turgenskije Jel’niki erblickt – einen Moosfichtenwald

am ewigen Eis.

Was man gesehen

haben muss

Almaty zählt mit Sicherheit zu den

größten Sehenswürdigkeiten des Landes.

Sie gilt noch immer als die südliche Hauptstadt

und ist wirtschaftliches, wissenschaftliches

und kulturelles Zentrum des

Landes. Einen herrlichen Blick über Almaty

und die Umgebung bekommt man vom

Kok-Töbe aus, dem Hausberg, den man bequem

für wenig Geld (800 Tenge, ca. 4 Euro)

per Seilbahn erreichen kann. Abgesehen

davon hat Almaty noch viel mehr zu

bieten, wie unzählige entzückende kleine

Parks, den Platz der Republik, der sich an

Feiertagen in einen Festplatz voll mit Buden

und Bühnen verwandelt oder die beeindruckende

Holzkathedrale im „Park

der 28 Panfilov-Gardesoldaten.“

Die neue Hauptstadt Astana besticht

vor allem durch moderne Architektur, die

im Bauboom seit 1997 entstanden ist. So

etwa der „Baum des Lebens“, der mit zwei

Liften die Besucher rund hundert Meter

hochbefördert und eine tolle Aussicht auf

einen komplett neu geschaffenen Stadtteil

ermöglicht. Am gegenüberliegenden Ende

der Sichtachse befindet sich der neue Präsidentenpalast,

der „Ak Orda“, ein imposantes

Gebäude, verziert mit weißen Säulen

und einer großen blauen Kuppel. Ein

weiteres faszinierendes Gebäude stellt die

Nur-Astana Moschee dar, die ein Geschenk

des Emirs von Katar ist.

***

Was man probiert

haben muss

Die kasachische Küche ist von der nomadischen

Tradition der Kasachen beein-

KASACHSTAN IM INTERNET

Kasachische Botschaft in Österreich

www.kazakhstan.at

Offizielle Seite des Präsidenten von Kasachstan

http://akorda.kz/en/

Kasachisches Parlament

www.parlam.kz

Kasachische Regierung

www.government.kz

Rund um den Tourismus

www.visitkazakhstan.kz

Generelles über Kasachstan

http://kazworld.info

Agentur für Statistik Kasachstans

www.stat.kz

Gesetze und Businessnews

www.stat.kz

Über Almaty und Kasachstan, Insidertipps

http://expat.nursat.kz

18 | SOCIETY 3_10


AUS DER GESCHICHTE

FOTOS: BOTSCHAFT VON KASACHSTAN

Junger Reiter

Tradition: Die Jagd mit Vögeln

Massiv Bozzhira auf dem Ustjurt-

Plateau

flusst und für einen Westeuropäer zunächst

etwas fremd. Gekocht wird mit

Hammel-, Kamel- und Pferdefleisch, viel

Reis und Getreide. Frisches Gemüse und

Obst kommt selten auf den Tisch. Zudem

werden kaum Kräuter und Gewürze verwendet.

Auf Grund der Lage Kasachstans an

der ehemaligen Seidenstraße finden sich in

der Landesküche zahlreiche Einflüsse chinesischer

aber auch usbekischer, tatarischer,

uigurischer, russischer, und sogar

deutscher Kochkünste.

Nationalgericht ist das so genannte

Beschbarmak. Es wird mit gekochtem Hammel-

oder Pferdefleisch zubereitet und auf

dünn ausgerollten Teigfladen mit der Hand

gegessen. Garniert wird das Ganze mit

Zwiebeln und Knoblauch und manchmal

auch Kartoffeln.

In einigen Dörfern am Kaspischen Meer

WUSSTEN SIE, DASS...

■ …die Verlegung der Hauptstadt von Almaty nach Astana

auch einen symbolischen Wert hat? Die Wahl der neuen

Hauptstadt im Zentrum der Sary-Arka-Steppe verdeutlicht

besser als Almaty die Verbundenheit des

Steppenvolkes mit seiner Hauptstadt.

■ …in den 1990er Jahren aus Not Stromleitungen gekappt

wurden, um Silber zu gewinnen und daher nicht in jedem

Landesteil Elektrizität eine Selbstverständlichkeit ist?

Hauptstadt Astana

ist Kaviar ein Grundnahrungsmittel, das jedoch

immer seltener wird, da der Kaviarlieferant,

der Stör, fast ausgefischt ist. Seit

den 1980er Jahren ist sein Bestand um

neunzig Prozent zurückgegangen. Man erhält

ihn jedoch in Fischerdörfern am

Markt deutlich billiger als in Europa oder

sonst wo. Die Fischer selbst verdienen wenig

am Geschäft mit dem Kaviar, deshalb

sollte nur Kaviar mit dem „GOST“-Zertifikat

gekauft werden, da dieses garantiert,

die Fischer angemessen entlohnt zu haben.

Nationalgetränk in Kasachstan ist Kumys,

eine Art Milchwein. Stutenmilch wird

in einem Lederschlauch vergoren. Ähnlich

ist vergorene Kamelmilch, die Schuwat

heißt. Der Geschmack ist zunächst

gewöhnungsbedürftig – es schmeckt säuerlich

prickelnd und hat einen käsigen

bis mandelähnlichen Nachgeschmack. Kumys

ist leicht alkoholhaltig (ca. 1,2 bis 2

Prozent) und gilt als traditionelles Nahrungsmittel

bei asiatischen Steppenvölkern.

Auch bei diversen Krankheiten wie

zum Beispiel Tuberkulose oder Eisenmangelanämie

wird Kumys eingesetzt. Wegen

des hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalts

war Kumys bei den Steppenvölkern

teilweise Ersatz für frisches Obst und Gemüse,

jedoch wirkt es leicht abführend.

Destilliert man Kumys, erhält man eine Art

Branntwein namens Araca.

1000 v. Chr.: Nomadenstämme bevölkern den Norden Kasachstans,

im Süden sesshafte Stämme in den fruchtbaren

Regionen.

500 v. Chr.: Besiedelt und bevölkert durch die Saken und

Hunnen.

800 und 900 n. Chr.: Araber erobern das Land und Kasachstan

wird islamisch.

1219: Teil des mongolischen Reiches unter Dschingis Khan

1245: Das Wort „kasachisch“ taucht zum ersten Mal auf. Es

bedeutet in etwa „freier Vagabund innerhalb eines Volksstammes“.

1360: Nachkommen des Dschingis Khan errichten auf den

Trümmern des Mongolenreiches das zweite Mongolische

Reich mit der Hauptstadt Samarkand.

15.-16. Jh.: Es bildet sich das kasachische Volk als homogene

Nation mit eigener Staatlichkeit heraus. Das kasachische

Khanat entsteht.

1731: Stammeshäuptlinge sprechen sich für eine Angliederung

an Russland aus.

1822: Ablöse der kasachischen Khane durch russische Gouverneure.

1837: Aufstand gegen die russische Kolonialisierung unter

Kenesary Kassymov.

1868: Sieg der Russen über den Khan von Kokand. Kasachstan

wird Teil des Zarenreiches.

1916: Die „Große Revolte“ der Kasachen gegen Russland

wird blutig niedergeschlagen, flammt jedoch 1917 im Zuge

der Oktoberrevolution wieder auf.

1917: Erster Allkasachischer Kongress mit Bestimmung eines

provisorischen Volksrates der Autonomie in Orenburg, das

zugleich erste Hauptstadt der Kasachen wird.

1920: Autonome Republik der Kirgisen und Kasachen wird

ausgerufen.

1936: Im Zuge von Stalins Nationalitätenpolitik wird diese

Republik wieder aufgelöst. Schaffung der sowjetischen

Unionsrepublik Kasachstan.

ab 1949: Testgebiet für sowjetische Atombomben.

ab 1954: Durch die Urbarmachung des „Neulandes“ unter

Chrustschov entstehen irreparable Schäden am Ökosystem

der Steppe.

16.12.1986: Studenten protestieren in Almaty gegen die sowjetischen

Verwaltungsstrukturen. Man lässt auf sie schießen,

seither ist der 16. Dezember nationaler Gedenktag.

25.10.1990: Der Oberste Sowjet der Republik Kasachstanverabschiedet

die „Deklaration über die staatliche Souveränität

der Kasachischen Sozialistischen Sowjetrepublik“.

1991: Nursultan Nasarbajew als Präsident bestätigt und am 21.

Dezember erfolgt der Beitritt zur GUS.

15.5.1992: Unterzeichnung des russisch-kasachischen

Freundschafts- und Zusammenarbeitsvertrags, der insbesondere

die Unantastbarkeit der gemeinsamen Grenze hervorhebt.

1995: Präsident Nasarbajew verlegt die Hauptstadt von Almaty

nach Akmola.

1998: Regierung und Parlament ziehen von Almaty nach Akmola.

1998: Akmola wird endgültig als offizielle Hauptstadt proklamiert

und in Astana (Hauptstadt) umbenannt.

2010: Kasachstan hat den Vorsitz bei der OSZE.

Erlöserkirche in

St. Petersburg

SOCIETY 3_10 | 19


KASACHSTAN

BOTSCHAFTER

„Wenn du bei der UNO arbeitest,

betrachtest du die Welt

aus der Vogelperspektive.“

YERZHAN KAZYKHANOV

SOCIETY-Gespräch mit dem kasachischen Botschafter

Österreich und Kasachstan –

ein gutes Tandem

Der Botschafter von Kasachstan, Yerzhan Kazykhanov, im SOCIETY-Interview über den Aufschwung

Kasachstans, den Weg zur Demokratie und die kasachisch--österreichischen

Beziehungen.

Sie sind seit eineinhalb Jahren Botschafter

in Österreich. Wie ist das Leben hier im

Vergleich zu Kasachstan?

Das ist meine erste Ernennung zum

Botschafter in einem europäischen Land.

Zweifellos ist Österreich ein herrliches und

wunderschönes Land. Als Historiker freue

ich mich über die Möglichkeit, persönlich

in Berührung mit der reichen Geschichte

Österreichs zu kommen. Ich besuche oft

Museen, historische Orte, lese viel über Ihr

Land. Insbesondere möchte ich die Gastfreundschaft

der Österreicher hervorheben,

dafür sprechen Millionen Touristen,

die nach Wien und in andere Regionen des

Landes kommen. Ich und meine Familie

fühlen uns sehr wohl in Wien. Ich glaube

man kann behaupten, dass Wien von allen

Gesichtspunkten her gesehen die sicherste

und komfortabelste Stadt des Planeten ist.

Was ist der größte Unterschied zwischen

Österreich und Kasachstan?

Der Hauptunterschied zwischen Kasachstan

und Österreich ist meiner Mei-

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL

20 | SOCIETY 3_10


nung nach die Größe der Territorien der

beiden Länder. Wie Sie wissen, ist Kasachstan

flächenmäßig genauso groß wie Westeuropa

(Anm. 2,7 Mio. Quadratkilometer).

Wir sind in Kasachstan an die Weite der

Steppe gewöhnt. Ich möchte noch hinzufügen,

dass meine Heimatstadt Almaty am

Fuße der Berge Alatau klimatisch und vom

Naturraum her der Stadt Wien ähnelt. Ich

fühle mich hier wie zu Hause.

Was vermissen Sie am meisten hier in

Wien?

Seit zwanzig Jahren bin ich im diplomatischen

Dienst tätig. Ich habe in dieser

Zeit viele enge Freunde in verschiedenen

Ländern der Welt gewonnen, wo

ich gearbeitet oder Besuche erstattet habe.

Natürlich fehlt mir der Umgang mit

meinen Freunden im Ausland. Aber wir

telefonieren oft und kontaktieren uns

per E-Mail. Hier in Wien habe ich auch

viele wunderbare Leute getroffen. Wiens

Hauptschatz sind die Menschen, die hier

leben und diese Stadt tatsächlich schön

und attraktiv machen.

Welche Regionen von Österreich haben

Sie bereits kennen gelernt?

Um mehr von einem Land zu erfahren,

muss man natürlich alle Regionen besuchen

und näher die Wirtschaft, Kultur, Traditionen

und Küche kennenlernen. Im Laufe

meines Aufenthaltes in Österreich seit

eineinhalb Jahren hatte ich das Glück, wunderschöne

Orte zu sehen. Mein erstes Reiseziel

außerhalb Wiens war die Stadt Graz im

Frühling 2009. Das war unvergesslich. Es

gab ein Treffen mit dem Landeshauptmann

der Steiermark, dem Vorsitzenden des Landtags,

Geschäftsleuten usw. Einen besonderen

Eindruck hat der Besuch des „MAGNA“-

Werkes hinterlassen, wo ich eine Testfahrt

mit einem BMW X3 machen durfte.

Unvergesslich waren auch Salzburg und

seine Umgebung. Besonders prägte sich mir

die Zusammenkunft mit Landeshauptfrau

Gabi Burgstaller ein. Es scheint mir, dass sie

ein Mensch ist, der seine Heimat und Arbeit

liebt und viel für die Entwicklung des

Bundeslandes Salzburg tut. Ich und meine

Familie fahren gerne Ski, wir kennen und besuchen

oft manche Skikurorte in Österreich.

Ich möchte noch sagen, dass es mir gelang,

bei den Musik- und Opernfestspielen

in Bregenz, Salzburg, Graffeneg zu sein.

Ich bin von der Liebe der Österreicher zur

Musik, der hohen Kunst beeindruckt.

Ebenfalls haben ein Treffen mit dem

Landeshauptmann von Oberösterreich und

ein Besuch der Stadt Linz stattgefunden.

Ich war im Gussstahlwerk Voest Alpine

und hoffe noch Kärnten zu besuchen sowie

Tirol kennenzulernen.

Im Großen und Ganzen erfolgen während

meiner Reisen durch das Land zahlreiche

Treffen mit den österreichischen Geschäftsleuten,

ich besuche die

Unternehmen. Ich bin sicher, dass unsere

Länder gutes Potential für den Ausbau der

Zusammenarbeit in Handel und Wirtschaft

haben. In Kasachstan gibt es

Ressourcen, in Österreich Technologien.

Das ist ein gutes Tandem.

Leben Sie mit der gesamten Familie in

Wien?

Ja, in Wien leben wir mit der ganzen Familie.

Ich und meine Ehefrau Danara haben

zwei Kinder: eine Tochter (18 Jahre alt)

und einen Sohn Tair (11 Jahre alt). Unsere

Tochter hat dieses Jahr die Schule beendet

und wurde auf der Universität Kent in

Großbritannien aufgenommen. Für uns

ist es eine große Familienfreude. Unser

Sohn Tair besucht die 5. Klasse in der Vienna

International School VIS. Wir bemühen

uns, viel durch Österreich zu reisen, fahren

Rad am Ufer der blauen Donau.

Wie würden Sie den kasachischen Charakter

definieren?

Kasachen und Österreicher haben viel

„In Kasachstan gibt es

Ressourcen, in Österreich

Technologien. Das ist ein

gutes Tandem.“

YERZHAN KAZYKHANOV

Gemeinsames im Charakter. Wir sind genauso

gastfreundlich und freundschaftlich.

Ich denke, dass die überaus schwierige

Geschichte meines Volkes in der

Vergangenheit zur Stärkung des nationalen

Selbstbewusstseins der Kasachen beigetragen

hat. Wir ehren die Traditionen der

Vorfahren. Aber das Wichtigste ist wahrscheinlich,

dass wir die Kultur, die Religion

und die Sitten anderer Völker respektieren.

Kasachstan ist ein multinationaler Staat,

zurzeit leben hier mehr als 120 Nationalitäten.

Multinationale Eintracht und Stabilität

sind Garant der Prosperität für Kasachstan

von heute.

Kasachstan und Österreich spielen bei

der EM-Qualifikation in derselben Gruppe.

Interessieren Sie sich für Fußball?

Am 7. September fand in Salzburg ein

Qualifikation-Fußballspiel zwischen den

Mannschaften Kasachstans und Österreichs

statt. Wir haben mit den Vorbereitungen

anlässlich dieses Ereignisses frühzeitig

begonnen. Die Mitarbeiter der

Botschaft sind mit ihren Familien nach

Salzburg gefahren. Außerdem ist der Präsident

der Fussballföderation Kasachstans

nach Österreich gekommen. Ich glaube, es

wird die Leser interessieren, dass noch im

Sommer in Kasachstan mit Unterstützung

durch das Außenministerium der Republik

Kasachstan und der Fluggesellschaft „Austrian

Airlines“ ein Gewinnspiel über die

Geschichte der kasachisch-österreichischen

Beziehungen veranstaltet wurde.

Die Sieger dieses Wettbewerbs sind zwei

SOCIETY 3_10 | 21


KASACHSTAN

BOTSCHAFTER

kasachische Bürger, die einige Tage in

Wien verbracht haben und zum Fußballspiel

nach Salzburg auf Kosten der Sponsoren

gefahren sind.

Nun zum Thema Diplomatie: Wie haben

Sie Ihre Karriere begonnen und was waren

Ihre wichtigsten Karrierestationen?

Wie bereits erwähnt, bin ich mehr als

zwanzig Jahre im diplomatischen Dienst

Kasachstans tätig. Ende der 80er und Anfang

der 90er Jahre ereigneten sich große,

ich würde sagen, „tektonische“ Veränderungen

auf dem Territorium der ehemaligen

Sowjetunion. Anstelle eines Riesenlandes

entstanden neue junge,

unabhängige Staaten. Zu diesem Zeitpunkt

hat die Diplomatie Kasachstans Leute mit

Fremdsprachenkenntnissen und Auslandserfahrung

gebraucht. Ich hatte solche Erfahrung

und habe mit Freude die Arbeit

im kasachischen Außenministerium angenommen.

Die markantesten Etappen meiner diplomatischen

Karriere waren die ersten

Unabhängigkeitsjahre Kasachstans. Unser

Land war wenig bekannt in der Welt. Aber

die politischen Schritte, die unser Präsident

Nursultan Nasarbajew in den ersten

Unabhängigkeitsjahren unternahm, brachten

viele Länder dazu, sich gegenüber Kasachstan

mit Respekt und vollem Vertrauen

zu verhalten. Unter der Leitung des

ersten Präsidenten des Staates hat Kasachstan

auf Atomwaffen verzichtet und wurde

zum Zentrum des Friedens und der Stabilität.

Ich war Zeuge des Werdegangs der

Unabhängigkeit Kasachstans, habe aktiv

an der Festigung unserer internationalen

Positionen als Diplomat des kasachischen

Außenministeriums teilgenommen.

Eine andere wichtige Periode meiner

beruflichen Laufbahn waren die Jahre meiner

Arbeit als Botschaftsrat und später als

Ständiger Repräsentant der Republik Kasachstan

bei der UNO in New York. Die Mitgliedschaft

jedes Staates in der UNO, im

ganzen 192, ist eine Art von Symbol der

Souveränität und Unabhängigkeit. Ich bin

froh, dass die Regierung meines Landes

mir anvertraute, während dieser Zeit die

Interessen Kasachstans bei der UNO zu

vertreten. Es ist eine kolossale Erfahrung,

die mir auch heute hilft. Wenn du bei der

UNO arbeitest, betrachtest du die Welt aus

der Vogelperspektive. Du siehst Regionen

und Kontinente der Welt. Man erfährt viel

über die internationalen Probleme und –

das Wichtigste – hat die Möglichkeit, faktisch

mit den Vertretern aller Staaten der

Welt zu kommunizieren.

Die dritte wesentliche Etappe meiner diplomatischen

Karriere ist die Arbeit im

„Das BIP pro Kopf ist im Laufe

von 15 Jahren von 700 US-Dollar

auf 8.000 US-Dollar, d. h.

um das Elffache, gestiegen.“

YERZHAN KAZYKHANOV

heutigen Kasachstan. Wir haben uns politisch

und wirtschaftlich gefestigt. Uns

kennt die ganze Welt. Natürlich, von großer

Bedeutung ist der Vorsitz Kasachstans

bei der OSZE in 2010. Wir sind erfreut, dass

das nächste OSZE-Gipfeltreffen in Astana

Anfang Dezember dieses Jahres stattfindet.

Das zeugt von hoher Wertschätzung der

Aktivitäten unseres Präsidenten und von

Vertrauen in unser Land.

Wie beurteilen Sie die Beziehungen zwischen

Kasachstan und Österreich? Gibt es

Bedarf an Verbesserungen?

Es muss darauf hingewiesen werden,

dass zwischen Kasachstan und Österreich

ein gegenseitiges Interesse hinsichtlich

der Vertiefung und der Erweiterung der bilateralen

Zusammenarbeit im politischen,

wirtschaftlichen und kulturell-humanitären

Bereich besteht.

Beide Seiten unterstützen sich bei außenpolitischen

Initiativen. Kasachstan hat die

Das Botschafterehepaar Danara und

Yerzhan Kazykhanov

Kandidatur Österreichs als nichtständiges

Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten

Nationen befürwortet, Österreich leistet Beistand

bei allen Fragen, die mit dem Vorsitz

der Republik Kasachstan zusammenhängen.

Im Großen und Ganzen kann man eine

fortschreitende Entwicklung der Beziehungen

im politischen Bereich feststellen. Zugleich

ist es notwendig, den Beziehungen einen

zusätzlichen Impuls im Rahmen

hochrangiger Besuche zu geben.

Seit den ersten Tagen der Aufnahme

von diplomatischen Beziehungen zwischen

Kasachstan und Österreich bestehen

freundschaftliche Handels- und Wirtschaftsbeziehungen.

Zurzeit nimmt

Kasachstan auf der Liste der außenwirtschaftlichen

Partner Österreichs unter den

GUS-Ländern den dritten Platz ein, nur

den Staaten Russland und der Ukraine

den Vorrang einräumend. Im Jahre 2009

hat der Warenumsatz zwischen Kasachstan

und Österreich 1.137 Millionen Euro

betragen, 938,5 Millionen davon kommen

auf den Import aus Kasachstan und 198,5

Millionen auf den österreichischen Export

nach Kasachstan. Im Zeitraum von 1995 bis

2009 machte das Volumen der Direktinvestitionen

aus Österreich in Kasachstan

über drei Milliarden US Dollar aus.

Die Hauptexportartikel Kasachstans

sind Erdöl und Erdölprodukte, Mineralien

und Mineralrohstoffe, Metalle, Baumwolle,

radioaktives Material, Textilien, unedle

22 | SOCIETY 3_10


Metalle und deren Erzeugnisse. Österreich

importiert nach Kasachstan Produkte der

Lebensmittelindustrie, alkoholhaltige und

alkoholfreie Getränke, Tabak, Maschinen

und Ausrüstungen, elektrotechnische Anlagen.

In Kasachstan sind mehr als fünfzig kasachisch-österreichische

Gemeinschaftsunternehmen

tätig, darunter zeichnen

sich „Zhetybai-Kuest“ (Erdölschürfung und

-förderung), „Voestalpine Kasachstan“ (Erzeugung

von Eisenmetallen), „Tim Ltd“

(Einführung von neuen Technologien im

Irtysch-Eisenhüttenwerk), „Halliburton Kasachstan

Oilfield“ (Einführung von neuen

Technologien in der Atyrauer Erdölraffinerie)

aus.

Kasachstan zählt zu einem der Hauptlieferanten

von Energie für Österreich.

Gleichzeitig stellt Österreichs Erfahrung

im Bereich des Bankwesens, des Maschinenbaus

und der Bauindustrie, der neuen

Technologien und Innovationen, der erneubaren

Energie, der Verarbeitung der

landwirtschaftlichen Produktion, der Ökologie

für Kasachstan großes Interesse dar.

Der nächste wichtige Schritt in diese

Richtung wird die im Herbst dieses Jahres

geplante zweite Tagung der Kasachisch-

Österreichischen Regierungskommission

für handels-ökonomische Zusammenarbeit

in Astana sein.

Was hat sich in Kasachstan seit der Erlangung

der Unabhängigkeit verändert?

Die Ausrufung der Unabhängigkeit der

Republik Kasachstan am 16. Dezember

1991 wurde zu einem Wendepunkt und einem

neuen Ausgangspunkt der Geschichte

der souveränen Entwicklung des Staates.

Den Entwicklungsweg der Unabhängigkeit

von der Republik Kasachstan während

19 Jahren analysierend, muss darauf hingewiesen

werden, dass in diesem Zeitraum

eine Reihe von Problemen erfolgreich gelöst

wurden, die mit der Umsetzung von

politischen und wirtschaftlichen Reformen

verbunden war, und dass bedeutende

Fortschritte beim Aufbau des demokratischen

Staates mit Marktwirtschaft erzielt

worden sind.

In kurzer Zeit ist es uns gelungen, auf

dem Weg der posttotalitären Liberalisierung

gute Ergebnisse in der sozialwirtschaftlichen,

politischen und geistigen

Entwicklung zu erzielen. In Kasachstan

funktioniert ein harmonisches Modell der

polyethnischen und polykonfessionellen

Gesellschaft, die unter den scharfen Bedingungen

der Transformation des Gesellschaftssystems

ein entsprechendes Tempo

bei den fortschreitenden wirtschaftlichen

und politischen Reformen gefunden hat.

CURRICULUM VITAE

Botschafter Yerzhan Kazykhanov ist am 21. August 1964

geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er studierte

von 1981 bis 1987 an der Staatsuniversität St. Petersburg

(orientalische Fakultät), danach an der Moskauer Diplomatischen

Akademie und am Trainingsinstitut des Außendienstes

in Neu Delhi. 1993 besuchte er das Foreign Service

Training Institut in Washington D.C. Yerzhan

Kazykhanov ist Doktor der Geschichte. Er war von 1989 bis

1993 zuerst Zweiter dann Erster Sekretär in der Abteilung

für Politische Angelegenheiten im Außenministerium.

Darauf folgend war er Protokollchef. 1995 wechselte er

nach New York zu den Vereinten Nationen. Ab 2000 war

er Generalsekretär der UNESCO in Kasachstan, Vizeaußenminister,

Ständiger Vertreter bei den VN in New York und

Beigeordneter des Präsidenten von Kasachstan. Seit Jänner

2009 ist er Botschafter in Wien.

Dazu haben die richtig gesetzten Prioritäten,

die ausgewogene Innen- und Außenpolitik,

sowie die Beständigkeit bei der Zielerreichung

beigetragen.

Politisch gesehen hat Kasachstan mehrere

außenpolitische Initiativen auf dem

Gebiet der Kernwaffenabrüstung, der Verstärkung

der Sicherheit vorgebracht und

realisiert. Was den außenpolitischen Kurs

betrifft, erweitert Kasachstan sowohl die

bilaterale als auch die multilaterale internationale

Zusammenarbeit, tritt für die

Stärkung der Integration im Rahmen der

GUS-Länder, der EAWG, des „Einheitlichen

Wirtschaftsraumes“, der Shanghaier Organisation

für Zusammenarbeit und der Organisation

des Vertrags über kollektive Sicherheit

ein, wirkt mit der

internationalem Gemeinschaft im Rahmen

der UNO, der OSZE und anderer internationalen

Organisationen zusammen.

Mit keinem Land der Welt hat unser Staat

ernste Probleme.

Wirtschaftlich ist Kasachstan aufgestiegen.

Heute zählt Kasachstan zu den Ländern

mit durchschnittlichem Einkommen.

Wir haben ein gutes Potential. Es werden

konkurrenzfähige Unternehmen gegründet,

neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Land

ist wieder ein starkes Wirtschaftswachstum

zu beobachten. Sogar in den Zeiten der

Weltwirtschaftskrise, die das Entwicklungstempo

in vielen Staaten reduziert hat, ist

die positive Dynamik der kasachischen

Wirtschaft erhalten geblieben.

Kasachstan hat als erstes unter den

GUS-Ländern Steuer- und Rentenreformen

durchgeführt, die kein Analog im postsowjetischen

Raum haben. In der nationalen

Wirtschaft wurden mehr als hundert Milliarden

Euro an Direktinvestitionen lukriert.

Allein in den ersten sieben Jahren des neuen

21. Jahrhunderts hat sich der Umfang

des BIP verdoppelt, um das Zweifache hat

sich die industrielle Produktion vergrößert,

die landwirtschaftliche Erzeugung

um das Eineinhalbfache. Das BIP pro Kopf

ist dabei im Laufe von 15 Jahren von 700

US-Dollar auf 8.000 US-Dollar, d. h. um das

Elffache, gestiegen.

Vor welchen Herausforderungen steht

Kasachstan mit seinen unmittelbaren Nachbarstaaten?

Potentielle Herausforderungen und Bedrohungen

gegenüber Kasachstan sind

durch die geopolitische Lage des Landes bedingt.

Hierbei muss man die Umgebung

Kasachstans berücksichtigen, die mit wenigen

Ausnahmen einen neue Gefahren bildenden

Gürtel der Instabilität darstellt.

In diesem Zusammenhang ruft die politisch

instabile Situation in einzelnen Staaten

der Region Besorgnis hervor. Ernste Bedrohung

stellen der internationale

Terrorismus und der religiöse Extremismus

dar, die qualitativ neue, übernationale

Formen annehmen. Die Zunahme der

transnationalen Kriminalität ist ebenfalls

eine Herausforderung für die kasachische

Gesellschaft. Der niedrige Lebensstandard

in den Nachbarländern führt zu einem

schwer kontrollierbaren Anstieg der illegalen

Migration.

Den Herausforderungen und Bedrohungen

Widerstand zu leisten, die die Interessen

der nationalen Sicherheit Kasachstans

berühren, kann man nicht nur mittels eines

adäquaten Verteidigungspotentials,

sondern auch durch wirtschaftliche Möglichkeiten,

neue Technologien aktiv verwertend

und die Herstellung der konkurrenzfähigen

Produktion forcierend.

Die Lösung der genannten Aufgaben ist

ohne Sicherung der innenpolitischen Stabilität

und Konsolidierung der Gemeinschaft

nicht möglich. Allgemein bekannt ist, dass

die Polarisation der Gesellschaft interne

Herausforderungen hervorbringt, die zur

Instabilität führen und die Bedrohung der

nationalen Sicherheit nach sich ziehen.

Als Beispiel können die jüngsten Ereignisse

in Kirgistan dienen. Die Behebung

der Ursachen, die die materiellen, ethnischen

religiösen Meinungsverschiedenheiten

hervorrufen, ist eine der erstrangigen

Aufgaben der modernen Entwicklung Kasachstans.

Zumal ist unser Land durch seine

Toleranz, sein zwischenkonfessionelles

Einverständnis und den Dialog weltweit

bekannt.

Die Frage der Sicherung der innenpolitischen

Stabilität kann strategisch mittels

des allseitig ausgewogenen Programms für

soziale Umgestaltungen gelöst werden.

SOCIETY 3_10 | 23


KASACHSTAN

OSZE

Kazakhstan and OSCE

From Vancouver to Vladivostok

Ambassador Kairat Abdrakhmanov, Chairperson of the OSCE Permanent Council, Permanent

Representative of Kazakhstan to the OSCE, about the importance of the OSCE, the problems

in Central Asia and the need to adopt the Organization.

How important is the OSCE Chairmanship

for Kazakhstan?

For us the OSCE Chairmanship is a logical

step after almost two decades of independent

political and economic development

of Kazakhstan. Election to this

honourable and respected post was recognition

of the successful development of

our young state, the consolidation of its society,

and its contribution to ensuring international

security, co-operation and regional

integration. We are grateful to the

OSCE participating States for their confidence

in us and their constant support.

Leading such an important organization

is entirely in keeping with the spirit of

Kazakhstan’s proactive foreign policy. It enables

us to promote our interests, priorities

and values at a higher international level,

making use of its treasure trove of tools

available to the Organization. The experience

of chairing the OSCE will undoubtedly

have a positive impact on our country’s

progress on the path to democracy.

What are the priorities of the Kazakh

Chairmanship of the OSCE?

Since the very outset our Chairmanship

has been seeking to follow the motto of the

four Ts – Trust, Tradition, Transparency

and Tolerance. As President Nazarbayev

explained in his video address to the members

of the OSCE Permanent Council, the

first T refers to the trust that is necessary

for all of us. The second one refers to our

commitment to the fundamental principles

and values of the OSCE. The third one

conveys maximum openness and transparency

in international relations, free

from “double standards” and “dividing

lines”. The fourth T reflects global trends

towards a strengthening of intercultural

and intercivilizational dialogue, which is

gaining major importance in today’s

world.

Our Chairmanship’s programme includes

work to counter new threats and

challenges, the search for solutions to protracted

conflicts, the rehabilitation of

Afghanistan, co-operation with respect to

„Our chairmanship will mark

a new stage in East-West relations.“

KAIRAT ABDRAKHMANOV

transport, the development of tolerance

and other important areas of activity. On

the eve of our Chairmanship we initiated

the idea of an OSCE summit.

In the first six months of the year, the

Chairperson-in-Office, Kanat Saudabayev,

visited the OSCE’s field presences in the regions

to familiarize himself with the situation

on the ground and offer support to our

Organization’s presences. We held a series

of important events in all three dimensions

of the OSCE, like the High-Level Conference

on Tolerance and Non-Discrimination

in Astana, the Conference on the occasion

of the 20th Anniversary of the Copenhagen

Document, the Conference on combating

drug trafficking and others.

We firmly believe that the OSCE, which

brings together 56 countries in the area

from Vancouver to Vladivostok, must address

the most pressing and difficult problems

in today’s world.

What are the most important problems

in Central Asia?

Today the concept of European security

includes not only the traditional Europe

and Euro-Atlantic ties but also the

vast area of Eurasia. The importance of

this approach was made clear by the

acute crisis in Kyrgyzstan earlier this

year which in fact has become the most

serious test for our Organization since

the Georgian conflict of 2008. Concerted

efforts by the President of Kazakhstan

and other world leaders helped avert a

large-scale civil war in the country.

Central Asia’s problems cannot be

considered in isolation from the challenges

stemming from the territory of

Afghanistan. In addition to Kazakhstan’s

educational programme, which is allocating

50 million US dollars for the civilian

vocational training of a thousand

Afghan nationals at Kazakh universities,

the Chairmanship is continuing to focus

on the implementation of, and support

through co sponsorship for, projects that

are part of what is known as the “Afghan

package” for strengthening Afghanistan’s

borders with Central Asian countries,

developing border co-operation and

enhancing law enforcement activities.

The countries of the region are also

increasingly concerned with the problems

of economic and environmental

security. We think it important to draw

attention to the problem of the Aral Sea

– an environmental disaster for Central

Asia that is having a proven negative effect

on Europe.

What does Kazakhstan expect from the

summit in Astana this December?

FOTO: SOCIETY/SCHIFFL

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The concept of the Kazakh Chairmanship

is based on the principles of continuity

and reflects our firm intention to help

to increase the effectiveness of the OSCE

and develop its potential as unique forum

for dialogue, bringing together 56 countries

from three continents. Kazakhstan,

located at the very heart of Eurasia, is especially

aware of the relevance of this kind of

dialogue. We believe that our Chairmanship

of the OSCE will mark a new stage in

East-West relations and will serve to

strengthen mutual trust.

It was for this reason that the President

of Kazakhstan proposed the idea of convening

a summit meeting of the OSCE Heads

of State to take place in Astana on 1 and 2

December 2010. We are grateful to the

participating States for their support for

this initiative.

The dialogue on the future of European

security, known as the Corfu Process,

as well as the informal meeting of OSCE

foreign ministers in Almaty made it possible

to identify the most pressing problems

in the OSCE area and outline ways of resolving

them. Thus, at the Almaty meeting

the President of Kazakhstan highlighted

the idea of creating a single Euro-Atlantic

and Eurasian security community within

the OSCE – a common and indivisible area

free from dividing lines and zones with different

levels of security, in which the use of

force or the threat of its use would be inconceivable.

Of course, this is a major

goal that will probably take time to

achieve, but already no one doubts that it

is one worth striving for.

President Nazarbayev has spoken of

adapting the OSCE to modern-day realities.

How should the OSCE be adapted?

One of the most important tasks for the

Kazakh Chairmanship is a comprehensive

strengthening of the OSCE as well as helping

to increase its effectiveness and ability

CURRICULUM VITAE

H.E. Kairat Abdrakhmanov was born in 1964 in Kazakhstan.

He studied history at the Kazakh National State University.

After working as lecturer at the Kazakh National Technical

University he started his career in the diplomatic service

in 1993. He was Third and Second Secretary of the

European Department, then Head of Division of the Department

of Asia, Director of the Department of Europe and

America, Director of the Department of Bilateral Co-operation,

from 1999-2001 Vice-Minister of Foreign Affairs,

then Minister Counselor at the Embassy in the UK, Ambassador

to Israel, Deputy Foreign Minister and Ambassador

to Austria. Since 2008 he has been Permanent Representative

to the OSCE.

to respond appropriately to modern-day

threats and challenges.

When we speak of reform we are not

thinking of a revision of the Organization’s

fundamental principles or the mechanisms

that have been elaborated over

decades. Our goal is to create favourable

conditions for its evolutionary development,

improving its potential, strengthening

its mandate and developing all three

dimensions of security.

There is clearly a deep-seated crisis in

the first “basket”, where despite all efforts

the Treaty on Conventional Armed Forces

in Europe (CFE Treaty) is not working and

conflict prevention instruments are weakened.

There has been no summit meeting

of the OSCE Heads of State or Government

for the last eleven years; since 2004 the

Ministerial Council meetings have failed to

adopt a final declaration, and adoption of

the Organization’s budget has frequently

been delayed as a result of conflicts.

In many respects, given the need for a

new outlook on the future of the Organization,

we have enthusiastically continued

the work of the Greek Chairmanship of the

OSCE to promote dialogue on European security.

The history of the OSCE shows the

forum’s need for significant reforms

roughly every ten years in line with the requirements

of the regional situation – the

Helsinki Final Act of 1975, the Charter of

Paris of 1990, the Istanbul Charter for European

Security of 1999.

All the participating States recognize

the need to improve the Organization’s

legal framework. A group of States raised

the question of the adoption of an OSCE

Charter and a convention on its legal status,

privileges and immunities. In fact,

from a legal point of view the OSCE is currently

functioning not as a fully fledged international

organization with a legal status

but rather as a conference forum.

Our common task is to restore the spirit

of trust and understanding of mutual interests

to the OSCE, a forum which, by the

way, has four nuclear powers among its

members. The situation on our continent

at the start of the twenty-first century

clearly calls for a strengthening rather

than a weakening of the OSCE. We need to

resolve protracted local conflicts, co-operate

in a civilized manner in the area of human

rights and the promotion of democracy,

protect the rights of national

minorities, resolve environmental problems,

facilitate economic ties, combat the

drug trade and trafficking in human beings,

dispose of old unexploded ammunition,

help Afghanistan… But without trust

real co-operation is impossible. The OSCE's

adaptation must result in a greater level of

trust and a consolidation of its efforts to

combat the pressing challenges of the

modern age.

NUCLEAR TEST BAN

First International Day against Nuclear Tests Marked in Astana

Prominent academics, scientists, international officials,

diplomats and activists convened in Astana on August 26,

on the eve of the first global celebration of the UN-designated

International Day against Nuclear Tests on August 29,

to issue a strong call to the international community to

make more resolute steps towards banning nuclear tests.

They gathered for an international conference „Semipalatinsk:

From Rehabilitation to Development“, jointly organized

by the Ministry of Foreign Affairs of Kazakhstan

and the United Nations, which also focused on the cooperation

between Kazakhstan and international organizations

in overcoming the aftermath of nearly 500 Soviet nuclear

tests in the Semipalatinsk region that affected more

than one and a half million people. Adopted on 2 December

2009, the Resolution 64/35 of the UN General Assembly’s

64th Session designated August 29 for celebrating the

global effort to prevent nuclear tests from happening again

and commemorating the anniversary of shutting down

one of the world’s largest nuclear test sites at Semipalatinsk

by a decree from Kazakhstan’s President Nursultan

Nazarbayev back in 1991.

The conference agenda comprised political aspects of

ending nuclear testing and getting rid of nuclear weapons,

and socio-economic and environmental challenges of and

prospects for the Semipalatinsk region’s development.

The speakers included Tibor Tóth, Executive Secretary of

the Preparatory Commission of the Comprehensive Nuclear-Test-Ban

Treaty Organization, Werner Burkart, Deputy

Director General of the IAEA, Miroslav Jenca, Head of UN

Regional Center for Preventive Diplomacy in Central Asia,

Kori Udovicki, UN Assistant Secretary-General and Regional

Director for Europe and CIS, as well as Olzhas

Suleimenov, the founder and leader of the „Nevada-Semey“

international anti-nuclear movement and currently

Kazakhstan’s Ambassador to UNESCO.

Opening the conference, Kazakhstan’s Secretary of State

and Minister of Foreign Affairs Kanat Saudabayev read out

the address of President Nazarbayev. Speaking of reinvigorating

the nonproliferation and nuclear disarmament

processes, President Nazarbayev called upon the whole international

community to „start the process of drafting a

Universal Declaration on a Nuclear Weapon Free World

which would record the determination of all states to

move, step by step, towards the ideals of a nuclear

weapons free world.“

Kanat Saudabayev added that by renouncing nuclear

weapons, Kazakhstan has convincingly demonstrated that

security does not depend on nuclear weapons but on

peaceful foreign policy, internal stability and sustainable

politico-economic development.


w

C

SOCIETY 3_10 | 25


KASACHSTAN

BMEIA

OSZE-Vorsitz 2010

Kasachstan im Mittelpunkt

Außenminister Michael Spindelegger spricht im SOCIETY-Interview über den OSZE-Vorsitz

Kasachstans und die Erwartungen an das Gipfeltreffen in Astana im Dezember.

Treffen mit Kasachstans Außenminister

Kanat Saudabayev in Wien, Jänner 2010.

Österreich hat den Vorsitz Kasachstans

bei der OSZE unterstützt. Welche Gründe

gab es dafür?

Österreich hat sich als einer der ersten

Teilnehmerstaaten dafür ausgesprochen,

Kasachstan und der Organisation für Sicherheit

und Zusammenarbeit in Europa

diese Chance zu eröffnen. Mit der Entscheidung,

die beim OSZE-Ministerrat in

Madrid 2007 im Konsens angenommen

wurde, ist nicht nur Kasachstan, sondern

die gesamte zentralasiatische Region verstärkt

in den Mittelpunkt des OSZE-Geschehens

gerückt. Schließlich soll unsere

gemeinsame Arbeit in der OSZE zur besseren

Umsetzung bestehender Verpflichtungen

und zur Weiterentwicklung gemeinsamer

Standards beitragen. Gerade aus

diesem Grund haben wir den kasachischen

Vorsitz von Anbeginn unterstützt.

Dabei ist die Zielsetzung für uns Österreicher

klar: Die Zusammenarbeit mit den

Ländern östlich der EU-Außengrenze, die

aus der Sowjetunion hervorgegangen sind

- also mit den Ländern der Schwarzmeerregion

und Zentralasiens - zu verstärken und

„Eine bessere rechtliche Absicherung

der OSZE wäre in vielerlei

Hinsicht sinnvoll.“

BM MICHAEL SPINDELEGGER

in eine Sicherheitsgemeinschaft auszubauen.

Ich bin zuversichtlich, dass beim

OSZE-Gipfel in Astana im kommenden Dezember

eine Einigung auf dieses Ziel einer

Sicherheitsgemeinschaft gelingen wird.

Kasachstan ist das erste muslimische,

ex-sowjetische und erste zentralasiatische

Land, das den OSZE-Vorsitz führt. Was erwarten

Sie vom Vorsitz Kasachstans?

Nach neun Monaten ist die bisherige Bilanz

des kasachischen Vorsitzes eindeutig

positiv: In der schnellen Reaktion auf die

Kirgistan-Krise hat sich gezeigt, dass Kasachstan

aufgrund seiner geografischen

Zentrallage und seiner Geschichte mit allen

Seiten eine vertrauensvolle Gesprächsbasis

hat und diese zum Nutzen der OSZE

einsetzt. So ist es dem Vorsitz gelungen, in

enger Kooperation mit dem Generalsekretariat

der OSZE, wichtige und rasche Konsensentscheidungen

zur Stabilisierung der

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„Der OSZE-Gipfel in Astana

darf nicht zum Selbstzweck

werden.“

BM MICHAEL SPINDELEGGER

CURRICULUM VITAE

Dr. Michael Spindelegger ist am 21. Dezember 1959 in Mödling

geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach

der Promotion zum Doktor iuris 1983 und der Gerichtspraxis

war er beim Land Niederösterreich tätig. Von 1987 bis

1990 war er Mitglied im Kabinett des Bundesministers für

Landesverteidigung. Politische Tätigkeit: 1989-91 Europareferent

in der ÖAAB-Bundesleitung, ab 1991 Bundesobmannstellvertreter

des ÖAAB. Ab 1992 wechselnd Mitglied

des Bundesrates, Abgeordneter zum Nationalrat und Mitglied

des Europäischen Parlamentes. Von 1996 bis 2006

Außenpolitischer Sprecher der ÖVP, Fraktionsführer im

Außenpolitischen Ausschuss. 2000-2006 stellvertretender

Klubobmann der ÖVP. 2002-2006 Leiter der österreichischen

Delegation der Parlamentarischen Versammlung des

Europarates. 2006-08 Zweiter Präsident des Nationalrates.

Seit Dezember 2008 Außenminister.

Lage in Kirgistan herbeizuführen.

Dem kasachischen Vorsitz ist es auch zu

verdanken, dass nach mehrjähriger Pause

heuer wieder eine Anti-Diskriminierungskonferenz

in Astana stattgefunden hat.

Kasachstan mit seinen rund vierzig Ethnien

ist selber ein gutes Beispiel für gelebte

Multikonfessionalität. Letztlich ist auch

die Entscheidung zur Einberufung eines

OSZE-Gipfels mit ein Verdienst des Vorsitzes

und Ausdruck der neuen Qualität der

Beziehungen zwischen den Teilnehmerstaaten.

Im Dezember wird das erste Gipfeltreffen

der OSZE seit elf Jahren in Astana stattfinden.

Welche Weichenstellungen müssen

beim Gipfel getroffen werden, damit dieser

als ein Erfolg bewertet werden kann?

Wenngleich das Zustandekommen des

ersten OSZE-Gipfels der Staats- und Regierungschefs

seit elf Jahren schon an und

für sich ein Ereignis ist, darf der Gipfel

nicht zum Selbstzweck werden. Er muss

sich eine messbare Stärkung der OSZE-Kapazitäten

im Konfliktmanagement und

eine engere Zusammenarbeit im Umgang

mit transnationalen Bedrohungen

zum Ziel setzen. Wir wollen diese Chance

für eine Modernisierung der OSZE

nützen und die Organisation fit für die

Sicherheitserfordernisse des 21. Jahrhunderts

machen: Ein Mehr an Rüstungskontrolle

und vertrauensbildenden Maßnahmen,

ein Mehr an Sicherheit für die Energieversorgung

und ganz klar mehr Menschenrechte,

auch in den „neuen“ Bereichen

Medienfreiheit und Internetzugang

lauten die Zielsetzungen..

Es gibt Bestrebungen, die OSZE zu einer

Organisation mit größerer rechtlicher Verbindlichkeit

für die Teilnehmerstaaten zu

machen, als sie es jetzt ist (völkerrechtlicher

Status). Welche Position nimmt Österreich

in dieser Frage ein? Soll die OSZE

mehr sein als ein Diskussionsforum?

Die OSZE bietet den Rahmen für einen

politischen Dialogprozess, der rund eine

Milliarde Menschen zwischen Vancouver

und Wladiwostok erfasst. Genau darin

liegt der Erfolg und Mehrwert dieser Organisation.

Dennoch wäre aus Sicht Österreichs

und der EU eine bessere rechtliche

Absicherung in vielerlei Hinsicht sinnvoll.

Sie würde verhindern, dass die OSZE und

ihre Feldmissionen bei der Wahrnehmung

ihrer Aufgaben regelmäßig mit Rechtsunsicherheiten

und damit verbundenen Kosten

konfrontiert sind. Entsprechende Fortschritte

wurden allerdings in den letzten

Jahren von Russland regelmäßig blockiert.

Die federführende Arbeitsgruppe, die unter

österreichischem Co-Vorsitz tagt, wird

Ende September neuerlich in Wien zusammentreten.

Ich hoffe, dass wir auch in

dieser Frage beim kommenden Gipfel Fortschritte

erzielen können.

FOTOS: HOPI-MEDIA

OSZE-Ministerkonferenz in

Almaty, Juli 2010.

SOCIETY 3_10 | 27


KASACHSTAN

WIRTSCHAFT

Österreichisches Know-how für Kasachstan

Strategische Partner

Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich Dr. Christoph Leitl spricht im SOCIETY-

Interview über die Möglichkeiten, in Kasachstan Fuß zu fassen, den Know-how-Transfer und

die Bedeutung kasachischer Rohstoffe für die heimische Wirtschaft.

„Derzeit sind rund fünfzig

österreichische Unternehmen

in Kasachstan präsent.“

CHRISTOPH LEITL

Viele internationale Handelsdelegationen

befinden sich momentan in Zentralasien

und konkret in Kasachstan. Welche

Hoffnungsmärkte hat Österreich dort?

Kasachstan ist wie kaum ein anderes

Land dieser Welt reich an Rohstoffen: angefangen

von Erdöl und -gas, über Kohle, Erze

und Mineralien bis hin zu Uran – Kasachstan

ist der größte Uranproduzent

weltweit. Das Land ist daher einerseits für

Einkäufer als auch für Investoren und

Unternehmen, die im Bereich der Rohstoffgewinnung

aktiv sind, hoch interessant.

Generell setzt die kasachische Regierung

auf Modernisierung des Landes und

Diversifizierung der Wirtschaft, um die

Rohstofflastigkeit zu überwinden. Unter

anderem werden der Ausbau der Agrarindustrie,

die Ansiedlung von verarbeitender

Industrie und der Infrastrukturausbau forciert.

Gerade für österreichische Unternehmen,

die in diesen Gebieten mit Knowhow

und High-Tech punkten können,

bieten sich künftig viele Chancen. Das hervorragende

Wirtschaftswachstum – heuer

werden plus vier Prozent erwartet – und

die seit 1. Juli geltende Zollunion mit Russland

eröffnen gute Marktchancen.

Wie motivieren Sie österreichische Firmen

nach Kasachstan zu gehen und welche

Tools bzw. Assets kommen von Ihnen zum

Einsatz?

Mit unserer neuen Außenhandelsstelle

in Almaty sind wir der erste Ansprechpartner

für österreichische Unternehmen,

die in Kasachstan Fuß fassen wollen. Wir

unterstützen vor Ort bei der Geschäftsanbahnung,

stellen die in Kasachstan besonders

wichtigen persönlichen Kontakte

zu potenziellen Geschäftspartnern her,

machen bei Inlandsseminaren und Wirtschaftsmissionen

auf die vielfältigen Geschäftschancen

aufmerksam und bieten

individuelle Beratung.

Ist Kasachstan eher ein Markt für österreichische

Groß-, Mittel-, oder Kleinbetriebe?

Kasachstan ist nicht Mitglied der

Welthandelsorganisation und kein einfacher

Markt, das darf auch gesagt werden.

Für Erstexporteure ist es sicher nicht

einfach, wenn sie auf sich alleine gestellt

sind. Aber genau dafür sind wir mit unseren

Experten im Inland und unserer

Außenhandelsstelle da. Erfahrungen mit

osteuropäischen Ländern oder Russland

sind aber sicher ein Vorteil, wenn man in

Kasachstan Geschäfte machen will. Aber

generell gilt: Auch KMUs können hier

mit der nötigen Vorbereitung erfolgreich

sein.

Schätzen Sie die politische Lage Kasachstans

so stabil ein, dass kein Risiko für

FOTOS: WKO, PIXELIO

28 | SOCIETY 3_10


österreichische Firmen besteht?

Kasachstan ist seit vielen Jahren ein

verlässlicher Wirtschaftspartner und treibt

konsequent und erfolgreich die Modernisierung

der Wirtschaft und des Landes

voran. Ein Beweis für die positive politische

Entwicklung ist der derzeitige kasachische

OSZE-Vorsitz. Probleme gibt es eher durch

die hohe Abhängigkeit der Wirtschaft vom

Erdölsektor und die dadurch noch mangelnde

Diversifizierung – doch daran wird

gearbeitet. Bürokratische Hürden sind

auch noch in manchen Bereichen spürbar,

aber sie sind bewältigbar. Aber auch dafür

stehen wir mit unserer Außenhandelsstelle

und unserem Handelsdelegierten Michael

Müller beratend jedem österreichischen

Unternehmen zur Verfügung.

Wie sieht die Handelsbilanz zwischen

Österreich und Kasachstan aus?

Im Vorjahr machten die österreichischen

Exporte nach Kasachstan 199 Millionen

Euro aus. Importiert wurden Waren

im Wert von 938 Millionen Euro. Das aus

österreichischer Sicht hohe Handelsbilanzdefizit

ist dadurch erklärbar, weil Kasachstan

einer unserer wichtigsten Erdöllieferanten

ist. Österreich exportiert allen

voran Rohre und Gerät für die Erdölförderung,

Pharmazeutika sowie Maschinen

und Produkte für diverse Branchen, insbesondere

die wachsende lebensmittelverarbeitende

Industrie und den wichtigen Eisenbahnsektor.

Seit vielen Jahren sind

„Kasachstan ist einer unserer

wichtigsten Erdöllieferanten.“

CHRISTOPH LEITL

CURRICULUM VITAE

Dr. Christoph Leitl wurde am 29. März 1949 in Linz geboren.

Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. 1973 promovierte

er in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Johannes

Kepler Universität in Linz. Zwischen 1977 und 1990

führte er das Familienunternehmen Bauhütte Leitl-Werke

und war bis 1990 auch Bundesvorsitzender der Jungen Industrie

sowie Abgeordneter zum oberösterreichischen

Landtag. Von 1990 bis 2000 war er Mitglied der oberösterreichischen

Landesregierung, davon fünf Jahre auch Landeshauptmann-Stellvertreter.

Er ist seit dem Jahr 2000 Mitglied

des Bundesparteivorstandes der ÖVP und Präsident

der WKÖ, ferner war er von 2005 bis 2009 Präsident des

Europäischen Wirtschaftsbundes.

auch österreichische Markenprodukte von

z. B. Frey Wille oder Orion (Leuchten,

Anm.) in Kasachstan vertreten.

Wie viele österreichische Firmen sind in

Kasachstan operativ tätig?

Derzeit sind rund fünfzig österreichische

Unternehmen selbst oder über lokale

Partner in Kasachstan präsent. Unter anderem

sind hierbei die Firmen VAMED, Plasser&Theurer

oder die OMV zu erwähnen.

Weiters errichtet Doppelmayr gerade eine

neue Gondelbahn mit einer Kapazität für

2.000 Personen pro Stunde zum Chimbulak

Skigebiet in Almaty, dem Austragungsort

der Asia Winter Games 2011. Die Firma

Duktus Tiroler Rohrsysteme liefert Hochdruckgussrohre

für Beschneiungsanlagen

für das Langlauf- und Biathlonstadion in

Almaty, das Unternehmen BSH liefert Ventilationssysteme

für das in Bau befindliche

neue U-Bahnnetz in Almaty und die Firma

Capmex berät die kasachische Börse bei

der Entwicklung des kasachischen Börseund

Finanzplatzes.

Warum ist Kasachstan für Österreich

wirtschaftlich von Bedeutung und vice versa?

Auf der einen Seite ist Kasachstan ein

wichtiger strategischer Partner bei der

Energieversorgung Österreichs, andererseits

können österreichische Firmen mit

ihrer Kompetenz Kasachstan bei der weiteren

Industrialisierung und Modernisierung

in allen Bereichen unterstützen. Dabei

möchte ich unbedingt erwähnen, dass

österreichische Unternehmen in Kasachstan

als verlässliche Partner und Lieferanten

bester Technologien und Know-how

geschätzt werden, wie mir immer wieder

von kasachischer Seite bestätigt wird.

SOCIETY 3_10 | 29


KASACHSTAN

AEF

Astana Economic Forum

“Maastricht Plus”

The Third Astana Economic Forum dedicated to the issues of ensuring sustainable economic

growth in the post-crisis period was held in Kazakhstan in July this year.

The history of the Forum began in June

2008, when around 370 participants

from 45 countries visited the Kazakh

capital to discuss various aspects of the

global economy: integration, competitiveness

and macroeconomic regulation. To

some extent the idea of creating a platform

for sharing ideas and experiences was

brought about by the consequences of the

global liquidity crisis in 2007.

***

Pros and cons of a global economy

Being a flagship of integration processes

among post-soviet countries, Kazakhstan

was the first country to experience negative

consequences of being deeply involved

in the global economy. The most obvious

reaction to the occurred situation could be

adoption of the economic isolationism

policy aimed at lower dependence on upheavals

on the global markets. However, in

this case the simplest solution was not the

best one. Despite possible risks the integration

allows achieving more rapid economic

development, taking advantage of mutually

beneficial cooperation with other

countries. The young Central Asian state

has experienced positive impacts of integration,

demonstrating impressive growth

of GDP in the pre-crisis years - an average of

26 per cent from 2000 to 2007. Despite sufficient

number of existing Eurasian platforms

for high-level discussion of the global

economic issues, there still was a certain

lack of events, which would provide opportunity

to professional economists, financiers

and politicians to share their views

and experiences, as well as combine efforts

in finding solutions to the most problematic

issues.

***

Nobel laureates at the Forum

Filling the communication void the Forum

brought together over 1200 participants

and representatives from 29 international

organizations in 2009. Elaboration

of recommendations for economic development

in global crisis conditions was put

on the agenda. The international economic

gurus the Nobel laureate Robert

Mundell and Edmund Phelps showed their

interest to the discussion. The event was

President Nursultan

Nazarbayev

covered by the world-famous TV and print

media, such as BBC, Financial times, and

France press. The current year Economic

Forum brought together more than 2000

representatives of political and business

leaders from more than fifty countries, as

well as leading scientists, public and media

representatives. The "stars" of the world

economic thought were represented by

the Norwegian economist Finn E. Kydland

and Robert A. Mundell, who attended the

Forum for the second time.

***

Speech by the President

The President of Kazakhstan Nursultan

Nazarbayev dedicated his opening ceremony

speech to the problems of post-crisis

development, integration and the global financial

system. The important point raised

by the President of Kazakhstan was a matter

of post-crisis development in the OSCE

member states.

"Many states, participating in the integration

of different formats, such as the

G8, G20, SCO, CICA, Islamic Economic Conference

are actively discussing the issues of

post-crisis development as a key agenda,

whereas specifically within the OSCE the

crisis and anti-crisis issues have not been

raised even at the facultative level. I therefore

propose to initiate elaboration of a

new instrument, which can conventionally

be called "Maastricht plus", - said Nursultan

Nazarbayev. The President proposed to

discuss the document at the OSCE summit,

which is expected to be held in Astana at

the end of this year. OSCE Secretary General

Marc Perrin de Brichambaut, who also

spoke at the first plenary session of the Forum,

supported the initiative of the President.

The UN Under-Secretary-General Jan

Kubis has also expressed his endorsement

of the initiative and his hope that "the idea

is raised and worked out”.

***

Global currency

Nursultan Nazarbayev also announced

another initiative of Kazakhstan – the integration

on the Eurasian space. "Today I

come forward with a new Kazakh initiative

of a real and meaningful filling of the second

basket of the OSCE, I believe that this

particular organization is able to implement

the idea of the full-scale Eurasian integration,"

– alleged the Head of the State.

He also outlined seven directions of work

on integration, including the development

of fair trade, transport and communications

infrastructure, alternative energy,

human resources, promotion of mutual investment

and integration of financial markets

in Europe and Asia.

N. Nazarbayev proposed an issue of the

single global currency to top the agenda of

the IV Astana Economic Forum. "I continue

to insist that the new global economy

needs a new global currency. I think that

this is still relevant. Speaking about the crisis,

we never raised the roots of the problem

- deficiency of the global currency,

which is not being monitored," - explained

Mr. Nazarbayev.

The need to influence the inevitable

process of globalization poses new challenges

and new opportunities to the international

community. The positive outcomes

of overcoming economic crisis and

keeping openness to the outside of the

economy is the experience that, as seen

from the last forum, Kazakhstan could

share with the world community.

30 | SOCIETY 3_10


„Wahre Stärke kommt von innen und hat viel mit Balance zu tun. Wer nun

wie Berger das Österreichische Umweltzeichen für den Bogen- und Rollenoffsetdruck

sowie Digitaldruck trägt, sorgt für diese Balance. Stark ist auch, wie

Berger für seine Kunden Bäume pflanzt – für ein nachhaltiges Miteinander.“

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KASACHSTAN

WIRTSCHAFT

Größte Volkswirtschaft in Zentralasien

Drehscheibe Kasachstan

Kasachstan bietet ausländischen Unternehmen viele Möglichkeiten als Dreh- und Angelpunkt

zwischen Ost und West. Der Aufbau der Infrastruktur erfordert Know-how und moderne Technologien.

Kasachstan ist außerdem einer der wichtigsten Öl- und Gaslieferanten der Welt.

Hauptstadt Astana

Kasachstan wird als Stabilitätsfaktor in

Zentralasien geschätzt und genützt. Es

kann als Drehscheibe im politischen

wie auch im wirtschaftlichen Sinn gesehen

werden, da es sowohl mit China und

Russland als auch mit den westlichen Staaten

sehr gute Beziehungen unterhält. 2010

führt es den Vorsitz der OSZE.

***

Öl und Gas

Hauptexportwaren Kasachstans sind

nach wie vor Öl gefolgt von Gas. Doch auch

Produkte aus der Landwirtschaft wie zum

Beispiel Baumwolle oder dem Bergbau wie

etwa Metallerze, die im großen Maße vorhanden

sind, sind gefragte Exportartikel

aus der größten Volkswirtschaft in Zentralasien.

Die nachgewiesenen Erdölreserven

des Landes belaufen sich auf rund 44 Milliarden

Barrel, hinzu kommen die im Jahr

2000 entdeckten Offshore-Funde im kasachischen

Hoheitsgebiet des Kaspischen

Meeres. Mit Hilfe von ausländischen Investoren

treibt die Regierung die Ausweitung

von Lagerplätzen und Produktionskapazitäten

stetig voran, um den Handel mit

dem Öl auch in weiterer Zukunft problemlos

zu sichern. Das Problem mit dem Ölund

Gashandel ist die schwierige Gestaltung

einer wirtschaftlichen Diversifizierung

durch andere Exportartikel. Die beiden

Hauptexportprodukte machten im

vergangenen Jahr über sechzig Prozent der

Ausfuhren aus. Jedoch ist Kasachstan bemüht,

die Diversifizierung voranzutreiben,

und zuversichtlich, diese auch in den nächsten

Jahren steigern zu können.

***

Schwerpunkt Uran

Im April des vergangenen Jahres schlug

US-Präsident Barack Obama vor, die Nichtverbreitung

von Atomwaffen durch eine

internationale Aufsichtsbehörde über die

Urananreicherung zu verstärken. Präsident

Nasarbajew war der Erste, der darauf reagierte

und bereits am Tag danach den Vorschlag

unterbreitete, eine Art „Brennstoffbank“

in Kasachstan anzusiedeln. Sein

Land habe bereits den Atomwaffensperrvertrag

unterschrieben und alle noch im Land

befindlichen Atomwaffen, die nach der

32 | SOCIETY 3_10


Auflösung der Sowjetunion in Kasachstan

lagerten, an Russland übergeben. Zudem

ist Kasachstan der drittgrößte Förderer von

Uran weltweit. Auch für die friedliche Nutzung

von Uran, wie beispielsweise als Energierohstoff

für Atomkraftwerke, ist Kasachstan

für die Zukunft gerüstet.

***

Finanzkrise

Kasachstan wurde von der internationalen

Währungs- und Finanzkrise hart getroffen.

Aufgrund der internationalen Verflechtung

wurde Kasachstan als eine der

ersten Regionen von der globalen Krise erfasst.

Vor allem der Bankensektor des Landes,

der international hoch verschuldet ist,

geriet dadurch in Schwierigkeiten. Der

Bankensektor Kasachstans ist stark von Kapitalzufuhr

ausländischer Banken abhängig

und hat in der Vergangenheit große Summen

an Kapital am internationalen Kapitalmarkt

aufgenommen und dieses über Kredite

an Unternehmen und Haushalte

weitergereicht. Fallende Rohstoffpreise

schmälerten ab Mitte 2008 die Exporterlöse

für Öl- und Gasprodukte und dadurch die

Staatseinnahmen. Der größte Teil der von

den Banken aufgenommenen Kapitalzufuhren

floss in den Konsum und in den Immobiliensektor.

Dies heizte die Binnennachfrage

an und führte zu einem Bauboom. Der

Zusammenbruch des Immobiliensektors

war jedoch ein weiterer Faktor, der die Banken

in Schwierigkeiten geraten ließ.

***

Das Rettungspaket

Die Regierung schnürte ein Rettungspaket

in einem Gesamtumfang von etwa vier

Milliarden US-Dollar, durch das vor allem

die Fertigstellung laufender Bau- und Industrieprojekte

gesichert wurde. Gleichzeitig

versorgte der Staat das Bankensystem mit

Geld, um die Liquidität abzusichern. Anfang

2009 sah sich der Staat jedoch gezwungen,

die Anteilsmehrheiten an zwei

der führenden Banken des Landes zu übernehmen,

was einer Verstaatlichung nahe

kommt. Ferner versorgte der Staat noch

zwei andere große Geldinstitute mit ca. einer

Milliarde US-Dollar. Dank seiner ausreichenden

Devisenreserven konnte Kasachstan

so die nötigen Mittel ohne weitere

Probleme aufbringen. Die Reserve

schrumpfte aber deshalb von 22 Milliarden

auf ca. 16 Milliarden US-Dollar.

Im Unterschied zu anderen GUS-Staaten

wertete die Zentralbank den kasachischen

Tenge um rund zwanzig Prozent gegenüber

dem US-Dollar ab, sodass ein Kurs von 150

Tenge für einen US-Dollar gehalten werden

kann. Damit sollten die Wettbewerbsfähigkeit

des Landes erhalten und die Währungsreserven

geschont werden. Der daraus

resultierende Nachteil ist aber, dass die

Importe einer Verteuerung unterliegen und

die Rückzahlung von ausländischen Krediten

der Währungsabschwächung wegen

zu neuen Problemen führen wird.

***

Österreich investiert

Im Zuge der Diversifizierung der kasachischen

Wirtschaft wird der Ausbau der Agrarwirtschaft

und der Infrastruktur vorangetrieben.

Österreichische Firmen, die in

diesen Sektoren tätig sind, haben gute Chancen,

kasachischen Markt mitzumischen.

Know-how und Technik können hier als

Stichworte genannt werden. Vor allem der

pharmazeutische Sektor und die Maschinenerzeugung

sind Branchen, die zukünftig

verstärkt Geschäftschancen bieten. Auch die

lebensmittelverarbeitende Industrie und der

Ausbau des Schienennetzes sind für österreichische

Firmen interessante Optionen. Zudem

werden österreichische Firmen in Kasachstan

als verlässliche Partner in den

Punkten Know-how, Qualität sowie bester

und neuester Technologien geschätzt.

WIRTSCHAFTSDATEN

Außenhandel von Kasachstan mit Österreich

Importe Österreichs aus Kasachstan: ca. 1 Mrd. EUR

(2008), 938 Mio. EUR (2009)

Bedeutendste Importprodukte: Öl und Gas, Eisen und

Stahl sowie Baumwolle

Exporte Österreichs nach Kasachstan: ca. 250 Mio. EUR

(2008), 198 Mio. EUR (2009)

Bedeutendste Exportprodukte: Pharmazeutika, Maschinen

und Anlagen, Waren aus Eisen oder Stahl sowie chemische

Erzeugnisse

Wirtschaftdaten Kasachstan

Bedeutende Wirtschaftssektoren: , Gas, Mineralien, Metalle

und Landwirtschaft

Währung: Tenge (KZT), 1 EUR = ca. 203 KZT

BIP: 76 Mrd. EUR

BIP/Kopf: 4.750 EUR

Wirtschaftswachstum: 5,2 %

Arbeitslosigkeit: 5,8 %

Inflation: 5,2 %

Auslandverschuldung: 71,6 Mrd. EUR

Exporte: 31,6 Mrd. EUR

Importe: 20,5 Mrd. EUR

Wichtigste Exportmärkte: Italien, Schweiz, China, Russland

und Frankreich

Wichtige Exportprodukte: Öl und Gas, Metalle, Lebensmittel

und Chemikalien

Wichtigste Importmärkte: Russland, China, Deutschland,

USA und Ukraine

Wichtige Importprodukte: Maschinen, Metalle, Mineralprodukte

und Chemikalien

(Quelle: AWO, Stand September 2010)

SOCIETY 3_10 | 33


KASACHSTAN

KOMMENTAR

Kasachischer OSZE-Vorsitz: Gipfeltreffen als würdiger Abschluss

Premiere an der Spitze der OSZE

Kasachstan ist das erste muslimische, ex-sowjetische und zentralasiatische OSZE-Vorsitzland.

Einen Höhepunkt kann Astana schon jetzt für sich verbuchen: Das erste Gipfeltreffen der 56

OSZE-Staaten seit zehn Jahren wird im Dezember stattfinden. Von HERMINE SCHREIBERHUBER

Das berühmte Kurmangazy-Orchester

in

der Wiener Hofburg

Mehr als die Hälfte der einjährigen kasachischen

Präsidentschaft in der Organisation

für Sicherheit und Zusammenarbeit

in Europa (OSZE) ist bereits

abgelaufen. Eine Zwischenbilanz zu ziehen,

ist nicht einfach, zeichnet sich die OS-

ZE doch oft durch stille Diplomatie und

Vermittlungstätigkeit hinter den Kulissen

aus, die nicht immer den Weg an die Öffentlichkeit

finden. Jedenfalls kann die

Führung in Astana ihren Vorsitz am Jahresende

mit einem Gipfeltreffen krönen, das

erste der 56 OSZE-Staaten seit Istanbul

1999.

Jahrelang hatte sich Kasachstan um den

Vorsitz der in Wien ansässigen Sicherheitsorganisation

bemüht, bis es 2010 endlich

klappte. Präsident Nursultan Nasarbajew

erklärte diese Aufgabe zu einer „nationalen

strategischen Priorität“. Außenminister

Kanat Saudabajew versprach sich von einem

Treffen der politischen Führer im Zuge

des Vorsitzjahres dringend benötigte politische

Impulse. Denn die OSZE habe seit

Jahren keine politische Erklärung zustande

gebracht. Dies dürfte freilich auch bei

dem für Anfang Dezember geplanten Gipfel

nicht einfach zu bewältigen sein.

Immerhin ist die anfängliche Gipfel-

Skepsis einiger OSZE-Staaten zuletzt einer

breiten Zustimmung gewichen. Ein Treffen

auf höchster Ebene müsse in der Substanz

gerechtfertigt sein, lautete der Tenor. Auch

die USA, die eine klare Agenda forderten,

gaben ihre Vorbehalte auf. Die kasachische

Performance an der OSZE-Spitze, etwa

beim Krisenmanagement im benachbarten

Kirgisistan, mag Überzeugungsarbeit geleistet

und zum Stimmungswandel beigetragen

haben. Mitte Juli einigten sich die OS-

ZE-Außenminister in Almaty auf den

Gipfel in Astana.

Österreichs Außenminister Michael

Spindelegger erwartet vom OSZE-Gipfel

für die EU einen Beitrag zur Überwindung

des Patts zwischen Russland und den NA-

TO-Staaten in Sachen Abrüstung. Die Zusammenführung

von transatlantischer

und eurasischer Sicherheit sei Kasachstan

zu verdanken. Österreich erhofft eine Stärkung

der Konfliktlösungskapazität der OS-

ZE, freilich auch Fortschritte bei Menschenrechten

und Medienfreiheit im Vorsitzland,

wie der Minister nach dem Treffen

in Almaty betonte. Dass Wien zeitweilig

als Gipfelort im Gespräch war, ist für

Österreichs Diplomatie kein Thema; die

Austragung stehe dem Vorsitzenden zu.

Kasachstan selbst sieht mit dem Gipfel

ein Hauptanliegen seines Vorsitzjahres verwirklicht.

Laut Nasarbajew sind die Staatsführer

gefordert, Maßnahmen gegen Bedrohungen

im euroatlantischen und im

eurasischen Raum zu erarbeiten. Freilich –

daneben bietet sich in Astana eine neuerliche

Chance, sich der Welt als Plattform

für Toleranz und für den Dialog der Kulturen

und Religionen zu präsentieren. Der

Langzeit-Präsident hatte sein Land in den

vergangenen Jahren mehrfach durch internationale

Dialogkonferenzen geschickt in

den Fokus des Interesses gerückt.

Die Regionalmacht feiert in der OSZE

ohnehin bereits eine mehrfache Premiere,

denn Kasachstan ist nicht nur das erste

zentralasiatische, sondern auch das erste

mehrheitlich muslimische Land an der

OSZE-Spitze. Die Führung in Astana fühlt

FOTOS: SOCIETY/PROKOFIEFF

34 | SOCIETY 3_10


sich prädestiniert, die latenten internen

Differenzen zwischen westlichen und östlichen

Staaten der Organisation überbrücken

zu helfen. Russland hat in der OSZE

in den letzten Jahren oft gebremst, wenn

es um Ex-Sowjet-Republiken ging. Georgien

ist nur ein Beispiel für die ungelösten

ethnischen Konflikte in diesem Raum, derer

sich die OSZE annimmt.

***

Konfliktherde Georgien, Kirgisistan,

Afghanistan

Vor dem Gipfel galt und gilt es, die Mühen

der Ebene zu bewältigen. Das Afghanistan-Problem

stand ganz oben auf der

Agenda, als Kasachstan den OSZE-Vorsitz

übernahm. Der regionale Nachbar Afghanistan,

Quelle des internationalen Terrorismus

und der Drogenproduktion, müsse

näher an die Normalität herangeführt werden,

lautete die Devise Astanas. Ein Gutteil

der OSZE-Staaten sei militärisch oder humanitär

am Hindukusch involviert. Kasachstan

finanziert Ausbildungsprojekte.

Angesichts der September-Wahlen steht

Afghanistan vor einer harten Probe.

Doch dann war es ein anderes Nachbarland,

das den OSZE-Vorsitzenden auf Trab

hielt. Troubleshooting in Kirgisistan war

angesagt. Im April wurde Präsident Kurman

Bakijew nach Massenprotesten gestürzt.

Im Juni kamen bei ethnischen Unruhen

im Süden zwischen Kirgisen und

der usbekischen Minderheit rund 2.000

Menschen ums Leben. Übergangspräsidentin

Rosa Otunbajewa hielt dennoch am Juni-Termin

für das Verfassungsreferendum

fest, das die Zukunft in eine parlamentarische

Republik weisen soll. Unterdessen

wurden Parlamentswahlen für den 10. Oktober

angesetzt.

Als Erfolg verbuchte Kasachstan den

Beschluss der OSZE, Anfang September eine

Polizeimission in das kirgisische Krisengebiet

zu entsenden. Die rund 50 Polizisten

sollen lokale Sicherheitsbehörden unterstützen

und Vertrauen zwischen Sicherheitskräften

und Bevölkerung herstellen

Präsentation des Teams

„Astana“ in den Redoutensälen

mit Radfahrstar

Alberto Contador (Mitte)

helfen. Der kasachische OSZE-Botschafter

in Wien, Kairat Abdrakhmanow, hofft,

dass durch diesen Einsatz ein Übergreifen

der Spannungen auf andere Regionen verhindert

werden kann. Ein weiterer OSZE-

Erfolg: Zwei Dutzend Parteien unterschrieben

den Verhaltenskodex der OSZE. Doch

die Krise ist damit noch lange nicht ausgestanden.

Daneben treten Bemühungen um die

Lösung alter Konflikte auf der Stelle. Zwei

Jahre nach dem Fünf-Tage-Krieg zwischen

Russland und Georgien ging im Juli in

Genf die zwölfte Gesprächsrunde praktisch

ergebnislos zu Ende. Die nächste

Runde der Kontrahenten unter Ägide von

UNO, EU und OSZE ist für Mitte Oktober

angesetzt. Moskau lässt keine Beobachter

in die strittigen Gebiete. Nach dem Krieg

hatte Moskau die abtrünnigen georgischen

Regionen Abchasien und Südossetien als

selbständig anerkannt. In der bewaffneten

Auseinandersetzung hatten sich lang anhaltende

Spannungen und Provokationen

entladen.

***

Kasachstan präsentierte sich in allen

Facetten

Kasachstan ist es gelungen, sich in diesem

Jahr am OSZE-Sitz Wien exzellent und

facettenreich zu präsentieren. Zum Auftakt-Galakonzert

in der Wiener Hofburg

wurden an Musikern und Sängern alle Stars

aufgeboten, die im Lande Rang und Namen

haben. Symphonieorchester und Chor der

kasachischen Staatsoper interpretierten

Klassik, das Kurmangazy-Orchester kasachische

Volksmusik. Unter den Gesangsstars

ragte Maira Kerey heraus, die an der Pariser

Oper als Mimi in „La Boheme“ debütierte.

Wien wurde zum OSZE-Auftakt auch

für einen sportlichen Höhepunkt ausgewählt.

Die Redoutensäle in Wien waren in

diesem Jahr ungewöhnlicher Schauplatz

für die offizielle Mannschaftspräsentation

des kasachischen Radsport-Teams Astana

mit Tour-de-France-Sieger Alberto Contador.

Dem von Kasachstan gesponserten

ProTour-Rennstall gehören neben dem

zweifachen Toursieger Contador auch die

Topfahrer Oscar Pereiro und Alexander

Winokurow an.

Zuletzt wartete Kasachstan wieder mit

einer Kunstausstellung in der Bundeshauptstadt

auf, die zwei ganz unterschiedliche

Aspekte der kasachischen Kultur darbot

– vorchristliche Mythologie und

zeitgenössische Kunst. Im Rahmen des Projekts

„Die Große Seidenstraße“ wurden

archäologische Rekonstruktionen skythischer

Funde des Künstlers und Restaurators

Krym Altynbekov gezeigt. Die Wanderausstellung

der Kunstgalerie „Has Sanat“

vermittelte einen Einblick in das Schaffen

von rund vierzig kasachischen Malern und

Kunstwebern der Gegenwart.

Ende August wurde in der Wiener UNO-

City mit einer Schau eines Kapitels der Sowjet-Geschichte

Kasachstans gedacht, das

noch nicht abgeschlossen ist. Der Internationale

Tag gegen Atomversuche wurde

auf Anregung Kasachstans, wo Menschen

noch immer an gesundheitlichen Spätfolgen

leiden, erstmals begangen. Am 29. August

1949 war auf dem damaligen Sowjet-

Atomtestgelände Semipalatinsk die erste

Atombombe der UdSSR gezündet worden.

Genau 42 Jahre später ließ Nasarbajew die

Anlage schließen, wo im Kalten Krieg rund

500 Nukleartests erfolgten.

Kasachstan hat sich seit seiner Unabhängigkeit

zu einem wichtigen Akteur der

Staatengemeinschaft entwickelt. Das flächenmäßig

neuntgrößte Land mit nur 15

Millionen Einwohnern übernahm 1989 als

Rüstungszentrum der arbeitsteiligen

UdSSR ein schwieriges Erbe, wie der

Außenminister in einem Pressegespräch

resümierte; seither habe es „eine Erfolgsgeschichte“

erlebt. Die geostrategische Lage

und die enormen Bodenschätze wie Öl,

Gas, Uran und Kupfer, trugen zweifellos

viel dazu bei. Kasachstan ist ein begehrter

Wirtschaftspartner für Ost und West. Die

Maxime Astanas lautet: alle Optionen offen

halten.

Außenminister Kanat Saudabajew

bei der Präsentation des Buches

„Kasachstans Weg“, verfasst vom

kasachischen Staatsoberhaupt

Nursultan Nasarbajew.

SOCIETY 3_10 | 35


KASACHSTAN

KULTUR

Ausstellung im Palais Palffy

Die große Seidenstraße

Das Österreichische Kulturzentrum zeigte im Palais Palffy Schätze der kasachischen Kunst von

der Antike bis zur Moderne. Stargast war der Künstler und Restaurator Krym Altynbekov.

Mit einer Kombination aus historischen

Artefakten und moderner Kunstmalerei

spiegelt die Wanderausstellung

„Die große Seidenstraße“, die im Sommer

in Wien zu sehen war, die Vielfalt der kasachischen

Kunstszene wider. Ziel der Wanderausstellung

ist es, kasachische Kunst

und Kultur einem breiten Publikum im

Ausland bekannt zu machen. Sie wurde

seit ihrer Eröffnung in Astana im Jahr 2006

in Moskau, Warschau, Berlin, Frankfurt,

Amsterdam, Istanbul und Seoul gezeigt.

Kurator Krym Altynbekov möchte mit den

Schaustücken auch eine Geschichte seines

Landes erzählen. Die in zwei Teile gegliederte

Ausstellung widmete sich unter dem Titel

„Kunst der großen Steppe“ restaurierten

Artefakten aus der Epoche der Skythen und

Saken. Der zweite Teil zeigte Werke von

mehr als vierzig modernen kasachischen

KünstlerInnen vom Realismus über Avantgarde

bis zum sog. Ethno-Symbolismus. Altynbekovs

eigene Werke sind von der Kunst

der antiken Nomaden beeinflusst.


Europameisterschaft 2012

Fußball in Kasachstan

KASACHSTAN

SPORT

Im Rahmen der UEFA Euro 2012, welche in Polen und der Ukraine stattfinden wird, trifft

Österreich in der Qualifikationsphase auf Kasachstan.

Die kasachische Nationalmannschaft

trägt Blau-Gelb.

Salzburg-Wals Siezenheim war Anfang

September der Schauplatz des ersten

Aufeinandertreffens der Mannschaften

von Österreich und Kasachstan im Fußball

überhaupt. Beide sind in derselben Gruppe

und kämpfen um die Qualifikation für

die 2012 in Polen und der Ukraine stattfindende

UEFA Europameisterschaft. Österreich

konnte nach einem eher schwachen

Spiel und mangelnder Chancenauswertung

durch zwei Tore in der Nachspielzeit

noch glücklich gewinnen. Das Rückspiel

findet am 11.10.2011 in Kasachstan voraussichtlich

in Almaty statt.

Wie kommt es, dass Kasachstan überhaupt

bei der Europameisterschaft mitspielt?

Die Antwort: Der kasachische Fußballverband

KFF (Kazakh Football

Federation) wechselte 2002 von der AFC

(Asian Football Confederation) zur UEFA

(Union of European Football Associations).

Ein Teil Kasachstan liegt geographisch sogar

in Europa (südwestlich des Ural bei der

Mündung der Wolga in das Kaspische Meer).

***

Geschichte des kasachischen Fußballs

Der kasachische Fußball etablierte sich

in den 1910er Jahren, nachdem Handelsleute,

die auf den Sport in England aufmerksam

wurden, ihn in das Land gebracht

hatten. Es entwickelte sich in der

Stadt Semipalatinsk ein regelrechter Fußballboom,

der zur Gründung mehrerer

Vereine führte. Die Vereine nahmen später

an der sowjetischen Meisterschaft Teil und

Spieler Kasachstans waren Mitglieder der

sowjetischen Nationalmannschaft.

Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1991

wurde Kasachstan ab 1992 Mitglied des Asiatischen

Fußballverbandes. Der kasachische

Fußballbund organisiert die Nationalmannschaft

und die Fußballliga namens

Premjer Liga.

Rekordmeister des Landes ist der FK Irtysch

Pawlodar, der seit der Gründung der

Premjer Liga 1992 fünf Mal Meister wurde.

Der Verein wurde 1964 gegründet leitet

sich vom Namen des Flusses Irtysch ab. Die

Mannschaft bestritt mehrere Spiele in der

asiatischen Championsleague und seit der

Mitgliedschaft bei der UEFA auch einige

Qualifikationsspiele für den Europapokal,

bisher aber erfolglos. Heuer konnte sich

zum vierten Mal in Folge der FK Aktobe

den Meistertitel sichern. Rekordspieler Kasachstans

ist Ruslan Baltijew, der bisher 73

Spiele für die Nationalauswahl bestritt

und sein Geld bei Schemtschuschina Sotschi

in Russland verdient.

In der FIFA Weltrangliste belegt Kasachstan

zurzeit den 125. Platz vor Suriname

und hinter dem Tschad. Das erste offizielle

Länderspiel des kasachischen Fußballverbandes

bestritt das Team 1992 in Almaty

gegen Turkmenistan und konnte sich

mit 1:0 durchsetzen. Den bisher höchsten

Sieg erlangte man 1997 mit einem 7:0 gegen

Pakistan und die höchste Niederlage

erlitt man bisher 2008 mit einem 0:6 gegen

Russland.

INFO

Qasaqstannyng Futbol

Federazijassy

Gegründet: 1914

FIFA Beitritt: 1994

UEFA Beitritt: 2002

Präsident: Adilbek Jaxybekow

Bernd Storck

Generalsekretär: Sayan Khamitz

Derzeitiger Trainer: Bernd Storck (D)

www.kff.kz

SOCIETY 3_10 | 37


DIPLOMATIE

AKKREDITIERUNGEN

DIPLOMATENKARUSSELL

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.

ALBANIEN

H.E. VILI

MINAROLLI, PH.D.

BELGIEN

H.E. FRANK

RECKER

CHILE

H.E. ALFREDO

LABBÉ

Born on 8 September

1944 in Elbasan, Albania.

Married, two sons.

Geboren am 3. Juni

1950 in Rancagua,

Chile. Verheiratet.

Education

■ 1962-1966: Bachelor of Science, Mathematics,

University of Tirana

■ 1984-1986: Ph.D. in Mathematics and

Pedagogy – Psychology Sciences

■ 1993-1996: Master’s Degree in Political

Science

Professional Career

■ 1972-1973: Professor of Mathematics,

University of Tirana

■ 1973-1987: Professor of Mathematics,

Kucove. Member of National Committee

for pre-University Education reform

in Mathematics

■ 1987-1992: Researcher at the National

Institute of Pedagogic Studies and

part time lector at University of Tirana,

Faculty of Science

■ 1992-1993: Director General for High

School Education, Albanian Ministry

of Education Co-author of Albanian

Education Reform

■ 1993-1994: Specialist on Balkan issues,

Albanian Ministry of Foreign Affairs

■ 1994-1995: Ambassador of Albania in

Belgrade, Serbia

■ 1995-1996: Director General for Europe

Branch, Albanian Ministry of Foreign

Affairs

■ 1996-2005: Member of Parliament, Albanian

National Assembly

■ 2005-2010: Ambassador of Albania in

Greece

Education

■ Graduated in Studies of German philology;

Conference Interpretation

Professional Career

■ 1982: Started diplomatic career

■ 1982-1984: Head-office

■ 1984-1987: Secretary, Bucarest

■ 1987-1990: First Secretary, Stockholm

■ 1990-1994: Counsellor, Berne

■ 1994-1997: Ambassador to Niger, Mali

and Burkina Faso

■ 1997-2000: Head-Office (Director Air

transport Negotiations); Euregio

Maas-Rhine (Director Belgian Presidency)

■ 2000-2003: Ambassador to Côte d’Ivoire,

Ghana, Liberia and Sierra Leone

■ 2003-2007: Ambassador to Norway

and Iceland

■ 2007-2010: Head-Office, Deputy Secretary

General; Director General of the

International Customs Tariffs Bureau

■ Since 2010: Ambassador to Austria,

Permanent Rep. to UNOV/UNODC,

IAEA, CTBTO. UNIDO and Ambassador

to Bosnia and Herzegovina

Ausbildung

■ Studium der Rechtswissenschaften an

der Universität von Chile (Santiago)

und den Katholischen Universitäten

von Ecuador (Quito) und Peru (Lima)

■ Diplom der Diplomatischen Akademie

„Andrés Bello“, Santiago

■ Magister in Militärwissenschaft an der

Kriegsakademie der chilenischen Armee,

Santiago

Berufliche Laufbahn

■ 1990-92: Botschafter-Stellvertreter in

Ungarn

■ 1993-1996: Geschäftsträger in der Arabischen

Republik Syrien

■ 1996-97: Chef der Abteilung für Abrüstung

und Internationale Sicherheit

■ 1997: Sektionsleiter-Stv. für Sonderpolitik,

Außenministerium

■ 1998-2002: Ständiger Vertreter-Stv.

von Chile bei der Abrüstungskonferenz,

Genf

■ 2001-2002: Ständiger Vertreter-Stv.

von Chile bei der UNO u. anderen int.

Org., Genf

■ 2003-2005: Vertreter der Nationalbehörde

zur Konvention für chemische

Waffen

■ 2004: APEC-Gipfel, zuständig für Sicherheit

und Terrorismus

■ 2005-2008: Vertreter-Stv. bei den Vereinten

Nationen in New York

■ 2009-2010: Sektionsleiter für Int. und

Menschliche Sicherheit

FOTOS: DRAGAN TATIC/HBF

38 | SOCIETY 3_10


JUNI BIS SEPTEMBER 2010

MALAYSIA

PHILIPPINEN

UKRAINE

H.E. DATO‘

MUHAMMAD

SHAHRUL IKRAM

BIN YAAKOB

Born on 21 May 1961 in

Bentong, Pahang

Married, 4 sons.

S.E. LOURDES O.

YPARRAGUIRRE

Born on 2 October

1955 in Manila.

S.E. ANDRII

VIKTOROWYTSCH

BEREZNYI

Geboren am 4.Dezember

1958 in Kyiv. Verheiratet,

eine Tochter.

Education

■ B. Sc. (Hons.) Ecology, University of Malaya,

Kuala Lumpur, Malaysia

■ Diploma in Public Admin (INTAN),

1987

■ Advanced Management Programme,

Harvard Business School, 2009

Professional Career

■ 1988: Administrative and Diplomatic

Service in the Ministry of Foreign Affairs;

Assistant Secretary in East Asia

Division; Secretary to the Committee

on Managed and Controlled Relationship

with the People’s Republic

of China

■ 1989: Assistant Secretary in the Int.

Org. Division

■ 1991: Second Secretary, Embassy of

Malaysia in Beijing

■ 1994: First Secretary, Embassy of Malaysia

in Washington D. C.

■ 1998: Senior Assistant Secretary I in

the American Affairs Division

■ 1999: Principal Assistant Secretary in

the American Affairs Division

■ 2002: Assigned to the Embassy of Malaysia

in Vienna, Austria, Deputy Head

of Mission; Alternate Resident Rep.

to the IAEA; Deputy Permanent Rep.

to UNOV

■ 2005: Undersecretary for Multilateral

Political Division

■ 2007-2010: Ambassador of Malaysia to

the State of Qatar

Education

■ BA International Relations (cum laude),

Maryknoll College, Quezon City,

Philippines

■ Diploma in International Economics

and Development (with distinction), Institute

of Social Studies, The Hague,

Netherlands

Professional Career

■ 1981-1986: Senior Economic Development

Specialist, Manila

■ 1987: Joined the Department of Foreign

Affairs (DFA), Manila

■ 1987-1988: Acting Director, Office of

International Economic Affairs, DFA

■ 1988-1989: Director, Office of the UN

and other Int. Org., DFA

■ 1989-1996: First Secretary (Economic,

Disarmament and Humanitarian Affairs)

and WTO-GATT Negotiator, Permanent

Mission of the Philippines to

the UN and other Int. Org., Geneva

■ 1996-1998: Special Assistant to the Undersecretary

for Policy, DFA

■ 1999-2000: Executive Director, Office of

the Undersecretary for International

Economic Relations, DFA

■ 2000-2006: Minister for Political and

Economic Affairs, Embassy of the Philippines,

Washington DC

■ 2006-2007: Special Assistant to the Secretary

of Foreign Affairs, DFA

■ 2008-2010: Assistant Secretary, Office

of American Affairs, DFA

Ausbildung

■ 1989: Abschluss der Militär-Diplomatischen

Akademie in Moskau

■ 1981: Abschluss der Militärhochschule

für Ingenieure Kyiv

■ 1996: Lehrgang für Handelspolitik an

der Georgetown Univ. in Washington

Berufliche Karriere

■ 1985-1986: Stv. Direktor des Alliierten

Kriegsverbrechergefängnisses Spandau

Berlin (West)

■ 1992-1995: Stv. Leiter der Verwaltung,

Ministerium für auswärtige Wirtschaftsbeziehungen

der Ukraine

■ 1994-1997: Geschf. Sekretär der Staatskommission

für den WTO-Beitritt der

Ukraine

■ 1998: Stellv. Direktor „Rechtsberatung

Spektor&Partner“ AG

■ 1998-1999: Leiter Außenwirtschaft der

staatlichen Aktiengesellschaft „Naftogas

Ukraine“

■ 1999-2000: Direktor „Nationale Gasgesellschaft“

AG in Kyiv

■ 2000-2003: Leiter der Handels- und

Wirtschaftsmission bei der Botschaft

der Ukraine, Schweiz

■ 2003-2006: Stellv. Wirtschaftsminister

der Ukraine

■ 2007: Berater „Maschinenbau Fackel“

AG in Kyiv

■ 2008-2009: Direktor für GR und Kontrolle

„Ukrainian Mobile Communications“

AG (MTS Ukraine)

SOCIETY 3_10 | 39


DIPLOMATIE

UN WIEN

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

Generaldirektor Yury Fedotov. Die Überreichungen fanden im Büro der

UNOV/UNODC in Wien statt.

Multilaterale Botschafter

INFORMATION

Nyron Sequeira, Protocol Assistant

Tel. +43-(0)1- 26060 – 4499

Fax +43-(0)1- 26060 – 5929

E-Mail: Nyron.Sequeira@unvienna.org

SCHWEIZ: S.E. THOMAS GREMINGER

DÄNEMARK: S.E. TORBEN BRYLLE

CHILE: S.E. ALFREDO ALESSANDRO LABBÉ

BELGIEN: S.E. FRANK RECKER

ÜBERREICHT AN GD ANTONIO MARIA COSTA

MOLDAU: S.E. VALERIU CHIVERI

PHILIPPINEN: I.E. LOURDES ORTIZ YPARRAGUIRRE

ÜBERREICHT AN GD ANTONIO MARIA COSTA

UN – UNITED NATIONS/

VEREINTE NATIONEN

Am 26.6.1945 wurde in San Francisco die Charta der Vereinten

Nationen beschlossen. Sie trat am 24.10.1945 in Kraft.

Mitglieder sind alle Staaten der Welt mit Ausnahme der

Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS), der

Republik China (Taiwan) und Vatikanstaat.

Die Grundsätze und Ziele der UN sind: Wahrung des

Weltfriedens, internationale Sicherheit, Achtung der Menschenrechte,

internationale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem,

kulturellem, sozialem und humanitärem

Gebiet, Umweltschutz.

Diese Ziele sollen gemäß den Grundsätzen des allgemeinen

Gewaltverbots und der Verpflichtung zur friedlichen

Beilegung von Streitigkeiten verwirklicht werden.

Die Ausnahme davon bilden vom Sicherheitsrat beschlossene

legitime Zwangsmaßnahmen.

Die Hauptorgane der UN sind die Generalversammlung,

der Sicherheitsrat, die UN-Friedenstruppen und das Sekretariat.

Die UNOV – das Büro der Vereinten Nationen in Wien –

ist eine von vier Hauptsitzen der UN auf der Welt und besteht

seit 26 Jahren. Folgende Organisationen sind u. a. in

Wien untergebracht: UNODC (Drogen- und Verbrechensbekämpfung),

IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation),

UNIDO (Industrielle Entwicklung), CTBTO (Comprehensive

Test Ban Treaty Organisation).

40 | SOCIETY 3 10


DIPLOMATIE

UNIDO

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

den Generaldirektor der UNIDO, Kandeh K. Yumkella. Die Überreichungen

fanden im Hauptsitz der UNIDO in Wien statt.

United Nations Industrial Development Organization

BELGIEN: S.E. FRANK RECKER

PHILIPPINEN: I.E. LOURDES O. YPARRAGUIRRE

INFORMATION

Cristina Stricker, Information Officer

Tel: +43-(0)1-26026-3034

Fax: +43-(0)1-26026-6881

E-Mail: c.stricker@unido.org

CHILE: S.E. ALFREDO LABBÉ VILLA

UKRAINE: S.E. IHOR PROKOPCHUK

UNIDO

MALAYSIA: S.E. DATO’ MUHAMMAD SHAHRUL IKRAM YAAKOB

MOLDAU: S.E. VALERIU CHIVERI

Die United Nations Industrial Development Organization

(Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung)

ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen

mit dem Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwikklungsländern

und Reformstaaten nachhaltig zu fördern. Zu

ihrer Tätigkeit zählen Industrial Governance und Statistik, Investitions-

und Technologieförderung, Förderung von Handel

und Wettbewerbsfähigkeit, Entwicklung der Privatwirtschaft

und Agro-Industrien, nachhaltige Energiewirtschaft

und Klimawandel, das Montreal-Protokoll und Umweltmanagement.

DÄNEMARK: S.E. TORBEN BRYLLE

SCHWEIZ: S.E. THOMAS GREMINGER

Die UNIDO, mit Hauptsitz in der UNO-City in Wien, wurde

1966 als Programm der Vereinten Nationen gegründet

und ist seit 1985 eine selbstständige Sonderorganisation der

VN. Derzeitiger Generaldirektor (seit 2005) ist Kandeh K.

Yumkella (Sierra Leone). Die UNIDO hat 173 Mitgliedsstaaten,

in 53 Ländern Büros und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter.

Darüber hinaus arbeiten über 2100 Experten international

bei UNIDO-Projekten. Das geschätzte Gesamtvolumen aller

Tätigkeiten für 2010/11 beträgt etwa 385 Millionen Euro

(UNIDO ist die einzige UN-Organisation, die in Euro budgetiert).

SOCIETY 3_10 | 41


DIPLOMATIE

CTBTO

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

den Generalsekretär der CTBTO, Botschafter Tibor Tóth. Die Überreichungen

fanden im Hauptsitz der CTBTO in Wien statt.

Comprehensive Test Ban Treaty Organisation

INFORMATION

Annika Thunborg, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit

Tel. +43-(0)1-26030-6375

Fax +43-(0)1-26030-5823

www.ctbto.org

E-Mail: annika.thunborg@ctbto.org

MALAYSIA: S.E. DATO‘ MUHAMMAD SHAHRUL IKRAM YAAKOB

CHILE: S.E. ALFREDO LABBÉ

CTBTO

Die CTBTO PrepCom ist die Vorbereitende Kommission für

die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot

von Nuklearversuchen.

Die CTBTO PrepCom wurde am 19.11.1996 gegründet und

ist mit allen notwendigen Vorbereitungen für die Umsetzung

des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen

befasst. Alle Staaten, die diesen Vertrag unterzeichnen,

sind automatisch Mitglieder der Kommission.

Ziel des Vertrages ist die Nichtverbreitung von Kernwaffen

sowie die atomare Abrüstung. Mit dem Verbot von Nuklearversuchen

soll die Weiterentwicklung von Atomwaffen

gebremst werden.

Seit 24.9.1996 wurde der Vertrag von 182 Staaten unterzeichnet,

davon haben ihn mittlerweile 153 ratifiziert. Aktuellster

Vertragsunterzeichner ist Trinidad und Tobago. Die

aktuellste Ratifizierung erfolgte durch die Zentralafrikanische

Republik. Der Vertrag tritt erst dann in Kraft, sobald er

von allen 44 im zweiten Anhang des Vertrages (Annex 2)

aufgezählten Staaten unterzeichnet und ratifiziert worden

ist. Das sind jene Staaten, die zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen

bereits über friedliche oder militärische

Nukleartechnologie verfügt haben. 41 Annex-2-Staaten haben

den Vertrag unterzeichnet, davon haben ihn 35 auch ratifiziert.

Derzeit fehlen noch die Unterzeichnungen von Indien,

Pakistan und Nordkorea, sowie die Ratifizierungen von

Ägypten, dem Iran, USA, China, Indonesien und Israel.

Österreich zählt ebenfalls zu den Annex-2-Staaten und

hat den Vertrag am 24.9.1996 unterzeichnet und am 13.3.1998

ratifiziert. Das Atominstitut der Österreichischen Universitäten

betreibt in Wien einen Forschungsreaktor.

MOLDAU: S.E. VALERIU CHIVERI

KATAR: S.E. ALI KHALFAN AL-MANSOURI

NIGER: S.E. ADANI ILLO

PHILIPPINEN: I.E. LOURDES O. YPARRAGUIRRE

UGANDA: S.E. FRANCIS K. BUTAGIRA

JEMEN: S.E. ABDULHAKIM ABDULRAHMAN AL-ERYANI

MADAGASKAR: S.E. RAJEMISON RADOTOMAHARO

UKRAINE: S.E. IHOR PROKOPCHUK

42 | SOCIETY 3_10


Grandhotel am Semmering bei Wien

Ein Wochenende wie ein Urlaub

Am Zauberberg wird der Winterurlaub von den ersten

Schneeflocken bis zur Frühjahrssonne zum Erlebnis, denn

gerade im Winter verdient der Semmering seinen Namen

„Zauberberg“ ganz besonders. Wer immer auch Spaß im

Schnee haben möchte - vom actionreichen Schifahrer oder

Snowboarder, bis zum gemütlichen Winterwanderer – man

findet am Zauberberg seine Winterwelt. Sport & Spaß sowie

Erholung und Relaxen in der Wintersonne lässt sich ideal mit

einem Aufenthalt im Panhans kombinieren.

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Angebotsvielfalt des Hotels PANHANS garantieren Erholung

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Eine knappe Autostunde von Wien erleben Sie Wohnqualität

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Genüsse stehen das a la carte Restaurant „Wintergarten“,

die klassischen Restaurants Kaiser Karl und Kaminsalon, das

Café Wien, die Vinothek und die Tanzbar zur Verfügung.

Vollstes Freizeitvergnügen genießt man im Vital Club mit

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DIPLOMATIE

INTERVIEW

Cultural Diplomacy

“The Strange Animal”

Mark Donfried, founder of the Institute for Cultural Diplomacy, about the potential of culture

in international dialogue, why he settled in Berlin and the many ways of bringing people

together. By DONATA ALBERTI

The Institute for Cultural Diplomacy

(ICD) is an international, not-for profit,

non-governmental organization

based in Berlin, and it has grown to be one

of Europe’s largest independent cultural

exchange organizations. I had the chance

to carry out an internship for three

months at the ICD, it has been an enriching

opportunity for both my personal and

academic development, I have worked with

people coming from around thirty different

countries and living in Berlin has been

a mind-blowing experience for me as I

come from Trieste, a relatively small Italian

city on the Slovenian border. I had a

very interesting interview with Mark Donfried,

founder and director of the institute,

who shared with me some of his thoughts,

highlights, past memories and future expectations

concerning the ICD.

What were your first steps in the establishment

of the ICD? And was it difficult?

Initially we responded to the need that

there was very little research in the field of

cultural diplomacy and also there was no

neutral organization focusing on this field.

When we first started in 1999 we literally

did events on really zero-budget, so the initial

challenges of course were primarily financial

support and then also finding the

right partners who we needed to get things

developed.

What were your dreams as a 20-year-old

student?

My dream was really this interest in the

field of cultural and International relations

where I really saw some strange situations,

for example between France and

the US, where the French love the American

culture but they hate American culture,

where Americans love the French

culture but they hate the French culture. I

did not understand how two outside-looking

similar countries could have this

strange tension over culture. Another

stream of course is if you look at conflict

situations, for example in the Middle East

or in the United States, or in Africa and

Asia, situations where there is almost no

cultural dialogue, there sometimes culture

can also serve as a clash. There is a potential

for culture, it can make things

worst, it can intensify problems, but it also

gives the chance to make things better

if one can achieve relationships based on

understanding and trust.

What has been until today your most significant

success?

I think one of the things that are special

about the ICD is the ability to bring

people together who normally would not

come together. We recently had an event

which was hosted in Rhodes, Greece, in

partnership with a Greek organization

and there was a fascinating dialogue in

the question and answer period, where

there was a young Palestinian who raised

a question and then there was a response

by a young Israeli in the audience. That

conversation probably could not have

taken place in Jerusalem, or in Tel Aviv. I

44 | SOCIETY 3_10


„We bring people together

who normally would not be

together.“

MARK C. DONFRIED

think the fact that it was hosted by the

ICD, a non-governmental, non-for profit

organization, helped something to happen

that would not normally have happened.

The ICD is a sort of “strange animal”

which does not really belong to

any group, and is able to actually bring

people together.

You started your career in New York, the

hub for culture and International relations,

why did you decide to move to Berlin?

Berlin is an interesting place and I

think it is a natural fit for the ICD. It is very

attractive for artists, as there seems to be

an openness here that allows for a new creativity.

Berlin also is very inexpensive and

is very vibrant for its culture, and unique

for its geography, its history. This seems a

place where people really feel comfortable,

where people can also make their

home.

Germany also makes it a very interesting

example for cultural diplomacy. I think

that Germany in terms of soft power and

also in terms of culture is a unique case.

Programs such as DAAD (the German Academic

Exchange Service), Deutsche Welle,

Goethe Institut and other cultural institutions

are not about promoting a certain

image about Germany, it is just about giving

access to Germany.

What is your role in the ongoing dialogue

for a better understanding of cultural

diplomacy?

I think our role is just to ask questions

and be sure that individuals involved are

also asking questions. Cultural diplomacy

for a young leader in Cape Town is probably

very different from cultural diplomacy

for a young leader in Bucharest or in

Tokyo. I think in the end every country,

group and culture needs to find their own

answers and their own recipes for how

they could perhaps strengthen their relationships

using some of the techniques of

cultural diplomacy. That is really how I see

my job, in bringing people together, try to

maybe challenge the way they are thinking,

open their minds in certain ways. For

me to have succeeded in the end is not to

convince people that I am right, but at the

end of the event maybe they think a little

bit differently about something than before,

and maybe they heard a new view, a

new voice.

What has been the most significant

milestone for the ICD until now?

One of the main milestones of ICD over

CURRICULUM VITAE

Mark C. Donfried is Director and Founder of the institute for

Cultural Diplomacy. After completing his undergraduate

studies in European History and French at Columbia University,

Mark Donfried then pursued graduate research at

the Institut des Études Politiques where he wrote his thesis

on "la diplomatie du jazz." Following this, Mark worked

as an Analyst at the Cultural Services of the French Embassy

in New York, in the Mergers & Acquisitions Department

of Credit Suisse First Boston, and then at the

Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik. In 2001 Mark

founded the Institute for Cultural Diplomacy (ICD): an independent,

non-profit, non-governmental organisation

based in New York City. The ICD has since opened a European

Headquarters in Berlin, where Mark is presently

based. Mark is currently a Visiting Professor at Humboldt

University in Berlin teaching, for example, a seminar for

undergraduates on “Searching for a Cultural Diplomacy.”

He is focusing his current research and publishing in the

field of civil society based cultural diplomacy.

the last years has been that we have been

able to bring together a very high level

group of individuals, and if you look at the

advisory board now, we have former presidents

from many states, ministers of culture,

very interesting individuals from almost

every country. What matters to me is

that they are individuals who care and

have experienced cultural diplomacy, in

terms of its success and its failures, and individuals

who want to promote this and

bring this sensitivity further. We then have

a strong team, the ICD team, the volunteers,

so it is really just a matter of time, to

develop programs step by step. In one or

two years we have really been able to develop

an International grasp and an international

team.

How are the programs of the ICD structured

and what do the participants get

from their attendance?

In essence we have three main targets of

audience: the high level, let’s say current

leaders, former leaders, ministers for culture,

the governments. In the second target

we have young leaders and the third

target is the civil society, for example nurses,

teachers, “real citizens” in the full

essence of the word. And the main thing

that we try to do is, again, to make them

think differently.

What they get out of it is hopefully

some new information on education, but

also the chance to do more work in the

field. We ask each young leader for example

to do a leadership initiative. We really

believe that young leaders are much better

suited to help their country than we are, as

they can probably have more ideas to move

forward than us sitting here in Berlin.

What are the biggest challenges for cultural

diplomacy in the 21st century and for

the ICD in particular and what is your personal

outlook?

The biggest challenge is trying to improve

the situation where there seems to

be little or no hope. There are situations

where sometimes there is no dialogue and

sometimes there is even violence or a conflict.

I think that there it is a big challenge

for our imagination, in terms of how we

can try to bring people together, even in

the most extreme situations. I will quote a

few examples, like sports as cultural diplomacy,

music as cultural diplomacy; there

are many ways in which you can bring people

together, as for example with a soccer

ball. I am aware of the fact that difficult

situations may not see the results in my

lifetime, but I definitely would still like to

try to begin a process that may take generations.

SOCIETY 3_10 | 45


DIPLOMATIE

ÖGAVN

Highlights International

Saisonausklang in der Stallburg

Die erste Saison der ÖGAVN in den neuen Räumlichkeiten in der Wiener Stallburg ging erfolgreich

zu Ende. Die regelmäßigen Clubveranstaltungen haben sich beim Publikum etabliert.

Saisonausklang

in der Stallburg

Vienna International

Model United Nations

Ungarns Außenminister

János Martonyi

Am 6. Juli 2010 beendete die ÖGAVN ihre

erste Saison in den neuen Räumlichkeiten

in der Wiener Stallburg.

ÖGAVN-Präsident Altbundeskanzler Wolfgang

Schüssel lud alle Mitglieder, Interessenten

und Freunde der ÖGAVN zu einem

Abend in angenehmer Atmosphäre mit

Fingerfood, dank Raiffeisengeneralanwalt

Dr. Christian Konrad bereitgestellt von

Do&Co, und mit musikalischer Darbietung

der Damenband „DIDA“. Anlass war

der erfolgreiche Start des neuen wöchentlichen

„Internationalen Clubs“ in den

ÖGAVN-Räumlichkeiten. Von Februar bis

Juli sprachen insgesamt 17 Vortragende zu

den unterschiedlichsten internationalen

Themen. Neben den Clubveranstaltungen

etablierten sich die neuen Räumlichkeiten

als Austragungsort für zahlreiche weitere

Aktivitäten, wie unter anderem die Debattierclubs

der unabhängigen Jugend- und

Studierendenorganisation der ÖGAVN,

dem Akademischen Forum für Außenpolitik

(AFA).

***

Ungarischer Außenminister

zu Gast in Wien

Der neue ungarische Außenminister János

Martonyi sprach am 13. Juli 2010 in

den historischen Räumlichkeiten der ungarischen

Botschaft zum Thema „Die neue

Mitteleuropapolitik Ungarns“. Trotz der

sommerlichen Temperaturen kamen rund

400 Persönlichkeiten des „Außenpolitischen

Establishments“, um sich über die

aktuellen Fragen ungarischer Außen- und

Nachbarschaftspolitik zu informieren.

***

Jugendkonferenz in der Wiener UNO-City

Die bereits zur Tradition gewordene alljährliche

UNO-Simulationskonferenz mit

Studierenden und Jungakademikern aus aller

Welt in der Wiener UNO-City war auch

diesen August wieder die Hauptveranstaltung

des AFA. Bei der „Vienna International

Model United Nations (VIMUN)“ verhandeln

die Delegierten an Resolutionen zu

den unterschiedlichsten Themen der Vereinten

Nationen in Form eines Rollenspiels.

„Es ist uns auch ein Anliegen, den UNO-

Standort Wien und Wien als Austragungsort

internationaler Konferenzen bei der

Jugend zu bewerben“, so Marc E. Melich der

Generalsekretär der VIMUN.

MITGLIEDSCHAFT

Alle Personen, die am internationalen

Geschehen interessiert sind

und zur Stärkung der Vereinten

Nationen beitragen wollen, können

ordentliche Mitglieder der

Seit 1945

Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten

Nationen (ÖGAVN) werden. Daneben sind Unternehmen

und andere Institutionen eingeladen, als unterstützende

Mitglieder beizutreten. Wenn Sie Interesse an einer

Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an:

ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR AUSSENPOLITIK

UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse 2/2. OG, A-1010 Wien

Tel.: +43-(0)1-535 46 27

E-Mail: office@oegavn.org, www.una-austria.at

MAGAZIN SOCIETY

Mag. Gertrud Tauchhammer hat mit dem Magazin SOCIETY als

offizielles Organ schon seit 1995, auf Einladung des damaligen

Präsidenten Dr. Kurt Waldheim, fungiert und übt seitdem mit

verschiedensten Aktivitäten einen Brückenschlag zwischen

Österreich und den Vereinten Nationen aus. Auf Vorschlag von

Altbundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel wird die Kooperation

zwischen dem Magazin SOCIETY und der Österreichischen Gesellschaft

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen

(ÖGAVN) fortgesetzt. SOCIETY ist zu 100 Prozent im Eigentum

der Tauchhammer KG/Mag. Gertrud Tauchhammer.

FOTOS: ÖGAVN

46 | SOCIETY 3_10

Die Delegierten

von VIMUN


DIPLOMATIE

WELCOME TO AUSTRIA

INFORMATION

Guided tour through the medieval

abbey Heiligenkreuz

Gregorian Chant

Music For Paradise

“Welcome To Austria” visited the Abbey Stift Heiligenkreuz in

the Southern Vienna Woods and joined the other-worldly Gregorian

chant which has become famous in the UK and the US.

Entitled “Chant – Music for Paradise”,

Welcome To Austria undertook an excursion

to the Cistercian Abbey Stift Heiligenkreuz

in the Southern Vienna Woods.

After arrival, a Cistercian monk took the

participants on a guided tour through the

medieval abbey, followed by a modest “Jause”

at the refectory.

***

Gregorian chant

After a brief introduction to the Gregorian

chant, participants joined the Vesper,

a peaceful and other-worldly form of evening

prayer, sung by the monks. Their

chant have even made it to the top of the

charts in the UK and the US through their

world-famous CD “Chant – Music For Paradise”

recorded at Heiligenkreuz.

WA “Welcome to Austria” was founded

in 1997 by Dr. Benita Ferrero-

Waldner, who was then State Secretary

for Foreign Affairs, with the

overriding objective of introducing

foreign diplomats and international

civil servants assigned to Vienna and

their spouses to the Austrian way of

life. The aims of WA are to promote the awareness and understanding

of Austria’s rich heritage of culture and history

past and present. WA would welcome newly accredited diplomats

and their spouses to join the club.

***

WA invites you to join:

■ You will meet many interesting Austrians in a relaxed

atmosphere and make new friends.

■ You will be offered a wide choice of excellent programmes

and learn a great deal about your host country.

■ You will be invited to private homes and through WA

events you will enjoy many things which you would not

have access to outside our Association.

***

THE BOARD OF “WELCOME TO AUSTRIA”

Dr. Benita Ferrero-Waldner – Founding President

Foreign Minister Dr. Michael Spindelegger – President

Gabrielle Schallenberg – First Vice President - History, Art

Dr. Monika Türk – Second Vice President

Mag. Stephan Hofstätter – Treasurer

Mag. Gertrud Tauchhammer – Public Relations,

“Schriftführerin”

Dr. Elisabeth Wolff – Music

Dr. Heide Almoslechner – German

Anne Thun-Hohenstein – History, Art

Dr. Stefanie Winkelbauer – Applied Arts, Cuisine

Mag. Adelaida Calligaris – Liaison Officer

***

OFFICE HOURS

Mo-Tue-Wed: 2 p.m.–5 p.m.

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.

Gabriela Znidaric, Secretary

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse 2, 1010 Vienna

Phone: +43-(0)1-535 88 36, Fax: +43-(0)1-535 88 37

E-mail: office@welcome-to-austria.org

www.welcome-to-austria.org

Vesper with Gregorian Chant

Mary Magdalene washing the

feet of Jesus Christ

SOCIETY 3_10 | 47


DIPLOMATIE

INTERNATIONAL

NATIONALFEIERTAGE

der Botschaften mit Amtssitz in Wien. Von Oktober bis Dezember

1.

1.

1.

3.

3.

12.

23.

25.

27.

28.

28.

29.

OKTOBER

China Jahrestag der Gründung der

VR China (1949)

Nigeria Unabhängigkeitstag (1960)

Zypern Unabhängigkeitstag (1960)

Deutschland Tag der Deutschen

Einheit (1990)

Südkorea Gründungstag der Nation

(Mythologische Gründung Koreas

durch Dangun)

Spanien Gedenktag an die Entdeckung

Amerikas (Día de la Hispanidad)

Ungarn Nationalfeiertag (Gedenken

an den Volksaufstand 1956; Ausrufung

der Republik 1989)

Kasachstan Tag der Republik (1990)

Turkmenistan Unabhängigkeitstag

(1991)

Griechenland „Ochi-Tag“ (1940)

Tschechische Republik Unabhängigkeitstag

(1918)

Türkei Tag der Republik (1923)

1.

3.

11.

11.

18.

18.

22.

25.

28.

29.

NOVEMBER

Algerien Jahrestag der algerischen

Revolution (1954)

Panama Unabhängigkeitstag (1903)

Angola Unabhängigkeitstag (1975)

Polen Unabhängigkeitstag (1918)

Lettland Unabhängigkeitstag (1918)

Oman Geburtstag S.M. Sultan Qabus

ibn Said (Amtsantritt am 23. Juli

1970)

Libanon Unabhängigkeit (1943)

Bosnien und Herzegowina Nationalfeiertag

(Ausrufung der Volksrepublik

1943)

Albanien Nationalfeiertag (1912)

Albanien Tag der Befreiung (Ende

der italienisch-deutschen Besetzung

1944)

1.

2.

5.

6.

11.

12.

13.

23.

DEZEMBER

Rumänien „Tag der großen Vereinigung“

(1918)

Vereinigte Arabische Emirate

Nationalfeiertag (Staatsgründung

1971)

Thailand Geburtstag S.M. König

Bhumibol Adulyadej (Regent seit 9.

Juni 1946)

Finnland Unabhängigkeitstag

(1917)

Burkina Faso Unabhängigkeitstag

(1958)

Kenia Unabhängigkeitstag (1963)

Malta „Republic Day“ (1974)

Japan Geburtstag S.M. Kaiser Akihito

(Amtsantritt 7. Jänner 1989)

KONFERENZEN DER VEREINTEN NATIONEN IN WIEN

Oktober bis Dezember 2010

OKTOBER

4.-6.10. CTBTO: Working Group A, 38 th session

4.-8.10. UNCITRAL: Working Group II (Arbitration and Conciliation), 53 rd session

11.-15.10. UNCITRAL: Working Group I (Procurement), 19 th session

18.-22.10. UNODC: Conference of the Parties to the UN Convention against Transnational Organized Crime,

5 th session

27.10.-12.11. INCB: International Narcotics Control Board, 99 th session*

NOVEMBER

1.-5.11. UNCITRAL: Working Group V (Insolvency Law), 39 th session

8.-11.11. CTBTO: Preparatory Commission, 35 th session*

8.-12.11. UNCITRAL: Working Group VI (Security Interests), 18 th session

22.-26.11. UNIDO: Industrial Development Board, 38 th session

29.11. UNODC: International Day of Solidarity with the Palestinian People

29.11.-1.12. IAEA: Board of Governors: Technical Assistance and Cooperation Committee

DEZEMBER

2.12. UNODC: Commission on Narcotic Drugs, reconvened 53 rd session

2.-3.12. IAEA: Board of Governors

3.12. UNODC: Commission on Crime Prevention and Criminal Justice, reconvened 19 th session

6.-10.12. UNCITRAL: Working Group IV (Electronic Commerce), 45 th session

9.-10.12. ICPDR: International Commission for the Protection of the Danube River: 13the Ordinary Meeting*

13.-15.12. UNODC: Conference of the States Parties to the UN Convention against Corruption

16.-17.12. ECSWPR: Annual Meeting of the Board of Directors and General Assembly of the European

Centre for Social Welfare Policy and Research, 36 th session

16.-17.12. UNODC: Conference of the States Parties to the UN Convention against Corruption

* unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Quelle: http://www.unvienna.org/documents/calend284.pdf

48 | SOCIETY3_10


Aufbruch in die Neue Welt

America, the beautiful

DIPLOMATIE

BERICHT

Stetige Ortswechsel sind ein typisches Merkmal diplomatischer Karrieren. Ein Höhepunkt

im Leben eines jeden Diplomaten ist die Entsendung in die USA. Monika Türk berichtet

für SOCIETY über ihre spannenden Jahre als Botschaftergattin in Washington, D.C.

FOTOS: BEIGESTELLT

Nach vier Jahren in Bonn kehrten wir

im Juli 1982 nach Wien zurück. Mein

Mann war von Bundesminister Dr.

Willibald Pahr zum Leiter des Völkerrechtsbüros

im Bundesministerium für

Auswärtige Angelegenheiten ernannt worden,

eine Funktion, die meiner Meinung

nach zu den Wichtigsten in diesem Ressort

gehört. Das Völkerrechtsbüro ist praktisch

in alle bedeutenden Fragen des Außenministeriums

einbezogen, womit allerdings

auch eine sehr rege Reisetätigkeit verbunden

ist – zu internationalen Konferenzen,

zu Tagungen im Rahmen der Vereinten Nationen

sowie regelmäßige Treffen mit Kollegen

anderer Länder.

***

Sich in der Heimat neu einleben

Für unsere Kinder und mich war die

Übersiedlung nicht leicht – von einem

Haus in eine relativ kleine Wohnung, Verlust

der Freunde, was für Heranwachsende

besonders traurig ist. Überdies wurden die

deutschen Schulzeugnisse nicht anerkannt

und unsere Kinder mussten in allen Fächern

über die vier Jahre, die sie in

Deutschland zur Schule gegangen waren,

Prüfungen ablegen. Nach einem Jahr, als

die Kinder in Wien und in ihren Schulen

schon halbwegs etabliert waren, suchte

ich einen Job und fand ihn. Ich arbeitete bei

einem Rechtsanwalt als Konzipientin, meinem

ursprünglichen Beruf. Wir waren sehr

lange in Wien – bis zum Jänner 1993.

***

Amerika ruft!

Dann kam Amerika – es war ein großartiges

Erlebnis vom Anfang bis zum Ende.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den

Flug dorthin, als mein Mann seinen Posten

als österreichischer Botschafter in den USA

antrat. Wir waren voller Freude und in Aufbruchsstimmung.

Präsident William J.

Clinton hatte gerade sein Amt als neuer

amerikanischer Präsident angetreten.

Mein Mann gehörte zur ersten Gruppe von

Botschaftern, die ihm das Beglaubigungsschreiben

überreichen durften. Unser

Sohn Johannes war zu der Zeit gerade auf

Ferien in Washington. Sowohl er als auch

Ehepaar Türk zu Gast bei

Hillary und Bill Clinton

Die österreichische

Residenz

in Washington,

D.C.

ich konnten meinen Mann zur Überreichungszeremonie

ins Weiße Haus begleiten,

bei der auch Hillary Clinton anwesend

war. Bei diesem Anlass entwickelte sich ein

sehr lebendiges und freundschaftliches

Gespräch und von dem Zeitpunkt an hatten

wir immer wieder Kontakt mit den

Clintons. Zuletzt waren wir anlässlich der

Eröffnung der Aids-Konferenz in Wien im

Juli dieses Jahres persönliche Gäste des

ehemaligen US-Präsidenten.

***

Mit Events Flagge zeigen

Die Residenz der österreichischen Botschaft

in Washington befindet sich in sehr

zentraler Lage, eine schöne Villa aus den

Zwanzigerjahren mit einem hübschen Garten.

Um für Österreich in der Hauptstadt

der USA Flagge zu zeigen, bemühten wir

uns, besondere Veranstaltungen zu organisieren.

Wann immer möglich, gaben wir

Hauskonzerte in der Residenz mit anschließendem

Buffet. Wann immer österreichische

Gäste kamen, trachteten wir danach,

ein Programm zu gestalten, das sie mit

möglichst ranghohen amerikanischen Gesprächspartnern

zusammenbringen sollte.

Zwei Mal luden wir zu einem „Wiener

Opernball“ in Washington ein – davon

wird noch heute, mehr als ein Jahrzehnt

danach, gesprochen.

***

Besuch aller Bundesstaaten

Als erster österreichischer Botschafter

in den USA stattete mein Mann allen fünfzig

Bundesstaaten einen offiziellen Besuch

ab – ich begleitete ihn in 47 Staaten. Hierdurch

entstand ein Netz von Kontakten

über das ganze Land, das sich für die weitere

Tätigkeit im Interesse Österreichs als

sehr nützlich erwies. Ich selbst war in viele

Wohltätigkeitsveranstaltungen aktiv involviert,

bemühte mich aber stets um einen

Österreichbezug, den ich vor allem in

den SOS-Kinderdörfern USA fand. Wir hatten

das große Glück, sehr lange in Washington

bleiben zu können – mehr als

sechs Jahre. Ab April 1999 waren wir in

Wien zurück. Über meine einzelnen Erlebnisse

in den USA werde ich in weiterer Folge

erzählen.

SOCIETY 3_10 | 49


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

Die neuen Botschafter

im Hotel Imperial

Top-aktuell: Neue Botschafter in Österreich

CD-Imperial

Peter Horak

und Elfi Borghi

SOCIETY lud zum Empfang der neuen Botschafter in das

Hotel Imperial. Im ehrwürdigen Ambiente des Hallensalons

trafen sich zahlreiche Vertreter der Diplomatie, Wirtschaft,

Kultur und der Medien.

Dr. Rolf Thaler,

Familie Glaser

Dr. Ingrid und Georges

Dimou

Maria Varga, Ing.

Werner Kasztler und

Begleitung

SOCIETY-Herausgeberin Gerti Tauchhammer

und das Hotel Imperial mit

Generaldirektor Oscar del Campo luden

zum Willkommensempfang der neuen

Botschafter in Österreich. Im ehrwürdigen

Ambiente des Hallensalons des Hotels

Imperial trafen sich die neuen Botschafter

aus Albanien, Chile, Italien, Malaysia, Moldau,

den Philippinen, der Schweiz und

der Ukraine zu einem informellen und

herzlichen Stelldichein.

***

Musikalische Begrüßung

Die argentinisch-spanische Sopranistin

María Bisso verzauberte mit einer kleinen

musikalischen Einlage die über 150 Gäste

des Empfanges aus der Diplomatie, Wirtschaft,

Medien und Kultur. Sie sang das

Couplet der Adele aus der „Fledermaus“

und das berühmte „Santa Lucía“.

Wien ist traditionell bei den Diplomaten

ein sehr beliebter Posten. Manche, wie der

Botschafter Malaysiens, S.E. Ikram Yaakob,

haben das Glück, schon das zweite Mal nach

Wien entsendet zu werden. Eine Begrüßung

wie im Hotel Imperial macht den Wechsel in

eine neue diplomatische Vertretung natürlich

noch schöner.

DIE NEUEN BOTSCHAFTER

S.E. Dr. Urs Breiter (Schweiz)

S.E. Andrii Bereznyi (Ukraine)

S.E. Eugenio d’Auria (Italien)

S.E. Frank Recker (Belgien)

I.E. Lourdes Ortiz Yparraguirre (Philippinen)

S.E. Valeriu Chiveri (Moldau)

S.E. Muhammad Shahrul Ikram Yaakob (Malaysia)

S.E. Alfredo A. Labbé (Chile)

S.E. Vili Minarolli (Albanien)

50 | SOCIETY 3_10


Gerti Tauchhammer,

S.E. Alfredo Labbé, S.E.

Ikram Yaakob, Gesandter

Christopher Hoh,

S.E. Alejandro Díaz

S.E. Alejandro Díaz und Alexander

Touzimsky testen den neuen Volvo

XC60

Ehepaar Juwelier

Ellert, Reinhart

Gausterer

SOCIETY-Herausgeberin Gerti

Tauchhammer und Imperial-Generaldirektor

Oscar del Campo

Maria Bisso

Heide Almoslechner (Welcome

To Austria), Mag. Patrizia Fusco

(Botschaft Italien), Dr. Elisabeth

Wolff (Welcome To Austria)

S.E. Peter Lizák (Slowakei), S.E. Urs Breiter

(Schweiz), Botschafterin Melitta Schubert

(BMeiA)

I.E. Eve-Külli Kala (Estland),

S.E. Andrii Bereznyi (Ukraine)

Ranko Vujacic (UNIDO)

Dr. Alice Alsch-Harant,

S.E. Eugenio d’Auria

(Italien)

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Stv. Generaldirektorin Dr. Alice Alsch-Harant (Parlament) ·

Botschaftsrat Anzelm Bárány (Botschaft von Ungarn) · S.E.

Botschafter Alejandro Díaz (Mexiko) · Generaldirektor Prof.

Reinhart Gausterer (Österr. Staatsdruckerei) · DI Adolf

Christian Gutmann (Schöllerbank) · S.E. Botschafter Sabri

Kiqmari (Kosovo) · S.E. Botschafter Jan Koukal (Tschechische

Republik) · Dr. Gabriel Lansky (RA-Kanzlei) · Mag.

Charlotte Lechnitzy (Bank Austria) · S.E. Botschafter Dr. Peter

Lizák (Slowakei) · Lucian Meysels · Gesandte Geschäftsträgerin

Mag. Veneta Momtcheva (Botschaft von Bulgarien)

· Michael Reinhardt (Hilton) · Jochen Ressel (k47) · Mag.

Ernst Rosi (RZB) · Botschafterin Mag. Melitta Schubert

(BMeiA) · S.E. Botschafter Stefán Skjaldarson (Island) · Ranko

Vujacic (UNIDO) · StS. A. D. Prim. Univ. Prof. Dr. Reinhart

Waneck · Gabrielle Costigan (OMV) · HK Lydia Dyk (HK von

Südafrika) · Anka Galle (Bank Austria) · Mag. Christian Gessl

(AWO-EU-Erweiterung) · Dr. Rolf Thaler (CSC Austria) · Prof.

Dr. Josef Höchtl (Österr. Gesell. F. Völkerverständigung) ·

Alessandra Jansky, MBA (Flughafen Wien AG) · I.E. Botschafterin

Eve-Külli Kala (Estland) • Craig Kakuda (US Botschaft)

· Charlie Pacana Manangan (Botsch. d. Philippinen)

SOCIETY 3_10 | 51


POLITIK

KOMMENTAR

Österreichische Staatsbürgerin Anna Netrebko spricht kein Deutsch

Rehabilitationskur für die

Integration

Wenn es um die Integration von MigrantInnen geht, hinkt die österreichische Politik im internationalen

Vergleich deutlich nach. Österreich als trauriges Beispiel im Umgang mit kultureller

Vielfalt. Von SIMON INOU

Fragen Sie MigrantInnen, was

sie von der Effektivität des Integrationsprogramms

in Österreich

halten. Viele werden mit einer

Gegenfrage antworten: Was

ist Integration? Ich habe davon

gehört, aber Österreich will uns

dirigieren. Oder: Österreichische

Institutionen, die sich um dieses

Thema kümmern, beschränken

sich auf die kulturelle Ebene, und

außerdem beschäftigen diese Institutionen

nur ÖsterreicherInnen

in klassischen Entscheidungspositionen.

Von den Migranten selbst hört

man also nicht viel zum Thema

Integration. Enttäuscht vom politischen

Diskurs und von den Politikern

selbst, frustriert, weil ihre

Stimme nicht gehört und schon

gar nicht verstanden wird, sehen

viele MigrantInnen bis jetzt nicht, wo und

wie angeblich existierende Integrationsprogramme

in der Praxis realisiert werden.

Für viele ist dieser Begriff missbraucht

worden und bedarf einer Rehabilitationskur.

***

„Integration“ veraltet?

Jahrelang hat man den Begriff nur auf

einige Institutionen, die sich um Migrant-

Innen kümmern sollen, beschränkt. Viele

von uns sind sich einig: Integration gehört

abgeschafft. Dieses Wort ist Synonym für

Assimilation und Anpassung. Der politische

Druck von rechtsextremistischen Parteien

beeinflusst den sogenannten Integrationskurs

radikal. Im „Nationalen

Aktionsplan Integration“ heißt es, dass

„der Erhalt der österreichischen Staatsbürgerschaft

den Endpunkt eines umfassenden

Integrationsprozesses darstellt.“

Wirklich? Anna Netrebko spricht kein

Deutsch und steht mit der Staatsbürgerschaft

am Anfang des Integrationsprozesses.

Was oft im Bereich Integration vergessen

wird, ist die Frage: Wie aufnahmefähig

und wie offen ist die Gesellschaft, in der

wir leben? Rassismusbekämpfung ist das

Fundament einer erfolgreichen Integration.

Dieses Thema wird im Österreichischen

Nationalen Aktionsplan Integration

sehr oberflächlich thematisiert.

Politische Parteien, Kirchen, NGOs und

Kirchen sind Institutionen mit sehr breitem

Spektrum. Sie sind auch wichtige Bestandteile

des Integrationsprozesses. Vorwiegend

politische Parteien können dazu

beitragen, MigrantInnen als weniger bedrohlich

zu sehen. „Burka hier - Kopftuch

da“ sind nur die Spitze der verbreiteten

Angst, um alle für dumm zu verkaufen.

***

Diversität als Chance

MigrantInnen sollten Chancen bekommen,

sich in allen Bereichen der Gesellschaft

wohl zu fühlen. In vielen österreichischen

Firmen ist dies nicht der Fall. Wie

zum Beispiel in Firmen, wo MigrantInnen

nicht einmal Betriebsräte werden können.

Warum sehen wir kaum MigrantInnen am

Schalter bei Banken oder bei

der Post arbeiten? Wenn wir

MigrantInnen nur im Keller, in

der Küche oder im Lager arbeiten

lassen, versäumt die österreichische

Bevölkerung eine

wichtige Chance: Den alltäglichen,

normalen, unbelasteten

Kontakt mit Menschen, die

aufgrund ihres Aussehens sehr

oft nur aus diesem Grund abgelehnt

werden. Dass die österreichische

Wirtschaft einen mutigen

Schritt setzt, um mehr

Diversität in der Gesellschaft

zu fordern, lässt uns hoffen,

dass die Politik irgendwann folgen

wird.

Österreich braucht nicht

nur Gesetze und Institutionen,

die Personen anderer Herkunft,

Sprache, Hautfarbe oder

Religion vor Diskriminierung bei Einstellung,

Beförderung und Wohnungsvergabe

schützen. Gesetze müssen auch vollzogen

werden. Was im Bereich Antidiskriminierung

noch nicht wirklich der Fall in Österreich

ist. Ob wir es alle wollen oder nicht,

MigrantInnen haben mit Österreich vielleicht

nicht dieselbe Vergangenheit aber

auf jeden Fall dieselbe Zukunft. Daran

müssen wir gemeinsam arbeiten.

ÜBER DEN AUTOR

Simon Inou stammt aus Kamerun, studierte Soziologie

und ist Journalist (Radio Afrika International), Mitbegründer

von www.afrikanet.info und Projektleiter von M-Media.

Er hat für seine journalistische Arbeit zahlreiche Auszeichnungen

bekommen, u. a. vom Land Steiermark und

der EU.

M-Media ist der „Verein zur Förderung interkultureller

Medienarbeit“ und gestaltet u. a. wöchentlich eine Seite

in der Tageszeitung „Die Presse“.

Kontakt: www.m-media.or.at

52 | SOCIETY 3_10


POLITIK

KOMMENTAR

Gefährdung öffentlicher Sicherheit durch Minderjährige?

Österreichs Angst vor

„dem Fremden“

Dr. Susanne Scholl berichtet über die Situation von Asylsuchenden in Österreich und stellt

die Frage, ob unser Wohlstand durch Immigranten bedroht ist.

ÜBER DIE AUTORIN

Dr. Susanne Scholl ist am 19.9.1949 in Wien geboren. Sie

studierte Slawistik, war ab den 1970er Jahren bei „Le Monde“,

Radio Österreich International und in der Austria

Presseagentur (APA) tätig. Ab 1985 arbeitete sie für den

ORF: Als Redakteurin der Osteuroparedaktion, Korrespondentin

in Bonn und Leiterin des ORF-Europajournals, und

ab 2000 als Leiterin des ORF-Büros in Moskau. Zahlreiche

Publikation (u. a. „Russisches Tagebuch“ u. „Töchter des

Krieges“) sowie Auszeichnungen (u. a. Österr. Ehrenkreuz

f. Wissenschaft und Kunst 2003, Journalist des Jahres

2009).

Wir leben in einem schönen, reichen,

satten, sicheren Land. Viele Menschen

auf der ganzen Welt haben

dieses Privileg nicht. Und einige – wenige –

die an Leib und Leben bedroht sind, finden

– manchmal – und unter unvorstellbaren

Bedingungen – ihren Weg hierher zu uns.

Früher war es selbstverständlich, solche

Menschen hier aufzunehmen. Ich spreche

von der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg,

wohlgemerkt, nur um Missverständnisse

zu vermeiden.

Aber seit der Osten Europas jene Regime

abgelegt hat, gegen die wir, hier im reichen

und dem Westen zugerechneten neutralen

Österreich, zu kämpfen vorgaben, ist alles

anders. Plötzlich erscheinen uns Menschen,

die aus fernen Ländern auf der Suche nach

Hilfe hier her zu uns kommen verdächtig.

Plötzlich haben wir sie pauschal - und ohne

uns für die einzelnen Geschichten zu interessieren

– zu potentiellen Sozialschmarotzern,

Parasiten, Kleinkriminellen und in jedem

Fall zu wahrscheinlichen Lügnern

gestempelt. Wir interessieren uns nicht

mehr für das, was jenseits unserer Grenzen

passiert, wir wollen nur nicht, dass uns

Menschen in Not womöglich etwas von unserem

Wohlstand wegnehmen könnten.

So kann man die heutige Situation von

Asylsuchenden in Österreich beschreiben –

und doch ist das nur die halbe Wahrheit. Ja

– die Gesetze werden nicht nur immer unmenschlicher,

unerbittlicher und undurchschaubarer.

Ihre Durchführung wird ebenso

immer unklarer. Da bekommen zwei

Monate alte Babys Abschiebebescheide, in

denen steht, sie gefährdeten mit ihrer Anwesenheit

in Österreich die öffentliche Sicherheit.

Da werden Menschen während ihrer

medizinischen Behandlung direkt aus

einer Spitalsambulanz in Schubhaft genommen

und außer Landes gebracht. Da

schreibt man über einen Asylwerber, er sei

unbescholten, aber – man habe ihn ein

Mal beim Schwarzfahren erwischt! Da dürfen

die Menschen nicht arbeiten und werden

dann beschuldigt, dem Staat auf der Tasche

zu liegen. Da verlangt man Deutschkenntnisse

und begründet Abschiebebescheide

damit, die Betreffenden hätten sich

„rechtswidrig integriert“ – weil sie ja hätten

wissen müssen, dass sie sich nicht in Österreich

aufhalten dürften. All das ist niederträchtig

und treibt mir als Österreicherin

die Schamesröte ins Gesicht.

***

Wir können auch anders

Und dann ist da das andere Österreich.

Jenes Österreich, das um fünf Uhr Früh vor

der Wohnung einer Familie mit zwei kleinen

Kindern steht, die abgeschoben werden

soll – und das solcher Art verhindert.

Das Österreich der Ute Bock und anderer,

die ihr Leben dem Schutz Schutzbedürftiger

widmen und nicht zulassen, dass die

Verrohung allmächtig wird.

Und es sind wesentlich mehr Menschen,

die die derzeitige Praxis in Österreich

ablehnen, als man glaubt.

All jene, die wissen, dass das österreichische

Gesundheits- und Pflegewesen zusammenbräche,

würden nicht Menschen

aus aller Herren Länder in genau diesem

Bereich arbeiten – um nur ein Beispiel zu

nennen. All jene auch, deren Betriebe zusperren

müssten, würden all jene ausgewiesen,

die jetzt dort arbeiten – und nicht

seit Generationen Österreicher sind.

Österreich ist ein reiches, sattes, zufriedenes

und sicheres Land – und wer genau

hinschaut, erkennt, dass der Erfolg dieses

Landes auch auf der Tatsache beruht, dass

die große Mehrheit der Bevölkerung so genannten

Migrationshintergrund hat.

Meine Vorfahren kamen aus Böhmen,

Mähren und Galizien nach Österreich. Andere

haben ihre Wurzeln in Ungarn, der

Slowakei, Bulgarien, Italien, Deutschland,

Frankreich, Slowenien, Kroatien etc. Die

österreichische Küche gibt es nur, weil wir

es verstanden haben, uns sämtliche Köstlichkeiten

unserer näheren und ferneren

Nachbarn anzueignen und sie zu unseren

Spezialitäten zu machen. Vom Gulasch bis

zum Wiener Schnitzel, vom Apfelstrudel

bis zu den Palatschinken – stammen alle

Gerichte, deretwegen Österreich heute in

der ganzen Welt berühmt ist, nicht aus

Österreich. Den Vorwurf, hier Multikulti-

Romantik heraufzubeschwören kann man

angesichts dieser Tatsachen wohl getrost

ins Reich des Lächerlichen verweisen.

Österreich lebt dank vielfältigster Einflüsse

und Traditionen – und braucht eben gerade

auch die Menschen, die wir zurzeit als

angebliche Bedrohung unserer Sicherheit

und unseres Wohlstandes so niederträchtig

behandeln.

SOCIETY 3_10 | 53


LIFE UND STYLE

REISE

Megayacht „Le Boréal“

Ponant Yachtkreuzfahrten

Savoir-vivre auf hoher See

Auf der neuen Megayacht „Le Boréal“ und dem Großsegler „Le Ponant“ bietet die Reederei

Ponant Yachtkreuzfahrten höchsten Komfort, exzellenten Service und feinste französische Küche.

KREUZFAHRTEN/TERMINE

MALEDIVEN/MALE-MALE

8 Tage

04. - 11. Januar 2011

11. - 18. Januar 2011

24. Februar - 03. März 2011

03. - 10. März 2011

ab 2.650 Euro

ANTARKTIS/ USHUAIA

11 Tage

19. - 29. Januar 2011

29. Januar - 08. Februar 2011

08. - 18. Februar 2011

ab 3.690 Euro

KONTAKT

Sabine Rajkovic

SEEREISEN CENTER

Tel. +43 1 713 04 00 • Fax: +43 1 715 45 10

A-1030 Wien, Landstraßer Hauptstraße 71/2/313

E-mail: office@seereisen-center.at

Ein Unternehmen von Caravelle Seereisen & Touristik

Ges.m.b.H., HG Wien, FN87405m, ATU 15460203

Besuchen Sie unsere Homepage

www.seereisen-center.at

Der Kreuzfahrtmarkt boomt, in den vergangenen

Jahren wurden immer größere

Schiffe für immer mehr Passagiere

in Dienst gestellt. Mit dem Resultat,

dass man sich auf manch großem Luxusdampfer

bereits wie an überfüllten Stränden

fühlt. Die entgegengesetzte Richtung

hat die französische Reederei Ponant Yachtkreuzfahrten

eingeschlagen.

Auf drei Yachten mit persönlicher

Atmosphäre kann sich die Besatzung aufmerksam

um jeden Gästewunsch kümmern:

Dem Dreimaster „Le Ponant“ für 64

Gäste sowie den Motoryachten „Le Levant“

mit 90 Plätzen und „Le Diamant“ für 226

Passagiere.

Savoir-vivre ist das Leitmotiv an Bord

der Schiffe, die eine mehrsprachige, europäische

Atmosphäre mit französischem

Touch bieten. Neben großzügig ausgestatteten

Kabinen und Suiten erwartet die Reisenden

ein persönlicher Premium-Lifestyle-

Service, der sämtliche Wünsche schnell

und diskret erfüllt. An Bord wird hervorragende

französische Küche serviert.

Das größte Plus aber sind die ausgefallenen

Kreuzfahrten abseits der viel befahrenen

Routen: Aufgrund der geringeren

Schiffsgrößen können exklusive Strecken

und Reiseziele angefahren werden, die von

Kreuzfahrtriesen aufgrund ihrer Größe

ausgelassen werden müssen. Dies führt zu

einmaligen Ausflugserlebnissen.

Die „Le Boreál“ wurde vom europäischen

Kreuzfahrtverband EUCRAS übrigens

als bester Neubau 2010 ausgezeichnet.

Großsegler „Le

Ponant“

54 | SOCIETY 3_10


wird interaktiv!

Society jetzt mit i-magazine

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Society ab Juli 2010 mit

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DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Juli bis September 2010

BELARUS: NATIONAL-

FEIERTAG

S.E. Alyaksandr Sychov und

Frau Natalia Sychova luden

zum Nationalfeiertagsempfang

in das Radisson Blu Palais

Hotel am Parkring in

Wien. Erschienen sind zahlreiche

Persönlichkeiten aus

Diplomatie und Wirtschaft.

I.E. Dragana Radulovic, Bozidar Obradovic

(Minister-Counselor), Lt.Col. Radosav

Martinovic (Senior Military Adviser)

S.E. Alyaksandr Sychov und

seine Frau Natalia Sychova

Kairat Abdrakhmanov (OSZE Kasachstan),

S.E. Sergej Netschaew

(Russ. Föderation)

Botschafterin Miroslava Beham (UN Serbien),

S.E. Milovan Bozinovic (Serbien)

Jurij Sokolov (IAEA), S.E. Yerzhan Kazykhanov

(Kasachstan)

Lars-Erik Lundin (Delegation EU

Kommission), S.E. Nuriddin Shamsov

(Tadschikistan), Renatas Norkus

(Litauen)

MONTENEGRO: NATIONALFEIERTAG

Anlässlich des Nationalfeiertages der Republik Montenegro lud

die in Wien residierende Botschafterin I.E. Dragana Radulovic zu

einem Cocktail in der Diplomatischen Akademie Wien. Es erschienen

zahlreiche Gäste aus Botschaftskreisen sowie privat geladene

Gäste. Gute Stimmung, nette Gespräche und interessante

Leute trugen zu einer gelungenen Feier bei.

Hon. Kons. DI Wolfgang

Meixner mit Carmen

Isodoro, Botschaft

von Angola

Maria Lahr und

HK Meixner

ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini mit einer

Vorarlberger Kooperationsgruppe (Entwicklungszusammenarbeit),

mit Florian

Wegenstein und seiner Kap Verdischen Gattin,

sowie Frau Mag.Liz Zimmermann (Präsidentin

"Delta Cultura", zweite von links).

KAP VERDE: 35 JAHRE KAP VERDE

Honorarkonsul Dipl.-Ing. Wolfgang Meixner lud anlässlich des Kap Verdischen

Nationalfeiertags und des halbrunden Jubiläums „35 Jahre Kap Verde“

dieses Jahr gleich zweimal ein: Einmal zum traditionellen

Gartenempfang in Wien mit viel Prominenz und wenige Tage später in

sein Haus in Reith bei Kitzbühel, wo insgesamt siebzehn Konsuln, zahlreiche

Gäste und Freunde von Kap Verde an der Veranstaltung teilnahmen.

Gen Dir Markus Liebl (GD österr Brauunion),

Minister a. D. Dr.Werner Fasslabend,

Adi Hirschal

56 | SOCIETY 3_10

HK Grassmayr (Südafrika), HK Buchroithner

(Großbritannien), HK Traweger

(Philippinen), HK Dipl.-Ing. Wolfgang

Meixner (Kap Verde), Konsul Rauchbauer


ÄGYPTEN:

NATIONALFEIERTAG

Zur Feier des ägyptischen Nationalfeiertags

lud Botschafter S.E. Ehab Mohamed Mostafa

Fawzy in die Residenz auf der Hohen Warte

in Wien Döbling. Dank schönem Wetter

konnte sowohl drinnen wie draussen gefeiert

werden. Es erschienen zahlreiche gutgelaunte

Gäste aus den Bereichen Wirtschaft

und Diplomatie.

Die Receiving Line

S.E. Aviv Shir-On (Israel), S.E.

Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein

(Deutschland)

Mikhail Wehbe, S.E. Ahmed Al-

Alwani (Jemen), S.E. Ishaya El

Khoury (Libanon)

S.E. Panajotis Zografos

(Griechenland), Gesandter

Christopher Hoh (USA)

CHINA: VERABSCHIEDUNG

Zur Verabschiedung

von Botschafter WU

Ken und anlässlich

des 83. Jahrestages

der Gründung der

Volksbefreiungsarmee

Chinas lud dieser

gemeinsam mit

seiner Frau GUO Jinqiu

und dem Militärund

Luftattaché

Großoberst GU Gang

zum Empfang im Hotel

Savoyen Vienna.

Botschafter Ken Wu

bei seiner Ansprache

Die Receiving Line

Botschafter Ali A. Soltanieh (Iran,

UNO), S.E. Dinkar Khullar

INDIEN:

NATIONALFEIERTAG

Der Unabhängigkeitstag Indiens vom Vereinigten

Königreich wurde auch heuer wieder

im India House in Wien 18 begangen.

S.E. Dinkar Khullar und seine Gemahlin

Frau Mala Khullar begrüßten zahlreiche Gäste

aus Diplomatie, Wirtschaft und Gesellschaft.

Trotz trüben Himmels war es ein gelungener

Empfang und der 63. Jahrestag

wurde gebührend gefeiert!

Dr. Gu Andreas Gang, Guo Hopf Jinqiu,

(Central S.E. Wu Danube) Ken

Botschafter mit

Gattin

SOCIETY 3_10 | 57


DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Juli bis September 2010

Crème glacée francaise

FRANKREICH:

NATIONALFEIERTAG

Anlässlich der Feier des französischen Nationalfeiertages

lud der französische Botschafter

S.E. Herr Philippe Carré in das Palais der Botschaft

in Wien.

S.E. Philippe Carré und Gattin

Marie-Valentine

S.E. Eugenio Maria Curia (Argentinien),

S.E. Simon Smith (GB)

Danielle Spera (Dir. Jüdisches

Museum), Markus Beyrer

(Gen.Sekr. IV)

Dr. Josef Cap, Otmar

Lahodynsky

S.E. Wesaka Puja

(Indonesien), S.E. Dinkar

Khullar (Indien)

SLOWAKEI:

NATIONALFEIERTAG

Botschafter Peter Lizák und der Ständige Vertreter bei den Internationalen

Organisationen in Wien Marcel Pesko luden zum Nationalfeiertagsempfang

in die Residenz des Botschafters in Wien

Hietzing. Zur Musik der 30-Jahre der slowakischen Band „Funny Fellows“

unter der Leitung von Roman Feder swingten die Gäste heiter

durch den Abend. Traditionell wurde original slowakisches Bier

vom Fass ausgeschenkt.

Die Receiving Line, ganz rechts S.E. I Gusti Agung Wesaka Puja

INDONESIEN: NATIONALFEIERTAG

Indonesien feiert heuer 65 Jahre Unabhängigkeit. Botschafter I Gusti

Agung Wesaka Puja und seine Gattin luden aus diesem Anlass

in Wien zum traditionell bunten Empfang in die Residenz. Bei Musik

und indonesischen kulinarischen Köstlichkeiten verbrachten

die zahlreichen Gäste einen vergnügten Abend.

Die Receiving Line

58 | SOCIETY 3_10


S.E. Diego Stacey Moreno (Ecuador), I.E. Norma Goicochea

Estenoz (Kuba), S.E. Ali de Jesus Duque (Venezuela)

Die „Mariachis Negros“ in Aktion

MEXIKO: 200 JAHRE UNABHÄNGIGKEIT

Mit einem fulminanten Empfang im Wiener Rathaus

feierte die mexikanische Botschaft in Wien das 200. Jubiläum

der mexikanischen Unabhängigkeit. Stadträtin Sandra

Frauenberger begrüßte im Namen der Stadt Wien das

zahlreiche Publikum - mehrere hundert Gäste. Botschafter

Alejandro Díaz unterstrich in seiner Rede die guten Beziehungen

zwischen Österreich und Mexiko. Auf der Bühne

machte die Originalband „Los Mariachis Negros“ mexikanische

Stimmung. Auch ein echtes mexikanisches

Büffet dufte natürlich nicht fehlen.

Stadträtin Sandra Frauenberger,

S.E. Alejandro Díaz

Irina Bokova und

Suleiman Al-Herbish

OFID: EMPFANG ANLÄSSLICH „AIDS 2010

Wien war im Sommer Gastgeber der „AIDS 2010“, der 18. Internationalen

AIDS-Konferenz, zu deren Anlass Generaldirektor Suleiman

J. Al-Herbish einen Cocktail-Empfang im Atrium der OFID

(Opec Fund for Int. Development) gab. Unter den Gästen waren Michel

Sidibé (Direktor UNAIDS), Irina Bokova (Generaldirektorin UN-

ESCO) und Dr. Seth Berkley (Präsident IAVI). Al-Herbish unterstrich

in seiner Begrüßung die Wichtigkeit

gemeinsamer internationaler

Anstrengungen gegen die Krankheit.

OFID habe seit 2001 weltweit

mehr als 48 Millionen US-Dollar für

die Bekämpfung von AIDS zur Verfügung

gestellt. Außerdem wirkt

Dr. Seth Berkley

und Michel Sidibé

OFID aktiv an der Erreichung der

sog. Millenium Development Goals

der UNO mit.

DEUTSCHLAND: 20 JAHRE DEUTSCHE EINHEIT

Zum 20. Jahrestag der

Deutschen Einheit

lud Botschafter S.E.

Hans Henning Blomeyer-Bartenstein

zum Empfang in die

Botschaft. Ehrengast

war der deutsche

Bundespräsident a. D.

Professor Dr. Roman

S.E. Blomeyer-Bartenstein

Herzog.

und Dr. Roman Herzog

Feierlicher Tortenanschnitt

mit Minister

Reinhold Mitterlehner

SOCIETY 3_10 | 59


WIRTSCHAFT

SICHERHEIT

Austrian State Printing House

Documents – Identity – Security

– Technology

Identity management has become an increasingly essential part of governmental business. In

this business OeSD (the Austrian State Printing House) is a preferred partner for the Austrian

and international governments for Identity Documents and High Security Printing Products.

The world of “identity management”

has changed significantly in the last

decade. Handwritten documents have

been replaced by electronic passports and

electronic ID-cards, the picture of the document

holder is now stored on a chip and/or

in a database and is complemented by digitized

fingerprints. The issuance of a document,

the “personalization”, is done

more and more with highly sophisticated

equipment, laser beams and security foils

– not any more by hand. Travel information

is stored electronically in databases

and border controls include biometric selfservice

gates and body scanners.

States and international organizations

like the International Civil Aviation Organization

(ICAO) have responded with these

measures to old and new types of threats

(illegal immigration, cybercrime, identity

theft, organized crime, terrorism, etc.) and

to the ever-growing volume of global trade

and travel.

The increasing complexity and the

speed of change of those topics increase

the risk of investing time and money in

the wrong place. And in the field of national

security, making a wrong decision is

usually not an option.

***

Uniting tradition with technology –

for your security

The Austrian State Printing House

(OeSD) has answers to the threats and challenges

– and a track record to prove it.

OeSD has more than 200 years of experience

in the field of identity management and

security printing – starting in 1804 with security

printing products for the Austrian

60 | SOCIETY 3_10


Emperor and now being the producer and

personalizer of all relevant security documents

for the Republic of Austria and many

more for other, international countries.

Tradition and technology – combined.

***

More than just a document

A modern identity document is a marvel

of technology. The combination of security

paper or high-tech polycarbonate with micro-printing,

UV-colours, holograms, colours

that change their impression when tilted,

intaglio printing and much, much more is

a technological challenge. Adding a modern

high-tech microchip to store and secure

the personal data even more, makes this

product the masterpiece of every security

printer. Combining the technology with an

artists work, showing the national symbols

of the documents country of origin, let the

spirit of the country and the people flow in

and shine through every page – this makes

a document the pride of the holder.

***

Production and Personalization

Producing a secure document is a process

with many steps. At OeSD the knowledge

and experience of senior printers,

the ambition of artists and designers and

the technological enthusiasm of IT-specialists

and cryptographers is melted into

some of the best and advanced ID-documents

in the world.

But making the document is only a

part of the necessary steps to a secure

identity. The personalization, the printing

and storing of the holders personal data,

the picture and, in some documents, the

fingerprint, is a sophisticated and technically

demanding process. Industrial ink-jet

printers or laser-beams are used for the optical

personalisation. Wireless communication

devices transfer the data encrypted to

the security chip. Internationally tested

and proven crypto graphical security mechanism

ensure that only authorized access

to the personal data is possible.

***

Security Printing – Secure Printing

Being able to print and personalize a secure

document would be worthless

without a secure environment, where the

document is born in a protected and controlled

way. At OeSD the people and the

building fulfil the highest expectations.

Employees at OeSD are not only highly motivated,

they have to have a security clearance

at the highest level. OeSD's own security

service ensures that the people and the

products at OeSD are safe. And the building

itself is equipped with security equipment

that is also used in Swiss banks.

***

The future of identity

A secure and reliable identity is the cornerstone

of our world. Many steps are necessary

to ensure that people can safely use

their citizens’ rights and that no other person

is able to impersonate them.

OeSD, with its designers, artists, printers,

IT-experts, consultants and management

is proud to be a part of the combined

efforts to ensure secure identities. Now

and in the future.

***

OeSD Products

OeSD produces all kinds of security products

like:

• passports and electronic passports

• visas and travel documents

• stamps, gift vouchers, tax stamps

Additionally, we offer a wide range of security

and personalization services and consulting.

OESD THE FACTS

In 1804, Emperor Francis I decreed the foundation of the

"k. k. Hof- und Staatsdruckerey".

2002: OeSD starts the personalization of the Austrian IDcard

with laser personalization

2006: Introduction of the Austrian ePassport, produced

and personalized at the OeSD high security facility

2009: Introduction of Austrian ePassport with fingerprint,

produced and personalized at the OeSD high security

facility

2010: OeSD produces more than one million passports

(Austrian and international)

As an Identity Integrator and as a certified “High Security

Printer”, the OeSD today supplies security products to

customers on five continents.

ÖSTERREICHISCHE STAATSDRUCKEREI

Tenschertstrasse 7

1239 Vienna, Austria

www.staatsdruckerei.at

Tradition and technology: Austrian ePassports incorporate

the country’s most famous sights as

security feature only visible under UV light

YOUR PERSONAL INVITATION

Are you a member of the diplomatic community and

interested in taking a view behind the scenes of OeSD

and in its high security products?

Please contact Mr. Alexander Ristic for a personal

appointment:

Tel.: +43-(01)-206 66 - 206

e-mail: ristic@staatsdruckerei.at

Tel.: +43-(01)-206 66 - 0

e-mail: sales@staatsdruckerei.at

SOCIETY 3_10 | 61


WIRTSCHAFT

ENTWICKLUNGSHILFE

Mikrokredite für die solidarische Entwicklung

Rendite mit gutem Gewissen

Soziales Engagement, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit: Für diese Ideale steht Oikocredit.

Peter Püspök, ehemaliger Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank NÖ/Wien, findet nach

seiner 37-jährigen Karriere als Banker Erfüllung in der Unterstützung sozialer Projekte.

Peter Püspök und Friedensnobelpreisträger

Muhammad Yunus

Oikocredit ist eine private Non-Profit-Organisation

mit Hauptsitz in den

Niederlanden, die Kapital für Mikrokredite

und Projektfinanzierungen aufbringt.

Damit werden weltweit Menschen

unterstützt, die mit besonders schweren

Umständen zu kämpfen haben. Seit 2008

ist Peter Püspök Vorstandsvorsitzender der

österreichischen Niederlassung Oikocredit

Austria, die die international tätige Oikocredit

in ihrer Arbeit unterstützt.

***

„In Menschen investieren“

„Wir schenken nicht Geld, sondern Vertrauen“,

erklärt Peter Püspök den Sinn der

Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit. Vielen

Menschen ist es verwehrt, eine eigene

wirtschaftliche Tätigkeit aufzubauen, da ihnen

die finanziellen Mittel fehlen, denn

kommerzielle Banken vergeben keine Kredite

ohne Sicherheiten. Die von Oikocredit

teilfinanzierten Organisationen aber behandeln

die Menschen als kreditwürdige Partner

„auf gleicher Augenhöhe“.

Die Idee, mit Mikrokrediten Armut zu bekämpfen,

basiert auf den Grundsätzen des

Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus.

Er stellte fest, dass arme Menschen das

wenige Geld, das ihnen zur Verfügung gestellt

wird, produktiv einsetzen. Die Menschen

können dabei beispielsweise mit dem

Kauf einer Kuh Milch produzieren und diese

verkaufen. Eine Nähmaschine verhilft zu einer

kleinen Schneiderei. Selbstverantwortung

und -bestimmung sind dabei zentral.

Deshalb ist nicht nur die Bereitstellung des

Startkapitals, sondern die Schulung und Beratung

der Menschen vor Ort von zentraler

Bedeutung. „Kommerzielle Anbieter können

das nicht leisten. Außerdem vergeben wir

Kredite nur dann, wenn soziale und ökologische

Kriterien eingehalten werden“, erklärt

Püspök. So steht bei Oikocredit die „Hilfe zur

Selbsthilfe“ im Mittelpunkt.

***

Idee findet Zuspruch in Österreich

Derzeit investieren rund 34.000 Privatanleger

und Institutionen in die Zukunft

von Menschen, die in Armut leben. Sie erwerben

Genossenschaftsanteile ab einer

Mindesteinlage von 200 Euro. In Österreich

besitzen bereits mehr als 2000 Mitglieder

Genossenschaftsanteile von über 20 Millionen

Euro. „Wir bieten eine Rendite an, die

sich aus zwei Prozent Zinsen, einer Reduktion

von Armut weltweit und einem guten

Gewissen zusammensetzt“, betont Püspök.

So bezeichnet er die von Oikocredit unterstützten

Mikrokredite als Realwirtschaft,

die ein Beispiel für eine solidarische Ökonomie

darstellen und nicht der rücksichtslosen

Renditeoptimierung dienen.

Deshalb ist der ehemalige Generaldirektor

der Raiffeisen Landesbank NÖ/Wien

von der Idee der Mikrokredite des Friedensnobelpreisträges

seit vielen Jahren fasziniert,

„weil sie der Logik des ‚normalen’

Banking widerspricht und doch bestens

funktioniert.“ Er arbeitet mit Begeisterung

für die Organisation, weil bei Oikocredit

„idealistischer Einsatz für die Ärmsten dieser

unserer Welt mit hoher Professionalität

und Sicherheit für die Anleger gepaart ist.“

INFO

www.oikocredit.at

ZUR PERSON

Peter Püspök maturierte 1965 am Schottengymnasium in

Wien, studierte an der Wiener Hochschule für Welthandel

und startete 1971 seine berufliche Laufbahn im Bankensektor

in der Chase Manhattan Bank (Frankfurt, Wien, New

York, Düsseldorf). Sieben Jahre später kehrte er nach

Österreich zurück und war seither bis zu seiner Pensionierung

2007 für Raiffeisen tätig – zuletzt fast zehn Jahre als

Generaldirektor. Seit 2008 ist er Vorstandsvorsitzender von

Oikocredit Austria.

PERU

INDIEN

PHILIPPINEN

Die Kreditnehmerin

wird durch

den Projektpartner

Finca in Peru

betreut und nicht

mit dem Geld

alleine gelassen.

Govindammal produziert und verkauft

geflochtene Körbe. Ein

Mikrokredit ermöglichte ihr Unabhängigkeit

von Zwischenhändlern.

Mit Hilfe von Mikrokrediten baute

sich Aurero Fernando einen Betrieb

zur Produktion von Jeans auf.

FOTOS: OIKOCREDIT

62 | SOCIETY 3_10


WIRTSCHAFT

EVENT

Die österreichische Delegation

des WDLS Europe

in Washington,

D.C.

World Diversity Leadership Summit

Diversitätsexperten unter sich

Zum ersten Mal war das WDLS-EU Austrian Steering Committee am renommierten World

Diversity Leadership Summit an der Harvard Medical University in Boston zu Gast.

Zu Gast bei Alcee

Hastings im

Kongress

Mitte September nahm die österreichische

Delegation des World Diversity

Leadership Summit Europe, darunter

Beatrice Achaleke (Delegationsleiterin), Edwin

Schäffer (Wirtschaftskammer Wien),

Brigitte Bichler (OMV), Norbert Pauser (Pauser&Wondrak

Unternehmensberatung), Petra

Gregorits (PGM marketing research

consulting) und Jasmine Boehm („diversity

matters“) an dem weltweit einzigartigen

Diversitätsgipfel, veranstaltet von Gründer

Douglas Freeman, teil. Am Summit versammelten

sich insgesamt über 300 internationale

hochrangige Diversityexperten

und Exekutives, die mit der österreichischen

Delegation über Diversitymanagement

aus den verschiedensten Perspektiven

an einem Tisch debattierten. Aktuelle

Themen und Schwerpunkte waren unter

anderem:

Globalisation, die wesentliche Wettbewerbsfähigkeit

von Diversity und Inklusion,

das erfolgreiche Leiten von sehr

unterschiedlichen Mitarbeitergruppen auf

lokaler und globaler Ebene, die Entstehung

von neuen „Workforce Communities“

mit Bezug auf neue Generationen,

Personen mit Behinderung oder Lesbian

Gay Bisexual und Transgender.

***

Besuch in der österreichischen Botschaft

Anschließend wurde die Delegation

vom österreichischen Vizebotschafter Andreas

Rieken und Alice Irvin, Direktorin

des Presse- und Informationsdienstes, zur

Fortsetzung der Gespräche in der österreichischen

Botschaft in Washington D.C.,

empfangen. Bei Think-Tank-Gesprächen zusammen

mit amerikanischen Diversityexperten

fand ein aktiver und bereichernder

Austausch in entspannter Atmosphäre

über europäische und amerikanische Diversitäts-

und Inklusionsansätze und

Trends statt. Schließlich äußerten alle TeilnehmerInnen

Anregungen und Ideen zur

Intensivierung und Verstärkung eines solchen

bereichernden, interkulturellen Austausches.

Die österreichische Botschaft erklärte

sich bereit, dieses ambitionierte

Anliegen weiter in der Zukunft zu unterstützen.

Das offizielle Programm wurde mit einem

Besuch und Gespräch mit Congressman

Alcee Hastings, einem der angesehensten

Abgeordneten des Kongresses der

Vereinigten Staaten im Bereich internationaler

Angelegenheiten und Mitvorsitzender

der Kommission für Sicherheit und

Zusammenarbeit in Europa (CSCE), ebenso

wie mit einer anschließenden Führung

durch das Capitol abgeschlossen.

„Die nächste Reise ist bereits in Vorbereitung“,

freute sich Initiatorin Beatrice

Achaleke über das Ergebnis dieser Delegationsreise.

Alcee Hastings und

Beatrice Achaleke

INFO

Für weitere Eindrücke der Delegationsreise besuchen

Sie den WDLS-EU Blog:

http://wdls-eu.blogspot.com

Nächster World Diversity Leadership Summit Europe:

Wien, 24. bis 25. März 2011

www.wdls.eu

Mobil: +43-(0)699-11 969 115

SOCIETY 3_10 | 63


WISSENSCHAFT

KOLUMNE

Kolumne von HERBERT PIETSCHMANN

Was heißt Bildung?

In der gegenwärtigen Diskussion um unser Bildungswesen wird der Lernprozess leider

meist nur „technomorph“ betrachtet, in Analogie zum Programmieren eines Computers.

Wir sprechen vom „Lernstoff“, vom „Lehrplan“, von den „Unterrichtseinheiten“ – völlig

unabhängig von den individuellen Menschen, die daran beteiligt sind.

Platon beschreibt in seinem Menon-Dialog

die Dialektik des Lernprozesses in wunderbarer

Weise: Sokrates will zunächst von

Menon, einem berühmten Lehrer der Tugend,

lernen. Er verhält sich dabei wie ein musterhafter

Schüler, widerspricht nie, aber nimmt

alles ernst, was Menon sagt, und zwar gemeinsam

mit den Konsequenzen. Das Ergebnis

ist, dass nicht Sokrates gelernt hat, sondern

dass Menon nun verwirrt ist und selbst

nicht mehr weiß, was „Tugend“ sei.

Daraufhin wechselt Sokrates das Thema

und schlägt vor, sich nun über das „Lernen“

zu unterhalten; denn offenbar, so Sokrates,

hätten sie doch soeben gezeigt, dass der Satz

„Der Schüler lernt vom Lehrer“ falsch sei.

Nach den Regeln der Logik müsse aber dann

der Satz „Der Schüler lernt nicht vom Lehrer“

richtig sein. Und da außer Schüler und Lehrer im konkreten

Fall niemand anwesend war, sei dieser zweite Satz wohl äquivalent

zur Aussage „Der Schüler lernt aus sich selbst“. Sokrates

war auch bereit, diesen Satz zu beweisen: Man holt also einen

jungen Sklaven, der intelligent, aber ungebildet war.

Sokrates darf ihn zwar fragen, wenn er ihm aber irgendetwas

sage, so hätte er „verloren“ und der Beweis wäre misslungen.

Und nun beginnt ein faszinierender Dialog zwischen Sokrates

und dem Sklaven. Am Ende weiß

der Sklave, dass der Diagonale im Quadrat

„keine Zahl entspricht“ (nach heutiger

Rede, dass es eine irrationale Zahl

sei).

Als Sokrates jedoch behaupten will, er

hätte den Beweis geführt, widerspricht

ihm Menon, da der Schüler ohne die gezielten

Fragen des „Lehrers“ Sokrates

niemals auf diesen Schluss gekommen

wäre. Sokrates pflichtet ihm bei und

meint, sie wären damit auf eine „Aporie“,

eine logisch ausweglose Situation

gestoßen, da von zwei einander vollständig

widersprechenden Behauptungen

nicht gezeigt werden könne, eine sei

falsch und die andere richtig.

***

Ein kreativer Bildungsprozess

Wahres Lernen, meint Sokrates, könne

also weder durch Lehren, noch durch

Selbst-Lernen erzielt werden; vielmehr

bedürfe es einer neuen Einstellung zum Lernprozess,

bei der die erfahrenere Person den

Lernwilligen bei deren kreativem Bildungsprozess

behilflich ist. Lernen sei also mit einem

„geistigen Geburtsvorgang“ (Mäeutik)

zu vergleichen.

Angesichts zahlreicher, emsig tätiger Lehrplankommissionen

müssen wir wohl zugeben,

dass es sich bei diesem zweieinhalb Jahrtausende

alten Wissen um gesunkenes

Kulturgut handelt! Im 20. Jahrhundert hat

vor allem Carl Rogers die alten Thesen besonders

deutlich vertreten. Er meint, „dass alles,

was man anderen lehren kann, relativ belanglos

ist“, dass es beim Lernen darauf

ankäme, auch das Verhalten signifikant zu

beeinflussen, dass aber solche Lerninhalte

„selbst entdeckt, selbst frei angeeignet werden

müssen“.

***

Die Aporie der Inhalte

„Freiheit“ ist dem technomorph denkenden Menschen freilich

fremd! Sie hat erst dort ihren Raum, wo Menschen Verantwortung

übernehmen wollen; Voraussetzung dafür ist

aber, dass nicht alle auftretenden Widersprüche im Sinne der

Logik als Fehler eliminiert werden. Fragen wir also nach den

Aporien, nach den nicht zu eliminierenden

Widersprüchen, denen wir im

CURRICULUM VITAE

Bildungswesen begegnen.

HERBERT PIETSCHMANN ist Die wichtigste Aporie haben wir bereits

im Menon-Dialog kennengelernt.

Emeritus am Institut für theoretische

Physik der Universität Sie führt uns zur Aporie der „Inhalte“.

Wien und Buchautor. Er studierte

an der Universität Wien Ma-

ohne Inhalte, die zu vermitteln sind,

Selbst „geistige Geburtshelfer“ kommen

thematik und Physik. 1966 nicht aus. Denn auch Fragen müssen

schrieb er seine Habilitation in sich auf bestimmte Inhalte beziehen, soll

theoretischer Physik an der Universität

Wien und Göteborg. Dalichen

Spielerei entarten. Wir wissen

der Lern-Prozess nicht zur oberflächnach

verbrachte er Forschungsjahre in Genf (CERN), Virginia aber, dass gelerntes Wissen schnell wieder

vergessen wird. Also heißt die Aporie:

(USA), Göteborg (Schweden) und Bonn (Deutschland).

Pietschmann unternahm Vortragsreisen in Europa, USA, im Die Inhalte des Lernens sind immer zugleich

notwendig und wirkungslos!

Nahen Osten, Japan und China. Er ist korrespondierendes

Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Die Einstellung der „geistigen Geburtshilfe“

wird auch hier rechte Wege

und der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin

sowie Mitglied der New York Academy of Science weisen. Allerdings kommt dabei deutlich

und Fellow der World Innovation Foundation.

zum Ausdruck, was ich persönlich wichtig

finde: Lernen muss immer auch Freu-

Weitere Informationen finden Sie unter

http://homepage.univie.ac.at/herbert.pietschmann/ de bereiten!

64 | SOCIETY 3_10


Investieren in Kasachstan

Klimawandel in Kasachstan

WIRTSCHAFT

RECHT

Kasachstan, das Land der tausend Gräser, bietet Investoren mehr als unendliche Weiten. Das

Investitionsklima ist günstig, jedoch ist für einen Markteintritt die Unterstützung durch eine

Rechtsberatung unerlässlich.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Republik

Kasachstan seit 1991 ist trotz aller

Schwierigkeiten eine beachtliche

Erfolgsstory. Die globale Finanzkrise hat

zwar die Volkswirtschaft des Landes beeinflusst,

jedoch die Wirtschaftsentwicklung

nicht gestoppt. Die Rohstoffressourcen sowie

die Weiterführung von Reformen ermöglichen

dem Land eine schnelle wirtschaftliche

Erholung und ein dynamisches

Wirtschaftswachstum. Mit dem „strategischen

Entwicklungsplan bis 2020“ hat sich

die kasachische Regierung zum Ziel gesetzt,

bis 2020 zu den 50 höchstentwickelten

Ländern der Welt zu gehören. Dies soll

u.a. durch die Diversifizierung der Wirtschaft,

die Industrialisierung, die Entwicklung

der Transport- und Telekommunikationsinfrastruktur

sowie durch die

Reduzierung der Abhängigkeit vom Gasund

Erdölexport erreicht werden.

Von hohem Interesse für ausländische

Investoren ist das Industrialisierungsprogramm

der Regierung Kasachstans für

2010-2014 vom 13.4.2010 („karta industrializacii

Kasachstana“): Es enthält 101 Investitionsprojekte

und informiert Investoren,

welche Werke in welchen Wirtschaftssektoren

derzeit errichtet oder modernisiert

werden sollen.

Laut offizieller kasachischer Statistik ist

im ersten Halbjahr 2010 das Bruttoinlandsprodukt

um 8% gewachsen. Im selben Zeitraum

hat sich die Industrieproduktion um

11% erhöht, auch die Verarbeitungsindustrie

verzeichnet einen Anstieg des Produktionsumfangs

um 19%. Die Zuwächse des

Produktionsvolumens liegen im ersten

Quartal des heurigen Jahres in manchen

Sektoren bei 50% oder 80% (z.B. in der Chemie

oder im Maschinenbau). Kasachstan

zählt zu den am schnellsten wachsenden

Märkten der Welt. Der wichtigste Wachstumstreiber

ist Erdöl, welches auch die

Nachfrage im Inland und ausländische Investitionen

ankurbelt. Durch ein attraktives

Investitionsklima zieht das Land umfangreiche

ausländische Direktinvestitionen an.

Aufgrund der makroökonomischen Stabilität

sowie der wirtschaftsfreundlichen

Gesetzgebung und durch seine Bodenschätze

ist der kasachische Markt attraktiv

für Direktinvestitionen. In bestimmten

Sektoren werden ausländische Investitionen

durch die Gewährung finanzieller Begünstigungen

vom Staat konsequent gefördert.

Die seit Juli 2010 neuerlich

bestehende Zollunion mit Russland eröffnet

ausländischen Unternehmen zudem

den Zugang zu einem Wirtschaftsraum

mit insgesamt 170 Millionen Menschen.

***

Investment Opportunities

Mit wenigen Ausnahmen (wie z. B. dem

Telekommunikations- und Mediensektor)

sind in Kasachstan alle Wirtschaftsbereiche

für ausländische Investoren offen. Letzteren

ermöglicht die Gesetzgebung Unternehmensbeteiligungen

bis zu 100%.

Die zahlreichen staatlichen Entwicklungsprogramme

umfassen u. a. das Staatsprogramm

der industriell-innovativen Entwicklung

der Republik Kasachstan vom

19.3.2010, das Industrialisierungsprogramm

der Regierung Kasachstans für

2010-2014 vom 13.4.2010, den strategischen

Entwicklungsplan der Republik Kasachstan

bis 2020 vom 1.2.2010. Staatliche Vorhaben

betreffend Errichtung, Modernisierung

und Ausbau von Produktionsstätten

sind von der Regierung im jeweiligen Programm

aufgelistet. Diese Listen sind umfangreich

und jedes Projekt wird von einer

verantwortlichen Behörde bzw. einer nationalen

Holding abgewickelt und betreut.

Zu einigen Projekten wird der Zugang

durch den „National Wealth Fund Samruk

Denis Alexa, LL.M.

www.lansky.at

KONTAKT

Legal Counsel und Mitglied des

Russian & CIS Desk bei Lansky,

Ganzger & Partner Rechtsanwälte

GmbH

1010 Wien, Rotenturmstraße 29

Tel. +43-(0)1-533 33 30-0

Kazyna“ ermöglicht. Dieser nennt derzeit

folgende Vorhaben: die Errichtung bzw. den

Ausbau des Großkraftwerk in Moinaksk,

der Erdölraffinerie in Atyrau, einer pharmazeutischen

Fabrik sowie der Eisenbahnstrekken

von Shetygen über Korgos und Usen zur

Staatsgrenze nach Turkmenistan. Auch das

nationale Stromnetz und das Heizwerks

Balchasch sollen ausgebaut werden, in Ekibastus

soll ein neuer Block des Staatlichen

Wasserkraftwerks Nr. 2 entstehen.

***

Investitionsklima

Insgesamt sind die Rahmenbedingungen

für Investitionen in Kasachstan als

günstig zu beurteilen, denn das Investitionsklima

und die rechtliche Sicherheit

im Land haben sich relativ gut entwickelt.

Durch das Gesetz „Über Investitionen“ vom

8.1.2003 (Investitionsgesetz), das die rechtliche

und wirtschaftliche Grundlage zur Investitionsstimulierung

festlegt, sind ausländische

Investoren geschützt und den

inländischen (ausgenommen den Bereich

der Rohstoffnutzung) gleichgestellt. Die

Norm garantiert den vollen Investitionsschutz

sowie die Nichteinmischung staatlicher

Organe in die Verwaltung des Vermögens

und räumt Investitionspräferenzen

ein. Investitionsrechtliche Streitigkeiten

können durch Parteienvereinbarung auch

schiedsgerichtlich entschieden werden.

Wer in Kasachstan reüssieren will, muss

vor Ort sein und darf die Wichtigkeit einer

lokalen Präsenz nicht unterschätzen.

Markteintritt in Kasachstan ist jenem in

Österreichs Nachbarländern Mittelosteuropas

nicht vergleichbar. Die Uhren ticken

anders, und zwar schneller und gleichzeitig

schwerer einschätzbar. Deswegen empfiehlt

sich für den erfolgreichen Markteinstieg

in Kasachstan eine qualifizierte und

mit kasachischen Gegebenheiten vertraute

Rechtsberatung.

Über den Autor

Denis Alexa ist Absolvent der Universität

Augsburg sowie der Juridischen Fakultät

der Staatlichen Universität Almaty (Kasachstan)

und verfasst seine Dissertation

an der Universität Wien.

SOCIETY 3_10 | 65


WISSENSCHAFT

SALZBURG

20 Jahre Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste

„Aller Anfang ist hin geordnet

auf Vollendung“*

Von EVA VON SCHILGEN

Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste hielt ihr jährliches Festplenum

ab, bei dem die neuen Mitglieder vorgestellt und Protektoren und Ehrentitel verliehen

wurden. Im August wurde der Toleranzpreis an eine hervorragende Persönlichkeit vergeben.

Am Anfang stand eine Idee und drei Visionäre:

der Salzburger Herzchirurg

Felix Unger, der Wiener Erzbischof

Franz Kardinal König und der Politikwissenschaftler

und Philosoph Nikolaus Lobkowicz.

Ihr Plan war es, einen weltweiten Dialog

entstehen zu lassen, der über alle

politischen, konfessionellen, ideologischen

und wirtschaftlichen Grenzen hinweg ethische

und wissenschaftliche Akzente setzt.

Heute zählt die Akademie der Wissenschaften

und Künste rund 1.400 Mitglieder,

darunter 27 Nobelpreisträger. Wissenschaftler,

Forscher, Denker, Industrielle,

Wirtschaftler und Politiker. Aber auch

Schriftsteller und Künstler aus Europa,

Asien und den USA haben in diesen Jahren

ein Wissensnetzwerk von unglaublichen

Dimensionen geknüpft.

Persönliche Kontakte bietet das jährliche

Festplenum in Salzburg, bei der die neuen

Mitglieder begrüßt und aufgenommen werden

und die Ehrenpräsidenten und Protektoren

ernannt werden. Mit der Ernennung

von Protektoren in den Ländern, in denen

Felix Unger, Ursula Piëch,

Ferdinand Piëch

die Akademie Delegationen hat, soll Verbindendes

von Wissenschaft und Kunst mit der

Politik geschaffen werden.

***

Milo Dukanovic Protektor der Akademie

In Anwesenheit der Salzburger Landeshauptfrau

Mag. Gabi Burgstaller und zahlreicher

Persönlichkeiten aus Wirtschaft,

Politik, Kunst und Kultur wurde dieses Jahr

Milo Dukanovic, der Premierminister von

Montenegro, zum Protektor ernannt. 1952

geboren, studiert er Wirtschaftswissenschaften

und tritt danach in den Bund der

Kommunisten Jugoslawiens ein, dem er als

ZK-Mitglied angehört. Nach dem Zerfall des

Vielvölkerstaates wird er ein Mitglied der

demokratischen Partei der Sozialisten und

von 1991 bis 1998 Premierminister, von

1998 bis 2002 Staatspräsident der Republik

Montenegro. Bei den Parlamentswahlen

2002 wird Dukanovic wieder zum Premierminister

gewählt. Nach der Volksabstimmung

2006 erfüllt sich sein Wunsch, Montenegro

in die Unabhängigkeit von Serbien

zu führen. Im Oktober desselben Jahres

übergibt er das Amt des Ministerpräsidenten

an seinen Nachfolger, kehrt aber, da dieser

erkrankt, 2008 wieder in diese Funktion

zurück und wird bei der Wahl 2009 mit

mehr als fünfzig Prozent bestätigt.

Ebenfalls zum Protektor ernannt wurde

Jerzy Karol Buzek, der Präsident des Europäischen

Parlaments und ehemaliger Ministerpräsident

Polens. Buzek, geboren 1940, studierte

Chemie an der Schlesischen Technischen

Universität in Gleiwitz sowie an der

Universität Cambridge in Großbritannien.

Er veröffentlichte an die 200 wissenschaftliche

Abhandlungen und Patente. Das ehemalige

Mitglied der Gewerkschaft Solidarnosc

war von 1980 bis 2001 Ministerpräsident.

In dieser Funktion war es sein

Ziel, Polen in die Europäische Union und in

die NATO zu führen. 2004 wurde er Abgeordneter

des Europäischen Parlamentes

und 2009 zu dessen Präsidenten gewählt. Er

war Professor für technische Wissenschaften

in Oppeln, vertrat in der Internationalen

Energieagentur Polen, war Vizerektor

der Universität Czestochowa, Mitbegründer

von INCREASE, einem polnisch-deutschen

Netzwerk wissenschaftlicher Einrichtungen,

und Gründer der Polnischen

Diplomatenschule. Er ist Mitglied zahlreicher

Akademien und besitzt die Ehrendoktorwürden

von Seoul, Dortmund und Isparta.

***

Würdigung Nikolaus Lobkowicz‘

Die Ehrenpräsidentenwürde auf Lebenszeit

wurde Nikolaus Lobkowicz, einer der

drei „Architekten“ der Akademie, aufgrund

seiner Verdienste um die Akademie

aber auch wegen seiner wissenschaftlichen

Leistungen verliehen. Der aus einer alten

aristokratischen Familie stammende Philosoph

und Hochschulpolitiker wurde 1931

in Prag geboren und emigrierte nach der

kommunistischen Machtübernahme zunächst

in die USA. 1950 kehrt er nach Europa

zurück und studiert in Deutschland

Philosophie. An zahlreichen Universitäten

war er als Lehrender oder Präsident tätig,

66 | SOCIETY 3_10

*THOMAS VON AQUIN (UM 1225-1274)


FOTOS: FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG AUSTRIA PRESSE-FOTO A. KOLARIK UND FOTO-WILD

Felix Unger, Jerzy

Buzek, Erich Hödl,

Paul Rübig

wie an die University of Notre Dame in Indiana,

an der Universität München und an

der Ludwig-Maximilian Universität München.

Lobkowicz ist Direktor des Zentralinstitutes

für Mittel- und Osteuropastudien

der Katholischen Universität Eichstätt.

Ehrensenator wurde Evangelos Theodorou,

Theologe und Professor Emeritus

der Theologischen Fakultät der Universität

Athen, ein Pionier der Ökumene und

Vorreiter des Dialogs zwischen den christlichen

Kirchen sowie langjähriger Delegat

der Akademie von Griechenland. Ebenfalls

zum Ehrensenator ernannt wurde der

Schweizer Wissenschaftler Marcel Studer,

der sich um den Aufbau der Stiftung

Schweiz der Europäischen Akademie der

Wissenschaften und Künste, deren Vizepräsident

in der Schweiz er ist, große Verdienste

erworben hat. Auch France Bernik,

der slowenische literarische Historiker,

Schriftsteller, Gelehrte und langjährige

Delegat von Slowenien, sowie der österreichische

Manager Ferdinand Piëch, Vorsitzender

des Aufsichtsrates der Volkswagen

AG, ein Enkel von Ferdinand Porsche, der

die Akademie in Industriefragen berät,

wurden Ehrensenatoren.

***

Illustre Schar der neuen Mitglieder

Unter den mehr als 64 neuen Mitgliedern

finden sich so illustre Personen wie

die deutsche Bundesministerin für Bildung

und Wirtschaft Annette Schavan

oder die englische Politikerin Baronesse Patricia

Rawlings, Frontbencher im englischen

Oberhaus, dem House of Lords. Auch

bedeutende Repräsentanten aus dem internationalen

Kunst- und Kulturleben wurden

zu Mitgliedern ernannt, wie Mikhail

Borisovich Piotrovky, Direktor des St. Petersburger

Museums Ermitage, die Österreicherinnen

Valie Export, Filmemacherin,

Medien- und Performancekünstlerin,

und die Komponistin Olga Neuwirth, welche

den Großen Österreichischen Staatspreis

2010, die höchste künstlerische Auszeichnung

der Republik als zehnte Frau erhielt.

Und auch Peter Kodwo Appiah Turkson

aus Ghana, wo er als Bischof tätig

war, bis er als Kardinal an den Vatikan berufen

wurde, sowie Rino Fisichella, römisch-katholischer

Theologe und Titularerzbischof,

ebenso Jószef Pálinkás,

ungarischer Atomphysiker und ehemaliger

Minister für Bildung wie auch der Wissenschaftstheoretiker

und Biologe Franz M.

Wuketits, Direktor i.R. des Konrad-Lorenz-

Instituts für Evolutions- und Kognitionsforschung.

Sie alle werden von nun an als Mitglieder

am internationalen Netzwerk

mitarbeiten.

Erster Festredner des Plenums war Francois

Terre, Präsident Institute de France,

Professor für Soziologie an der rechtswissenschaftlichen

Fakultät an der Universität

Paris II und Mitglied der Académie de

France. Er sprach über die heutigen Aufgaben

und Funktionen der Akademien. Der

zweite Festredner Oleg Matveevich Nefedov,

Mitglied der Russischen Akademie

der Wissenschaften, erläuterte das Thema

„Das Wesen der Wissenschaft“.

***

Russland und Europa im Fokus

Aktuelles Projekt der Akademie ist die

„Zentral-Europäische-Russische Brücke“,

das zum Ziel hat, die Zusammenarbeit Europas

mit Russland weiter zu forcieren. Unter

dem Thema „Was erwartet Russland

von Europa“ finden Gespräche in Schloss

Leopoldskron statt, an denen hochrangige

Wissenschaftler und Politiker teilnehmen.

KONTAKT

DIE EUROPÄISCHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UND

KÜNSTE IN SALZBURG

St. Peter Bezirk 10

5020 Salzburg

Tel. +43-(0)662-84 13 45

office@euro-acad.eu

www.euro.acad.eu

Unter anderen haben der russische Kulturminister

Alexander Awdejew und Österreichs

Außenminister Michael Spindelegger

ihr Kommen zugesagt. Im nächsten

Jahr ist ein Symposium in Moskau geplant

mit der Gegenfrage „Was erwartet Europa

von Russland“. Der Report „The European

Lead Market in Health Care“, ein weiteres

zentrales Thema der Akademie, wurde

letztes Jahr im europäischen Parlament

vorgestellt.

***

Toleranzpreis an Kardinal Lehmann

Neben dem Festplenum ist die Verleihung

des Toleranzpreises ein jährlicher Fixpunkt

der Akademie. Unter den bisherigen

Preisträgern finden sich so prominente Namen

wie Teddy Kollek, Jerusalems unvergessener

Bürgermeister, Susanne Mubarak, die

wohltätige First Lady Ägyptens, Franz Kardinal

König, bekannt für seinen Einsatz zum

gemeinsamen Dialog zwischen den Konfessionen,

Daniel Barenboim, Dirigent und

Mittler zwischen Juden und Palästinensern,

Hans Dieter Genscher, ehemaliger Außenminister

von Deutschland und der deutsche

Politiker und Umweltexperte Klaus Töpfer.

2010 wurde die Auszeichnung an seine Eminenz

Kardinal Karl Lehmann vergeben. Der

in Sigmaringen 1936 geborene Kardinal ist

seit 2002 Mitglied des Päpstlichen Rates

zur Förderung der Einheit der Christen. Er

ist Mitglied in der Kongregation für die

Ostkirchen, der Vermögensverwaltung des

Apostolischen Stuhles sowie des Päpstlichen

Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel.

Felix Unger, der derzeitige Präsident

der Europäischen Akademie der Wissenschaften

und Künste, kann mit Freude

und Stolz auf die letzten zwanzig Jahre zurückblicken.

Er hat es verstanden, bedeutende

Vordenker in der Akademie zu versammeln.

Nun ist zu hoffen, dass ihr

interdisziplinärer Dialog und ihre Visionen

dazu beitragen, den Weg in eine bessere

Zukunft der Welt zu ebnen.

Gabi Burgstaller

SOCIETY 3_10 | 67


RECHT

KOLUMNE

Anwalt Dr. GEORG ZANGER exklusiv für

Das Recht zu überleben ist ein

Grundrecht

Asylwerber werden in Europa ungleich behandelt. Wo die Bedingungen nicht den

menschenrechtlichen Standards entsprechen, sollten Rückführungen nach dem „Dublin Verfahren“

gestoppt werden. Auch in Österreich gibt man Asylwerbern die „rote Karte“.

Da das sogenannte „Dublin Verfahren“ bestimmt, dass der

Mitgliedsstaat, der vom Flüchtling zuerst betreten wird,

für eine Asylentscheidung ausschließlich zuständig ist,

werden Flüchtlinge dorthin regelmäßig zurückgeschoben,

wenn sie in einem anderen Staat aufgegriffen werden. Es soll

kein „forum shopping“ stattfinden.

Griechenland ist wegen seiner geografischen Lage besonders

oft Erstankunftsland für Flüchtlinge. Griechenland ist aber offenbar

überfordert, Asylverfahren korrekt durchzuführen.

Auch berechtigte Asylwerber haben kaum eine Chance, als

Flüchtlinge anerkannt zu werden.

***

Rückführung nach Griechenland wird untersagt

Der Europarat hat Griechenland zum wiederholten Male

wegen brutaler Übergriffe der Polizei, wegen unzumutbarer Zustände

in Polizeiwachen und Gefängnissen und verheerenden

Haftbedingungen verurteilt. Die Unterbringung von Flüchtlingen

in dunklen, verlausten Zellen, zusammengepfercht auf

Matratzen voller Läuse und Flöhe, verdreckte Toiletten und Duschen

stellen nach Expertenerhebungen ein akutes Gesundheitsrisiko

gleichermaßen für Insassen und Beschäftigte dar. Es

fehlt an allem, was ein rechtstaatliches Asylverfahren ausmacht.

Menschenrechtsorganisationen berichten, dass Asylanhörungen

ohne Dolmetscher stattfinden und dadurch zu einer

Farce werden.

Art. 3 der EMRK verbietet Folter und unmenschliche Behandlung.

Jedermann, auch Flüchtlinge haben ein Recht auf

Freiheit und Sicherheit. Besteht in einem Herkunftsland keine

Gewähr für eine menschliche Behandlung, darf dorthin nicht

abgeschoben werden. Dasselbe gilt daher auch für die Rückschiebung

in einen europäischen Mitgliedsstaat.

Das Schweizerische Bundesamt für Asylsuchende hat schon

Anfang 2009 auf die systematischen Hindernisse beim Stellen

eines Asylantrages in Griechenland hingewiesen. Der französische

„Conseil d’Etat“ hat im Mai 2010 eine Überstellung nach

dem Dublin-Verfahren aus den genannten Gründen nach Griechenland

ausgesetzt. Auch das deutsche Bundesverfassungsgericht

ist dem gefolgt: Zu prüfen sei insbesondere, welche Auswirkungen

der europäische Grundsatz der Solidarität, der im

Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts auch für eine

gemeinsame Asylpolitik Geltung beansprucht, bei einer erheblichen

Überlastung des Asylsystems eines Mitgliedstaates

FOTOS: PIXELIO, BEIGESTELLT

68 | SOCIETY 3_10


CURRICULUM VITAE

DR. GEORG ZANGER, M.B.L.-HSG ist seit 1975 selbständiger

Rechtsanwalt in Wien mit besonderem Schwerpunkt auf

kreativen Lösungen für Wirtschaftsunternehmen. Seine

Spezialgebiete umfassen Wettbewerbs-, Telekommunikations-,

Urheber- und Medienrecht. Zuletzt hat er im Bemühen,

chinesische Unternehmen zu Investitionen in Österreich

zu bewegen, ein Netzwerk mit 25 Rechtsanwaltskanzleien

in den wichtigsten Industriestädten Ostchinas geschlossen.

Er ist Autor verschiedenster Fachbücher und Fachartikel.

KONTAKT

Rechtsanwaltskanzlei „Zanger bewegt“

Dr. Georg Zanger

Neuer Markt 1, A-1010 Wien

Tel.: +43-(0)1-512 02 13, Fax: +43-(0)1-513 48 07

office@zanger-bewegt.at • www.zanger-bewegt.at

auf die Rechte des einzelnen Asylantragstellers

und auf die Auslegung

des Grundgesetzes hat.

Der Europäische Gerichtshof für

Menschenrechte hat nach dänischen

Zeitungsmeldungen bereits

in mehr als 500 Fällen in den Jahren

2009 und 2010 Rückstellungen nach

Griechenland gestoppt. Vor dem

EGMR ist derzeit ein weiteres Verfahren

anhängig, in dem ein belgischer

Anlassfall verhandelt wird.

Mit einer Entscheidung ist in Bälde

zu rechnen. Inzwischen wurde beim

EuGH ein Vorabentscheidungsverfahren

beantragt, ob unter den genannten

Voraussetzungen ein genereller

vorläufiger Stopp der

Rückschiebung nach Griechenland

gerechtfertigt ist. Da die EMRK seit

dem Vertrag von Lissabon unmittelbar

anzuwendendes Gemeinschaftsrecht

geworden ist, ist davon

auszugehen, dass der EuGH – nunmehr

bindend für alle EU-Staaten –

Rückschiebungen nach Griechenland

zumindest derzeit generell untersagen wird.

***

Verantwortung Österreichs

Österreich scheint all dies in Kenntnis der genannten Vorgänge

nicht daran zu hindern, weiter seine Rückschiebungspraxis

aufrecht zu erhalten: In einer Vielzahl von Entscheidungen

hat der neu geschaffene Asylgerichtshof Flüchtlinge

nach Griechenland zurückgeschoben und der Verfassungsgerichtshof

hat keinen Grund gesehen, die Entscheidung zu ändern.

Bedenkt man das Schicksal der einzelnen Fremden, die, verzweifelt

um ihre Anerkennung als Flüchtlinge kämpfend, sich

nach ihrer Rückschiebung aus Österreich der Folter und unmenschlichen

Behandlung in Griechenland

(wieder) gegenübersehen, lässt sich

das Ausmaß des Unrechts erkennen. Tatsächlich

wäre angesichts der genannten

Berichte über die griechischen Zustände

zu prüfen, ob sich Österreich durch sein

Verhalten nicht eines „flagranti denial“

der EMRK verantwortlich macht und deshalb

nach dem Amtshaftungsverfahren

belangt werden kann.

Österreich scheint aber den Wettlauf,

welcher europäische Staat mit Fremden

am rücksichtslosesten, unmenschlichsten

umgeht, unbedingt gewinnen zu

wollen. Tatsächlich hat kaum ein anderes

Land so restriktive Fremdenrechtsbestimmungen

wie Österreich. Kein

Wunder, dass ein großer Teil der Österreicher

fremdenfeindliche Aussagen

goutiert, und Asylbewerber in ihren Augen

kriminell und verlogen sind. Tatsache

ist, dass sich die Republik Österreich

im Unterschied zu anderen

europäischen Staaten von rechten

Hassideologien noch immer nicht

ausreichend distanziert hat.

***

„Rote Karte“ bei Ausweiskontrolle

Rechtzeitig vor den Herbstwahlen

will die Regierung nun das Asylrecht

nochmals zu Lasten der Asylwerber

verschärfen. Asylwerber, die

sich bisher im politischen Bezirk

frei bewegen durften, werden sich

künftig die ersten fünf bis sieben Tage

in der Erstaufnahmestelle aufhalten

müssen. Nicht einmal der

Besuch eines Supermarktes oder eines

Lokals wird künftig möglich

sein, selbst wenn man dafür vom

Flüchtlingslager nur um die Ecke gehen

müsste. Bei Verlassen der Erstaufnahmestelle

droht ihnen eine

umgehende Festnahme. Das Gesetz

soll mit Anfang 2011 in Kraft treten.

Eine „ rote Karte“ soll die Asylwerber

künftighin für die Exekutive

bei einer Ausweiskontrolle sofort erkennbar machen. Laut Andreas

Weber im „Format“ vom 10.9.2010 ist allein der Begriff

schon menschenverachtend. Er fragt zu Recht: Was kommt als

nächstes? Ein gelber Stern, den sich Asylwerber zum Ausgehen

annähen müssen?

Es stört die Regierung offenbar nicht, dass der VfGH schon

im Jahre 1992 erkannt hat, dass die Einschränkung der persönlichen

Freiheit durch die Verpflichtung, sich in einer Überprüfungsstation

(damals das Flüchtlingslager Traiskirchen)

aufzuhalten, Art 5 Abs.1 der EMRK widerspricht und damit verfassungswidrig

ist. Das Asylverfahren ist nämlich kein Teil des

Ausweisungsverfahrens, im Rahmen dessen die Verhängung

der Schubhaft zulässig ist.

Der Verfassungsjurist Heinz Mayer

meint zu Recht, dass die Aufenthaltspflicht

in einer Aufnahmestelle als Haft

zu qualifizieren ist. Es ist aber nicht nur

nach Art. 5 EMRK, sondern auch nach

Art. 6 der Charta der Grundrechte der EU

verboten, einen Asylwerber in Haft zu

nehmen, nur weil er Asylwerber ist. Maßgebend

ist, ob der Betroffene den Aufenthaltsort

jederzeit verlassen kann, ohne

mit einem physischen Zugriff rechnen

zu müssen.

Caritas-Präsident Franz Küberl kritisiert

die Fremdenrechtsnovelle schließlich,

weil die Politik so tue, als wären

Asylwerber von vornherein Schubhäftlinge.

Wörtlich führte er aus: „Die Reichen

müssen wieder lernen zu wissen,

wo die Armen sind, nur das ist der Schlüssel

für eine Globalisierung, die den Namen

sozial verdient“.

SOCIETY 3_10 | 69


WISSENSCHAFT

INTERVIEW

„Mutter“ der Pille

Vom Wunschkind zum „Vorspiel“

Der berühmte Chemiker Carl Djerassi im Interview über fünfzig Jahre „Pille“, die Brutalität

der medizinischen Forschung und seine Liebe zum Schreiben. Von STEPHAN LAHODYNSKY

„Niemand glaubte daran,

dass Frauen die Pille so

schnell annehmen würden.“

CARL DJERASSI

ÜBER DIE EINFÜHRUNG DER PILLE

Sie bezeichnen sich selbst als „Vater der

Anti-Baby-Pille“?

Nein, nie… ich würde mich eher als eine

„Mutter der Pille“ bezeichnen und sage

auch nie „Anti-Baby-Pille“! Ich sage immer

„Pille“. Es ist ja keine Pille, die gegen Babys

ist. Es ist eine Pille für Frauen oder auch für

erwünschte Kinder. Wenn Sie es Anti nennen

wollen, dann „Anti-Unerwünschte Baby

Pille“.

Den erfolglosen Innsbrucker Professor

der Physiologie Ludwig Haberlandt ehrten

Sie posthum als „Großvater“ der Pille. Nun

ist die Erfindung 50 Jahre alt geworden.

Das kommt darauf an, was Sie als Geburtstag

annehmen. Der Tag, an dem die

Substanz chemisch synthetisiert wurde,

war 1951. Der Geburtstag war also 2001.

Aber wenn Sie von der Idee von Haberlandt

sprechen, könnten Sie sagen, es sei der

achtzigste Geburtstag. Was die Leute jetzt

momentan alle feiern, ist 1960, das Jahr, in

dem die offizielle Erlaubnis in den Vereinigten

Staaten von den Behörden (FDA,

Anm.) gegeben wurde, dass man die Pille

in der Medizin einführen kann. Es kommt

darauf an, welches Ereignis Sie als Geburtstag

sehen. In zwei Jahren wird es

wieder einen geben, da ist es dann das

Jahr, in dem die Pille in Österreich erschienen

ist, in Deutschland wird es nächstes

Jahr der Fall sein.

Gibt es einen Nachfolger? Einen „Sohn“

oder eine „Tochter“ der Pille? Jemand, der

das Potenzial hat, einen neuerlichen Durchbruch

in der Hormonforschung zu erreichen?

Sowohl ein kategorisches Nein als

auch ein natürliches Ja. Ich fange mit

dem Ja an. Sie fragen, könnte es einen

Nachfolger geben? Die Antwort ist ganz

klar ja. Wie kann man je sagen, dass es

unmöglich ist, etwas Neues zu entdekken?

Der Grund, warum ich auch kategorisch

Nein sage, ist, dass es keine wissenschaftliche

Frage ist. Wissenschaftlich ist

die Antwort ja. Es gibt immer modernere,

klügere und bessere Wissenschaftler,

aber der Grund, warum wir keine

fundamentalen neuen Methoden haben,

ist, dass es nur sehr kleine chemische Variationen

von der Pille, die wir vor fünfzig

Jahren erfunden haben, gibt.

Fundamental neu wäre eine Pille für

den Mann zum Beispiel oder eine Impfung

oder wie man eine Sterilisierung

rückgängig machen kann. Doch die

Chancen, dass das passieren wird, sind

meiner Meinung nach so minimal, dass

man Nein sagen kann, und der Grund

hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Zum

Beispiel: Wir haben keine Pille für den

Mann, dabei wissen wir wissenschaftlich

genau, wie so eine Pille aussieht. Es

gibt viele klinische Versuche, die man

ein, zwei Jahre lang an dreißig, fünfzig,

sogar hundert Männern gemacht hat, also

vom wissenschaftlichen Standpunkt

her. Das heißt natürlich nicht, dass man

ein Mittel gleich in die Apotheke stellen

kann, da braucht man noch viele Versuche.

Die Antwort hängt an den zwanzig

größten pharmazeutischen Firmen der

Welt, und davon sind es etwa 95 Prozent,

in denen bahnbrechende Forschung in-

70 | SOCIETY 3_10


dustriell betrieben wird. Da gibt es nicht

eine einzige, die auf dem Bereich der

männlichen Verhütung arbeitet.

Aber Bedarf gäbe es doch?

Ja, es gibt Bedarf für allerlei Dinge, an

denen man nicht oder kaum arbeitet. Ich

gebe Ihnen ein sehr gutes Beispiel: Schon

Jahrhunderte lang sind die parasitischen

Krankheiten in der armen Welt die größten

Krankheiten. Der größte Killer ist Malaria,

nicht Krebs oder AIDS. Aber relativ

wenig Arbeit wurde bis vor kurzem in diese

Richtung gemacht, oder bezüglich anderer

parasitischer Krankheiten, die in Asien,

Afrika oder Südamerika hunderte Millionen

betreffen. Denn die größten Firmen

auf der Welt sind ja europäische, amerikanische,

japanische. Also aus der nördlichen,

entwickelten Welt, die jetzt schon

eine total geriatrische Welt ist.

Die Länder, von denen ich vorher gesprochen

habe, wo parasitische Krankheiten

existieren oder Verhütung ganz wichtig ist,

das sind die pädiatrischen Länder. Ein Verhütungsmittel

würde in Nigeria oder Pakistan

gebraucht werden, das sind die beiden

Länder, in denen sich die Bevölkerungszahl

alle dreißig Jahre verdoppelt, während

das Bevölkerungswachstum in Europa

sinkt. Allerdings ist dort dafür kein Markt

vorhanden, kein Pharmakonzern verdient

Geld, doch genau daran sind sie interessiert.

Daher wenden sie sich eher den Krankheiten

der geriatrischen Welt zu. Alzheimer,

Krebs, Herzkrankheiten, alles Krankheiten

der relativ reichen Bevölkerung, die versichert

sind oder Krankheiten haben, bei denen

man unentwegt ein Präparat nehmen

muss, das ist natürlich ideal.

Ein Impfstoff, den man nur einmal verabreicht

bekommt, bringt auch nicht so

viel ein. Was noch viel schlimmer ist, ist,

dass Leute bei einer Impfung oder bei der

Verhütung überhaupt keine Nebenwirkungen

tolerieren. Das ist zwar nicht realistisch,

aber auch klar warum. Sie haben ja

keine Krankheit. Sie nehmen vorbeugend

etwas, damit eventuell etwas nicht passiert.

Wenn sie allerdings Krebs haben, da

würden sie keine pharmazeutische Firma

klagen, wenn sie während der Chemotherapie

erbrechen oder ihr Haar verlieren,

was natürlich bei den meisten Leuten passiert.

Das ist ja auch eine ganz andere Frage.

Ich spreche von einem brutalen geschäftlichen

Standpunkt.

Also ökonomisch, mathematisch brutal,

wo die Konzerne sagen, es ist nicht

wert es zu tun. Noch ärger wäre es bei der

Pille für den Mann, wenn es die geben würde,

würde der Mann fragen, was passiert

wenn ich das dreißig oder vierzig Jahre

lang nehme, kann ich mit Fünfzig oder

später noch ein Kind haben? Es gibt auch

viele Männer, aber natürlich nicht Frauen,

die dann noch Kinder haben wollen. Oder

kann ich noch eine Erektion haben, was

wird der Effekt auf meine Potenz, nicht

jetzt, sondern in, dreißig, vierzig Jahren

sein? Was wird mit Prostata-Krebs sein,

womit jeder Mann konfrontiert wird,

wenn er nur lang genug lebt. Also das

sind die Fragen. Das kostet hunderte Millionen

von Euro, um solch ein Präparat zu

entwickeln, das dauert jahrelang, ein Patent

ist nur zwanzig Jahre lang gültig, das

ist ökonomisch nicht wert, es zu tun.

Nach einer Klagewelle in den USA sieht

sich der Konzern Bayer Schering Pharma

immer mehr Skepsis der Pille gegenüber

konfrontiert. Weltweit sollen laut amerikanischer

Gesundheitsbehörde FDA bereits

190 Frauen an Thrombosen gestorben sein.

Ist die Pille noch notwendig oder gibt es eine

wirkliche Alternative?

Sie nehmen an, dass „die Pille“ eine

Substanz ist, dabei gibt es hunderte verschiedene

Präparate mit etwa acht oder

neun aktiven Substanzen. Was Sie ansprechen,

ist ein Präparat namens „Yaz“ oder

„Yazmin“, eines der letzten von Bayer. Die

Thrombose ist eine Nebenwirkung, die

man schon vor vierzig Jahren entdeckt

hat, aber das hat nichts mit dem Verhütungsmittel

an sich zu tun, sondern mit

dem Östrogen, das man beifügt. Da muss

man Acht geben, keine Frage, insbesondere

Frauen, die eine Geschichte von Thrombosen

haben, sollten es überhaupt nicht

gebrauchen. Also dass diese Gefahr bei

„Yaz“ etwas höher ist, ist scheinbar der

Fall, aber wir sprechen hier von 190 Fällen

von wahrscheinlich hunderttausenden

Frauen. Das ist noch immer minimal im

Vergleich zu anderen Pharmazeutika, aber

natürlich ist ein gewisses Risiko dabei.

Wenn wir jetzt von einem Krebspatienten

ausgehen, würde niemand darüber sprechen,

aber wenn auch nur zwei Frauen mit

der Pille Probleme haben, würde es heißen,

das ist doch nicht notwendig.Was dabei

nicht bedacht wird, ist, wie viel mehr

Frauen während einer Schwangerschaft

sterben. Man muss das immer vergleichen.

Geschäftlich gesehen, kann natürlich die

Konkurrenz sagen: Nehmt unser Produkt,

da gibt es hundert Frauen weniger, die Probleme

bekommen.

Was für mich allerdings ein viel größerer

Skandal ist, sind die Preise. Denn Verhütung

ist ja keine Krankheit, Verhütung

ist etwas, das viele eigentlich fast als ihr

Recht ansehen. Nämlich auch das Umgekehrte,

wenn sie keine Kinder bekommen

können, dass sie ihre Unfruchtbarkeit

auch ohne hohen finanziellen Aufwand,

durch die Versicherung, durch In Vitro

Fertilisation behandeln können. Also das

sind zwei Sachen, die meiner Meinung

nach so billig wie möglich sein sollten

und auch billig sein können, wenn man

kein Geschäft daraus macht, sondern das

generisch effektivste, billigste Mittel gebraucht.

Die Ironie ist ja, dass die billigste

Substanz „Norethisteron“, dessen Patent

vor vierzig Jahren abgelaufen ist, nur minimal

verändert wurde und kaum einen

Unterschied zu den heutigen Präparaten

aufweist und noch immer von Millionen

jetzt genommen wird, 15 mal billiger ist

als diese Neuesten.

Wussten Sie bei der Erfindung der Pille

bereits, welche Auswirkungen diese haben

würde?

SOCIETY 3_10 | 71


WISSENSCHAFT

INTERVIEW

Theoretisch natürlich, da wir die Substanz

ja nicht aus dem Nichts hergezaubert

haben. Haberlandt war der erste, der

schon in den 1920er Jahren, bevor noch

das weibliche Hormon Progesteron isoliert

wurde, wusste, dass es in Drüsenextrakten

existiert. Er sagte, das sei das natürliche

Verhütungsmittel, da es während der

Schwangerschaft produziert wird, um eine

weitere Schwangerschaft in diesen neun

Monaten zu verhindern. Logischerweise

versuchte er dieses mit Drüsenextrakten

zu tun und wollte es auch in Pillenform

haben. Das Malheur ist, dass dieses nicht

oral aktiv ist und es ihm nicht vor seinem

Tod gelang. Er beging Selbstmord, auch

wegen der großen Opposition, teilweise

der Kirche und der sehr konservativen Gesellschaft

in Österreich und Deutschland.

In den dreißiger Jahren wurde Progesteron

dann isoliert und synthetisiert und

man sah, dass es funktionierte, allerdings

nicht oral aktiv, da war es aber auch noch

nicht relevant. Dann hat man Progesteron

in die Medizin eingeführt, zur Behandlung

von Menstruationsschwierigkeiten und für

gewisse Arten von Unfruchtbarkeit. Es half

speziell Frauen, die zwar schwanger werden

konnten, aber nicht genügend Progesteron

während der Schwangerschaft produzierten,

um das richtige Milieu in der

Gebärmutter für die Entwicklung des Fötus

zu halten, wodurch eine spontane Abtreibung

hervorgerufen wurde.

Also das waren die medizinischen

Hintergründe. Wir haben uns dann 1950

entschlossen, dass wir daran arbeiten wollen,

ein Steroid zu synthetisieren, das

nicht in der Natur existiert, welches aber

dieselbe biologische Wirksamkeit wie das

Progesteron hat, aber oral aktiv wird. Das

haben wir 1951 geschafft und 1957 hat

man es erst offiziell in die Medizin eingeführt,

für Menstruationsschwierigkeiten

und Behandlung von Unfruchtbarkeit. Es

existierten noch andere Gründe daran zu

arbeiten, zumal man es möglicherweise

zur Behandlung von Krebs gebrauchen

hätte können. Die theoretische Anwendung

für Verhütung hat man schon seit

den zwanziger Jahren gekannt, aber damals

war das noch kein Thema. Das ist erst

ein paar Jahre später passiert und einige

Leute, insbesondere ein Biologe, der Gregory

Pincus hieß, haben daran gearbeitet.

Die Pille als Verhütungsmittel ist dann

1960 herausgekommen. Dann kam der

große Erfolg. Vollkommen unerwartet.

Wer sagt, dass er es gewusst hat, lügt, weil

niemand daran glaubte, dass Frauen das so

schnell annehmen würden. Der einzige

Grund, warum das der Fall war, ist, dass es

gerade die richtige Zeit war. Die 1960iger

Jahre waren ja Hippiekultur, Rock and

Roll Musik, Drogenkultur, Frauenbefreiung…

Das sind alles Sachen, die mit einer

freieren Sexualität zu tun haben.

Wie stark ist nun Ihre Beziehung zu

Österreich und wann kam für Sie der Moment,

an dem Sie sich hier wieder ein Leben

vorstellen konnten?

Ich weiß noch immer nicht, ob ich mir

hier ein Leben vorstellen kann. Ich lebe

CURRICULUM VITAE

Carl Djerassi wurde am 29. Oktober 1923 in Wien in einer

jüdischen Ärztefamilie geboren. In Folge der nationalsozialistischen

Machtübernahme emigrierte er 1938 mit seiner

Mutter über Bulgarien in die USA. Er erhielt ein Stipendium

für ein College in Missouri und studierte organische

Chemie. Mit 22 Jahren promovierte er 1945 an der Universität

von Wisconsin und war daraufhin als Chemiker in der

Forschung tätig. Für seine Forschungstätigkeit wurde er

mit zahlreichen wissenschaftlichen Preisen, 24 Ehrendoktoraten

und einer Vielzahl internationaler Ehrungen

ausgezeichnet. In den 1980er Jahren begann Djerassi

auch Autobiographien, Lyrik und Kurzgeschichten zu veröffentlichen

und trat in den letzten Jahren zunehmend als

Romanautor und Dramatiker in die Öffentlichkeit. Er

kreierte mit „Science-in-Fiction“ eine neue Romangattung

und schrieb Theaterstücke des Genres „Science-in-Theater“.

Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller ist Carl Djerassi

leidenschaftlicher Kunstsammler – so besitzt er mit

über 150 Werken eine der größten Paul Klee-Privatsammlungen

der Welt (die er bereits je zur Hälfte dem

Museum of Modern Art in San Francisco und der Albertina

in Wien vermacht hat). Carl Djerassi ist seit 1945 US-

Staatsbürger, 2004 wurde ihm auch die österreichische

Staatsbürgerschaft verliehen. 2005 erschien eine österreichische

Briefmarke mit seinem Gesicht.

hier nicht. Ich habe hier nur eine Wohnung

zur Miete, wo ich einige Monate verbringe,

und pendle zwischen drei Plätzen: London,

San Francisco und hier. Also verbringe ich

vier Monate in San Francisco, wo ich noch

auf der Stanford University unterrichte,

acht Monate in Europa, und bin sowieso

ständig auf Reisen.

In der Nähe von San Francisco ist auch

die „Djerassi Artists in Residence“ Künstlerkolonie

seit mittlerweile dreißig Jahren

und hatte dort schon über zweitausend

Künstler aus den verschiedensten Bereichen,

nicht nur Maler und Bildhauer, sondern

auch Schriftsteller, Tänzer, Choreographen

und Musiker, auch welche aus

Österreich!

Sie interessieren sich scheinbar immer

mehr für Kunst und Kultur, forschen Sie

dennoch als Chemiker weiter oder ziehen

Sie sich langsam aus der Welt der Wissenschaft

zurück?

Ich habe mein Labor vor 18 Jahren geschlossen

und sitze hauptsächlich vor meinem

Computer und schreibe. Zurzeit arbeite

ich an einem Roman und habe gerade vor

einem Monat mein letztes Theaterstück fertiggeschrieben.

Es heißt „Vorspiel“ und ist

eine doppeldeutige Anspielung auf das Vorspiel

beim Sex und in der literarischen

Welt. Es wird als Buch im März 2011 beim

Haymon Verlag erscheinen. Es geht dabei

um die Beziehung zwischen Walter Benjamin,

Hannah Arendt und Theodor W. Adorno.

Letztere haben sich gehasst, mussten

aber dann zusammenarbeiten. Das braucht

man natürlich für ein gutes Theaterstück.

Mit ein Grund, warum ich das hier geschrieben

habe, ist, dass ihr erster Mann,

Günther Stern, ein gebürtiger Wiener, jüdisch

und während der NS-Zeit wie sie

flüchtig, einer der ersten war, der in den

1950er Jahren wieder nach Wien zurückgekommen

ist. Den Rest seines Lebens verbrachte

er als Journalist und Schriftsteller.

Er wollte allerdings anonym bleiben und

nannte sich ab sofort Günther Anders. Ich

habe entdeckt, dass all seine Briefe, sein

ganzes Archiv hier in der Nationalbibliothek

ist. Auch allerlei Briefe, die vom

Schriftverkehr zwischen Adorno und

Arendt zeugen, den sie dreißig Jahre später

noch hatten. Sie haben sich scheinbar anfangs

gehasst aber später doch noch verstanden.

Also habe ich dieses Material in eine

amüsante und geistreiche Geschichte verpackt

und hoffe, dass ich ein Theater dafür

interessieren kann. Es freut mich sehr, dass

mein österreichischer Verlag, genauso wie

mein spanischer und amerikanischer, dieses

Stück im März als Buch herausbringen

werden, noch bevor es ein Theater spielt.

72 | SOCIETY 3_10


LEINER

MOMENTE

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WIRTSCHAFT

EVENTS

FOTOS: ÖSTERREICHISCHE LOTTERIEN/DIETMAR MATHIS (3),

APA-FOTOSERVICE/PREISS, LEISUREGROUP.AT/RUDOLPH

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER WIRTSCHAFT Juli bis September 2010

Johannes Bruckenberger,

Marcus

Hebein, Michael

Lang, Werner Müllner

UNSER STEPHANSDOM

Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl überreichte zusammen

mit Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank und café+co Geschäftsführer

Gerald Steger eine Spende für den Verein „Unser Stephansdom“.

Entgegengenommen wurde die großzügige Spende

von 30.000 Euro von Vereinsobmann Christian Konrad und Dompfarrer

Toni Faber. Das Geld hatte café+co im Rahmen der Kaffeegala

im Wiener Rathaus gesammelt.

APA: „BIERIGER“ IN DER STIEGL AMBULANZ

Zum siebenten Mal lud die APA – Austria

Presse Agentur – Österreichs Medien- und

Kommunikationsprominenz zum APA-Bierigen

in die Stiegl-Ambulanz. Mehr als 300

Gäste folgten trotz frühwinterlicher Temperaturen

der Einladung zum gemeinschaftlichen

Bierheben. Traditionell eröffnete

Gastgeber und APA-Chefredakteur

Michael Lang das Fest mit wenigen Worten

und konzentrierte sich mit dem Anzapfen

des Bierfasses sogleich auf das Wesentliche.

Dr. Christian Konrad, Gerald

Steger, KR Brigitte Jank, Kanonikus

Anton Faber, Dr. Michael

Häupl, Christian Pöttler

ÖSTERREICHISCHE LOTTERIEN:

EDELWEISS BERGTOUR

Der komplette Vorstand der Österreichischen Lotterien

startete zum Gipfelsturm auf 3.360 Meter. Ziel war

die Hochalm Spitze in den Kärntner Hohen Tauern, wo

ein Scheck an den Präsidenten der Österreichischen

Bergrettung, Reinhold Dörflinger, in der Höhe von

20.000 Euro übergeben wurde. Vorstandsvorsitzender

Karl Stoss würdigte die Leistungen der 11.200 ehrenamtlichen

Einsatzkräfte, die ihr eigenes Leben einsetzen,

um Verunglückten zu helfen.

Lotterien-Vorstände Bettina

Glatz-Kremsner,

Karl Stoss und Friedrich

Stickler (v.l) mit Peter

Habeler (re) bei der

Scheckübergabe an Bergrettungs-Präsident

Reinhold Dörflinger

ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat,

Union-Präsident Peter Haubner, ASKÖ- und

BSO-Präsident Peter Wittmann und ÖOC-

Generalsekretär Peter Mennel beim Packen

Heurigenwirt Matthias Hengl, KEBA-Boss Gerhard

Luftensteiner, KIKA/Leiner-Präsident Herbert

Koch und Post-Vorstand Herbert Götz

nach dem erfolgreichen Gipfelstur

74 | SOCIETY 3_10


WIRTSCHAFT

EMPFANG

Rolf Thaler, Reinhart

Waneck, Maria Rauch-Kallat und

Gabriele Herberstein

Einladung zur Jubiläumsfeier

Champagnerempfang im

Diagnostik Plus Zentrum

Das einjährige Bestehen des Diagnostik Plus Zentrums in Wien Penzing gab Anlass zu

einer Jubiläumsfeier. Zum „Geburtstag“ erschienen viele namhafte Gratulanten aus Medizin,

Wirtschaft und Diplomatie.

FOTOS: SOCIETY/YLVA WANECK

Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhart Waneck

und Mag. Gertrud Tauchhammer luden

zum Champagnerempfang ins

„Diagnostik Plus Zentrum“ in Wien Penzing.

Anlass war der Jahrestag der Eröffnung

des in der Kuefsteingasse gelegenen

Röntgenzentrums. Bei ausgezeichneter

Stimmung gab Mag. Uta Pfeiffer, die unter

anderem Mitglied des Wiener Haydnchors

ist, Wienerlieder zum Besten, begleitet

wurde sie dabei von Prof. DI Fritz Bruckner,

Leiter des Wiener Schubertchors, auf

dem Klavier. Weiteres hielt die renommierte

Psychologin und Autorin des Buches

„Mut zur Lebensfreude“ Dr. Brigitte Bösenkopf

einen kurzen Vortrag über die Verknüpfung

von Lebensfreude, Arbeit und

Liebe. Für die Verköstigung der zahlreich

erschienenen Gäste aus Botschaftskreisen,

Wirtschaft, Politprominenz und Medizin

sorgte der ehemalige Hofkoch von Königin

Sylvia von Schweden, Torbjörn Andersson,

der skandinavisches Fingerfood servierte.

S.E. Jargalsaikhan

Enkhsaikhan

S.E. Youssoufou Bamba

Primaria Dr. Anca Mauksch,

Prim. Dr. Reinhart Waneck

und Mag. Uta Pfeiffer

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

S.E. Eugenio Curia (Argentinien), Dir. Prim. Univ. Prof. Shapour

Djavan (Rudolfinerhaus), S.E. Jargalsaikhan Enkhsaikhan

(Mongolei), Prof. Ernst Fuchs, BM a. D. Maria Rauch-

Kallat, DDr. Gabriele Herberstein, S.E. Youssoufou Bamba

(Côte d‘Ivoire), Elisabeth Böhm (NEWS Verlag), Stephan

Heisler (BMeiA), Otmar Lahodynsky (Profil), Helmut Hickl

(BMFWJ), Prof. Gerhard Gutruf

Reinhart Waneck und Gerti

Tauchhammer zusammen mit

Prof. Ernst Fuchs und Begleitung

SOCIETY 3_10 | 75


LIFE UND STYLE

BALL

Schwungvoll ins neue Jahr

„That’s Entertainment“

Mit Unterhaltung im Stile großer Entertainer von Frank Sinatra bis Robbie Williams und

österreichischer Walzertradition geleitet der 41. Kaiserball in der Hofburg Vienna zu Silvester

unter dem Motto „That’s Entertainment“ seine Gäste schwungvoll in das neue Jahr. Zu jeder

Jahreszeit ist die Hofburg Vienna eine besonders gute Wahl für Bälle und exquisite Bankette.

Am 31. Dezember 2010 feiert die Hofburg

Vienna den prunkvollsten Silvesterball

Wiens, den 41. Kaiserball. Unter

dem Motto „That’s Entertainment“

begleiten Melodien der großen Entertainer

wie Frank Sinatra, Elvis Presley, Liza Minelli

und Robbie Williams durch den Abend.

Sowohl bei der Eröffnung als auch während

der Mitternachtseinlage erklingen

die Rhythmen der Showgrößen von einst

und jetzt in einer spektakulären Bühnenshow

mit Solisten und Balletttänzern der

führenden österreichischen Bühnen.

***

Balltradition und Discoklänge

Natürlich kommt auch die österreichische

Balltradition nicht zu kurz: Colloredo-

Sisi wünscht beim Kaiserball

„Prosit Neujahr“.

Grenadiere heißen die Gäste nach historisch-militärischem

Zeremoniell in der

Eingangshalle willkommen, das Jungdamen-

und Jungherrenkomitee der Tanzschule

Elmayer gestaltet die Eröffnung

mit der traditionellen Fächerpolonaise,

das Kaiserpaar Franz Joseph und Sisi

wünscht „Prosit Neujahr“ und die Klänge

des Donauwalzers geleiten schwungvoll

ins Jahr 2011. Junge und Junggebliebene

tanzen nicht nur zu den acht Live-Bands,

die sich in den großen Tanzsälen abwechseln,

sondern auch im „Tanzpalast bei

Hof“ zu flotten Discoklängen.

***

Exquisites Galadiner am Ball

Neben dem künstlerischen Programm

FOTOS: HOFBURG VIENNA, TANZSCHULE ELMAYER, FOTO FAYER

76 | SOCIETY 3_10


ist auch das exquisite Silvesterdiner ein Höhepunkt

am Ball. „Daher haben wir kürzlich

mit unserem Caterer ‚Catering’s Best

by InterContinental‘ das Galamenü bereits

ausgewählt“, berichtet Regina Macho, Kaiserballorganisatorin.

Es wird schon heute

verraten, denn Vorfreude ist bekanntlich

die schönste Freude.

„Während der Degustation haben wir

uns für exotische Thunfischvariationen

und eine Altwiener Steinpilzcrèmesuppe

für die Vorspeisen entschieden“, meint

Geschäftsführerin Mag. Renate Danler. Als

Hauptgang wird es Tranchen vom Rinderfilet

auf Kartoffel-Rüben-Puffer und Gemüse-Ragout

geben, während zum Dessert

eine Albatrüffel-Pralinen-Schnitte und

Näschereien aus der k.u.k Hofbäckerei verführen.

Die Komposition des Diners soll

einerseits das moderne Ballmotto „That’s

Entertainment“ kulinarisch widerspiegeln,

aber auch heimische wie internationale

Feinschmecker begeistern.

Alternativ steht für die Gäste ein reichhaltiges

Buffet bereit. Der Cocktail wird in

eigenen Kaiserball-Sektflöten gereicht, die

nach dem Ball als ideales Souvenir mit

nach Hause genommen werden können.

***

Die Welt zu Gast in Wien

Insgesamt feiern an die 1.500 Besucher

aus über vierzig Nationen am Kaiserball

den Jahreswechsel, darunter auch Gäste

aus Indonesien, Neuseeland, Äthiopien,

Chile und Alaska. „Das meiste ausländische

Publikum haben wir allerdings aus

Frankreich, den USA und Großbritannien.

An die fünfzehn bis zwanzig Prozent unserer

Gäste sind aus Österreich“, so Hofburg

Vienna Geschäftsführerin Renate Danler.

Vor allem Diplomaten und Mitglieder von

internationalen Organisationen schätzen

den Kaiserball wegen seiner Internationalität.

Die Hofburg Vienna

***

Rahmenprogramm

Für die Gäste aus dem Ausland organisiert

das Kaiserball-Team auch ein ergänzendes

Rahmenprogramm: Karten für Vorstellungen

in der Spanischen

Hofreitschule, der Wiener Staatsoper und

die Volksoper sowie dem Sisi Museum. Ein

weiteres Service sind auch die Kombi-Angebote

mit der Hotellerie wie beispielsweise

dem Hotel Sacher, dem Hotel Bristol und

dem Hotel Imperial, aber auch dem Hotel

InterContinental, dem Steigenberger Hotel

Herrenhof und dem Hotel de France.

***

Hofburg Vienna

Ob diplomatischer Empfang, internationales

Bankett, Galaveranstaltung der Prominenz

oder edle Weihnachtsfeier: Mehr

und mehr zeigt sich die Hofburg Vienna

nicht nur als erste Adresse für Bälle, sondern

auch als Veranstaltungsort für Bankette

und Kongresse. Wo einst Monarchen

Audienzen abhielten, finden heute Staatsbankette

zu Ehren von Präsidenten und Königsfamilien

statt, aber auch zahlreiche

internationale Organisationen und Botschaften

nutzen zunehmend das imperiale

wie moderne Flair der Hofburg für ihren

diplomatischen Auftritt. Insgesamt finden

in der Hofburg Vienna mehr als 300 Veranstaltungen

mit rund 290.000 bis 300.000

Gästen statt. Mit dem permanenten Konferenzsitz,

den die OSZE in der Hofburg

Vienna hat, sind es sogar über 600 Veranstaltung

jährlich.

INFO

Die Details zum Kaiserball 2010

Datum: 31. Dezember 2010

Ort: Prunksäle, Hofburg Vienna, Heldenplatz, 1010 Wien

Einlass für Dinergäste: 19.30 Uhr

Einlass für Ballgäste: 22.00 Uhr

Ballende: 03.30 Uhr

Preise:

• Ballkarte mit Galadiner (inklusive 4-gängigem Galadiner,

Begrüßungscocktail, Getränken, Champagner zu Mitternacht,

Eintritt und Tischplatzreservierung) ab 430 Euro pro

Person

• Ballkarte mit Tischplatzreservierung (inklusive Eintritt,

Tischplatzreservierung, Glas Sekt und kleinem Imbiss am

Buffet) ab 190 Euro pro Person

• Ballkarte (inklusive Eintritt und einem Glas Sekt) um 140

Euro pro Person und um 60 Euro für Studenten

Mit flotten Discoklängen ins Neue Jahr.

Information

Tel. +43-(0)1-587 36 66-23

kaiserball@hofburg.com

www.kaiserball.com

SOCIETY 3_10 | 77


LIFE UND STYLE

SALZBURG

Gunter Sachs, Manni Fürstin

Sayn-Wittgenstein-Sayn,

Thomas Gottschalk, Helga

Rabl-Stadler, Ben Becker

Legendäre Salzburger Einladungen

„Ich lade gern mir Gäste ein…“*

Marianne Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn war 36 Jahre lang die wichtigste Protagonistin

auf dem Gesellschaftsparkett Salzburgs. Kürzlich lud die Fürstin anlässlich der

Präsentation ihres Fotobandes „Mannifeste“ zum letzten Mal ein. Journalisten und Fotografen

aus aller Welt kamen angereist. Von EVA VON SCHILGEN

Nicht umsonst hat Johann Strauss Sohn

in seiner wohl bekanntesten Operette,

der 1874 uraufgeführten „Fledermaus“,

die Figur des Prinzen Orlofsky als

„Hosenrolle“ für einen Mezzosopran angelegt,

denn viele bedeutende Gastgeber der

Geschichte waren Frauen. So konnte die

Schriftstellerin und Journalistin Berta Zuckerkandl-Szeps

(1864-1945), die Ende des

19. Jahrhunderts bis 1938 in Wien einen literarischen

Zirkel führte, mit Recht von

sich behaupten: „In meinem Salon ist

Österreich.“ Da verkehrten Gustav Klimt

und Gustav Mahler, der hier seine Alma

kennen lernte, oder Max Reinhardt, der

hier das erste Mal den „Jedermann“ las, Arthur

Schnitzler, Johann Strauss jun. und

viele, viele mehr.

***

„…man lebt bei mir recht fein…“

Aber auch in Salzburg wahrt man die

Tradition der gepflegten Einladungen. Marianne

Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn

war 36 Jahre lang während der Festspielzeit

im Sommer die wichtigste Protagonistin

auf dem gesellschaftlichen Parkett.

Manni, wie ihre Freunde sie liebevoll nennen,

wird 1919 als erstes von neun Kindern

von Friedrich Baron Mayr-Melnhof und seiner

Frau Maria Anna Gräfin von Meran, einer

Urenkelin der Kaiserin Maria Theresia,

in Salzburg geboren. Als Zehnjährige begeistern

sie die Fotos der Indienreise ihrer

78 | SOCIETY 3_10

* ARIE DES PRINZEN ORLOFSKY AUS DER OPERETTE „DIE FLEDERMAUS“ VON JOHANN STRAUSS SOHN


FOTOS: FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON EVA VON SCHILGEN, KUNSTVERLAG POLZER, PHOTO GUNTER SACHS: © MARIANNE SAYN-WITTGENSTEIN-SAYN, HANNES AUER AND FRIENDS, FRANZ NEUMAYR

Tante Marie, einer geborenen Prinzessin

Hohenlohe, derart, dass die Eltern ihr einen

Fotoapparat schenken. Nach dem Abitur

studiert die junge Baronesse an der

Münchner Blocherer Kunstakademie. Dort

lernt sie Ludwig Prinz zu Sayn-Wittgenstein

kennen, der auf Heimaturlaub von

der Front kommt. Schon nach wenigen

Tagen verlobt man sich, Anfang 1942 findet

die Hochzeit in Salzburg statt. Die ersten

Ehejahre verbringt die Prinzessin auf

Schloss Sayn, dort werden auch die zwei ersten

Kinder geboren. Bei Kriegsende zerstören

die Deutschen auf dem Rückzug Teile

der Schlossanlage. 1946 kehrt ihr Mann

aus englischer Gefangenschaft zurück.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind

alles andere als glücklich. Das junge Ehepaar

gründet eine Handelsgärtnerei und

verdient so den Unterhalt für sich und die

indessen auf vier angewachsene Kinderschar.

Trotzdem führt die Prinzessin ein

gastfreundliches Haus. Der sportliche

Prinz Ludwig begeistert seine Familie für

den Motorsport und Prinzessin Marianne

hält die zahlreichen Besuche auf den Rennstrecken

im In- und Ausland mit der Kamera

fest. Als 1958 der Onkel ihres Mannes,

Fürst Stanislaus, kinderlos stirbt, wird

Prinz Ludwig Chef des Hauses und übernimmt

Schloss Sayn. Nur fünf Jahre später

wird er durch einen betrunkenen Lastwagenfahrer

bei einem Verkehrsunfall getötet.

Die Fürstin ist 42 Jahre alt, die Kinder

im Alter von sieben bis 19 Jahren. Neuer Lebensmittelpunkt

wird jetzt das von ihrem

Mann und ihr gebaute kleine Haus in

Fuschl bei Salzburg. Eine ihrer besten

Freundinnen, die Schauspielerin Lilli Palmer,

rät ihr, ihr Hobby, die Fotografie,

zum Beruf zu machen und so arbeitet die

Kulturministerin

Claudia Schmied,

Fürstin Manni, LH Stv.

Wilfried Haslauer

Fürstin ab 1970 als Fotografin für einige

Zeitschriften unter anderen für die

„Bunte“..

***

„…so pack ich ihn ganz ungeniert…“

Im Palace Hotel im schweizerischen St.

Moritz trifft sie den deutschen Playboy

und Millionenerben Gunter Sachs und seine

Frau Mirja – es ist der Anfang einer lebenslangen

Freundschaft. Als die beiden

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Prinz Sadruddin Aga Khan, Ben Becker, Arndt von Bohlen

und Halbach, Leonard Bernstein, Aenne Burda, Sean Connery,

Rosemarie Fendel, Henry Ford II., Prinzessin Ira Fürstenberg,

Hans-Dieter Genscher, Thomas und Thea Gottschalk,

Elisabeth Gürtler, Alfonso Prinz Hohenlohe, Curd

Jürgens, Alice & Ellen Kessler, Ronald Lauder, Erbprinz Hans

Adam von Lichtenstein, Prinz und Prinzessin Michael von

Kent, Julia Migenes, Rudolf Mooshammer, Stavros Niarchos,

Lilli Palmer, Eric de Rothschild, Gunter und Mirja Sachs, Maria-Pia

Prinzessin Savoyen, Walter Scheel, Maximilian

Schell, Arnold Schwarzenegger, Steve Martin, Georg Tabori,

Margaret Thatcher, Kurt Waldheim, Georg Weidenfeld,

Michael York und viele, viele mehr.

Gunther Sachs, Fürstin Manni,

Helga Rabl-Stadler, Thomas

Gottschalk, Thaddaeus Ropac

sie in Fuschl besuchen, sind sie von der

herzlichen und ungezwungenen Art ihrer

Gastgeberin fasziniert, die ihre respektablen

Gäste auch manchmal resolut in die

Küche an den Herd holt. Die Idee der fünf

Mal stattfindenden sonntäglichen Sommerfestspiel-Mittagsessen

entsteht. Alles,

was in Salzburg Rang und Namen hat,

reißt sich um die fürstlichen Einladungen.

Aber auch neue Freunde, welche die Fürstin

auf ihren zahlreichen Auslandsreisen

nach London, Paris oder New York trifft,

geben sich in Fuschl ein Stelldichein. Und

so wächst die Schar der sonntäglichen

Gäste im Laufe der Jahrzehnte auf hundert

und mehr.

***

„…man unterhält sich, wie man mag…“

Vieles trug zum Charme der Einladungen

bei: Da war die humorvolle, weltgewandte

und fürsorgliche Gastgeberin, die

aus einfachen Zutaten Köstliches zaubern

lässt. Legendär ist ihr Hirschgulasch mit

Nockerln oder der selbstgemachte Hollersaft.

Da ließ die ländliche Idylle auf der

Wiese vor dem hölzernen Stadl, das gemütlich-elegante

Ambiente und der stilvolle

Rahmen es zu, sich zwanglos zu unterhalten.

Da trafen Menschen unterschiedlichster

Herkunft und Interessen aufeinander

und entdeckten einander. Schauspieler,

Sänger und Komödianten wurden neben

Wirtschaftsbosse platziert, Aristokraten

neben Graffiti-Künstler und Modeschöpfer

neben Politiker. Viele dieser Gäste sind in

dem 2010 erschienen Buch, an dem die

Fürstin und ihr Sohn Fürst Peter mitgearbeitet

haben, mit ganz persönlichen Fotos

vertreten. Das Archiv der fürstlichen Fotografin

ist in dessen auf mehr als 250.000

Bilder angewachsen und ein fotografisches

Fürstin Manni beim Signieren

SOCIETY 3_10 | 79


LIFE UND STYLE

SALZBURG

FOTOWERKE

„Private Gartenkunst in Deutschland“, Busse + Seewald

1986, ISBN 3512007554, zusammen mit Ursula Gräfin zu

Dohna, Philipp Graf Schönborn

„MAMARAZZA – Gesellschaftsfotografie von 1950-2000“,

Steidl Göttingen 1999, ISBN 3882436417

„SAYNERZEIT“, Kulturverlag Polzer 2005, ISBN 3950138811

„SAYN-WITTGENSTEIN COLLECTION, Photographs by Princess

Marianne Sayn-Wittgenstein-Sayn“, 5-sprachig, Vorworte

von Gunter Sachs, Sir Sean Connery und Dr. Beate

Reifenscheid (Ludwig Museum Koblenz), teNeues Buchverlag,

2006, 256 Seiten, ISBN 3832791280

„MANNIFESTE,

Fuschler Mittagessen

1974 bis 2009“,

Vorworte von Gunter

Sachs, Helga

Rabl-Stadler, Thaddaeus

Ropac, 2010

Kunstverlag Polzer

GmbH ISBN: 978-3-

902658-23-4

Manni Fürstin

Sayn-Wittgenstein-Sayn

im „Stadl“

Die Fürstin mit

Gunter und Mirja Sachs

Eldorado der internationalen High-Society

des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Ausstellungen

u. a. in Berlin, Frankfurt, München,

New York, Salzburg und Wien dokumentieren

ihre fotografischen Erfolge.

Dass auch die Republik Österreich mit der

Fürstin keine Berührungsängste hat, beweisen

die vielen ihr verliehenen Auszeichnungen.

Erst kürzlich erhielt die Fotografin

und Kulturvermittlerin das Große

Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik

Österreich von Kulturministerin Claudia

Schmied überreicht.

***

„…und fragen Sie, ich bitte, warum ich

das denn tu‘?...“

Als im letzten Jahr die Fürstin das Ende

ihrer sommerlichen Mittagsessen bekannt

gab und dies mit ihrem Alter von neunzig

Jahren begründete, konnten es ihre mehr

als 500 Freunde kaum fassen. Ihre letzte

Einladung gab sie diesen Sommer anlässlich

der Vorstellung des letzten Fotobandes

„Mannifeste“ für die Journalisten und Fotografen,

die sie ein halbes Leben lang begleiteten.

Auch ein Teil ihrer engsten Freunde

waren erschienen, Gunter und Mirja

Sachs, Thomas Gottschalk, die Festspielpräsidentin

Helga Rabl-Stadler, der Galerist

Thaddaeus Ropac und der Schauspieler

Ben Becker. Mehr als sechzig Reporter kamen,

alle wichtigen deutschen Fernsehanstalten

waren vertreten Dieser Medien-Hype

verleitete die Fürstin zu dem Ausspruch:

„Fast bereue ich meinen Abschied. Aber ich

denke schon wieder an kleine Gesellschaften,

vielleicht nur mit acht Gästen oder

zwölf oder auch…?“ Sie wird es wohl nicht

lassen können/dürfen! Denn „…S’IST MAL

BEI IHR SO SITTE! CHACUN À SON GOUT!“

Steve Martin mit

seinen Kindern

Mit Premierministerin

Margaret Thatcher

Arnold und Maria

Schwarzenegger

80 | SOCIETY 3_10


LIFE UND STYLE

ÖSTERREICH

Geheimnisvoll und anziehend

Sommer im Salzkammergut

Das Salzkammergut ist ein besonderer Platz auf Erden. Von seiner Landschaft geht eine

große Anziehungskraft aus. Das wussten Imperatoren und Künstler schon anno dazumal

zu schätzen. Heutzutage ist es beliebter und belebter denn je. Von MONIKA TÜRK

Die Sommer im Salzkammergut sind

ganz besonders. Das wusste schon Kaiser

Franz Joseph, der alljährlich mit seinem

Hofstaat im Sommer nach Bad Ischl

„übersiedelte“. Man nannte dies damals

„Sommerfrische“. Franz Joseph lernte hier

die bayrische Prinzessin Elisabeth, die spätere

Kaiserin „Sisi“ kennen. Er ging sein Leben

lang gerne auf die Jagd; sein Jagdschloss

kann man in Bad Ischl besichtigen.

Die Erinnerung an den Kaiser ist in Bad

Ischl heute noch lebendig und kommt auch

in alljährlichen Festlichkeiten zu seinem

Geburtstag am 18. August zum Ausdruck.

***

Inspiration für Künstler

Das Salzkammergut war seit dem 19.

Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel. Vor

allem um die Wende zum 20. Jahrhundert

zog es viele Künstler an, man denke an Gustav

Mahler und Gustav Klimt, die viele ihrer

Inspirationen am Attersee erhielten.

Einer Anekdote zufolge hat einmal ein junger

Komponist aus Wien Gustav Mahler in

Steinbach am Attersee besucht und wollte

dort ebenfalls komponieren. Gustav Mahler

soll dazu gemeint haben: „Nein, das kannst

Du nicht, hier habe ich schon alles wegkomponiert.“

Gustav Klimt hat zahlreiche

Sommer am Attersee verbracht – zusammen

mit Emilie Flöge – und viele seiner Gemälde

entstanden hier. Adalbert Stifters Erzählung

„Bergkristall“ beruht auf einer

persönlichen Begegnung des Autors mit

Kindern am Hallstätter See.

***

Mit dem Salz verbunden

Seinen Namen verdankt das Salzkammergut

dem Namen „Hall“, dem keltischen

Wort für Salz. Bereits vor vielen tausend Jahren

wurde in Hallstatt Salz abgebaut, und

dies gab einer ganzen Periode der Menschheitsgeschichte

und auch der Region den

Namen. Der Besuch der Bergwerkstollen ist

ein besonderes Erlebnis. Der Name „Kammergut“

kommt daher, dass dieses Gebiet

jahrhundertelang der kaiserlichen Hofkammer

in Wien unterstand.

Von der Landschaft des Salzkammerguts

geht eine große Anziehungskraft aus.

Thomas Hampson mit Familie Türk

nach einer Operngala im Rahmen des

Attergauer Kultursommers.

Man denke an den geheimnisvollen dunklen

Hallstätter See mit seinen steil aufragenden

Bergen, die bis zum Dachstein reichen,

das Ausseer Land, aber auch das

Gebiet um Wolfgangsee, Mondsee, Traunsee

und den Attersee, den größten der

Salzkammergutseen.

Ich bin in Bad Goisern aufgewachsen.

Meine Eltern unternahmen mit meinem

Bruder und mir regelmäßig Bergtouren,

vor allem ins Dachsteingebiet. Das waren

für uns die Höhepunkte des Sommers. Seit

meiner Eheschließung im Jahr 1967 verbringe

ich die Sommer hauptsächlich in

Nußdorf am Attersee, wo wir ein Haus haben.

Auch heuer waren wir wieder hier und

hatten eine wunderbare Zeit am See und in

den Bergen. Der Attersee ist vor allem bei

Seglern beliebt. Ist das Wetter schön und

der Wind gut, so ist der See übersät von

weißen aber auch bunten Segeln.

***

Die Operettenmetropole

In meiner Jugendzeit war es im Salzkammergut

eher ruhig. Heute gibt es ein

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit Dr. Helmut und Dr.

Monika Türk auf der Sarsteinalm oberhalb des Hallstättersees.

sehr reiches kulturelles Angebot. Jede Region

hat eigene Sommerfestspiele mit sehr

interessanten Programmen. Im Rahmen

des Attergauer Kultursommers sang im

Juli dieses Jahres Thomas Hampson, der

weltberühmte amerikanische Bariton.

Auch die Wiener Philharmoniker und andere

bekannte Künstler sind hier regelmäßig

zu Gast. In Bad Aussee ist es vor allem

der große Schauspieler Klaus Maria Brandauer,

der viele Besucher anzieht.

Das Zentrum des Salzkammerguts ist

Bad Ischl, ein Kurort mit einem sehr bekanntem

Solebad und Thermen-Resort. Einer

der bekanntesten Operettenkomponisten,

Franz Lehár, hat hier gelebt und

gewirkt. So wurde Bad Ischl zur „Operettenmetropole“

und jährlich findet das „Lehár

Festival“ statt. In diesem Rahmen wurde

heuer auch die Operette „Der fidele

Bauer“ von Leo Fall aufgeführt, deren

Handlung in Oberwang, einer Nachbargemeinde

von Nußdorf am Attersee spielt.

Wenn die Sonne scheint, kann man

sich keinen schöneren Platz auf Erden vorstellen

als das Salzkammergut. Es darf

aber nicht verschwiegen werden, dass es

hier auch relativ häufig regnet. Dann freut

man sich über Abwechslungen, die zum

Beispiel ein Ausflug nach Salzburg einschließlich

Besuch der Festspiele, bietet.

Von unserem Haus am Attersee erreichen

wir Salzburg in etwa vierzig Minuten. Ich

kann jedem nur empfehlen, die landschaftliche

Schönheit und die Vielfalt des

Salzkammergutes selbst zu entdecken.

SOCIETY 3_10 | 81


LIFE UND STYLE

SCHÖNHEIT

Beauty & Mind

Pflege für Körper und Geist

Im Studio Contacto bemüht sich das Team um eine ganzheitliche Betreuung der KundInnen –

denn Schönheit und Geist sind untrennbar miteinander verbunden…

Nach einem intensiven Sommer mit

viel Freizeit und Sonne hat sich unsere

Haut Erholung und wohltuende

Pflege verdient. Durch die übermäßige

Sonnenbestrahlung und Witterungseinflüsse,

sowie das Verwenden von Sonnenpflegeprodukten,

verhornt unsere Haut

intensiver, wirkt dadurch ledrig und ausgetrocknet.

Das Studio Contacto hat ein neuartiges

Behandlungskonzept im Programm aufgenommen,

das „AFTER SUN – Treatment“.

Diese Hautregenerationsbehandlung erfolgt

dabei in mehreren Schritten: Begonnen

wird mit der Mikrodermabrasion,

durch welche die verhornte Hautschicht

mittels feinen Sandkörnchen abgetragen

wird. Die dadurch gereinigten und geöffneten

Hautporen können nun hochwertige

feuchtigkeitsspendende Substanzen sehr

gut aufnehmen. Damit das Hautbild auch

geschmeidig und weich erscheinen kann,

ist die zusätzliche Betreuung der Haut mit

Milchsäureprodukten nötig.

All diese Schritte werden in einer einstündigen

Gesichtsbehandlung angewandt.

Um einen optimalen Effekt zu

erhalten empfiehlt die Fachkosmetikerin,

Frau Martina Mixner,

drei bis fünf Behandlungen.

Wer seiner Haut noch

maximalen Refreshing Effekt

gönnen will, ergänzt dies mit

Fachkosmetikerin

Martina Mixner

Dr. Erna-Maria Trubel

Elisabeth Kögler vom

Studio Contacto

zwei Sitzungen Lichttherapie.

Ihre Haut wird dadurch strahlend

und kräftig!

***

Pflegetipps für erfolgreiches

Denken

Wie können Sie Ihr Gedächtnis

trotz Multitasking,

Alltagshektik und steigender

Anforderungen optimieren?

Frau Dr. Erna-Maria Trubel präsentiert

Ihnen in ihrem Vortrag „Pflegetipps

für erfolgreiches Denken“ neurowissenschaftlich

fundierte Impulse, wie Sie die

Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns erhalten

und verbessern können.

Die studierte Simultandolmetscherin

weiß, wovon sie spricht: Aus ihrer 25-jährigen

Erfahrung im Unterricht an der Universität

Wien hat Frau Dr. Trubel auf der Basis

von Neurobiologie, Kognitionsforschung

und transkultureller Kommunikation ein

überzeugendes und leicht nachvollziehbares

Konzept erarbeitet, das sie jetzt allen

Menschen in belastenden Berufen

anbietet. Ihr Ansatz ist logisch,

denn gerade beim Dolmetschen

geht es doch darum, in

einer Stresssituation Höchstleistungen

zu vollbringen und dabei

einen klaren Kopf zu bewahren.

Das Konzept ist ganz einfach:

Wenn Sie die wichtigsten Funktionsmuster

Ihres Gehirns kennen

und wissen, was Chancen hat, gemerkt

zu werden, dann können

Sie sich optimal darauf einstellen.

Sie bekommen Verständnis für das

Zusammenspiel von Belastung,

Stress und kognitiven Leistungen

und können einfache Regeln für

klares Denken umsetzen. Außerdem

erfahren Sie, wie Ihr Gehirn auf Angst

und Belastungen reagiert oder wie man

Leistungsblockaden in den Griff bekommt,

warum Lernen und Glück so eng zusammenhängen

und was Sie über das Altern

getrost vergessen dürfen. Erfolgreich leben

und besser denken kann man lernen,

auch ohne mühsame Gehirnakrobatik!

EINLADUNG

Einladung zum Vortrag

„Beauty and Mind“ – Pflegetipps für erfolgreiches Denken,

Klarheit, Merkfähigkeit und Flexibilität für Ihren Kopf

Vortragende: Dr. Erna-Maria Trubel, Expertin für Kopf- und

Gedächtnisfragen

28. Oktober 2010, 19.00 Uhr

1010 Wien, Naglergasse 9/4

Palais Esterhazy

Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für anregende Gespräche

bei Sekt und Brötchen.

Das Team „contacto“ freut sich auf Ihr Kommen und

bittet um Anmeldung bis 20.10.2010 unter

info@contacto.co.at.

KONTAKT

CONTACTO

Palais Esterházy

Mag. (FH) Elisabeth Kögler

Naglergasse 9/4, 1010 Wien

Mobil: (0664)-91 69 511

www.contacto.co.at

82 | SOCIETY 3_10


LIFE UND STYLE

HOTEL

Wellness-Angebote für Babys,

Kinder und Jugendliche

im Hotel „Seitenalm“

Bestens betreut vom Baby bis zum Teenager

Wellness für Kinder

Das Familienhotel „Die Seitenalm“ verwöhnt nicht nur Erwachsene

sondern auch kleine Gäste mit maßgeschneiderten

Wohlfühl-Anwendungen wie Massagen und Kosmetik, die

speziell auf Kinder jeden Alters abgestimmt sind.

Massagen und Kosmetikanwendungen

sind ein Genuss! Dieser Wohlfühl-Luxus

bleibt im Familienhotel „Die Seitenalm“

in Radstadt (Salzburger Land) nicht

nur Erwachsenen vorbehalten – auch Babys,

Kinder und Jugendliche werden mit Wellness-Angeboten

verwöhnt und gepflegt. Der

renommierte Relax Guide hat die Seitenalm

dafür mit zwei Lilien ausgezeichnet.

***

Massagen für die Kleinen

Harmonisierende Kindermassagen sind

ideal bei Ein- und Durchschlafschwierigkeiten

oder bei allzu großem Aktivitätsdrang.

Die Anwendung wird speziell auf

die Bedürfnisse des Kindes angepasst und

ist zwischen dem zweiten und zehnten Lebensjahr

besonders empfehlenswert. Sanfte

Babymassagen beruhigen die Kleinsten,

fördern das Einschlafen und helfen dabei,

Spannungen oder unangenehme Verdauungsbeschwerden

zu lösen.

***

Kosmetik für Teenager

Sogar die coolsten Teenies freuen sich

über eine wohltuende Gesichtsbehandlung:

Ob Pickel, Akne oder fettige Haut –

die Kosmetik-Expertinnen der Seitenalm

behandeln auch anspruchsvolle Teenagerhaut

mit typgerechten Peelings, schonender

Tiefenreinigung oder beruhigenden

Masken.

***

Sinnenfreuden für Groß & Klein

Die Seitenalm liegt auf malerischen

1.150 Metern und wurde mit fünf Kronen

als so genanntes „Familotel“ belohnt. Alle

Zimmer und Suiten sind perfekt auf die Bedürfnisse

von Familien ausgerichtet. Es finden

sich auch Sport- und Entspannungsmöglichkeiten

für jeden Geschmack: Ob

Wasserspaß im Kleinkindbecken mit Kinderrutsche,

der blubbernde Whirlpool, die

beliebten Blockhaus-Saunen mit Traumblick

in die Radstädter Tauern oder das duftende

Kräuterdampfbad – Wellness wird in

der Seitenalm zur puren Sinnenfreude.

Auch abseits des Wellnessbereichs bleiben

keine Kinderwünsche offen: Ponyreiten,

Ziegen streicheln, Fußball spielen, im hauseigenen

Teich den ersten Fisch fangen oder

im Indianerzelt Freundschaften schließen.

***

Eigenes Kinder-Ski-Land

Im Winter warten das Kinder-Ski-Land mit

eigener Schischule und den Bambini-Skikursen

direkt vor der Haustür. Der beliebte

Zauberteppich befördert die jungen Skihaserln

wie ein magisches Förderband sicher

nach oben. Wer schon gut auf den Skiern

steht, lässt sich mit dem Tellerlift bis zum

„Hexenhaus“ bringen. Natürlich gibt es einen

Skiverleih, eine Rodelbahn und Loipen

für die Langläufer.

Damit auch die „mitgebrachten“ Eltern

auf ihre Erholungskosten kommen, werden

pro Woche im Sommer 66 Stunden

und im Winter 77 Stunden professionelle

Kinderbetreuung mit verschiedenen Aktivitäten

angeboten. Sogar Babys werden 25

Stunden wöchentlich professionell betreut.

KONTAKT

Familienhotel „Die Seitenalm“

Familie Arnold

Forstauer Straße 17

5550 Radstadt / Salzburger Land

Tel.:+43-(0)6452-6789

E-Mail: info@seitenalm.at

www.seitenalm.at

SOCIETY 3_10 | 83


LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Interview mit dem Wiener Arzt und Schmerzspezialisten Reinald Brezovsky

Botschafter der sanften

Schmerzmedizin

Der Wiener Neurochirurg und Schmerzspezialist Dr. Reinald Brezovsky propagiert seit mehr

als zehn Jahren sanfte Methoden der Schmerztherapie. Im Interview erklärt er, warum er

Komplementärmedizin mit Schulmedizin kombiniert.

Warum setzen Sie als Schulmediziner auf

sanfte, komplementärmedizinische Methoden?

Für mich als Neurochirurgen war die

Konfrontation mit Wirbelsäulenpatienten

in der Ambulanz oft sehr unbefriedigend.

Die meisten wurden ohne

Operation wieder weggeschikkt,

da keine Notwendigkeit

zur operativen Therapie vorlag.

Die Frage der Patienten

war oft: Was soll ich jetzt machen?

Ich habe eine ganze

Weile gebraucht, um darauf

eine zufrieden stellende Antwort

zu finden.

Nach meiner Diplomausbildung

in Manueller Medizin,

meinen Akupunkturkursen

und zahlreichen anderen

Fortbildungen verfüge ich heute über ein

wirkungsvolles und effektives Repertoire

an sanften Behandlungsmöglichkeiten für

Schmerzpatienten. Dieses setze ich heute

in Kombination mit Medikamenten und

operativen Methoden ein, um die bestmögliche

Wirkung zu erzielen.

Welchen Stellenwert haben sanfte Methoden

heutzutage in der Schmerzmedizin?

Einen erfreulich hohen! Zahlreiche Kollegen

verfügen inzwischen über Kenntnisse

in Manualtherapie, Osteopathie oder

Akupunktur. Damit ist die „Schwellenangst“

überwunden. Heute ist es absolut

üblich für Schulmediziner, sich auch mit

komplementärmedizinischen Methoden

zu beschäftigen und diese dann mit der

Schulmedizin zu kombinieren.

Welche Vorteile bietet dieses

Behandlungskonzept?

Erstens legt die Komplementärmedizin

sehr viel Wert

auf das ausführliche Gespräch

mit dem Patienten. Dreißig bis

vierzig Minuten Gesprächszeit

sind keine Seltenheit. Der

Mensch fühlt sich angenommen

und entspannt sich. Eine

gute und richtige Diagnosestellung

wird dadurch viel wahrscheinlicher.

Der Mediziner kann erst durch ein

sorgfältiges Wahrnehmen des Patienten

seine psychische Seite in die körperlichen

Probleme mit einbeziehen. Die Gefahr einer

Fehlinterpretation und damit einer

Fehlbehandlung wird dadurch geringer.

Diese Zeit kostet aber auch viel Geld. Was

sagen Sie dazu?

Natürlich kostet die Zeit eines Arztes

ähnlich viel wie die eines Anwaltes. Beide

haben auch mehr als zehn Jahre fachspezifischer

Ausbildung hinter sich. Gerade in

der Anfangsphase der Behandlung ist diese

Zeit aber sehr gut investiert.

Je genauer und sorgfältiger ich da vorgehe,

umso rascher, effizienter und schonender

kann ich in der Folge agieren. Und je rascher

ich den Patienten von seinen

Schmerzen befreie, umso geringer ist die

Gefahr der Chronifizierung.

Welche Methoden der Komplementärmedizin

bevorzugen Sie?

Im Detail hängt das natürlich von den

Beschwerden des Patienten ab. Ich behandle

Patienten mit Kopf-, Nacken-, Kreuz- und

Gesichtsschmerzen und noch viele andere.

Unabhängig davon schätze ich sowohl Akupunktur

und Elektroakupunktur sowie manuelle

Methoden, also Heilmassage, Osteopathie,

Craniosacraltherapie oder Shiatsu

sehr hoch ein. Am wirkungsvollsten ist die

Kombination mehrerer Methoden, zum

Beispiel Akupunktur, Elektroakupunktur

und Osteopathie. Manche Patienten sind erstaunt,

wie rasch Sie sich besser fühlen.

Führen Sie alle Behandlungsschritte

selbst aus?

Natürlich nicht! Im Laufe der Jahre habe

ich ein junges, hervorragend ausgebildetes

Team um mich versammelt, das mir da zur

Hand geht. Unser Craniosacraltherapeut Niko

Akranidis etwa hat auch eine Spezialausbildung

für Manipulationen im Mund bei

Menschen mit Kieferproblemen oder Gesichtsschmerzen.

Das Erlernen solcher Spezialtechniken

ist sehr zeitaufwändig. Das

Zauberwort der Schmerztherapie lautet daher

„interdisziplinäre Zusammenarbeit“.

KONTAKT

Interdisziplinäres Schmerztherapie- und

Gesundheitszentrum Döbling

Döblinger Hauptstraße 44

A-1190 Wien

Ärztlicher Leiter: Dr. Reinald Brezovsky

E-Mail: office@gz19.at

Schmerzhotline: 0699-109 13 901

84 | SOCIETY 3_10


Beste Vorsorge und neueste Technik in der Dentalklinik Sievering

Kompetenzzentrum für ein

strahlend gesundes Lächeln

LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Die seit 1994 bestehende Dentalklinik Sievering ist eine der führenden Institutionen für

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des Landes. Patienten aller Generationen und Nationalitäten

vertrauen hier den Experten für schöne und gesunde Zähne.

FOTOS: LIBRARY OF CONGRESS, PRINTS & PHOTOGRAPHS DIVISION, CARL VAN VECHTEN COLLECTION

Prim. Dr. Ernst Weinmann, Leiter der

Dentalklinik Sievering, legt besonderen

Wert auf modernste Methoden der

Zahnmedizin und zeitgemäße Ansätze einer

schonenden Zahnkosmetik. Gemeinsam

mit einem zehnköpfigen Expertenteam

garantiert Prim. Dr. Weinmann jedem

Patienten individuelle Versorgung und eine

optimale Behandlung.

***

Kindheitstraum

Bereits früh entdeckte der gelernte

Zahntechniker und mehrfach ausgezeichnete

Zahnarzt seine Passion für die Zahnheilkunde:

„Mein Vater nahm mich schon

als kleinen Buben mit in sein Zahnlabor.

Ich habe es immer bewundert, mit welcher

Liebe und Sorgfalt er seine Patienten behandelte,

und wusste schnell, ich würde

einmal in seine Fußstapfen treten“, erinnert

sich Dr. Weinmann im SOCIETY-

Interview.

***

Qualitätsstandards

Im Gegensatz zu herkömmlichen Ordinationen

erfüllt die Dentalklinik Sievering

erhöhte Auflagen hinsichtlich des

Qualitäts-Managements. Eine hausinterne

Ausbildungsstätte und mehrfach ausgezeichnete

Mitarbeiter garantieren, dass jeder

Behandlungsschritt auf höchstem Niveau

ausgeführt wird. Die professionelle

Organisation und exaktes Zeitmanagement

gewährleisten zudem geringe Wartezeiten.

Das perfekt eingespiele Team ist 52

Wochen im Jahr für seine Patienten da.

***

Cultural Diversity

The clinic’s focus is shared between advice,

expert knowledge and the individual

requirements of each and every patient.

Therefore, Dentalklinik Sievering offers its

customers multilingual advice in Eng-lish,

French, Arabic, Russian, Spanish and Croatian.

The specially trained employees are also

aware of the patients' cultural preferences

and pay distinctive attention to

sensitive, customer-specific patient care.

Das Team der Dentalklinik

For these reasons many national and international

celebrities from the worlds of commerce,

culture and diplomacy trust in Prim.

Dr. Weinmann and his team.

***

The “Smile” program

The “Smile” program is a private, prophylactic

dental care program for healthy, beautiful

teeth. As a “Smile” member the customer

pays a yearly fee of about 1 Euro per

day which gives him a 50% discount on all

dental treatment, plus many additional

services which aren’t usually covered by

medical insurance. Many embassies and respected

institutions are part of the “Smile”

program which ensures their employees receive

excellent dental treatment together

with a personalised social benefit. At Dental

Spa Mariahilferstr. 88A in 1070 Vienna we

also offer our dental service based on

healthy insurance company with e-card

system.

DENTALKLINIK SIEVERING

Sieveringerstraße 17

1190 Wien

Tel. +43-(0)-320 97 97

www.dentalklinik.at

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SOCIETY 3_10 | 85


LIFE UND STYLE

STYLING

Accessoires: Unentbehrlicher Tand oder Geheimcode?

Was uns die Nebendarsteller

der Mode verraten

Accessoires sind mehr als nur schmückendes Beiwerk. Sie verraten einiges über Persönlichkeit

und Einstellungen – sie sind Zeichen des Zeitgeistes, der Gruppenzugehörigkeit und des ganz

persönlichen Geschmacks. Von INGRID CHLADEK

„Die Entscheidung, was man ‚außer dem

Kleid‘ noch tragen soll, ist nicht einfach,

aber sie macht den Unterschied zwischen

elegant und unelegant.“

GIORGIO ARMANI

Accessoires – jeder hat sie, jeder trägt

sie: Uhren, Ketten, Schals, Brillen etc.…

Die Liste der Dinge, die uns schmücken

und unserem Outfit eine individuelle

Note, einen persönlichen Touch verleihen,

ist endlos lang. Accessoires sind bunt oder

einfarbig, teuer oder billig, zeitlos oder

modisch. In der Bildenden Kunst bezeichnet

man als Accessoires alle Gegenstände,

die nicht erforderlich sind, um den Hauptgegenstand

darzustellen und diesen trotzdem

reicher und mannigfaltiger erscheinen

lassen. So ist es auch in der Mode:

Jedes Accessoire unterstreicht seinen Träger.

Doch sie verraten auch einiges über

die Persönlichkeit, über Einstellungen – sie

sind mehr als nur schmückendes Beiwerk.

***

Trends und Hierarchien

Mit dem richtigen Accessoire beweist

man Zeitgeist und Aktualität, man zeigt

Trendbewusstsein: So war z. B. für Jugendliche

in den 60er-Jahren das Kofferradio

der Hit schlechtin, so ist heute das iPhone

Zeichen des ultimativen Life-Style.

Neben ihrer modischen Rolle haben Accessoires

auch eine hierarchische Funktion:

Sie sind Symbole der Macht und Ausdruck

eines Status. Sie sind wie ein Geheimcode

zu interpretieren und zeigen

die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen

an. Jede Gruppe hat ihre eigenen Statussymbole,

was sich z. B. durch die Verwendung

bestimmter Marken, Farben, Muster

und Modelle ausdrückt. Diese Symbole

dienen zur Identifikation. Wenn sie nicht

erkannt werden, nutzen sie jedoch nichts.

Mit den richtigen Accessoires, mit der richtigen

Marke können Sie als Mitglied einer

bestimmten Gruppe identifiziert werden.

***

Geisteshaltung und Geschmack

Accessoires zeigen aber auch eine bestimmte

Einstellung und Geisteshaltung: Es

ist mehr als nur ein modisches Statement,

wenn Sie z. B. zu Birkenstock-Schlapfen,

High-Heels oder Flip-Flops greifen. Oder ob

Sie Schmuck aus Naturmaterialien, Edelsteine

oder Plastikketten tragen.

Durch den gezielten Einsatz von Accessoires

beweisen Sie Stil und guten Geschmack,

und können ein Outfit auf- oder

abwerten. Darum gilt es, das für den Anlass

– und für die Kleidung – passende Beiwerk

zu finden. Die Auswahl sollte bedächtig erfolgen,

ein Zuviel an Accessoires wirkt oftmals

billig – unabhängig vom Wert der Teile

– und wenig elegant.

Sie können aus einer Vielfalt an Farben,

Formen und Materialien, Designs oder Verarbeitungen

wählen. Grenzen sind hier

nur durch budgetäre Restriktionen oder

Fragen des (guten) Geschmacks gegeben.

Welche Rolle Sie nun den Accessoires auch

zugestehen, ob schmückendes Beiwerk

oder Ausdruck Ihrer selbst: Sie entscheiden

und verleihen mit dem bewussten Einsatz

Ihrem Outfit eine ganz persönliche Note.

KONTAKT

Mag. Ingrid Chladek

Dressforsuccess

Heiligenstädterstraße 115/1

A-1190 Wien

Tel. +43(0)664-122 70 46

ingrid.chladek@dressforsuccess.at

www.dressforsuccess.at

FOTOS: PIXELIO (2), BEIGESTELLT

86 | SOCIETY 3_10


LIFE UND STYLE

MODE

La Hong Kunstkalender 2011

Adel in Mode

Haute Couture-Mode gekonnt in Szene zu setzen ist kein

Kunststück für Designer La Hong, der jüngst den Kunstkalender

2011 mit aristokratischen Models präsentierte.

Baron Richard Drasche-Wartinberg

und

La Hong

FOTOS: SABINE KÖNIG

Vor der märchenhaften Kulisse des

Schlossparks Ebreichsdorf stand das

Who’s who des jungen österreichischen

Adels bereit, um für La Hong und

Star-Fotografin Sabine König zu posieren:

Valerie Drasche-Wartinberg, Stephanie

Eltz, Teresa Auersperg, Eva-Maria Abpurg-

Reiffeneck, Luise Hardegg-Brammertz, Philippa

Mautner Markhof, Tatiana Poux-Kalnoky

und Philippa Spannocchi trugen

glamouröse Roben, hochkarätig veredelt

durch Diamantschmuck der aufstrebenden

Marke David Diamond by Cemjon.

Die Präsentation des streng limitierten

La Hong Kunstkalenders 2011 erfolgte exklusiv

im Rahmen des Finales der Polo-Europameisterschaft

2010. Die Gäste des von Baron

Richard Drasche-Wartinberg veranstalteten

Dinnerempfanges erlebten zudem

eine Modenschau mit den neusten Kreationen

La Hongs, der sich von der Ästhetik des

Polosports angesprochen fühlte.

Sie haben vor in Salzburg einige Zeit zu verbringen?

Wir vermieten unsere kleine, luxuriös möblierte Villa. 100 m 2 , 3 Schlafzimmer,

3 Bäder, großer Wohnbereich, Sonnenterasse, Garten. Absolut

ruhige Lage, 7 Minuten zum Flughafen, 15 Minuten ins Stadtzentrum.

Wir freuen uns über Ihren Kontakt unter: vonschilgen@A1.net

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furnished villa. 100 sqm, 3 bedrooms, 3 bathrooms, generous living space,

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15 minutes from the city center.

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SOCIETY 3_10 | 87


LIFE UND STYLE

ITALIEN

Das Castello von Ischia

Offenes Geheimnis für alle

Die Stadt Neapel und ihre Inseln

Die Stadt Neapel und ihre Umgebung empfangen den Besucher mit einem in der Welt einzigartigen

Universum an Sehenswürdigkeiten: Pompeji, Vesuv, Sorrent, Ischia, Capri… Nicht zu

vergessen die original neapolitanische Pizza!

Wer das erste Mal nach Neapel

kommt, wird gefangen von der Lebendigkeit

der Bewohner, dem

scheinbaren Chaos, den knatternden Vespas

und dem sich mehr oder weniger lautstark

abspielenden Leben unter freiem

Himmel. Ob die Rufe der Markthändler

oder der kleine Klatsch von Fenster zu

Fenster über die Gasse hinweg: Lebhafte

und gestenreiche Kommunikation gehört

zu den Alltagsszenen, die Besucher der

Stadt am Vesuv oft als bleibende Erinnerung

mitnehmen.

***

„Unendlichkeit“ verschiedener Welten

Die zahlreichen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten

und Museen von Weltrang

zählen zu den meist besuchten Italiens,

und das Opernhaus San Carlo macht

immer wieder mit beeindruckenden Inszenierungen

von sich reden. Neapel ist einzigartig,

gerade weil es eine Unendlichkeit

verschiedener Welten in sich birgt. Über

die Sehenswürdigkeiten der Stadt hinaus

bietet die Provinz zahlreiche künstlerische,

historische und natürliche Attraktionen:

die Ruinen von Pompeji und das Herkulaneum;

die bezaubernde Küste von

Sorrent, ein vom Duft der Zitronenhaine

umwölkter Meeresabschnitt… Die gesamte

Provinz von Neapel ist wie eine Schatztruhe,

die es zu entdecken gilt.

***

Ischia, Capri und Procida

Die wundervollen Inseln dieser Region

Procida, Ischia und Capri sind eine schöner

als die andere und ideale Orte für einen erholsamen

Urlaub. Bekannt für die Kliffs

und die Blaue Grotte bewahrt Capri faszinierende

Zeugnisse aus ferner Zeit, wie römische

Ruinen und die Kartause aus dem

14. Jahrhundert, und ist heute ein beliebter

Urlaubsort des internationalen Jetsets.

Ischia ist die größte Insel des Golfes, berühmt

für ihr Klima, die herrliche Vegetation

und die heilsamen, heißen Thermalquellen

vulkanischen Ursprungs, in denen

schon die alten Römer kurten. Kleiner und

flacher dagegen ist Procida, die Insel der Fischer,

nicht ganz so berühmt wie ihre beiden

Schwestern Capri und Ischia, doch

ebenso interessant – vor allem wegen der

kulturellen Sehenswürdigkeiten.

***

Der kulinarische Genuss mit einer

mehr als tausendjährigen Tradition

Jeder, der es einmal erlebt hat, weiß: Ne-

88 | SOCIETY 3_10


apel erkennt man auch mit geschlossenen

Augen. Die unverwechselbaren Aromen

seiner kulinarischen Köstlichkeiten

prägen sich sofort ins Gedächtnis ein. Neapel

verfügt noch heute über hunderte

von Gerichten und typischen Produkten,

die weltweit bekannt sind und geschätzt

werden. Beim Gedanken an die neapolitanische

Küche fällt einem unweigerlich der

„Klassiker“ ein: Die Pizza. Ein weiterer Pfeiler

der neapolitanischen Küche ist die Pasta.

Der Phantasie der Neapolitaner entspringt

eine unglaublich Formenvielfalt

mit vielen fantasievollen Namen: Vermicelli,

Fusilli, Rigatoni, Maccheroni etc., die

mit unzähligen Saucen verfeinert werden.

Völlig zu Recht ist Neapel auch berühmt

für seine Konditoreiprodukte: Zu jeder

Jahreszeit kann man die mit Rum getränkten

“babà”, die mit Ricotta gefüllten

“sfogliatelle”, die mit Getreide und feinem

Orangenblüten-Aroma zubereitete

“pastiera” sowie viele andere Spezialitäten

genießen.

Als Begleitung für das Ganze gibt es natürlich

Weine aus der Umgebung, sowohl

Rot- als auch Weißweine, deren intensives

und charakteristisches Aroma dem vulkanischen

Boden zu verdanken ist, auf dem

die Reben wachsen. Und wenn Sie den

Duft von Sorrent wieder einmal erleben

möchten, nehmen Sie einen Schluck “limoncello”

zu sich, ein süßer und cremiger

Likör, der aus der Schale und dem Saft von

Zitronen aus dieser Gegend hergestellt

wird.

***

Vielseitiges Kunsthandwerk

Die Kreativität und das Talent der Neapolitaner

haben viele Gesichter, sie zeigen

sich auch in den einfachsten und alltäglichsten

Momenten. Wenn es ein Gebiet gibt,

auf dem diese Qualitäten am deutlichsten

sichtbar werden, dann ist es zweifellos die

vielseitige Aktivität des Kunsthandwerkes.

Bei einem Bummel durch die Altstadt

kann man die Perfektion der neapolitanischen

Erzeugnisse von schmiedeeisernen

Arbeiten bis hin zu herrlichen Marmorintarsien

bewundern. Neapel, die Stadt der

Musik, beherbergt noch heute etliche Werkstätten,

in denen Lautenbauer von Hand Instrumente

bauen - jedes ein Unikat mit

einzigartigem Klang und weltweit gefragt

und geschätzt.

Das lokale Kunsthandwerk setzt all sein

künstlerisches Talent ein, um pure Freude

und Lebenslust zu verbreiten. Dies ist besonders

in der Weihnachtszeit zu sehen,

wenn die (Krippen-) Figuren der „presepe“

die öffentlichen Ausstellungen beleben, vor

denen Passanten verblüfft stehen bleiben.

Die Hirten, die Tiere, die heilige Familie und

die drei Könige, komplett aus Ton und Holz

modelliert, sind von erfahrener Hand kunstvoll

bis ins kleinste Detail ausgearbeitet

und bemalt.

Es stimmt einfach: Neapel und sein Umland

leben zigtausend Facetten, eine für jedes

Werk, das aus den Werkstätten seiner

unvergleichlichen Kunsthandwerker

kommt.

Blaue Grotte

Castell del Ovo in Neapel

Die Küste von Sorrent

Malerisches Capri

SOCIETY 3_10 | 89


LIFE UND STYLE

MODE

Markenmode ab Größe 42

15 Jahre Boutiquen

„Pia Antonia“

Was kommt heraus, wenn eine Film-Cutterin beim Modeeinkauf

dauernd schlecht behandelt wird, weil sie eine „größere

Größe“ braucht? Mira Dworschak erzählt SOCIETY die Erfolgsgeschichte

der ersten 15 Boutiquen-Jahre „Pia Antonia –

Markenmode ab Größe 42“.

Haben Sie „Pia Antonia“ buchstäblich

aus heiterem Himmel gegründet?

Nein. Ein ganz klein wenig professionellen

Background hatte ich schon. Mein Vater

war Schneider und ich selbst besuchte mehrere

Jahre eine Lederfachschule. Das wichtigere

Motiv war aber, dass ich mit meiner

Konfektionsgröße 42 in den „normalen“

teuren Boutiquen ständig wie ein Aschenbrödel

behandelt wurde. Da hab ich gesagt:

Jetzt mach ich’s selbst!

War es so einfach, wie es klingt?

Mein Mann und ich haben es im Urlaub

entschieden, Ende Juli 1995. Wir

waren von der Idee derart begeistert,

dass wir sämtliche Widerstände überwanden.

Normalerweise bekommt man

im Sommer ja keine Herbstware bei den

Produzenten, weil die schon ausgeliefert

haben. Da sind wir eben mehrmals

quer durch Deutschland gefahren, um

direkt in den Werken die Kollektionen

abzuholen. Anfang September wurde die

komplett eingerichtete erste Boutique

aufgesperrt, „Pia Antonia“ war von Anfang

an ein Erfolg.

Das liegt wohl daran, dass Sie hier eine

Marktlücke genützt haben?

Auch in Marktlücken sind schon viele

abgestürzt! Als wir mit „Pia Antonia“ begonnen

haben, war für uns vor allem eines

klar: Wir brauchen die besten Marken, beste

Materialqualität und Modeberaterinnen,

die mit Menschen wirklich umgehen

können. Auch die interne Aufgabenteilung

war und ist ideal: Ich treffe sämtliche Einkaufsentscheidungen

bei den Lieferanten,

mein Mann kümmert sich als Marketingspezialist

und Journalist um den Aufbau

der Marke bzw. um Standorte.

Man hört des Öfteren, dass Multi-Label-

Stores tot seien. Ist es für Sie von Vorteil,

mehrere Marken unter dem Namen „Pia

Antonia“ zu führen?

Ganz sicher! Vor allem, wenn man sich

anschaut, welche internationalen Top-Marken

wir führen. Das beginnt bei Marina Rinaldi,

dem „Bentley“ der Szene. Bei uns

trifft man alles, was am frischen, aufgeweckten

deutschen Designer-Markt einen

guten Klang hat: Sallie Sahne, Sulu, Ischiko

oder der Klassiker Wille. Aus Dänemark

kommt Yoek, eine besonders witzige Kollektion.

Besonders stolz sind wir allerdings

darauf, als einzige Boutiquengruppe Europas

von der amerikanischen Designerin Eileen

Fisher/New York beliefert zu werden.

Das zeigt, dass unser Konzept weit über die

Grenzen Österreichs hinaus genau beobachtet

und als hochwertig beurteilt wird.

Wissen Sie eigentlich, wer Ihre Kundinnen

sind?

Ja, das sehen wir ziemlich genau, da die

meisten Frauen, die bei uns einkaufen,

90 | SOCIETY 3_10


FOTOS: YOEK, MASHIA ARRIVE, MARINA RINALDI

Mira Dworschak

Stammkundinnen werden. Ein sehr großer

Teil unserer Kundinnen sind Business-Frauen,

einerseits aus Familienunternehmen,

andererseits aus Top-Positionen im Management,

aber auch aus der Politik. Nicht selten

kaufen selbst Ministerinnen bei „Pia Antonia“.

Bereits die „durchschnittliche“ Kundin

erwartet und verlangt von uns, nicht einfach

„Bekleidung“ anzubieten. Sie sucht

bei uns das Außergewöhnliche und ist auch

bereit, den entsprechenden Preis zu zahlen.

Kann man heutzutage speziell das gut

informierte Käuferinnenpublikum überhaupt

noch überraschen?

Das geht nur, wenn man als Anbieter

neugierig bleibt und Trends möglichst vor

den anderen spürt. Wir waren beispielsweise

auf der letzten Pariser Herbstmesse

ziemlich ziellos unterwegs, als wir dort einen

fantastischen Berliner Designer entdeckten.

„Mashia Arrive“ heißt die Marke,

die im Handumdrehen für Furore in unseren

Boutiquen sorgte.

Sie sind mit Ihren Boutiquen in fast allen

Landeshauptstädten vertreten. Warum

weiten Sie die Gruppe nicht auch in Richtung

größerer Bezirksstädte aus?

Wir haben durch einige kleine Misserfolge

gelernt, dass ein Qualitätspublikum

in ausreichender Zahl für „Pia Antonia“

nur in Landeshauptstädten oder in Städten

über 70.000 Einwohnern gegeben ist. Wir

intensivieren lieber unsere Bemühungen

auf die rund 15.000 Stammkundinnen der

bestehenden Boutiquen.

Aber ganz können Sie die Expansion offenbar

nicht lassen. Wie ist das mit Ihren

neuen Boutiquen „Puur“?

Wir nennen „Puur“ die „kleine Schwester“

von „Pia Antonia“. Hier setzen wir unseren

hohen Anspruch an Design und Qualität

für kleinere Konfektionsgrößen fort.

„Puur“ in Salzburg hat erfolgreich die ersten

eineinhalb Jahre hinter sich, „Puur“

Linz wurde Ende August dieses Jahres eröffnet.

Wir freuen uns über die vielen positiven

Reaktionen.

KONTAKT

PIA ANTONIA – Markenmode ab Größe 42

Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz, Klagenfurt

www.piaantonia.at

PUUR – The Essence of Fashion

Salzburg und Linz

www.puur.at

SOCIETY 3_10 | 91


LIFE UND STYLE

MODE

Herbst/Winter 2010

Große Größen.

Starkes Design.

Lässig soll es aussehen, in perfekter Qualität verarbeitet

und tragbar bei vielen Gelegenheiten.

Diese Features erfüllen die perfekt abgestimmten

Herbst/Winter-Kollektionen bei „PIA ANTONIA“.

92 | SOCIETY 3_10


FOTOS: WILLE, SALLIE SAHNE

Outfit plus…

…Accessoires! „PIA ANTONIA“

denkt im Gesamtbild. Passende

Taschen, akzentuierende Tücher,

spektakulärer Schmuck…

Inszeniere Dich selbst!

SOCIETY 3_10 | 93


LIFE UND STYLE

MODE

Sportlich in den Herbst

Bereit zum Spaziergang unter

fallenden Blättern. Zweckmäßig,

angenehm zu tragen, flott.

Bereit für kühle Tage

Jacken, Blousons und Mäntel. Nicht zum

„Verhüllen“. Zum Kuscheln, Bewegungsfreiheit

genießen, bewundert werden.

94 | SOCIETY 3_10


FOTOS: PPEP, WILLE, M.P.

Knalliger Herbst

Die neue Boutique PUUR

(Salzburg, Linz) zeigt dem

Herbst, was Farbe ist. Die

neue Leidenschaft der Mode!

SOCIETY 3_10 | 95


LIFE UND STYLE

KULINARIK

Schokolade macht glücklich!

Der Schokologe von

der Schoko-Loge

Christoph Wagner ist selbst ernannter Schokologe und betreibt

die „Schoko Loge“ in der Wiener Innenstadt. Als eine

Art realer Willy Wonka entführt er mit unzähligen Schokovariationen

in die Welt der Schokolade .

Der Schokologe Christoph Wagner

Was steckt hinter der „Schokologe“ beziehungsweise

was ist die Grundidee?

Eigentlich wollte ich ein Süßigkeitengeschäft

eröffnen, aber heute muss man sich

immer auf ein Gebiet spezialisieren, und

da ich selber Schokolade liebe, habe ich ein

Schokoladengeschäft eröffnet. Die Grundidee

ist es – im Gegensatz zu in Supermärkten

erhältlicher Schokolade – richtig gute

Schokolade zu verkaufen und zu etablieren.

Darunter verstehe ich Schokolade, die

zu über 75 Prozent aus Kakao besteht und

verschiedene Geschmacksrichtungen zur

Geltung bringt, ähnlich wie beim Wein.

Außerdem gibt es noch exquisite Milchbzw.

weiße Schokoladen die sich im Vergleich

zur Supermarktware geschmacklich

doch sehr unterscheidet.

Wie sind Sie dazu gekommen, ins Schokoladengeschäft

einzusteigen?

Bei mir war immer schon alles Schoko!

Mein Onkel war Konditor und als Kind habe

ich ihm immer über die Schulter geschaut

und natürlich fleißig gekostet.

Nach der Schule habe ich dann diverse Jobs

angenommen und bald gemerkt, dass je

größer die Firma ist desto weniger Spaß habe

ich an der Arbeit. Ich hatte den

Wunsch, mich selbstständig zu machen

und am besten, wenn möglich, mit Schokolade.

Bei einem Weihnachtsmarkt hatte

ich dann schließlich die Gelegenheit, bei

einem Schokostand zu arbeiten und lernte

jemanden kennen, der mir anbot, ein

Schokoladengeschäft auf Franchisebasis

zu betreiben. Dies tat ich auch und habe

mich aber nach einiger Zeit selbständig gemacht

und die „Schoko-Boutique“ unter

dem Namen „SchokoLoge“ wiedereröffnet.

Woher beziehen Sie Ihre Produkte und

wie unterteilt sich Ihre Produktpallette?

Meine Schokoladen beziehe ich von

verschiedensten Produzenten aus unterschiedlichen

Ländern, etwa aus Belgien,

Frankreich, Schweiz, Dänemark oder seit

neuestem auch aus Spanien. Diese Hersteller

haben beispielsweise ihre eigenen

Kakaoplantagen, auf denen sie verschiedene

Kakaosorten anbauen und

kultivieren. Die Plantagen befinden sich

zum Teil in Südamerika und Afrika, den

Hauptanbaugebieten des Kakaos. Meine

Produkte beziehe ich direkt von den Herstellern.

Ich führe auch preisgekrönte

Schokoladen oder zu Weihnachten speziell

mit Gold verzierte Schokoladen.

Vieles davon entdecke ich auch im Internet

oder habe ich durch Kundentipps gefunden.

Ich habe so ziemlich alles, was

mit Schokolade zu tun hat in meinem

Laden, ob Trinkschokolade, Streichschokolade

fürs Brot und sogar die altbekannten

Schokozigaretten!

Was sind Ihre ausgefallensten beziehungsweise

exklusivsten Schokoladenangebote?

Das Ausgefallenste ist definitiv das

Schoko Body Painting. In drei Geschmacksrichtungen

kann man mit einem Pinsel

Motive auf die Haut malen, die theoretisch

bis zu drei Monaten halten, wenn

man sie nicht ableckt oder abwäscht.

Auch die Schokomischung für Wodka ist

etwas Ausgefallenes. Man legt sie eine

Woche in Wodka oder Rum ein und hat

danach einen Schoko-Kräuterwodka.

Oder die Schokonudeln, die einen Anteil

an Kakao haben und hervorragend zu

Wild passen oder mit Zucker als Nachspeise

gegessen werden können.

KONTAKT

Die Schokologe

Christoph Wagner

Ringstraßen-Galerien, Palais Corso, EG/Top 67

Kärntnerring 11-13, 1010 Wien

Tel. +43-(0)1-513 18 92

info@schokologe.com

www.schokologe.com

Die Schoko-Kräutermischung

für

den Wodka

96 | SOCIETY 3_10


LIFE UND STYLE

STYLING

Erdige Naturtöne

Ihr neuer Herbst-Look

Erdige Naturtöne und satte Glamourfarben stehen im Mittelpunkt der neuen Saison.

Typgerecht geschminkt verleihen erdige

Naturtöne und satte Glamourfarben

Ihrem Gesicht das perfekte Strahlen.

Lernen Sie bei Karin van Vliet die neuen

Make-up Herbstfarben kennen und lassen

Sie sich von Top-Visagisten Tipps und

Tricks der Profis zeigen!

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Karin van Vliet –

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Wien

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FOTO: PETER KORP, MAKE UP: KARIN VAN VLIET

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SOCIETY 3_10 | 97


LIFE UND STYLE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER GESELLSCHAFT Juli bis September 2010

SPANISCHE HOFREITSCHULE:

1. FÊTE IMPÉRIALE

Die Spanische Hofreitschule wurde heuer zum

sommerlichen Ballsaal anlässlich der ersten Fête

Impériale, die ganz im Zeichen der Lipizzaner

stand. Bei heißen 33 Grad Außentemperatur tummelten

sich Botschafter, Minister, Schauspieler

und Künstler am Pink Carpet, die sich das Spektakel

nicht entgehen lassen wollten. Star der Eröffnung

war ein edler Lipizzaner-Hengst mit dem

farbigen Namen „Conversano Mascula I“, der seinen

Auftritt auf dem eigens verlegten schwarz-weißen

Tanzparkett meisterte,

während die

übrigen Lipizzaner auf

Sommerfrische im

Weinviertel weilen

Schauspielerin Elfriede Ott

mit Adoptivsohn

durften. Tosenden Applaus

ernteten auch

die Eleven des Kinderballetts

der Wiener

Staatsoper. Der Erlös

des Balles kommt der

Zucht der berühmten

Pferde zugute.

Designer Thang de Hoo

neben Barbara Helfgott

(rechts von ihm) und ihrem

Rondo Vienna

Niki Lauda

und Jacky Ickx

GALERIE WESTLICHT:

JOCHEN-RINDT-AUSSTELLUNG

Die Ausstellung „Jochen Rindt. Der erste

Popstar der Formel 1“ im Westlicht-Schauplatz

für Fotografie war ein sensationeller

Erfolg. Mehr als 2.000 Besucher wollten

schon bei der Eröffnung dabei sein, sodass

das Fotomuseum zeitweise wegen Überfüllung

geschlossen werden musste. Mit dabei

waren die Formel-1-Stars Jacky Ickx, Niki

Lauda, Gerhard Berger und Dr. Helmut Marko.

Ehrengast Nina Rindt war sichtlich berührt

vom gewaltigen Interesse und begeistert

von den großartigen Fotografien.

Das „United Children’s

Orchestra“ beim Empfang

in der indischen Residenz

Nina Rindt, Hubertus Hohenlohe

mit Familie, Thelma Herzl

Dr. Helmut Marko

LIFE BALL 2010: SINGEN GEGEN AIDS

In der Residenz des indischen Botschafters in Wien wurde das Projekt

„United Children's Orchestra“ vorgestellt. In Anwesenheit von

Gery Keszler und Claudia Stöckl wurden Kinder aus von AIDS LIFE

finanzierten Projekten sowie befreundeten Organisationen aus

Kambodscha, Indien, Südafrika, Ukraine, Russland, Slowakei und

Österreich begrüßt. Dank zahlreicher Unterstützer konnte den insgesamt

68 Kindern auch ein Urlaub in Österreich ermöglicht werden.

Gemeinsam bildeten sie ein Orchester, das bei der Eröffnung

des Life Balls die „Ode an die Freude“ sang. Auf ihren folkloristischen

Traditionsinstrumenten musizierten die Kinder und Jugendlichen

gemeinsam mit der Sopranistin Natalia Ushakova, der

Dr. Andreas Hopf

Botschafter mit

Alt-Stimme Bettina Schweiger, dem Tenor Merhzad Montazeri und

(Central Danube)

Gattin

dem Bariton Morten Frank Larsen.

98 | SOCIETY 3_10


FOTOS: SOCIETY, GERHARD KREJCI/WESTLICHT, TOURISMUSVERBAND BAD ISCHL, ANDREAS TISCHLER

Das Kaiser-Double Franz Sokup

flankiert von Franz Klammer

und Veranstalter Robert Herzog

Rudi Roubinek flankiert von Baronesse Angeli von Miller zu

Aichholz, Baronesse Pia Maria von Miller zu Aichholz, Gräfin Simone

von Miller zu Aichholz und Contessa Josefine Bulgarini d´Elci

BELL AMANI: FRIEDENSGLOCKE FÜR AFRIKA

„Bell Amani“ verbindet das englische „Bell“ für Glocke mit „Amani“,

was auf Swahili Friede bedeutet. Die Innsbrucker Glockengießerei

Grassmayr erschuf die erste Friedensglocke für Afrika,

die von dort auf ihren Weg in die UNO-City und zu den Afrika-

Tagen in Wien geschickt wurde. Die Initiative geht von Claude

Kalume wa Mukadi Dah Vignon, dem Prinzen von Abomey, aus.

Es soll ein weltweites Netzwerk des Friedens gebildet werden, wobei

jede Friedensglocke für ein konkretes Projekt steht. Frieden

bedeutet für Bell Amani mehr als nur die Abwesenheit von Krieg

und Gewalt: „Glockenklang statt Waffenlärm, konstruktive Projekte

statt destruktiver Kämpfe um Macht und Ressourcen“, erklärt

der Prinz.

BAD ISCHL: NACHT DER KAISER

Anlässlich des 180sten Geburtstags von Kaiser Franz Joseph stand

Bad Ischl wieder einmal ganz im Zeichen Seiner Majestät und zeigte

sich im Monarchie-Fieber. Epizentrum des imperialen Charismas

war das Kongress & Theater Haus im Herzen der Sommerresidenz

des Kaiserhauses. Der prachtvolle Kurpark war Schauplatz

der VII. „Nacht der Kaiser“ – einer Charity-Gala zugunsten der

Franz Klammer-Foundation. An die 700 Vertreter des österreichischen

Adels, Kaiserfans und Prominenz folgten der Einladung von

Ischls Kurdirektor Robert Herzog. Ganz nach dem Motto „Adel verpflichtet“

entzückten zwölf Jung-Aristos am „Catwalk der Aristokratie“

und präsentierten sich in den edlen Kreationen von Designerin

Anelia Peschev.

Slalom-Kaiser Rainer

Schönfelder und Torwart-

Kaiser Friedl Koncilia

Rainer Pariasek

mit seiner Eva

Außenminister Dr. Michael

Spindelegger, UN-

Generalsekretär Ban Kimoon,

Mirno more

Vorstände DI Michael

Fuchs und Leopold Frey

Prinz von Abomey bei der UNO

mit dem stv. Botschafter der

DRC aus Berlin

MIRNO MORE:

FRIEDENSFLOTTE FÜR KINDER

Europas größtes Friedens-Segelprojekt für sozial benachteiligte Kinder

und Jugendliche – die „A1 Friedensflotte mirno more“ – erhielt

16 Jahre nach ihrer Gründung bei einem Treffen mit UN-Generalsekretär

Ban Ki-moon in Wien die höchste internationale Anerkennung.

Die Friedensflotte stach Mitte September in Kroatien mit

einhundert Schiffen und über 920 Teilnehmern in See. Mirno more

hilft Kindern und Jugendlichen aus Kinderheimen und Kinderdörfern,

Sozial-Wohn-Gemeinschaften, Therapieeinrichtungen

sowie aus diversen Schulen, Vorurteile über Bord werfen, Toleranz

zu üben und friedliche Konfliktlösungen zu trainieren.

SOCIETY 3_10 | 99


KUNST UND KULTUR

EVENTS

Stephan Reiter (Hoteldirektor Hilton Vienna Danube),

Gerti Tauchhammer, Botschafter Alejandro Díaz,

Ingried Brugger (BA Kunstforum), Michael

Reinhardt (Hoteldirektor Hilton Vienna Plaza)

Große Eröffnung der Ausstellung

Botschafter im Frida-Kahlo-Fieber

Schon im Vorhinein erregte die umfangreiche Frida Kahlo Retrospektive großes Aufsehen und

wurde mit Spannung erwartet – nun war es endlich so weit: Das Bank Austria Kunstforum

öffnete seine Tore und lud bei der Gelegenheit gemeinsam mit SOCIETY Magazin und Hilton

Austria zum Botschafter-Preview der Ausstellung mit anschließendem Lunch im „NASCH“.

Die Werke der mexikanischen Ausnahmemalerin

und Kunstikone Frida Kahlo

sind seit 1. September 2010 im Kunstforum

der Bank Austria in Wien zu

bewundern. Schon in Berlin sorgte diese

umfassende Retrospektive für großes Aufsehen

und lange Schlangen vor den Kassen.

Als besonderes Zuckerl lud daher das Bank

Austria Kunstforum gemeinsam mit SOCIE-

TY Herausgeberin Gerti Tauchhammer und

Hilton Austria bereits einen Tag vor Ausstellungsbeginn

zu einem exklusiven Preview

für das diplomatische Corps in Wien.

Unter der Patronage des mexikanischen

Botschafters S.E. Alejandro Díaz kamen die

geladenen Gäste in den Genuss einer exklusiven

Führung durch die Ausstellung. Anschließend

traf man sich im „Nasch“ im Hilton

Vienna Plaza zu einem Lunch mit Tapas

und Wein, wo bei guter Laune geschlemmt

und über die Eindrücke der Ausstellung geplaudert

wurde. Die Veranstaltung hatte

großen Zulauf und war ein voller Erfolg!

Mehr als hundert Diplomaten aus über

fünfzig Ländern ließen sich diese Gelegenheit

nicht entgehen, die Werke einer der

größten Künstlerinnen der modernen Malerei

in aller Ruhe und hautnah zu erleben.

S.E. Alejandro Diaz

(Mexiko) und Mag.

Gertrud Tauchhammer

(SOCIETY Magazin)

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL

100 | SOCIETY 3_10


S.E. Xolisa Mabhongo (Südafrika),

S.E. Wesaka Puja (Indonesien)

S.E. Ramon Rodriguez (Dom. Rep.), S.E. Carlos

Barros (Uruguay), I.E. Carla Rodriguez Manzia

(Guatemala), S.E. Alfredo Labbé (Chile)

Mag. Hermine Schreiberhuber (APA),

Botschafter Zuheir Elwazer (PLO)

S.E. Eugenio Curia (Argentinien),

I.E. Eve-Külli Kala (Estland),

S.E. Frank Cogan (Irland)

Gesandte Galit Ronen

(Israel), Botschafter

Dr. Kurt Hengl

S.E. Antonio Revilla (Peru),

S.E. Diego Stacey (Ecuador)

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Beatrice Achaleke

(Black Women Center), Lorenz

Klammer

S.E. Makram Queisi mit

Gattin (Jordanien)

Michael Reinhardt,

Claudia Wittmann

(Hilton)

Botschafter Gianfranco Varvesi

mit Gattin (OSZE Italien)

Beatrice Achaleke (Black Women Center), S.E. Carlos Barros

(Uruguay), S.E. Dr. John Barrett (Kanada), S.E. Dr. István

Horváth (Ungarn), I.E. Eve-Külli Kala (Estland), S.E. Diego

Stacey (Ecuador), S.E. Dr. Omar Zniber (Marokko), Dr.

Susanne Scholl, Botschafter Ron van Dartel (OSZE Niederlande),

I.E. Grace Mutandiro (Simbabwe), Siham Alawami

(OPEC), S.E. Frank Cogan (Irland), S.E. Eugenio María Curia

(Argentinien), Carol Fuller (OSZE USA), S.E. Ehab Fawzy

(Ägypten), I.E. Norma Goicochea (Kuba), Prof. Gerhard Gutruf,

S.E. Eugenio d’Auria (Italien), S.E. Alfredo Labbé (Chile),

S.E. Ukur Yatani Kanacho (Kenia), Mag. Julia Kopetzky

(Ecker & Partner), Botschafterin Christine Moser (OSZE

Österreich), I.E. Nongnuth Phetcharatana (Thailand), S.E. I

Gusti Agung Wesaka Puja (Indonesien), S.E. Manuel Marcelo

Monteiro Curto (Portugal), S.E. Vili Minarolli (Albanien),

S.E. Xolisa Mabhongo (Südafrika), Brigitta Leonhard (Botschaft

des Malteser Ritterordens), S.E. Marios Lyssiotis

(Zypern), S.E. Yerzhan Kazykhanov (Kasachstan), S.E. Dr.

Zoran Jasic (Kroatien), Stv. Missionschefin Galit Ronen (Israel),

Botschafter Zuheir Elwazer (Botschaft der PLO), S.E.

Aleksander Gerzina (Slowenien), I.E. Marjatta Rasi (Finnland),

S.E. Kadri Ecved Tezcan (Türkei), S.E. Alyaksandr Sychov

(Belarus), S.E. Dr. Ashot Hovakimian (Armenien), Dr.

Ernst Huber (WKO), S.E. Musthafa M. Jaffeer (Sri Lanka), S.E.

Esen Aydogdyev (Turkmenistan), I.E. Arlette Conzemius

(Liechtenstein), S.E. Jargalsaikhan Enkhsaikhan (Mongolei),

Direktorin Mag. Malgorzata Grudzinska (Polnisches Institut

Wien), Dr. Georg Zanger (Rechtsanwalt)

SOCIETY 3_10 | 101


KUNST UND KULTUR

INTERVIEW

„Von Anfang an haben

unsere Premieren unterschiedlichste

Künstler aus

verschiedenen Ländern

zusammengeführt.“

MADLENA ZEPTER

102 | SOCIETY 3_10


Kultur International

Madlenas erfüllte Träume

Madlena Zepter, Gründerin und Besitzerin des ersten privaten Opernhauses in Serbien,

im Interview mit SOCIETY-Herausgeberin Gerti Tauchhammer über die Liebe zur Kunst.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein

privates Opernhaus zu gründen und wie

viele Jahre arbeiten Sie an diesem Projekt?

Das ist eine alte Liebe von mir. Ich wohnte

in derselben Straße, ging von dort zur

Schule, später zur Philologischen Fakultät

der Belgrader Universität und dann in die

Oper. Früher war das etwas Nobles, man

musste in die Oper gehen, um am gesellschaftlichen

Leben teilzunehmen. Vor kurzem

feierten wird das 400-jährige Jubiläum

der Entstehung der Oper. Es handelt sich

um die erhabenste szenische Form, um die

Diva unter allen Kunstdivas, um die Primadonna

unter allen Primadonnen! Die Oper

ist das Werk über allen Werken! Ich wollte

ihr also ermöglichen, auch weiter zu leben.

Ich selbst arbeite seit 13 Jahren daran. Die

Oper und das Theater haben 1997 als Kammeroper

angefangen und seit 2005 – als wir

ins komplett neu renovierte Gebäude eingezogen

sind – haben wir neben Oper und

Schauspiel auch Ballett.

Erzählen Sie über den Literaturpreis,

den Sie vergeben. Wie heißt dieser Preis?

„Prix Litteraire Européen“. Seit acht

Jahren verleihe ich diesen Preis auf europäischer

Ebene, und die Verleihung findet

immer in Paris statt. Dazu steht eine sehr

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kompetente Jury zur Verfügung, und dieser

symbolische Preis geht an den besten

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europäischen Schriftsteller. Es handelt sich

um europäische Werke in verschiedenen

Sprachen, die ins Französische übersetzt

wurden und im jeweiligen Land zum besten

Buch gekürt wurden. Es dürfen dabei

nur Prosawerke eingereicht werden und

seit zwei Jahren ist er sowohl mit 15.000

Euro für den Schriftsteller als auch mit

2.000 Euro für den Übersetzer dotiert. In

der Jury haben wir die besten französischen

Schriftsteller, zwei Mitglieder der

Akademie und den berühmten Autor Frederic

Beigbeder.

Wie oft haben Sie die Möglichkeit, selbst

ins Theater zu gehen?

Ich gehe zu Premieren auf der ganzen

Welt. Durch die Krise haben die Theater

auf der Welt meist nur noch vier Premieren

im Jahr, das kann ich schaffen. Nach

Monte Carlo gehe ich immer – da sind es

Madlena und Philip

Zepter mit Tochter

„Durch die Krise haben die

Theater auf der Welt meist nur

noch vier Premieren im Jahr,

das kann ich schaffen.“

MADLENA ZEPTER

vier Mal pro Jahr – nach Mailand auch

und manchmal in andere Theater, je

nachdem, in welchem Land ich mich gerade

befinde, da ich viel unterwegs bin.

Vor einem Monat waren wir bei einem

großen Meeting von Zepter International,

unserer Firma. Da habe ich mir zum

ersten Mal Odessa angesehen, obwohl

wir in der Ukraine bereits 15 Jahre vertreten

sind. Sie können sich nicht vorstellen,

wie das gänzlich renovierte Nationaltheater,

Oper und Ballett in dieser

Stadt der Träume vieler Generationen

beeindruckend sind. Genauso wie damals,

als dort Schaljapin und Caruso

sangen und A. Pawlowa und I. Duncan

tanzten.

Es ist für Sie eine Oper komponiert worden.

Wie heißt diese Oper?

Es handelt sich um die Oper „Mandragola“

des Komponisten Ivan Jevtic, eines

„serbischen Franzosen“, der an der Belgrader

Musikakademie studiert hat. Gerade

ist er 58 geworden und ich behaupte,

dass er der beste Komponist des Landes ist.

In Frankreich ist er auch sehr bekannt. Er

komponiert meistens Konzerte für Tuba,

Viola und Bratsche. In seinen Jugendtagen

hat er einen Preis gewonnen, der ihm ermöglicht

hat, nach Wien zu fahren und

dort er bei Prof. Alfred Uhl zu studieren.

Mit einem zweiten Stipendium hat er dann

in Paris studiert, wo er auch heute lebt. Ich

habe bei ihm eine Oper bestellt, die im Dezember

vergangenen Jahres die Uraufführung

hatte.

Das war seine erste Oper, und die ist Ihnen

gewidmet. Was heißt das Wort „Mandragola“?

Die Vorlage bildet ein Stück von Machiavelli.

Mandragola ist ein Getränk. Wenn

man es trinkt, wird man verzaubert, sodass

man Kinder bekommen kann. Alte Männer,

die Väter werden möchten, aber keine

Kinder mehr bekommen können, müssen

das Getränk ihren Frauen zu trinken geben,

damit der Zauber wirkt. Das ist insbesondere

heute sehr aktuell und notwendig.

Damit hüten wir auch die Tradition, weil

das Werk selbst so lange existiert wie die

damalige Oper. Es ist vor ungefähr 400 Jahren

entstanden und dadurch ist ein traditionelles

Thema zu einer ganz modernen

Oper geworden.

Wie sehen Ihre nächsten Pläne aus? Stehen

noch andere Projekte an?

Es gibt viele Projekte, die sich alle durch

die hohe Qualität auszeichnen. Mein

Wunsch ist, dass wir uns mit der Welt verbinden

und „Mandragola“ als komplettes

Werk anbieten. Deswegen waren wir auch

unlängst bei den „Europäischen Operntagen“

in Amsterdam, wo wir das Material

mitgenommen haben. Wir möchten es

ebenso den Opernhäusern in Europa vorstellen.

Im besten Fall wollen wir es mit eigener

Besetzung aufführen. Unsere Oper

ist modern, aber auf traditionelle Weise geschrieben,

in serbischer Sprache. Den Titel

kann man allerdings in alle Sprachen übersetzen.

Wir haben bereits ins Italienische,

SOCIETY 3_10 | 103


KUNST UND KULTUR

INTERVIEW

Zepter Museum für

zeitgenössische

Kunst in Belgrad

„Redner“, A. L. Lukijan,

1959, Ölbild

Französische und Englische übersetzt. Wir

sind uns sicher, dass die Musik sehr gut ist.

Könnten Sie sich vorstellen, dass die

Oper in einem Opernhaus in Österreich wie

zum Beispiel Volksoper in Wien aufgeführt

wird? Wenn Sie die Oper z. B. nach Wien verkaufen

möchten, würden Sie diese mit den

Sängern anbieten oder nur das Konzept?

Wir haben schon einige Gespräche mit

dem Landestheater in Linz und der neuen

Oper, die dort gebaut werden soll, geführt.

Es ist aber alles noch sehr frisch. Sie wissen

schon, dass die Premiere erst im Dezember

war und wir haben gerade auch ein Museum

der zeitgenössischen Kunst in Belgrad

eröffnet. Wir haben aber schon zwei,

drei Angebote. Es wurde schon ein Termin

in St. Petersburg ausgemacht, sowie für Paris

bis April. Wir werden uns anschauen,

was für uns und was für die andere Seite

das Beste ist. Es hängt alles von so vielen

Faktoren ab: Wie man das alles machen soll,

auf welche Weise die Künstler dort hinkommen,

wo sie übernachten werden, welches

Arrangement wir haben, etc. Für uns

ist das Orchester das teuerste, ein guter Dirigent

und eine Operndiva aber auch. Es besteht

allerdings die Möglichkeit, dass sich

das Orchester des Gastspielhauses vorbereitet

und die Sänger mit dem Bühnenbild

und dem übrigen übernommen werden.

Dann würde es sich um eine minimale

Summe für beide Seiten handeln, worüber

ich mich sehr freuen würde.

Welche Ausstellungen sind derzeit im

Museum zu sehen?

Da ist eine Kollektion der bedeutendsten

serbischen Maler des 20. Jahrhunderts ausgestellt.

Der Akzent wurde auf Künstler gelegt,

die in den 50er/60er/70er Jahren geschaffen

haben. Viele davon leben auch

nicht mehr, und einige sind aus Paris, da haben

damals viele im Exil gelebt.

Ich könnte mir also eine Kooperation

mit Österreich gut vorstellen, wenn etwa ein

besonderes Jahr von Beziehungen zwischen

Österreich und Serbien ansteht. Eine Oper

und eine Ausstellung würden sich dafür

eignen.

Es könnte mir nichts Schöneres passieren.

Von Anfang an hatten wir eine sehr gute

Beziehung zum österreichischen Botschafter,

Dr. Clemens Koja, nicht zuletzt

weil er Musik liebt. Meinerseits würde ich

das materiell fördern, ich bräuchte aber die

Unterstützung der Kulturinstitutionen.

Zum Abschluss: Sie haben sich schon

sehr viele Wünsche erfüllt und ich habe das

Gefühl, dass Sie nicht aufhören zu träumen,

sondern immer weiter machen. Was

sind Ihre weiteren Träume?

Ganz einfach, was bis jetzt geschaffen

wurde aufgrund dieser Träume, möchte

ich wohl immer als Qualität erhalten und

verbessern: sowohl im Museum als auch

hier in der Oper und im Theater. In diesem

Sinne schaue ich auch auf die Beziehungen

zwischen anderen Ländern, die Präsentation

und Zusammenarbeit. Von Anfang an

haben unsere Premieren unterschiedlichste

Künstler aus verschiedenen Ländern zusammengeführt.

Es war immer ein internationaler

Dirigent oder Choreograph mit

großem Namen dabei wie auch Renato Zanelli,

der langjährige Direktor des Wiener

Balletts. Attersee war hier mit ganzem Ensemble

und hat zum Mozartjahr das Bühnenbild

für ein Ballett parallel zur Oper gemacht.

Auf der Bühne wurde gespielt und

unten war die Ausstellung zu sehen. Die

Schüler Pavarottis waren auch hier und haben

uns im April mit einem Konzert beehrt,

um an Luciano Pavarotti zu gedenken.

Wie Sie hier sehen werden, haben wir

auch heute wieder ein internationales

Team, das „Mandragola“ vorbereitet hat.

Dirigent ist Olivier Grangean aus Frankreich,

sehr bekannt ist auch Slobodan Unkovski

aus Mazedonien, er macht die Regie,

dann Meta Hocevar aus Slowenien,

sie ist für die Szene zuständig, Angelina Atlagic

ist Kostümbildnerin, sie arbeitet in

ganz Europa und Dimitris Sotiriou, aus

Griechenland, hat die Choreographie gemacht.

Unser Gast ist oft auch eine der besten

Sopranistinnenm, Daniela Dessi. Für

jede Oper, die wir bisher aufgeführt haben,

haben wir eigentlich ein Arrangement mit

einem der berühmten Weltnamen: Richard

Perit, Josef Prudek, Miklos Slinetar,

Ruben Silka, Ramdu Oller.

Ich danke Ihnen für das Gespräch und

wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der

Realisierung Ihrer Vorhaben, wobei ich sicher

bin, dass es mit Ihrer Oper und dem

Museum, mit dem Aufwand und der Leidenschaft,

die Sie dafür aufbringen, nicht weit

zum Erfolg ist. Ich möchte mich auch noch

für den herzlichen Empfang bedanken und

hoffe, dass Sie uns demnächst vielleicht mit

„Mandragola“ oder einer Ausstellung in

Österreich beehren werden.

104 | SOCIETY 3_10

„Soldat, der Bier trinkt“, Milan Blanusa,

1993, Ölbild


1010 Wien, Jasomirgottstraße 7 • 1060 Wien, Mariahilfer Straße 119 • 1090 Wien, Währinger Straße 44


KUNST UND KULTUR

SALZBURG

Die neue Orgel

der Stiftung Mozarteum

Stiftung Mozarteum Salzburg

Eine Orgel für alle Fälle

„Die orgl ist doch in meinen augen und ohren der könig aller instrumenten.“ Wolfgang

Amadeus Mozart in einem Brief an seinen Vater vom 18. Oktober 1777. Von EVA VON SCHILGEN

Salzburgs Musikszene ist um ein Klangerlebnis

reicher, seit anlässlich der Mai-

„DIALOGE“ 2010 die neue Propter-Homines

Konzertorgel im großen Saal der

Stiftung Mozarteum Salzburg eingeweiht

wurde. Seit mehr als zwanzig Jahren war

die 1970 anstelle der 1914 errichteten Orgel

nicht mehr konzertant bespielbar gewesen.

Es war ein persönliches Anliegen

des derzeitigen Präsidenten der Stiftung

Mozarteum Johannes Honsig-Erlenburg,

selbst ausgebildeter und aktiver Organist,

in Salzburgs schönstem Jugendstil-Konzertsaal

wieder Orgelkonzerte zu veranstalten.

Auch sollte eine Rekonstruktion des

architektonischen Erscheinungsbildes der

Orgel in ihrer ursprünglichen Form von

1914 erfolgen. In vier Jahren Planung und

zwei Jahren Bauzeit wurde von der sächsischen

Orgelfirma Eule ein wahres Universalinstrument

geschaffen. 3933 Pfeifen,

die größte Pfeife ist fünf Meter, die kleinste

zehn Millimeter, verteilt auf 51 Register,

werden ein riesiges Repertoire von Bach bis

in die Gegenwart bedienen können.

***

„Orgel zu Mittag“

Bei der Programmgestaltung geht man

bewährte, aber auch neue Wege. Für

2010/2011 plant der künstlerische Leiter

der Stiftung, Stephan Pauli, unter anderen

einen vierteiligen Orgelzyklus mit Abendkonzerten.

Neben den traditionellen Konzerten,

solo oder mit Orchester, wird bei

Sonntagsmatineen Dennis James, der Pionier

der Kino- und Theaterorgeln, Stummfilme

untermalen, bei denen geweint werden

darf, wie bei „La Boheme“, oder

gelacht wird, wie über Stan Laurel & Oliver

Hardy oder Charlie Chaplin. Eine Besonderheit

für eilige Touristen und große Orgelliebhaber

ist „Orgel zu Mittag“, dreißig Minuten

Orgelmusik jeweils an einem

Dienstag um 12.30 Uhr mit anschließender

Besichtigung des Zauberflötenhäuschens.

***

Batliner: Salzburgs Mäzen

Die Kosten von knapp über einer Mil-

106 | SOCIETY 3_10


FOTOS: FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG INTERNATIONALE STIFTUNG MOZARTEUM/FOTO LIENBACHER, EVA VON SCHILGEN

Stummfilme mit Orgelmusik

KONTAKT

Präsident Johannes

Honsig-Erlenburg

und DDr. Herbert

Batliner

STIFTUNG MOZARTEUM SALZBURG

Ticketoffice: Theatergasse 2, A-5020 Salzburg

Telefon: +43-(0)662-873 154

www.mozarteum.at

Kontoverbindung Bankhaus Carl Spängler & Co,

Salzburg

Kto.Nr.: 100095799, BLZ 19530

lion Euro stellte die „Stiftung Propter Homines

Vaduz“ des liechtensteinischen

Rechtsanwaltes, Finanztreuhänders und

Kunstmäzens Herbert Batliner zu Verfügung.

Die Stiftung fördert u. a. Kunst und

Kultur, insbesonders althergekommenes

Kulturgut, Denkmäler, Museen und

Brauchtum. Auch die Restaurierung der

Orgel in der alten Kapelle in Regensburg

2006 hatte der großzügige Mäzen übernommen.

Seine Beziehungen zu Salzburg

sind eng. So widmet sich das 1997 gegründete

Herbert-Batliner-Europainstitut in

Salzburg der Erforschung europäischer Politik,

Geschichte und Kultur. Bei der jährlich

stattfindenden Festakademie zu Beginn

der Festspiele werden hochrangige

Persönlichkeiten, darunter amtierende

Staatspräsidenten und Regierungschefs,

für Festvorträge eingeladen.

***

Renommierte „Non-Profit-Organisation“

Die Non-Profit Organisation „ Stiftung

Mozarteum Salzburg“ wurde 1880 zum

Zwecke der Förderung von Musikbegabten

gegründet und hat ihre Wurzeln in

dem noch zu Lebzeiten der Witwe Mozarts,

Constanze, entstandenen „Dom-Musik Verein

und Mozarteum“. Ziel und Aufgabe ist

es, Mozarts Erbe zu bewahren, ebenso eine

zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem

Genius loci und der Brückenschlag zur

zeitgenössischen Musik. Die drei Kernbereiche

der Stiftung sind Konzertveranstaltungen,

die Mozart-Museen und die Mozartforschung.

Mekka aller Mozartliebhaber ist die

jährliche „Mozartwoche“, in der Zeit um

Mozarts Geburtstag, dem 27. Jänner. Beim

Festival „DIALOGE“, das jeweils im Mai

und im Dezember stattfindet, begegnen

sich zeitgenössische Künstler aus den Bereichen

Musik, Tanz, Literatur und bildende

Kunst – hier werden neue Hörerlebnisse

und die Begegnung unterschiedlicher

künstlerischer und musikalischer

Welten ermöglicht. Von Oktober bis Juni

findet der Zyklus „Junge Künstler“ statt.

***

Berühmte Mozart-Museen

Das Mozart-Geburtshaus im Herzen der

Altstadt, welches die Familie 26 Jahre bewohnte,

zeigt heuer drei Ausstellungen:

„Alltag eines Wunderkindes“, „Mozart auf

dem Theater“ und „Die Mozarts – eine Familie

stellt sich vor“. Das Mozart-Wohnhaus

am Makartplatz, in das die Familie

1773 einzog und in dem Mozart zahlreiche

Symphonien, Serenaden, Divertimenti sowie

fünf Konzerte komponierte, wurde

1944 großteils zerstört. Es ist ein Verdienst

der Stiftung, dass es 1996 in seiner originalen

Form wieder errichtet wurde. Heute beherbergt

es ein Museum mit Schwerpunkt

über die Reisetätigkeit Mozarts und seiner

Schwester Nannerl.

Das Geburtshaus von Mozarts Mutter in

St. Gilgen wurde 2006 wieder der Öffentlichkeit

zugänglich gemacht und wird kulturell

genutzt. Eine Rarität ist das im Bastiongarten

auf der Rückseite des

Mozarteums befindliche Zauberflötenhäuschen.

Hier soll Mozart von seinem

Textdichter Emanuel Schikaneder eingesperrt

worden sein, um mit dem Komponieren

termingerecht fertig zu werden.

***

Das „Herz vom Herzen“ Europas

Die „Bibliotheca Mozartiana“ ist mit

über 35.000 Titeln die umfangreichste

Mozartbibliothek der Welt. In der Autographensammlung

befinden sich fast 200 Originalbriefe

Mozarts, 370 Briefe seines Vaters

und über 100 Handschriften Mozarts.

18.000 Audiotitel und mehr als 1.800 Videoproduktionen

der Ton- und Filmsammlung

lassen das Herz des Mozartfans höher

schlagen.

Neben Präsidium und Kuratorium arbeitet

ein Team von über neunzig Mitarbeitern

in den Bereichen Verwaltung, Künstlerisches

Betriebsbüro, Marketing/PR/

Sponsoring, Liegenschaften, Museen, Wissenschaft,

Saalbetreuung, Billeteure, Programmverkauf,

Garderobe und Museumsaufsicht.

Sie alle sorgen dafür, dass die

Nachwelt Einblick in das Leben und Wirken

Mozarts erhält. Hugo von Hoffmannsthal

schrieb im Gründungsmanifest der

Salzburger Festspiele 1919: „Das Salzburger

Land ist das Herz vom Herzen Europas. [...]

Das mittlere Europa hat keinen schöneren

Raum, hier mußte Mozart geboren werden.“

Welches Glück!

SOCIETY 3_10 | 107


KUNST UND KULTUR

KULTURHAUPTSTADT

Neuanfang für Pécs

Kultur als Zukunftschance

Das südungarische Pécs erlebt als „Kulturhauptstadt Europas“ einen beachtlichen Aufschwung.

Prädikat: Absolut sehenswert. Von STEPHAN LAHODYNSKY und AIZADA MADALIEVA

Die Kulturhauptstadt

Pécz lockt mit malerischem

Altstadtflair.

Eine nagelneue Autobahn, die M6, verbindet

Pécs, die zurzeit – gemeinsam

mit Istanbul und Essen – regierende

Kulturhauptstadt Europas 2010 mit Budapest.

Sogar neuere Straßenkarten und

auch das GPS haben die neue Schnellverbindung

noch nicht registriert. „Viele Einwohner

von Pécs haben die Autobahn noch

gar nicht richtig wahrgenommen“, scherzt

Csaba Ruzsa, Intendant von Pecs2010.

„Kaum jemand hat wirklich geglaubt, dass

sie termingerecht im April fertiggestellt

wurde.“

Dafür hat es mit den Großbauten etwas

länger gedauert: Die Bibliothek wurde im

September eröffnet, das neue Kongresszentrum

mit Konzerthalle folgt erst Ende des

Jahres. Am 1. September wurde dafür ein

neues und zugleich altes Wahrzeichen der

Stadt zurückgegeben. Das vier Hektar große

„Zsolnay Kultur-Zentrum“ wurde auf

dem Gelände der weltberühmten Keramikund

Porzellanmanufaktur Zsolnay feierlich

eröffnet. In einem der renovierten

Art-Deco-Töpferateliers läuft die Ausstellung

mit den schönsten Vasen, Tellern und

Figuren aus der Periode von 1880 bis 1930,

als Zsolnay-Produkte auf allen Weltausstellungen

Preise gewannen.

Der innovative Firmengründer Vilmos

Zsolnay hatte eine Glasurtechnik erfunden,

die bis heute geheim gehalten und

„Eosin“ genannt wird. Sie verleiht den filigranen

Kunstwerken einen irisierenden

Schimmer. In der Donaumonarchie wurden

auch viele Gebäude mit Keramik-Fliesen

aus der Zsolnay-Werkstatt verziert. In

Wien tragen die alte Zacherlfabrik in Döbling,

einige Geschäftsportale in der Kärntnerstraße

oder der Wasserturm am Wienerberg

Terrakotta-Ziegel von Zsolnay.

***

Größte Moschee Mitteleuropas

Pécs, das in der Donaumonarchie auch

Fünfkirchen genannt wurde, trägt die europäische

Auszeichnung der Kulturhauptstadt

stolz und verdient. Die Innenstadt

mit malerischen Gassen und fast mediterran

anmutenden Plätzen wurde liebevoll

renoviert. Und die multikulturelle Vergangenheit

der tausendjährigen Bischofsstadt

begleitet Besucher auf Schritt und Tritt.

Auf dem Szechenyi-Platz steht die größte

Moschee in Mitteleuropa, die nach dem

108 | SOCIETY 3_10


Ende der 150 Jahre andauernden türkischen

Besatzung im 17. Jahrhundert in eine

Kirche umgewandelt wurde. Drinnen

findet man noch immer Koransprüche

und orientalische Ornamente, und auf der

grünen Kuppel prangen Kreuz und Halbmond

einträchtig untereinander. Eine Moschee

und eine Synagoge wurden renoviert,

und bei der Bischofs-Kathedrale

wurden frühchristliche Grabkapellen aus

der römischen Vergangenheit ausgegraben,

von der UNESCO zum Weltkulturerbe

gekürt.

***

Moderne Kunst von Rang

Doch Pécs ist auch eine Stadt der modernen

Künste: Hier ist der Begründer der Op-

Art, Victor Vasarely (1906-1997), geboren.

Eine repräsentative Werkschau des Künstlers,

darunter die berühmten Zebrabilder,

wird in seinem Geburtshaus, das als Vasarely-Museum

dient, gezeigt. Gleich in der Nähe

gibt es ein Museum für den „Van Gogh“

Ungarns, den exzentrischen Maler Tivadar

Csontvary Kosztka (1853-1919), der Apotheker

war und erst in der Lebensmitte zu malen

anfing und mit seinen großflächigen,

farbenfrohen Gemälden von orientalischen

Landschaften erst nach seinem Tode Anerkennung

fand.

Der Bauhaus-Architekt und Möbeldesigner

Marcel Breuer (1902 bis 1981) stammt

ebenfalls aus Pécs. Ihm und anderen ungarischen

Bauhaus-Vertretern ist bis 15. Oktober

eine eigene Ausstellung gewidmet. Ab

12. November werden acht ungarische Maler

(Robert Bereny, Dezsö Czigany, Bela Czobel,

Karoly Kernstock, Ödon Marffy, Dezsö

Orban, Bertalan Por und Lajos Tihanyi) präsentiert,

die zwischen 1906 und 1916 als

Zeitgenossen von Cézanne oder Matisse die

wichtigsten Kunstströmungen mitprägten.

Der ungarische Orgelbauer Jozsef Angster,

der ab 1867 hunderte Kirchen der Donaumonarchie

mit seinen Instrumenten

ausstattete, lebte in einem schmucken Haus

in der heutigen Fußgängerzone entlang

der Kiraly-Straße, wo es auch das Stadttheater

und das Art-Deco-Hotel Palatinus zu besichtigen

gibt.

***

Rosige Zukunftsperspektiven

Bei einem solchen Reichtum an kulturellem

Erbe lag es nahe, dass die Stadt dieses

als Zukunftsperspektive nutzte. Denn

nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sah

es zunächst gar nicht gut aus: Es gab praktisch

keine Industrie mehr, auch beim

Bergbau (Uran) gingen viele Jobs verloren.

Die Infrastruktur war – vor allem durch

die fehlende Autobahnanbindung –

schlecht, was westliche Investoren abschrecken

sollte. Und auch der nahe Krieg

im ehemaligen Jugoslawien war nicht gerade

förderlich. Weil die Stadt viele Flüchtlinge,

Serben und Kroaten, aufnahm, gab

es damals eine Auszeichnung der UNESCO.

Der Aufschwung kam erst mit dem Beitritt

Ungarns zur EU 2004 und mit der darauf

folgenden erfolgreichen Kandidatur

von Pécs als Europas Kulturhauptstadt.

Aus der EU-Regionalhilfe flossen über 140

Millionen für diverse Projekte zur Stadtentwicklung.

Die Universität von Pécs erlebte

einen Boom, auch viele Künstler siedelten

sich an. Die Stadt will sich nun selbstbewusst

als kulturelle Metropole in der Region

profilieren. „Stadt ohne Grenzen“

lautet ein Motto als Kulturhauptstadt. Kontakte

nach Serbien, Kroatien, Slowenien

und Österreich – vor allem in die nahe

Steiermark – sollen weiter ausgebaut werden.

Auch der Tourismus dient als Hoffnungsgebiet:

Man rechnet heuer mit über

einer Million an Besuchern. Die nahe

Weinregion rund um Villány lockt mit

den besten Rotweinlagen Ungarns. Dort

hat etwa Alajos „Lojzi“ Wunderlich einen

Qualitätsbetrieb mit imposantem Schaukeller

und modern gestalteten Verkostungsräumen

aufgebaut. Der ehemalige

Spengler mit Schweizer Wurzeln heimste

schon zahlreiche Goldmedaillen für seine

Merlot- und Pinot-Noir-Weine ein. Einige

seiner Weingärten liegen auch im nahen

Dorf Palkonya, einem von 13 „Europäischen

Kulturdörfern“.

Die Region lockt auch mit mittelalterlichen

Burgen und Thermalbädern. Pécs

wird auch nach der Periode als Kulturhauptstadt

ein interessantes Reiseziel bleiben.

TIPPS

Die Anreise per PKW erfolgt von Wien am schnellsten via

Budapest, von dort sind es knapp zwei Stunden auf der

nagelneuen M6-Autobahn bis Pécs. Von Wien gibt es

auch einen Direktzug, der um knapp nach sieben Uhr

früh vom Bahnhof Wien-Meidling abfährt und mittags

ankommt. Die Retourkarte kostet nur 29 Euro. (Proviant

mitnehmen, es gibt kein Service im Zug).

Hotels: „Patria“ oder „Palatinus“ gehören zur ungarischen

Danubius-Kette.

Zahlreiche Restaurants liegen in der Innenstadt, z. B.

Steakhäuser in der Kiraly-Straße.

Eine kundige deutsch- und englischsprachige Stadtführerin

ist Marta Balatonyi. Tel. +36-20474 4769.

E-mail: balatonyi@visitpecs.hu

Infos zu Kulturveranstaltungen: www.pecs2010.hu

Ausflug nach Villany: Weingut Wunderlich

(Baross Gábor ut 106) www.wunderlich.hu

Szechenyi-Platz mit Moschee

Hotel Palatinus

SOCIETY 3_10 | 109


KUNST UND KULTUR

PORTRÄT

Mondblumenfeld

Der Maler Sven Kury

Schönheit ist ein

Gruß des Himmels

„Als ich die Bilder von Sven Kury zum ersten Mal vor 25 Jahren

sah war, ich sofort gefesselt. Hier sprach mich etwas an,

die Bilder berührten mich in meinem Herzen. Endlich war

hier etwas echt und lebendig.“ (Zitat Barbara Schneeweis)

Es geht in der Kunst Sven Kurys nicht

um Revolution, Weltverbesserung oder

um bloße Darstellung von Welt, sondern

um die Sichtbarmachung einer lebendigen

Erfahrung von Wirklichkeit. Wie

ein Gedicht von Rainer Maria Rilke beschreiben

diese Bilder eine Welt, die für

unser inneres Erleben Realität ist und wesenhafte

Begegnung ermöglichen.

Beim Betrachten der Bilder von Sven Kury

steigt eine Erinnerung auf: Eine Erinnerung

an unser Potential als Mensch. Die

Frage nach dem „Was bin ich? Woher komme

ich?“ nähert sich einer Antwort, die

doch nie gegeben werden kann. Es gibt einen

Sinn, der unseren Anspruch, Lebensqualität

zu erarbeiten weit übersteigt, und

mit diesem bringen uns die Bilder von

Sven Kury in Kontakt.

Vielleicht verbirgt sich der Sinn auch

im Unheimlichen, in den Bereichen, die

wir noch nicht festgeschrieben und erforscht

haben, lockt doch das Abenteuer

dort, wo sich das Geheimnis verbirgt. Die

Bilder von Sven Kury schenken so ein Geheimnis,

erinnern uns an das Wunder des

Lebens und bleiben vielleicht ein Rätsel.

Sven Kury liebt die Natur und gestaltet

auch leidenschaftlich Gärten. Seit einigen

Jahren arbeitet er am Aufbau der Imkerei

„Josef“ und sucht Sponsoren für dieses

Projekt - sind doch Bienen seit alters her

ein Symbol für den Menschen und die Arbeit

mit Ihnen ein Abenteuer und ständige

Herausforderung.

Atalante

LEBENSLAUF

Sven Kury wurde am 6.11.1961 geboren und wuchs in Wien

Döbling auf. Sein Vater war erster Flötist bei den Niederösterreichischen

Tonkünstlern. Nach der Matura studierte

er bei Erhard Stöbe an der Hochschule für Angewandte

Kunst. Ankäufe vom Land Niederösterreich, privaten

Sammlern und Liebhabern.

Ausstellungen

Galerie Stricker, Kunstmesse Innsbruck, Kunstmesse

Salzburg, Kunstmesse Bregenz.

110 | SOCIETY 3_10

Heimkehr


KUNST UND KULTUR

KOMMENTAR

Kommentar von GERHARD GUTRUF

Betrachtungen zur Größe

Österreichs auf messtechnischer

und kultureller Ebene

Während Österreich anscheinend geografisch wächst, ist auf kultureller Ebene der Ruf Österreichs

als Großmacht stark gefährdet.

Heimlich, still und leise wächst Österreich:

Glaubt man dem renommierten

Daten-Zahlen-Fakten-Nachschlagewerk

„Fischer Weltalmanach“, ist unser Land

zwischen 2000 und 2009 um nicht weniger

als 13 km 2 größer geworden (Fläche im

Vorjahr 83.871 km 2 ). Eine Ausdehnung von

immerhin 1,44 km 2 pro Jahr!

Erstmals seit dem tu felix Austria nube

Heiratstrick der Habsburger hat Österreich

offensichtlich wieder eine innovative Methode

gefunden, sein Territorium zu vergrößern

– und zwar mittels immer ausgefeilterer

Messtechniken. Man muss wissen,

dass die Vermessung eines Landes (oder der

Welt) schwierige, vielleicht sogar philosophische

Fragen aufwirft und alles andere

als eine banale Angelegenheit ist: Wird eine

Fläche flach – also von oben auf die

Messebene projiziert – berechnet oder werden

auch etwaige Schrägen von Berghängen,

hügeligen Wiesen usw. in die Berechnung

der wahren Größe mit einbezogen?

Selbst weltpolitisch ist dieses erstaunliche

Phänomen von Bedeutung; immerhin

würden wir bei gleichbleibendem

Wachstum in etwa 1,84 Millionen Jahren

Kasachstan Rang 9 der größten Staaten abnehmen…

Weniger erfreulich ist dagegen die Tatsache,

dass Österreichs Ruf als Kultur-Großmacht

in der internationalen Wahrnehmung

eher abnehmende Tendenz aufweist.

Warum?

***

Totgesparte Kulturforen

Es wäre naiv, diese Behauptung ausschließlich

mit kulturpolitischen Versäumnissen

zu erklären. Vielleicht ist es trotzdem

interessant, spotlight-artig etwa die Situation

der ehemaligen Kulturinstitute – den imageproduzierenden

Flaggschiffen heimischer

Kunst und Kultur im Ausland – zu beleuchten.

Ursprünglich beim Unterrichtsministerium

angesiedelt, waren sie zeitweise recht

ordentlich dotiert und in der Lage, hochqualitative

Veranstaltungen und Ausstellungen

zu realisieren.

Ab 1973 wurden die Kulturinstitute dem

Außenministerium unterstellt, später aus

kostensenkenden Gründen verschleierungstaktisch

in „Kulturforen“ umbenannt und finanziell

sowie personalmäßig immer weiter

ausgedünnt. Zudem wurden wichtige Standorte

geschlossen, und es ist zu befürchten,

dass trotz derzeitiger Minimaletats Totsparen

im Namen der heiligen Budgetsanierung

angesagt ist. Heute ist eine dem Selbstverständnis

Österreichs adäquate

Präsentation heimischer Kunst und Wissenschaft

kaum mehr möglich; viele Kulturforen

können ihr Programm nur mehr aufgrund

extremen persönlichen Einsatzes der

Mitarbeiter durchführen. Ironischerweise

wird in der Einladung zur letzten Auslandskulturtagung

festgestellt: „Seit einigen Jahren

wird in allen Bereichen der internationalen

Beziehungen das Potenzial von Kultur

und Kulturkooperation neu entdeckt. Kultureller

Dialog gilt inzwischen geradezu als unverzichtbarer

Bestandteil jeder Außenpolitik,

die nachhaltig wirken möchte…“

Ein weiteres Schlaglicht soll auf die katastrophale

Situation von Künstlern und Wissenschaftlern

im Lande selbst geworfen werden.

Die meist versteckte Armut in weiten

Künstlerkreisen wurde vor Jahren durch umfangreiche

Untersuchungen deutlich. Unübersichtliche

Zersplitterung und Parallelitäten

von Kulturkompetenzen auf Bundesund

Länderebenen verhindern oft effektive

Fördermaßnahmen. Auch die Situation mancher

freischaffender Wissenschaftler und

zum Dahinvegetieren verdammter altehrwürdiger

Institutionen ist beschämend.

Viele Beispiele könnten hier angeführt

werden. Ich hoffe, dass es künftig noch Gelegenheit

geben wird, auf hierzulande kaum

wahrgenommene außerordentliche Talente

bzw. große Künstler hinzuweisen.

***

Prinzliches Design

Zur Illustration möchte ich diesmal den

Lederkünstler Paul Prinz vor den Vorhang

bitten. Seine Kreationen haben internationales

Format, sind dekorativ und handwerklich

hervorragend gearbeitet: Seine

neue Kollektion aus Abfall-Materialien und

Kunstleder-Resten ist up to date und fetzig

– also super. In Österreich hatte Paul Prinz

bisher keine Chance. Vielleicht aber hat jemand

aus der geneigten Leserschaft den

entscheidenden Hinweis dafür, wie man

diesem Ausnahme-Designer zum wohlverdienten

Durchbruch verhelfen könnte.

(www.paulprinzleder.at)

ÜBER DEN AUTOR

Gerhard Gutruf, geb. 1944, studierte 1962 - 70 an der

Ak.d.b.K.Wien. Er ist Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker.

Teilnahmen an den Biennalen von Ibiza, Florenz, New Delhi,

Kairo, Shanghai. Einzelausstellungen u.a. in Rom,

Wien, Essen, Ascona, Kairo, Bratislava, Mexico City, Guadalajara,

Pretoria, Lissabon, Coimbra, Peking, Istanbul, Madrid,

Kiew, Ningbo und Delft. www.gutruf.at

SOCIETY 3_10 | 111


KUNST UND KULTUR

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER KULTUR Juli bis September 2010

IDANCE: MY MELODY

Die Tänzer und Tänzerinnen des idance Kollektivs begeisterten das

Publikum und entführten einen Abend lang in eine Welt voller

Musik, Euphorie und Bewunderung. „Tanzen ist die schönste Art,

sein Innerstes zum Ausdruck und sich selbst und andere in Bewegung

zu bringen“, so Beata Vavken, Leiterin des aus Tänzerinnen

und Tänzern der Staatsoper bestehenden Kollektivs. Die meisten

der Darsteller wurden mit dem Downsyndrom geboren.

Dass aber der Kunst keine Grenzen gesetzt werden können, bewiesen

die Akteure eindrucksvoll. Beim anschließenden VIP-Empfang

im Foyer der Kammeroper ließen es sich viele Prominente

und “friends” nicht nehmen, persönlich zu erscheinen.

Das Ensemble

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Caroline Schell live bei der Arbeit

Die Band

VERNISSAGE:

CAROLINE SCHELL

Die Künstlerin Caroline

Schell bewies jüngst bei einer

Malaktion, dass man

auch mit Sand malen kann.

Obwohl ihre Maltechniken

und Materialen gewohnt variabel

sind – sie vertritt die

Meinung, dass ein Künstler

alle Medien beherrschen sollte

– war dieser Auftritt für

viele Gäste eine Premiere im

wahrsten Wortsinn.

HERBSTKLANG: WOLKERSDORF KULTURFESTIVAL

Mit der Ausstellung „Wein hören – rein hören“ und der Premiere

des Musicals „Die Comedian Harmonists“ wurde bei traumhaftem

Wetter unter freiem Himmel im Hof von Schloss Wolkersdorf die

Eröffnung des „Herbstklang Wolkersdorf Kulturfestivals“ im

Weinviertel gefeiert. Das Gesangsensemble bestand aus Michael

Rot (auch musikalische Leitung und Klavier), Georg Lehner, Thomas

Markus, Jörg Westerkamp, Ivaylo Guberov, Gernot Heinrich

und in diversen Rollen Josef Krenmair. Prominente und Ehren-Gäste

waren u.a.: Altbürgermeister Norbert Heuerteuer, Bürgermeisterin

DI Anna Steindl, Vize-BGM und Landtagsabgeordneter Kurt

Hackl, ORF Sportlegende Sigi Bergmann, Gernot Maier (Schoeller

Münzhandel), Direktoren der Raika Wolkersdorf Franz Friedl

und Reinhard Kerbl.

FOTOS: JÜRGEN HAMMERSCHMID, „DIE COMEDIAN HARMONISTS“ (HONORARFREIER ABDRUCK MIT FOTOCREDIT: © STUDIO IRIS), PHILIPP ENDERS

112 | SOCIETY 3_10

Die Comedian Harmonists


AUSSTELLUNG: MCDOWELL BRYSON

Der Gesandte Botschaftsrat Christopher J. Hoh von der US-Botschaft

und Daniel I. Elmer luden zum Empfang mit Präsentation der Werke

von McDowell Bryson. Bryson lebt und arbeitet in Wien, weil er

sich von dieser Stadt inspiriert fühlt. Die Werke, die in der Residenz

von Christopher Hoh ausgestellt sind, tragen dementsprechend den

Titel „The Vienna Suite“.

McDowell Bryson und

Christopher J. Hoh

Corinna Steiner mit Hannes

Rossbacher in

Shanghai

EXPO 2010: KUNST IM ÖSTERREICH-PAVILLON

Galeristin Corinna Steiner stellte Mitte September „The gallery STEI-

NER – art & wine“ und ausgewählte Künstler auf der Weltausstellung

EXPO 2010 in Shanghai vor. Erstmals präsentiert wurden im

Rahmen einer Asien-Premiere Digital Art von Zoran Lerch und 3D

Kunst von Hannes Rossbacher, sowie weitere heimische „established

& emerging artists“. Durch die Abende führte Schauspielerin und

Moderatorin Michelle Steiner. An den drei Präsentationsabenden in

der VIP-Lounge des Österreich-Pavillons fanden sich zahlreiche

Persönlichkeiten aus Politik, Diplomatie und Wirtschaft ein, darunter

der Österreichische Generalkonsul in Shanghai Michael

Heinz, der türkische Generalkonsul in Shanghai Murat Ülkü, der

Vorstand der Deutschen Handelskammer Thomas Dorn, sowie die

stellvertretende Regierungskommissarin Birgit Murr.

AUSSENHANDELSSTELLEN

MARKETING- & ZWEIGBÜROS

OSLO

STOCKHOLM

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BERLIN

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LONDON DEN HAAG

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BOZEN LAIBACH

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LOS ANGELES

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WASHINGTON

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KUNST UND KULTUR

COVERSTORY

114 | SOCIETY 3_10

Pablo Picasso, „Das Atelier“, 1955, Tate Collection, GB (c) Succession Picasso/VBK, Wien 2010


Nach Dürer nun Picasso und Michelangelo

Treffen zweier Genies

Jedes Jahrhundert hat seine Genies. Diesen Herbst treffen in der Albertina gleich zwei Größen

ihrer Zeit aufeinander: Michelangelo Buonarroti und Pablo Picasso.

Von Mag. TANJA TAUCHHAMMER

Mit den beiden Ausstellungen „Michelangelo

– Zeichnungen eines Genies“

sowie „Pablo Picasso – Frieden und

Freiheit“ präsentiert die österreichische

Kunstinstitution Albertina zwei große Meister.

Dies ist kein Zufall, wie Direktor Klaus

Albrecht Schröder betont: „Es sind Zahnräder,

die ineinander greifen, eine Fortsetzung

der großen Ausstellungen wie etwa

der von Albrecht Dürer.“

***

Picasso – ein politischer Künstler

Den Auftakt des kulturellen Herbstes

macht die Albertina mit der Eröffnung der

Ausstellung „Picasso – Frieden und Freiheit“

am 22. September, die einen neuen

Blick auf das Werk des spanischen Künstlers

wirft. „Sie revolutioniert das politische

Bild Picassos“, so Schröder. Die Schau entstand

in enger Zusammenarbeit mit Tate

Liverpool.

***

Ignoranz und Kritik

Picasso war ab 1944 bis zu seinem Tod

Mitglied der kommunistischen Partei, eine

Tatsache die auch in seinem Werk Ausdruck

fand. Die Ausstellung setzt den Fokus

auf Picasso als „Historienmaler“ marxistischer

Tradition. Präsentiert werden

seine ab 1944 entstandenen Historienbilder

wie etwa das „Leichenhaus“, das „Massaker

in Korea“ und „Krieg und Frieden“.

Picassos politische Arbeiten gelten im

Westen als seine unpopulärsten, in den sozialistischen

Ländern wiederum wurden

sie wegen mangelnder Linientreue zur

kommunistischen Partei der Sowjetunion

kritisiert. Unterstützt wird die Schau

durch Dokumente wie etwa Briefe aus jener

Zeit, die in sieben Jahren zusammengetragen

wurden. Sie sollen ein genaueres

Bild Picassos politischen Engagements

zeichnen.

***

Das Kleid des Mythos

Die ausgestellten Arbeiten spielen mit

der Kraft der Symbole, Picassos eigener Art

sein marxistisches Engagement zu beweisen.

„Es sind Anspielungen im Kleid des

Mythos“, so der Albertina Direktor Schröder.

Es werden mythologische Sujets wie

etwa der Raub der Sabinerinnen gewählt,

um auf politische Geschehnisse zu verweisen.

Pablo Picasso, „Frauen mit Taube (Femmes à la colombe)“,

1955, (c) Collection Centre Pompidou, Dist. RMN/Droits réservés

(c) Succession Picasso/VBK, Wien 2010

***

Die Friedenstaube

Ein weiteres ikonografisches Schlüsselmotiv,

welches in dieser Zeit entstand, ist die

Friedenstaube. Sie galt als Zeichen der Hoffnung

während des Kalten Krieges. Picassos

Pablo Picasso, „Woman in an Armchair No. 1 (The Polish Cloak)

(Femme au fauteuil No. 1 (Le Manteau polonaise))“,

1949 Tate (c) Succession Picasso/VBK, Wien 2010

Pablo Picasso, „Stillleben mit Totenkopf, Porree und Kanne“, 14. März 1945, Fine Arts

Museums of San Francisco (c) Succession Picasso/VBK, Wien 2010

SOCIETY 3_10 | 115


KUNST UND KULTUR

COVERSTORY

Friedenstaube wurde zum Zeichen der Friedensbewegung,

und er gestaltete damit Plakate

für die Friedenskonferenzen in Breslau,

Paris, Stockholm, Sheffield und Rom. Mit

zahlreichen Varianten dieses Motivs unterstützte

Picasso die kommunistische Partei in

Frankreich und anderen Ländern sowie radikale

Organisationen im Westen.

***

Michelangelo – Zeichnungen

eines Genies

Von dem Malergenie des 20. Jahrhunderts

führt die Albertina zu einem der

größten Künstler der Hochrenaissance:

Das erste Mal seit zwanzig Jahren bietet

sich die Chance, Werke Michelangelo Buonarrotis

zu besichtigen. Das grafische

Werk als „Hauptausdrucksmittel der Renaissance“

bildet den Schwerpunkt der

Michelangelo-Ausstellung. Rund 120 Werke

werden ab 8. Oktober hier präsentiert. Die

Zeichnungen kommen aus bedeutenden

europäischen und amerikanischen Museen

– den Uffizien und der Casa Buonarroti

in Florenz, dem Louvre in Paris, dem

Metropolitan Museum in New York, dem

Teylers Museum in Haarlem, der Royal

Collection in Windsor Castle (Privatbesitz

der englischen Königin) und dem British

Museum in London.

***

Der Kampf eines Giganten

Die Albertina, selbst im Besitz von acht

Zeichnungen des Künstlers, versucht hier

laut Direktor Schröder „den Kampf eines

Giganten, seine innere Zerrissenheit, die in

der Dynamik der abgebildeten Körper

wahrzunehmen ist“ dem Besucher nahe zu

bringen. In ihnen spiegelt sich die „Krisenzeit

der Renaissance mit ihren politischen

und sozialen Umbrüchen wieder“, so

Schröder. Ergänzt wird die Ausstellung

durch Abdrücke Michelangelos wichtigster

Skulpturen, sowie Diaprojektionen

der Freskos der Sixtinischen Kapelle.

Es sind also Krisenzeiten und deren Auswirkungen

auf zwei Jahrhundertgenies,

die im kommenden Herbst im Fokus der

Wiener Albertina liegen und dem Besucher

völlig neue Blickwinkel eröffnen möchten.

Die Albertina erweitert für die großen

Herbstausstellungen „Picasso: Frieden und

Freiheit“ sowie „Michelangelo. Zeichnungen

eines Genies“ ihre Öffnungszeiten.

Die Ausstellungen können täglich von

10.00 Uhr bis 19.00 Uhr, mittwochs von

10.00 - 21.00 Uhr besucht werden.

INFO

PICASSO

FRIEDEN UND FREIHEIT

22. September 2010 bis 16. Januar 2011

MICHELANGELO

ZEICHNUNGEN EINES GENIES

8. Oktober 2010 bis 9. Januar 2011

www.albertina.at

116 | SOCIETY 3_10

Michelangelo Buonarroti, „Sitzender Jünglingsakt mit zwei

Armstudien“, (Recto), um 1511, (c) Albertina, Wien

Michelangelo Buonarroti, „Stehender männlicher Rückenakt“,

1501-04, (c) Albertina, Wien


Michelangelo Buonarroti, „Der auferstandene Christus“, um 1532,

The Royal Collection (c) 2008 Her Majesty Queen Elizabeth II

SOCIETY 3_10 | 117


LIFE UND STYLE

SERVICE

VERANSTALTUNGSTIPPS

Herbst 2010

HADER MUSS WEG

Fast schon ein Klassiker! Josef Hader, wahrscheinlich

Österreichs bester Kabarettist,

gibt im Wiener Volkstheater sein legendäres

„Hader muss weg“ zum Besten. Bekannt

für seinen schwarzen und zynischen

Humor ist dies mit Sicherheit ein Fix-Termin

für Kabarett-Fans.

KONZERTE

DAVID HELFGOTT

14. Oktober

Wiener Konzerthaus

www.konzerthaus.at

MOZART & MORE

17. Oktober

Liechtensteinmuseum

www.liechtensteinmuseum.at

REBEKKA BAKKEN

4. November

Congress Center Villach

www.ccv.at

CHEIKH LO

5. November

Porgy & Bess

www.porgy.at

BÜHNE

SALOME

Premiere 16. Oktober

Wiener Staatsoper

www.wiener-staatsoper.at

DIE SIEBEN TODSÜNDEN

Premiere 16. Oktober

Theater an der Wien

www.theater-wien.at

SPIELRÄUME

11. November bis 31. Dezember

Österreichisches Theatermuseum

www.khm.at/oetm

INDIA AWAKES - UNDER THE BANYAN TREE

26. November 2010 bis 27. Februar 2011

Essl Museum, Klosterneuburg

www.essl.museum

PAUL MCCARTHY

Ab 30. Oktober

Sammlung Friedrichshof

www.sammlungfriedrichshof.at

FESTIVALS

NEW MODEL ARMY

13. November

Szene Wien

www.szenewien.com

HADER MUSS WEG

9. November

Volkstheater Wien

www.volkstheater.at

SALAM.ORIENT 2010

12. Oktober bis 5. November

Wien

www.salam.orient.at

VALIE EXPORT

Valie Export gilt als eine Ikone der Kunstgeschichte.

Die gebürtige Linzerin wird

durch zwei zeitgleich stattfindende Ausstellungen

in Linz und im Wiener Belvedere

geehrt. Der Fokus liegt auf den Arbeiten

der Künstlerin aus den letzten zwanzig

Jahren.

SALAM.ORIENT 2010

Die ägyptische Schriftstellerin Mansoura Ez

Eldin liest anlässlich „Salam.Orient“ aus

ihren Werken. Insgesamt zwölf Veranstaltungen

werden bei „Salam.Orient“ zu erleben

sein, von Konzerten, Theater, Fotoausstellungen

bis zur Lesung mit

Diskussion.

PACO DE LUCIA

15. November

Wiener Stadthalle

www.stadthalle.com

JOE COCKER

17. November

Wiener Stadthalle

www.stadthalle.com

AIRBOURNE

20. November

Gasometer Wien

www.planet.tt

DAVID GARRETT

22. November

Wiener Stadthalle

www.stadthalle.com

STELLA JONES

3. Dezember

Votivkirche

www.votivkirche.at

MONSTER MAGNET

5. Dezember

Arena Wien

www.arena.co.at

GOTAN PROJECT

10. November, Konzerthaus

www.konzerthaus.at

ALF POIER

10. November

Stereo, Klagenfurt

www.stereoclub.at

DER VERLORENE SOHN

27. November

Konzerthaus Klagenfurt

www.konzerthaus-klagenfurt.at

AUSSTELLUNGEN

VALIE EXPORT

16. Oktober 2010 bis 30. Jänner 2011

Unteres Belvedere

www.belvedere.at

HYPER REAL – REALISMEN IN MALEREI

UND FOTOGRAFIE

22. Oktober 2010 bis 13. Februar 2011

MUMOK

www.mumok.at

CROSSOVER

27. Oktober 2010 bis 27. März 2011

MAK

www.mak.at

WILLIAM KENTRIDGE

29. Oktober 2010 bis 30. Jänner 2011

Albertina

www.albertina.at

VIENNALE

21. Oktober bis 3. November

Wien

www.viennale.at

ROCK2DAYS

22./23. Oktober

Schwanenstadt

www.hanabaluza.at

ROCK IM SCHLOSS

30. Oktober

Bad Wimsbach

www.rockimschloss.at

LITERATUR

BRIGITTE KARNER & PETER SIMONISCHEK

„WARTEN UND LAUSCHEN“

3. Dezember 2010

Bühne im Hof, St. Pölten

www.bih.at

MESSEN

GEWINN MESSE

21./22. Oktober

Messe Wien Exhibitions & Congress Center

www.gewinnmesse.at

FOTOS: © LUKAS BECK, ARCHIV VALIE EXPORT, MANZOURA/OSAMA FAROUG

118 | SOCIETY 3_10


LIFE UND STYLE

SERVICE

EX LIBRIS

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Naturschönheiten sondern auch seine Kulturschauplätze

Kärntenurlauber und Kärntner

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Kulturjuwelen mit neuen, noch nie in

einem Führer dargestellten Kulturschauplätzen

und gibt damit einen Überblick über die

Vielfalt an Glanzpunkten und Kunstschätzen

aller Epochen in Kärnten. Ein Impulsgeber, um

Glanzpunkte, Kuriositäten und Schönheiten des

kulturellen Reichtums des Landes zu entdecken.

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24. Auflage dieses „Stadtführers für alle,

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Die Autoren dieses Bandes leben

selbst in New York und sind alle Sehenswürdigkeiten

zu Fuß abgegangen – auf der Suche

nach dem Besten, was die Stadt zu bieten hat.

Dieser Band ist unentbehrlich für alle, die New

York auf eigene Faust entdecken wollen.

JOURNALISTIN AUS PASSION

Alice Schwarzer

Picus

Ihr öffentliches Leben hat Alice Schwarzer zwei

Anliegen verschrieben: dem Feminismus und

dem Journalismus. Dass der eine nicht ohne

den anderen möglich ist, zumindest nicht in ihrem

Leben, zeigt Alice Schwarzer in diesem

Band. Sie erzählt von den Anfängen ihrer Karriere,

lässt persönliche Erfahrungen einfließen,

berichtet aus eigener Praxis über die Freuden

und Pflichten des Journalismus, erzählt über Engagement,

Verantwortung, Recherche und

Handwerk: Eindrucksvoll, wie ihr Leben durchdrungen

ist von dem Streben nach dem Ende

der Rede vom „schwachen Geschlecht“.

FRAUEN LIEBEN JÜNGERE MÄNNER

Ursula Richter

Kreuz Verlag

Im Alltagsleben gibt es die Konstellation ‚Frau

liebt jüngeren Mann‘ öfter als man denkt. Liebe

überwindet laut Volksmund ja alle Schranken,

dennoch gilt es immer noch als ungewöhnlich,

wenn Frauen jüngere Männer lieben.

Und alle, die diesen besonderen Weg zum

Glück gehen, müssen sich mit Schwierigkeiten

nicht nur von Außen auseinander setzen, sondern

auch mit denen, die aus der eigenen Verunsichrung

kommen. Ursula Richter befasst

sich seit vielen Jahren mit unkonventionellen

Beziehungsformen. Ihr Buch ist ein Longseller,

der jetzt komplett neu geschrieben wurde: für

Frauen und Männer, Zuschauer und Neugierige.

PHÄNOMEN FACEBOOK

Jakob Steinschaden

Ueberreuter

Facebook stellt unser Leben auf den Kopf: 400

Millionen Nutzer weltweit, davon über zehn

Millionen in Österreich, Deutschland und der

Schweiz: Facebook ist allgegenwärtig. Auf der

Strecke bleiben nicht nur Facebook-Alternativen

wie z. B. Myspace und StudiVZ, sondern auch die

Privatsphäre der Mitglieder. Wie sehr hat das Social

Network unsere Gesellschaft vereinnahmt?

Was passiert eigentlich mit den persönlichen

Daten der Mitglieder? Wie begegnet man neuen

Phänomenen wie „Cyber Mobbing? Diese

Fragen beantwortet Jakob Steinschaden in spannenden

Experten-Interviews, tiefgehenden

Analysen und anschaulichen Reportagen.

SCHNICK, SCHNACK, SCHNUCK

Christoph Schulte-Richtering

Rowohlt Berlin

Warum hieß Zar Iwan „der Schreckliche“? Was

hat das $-Zeichen mit Kaiser Karl V. zu tun? Und

warum verdankt Heidi Klum ihre Karriere dem

18. Jahrhundert? Der Moderationen- und Scherze-Schreiber

für Thomas Gottschalk, Stefan

Raab, Harald Schmidt und viele andere legt mit

diesem Buch die gesamte Weltgeschichte in einem

Band vor. In 44 knappen und amüsanten

Kapiteln widmet sich das „wandelnde Lexikon“,

wie Christoph Schulte-Richtering gerne

genannt wird, den großen Ereignissen und herausragenden

Figuren der Weltgeschichte und

erklärt pointiert, weshalb die Welt so geworden

ist, wie wir sie heute kennen.

STERNSTUNDEN DES HUMORS

Felix Dvorak

Amalthea

Dieses Buch ist nicht nur ein außergewöhnliches

Witzelexikon, sondern auch eine ganz besondere

Anthologie des Humors verschiedenster

Persönlichkeiten. Felix Dvorak, der siebzehn

Jahre lang die wöchentliche Rundfunksendung

„Humor kennt keine Grenzen“ moderierte,

sammelte dafür die lustigsten Pointen und komischsten

Witze und ließ sich von Witzlegenden

wie Otto Schenk unter die Arme greifen.

Nach dem Motto „Sage mir, worüber du lachst,

und ich sage dir, wer du bist“ kann der Leser

selbst überprüfen, wie die 150 Promis einzuschätzen

sind, die uns in diesem Band an ihren

Lieblingswitzen teilhaben lassen.

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HOROSKOP

OKTOBER – NOVEMBER - DEZEMBER 2010

Herbst 2010

Was uns die

Sterne sagen

Ihr persönliches Herbsthoroskop

von Gerhard von

Lentner.

Weltprognose für Oktober bis Dezember

Das neue Jahr 2011 bringt eine leichten

wirtschaftlichen Aufschwung. Der Euro

verliert an Kraft und Stabilität. Hingegen

wird sich der US-Dollar im neuen Jahr

2011 wieder erholen. Da die US-Regierung

mit Obama an der Spitze zeigt, dass sich

Kriege nicht lohnen, wird man das Geld

im eigenen Land besser investieren. Volkswirtschaftlich

und auf lange Sicht gesehen

bringt das den Amerikanern mehr, als

sinnlose Kriege zu führen. Das Gleiche gilt

für Russland. Solange die Politiker nicht

erkennen wollen, dass es besser ist, die eigenen

Schätze des Landes zu verwerten,

solange wird es keine bessere und friedvollere

Welt geben. China und Japan sind bereit,

sich um einen besseren Dialog zu bemühen.

Der Irak bleibt ein

Provokationsherd. Die Türkei versucht einen

demokratischen Kurs einzuschlagen.

China bekommt einen neuen wirtschaftlichen

Aufschwung. Amerika kann man es

nur wünschen. Die südamerikanischen

Staaten kommen um eine Wirtschaftskrise

nicht umhin.

Der Yen wird sich im Jahr 2011 etwas

abschwächen. Der Schweizer Franken

wird durch internationale Geschäfte wieder

stärker steigen. Der Euro wird sich im

Mittelfeld bewegen und nicht mehr so

stark sein, wie er es einmal war.

Die afrikanischen Länder werden sich

mehr und mehr verbünden. Davon kann

Europa nur profitieren.

WIDDER - ARIES

21. 03. – 19. 04.

Planet: Mars und Pluto

Element: Feuer

Es entsteht eine unerwartete Situation für Sie. Dabei benötigen Sie

die Hilfe von anderen, die Sie auch annehmen sollten, denn Sie erreichen

die Grenzen Ihrer Leistungsfähigkeit. Von allen Seiten erhalten

Sie Unterstützung. Zum Jahreswechsel wird es bei Ihnen

hoch her gehen. Feiern Sie und lassen Sie sich feiern!

Beruf: Seien Sie gut für das Jahr 2011 vorbereitet. Ihr Glücksplanet

Jupiter gibt Ihnen volle Energie. Ein Neustart ist in Sicht.

Liebe: In der Liebe zeigen Sie nun Stabilität. Geben Sie sich einen

Ruck dem Partner gegenüber. Seien Sie etwas großzügiger.

Finanzen: Verlieren Sie nicht durch Ihre Sparsamkeit den Überblick

über das Alltägliche. Das, was Sie geben, kehrt auch wieder zurück.

Gesundheit: Magen und Darm sind Ihre Leidensebenen. Meditieren

Sie und lassen Sie das Spirituelle bei sich einkehren.

ZWILLINGE – GEMINI

21. 05. – 21. 06.

Planet: Merkur

Element: Luft

Überwinden Sie Ihren Stolz und leiten Sie ein klärendes Gespräch

ein. Danach fühlen Sie sich besser. Manchmal muss man den ersten

Schritt auf ein Problem zugehen, um dieses auch zu lösen. Gehen

Sie mit offenen Augen durch den Herbst, sodass Sie auf Anreize

auch entsprechend reagieren können.

Beruf: Nehmen Sie an Wissen mit, was Sie noch in diesem Jahr erhaschen

können. Sie werden es für das neue Jahr 2011 brauchen.

Liebe: Zu oft wollen Sie zu viel von Ihrem Partner. Überdenken Sie

die Situation. Was sind Sie bereit zu geben? Liebe ist nicht nur Sex.

Finanzen: Sie sind dann großzügig, wenn Sie etwas wollen. Seien

Sie einmal auch selbstlos und spenden Sie…

Gesundheit: Sie wollen immer das Optimum. Nur ihr Körper

macht das auf die Dauer nicht mit. Halten Sie Maß in allen Dingen.

LÖWE – LEO

23. 07. – 23. 08

Planet: Sonne

Element: Feuer

Denken Sie daran, dass Sie nicht immer Recht haben können. Gehen

Sie in den nächsten Monaten mehr auf Ihre Mitmenschen ein und versuchen

Sie sich in deren Lage zu versetzen. Provozieren Sie keinen

Streit, sondern versuchen Sie eher die Probleme zu lösen. Hochmut

kann Ihnen einen nachhaltigen Schaden zufügen.

Beruf: Gute Möglichkeiten sich im Berufsleben endlich zu behaupten.

Sie haben jetzt neue Strategien entwickelt.

Liebe: Genauso wie im Beruf wird Ihnen nun Venus zur Seite stehen.

Ihnen wird auf einmal ein Wunsch erfüllt.

Finanzen: Das Geld können Sie durch Jupiters Einfluss in den nächsten

Monaten vermehren. Trotzdem sollten Sie kein Risiko eingehen.

Gesundheit: Um den Jahreswechsel sollten Sie sehr vorsichtig sein

mit dem, was Sie trinken. Vergiftungsgefahr droht.

STIER – TAURUS

21. 04. – 20. 05.

Planet: Venus

Element: Erde

Konzentrieren Sie sich auf die neuen Gegebenheiten, um diese zu festigen

und zu stärken. Sie neigen Streckenweise jedoch dazu, die Verpflichtungen

nicht ernst zu nehmen und stoßen damit auf Unverständnis

bei Ihren Mitmenschen. Das kann zu Verlusten von

Freundschaften führen. Das Jahr 2011 wird sehr wichtig für Sie.

Beruf: Jetzt ist die Zeit, sich für das neue Jahr 2011 und deren Aufgaben

vorzubereiten. Chancen jetzt nützen!

Liebe: Die Liebe kommt wie von selbst ins Haus, wenn Sie es nur

zulassen würden. Klammern Sie nicht an der Vergangenheit.

Finanzen: Die finanzielle Seite Ihres Lebens wird sich durch einen

Partner stabilisieren. Teilen ist gut – aber mit wem, das sollten Sie

sich fragen! Gesundheit: Wenn es in der Liebe stimmt, dann wird es

auch mit Ihrem Gewicht wieder stimmen. Halten Sie diese Linie bei.

KREBS – CANCER

22. 06. – 22. 07.

Planet: Mond

Element: Wasser

Lassen Sie sich nicht ausnutzen von Personen, die Sie lieben. Verschaffen

Sie sich Respekt und bringen Sie ihre Meinung vor. Angst

vor Problemen sollten Sie nicht haben, denn am Ende können Sie

doch alles ordentlich meistern. Versuchen Sie immer einen klaren

Kopf – bei Worten die Sie wählen – zu bewahren.

Beruf: Es ist sicher nicht leicht für Sie, neue Ideen durchzusetzen.

Seien Sie von sich selbst überzeugt und davon, dass es ihnen gelingen

wird, andere von ihrer wunderbaren Idee zu überzeugen…

Liebe: Klammern Sie in den nächsten Monaten nicht zu sehr. Ihr

Partner braucht eine Auszeit von Ihnen. Finanzen: Klein aber fein

können Sie nun Ihre Finanzen durch die Hilfe eines Freundes verbessern.

Gesundheit: Ihr Magen macht Ihnen einen Strich durch

die Rechnung. Versuchen Sie auf leichtere Kost umzusteigen.

JUNGFRAU – VIRGO

24. 08. – 23. 09.

Planet: Merkur

Element: Erde

Nicht immer bringt eine nette Person Ihnen auch etwas Gutes. Setzen

Sie Ihre Beziehung nicht aufs Spiel, indem Sie selbstsüchtig

und unüberlegt handeln. Denken Sie an das Sprichwort: Es ist nicht

immer alles Gold, was glänzt. Man wartet nur darauf, dass Sie in

den nächsten Monaten einen Fehler begehen.

Beruf: Nun ist der Umbruch da. Sie sollten jetzt zupacken, wo Sie

können. Sie sprühen nur so voller Energie. Liebe: Was könnten Sie

mehr erwarten vom Partner, als dass er Sie aufrichtig liebt.

Hinterfragen Sie sich selbst, ob Sie das Gleiche tun…? Finanzen: Sie

spüren nun genau, dass sich das Warten gelohnt hat. Jetzt können

Sie wagen etwas zu riskieren. Goldkauf in absehbarer Zeit.

Gesundheit: Nicht immer ist der Fitnesssport das Beste für Sie.

Spaziergänge und Schwimmen tun das Gleiche für Sie.

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WAAGE – LIBRA

23. 09. – 23. 10.

Planet: Venus

Element: Luft

Die Harmonie in der Partnerschaft kann über den bestehenden Stress

hinweghelfen. Zeigen Sie den Personen um Sie herum, dass auch Sie

glücklich sein können. Allerdings sollten Sie sehr aufmerksam beobachten,

wem Sie vertrauen können. Da sich Merkur in Ihrem Tierkreiszeichen

befindet, sollten Sie sich mehr in der Öffentlichkeit zeigen.

Beruf: Im Berufsleben können Sie sich auf gewagte Lösungen einlassen,

denn diese führen Sie diesmal zu Ihrem Ziel.

Liebe: Sie haben Ihr Selbstvertrauen verloren. Warum hinterfragen

Sie nicht einmal, woher das kommen mag…?

Finanzen: Nun wird sehr viel Arbeit auf Sie zukommen. Eigentlich

ist es das, was sie gar nicht wollten. Aber dem ist nun mal so.

Gesundheit: Es gelingt Ihnen bereits einige Kilos abzunehmen.

Bleiben Sie auf dieser Linie und Sie werden Freude dabei haben.

SCHÜTZE – SAGITTARIUS

23. 11. – 21. 12.

Planet: Jupiter

Element: Feuer

Jemand aus der Vergangenheit versucht Sie zu hintergehen.

Freunde wissen das aber zu verhindern. Lassen Sie sich nicht nervös

machen. Im neuen Jahr 2011 wird sich alles stabilisieren und

verbessern. Sie gewinnen dann den nötigen Überblick. Es warten

viele Reisen auf Sie. Das Ausland bringt ständigen Erfolg.

Beruf: Sie werden sich vermehrt mit Menschen anderer Ländern

auseinander setzen müssen. Bringt aber viel Erfolg. Liebe: Jemand

möchte Ihr Herz erobern. Sie haben aber noch nicht die Zeit dazu,

dies auch so zu sehen. Finanzen: Auch wenn Sie nichts tun wollen,

wird sich dennoch Ihr Geld durch eine glückliche Entscheidung

vermehren. Gesundheit: Endlich werden Sie an sich selbst denken

und auch einmal einen Urlaub mit jemandem unternehmen.

Man wartet bereits darauf.

WASSERMANN - AQUARIUS

20. 01. – 18. 02.

Planet: Saturn & Uranus

Element: Luft

Optimismus ist angesagt. Nützen Sie diese positiven Einstellungen,

um die Wünsche von anderen zu erkennen und neue Ziele zu verwirklichen.

Anspannung und Nervosität fallen vollkommen von Ihnen

ab. Versuchen Sie bei Problemen auch bei sich selbst zu suchen

und lösen Sie die Situation noch in diesem Jahr.

Beruf: Nichts kann Sie zurzeit aus der Ruhe bringen. Bleiben Sie auf

dem Weg und Sie haben Erfolg dabei.

Liebe: Für Privates müssen Sie sich eher Zeit lassen. Sie ersparen

sich dadurch erheblichen Ärger.

Finanzen: Wenn Sie weiter so für Ihre Zukunft planen, dann bekommen

Sie die Gunst von anderen schon bald zu spüren.

Gesundheit: Hören Sie nicht so sehr auf das, was andere über Sie

sagen. Sammeln Sie positive Energie bei einem Freund.

SKORPION – SCORPIUS

24. 10. – 22. 11.

Planet: Mars

Element: Wasser

Die ehrgeizigen Ziele, die Sie sich gesetzt haben, können Sie nun

durch den Einfluss von Jupiter und Mars auch erreichen und bis hinein

ins neue Jahr 2011 erfolgreich umsetzen. Vermeiden Sie jedoch eine

Dummheit zu begehen, die sich schon vorher als solche abzeichnet.

Manchmal werden Sie für Ihre Arbeit nicht sofort belohnt.

Beruf: Schon in Kürze werden Sie am Ziel Ihrer Wünsche sein. Doch

vergessen Sie nicht, wer Sie dorthin gebracht hat. Liebe: Es ist wieder

Zeit für Sie, sich nach etwas Neuem umzusehen. Sie können

es einfach nicht lassen und glauben, dass es jetzt das Richtige sei.

Aber das kann täuschen! Finanzen: Wenn Sie mehr auf Ihre Finanzen

achtgeben, kann sich in Kürze ein großer Gewinn abzeichnen.

Gesundheit: Es geht Ihnen gut und Sie fühlen sich wie neugeboren.

Tanken Sie genügend frische Luft!

STEINBOCK – CAPRICORNUS

22. 12. – 19. 01.

Planet: Saturn

Element: Erde

Sie werden in den kommenden Monaten mit neuer Energie angetrieben

und versuchen s